ARION – Life Is Not Beautiful

Band: Arion
Album: Life Is Not Beautiful
Spielzeit: 53:32 min.
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 19.10.2018
Homepage: www.facebook.com/OfficialArion

Es ist mal wieder Zeit für etwas NWoMPM (New Wave of Melodic Power Metal). Das bedeutet: fett produzierte, hochmelodische Mucke mit vielen modernen Synths und einer gewissen Radiotauglichkeit. Das ganze aus Finnland. Klingt schmackhaft? Ist es auch. ARION haben sich seit 2013 als junge Nachwuchshoffnung mit ordentlich Potenzial in ihrem Heimatland (und Japan natürlich) bereits einen gewissen Namen erspielt und sind nun bereit für die internationale Aufmerksamkeit. Und die kommt mit dem Stil der in Helsinki gegründeten Kapelle zur Zeit praktisch von alleine, vorausgesetzt, man weiß in ihm auch ansprechende Songs umzusetzen.
Um die Spannung noch zu erhöhen, erstmal die Basics. “Life Is Not Beautiful”s Produktion fällt erwartungsgemäß bombastisch druckvoll aus, ohne großartige Ecken und Kanten, dafür absolut zeitgemäß fett. Einziger Schwachpunkt ist die Produktion der Vocals, die wesentlich mehr Tiefe hätten vertragen können. Gut, das scheint Absicht zu sein, man gewöhnt sich auch mit der Zeit daran, ein authentischerer Klang der Stimme von Fronter Lassi Vääränen hätte jedoch mit Sicherheit nicht geschadet. Singen kann der Mann.
Was hat die Platte nun an Songs zu bieten? Nun, es gibt drei Bonustracks, neu aufgenommene Versionen alter Songs, die für ARION-Neulinge sehr interessant sein dürften, geben sie doch einen Einblick in vergangene Alben der Band, die wesentlich präsentere STRATOVARIUS-, NIGHTWISH-, EPICA- und SYMPHONY-X-Vibes transportieren. Des weiteren sind von neun regulären Tracks zwei Stück, “Through Your Falling Tears” und “Last One Falls”, Balladen. ARION erinnern mit ihrem recht poppigen und keyboardreichen Power Metal häufiger mal an eine symphonischere Variante von BATTLE BEAST und haben sich von ihren Kollegen scheinbar auch die Unsitte abgeschaut, auf einem nicht besonders langen Album direkt zwei poppig-emotional-schmalzige Balladen unterzubringen. Hätte man sich sparen können. Dafür geht der Rest umso klarer. ARION haben ein Faible und ein Händchen für geile eingängige Refrains, gerne episch-dramatisch mit einem cheesy Turn. Kombiniert mit einer gelungenen Mischung aus orchestralen und modernen non-orchestralen Synthesizern ergibt dies Instant-Hits wie “No One Stands In My Way”, “The Last Sacrifice” und “Unforgivable”. Bei “Punish You” wird es zwischenzeitlich etwas böser, die kleinen Thrash- und Core-Einflüsse darin machen sich gut. Und “Life Is Not Beautiful” überzeugt als längster Song mit SCAR-SYMMETRY-Start, düsterer Grundstimmung und einem sehr vielseitigen Mittelteil. Plus, obligatorisch, ein starker Refrain.

Anspieltipps:
“No One Stands In My Way”, “The Last Sacrifice”, “Unforgivable” und “Punish You”

Fazit:
Was man “Life Is Not Beautiful” wirklich ankreiden kann, ist seine Zusammensetzung. Klar, das Ding ist 53 Minuten lang, aber davon sind achteinhalb Balladenschmonz, zwei das Intro und 14 Bonustracks. Bleiben 28 Minuten, in denen es zur Sache geht, mit Songs, die man nicht bereits von vorherigen Alben kennt. Dann wiederum: Wer auf modernen Melodic Metal mit dicker Produktion, eingängigen Melodien und vielen Synths steht, bekommt 28 Minuten Content genau nach seinem Geschmack und dazu 23 Minuten Bonusgedöns, von denen 14 für ARION-Einsteiger ebenfalls interessant sein dürften. Daher ein wenig Abzug für die grausamen Balladen (aber soll ja auch Leute geben, die diese Art von Balladen mögen), ein wenig Bonus für die Qualität des restlichen Materials. Macht letztendlich…

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The End Of The Fall
02. No One Stands In My Way
03. At The Break Of Dawn (Feat. Elize Ryd)
04. The Last Sacrifice
05. Through Your Falling Tears
06. Unforgivable
07. Punish You
08. Life Is Not Beautiful
09. Last One Falls
10. Last Of Us (Re-Recorded)
11. Seven (Re-Recorded)
12. I Am The Storm (Re-Recorded)

Jannis

HEAVEN`S TRAIL – Lethal Mind

Band: Heaven`s Trail
Album: Lethal Mind
Spielzeit: 51:15 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 26.10.2018
Homepage: /

Still und heimlich kommt der Ex JADED HEART Gitarrist Barish Kepic mit dem Debütalbum „Lethal Mind“ seiner neuen Truppe HEAVEN`S TRAIL um die Ecke!
Seit seinem Ausstieg bei JADED HEART war Barish größtenteils als Songschreiber und Produzent tätig, beides hat er auch nun wieder für sich gemacht und 11 Songs reinstem Melodic Metal zusammengeschraubt.
Musikalisch unterstützt wird er dabei unter anderem von zwei alten Weggefährten, nämlich Basser Michael Müller (JADED HEART) und Sänger Rick Altzi (MASTERPLAN). Dazu kommt noch Schlagzeuger Kevin Kott der ebenfalls noch bei MASTERPLAN aktiv ist.
Von den beteiligten Musikern her ist also alles angerichtet für ein wahres Melodic Metalfest, horchen wir daher doch direkt mal in den Opener und Titeltrack „Lethal Mind“ rein um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen. Mit sanften Klavierklängen geht’s los bevor es mit der Ruhe vorbei ist und knallharte und brachiale Gitarrenriffs sowie das kraftvolle Doublebass Drumming einsetzen die den Song ordentlich nach vorne treiben. Sänger Rick singt nach wie vor absolut erstklassig und ist bestens bei Stimme. Mit einem gepflegt eingängigen Chorus bleibt der Track ohne Probleme haften, ein absolut überzeugender Auftakt!
Das anschließende „Too Late“ ist dann ebenfalls ein geniales eingängiges Stück Melodic Metal geworden welches ganz klar die JADED HEART Handschrift von Barish trägt.
Bei „Changes“ nimmt man dann etwas den Fuß vom Gas, büßt aber auf keinen Fall an Eingängigkeit und Qualität ein. So langsam steigt der Erwartungsdruck bei bislang nur Hits.
Dieser wird auch in der Folge absolut hochgehalten, mit dem genialen „Carousel“ hat man anschließend direkt den nächsten Überhit im Gepäck und mit dem trägen, extrem groovenden „Feed my Soul“ und „The Flame“ im Mittelteil bleibt man dem eingeschlagenen hohen Qualitätsniveau absolut treu!
Und was soll ich groß sagen, auch im weiteren Verlauf der Platte gibt es nicht einen schlechten Track zu verzeichnen. Alles ist auf einem extrem hohen Niveau und begeistert direkt zu Beginn.
Mit dem abwechslungsreichen „Walking in the Shadows“ und dem krachenden „Voodoo“ hat man im letzten Teil nochmal zwei absolute Hits im Gepäck.

Anspieltipps:

„Lethal Mind“, „Too Late“, „Changes“, „Carousel“ und „Walking in the Shadows“ ballern euch den Staub aus den Boxen.

Fazit :

Eigentlich war ja gar nicht anderes zu erwarten als das bei den beteiligten Musikern von HEAVEN`S TRAIL nur erstklassiger Melodic Metal herauskommen kann. Und so ist es dann auch! Hit reiht sich hier an Hit und man ist ganz klar im Fahrwasser der Bands der beteiligten Musiker unterwegs.
Von daher kann man den Fans dieser Bands und des Genres diese „neue“ Band nur ans Herz legen. Ein spätes Highlight in diesem Jahr!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Lethal Mind
02. Too Late
03. Changes
04. Carousel
05. Feed my Soul
06. On the Rise
07. The Flame
08. Walking in the Shadows
09. Voodoo
10. King of Pain
11. Simplefied

Julian

AXXIS – Monster Hero

Band: Axxis
Album: Monster Hero
Spielzeit: 48:16 min
Stilrichtung: Metal
Plattenfirma: Phontraxx Publishing
Veröffentlichung: 05.10.2018
Homepage: www.axxis.de

Über 30 Jahre im Geschäft und kein bisschen leiser! Diese Beschreibung passt wie die Faust aufs Auge auf die Jungs von AXXIS die uns dieser Tage mit ihrem neuen Album „Monster Hero“ beglücken.
Auf diesem verarbeiten die Jungs rund um die beiden Masterminds Bernhard Weiß und Harry Oellers die aktuellen Themen der Welt rund um die neuen Technologien, politische Themen oder Verschwörungstheorien.
Dies alles packt die Band in erdige Rock und Metalsongs die allesamt aber nicht düster, sondern mitreißend daher kommen. Das Leben ist ja schließlich ernst genug!
Zum ersten Mal spielte dieses Mal Keyboarder Harry Oellers alle Gitarren direkt selbst ein, da man so im Schreib und Aufnahmefluss war und diesen nicht unterbrechen wollte. Somit sind Weiß und Oellers dieses Mal zum größten Teil gemeinsam für die Marschrichtung auf dem neuen Album verantwortlich.
Soweit zu den Randnotizen, steigen wir nun direkt mit dem Opener und Titleltrack „Monster Hero“ ins neue Album ein. Ein flotter, recht harter Midtemposong ist das Ganze geworden welcher sich direkt und ohne Umwege festsetzt und somit auch auf unsere Hitliste wandert.
Die Eingängigkeit bleibt dann auch in den folgenden Songs unser stätiger Begleiter, ganz so wie man es eigentlich von den Jungs von AXXIS gewohnt ist.
Da hätten wir „Living as Outlaws“, „Rock is my Religion“, „Glory of the Brave“ und „Make me Fight“ die sich ohne Probleme direkt festsetzen.
Das ist ja fast schon die halbe Platte mag jetzt mancher denken, korrekt! Bislang tischen AXXIS hier nämlich ganz fett auf und greifen ohne Ausnahme nur ins obere Qualitätsregal!
Das nächste absolute Highlight ist dann „We are Seven“, welches ebenfalls direkt auf unsere Hitliste wandert.
Die Songs dazwischen sind aber wahrlich auch nicht von schlechten Eltern und von Totalausfällen meilenweit entfernt! D.h. die Qualität bleibt durchgehend hoch.
Das bleibt dann auch im letzten Drittel so, wobei hier das knackige mit Stadionfeeling gewürzte „All i want is rock“ etwas hervorsticht.

Anspieltipps:

„Monster Hero“, „Living as Outlaws“, „Rock is my Religion“, „We are Seven” und “All I want is rock”.

Fazit :

Tja, ihr merkt schon wirklich viel zu meckern gibt es nicht beim neuen Album der Jungs von AXXIS! Man ist mega eingängig und stark unterwegs, zeigt kaum Abnutzungserscheinungen und hat mit Sicherheit eines der stärksten Alben der letzten Zeit hier am Start.
Fans dürften hier rundum zufrieden gestellt werden, daher gibt es eine absolute Kaufempfehlung für die angesprochenen Zielgruppen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Monster Hero
02. Living as Outlaws
03. Rock is my Religion
04. Love is gonna get you killed
05. Glory of the Brave
06. Make me Fight
07. Gonna be tough
08. Firebird
09. We are Seven
10. Give me good Times
11. All I want is rock
12. The Tragedy of Mr. Smith

Julian

DYNAZTY – Firesign

Band: Dynazty
Album: Firesign
Spielzeit: 49:36 min.
Stilrichtung: Modern Melodic Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 28.09.2018
Homepage: www.dynazty.com

Die Schweden von DYNAZTY sind wieder da. Im Gepäck: ihr sechstes Werk “Firesign”, Nachfolger des 2016er Releases “Titanic Mass” und das Album, das zwangsläufig erscheinen muss, wenn vorher bei Ikea alle Synthesizer 40% reduziert waren. Innerhalb von elf Jahren Bandgeschichte haben sich die fünf Stockholmer bereits einen respektablen Namen und die damit einhergehende Fangemeinde erspielt und somit die Gelegenheit gehabt, ihren Sound von Größen wie Jonas Kjellgren (Ex-Gitarrist von SCAR SYMMETRY, Mastering bei AMORPHIS, IMMORTAL und anderen) und Peter Tägtgren (kennt man) polieren zu lassen. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß einwandfrei produziert – einwandfrei produzierter moderner Melodic Metal, sehr melodieorientiert, oft cheesy und angereichert mit zahlreichen Synth-Spielereien. An der Bandleistung gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Die Instrumente sitzen, Sänger Nils Molin überzeugt mit einer klaren Power-Metal-kompatiblen Stimme, die den elf Tracks auf „Firesign“ dienlich ist, auch in hohen Sphären funktioniert und durchaus Charakter hat.
Mit den Songs ist das hingegen so eine Sache. Der typische DYNAZTY-Song funktioniert folgendermaßen: Auf ein Synth-Arpeggio-Intro folgt der fett klingende Einstieg der Band, ab dem feststeht, dass die Synthesizer aus dem Songintro nun das komplette Lied unterlegen werden. Plus ein paar mehr Synthesizer. Anschließend die erste Strophe, die bis zum Anfang ihrer zweiten Hälfte im tyischen STRATOVARIUS-Klischeestyle gitarrenfrei gehalten ist. Im anschließenden Prechorus werden dann die Melodien etwas aufgefröhlicht, bevor ein dicker Refrain mit großer Melodie, die sich manchmal ins Ohr zu graben vermag, aufgefahren wird. Dann wieder Strophe, Prechorus, Chorus, ein semispektakulärer Mittelteil und zu guter Letzt noch zwei- oder dreimal der Chorus, das letzte Mal in einer anderen Tonlage.
Bei einigen Songs ist der Discofaktor etwas höher („My Darkest Hour“ oder „Let Me Dream Forever“), bei einigen wird’s etwas böser („Starfall“) oder dramatisch-melancholischer („Closing Doors“) und ab und an bringt man kleine neoklassisch („The Grey“) oder folkig-piratig anmutende („Ascension“) Motive mit ins Spiel. Ach ja, oder man zieht sich die Keyboards von RAMMSTEIN, wie im Falle von „Firesign“ (original: „Du hast“) geschehen. Das Ganze wirkt oft doch sehr poppig, einigermaßen glattgelutscht und ist vergleichbar mit DRAGONFORCE, wenn man ihnen THC ins Speed mischen würde.
Versteht das nicht falsch: „Firesign“ wird jedem Freund von modernem Melodic Metal mit einer guten Portion delikat gewählter Synthesizer Spaß machen, jedenfalls die einzelnen Lieder für sich. Über die Dauer eines kompletten Albums stellen sich bei DYNAZTYs Konzept jedoch gewisse Ermüdungserscheinungen ein, denn bei derart ähnlichen Songstrukturen kommt schon beim fünfen Track das Gefühl auf, man habe ihn auf „Firesign“ schon einmal gehört. Und so fett die Melodien auch sein mögen, die die Jungs gerade in ihren Refrains auffahren: Die ganz großen Knaller, die sich über Stunden ins Hirn zu brennen vermögen, sind nicht dabei. Die Scheibe ist letztendlich doch eher ein spaßig-poppiges Partymetalalbum ohne viel Tiefgang.

Anspieltipps:
„My Darkest Hour“, „The Light Inside The Tunnel“, „Let Me Dream Forever“ und „The Grey“

Fazit:
„Firesign“ ist ein wenig das Guinness unter den Power-Metal-Alben; schön dick und mild, aber nichts, womit man ein herbes Pils auf Dauer ersetzen könnte. Ist aber nicht schlimm, denn als fett produziertes melodisches Metalalbum wird es vielen von Euch doch ein paar schöne Stunden bescheren können. Hört mal rein!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Breathe With Me
02. The Grey
03. In The Arms Of A Devil
04. My Darkest Hour
05. Ascension
06. Firesign
07. Closing Doors
08. Follow Me
09. Let Me Dream Forever
10. Starfall
11. The Light Inside The Tunnel

Jannis

HOPELEZZ – Stories Of A War Long Forgotten

Band: Hopelezz
Album: Stories Of A War Long Forgotten
Spielzeit: 51:45 min
Stilrichtung: Modern Metal, Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.08.2018
Homepage: www.hopelezz.de

Es ist schon sehr mutig, mit dem gerade mal dritten Studioalbum gleich ein Konzeptalbum rauszuhauen. Konzeptalben sind häufig eine sehr schwierige Sache und ebenso häufig geht die Musik einfach im Konzept unter. Und sehr häufig will man einfach nur noch weinen. Aber nicht bei diesem Werk. HOPELEZZ haben hier einiges komplett richtig gemacht. Mit ihrem neuen Werk „Stories Of A War Long Forgotten” geht das Quartett aus Wuppertal (Achtung: Schlechtes Wortspiel) definitiv nicht über die Wupper. Einiges ist vielleicht noch nicht ganz so ausgefeilt, aber für die erst dritte Scheibe – und das dann gleich als Konzeptalbum – ist den Jungs ein wirklich gutes Werk gelungen. Und mittlerweile scheint es auch, als ob HOPELEZZ nach ihrer Gründung 2008 so langsam ihren eigenen Stil finden, trotz der deutlichen Anleihen an MACHINE HEAD oder TRIVIUM. Der zweifache Emergenza-Bandcontest-Sieger ist auf einem guten Weg nach oben. Das zeigt sich auch als Support für Bands wie EKTOMORF, SOULFLY, WALLS OF JERICHO oder auch SIX FEET UNDER.

Inhaltlich beschäftigt sich „Stories Of A War Long Forgotten“ – wie der Name schon sagt – mit dem Krieg und zwar mit dem Krieg, der in die Welt entlassen wird um uns für die Sünden büßen zu lassen. Es ist der persönliche Krieg, die Kämpfe des Einzelnen, der Kampf zwischen Himmel und Hölle, der Kampf gegen die Verrohung der Gesellschaft. Das Konzept funktioniert größtenteils auch sehr gut, wobei aber noch ausreichend Luft gelassen wurde.

HOPELEZZ steuern auch gleich zwei deutschsprachige Songs bei, die stellenweise sehr platitüdenhaft sind und etwas mehr sprachliche Finesse vertragen könnten. Dennoch kann der Opener „Ich Bin Krieg“ überzeugen. Mit einschmeichelnder Stimme und leisen Tönen wird eine leicht unheilvoll melancholische Stimmung erzeugt, die sich dann urplötzlich dramatisch und mit kraftvollen Shouts unterlegt in die gefühlte Winternacht ergießt. Der Krieg ist in die Welt gekommen. Musikalisch ein guter Einstieg in das 12 Stücke umfassende Gesamtwerk.

Die nachfolgenden Songs können dann wieder mit Tempo, Härte, brachialen Riffs überzeugen. „War Against War“ oder „The Beast“ zeigen, wo HOPELEZZ hinwollen. Der Mix aus brachialem Metal und eindringlichen Melodien geht sofort ins Ohr und lässt einen nicht stillstehen. So richtig Thrashig wird es allerdings erst mit „Let Their Cities Burn“, allein der Refrain mit Klargesang und eingängiger Melodie unterbricht die thrashigen Strophen. Eine gekonnt gute Mischung. Das anschließende „Through Hell“ lässt einen mit seinem balladesken Einstieg kurz innehalten. Trotz des kraftvollen Gesangs ist der gesamte Song ruhiger, was bei HOPELEZZ aber definitiv nicht langweilig heißt.
Auch eine Coverversion, nämlich BONNIE TYLERs „Holding Out For A Hero“ hat es auf „Stories Of A War Long Forgotten” geschafft. Gut gemacht, aber stilistisch nicht ganz passend. Hier wäre mir ein eigener Song dann doch deutlich lieber gewesen. Den Abschluss nach knapp 50 Minuten bildet wieder ein deutschsprachiges Werk. „Vom Letzten Tag“ schließt die Erzählung der vergessenen Kriege perfekt ab und ist ein würdiger Abschluss für „Stories Of A War Long Forgotten“.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass HOPELEZZ trotz einiger kleiner (aber wirklich sehr kleiner) Schwächen ein doch sehr gutes drittes Album auf den Weg gebracht haben. Vielleicht sogar das Beste in ihrer noch kurzen Karriere. Wer die Jungs bisher noch nicht auf dem Schirm hatte, sollte das schnellstens nachholen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ich Bin Krieg (Intro)
02. War Against War
03. The Beast
04. The Only Way
05. War Long Forgotten
06. Let Their Cities Burn
07. Through Hell
08. What You Deserve
09. A Prayer For Better Days
10. This Must Not Be The End
11. Holding Out For A Hero (Bonnie Tyler Cover)
12. Vom Letzten Tag

Tänski

CRYING STEEL – Stay Steel

Band: Crying Steel
Album: Stay Steel
Spielzeit: 54:26 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 15.06.2018
Homepage: www.facebook.com/CryingSteel

CRYING STEEL? Noch nie von den Jungs gehört! Dabei gibt es die aus Italien stammende Truppe schon seit 1982 und man hat schon eine EP, drei Alben plus ein Box Set veröffentlicht. Naja man kann ja nicht alles kennen.
Dieser Tage kehren die Jungs mit ihrem neuen Album „Stay Steel“ zurück und haben ein ganz interessantes neues Bandmitglied zu verkünden!
Ex TNT und SHY Sänger Tony Mills ist auf dem neuen Album zu hören, was das Ganze natürlich nochmal wesentlich interessanter und einen noch neugieriger macht, schließlich gehört Mr. Mills zu den besten Rock und Metalsängern auf diesem Planeten!
Ob es sich bei dieser Kooperation um eine einmalige Sache handelt oder man sogar länger zusammenarbeiten möchte entzieht sich unserer Kenntnis, aber sei es drum, erfreuen wir uns nun einfach der Mucke und horchen direkt mal in den Opener „Hammerfall“ rein der knackig und kraftvoll loslegt. Tony ist bestens bei Stimme und da hier auch der Chorus perfekt passt haben wir es mit einem klasse Opener zu tun der direkt und ohne Umschweife in die Gehörgänge wandert.
„The Killer Inside“ im Anschluss ist dann eher im Midtempobereich angesiedelt, ist aber ähnlich eingängig wie die Nummer zuvor und kann ebenfalls direkt begeistern!
Ähnliches gilt dann für „Speed of Light“ wobei es auf den Spuren des Openers wandelt und daher auch direkt auf die Hitliste wandert.
Im Anschluss gibt es dann eine kraftvolle Halbballade mit Namen „Born in the Fire“ die auch ohne Umschweife gefällt.
Bislang also nur Hits hier zu verzeichnen, ob das so weitergeht?
Naja nicht ganz, denn der Mittelteil ist erstmal geprägt von, zwar guter, Standardmetalkost, welche dann erst langsam mit „Sail the Brave“ ihr Ende findet und mit „Name oft he Father“ findet man dann wieder zu alter Stärke zurück.
Da auch die beiden letzten Tracks „Warriors“ und „Road to Glory“ eher zu der Kategorie besserer Meltamucke gehören, ist der Abschluss des neuen CRYING STEEL Albums recht ordentlich, wenn da nicht der schwache Mittelteil gewesen wäre….

Anspieltipps:

„Hammerfall“, „Speed of Light“, „Born in the Fire“, „Name of the Father” so wie “Road to Glory”.

Fazit :

Keine Frage mit Tony Mills am Mikro haben die übrigen Jungs von CRYING STEEL einen spitzen Fang gemacht! Aber auch er schafft es nicht komplett das Ruder rumzureißen und die schwächeren Songs, die vor allem im Mittelteil zu suchen sind, komplett auszugleichen.
Insgesamt haben wir hier ein ordentliches, starkes Heavy/Melodic Metalalbum welches sich Anhänger des Genres auf jeden Fall mal genauer anhören sollten!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hammerfall
02. The Killer Inside
03. Speed of Light
04. Born in the Fire
05. Blackout
06. Barricades
07. Raise your Hell
08. Crank it Up
09. Sail the Brave
10. Name of the Father
11. Warriors
12. Road To Glory

Julian

DOKKEN – Return To The East Live 2016

Band: Dokken
Album: Return To The East Live 2016
Spielzeit: /
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 20.04.2018
Homepage: www.dokken.net

Mit „Beast from the East“ legten DOKKEN 1988, auf dem Zenith Ihrer Karriere, eine geile Live-Scheibe vor, die trotz einiger weitere Liveauslesen von den Jungs bisher nicht mehr getoppt werden konnte. Daran wird das nun vorliegende Album „Return To The East Live 2016“ wohl auch nichts grundlegend ändern. Da mir zur Besprechung nur das Album als mp3, nicht aber das Bildmaterial der zusätzlich erhältlichen DVD/Blu-Ray vorliegt, kann ich zum audio-visuellen Erlebnis nichts sagen und muss mich auf die Musik beschränken. Und hier weiss ich wirklich nicht, was ich von dem Package halten soll.

Zur Eröffnung gibt es mit „It’s Another Day“ erstmal einen neuen Studiotrack des Vierers zu begutachten. Der Song ist nicht schlecht, aber wer bitte schön möchte ein Livealbum mit einem Studiosong eröffnen? Da möchte ich mich doch in froher Erwatung ins Geschehen vertiefen – oder geniesst tatsächlich jemand die Songs die vor einem Konzert vom Band laufen? Ich jedenfalls nicht. Und ich habe die Befürchtung, dass diesem durfhaus netten Appetizer nicht viel weiteres neues Material in dieser Formation folgenden wird … Dann geht’s auch direkt in die Livesongs (die im Zuge der 2016 Tour durch Japan aufgenommen wurden) und denen wir mit Vorfreude lauschen. Und hier macht sich schnell Ernüchterung breit. So froh ich als alter Fan der Band auch über die Reunion bin und es einfach ein tolles Erlebnis ist Dokken-Lynch-Pilson-Brown nochmals zusammen zu erleben, so erschreckend zahnlos kommen solche Klassiker wie „Kiss of Death“, „Unchain the Night“ oder „In my Dreams“ aus den Speakern. Wenn man bedenkt, was heutzutage alles an Korrekturen im Nachhinein möglich ist, dann möchte ich wirklich nicht die Originalaufnahmen hören. Was Fronter und Lynch-Nemesis Don Dokken stimmlich abliefert ist (jedenfalls gegen Ende der Show) teilweise schwach („Alone again“ ist fast unhörbar). Und auch spielerisch fehlt weitestgehend das Feuer und der Hunger alter Tage. Wer hier mal „Beast from the East“ daneben laufen lässt, wird „Return To The East Live 2016“ schnell wieder in der Hülle verstauben lassen. Klar, George Lynch feuert immer noch ein geiles Solo nach dem anderen ab und das Rhythmusduo Pilson/Brown ist nach wie vor eines der tightesten, groovenden der Szene. Aber Freude kommt beim Durchhören der Platte nur bedingt auf. Das reissen dann die beiden im Unplugged-Gewand neu aufgedonnerten Neueinspielungen am Ende der Scheibe auch nicht mehr heraus. Schwierig auch der Sound der Live-Tracks, der zwar insgesamt fett und zeitgemäss aus den Boxen kracht, aber z.B. mit den penetrant zischenden Becken der Drums ganz schön auf den Zeiger gehen kann. Ich muss allerdings meinen Hut vor den Background Chören ziehen: wenn die tatsächlich live gesungen sind, dann haben die Jungs in all den Jahren nichts von Ihrem Handwerk verlernt.

Planlos zusammengewürfeltes Beizeuges aus der Auslesegrabbelkiste und ein nur bedingt überzeugender Live-Hauptteil (von gerade mal 11 Songs!) machen aus „Return To The East Live 2016“ eine mehr als zwiespältige Angelegenheit. Die Songs sind durch die Bank weg natürlich immer noch eine Klasse für sich. Stimmlich und konzeptionell wird hier aber Mittelmass geboten, das an die Glanzzeiten der Band nur noch erinnern, diese aber nicht mehr aufleben lassen kann. Für Fans sicherlich interessant, vor allem weil es eine Freude ist George Lynch seine alten Hits shreddern zu hören. Alle anderen sind mit den etablierten Klassikern der Band allerdings besser beraten. Schade.

WERTUNG : (keine Wertung)

Trackliste:

01. It’s Another Day (New Studio Track)
02. Kiss Of Death
03. The Hunter
04. Unchain The Night
05. When Heaven Comes Down
06. Breakin’ The Chains
07. Into The Fire
08. Dream Warriors
09. Tooth And Nail
10. Alone Again (Intro)
11. Alone Again
12. It’s Not Love
13. In My Dreams
14. Heaven Sent (Acoustic Studio Bonus Track)
15. Will The Sun Rise (Acoustic Studio Bonus Track)

Mario

CRYSTAL BALL – Crystallizer

Band: Crystal Ball
Album: Crystallizer
Spielzeit: 37:32 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 27.04.2018
Homepage: www.crystal-ball.ch

Rundes Jubiläum bei den Jungs von CRYSTAL BALL! Mit „Crystallizer“ veröffentlicht man das 10. Album der Bandgeschichte und man möchte hier die Erfolgsgeschichte, die man kontinuierlich seit der Ankunft 2015 des damals neuen Sängers Steven Mageney schreibt, weiterverfolgen und setzt dabei auf das bewährte Bandgefüge inklusive des mittlerweile Haus und Hof Produzenten der Band Stefan Kaufmann (Ex ACEEPT, U.D.O).
Das letzte Album „Deja-Voodoo“ hielt ich zwar für etwas schwächer als der Vorgänger „LifeRider“, aber neue Chance, neues Glück, vielleicht kann man ja jetzt an die damalige Glanztat anknüpfen.
Als Opener begegnet uns gleich der Albumtiteltrack „Crystallizer“. Hier wird direkt fröhlich drauf los gerockt und man macht eigentlich da weiter wo man mit dem letzten Album aufgehört hat! Ein eingängiger Chorus garniert das Ganze so dass der Titeltrack und Opener schon mal sehr gelungen ist.
Das von den tiefer gestimmten Gitarren dominierte „Curtain Call“ im Anschluss geht dann ebenfalls gut ins Ohr wobei es nicht ganz die Klasse des Vorgängers erreicht. Dies trifft dann auch auf „Alive for Evermore“ zu, bevor man mit „S.O.S“ wieder ins oberste Qualitätsregal greift und auch etwas abwechslungsreicher unterwegs ist.
Auch die, den Mittelteil ausfüllenden, Tracks „Crazy in the Night“ und „Gentleman`s Agreement“ sind wahrlich nicht von schlechten Eltern und wandern ebenfalls direkt auf unsere Hitliste.
Es ist hier aber nicht alles Gold was glänzt, ein, zwei Ausreißer gibt es auch und die kommen eigentlich jetzt mit „Let her go with Love“, „Beauty in the Beast“ und auch „Death on holy Ground“. Diese wissen nicht so recht zu überzeugen und zu gefallen.
Dafür sind die beiden letzten Nummern „Dusty Deadly“ und „Symphony of Life“ wieder vom besseren Kaliber und beenden das neue Album dann doch recht zufriedenstellend.

Anspieltipps:

Mit „Crystallizer“, „S.O.S“, „Crazy in the Night“, „Gentleman`s Agreement“ sowie „Symphony of Life“ solltet ihr direkt klarkommen.

Fazit :

Eigentlich könnte ich mein letztes CRYSTAL BALL Fazit hier 1:1 kopieren, denn an das Meisterwerk „Liferider“ kommt man auch hier nicht im Entferntesten ran! Es gibt abermals eine gute Mischung aus richtig guten und Standard Metaltracks und ich denke jeder Fan dürfte hier das vorfinden was er erwartet.
So dass wir schlussendlich wieder bei derselben, ordentlichen, Benotung wie beim letzten Album ankommen!

WERTUNG:

Trackliste:

01. Crystallizer
02. Curtain Call
03. Alive for Evermore
04. S.O.S
05. Crazy in the Night
06. Gentleman`s Agreement
07. Let her go with Love
08. Beauty in the Beast
09. Death on Holy Ground
10. Satisfaction Guaranteed (Digipak Bonus)
11. Exit Wound (Digipak Bonus)
12. Dusty Deadly
13. Symphony of Life

Julian

TEMPERANCE – Of Jupiter and Moons

Band: Temperance
Album: Of Jupiter and Moons
Spielzeit: 46:46 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 20.04.2018
Homepage: www.temperanceband.com

Die italienischen Melodic Metaller von TEMPERANCE entdeckte ich 2014 mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum und war sofort angetan von der musikalischen Mischung der Band.
Vor dem neuen, dritten Album „Of Jupiter and Moons“ hat es aber ordentlich gewackelt im Bandgefüge denn mit Alessia Scolletti und Michele Guaitoli (KALEDON und OVERTURES) hat man gleich zwei neue Stimmen an Bord.
Daher war ich gespannt ob sich der Sound der Band nun verändert hat und wie TEMPERANCE 2018 so klingen.
Das letzte Album „The Earth Embraces us All“ aus dem Jahre 2016 räumte bei uns fast die volle Punktzahl ab, da sind natürlich die Erwartungen groß!
Und mit selbiger starten wir in den Opener „The Last Hope in a World of Hopes“. Als erstes gibt es erstmal eine kleine mehrstimmige Einleitung bevor die Nummer dann so richtig Fahrt aufnimmt und dann in einen absolut schmissigen und eingängigen, mehrstimmigen Chorus mündet!
Apropos Mehrstimmigkeit, die beiden neuen Sänger harmonieren perfekt miteinander und spielen sich die Bälle mit Leichtigkeit zu. Ja es scheint gerade so als ob man sich gegenseitig schön puscht und anschiebt. Ein sehr gelungener Einstieg!
Bei „Broken Promises“ beginnt mal der männliche Sänger Michele zum Einstieg, bevor sich Alessia mit einschaltet und man erneut im Chorus absolut zur Hochform aufläuft! Himmel ist das wieder ein mega eingängiges Stück, wow!
Und natürlich schlägt auch der anschließende Titelsong „Of Jupiter and Moons“ in die gleiche Kerbe und begeistert von vorne bis hinten, da muss man glaube ich kein Prophet sein.
Danach, wen wundert es, macht man eigentlich auch genauso weiter wie bisher, leistet sich eigentlich so gut wie keine Schnitzer und greift bei so Songs wie „
Alive Again“ oder „Way back home“ wieder komplett ins obere Regal.
Zum Abschluss der Scheibe gibt es dann mit “Empires and Men” und “Daruma`s Eyes (Part1) zwei epische Nummer die sich ebenfalls stark und eingängig ins bisherige Songgefüge einreihen und den geneigten Hörer nach verklingen des letzten Tons erstmal sprachlos dasitzen lässt bevor man liebend gerne erneut den Play Knopf betätigt!

Anspieltipps:

Perfektion von Anfang bis Ende, greift hin wo ihr wollt!

Fazit :

Ich hätte es ja nicht für möglich gehalten, aber man bekommt hier nochmal definitiv eine Steigerung zum, schon exzellenten, Vorgänger hin was vermutlich auch an der Hinzunahme eines zweiten Sängers liegt. Das macht das Ganze musikalisch natürlich noch wesentlich breiter und atmosphärischer zum Vorgänger!
Wenn ich die weiblichen Stimmen vergleiche, da denke ich ist man ähnlich stark wie bisher unterwegs. Ich find`s schade um die bisherige Fronterin Chiara, die bislang auch einen wahnsinnig guten Job gemacht hat, aber gut manchmal geht es halt einfach nicht zusammen weiter.
Wie auch immer, Fans der bisherigen Alben müssen hier auf jeden Fall zuschlagen und allen Anhänger von atmosphärisch, dichten Melodic Metal sollten hier auch definitiv auf ihre Kosten kommen! Geile Scheibe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Last Hope in a World of Hopes
02. Broken Promises
03. Of Jupiter and Moons
04. Everything that I am
05. We are Free
06. Alive Again
07. The Art of Believing
08. Way Back Home
09. Empires and Men
10. Daruma`s Eyes (Part 1)

Julian

W.E.T. – Earthrage

Band: W.E.T.
Album: Earthrage
Spielzeit: / min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 23.03.2018
Homepage: www.jeffscottsoto.com

Das Debüt der Frontiers „Supergroup“ W.E.T. ist damals (2009) eingeschlagen wir eine Bombe und steht auch heute noch als wunderbares Zeichen dafür, dass solche zusammengewürfelten Projekte tatsächlich hervorragend funktionieren können (leider gibt es auch genügend Projekte, die diesem inflationären Treiben seinen verdienten schlechten Ruf eingebracht haben). Das zweite Werk der Jungs um den talentierten Vielschreiber und unermüdlichen Fremdkomponisten … schlug in die exakt gleiche Kerbe, konnte das Niveau (meiner bescheidenen Meinung nach) aber nicht ganz halten. Vielleicht war der erste Überraschungseffekt aber auch einfach nicht mehr gegeben und die Erwartungshaltung zu hoch? Nun legen W.E.T. das immer noch heiss erwartete dritte Album vor und eines kann man vorweg wohl schonmal guten Gewissens annehmen: handwerklich stimmt hier alles. Die Musiker sind alle auf einem absoluten Top-Level, die Songs absolut professionel geschrieben und auch was die Produktion anbelangt hat man natürlich nichts anbrennen lassen.

Nun ist natürlich die Frage berechtigt, ob man ein Album wirklich braucht, bei dem man schon vor dem ersten Durchgang genau weiss wie es klingen wird? Denn das ist bei „Earthrage“ definitiv gegeben. Der geneigte Hörer hat ein absolut klares Bild davon wie die Scheibe klingen wird (minimale Veränderungen in Details mal ausgenommen), ja selbst die Hooklines kann man schon während dem ersten Hören sofort mitsingen, denn die beteiligten Musiker haben das Ganze schon so oft in marginal veränderter Form auf CD gebannt, dass wir es hier einfach mit gut gemachter Fliessbandware zu tun haben. Tut mir leid, aber um nichts anderes handelt es sich hierbei. Meckermodus aus. Was bieten W.E.T, auf „Earthrage“? Einen fetten, auf die Glocke hauenden Opener mit „Watch the Fire“, eine Feuerzeugballade aller erster Güte („Elegantly Wasted“) die in den 80ern ein totsicherer Hit gewesen wäre, sowie massenkompatible Stadionrocker inkl. Mitsing-Refrains und die genau richtig dosierte Ansammlung an hook-geschwänderten Power-Pop-Rockern (z.B. „Urgent“ mit angenehm heftigem Riffing) – alles da und genau dort wo man es erwartet. Der Unterschied zur Konkurrenz ist einfach, dass so gut wie niemand das zur Zeit so überzeugend und professional hinbekommt wie W.E.T. Das ist, aufs Neue untermauert von der neuen Platte, ein Fakt der unterm Strich eigentlich jedes Gemaule nebensächlich macht. Ja, das ist alles geplant und durchgestylt, aber, verdammt, es ist auch verdammt geil gemacht.

Also, braucht man eine Scheibe, die haargenau wie die beiden Vorgänger daher kommt und eine Band wie Def Leppard wie wahre Innovations-Genies dastehen lässt unbedingt? Sagen wir mal so, die Jungs sind ja nicht doof und so gut die beiden Vorgänger auch waren, die Halbwertzeit dieser Platten ist durchaus begrenzt – von zeitlosen Klassikern möchte ich da nicht reden und genau deshalb, weil sich der schmackhafte Inhalt so schnell abnutzt, ist eine neue Platte dann doch auch wieder willkommen. Die alte Platte kann man abhaken, die neue bietet dasselbe, in leicht veränderter Form – bis zum nächsten Fix. Wer also mit „W.E.T.“ und „Rise up“ glücklich wurde, dem wird „Earthrage“ ebenfalls freudige Stunden bereiten.

WERTUNG :

 

 

Trackliste:

01. Watch the Fire
02. Burn
03. Kings on Thunder Road
04. Elegantly Wasted
05. Urgent
06. Dangerous
07. Calling out your Name
08. Heart is on the Line
09. I don’t wanna play that Game
10. The burning Pain of Love
11. The never-ending retraceable Dream

Mario