ASTRAL DOORS – Worship or Die

Band: Astral Doors
Album: Worship or Die
Spielzeit: 53:22 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.astraldoors.com

Meine Huldigung an ASTRAL DOORS habe ich nun oft genug in meinen Rezis zum Ausdruck gebracht! Daher sage ich dieses Mal einfach nur die Jungs rund um Sänger Nils Patrik Johansson sind einer meine Alltime Faves, Punkt fertig : )
Knapp zwei Jahre nach dem doch recht düsteren Album „Black Eyed Children“ erscheint nun das neue, mittlerweile neunte Album der Band mit dem Namen „Worhsip or Die“.
Nach eigenen Angaben ist es das melodischste seit dem 2007er Werk „New Revelation“ aber gleichzeitig wohl auch das härteste Album!
Na das klingt doch schon mal nach tollen Voraussetzungen an die starken letzten Veröffentlichungen anzuknüpfen!
Mit der Videosingle „Night of the Hunter” wird die neue Scheibe eröffnet. Flott, melodisch und bei weiten nicht so düster wie es der Titel vermuten lässt bahnt sich der Opener direkt seinen Weg in die Gehörgänge und bleibt dort erstmal ordentlich haften. Ein Einstieg nach Maß also.
Und melodisch geht es direkt weiter beim anschließenden „This must be Paradise“ bevor es beim folgenden Titeltrack „Worship or Die“ wesentlich epischer wird. Kraftvoll und stampfend bahnt sich die Nummer ihren Weg und wandert direkt auf unsere Hitliste. Hier kommt Sänger Nils Patrik seinem großen Vorbild DIO stimmlich und auch von der Gesangsstruktur her sehr nahe, das sollte man sich als alter DIO Fan nicht entgehen lassen!
Im anschließenden Mittelteil folgt dann auch Hit auf Hit. „Concrete Heart“ ist ein straighter Rocker dessen Chorus man schon nach Kurzem nicht mehr aus dem Kopf bekommt, „Marathon“ und „Desperado“ sind dann eher von der epischen Sorte die aber auch absolut melodisch gehalten sind und sich in die schon beachtliche Livefavoritenliste gekonnt einreihen. Bald muss die Band wohl 2 Stunden Konzerte geben : )
Die abwechslungsreiche Hitfahrt ist aber noch lange nicht zu Ende und die Band zeigt auch in der zweiten Hälfte der Scheibe das sie ihr Pulver noch lange nicht verschossen haben.
Beispiele gefällig? Nichts leichter als das! Der Epicbrecher „Light at the End of the Tunnel“, das Epic/Bombastfeuerwerk “St. Petersburg”, der flotte Melodickracher “Let the Fire Burn” und das abschließende, eher wieder epische “Forgive Me Father”. Also eigentlich alles was uns im zweiten Plattenabschnitt so geboten wird!
DAS denke ich mal sagt schon viel über die Qualität der gesamten Scheibe aus!

Anspieltipps:

„Night of the Hunter“, „Worship or Die“, „Marathon”, “Desperado” und “St. Petersburg”.

Fazit :

ASTRAL DOORS sind mittlerweile echt eine Bank! Man weiß einfach was einem bei einem neuen Album erwartet, sowohl von der Qualität als auch vom musikalischen hergesehen.
Beides ist mittlerweile auf einem ganz hohen Level angekommen. Die neue etwas härtere und doch melodischere Ausrichtung kommt sehr gut rüber und man merkt auch das man mit nun zwei Gitarristen wesentlich variabler unterwegs ist!
So gibt es von mir auch dieses Mal wieder eine sehr hohe Bewertung, etwas besser als beim letzten Mal.
Es ist nach wie vor eine Schande das die Band nicht der Ruhm zu Teil wird den sie mittlerweile mehr als verdient hat!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Night of the Hunter
02. This must be Paradise
03. Worship or Die
04. Concrete Heart
05. Marathon
06. Desperado
07. Ride the Clouds
08. Light at the End of the Tunnel
09. St. Petersburg
10. Triumph & Superiority
11. Let the Fire Burn
12. Forgive me Father

Julian

DARK BLUE INC. – Linked to Life

Band: Dark Blue Inc.
Album: Linked to Life
Spielzeit: 47.25 min
Stilrichtung: Heavy Prog
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 26.04. 2019
Homepage: www.facebook.com/DarkBlueIncorporated/

DARK BLUE INC. – Linked to Life

Nachdem das Info Sheet zum DARK BLUE INC. Debütalbum „Linked to Life“ außer der illustren Mannschaftsaufstellung keine weitreichenden Infos bereithält, heißt es, genau hinzuhören, was die 2018 vom Bonfire und Sainted Sinner Gitarristen Frank Pane´gegründete Band zu bieten hat.
Blues orientierter Heavy Prog steht auf der Karte und genau das wird auch kredenzt. „Dark Blue Overture“ gibt die sechsminütige instrumentale Vorspeise.
Der getragene Keyboardklangteppich geht kurz über in einen schön gespielten pinkfloydschen Gitarrenpart bevor das Ganze dann instrumental Geschwindigkeit aufnimmt. Dem Intro fehlende Eingängigkeit vorzuwerfen macht keinen Sinn im progressiven Genre, vielmehr geben Musiker wie Andrea Vergori (keys), Harry Reischmann (ex-Bonfire, drums) oder Hal Patino (ex-King Diamond, bass) ihre Visitenkarten ab.
Das kreative Output Pane´s wird zum ersten Mal gesanglich serviert mit „Time will never wait“. Mit Göran Edmann (ex Y.Malmsteen) ist die Truppe im Besitz eines prominenten, erfahrenen Sängers, der der instrumentalen Verspieltheit gradlinige Gesangslinien entgegensetzt. Vokale Unterstützung erhält er bei der Nummer von Pane´s Gattin Lydia, die Akzente zu setzen weiß.
Das auf „Linked to life“ natürlich in erster Linie außergewöhnliche Gitarrenarbeit angeboten wird, liegt auf der Hand, trotzdem lässt die Scheibe allen involvierten Musikern viel Spielraum und Gelegenheit sich einzubringen ohne instrumental zu eskalieren.
Die einzelnen Stücke besitzen viel Variantenreichtum, sei es durch unverhoffte Tempi- oder Stimmungswechsel. Überhaupt wirkt das Ganze niemals langweilig oder aufgesetzt.
Sehr atmosphärisch wird es im Keyboard Intro zum Titeltrack,bevor Pane´wieder federführend das Ruder übernimmt, und sich auch nicht scheut, auf Stücken wie „Sacred Sin“ branchenfremde Flamenco Versatzstücke einzubauen.
Auch wenn „Dark Blue Sea“ mit Schlagzeugikone Ian Paice sicherlich ein starkes Stück darstellt, ein Highlight der Scheibe bietet„Cold is the Night“, in dem Edmann einfach klasse singt.
Auf dem sehr ruhigen, abschließenden „Islands of Thoughts“ überzeugt uns Frank Pane’noch einmal auf der Akustikgitarre.

Alles in allem liegt hier ein feines Progrock Debüt vor, der auf weitere interessante Outputs von DARK BLUE INC. hoffen lässt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dark Blue Overture
02. Time Will Never Wait
03. Karma Machine
04. Deep Blue Sea
05. Linked To Life
06. Sacred Sin
07. Cold Is The Night
08. Islands Of Thoughts

Link zum Video “Deep Blue Sea” feat. Ian Paice :

Rüdiger König

TALENTSCHMIEDE: Basement Prophecy

Band:
Basement Prophecy

Gegründet:
2018

Herkunft:
Deutschland, Saarland

Mitglieder:
Michael Müller, Frank Beck, Tommy Laasch,

Stil:
Heavy Metal/Power Metal

Veröffentlichungen:
EP 2019

Einflüsse:
Dio, Judas Priest, Iron Maiden, Blind Guardian,Gamma Ray, Kiss, Running Wild

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Das Ganze live auf die Bühne bringen, einen Plattenvertrag bekommen und reich werden. 😉

Was als nächstes kommt:
Vielleicht ein Album? Das Universum wird es schon richten…

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Die durchweg positiven Resonanzen auf die EP. Einfach fantastisch!

Unser peinlichster Moment, so es denn in der kurzen Bandgeschichte schon einen gab:
Gab es zum Glück noch nicht, kommt aber bestimmt noch.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Mit Ronny James Dio und John Lennon, die leider nicht mehr unter uns sind, um ihnen für ihre geile Musik zu danken.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Mit Kiss.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Das Live-Erlebnis und die Nähe zum Publikum.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Die verrückten Musiker auf einem Haufen.

Online:
www.basement-prophecy.de
www.facebook.com/BasementProphecy

Musik:
www.soundcloud.com/user-648417620

Live-Dates:
Noch keine, aber wer weiß…?

STEEL NIGHT – Fight Till The End

Band: Steel Night
Album: Fight Till The End
Spielzeit: 44:28 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.facebook.com/SteelNightOfficialMx

Der Wacken Metal Battle ist ja durchaus ein Garant für qualitativen Output. 2018 konnten sich STEEL NIGHT als Sieger des Mexico-Battles behaupten und durften demnach in Wacken spielen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Auftritt ziemlich gelungen war. Klassischer Heavy Metal ohne großes Tamtam, stark gespielt, feine Sache. Nun steht das Debutalbum der fünf Kollegen in den Startlöchern. Acht reguläre Songs, ein Bonus-Livetrack, ’ne Dreiviertelstunde Spieldauer und ein gar nicht mal unedles Cover. Was verbirgt sich dahinter? Nun, zunächst einmal eine recht altmodische Produktion, nicht überragend aber auch nicht schwach. Damit kann man sehr gut leben. Dazu kommt mit Jahaziel Rangel ein Sänger, der seine Töne generell gut trifft und gerade in höheren Sphären ordentlich liefert, mit überraschend treffsicheren Screams und einem beeindruckenden Lungenvolumen. Was den Rest angeht, muss man leider sagen, ist durchaus noch ein wenig Luft nach oben. Die vom klassischen 80er Heavy Metal (insbesondere von IRON MAIDEN) beeinflussten Songs sind meist simpel und stets gut metallisch gehalten, haben aber einige Schwachstellen. Punkt 1: Die Backing-Vocal-Mitgrölvorlagen in den Refrains sind ein wenig bitter, technisch verfremdet und im Endeffekt eher Störfaktoren. Andere Backing Vocals, sagen wir eine zweite Stimme über der ersten bei geeigneten Passagen, sind kaum vorhanden. Dass sie dem Album gut getan hätten, zeigt sich insbesondere beim gesanglich recht hoch angelegten und dementsprechend recht geilen Midtempotrack “You Lost My Heart”, wo sie sporadisch vertreten sind und ordentlich Wirkung zeigen. Mehr davon bitte beim nächsten Album.
Punkt 2, der wohl herbste Kritikpunkt: Direkt beim Opener “We Are Metal”, mit über sieben Minuten Spieldauer der längste Track auf “Fight Till The End”, und beim letzten regulären Albumtrack “Wings Of Steel” sitzt doch Einiges nicht so wirklich. Die Dinger sind hörbar ungenau eingespielt, was, gerade wegen “Fight Till The End” den ersten Eindruck des Albums doch negativ beeinflusst. Dieses Problem ist beim Rest der Tracks weniger präsent, die wesentlich genauer auf den Punkt gespielt wurden, aber bei besagten beiden Songs hätten ein paar mehr Einspielversuche nicht geschadet. Kostet vielleicht einen Tag mehr Studiogebüren, erspart dafür aber auch die Thematisierung in Rezensionen wie dieser.
Ansonsten gibt es auf “Fight Till The End” massig ausgeprägte Soloparts, viel Uptempo und Melodien im Stil der Großen des Genres. Viel, was mindestens das Bedürfnis nach traditionellem Metal befriedigt, einiges, was hervorsticht (“Red Alert”s Strophenmelodie ist beispielsweise echt erfreulich) und simpel-traditionell-effektive Kompositionen. Ironischerweise ist gerade der Live-Mitschnitt von “Made Of Steel” gefühlt der genauest gespielte Track der Platte, und dazu einer der spaßigsten. Ist Metal, hat seine Kinderkrankheiten, macht dem Freund von zweifelsohne handgemachtem traditionellen Metal ohne Gefrickel und Überproduktion aber durchaus gute Laune.

Anspieltipps:
“Red Alert”, “Heavy Metal Storm”, “You Lost My Heart” und “Made Of Steel”

Fazit:
Man kann den Jungs von STEEL NIGHT durchaus mal eine Chance geben, obgleich man nicht unbedingt als erstes Track 1 oder 8 hören sollte. Man sollte ihnen auf jeden Fall aber live mal eine Chance geben, sollten sie in nächster Zeit mal in unseren Landen unterwegs sein. Livetauglich ist ihr Material allemal und eine ambitionierte junge Band aus einem auf der Metal-Landkarte doch sehr unbesiedelten Land zu supporten ist doch auch was Schönes!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. We Are Metal
02. Run For Your Life
03. Spell Witch
04. Red Alert
05. Heavy Metal Storm
06. Fight Till The End
07. You Lost My Heart
08. Wings Of Steel
09. Made Of Steel (Live)

Jannis

MAGISTARIUM – War for All and All for Won

Band: Magistarium
Album: War for All and All for Won
Spielzeit: 60:37 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 14.04.2019
Homepage: www.magistarium.org

Die Jungs von MAGISTARIUM gehen ihren Weg unbeirrt weiter! Nachdem im Sommer 2015 das letzte Album „5’55 Till the End of Days“ in Eigenregie erschien nutze man die letzten Jahre um live ordentlich Erfahrung zu sammeln. Und pünktlich zur anstehenden Europa Tournee hat man das neue Album „War for All and All for Won“ am Start, welches erneut komplett in Eigenregie und in russischer und englischer Sprache veröffentlicht wird.
Personell hat sich absolut nichts bei der Band geändert, nach wie vor führen Sänger Oleg Rudych und Gitarrist Mike Persin die Geschicke von MAGISTARIUM an.
Als Gast hat man den deutschen Gitarrist Herman Frank (Ex ACCEPT, VICTORY, HERMAN FRANK) mit an Bord der dieses Mal nicht als Produzent tätig war. Diesen Job übernahm die Band höchstselbst.
Mit dem Opener „Rising from the Ashes“ beginnt der neue Diskus nach einer kleinen Einleitung recht kraftvoll! Sänger Oleg ist sofort absolut präsent und hat wie bisher auch einfach ein Organ was man entweder geil findet oder man rümpft die Nase. Geil singen kann der gute Oleg so oder so!
Der Song ist ein flotter Midtempotrack der mit einem tollen mehrstimmigen Chorus direkt ins Gehör geht und dort lange haften bleibt.
Über die Standardmetaltracks „One against the World“, und „The Game of Life“ geht es in den Mittelteil der Scheibe wo wir mit “Hora longa vita brevis” eine epische Nummer haben die mit weiblichen Gesang verfeinert ist. Das Ganze klingt sehr stark nach Symphonic Metal und hat nicht mehr viel mit den vorherigen Metalbangern gemeinsam. Mal eine ganz neue Facette der Band, toll gemacht!
Danach geht es auch schön abwechslungsreich weiter denn „Beyond the Frontier“ ist wieder ein klassischer MAGISTARIUM Midtempokracher geworden und das anschließende „Forever“ ist dann eine Halbballade die auch sehr ordentlich von der Band umgesetzt wurde.
Danach folgt dann der Titeltrack „War for All and All for War“ der ebenfalls wieder typisch MAGISTARIUM ist und sich bestens in die bisherigen Hits einfügt.
Oleg drückt den nächsten Song „Another World“ absolut seinen Stempel auf da er hier etwas mehr in seine Opernstimme abdriftet wodurch sich der Track zeitweise schön von den bisherigen Nummern abgrenzt und insgesamt auch super ins Ohr geht.
Im letzten Drittel der Platte angekommen stellen wir recht schnell fest das auch hier die Qualität der Songs schön hoch ist und man eigentlich keinen Ausfall zu vermelden hat.
Glanzpunkt ist hier mit Sicherheit noch der abschließende Doppelpack bestehen aus dem gefühlvollen „1000 Years of Rain“ und dem epischen Follow your Dreams“.

Anspieltipps:

„Rising from the Ashes“, „Hora longa vita brevis“, „Beyond the Frontier”, “War for All and All for Won” und “Follow your Dreams”.

Fazit :

Auch auf ihrem neuen Album bleiben MAGISTARIUM sich absolut treu! Nach wie vor wird uns Power Metal der moderneren Sorte geboten der auch ab und an mal ins Symphonic Genre rüberschaut und durch Olegs wechselhaften Gesang kommt auch manchmal etwas Opernstimmung auf. Hier geht es also auf jeden Fall abwechslungsreich zu.
Für eine Selbstveröffentlichung ist die Produktion erste Sahne und auch die Promoarbeit der Jungs kann sich absolut sehen lassen!
Ich denke alte wie neue Fans der Band oder des Power Metal Genres können hier erneut ohne Probleme zugreifen und man sollte sich die erste Europatournee von MAGISTARIUM definitiv nicht entgehen lassen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rising from the Ashes
02. One against the World
03. The Game of Life
04. Hora longa vita brevis
05. Beyond the Frontier
06. Forever
07. War for All and All for Won
08. Another World
09. Turn back Time
10. 1000 Years of Rain
11. Follow your Dream

Julian

Konzertbericht: Avantasia

AVANTASIA MOONGLOW Worldtour Live in Oberhausen

„Ohne Scheiß, wir spielen heut das ganze Zeug, das neue Zeug, das alte Zeug, das lange Zeugs, das kurze Zeug, das geile Zeug und das langweilige auch …“
Tobias Sammet, federführender Frontman und Häuptling des Avantasiatrosses, weiß zu unterhalten, eine der vielen Ursachen, warum sein Projekt von Jahr zu Jahr erfolgreicher wird.
Über fünftausend Fans haben sich am 14. April in der Oberhausener KöPi Arena eingefunden, bereit jede Note ihres Idols abzufeiern und es sei vorweggenommen, es werden sehr, sehr viele Noten gespielt.
Drei Stunden Heavy Symphonien sind anberaumt und lassen zur Freude des Auditoriums, keine Vorband zu.
Pünktlich um 20 Uhr fällt der Vorhang und nimmt mit „Ghost in the Moon“ seinen unaufhaltsamen Lauf, die zum größten Teil mit allen möglichen Avantasia Shirts bekleidete Menge flippt aus ,… glaubt sie zumindest.
Denn Ausflippen ist Ansichtssache und die Sichtweise was das angeht, ist von Tobias Sammet eine ganz andere. Die erste Unterbrechung wird vom Entertainer dahingehend genutzt, die Crowd so richtig anzustacheln und ihr klarzumachen, dass er nicht weniger als die absolute Unterstützungslautstärke akzeptieren würde – und siehe da, jetzt ist es wirklich laut.
Das Bühnenbild, die große Bühne in Oberhausen lässt es zu, sie komplett aufzubauen, ist natürlich im Stile des Cover Artwork der Avantasiascheiben gehalten und lässt auf zwei Ebenen genügend Raum, den die Band und ihre zahlreich zu erwartenden Gastsänger gefordert sind zu nutzen.
Als erster Vertreter des Gastvocalzirkusses darf Pretty Maids Shouter RONNIE ATKINS die Songs „Starlight“ und „Book of Shallows“ veredeln und beweist eindrucksvoll, dass er zurzeit wieder ordentlich bei Stimme ist.
Ihm folgend, betritt Jørn Lande, mit aktueller Kurzhaarfrisur, die Bühne, um das grandiose zwölfminütige Meisterwerk von Moonglow „The Raven Child“ sowie „Lucifer“darzubieten. Erneut beweist Lande, dass es für diese Art Songs kaum einen Besseren zu finden gibt, hier stimmt alles perfekt, der Norweger ist und bleibt eine Bank.
Richtig stolz wirkt Mastermind Sammet bei der Ankündigung von Gesangsikone GEOFF TATE als er nicht müde wird, wie sehr beeinflussend sein Wirken mit seiner Ex-Band Queensryche auf unzählige Bands gewesen sei. Auch Tate weiß in den Songs “Alchemy“ und „Invincible“ komplett zu überzeugen und hat nicht viel von seiner Strahlkraft verloren. Überhaupt dürfen wir bei ihm gespannt sein, welche Form seine aufsteigend Karriere in Zukunft noch annimmt.
Seit den Gründungstagen von Avantasia mit dabei ist der vielseitige Ausnahmegitarrist Oliver Hartmann, dem der folgende Vocalpart in „Reach out for the Light“ zugedacht ist und den er wie gewohnt bravourös meistert.
Die einzige Coverversion in der bisherigen Geschichte Avantasias ruft ERIC MARTIN auf den Plan, der „Maniac“ der Halle förmlich entgegenschleudert und seine Klasse auch in „Dying for an Angel“ beweist.
Den Reigen an außergewöhnlichen Gastsängern komplettiert der 71-jährige BOB CATLEY für den Songs wie „The Story ain´t over“ und „Mystery of a Blood Red Rose“ nahzu maßgeschneidert sind
Aber nicht alleine die Menge an Klasse Sängern bereitet den Boden für ein wahrlich außergewöhnliches Konzertereignis, auch die Band selbst zeigt bei der sich noch ziehenden Welttournee eine spürbare Spielfreude, sei es Sascha Paeth (Gitarre und Produzent) oder Michael Rodenberg (Keyboard) und nicht wenige Anwesende des Abends werden sich gefragt haben, wie Schlagzeuger Felix Bohnke diese über dreistündige Tortur über Wochen taktvoll und auf den Punkt überstehen will.
Tobias Sammet steht in dem Ruf genau zu wissen, wie was zu funktionieren hat, um erfolgreich zu werden. An diesem Abend beweist er es eindrucksvoll, denn die KöPi Arena steht nach sagenhaften dreieinhalb Stunden Spielzeit und immer wieder eingefordertem Mitziehen am Ende völlig Kopf.
Im großen abschließenden Finale dürfen wir die gesamte Gesangsarmada noch einmal komplett mit dem Song „Farewell“ genießen, bevor der Abend im Konfettiregen endet.
Am 14. April 2019 in Oberhausen hat Sammet viel eingefordert, von der Band, dem Publikum und letztendlich auch von sich selbst, um am Ende zufrieden sein zu können.
AVANTASIA rockt!

Setlst Oberhausen:
1 Ghost in the Moon
2 Starlight ( with Ronnie Atkins)
3 Book of Shallows ( with Ronnie Atkins)
4 The Raven Child ( with Jørn Lande)
5 Lucifer ( with Jørn Lande)
6 Alchemy ( with Geoff Tate )
7 Invincible ( with Geoff Tate)
8 Reach out for the Light ( with Oliver Hartmann)
9 Moonglow (with Adrienne Cowan)
10 Maniac (with Eric Martin)
11 Dying for an Angel (with Eric Martin)
12 Lavender (with Bob Catley)
13 The Story Ain´t Over (with Bob Catley)
14 The Scarecrow (with Jørn Lande)
15 Promised Land (with Jørn Lande /Eric Martin)
16 Twisted Mind (with Geoff Tate /Eric Martin)
17 Avantasia (with Geoff Tate)
18 Let the Storm Descend Upon You (with Jørn Lande /Ronnie Atkins)
19 Master of the Pendulum (with Ronnie Atkins)
20 Shelter from the Rain (with Bob Catley)
21 Mystery of a Blood Red Rose (with Bob Catley)
22 Lost in Space
Encore
23 Farewell (with Adrienne Cowan)
24 Sign of the Cross / The Seven Angels (with everyone)

Rüdiger König

PRISTINE – The Road back to Ruins

Band: Pristine
Album: The Road Back to Ruins
Spielzeit: 47:48 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 19.04. 2019
Homepage: www.pristine-music.com

PRISTINE – ROAD BACK TO RUINS
Makelloser Vintage-Bluesrock als Frustbewältigung
Die norwegische Band PRISTINE ist frustriert, zumindest ist aus dieser Gefühlslage heraus der Titel ihres mittlerweile fünften Studioalbums „Road back to Ruins“ entstanden.
Die Scheibe selber hinterlässt beim geneigten Hörer allerdings gänzlich andere Stimmungsmomente. Die für skandinavischen Ursprungs eher untypische Scheibe ist ganz klar im klassischen Hardrock der 70er Jahre angesiedelt, nimmt gekonnt Anleihen bei Led Zepplin auf, allerdings gänzlich ohne die Gefahr, wie ein weiterer Klon des Luftschiffes zu klingen. Stimmlich bewegt sich die grandiose Sängerin Heidi Solheim eher in Gefilden der älteren Heart Stücke und der 37jährige Rotschopf braucht den Vergleich mit Ann Wilson nicht zu scheuen. Wie sie nicht nur dem Song „Cause and Effect“ bluesig dezent ihren unverwechselbaren Stempel aufdrückt, ist aller Ehren wert.
Im treibenden Opener „Sinnerman“ kriegt man die Blueslastigkeit der Band aus Tromsø (ø =ALTTaste und auf Zahlenfeld 155 eingeben) noch gar nicht so mit, denn Gitarrist Espen Elverum Jacobsen, ein wahrer Könner seines Faches, liefert hier hardrockend ordentlich ab.
Das folgende Titelstück des Albums entspricht dann schon mehr dem Leitbild, auch wenn er gegen Ende überraschend mit einem Gitarrenhardrockriff in Reinkultur endet.
„Landslide“ und „Pioneer“ kommen etwas gewöhnungsbedürftig daher und sorgen für die akzeptablen, kleinen Durchhänger auf dem „Road“-Trip, wo hingegen sich „Blindspot“, mit arabischem Intro als Statement versehen, wunderbar im Tempo verschleppt in die Gehörgänge kriecht.
Exemplarisch herausgegriffen sind Songs wie „Aurora Skies“ und speziell „Your Song“ mit schönem Orgelsolo, einfach gute, warm klingende und komplett zeitlos arrangierte Rocksongs, wie sie nicht mehr allzu häufig die Welt erblicken.
„Road Back to Ruin“ lebt von der Vielfältigkeit der unterschiedlichen Songs, klingt, wie moderner 70er Hardrock klingen muss und entführt letztendlich in eine musikalisch ganz eigene Welt.
PRISTINE bieten mit ihrem aktuellen Album ganz sicher keinen Grund frustriert zu sein, liefern sie doch mit diesem Album den Höhepunkt ihrer bisherigen Schaffensphase ab.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sinnerman
02. Road Back To Ruin
03. Bluebird
04. Landslide
05. Aurora Skies
06. Pioneer
07. Blind Spot
08. The Sober
09. Cause And Effect
10. Your Song
11. Dead End

Link zum Video “Sinnerman” : 

Rüdiger König

Wizard News

Dokumentation über WIZARD verfügbar

Die Macher vom No Playback Festival haben zusammen mit der Band eine 6-teilige Dokumentation namens „WIZARD 30 Jahre Defenders Of Metal“ auf die Beine gestellt!

Die Videos haben jeweils eine Länge von ungefähr 30 Minuten und können sich hier angesehen werden » https://no-playback.events/wizard
Untertitel für das Video sind ebenfalls verfügbar und können manuell im Video aktiviert werden (CC-Symbol rechts unter dem Fortschrittsbalken).

WIZARD Live

11.05.2019 DE Gelsenkirchen – Consol4 (Rise Of The Underground)
02.-03.08.2019 DE Obertraubling – Airport Obertraubling (Metal United Festival)
17.08.2019 CZ Nové Město Pod Smrkem – Fryyfest
28.03.2020 FR Colmar – Le Grillen (Skull Crush Fest)

http://www.legion-of-doom.de
https://www.facebook.com/WizardMetal

Dust & Bones News

DUST & BONES unterzeichnen weltweiten Plattenvertrag bei EL PUERTO RECORDS

+++ Neues Album erscheint am 23.8.2019 +++

DUST & BONES unterzeichnen weltweiten Plattenvertrag bei EL PUERTO RECORDS. Die fünf Rocker aus dem württembergischen Backnang selbst bezeichnen ihren Musikstil als „High Energy Dirt Rock“ und sind vor allem live kein unbeschriebenes Blatt, was sie bei ihrer im August anstehenden Release-Tour deutlich machen werden.

Drei Alben hat die Band, die seit dem Jahr 2000 besteht, bisher veröffentlicht. Album Nr.4 erscheint am 23.8.2019 via El Puerto Records.

Bandleader Thorsten Klöpfer:

„Wir, die staubigen Knochen, freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit El Puerto Records.

Für uns als Band ist dies ein wichtiger nächster Schritt, unsere Zukunft gemeinsam mit einem international ausgerichteten Label zu gestalten,
mit einem Team, das unsere Einstellung zur Musik einhundertprozentig teilt und lebt. Keep the spirit!“

Entsprechend erfreut auch die Reaktion des Labelmitgründers Torsten Ihlenfeld:
„Liebe Freunde, heute ist ein guter Tag für den Rock’n’Roll. Wir freuen uns ankündigen zu dürfen, dass El Puerto Records die „High Energy Dirt“- Rock‘n’Roller von
DUST & BONES unter Vertrag genommen hat. Ihre 100%ige Rock’n’Roll Einstellung passt perfekt zu unserem Label. DUST & BONES wird eine großartige Ergänzung
zu den bisherigen Bands im Label. Wir erwarten nicht mehr und nicht weniger als zertrümmerte Gitarre, leere Jack Daniels Flaschen und die pure Exstase auf der Bühne!“

Weitere News und Tourdaten gibt es in Kürze, nur soviel: für die Release Show wird ein ganzes Festival herhalten!

Mehr Infos:

www.dustandbones.de

www.facebook.com/DustAndBonesBand

LEFUTRAY – Human Delusions

Band: Lefutray
Album: Human Delusions
Spielzeit: 41:01 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.05.2019
Homepage: www.lefutray.cl

Wer denkt, das Leben in Südamerika wäre beschaulich, ruhig, eben südländisch chillig, wird von LEFUTRAY deutlich eines Besseren belehrt. Die Jungs aus Chile zeigen mit ihrem 4. Studioalbum deutlich, was es heißt in Südamerika zu leben und aufzuwachsen. „Human Delusions“ beschreibt auf eindringliche Weise, wie schizophren und erdrückend die südamerikanische Realität ist. Zum 4. Mal erheben LEFUTRAY die Fäuste gegen Gewalt, Ungleichheit und politische Korruption. Und das mit ordentlich Wumms, hart und schnell. Kein Wunder, kommt der Name „LEFUTRAY“ doch auch aus dem Mapudungun, der Sprache der Mapuche (ein indigenes Volk aus Chile/Argentinien) und bedeutet so viel wie „Fast Sound“. Und den „Fast Sound“ hat das Quartett aus Santiago de Chile allemal drauf. 9 harte Tracks bei knappen 40 Minuten Spielzeit, das kann den Kopf ordentlich durchschütteln. Ochsengekloppe, wie meine Redaktionskollegen diese Art der Musik manchmal mehr, manchmal weniger liebevoll nennen.
Schon der Opener „The Wrath“ knüppelt ordentlich los und zeigt, wohin die Reise geht. Yonattan Munoz an den Drums haut gehörig rein, dazu die harte Gitarre von Christian Olivares – der ganz nebenbei auch für die Produktion zuständig ist – ergänzt um Bassist Miguel Hernandes und Shouter Juan Vejar, der mit seiner rauen Stimme die Runde komplettiert. Ein geniales gutes Thrash-Quartett, das auch in den nächsten Songs nichts an Geschwindigkeit verliert.
Bei „The Wolves“ höre ich ein paar Anleihen an die frühen Sepultura heraus, aber nur leicht, dann geht es direkt mit der LEFUTRAY-Art weiter. „The Wolves“ ist ein Thrash-Groove-Metal Song vom Feinsten, für mich einer der stärksten Songs auf „Human Delusion“.
„The Wires“ startet mit leisen Drums, die sich kontinuierlich in ein Thrash Feuerwerk steigern. Diese Intensität verlässt „Human Delusions“ auch bei den nachfolgenden Stücken nicht. „Wild“ startet direkt mit einen thrashigen Intro, während „Labyrinth“ einen eher verschnörkelten Pfad geht. Abwechslung ist auf alle Fälle geboten, hier versinkt kein Song im Thrash-Metal Einheitsbrei. Im Gegenteil, die Chilenen verstehen ihr Handwerk.
Mit „The Mirage“ haben LEFUTRAY ihrem 4. Studioalbum einen würdigen (Instrumental-)Abschluss bereitet. Mit düsteren Drums und schweren Gitarren nehmen wir nach 9 Songs Abschied von den „Human Delusions“ in Südamerika und ich hoffe, ich höre noch mehr von der Band. Die Reise, auf die uns die 2005 gegründete Band geschickt hat, ist Metal vom Feinsten. Mit ihren wuchtigen Gitarren, hämmernde Drums und den dominanten Bässen sollte das Quartett nun auch endlich Europa erobern. Dennoch ist Luft nach oben, LEFUTRAY haben ihr Potenzial noch nicht völlig abgeschöpft, ich bin gespannt, was noch alles kommt. Dennoch gilt, ein Geheimtipp ist LEFUTRAY mit „Human Delusions“ definitiv nicht mehr.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. The Wrath
02. The Wolves
03. Wires
04. The Mist
05. Wild
06. Labyrinth
07. The Waiting
08. New Blood
09. The Mirage

Tänski