C.O.P. – Enemy

Trackliste:

01. The Enemy
02. For You
03. Fighting Your Ghost
04. Too Late
05. The One
06. Til The End
07. The Gods
08. Higher
09. Rise Up
10. Proud And Alive
11. Glorious

Spielzeit: 54:10 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 07.10.2022 – Page: www.facebook.com/C.O.P.aor

 

Das aus Schweden stammende Trio C.O.P. veröffentlicht ihr zweites Album. Nachdem 2015 das Debüt über AOR Heaven erschien folgt nun sieben Jahre später der zweite Silberling. Das Trio besteht aus Peter Sundell an Vocals, Ola af Trampe an Gitarren und Bass und Christian Sundell an Keyboards und Drums.

Die Kompositionen leben von der Stimme und dem Zusammenspiel von Gitarren und den Keyboards. Peters Stimme ist in den höheren Lagen angesiedelt, er geht aber nicht so hoch wie z. B. die BEE GEES oder ROB MORATTI die in höhere Regionen gehen und sich knapp an der Nerv Grenze bewegen. Die Gitarren kommen punktgenau und bilden mit den Keyboards eine sehr gute Basis, die Keyboards werden mal im Pianostil, mal poppig oder majestätisch ausgeführt. Der Bass hält sich im Hintergrund genau wie die Drums die von der zweiten Reihe den Takt vorgeben.

Dieses zweite Album schließt nahtlos an das Debüt an, auch hier wird wieder AOR / Melodic Rock skandinavischer Prägung zelebriert. Der Sound kann als eine Mixtur aus AGE OF REFLECTION, ALIEN, ALYSON AVENUE, ANGELINE, ART NATION, BROTHER FIRETRIBE, H.E.A.T., OSUKARU, SUNSTORM und PERFECT PLAN gesehen werden. Die Songs besitzen ausnahmslos den coolen schwedischen oder besser gesagt skandinavischen Touch, wie ihn nur Bands aus dem hohen Norden Europas im Stande sind zu komponieren und einzuspielen. Alles mit sehr viel Gefühl und dem Feeling aus Nordeuropa geboten, mit sehr viel Melodie und Hooks frisst sich Song um Song in die Gehörgänge um sich dort für sehr lange Zeit festzukrallen. Der Rundling besteht fast nur aus Highlights, wie etwa von BROTHER FIRETRIBE oder PERFECT PLAN und Co gewohnt. Hier beweisen C.O.P. mal wieder wie stark Skandinavier sein können und ein Hammeralbum am Start haben.

„The Enemy“ ein Song mit viel Energie, „For You“ ein typisch skandinavischer Hochkaräter. „Fighting Your Ghost“ ein flotter AOR-Song, „Too Late“ geht es wieder langsamer an. „The One“ eine Powerballade, „Til The End“ ein starker Rocker mit geilem Refrain und Hit Anwärter. „The Gods“ cooler es geht nicht mehr, „Higher“ fängt pompös und getragen an wird dann aber zum rockigen Melodic Highlight. Bei „Rise Up“ wird die Brechstange angesetzt, „Proud And Alive“ geht wieder als fettes Highlight durch, mit „Glorious“ kommt noch ein Highlight zum Abschluss.

Balle

STRATOVARIUS – Survive

Trackliste:

01. Survive
02. Demand
03. Broken
04. Firefly
05. We Are Not Alone
06. Frozen In Time
07. World On Fire
08. Glory Days
09. Breakaway
10. Before The Fall
11. Voice Of Thunder

Spielzeit: 58:05 min – Genre: Power Metal – Label: earMusic – VÖ: 23.09.2022 – Page: www.facebook.com/stratovarius

 

Ich muss ja zugeben: Wenn in meinem Freundeskreis von STRATOVARIUS die Rede ist, dann beschränkt sie sich generell auf ein klischeehaft interpretiertes „HEEAAAAART OOOF AAN EEEAAAGLE“, und wenn sie auf einem Festival live auftreten, geht man hin, aber halb ironisch. Damit tut man den Finnen ein Stück weit Unrecht, denn eigentlich müsste man ihnen dankbar sein dafür, wie prägend sie für ein großartiges Untergenre sind und waren, und dass sie eben mehr sind, als „Eagleheart“-Kitsch-Regenbogen-Party. Die Dankbarkeit ließ ich dann walten, indem ich die Rezension für das neue Album der Power-Metal-Institution übernahm, und was soll ich sagen?

Was. Ein. Brett.

Ernsthaft, „Survive“ ist das erste Album der Truppe seit sieben Jahren, und das ist womöglich gut so. Schließlich hatte man sieben Jahre Zeit, Ideen zu sammeln, auszuarbeiten, reifen zu lassen, neu zu fokussieren, hammerhart detailliert aufzunehmen und offenbar die Aufnahmen mit einem Team von absolut geisteskranken Profis ein halbes Jahr in ein Studio zu sperren, wo man dem Ding mehr Druck auf den Leib produziert hat, als ihn momentan Robert Habeck bei seiner AKW-Entscheidung erfährt.
Halten wir es allgemein: „Survive“ sind moderne, hungrige STRATOVARIUS die nach sieben Jahren endlich wieder von der Leine gelassen werden dürfen. Die Trademarks sind allesamt vorhanden (wobei der Grundsound der Platte aber ernst und weniger Feelgood-Power-Metal ist), aber keineswegs so präsent, dass man die Rezension mit „Ist ein klassisches STRATOVARIUS-Album“ zusammenfassen könnte – so taucht beispielsweise die erste klassische STRATOVARIUS-Strophe mit Einsatz der Gitarre erst in der zweiten Strophenhälfte erst beim fünften Track erstmalig auf.
Ansonsten ist das Ding einfach nur fett, mächtig, ohne Ende druckvoll und dabei noch wirklich kreativ. So viele Alben erblicken das Licht der Welt, die halt aus genau den Power-Metal-Bestandteilen bestehen, die eben gängig sind, aber „Survive“ beweist Experimentierfreude, Drang zur konstruktiven Innovation (wobei es natürlich auch klassischere Tracks gibt), ohne den Spirit der Band, aufgrund dessen man sie mag, zu vernachlässigen. Klar, manche Songs zünden subjektiv etwas weniger als andere, aber ehrlich:

Fazit:
So geht eine Rückkehr nach so langer Zeit. So stellt man auch nach so langer Bandkarriere klar, dass die Metalwelt einen nach wie vor braucht. So macht man ein Album, das so manchem Hörer nach langer Zeit nochmal das Staunen und die Überwältigung bescheren kann, das man beim ersten Kontakt zu Power Metal empfand. Dies ist eine Reinhörempfehlung!

Anspieltipps:
„Survive“, „Broken“, „Voice Of Thunder“ und „We Are Not Alone“

Jannis

MONSTER TRUCK – Warriors

Trackliste:

01. Warriors
02. Fuzz Mountain
03. Golden Woman
04. Live Free
05. Country Livin´
06. Get My Things & Go
07. Love & Time
08. I Got A Feelin´
09. Wild Man
10. Still Got Fire.

 

Spielzeit: 32:55 min – Genre: Souhern Rock, Hardrock – Label: BMG/Warner Music – VÖ: 30.09.2022 – Page: www.ilovemonstertruck.com

 

Schon seit ihrer Gründung im Jahre 2009 setzen die kanadischen Rocker MONSTER TRUCK auf eine Mischung aus 70er Jahre Rock, Southern Rock und einer zeitgemäßen Produktion. Nach einigen EP´s erschien 2013 ihr Erstling „Furiosity“, der mit „Sweet Mountain River“ einen kleinen Hit abwarf. 2016 festigten Jon Harvey (vocals, bass), Jeremy Widerman (guitars), Brandon Bliss (keyboards) und Steve Kiely (drums) mit dem Zweitwerk „Sittin´ Heavy“ und speziell dem Song „Don´t Tell Me How To Live“, den die Band unlängst mit KID ROCK neu aufgenommen hat, ihren Status. Für das bis dato letzte Album „True Rockers“ konnte Dee Snider (TWISTED SISTER) für den Titeltrack gewonnen werden und mit „Young City Hearts“ haben die Kanadier ihren wohl kommerziellsten Song aufgenommen.

„Warriors“ nennt sich nun das neue, mittlerweile vierte Langeisen. Seit kurzem fungieren MONSTER TRUCK – die sich nach dem Spitznamen von Steve Kiely´s Van benannten – ohne ihren Drummer offiziell als Trio. Eines steht aber schon zu Beginn fest: „Warriors“ ist das am besten klingende Album von MONSTER TRUCK, das mit dem Titeltrack gleich eine ordentliche Duftmarke setzt. Wild, roh und voller Energie setzen die Kanadier ihre musikalische Reise unbeirrt fort, haben in „Fuzz Mountain“ einen unerwartet luftigen Song geschrieben, nur um mit „Golden Woman“ alles niederzureißen, was sich ihnen in den Weg stellt. „Live Free“ könnte allein textlich schon von ihrer Zusammenarbeit mit KID ROCK beeinflusst worden sein, während sich „Country Livin´“ als eine Art harte New Country Nummer beschreiben ließe. Das Fundament von MONSTER TRUCK steht sehr solide, aber für „Warriors“ erweitern die Jungs ihr Repertoire doch um einige neue Elemente. Auch „Get My Things & Go“, „I Got A Feelin´“ oder „Still Got Fire“ solltet Ihr Euch einverleiben.

Mit „Warriors“ schlagen MONSTER TRUCK ein weiteres Kaptitel ihrer Karriere auf. Und nicht nur das, sie legen scheinbar mühelos jedes Mal eine Schippe drauf. Nicht umsonst sind die Kanadier bei BMG gelandet. Am besten lässt sich diese Rezension mit einem Zitat von Sänger und Bassist Jon Harvey beschließen: „Es geht darum, ein Krieger im Leben zu sein und für das zu kämpfen, was Du verdienst.“

Stefan

TALENTSCHMIEDE: Sunday Factory

Band:
Sunday Factory

Gegründet:
2020

Herkunft:
Hamburg

Mitglieder:
Steffi – Gesang
Deedee – Lead Guitar
Ferry – Bass
Jaime – Drums
Eric – Rhythm Guitar

Stil:
Adult Oriented Rock, Pop/Rock mit 80er-Einflüssen

Veröffentlichungen:
EP “High and Low” (Juni 2022)

Einflüsse:
Wir lassen uns sowohl von Rockbands aus den 80ern inspirieren als auch von aktuellen Bands und Künstlern verschiedener Genres – von Pop bis Metal. Diese Einflüsse versuchen wir so mit unseren Ideen zu kombinieren, dass ein interessanter Mix entsteht, der im Ohr bleibt.

Was wir in den nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Möglichst viele Bühnen rocken – gerne auch mal größere, zum Beispiel auf einem Festival. Vielleicht eine kleine Tour. Und natürlich weitere Veröffentlichungen!

Was als nächstes kommt:
Im September und November stehen wir noch in Hamburg auf der Bühne – danach gehen wir wieder ins Studio, um unsere zweite EP aufzunehmen. Dafür wollen wir dann auch ein Musikvideo drehen. Außerdem gedenken wir demnächst Tiktok zu erobern 😉 (Anmerkung der Redaktion: Oh je, alles Gute Euch :D)

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Dass wir gleich bei unserem ersten Auftritt in der Vorrunde der SPH Music Masters den ersten Platz erreicht haben – eine schöne Bestätigung dafür, dass unsere Songs beim Publikum gut ankamen.

Unser peinlichster Moment:
Als während eines Auftritts mitten im Song ein Becken vom Schlagzeug umgefallen ist. Vielleicht aber auch eines der Videos, die wir auf Social Media posten – das müssen andere Leute entscheiden…

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Mit Steve Lukather – allerdings weniger, um ein Bierchen zu trinken, sondern mehr, damit unser Gitarrist ein Selfie mit ihm machen kann. Unsere Sängerin würde sich gerne bei einem Getränk (aber bitte kein Bier!) ein paar Geheimtipps von Lizzy Hale abholen.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Toto, H.E.A.T. … ach ja, und Sunday Factory.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Musik machen ❤️ 🙂

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Das behalten wir lieber für uns 😉

Online / Social Media:
Website: www.sundayfactory.de
Insta: www.instagram.com/sundayfactory.band
Facebook: www.facebook.com/sundayfactory.band

Musik:
EP “High and Low”: www.distrokid.com/hyperfollow/sundayfactory/high-and-low
Spotify: www.open.spotify.com/artist/3edQWJJ75WulZBkFkZEg6j?si=vdnkCJVoRgaWa7p-gWBfCw
Deezer: www.deezer.com/en/artist/166943807
Apple Music: www.music.apple.com/de/artist/sunday-factory/1619506094
Amazon Music: www.music.amazon.de/artists/B09Y2CZPKW/sunday-factory
Youtube: www.youtube.com/channel/UCmUTL2SNo5YD11z2y8Nu3tg
Soundcloud: www.soundcloud.com/sundayfactory

Live-Dates:
29. September auf der Music Week im Brakula (Hamburg)
25. November im Maria’s Ballroom (Hamburg/Harburg) – Support für Nine-T-Nine

DEVILLE – Heavy Lies The Crown

Trackliste:

01. No Sun
02. Killing Time
03. Hands Tied
04. Serpent Days
05. Embrace
06. Unlike You
07. A Devil Around Your Neck
08. Pray For More

 

 

Spielzeit: 41:48 min – Genre: Heavy Rock – Label: Sixteentimes Music – VÖ: 30.09.2022 – Page: www.facebook.com/devilleband

 

Eines vorweg ich kannte DEVILLE bis Dato nicht, dieses fünfte Album ist mein erstes Date mit den Schweden. Zum Line Up gehören Andreas Bengtsson an Mikro sowie Gitarre, Andreas Wulkan ebenfalls Gitarre, Martin Nobel an Bass und Michael Ödegarden am Schlagzeug. Gegründet wurde DEVILLE 2004 in Malmö, in den letzten sechzehn Jahren drehte sich das Personalkarussell des Öfteren. Einzig Andreas Bengtsson ist noch als letztes verbliebenes Gründungsmitglied mit von der Partie.

Geboten wird ein Mix aus modernem Metal und Stoner Rock, was teils ganz schön schräg klingt. Die Songs sind mit Breaks und Tempowechseln versehen wie es im Prog Rock auch vorkommt, durch diese Breaks und auch den Stoner Anteil sind die Kompositionen meistens sehr sperrig. Der Silberling braucht mehr als nur einen Durchlauf, die Detailverliebtheit erschließt sich erst nach mehrmaligen hören. Für Ottonormalo ist dieses Album nicht wirklich zu empfehlen, da hier keine Stangenware auf den Tisch kommt, sondern ein Stilmix der nicht jedem schmecken würde.

Als Vergleiche fällt mir ein Mix aus SMASHING PUMPKINS auf Speed, DREAM THEATER auf Stonertrip und FIRE HORSE auf Prog Metal ein.

Für jene die die härtere, schnellere, proggy und stonige Gangart favorisieren ist dieses Album bestimmt ein Leckerli, aber für Anhänger von AOR / Melodic / Hard Rock und Metal die sich in Normalen Regionen bewegen sicher ungeeignet. Es sei denn die Hörer sind Tolerant und blicken auch mal neugierig und interessiert über den Tellerrand der Wohlfühlzone. Oder für Hörer die mal etwas Neues entdecken wollen könnte dieses Album unter Umständen mehr als nur ein Tipp sein.

„No Sun“ ein moderner Heavy Rocker, „Killing Time“ wildert im Metal. „Hands Tied“ kommt mit schrägen Riffs, dass Solo von „Serpent Days“ kommt geil rüber. Bei „Embrace“ kommt der Stonerfaktor voll raus, „Unlike You“ Stoner Metal zum breakigen Bangen. „A Devil Around Your Neck“ kräftiger Metal, „Pray For More“ ein melancholischer Song der sperrigste Song auf dem Album.

Balle

HARTMANN – Get Over It

Trackliste:

01. Remedy
02. One Step Behind
03. In Another Life
04. What You Give Is What You Get
05. The Movie’s End
06. Just Drive
07. The Gun
08. Can’t Keep Away From You
09. Get Over It
10. Stay True To Me
11. When We Were The Young

Spielzeit: 48:52 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 16.09.2022 – Page: www.oliverhartmann.com/

 

Oliver HARTMANN ein feste Größe im Deutschen Rockbereich der uns seit Gründung von HARTMANN im Jahr 2005 fleißig und in regelmäßigen Abständen mit sehr guten Veröffentlichung erfreut hat neues Material am Start. Mit von der Partie sind neben Oliver Hartmann an Gesang und Gitarren, Mario Reck an Gitarren, Armin Donderer an Bass und Markus Kullmann am Schlagzeug.

Was kann man von HARTMANN erwarten, als erstes raue und dabei coole Vocals von Oliver, laute Gitarren die mit viel Melodie aus den Lautsprechern blasen, wummer Bass und treibende Drums. HARTMANN stehen für Kontinuität und Qualität Made in Germany, seit dem ersten Album steht Oliver für modern inszenierten Melodic Hard Rock der mit viel Melodie und Schmackes aus der Anlage kommt, versehen mit einer druckvollen Produktion. Nachdem im April 2020 „15 Pearls & Gems“ mit vier neuen Titeln veröffentlicht wurde folgt jetzt über zwei Jahre später ein komplettes neues Album.

Oliver hat eine einzigartige Stimme die einen hohen Wiedererkennungsfaktor besitzt, die Gitarren kommen hart und melodiös rüber, der Bass geigt mit den Drums den Takt vor. Aber im Vordergrund stehen die Stimme von Oliver und die Gitarren die als Hauptdarsteller überzeugen und bei jedem Anhänger dieser Spielart für freudige Seufzer sorgen sollten. Wie von HARTMANN gewohnt bewegen sie sich bei den Vorgängern, mit Einflüssen von US- und UK-Melodic Rock und so banal es auch ist einfach nur HARTMANN. Beeindruckend beweisen HARTMANN das sie ein weiteres Highlight ihrer Vita hinzufügen können und das Qualität in ihnen steckt die überzeugt.

Mit „Remedy“ werden fast AC DC Töne angeschlagen, „One Step Behind“ ein cooler Melodic Rocker. „In Another Life“ ein melancholischer Rocker mit viel Drama der überzeugt, „What You Give Is What You Get“ ein Stampfer der gut ins Ohr geht. „The Movie’s End“ der nächste Stampfer mit geiler Melodie, „Just Drive“ ein Ding mit viel Gefühl. „The Gun“ kommt mit Bluesnote, „Can’t Keep Away From You“ eine starke Ballade. „Get Over It“ ein sehr guter Melodic Rocker, „Stay True To Me“ dramatisch geboten, „When We Were The Young“ cool und lässig.

Balle

WITNESS – Witness (RG Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Show Me What You Got
02. Do It Till We Drop
03. Am I Wrong
04. Desperate Lover
05. Let Me Be The One
06. You Be Not My Lover
07. Jump Into The Fire
08. When It Comes From The Heart
09. Borrorewd Time
10. Back To You

 

Spielzeit: 38:39 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: Arista – VÖ: 1988 – Page:

Es geht wieder mal zurück in die glorreiche Zeit des Hard Rocks, es geht ins Jahr 1988 in dem WITNESS aus Atlanta ihr einziges Album über Arista veröffentliche. WITNESS waren eine dieser Bands die Talent hatte, mit ihren Instrumenten umgehen konnten und eine verdammt starke Shouterin besaßen. Die Band hatte sogar prominente Unterstützung und mit Kevin Elson einen bekannten Produzenten, doch all diese positiven Eigenschaften halfen nicht über ein Album hinaus zu kommen.

Dabei waren damals Debbie Davis an Mikrofon, Danny Huffman an Gitarre und Keyboards, Eddie Usher an Bass und Eddie Boyd an den Drums. Noch als Unterstützung dabei waren als Brad Gillis, Neal Schon, Danny Chauncey, Tim Pierce und Stevie Smith an den Gitarren, gemixt und produziert wurde von Kevin Elson und Bill Drescher. Geschrieben wurden die Songs von Debbie Davis, Joey Huffman, Neal Schon und Warren Tuttle. Teilweise mit prominenter Unterstützung, verhalf leider auch nur zu einem Album, einer Single Auskopplung und einem oder zwei Beiträgen auf 80er Samplern. Eigentlich schade das nach dem einen Album Schluss war, es hätten noch einige Glanztaten folgen können, doch wie so oft im Musikbiz gingen auch WITNESS nach dem Debüt in die Ewigen Jagdgründe des Rock N Roll.

Die Band bewegte sich im typischen US-Melodic Rock der Marke DOKKEN, VIXEN, BON JOVI und FIREHOUSE mit Femal Voice. Die Songs versprühen einen Charme dem man sich schlecht entziehen kann. Ab und zu werden auch mal Hammond Klänge angeschlagen die ein Retro Feeling aufkommen lassen. Die Stimme von Debbie braucht sich weder hinter der von Robin Beck, Lauralei Comps oder Janet Gardner verstecken, Debbie hat kraft in allen Tonlagen und überzeugt ohne schwächen zu zeigen. Die Gitarren sind immer vorhanden und geben mit den Keys den Sound vor. Der Bass macht was er soll und das Schlagzeug hält sich im Hintergrund ohne dabei unter zu gehen. WITNESS haben fast alles richtig gemacht, außer dass es nur bei diesem einem Album blieb.

„Show Me What You Got“ was für ein Einstieg in ein Album, „Do It Till We Drop“ Hit Alarm sorgte früher für volle Tanzflächen. „Am I Wrong“ ein Melodic Monster, „Desperate Lover“ ein Song für die einsame Insel. „Let Me Be The One“ eine coole Ballade, „You Be Not My Lover“ ein Groove Monster und Tanzflächenfüller. „Jump Into The Fire“ wildert fast schon im poppigen AOR, „When It Comes From The Heart“ ein Anwärter für ein sehr lange #1 Top Ten Platzierung und bestes Radiofutter mit göttlichem Refrain. „Borrorewd Time“ gibt Vollgas ein kräftiger Rocker, mit „Back To You“ wird nochmal hohes Potential gezeigt, leider auch der Schlusspunkt des Albums und von WITNESS.

Balle

DEAD CITY RUINS – Shockwave

Trackliste:20

01. Preacher
02. Vision
03. Madness
04. Speed Machine
05. Rain
06. Dog On A Leash
07. This Side Of The Dirt
08. Drifter
09. Spiders
10. End Of The Line
11. Blood Moon
12. The Sorcerer

Spielzeit: 42:36 min – Genre: Hard Rock – Label: AFM Records – VÖ: 16.09.2022 – Page: www.facebook.com/deadcityruins

 

Fünf junge wilde Australier wollen auf ihrem dritten Album die Welt erobern, mal sehen ob ihnen dieses Unterfangen gelingt. Ich kannte DEAD CITY RUINS bis jetzt nur vom Bandnamen her, gehört habe ich bis zu diesem Album noch nichts von ihrem Material. Zum einen erfreulich das es sich nicht um AC DC Klone handelt, sondern es kommt mehr oder weniger Ass Kickin‘ Hard Rock auf den Gabentisch.

Zu den fünf Übeltätern gehören Steve Welsh an Mikrofon, Tommy Cain und Sean Blanchard an Gitarren, Thomas Murphy an Bass und Nick Trajanovski an den Drumsticks. Steve hat eine sehr gute Rockröhre, weshalb man diese ab und zu mit Verzerrungen verstecken muss ist mir schleierhaft, mir gefällt die Stimme besser wenn sie nicht verzerrt wird. Die Gitarren kommen furztrocken aus den Lautsprechern und geben klar neben der Stimme den Ton an, der Bass wummert schön vor sich hin. Die Drums hören sich ein wenig an wie bei LANCE KELTNER auf dessen gleichnamigen Album.

Der Hard Rock besteht aus verschiedenen Einflüssen wie DEEP PURPLE, GUNS N‘ ROSES, frühe WHITESNAKE und LED ZEPPLIN das ganze hört sich an wie eine Mischung aus diesen Einflüssen hier und THE NEW ROSES, softere BULLET und UPPER LIP da, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Classic Rock. So verrückt sich das liest so genial hört sich das Ganze dann auch Teilweise an. Man vermisst auf dem Album nichts, es ist alles vorhanden, raue Vocals, Ass Kickin‘ Gitarren, wummer Bass und treibende Drums. Die Zutaten werden mit teils genialen Melodien angereichert das man meint es gibt nichts Leichteres als einen Song zu schreiben. Man hat zwar auch mal das Gefühl das einem eine Akkordfolge bekannt vorkommt, aber wenn man ehrlich und fair ist kann man in der Musik das Rad nicht neu erfinden.

Es ist auch nicht alles Gold was glänzt während Songs wie „Speed Machine“, „Dog On A Leash“ und das schräge „Spiders“ spurlos an mir vorbei gehen, irgendwie in der Belanglosigkeit untergehen so genial sind die anderen Songs die sofort zünden und für Alarm im Frontallappen sorgen. Die Songs die Überzeugen sorgen für einen im Takt wippenden Fuß. Wären noch drei Kracher anstatt der belanglosen Songs vorhanden hätte es eine höhere Bewertung gegeben.

Mit „Preacher“ geht es mit Melodie und Power los, „Vision“ rau, intensiv und cool. „Madness“ sehr kräftig und hart, „Speed Machine“ geht ab wie Schmitz Katze mit brennendem Schwanz. Bei „Rain“ zeigen die Fünf viel Fingerspitzengefühl für Melodie und Harmonie, „Dog On A Leash“ will bei mir nicht zünden. „This Side Of The Dirt“ geht wieder besser ins Ohr, „Drifter“ kommt mit starker Blues Schlagseite. Bei „Spiders“ werden schräge Vocals ausgepackt, „End Of The Line“ ein Brachialrocker mit viel Brechstange. „Blood Moon“ bluesig, schwermütig, cool und geil, „The Sorcerer“ packt zum Ende nochmal die Elektroaxt aus mit geilem Refrain.

Balle

GINEVRA – We Belong To The Stars

Trackliste:

01. Siren´s Calling
02. Unbreakable
03. Apologize
04. Masquerade (feat. Chez Kane)
05. Break The Silence
06. Brokenhearted
07. We Belong To The Stars
08. I´ll Be Around
09. Falling To Pieces
10. The Fight
11. My Rock´n Roll

Spielzeit: 47:56 min – Genre: Hardrock, Melodic Metal – Label: Frontiers Records – VÖ: 16.09.2022 – Page: www.facebook.com/GinevraRock/

 

So schnell ist eine neue Band geboren. Zumindest so lange sich ein schier unerschöpflicher Strom an außergewöhnlich guten (Nachwuchs-) Musikern aus Skandinavien im Allgemeinen und Schweden im Besonderen auf den Weg macht, die Welt zu erobern. In diesem speziellen Fall handelt es sich um den Sänger Kristian Fhyr, der 2019 die Band SEVENTH CRYSTAL aus der Taufe hob und mit ihnen im vergangenen Jahr deren Debüt „Delirium“ bei Frontiers Records veröffentlichte. Nachdem Fhyr einige Songs über hatte, trat Labelboss Serafino Perugino auf den Plan und stellte dem jungen Sänger einige namhafte Mitmusiker zur Seite, um in das Projekt GINEVRA starten zu können. Genrefans werden bei diesen Namen sicher anerkennend nicken, denn neben Gitarrist Magnus Karlsson (PRIMAL FEAR) schwingt Ex-ECLIPSE Schlagwerker Magnus Ulfstedt die Drumstöcke und H.E.A.T.-Viersaiter Jimmy Jay hat sich den Bass umgehängt.

Und nachdem die Frontiers-Familie eine große ist, wirkt neben Sängerin CHEZ KANE – deren zweite Platte „Powerzone“ im Oktober ebenfalls in den Startlöchern steht – auch Alessandro Del Vecchio als Keyboarder mit. Ebenso zeichnet sich dieser einmal mehr für die Produktion, den Mix und das Mastering verantwortlich. Also alles beim Alten im Hause Frontiers. Doch lassen wir die Musik sprechen:

Nach der Debüt-Single „Unbreakable“ samt dazugehörigen Videoclip war das Interesse der Fanbase geweckt. Cooles Video, erstklassige Musiker und ein gelungener Mix aus Hardrock und dezenten Melodic Metal-Einflüssen. Die Labelkollegen von CROWNE, ECLIPSE oder Magnus Karlsson´s FREE FALL lassen schön grüßen. Die kraftvolle Stimme von Kristian Fhyr ist natürlich perfekt für diese Art von Rockmusik. Auch der starke Opener „Siren´s Calling“ gefällt – neben „Apologize“ und „We Belong To The Stars“ das Highlight der Platte. Auch das abschließende „My Rock´n Roll“ sollte erwähnt werden – immerhin war diese Nummer die Geburtsstunde für die Idee, eine neue Band ins Leben zu rufen.

Und dennoch kommt „We Belong To The Stars“ nicht über sieben Punkte hinaus. Warum? Das ist ganz einfach erklärt: schon alleine im eigenen Labelrooster gibt es zahlreiche Kapellen, die nahezu die allergleichen Songs raushauen könnten – und da begutachten wir noch nicht einmal den Rest der Szene. Die Songs sind gut, teilweise überdurchschnittlich sogar – ohne Frage, und viele Genrefans werden hier auch zugreifen. Allzu schlecht möchte ich die Leistung von GINEVRA hier auch gar nicht reden, die Platte ist top produziert, die Songs sind perfekt in Szene gesetzt von absoluten Könnern, dennoch fühlt es sich doch nach Auftragsarbeit an. Wenn GINEVRA das ablegen können und auf der Bühne zusammenwachsen, haben wir hier vielleicht eine echte Konkurrenz für die Leitwölfe der skandinavischen Hardrockszene.

Stefan

DARK FOREST – Ridge & Furrow

Trackliste:

01. Skylark
02. The Golden Acre
03. Ridge & Furrow
04. Meadowland
05. Under The Greenwood Tree

 

 

 

 

Spielzeit: 25:37 min – Genre: Heavy Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 23.09.2022 – Page: www.facebook.com/Darkforestuk

 

DARK FOREST haben sich mit ihrem letzten Album (volle Punktzahl und ich stehe nach wie vor absolut dazu) einen besonderen Platz in meinem Herzen gesichert und es stand außer Frage, dass ich mir auch ihr Nachfolgerwerk unter den Nagel reißen würde. Hier ist es nun in EP-Form, hört auf den Namen „Ridge & Furrow“ und beinhaltet vier Songs und ein zweiminütiges Gitarrenintermezzo. Und was soll ich sagen? Sie haben es wieder getan. Aber gut, viel konnte das Quartett aus England auch nicht falsch machen, es musste lediglich seinen Stil beibehalten – der da besteht aus: einem warmen, vollen Sound, MAIDEN-Anleihen mit einem kleinen Folk-Melodien-Faktor (aber eine eigene Art, nicht die klassische Met-und-Maids-Folk-Metal-Schiene), wunderschönen melodischen Gitarrenmotiven, viel Harmonie und majestätischer Größe in den Kompositionen, serviert von einer stark agierenden Band und einem tollen Sänger. Kurz, all das ist wieder vorhanden und transportiert in seinem Sound und seinen Kompositionen die mystische Welt der Natur und Legenden Englands, in der sich DARK FOREST ihrem Facebook-Profil nach zu urteilen in jeder Minute aufhalten, die sie nicht im Tonstudio verbringen. Der Musik dieser Band liegt ein Frieden und eine Schönheit inne, an die andere Bands mittels ausuferndem Orchestereinsatz und Schmalzmelodien heranzukommen suchen, ohne die Aussicht auf Erfolg. DARK FOREST schaffen das mit klassischem Heavy Metal in eigenem Trademark-Gewand (und sehr harmonielastigen aber subjektiv nicht kitschigen Melodien), zaubern meditativ-mythische Stimmung trotz und mit Doublebass oder Galopprhythmus ohne nennenswerten Synth- oder Orchestereinsatz und brauchen für malerische Auenlandstimmung nur das Geld für ein paar Studiotage und eine gemütliche Hütte im Wald, während Amazon für eine Pervertierung dessen momentan eine Milliarde Dollar verbrennt.

Fazit:
Melodischer klassischer Heavy Metal in seiner, im wahrsten Sinne des Wortes, schönsten Form. Hätte die Landschaft Englands einen sie erfüllenden Soundtrack, es wäre die Musik von DARK FOREST.

Anspieltipps:
Bisschen überflüssig bei ohnehin nur vier Songs, aber mit SKYLARK übertrifft sich die Truppe nochmal selber.

Jannis