GREYHAWK – Keepers Of The Flame

Band: Greyhawk
Album: Keepers Of The Flame
Spielzeit: 44:24 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: Fighter Records
Veröffentlichung: 16.06.2020
Homepage: www.facebook.com/Greyhawkmetal

Promosheet: “GREYHAWK now set out to bring their brand of classic Heavy Metal and incendiary live show to the unsuspecting Metal masses.” Letzteres nö (Corona), ersteres können sie guten Gewissens tun. Aber von wem reden wir hier eigentlich? Nun, von GREYHAWK, die sich 2018 in den USA gegründet und dem traditionellen Metal verschrieben haben. Unter anderem ist Darin Wall von SKELATOR mit dabei, auch einige andere Bandmitglieder durften bereits in kleineren Truppen Banderfahrung sammeln. Nun steht nach einer EP das Debutalbum namens “Keepers Of The Flame” an, was sehr true klingt. Das Cover ist ebenfalls sehr true und sieht angemessen underground-oldschool-daneben aus und Einflüsse hat man, angesichts von Titel, Tracklist und Cover wenig überraschend, unter anderem in DIO, YNGWIE MALMSTEEN, MANOWAR und JUDAS PRIEST gefunden.
Was man hingegen nicht gefunden hat, ist Geld für eine wirklich gute Produktion. Der Gesamtsound wirkt nicht ganz definiert, daran gewöhnt man sich aber innerhalb des ersten richtigen Tracks (Track 1 ist ein keyboardlastiges Intro). Auch die Produktion der Vocals ist nicht besonders Highend. Ein bisschen Reverb oder ein Echoeffekt hätte ihnen gut getan und meine Probleme mit den Vocals fast komplett beseitigt, denn singen kann der Taylor auf jeden Fall, trifft nicht nur die Töne sondern verleiht den Tracks auch nochmal eine Portion Charakter. Lediglich die leicht opernhafte Art von Gesang, die er beispielsweise bei “Black Peak” zum besten gibt, passt in Teilen doch nicht so ganz – aber jut, beim Debutalbum probiert man eben auch noch ein bisschen rum und stören tut sie auch nicht.
So, Zeit für die Musik an sich, und hier machen GREYHAWK doch einiges umso richtiger. Die Einflüsse sind genannt, YNGWIE zeigt sich insbesondere beim Instrumental “R.X.R.O”, “Keepers Of The Flame” ist der langsam-würdevolle sowie feierlich-epische Endtrack mit wirklich starker Harmoniearbeit, den MANOWAR mal komponieren sollten (aber können sie nicht). “The Rising Sun” ist anfangs fast eine Gothic-Ballade, wird dann zu einem stampfenden Midtempotrack und im Verlauf immer intensiver, ansonsten gibt es eine gute Mischung aus mal schnellerem, mal langsamerem Heavy/Power Metal, dem man tatsächlich neben seiner Traditionalität doch ein Gespür für Melodien abseits der Norm attestieren kann. Gerade die Refrains, in denen oft auf gelungene Backing Vocals zurückgegriffen wird, machen echt Laune in ihrem kreativen Umgang mit den klassischen Heavy-Metal-Normen.

Fazit:
Wenn man sich denn an die Produktion gewöhnt hat, offenbart “Keepers Of The Flame” doch ordentlich Charme. Wesentlich vielseitiger als die ersten beiden Tracks (abseits des Intros) vermuten ließen, unverbraucht und mit teils sehr guten Ideen. Ein bisschen muss man noch an der Professionalität des Ganzen arbeiten, aber bei Beibehaltung und Ausarbeitung des aktuellen Stils sollten GREYHAWK eine Classic-Heavy-Metal-Band bleiben, die trotz großer Konkurrenz allemal ihre Existenzberechtigung hat.

Anspieltipps:
“Halls Of Insanity”, “The Rising Sun”, “Don’t Wait For The Wizard” und “Keepers Of The Flame”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Gates Of Time
02. Frozen Star
03. Drop The Hammer
04. Halls Of Insanity
05. The Rising Sign
06. R.X.R.O
07. Don’t Wait For The Wizard
08. Black Peak
09. Masters Of The Sky
10. Ophidian Throne
11. Keepers Of The Flame

Jannis

EISENHAUER – Blessed Be The Hunter

Band: Eisenhauer
Album: Blessed Be The Hunter
Spielzeit: 49:35 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Rafchild Records
Veröffentlichung: 06.06.2020
Homepage: www.facebook.com/eisenhauermetal

Ganz im Ernst: Man weiß ungefähr, was man zu erwarten hat, wenn man ein Album rezensiert, dessen Promosheet die Zusammenfassung der Lyrics mit den Worten “Blessed Be The Hunter – gesegnet seien Liebe, Leben, Leidenschaft und Tod. Lasst den Stahl singen!” schließt. Und vertraut mir, was davor kommt ist nicht weniger brachial true. Die Rede ist von “Blessed Be The Hunter”, dem zweiten Album der 2007 gegründeten Kaufbeurener (Kaufbeurer?) Band EISENHAUER. Die alles entscheidende Frage: Ist die Platte echt so stumpfer True Heavy Metal nach dem Lehrbuch, wie man annehmen mag? Erfreulicherweise ist die Antwort darauf nicht nur “Nein!”, sondern viel expliziter noch “Die Platte ist eigentlich ziemlich charakterstarker und individueller Heavy Metal mit einigen wertvollen Alleinstellungsmerkmalen!” Zu denen gehört zuerst einmal auch die Produktion, die gleichermaßen druckvoll und schroff ausfällt, kein bisschen poliert aber auch kein bisschen unprofessionell klingt. Auch Christian ‘Waxe’ Wagners Vocals sind herausragend, sehr klar, ziemlich tief und auf würdevolle Weise unaufgeregt. Hört man so oder so ähnlich im Heavy Metal sehr selten (als ansatzweise vergleichbar würden die Vocals von FALCONERs Mathias Blad durchgehen), hat aber eine spezielle und irgendwie erhaben wirkende Note, auch wegen der sinn- und wirkungsvollen zeitweisen Zweistimmigkeit. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal wären Songstrukturen und Kompositionsweisen. Die Tracks pendeln sehr häufig zwischen schleppendem Doomtempo und höherer aber nur selten sehr hoher Geschwindigkeit. Umso häufiger sind radikal langsame Parts, die aber funktionieren in der Art der Melodieschreibung und der vokalen Umsetzung. Das Ergebnis ist intensive wie, und das ist ein Kompliment, beruhigend. Was die Melodien angeht, finden sich schon einige Wendungen, die häufiger auftauchen und dafür sorgen, dass man die einzelnen Tracks nicht unbedingt alle nach dem ersten Hördurchgang auseinanderhalten kann. Größtenteils aber schon: “Sun Under My Breast” (Cleane E-Gitarren) und “Tyrannus” (volle Instrumentalfraktion) sind Instrumentals, “Priestess Of Delight” ist ein starker Opener mit schöner Triolisierung im Chorus, “Ghost Warrior” beginnt schon recht fix und erfährt eine zunehmende Geilheitssteigerung, “Ode To The Hammer” ist textlich echt drüber aber musikalisch umso mitreißender.
Das alles findet natürlich ohne Keyboards statt, mit der Besetzung, die man halt mindestens nötig hat, und entgegen der Sword-and-Glory-Klischees überraschend intelligent – zumindest auf musikalischer Ebene, die Texte lasse ich mal außen vor.

Fazit:
Und somit ist „Blessed Be The Hunter“ ein Album, das man als Nicht-Kenner von EISENHAUER auch dann mal testweise anspielen sollte, wenn man auf MANOWAR und Konsorten wenig Bock hat. Das ist klassischer „True“ Heavy Metal, aber eben auch doomig, toll gespielt und gesungen und auf zurückhaltende, unaufgeregte Weise sehr beeindruckend!

Anspieltipps:
“Priestess Of Delight”, “Ghost Warrior” und “Ode To The Hammer”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Priestess Of Delight
02. Gods Of Pain
03. Release The Beast
04. Sun Under My Breast
05. Wild Boar Banner
06. Ghost Warrior
07. Ode To The Hammer
08. Mountain
09. Tyrannus
10. Cult

Jannis

VOLTURIAN – Crimson

Band: Volturian
Album: Crimson
Spielzeit: 36:53 min
Stilrichtung: Modern Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 24.04.2020
Homepage: www.facebook.com/volturian

VOLTURIAN ist eine neue Band die von Sängerin Federica Lanna (SLEEPING ROMANCE) und Federico Mondelli (FROZEN CROWN) ins Leben gerufen wurde und den Geist der 90iger Modern Metalbands gewürzt mit Gothic, Pop und Symphonic Elementen lebt.
Fans von NIGTHWISH, LACUNA COIL oder auch AMARANTHE sollten nun genauer lesen, denn da nicht viel mehr Infos über die Band bekannt sind geht es direkt mit dem Openerintro „Crimson Dust“ in die Tiefen der Debütscheibe.
Mit dem ersten richtigen Track „New Life“ beginnt das Album dann so richtig. Hier hört man dann direkt den Pop geschwängerten Modern Metal der der Truppe allerdings sehr gut zu Gesicht steht.
Sängern Federica hat ein angenehmes Organ und auch der männliche Gegenpart mit den Growls ist gut dosiert eingesetzt.
Ein starker Beginn der auf jeden Fall Lust auf mehr macht.
Auch das anschließende „Haunting Symphony“ sowie „Broken“ können sich absolut hören lassen und begeistern auf Anhieb.
Der Mittelteil wird dann vom Synthie und Groove dominierten „The Killing Joke“ eingeleitet bevor dann mit „In A Heartbeat“ der nächste Hit auf uns wartet.
Über das ordentliche „Between the Sleepers“ geht es in den letzten Abschnitt der insgesamt doch recht kurzen Platte.
Hier kann auf jeden Fall noch „Forevermore“ überzeugen bevor es mit „Fading Like A Flower“ eine Huldigung in Richtung ROXETTE gibt die zwar ganz ordentlich gemacht ist, ich aber nicht gebraucht hätte. Dafür hätte ich lieber noch einen eigenen Track gehabt, wo die Spielzeit doch eh schon so kurz ist!

Anspieltipps:

„New Life“, „Hauntin Symphony“, „Broken“, „In A Heartbeat“ und „Forevermore“

Fazit:

Beinahe hätte ich das Debütalbum von VOLTURIAN vom Rezitisch fallen lassen, gut das ich dann doch noch die Zeit dafür gefunden habe!
Mit einem sehr ordentlichen Debüt spricht die Band definitiv die Zielgruppe der AMARANTHE Anhänger an und bieten größtenteils starke Songs.
An der Spielzeit muss man aber definitiv noch arbeiten beim nächsten Mal!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Crimson Dust
02. New Life
03. Haunting Symphony
04. Broken
05. The Killing Joke
06. In a Heartbeat
07. Between the Sleepers
08. Days before you Died
09. Forevermore
10. Fading Like a Flower

Video zu „Broken“:

Julian

HIGHRIDE – Excellence & Decadence

Band: Highride
Album: Excellence & Decadence
Spielzeit: 38:43 min
Stilrichtung: Sleaze/Punk Rock
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 29.05.2020
Homepage: www.highride.se

„I’m so bored, I could die“. Geht es euch genauso? Dann habe ich was für euch: HIGHRIDE! Eine schwedische Sleaze-Punk-Rock Band, die 2006 in den Vororten von Stockholm gegründet wurde. Nach zwei Jahren üben und schwitzen in kleinen Proberäumen ging es endlich 2008 live auf die Bühne. Gespielt wurde, wo es nur ging. Und das mit namhaften Bands wie Hardcore Superstar, CrashDiet und The Cruel Intensions. Ich durfte HIGHRIDE letztes Jahr zweimal live erleben. Einmal davon im legendären Paunchy Cats in Lichtenfels. Was für ein großartiger Gig in dieser einmaligen Location. Die Jungs um Peter Waljus (v.g.), Kriss Keyes (b.), Mille Lithander (g.) und Nicke Rossel (d.) waren super-sympathisch und auch richtig in Partylaune. 2013 erschien das Debütalbum und nun auch endlich das Zweite, namens „Excellence & Decadence“. Bevor ich zu den Songs komme, muss noch das klasse Coverartwork erwähnt werden. Skelett mit Krone auf und eine Flasche Champagner in der Hand. Einfach passend.

Und nun aber Musik ab mit „Superstarblind“. Es wird sofort darauf losgerockt, man kann direkt dabei abgehen und mein Freund Stefan „Sleazejunkee“ Thür würde bestimmt gleich ein herzhaftes „Fuck yeah“ rufen. „Wonderland“ klingt auch wegen des Gesangs wie härtere Green Day, tolle Punk Rock Nummer. Auf „Red Light Rambler“ wird die dreckige Gitarre ausgepackt und es geht voll nach vorne. Ein klasse Solo und der catchy Refrain runden den Song ab. Es folgt ein weiteres Highlight von HIGHRIDE. „A Good Day To Die“ ist die perfekte Party Hymne (live der Knaller gewesen). Man kann hier die Menge vor seinen Augen steil gehen sehen, während der Schweiß von der Decke tropft. „A Million In One“ wäre eine Topseller-Single, wenn sie damals von Green Day veröffentlicht worden wäre. Klasse Pop Punk Stück, das sehr eingängig ist. Bei „No Plan B“ sind Social Distortion herauszuhören, wahrlich keine schlechte Referenz. Auch hier wieder hoher Mitgröhl-Faktor im Refrain. „Sex Is My Substitute“ knallt einfach und geht voll ab, Rock’n’Roll pur. Yeah, es wird „gesleazed“ auf „Sweet Driver“, die Gitarren und der Bass hängen tief und die Riffs sitzen. „Demons By My Side“ hat einen amerikanischen Punk Rock Einschlag, gut gemacht. Die Abschlussnummer fängt Springsteen mäßig mit Mundharmonika an und die Akustikgitarre lächelt einen an, bevor es elektrisch mit wunderschöner Melodie zu Ende geht.

Anspieltipps: „Superstarblind“, „Red Light Rambler“, „A Good Day (To Die)“, „Sex Is My Substitute“ und „Drifting“

Fazit: Die Scheibe macht von vorne bis hinten Spaß. Die Schweden beherrschen ihr Handwerk und haben ein tolles Gespür für Melodien ohne zu soft zu klingen. Dafür gibt es 9 Punkte und weil ich weiß wie stark die Jungs live sind, gibt es einen Bonuspunkt. Also volle Punktzahl.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Superstarblind
02. Wonderland
03. Red Light Rambler
04. A Good Day (To Die)
05. A Million In One
06. No Plan B
07. Sex Is My Substitute
08. Sweet Driver
09. Demons By My Side
10. Drifting

Sturmi

JESSE STRANGE – Jesse Strang (RG Zeitmaschine)

Band: Jesse Strange
Album: Jesse Strange
Spielzeit: 44:49 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Sony Music Entertainment Inc.
Veröffentlichung: 1992

Einen wahren Schatz haben JESSE STRANGE mit ihrem ersten Album von 1992 hinterlassen, die Tatverdächtigen in diesem Fall sind Grant Tibor (v.), Scott Migone (g.), Danny Lullie (b., bv.) und Paul Trust (d.). Die erste Hörprobe entlockte mir ein lautes What The F..k ist das ein Schweinegeiles Sahneteil und dieser Meinung bin ich heute noch. JS machen Hard Rock der nach America klingt mit viel Melodie leichtem Glamfaktor einem geilen Shouter mit einem rauhen Organ der nach drei Pullen Jackie und fünf Packungen Ziggis klingt und lauten Gitarren, mit all dem wird ein Mix kreiert der sich hörenlassen kann.

Für jeden ist was dabei für Kuschelmomente, Powersongs und für die Disco mit einer guten Produktion die genug bums hat um bei der richtigen Lautstärke die Lauscher durch zu blasen.

Eingeleitet wird die Zeitreise mit “Raise A Little Hell” ein schneller Hard Rock Song der auf der Überholspur alles platt macht was ihm vor seinem V8 Bigblock Kühler kommt. Mit “Love On The Telephone” wird das Tempo ein wenig gedrosselt aber genauso geil wie der Einstieg, wäre fast was zum Anheizen in der Disco. Song drei “Make A Wish” eine Herz-Schmerz-Ballade der besseren Sorte, die beim Refrain noch mehr glänzt. “Silver Screen” wieder ein echtes Highlight was für die Tanzfläche mit geilem Groove, gefolgt vom Obercoolem “Weekend Tonight” ein Tanzflächenfüller und ideale Partysong fürs Wochenende. “Coyote Morning” ist wieder ein starker Hard Rocker, “Down And Dirty” kommt richtig dreckig aus den Boxen das Ding zaubert einfach gute Laune, würde auch gut in die Disco passen. “Living Without Your Love” ist ähnlich aufgebaut wie “Foolin’” von den Lepps, langsame und schnelle Passagen im wechsel. “Dancing For Strangers” ist wieder ein cooler Hard Rocker. Den Schluss macht “The Last Goodbye” so ein Song kommt nicht von der Stange anhören und alles um einen herum und alle Sorgen vergessen und diesem Oberaffengeilem Song zugehört, eine der besten Powerballaden die ich je gehört habe.

Umschreiben läst sich JS nicht wirklich trotz mancher Ähnlichkeit zu der einen oder anderen Band ist dies ein Oberhammer Album geworden mit allem was einen Klassiker ausmacht, eine geile Truppe, solche Songs wie hier im Gepäck und eine hörbare Produktion, also Rockerherz was willst du mehr.

Fazit:

ZUGREIFEEN wenn sich die Gelegenheit bietet so eine Sahneteil ab zu stauben, und die wird sich nicht oft bieten da das Dingens schon ziemlich rar ist und teilweise hoch gehandelt wird. JS kommen bei mir mit diesem Hammerteil auf volle Punkte eine 10 die verdient ist.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Raise A Little Hell
02. Love On The Telephone
03. Make A Wish
04. Silver Screen
05. Weekend Tonight
06. Coyote Morning
07. Down And Dirty
08. Living Without Your Love
09. Dancing For Strangers
10. The Last Goodbye

Helmut

VANDENBERG – 2020

Band: Vandenberg
Album: 2020
Spielzeit: 49:29 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Masot Label Group
Veröffentlichung: 29.05.2020
Homepage: www.vandenbergband.com

Als ziemlich unverhofft konnte man es bezeichnen, dass Gitarrist Adrian Vandenberg (ex – Whitesnake) mit seiner Band Moonkings im Jahre 2014, nach siebzehn Jahren, urplötzlich wieder im Rampenlicht erschien, zwei gefeierte Alben veröffentlichte, um dann die Band aktuell wieder auf Eis zu legen.
VANDENBERG schippert nun erneut unter eigener Flagge um ein Werk zu veröffentlichen, welches den Hardrock nicht weiterbringt, aber sicherlich gut unterhält.
Den Einstieg ins von Bob Marlette (Alice Cooper, Black Sabbath) produzierte Album ist „Shadows Of The Nigh“vorbehalten und lässt vom Sound her keine Wünsche offen.
„Freight Train“ ist die typische nach vorne gehende, groovende Testosteron Nummer mit der der blonde Holländer sich seiner eigenen Vergangenheit erinnert.
Nicht nur, aber besonders in „Hell or High Water„ changiert alles wunderbar zwischen Rainbow, Deep Purple und Whitesnake, aber eben nicht schlicht solide abgekupfert, sondern interessant arrangiert. Sicher ein Highlight des Albums.
Hochklassig und stimmungsvoll auch das eher getragen „Let It Rain“ und „Ride Like The Wind“ einfacher aber gut funktionierender Hardrock. Das Sänger Ronnie Romero die Blackmore Sachen beherrscht sollte nicht verwundern bei seinem aktuellen Hauptarbeitgeber Rainbow, darüber hinaus passt seine Stimme eben sehr gut zum Classic Rock und nichts anderes liefert Vandenberg.
Auf die Stimmgewalt und die Qualität eben jenes Romeros einzugehen erübrigt sich weitestgehend, jeder im Genre Rockmusik dürfte mittlerweile zumindest die eine oder andere Veröffentlichung seiner zahlreichen Projekte kennen und eine eigene Meinung haben.
Das stampfend marschierende „Shout“ macht ebenso Spaß, wie das vom Riff gelungene „Shitstorm“. Wer das Songwriting und die geniale Gitarrenarbeit auf den späten 80er Whitesnake Alben mag, wird bei Songs wie „Light Up The Sky“ nichts zu mäkeln haben, es sei denn, er mag es nicht aufgewärmt.
Neues bietet wahrlich Vandenberg nicht, die seinen Stil prägenden Bands aber auch nicht, somit sollte man sich einfach an guten Balladen der Marke „Burning Hearts“ von 1982 erfreuen, oder eben nicht. Musikalisch dargeboten wird das Ganze neben den genannten Hauptakteuren von den Bassisten Randy Van Der Elzen (Tank) und Rudy Sarzo sowie den Drummern Koen Herfst ( Epica, Doro) und Brian Tichy.
Ein überraschend gutes, klassisches Hardrock Album hat Adrian Vandenberg mit „2020“ am Start.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Shadows of The Rain
02. Freight Train
03. Hell And High Water
04. Let it Rain
05. Ride Like The Wind
06. Shout
07. Shitstorm
08. Light Up The Sky
09 Burning Heart
10. Skyfall

Rüdiger König

Link zu “ Skyfall” :

THE ORDER – Supreme Hypocrisy

Band: The Order
Album: Supreme Hypocrisy
Spielzeit: 47:28 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 22.05.2020
Homepage: www.theorder.ch

Seid ihr bereit euch in den Arsch treten zu lassen? Ok, dann müsst ihr die neue Scheibe von THE ORDER reinziehen. Die vier Schweizer Gianni Pontillo (v.), Bruno Spring (g.), Andrej Abplanalp (b.) und Mauro Casciero (d.) gibt es in dieser Konstellation nun bereits seit 2005. Bislang haben sie es auf fünf immer besser werdende Longplayer gebracht. Album Nummer sechs steht nun in den Startlöchern. THE ORDER haben zusammen mit V.O. Pulver die Platte produziert. V.O. Pulver hat diese dann auch noch gleich im Little Creek Studio gemischt und gemastert. Jan Yrlund wurde für das Coverartwork engagiert. Na dann, los geht „The Show“.

Das Eröffnungsriff ist sehr an „Barracuda“ von Heart angelegt, hinterlässt also sofort ein wohliges Gefühl. Gute Nummer gleich zu Beginn. Wow, was geht jetzt ab? „Supreme Hypocrisy“ ist ein hartes Stück Heavy Metal geworden. Ganz starke Stimme, Flitzefinger Solo und viel Judas Priest, perfekt. „Back To Reality“ könnte auch „Back To The 80’s“ lauten. Macht sofort Spaß und hätte aufgrund des Gesangs glatt auf einem Kiss Album stehen können. Auf „Dreams Are Not The Same“ fällt die tolle Gitarrenarbeit auf, während der Bass und Schlagzeug durch das Stück pumpen. Time for Rock’n’Roll to „Save Yourself“. Der Refrain ist catchy geworden. Der Fuß wippt die ganze Zeit mit und man bekommt Durst.
Das Bier muss man bei „No Messiah“ aber auf die Seite stellen. Denn die Riffs und „yeah,yeah“ Shouts zwingen einen förmlich zum Bangen. „August In Miami“ rockt im Buckcherry Style, tolle Nummer. „Where I Come From“ kommt ein wenig schwermütig (Alice In Chains) daher. Aber mit ganz viel Wucht und Groove, läuft gut rein. Ruhe jetzt, es folgt „Sometimes“. Ein ganz ruhiges und gefühlvolles Stück das nur von der Stimme von Gianni und dem Piano von Michael Arrom getragen wird. Leider sind wir schon am Ende angekommen. „Only The Good Die Young“ ist ein Hybrid aus Black Sabbath und Black Label Society. Sehr schwerer, aber auch sehr schöner Song.

Anspieltipps: „Supreme Hypocrisy“, „Back To Reality“, „Dreams Are Not The Same“, „No Messiah“ und „Where I Come From“.

Fazit: Ganz starkes Album, mit geiler Band und extrem guten Sänger. Es ist zwar härter, melancholischer und nachdenklicher ausgefallen als die Vorgänger, aber die Wurzeln werden dabei nicht vergessen. Horns up and cheers.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Show
02. Supreme Hypocrisy
03. Back To Reality
04. Dreams Are Not The Same
05. Save Yourself
06. No Messiah
07. August In Miami
08. Where I Come From
09. Sometimes
10. Only The Good Die Young

Video zu „Supreme Hypocrisy“:

Sturmi

GRAVE DIGGER – Fields Of Blood

Band: Grave Digger
Album: Fields Of Blood
Spielzeit: 54:48 min
Stilrichtung: Teutonic Scotish Heavy Power Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 29.05.2020
Homepage: www.grave-digger-clan.de

Auf die Frage “Was gibt’s Neues?” kann man eigentlich immer guten Gewissens antworten “Ein GRAVE-DIGGER-Album”. So auch momentan, und nicht irgendeins: Der dritte Teil der (somit) Schottland-Trilogie steht ins Haus und dank “Tunes Of War” und “The Clans Will Rise Again” ist für wahrscheinlich zu halten, dass es ziemlich stark wird. So ist dem auch. Gut, die bisherigen Singleveröffentlichungen verkaufen “Fields Of Blood” unter Wert. “All For The Kingdom” ist fett und mit besten DIGGER-Highland-Trademarks angereichert, aber nicht ganz unter den besten Tracks. “Lions Of The Sea” lässt beim Refrain die Sorge aufkommen, dass die anderen Kompositionen doch eher platt ausfallen könnten (aber dem ist nicht so), wobei schon zwei weitere Silben beim zweiten und vierten “Lions Of The Sea” im Chorus eine Menge verbessert hätten (geiles Riff übrigens, Axel Ritt ist wie immer eine krasse Bereicherung). Und “Thousand Tears” ist eine klassische Gänsehaut-DIGGER-Ballade, bei der Noora von BATTLE BEAST zumindest gegen Ende noch ihr volles Potenzial raushauen kann und man sich fragt, warum die Frau immer nur für Balladen gastsingen darf. So, genug des Meckerns (vorerst). “Fields Of Blood” hat nämlich umso mehr komplette Knaller auf Lager, die mit zum Besten gehören, das GRAVE DIGGER seit dem letzten Schottland-Release veröffentlicht haben. “Freedom” zum Beispiel, mit seinem knallenden Start, dem geilen runtergebrochenen Prechorus und dem simplen aber in seiner Harmoniefolge doch noch nicht oft gehörten Chorus. Auch “Heart Of Scotland” muss man anführen: Mit Dudelsäcken, starken Drums (übrigens ist die Drumarbeit von Neudrummer/Ex-Reaper Marcus Kniep GRAVE DIGGER absolut würdig), asozialem Switch zu anderer Tonart und miesestem Downtempo, mit grandiosem Refrain, fröhlich dudelsackigem Mittelteil und, und, und. “My Final Fight” hat den Partybeat, der nur dann auf den Sack geht, wenn man ihn in jedem Song verwendet, hat im Chorus was von RAGE und macht tüchtig Laune. Und auch das eher unepische “Barbarian”, das instrumentale “Requiem To The Fallen”, das tolle instrumentale Intro und “Gathering Of The Clans”, insbesondere dessen feierlicher Mittelteil, sind Treffer und beweisen zum 40jährigen der Band nochmal Kreativität, die bei den letzten Alben ein wenig auf der Strecke blieb. Ganz zu schweigen vom mehrteiligen 10-Minüter-Titeltrack, der auf ganzer Länge einfach alles richtig macht und auch mal den unterbewerteten Klargesang im Gepäck hat.
Kritik: Gut, da gibt es einiges, was doch sehr an “Tunes” und “Clans” erinnert, mal ein Riff, mal ein Refrain. Aber das geht klar. Was nicht klargeht, sind die Texte, die mir zum ersten Mal bei einem DIGGER-Album den Hörgenuss tatsächlich geschmälert haben. Ich kann über Texte generell gut hinweghören, aber jede, also wirklich JEDE Zeile, jetzt Phrase, jeder Reim auf “Fields Of Blood” ist so schonmal auf mindestens einem anderen Album aufgetaucht. Das ist Stillstand und unkreatives Bedienen aus dem Repertoire und ginge wirklich liebevoller. Zumindest ein bisschen, sodass es nicht ganz so aufdringlich offensichtlich einfach nur Aufwärmen ist.

Fazit:
Und ehrlich, ich bin hin- und hergerissen, weil die Platte musikalisch echt ein würdiger Abschluss der Trilogie ist, aber unter der Qualität/der mangelnden Innovation der Texte wirklich leidet. Uneingeschränkte Kaufempfehlung für jeden, der über Texte hinwegsehen und Heavy/Power/Teutonic Metal mit Dudelsäcken auf echt feierlichem Niveau was abgewinnen kann. Wer generell auf Texte achtet, der entscheide selbst, nachdem er sich mal durch die folgenden, musikalisch wunderbaren Anspieltipps durchgehört hat!

Anspieltipps:
“Freedom”, “Heart Of Scotland”, “My Final Fight” und “Fields Of Blood”

WERTUNG:

die Texte ignorierend

 

unter Beachtung der Texte

 

Trackliste:

01. The Clansman’s Journey
02. All For The Kingdom
03. Lions Of The Sea
04. Freedom
05. Heart Of Scotland
06. Thousand Tears
07. Union Of The Crown
08. My Final Fight
09. Gathering Of The Clans
10. Barbarian
11. Fields Of Blood
12. Requiem For The Fallen

Jannis

FM – Synchronized

Band: FM
Album: Synchronized
Spielzeit: 60:07 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Frontiers Records s.r.l.
Veröffentlichung: 22.05.2020
Homepage: www.fmofficial.com/fmofficial/

FM kommen mit ihrem elftem offiziellem Album über den Ärmalkanal und was soll ich schreiben das Album bietet genau das was das AOR Herz begehrt, geile Songs odentlich verpackt mit Gitarren und Keyboardteppichen inklusive der einzigartigen Stimme von Steve Overland. FM seit dem 1995er Album fast ohne Besetzungswechsel merkt man deutlich an das Profis am Werk sind die Spass haben bei dem was sie machen, und genau wissen wo der Hammer hängt, sprich bei FM im Studio und diesen packen die Jungs auch aus.
Die fünf Tatverdächtigen bestehen aus Steve Overland (v., g.), Jim Kirkpatrick (g.), Merv Goldsworthy (b.), Jem Davis (k.) und Pete Jupp (d.) spielen den typischen FM AOR der Einschlägt wie eine Bombe. Es wird ordentlich drauf los gerockt, dann auch mal zum nachdenken angeregend und zum kuscheln annimiert. Es befindet sich Radiotaugliches Material oder auch für die Disco auf diesem Rundling und wenn die Musikwelt gerecht wäre, wäre sogar ein ausgewachsener #1 Hit in Form von “Walk Through The Fire” der langsam anfängt, sich zum ersten Refrain hin steigert und ab da dann richtig abgeht wie Nachbars Lumpi.

Radiotauglich sind “Synchronized” ein cooler AOR Song, “Superstar” noch cooler. “Broken” nicht ganz so cool, “Change For The Better” wieder ein obercooler Song.

Partytauglich in Form von “Best Of Times”, “Pray” Plus die Songs oben und die für die Disco.

Nachdenklich und Kuscheln “Ghost Of You And I”, “Angel Cried”

Für die Disco “End Of Days” geiler Song, den #1 Hit “Walk Through The Fire” geile Melodieführung und die Stimme von Overland einfach ein Traum der Song, “Ready For Me”.

Zum einfachen hören “Hell Or High Water” ein flotter Song.

Anspieltipps:

Ach was solls hört Euch einfach das gesamte Album an und habt Spass dabei.

Fazit:

Für diese CD gibt es von mir 9,5 Punkte die Spass machen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Synchronized
02. Superstar
03. Best Times
04. Ghost Of You And I
05. Broken
06. Change For The Better
07. End Of Days
08. Pray
09. Walk Through The Fire
10. Hell Or High Water
11. Angels Cried
12. Ready For Me

Helmut

ROOM EXPERIENCE – Another Place And Time

Band: Room Experience
Album: Another Time And Place
Spielzeit: 48:35 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Art Of Melody Music
Veröffentlichung: 22.05.2020
Homepage: www.roomexperienceofficial.com

ROOM EXPERIENCE kommen dieser Tage mit ihrem zweitem Album aus Italien über die Alpen. Das Debüt ist irgendwie an mir vorüber gegangen, weiß nicht warum aber ist leider so. RE spielen auf dem Album Melodic Rock in etwa einer Schnittmenge aus WHEELS OF FIRE und durch David Readman am Mikro eine softere Version von PC69 was sich sehr gut anhört.
Mit an Board sind neben DR am Mikro noch Mastermind und Songschreiber Gianluca Firmo (k., bv.), Davide Barbieri (k., bv.), Steve De Biasi (g.), Simon Dredo (b.) und Pierpaolo Monti (d.) sowie einige Namhafte Musiker der Rockszene als Special Guests.
Alle Songs bieten sehr gute Melodien und durch DR geile Vocals die keinen Grund für Kritik bieten, bei den Drums hat man das Gefühl man hört einen Drumcomputer erinnert mich an das zweite Album von BRIAN BARNHOUSE. Dieser Zweitling kann sich sehen oder besser gesagt hören lassen. Es ist von allem etwas dabei, Straighte Rocker, Party Hits und Balladen.

Anspieltipps:

“Hear Another Song”, “Disappointed”, “Stangers In The Night”, “Another Time And Place”, “The Miles That Make A Road” und “Night Goes On”

Fazit:

Für dieses durchaus gelungene zweite Album vergebe ich eine Wertung von 8,0 Punkten, das Gefühl von Drumcomputer, die doch auch zahme Ähnlichkeit mit PC69, ab und an zu nahe an der Kitschgrenze verhindern eine bessere Wertung.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hear Another Song
02. Wild Heart
03. Disappointed
04. Strangers In The Night
05. The Distance
06. Shout
07. Another Time And Place
08. The Miles That Make A Road
09. The Night Goes On
10. A Thousand Lies
11. Your Voice Inside
12. The Distance (European Bonus Track Gianluca Firmo on Vocals)

Helmut