LORDS OF BLACK – Alchemy Of Souls

Band: Lords Of Black
Album: Alchemy Of Souls
Spielzeit: 57:34 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 06.11.2020
Homepage: www.lordsofblack.com/

 

Mein erstes Treffen mit LOB, ich kannte die Band vom Namen, habe aber bis jetzt nichts von ihnen gehört. Dies wird sich in Zukunft ändern, den die haben es Faustdick drauf. Auf dem vierten Streich sind dabei Ronnie Romero am Mikro stimmlich irgendwo zwischen den beiden göttlichen Steve Lee und Ronnie James Dio (näher an Lee), Tony Hernando an Gitarren, Dani Criado am Bass und Jo Nunez an Schlagzeug.

Was die vier hier abfeuern ist bester Melodic Metal irgenwo zwischen DIO, PELL und sehr harten GOTTHARD mit Melodien so weit die Ohren reichen, hervoragenden Vocals von RR und starken Songs. Da ich die drei Vorgänger nicht kenne und keine Vergleiche aufstellen kann lehne ich mich mal aus dem Fenster und schreibe das das Ding gewaltig ins Ohr geht und nicht mehr so schnell heraus kommt. Die Songs strotzen nur so vor Energie und Melodien das es eine wahre Freude ist. Powervolle und melodische Songs ergeben eine Mixtur die es in sich hat und verbreiten nebenbei noch gute Laune.

Zu den Powersongs zählen “Dying To Live Again”, “Into The Black”, “Shadows Kill Twice” und “Disease In Disguise” die Tracks sind mit Melodie und Harmonie ausgestattet.

Zu den Melodic Songs gehören “Sacrifice” mein Favorit, “Brightest Star”, “Closer To Your Fall”, “Tides Of Blood” von DIO ispiriert, das überlange “Alchemy Of Souls” erinnert ein wenig an PELL mit seinen langen Epicnummern, mit der Ballade „You Came To Me“ wird dieses Melodic Metal Masterpiece würdig beendet.

Fazit:

Ein geiles Melodic Metal Album gibt gewaltig auf die Lauscher, ausgestattet mit Melodien, starken Vocals und druckvoller Produktion kommt bei mir auf eine mehr als verdiente 9,0. Für mich wäre RR die bessere Lösung als Ersatz für Steve Lee bei GOTTHARD, den der Mann hat mehr als genug drauf um die riesige Lücke fast zu füllen die der leider viel zu Früh verstorbene Steve Lee hinterlassen hat. Mit RR wäre GOTTHARD sehr nahe dran an, und viel mehr G mit SL.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dying To Live Again
02. Into The Black
03. Deliverance Lost
04. Sacrifiece
05. Brightest Star
06. Closer To Your Fall
07. Shadows Kill Twice
08. Disease In Disguise
09. tides Of Blood
10. Alchemy Of Souls
11. You Came To Me (Piano Version)

Helmut

SHADOW TRIBE – Reality Unveiled

Band: Shadow Tribe
Album: Reality Unveiled
Spielzeit: 49:48 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 13.11.2020
Homepage: www.shadowtribe.net

ALTARIA/ STARGAZERY-Bassist Marko Pukkila und Sänger Kimmo Perämäki (ex-CELESTY/ SPIRITUS MORTIS/ MASQUERAGE) sind die Gründer der neuen Melodic Metal-Formation SHADOW TRIBE aus Finnland. Komplettiert wird der Vierer mit Simo Pirttimaa an der Gitarre und Drummer Petri Heinonen (King Satan).
Treibende Kraft und Manager der Band ist ALTARIA/ STARGAZERY Bassist Marko Pukkila dieser sagt zur Musik selbst, „unsere Musik ist melodisch, aber dennoch straighter Kick-Ass-Rock und bietet coole Riffs, gute Melodien und geschmackvolle Arrangements“.
Na schauen wir mal wie sich das Ganze anhört und horchen direkt mal in den Opener „Splinters of a Hologram“ rein. Nach einer kurzen Einleitung legt die Nummer im Midtempo los und erstmal wundert man sich etwas über den merkwürdigen Aufbau bevor man dann ab dem ersten Chorus richtig in der Nummer drin ist und das Stück sich nach und nach steigert. Sänger Kimmo ist auch erstmal etwas gewöhnungsbedürftig von der Tonlage her, kann aber im weiteren Verlauf der Scheibe auch überzeugen, so viel sei schon mal vorweg gesagt.
Auch das anschließende „Christaromancy“ ist vom Aufbau her etwas gewöhnungsbedürftig und ist nicht das was man sich vielleicht im ersten Moment unter Melodic Metal vorstellt.
Die erste Nummer die dann so richtig komplett zünden kann ist dann „Headstrong“ die schön klassisch aus den Boxen kommt und sofort gefällt.
Selbiges kann man dann auch von „Speck of Sawdust“ sagen welche ein wenig epischer und nicht so straight wie sein Vorgänger tönt, aber trotzdem oder gerade deswegen direkt zusagt.
Im Mittelteil bahnt sich dann „Connection“ richtig schön erdig seinen Weg bevor wir dann mit „A World Taken Hostage“ einen eher Standard Melodic Metaltrack haben und mit „Many Tears to Go“ wird es ein klein wenig bedächtiger als zuvor.
So richtig komplett packen konnten die Jungs von SHADOW TRIBE mich bislang noch nicht, mal schauen was so im letzten Drittel noch auf einen wartet!
Auf jeden Fall gibt es direkt mit „We weren`t there“ einen Song der seine Vorgänger schon mal um Längen in die Tasche steckt, einen Drauf setzt man dann noch beim anschließenden „Stolen Fate“ und auch das abschließende „Instant Heaven“ weiß durchaus zu gefallen.
Somit ist das Ende dann doch recht versöhnlich ausgefallen.

Anspieltipps:

„Headstrong“, „Speck of Sawdust“ und „Stolen Fate“.

Fazit :

Puh, SHADOW TRIBE machen es einen zu Beginn wirklich nicht leicht! Die Songs sind irgendwie zwar ganz nett, aber so richtig überzeugen kann man leider nicht dauerhaft.
Das ändert sich Gott sei Dank vor allem im letzten Drittel erheblich und somit schafft man gerade noch so den Sprung in unseren soliden Punktebereich.
Melodic Metalfans sollten einfach mal rein horchen, den ein oder anderen starken Song findet man hier auf jeden Fall!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Splinters of a Hologram
02. Christaromancy
03. Headstrong
04. Speck of Sawdust
05. Connection
06. A World Taken Hostage
07. Many Tears to Go
08. We weren`t there
09. Stolen Fate
10. Instant Heaven

Video zu “Stolen Fate”:

Julian

NEPTUNE – Northern Steel

Band: Neptune
Album: Northern Steel
Spielzeit: 43:55 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Melodic Passion Records
Veröffentlichung: 06.11.2020
Homepage: www.facebook.com/NeptuneBandOfficial/

 

NEPTUNE aus Schweden wurde Ende 70 Anfang 80 gegründet, seitdem drehte sich das Personalkarussell das eine oder andere mal. Aktuelle Besetztung mit Row Alex am Mikro, der seinen 2019 verstorbenen Bruder Ray ersetzt, Anders Olsson an Gitarre, Tosh Ason am Bass, Johan Rosth am Keyboard und Jonas Wikström am Schlagzeug.

Nach Demoaufnahmen in der Anfangszeit, die nie veröffentlicht wurden, wurde Material professionell eingespielt mit dem ein Label gefunden werden sollte. Es fand sich ein Label welches die Aufnahmen finanzierte, diese aber niemals auf den Markt brachten sondern in einem Regal bunkerte.

Im Herbst 2017 konnte ein griechisches Label ein Bandmitglied kontaktieren um die Aufnahmen auf CD und Vinyl zu bringen, knapp 30 Jahre nachdem das Studio betreten wurde kam das Material nun doch noch auf den Markt.

2018 veröffentlichte NEPTUNE Demos und Aufnahmen aus der Anfangszeit. Das zur Geschichte von Neptune, wäre schade gewesen wenn diese Band ohne lebenszeichen von der Bildfläche verschwunden wäre.

Nun zum eigentlichen den Songs, zu hören gibt es sehr guten Melodic Metal mit feinen Melodien und genialen Gesangslinien, ab und zu mit leicht poppigen Sound aber dann immer noch mit genug Gitarren das es nicht in den Pop abdriftet. Der Metal geht gut ins Ohr, mir kommen gedanken an eine Mischung aus ACCEPT mit Pathos, RUNNING WILD nach UJR, IRON MAIDEN, den Bombast von MANOWAR und das alles mit schwedischen Einflüssen gemischt, dieser Mix kommt geil rüber und hebt sich angenehm von manchen Veröffentlichungen ab. Entdeckt werden können Power Songs die als Soundtrack für eine Party bestens geeignet sind. Mit der Ballade “Land Of Northern” und “Vanheim” kommt noch epische Stimmung auf, ähnlich wie ein Mix aus MANOWARs “Defender” und “The Crown And The Ring” genial gemacht.

Zu den Powersongs gehören “Viking Stone”, das flotte “Last Man Standing”, “Fallen Nation” mit geilem Groove, “Angel”, das angepoppte “Northern Steel” groovt wie Sau hätte in den 80s Potential zum Hit gehabt, “Black Rain”, “Run For Your Life”, “Seriously” hört sich an wie HUMAN LEAGUE auf Metal kann man gut hören und “Ruler Of The Sea” groovt auch extrem.

Fazit:

Ein geiles Debüt Album das die Schweden vorlegen. Ich vergebe für dieses melodische Sahne Metalteil 8,5 Punkte und hoffe darauf das es eine ähnlich starke Fortsetzung gibt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Prophecy
02. Viking Stone
03. Last Man Standing
04. Fallen Nation
05. Angels
06. Northern Steel
07. Black Rain
08. Run For Your Life
09. Land Of Northern
10. Seriously
11. Ruler Of The Sea
12. Vanheim

Helmut

MARK BOALS AND RING OF FIRE – All The Best!

Band: Mark Boals And Ring Of Fire
Album: All The Best!
Spielzeit: 156:18 min
Stilrichtung: Hard Rock / Melodic Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 09.10.2020
Homepage: www.markboalsofficial.com/

 

Ordentlich Value For Money hauen Frontiers mit diesem Best Of Doppelalbum von MB und ROF raus, über zweieinhalb Stunden Musik mit MB. Während MB solo im Hard Rock Sektor zu finden ist, wird bei ROF etwas härter, im Melodic Metal, zur Sache gegangen. Dieses Doppelalbum gibt einen guten Überblick über die drei Soloalben und mit Ring Of Fire fünf CDs. Mit Musikern wie Doug Aldrich, Tony MacAlpine, Jeff Kollman, Neil Citron, Vitalij Kuprij, Vinny Appice, Virgil Donati, Erik Norlander, Chris Brooks und Steve Weingart wurden die Alben produziert. BOALS war unter anderem für YNGWIE MALMSTEEN, EMPIRE, THE CODEX, GENIUS, JAYCE LANDBERG ROYAL HUNT und BILLIONAIRES BOYS CLUB tätig.

MB besitzt ein sehr gute und angenehme Stimme, die er gekonnt einsetzt und mit dieser überzeugen kann. Die oben erwähnten Namen sprechen für sich und überzeugen auch ohne Fehler gemacht zu haben.

Zu den Gewinnern der Solo Alben gehören “Jane”, “Find Our Way”, “Betrayer”, “Lady Babylon”, “Through The Endless Night”, “Up To You”, “Garden Of Pain”, die Balladen “Broken Heart” und “My Turn”. Für meinen Teil sind auf CD 2 ein Paar Balladen zu viel enthalten.

Die Highlights von ROF sind “Circle Of Time”, “My Deja Vu”, “Invinsible Man”, “Keeper Of The Flame” erinnert mich in den Strophen an den Anfang von SABBATHs “Heaven And Hell”, “Perfect World”, “Land Of Frozen Tears”, den Balladen “Take Me Home”, “Blue Sky” und “Our World”.

Fazit:

Ein sehr guter Überblick der Alben von MB und ROF, einziger Wermutstropfen die doch sehr schwankenden Unterschiede der Produktionen trüben den gesamt Eindruck ein wenig. Ohne Wertung

 

Trackliste:

CD 1 Mark Boals

01. Jane
02. Broken Heart
03. I’m Sorry
04. My Turn
05. Find Our Way
06. Ring Of Fire
07. Death Row
08. Keeper Of The Flame
09. Alone
10. Battle Of The Titans
11. Betrayer
12. Lady Babylon
13. Between Two Mirrors
14. Through The Endless Nigh
15. Up To You
16. Garden Of Pain

CD 2 Ring Of Fire

01. Circle Of Time
02. The Oracle
03. Take Me Home
04. My Deja Vu
05. Blue Sky
06. Ghost Of America
07. Invinsible Man
08. Lapse Of Reality
09. You Were There
10. Perfect World
11. Darkfall
12. Mother Russia
13. Land Of The Frozen Tears
14. Oure World

Helmut

RETERNITY – A Test of Shadows

Band: Reternity
Album: A Test of Shadows
Spielzeit: 42:19 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Black Sunset/MDD
Veröffentlichung: 25.09.2020
Homepage: www.facebook.com/reternityband

Die Jungs von RETERNITY rund um Sänger Stefan Zörner (Ex SPITEFUL, Ex STRANGELET) sind schon wieder zurück! Nur 1 Jahr nach ihrem ersten Album „Facing the Demon“ ist man schon wieder am Start mit dem neuen Album „A Test of Shadows“.
Von den Gründungsmitgliedern sind leider nur noch Sänger Stefan und Gitarrist Carsten Sauter übrig. Die beiden bilden aber ein eingeschworenes Duo!
Mit Oskar Schmidt, Suat Gören und Dieter Schenk wurde die Band wieder komplettiert um erneut auf der neuen Platte das musikalische Spektrum von Speed und Thrash der seligen 80er bis hin zu schweren und tanzbaren Midtempo-Hymnen und Nackenbrechern zu zeigen.
Klingt wie auch schon beim Debüt, nach ordentlich Abwechslung!
Horchen wir also mal direkt in den Openertrack „Sniper`s Death“ rein, nachdem das stimmungsvolle „Intro“ verklungen ist. Synthieklänge erwarten uns erstmal die aber relativ schnell von kraftvollen Thrash Metalriffs abgelöst werden.
Der Refrain ist schön melodisch gehalten und weiß direkt zu gefallen. Als erste Duftmarke ist der Song also schon mal mehr als ordentlich gelungen.
Bei „This is the End“ geht es dann nochmal eine Spur eingängiger und songdienlicher zur Sache, so dass wir hier dann den ersten Anspieltipp der Scheibe haben.
„My Crush“ verhallt dann irgendwie ein wenig nichtssagend, zu durcheinander ist hier die Songstruktur bzw. die Ausrichtung. Da hätte etwas mehr Linie und Geradlinigkeit gutgetan.
Aber dann kommt ein Mittelteil, der sich gewaschen hat! Der Titeltrack „A Test of Shadows“ macht den Anfang und fräst sich quasi in die Gehörgänge bevor mit dem intensiven „A Grave called Home“ Sänger Stefan zur Spitzenform aufläuft und das tolle „Falling Shadows“ diesen Plattenabschnitt sehr ordentlich abrundet.
Im letzten Drittel haben wir dann mit der Thrash Abrissbirne „No Deeper Hole“ und der abschließenden gefühlvollen Ballade „Stranded“ noch zwei Tracks die so richtig überzeugen können.
Vor allem Sänger Stefan zeigt hier erneut das er immer weiter an seinem Gesang arbeitet und hier vielleicht insgesamt seine beste und variabelste Leistung abliefert!

Anspieltipps:

„This is the End“, „A Test of Shadows“, „A Grave called Home“, und „Stranded“

Fazit :

Ganz klar, im Vergleich zum Debütalbum ist man hier wesentlich kompakter und auf den Punkt unterwegs. Man hat sehr starke Songs in der Hinterhand die zeigen welches Talent in der Band steckt. So ein bisschen finde ich sollte man sich aber so langsam mal auf einen Stil einigen. Variabilität ist zwar gut, aber so macht man es dem Hörer vielleicht etwas schwer!
Wie auch immer, hier haben wir es definitiv mit der bisher besten Leistung der Band zu tun. Eine starke Vorstellung insgesamt, die definitiv ihre Fans finden wird!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Sniper`s Death
03. This is the End
04. My Crush
05. A Test of Shadows
06. A Grave called Home
07. (We were) the Gods
08. Falling Shadows
09. You`ll See the Sun
10. No Deeper Hole
11. Stranded

Video zu “A Test of Shadows”:

Julian

THE WAYMAKER – The Waymaker

Band: The Waymaker
Album: The Waymaker
Spielzeit: 40:46 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Melodic Passion
Veröffentlichung: 25.09.2020
Homepage: www.thewaymakerband.com

Skandinavischer Melodic Metal geht irgendwie immer! Gut das es mit THE WAYMAKER und ihrem selbst betitelten Debütalbum neues Futter für die Fangemeinde der angesprochenen Musikrichtung gibt.
Und wer bei dem Bandnamen irgendwie an die Band NARNIA denkt, liegt hier gar nicht so falsch! Denn mit Christian Liljegren hat hier der Mastermind von NARNIA seine Finger mit im Spiel. Zusammen mit Jani Stefanovic (SOLUTION .45) und seiner Frau Katja Stefanovic bilden diese drei das Grundgerüst der Band.
Christian und Katja teilen sich den Gesang, was Fans von männlich/weiblichen Wechselgesang vermutlich jetzt schon die Freudentränen in die Augen treiben wird!
Aber auch sonst sollten Fans von so Bands wie RISING FORCE, STRATOVARIUS, MASTERPLAN oder KAMELOT mit christlichen Texten nun genauer lesen.
Als Opener wird uns der vorab veröffentlichte Titel und Bandtrack „The Waymaker“ präsentiert. Es geht sehr stimmungsvoll mit einer Art Cinematic Einleitung los bevor härtetechnisch so richtig die Post abgeht! Wow was für kraftvolle Riffs und Drums mir hier erstmal entgegen ballern, ich muss zweimal gucken ob ich die richtigen MP3 Files geöffnet habe!
Hätte ich so nicht erwartet und auch was in der Folge kommt hätte ich so nicht erwartet, ein Melodic Metal Sahnetrack der mit tollen zweistimmigen Wechselgesang aufwarten kann und noch dazu super eingängig ist.
Na dieser Auftakt ist ja mal mehr als gelungen und die erste Duftmarke definitiv gesetzt!
Auch das folgende „Kingdom of Heaven“ kann direkt gefallen und begeistern, nimmt es doch den Drive vom Vorgängersong absolut mit und führt in fort.
Nachdem es mit „Soldiers under Command“ eher in die Standardtrackrichtung geht weiß das folgende „Marching On“ wieder mehr zu gefallen, auch wenn es nicht ganz an die ersten beiden Sahnetracks ran kommt.
Danach folgt dann mit „Prophet`s Sign“ ein Instrumental was zwar in Ordnung geht, ich aber nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber ich habe ja eh schon immer so meine Probleme mit eingestreuten Instrumentalen ; )
Aber auf diese kleineren Durchhänger im Mittelteil kommen dann nun auch wieder in Form von „The Name Above all Names“, der tollen Powerballade „The Rain of Your Love“ und dem abschließenden „See the New Generation“ richtige Ohrbomben.

Anspieltipps:

„The Waymaker“, „Kingdom of Heaven“, „The Name Above all Names“, „The Rain of Your Love“ und „See the New Generation“

Fazit :

Wer auf christliche Texte, mitsingkompatiblen Melodic Metal und weiblich/männlichen Wechselgesang steht ist hier beim selbstbetitelten Debüt von THE WAYMAKER absolut richtig!
Klar erfindet man hier das Rad nicht unbedingt neu, aber die Scheibe ist einfach richtig gut und weiß insgesamt zu gefallen auch wenn es den ein oder anderen Durchhänger gibt.
Überzeugt euch am Besten unten selbst, da findet hier den geilen Openersong.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Waymaker
02. Kingdom of Heaven
03. Soldiers under Command
04. Marching On
05. Prophet`s Sign
06. The Name Above all Names
07. The Rain of Your Love
08. I am Substained
09. See the New Generation

Video zu “The Waymaker”:

Julian

CROWN OF GLORY – AD Infinitum

Band: Crown of Glory
Album: AD Infinitum
Spielzeit: 59:53 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 11.09.2020
Homepage: www.crown-of-glory.ch

Die Schweizer Melodic Metaller von CROWN OF GLORY rund um die Muther Brüder Henne und Markus lassen sich wirklich immer viel Zeit für ihre Alben! Da ist als Fan lange Geduld gefragt. Aber bislang gab die lange Entstehungszeit zwischen den Alben den Jungs recht und man konnte sich von Album zu Album steigern und jeder Diskus wurde bei Presse und Fans regelrecht abgefeiert!
So kam es wie es kommen musste und alleine die Ankündigung des neuen Albums „AD Infinitum“ ließ die Fans eskalieren und die Vorfreude war, nicht nur bei mir, groß. Kein Wunder man musste ja wieder 6 lange Jahre warten.
Nun kehren die Jungs aber zurück auf die Bildfläche und haben ihr vielleicht vielschichtigstes Album im Gepäck!
Von AOR über Rock bis hin zu Melodic und Power Metal ist alles vertreten und mit Seraina Telli (Ex BURNIN WITCHES) hat man auch eine geniale Gastsängerin mit an Bord.
Los geht es mit dem Albumopener „Emergency“ der erst mit einem kleinen Intro startet sich dann aber relativ schnell zu einem klassischen Melodic Metalsong mausert der auch direkt zu gefallen weiß.
Der erste richtige Hit kommt dann aber mit der Singelauskopplung „Something“ wo auch die angesprochene Gastsängerin Seraina zu hören ist. Ein geiler melodischer Track der vor allem aufgrund des tollen Wechselgesangs begeistert, weiter so!
Danach gibt es mit „Let`s have a Blast“ und dem atmosphärischen „Emporium of Dreams“ eher Standarmetal auf die Ohren der zwar direkt gefällt, aber nicht an den übermächtigen Vorgänger ran kommen.
Das schafft dann aber das anschließende, ruhige „Surrender“. Eine Ballade die einen wunderbar umschmeichelt und so schnell vom Gefühl her nicht mehr los lässt.
Bei satten 12 Tracks sind wir nun gerade erstmal genau in der Mitte angekommen wo uns „Infinity“ erwartet welches schön satt und abwechslungsreich aus den Boxen knallt.
Und apropos abwechslungsreich, das ist auch das anschließende „Glorious Nights“ welches mit Growleinschüben und Tempowechseln daher kommt aber trotzdem einen schön melodischen Chorus aufweist. Ungewöhnlicher Track, gefällt aber definitiv!
Nun scheinen die Jungs den Hitknopf gefunden zu haben! Denn mit „Make Me Believe“, „Master of Disguise“, dem vor allem im Refrain starken „What I`m Made Of“ sowie dem abschließenden „Say my Name“ reihen sich in der Folge Hit an Hit. Nur „Until I Made Of“ fällt da etwas ab und raus.

Anspieltipps:

„Something“, „Surrender“, „Glorious Nights“, „Make Me Believe“ und „What I`m Made Of“

Fazit :

Also ich muss schon sagen CROWN OF GLORY liefern auf ihrem neuen Album definitiv ab! Gerade auf den letzten Metern hauen die Eidgenossen nochmal so richtig in die Vollen und ballern uns einen Hit nach dem anderen auf die Ohren. Da sind der ein oder andere Standardmetaltrack im Mittelteil schnell verziehen!
Mit Sicherheit haben wir es hier mit einem der abwechslungsreichsten und überzeugendsten Melodic Metalalben des Jahres zu tun und auf jeden Fall ist dies die bisher beste Leistung der Band!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Emergency
02. Something (feat. Seraina Telli)
03. Let`s have a Blast
04. Emporium of Dreams
05. Surrender
06. Infinity
07. Glorious Nights
08. Make Me Believe
09. Master of Disguise
10. What I`m Made Of
11. Until I`m Made Of
12. Say my Name

Video zu “Something”:

Julian

JOHN NORUM – Total Control / Face the Truth / Another Destination (Re-Releases)

Band: John Norum
Album: Total Control / Face the Truth / Another Destination
Spielzeit: 58:26 min / 43:41 min / 54:43 min
Stilrichtung: Hard Rock / Melodic Metal
Plattenfirma: Roch Cndy Records
Veröffentlichung: (bereits erschienen)
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Das Publikum ist ja geneigt zu glauben, dass ein Musiker in erster Linie nach Ruhm, Bewunderung und dem ganz großen Rampenlicht strebt. Und wenn ein solch verehrter Mensch sich selber dann doch eher als Künstler und nicht als frei verfügbarer Dienstleister sieht, dann versteht der Konsument zumeist die Welt nicht mehr. Solch „verkopfte“ Herangehensweise mag man dann ja noch Proggern und Aternative-Schaffenden zugestehen. Was aber, wenn jemand aus dem weiten Bereich der etwas seichteren, oder sagen wir mal, kommerziellen Ausrichtung sich partout nicht mit den Spielregeln, die sich aus Labelforderungen, Publikumserwartungen und Genreregeln ergeben, arrangieren kann oder will? Dann geht das Kopfschütteln los … So geschehen, als sich JOHN NORUM, damals Gitarrist und Gründungsmitglied der schwedischen Hardrock Band Europe, auf dem Zenit des Erfolgs (also just als die Truppe mit „The Final Countdown“ weltweit wirklich massivst abräumte) selber aus dem Rennen nahm und Band sowie kreischende Menschenmassen weit hinter sich lies. Das war eigentlich kaum zu verstehen. Und auch für die Band stellte der Ausstieg des bekennenden Gary Moore Fans ein schwer zu lösendes Problem dar, denn NORUM galt schon damals durchaus als einer der herausragenden seiner Zunft. Wie es bei Europe weiterging, kann man hier nachlesen/hören. Uns beschäftigt heute der Output, den NORUM als Solokünstler nach seinem Abgang bei Europe veröffentlicht hat. Davon liegen nun die ersten 3 Alben in einer gewohnt liebevoll und detailliert aufgemachten Collector´s Edition aus dem Hause Rock Candy Records vor.

Total Control (1987)

Den Anfang macht hier das Solo-Debüt aus dem Jahr 1987, erschienen also nur ein Jahr nach dem von „The Final Countdown“ verursachten Erdbeben. Unterstützt von u.a. Marcel Jacob (Talisman) am Bass und Göran Edman (Yngwie Malmsteen und noch ungezählte andere Acts) bei einigen Songs am Gesang, bleibt NORUM zwar dem Genre treu, bringt aber eine gesunde Grundhärte ins Spiel, die bei seiner vorherigen Stammband auf der Strecke geblieben war. Die von NORUM´s Stiefvater Thomas Witt produzierte Scheibe hat mit „Let Me Love You“, „Love is Meant To Last Forever“ und dem Vinnie Vincent Cover „Back on The Streets“ einige starke Tracks zu bieten, litt aber seinerzeit an einem etwas schwachbrüstigen Klangbild. Dem wurde auf der vorliegenden Neuauflage effektiv entgegengewirkt – das Remastering bringt hier zur Abwechslung einmal tatsächlich eine spürbare Verbesserung, da das ursprünglich dünne Scheibchen merklich angefettet wurde. Nicht nur deshalb ist diese Neuauflage die wohl sinnigste der 3 hier vorgestellten, denn neben den gewohnt tollen Linernotes wurden der CD dann auch noch gleich 6 Bonus Tracks spendiert, bei denen vor allem die 5 Live Songs einen echten Mehrwert darstellen. Alles in allem geht für den geneigten Fan an dieser Neuauflage also kein Weg vorbei, wenn man diese Platte im besten Licht genießen will.

Face the Truth (1992)

Satte 5 Jahre dauerte es, bis NORUM die Zeit fand ein neues Album unter eigenem Namen einzutüten. Untätig war unser Held in der Zwischenzeit allerdings nicht, denn als Don Dokken einen Gitarristen für sein Solo-Debüt suchte, folgte NORUM dem Ruf in die USA und bildete dort, zusammen mit Peter Baltes (Accept), Mickey Dee (King Diamond, Motörhead, Scorpions) und Billy White (Watchtower) die Backingband für den Dokken Fronter. Das Ergebnis („Up from the Ashes“, 1990) stellt für mich persönlich (auch dank der formidablen Gitarrenarbeit von NORUM und White) eines der stärksten Alben des gesamten Genres dar und gehört in jede gut sortierte Sammlung. Das meine ich ernst – wer auf geile Gitarren, fette und transparente Produktion sowie Genre Hits am Fließband steht, muss diese Platte einfacg kennen. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag … Nachdem NORUM nach einer gemeinsamen Tour dem Don Dokken Tross wieder den Rücken gekehrt hatte, gelang es ihm mit Glenn Hughes (u.a. Deep Purple) ein echtes Schwergewicht zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. Das Resultat hört auf den Namen „Face the Truth“ und kann die bei Don Dokken gesammelten Erfahrungen nicht verbergen: dank einer fetten, relativ polierten Produktion drücken Songs wie der schmissige Opener/Titeltrack, das äußerst gelungene Thin Lizzy Cover „Opium Trail“ oder der mit Joe Tempest gemeinsam vorgetragene Melodic Rocker „We Will Be Strong“ ordentlich aus den Boxen. Über allem thront, neben Hughes´ markanter Stimme, natürlich die hervorragende, feurige aber immer geschmackvolle Gitarrenarbeit von NORUM, der alle Register zieht. „Face the Truth“ ist ein in sich absolut stimmiges und bestens gealtertes Werk, das auch heute noch vollends überzeugen kann.

Another Destination (1995)

Nach weiteren 3 rastlosen Jahren teilt sich NORUM auf „Another Destination“ dann den Gesang mit einem weiteren großen Namen aus der Szene: diesmal ist es Kelly Keeling der neben den Keyboards auch als Sänger an einigen Tracks beteiligt ist. Nach dem stark auf den US Markt schielenden „Face the Truth“ hat man das Gefühl, dass JOHN NORUM hier zum ersten mal richtig die Zügel loslässt und frei von der Leber weg losshreddert. In Songs wie dem groovebetonten Opener „Inside“ oder dem flotten Riffrocker „Half Way Home“ wird ausgiebigst soliert, als gäbe es kein Morgen. Da das Ganze in einem recht rohen, unpolierten hard/heavy Sound daherkommt (nicht zu verwechseln mit den lofo/Garagenproduktionen die man heutzutage gerne vorgesetzt bekommt), ist der Aggressionsgrad dieser Scheibe eine willkommene Abwechslung in der Diskographie des Schweden. Allerdings ist das Songwriting nicht ganz auf dem Level des superben Vogängers, so dass man „Another Destination“ zwar durchaus gehört haben sollte. Unterm Strich bleibt diese Platte aber weniger zwingend als die anderen beiden hier vorgestellten. Natürlich stellt das Remastering und, vor allem, die lesenswerten Linernotes, auch hier ein starkes Kaufargument dar.

Bei diesen Re-Relases ist eigentlich für jeden etwas dabei. Gitarrenfans werden mit den ungebremsten solistischen Ausflügen auf „Another Destination“ bestens bedient, Freunden von kernigem 80er Hardrock mit US-Schlagseite kann das runde „Face the Truth“ ans Herz gelegt werden und wer auf klassischen, melodischen Euro-Hardrock steht, der kommt an dem etwas ungestümen „Total Control“ schwer vorbei. Falsch macht man mit keinem der ersten 3 JOHN NORUM Alben etwas. Zugreifen.

WERTUNG:

Total Control (1987)

 

 

Face the Truth (1992)

 

 

Another Destination (1995)

 

 

Trackliste:

Total Control (1987)

01. Let Me Love You
02. Love is Meant To Last Forever
03. Too Many Hearts
04. Someone Else Here
05. Eternal Flame
06. Back on The Streets
07. Blind
08. Law of Life
09. We’ll Do What It Takes Together
10. In Chase of The Wind
11. Wild One (Bonus Track)
12. Free Birds in Flight (Live In Stockholm EP)
13. Eternal Flame (Live In Stockholm EP)
14. Don’t Believe A Word (Live In Stockholm EP)
15. Blind (Live In Stockholm EP)
16. Bad Reputation (Live In Stockholm EP)

Face the Truth (1992)

01. Face the Truth
02. Night Buzz
03. In Your Eyes
04. Opium Trail
05. We Will Be Strong
06. Good Man Shining
07. Time Will Find the Answer
08. Counting on Your Love
09. Endica
10. Still the Night
11. Distant Voices

Another Destination (1995)

01. Inside
02. Resurrection Time
03. Strange Days
04. Spirit Days
05. Shimmering Highs
06. Whose Side Are You On?
07. Sunshine of Your Love
08. Cataline Sunset
09. Half Way Home
10. Healing Rays
11. Jillanna

Mario

VANISHING POINT – Dead Elysium

Band: Vanishing Point
Album: Dead Elysium
Spielzeit: 59:37 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 28.08.2020
Homepage: www.vanishing-point.com.au

Es scheint mittlerweile Standard geworden zu sein das man auf die Alben der australischen Melodic Metaller VANISHING POINT etwas länger warten muss! Schon beim letzten Album „Distant is the Sun“ musste man 7 ganze Jahre warten, nun sind es 6 Jahre geworden!
Dieser Tage erscheint nun das lang erwartete neue Album „Dead Elysium“. In den 6 Jahren zwischen den Alben ging es mal wieder personell hoch her bei der Band und man hat mit Gaston Chin (Bass) und Damien Hall (Schlagzeug) zwei neue Mitglieder zu vermelden. Zusätzlich gab es auch die ein oder andere persönliche Schwierigkeit auf die wir hier aber nicht näher eingehen wollen.
Widmen wir uns lieber den Openertrack und gleichzeitiger Videosingle „Dead Elysium“. Hier fühlt man sich als Altfan direkt zu Hause. Stimmungsvolle Keys leiten die Nummer ein und man wird dann von den satten Riffs und der Melodic nur so überrollt.
Ein bombastischer Refrain ist ebenfalls an Bord von daher können wir hier relativ schnell den grünen Hithaken hinter machen! Auch die beiden folgenden Tracks „Count your Days“ und „To the Wolves“ können wir schnell zu den Hits zählen.
Die Jungs scheinen direkt zu Beginn richtig warm zu laufen, mal schauen ob sie dieses Niveau auch halten können? „Salvus“ und „The Fall“ im Anschluss sind dann nicht ganz so stark wie die Vorgänger, können aber nach wie vor begeistern.
Danach fällt das Niveau mit den etwas dahin plätschernden „Free“ und „Recreate the Impossible“ weiter etwas ab.
Erst mit den beiden letzten Songs „The Healing“ und „The Ocean“ steigt das Qualitätslevel wieder spürbar an. Ganz an die ersten Sahnetracks kommt man aber auch hier wieder nicht ran.
Abschließend wohl ein klarer Fall von Pulver zu früh verschossen?

Anspieltipps:

„Dead Elysium“, „Count your Days“, „To the Wolves“, „Salvus“ und „The Ocean“

Fazit :

Ein kleines Fazit steht ja schon in meinem letzten Satz. Es scheint so als ob die Jungs von VANISHING POINT in der zweiten Hälfte ihres Albums auf Nummer Sicher gesetzt hätten!
Die stärksten Songs sind daher ganz klar im ersten Teil der Scheibe zu finden und somit zieht das neue Album ganz klar den kürzeren im Vergleich zum bärenstarken Vorgänger.
Auch wenn wir hier natürlich noch von einem sehr ordentlichen und absolut empfehlenswerten Album sprechen können, das ist sonnenklar!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dead Elysium
02. Count your Days
03. To the Wolves
04. Salvus
05. The Fall
06. Free
07. Recreate the Impossible
08. Shadow World
09. The Healing
10. The Ocean

Video zu “Dead Elysium”:

Julian

IN FLAMES – Clayman (20th Anniversary)

Band: In Flames
Album: Clayman (20th Anniversary)
Spielzeit: 65:20 min
Stilrichtung: Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 28.08.2020
Homepage: www.inflames.com

Zum 30-jährigen IN FLAMES Geburtstag und 20-jährigen „Clayman“ Jubiläum haben sich die Göteborger genau überlegt, womit sich mal wieder Geld verdienen lässt. Nichts liegt daher näher, als das wirklich geile Album „Clayman“ neu aufzulegen und dazu noch ein paar „Clayman“-Klassiker neu aufzunehmen. Soviel sei schonmal gesagt, „Clayman“ ist immer noch allererste Sahne und durch das neue Soundgewand auch nicht von der Bettkante zu werfen. Auch das deutlich verbesserte Artwork der Jubiläumsedition mit seiner deutlich düstereren Ausgestaltung trifft es 20 Jahre später wahrlich besser als noch zur Jahrtausendwende. Zusammen mit dem 16-seitigen Booklet eine schöne Sache. Aber das war es dann auch schon.
Wirklich interessant wird es im hinteren Teil, den neu aufgenommen Klassikern. Und interessant ist nicht immer gut. Ja, IN FLAMES haben sich gewandelt. Wem die nicht ganz so geglückte Entwicklung seit Jester Strömblads Ausstieg aus der Band bisher nicht aufgefallen ist, wird es spätestens bei diesen Aufnahmen merken.
Als Übergang vom Klassiker zur Karikatur eines früheren Selbst fungiert „Themes and Variations in D Minor“, ein Streichmedley der bekanntesten „Clayman“-Melodien. Als Idee nicht schlecht, aber in der Umsetzung finde ich mich gefangen zwischen Lachen und Weinen. So hatte sich Jesper Strömblad seine Band im Gründungsjahr 1990 vermutlich nicht vorgestellt. Damals waren IN FLAMES noch wegweisend für die Göteborger Schule und wurden mit jedem Album besser und qualitativ hochwertiger. Doch jetzt, 30 Jahre danach ist von dem alten musikalischen Glanz der Jungens aus Schweden und dem noch vorhandenen guten Ruf nicht mehr viel übrig geblieben. Deutlich wurde es bereits bei diversen Live-Auftritten, in denen Sänger Anders Fridén ganz in weiß bekleidet sich lieber über sein im Regen stehendes Publikum lustig macht, anstatt seinen Fans einen glanzvollen Auftritt zu bereiten. Auch auf den Studioalben haperte es zuletzt an Einfällen und Qualität. Man verschrieb sich lieber dem leichten und seichten Weg zum Mainstream (s.a. https://www.rock-garage.com/in-flames-i-the-mask/). Das mag der Band finanziell gut bekommen zu sein, macht dem Fan aber Pipi ins Auge.
Dass es sich dabei nicht um einen Ausrutscher handelte, wird bei den neu aufgenommen „Clayman“-Tracks sehr gut deutlich. Was als ernstgemeinte Neuauflage gilt, wirkt wie ein müder Abklatsch, eine Karikatur der früheren Größe. Passenderweise startet der Abgesang mit „Only For The Weak“. Lieblos eingesungen konnte die Energie des Originals augenscheinlich nicht in die re-recordede Version gerettet werden. „Bullet Ride“ und „Pinball Map“ bleiben wenigstens aufgrund der nahezu originalgetreuen Arrangements hörbar. Bei „Clayman“ ist man immerhin der Doublebass treu geblieben, auch klingt Anders Fridén hier nicht mehr ganz so unbeteiligt wie in den vorherigen Songs und haucht der neuen Version zumindest etwas Leben ein.
Immerhin hat die Box noch das bereits erwähnte 16-seitige Booklet zu bieten und auch die remasterten Songs sind absolut hörbar, zudem ist und bleibt „Clayman“ ein Klassiker. Aber der fade Beigeschmack will einfach nicht weggehen. IN FLAMES haben sich aufgegeben und uns bleibt nur ein trauriges Kopfschütteln über den Abgang einer ehemals wegweisenden Band. Hauptsache, der Rubel rollt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Bullet Ride
02. Pinball Map
03. Only For The Weak
04. As The Future Repeats Today
05. Square Nothing
06. Clayman
07. Satellites And Astronauts
08. Brush The Dust Away
09. Swim
10. Suburban Me
11. Another Day In Quicksand
12. Themes and Variations in D Minor
13. Only For The Weak (re-recorded)
14. Bullet Ride (re-recorded)
15. Pinball Map (re-recorded)
16. Clayman (re-recorded)

Tänski