ANTONELLO GILIBERTO – The Strategy Of Chaos

Band: Antonello Giliberto
Album: The Strategy Of Chaos
Spielzeit: 56:24 min
Stilrichtung: Epic Symphonic Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung:
Homepage: www.antonellogiliberto.jimdo.com

AnNTONELLO GILLIBERTO – Der Gitarrist aus Sizilien war mir bislang unbekannt, aber was im Postfach landet wird eben mal gehört. Keine schlechte Entscheidung. Das dritte Album “The Strategy Of Chaos” ist zwar schon eine Weile lang draußen, aber das steht einer Rezension ja nicht im Wege, gerade weil ich das Gefühl habe, in Deutschland kennt den Jung praktisch niemand und das ist eigentlich schade, denn “The Strategy Of Chaos” ist insgesamt ein echt schönes Stück neoklassischer orchestraler Instrumental Metal, wenn man denn die obligatorischen lateinischen Chöre nicht mit einrechnet.
Die Produktion ist schonmal saftig. Was man ankreiden könnte ist die Tatsache, dass man den großflächig eingesetzten Orchestralkeyboards doch durchaus öfters mal anhört, dass sie eben aus der Dose sind, wenn auch bei weitem nicht aus irgendeinem X-beliebigen Entertainer-Keyboard. Es fällt eben auf, ist aber nicht wirklich problematisch.
Zum Stil: Mit seinen Kollegen Dino Fiorenza am Bass und Dalvo Grasso an den Drums macht Antonello modernen neoklassischen Power Metal, mit viel Gefrickel, schnellen dudeligen Doublebass-Passagen mit Cembalo (Kein neoklassisches Album ohne fixe Cembali), dicken Filmsoundtrack-Orchestern und ordentlich YNGWIE-Inspiration, aber auch moderner komponierten Abschnitten. Dazu kommen balladige Parts wie der Anfang von “Beata Beatrix The Beautiful Vision” und das verträumte “Forgotten Mists”, noch das Kitschig-Schmalzigste am ganzen Album und erfreulicherweise nicht besonders kitschig-schmalzig. Und dazu wiederum kommt eine ordentliche und sehr dominante Portion Härte und Düsterkeit. Die langsameren Midtempo-Parts sind dabei genauso heavy geworden, wie die schnell dreschenden, die knallenden Gitarren tragen ebenso wie die durchdringend bratenden Hörner und die treibenden Streichersynths ihren Teil dazu bei. Und Antonello liefert mit seinem Gitarrenspiel die schwarze Glasur für den Kuchen. Mag man am Anfang des Albums noch ein wenig skeptisch sein, weil gerade beim Opener einige Parts zu finden sind, bei denen er nicht komplett im Takt ist, erledigt sich diese Skepsis schon bei Track 2, denn ab diesem Zeitpunkt fallen solche kleineren Ungenauigkeiten (mir zumindest) praktisch nicht mehr auf. Antonello erweist sich als ein Meister verschiedener Stile, der das typische High-Speed-Pseudo-Bach-Gedudel ebenso lässig durchzieht wie bösere progressivere Passagen oder eskalative Soli (so bei “Iron Shadows On The Moon”).
Die Komposition bleibt natürlich ein wenig hinter den Leistungen seiner großen alten Vorbilder (Bach, Mozart, Vivaldi, Beethoven etc.) zurück, gerne verlässt sich Antonello auf eine Akkordfolge, die dann zumindest 50% des Songs bestimmt, aber das ist okay, solange die darauf komponierten Motive eine gewisse Eingenständigkeit haben. Und das haben sie doch zumindest häufig, man höre an dieser Stelle beispielsweise in das absolut geile “Wrath Of The Northmen” oder den lohnenden Bonustrack “Odissea Veneziana” rein. Und an den weniger spektakulär komponierten Stellen überzeugt “The Strategy Of Chaos” immer noch als episch-orchestrales Mittel zur Erzeugung von Gänsehaut.

Anspieltipps:
Generell eher die zweite Albumhälfte, die gegenüber der ersten nochmal ordentlich einen draufsetzt, “Iron Shadows On The Moon”, “The Strategy Of Chaos”, “Wrath Of The Northmen” und “Odissea Veneziana”

Fazit:
Ein Soloalbum, eine knappe Stunde lang, das kann anstrengend werden. Wenn man eine solche Platte dennoch als kurzweilig bezeichnen kann, muss der Künstler eine Menge richtig gemacht haben. Das ist bei Antonello der Fall. Symphonisch, düster, fett, beeindruckend gespielt, vielseitig und häufig stark komponiert. Wer mächtigen Filmsoundtracks und starkem Gitarrenspiel was abgewinnen kann, sollte mit „The Strategy Of Chaos“ eine ziemliche Vollbedienung in den Händen halten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Strategy Of Chaos
02. Threat And Redemption
03. Before The Battle
04. Beata Beatrix The Beautiful Vision
05. Artemisia’s Revenge
06. The Depths Of My Soul
07. Wrath Of The Northmen
08. Iron Shadows In The Moon
09. Forgotten Mists
10. Secrets From The Past
11. Alone In The Empty Space
12. Odissea Veneziana (Bonus Track)

Jannis

HOLLOW HAZE – Between Wild Landscapes and Deep Blue Seas

Band: Hollow Haze
Album: Between Wild Landscapes And Deep Blue Seas
Spielzeit: 50.52 min
Stilrichtung: Melodic Hardrock /Symphony Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 12.07.2019
Homepage: www.hollowhaze.com

HOLLOW HAZE – Between Wild Landscapes And Deep Blue Seas
Kompromisslosen Melodic Metal verspricht Gitarrist und Mastermind Nick Savio auf der mittlerweile siebten Studioarbeit der Italiener. Neu an Bord sind Drummer Paolo Caridi, aber vor allem der neue Sänger Fabio Dessi setzt mit seiner warmen Gesangsfarbe einen gelungenen Kontrast zur kühl produzierten Musik des südeuropäischen Quartetts und bereichert die Scheibe hörbar.
Sehr interessante Melodieführung sowie akzentuierter Einsatz von nicht ewig gleich klingenden Keys zeichnen dieses Album aus.
Die prägende, dominante Gitarre arbeitet sich durch die häufig variierenden Geschwindigkeiten der abwechslungsreichen Songs. Das ruhige, stimmungsvolle „I´ll Be there“ erreicht den Hörer ebenso wie die schnelleren, doublebassgetriebenen „Through Space and Time“ und „Resurrection“,Fabio Dessi hat mit allem keine Schwierigkeiten und trägt sie souverän ins Ziel. Die Songstruktur aller elf Stücke legt Wert auf einen eingängigen Refrain, der problemlos im Ohr bleibt.
Das Faible der Italiener für einen zumeist orchestralen Songeinstieg mag dem ein oder anderen etwas too much erscheinen, passt aber irgendwie ins Konzept.
Die Rythmusgruppe bestehend aus Paolo Caridi und Basser Davide Cestaro treibt punktgenau durchs Notengeflecht und lässt Nick Savio den nötigen Spielraum für seine detailreiche Gitarren- und Keyboard Arbeit, die sich mit jedem Durchlauf etwas mehr offenbart.
Betweeen Wild Landscapes and Deep Blue Seas hat nicht nur Knaller, aber alle Songs haben ihre Qualität und ein gutes Niveau und sind von Jacob Hansen erneut klasse gemastert sowie von Simone Mularoni gut abgemischt, sodass ein klarer, druckvoller Sound aus den Boxen knallt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Destinations
02. Oblivion
03. It´s Always Dark Before The Dawn
04. Through Space And Time
05. I Will Be There
06. The Upside Down
07. New Era
08. Different Sky
09 Resurrection
10. You Are my End and My Beginning
11. Behind The Wall

Rüdiger König

Link zu “ Oblivion”:

VISIONATICA – Enigma Fire

Band: Visionatica
Album: Enigma Fire
Spielzeit: 38:39 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 12.07.2019
Homepage: www.visionatica.de

Starker Symphonic Metal aus Deutschland das haben sich seit ihrem Debütalbum „Force of Luna“ 2016 auch VISIONATICA auf die Fahnen geschrieben! Angeführt von der stimmgewaltigen Sängerin Tamara Amedov brachten man damals ordentlich frischen Wind ins Genre und punktete auf ganzer Linie bei den Genrefans.
Lohn dafür war ein Plattendeal mit Frontier Records, worüber nun das zweite Album „Enigma Fire“ in den Startlöchern steht.
Die Band ist personell komplett unverändert und ruht sich nicht auf den bisherigen Lorbeeren aus, sondern legt musikalisch wie auch songwrtingmäßig auf dem neuen Album noch eine Schippe drauf!
Dies stellen wir direkt mit dem ersten richtigen Track „The Pharao“ fest, nachdem man das einleitende instrumentale Intro „Amari Sudbina Kali“ hinter sich hat. Symphonisch, verspielt aber dennoch genau auf den Punkt und absolut melodisch! Das sind die Glanzpunkte der Nummer, die sofort überzeugen kann.
Mit „Fear“ im Anschluss macht man ebenfalls nicht viel verkehrt, aber die absoluten Oberkracher folgen dann mit „Roxana, The Great“ und „Dance of Fire“. Hier stimmt einfach die Mischung aus Symphonic und Melodic zu 110 % und Fans dieser Stilrichtungen werden aus dem Jubeln nicht mehr herauskommen!
Mit dem anschließenden „To the Fallen Roma“ geht es dann wieder etwas mehr in die epische Ecke, was der Band aber auch absolut perfekt zu Gesicht steht.
„Incomplete“ ist dann die Ballade der Scheibe auf der natürlich Sängerin Tamara absolut glänzen kann. Die Nummer lädt wunderbar zum dahin träumen und abschweifen ein.
Leider, muss man bei der kurzen Spielzeit sagen, ist man nun schon bei den letzten beiden Songs angekommen. „Secrets of the Ancestors“ ist wieder Symphonic Metal pur und das abschließende „Rise from the Ashes” ist eine Power Ballade erster Güte geworden.
So wird ein überzeugendes zweites Album zielsicher und erstklassig abgeschlossen!

Anspieltipps:

„The Pharao“, „Roxana, The Great”, “Dance of Fire”, “Incomplete” und “Rise from the Ashes”.

Fazit :

Im Vergleich zum Debütalbum kommt das neue Werk quasi einen Quantensprung gleich! Das Ganze wirkt sehr kompakt und wie aus einem Guss. Schlechte Tracks gibt es hier nicht zu vermelden und man hat die ein oder andere Symphonic Metalperle im Gepäck.
Die Produktion ist ebenfalls sehr ordentlich und stimmig.
Einzig die doch sehr magere Spielzeit mag den Eindruck trüben und es fehlt vielleicht DIE absolute Übernummer!
Aber ansonsten kann das neue VISIONATICA Album jedem Genrefan als Kaufempfehlung mit auf den Weg gegeben werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Amari Sudbina Kali (Intro)
02. The Pharao
03. Fear
04. Roxana, The Great
05. Dance of Fire
06. To the Fallen Roma
07. Incomplete
08. Secrets of the Ancestors
09. Rise from the Ashes

Julian

Sinner News

SINNER mit neuem Album und erstem Video

AFM Records freut sich, die neue Video-Single „Fiesta Y Copas“ des deutschen Metal-Veteranen Sinner mit einem Gastauftritt von Ronnie Romero (Rainbow) präsentieren zu können.

Das neue herausragende Album „Santa Muerte“, das am 13. September 2019 von AFM Records veröffentlicht wird, ist das siebzehnte Studioalbum in seiner mehr als 35-jährigen Bandgeschichte.

Die offensichtlichste Neuerung zuerst: Auf Santa Muerte gibt es neben Frontmann Mat erstmals eine feste zweite Stimme bei Sinner. Die ist weiblich, stammt aus Venedig und hört auf den Namen Giorgia Colleluori. Mat: „Georgia ist mir schon mit ihrer Band Eternal Idol positiv aufgefallen, deshalb haben wir sie für ‚Rock meets Classic‘ als Backgroundsängerin verpflichtet. Während dieser Tournee habe ich gemerkt, dass Georgia auch zu Sinner perfekt passen würde. Also haben wir sie während einiger Konzerte in Australien, Japan und Deutschland testweise bei drei Klassikern auf die Bühne geholt. Die Reaktionen des Publikums waren der Knaller, damit war die Entscheidung gefallen, sie fest in die Band zu holen.“ Zumal die aktuellen Sinner-Songs durch Colleluoris stimmliche Reichweite eine neue Dimension bekommen und – laut Mat – „eine Reichweite, die mit mir allein nicht möglich gewesen wäre.“

Zweite Neuerung: Mit Ricky Warwick (Thin Lizzy, Black Star Riders) und Ronnie Romero (Ritchie Blackmore´s Rainbow) sind auf Santa Muerte zwei der zurzeit charismatischsten Sänger der internationalen Rockszene zu Gast. „Ricky habe ich ebenfalls im Zusammenhang mit Rock meets Classic kennengelernt“, erklärt Mat. „Wir haben häufig im Tourbus zusammengesessen, uns stundenlang unterhalten und sind dadurch echte Freunde geworden. Ricky ist ein ähnlicher Typ wie ich, bodenständig, ehrlich, ein wenig rau.“ Zum Einsatz kommt Warwicks einzigartige Stimme in ‚What Went Wrong‘, einer geradlinigen Rocknummer mit irisch angehauchtem Thin Lizzy-Appeal. Ronnie Romero wiederum, der in der ersten Single ‚Fiesta Y Copas‘ zu hören ist, fiel Sinner erstmals 2015 während eines großen Festivals in Italien auf, bei dem Mats Power Metal-Formation Primal Fear und Romeros spanische Band Lords Of Black auf der gleichen Bühne standen. Weitere Gäste auf Santa Muerte sind der schwedische Gitarrist/Co-Songwriter Magnus Karlsson (Primal Fear, Allen/Lande) in ‚Death Letter` und Backgroundsänger Sascha Krebs, der schon auf dem Vorgängerwerk Tequila Suicide (nahezu) alle Songs mit großartigen Chören veredelt hat.

Man hört bereits: Sinner liefern wie gewohnt auf höchstem Niveau ab, in einer Besetzung mit echten Könnern wie die Gitarristen/Co-Komponisten Tom Naumann und Alex Scholpp sowie Schlagzeuger und Neuzugang Markus Kullmann (Ex- Voodoo Circle). Produziert wurde Santa Muerte von Mat Sinner und co-produziert von Dennis Ward (Pink Cream 69, Unisonic, Gus G.), der die neue Scheibe auch recorded und gemischt hat. Nach der ersten Single ‚Fiesta Y Copas‘ (inklusive Video) werden Sinner zwei weitere Auskopplungen samt Videoclip veröffentlichen: ‚Last Exit Hell‘ erscheint am 16.08.2019, gefolgt von ‚Death Letter‘ am 06.09.2019. Alle weitere Fragen beantworten Sinner dann wie gewohnt lückenlos auf Santa Muerte oder aber während der Release-Shows ab September 2019 in imposanter Lautstärke.

TRACKS
Shine On * Fiesta Y Copas * Santa Muerte * Last Exit Hell * What Went Wrong * Lucky 13 * Death Letter * Craving * The Wolf * Misty Mountain * The Ballad Of Jack * Stormy Night

TOURDATEN
11.09.2019 – ESSEN – Turock
12.09.2019 – SIEGBURG – Kubana
13.09.2019 – MANNHEIM – MS Connexion Complex
14.09.2019 – BURGRIEDEN – Riffelhof
04.10.2019 – REGENSBURG – Eventhall Airport
05.10.2019 – REICHENBACH – Die Halle
06.10.2019 – BAMBERG – Live-Club

BLAZON STONE – Hymns Of Triumph And Death

Band: Blazon Stone
Album: Hymns Of Triumph And Death
Spielzeit: 48:13 min
Stilrichtung: Pirate Metal
Plattenfirma: Stormspell Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.facebook.com/BlazonStoneOfficial

(Gun)triggerwarnung: Das wird keine leicht zu ertragende Rezension und ich bitte darum, dass sie niemand meiner Freundin zeigt, sonst wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir getrennte Leute sind. Nun, da jeden Rezensenten beim Besprechen eines Pirate-Metal-Albums sofort das Bedürfnis überkommt, blöde Wortspiele ohne Ende einzufügen, gönne ich mir jetzt mal diese Rezension, um dieses Bedürfnis zu befriedigen. Wer das nicht ertragen kann, spring zum Fazit.

Leinen los: BLAZON STONE, das schwedische Bandprojekt um Cedrick Forsberg, sind im Genre lange keine Unbekannten mehr. Die legitimen (und vielleicht besseren) Nachfolger von RUNNING WILD liefern seit Jahren beständige Qualität und auch“Hymns Of Triumph And Death” verwüstet den sicheren Hafen in gewohnt guter Produktion. Mit Windstärke 12 in den Segeln ist man größtenteils im Uptempo-Modus unterwegs, bis auf einige Ausnahmen so konstant, als müsse man dringend noch Kiel holen gehen, während der Rewe in zehn Minuten schließt. Die Songs agieren konstant auf hohem Niveau, mit Riffs, die qualitativer sind, als es die aktuelle Umweltsituation vermuten ließe, eingängigsten Pirate-Metal-Melodien, die eine gesunde Distanz zum Hawaiihemd-Gummienten-Metal von Bands wie ALESTORM wahren, und zwischendurch ein paar Songs, die eher heavy als piratig ausfallen, beispielsweise “Iron Fist Of Rock”.

Das einzige Manko: Klar, die Melodien unterscheiden sich deutlich voneinander, doch der gewisse Yo-Ho-Faktor ist einem Großteil von ihnen gemein und sorgt mit der doch sehr durchgängigen Doublebass-Malträtierung des Rumsets (Ausnahme zum Beispiel der partytaugliche Stampfer “Blood Of The Fallen”) dafür, dass die Tracks im Nachhinein nicht mehr ganz voneinander unterscheidbar sind, weshalb man am Ende des Albums mit einem Ohrwurmmix diverser Refrains zurückbleibt. Was aber, muss man zugeben, meckern auf wirklich ziemlich hohem Niveau ist.
Und nichtsdestotrotz: Man wünscht BLAZON STONE wirklich, dass dieses Album ein paar hohe Wellen schlägt und vielleicht auch einige Charts entert. Inoffiziell und unauffällig aus dem Underground heraus haben sie das Genreruder eh bereits ein Stück weit an sich gerissen.

Anspieltipps:
„Ride High“, „Cheating The Reaper“ und „Heart Of Stone“

Fazit:
Okay, Klartext: Der einzige relevante Kritikpunkt an der Platte ist, dass sich das Konzept von BLAZON STONE über die zwölf Tracks ein bisschen ausreizt. Die Songs an sich sind grandios, aber in ihrer Machart eben doch so vergleichbar, dass sie im Nachhinein ein wenig verschwimmen. Als Gesamtes weiß man dann eben doch schon früh, was einen so ungefähr erwartet, als Kollektion einzelner Songs, die man vielleicht auch nicht alle hintereinander genießt, ist “Hymns Of Triumph And Death” jedoch ein fantastisches, professionelles und eingängiges Stück Pirate Metal, das trotz des streitbaren Genres ernstzunehmend ist und sich vor den etablierten “Mainstream”-Bands dieser Stilrichtung nicht nur nicht verstecken muss, sondern im Gegenteil BLAZON STONE durchaus noch mehr dazu verhelfen könnte, auf der Metallandkarte einen weiteren kleinen weißen Fleck auszufüllen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Heart Of Stone
03. Dance Of The Dead
04. Iron Fist Of Rock
05. Hellbound For The Ocean
06. Blood Of The Fallen
07. Cheating The Reaper
08. Slaves & Masters
09. Wavebreakers
10. Ride High
11. Howells Victory
12. Wild Horde

Jannis

HEADLESS BEAST – Phantom Fury

Band: Headless Beast
Album: Phantom Fury
Spielzeit: 61:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Housemaster Records
Veröffentlichung: 05.04.2019
Homepage: www.headless-beast.de

Was ja bei der Fertigstellung eines Albums gar nicht so irrelevant ist, wie man vielleicht annehmen mag: die Findung einer vernünftigen Songreihenfolge. Track 1 muss ballern, Track 2 kann etwas melodischer und langsamer sein, die erste Ballade darf frühestens Track 4 sein und wenn es zwei gibt, müssen mindestens zwei, drei Tracks zwischen ihnen liegen. Nach den Balladen müssen als Ausgleich wieder härtere Tracks folgen und der letzte Track muss nochmal herrausragend liefern. Auf keinen Fall dürfen sich am Anfang des Albums vier eher unspektakuläre Tracks befinden, spätestens dann macht nämlich ein Großteil der Hörer das Ding aus, weil er nicht damit rechnet, dass da noch was Krasses kommt.
Das ist so ein bisschen das Hauptproblem von “Phantom Fury”, dem zweiten Langspieler der fünf Ulmer von HEADLESS BEAST. Das nicht auf High-End-Level aber absolut stabil produzierte Album liefert auf zwölf Tracks und einer Stunde Spielzeit nach eigenen Angaben NwoBHM mit Teutonic-Metal-Anleihen. Kann man so stehen lassen, auch wenn der Fokus eher auf ersterem und auf Hard-Rock-Nuancen sowie ein wenig melodischem Thrash liegt.
Track 1 bis 4 sind dabei vergleichsweise klassisch. Track 1 ist wenig innovativer PRIEST-Metal, Track 2 auch eher konventionell (bis auf seine interessante sechstaktige Periodenarbeit), der dritte Track hat an Außergewöhnlichem einen entspannt rockigen Mittelteil als schönen Stilbruch parat und Track 4 übernimmt das Introriff von LORDIs “Chainsaw Buffet” und erinnert im weiteren Verlauf an Hard Rock der Marke AC/DC bzw. AIRBOURNE. Wirklich hängen bleibt von den Tracks aber nichts, sie sind schwer nach Genrekonventionen komponiert. Nett für nebenbei aber so auch schon oft gehört. Gut, dass es mein (unbezahlter) Job ist, jedes Album bis zum Ende durchzuhören, sonst wäre ich an der Stelle gewillt, “Phantom Fury” als Standardmaterial abzuspeichern und auf unbestimmte Zeit im Musikordner ruhen zu lassen – und damit wären mir und Euch einige Knaller entgangen, allen voran “Virtual Abyss”. Verdammt, Freunde, was eine Steigerung. Das Riff ist im besten Sinne übel, die Tonartenarbeit ebenso, der Refrain mit seinen geilen Backing Vocals auch. Das ist eine überraschende Steigerung der Kompositionsarbeit und plötzlich ist das Interesse wieder geweckt. Zurecht. Mit “Feed The Beast” und “The Darkness” kommen noch zwei kraftvolle, leicht balladige aber absolut ausreichend harte Rocker mit Ohrwurmpotenzial, “To The Grave” überzeugt mit feinem melodischen NwoBHM-Chorus (der wie auch andere der positiv hervorgehobenen an PRAYING MANTIS erinnert) und 1a darauf passendem Riff, und “Pray For Nothing” macht mit seinem OZZY-”No More Tears”-Gedenkriff und der liebevollen Durwendung im Refrain auch alles richtig. “Suicide Solution” ist simpel und sauer und “Black Reign” nochmal PRIEST im böse-schrubbigem und etwas thrashigen Gewand. Alles in allem: Auf “Phantom Fury” ist schon eher gewöhnliches Material dabei, das für’s nebenbei Hören geeigneter ist als für die konzentriertere Auseinandersetzung damit. Aber gleichermaßen finden sich auf dem Album auch ein paar ordentliche Brecher. Hat sich gelohnt, weiterzuhören!

Anspieltipps:
“Virtual Abyss”, “Feed The Beast”, “The Darkness”, “To The Grave” und “Suicide Solution”

Fazit:
Ein paar Songs auf nett gespielt-konventionellem 6,5/10er-Niveau, ein paar aber auch auf geil komponiert-grandiosem 9,5/10er-Niveau – Man sollte “Phantom Fury” nicht allzu voreilig als weitere höhepunktarme Genrekost abstempeln, denn nach dem ersten Drittel drehen die Jungs ordentlich auf. Entgegen meines ersten Eindrucks empfehle ich absolut, der Platte mal eine Chance zu geben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Phantom Fury
02. Resurrection
03. One Year In Hell
04. Used To The Evil
05. Virtual Abyss
06. Feed The Beast
07. Suicide Solution
08. To The Grave
09. The Darkness
10. World Of Fear
11. Black Reign
12. Pray For Nothing

Jannis

SOBER TRUTH – Psychosis

Band: Sober Truth
Album: Psychosis
Spielzeit: 42:58 min
Stilrichtung: Progressive Groove Metal
Plattenfirma: Eigen (TaktArt Records)
Veröffentlichung: 24.02.2019
Homepage: www.sober-truth.com

Da kam doch so mir nichts, dir nichts SOBER TRUTH über die Talentschmiede bei der Rock Garage eingetrudelt und ich dachte mir…. ‚Progressive Metal? Oooooch nööööööö….‘ Aber schon nach dem ersten Durchgang war ich nicht nur positiv überrascht, ich war begeistert!
Was die Siegburger mit „Psychosis“ raushauen, ist spannend, interessant, abwechslungsreich und mitreißend. Es werden so viele Genres gekonnt zusammengesetzt, das man bei jedem Lied in eine neue Stimmung bangt. Und genau das macht das mittlerweile 5. Studioalbum von SOBER TRUTH aus. Nicht umsonst handelt „Psychosis“ von der eigenen Realität, der Wahrnehmung des eigenen Umfelds und der Hinterfragung des eigenen Handelns. Das Album ist wie eine aufregende Achterbahnfahrt der Seele.
Schon der Opener „Solitude“ startet die rasante Fahrt. Düster-aggressiv kann sich Sänger und Gitarrist Torsten Schramm hier stimmlich schon direkt austoben. Und nicht nur er, auch die Basslines von Bassistin Jules Rockwell, das hämmernde Schlagzeug von Sam Baw und die Gitarre von Aaron Vogelsberg, der trotz seines jungen Alters wie ein erfahrener Gitarrero in die Saiten haut, kommen hier nicht zu kurz.
Schon der nächste Song „Arkados“ geht in eine andere Richtung und reißt einen mit seinem Groove, Double-Bass-Gehämmere, Gitarrensolis mit. Vorwärts immer, Rückwärts nimmer ist hier die Devise. „Dark Valley“ dagegen startet schon fast besinnlich melodisch und mausert sich während seiner Spielzeit schon fast zu einer epischen Hymne. Und es wird nicht einfach nicht schlechter. Während „Ode to Reality“ ebenso wie „Dying Dreams“ eher als Intermezzo und Wegbereiter für die nächsten Songs zu sehen ist, haut „Riven“ einen vollkommen um. Für mich einer der besten Songs auf „Psychosis“. Ein eingängiger Refrain zwischen dem sich der Rest der Band eindrucksvoll austoben kann.
Auch die nächsten Songs verlieren nichts von ihrer Intensität. Das basslastige Monster „Utopia“ löst das treibende „Horizon“ ab und leitet direkt zum nüchternen „Sober“ (Achtung Wortspiel) über. Es ist eine Re-Arranged Version aus dem Album „Locust ▽ Lunatic Asylum“. Eine gehörige Portion Dark Wave/Gothic mit regelrechten Ausbrüchen gibt es dann mit dem Titeltrack „Psychosis“. SOBER TRUTH haben hier ein kleines Meisterwerk geschaffen, dass man am liebsten nur noch rauf und runter spielen möchte, mit über 6 Minuten auch der längste Track des Albums. Einzigartig und einzigartig unberechenbar.
Den Abschluss bildet das bluesrockige „Collapsed“. Unplugged und energetisch bildet es den perfekten Abschluss für ein Album, das mit den Genres spielt ohne zu überstrapazieren. Alles scheint perfekt aufeinander abgestimmt, der variantenreiche Gesang kombiniert mit jugendlicher Frische und raffinierten Finessen, die das neueste Werk des Quartetts zu einem absoluten Hörerlebnis machen.
Was 2007 begann wird nun mit „Psychosis“ gekrönt, denn mit diesen 11 Songs haben die Siegburger ein deutliches Zeichen gesetzt. Experimentierfreudig, genreübergreifend, unkonventionell. So beschreiben sich SOBER TRUTH selbst und nichts davon ist übertrieben. Weit weg vom Mainstream, was es für die Band vermutlich schwerer macht, wird hier eine Eigenständigkeit gezeigt, die so viele andere Bands einfach vermissen lassen. Und genau dies ist die Stärke von „Psychosis“. Vielleicht nicht immer gefällig, aber mit Ohrwurmgarantie für alle, die keine Angst vor Stil- und Genremixes haben. Kompromisslos und kompromisslos gut. Hut ab, das habt ihr klasse gemacht!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Solitude
02. Akardos
03. Dark Valley
04. Ode To Reality (Instrumental)
05. Riven
06. Horizon
07. Utopia
08. Sober (ReArranged)
09. Dying Dreams (Instrumental)
10. Psychosis
11. Collapse Unplugged

Tänski

Thunder and Lightning News

Die Berliner THUNDER AND LIGHTNING haben Albumcover, Titel und die Trackliste ihres kommenden Albums „Demonicorn“ veröffentlicht. Der Release ist für Herbst 2019 angepeilt. Das Album wird erstmalig neben der CD und Digitalversion auch auf Vinyl erscheinen.

Die Band plant für Mitte Juli den Start einer Crowdfunding Kampagne, wo die Fans und solche, die es noch werden wollen, neben mehreren exklusiven Bonus Tracks und Merch auch einen Platz am Mikrofon auf einem der Songs abgreifen können.
Tracklist (CD / Vinyl / Download):

All Your Lies
Demonicorn
Demmin
The Temple of Death
God For A Day
Heaven’s Gate
Salt To The Wounds
Telltale Signs

Zum Artikel auf der Bandseite geht es hier entlang:
https://tnlmetal.de/metal/album-artwork-and-tracklist-revealed/

FORBIDDEN SEED – The Grand Masquerade

Band: Forbidden Seed
Album: The Grand Masquerade
Spielzeit: 68:55 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Stormspell Records
Veröffentlichung: 09.03.2018
Homepage: www.forbiddenseed.gr

FORBIDDEN SEED aus Griechenland hatten bei mir mit ihrem 2015er Debütalbum „From Sand to Eternity“ mächtig Eindruck geschunden. Leider verpasste ich im letzten Jahr das Zweitwerk „The Grand Masquerade“ aber durch Zufall kam ich jetzt doch noch in den Genuss der Promo so dass ich euch lieber Leser auch das zweite Werk, auf dem es noch düsterer zugehen soll, natürlich nicht vorenthalten will!
Mit Yannis Papadopoulos (BEAST IN BLACK) und Sverd T Soth (BATTLEROAR) hat man zwei bekannte Gäste mit an Bord, beim Opener „Intro“ treten beide aber noch nicht in Erscheinung, das Ganze ist aber wunderbar atmosphärisch und stimmungsvoll geraten. Ein guter Einstieg also um reinzukommen.
Mit dem anschließenden Titeltrack „The Grand Masquerade“ geht man dann auch direkt steil und auf Nummer sicher! Man tönt immer noch extrem nach ICED EARTH, was vor allem am Gesang liegt, und hat einen Ohrwurmchorus parat der das Ganze schön eingängig macht.
Über dasr wunderbar epische „Into Nevermore“ und „Labyrinth of Scars“, welcher ebenfalls wieder sofort überzeugen und punkten kann geht es in den Mittelteil der Scheibe der mit dem ordentlichen Instrumental „The Gathering“ und der Powerballade „Dreamspace“ aufwarten kann. Die restlichen zwei, drei Songs sind leider eher Standardmetaltracks die nicht besonders ins Gewicht fallen.
Dieser kleine Ausrutscher wird aber im letzten Teil der Scheibe wieder korrigiert denn hier hat man noch die ein oder andere Perle auf Lager.
Da hätten wir z.B. das epische, abwechslungsreiche „Siege of the Fallen“, „Heretic“ oder das abschließende stimmungsvolle Instrumental„The Wanderer“.
Somit haben wir insgesamt ein doch überzeugendes zweites Werk der Jungs von FORBIDDEN SEED dem man nur die etwas hölzerne Produktion, die auf der anderen Seite aber doch wieder seinen Charme hat, und die manchmal etwas ausufernden Tracks als Kritikpunkte vorhalten kann.

Anspieltipps:

„The Grand Masquerade“, „Into Nevermore”, “Labyrinth of Scars”, und “Siege of the Fallen”

Fazit :

Im Vergleich zum letzten Album haben sich die Jungs auf jeden Fall nochmal gesteigert! Zwar ist die Scheibe insgesamt doch vielleicht einen Tick zu lang geworden und der ein oder andere Song hätte etwas kompakter sein können, aber insgesamt stellt das neue Werk von FORBIDDEN SEED auf jeden Fall eine absolute Kaufempfehlung für Fans von ICED EARTH und etwas komplexeren Power Metal da.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. The Grand Masquerade
03. Into Nevermore
04. Labyrinth of Scars
05. Stealer of Dreams
06. The Gathering
07. Dreamspace
08. Crusade
09. Of Wrath and Blood
10. Night of Changes
11. Jester of Light
12. Siege of the Fallen
13. Heretic
14. The Wanderer

Julian