TEMPLE BALLS – Traded Dreams

Album: Traded Dreams
Spielzeit: 41:20 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Ranka Kustannus/Soulfood
Veröffentlichung: 05.05.2017
Homepage: www.templeballsrocks.com

Arde (Gesang), Jiri (Gitarre), Santeri (Gitarre), Jimi (Bass) und Antti (Drums) aus Oulu bilden das Hard Rock-Quintett TEMPLE BALLS, dessen Debutalbum uns hier vorgestellt wird. Die Finnen gründeten ihre Band schon 2009, im zarten Alter von 14 Jahren, doch bis zur heutigen Formation dauerte es bis 2014. Untätig waren die Jungs jedoch in all den Jahren nicht: Sowohl bei zahlreichen Festivals wie Qstock, Provinssi, South Park und Jalometalli wurde sie schon gefeiert, also auch als Support für namenhafte Bands wie Queen, Deep Purple und Uriah Heep.
Nun ist der nächste Schritt also das Debutalbum „Traded Dreams“, welches von Tobias Lindell (H.E.A.T., MUSTASCH, EUROPE) in den Karma Sound Studios in Thailand produziert wurde. 
Gleich der Opener „Off The Grid“ bläßt in dasselbe Horn wie ihre Landsmänner SANTA CRUZ. Energiereich geht es auch mit „Freek Flag“ weiter, „Hell And Feelin‘ Fine“ wird von groovigen Strophen angetrieben bevor es weiter geht mit „We Stand Tall“ erinnert stellenweise an HANOI ROCKS. „Mad“ beginnt mit melodischer Bassline und lässt mich irgendwie an BUCKCHERRY denken und das Riff und auch die Gesangsspur von „Hang On“ an BACKYARD BABIES. „Six Ways To Sunday“ ist ein fröhlicher Partysong und die Ballade „Under My Feet“ lässt das Album ausklingen und ist ein super Katersoundtrack.

Insgesamt finde ich „Traded Dreams“ ein solides Allbum. Nicht alles bleibt einem im Kopf, aber negativ auffallen tut auch nichts, im Gegenteil, „Off The Grid“ und „Hell And Feelin‘ Fine“ haben hard rockendes Ohrwurmpotential.
Ein junges, spritziges Hard Rock Album mit einem überzeugenden Sound, mitsingbaren Refrains, melodiösen Gitarrensolos und mitreißenden Riffs. 


WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Off The Grid
03. Freek Flag
04. Hell And Feelin‘ Fine
05. We Stand Tall
06. Mad
07. Let’s Get It On
08. Hang On
09. Ride Along
10. Six Ways To Sunday
11. Under My Feet

Lotta

 

 

KOBRA AND THE LOTUS – Prevail I

Band: Kobra And The Lotus
Album: Prevail I
Spielzeit: 45:36 Min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 12.05.2017
Homepage: www.kobraandthelotus.com

Vier Jahre nach dem letzten Album "High Priestess" erscheint mit "Prevail I", der inzwischen vierte Langdreher der kanadischen Band KOBRA AND THE LOTUS. Wie es der Titel bereits anklingen lässt, ist "Prevail I" nur der erste Teil, denn im Herbst folgt bereits Part 2 des als Doppelalbum angelegten Werks.

Die Band um Sängerin und Namensgeberin Kobra Paige bewegen sich mit Ihrem neuen Album im klassischen Heavy Metal. Aufgelockert wird das ganze mit einem Touch Bombast und einer Prise Prog Metal. Dies wird gleich mit dem düster, treibenden Opener "Gotham" fulminat unter Beweis gestellt. Dazu kommt der Wahnsinns Refrain, der einen Tagelang nicht mehr loslässt. Hart aber absolutes Hitpotenzial. Wer jetzt aber glaubt, das KOBRA AND THE LOTUS damit Ihr Pulver bereits verschossen haben, wird über die Spieldauer des Silberlings, deutlich eines besseren belehrt, denn es reiht sich ein Hammersong an den anderen.

Nennen möchte ich da als weitere Anspieltipps bzw Highlights, die erste megaeingängige Single "You Don´t Know", die Double Bass Granate "Specimen X" oder auch die grandiose Power Ballade "Light Me Up". Allerdings haben sich KOBRA AND THE LOTUS meiner Meinung nach das Beste bis zum Schluss aufgehoben, denn mit dem abschließenden Titeltrack dürfte der Band ein Klassiker gelungen sein, der nicht mehr aus dem Live Repertoire wegzudenken ist. Einfach genial, was für ein Feuerwerk die Truppe da abfackelt.

Am meisten begeistert mich die Tatsache, dass die Band in der Lage ist, Härte mit Eingängigkeit zu verbinden, ohne dabei allerdings wie es bei vielen anderen Combos üblich ist, im Kitsch und Bombast zu ertrinken. Wer auf Female Fronted Heavy Metal abseits der allzu ausgetretenen Pfade des Symphonic Metals der Marke Nightwish oder Within Temptation steht, sollte hier unbedingt zugreifen. Aber auch für alle  anderen Fans von erstklassigem Power bzw Heavy Metal gilt, dass Sie diesen Longplayer unbedingt anchecken müssen, denn sonst verpassen Sie ein echtes Kracheralbum.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Gotham
02. TriggerPulse
03. You Don´t Know
04. Specimen X (The Mortal Chamber)
05. Light Me Up
06. Manifest Destiny
07. Victim
08. Check The Phyrg
09. Hell On Earth
10. Prevail


Heiko Füchsel

AXEL RUDI PELL – Interview

Der symphatische, deutsche Gitarrist AXEL RUDI PELL samt Band haben ein neues Album in den Regalen stehen. Es ist mal wieder Balladenzeit und so steht uns „The Ballads V“ ins Haus. Mit freundlicher Genehmigung unsere Kooperationspartner  Rock the Nation – Die Metalradiosendung dürften wir euch hier nun die Audiospuren des Interviews mit Axel Rudi Pell aus einer der letzten Sendungen der Rock The Nations Jungs präsentieren! Ein Novum in der Rock-Garage Geschichte. Wir hoffen ihr habt Spaß daran und könnt auch einen kleinen Einblick in die tolle Radiosendung unseres Kooperationspartners bekommen, die alle 2 Wochen Montag Abends läuft.

RESIST THE OCEAN – Heart of the Oak

Band: Resist the Ocean
Album: Heart of the Oak
Spielzeit: 39:49 min
Stilrichtung: Metalcore
Plattenfirma: Bleeding Nose Records
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.facebook.com/ResistTheOcean

Und wieder eine neue Metalcore-Band, das ist so ziemlich der erste Gedanke, wenn man von RESIST THE OCEAN hört. Zum Glück bewahrheitet sich dieser Gedanke nicht, denn das Debüt der 2012 gegründeten Band lässt auf einiges hoffen. Die 5 Jungs aus Nürnberg sind dem geneigten Metalcore Fan letztes Jahr ins Blickfeld gesprungen, als sie 2016 Bandcontest Gewinner des Rockavaria Festivals in München wurden. Das Quintett hatte somit die einzigartige Chance, die Bühne mit Größen wie IGGY POP und IRON MAIDEN zu teilen. Das scheint die Band auch beflügelt zu haben, denn das Debütalbum „Heart of the Oak“ kann sich durchaus hören lassen. Um den Metalcore Einheitsbrei zu entkommen, gehen RESIST THE OCEAN gnadenlos back to the roots. Es wird auf Synthies, Streicher, ja sogar auf Klargesang verzichtet. Oldschool Metalcore ist angesagt und zwar durchgängig. Das Album geht mächtig nach vorn ohne an Tiefe zu verlieren. Es widmet sich kompromisslos den Wurzeln des Genres. Der Titeltrack „Heart oft he Oak“ wartet sogar mit Spoken Words auf, was sich erstaunlicherweise sehr harmonisch ins Gesamtbild einfügt. Für selbiges fungierte Metal-Urgestein Udo Dirkschneider beim Musikvideodreh mal eben als Co-Produzent und ist im Video sogar kurz zu sehen. Ein durchaus gelungenes Video, unbedingt mal reinschauen.
Obwohl seit den 90ern nicht mehr wegzudenken, verzichten RESIST THE OCEAN auf Klargesang und punkten mit einer passenden rauen und härteren Atmosphäre. Stimmlich absolut weit vorne, hapert es nur an manchen Stellen, was für ein Debüt allerdings absolut okay ist und dem Hörgenuss kein Abbruch tut.  
Schon der Opener „Oceanlung“ zeigt, wohin die Richtung geht. Er knallt mächtig rein und ist Wegbereiter für die nachfolgenden Brecher wie z.B. „Handcarved Coffins“, „Gilded Cage“ oder auch „Black Rust“ mit seiner exzellente Gitarrenarbeit. Es gibt keinen richtigen Durchhänger auf der Scheibe, die Jungs bieten, was sie versprechen (“marschierende Riffs, schmeichelnde Soli und deftige Breaks”).
Was noch fehlt, ist das ganz eigene Profil. Bei allem, was die Jungs nicht sein wollen, fehlt noch der klare Weg, wohin es gehen soll. Es gibt noch zuviele Wiederholungen in den Stücken, die eigene Persönlichkeit hat sich (noch) nicht komplett entwickelt. Aber das Debüt „Heart of the Oak“ lässt hoffen, dass die Band den eigenen Weg noch findet und nicht im Metalcore Nirgendwo verschwindet, wie so viele andere zuvor.   
RESIST THE OCEAN haben bereits mehr als 100 Gigs gespielt, Publikum und Presse sind gleichermaßen begeistert und feiern die Franken ab, wo es nur geht. Für eine noch jung Band bereits ein beachtlicher Erfolg. Und kleine Anekdote am Rande. Das Routing der aktuell laufenden Tour ist in Form eines Pentagramms geplant.


WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Oceanlung
02. Long Road Home
03. Cauterize
04. Heart Of The Oak
05. Ambers
06. Handcarved Coffins
07. Dreamwalker
08. Black Rust
09. The Last Of Our Kind
10. Gilded Cage
11. Gilded Cage (Acoustic)

Tanja

HELKER – Firesoul

Band: Helker
Album: Firesoul
Spielzeit: 53:53 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: AFM Records  
Veröffentlichung: 05.05.2017
Homepage: www.helker.net

HELKER aus Argentinien sind vermutlich DIE Metalband des Landes! In Europa haben sie spätestens mit ihrem letzten, bärenstarken Album „Somewhere in the Circle“, Rezi dazu hier bei uns, ebenfalls einen dicken Fuß in der Tür.
Nun kehren die Jungs rund um den charismatischen Fronter Diego Valdez, der ja mittlerweile auch bei IRON MASK aktiv ist, mit ihrem neuen Album „Firesoul“ zurück.
Dieses wurde erneut durch PRIMAL FEAR Tieftöner Mat Sinner produziert und weicht keinen Zentimeter von der musikalischen Linie des letzten Albums ab und das ist auch verdammt gut so, gehörte dieses doch mit zu den besten Power Metal Veröffentlichungen des damaligen Jahres!
Mit dem Intro „Genesis“ steigen wir in die neuen Scheibe ein. Episch und etwas düster leitet das Instrumental gut ein bevor mit „Fight“ das erste Mal hier so richtig die Post ab geht, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Nummer wird euch den Staub aus den Boxen blasen so viel kann ich euch sagen! Besonders das kraftvolle Drumming und die schon teilweise zu knallende und zu tiefe Bassspuren bohren sich messerscharf in die Gehörgänge. Dazu noch ein aggressiv singender Diego, ein starker Track.
Ebenfalls direkt auf die Hitliste wandern „For all the Eternity“ und „Playing with Fire“ wo übrigens Matt Sinner den Bass zupft, diese sind ebenfalls von aller erster Güte!
Der Mittelteil kann dann leider aber nicht komplett überzeugen, irgendwie zünden die Nummern hier nicht so richtig und bewegen sich eher im Standardbereich, kein Vergleich zu den ersten beiden Bombensongs! Einzig das fantastisch gesungen „Empty Room“ kann hier punkten.
Wesentlich besser zündet dann aber wieder der letzte Abschnitt wo dieser mit „Break your Chains“, „Firesoul“ und den tollen Cover von „Neon Knights“, endlich singt das mal ein wahrer DIO Erbe, qualitativ wieder hochwertiger besetzt ist!

Anspieltipps:

Hier sollte ihr euch auf jeden Fall direkt auf “Fight”, “For all the Eternity”, “Playing with Fire”, “Break your Chains” sowie “Firesoul” stürzen.

Fazit :

Na das ist ja gerade nochmal gut gegangen würde ich sagen! Nach dem doch eher schwachen Mittelteil hatte ich schon die Befürchtung das das neue Helker Album nicht an die Glanzleistung auf dem Vorgängeralbum anknüpfen kann. Entwarnung! Ganz reicht die Note zwar nicht an die letzte Leistung ran, aber man ist nahe dran und somit kann ich auch hier ohne Probleme eine absolute Kaufempfehlung für Fans der Band und des Genre aussprechen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Genesis (Intro)
02. Fight
03. For all the Eternity
04. Playing with Fire
05. The One
06. Where you belong
07. You are in my Heart
08. Empty Room
09. Leaving out the Ashes
10. Stay Away
11. Break your Chains
12. Firesoul
13. Rise of Fall (Bonus Track)
14. Neon Knights (Bonus Track)

Julian

KALEDON – Carnagus – Emperor of the Darkness

Band: Kaledon
Album: Carnagus – Emperor Of The Darkness
Spielzeit: 44:00 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Sleazsy Rider  
Veröffentlichung: 15.05.2017
Homepage: www.kaledon.com

Die Band KALEDON und ich hatten bislang ein Wechselbad der Gefühle, denn ihre letzten Alben die ich von ihnen besprochen habe kamen mal mehr, mal weniger gut bei mir an! 2 Jahre nach dem letzten Album „Antillius: The King of the Light“ kehrt man nun mit einem neuen Power Metal Werk namens „Carnagus – Emperor of the Darkness“ zurück.
Nach dem eher fröhlichen, epischen letzten Album scheint man nun die düstere Seite entdeckt zu haben, das versprechen sowohl der Titel als auch das Cover des neuen Diskus.
Als neuer Sänger für dieses neunte Studioalbum wurde Michele Guaitoli verpflichtet, der auch bei den Melodic Metaller von OVERTURES hinter dem Mikro steht. Am Schlagzeug gibt es ebenfalls einen Wechsel zu verkünden,  Manuele Di Ascenzo sitzt nun dort.
Ansonsten dreht sich auch das neue Album um die Saga eines vergessenes Reiches die die Band auf bislang sechs Alben weitergesponnen hat.
Als Opener fungiert das stimmungsvolle und epische Intro „Tenebrae Venture Sunt“. Danach folgt mit „The Beginning of the Night“ das erste Mal eine mehr als ordentliche Duftmarke! Heavyness, Epic und Melodic alles da was man braucht.
Übrigens, der neue Sänger Michele ist stimmlich nicht so weit entfernt vom Vorgänger Marco Palazzi, hat aber eindeutig mehr Volumen und Ausdrucksstärke.
Das nächste Mal richtig punkten kann man dann bei „The evil Witch“ und auch das schnelle „Dark Realitiy“ sowie das stampfende und mit einem tollen Chorus ausgestattete „The two Bailouts“ wissen durchaus zu überzeugen und zu begeistern.
Das klingt auf jeden Fall alles bis jetzt schon mal wesentlich besser als auf dem Vorgängerwerk!
Der Versuch böse mit Growls zu wirken, geht dann im Anschluss bei „Telepathic Messages“ gehörig nach hinten los, hier kann man nicht wirklich überzeugen.
Da aber die letzten beiden Tracks dann wieder ganz in Ordnung sind, können wir hier abschließend doch vom einem gut gelungen neuen KALEDON Diskus sprechen.

Anspieltipps:

“The Beginning of the Night”, “The evil Witch”, “The two Bailouts”, und “Evil Beheaded” sind hier auf jeden Fall die prägensten Songs.

Fazit :

Ganz klar mit dem neuen Album bringen KALEDON ihr bisher bestes auf den Markt! Zwar ist hier immer noch nicht alles Gold was glänzt, aber das Ganze tönt doch wesentlich besser und runde als zuletzt!
Dazu noch der neue Sänger der auch eine bessere Leistung als der Sangesknabe zuvor.
Im Großen und Ganzen also eine starke Leistung auf der neue Scheibe die man auf jeden Fall als Fan durchaus mal anchecken sollte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Tenebrae Venture Sunt
02. The Beginning of the Night
03. Eyes withouth Life
04. The evil Witch
05. Dark Reality
06. The two Bailouts
07. Trapped on the Throne
08. Telepathic Messages
09. Evil Beheaded
10. The End of the Undead

Julian

707 – 707 / The Second Album / Mega Force (Re-Releases)

Band: 707
Album: 707 / The Second Album / Mega Force (Re-Releases)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Mit der Band “707” aus Michigan (USA) hat das Rock Candy Records Label mal wieder eine interessante, weitestgehend vergessene Perle des typisch amerikanischen AOR ausgegraben, die es wert ist (wieder) entdeckt zu werden. Gegründet im Jahre 1977 von Phil Bryant (Bass, Gesang), Jim McClarty (Drums), Duke McFadden (Keyboards, Gesang) und Kevin Russell (Gitarren, Gesang) legten die Jungs von Anfang an starken Wert auf den unter 3 Musikern aufgeteilten Gesang sowie einer gekonnten Balance aus einer eher flockiger AOR-Basis und vereinzelten rockigeren Tönen. Wie immer bei Rock Candy Records sind die nun vorliegenden Neuauflagen vorbildlich remastert und mit informativen Linernotes ausgestattet.

„707“ (1980)

Das Debüt der Truppe, erschienen auf dem damals ziemlich angesagten Casablanca Label (die u.a. Kiss unter Vertrag hatten), steht und fällt mit dem Opener "I Could Be Good for You" aus der Feder von Keyboarder McFadden und Schlagzeuger McClarty. Der Song entwickelte sich, ohne dass Band oder das Label davon Wind bekamen, zu einem veritablen Radio-Hit. Nicht zu Unrecht, denn der Song ragte meterhoch über den restlichen Tracks der Scheibe heraus. Ein absoluter Homerun, dessen Momentum weder Band noch Management so richtig zu fassen wussten und somit die Chance auf einen großen Durchbruch verpassten. Das Problem ist natürlich auch, dass die Scheibe mit besagtem Song bärenstark anfängt, das damit gegebene Versprechen aber dann im Fortlauf kein einziges mal einhalten kann. Das restliche Material kann da einfach nicht mithalten, was noch dadurch erschwert wird, dass gleich 3 verschiedenen Sänger ein kohärentes Soundbild verhindern. Songs wie das launige „You Who Needs To Know“ oder „Let Me Live My Live“ vermögen allerdings durchaus auch heute noch Laune zu machen.

„ The Second Album“ (1981)

Nach den ernüchternden Erfahrungen mit dem (trotz Hits) untergegangenen Debüt, wurde der Band mit Jai Winding (u.a. Le Roux) ein neuer Produzent an die Seite gestellt. Mit dem kamen die Jungs aber nicht wirklich klar, so dass die Arbeit an dem Nachfolger unter keinem allzu guten Stern standen. Im Endergebnis leidet „The Second Album“ unter dem Abgang von Keyboarder und Songschreiber Duke McFadden, einer gewachsenen Erwachtungshaltung von Seiten der Labelbosse, Unschlüssigkeit bei den Musikern wo die Reise denn hingehen sollte sowie einer Produktion die sich nicht entscheiden kann ob man den (hard)rockigen Tendenzen in der Band mehr Freiraum lassen oder aber den gepflegten AOR Sound der frühen Tage weiterverfolgen soll. So tönen Sogs wie „Millionaire“ oder „Strings Around My Heart“ wie mit angezogener Handbremse, bis dann in „Live With The Girl“ endlich der Knoten ein wenig platzt, die Band Ihre Trademarks unterbringen kann und ein paar Treffer landet. Alles in allem ist „The Second Album“ aber nur okayer Durchschnitt ohne wirkliche Highlights oder zwingenden Hits.

„ Mega Force“ (1982)

Nach 2 Alben für das Casablanca Label wechselten 707 zu Boardwalk Records und wurden dort prompt vor die Wahl gestellt entweder einen festen Frontmann/Sänger zu engagieren oder aber die Karriereambitionen zu begraben. Der Band blieb nichts anderes übrig als den zwar durchaus talentierten aber auch nicht zur Gänze als Bandmitglied akzeptierten Kevin Chalfant in Ihre Reihen aufzunehmen. In dieser Konstellation wurde mit „Mega Force“ das härteste und, im Rückblick, stärkste Album der Band eingespielt. Die Parallelen zu Journey sind dank Chalfant nicht von der Hand zu weisen, auch wenn 707 weniger R&B Elemente verarbeiteten. Ähnlich wie beim Erstling wird die Platte vom größten (und einzigen Hit) der Scheibe eröffnet (der Titeltrack war für den gleichnamigen Film aus dem gleichen Jahr verfasst worden). Neben diesem Kracher sind mit „Get To You“ und „Can't Hold Back“ noch weitere Songs enthalten, die das Album auch heute noch zu einer hörenswerten Angelegenheit machen. Aber, wie so oft, aus dem großen Erfolg wurde dann doch nichts und die Band löste sich nach einigen Touren im Vorprogramm von Schwergewichten wie Scorpions, Rainbow oder REO Speedwagon entmutigt auf.

Muss man die Diskographie von 707 im Schrank stehen haben? Nein, wohl eher nicht. Essentiell ist keine der Scheiben, Spaß machen aber vor allem das gute 3. Album der Band sowie des schön naive Debüt. Fans von nicht allzu herb zupackendem AOR/Rock sollten aber auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Wer auf diese Musik steht ist mit den neuen, wertigen Auflagen aus dem Haus Rock Candy Records natürlich wie gewohnt bestens bedient.

WERTUNG:

„707“ 

 


„ The Second Album“

 


„ Mega Force“

 


Trackliste:

„707“

01. I Could Be Good For You
02. Let Me Live My Live
03. One Way Highway
04. Save Me
05. You Who Needs To Know
06. Slow Down
07. Feel This Way
08. Waste Of Time
09. Whole Lot Better

„ The Second Album“

01. Tonite's Your Nite
02. Millionaire
03. Live With The Girl
04. Strings Around My Heart
05. Pressure Rise
06. Rockin' Is Easy
07. City Life
08. Live Without Her
09. Love On The Run
10. The Party's Over

„ Mega Force“

01. Mega Force
02. Can't Hold Back
03. Get To You
04. Out Of The Dark
05. Hell Or High Water
06. We Will Last
07. Hello Girl
08. Write Again
09. No Better Feeling
10. Heartbeat
11. Eagle One (Bonus Track)
12. Mega Stomp (Bonus Track)
13. Mega Force (Alt Version)
14. Eagle One (Instrumental)
15. The Float (Bonus Track)
16. Mega Force (Live)

Mario

 

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – Amber Galactic

Band: The Night Flight Orchestra
Album: Amber Galactic
Spielzeit: 50:35 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 19.05.2017
Homepage: www.de-de.facebook.com/thenightflightorchestraofficial

“Internal Affairs” (2012) und „Skyline Whispers“ (2015) waren wunderbare Perlen in der Diskographie der ansonsten eher im Hartwurstsektor beschäftigten Björn "Speed" Strid (Soilwork), David Andersson (ebenfalls Soilwork) oder Sharlee D'Angelo (Arch Enemy). Ohne Zwänge oder Konzessionen lebten vor allem Sänger Strid sowie sein Bruder im Geiste, Gitarrist Andersson, Ihre Faible für den klassischen Rock und Disco/Pop der späten 70er/frühen 80er Jahre ungehindert aus. Dass dabei äußerst unterhaltsame Alben entstanden, ist nicht lange ein Geheimtipp geblieben, vor allem weil sich hier zur Abwechslung mal die Kritik und das Publikum einig waren und die Platten allerorts abfeierten. Wie es scheint waren die beiden Platten aber nur Fingerübungen für den neuesten Streich der Jungs, was bereits nach den ersten Tracks von „Amber Galactic“ deutlich wird. Die puren Classic Rock Reminiszenzen sind weitestgehend aus dem Sound des NIGHT FLIGHT ORCHESTRA verschwunden (was bei der Schwämme an Retro Bands die irgendwie alle gleich klingen kein großer Verlust ist). Dafür wurde der Fokus mit Präzision auf eingängige, tanzbare und mit hohem Suchtpotential versehene Hooklines gelegt. Die Hitdichte auf „Amber Galactic” ist eine Wucht und auch wenn die ein oder andere Strophe etwas beliebig erscheinen mag, so kann man sich doch sicher sein, dass der Refrain das Ganze wieder hell erstrahlen lässt.

Die Anspieltipps sind hier recht schnell abgefrühstückt, denn eigentlich ist so gut wie jeder Song ein Volltreffer. Besonders erwähnen sollte man aber auf jeden Fall das locker entspannte Melodie-Feuerwerk „Jennie“, den flotten Westcoast Kracher „Josephine“, die höllisch groovenden „Domino“ und „Gemini“ sowie den von einem himmlischen Refrain veredelten Rocker „Space Whisperer“. So sehr sich die einzelnen Tracks auch voneinander unterscheiden, als Ganzes funktionieren sie hervorragend und machen „Amber Galactic“, auf dem mit "Sad State of Affairs" wirklich nur ein schwächerer Track vertreten ist, zu einem absoluten Sahnestück im Melodic Rock Sektor.

Sonnenbrille auf, Cabrio aus der Garage (Fenster runter tut’s auch) und an der (imaginären) Küste dem Sonnenuntergang und der nächsten ausgelassenen 80er Party entgegen fahren – die perfekte Filmmusik zu diesem Tagtraum könnt ihr Euch mit „Amber Galactic“ in die Anlage schieben. Was die Jungs um Soilwork Brüllwürfel Björn "Speed" Strid auf ihren beiden ersten beiden (ebenfalls formidablen) Alben schon angedeutet haben, erblüht nun zu voller Reife. Hier wird nicht alter Kaffee lauwarm neu aufgewärmt, sondern die Qualität der Kompositionen lässt so manches Vorbild im direkten Vergleich ganz schön blass dastehen. Die Songs sind tatsächlich SO gut. Wer auch nur ansatzweise etwas mit AOR, Melodic Rock oder Westcoast Musik anfangen kann, sollte hier unbedingt zugreifen. Ihr werdet es nicht bereuen. Für mich schon jetzt DAS Highlight des Jahres 2017.

WERTUNG

 


Trackliste:

01. Midnight Flyer
02. Star Of Rio
03. Gemini
04. Sad State Of Affairs
05. Jennie
06. Domino
07. Josephine
08. Space Whisperer
09. Something Mysterious
10. Saturn In Velvet

Mario

 

MASTERCASTLE – Wine of Heaven

Band: Mastercastle
Album: Wine of Heaven
Spielzeit: 41:23 min
Stilrichtung: Neo Classic Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 19.05.2017
Homepage: www.facebook.com/mastercastleband

Das letzte Album „Enfer“ der italienischen neoklassischen Metalband MASTERCASTLE liegt nun auch schon gut 3 Jahre zurück. Zeit für neuen Stoff aus deren Hause!
Das neue Album trägt den Titel „Wine of Heaven“ und handelt von einem Konzept über den Wein als Inspirationsquelle und Quelle des Lebens. Na denn Prost würde ich mal sagen ; )
Nein, ganz so weit sind wir natürlich noch nicht, zuvor horchen wir erstmal in das neue Album, welches mit dem Stück „Drink of Me“ (passend 😉 ) beginnt, rein. Es geht sehr keyboardlastig los und hier werden mit den typischen Neo Classic Strukturen eine ordentliche Basis gelegt. Vielleicht etwas zu poppig, aber ansonsten kann sich die Nummer ohne Probleme direkt in die Gehörgänge bohren. Ein ordentlicher Auftakt der daher sofort auf die Hitliste wandert.
Auch die nächsten Songs „Wine of Heaven“, „Hot as Blood“ und auch „Shine on me“ gehen gut ins Ohr, leider schleicht sich hier so langsam das ständige weichgespülte Gefühl ein…mit knallharten Metal hat das irgendwie nicht mehr wirklich was zu tun! Gute Songs sind es zwar trotzdem, aber nun ja…auf dem letzten Album war definitiv mehr Biss vorhanden!
Danach flacht die Qualitätskurve zusätzlich zum ganzen weichgespülten auch noch ab, richtig begeistern kann nur noch „Enlightement“ der Rest ist doch eher Standardware die man anderswo schon zig tausend Mal und größtenteils besser gehört hat.

Anspieltipps:

“Drink of Me”, “Wine of Heaven”, “Shine on me” sowie “Enlightement“ sollten hier euch am Ehesten zusagen.

Fazit :

Also das letzte Album von MASTERCASTLE hat definitiv einen ganz großen Vorteil im Vergleich zur aktuellen Scheibe….wesentlich mehr Druck und Heavyness!!
Hier hat sich die Band definitiv keine Gefallen getan mit dem weichgespülten Tracks! Das klingt irgendwie nicht mehr wirklich nach Metal, sondern viel zu sehr nach Pop in meinen Augen. Vielleicht wäre ein Weinchen hier doch nicht so verkehrt gewesen…
Sorry Leute, aber mehr als etwas für Genrefanatiker ist das Ganze hier definitiv nicht geworden!

WERTUNG:

 

 

 

Trackliste:

01. Drink of Me
02. Space of Variations
03. Wine of Heaven
04. Hot as Blood
05. Shine on me
06. Black Tree‘s Heart
07. Enlightement
08. Castle in the Sky
09. Making Love

Julian