COLDSPELL – A new World arise

Band: Coldspell
Album: A new World arise
Spielzeit: 59:48 min
Stilrichtung: Melodic Metal/Rock
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.coldspell.se

Es sind schon vier Jahre ins Land gezogen seit der letzten COLDSPELL Platte „Frozen Paradise“! Zeit das sich endlich mal wieder was dreht und zwar ein neuer Silberling mit dem Namen „A new World arise“, welches das vierte Album der Schweden rund um Gitarrist Michael Larsson und Sänger Niklas Swedentorp ist.
Geboten wird nach wie vor gepflegter Melodic Metal/Rock mit einem Schuss 80iger Touch der in der Szene seines gleichen sucht und qualitativ bislang immer absolut hochwertig war! So können wir vermutlich auch wieder hier eine absolute Topleistung erwarten.
Der Opener „Forevermore“ lässt auf jeden Fall gleich keine Wünsche für den geneigten Fan offen und bietet eigentlich das was wir bislang von den Schweden gewohnt waren, eingängigen und schnellen Melodic Metal/Rock der sich schon nach kurzem in den Gehörgängen festsetzt! Im Refrain kommt dann ordentlich Stadionrockatmosphäre auf wie ich finde.
Das folgende „Call of the Wild“ war vorab schon als Video zu bestaunen und ist ein kräftiger Midtempostampfer geworden der schön abwechslungsreich daherkommt und melodisch ebenfalls keine Wünsche offen lässt.
Über das groovige „It hurts“ geht es mit dem schnellen und super eingängigen „Miles away“ und dem gefühlvollen „Signs“ in den Mittelteil der dann ebenfalls mit dem blues geschwängerten „Love me like you do“, „Get to the top“ sowie „Wait until tomorro“ erstklassige Tracks bereithält.
Der letzte Teil der Scheibe ist dann ebenfalls nicht von schlechten Eltern und hier können die beiden letzten Songs „Just one Night“ und „A new World arise“ komplett überzeugen. Ziemlich schnell abgehandelt also die Rezi, Qualität bleibt halt einfach Qualität da muss man nicht viele Worte drüber verlieren 😉 .

Anspieltipps:

Richtig schlechte Tracks gibt es hier nicht zu finden, greift hin wo ihr wollt!

Fazit :

COLDSPELL bleiben einfach COLDSPELL und das ist gut so! Diese tolle Mischung aus eingängigen und melodischen Rock/Metalsongs mit dem erstklassigen Gesang von Fronter Niklas sind auch auf dem vierten Album einfach eine wahre Ohrenweide.
Wer mal wieder eine Pause von den ständigen brachialen Power und Melodic Metalveröffentlichungen benötigt und gepflegteren Rock mit Stil sucht ist hier genau richtig!
Absolute Kaufempfehlung von mir und ich hoffe das die Jungs ihren Geheimtippstatus nun endlich loswerden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Forevermore
02. Call of the Wild
03. It hurts
04. Miles away
05. Signs
06. Love me like you do
07. This is me
08. Get to the top
09. Wait until tomorrow
10. Losing my mind
11. Just one Night
12. A new World arise

Julian

H.E.A.T. – Into The Great Unknown

Band: H.E.A.T
Album: Into The Great Unknown
Spielzeit: 44:42 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: earMUSIC
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.heatsweden.com

Dieses Jahr feiern H.E.A.T. ihr 10-jähriges Jubiläum und bringen gleich den Nachfolger zum 2014 erschienenen „Tearing Down The Walls“ heraus. „Into The Great Unknown“ heißt das gute Stück und wurde in Thailand mit Produzent Tobias Lindell aufgenommen. Während der Aufnahmen zog sich die Band bewusst zurück, um sich auf das Songschreiben konzentrieren zu können. Nachdem Eric Rivers die Band nach der letzten Tour verließ, kam zur großen Freude und Überraschung der ehemalige Gitarrist Dave Dalone, welcher jetzt unter dem Namen Sky Davis unterwegs ist, wieder zurück. Ansonsten bleibt das Line-up wie gewohnt Erik Grönwall (Gesang), Jona Tee (Keyboard), Jimmy Jay (Bass) und Crash (Schlagzeug).

Was die Sonne Thailands dem Quintett alles entlockt hat, kann man sich ab dem 22. September zu Gemüte führen. Vorab gab es schon die ersten drei Singles in Form des recht experimentellen „Redefined“, „Time On Our Side“ – keine Ballade, jedoch trotzdem emotional und mit elektronischen discoartigen Akzenten, sowie die Ballade „Eye Of The Storm“.
Mit „Bastards Of Society“, dem pop-rockigen Opener des Albums, kann man sich schon einmal eintanzen. Nach den ungewohnten Tönen von „Redefined“ begibt man sicher wieder in bekanntere Gefilde mit „Shit City“: rotziger, frecher, frischer Rock’n’Roll. „Best Of The Broken“ baut sich langsam auf. Es startet mit einer Country-artigen Melodie, dann setzt die groovige Strophe ein und dann wird richtig abgerockt. „Blind Leads The Blind“ ist wohl der härteste Song des Albums, während „We Rule“ mit einem Streicherintro beginnt und stellenweise fast klassisch anmutet. In „Do You Want It?“ wurde eine Geschichte verarbeitet, in der der Soundtechniker der Band an eine ganz besondere Dame in Thailand geriet. Als diese sich als Prostituierte entpuppte, wollte besagter Techniker Preisverhandlungen eröffnen, was sie wiederum mit einer Demonstration ihrer Kampfkünste ahndete. Zum Glück kam er nicht zu Schaden, so dass er die Anekdote der Band erzählen konnte – das Ergebnis lässt sich hören!
Schlusslicht bildet der Titelsong „Into The Great Unknown“. Eine epische Nummer mit Soundtrackqualität für den nächsten Abenteuer-Blockbuster. Es ist gleichzeitig der längste Song des Albums (7 min) und hat somit Platz für viel Melodien, Gitarrenspielereien und einen Bass-Part in der Mitte.

„Into The Great Unknown“ hat die Fans schon bei den ersten drei Singles gespalten. Keine Frage, dieses Album ist anders als alle anderen H.E.A.T.-Alben und lässt sich genretechnisch wegen seiner vielen verschiedenen Elemente nicht klar definieren. Ein mutiger und m.M.n. mehr als gelungener Sprung ins kalte Wasser, bei dem die fünf Schweden einmal mehr ihre Kreativität, ihr Können und ihr Talent unter Beweis stellen. Es zeugt von wahrer Rock’n’Roll Attitüde sich nicht von Erwartungen und Genregrenzen einschränken zu lassen!
Hier einen Anspieltip zu geben ist schwierig, denn jeder Song ist auf seine Art empfehlenswert. Wem die experimentelle Seite des Albums noch etwas suspekt ist, der hört sich am besten „Best Of The Broken“ und „Shit City“ an. Wer schon etwas mutiger ist, könnte sich an „Into The Great Unknown“ und „Do You Want it?“ erfreuen.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:
01. Bastards Of Society
02. Redefined
03. Shit City
04. Time On Our Side
05. Best Of The Broken
06. Eye Of The Storm
07. Blind Leads The Blind
08. We Rule
09. Do You Want It?
10. Into The Great Unknown

Lotta

 

LONEWOLF – Raised on Metal

Band: Lonewolf
Album: Raised on Metal
Spielzeit: 37:57 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.wolfdivision.com

Präzise wie ein Uhrwerk hauen die True Heavy Metaller von LONEWOLF die letzten Jahre ein hochklassiges Album nach dem anderen raus! Mittlerweile vertreten sie seit mehr als 25 Jahren die Heavy Metalszene Frankreichs auf der ganzen Welt und ein Ende ist nicht in Sicht! Nun steht uns, nicht mal ein Jahr nach dem letzten Album „The Heathen Dawn“, das neue, neunte! Album „Raised on Metal“ ins Haus.
Wie zuletzt auch war für die Produktion niemand geringeres als Charles Greywolf (POWERWOLF) verantwortlich und insgesamt soll das neue Album düsterer und aggressiver als die Vorgänger tönen.
Als Opener fungiert „Unleash the Wolf“ der mit atmosphärischen Wolfsgeheul beginnt. Schnell, eingängig um mit dem typischen roughen Gesang ausgestattet bahnt man sich ziemlich erstklassig den Weg durch die Nummer und schließt somit direkt an die Vorgängerscheibe „The Heathen Dawn“ an.
Beim anschließenden „Souls of Black“ erwartet uns ein Track der auch aus der Feder der Jungs von GRAVE DIGGER stammen könnte, so sehr klingt das gute Teil nach den deutschen Erdmöbelverwaltern. Geile Nummer die sich sofort in den Gehörgängen festsetzt!
Der nächste Hit folgt dann fast direkt im Anschluss mit dem pfeilschnellen Titleltrack „Raised on Metal“ bevor es mit „Flight19“ etwas epischer und stampfender aber keinesfalls schlechter wird. Der Mittelteil wird dann durch das etwas kurze, „Extinction of the Stars“ ordentlich abgeschlossen.
Mit „Evil“ haben wir dann den wohl schwächsten Song der Scheibe zu verkraften, da die Nummer irgendwo so gar nicht in Fahrt kommen will…
Recht solide geht man dann noch im letzten Drittel zu Werke wo besonders das abschließende „Dark World Order“ noch glänzen kann. Aber auch die beiden anderen Songs sind nicht von schlechten Eltern und wissen zu gefallen!
Auf dem Digipack sind als Bonussongs noch „Swansong“ und „Demon‘s Call“ enthalten wovon letzteres ebenfalls absolut zu empfehlen ist.

Anspieltipps:

Hier sollte ihr auf jeden Fall direkt “Souls of Black”, “Raised on Metal”, “Flight19”, “Dark World Order” anchecken.

Fazit :

Seit den letzten zwei Alben haben sich die Jungs von LONEWOLF echt gefangen und liefern ein solides Metalalbum nachdem anderen ab! Da bildet das neue Album “Raised on Metal” keine Ausnahme. Hier wird erstklassiger True Metal geboten der den Fans des Genre mit Sicherheit schmecken sollte.
Diese Leistung nicht mal ein Jahr nach dem letzten Album ist schon mehr als amtlich muss man sagen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Unleash the Wolf
02. Souls of Black
03. Through Fire, Ice and Blood
04. Raised on Metal
05. Flight 19
06. Extinction of the Stars
07. Evil
08. Skinless Smile
09. No God, No Master
10. Dark Word Order
11. Swansong (Digipak Bonus)
12. Demon‘s Call (Digipak Bonus)

Julian

MARTINA EDOFF – We Will Align

Band: Martina Edoff
Album: We Will Align
Spielzeit: 40:41 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hardrock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.martinaedoff.com

„We Will Align“ ist das dritte Album der schwedischen Rock Sängerin MARTINA EDOFF, die mit einer Wahnsinnsröhre in der Schnittmenge von Ann Wilson (Heart), Dalbello oder Liv Jagrells (Sister Sin) gesegnet ist. Waren mir persönlich die beiden Vorgängerscheiben „Martina Edoff“ (2014) und „Unity“ (2015) über die Gesamtspielzeit trotz einiger guter Songs noch zu langatmig und gleichförmig, so hat man diesen Makel auf „We Will Align“ dank der prominenten Hilfe von Erik Martensson (Eclipse, W.E.T.) oder Bassmonster Billy Sheehan (Mr. Big) ausgemerzt, denn der Silberling rockt und groovt ohne Ende.

Der mit einem Schrei eröffnete Opener „Turn Our Pages“ zeigt deutlich das hier klassische Hardrock Elemente mit Melodien und Bombast zu einem schmackhaften Menü verquickt werden, welches durch den grandios eingängigen Refrain begeistert. Überhaupt wird auf „We Will Align“, wie beim folgenden „Champion“, ordentlich gegroovt und losgerockt, wobei die Stimme von MARTINA EDOFF natürlich immer im Mittelpunkt steht und immer wieder gut in Szene gesetzt wird.

Songs, wie der mit einem orientalischem Touch ausgestattete Titeltrack, dass schwere „Alive“, das Heavy und leicht Blues lastige daher kommende I´m Invincible“ oder die Rocker „Lay Down Your Arms“ und „Brand New World“ zeigen wie viele Melodien und Gitarrenriffs diese Scheibe zu bieten hat. Das was hier abgeliefert wird, ist ganz großes Melodic Hardrock Kino. Mit der von einem Piano eingeleiteten Ballade „Face The Mirror“ setzt MARTINA EDOFF dem ganzen noch das Extra Häubchen Sahne auf, denn der Song legt zum Ende an Dramatik zu und erzeugt mehr als einmal wohlige Schauer auf der Haut.

Zum Abschluss bleibt mir nur noch festzustellen, dass MARTINA EDOFF mit „We Will Align“ den richtigen Weg eingeschlagen hat und damit ein richtiges Statement gesetzt hat. Alle Freunde von Female Fronted Hardrock sollten hier Defintiv zuschlagen.

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Turn Our Pages
02. Champions
03. Alive
04. We Will Align
05. Lay Down Your Arms
06. Face The Mirror
07. Set You Free
08. I´m Invincible
09. Truth Came Knocking
10. Brand New World

Heiko Füchsel

KEE OF HEARTS – s/t

Band: Kee Of Hearts
Album: s/t
Spielzeit: 40:24 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 15.09.2017
Homepage: www.facebook.com/KeeOfHearts/

Auf dem Spielfeld der alten und neuen Melodic Rock Sternchen wurden mal wieder die Würfel geworfen. Dieses Mal sind Kee Marcello (ex-Europe, Gitarre), Tommy Heart (Fair Warning, Gesang), Alessandro Del Vecchio (Revolution Saints, Hardline, Jorn), Ken Sandin (ex-Alien) und Marco Di Salvia (Pino Scotto) in einem Pott gelandet. Mit einer Mischung aus skandinavischem AOR, deutschem Melodic Hard Rock und U.S. AOR á la GIANT oder JOURNEY bekommen die eingefleischten AOR und Melodic Rock Fans ein mehr als ansehnliches Match geliefert.
Die ersten vier Songs kann man als relativ ähnlich charakterisieren: ordentliche, energiegeladene und eingängige Melodic Rock Nummern. Weiter geht es mit „Mama Don’t Cry“. Es ähnelt von der Thematik her, und auch im Refrain, zumindest von der Silbenaufteilung „Papa Don’t Preach“ (MADONNA). „Invincible“ ist fertig für’s Stadion, GIANT lässt grüßen. „S.O.S.“ reißt einen von Anfang an mit seinem schlagkräftigen Rhythmus und Gitarrenmelodie mit, „Edge Of Paradise“ ist eine großspurige AOR Nummer und würde genauso gut auf das kürzlich erschienene KRYPTONITE Album passen. „Twist Of Fate“ sind fröhliche DANGER DANGER-like drei-ein halb Minuten und das Schlusslicht „Learn To Love Again“ zeigt noch ein letztes Mal wo der Melodie meets Power-Hammer hängt.

KEE OF HEARTS liefern mit ihrem Projekt ein Album ab, das deutlich zeigt, dass die Bandmitglieder nicht erst seit gestern in der Szene unterwegs sind. Nicht nur ältere Bands wie GIANT, DANGER DANGER, EUROPE, JOURNEY oder HARDLINE können hier als Vergleich herangezogen werden, sondern durch den modernen Touch und Produktion auch neuere Erscheinungen wie PALACE oder KRYPTONITE. Jeder einzelne Song ist energetisch, melodiös und auf den Punkt. Schwierig hier einen Liebling zu picken, in meinem Fall wäre dies wohl „S.O.S.“, „Invincible“ und „Learn To Love Again“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Storm
02. A New Dimension
03. Crimson Dawn
04. Bridge To Heaven
05. Stranded
06. Mama Don’t Cry
07. Invincible
08. S.O.S.
09. Edge Of Paradise
10. Twist Of Fate
11. Learn To Love Again

Lotta

POWER QUEST – The Sixth Dimension

Band: Power Quest
Album: The Sixth Dimension
Spielzeit: 54:41 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Inner Wound Recordings
Veröffentlichung: 13.10.2017
Homepage: www.power-quest.co.uk

Der dreizehnte Oktober – seit 2009 internationaler Tag der Katastrophenvorbeugung und ab 2017 im speziellen der Tag der Vorbeugung der „POWER QUEST releasen nie wieder ein Album“-Katastrophe. Nach einer über drei Jahre langen aus finanziellen Gründen angesetzten Pause verkündete man im Frühjahr 2016 die Reunion, servierte dem Freund fröhlichen Power Metals eine EP und ein paar Konzerte und legt nun, im Herbst 2017, gleich mal das erste vollwertige POWER-QUEST-Album seit 2011 nach. Von Jens Bogren gemastert und mit einem schicken Artwork von Felipe Machado Franco (BLIND GUARDIAN und so) brennt „The Sixth Dimension“ förmlich darauf, bei der nächsten Metalparty auf Dauerrotation zu laufen.
Trotz der insgesamt vier Neuzugänge am Mic, den Gitarren und dem Bass klingen POWER QUEST nach wie vor exakt so, wie man sie auf vergangenen Scheiben erleben durfte, immerhin ist Keyboarder, Mastermind und Ex-DRAGONFORCEler Steve Williams nach wie vor mit an Bord. Mit fast schon naiver und absolut sympathischer Fröhlichkeit hauen POWER QUEST auf „The Sixth Dimension“ neun keyboard-getriebene Songs raus, von denen gerade einmal zwei nicht explizit Dur-dominiert sind.
Schon der Opener „Lords Of Tomorrow“ beruhigt den Fan: Das Keyboardmotiv erinnert in seiner Machart an „Cemetary Gates“, der Refrain geht ins Ohr wie ein aggressiv eingesetztes Wattestäbchen und die Tempowechsel vor und nach dem Mittelteil setzen dem ganzen die Krone auf. „Starlight City“ hält das Niveau und bereichert jedes Live-Konzert der Briten um einen wunderbaren Oooooooh-Mitsingchorus.
„Kings And Glory“ hält als erste Single exakt das, was der Songtitel verspricht, würde dem trven Teil der Metalgemeinde wohl ein verächtliches „Dat is doch Schlager“ entlocken, Anhängern fröhlicher Kitschharmonien jedoch glitzernde Tränchen in die Augen treiben. „Face The Raven“ (Ja, Ashley Edison ist ein großartiger Sänger) und „Coming Home“ könnte man bereits von der „Face The Raven“-EP kennen. Während ersterer verhältnismäßig böse klingt, wird den Die-Hard-Fans der Band mit letzterem ein Zitatfeuerwerk älterer Songs geboten, garniert mit einem herrlichen Keyboardriff und den gewohnt schönen POWER-QUEST-Harmonien.
Während diese beiden Songs auch gerade durch die starken Refrains punkten können, fällt der von „No More Heroes“ eher unspektakulär aus, wächst aber nach ein paar Hördurchläufen zu einem weiteren, an „Children Of the Dream“ erinnernden Ohrwurm heran. „Revolution Fighters“ schafft das bereits nach einmaligem Hören. Der Prechorus, der Refrain, die Keyboards; Eagleheart, was willst du mehr?
Würdiger Abschluss des Albums ist der neun Minuten lange Titeltrack. Der erweist sich als weitgehend in moll gehaltenes Opus, das das Riff aus „Coming Home“ wieder aufgreift und kreativ umarbeitet. Anette Olzon hat einen kleinen Part als Gastsängerin, Richard West von THRESHOLD war an der Komposition beteiligt und das Resultat kann sich zweifelsohne hören lassen. Obgleich progressiver, als man es von POWER QUEST kennt und im Refrain etwas nach MOB RULES klingend, bestätigt der Song noch einmal, was man schon seit dem ersten Track wusste: POWER QUEST sind zurück. Stark wie eh und je und immer noch die Band, die die Fans seit nunmehr 15 Jahren so lieben.

Anspieltipps:
„Lords Of Tomorrow“, „Revolution Fighters“, „Face The Raven“, „Coming Home“ und „The Sixth Dimension“

Fazit:
Was soll man sagen? POWER QUEST haben seit 2002 mit großartigen melodiösen Power-Metal-Alben begeistert und das tut sie auch im Jahr 2017, vielleicht mehr denn je. Wer auch nur marginales Interesse an viel Dur, eingängigen Refrains und exzessivem, live auch ohne übertriebene Backing-Tracks umsetzbarem Keyboard-Einsatz zeigt, sollte „The Sixth Dimension“ als Pflichtkauf eintragen – wohl wissend, somit ein Power-Metal-Highlight des Jahres 2017 sein Eigen nennen zu können.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Lords Of Tomorrow
02. Starlight City
03. Kings And Glory
04. Face The Raven
05. No More Heroes
06. Revolution Fighters
07. Pray For The Day
08. Coming Home
09. The Sixth Dimension

Jannis

INNER AXIS – We Live By The Steel

Band: Inner Axis
Album: We Live By The Steel
Spielzeit: 50:34 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.inneraxis.de

 

„We Live By The Steel“ – An wen erinnert uns diese Phrase? Nun, ich glaube, Ihr habt es erraten. Nebenbei ist das jedoch auch der Name des zweiten Albums der Kieler Band INNER AXIS, die sich dem True Heavy Metal verschrieben hat und in bester MANOWAR-Manier von Steel, Power und Glory erzählt.
Nur leider ist es schwer, den alten MANOWAR in Sachen True Metal das Wasser zu reichen (wovon unter anderem die neuen MANOWAR ein Lied singen können) und auch INNER AXIS will dies nicht so recht gelingen.
Das liegt zum Teil an der Produktion. Diese ist, was die Instrumente angeht, durchaus im grünen Bereich. Die Vocals lassen hingegen vermuten, sie seien mit einer besseren Karaokemaschine auf den Instrumentaltrack gesungen und anschließend mit einem lieblosen Echo versehen worden. Dazu an einigen Stellen noch eine zweite Gesangsstimme druntergelegt, die etwas leiser im Hintergrund herumknarzt – fertig. Dummerweise gestaltet sich die Stimme des Sängers ohnehin als etwas sonor und wenig voluminös. Da hätte man mit einer besseren Produktion oder einfach fetten Backing Vocals durchaus was reißen können. Ist nur leider nicht passiert, und so gestalten sich der Gesang über weite Teile des Albums eher als Störfaktor.
Ansonsten ist “We Live By The Steel” typische Heavy-Metal-Kost. Durchaus souverän eingespielt, mit einigen Klischees angereichert (Motorradgeräusche im Intro zu “Night Rider”), inklusive ruhigerem Song (“The Brave”). Einige Ideen erweisen sich dabei als erstaunlich spaßig, zum Beispiel der leicht metalcorige Mittelpart von “All Is One”, der basslastige Anfang von “Hound Of Hell” oder das Zusammenspiel von Gitarre und Gesang in “We Live By The Steel”, sowie (bis auf den Refrain und Text) eigentlich das komplette “Red Dead”.
Über weite Teile überwiegt allerdings Belanglosigkeit. Das ist alles schon sehr true und metallisch, aber auch schon tausendmal so gemacht worden, solide aber unspektakulär am Hörer vorbeigehend. Nicht selten drängt sich der Wunsch auf, man hätte beim Songwriting dabei sein und einige Dinge einfach anders machen können, als es nun beim Endergebnis der Fall ist. So ist “We Live By The Steel” ein Album mit einigen guten Ideen und gut gespielten Instrumenten, das an Teilen der Produktion und dem eher uninspirierten, teils nicht wirklich nachvollziehbaren Songwriting leidet. Frei nach INNER AXIS: We live by the steel, we die by the sword, and all that we need are two or three chords.

Anspieltipps:
“Red Dead”, “All Is One” und “We Live By The Steel”

Fazit:
Wer in seiner Lederhose auch duschen geht und mit der Harley Brötchen holt, der kann “We Live By The Steel” durchaus mal eine Chance geben. Auch als Vor- oder Hauptband in einem kleineren Club mit einer größeren Menge an Bier könnten sich die Jungs ziemlich gut machen. Auf CD wiederum bieten INNER AXIS recht durchschnittlichen netten Heavy Metal, dem mehr Ideenvielfalt, Mut zu einem eigenen Steel (Hehe) und andere Vocals beziehungsweise zumindest eine andere Produktion der Vocals sehr gut tun würden. Mal schauen, was die Zukunft bringt!

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Blades Of Death
02. All Is One
03. Night Rider
04. The Brave
05. Red Dead
06. Storm Lords
07. Hound Of Hell
08. The Call Of Steel
09. We Live By The Steel
10. Rain Or Shine

Jannis

COMEBACK KID – Outsider

Band: Comeback Kid
Album: Outsider
Spielzeit: 36:26 min
Stilrichtung: Hardcore
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 08.12.2017
Homepage: http://www.comeback-kid.com

 

Wer kennt sie nicht? Die kanadische Hardcore Ikone COMEBACK KID. Seit 17 Jahren spielt die Band aus Winnipeg Oldschool Hardcore-Punk und trotzdem klingt auch das neueste Werk „Outsider“ weder abgedroschen noch langweilig. Ganz im Gegenteil. Für das neueste Werk haben COMEBACK KID – bestehend aus Frontsau Andrew Neufeld, Jeremy Hiebert und Stu Ross an den Gitarren sowie Basser Ron Friesen und Drummer Loren Legare – anscheinend noch eine Schippe draufgelegt und klingen jung und frisch mit extrem viel Energie in den Texten und Songs.
Schon der Opener und Titeltrack „Outsider“ legt sich gleich mächtig ins Zeug und leitet energetisch ein COMEBACK KID Feuerwerk ein. Während der Anfang hier noch etwas A-typisch anmutet, entwickelt es sich zum Ende doch als astreiner COMEBACK KID Song mit enorm viel Wumms. Und Granate Nummer 2 „Surrender Control“ lässt keinen Zweifel aufkommen. „Outsider“ ist definitiv kein Außenseiter. Zum Vergnügen meinerseits lässt Sänger Andrew Neufeld beim Refrain von „Surrender Control“ mit astreiner Singstimme aufhorchen. Herrlich, wie nahtlos Schrei- und Singstimme ineinander übergehen und so gut passen. Ähnlich geile Abgeh-Refrains findet man auch in „Somewhere, Somehow“ oder „Recover“. Gepaart mit dem ureigenem Oldschool Hardcore ein Mix, der gefällt und auch zeigt, dass COMEBACK KID auch nach so langen Jahren noch nicht eingerostet sind. Klar, der Wiedererkennungswert ist immer da und man hört dem Album an, dass es ein COMEBACK KID Werk ist, aber es klingt eben nicht nach eingeschlafenen Füßen.
Freude kommt auch bei „Absolute“ auf, ein thrashig anmutendes Stück, für den man sich gesangliche Unterstützung bei Devin Townsend geholt hat. Eine Mischung, die aufgeht. Der Song hat absolutes Abgeh- und Mitsingpotenzial. Aber auch die Wutausbrüche wie bei „Hell of a Scene“ dürfen natürlich nicht fehlen, gewürzt mit einem ansteckenden Harcore-Chorus ist es einer der vielen Highlights von „Outsider“. Schade nur, dass dieses brachiale Teil nicht die 2 Minuten Marke knackt.
Überhaupt scheint das mittlerweile 6. Album nur aus Highlights zu bestehen. Neben den bereits genannten Stücken könnte ich locker noch fast alle weiteren Songs aufzählen. Auch die Gäste – neben Devin Townsend noch Chris Cresswell und Northcote – bescheren dem Werk besondere Momente. Vor allem Northcotes dunkle Stimme verleiht dem 13. und letzten Song „Moment in Time“ eine ganz besondere Atmosphäre und lässt das Gesamtkunstwerk würdig ausklingen.

COMEBACK KID klingen wild und unberechenbar, nicht wie eine bereits seit Jahren an der Hardcore Spitze etablierte Combo. Der bisher gesteckte Rahmen wird durchbrochen und neu gesteckt. Die metallischen Einflüsse haben spürbar zugenommen und doch werden die Hardcore Punk Wurzeln hier weder verleugnet noch in den Hintergrund gedrängt. Obwohl bereits alte Hasen versprühen COMEBACK KID frühkindlichen Charme ohne dabei wie eine neue Band zu klingen. Professionalität gepaart mit ursprünglicher Wildheit. „Outsider“ ist ein Werk, das sich auf alle Fälle lohnt. Also, ab in Pit und abgehen ist angesagt.

 

Wertung:

 

 

Trackliste:

01. Outsider
02. Surrender Control
03. Absolute feat. Devin Townsend
04. Hell Of A Scene
05. Somewhere, Somehow
06. Consumed The Vision feat. Chris Cresswell
07. I’ll Be That
08. Outrage ( Fresh Face, Stale Cause)
09. Blindspot
10. Livid, I’m Prime
11. Recover
12. Throw That Stone
13. Moment In Time feat. Northcote

Tänski

STEELHEART – Through Worlds Of Stardust

Band: Steelheart
Album: Through Worlds Of Stardust
Spielzeit: 40:34 min
Stilrichtung: Melodic Rock, Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 15.09.2017
Homepage: www.steelheart.com

 

Das Steelheart-Brain und Gesangstalent Miljenko Matijevic hat sich acht Jahre nach dem letzten Album an die Veröffentlichung einer neuen Scheibe getraut. „Through Worlds Of Stardust“ heißt das Baby und ist ab 15. September erhältlich. Produziert hat er es selbst in den The Hoarse Latitude Studios Los Angeles, Emerald City Studios und SteelHeart Studios, gemixt wurde das Ganze von Dan Brodbeck, Mike Fraser, Chris Sheldon, Daniel Fouché und ebenfalls Mr. Matijevic höchstpersönlich. Das MAstering übernahm Maor Appelbaum. Wem das nicht schon genug Namen waren, für den sind hier noch die fleißigen Musiker die die Songs eingespielt haben:
Gitarre: Uros Raskovski, Kenny Kanowski (Gitarrensolo “My Dirty Girl”)
Bass: James “Rev” Jones, Sigve Sjursen, Jesse Stern
Schlagzeug: Mike Humbert, Randy Cooke
Piano: Daniel Fouché, Ed Roth

Wer die Band schon einmal live erlebt hat, konnte sich davon überzeugen, dass sie es immer noch drauf haben und kann sich auf ein überzeugendes Album freuen.
Ganz in gewohnter STEELHEART Manier geht es los mit “Stream Line Savings” (LED ZEPPELIN lässt grüßen!) und dem energetischen up-Tempo “My Dirty Girl”. „Come Inside“ ist langsam, heavy und hat eine coole Basslinie. „My Word“ ist ebenfalls heavy, etwas düsterer und sehr modern. Der Ohrwurm „You Got Me Twisted“ eröffnet die Balladensektion des Albums. Er ist die erste Single des Albums, darauf folgt gleich die zweite – „Lips Of Rain“ – die auf Gesang, Piano und einen leichten Streicherhintergrund reduziert ist. „With Love We Live Again“ ist eine ruhige Akkustiknummer bevor die Balladenreihe mit „Got Me Running“ aufgebrochen wird und einen wieder ein bisschen in Fahrt bringt, u.a. mit einem fantastischen Refrain. Mit „My Freedom“ wird es einmal mehr ruhiger, aber trotzdem powervoll. „I’m So In Love With You“ ist der letzte Song und auch die letzte Ballade, erinnert etwas an Kaffeehausmusik.

Mit „Through Worlds Of Stardust“ dürften STEELHEART nicht nur ihre eigenen Fans sehr glücklich machen, sondern auch Freunde von LED ZEPPELIN, WINGER etc. Mir persönlich hätten es ein paar weniger Balladen sein können, obwohl man sagen muss, dass die vier, die auf dem Album sind alle sehr abwechslungsreich und auf ihre Weise gelungen sind, vor allem „You Got Me Twisted“. „My Dirty Girl“ und „Got Me Running“ sind trotzdem meine Favoriten, da hier ein bisschen mehr die Party abgeht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Stream Line Savings
02. My Dirty Girl
03. Come Inside
04. My Word
05. You Got Me Twisted
06. Lips Of Rain
07. With Love We Live Again
08. Got Me Running
09. My Freedom
10. I’m So In Love With You

Lotta

CORNA – The Witchmaster

Band: Corna
Album: The Witchmaster
Spielzeit: 45:40 min
Stilrichtung: Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 29.04.2017
Homepage: www.corna.no

Für uns Talentschmiede stellte sich die Band CORNA aus Norwegen vor. Allerdings waren die Jungs keine Talente mehr sondern hatten schon das ein oder andere Album auf dem Buckel, so das sie für diese Rubrik nicht in Frage kamen. Aber wir lassen natürlich gute Bands nicht unberücksichtigt und so gibt es nun eine Rezi zur ihrem zweiten Album „The Witchmaster“ welches im ersten Quartal 2017 erschien.
CORNA werden angeführt von den beiden Ex CONSPIRACY Musikern Cato Johansen (Gesang) und Bjornar Marthinsen (Gitarre). Für die Produktion des neuen Albums zeichnete sich Trond Holter zuständig, besser bekannt als Teeny von WIGWAM.
Der Titeltrack „The Witchmaster“ dient als Opener und ersten Eindruck vom Album. Es dauert ein bisschen bis die Nummer Fahrt aufnimmt, aber dann fräst sich der Song aufgrund seiner eingängigen Melodien und dem Chorus ohne Probleme in die Gehörgänge. Fällt nur mir das auf oder klingt Sänger Cato stark nach dem guten Mark Sweeney?
Die Songs „Malevolent“ und „Faith“ im Anschluss sind dann nichts besonders, fallen aber auch nicht komplett durch, einfach gute Tracks die ins Gesamtbild passen und den musikalischen Faden aufnehmen und weiterspinnen.
Die nächsten Hits stehen uns dann mit dem etwas epischeren „Corna“ und „Torture“ ins Haus, bevor „I bring your War“ den letzten Abschnitt emotional einleitet.
Hier wird mit „Black Fire“ nochmal krachender Metal aufgefahren bevor das Album mit „If i never return“ mit einer Halbballade ordentlich beendet wird.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sollten euch hier “The Witchmaster”, “Corna”, “Torture” sowie “Black Fire” direkt ansprechen.

Fazit :

CORNA liefern insgesamt auf ihrem zweiten Album eine starke Leistung ab mit der man mit Sicherheit einige neue Fans gewinnen und Aufmerksamkeit erregen kann.
Die Songs sind abwechslungsreich und der ein oder andere Hit kann sich ebenfalls länger festsetzen.
Die Band sollte man mit dieser starken Leistung definitiv auf dem Zettel haben und ich bin gespannt was wir noch von ihnen hören werden!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Witchmaster
02. Malevolent
03. Faith
04. Restless Warrior
05. 77 Western Avenue
06. Corna
07. Torture
08. I bring your War
09. Black Fire
10. If i never return

Julian