WONDERWORLD – III

Band: Wonderworld
Album: III
Spielzeit: 49:58 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Sliptrick Records
Veröffentlichung: 19.06.2018
Homepage: www.wonderworld.no

Mit „III“ legt uns das Trio WONDERWORLD ihr, na, genau 3tes Album vor. Gut, so kreativarm bei der Namengebung Ihrer Alben sind auch andere. Konzentrieren wir uns lieber darauf, was musikalisch auf dem dritten Langspieler der Truppe um den Labyrinth-Bassisten Roberto Tiranti sowie seine beiden Sidekicks Ken Ingwersen an der Gitarre (Street Legal) und Drummer Tom Fossheim (Live Fire) passiert. Da sich besetzungstechnisch nichts seit der letzten Scheibe („II„, 2016) getan hat, sind keine allzu großen Veränderungen im Bandsound zu erwarten, vor allem, da wir es hier grundlegend mit schnörkellosem, klassischen Hardrock zu tun haben. Dementsprechend knüpft „III“ auch relativ nahtlos den Vorgänger an.

Auf einzelnen Songs einzugehen ist hier ein wenig müßig – wie bei den vorangegangenen Veröffentlichungen haben die Jungs ein paar gut geschriebene und kompetent eingespielte Tracks auf die Platte gepackt. Aber auch weiterhin fehlt das gewisse Quäntchen, dass aus einer guten eine herausragende Scheibe macht. Im Vergleich zum Vorgänger fehlen mir auf dem aktuellen Album vor allem 2 Dinge: die Energie, die auf dem von mir noch hochgelobten und immer wieder gerne gehörten „II“ aus quasi jeder virtuellen Rille tropfte, sowie der absolut geile Gitarrensound, den 6-Saiter Ingwersen aufgefahren hatte. Auf „III“ geht es insgesamt eine Spur gemächlicher zu, es wird nicht mehr so geradeheraus gerockt sondern das Songmaterial ist mehr im bluesigen Midtempo angelegt und soundtechnisch ist mir die Chose ebenfalls einen Ticken zu trocken ausgefallen. Auf der Haben-Seite sind weiterhin die gnadenlos geilen Gitarrensoli zu verbuchen, irgendwo zwischen Nuno Bettencourt und Vito Bratta. Songs wie der flotte Rocker „Background Noises“, das schwer groovende „A Mountain Left To Climb“ oder das an Glenn Hughes erinnernde „Brand New Man“ können Freude bereiten und das Zusammenspiel der Truppe ist auf ebenfalls hohem Niveau. Dennoch kann mich „III“ nicht auf die gesamte Spielzeit so packen bzw. überzeugen wie der Vorgänger.

WONDERWORLD machen weiterhin ihr eigenes Ding und schaffen es dabei eigenständig zu klingen und dem ausgelutschten Genre des bluesigen Hardrocks eine eigene Facette hinzuzumischen. Im direkten Vergleich zum starken Vorgänger kann die neue Platte aber nicht ganz mithalten. Das mag für Fans des Genres meckern auf hohem Niveau sein. Ich wünsche mir für die nächste Scheibe der Jungs aber wieder ein wenig mehr Feuer unterm Popo sowie eine schmackhaftere Produktion.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Background Noises
02. Stormy Night
03. Big Word
04. Crying Out For Freedom
05. A Mountain Left To Climb
06. Brand New Man
07. Rebellion
08. The Last Frontier
09. Stay Away From Me
10. There Must Be More

Mario

MOB RULES Interview

Wir haben mal wieder das Tor der Rock Garage geöffnet und niemand Geringeren als Klaus Dirks, den Frontmann von MOB RULES eintreten lassen. Zwei Jahre nach dem hochgelobten „Tales From Beyond“ steht nun das neunte Album der Herren aus dem Norden, „Beast Reborn“, in den Startlöchern und Klaus weiß einiges nicht nur darüber zu berichten!

J.R: Hallo Klaus, schön, dass Du Dir die Zeit für uns nehmen konntest! Zuerst einmal die klassische Anfangsfrage: Was sagt Ihr zu „Beast Reborn“? Alles zu Eurer Zufriedenheit?

K.D: Auf jeden Fall, wir sind alle ziemlich stolz auf das Album und sehr gespannt wie es den Fans gefallen wird!

J.R: Die ersten Rezensionen zum neuen Werk kommen ja nun so langsam rein und sehen alles andere als schlecht aus. Wie groß war die Anspannung innerhalb der Band, ob „Beast Reborn“ die Erwartungen erfüllen kann, die nach dem letzten, insgesamt sehr positiv bewerteten, „Tales From Beyond“ an Euch gestellt wurden?

K.D: Definitiv groß, denn wir haben das Album noch mehr als bei der Tales eher aus dem Bauch entstehen lassen und uns diesmal keine Auflagen gemacht wie es werden soll. Es ist halt die Art von Musik, die wir gerne auch selber hören und da ist es dann umso spannender wie die Fans drauf reagieren.

J.R: Die Platte erscheint am 24. August. Machen wir die Leser mal ein bisschen heiß darauf und fragen ganz reißerisch: Jeder weiß, das neue Album ist immer das beste, das man als Band je gemacht hat. Warum ist „Beast Reborn“ noch besser als seine Vorgänger?

K.D: Es ist härter, es ist direkter, es ist verspielter und auch moderner würde ich sagen! Einfach noch mehr Metal als vorher, und dabei trotzdem auch vielseitig! Das sind doch gute Gründe, oder?

J.R: Was darf der Hörer denn textlich dieses Mal von Euch erwarten? Die Titel lassen vermuten, dass man es wieder mit einem Konzeptalbum zu tun hat!

K.D: Unser Keyboarder hat sich da wieder ziemlich ausgetobt! Es gibt Songs über Sagen und Mythen, wie z.B. die Gonger von Sylt und Amrum, Wiedergänger die auf hoher See gestorben sind und nach vier Generationen zurückkehren um ihre Nachfahren zu finden. Sie wollen Ihnen nichts böses, sondern wollen nur dass man sich an sie erinnert um dann ihren Frieden zu finden. Ein anderer Song handelt von dem Internetmysterium John Titor, der um das Jahr 2000 eine Menge Leute ernsthaft überzeugt hat, er sei ein Zeitreisender aus dem Jahr 2035. Dann sind wieder Songs über historische Ereignisse dabei: Der Stromkrieg zwischen Thoma Edison und Nikola Tesla, der zum Auftakt unserer modernen Welt geworden ist. Oder die Kinderkreuzzüge, eine traurige aber wahre Geschichte aus dem Jahr 1212, wo einem Jungen vermeintlich ein Engel erschien und ihm sagte, die Kreuzzüge können nur von Unschuldigen ohne Gewalt gewonnen werden. Er sollte daher eine Gruppe Kinder und Jugendlicher nach Jerusalem führen, da sich das Meer für sie teilen würde. In diesen armen Zeiten haben sich über 10.000 ihm angeschlossen, da sie sich ein besseres Leben erhofften. Kaum einer überlebte diese Reise und es ist in Zeiten wie heute ein gutes Thema um zu zeigen, wohin blindes Vertrauen für eine vermeintlich gute Sache führen kann. Literatur haben wir auch auf dem Album, mit einem Song über den “Hund von Baskerville” und dazu auch noch ein paar eher persönliche Songs. Das Best Reborn steht dabei eher für unser empfinden als Band, dass es gerade wie ein Neuanfang ist und dass es gut ist, mal alten Ballast abzuwerfen, das alte hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen. Dieses Thema zieht sich auch durch einige der Songs.

J.R: Die Release-Shows stehen an, anschließend geht es auf Tour mit Brainstorm. Worauf darf man sich freuen? Wird die Songauswahl bei beiden Touren weitgehend ähnlich? Gibt es noch einmal ein paar Songs, die live sonst nur selten gespielt werden?

K.D: Bei neun Alben gibt es mittlerweile eine gute Auswahl an Songs, das stimmt. Auf jeden Fall gibt es einiges vom neuen Album zu hören, gemixt mit einem Querschnitt durch alle Alben. Da sollte für jeden etwas dabei sein!

J.R: Inwiefern haben die Voting-Ergebnisse Eurer Beyond-The-Classics-Tour Enflüsse auf die Setlists Eurer nächsten Shows? Gibt es da jetzt ein kleines Dilemma, weil Ihr auf der einen Seite wisst, welche Songs live besonders gewünscht werden, während Ihr auf der anderen Seite, neben den Songs vom neuen Album, nicht immer die selben Songs spielen könnt?

K.D: Ich denke das ist eher gut! Jetzt wissen wir, worauf die Leute sich am meisten freuen und was auf jeden Fall gut ankommt! Und da jetzt eh neue Songs hinzukommen, wird es auf jeden Fall Abwechslung geben!

J.R: Apropos Live-Show: Ihr wirkt auf der Bühne nach einem sehr gut eingespielten Team und seid, seit Jan 2011 zu euch stieß, mit unverändertem LineUp unterwegs – abseits von Matthias, der ja ursprünglich nur temporär durch Sönke ersetzt wurde. Ist Matthias inzwischen offiziell raus aus Mob Rules? Oder besteht die Chance, dass er in Zukunft noch einmal vorbeischaut? Ein offizielles Statement dazu habe ich nicht gefunden.

K.D: Matthias hat sich eine Auszeit gewünscht kurz nach Veröffentlichung der Tales. Für uns ging es dann natürlich weiter, es stand die Tour an für die Sönke uns super ausgeholfen hat. Mittlerweile wissen wir, dass Matthias auch nicht zurückkommen wird, aber da gab es auch nie so den Moment an dem das feststand. Er spielt mittlerweile in einer neuen Bluesrock/Hardrock Band, daran sieht man eben auch dass die musikalischen Ziele mit der Zeit etwas auseinander gegangen sind.

J.R: Jetzt, wo Sönke offiziell Teil von Mob Rules ist, wie würdest Du seinen Einfluss auf Euren Sound und die Band insgesamt beschreiben?

K.D: Er ist ein ehemaliger Schüler unseres Gitarristen Sven. In der Hinsicht ist sein Stil recht ähnlich und die beiden harmonieren unglaublich gut zusammen. Das hört man Live, aber auch bei den Aufnahmen, wo sich beide die Soli geteilt haben. Jedes Solo ist quasi ein Gitarrenduell zwischen den beiden, das macht die Sache sehr lebhaft!

J.R: Ich habe das Gefühl, dass „Beast Reborn“ musikalisch ab und zu wieder verstärkt nach euren älteren Alben klingt. „Ghost of a Chance“ zum Beispiel hat etwas vom „Among The Gods“- oder „Ethnolution A.D.“-Album, kombiniert mit dem aktuelleren Sound der letzten zwei bis drei Alben. Absicht oder Fehleinschätzung meinerseits?

K.D: Da stimme ich dir zu, ohne dass wir diesen Weg bewusst gewählt haben. Aber ich denke auch wir haben ein wenig zu alten Stärken zurückgefunden, was mir persönlich auch sehr gut gefällt!

J.R: Zum Thema älterer Stoff: Im Boxset der neuen Scheibe findet sich unter anderem eine Bonus-CD mit zwei neu aufgenommenen Tracks, „Lord of Madness“ und „Sacred Heart“. Warum diese beiden Songs?

K.D: Wir haben die Ehre gehabt, Ronnie James Dio einmal zu treffen und wären sogar fast mit ihm auf Tour gegangen, bevor er leider verstorben ist. Er ist ein großes Idol von mir und ich wollte schon immer einmal einen Song von ihm aufnehmen. Lord Of Madness wurde für die erwähnte “Beyond The Classics” vom Publikum stark gewünscht. Wir haben ihn daher etwas modernisiert, was uns jetzt so gut gefallen hat, dass wir diese Version nochmal aufnehmen wollten.

J.R: Zu guter Letzt noch ein Blick in die Zukunft. Viel Zeit zum Ausruhen nach dem Release wird es für Euch wohl vermutlich nicht geben. Schließlich steht 2019 das 25jährige Bandjubiläum an. Gibt es schon ein paar Ideen, wie das gefeiert wird?

K.D: Ja, da wird es auch sicher etwas besonderes geben! Aber momentan stecken wir so sehr in der Vorbereitung des Release, dass wir noch keine Zeit hatten da etwas auszuarbeiten. Es gibt auf jeden Fall aber Ideen!

J.R: Herzlichen Dank Dir für das Interview! Viel Erfolg mit „Beast Reborn“ und den kommenden Shows und alles Gute für die Zukunft. Jetzt, zum Schluss, noch ein bisschen Platz für unbescheidene Eigenwerbung. Gib alles!

K.D: Ich danke dir auch! Und an alle die das hier lesen: Lasst euch das Beast nicht entgehen, ob auf CD, LP oder Live auf der Bühne! Wir freuen uns mit euch eine tolle Party zu feiern und euch ordentlich die Ohren durchzupusten!

Jannis

ARTIZAN – Demon Rider

Band: Artizan
Album: Demon Rider
Spielzeit: 33:11 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 17.08.2018
Homepage: www.artizanmetal.com

Nach 3 Jahren stehen die US Melodic Metaller ARTIZAN mit ihrem neuen Werk „Demon Rider“ in den Startlöchern. Das neue Album enthält wieder alles wofür die Jungs aus Florida bekannt sind: großartige Vocals, fantastische lyrische Bilder, majestätische Gitarrenriffs und ultra-eingängige Melodien. So vollmundig kündigt das Promosheet das neue Album auf jeden Fall an, wenn man ein Blick auf die Spielzeit wirft kommt einen das etwas hochgestochen vor, aber den Jungs von ARTIZAN ist nicht abzusprechen das sie bislang auf jedem Album eine sehr ordentliche Leistung abgeliefert haben, von daher lassen wir uns mal überraschen!
Als Gastmusiker ist hier am Bass Joey Vera (FATES WARNING) zu hören. Die restliche Band ist von der Besetzung her gleichgeblieben.
Starten wir also mal den Höreindruck mit dem Opener und Titeltrack „Demon Rider“ der erstmal verhalten und mystisch beginnt. Ein Sprecher vertont das Ganze noch zusätzlich was nochmal Stimmung mitbringt. Nach gut einer Minute nimmt das Ganze dann Fahrt auf und die anderen Instrumente kommen hinzu. Es entwickelt sich ein flotter Midtempotrack der ganz im Stile der bisherigen ARTIZAN Songs ist und jedem Fan direkt zusagen sollte.
Beim anschließenden „The Hangman“ geht es dann direkt zünftig zur Sache. Die Strophen sind hier zwar nicht besonders einfallsreich, das macht der Chorus aber absolut wieder weg. Insgesamt aber auch ein recht ordentlicher Track.
Wesentlich besser läuft dann wieder “Soldiers of Light“ im Anschluss in die Gehörgänge. Man ist hier schön abwechslungsreich unterwegs und hat erneut einen absoluten Ohrwurmchorus mit an Bord.
Es folgen zum Abschluss der Scheibe, ja wir sind schon am Ende, die Spielzeit ist dieses Mal doch etwas überschaubar, noch zwei überlange Tracks wobei der letzte Track „When Darkness Falls“ mit über 10 Minuten besser punkten kann. Hier ist man wieder schön abwechslungsreich unterwegs und es wird zu keiner Sekunde langweilig oder langatmig.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall „Demon Rider“, „Soldiers of Light“ und „When Darkness Falls“.

Fazit :

Oh je was ist denn bei den Jungs von ARTIZAN los? Die letzten Alben fuhren bei uns immer eine Punktzahl oberhalb von 9 ein und nun sind es nur solide 6,5 Punkte! Tja irgendwie wirkt das Album für mich irgendwie nicht so ausgereift wie die letzten Alben zuvor, obwohl man sich drei Jahre dafür Zeit genommen hat!
Davon zeugt auch die recht kurze Spielzeit wie ich finde.
Nicht das es falsch rüberkommt, es gibt durchaus sehr gute Tracks auf dem neuen Werk, aber im Vergleich zu den Vorgängeralben kann man hier absolut nicht mithalten, sorry Jungs!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Demon Rider
02. The Hangman
03. Soldiers of Light
04. The Endless Odyssey
05. When Darkness Falls

Julian

MAD MAX – 35

Band: Mad Max
Album: 35
Spielzeit: 45:34 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Steamhammer / SPV
Veröffentlichung: 10.08.2018
Homepage: www.madmaxofficial.de

35 Jahre erfolgreich im Sektor tätig zu sein, ein Kunststück, was längst nicht jeder Band vergönnt war. Mad Max um Mastermind Michael Voss, kann auf eine entsprechende Zeit zurückblicken. Hier und da gab es einen Besetzungswechsel zu verzeichnen, aber mittlerweile agiert man fast wieder in Originalbesetzung, also mit Jürgen Breforth und Schlagwerker Axel Kruse. Lediglich Thom „Hutch“ Bauer gilt als Mad Max Neuling, wobei auch er schon seit geraumer Zeit den Bass bedient. Umso origineller, dass man ihm mit „The Hutch“, quasi einen Song auf dem neuen Rundling gewidmet hat. „Beat Of The Heart“, die erste Single belegt einmal mehr die Qualitäten der Band auch Anno 2018. Melodisch aber mit gut arrangierten Instrumental Parts, nebst der markanten Stimme von Herrn Voss. Ganz zu schweigen vom sehr stilvoll produziertem Video zu besagten Song. Verlust an Spielfreude, nicht bei Mad Max. Sehr variabel ausgefallen ist das gesamte Material auf „35“. Mal druckvoll, dann wiederrum sehr melodisch, also alles was Mad Max über die Jahre ausgezeichnet hat, zeigt sich auch auf diesem Rundling in reichlicher Form vorhanden. Ohne Zweifel auch eine der großenStärken der Band, während der gesamten Band Historie. Als krönender Abschluss wurde der „Dokken“Klassiker „Paris is Burning“ gekonnt in Szene gesetzt. Ein sehr aussagekräftiges Album mit Anspruch auf einer der besten Silberlinge des Jahres 2018. Mit einem Wort „Pflichtkauf“, sowohl für Anhänger der seichten, wie auch etwas härteren Klänge im Melodic Sektor.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Hutch
02. Running To Paradise
03. Beat Of The Heart
04. D.A.M.N.
05. Snowdance
06. Thirty 5
07. Already Gone
08. False Freedom
09. Goodbye To You
10. Rocky Road
11. Paris is Burning

Bonne

Ethernity News

ETHERNITY: Die belgischen Melodic Progressive Metaller präsentieren “The Prototype”!

When ETHERNITY am 14. September mit “The Human Race Extinction” ihr neues Album vorstellen, wird sich der geneigte Fan mit einem umfangreichem, apokalyptischem Konzeptalbum höchster Qualität konfrontiert sehen.
„The Prototype“ ist einer der 14 enthaltenen Songs. Ein Lyric Video zu eben jenem Track ist jetzt online.

Manimal News

MANIMAL: Neue Single “Manimalized”!

Hat euch die schwedische Heavy Metal Band MANIMAL auch schon in ihren Bann gezogen? Dann dürfte „Manimalized“ zu eurer Hymne avancieren. Das Lyric Video zum Song ist jetzt verfügbar. Die nach „Black Plague“ zweite Singleauskopplung aus dem kommenden Album „Purgatorio“ (erscheint am 07. September) geht – wie man es von MANIMAL gewohnt ist – schön nach vorne und überzeugt mit knackigen Riffs und der ausdrucksstarken Stimme von Frontmann Samuel Nyman.

BATTLEROAR – Codex Epicus

Band: Battleroar
Album: Codex Epicus
Spielzeit: 54:57 min.
Stilrichtung: True Epic Metal
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 15.06.2018
Homepage: www.battleroar.com

Herzlich willkommen im True-Metal-Kitchen! Heute kochen wir zusammen BATTLEROAR mit “Codex” und extra “Epicus”.

Benötigte Utensilien:
Ein starker Sänger und eine souveräne spielfreudige Band
Eine fette Produktion
Der MANOWAR-Spirit-Fleischwolf

 

Zutaten:
Viele epische Hintergrundchöre
Redundant-geile Riffs
Fixe Soli
Ruhige Intros
Tempowechsel
Einige 6er-Takte

Zubereitung: Man drehe die genannten Zutaten durch den MANOWAR-Spirit-Fleischwolf und lasse sie vom starken Sänger und der souveränen spielfreudigen Band auf fetter Produktion servieren. Mahlzeit!

Klar, True Heavy Metal ist Geschmackssache. Was die fünf Griechen von BATTLEROAR auf ihrem nunmehr fünften Release “Codex Epicus” raushauen, demnach auch. Zudem ist das lange “We Shall Conquer” mit seinem stumpfen “Viermal die gleiche Zeile wiederholen, dazwischen je zwei Takte Gesangspause”-Refrain und dem über 50% des Songs ausmachenden Solopart vielleicht nicht der optimale Einstieg. Doch spätestens nach dem vergleichsweise ruhigen, von MANILLA ROADs unlängst verstorbenem Mark Shelton gesungenen “Sword Of The Flame” wird klar, warum die Jungs sich das Label “Epic Classic Metal” auf die Fahne geschrieben haben. “Codex Epicus” mag nicht wahnsinnig komplex sein, das Rad nicht neu erfinden und auch nicht mit den innovativsten Melodieideen daherkommen, aber es ist fett, beinhaltet ein Maß an Abwechslungsreichtum, das man bei diversen True-Metal-Bands vermisst und macht gerade ab der zweiten Albumhälfte Spaß – je nach individueller Toleranzgrenze, was Swords, Kings und Victory betrifft. Gerade die (inklusive lohnendem Bonussong) drei letzten Tracks liefern BATTLEROAR in Bestform, mit Refrains, die nicht nur durch die Chöre im Hintergrund auf episch getrimmt wurden, sondern auch mit Herz (aus Stahl) komponiert hörbare Eigenständigkeit beweisen.
Tatsächlich sind auch die längeren Songs (abgesehen von “We Shall Conquer”) erfrischend kurzweilig, beinhalten so viel Vielseitigkeit, wie es die engen Grenzen des Genres erlauben und langweilen – abseits der häufig recht ähnlichen Songstrukturen – kaum. Mag am Anfang die Angst vor dem tausendsten MANOWAR-Klon doch groß sein, so kann doch spätestens ab “Chronicles Of Might” bedenkenlos der last Ale geöffnet und das Pferd gesattelt werden.

Anspieltipps:
Eigentlich alles ab Track 3, abgesehen vielleicht von “Palace Of The Martyrs”

Fazit:
“Codex Epicus” ist Pflichtprogramm für jeden Freund des Genres. Bis zum Ende hin wird die Platte immer stärker und weiß Euch oftmals zu überraschen und zumeist bestens zu unterhalten. 10/10 für Euch und 5/10 für diejenigen, die mit True Metal ihre Probleme haben, denn die dürften das Ding zumindest weniger peinlich und stellenweise doch auch interessanter finden, als diverse andere Veröffentlichungen des Genres. Macht im Schnitt:

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Awakening The Muse
02. We Shall Conquer
03. Sword Of The Flame
04. Chronicles Of Might
05. The Doom Of Medusa
06. Palace Of The Martyrs
07. Kings Of Old
08. Enchanting Threnody
09. Stronghold (Bonus Track)

Jannis

MOB RULES – Beast Reborn

Band: Mob Rules
Album: Beast Reborn
Spielzeit: 57:33 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Steamhammer (SPV)
Veröffentlichung: 24.08.2018
Homepage: www.mobrules.de

Da möchte man die Rezension zu MOB RULES‘ neunter Platte “Beast Reborn” mit einem Satzanfang der Marke “Nach ihrem letzten, ziemlich erfolgreichen und hochgelobten Album…” beginnen, googelt mal aus Interesse die Chartplatzierungen der letzten Veröffentlichungen der Band und muss feststellen, dass die sechs Jungs aus dem Norden ohne Scheiß noch nie einen Platz in den Albumcharts hatten. Freunde, was ist da denn schiefgelaufen? Seit Album Nr. 1 haben die Oldenburger Power-Metal-Qualität vom feinsten rausgehauen, ohne auch nur ein schwächeres Album, promotet durch Liveshows, die energiegeladener und besser gespielt kaum sein könnten, und das kommt dabei rum? Gut, was nicht ist, kann ja noch werden.
“Beast Reborn” lässt, so viel kann man guten Gewissens sagen, keine Wünsche des treuen MOB-RULES-Fans offen. Die Produktion, gemastert von Jens Bogren, ist gewohnt jensbogrig. Klar, druckvoll und auf der Höhe seiner Zeit knallt das Ding aus den Boxen, mit einem Klaus Dirks in stimmlicher und dem Rest der Band in spielerischer Bestform. Der Sound der Band ähnelt durchaus dem Vorgängeralbum, ist insgesamt aber etwas straighter, dabei jedoch weiß Gott nicht weniger dicht und intensiv, ohne überladen zu wirken.
Nach dem obligatorischen Orchestralintro verdeutlicht dies “Ghost Of A Chance” unmittelbar. Klingt der Track zu Beginn noch vergleichsweise abgespeckt, so erledigt sich dies spätestens im Prechorus, dem der erste Ohrwurmrefrain des Albums folgt. Dass die MOBs Refrains immer noch beherrschen, zeigt sich im Anschluss mit “Shores Ahead”, dessen Strophe leicht an “Children Of the Flames” erinnert, bevor “Sinister Light” mit einem wunderbaren Mittelteil und leiser E-Orgel im Background überzeugt. “War Of Currents”, mit über acht Minuten der längste Song des Albums, trägt Züge längerer aktueller MAIDEN-Songs und baut sich über die ersten balladigen Minuten langsam auf, bis schließlich der Midtempobanger-Hauptpart über den Hörer im besten Sinne hereinbricht. Nach den Backing Vocals am Ende besteht dann auch kein Zweifel mehr daran, dass diese tatsächlich von ORDEN OGANs Seeb aufgenommen wurden.
Mit “The Explorer” wird’s dann noch dezent piratig und “Revenant Of The Sea” liefert ein herrliches Wechselspiel zwischen ruhigen Parts (inklusive ein wenig E-Drum-Einsatz) und dem Bösesten, was man von MOB RULES seit längerem gehört hat. Zum Schluss erweist sich dann “Way Back Home” als weiterer Hit, mit rockigem Riff während der Strophe und einem weiteren starken Refrain.
Um letztendlich auch mal etwas negative Kritik zu geben: Der letzte Track, die Ballade, ist doch schon sehr seicht kitschig und zudem ein Duett mit Gastsängerin. Hört man zwar nicht zum ersten Mal von MOB RULES, das ändert jedoch nichts daran, dass man während des Songs ab und zu mal zu leichtem Schaudern tendiert. Aber es soll ja Leute geben, die sowas mögen.
“Beast Reborn” ist eines dieser Alben, die man problemlos nebenher hören kann, doch die wahre Qualität der Scheibe verdeutlicht sich erst beim bewussten Zuhören. Das Ding ist fett, extrem eingängig, dabei allerdings keinesfalls das billige Power-Metal-Fastfood, das in den letzten Jahren doch recht häufig auf dem Plattenteller gelandet ist. Mit Klaus Dirks am Mic, einem der besten deutschen Metalsänger, einer nicht minder guten Instrumentalfraktion und außerordentlichen kompositorischen Skills sind MOB RULES auch nach 24 Jahren immer noch am Ball, wie kaum eine andere Band, reproduzieren nicht den alten bewährten Kram, sondern blasen nach wie vor mit jedem Album eine frische Brise Nordwind in den deutschen Power Metal.

Anspieltipps:
“Ghost Of A Chance”, “War Of Currents”, “Way Back Home” und “Revenant Of The Sea”

Fazit:
Klingt die Rezension ein wenig zu hypend? Nun, es bleibt jedem Hörer natürlich selbst überlassen, sich ein Bild von der Geschichte zu machen. Meine Prognose: Viel besser wird’s dieses Jahr nicht mehr. Und jetzt kauft das Ding in die Albumcharts!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Beast Reborn
02. Ghost Of A Chance
03. Shores Ahead
04. Sinister Light
05. Traveller In Time
06. Children’s Crusade
07. War Of Currents
08. The Explorer
09. Revenant Of The Sea
10. Way Back Home
11. My Sobriety Mind (For Those Who Left)

Jannis

CHRIS CAFFERY – The Jester’s Court

Band: Chris Caffery
Album: The Jester’s Court
Spielzeit: 58:06 min.
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 27.07.2018
Homepage: www.chriscaffery.com

CHRIS CAFFERY ist auch einer von denen, die viel herumgekommen sind. Bei SAVATAGE und TRANS SIBERIAN ORCHESTRA sah und hörte man ihn, zuletzt auf der Reunion-Show in Wacken, ebenso bei DORO, CIRCLE II CIRCLE und anderen. Nicht zuletzt veröffentlicht Chris seit 2004 auch Soloalben, wie sich das für einen guten Gitarristen gehört, unter seinem Namen. Sein neuster Streich hört auf den Namen “The Jester’s Court” und vereint über zwölf Songs namhafte Musiker von TSO und SAVATAGE sowie Brian Tichy von WHITESNAKE/FOREIGNER und Alessandro Del Vecchio von JORN/VOODOO CIRCLE.
Die Produktion wurde, ebenso wie das Einspielen der Lead und vieler Background Vocals, der Gitarren, einiger Keyboards und des Basses (abgesehen von den Gastmusiker-Parts), von Chris höchstpersönlich übernommen. Das Ganze kann sich recht gut hören lassen. Grund zur Kritik bieten primär die Drums, die oftmals etwas zu präsent und aggressiv im Vordergrund stehen, und einige Keyboards. Wenn man sich schon entschließt, von jedem Instrument, das man per Keyboard umsetzen möchte, nur den erstbesten Standardsound zu nehmen, dann sollte man diese Sounds nachträglich zumindest noch etwas anpassen. So gut die Keys auch gespielt sein mögen: Der ewig gleiche, hohe und eher billige Streichersound (als Beispiel) geht einem doch nach ein paar Songs echt auf den Sack, zumal er auf “The Jester’s Court” exzessiv verwendet wird. Jut, abgesehen davon ist die Produktion hart und aggressiv und passt durchaus zu Chris‘ Reibeisenstimme.
Musikalisch ist das Werk dann aber doch echt schmackhaft. Gleich “Upon The Knee”, der erste Track, gibt voll auf die Zwölf, mit verhältnismäßig unmelodischem Gesang, trompetenden Gitarren und Doppelbass. Souveräner Einstieg! “1989” beruhigt sich dann anschließend ein bisschen, eskaliert aber komplett am Ende des wahnsinnig geilen, geil wahnsinnigen Soloparts und macht Platz für “Lost Tonight”, die unkitschig-böse und gegen Ende immer intensiver werdende Neun-Minuten-Powerballade.
“Magic Man” ähnelt dem gleichnamigen Energydrink: bisschen billig, gibt aber ordentlich Power. Richtig stark wird es beim Instrumental “Luna Major”, mit von zappeligen Drums getragenem fixen Tempo und einem Wechsel aus E-Orgel- und Gitarrenparts. Und “The Feeling Of A White Lie” entpuppt sich als schwer stampfender, sehr fetter Unteres-Midtempo-Track mit coolem Einsatz der Background Vocals. Das Teil ist so laid back, wie er es bei der Schwere nur eben sein kann. Am Ende wieder Streichergequietsche. Herrje…
“Checkmate” leitet schließlich den Titeltrack ein, der mit klassischen SABATON-BummZapp-Drums (Ihr wisst, was ich meine, ne?) daherkommt, ordentlich treibend und mit starkem Mittelteil. Danach noch “Baby, You And I”, balladig, etwas kitschig, auf Gesangs-, Keyboard- und Bassbasis. Joah.
Zwischen alldem gibt es noch ein paar Songs, die zwar nicht schwach sind, die Qualität der genannten (außer des letztgenannten) jedoch nicht ganz erreichen. Insgesamt starke Sache mit ein paar Abstrichen.

Anspieltipps:
“Upon The Knee”, “Luna Major”, “The Feeling Of A White Lie” und “Watch”

Fazit:
Fans von TSO und SAVATAGE müssen “The Jester’s Court” natürlich eine Chance geben. Fans von aggressivem und vielseitigem Heavy Rock ebenso. Ein wenig mehr Eingängigkeit und ein wenig mehr Arbeit an der Produktion hätten die Scheibe etwas runder gestaltet, gerade hinsichtlich der Keyboards. Wen sowas stört, der orientiere sich an folgender Wertung:

 

 

Wer hingegen über sowas hinwegsehen kann und sich beim Hören eher auf Komposition und spielerisches Talent konzentriert, der findet in “The Jester’s Court” vielleicht kein Werk für die Ewigkeit, jedoch ein echt spaßiges Album, das locker

 

 

verdient hat.

Trackliste:

01. Upon The Knee
02. 1989
03. Lost Tonite
04. Magic Man
05. Protect My Soul
06. Inside My Heart
07. Luna Major
08. Watch
09. The Feeling Of A White Lie
10. Checkmate
11. The Jester’s Court
12. Baby, You And I

Jannis