BOGUSLAW BALCERAK’S CRYLORD – Lost Bloody Heroes

Trackliste:

01. Night Sky Glooms
02. Final Hour
03. Born To Rock
04. Inside Of The Hell
05. Unchain My Dream
06. Lost Bloody Heroes
07. Hold On
08. Saracen
09. New Horizon
10. Hammer Of The Gods
11. Voodoo Night
12. Worlds Away

Spielzeit: 61:09 min – Genre: Neo Classical Power Metal – Label: Rock Company – VÖ: 07.07.2025 – Page: www.facebook.com/boguslawbalcerakscrylord

 

BOGUSLAW BALCERAK’S CRYLORD – Wenn man den Namen einmal gelernt hat, vergisst man ihn nie wieder. Ich hab ihn letzten Herbst kennengelernt, als ich „Endless Life“ reviewt habe und sehr viel Spaß damit hatte. Keine Frage, dass ich für das sechste Album des polnischen Gitarristen auch wieder am Start bin, das absolut geisteskranke zehn Monate nach seinem Vorgänger erscheint. Ein einstündiges Album in so kurzer Zeit – muss man erstmal machen können.
Hat Boguslaw gemacht, der sich auf seinem sechsten Album „Lost Bloody Heroes“ für Gitarren, Bass und Keys verantwortlich zeichnet. Außerdem am Start: Drummer Rob Wroblewski und Sänger Mark Boals, der schon 2011 und 2014 schonmal beim CRYLORD vorbeischaute und bekannt ist für seine Arbeit bei YNGWIE MALMSTEEN, ULI JON ROTH, IRON MASK und diversen anderen.
Die drei liefern jetzt zusammen die coole Mischung aus Power und Neo Classical Metal mit ein bisschen Prog und ein bisschen Hard Rock, die mich beim letzten Album von BOGUSLAW doch gut überzeugt hat. Alles weitere steht und fällt mit einer einzigen Frage. Reichen zehn Monate, um ein solches Album in dieser Länge fertigzustellen, ohne Abstriche bei der Qualität machen zu müssen?
Die Antwort ist leider: nein. Das zeigt sich bereits beim Sound, der im Vergleich zum Vorgänger etwas matschig mittenlastig ausfällt. Und das verträgt sich nicht besonders gut mit der Tendenz auf „Lost Bloody Heroes“, lieber eine Spur Orchester, Synth oder ähnliches mehr im Hintergrund zu haben, die erstens so leise ist, dass man sie oftmals eher ahnt als hört, und sich dann noch mit anderen Spuren beißt, was beiden ihren Impact nimmt. „Endless Life“ klang im Vergleich wesentlich aufgeräumter und vermochte damit wiederum, den einzelnen Songs mehr individuellen Charakter zu verleihen, da die Sachen, die fehlten, durch ihre Abwesenheit die anwesenden Sachen mehr zu highlighten vermochten.
Auch in Sachen Melodien und Songstrukturen hätte „Lost Bloody Heroes“ mehr Feinschliff vertragen können, mehr Arbeit in den Übergängen zwischen einzelnen Parts, mehr in der Unterscheidbarkeit von Strophen, Refrains und sonstigen Passagen.
Nein, „Lost Bloody Heroes“ ist kein Totalausfall, hat seine Momente und profitiert auf jeden Fall von seiner talentierten Besetzung. Doch fühlt es sich – gerade wenn man weiß, was BOGUSLAW BALCERAK’S CRYLORD eigentlich leisten können, übereilt und unfertig an.

Fazit:
Sollte man BOGUSLAS BALCERAK’S CRYLORD eine Chance geben? Auf jeden Fall. Aber für einen guten Eindruck, wozu der Mann und seine Mitstreiter fähig sind, würde ich eher erstmal zu einem anderen seiner Werke raten.

Jannis

POWERHILL – Generation X

Trackliste:

01. Generation X
02. Bonfire
03. Fat Side
04. That’s Fine
05. The One I Wanna Be
06. Mad Cow City
07. My Mood
08. Better Safe Than Sorry
09. Powerhill
10. Rehearsal Barn

 

Spielzeit: 44:06 min – Genre: Hard Rock – Label: Dr. Music Records – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.facebook.com/powerhill.official

 

Die Schweiz mal wieder, ja ja nach Exportschlagern wie KROKUS, GOTTHARD, SHAKRA, SIDEBURN, SATROX, VOLTAGE EDGE, CHARING CROSS, D.D. Dogz, EMERGENCY und noch einige mehr die mir bitte verzeihen mögen das ich sie nicht erwähnt habe, macht sich eine Kombo auf das Gotthardmassiv zum Einsturz zu bringen. Die Rede ist von POWERHILL, eine mir bis jetzt völlig unbekannte Truppe will im Haifischbecken das sich Musik nennt einen Happen ab haben.

Zu der vierköpfigen Band gehören Veronica Torre am Mikro, Alberto „Cep“ Ceppi an Gitarre, Luca „Chewbe“ Gentile an Bass und Jörg Michael an den Drumsticks. Ich bin mehr als gespannt ob beim Krafthügel alles wie ein gut eingestelltes Schweizer Uhrwerk läuft oder ob mal ein Zahnrad ein wenig hakt, also ab damit in den Player und eine knappe dreiviertel Stunde Hard Rock Mucke Made in Switzerland genießen ob es ein Genuss wird zeigt sich am Ende des Albums. Außer Jörg Michale sagen mir die Namen nichts, deshalb lege ich den Begleitzettel gleich mal auf Seite und lasse die Musik für sich sprechen.

Der Anfang ins Album wird sehr soft angeleiert bis ein Schrei mit der kräftig aufgedrehten Gitti volle Breitseite auf Kontra gehen. Ab da ist der Teufel los, der anscheinend seine Höllengrotte in die Schweiz verlegt hat, so hart und effektvoll hauen POWERHILL auf die Trommelfelle ein. Mit dem Cover Artwork hauen POWERHILL voll einen raus, im Vordergrund ein Kuttenbewaffneter aufrecht stehender Stier mit langen Locken, Walkman am Gürtel und Kopfhörer über den Locken. Alles mit sehr viel roter Neonfarbe gehalten, links hinter dem Kuttenträger ein Dobermann auf Lauerstellung vor einem Lokal oder Geschäft und rechts ein Traktor der das Kuhthema, Schokoladenland und einen Songtitel aufgreift und einen Spagat aus Retro und Moderne herstellt.

Veronicas Stimme hat Kraft und Ausdrucksstärke und liegt von der Range irgendwo zwischen DORO, LITA FORD und Sandi SARAYA. Passt durch diese Range sehr gut zum Power Hard Rock von POWERHILL, und gibt sich in der Ausführung keine Blöße. Die Gitarren von Cep sorgen nicht nur einmal für Glanzpunkte, was der Knabe da aus den Saiten abfeuert ist schon mehr als nur ein Gewitter und bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit hin zum Tornado der in Dauerschleife läuft. Mich erinnert das Riffing manchmal an Metal Gitarristen wie Gus G., AXEL RUDI PELL, Rock N Rolf bis sie sich wieder im Hard Rock befinden, und bei allem die Schweizer Wurzeln nicht verleugnen und klar stellen ich komme aus der kleinen Schweiz und das ist auch gut so. Der Bass macht alles anderen nur nicht leise, das kann Chewbe auf keinen Fall, Zurückhaltung scheint für ihn ein Fremdwort zu sein. Dann haben wir noch das Biest, das Tier an den Sticks, Jörg der die Felle bearbeitet und in bester Metal Manier die Sticks im Takt schleudern lässt, kein Wunder bei seiner Vergangenheit bei RUNNING WILD, AXEL RUDI PELL und STATOVARIUS. Was Jörg mit den Sticks zaubert ist die pure Power und Wahnsinn, passt ideal zum Band Namen POWERHILL.

Die Mucke ist schon was spezielles, ich würde behaupten Hard Rock, mit leichten Tendenzen hin zu Riffsalven die man auch mühelos im Metal so einsetzen kann. Als Vergleich ziehe ich jetzt mal eine Mischung aus GOTTHARD, KROKUS über SHAKRA hin zu melodischen CRYSTAL BALL mit der Tendenz das Riffing mal Genre Grenzen überschreitend auszuführen. Und das mit einer starken Frontfrau die sich bestens behaupten kann ohne dabei die A-Karte gezogen zu haben. Und ja „Generation X“ und POWERHILL wirken wie ein gut reguliertes Uhrwerk einer Edelschmiede der Schweiz. Mühelos können sie sich im Haifischbecken behaupten und sogar glänzen.

„Generation X“ fängt mit den Geräuschen an als wenn man eine Musikkassette in das Fach steckt und auf Play drückt, es folgen majestätische Keyboardklänge bis markerschütternder Schrei gepaart mit einer Riffattacke den Hörer aus einem Traum katapultiert und einen kräftigen Stampfer ablassend. „Bonfire“ geht dann gleich mal mit einer endgeilen Melodie sofort ins Ohr. „Fat Side“ hier geht es volle Power über alles weg was es nicht auf Seite schafft, „That’s Fine“ eine sehr dramatische Ballade die reinhaut bis sie ab der Mitte zum ausgewachsenen Drama Rocker mutiert. „The One I Wanna Be“ in den Strophen Hard Rocker mit Metal Riffing und im zuckersüßen Refrain wird im Melodic Rock gewildert, „Mad Cow City“ greift nicht nur vom Titel sondern am Anfang auch mit lautem Muhen das Cover auf, ein cooler Hard Rocker „My Mood“ eine Ballade die von Veronicas Stimme und Akustik Gitarre zum Leben erweckt wird, „Better Safe Than Sorry“ beginnt mit einem Bass Solo und geht dann in einer Rocker über der bei mir nicht so recht zünden möchte. „Powerhill“ zeigt noch mal eindrucksvoll wo der Hammer hängt, im Übungsraum der Band, „Rehearsal Barn“ erinnert an den „Tonmeister“ vom BONFIRE Album „Knock Out“.

Balle

THE DEAD COWBOYS – The Dead Cowboys

Trackliste:

01. Bad Friends & Good Times
02. Super Country Cowboy
03. Crazy Horses
04. The Lake
05. Hot Rod Vega
06. Mexico
07. Jensen Road
08. When The Cows Come Home
09. Demon Desperado

 

 

Spielzeit: 37:30 min – Genre: Hard Rock – Label: Shotgun Records – VÖ: 21,06,2025 – Page: www.facebook.com/thedeadcowboysband

 

Was für ein Bandname, THE DEAD COWBOYS mit einem Cover Artwork das einen Mix aus den Filmen „Drei Amigos“ und „Desperado“ darstellen könnte. Mal sehen ob die Musik der Hard Rocker auch so chaotisch wirkt oder ob die runder rüber kommt. Eins vorweg die Promos sind sehr Schreiber freundlich in Wave Dateien und damit ohne Verluste behaftet, was sich im Klang bemerkbar macht.

Zu den Untoten Cowboy Zombies gehören Bobby Jensen am Mikro und Gitarre, Matt Leonetti an allen Tasteninstrumenten, Joey Shaheen an Bass, Brian Reldinger an Drums und Katherine „Wild Kat“ Ray an der Geige oder Violine. Ich kenne nur Bobby Jensen von wo her aber mir fällt es gerade nicht ein in welchem Zusammenhang ich den Namen schon mal gehört oder gelesen habe. In der Bio steht das Bobby Sänger von HAIRBALL, STARCHILD in der KISS Tribute Band STRUTTER und KISS ARMY unterwegs war, und noch einiges am Laufen hatte.

Auf ihrem Debütalbum bedienen Bobby und seine Bande aus Cowmbies (Cowboy/Zombies) jedes Klischee das das Cover hergibt, es wird mit dem Cowmbie Image und vielen Augenzwinkern gespielt bis der Arzt kommt. Aber warum nicht mal so eine Art die sich selber nicht ernst nimmt. Bobby hat eine raue Stimme die was hat, als Vergleich könnte man Bobby als kleineren Bruder von Chuck Gerric von BESTÖ BLANCÖ sehen. Mit den Gitarren haut Bobby einen nach dem anderen raus und zeigt das er nicht nur das Spiel mit den Stimmbändern beherrscht sondern auch die Gitarre nach Strich und Faden versohlen kann. Die Keys halten sich sehr zurück außer es wird damit mal das Piano oder die Trompeten erzeugt. Der Bass kommt sehr gut durch, die Drums hauen auf den Putz und wenn die Geige mal zum Einsatz kommt wirkt die weder als Fremdkörper noch als Deplatziert sondern fügt sich sehr gut in das Bandbild ein.

Der Stil ist sehr ausgefallen, da es sich nicht um reinen Hard Rock handelt, sondern es werden sehr viele Sounds mit verwurstelt. Mit sehr viel Witz und Charme hauen die Cowmbies Hard Rock, mit Rockabilly einen auf BILL HAYLEY machend, Mexicana mit rein legen oder Southern Rock dazu vermengen, der Sound bietet ein sehr hohes Mass an Attraktivität, vielleicht gerade weil sich die Cowmbies selber nicht ernst nehmen und alles mit mehreren Augenzwinkern abliefern. Den Stil kann man als verrückte Mischung aus THE BRANDOS, DOC HOLLIDAY, OUTLAWS, DEEP PURPLE, durchgeknallte MOTÖRHEAD, BEASÖ BLANCÖ mit durchgebrannten Sicherungen und den Charme von KISS sehen. Das liest sich als Brechdurchfall, hört sich aber äußerst Attraktiv an. Wer mal etwas hören möchte das um Lichtjahre am Mainstream vorbei rauscht sollte mal THE DEAD COWBOYS checken, es ist ein Gewinn egal ob gefällt oder nicht.

Eine gelungene erste Untoten Cowmbies Party die nach einer Fortsetzung schreit obwohl hier und da andere Helden zitiert werden macht der wilde und abgefahrene Stilmix nur noch Spaß und bildet den richtigen Soundtrack für eine Outlaw Fete. Einen halben Punkt ziehe ich in der Bewertung ab, da das Album unter 40 Minuten bleibt.

„Bad Friends & Good Times“ kommt mit einem Rock N Roll Vibe aus der Hüfte geschossen, „Super Country Cowboy“ erinnert an eine Hard Rock Version von „Indian Reservation“ nur mit einem Rockabilly Refrain. „Crazy Horses“ verbindet Hard Rock mit rockende Trompeten zu einem äußerst attraktiven Gesamtbild, „The Lake“ wildert im sehr guten Southern Hard Rock. „Hot Rod Vega“ hier kommt alles zusammen was nicht zusammen gehört, egal ob Rock N Roll, Boogie, Mexicana oder Southern Rock – die Cowmbies machen selbst daraus einen Hit der landet „Mexico“ fängt als Rock N Roller an um dann in einen Hard Rocker überzugehen der im Rock N Roll wildert bis kein Auge mehr trocken ist und der Obervogel ist dann wenn im Song „La Coca Racha“ angestimmt wird. „Jensen Road“ eine coole Southern Rock Ballade, „When The Cows Come Home“ hier geht der Rock N Roll Gaul mit den Cowmbies durch, „Demon Desperado“ ein frecher Hard Rocker der mich an „Ghost Riders In The Sky“ von den OUTLAWS erinnert.

Balle

NICKLAS SONNE – Electric Dreams

Trackliste:

01. Fireline
02. Route 65
03. Shadows In Between
04. A Woman’s World
05. Limitless
06. Epic Song
07. Electric Dreams
08. Living Loud
09. Baron Of Mischief
10. Helldivers Anthem
11. Always With Us
12. Overload

Spielzeit: 42:25 min – Genre: Hard Rock/Heavy Rock – Label: Frontiers Records s.r.l. – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.facebook.com/nicklassonne

 

Es fällt echt nicht leicht, dem Promotext von NICKLAS SONNEs erstem Soloalbum „Electric Dreams“ Glauben zu schenken, wenn er erklärt, der Mann habe in seiner ersten Band als Sänger (wenn auch noch zu Schulzeiten) einen absolut miesen Job gemacht. Denn inzwischen hat er eine Hard-Rock/Metal-Stimme sondergleichen und abseits dessen auch musikalisches Verständnis.
Das kann man dann doch auch mal in ein Soloalbum packen, hat sich der Sänger der absolut großartigen DEFECTO gedacht, und das liegt nun mit 12 Songs und einer knappen Dreiviertelstunde vor.
Jetzt ist DEFECTO letztendlich ordentlich heavier Heavy Metal der moderneren und teils orchestral oder elektronisch angespiceten Sorte, aber NICKLAS kann ja auch anders. „Electric Dreams“ ist im Herzen und über weite Teile Hard oder Heavy Rock, auch wenn beispielsweise ein Chorus wie der des Openers „Fireline“ klar Power-Metallisch ausfällt und auch das teils ganz fix ballernde „Helldivers Anthem“ ohne Frage in die Heavy-Metal-Kerbe schlägt. Aber ansonsten: Hard/Heavy Rock, mal eher 2000er Radio Hard Rock bei „Shadows In Between“, mal poppig stadion-kompatibel bei „Epic Song“, mal cool groovend („Baron Of Mischief“) und mal instrumental-frickelig („Overload“). Dazu gibt es mit „Always With Us“ einen balladigeren Song mit Orchester, Klavier, Schmalz und feierlicher Fettheit und ansonsten weitere Songs, die irgendwo innerhalb des Genres ihr Ding machen.
Der Sound von „Electric Dreams“ kann sich absolut hören lassen, schön klar und kräftig mit ordentlich Druck. Und kompositorisch ist die Platte hochprofessionell, ohne auch nur einen Part, der nicht funktionieren würde.
Was die Melodiearbeit angeht, bleibt „Electric Dreams“ aber leider hinter den Erwartungen zurück. Ja, die Songs machen allesamt ihren Job, sind gut auf Hochglanz poliert und praktisch jeden Part bis auf ein paar Ausnahmen kann man hinter eine Auto- oder Bierwerbung schneiden, ohne dass es komisch käme. Aber an kompositorischen Eigenheiten, an musikalischen Trademarks, die man bei DEFECTO in so großer Menge findet, fehlt es dem Album leider, abgesehen von den besagten starken Vocals. Auch wenn immer mal wieder bei einem Song dieses kleine gewisse Etwas auftaucht, das ihn von anderen Größen des Genres abhebt.

Fazit:
NICKLAS SONNEs „Electric Dreams“ traut sich etwas zu wenig, um wirklich in Erinnerung zu bleiben. Als stark gespieltes und gesungenes Ding nach allen Regeln der Kunst taugt es aber zweifelsohne trotzdem.

Anspieltipps:
„Baron Of Mischief“, „Helldivers Anthem“ und „Always With Us“

Jannis

TIFFANY KILLS – World On Fire

Trackliste:

01. I’ll Come Running
02. Star Rider
03. Breathless
04. The Higher They Climb
05. Pulling The Trigger
06. World On Fire
07. Too Young
08. Caught In The Middle
09. Rock My World
10. In And Outta Love

 

Spielzeit: 42:28 min – Genre: Hard Rock – Label: CTM ChrisTones Music – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.facebook.com/p/Tiffany-Kills

 

TIFFANY KILLS so what? Wer soll das den sein, ein genauer Blick auf das Line Up offenbart ein paar selbst mir bekannte Namen. Am Mikro befinden sich John Cuijpers, an den Gitarren der gebürtige Leverkusener Christian Tolle und Mathias Dieth, an Bass Tom Baer und Tom Wetzels an den Drums. Außer Christian Tolle und John Cuijpers sagen mir die Namen leider nichts, also mal sehen was sich auf TIFFANY KILLS so tut.

Christian sollte von seinem Project bekannt sein John von PRAYING MANTIS das ist schon mal ein Anhaltspunkt wohin die Reise gehen kann. Also ab und wir lassen das Album starten. Das Albumcover verspricht eine explosive Mischung und der Opener spricht in etwa die selbe Sprache. John lässt seine Stimmbänder schwingen und zeigt dabei wieder mal eindrucksvoll welchen Umfang seine Stimme besitzt. Er wird dabei auch mit mehrstimmigen und harmonierenden Chören unterstützt die das Ganze runder wirken lassen. Die Stimmfärbung ist unvergleichlich, Ähnlichkeiten findet man bei gewissen Tönen mit dem aus dem Nachbarland Belgien stammenden Peter De Wint. Die Gitarren bauen an der Front eine riesige Wand auf die nicht überwindbar scheint. Der Bass hat seine alle Hände voll zu tun um gegen das Riffgewitter der Gittis anzukämpfen, das Schlagzeug wird aber so richtig verdroschen das der Stickschwinger danach in Ohnmacht fallen könnte. Die Produktion hällt sich in den Höhen vornehm zurück um in den Mitten und Tiefen volles Rohr zu fahren.

Der Stil befindet sich im schnörkellosen und ohne Experimenten ausgeführten Hard Rock mit einigen Einflüssen die zu einem Sound vermengt wurden. Dazu gehört Hard Rock deutscher Prägung ab Mitte bis Ende der 1980er Jahre, ein wenig UK und Holland Vibes mit einem schielenden Auge über den großen Teich nach Nordamerika. Dabei kann man als ganz groben Vergleich TRANS AM, SCORPIONS, DOMAIN, SAINTED SINNERS, MICHAEL SCHENKER, MYSTERY, VANDENBERG, WHITESNAKE, REBELSTAR, SLEEZE BEEZ, die melodischen Sachen von VENGEANCE, PRAYING MANTIS, AFTER HOURS. BANGALOR CHOIR, RED DAWN das zweite DARE Album, DOKKEN, TRIUMPH sehen, aber nur als ganz groben damit man weiß in welche Richtung es geht.

Von mir gibt es für das Debüt von TIFFANY KILLS beide Daumen nach oben und hoffen wir das es keine einmalige Veröffentlichung ist sondern noch einige Alben in dieser Qualität folgen werden. Man merkt deutlich das hier Musiker am Werk waren die ihr Handwerk nicht nur verstehen sondern auch Leben. Mit dem Debüt ist es TIFFANY KILLS fast gelungen die Welt im Sturm zu erobern, aber wie wir alle wissen ist und bleibt anständiger Hard Rock oder generell Hard N Heavy Mucke aus dem Mainstream verbannt. Obwohl einige Bands mit ihren Alben die eine oder andere vordere Platzierungen in die Charts einsteigen, wird diese Spielart immer noch von den Mainstream Medien gemieden wie der Teufel das Weihwasser.

„I’ll Come Running“ der perfekte Einstieg in ein Hard Rock Album, „Star Rider“ und hier auch schon das erste Highlight ein Melodic Happen. „Breathless“ ein lässiger Rocker der mit Drama angereichert wurde, „The Higher They Climb“ ein intensiver Hard Rocker der Laune macht. „Pulling The Trigger“ das nächste Highlight das sich aufmacht einen Siegeszug anzutreten, „World On Fire“ ein weiterer kräftiger Hard Rocker der Spaß macht. „Too Young“ kommt mit einem Charme von Melodic Rock und überfährt den Hörer regelrecht wie eine Dampfwalze – kommt mit geilem georgel, „Caught In The Middle“ ein schwerer Rocker der in den Strophen Spannung aufbaut und im Refrain entlädt. „Rock My World“ ein Hard Rocker wie aus dem Lehrbuch, „In And Outta Love“ zum Abschluss kommt noch mal ein Hit dran.

Balle

BUCKCHERRY – Roar Like Thunder

Trackliste:

01. Roar Like Thunder
02. When The Sun Goes Down
03. Come On
04. Talking Bout Sex
05. Blackout
06. I Go Boom
07. Set It Free
08. Hello Goodbye
09. Machine Gun
10. Let It Burn

 

Spielzeit: 31:43 min – Genre: Hard Rock – Label: Earache – VÖ: 13.06.2025 – Page: www.facebook.com/buckcherry

 

Wow BUCKCHERRY kommen trotz ständiger Liveaktivitäten doch tatsächlich noch dazu ihr elftes Studioalbum aus dem Ärmel zu zaubern. BUCKCHERRY das sind die charismatische Stimme, Mikrofonbändiger und Gitarrist Josh Todd, Steve Decanay und Billy Rowe an den Gitarren, Kelly LeMieux an Bass und Franciz Ruiz an den Drumsticks.

Was machen BUCKCHERRY anders als andere Bands.
Fakt 1, sie existieren noch
Fakt 2, sie machen Hard Rock der sofort ins Ohr geht
Fakt 3, sie haben sehr viel Dreck in ihrem Hard Rock
Fakt 4, sie haben einen Frontmann mit charismatischer Stimme
Fakt 5, sie haben es einfach drauf geile Songs mit Melodien zu produzieren
Diese fünf Fakten haben BUCKCHERRY seit ihren Anfangstagen als sie noch keiner kannte auf der Haben Seite. Der Druckvolle Sound der Produktionen bildet da keine Ausnahme.

Joshs Stimme ist immer noch unter allen anderen erkennbar und hat ihren eigenen Stil, entweder man mag sie oder nicht. Er agiert auf einem kraftvollen Niveau das selbst einige der ganz großen in den Schatten stellt, Beispiele werden jetzt von mir keine genannt um keinen Zündstoff aufkommen zu lassen. Am meisten Ähnlichkeit weist Joshs Stimme mit Dan Reed auf und geht voll nach vorne. Der Hard Rock von BUCKCHERRY kann am besten mit CINDERELLA, GUNS N‘ ROSES, AC DC und noch vielen mehr verglichen werden, aber nur verglichen den der Stil ist und bleibt BUCKCHERRY und das ist auch gut so. Wer auf Hard Rock mit Groove und Drive steht sollte BUCKCHERRY als eine der ersten Anlaufstellen ins Auge fassen, aber auch wer auf klassischen Hard Rock ab Mitte der 1980er Jahre steht und die oben genannten Bands zu seinen Favoriten zählt.

BUCKCHERRY liefern mal wieder Hard Rock zum niederknien mit nur einem kleinen Kritikpunkt, der in der kurzen Laufzeit von unter 32 Minuten liegt.

„Roar Like Thunder“ ein flotter Start in das Album, „When The Sun Goes Down“ ein Rocker mit abgehacktem Riffing. „Come On“ ein Melodic Monster und Hightlight „Talking Bout Sex“ ein Stampfer der alles platt macht. „Blackout“ hier schwingen die Gitarren die Blues Peitsche, „I Go Boom“ mit angedeuteten Bläsern und einem chaotisch genialem Keyboard. „Set It Free“ ein traumhafter Song und Hit. „Hello Goodbye“ befindet sich irgendwo zwischen Power Ballade und Softi. „Machine Gun“ marschiert da hin wo andere gerne wären – an die Spitze, „Let It Burn“ erinnert an alte ZZ TOP auf Speed.

Balle

GOTTHARD und Y&T am 23.05.2025 im Ruhr Kongress in Bochum // am 29.05.2025 im Circus Krone in München

GOTTHARD und Y&T am 23.05.2025 im Ruhr Kongress, Bochum (Bonne)

In schöner Regelmäßigkeit, beehrt die renommierte Band GOTTHARD auch die Konzerthallen in Deutschland, aktuell mit ihrem neuen Album „Stereo Crush“ im Gepäck.
Zugleich sicherte man sich die Dienste der amerikanischen Legenden von Y&T als Special Guest

Y&T , um ihren charismatischen Frontmann Dave Meniketti, erwischen mit „Don’t Stop Runnin“ und „Don’t Be Afraid Of The Dark“ einen guten Start. Meniketti ist stimmlich gut in Form, gleiches gilt für sein Gitarrenspiel. Die Setliste ist gut gewählt und mit vielen Klassikern bestückt. Nach einer knappen Stunde beendet „Forever“ den viel umjubelten Auftritt dieser legendären Band. Auch 2025 haben sich Y&T das Prädikat „wertvoll“ in Sachen Live-Aktivitäten verdient. Bleibt zu hoffen, dass Meniketti und Co eine neue Studio-Langrille nachlegen.

GOTTHARD mussten im Vorfeld, auf Grund von gesundheitlichen Problemen ihres Frontmanns Nic Maeder , die Gigs in Saarbrücken und Mailand absagen, aber zum Konzert in Bochum, war Maeder wieder in stimmlich guter Verfassung. Die Setliste beinhaltet eine gute Mischung aus Material des aktuellen Albums „Stereo Crush“ und natürlich alten Klassikern aus der Steve Lee-Ära. Auch wenn es Maeder hier und da anzumerken ist, dass er vorab erkrankt war, so kämpft sehr sich sehr souverän durch alle Titel. Klassiker wie die Balladen „Heaven“, „One Life, One Soul“ oder „Lift U Up“ und „Angel“ dürfen auch trotz neuer Songs nicht fehlen. Standesgemäß wird der Set mit „Mighty Quinn“ beendet.

Fazit: Beide Bands lieferten dem anwesenden Auditorium einen großartigen Konzert-Abend im gut gefüllten Ruhr-Kongress in Bochum ab. Der Auftritt von Y&T hatte fast schon nostalgische Züge, aber auch die Eidgenossen konnten überzeugen. Beide Daumen hoch für einen tollen Gig.

Text und Bilder: Bonne

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GOTTHARD und Y&T am 29.05.2029 im Circus Krone, München (Balle)

Am 29. Mai kamen GOTTHARD in den Circus Krone in München, nachdem die Schweizer Rocker ihr 15 Studioalbum „Stereo Crush“ veröffentlicht haben befinden sie sich jetzt auf der gleichnamigen Tour. Nachdem GOTTHARD die beiden Shows in Mailand und Saarbrücken absagen mussten wurde die Tour fortgesetzt und am Vatertag war dann München an der Reihe. Als zweite Band dabei war die amerikanische Rock-Legende Y&T die seit einer gefühlten Ewigkeit erfolgreich den Rock Bereich unsicher machen. Da ich GOTTHARD letztes Jahr auf dem Rock Antenne Sommerfest gesehen habe und mich die Live Qualität überzeugt hat waren wenig Überraschungen zu erwarten, umso gespannter war ich auf Y&T wie sich die US-Boys auf der Bühne schlagen und welche ihrer zahlreichen Hits es auf die Setlist schaffen würden.

Y&T eröffneten mit einem sehr gut gelaunten Dave Meniketti den Abend. Wie von mir erwartet kamen die Hits „Don’t Stop Runnin’“, „Don’t Be Afraid Of The Dark“, „Mean Streak“, „Summertime Girls“ und „Black Tiger“ Live dran. Allerdings spielte es keine Rolle welchen Song Y&T spielten, jeder kam beim Publikum sehr gut an und wurde abgefeiert. Dave hat immer noch diese faszinierende Stimme die ihn seit Anfang seiner Karriere begleitet, weder schlechter noch besser, genau so wie man ihn von den Alben her kennt. An der Gitarre war er auch eine Macht genau wie der zweite Gitarrist John Nyman leistete sich auch keinen hörbaren Fehler. Der Bassist Aaron Leigh spielte mit seinem Tieftöner den Poser aus der ersten Reihe, ich musste während des Konzertes öfter an einen jungen und dunkelhaarigen Stig Pedersen von D-A-D denken, der die Bezeichnung des Posens definiert haben muss. Mike Vanderhule an den Drums spielte das Tier das außer Kontrolle zu sein schien und bearbeitete mit seinen Sticks die Felle auf eine sehr energische Art. An den Backing Vocals war die gesamte Band auf einem sehr hohen Level das man keinen schiefen Ton hören konnte. Y&T spielten sich souverän durch ihren Set und bewiesen das sie zu den besten Hard Rock Acts auf dem Planet gezählt werden dürfen.

www.facebook.com/YandTRocks

Nach der Umbauphase kamen die Schweizer Riff Rocker auf die Bühne und sorgten dafür das der Circus Krone Bau fast eingestürtzt wäre. Mit einem druckvollen Sound auf ihrer Seite machten GOTTHARD von Anfang an klar das sie wissen wie der Hammer geschwungen wird und werden muss. Man merkte Nic nichts von der Virusinfektion an die für die Absagen der beiden Konzerte in Mailand und Saarbrücken gesorgt hatte, er hinterlies am Mikrofon einen mehr als beachtlichen Eindruck. Die beiden Gibsons von Leo Leoni und Freddy Scherer sorgten für die richtige(n) Härte und Druck im Gehörgang. Marc Lynn am Bass war eine Wand die nichts erschüttern konnte, während Keyboarder Ernesto Ghezzi einen auf ungeschminkten KISS Demon Gene Simmons machte und seine Zunge öfters zeigte, an den Tasten aber verdammt gut war. Flavio Mezzodi auf dem Hocker trieb alles vor sich zur Schlachtbank her. Und fertig ist der kraft- und druckvolle Sound von GOTTHARD der falls es mal sein sollte und das gleichnamige Bergmassiv zum Einsturz kommt dafür verantwortlich sein könnten. Der Y&T Drummer kam mal vor die Bühne und shakerte mit Leo rum, zudem interagierte Leo sehr oft mit der linken Seite. Nic schnappte sich auch mal eine Gitarre wenn es der Song erforderte. Die Songauswahl des Accusticmedleys wurde von einer Dame aus dem Publikum ausgewählt. Das Medley wurde nur von der Akustischen und Tasten begleitet. Während des Drumsolos setzte sich Leo neben einen Zuschauer in eine der Logen. Bei „Lift U Up“ ließ sich Nic auf den Schultern eines Crewmitgliedes durchs Publikum tragen, dies zeigte das die Band keinerlei Berührungsängste besitzen oder Leutescheu sind und so ihre Verbundenheit mit ihren Fans zeigten. Ein verdammt starkes Konzert das GOTTHARD am Vatertag in München spielten und sich auf einen sehr hohem Niveau zeigten das ihren über 30-jährigen Erfolg bestätigte. Man darf gespannt sein was das nächste GOTTHARD Album mitbringt, da GOTTHARD für Beständigkeit stehen wird es wahrscheinlich genau das sein was jeder von der Band erwartet, Riff geschwängerter und grooviger Hard Rock sein.

www.facebook.com/Gotthard

Setlist

AI & I
Thunder & Lightning
All We Are
Stay With Me
Remember It’s Me
Mountain Mama
Every Time I Die
Accoustic Jam (Let It Rain, Let It Be, Fallen)
Burning Bridges
Anytime Anywhere
Boom Boom
Top Of The World
Rusty Rose
Heaven
Feel What I Feel
Lift U Up
One Life, One Soul
Hush
Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber

INGLORIOUS – V

Trackliste:

01. Testify
02. Eat You Alive
03. Devil Inside
04. Say What You Wanna Say
05. Believe
06. Stand
07. In Your Eyes
08. Silent
09. End Of The Road
10. Power Of Truth

 

Spielzeit: 39:09 min – Genre: Hard Rock – Label: Frontiers Music Srl – VÖ: 06.06.2025 – Page: www.facebook.com/weareinglorious

 

Bevor wir zur ziemlich expliziten Lobeshymne auf die neue Platte von INGLORIOUS kommen, haben wir kurz Spaß mit ihren Albumtiteln. Debütalbum: „Inglorious“. Zweites Album: „Inglorious 2“. Man kann demnach nun als Nachfolgeralbum „Inglorious 3“, „Inglorious – Die Rückkehr“, „Inglorious in Space“ oder „Inglorious – Tokyo Drift“ erwarten, bekommt aber „Ride To Nowhere“ (ach dahin geht also die Ride), gefolgt von „We Will Ride“ (Nein, Ihr seid bereits geridet, to Nowhere nämlich, erinnert Ihr Euch?).
Und jetzt kommt Album Nr. 5 namens – Trommelwirbel – „V“. Das ist nämlich eine lateinische 5, hat noch niemand so gemacht. Spaß. Laut den Metal Archives bereits 989 Bands alleine in härteren Genres.
Kritik Ende, Junge Junge, das ist mal ein gutes „V“ geworden! Der Sound ist, wie so häufig bei Frontiers, sehr gut, saftig, voll und breit. Dazu kommen Vocals von Nathan James, für die so manche Hard-Rock-Band ihre letzte Cowbell geben würde, und den man nicht zuletzt schon bei dicken Musicalproduktionen und TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA bestaunen konnte. Dazu unter anderem Richard Shaw an der Gitarre. Ja, der Richard Shaw von CRADLE OF FILTH. Merkt man aber nicht, außer an der Qualität seines Spiels.
Wer jetzt Frontiers und Hard Rock liest, mag sich fragen: Ist „V“ sehr radiokompatibel? Nein. Das Ding ist kein AOR, nicht weichgespült, braucht auch nicht bei jedem Song einen eingängig-poppigeren Chorus. „V“ packt die guten Riffs aus, knallt und entertaint über seine kurze Laufzeit durchgängig, in hochprofessionellem Gewand. Also wirklich auf einem Level, wo nicht eine Sekunde lang der unangenehme „Oh, das war gerade irgendwie komisch“-Gedanke aufkommt.
So richtig krass wird es – und bleibt es – ab Track 4. „Say What You Wanna Say“ treibt, hat ’nen coolen Vocalfilter in der Strophe und einen eingängigen Chorus, und geht „Believe“ voran, der als einziger Song über V Minuten der längste Song auf „V“ und eine richtig fette Ballade ist. Darauf dann mit „Stand“ das exakte Gegenteil: der kürzeste Track auf „V“, der absolut keine fette Ballade ist; dann ein übelst starker Chorus (und Einstieg in selbigen“ bei „In Your Eyes“ und so wechselbar und hochqualitativ geht’s weiter. Merkt sich ja irgendwann eh keiner mehr beim Lesen.
Kritik an der Musik: eigentlich nicht. Ist halt einfach gut, das Album.

Fazit:
„V“ ist purer vielseitiger Hard Rock, stark gemacht und mit Kreativität, nach allen Regeln der Kunst. Den Rock-Garage-Leser, der das Teil mit „Joah, war jetzt nicht so meins“ beurteilt, möge man mir noch zeigen.

Anspieltipps:
„In Your Eyes“, „Believe“, „Silent“ und „Stand“, aber eigentlich auch der Rest der Songs

Jannis

FLIGHT OF ICARUS – Terra Nova

Trackliste:

01. Icarus Rise
02. Terra Nova
03. Lost Highway
04. To The Sun (And Back Again)
05. Through Space And Time
06. Deus
07. God Bless
08. War Cry
09. Nangilima
10. Liberi
11. Flight Of Icarus (Iron Maiden Cover)

Spielzeit: 46:57 min – Genre: Pop Metal – Label: Battlegod Productions – VÖ: 13.06.2025 – Page: www.facebook.com/flightoficarusband

 

Manchmal passieren doch kleine Wunder. Da ist man ein Schwede namens Oskar Frantzén, hat mal in Undergroundbands wie MIASMIC THEORY und THE DELIVERANCE gespielt, sucht nun nach wem, der Gesang für sein neues Pop/Rock/Metal-Projekt übernehmen kann – und wird fündig in der besten Freundin der Ehefrau.
Sieben Jahre später releast man als FLIGHT OF ICARUS bereits das dritte Album namens „Terra Nova“, und das ist auf jeden Fall was Besonderes.
Soundtechnisch gut gemischt, wäre aber noch ein bisschen was drin gewesen. Ein bisschen Definiertheit, kleine Details wie minimal weniger herausstechende Vocals etc., aber jut, wie gesagt, der Sound ist ja in Ordnung.
Die Vocals von Sängerin Und Ehefrau-Freundin Elisabeth sind absolut korrekt, recht poppig und gerade heraus. Und damit sind sie sehr geeignet für das, was FLIGHT OF ICARUS nun machen. Und das ist sehr poppiger (Hard) Rock mit kleinen Metal-Einflüssen, durchweg klanglich sehr positiv, oft mit feierlich groß wirkenden optimistischen Melodien. Gute Vibes, bisschen Gänsehaut, schön. Und mit einem deftigen Einstieg. „Terra Nova“, der erste Song (nach dem Intro), kommt als ernster Midtempo-Track mit geilem Lead-Synth-Motiv, getragenen Melodien, tollem Wechselspiel zwischen Gesangs- und Synth-Melodie und ein wenig Eskalation zum Ende hin und ist ein echter Brecher. „Lost Highway“ geht anschließend in die poppigere Richtung, mit schönen Sounds, beschwingter, nicht harter Strophe, schön geschriebenem Chorus, ebenfalls sehr edel. Und in der Art von „Lost Highway“ geht es dann auch weiter. Oftmals ziemlich genau so, mal ein bisschen „härter“, mal ein bisschen bis ziemlich viel softer („Through Space And Time“ ist einfach eine Schlagerballade und mir persönlich echt eine Nummer zu drüber), mit malerisch-verträumten Melodien und Harmoniewendungen und großen Emotionen, die sich öfters dann doch ziemlich ähneln.
Was die Bedienung der Instrumente angeht, ist „Terra Nova“ vergleichsweise basic gehalten. Ein paar Details in Drums oder Gitarren hätten der Sache noch einen zusätzlichen Qualitätspush geben können. Und die Synths schwanken zwischen cool und etwas billig, lassen hier und dort ebenfalls etwas an Details im Sounddesign vermissen.
Das ist alles nicht besonders tragisch, denn man hört „Terra Nova“ wirklich oft an, wie viel Euphorie in die ganze Sache geflossen ist. Das Ding ist über weite Teile atmosphärisch dicht, hat seine eigene Vision und kann die auch rüberbringen.
Es gibt Alben, die sind nicht perfekt, weil sie handwerklich zwar makellos sind, dabei aber inhaltlich und charakterlich nichts zu bieten haben. „Terra Nova“ hat das allemal, ist eben handwerklich nicht makellos. Und so rum ist es doch wesentlich besser.

Fazit:
Rock-Fundament, dicker Haufen Synthesizer-Zuckerguss und ganz viel schöne Melodien. „Terra Nova“ ist ein Album, bei dem sich beim Hören Eure Kutte im Kleiderschrank auflösen wird, und es wird okay für Euch sein.

Anspieltipps:
„Terra Nova“, „Lost Highway“ und „Nangilima“

Jannis

MARTY AND THE BAD PUNCH – Marty And The Bad Punch

Trackliste:

01. The Time Is Now
02. Keep Pushin‘ On
03. Dream In The Dark
04. Have Faith
05. Heart Attack
06. Deadwood
07. In Deep Water
08. Don’t Bother Me
09. The Little Things
10. Streets Of Belfast

 

Spielzeit: 51:03 min – Genre: Classic Hard Rock – Label: Enghard Media / Bad Punch Records – VÖ: 14.03.2025 – Page: www.facebook.com/martyandthebadpunch

 

Als ich am 01. Mai vor dem RUSS BALLARD Konzert in München an der Abendkasse anstand kam ich mit einem jünger aussehenden Mann ins Gespräch. Im Laufe des Gespräches kam auf das es sich um MARTY PUNCH von MARTY AND THE BAD PUNCH handelt und er gerade vorher ein Interview mit Herrn BALLARD gemacht hatte. Als sich aufgeklärt hat das ich als Redakteur für Magazine arbeite verriet mir MARTY das er Mitte März sein drittes Album veröffentlicht hat. Also fragte er mich ob ich nicht Lust hätte eine Rezi über das gleichnamige Album schreiben wolle, ich sagte natürlich zu und so bin ich bei MARTY und seiner Truppe die aus einigen Namhaften Musikern besteht gelandet.

MARTY ist ein Gitarrist und Songschreiber aus meiner Landeshauptstadt München, und zeichnet sich für die Songs und das Gitarrenspiel auf diesem Album aus, unterstützt wurde er auf dem Album von Dan Byrne am Mikro, Tommy Denander an Gitarre und Keyboards, Tony Franklin an Bass und Josh Devine am Schlagzeug. Keine wirklich unbekannten Namen die MARTY für sich gewinnen konnte, Live ist der Gitarrenhero Frank Panè mit an Board. Diese Namen sprechen eine deutliche Sprache und die hört auf Erfolg. Kleine Erfolge konnte er schon mit Preisen einheimsen, wenn ich mir die Mucke so anhöre auch zu Recht. Das was MARTY da auf dem dritten Album am Start hat ist feine Rock Mucke. Ich muss zu meiner Schande zugeben das mir der Name vorher zwar bekannt war aber ich MARTY und seine Musik irgendwie nicht auf dem Radar hatte. Aber wie der Zufall einem so oft in die Quere kommt so musste ich am 01. Mai einfach mit MARTY ins Gespräch kommen, für beide Seiten ein Gewinn, ich schreibe eine Rezi über das Album und ich lerne die Musik eines talentierten Musikers und Songwriters kennen.

Dan hat eine sehr feine und gefühlvolle Stimme die trotz der höheren Lage auch nach längerem Hören nicht nervig wird, in etwa so wie die von Richard Andemyr von RIAN ohne den Dreck in der Stimme oder Sebastian Ross von MISS BEHAVIOUR und kann dabei überzeugen. Die beiden Gitarristen feuern im Dienst der Songs ihre Riffs ab ohne dabei zu aufdringlich oder dezent zu wirken. Irgendwie in einer richtigen Dosis die gefallen findet und dabei voll und ganz im Sinne der Songs sind ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Der Bass von Tony versteckt sich nicht im Hintergrund, sondern macht sehr deutlich auf sich aufmerksam. Die Tastenabteilung ist im 80er Jahre Stil oder auch mal als Piano ausgeführt, dass ohne auch nur einmal zu verspielt oder als KlimBim zu wirken. Die Drums gehen voll auf die Zwöif und können dementsprechend ihre Wirkung voll entfalten. Die Produktion hört sich amtlich und mit Druck an, einzig die Becken erscheinen mir ein wenig kraftlos, ansonsten ist alles im grünen Bereich.

Der Sound bewegt sich auf einer Gratwanderung zwischen Classic und Hard Rock ohne dabei in eines der beiden Genres abzudriften, die Beschreibung als Classic Hard Rock trifft es wohl am besten. Ich bin mal gespannt wie sich die Songs Live auf der Bühne machen wenn die Gang mal für eine Show in meiner Gegend vorbei kommt. Vergleichen kann man mit vielen ich wage jetzt mal vorsichtig eine Mixtur aus europäische THE BRANDOS, THIN LIZZY, WHITESNAKE, BAD COMPANY, AFTER HOURS, AIRKRAFT, STAGE DOLLS, GARY MOORE (pre Blues Phase) und ein wenig TRIUMPH. Nur um einen groben Anhaltspunkt zu setzten wer auf die erwähnten Bands kann wird mit MARTY AND THE BAD PUNCH sehr schnell warm und glücklich werden. Trotz der Vergleiche beweisen die Songs einen roten Faden der sich durch alle Songs zieht und der besteht aus feinsten Melodien und deren Umsetzung für die Aufnahmen. Irgendwie habe ich das Gefühl als wenn MARTY und mein Schweizer Kumpel BEN SOLLBERGER das selbe Feeling für Songs besitzen, immerhin sind die Beiden fast im selben Alter.

Balle vergibt hier das Prädikat besonders hörbar und eingängig. Wer einen talentierten Musiker im mittleren Alter unterstützen möchte einfach mal rein hören ob es ein Match ist. MARTY wenn die Tendenz so weiter geht dann freue ich mich schon auf dein nächstes Album. Schon alleine „Deadwood“ spricht für das gesamte Album obwohl das den Super-Hit auf dem Album darstellt – die Hinzunahme der Panflöte setzt einen extra geilen Kontrastpunkt der voll ins Schwarze trifft. Die Verneigung vor PHIL LYNOTT „Streets Of Belfast“ ist der zweite Hit der in den 80ern als es in Irland noch rundging auch eine Fiedens-Hymne ala „Sunday Bloody Sunday“ von U2 oder „Out In The Fields“ von GARY MOORE und PHIL LYNOTT hätte werden können. Wo nimmt MARTY nur diese Ideen her.

„The Time Is Now“ zeigt straight die Richtung an auf die man sich die nächsten 51 Minuten einstellen kann – ein flotter und cooler Rocker, „Keep Pushin‘ On“ geht voll in die Classic Schiene ohne dabei zu weit zurück zu blicken. „Dream In The Dark“ kommt mit geiler Melodie die sofort ins Ohr geht und da nicht mehr rauskommt, „Have Faith“ eine Ballade die diese Bezeichnung auch verdient und ihren Charme ausübt. „Heart Attack“ ein Rocker der durch die Gitarren überzeugt, „Deadwood“ lebt von Dans Stimme und der Melodieführung, die Flöte am Anfang hat ihren Reiz – in den 80ern hätte das eine Erfolgs-Single sein können. „In Deep Water“ kommt mit einer guten Portion Drama und leichtem westcoastigem Südstaaten Feeling aus der Ecke, „Don’t Bother Me“ erinnert mich an die STAGE DOLLS – das liegt nicht am Songtitel. „The Little Things“ ein weiterer Rocker der Potential besitzt, „Streets Of Belfast“ hier kann man das Gleiche wie bei „Deadwood“ anwenden, der Song hat einfach Gefühl, keltischen Klängen und ist ein glatte 11 aus 10!

Balle