NARNIA – X

Trackliste:

01. Like a Thief in the Night
02. Oceanwide
03. Heaven`s Calling
04. Walk on Water
05. God Under Fire
06. Remedy (SOS)
07. Jerusalem
08. Every Breath
09. The War that Tore the Land – Reprise
10. The Man from Nazareth Pt. 2

 

Spielzeit: 42:41 min – Genre: Melodic Metal – Label: Narnia Songs – VÖ: 29.05.2026 – Page: https://narniatheband.com/

 

Die Melodic Metaller von NARNIA rund um die beiden Masterminds Sänger Cristian Liljegren und Gitarrist CJ Grimmark muss man glaube ich auch niemanden mehr vorstellen! Die Band ist seit über 30 Jahren im Metalkosmos unterwegs, hat mit ihrem christlichen Melodic Metal viele Anhänger und hauen nun ihr zehntes Album mit dem passenden Titel „X“ raus.
Das letzte Album „Ghost Town“ von 2023 war ja mal endlich wieder eines der besseren der Bandhistorie, mal schauen, ob der neue Diskus den Staffelstab aufnehmen kann und auch qualitativ wieder dort anschließen kann.
Der klassische Melodic Metal mit ein paar Neoclassic und Prog Metaleinschüben werden wir bestimmt auch hier wieder finden.

Als Opener tönt uns „Like a Thief in the Night” entgegen der ohne eine große Einleitung direkt zur Sache kommt. Und sofort sind eigentlich alle Trademarks der Band da, Melodic, ein Schuss Neoclassic und auch ein paar Prog Elemente. So macht das den Fan Spaß und der Einstieg ist butterweich und richtig gut.
Der nächste Song hört dann auf den Namen „Ocenwide“ und ist eine ganze Ecke melodischer als der Vorgänger und bleibt auch wegen seines Ohrwurmchorus direkt im Ohr hängen, so muss das sein!
Und das trifft dann auch auf die folgenden „Heaven`s Calling“ sowie „Walk on Water“ eins zu eins zu. Beide sind ein bisschen epischer geraten, erst etwas im Midtempobereich und dann etwas erdiger. Beide aber mit dem bei den Bandfans geliebten christlichen Einschlag und Texten.
Voller Fanservice also hier.
Der Mittelteil wird dann klar von der flotten Doublebass Nummer „Remedy (SOS)“ dominiert. Hier tritt man ordentlich aufs Gaspedal und hat ein paar nette Cinematic Einschübe zu Beginn und tonnenweise Ohrwurmrefrains und Riffs parat.
Wieder epischer und christlicher geht es dann bei „Jerusalem“ zur Sache. Auch die Nummer ist mehr als ordentlich und bietet dem geneigten Bandfan, was er sich wünscht. Hier sind auch die Keys mal sehr präsent im Vordergrund, was eine nette Abwechslung darstellt.
Das flotte „Every Breath“ stellt dann das Bindeglied zu den beiden letzten Tracks „The War that Tore the Land – Reprise” und “The Man from Nazareth Pt. 2” dar wo man noch ein paar Flashbacks an die ersten Bandalben im Gepäck hat die an Songs davon anschließen oder sie weiterführen.
Wobei der erste Song „nur“ ein instrumentales Einleitungsstück zu sein scheint für den überlangen Abschlusssong.

Auf jeden Fall dürfte jeder Die Hard NARNIA Fan mit dem neuen Album absolut fein sein. Die Jungs liefern hier ganz klar Fanservice und bieten der dürstende Fangemeinde das, was sie wollen und lieben.
Im letzten Drittel geht den Jungs zwar etwas die Puste aus, sonst wäre die Benotung auf einem ähnlichen Niveau wie auch der Vorgänger, aber auch so hat man hier wieder einige Hits im Gepäck und von daher ist das Album auf jeden Fall eine Kaufempfehlung für die Band und Genrefans, die mit christlichen Texten kein Problem haben!

Julian

 

 

 

REXORIA – Fallen Dimension

Trackliste:

01. Metallic Rain
02. Awakening
03. Dancing on the Ruins
04. Malleus Maleficarum
05. Running with the Stars
06. Dominion (feat. Mike Andersson)
07. Break the Wave
08. Himalaya
09. Wasted Land
10. Virtual Pain
11. Heart of Sorrow (feat. Johnny Gioeli)

Spielzeit: 43:06 min – Genre: Melodic Metal – Label: Black Lodge Records – VÖ: 08.05.2026 – Page: www.rexoria.com

 

Die female fronted Metalband REXORIA ist ein gern gesehener Gast hier bei uns in der Rock-Garage. Die Band rund um die stimmgewaltige Fronterin Frida Ohlin veröffentlicht dieser Tage ihr neues, viertes Studioalbum „Fallen Dimension“ mit dem sie an die bisherigen sehr ordentlichen Alben anknüpfen möchte.
Erneut beim schwedischen Label Black Lodge Records erscheint das gute Stück und mit an Bord hat man zwei bekannte Gastsänger.
Zum einem Mike Andersson von TUNGSTEN und zum anderen Johnny Gioeli von AXEL RUDI PELL. Das verspricht nochmal zusätzliche Qualität!
Mit mittlerweile über 120 Liveshows auf dem Buckel sowie den letzten positiven Albumbewertungen, auch wenn mir beim letzten eindeutig der Biss fehlte, sollte doch nun endlich der Sprung in die vorderste Front des modern Melodic Metals gelingen, oder?

Als Opener präsentiert man uns „Metallic Rain“ welches mit ein paar Cinematic Einschüben gewürzt ist. Ansonsten geht die Nummer direkt recht heftig in die Vollen. Die Keys sind zwar auch die ganze Zeit über da aber nur als Unterstützung und nicht präsent im Vordergrund.
Die Nummer macht auf jeden Fall was her, auch Sängerin Frida ist hier wesentlich rauer unterwegs, wie wir es bisher gewohnt waren. Ein bombenstarker Einstieg!
Auch „Awakening“ legt mit Volldampf und Bombast los. Man ist hier nicht ganz so rau und heavy wie beim Opener unterwegs, kann aber trotzdem noch genug Härte reinpacken damit die Nummer so richtig Dampf hat. Schön melodisch, mit dem passenden Chorus, ist das Ganze natürlich auch noch. Fett!
Mit einem ordentlichen Groove ausgestattet kann auch „Dancing on the Ruins“ direkt überzeugen bevor es bei „Malleus Maleficarum“ wieder in die typische REXORIA Melodic Metalecke geht, allerdings ist die Nummer vielleicht die schwächste auf dem gesamten Album.
Diesen Ausrutscher bügelt man aber sofort wieder aus indem man mit „Running with the Stars“ sowie „Dominion“, mit einem bestens aufgelegten Gastsänger Mike Andersson von TUNGSTEN, zwei absolute Sahnetracks und Hits folgen lässt!
Aber auch danach lässt die Band nicht locker und hat weitere Ohrbomben im Gepäck.
Denn das mit ordentlich Synthieunterstützung daherkommende und sich voll im BATTLE BEAST Modus befindende „Break the Wave“, die Livegranate „Himalaya”, die auch die SABATON Einflüsse nicht verleugnen kann, sowie der zackige Midtempotrack „Wasted Land“ fallen ebenfalls in diese Kategorie und werden jedem female fronted Melodic Metalfan direkt zusagen!
Und auch bei den beiden letzten Tracks „Virtual Pain“ sowie der langsamen, epischen Powerballade „Heart of Sorrow, welches ein tolles Gesangsduett zwischen Frida und AXEL RUDI PELL Fronter Johnny Gioeli bietet, macht man nicht viel falsch und reiht sich in die bisherigen Hits gut ein.

Ja schau mal an, im Vergleich zu den schon sehr guten vorherigen Alben der Band packt man aber hier nochmal ein paar Schippen drauf, steigert das schon tolle Songwriting, hat dadurch viele Hits im Gepäck, bietet eine kraftvolle Produktion sowie Härte (was ich ja beim letzten Album noch bemängelt hatte) und tolle Gäste die das Album super ergänzen und noch etwas aufwerten!
Aber auch Sängerin Frida muss hier nochmal hervorgehoben werden, geil was die Dame an stimmlicher Entwicklung hinter sich hat und nun richtig Gas gibt.
Ganz klar das bisher stärkste Album der Band und das gibt dementsprechend eine Benotung in unserem Topbereich mit der logischerweise entsprechenden Kaufempfehlung für jeden female fronted Melodic Metal Fan!

Julian

ASSIGNMENT – „With The End Comes Silence“

Trackliste:

01. Fallen
02. Nothing To Say
03. Beyond Recognition
04. Those Words
05. The Tower
06. Selling My Soul
07. Call For Heaven
08. Angel Of Berlin
09. With The End Comes Silence
10. The Curtain Falls
11. Endlessly

Spielzeit: 69:23 min – Genre: Progressive Power Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.assignment-music.com

 

Neues von ASSIGNMENT, einer der Bands aus der Kategorie „Klingt als wäre sie eigentlich bekannt“. Über fünf Jahre sind vergangen, seitdem ich meinen Spaß mit „Reflections“, dem fünften Album der Gütersloher, hatte; werfen wir jetzt also mal ein Ohr auf Album Nr. 6: „With The End Comes Silence“.
Das kommt, wie schon der Vorgänger, mit einem schicken Cover und einer stabilen Produktion. Alles soweit ausgewogen, mit gut Druck, vielleicht minimal zu präsenten Leadgitarren. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, dafür klingt die Platte erneut nicht überpoliert und gut metallisch.
Das soll sie auch, denn zuallererst machen ASSIGNMENT nach wie vor melodischen Heavy Metal, der sich im Power und Progressive Metal noch die Facetten raussucht, mit denen er sich gewinnbringend anreichern lässt. Wir kriegen also ordentlich Melodien, ein wenig Orchester, viel Klavier (cool, taucht in einem Großteil der Songs auf und definiert den Sound der Deutschen ein gutes Stück mit) und einige freshe Synthesizer-Sounds, die zwar fester Bestandteil der Musik sind, aber nicht das Alleinstellungsmerkmal. Ergibt insgesamt einen modernen Prog/Melodic/Power-Stil, der aber nicht trend-modern wirkt, was  begrüßenswert ist.
Zu alldem kommt aber auch eine angenehm metallisch agierende Band-Instrumentalbasis und die starke Heavy-Metal-geeignete Stimme von Diego Valdez.
Und diese ganzen Komponenten mischt man dann zusammen in zehn (mit Bonustrack elf) Songs, die vordergründig melodischer Heavy Metal sind und ihre Progressive-Anleihen nicht zwanghaft nach außen tragen müssen. Ja, ab und an ist da schonmal eine Taktart abseits des Standards, aber wie auch beim Vorgänger ergibt sich der Progressive-Faktor auf „With The End Comes Silence“ durch längere Kompositionen und hintergründig komplexe Arrangements.
Besonders viel Liebe steckt auf dem Album in so manchem Intro und Outro der Songs. Irgendwo im Promotext eines ASSIGNMENT-Albums wird man auf das Wort „cinematisch“ stoßen und das liegt vor allem daran. Da gibt es dann mal verstärkt elektronische Elemente, nicht selten gute Atmosphäre-Arbeit und kreativen Synthesizer-Gebrauch.
Und davon könnte es auch in den Songs gerne etwas mehr geben. Denn die bleiben auf „With The End Comes Silence“ leider ein wenig höhepunktarm. Nach dem coolen Intro beginnt dann der Hauptteil des Songs, irgendwo zwischen recht langsam und oberem Midtempo, wird dann fetter und durchläuft ein paar unterschiedliche Geschwindigkeiten, um irgendwann zwischendurch mal Uptempo zu erreichen. Und die Melodiearbeit erreicht dabei eher selten die Höhen, die man sich von einem melodischen „Progressive“-Album erhofft. Ein wenig mehr Abwechslung und unterschiedlicher Charakter bei einzelnen Songs hätte „With The End Comes Silence“ gut getan – so fühlt sich doch ein großer Teil der Songs einfach sehr ähnlich an.

Fazit:
Handwerklich haben ASSIGNMENT gar nichts zu verstecken und „With The End Comes Silence“ ist ein absolut erwachsenes, bodenständiges Melodic-Progressive-Metal-Album mit klarer stilistischer Vision. Die Komposition steht dabei leider etwas hintenan. Wer dem Genre an sich etwas abgewinnen kann, widme dem Ding ein wenig Reinhörzeit. Die deutsche Prog-Metal-Szene ist nämlich ganz klar eine, die Aufmerksamkeit verdient hat und gebrauchen kann, und ASSIGNMENT tun das damit zweifelsohne auch.

Anspieltipps:
„Nothing To Say“, „Angel Of Berlin“ und „Call For Heaven“

Jannis

SINCE APRIL – Rebirth

Trackliste:

01. From The Ashes (Intro)
02. The Light
03. Salvation
04. Blind
05. Root Of Evil
06. In The Dark
07. Not My Grave
08. Left Outside Alone
09. Make It Count
10. Not Worth Saving Pt. II
11. Bury The Mask
12. The Inner Voice

Spielzeit: 44:523 min – Genre: Melodic Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/sinceaprilofficial

 

Als ich irgendwann 2023 ein Musik-Video von SINCE APRIL sah dachte ich mir, die sind ja gar nicht mal so schlecht. Im selben Jahr konnte ich mich von der Livequalität der aus München stammenden Band überzeugen und im Sommer die EP „Bury The Mask“ verbal verwursteln. Bei der Live-Show konnte ich eine CD des Debüts ergattern das auch überzeugend rüber kommt. Nachdem Sänger Umut bei der Casting Chose The Voice Of Germany teilnahm war kurze Zeit später seine Zeit bei SINCE APRIL abgelaufen und jetzt zwei Jahre später kommen die jungen Musiker mit neuer Stimme zurück um ihre Qualität erneut unter Beweis zu stellen.

Zu SINCE APRIL gehören neben neu Sänger Johnny Mack noch das Stammpersonal bestehend aus den beiden Gitarristen Manu Satzger und Marin Kostek, Bassist Gonzalo Urgel Tendero (auch bei ROXTON aktiv) und Drummer Robert Merkl. Hat sich außer der Stimme noch etwas bei SINCE APRIL getan? Dies kann man mit einem klaren Nein beantworten, vielleicht wenn man penibel ist, dass die Songs eine kleine Spur düsterer rüberkommen. Johnnys Stimme hat eine feine Färbung die an VLAD IN TEARS und ERIC GRÖNWALL erinnert und sehr gut zum Sound der Band passt. Vermisst der Hörer Umut, höchstens wenn er ein Die Hard Fan von Umut ist, nicht falsch verstehen, Umut war auch ein klasse Sänger und Johnny füllt die Lücke perfekt aus. Die Beiden Saitenschwinger Manu und Marin haben es immer noch drauf die Axt mit Können und Kraft fliegen zu lassen. Das Riffing ist auch hier wie Live, dem Debüt und der EP (deren Songs hier mit Johnny am Mikro enthalten sind) sehr stark ausgefallen und teilweise sehr gefühlvoll. Gonzalo am Bass weiß genau wie er seinen Tieftöner bestens in Szene setzen kann, er befindet sich dabei hinter der Mauer der Elektroäxte. Robert kann seine Stickschwingenden Skills eindrucksvoll freien Lauf lassen und so für Zig Highlights sorgen. Die Produktion hat Dynamik, Kraft und bläst gewaltig aus den Membranen. Bei den Becken geht ein wenig die Luft aus, dies kann durchaus durch die Kastration der Audiodatein in MP3 kommen.

Geboten wird die komplette Palette des Melodic Metals der hier und da mit Growls, Shouts sowie Elementen aus Modern, Progressive und Power Metal angereichert wurde. Wie schon auf dem Debüt und der EP geben sich die Musiker keine Blöße, neu erfinden die Jungs den Metal mit Sicherheit auch nicht da der Drops schon länger gelutscht ist. So kommt sehr guter Melodic Metal mit Anspielungen in andere Genres auf den Speisenteller der sehr gut mundet.

„From The Ashes (Intro)“ ein futuristisches Intro mit elektronischer Spielerei, „The Light“ und hier sind sie auch schon, die SINCE APRIL die mit ihrem Melodic Metal für Aufsehen sorgen konnten. „Salvation“ geht voll auf die Zwölf, „Blind“ ein kräftiger und melodischer Metal Brecher. „Root Of Evil“ kommt mit Breaks und leichten modernen Ausführungen, „In The Dark“ hier beweist die gesamte Band wie gefühlvoll sie einen Song gestalten können. „Not My Grave“ der nächste Banger kündigt sich unheilvoll an und geht durch Mark und Bein, „Left Outside Alone“ der am modernsten klingende Song, ein echter Genickbrecher. „Make It Count“ fängt wie ein Happy Metal Song an bis und das nur in der Bridge und Refrain Drama dazu kommt, „Not Worth Saving Pt. II“ Gefühl und Metal geben sich gegenseitig im Wechsel die Klinke in die Hand. „Bury The Mask“ ein Melodic Happen der voll reinhaut, „The Inner Voice“ der intensivste und härteste Song.

Balle

STARGAZERY – Carnival Puppeteers

Trackliste:

01. Eternity Calling
02. Strangers Before Blood
03. In The Dark
04. Carnival Puppeteers
05. Rainbow in the Dark
06. Empire is Falling Down
07. Can you Deny
08. Thousand Faces
09. Smile (Hide the Truth)
10. Derailing your Thoughts
11. Retaliate
12. Too Late for Love

Spielzeit: 53:26 min – Genre: Melodic Metal – Label: Sleaszy Rider – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/stargazery

 

Oh, das hat lange gedauert! Ganze 5 Jahre nach ihrem letzten Album „Constellation“ kehren die finnischen Melodic Metaller von STARGAZERY endlich mit ihrem neuen Album „Carnival Puppeteers“ zurück.
Aber die letzten Jahre hatten es definitiv auch in Sich für die Band. Erst wurde das Stammlabel Pure Steel Records in die ewigen Jagdgründe befördert und dann musste man personell noch an den Keys und am Schlagzeug für Ersatz sorgen.
Angeführt von Sänger Jari Tiura (EX MSG) und Gitarrist Pete Ahonen (BURNING POINT, GHOST MACHINERY) sollte man nach wie vor im Melodic Metalbereich unterwegs der ordentlich mit Classic/Heavy Rock Einflüssen gewürzt ist. Näheres dazu später.
Somit sollten Fans von so Bands wie DIO, BLACK SABBATH oder PRETTY MAIDS nach wie vor mit dem Sound glücklich werden.
Und apropos DIO, mit „Rainbow in the Dark“ gibt es ein Coversong und mit „Too Late for Love“ von DEF LEPPARD noch einen Zweiten.

Mit dem Opener „Eternity Calling“ startet das neue, vierte Album. Nach etwas instrumentalen Vorgeplänkel entwickelt sich ein erdiger Heavy Rocker, der immer im Midtempo bleibt und auch direkt nach STARGAZERY klingt, wie man es auf den vorherigen Alben gewohnt war. Ein toller Chorus ist ebenfalls an Bord, schöner Start!
Noch etwas eingängiger und auch etwas heavier ist dann das folgende „Strangers Before Blood“, „In the Dark“ ist dann ganz okay, hier reißt man aber keine Bäume aus.
Ganz anders dann beim Titeltrack „Carnival Puppeteers“. Hier kommen die Bandfans wieder absolut auf ihre Kosten. Eine sehr typische STARGAZERY Nummer, die alles das bietet, was man sich so vielleicht wünscht.
Anschließend gibt es dann die eigene Interpretation des DIO Klassikers „Rainbow in the Dark“, welche natürlich perfekt zum Sound der Truppe passt.
Der nächste richtige Hit folgt dann direkt auf dem Fuße, mit „Empire`s Falling Down“ haben wir einen erstklassigen Vertreter des Heavy Rocks der mit seinem Ohrwurmchorus mächtig Laune macht und absolut zu gefallen weiß!
Und es geht dann auch sehr ordentlich weiter, „Can you Deny“ der Stampfer „Thousand Faces“ sowie das flotte „Smile“ machen Laune und können direkt zünden.
Auch im letzten Drittel bleibt die Qualität dann im oberen Bereich und die Jungs hauen mit der Videosingle „Retailiate“ einen weiteren Hit raus und finden mit dem Bonustrack „Too Late for Lave“ auch einen ordentlichen Abschluss.

Im Vergleich zum letzten Album vor 5 Jahren ist man auf dem neuen Album eher wieder in der Classic/Heavy Rock unterwegs und lässt den Melodic Metal häufig links liegen.
Das dürfte Anhänger wie auch Ablehner finden, ganz persönlich mochte ich den etwas mehr Richtung Metal klingenden Vorgänger etwas mehr.
Aber von den Songs her haben wir hier viele Hits auf dem neuen Diskus die auf jeden Fall seine Anhänger finden werden.
DEN absoluten Übertrack gibt es hier nicht, aber insgesamt ist die Qualität sehr hoch und dementsprechend gibt es dann auch die klare Benotung in unserem oberen Punktebereich und natürlich die klare Kaufempfehlung für die geneigte Hörerschaft!

Julian

 

TALENTSCHMIEDE: DISTANT LEGACY

Band:
Distant Legacy

Gegründet:
2019

Herkunft:
Essen, Deutschland

Mitglieder:
Timo

Stil:
Epic Metal? (Genre-Schubladen nerven)

Veröffentlichungen:
2025 The Lighthouse´s Fate (Album)
2025 Walden feat. Herbie Langhans (Single)
2025 Fingerprints feat. David Henriksson (Single)
2024 Caruso (Coverversion von Lucio Dalla) (Single)

Einflüsse:
Ich höre zwar vornehmlich Metal und Rock, bin aber aufgewachsen mit den Beatles, Beach Boys, ELO, Elton, Elvis und Johann Sebastian Bach. Ich kann vielen Musikrichtungen etwas abgewinnen. Ich liebe Dream Theater, Neal Morse, Steven Wilson, Riot (V), Sonata Arctica und viele mehr. Aber ich eifere keiner von den genannten Bands nach und will so klingen wie sie. Distant Legacy ist das unterbewusste Resultat all meiner Inspirationsquellen im Laufe meines Lebens.

Was ich die nächsten fünf Jahre erreichen möchte:
Besser werden an den Instrumenten und weitere Alben produzieren. Den einen oder anderen Gast habe ich auch schon im Kopf.
Ich möchte, dass sich mein Herzblut, das ich in diese Produktionen stecke, so auszahlt, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die meiner Musik etwas abgewinnen können. Ich mag sie, also muss es auf dieser Welt auch noch mindestens zehn Leute geben, die das auch tun 😉

Was als nächstes kommt:
Am 28.11.2025 wird „The Lighthouse´s Fate” veröffentlicht, ein Album, an dem ich seit 2019 arbeite. Natürlich nicht durchgehend. Dazwischen kamen private Situationen, Umzüge, zwei Kinder und viel Arbeit. 2026 werde ich aber direkt in die Konzeption und Komposition für das nächste Album gehen. Ich habe jetzt schon viele Ideen und in diesem Jahr viel Zeit dafür.

Meine beste Erfahrung bis jetzt:
Die beste Erfahrung eines Musikschaffenden ist es immer, wenn man wahrnimmt, dass seine Musik nicht „gut“ gefunden wird, sondern den Zuhörer ehrlich berührt. Das ist schon immer meine Triebfeder gewesen. Ein Album ist ein Gesamtkunstwerk wie ein Film. Wenn Du bei „Hachiko“ heulst, bei „Hangover“ lachst und bei „Inception“ staunst und nachdenkst, hat der Regisseur alles richtig gemacht. Und wenn das beim Hörer ankommt, was Du beim Komponieren beabsichtigt hast, ist es die Mühe wert gewesen.

Mein peinlichster Moment
Hier folgt leider keine zotige Geschichte… Was ist peinlich? Eher unangenehm finde ich die Situationen, wenn im Gespräch herauskommt, dass ich Musik mache und die Leute ganz schnell zwischen Tür und Angel auf Spotify die Musik suchen und auf dem Handy reinhören. Insbesondere bei Leuten, die mit Metal/Rock gar nichts an der Mütze haben.

Mit wem ich gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Da ich sehr gerne Bier trinke und das auch sehr gut, darf ich mir mehrere aussuchen.
Jens Bogren: weil ich seine Mixing-Arbeit über allen Maßen erhaben finde.
Tony Kakko: er ist der Master of Harmony Vocals.
Russel Allen: einer der besten Sänger
Paul McCartney: offensichtlich
Elton John: mit einer der besten Songwriter in diesem Jahrhundert, trinkt aber kein Bier- schwierig!

Würdest Du gerne mit Distant Legacy auf Tour gehen?
Alleine kann man schlecht auf Tour gehen und ich bin auch kein guter Live-Musiker. Dürfte ich mir eine Band zusammenstellen und ein Orchester dabeihaben und das alles auf BluRay aufnehmen dürfen ja – und ja, ich bin bescheiden. 😊

Das Beste daran, alles in Eigenregie zu machen:
Als Betreiber eines Tonstudios bin ich in einer sehr komfortablen Situation und mein eigener Chef. Ich muss keine Kompromisse eingehen oder auf Befindlichkeiten anderer Rücksicht nehmen. Habe ich eine Idee, nehme ich sie auf und darf mich so oft verspielen, wie ich möchte. 😊

Und das Schlechteste?
Es ist teuer und ich kann mich nicht auf nur ein Instrument konzentrieren.

Online:
Website: www.distantlegacy.net
Instagram: www.instagram.com/distant_legacy

Musik:
Spotify: www.open.spotify.com/intl-de/artist/4o67bOpkA24q0X9wSP31a1?si=2_xJNKHVRAe20tF-e7O_dQ
Youtube: www.youtube.com/@DistantLegacyofficial

HUMAN FORTRESS – Stronghold

Trackliste:

01. Stronghold
02. The End of the World
03. Pain
04. Mesh of Lies
05. The Abyss of our Souls
06. Under the Gun
07. Silent Scream
08. Death Calls my Name
09. Road to Nowhere
10. The Darkest Hour

 

Spielzeit: 42:07 min – Genre: Melodic Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 17.10.2025 – Page: www.human-fortress.de

 

2021 gab es von den deutschen Melodic Metallern von HUMAN FORTRESS das letzte Lebenszeichen in Form der Best Of Zusammenstellung „Epic Tales & Untold Stories“. Zeit mal endlich wieder für etwas ganz Neues von der Band aus Hannover.
Das 8. Album hört auf den Namen „Stronghold“ und die Band rund um die beiden Gitarristen und Masterminds Torsten Wolf sowie Volker Trost haben merklich am Sound gedreht.
Durch den Ausstieg des langjährigen Keyboarders Dirk Liehm wurde das meiste Material für die Scheibe ohne Keyboards geschrieben und das merkt man sofort am Sound, ist dieser doch wesentlich Gitarrenlastiger und somit wirkt das Ganze direkt heavier!
Weiterhin an Bord, sind der brasilianische Sänger Gus Mosanto, Bassist Andre Hort und Schlagzeuger Apostolos Zaios. Mittlerweile neu für die Keyboards ist Axel Herbst zur Band gestoßen.
Endproduziert hat die neue Scheibe übrigens niemand geringeres als LEAVES EYES Mastermind Alex Krull.

Wie angekündigt merkt man direkt beim Opener und Titeltrack „Stronghold“ den geänderten Bandsound. Denn dieser beginnt sehr gitarrenlastig und kommt relativ ohne Keyboards aus. Im Refrain entwickelt sich die ganze Klasse des Songs, ansonsten hat die Nummer ein paar interessante Gitarrenläufe zu bieten die erstmal sehr befremdlich rüber kommen! Insgesamt aber ein toller und passender Opener!
„The End of the World“ bietet dann dezente Keyboardunterstützung gerade zu Beginn ist ansonsten aber auch ein waschechter Melodic Metaltrack der im Vergleich zum Opener aber etwas abfällt.
„Pain“ ist dann eher im Stile eine Powerballade gehalten, auch wenn in der Folge das balladige etwas abhanden kommt hat die Nummer die ganze Zeit etwas schwermütiges was durch die Klavierpassagen nur noch mehr unterstützt wird. Ein interessanter Song den man so sehr selten bislang von HUMAN FORTRESS gehört hat.
Im Mittelteil ziehen die Jungs die Hitdichte ziemlich an und ballern uns einige saustarke Tracks um die Ohren.
„Mesh of Lies” kommt klassisch und melancholisch aus den Boxen, die Videosingle “The Abyss of our Souls” ist dann eine epische Ohrbombe dessen Chorus man so schnell nicht mehr aus dem Hirn bekommt und “Under the Gun” beginnt mit einem ordentlichen Bassgroove, kommt ansonsten auch richtig schön fett eingängig aus den Boxen und hat eine schöne Heavy Rock Schlagseite abbekommen.
Jetzt sind die Jungs so richtig warm, denn auch die folgenden Songs sind hauptsächlich Melodic Metal Volltreffer geworden.
“Silent Scream” zum Beispiel ist wieder so eine schwermütige Nummer geworden die mit einem tollen Chorus aufwarten kann und die drei letzten Songs “Death Calls my Name”, “Road to Nowhere” und “The Darkest Hour” sind zwar alle sehr gitarrenlastig aber haben alle auch den einen gewissen epischen Touch für den die Band einfach steht.

Zu Beginn hatte ich absolut meine Probleme mit der neuen HUMAN FORTRESS Scheibe. So anders klangen die Songs ohne die liebgewonnenen Keyboards die den Bandsound bislang geprägt hatten.
Aber nach und nach und vor allem aufgrund der zweiten Albumhälfte steigerte sich die Platte in der Gesamtnote und ich denke auch die Die Hard Bandfans werden schlussendlich zufrieden sein.
Somit gibt es dann doch eine Kaufempfehlung für die geneigte Hörerschaft und insgesamt kann man der Band nur zu einem runden eher klassischen Melodic Metalalbum gratulieren!

Julian

 

 

SOLE SYNDICATE – The Reckoning

Trackliste:

01. On The Back Of An Angel
02. The Way That You Are
03. The Voice Inside
04. Rise Like A Phoenix
05. Eye Of The Storm
06. Love Is Only
07. The Mob Rules
08. Valley Of The Kings
09. Heavy Is The Heart
10. Miracle

 

Spielzeit: 46:33 min – Genre: Melodic Metal – Label: El Puerto Records – VÖ: 26.09.2025 – Page: www.facebook.com/solesyndicatemusic

 

„Für Fans von: Van Halen, Dream Theater, Metallica, Nine Inch Nails“ – Das ist mal eine interessante Kombination, die da im Promotext von SOLE SYNDICATEs viertem Album „The Reckoning“ aufgemacht wird. Die Schweden machen melodischen Metal, etwas Heavy, etwas Power, etwas Modern. Und während die Songs mit Titel wie „Eye Of The Storm“, „Valley Of The Kings“ und „Miracle“ sehr nach standard Power Metal klingen, gibt es da doch etwas mehr zu entdecken.
Zum Beispiel beim Opener, der mit über sechs Minuten auch direkt der längste Track ist. Bisschen Elektronik, modern, heavy und mit einem sehr langsamen getragenen und echt starken Chorus, der vom Stil her an VANDEN PLAS erinnert, ein ganz ruhiger Mittelteil mit Orgel, Verdichtung zum Ende. Erster Favorit. Bei „The Way That You Are“ wird es etwas rockiger (Im Chorus fehlt beinahe noch der Shaker) und „The Voice Inside ist ein stabiler Stampfer, bei dem der Gesang am Ende fast mal unklar werden darf. Kompliment an dieser Stelle an Bands wie SOLE SYNDICATE, bei denen der Endchorus nochmal extra und in etwas intensiver eingesungen wird, macht echt was aus.
„Rise Like A Phoenix“ ist mehr oder weniger der Power-Metal-Bruder von ACCEPTs „Up To The Limit“ und mit „Eye Of The Storm“ wird es nochmal elektronischer und recht poppig. Leider klingt das Ding aber auch so, als wäre von der ersten Idee bis zur Aufnahme etwas zu wenig Zeit zum Reifen gewesen. An sich aber guter Ohrwurm.
Bei „The Mob Rules“ kann Sänger Jonas dann auch mal so richtig die Eier-Stimme auspacken – kommt sehr gut, gerne häufiger. „Heavy Is The Heart“ liefert dann nochmal verstärkt Synthesizer, „Miracle“ ist der lange emotionale Endtrack. So weit sehr edel.
Was hab ich also zu meckern? Zum einen die Produktion. Die ist im Mastering wirklich sehr ausufernd durch den Kompressor gezogen worden und lässt nun leider wirklich Dynamik vermissen, auch wenn der Sound an sich damit fett ist. Gerade an Stellen, an denen mehr los ist (z.B. am Ende von „Miracle“) kann man echt nicht mehr sagen, welches Instrument gerade was macht. Auch bei den Vocals wäre weniger gerne mal mehr gewesen, gerade die Backing Vocals sind einfach nur gelutscht und auch den Main Vocals hätten die Ecken und Kanten gut getan, die man insbesondere bei „The Mob Rules“ zu spüren bekommt.
Ansonsten gibt es die üblichen zwei, drei etwas belangloseren Songs und ein paar Texte auf explizitem Kalenderspruch-Niveau. Wo Licht ist, ist eben auch Schatten, aber…

Fazit:
…bei SOLE SYNDICATEs „The Reckoning“ überwiegt eindeutig das Licht. Da ist eine echt gute Anzahl an interessanten Songs und eigenen Ideen am Start, die es wirklich einfach machen, über ein paar Mankos hinwegzusehen!

Anspieltipps:
„On The Back Of An Angel“, „Heavy Is The Heart“, „ Valley Of The Kings“ und „The Way That You Are“ (abgesehen von seinem grausamen KI-Video)

Jannis

AMORPHIS – Borderland

Trackliste:

01. The Circle
02. Bones
03. Dancing Shadow
04. Fog To Fog
05. The Strange
06. Tempest
07. Light And Shadow
08. The Lantern
09. Borderland
10. Despair

 

Spielzeit: 49:47 min – Genre: Melodic Metal – Label: Reigning Phoenix Music – VÖ: 26.09.2025 – Page: www.facebook.com/amorphis

 

Man hat als Band schon so einiges richtig gemacht, wenn irgendwo Dein neues Album aufgelegt wird und nach den ersten fünf Sekunden weiß jeder, dass es von Deiner Band sein muss.
Und ja, das müssen die aktuellen AMORPHIS sein, die hier mit einen geschmackvollen Synthesizer und Echo-Gitarren zuallererst mal den Melancholiegenerator anwerfen und dann in den dichten, ernst-schönen und wohlproduzierten klassischen AMORPHIS-Modus übergehen, mit den wunderbaren Vocals von Tomi Joutsen, die dann und wann in kraftvolle Growls ausbrechen. Dazu das immer wieder toll geschriebene Miteinander von Gesangs- und Instrumentalmelodien, die sich in den Refrains umspielen – die Finnen haben ihren Sound und Stil einfach in jeglicher Hinsicht perfektioniert.
Und dementsprechend ist auch ihr neustes Album, „Borderland“, das nun pünktlich zum 35jährigen Bandjubiläum als 15. Album erscheint. Produziert von Jacob Hansen, der nach seiner Arbeit am kürzlich erschienenen neuen Album von PRIMAL FEAR erneut einen Top-Job gemacht hat.
Eines der eingängigeren AMORPHIS-Alben ist die Platte geworden, mit viel Fokus auf Melodiewriting und deutlich mehr Klargesang als Growls, wobei letztere gefühlt in richtigem Maße eingesetzt sind und nicht zu kurz kommen. Mit Tracks wie „Dancing Shadow“ und „Light And Shadow“ ist man über Teile geradezu poppig unterwegs, aber neben melancholischer Finnendisco gibt es natürlich auch noch die härteren Bretter („Bones“), den fett-majestätischen Endtrack und viel klassisches AMORPHIS-Material – an dem ja das Gute ist, dass man genau weiß, welche Bestandteile drinstecken, ohne zu wissen, was einen nun wirklich erwartet, denn Melodien und Arrangements sind nun mal das, was diese Songs untereinander abgrenzt.
Der Härtegrad ist bei „Borderland“ ein Stück weit von der Decke entfernt. Ruhige Passagen, die ein oder andere Akustikgitarre und schöne Klaviersounds sind reichlich vertreten, aber genug Härte natürlich auch. Geht vom Härtelevel her in Richtung des Meisterwerks „Skyforger“.
Und ja, durch die Bank ist die Platte ein weiteres Mal AMORPHIS in Hochform. Zwar entspricht der Chorus von „The Strange“ in seinem antiklimaktischen Wesen teils seinem Namen und „The Lantern“ macht das Album hauptsächlich länger aber nicht besser aber der Großteil der Songs zündet voll.

Fazit:
„Nee, AMORPHIS mag ich nicht“ ist ein Satz, den ich glaube ich tatsächlich noch niemals von einem Metalfan gehört habe. Das hat gute Gründe und „Borderland“ ist der neuste. So einfach ist das.

Anspieltipps:
„Dancing Shadow“, „Borderland“, „Fog To Fog“ und „Light And Shadow“

Jannis

DARKER HALF – Book Of Fate

Trackliste:

01. Intro
02. Golden Path
03. From Disaster
04. Are You Listening
05. Another Day Another Nightmare
06. Something Sinister
07. Somebody Else
08. Faded Glory
09. Nightfall
10. Book Of Fate

 

Spielzeit: 42:40 min – Genre: Melodic Heavy Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 29.08.2025 – Page: www.facebook.com/darkerhalf

 

Aufgepasst, es gibt wieder Horizont-Erweiterung. Dieses Mal: DARKER HALF aus Australien. Das Quartett macht seit 2003 Musik und hat seit 2009 vier, mit dem aktuellen fünf Alben veröffentlicht. Also werfen wir mal einen Blick auf ihr neustes Werk, „Book Of Fate“.
Die Platte kommt mit zehn Songs, davon einer ein Intro, und knackigen 43 Minuten daher, der längste Song kratzt gerade mal an den sechs Minuten. Auf dem Programm steht melodischer Metal, irgendwo zwischen Heavy und Power, mit ganz leichten Thrash- und Modern-Metal-Anleihen. Keyboards gibt es, aber hintergründig und auch lange nicht bei jedem Song, die Produktion ist gut und sauber, hätte aber von einem letzten Funken Druck noch profitiert. Und stilistisch erinnert die Sache an eine Mischung aus neueren MOB RULES und mittelneuen STRATOVARIUS.
Spielerisch und gesanglich ist „Book Of Fate“ absolut on Point. Sänger Vo Simpson hat eine astreine Melodic-Metal-Stimme, die oft auch mehrstimmig eingesetzt wird, und der Rest der Truppe ist nicht nur handwerklich versiert, sondern versteht auch sein Instrument in die Kompositionen sinnhaft einzubringen.
Als Highlights des Albums gehen wohl drei Songs durch. „Are You Listening“ ist intensiv und cool komponiert, verwundert nur mit seltsamen Harmonien in einem kürzeren Part im Mittelteil. „Another Day Another Nightmare“ hält das Intensitätsniveau oben, mit gutem Bumm-Zapp-Rhythmus und ordentlich fett. Und der Titel- und Endtrack fährt nochmal so richtig Charakter auf, als langsamer Nicker mit stimmungsvollen Glockensounds, leicht progressiv und zwischendurch auch mal mit Blastbeats.
Der Rest des Albums ist absolut nach Lehrbuch, aber leider auch recht austauschbar. Ja, das klingt alles schön melodisch, aber hier folgt eine Drei-Ton-Melodie auf die nächste (gerade die Strophen wirken teils echt lieblos, wie etwas, was man eben abhaken muss, um zum Chorus zu kommen), dann geht man im Refrain ein paar Töne höher, ebenfalls häufig mit vorhersehbarer Melodieführung.
Und selbst ein „Something Sinister“, das extra hart und ballernd beginnt, wandelt sich dann doch nur allzu schnell zu einem weiteren „solchen Song“ und gibt die zu Beginn aufgebaute Identität wieder ein Stück weit ab.

Fazit:
Damit ist „Book Of Fate“ zweifelsohne absolut hörbar und serviert von schleppendem Midtempo über Party-Modus bis hin zu Uptempo-Abgehen vieles, was man sich von melodischem Heavy Metal erwartet. Stabil produziert, stabil gespielt. In Sachen Melodiewriting bleibt die Platte aber oft hinter dem zurück, was – wie man an den oben besprochenen drei Highlight absolut hören kann – eigentlich drin gewesen wäre.

Anspieltipps:
„Book Of Fate“, „Another Day Another Nightmare“ und „Are You Listening“

Jannis