BABYLON A.D. – Revelation Highway

Band: Babylon A.D.
Album: Revelation Highway
Spielzeit: 43:24 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 10.11.2017
Homepage: www.babylonad.com

28 Jahre nach Ihrem fantastischen Debüt legen die Amerikaner BABYLON A.D. endlich ein neues Album mit (zumindest teilweise) frischem Material vor. Das es noch einmal so weit kommen hätte ich, als beinharter Fan der ersten Stunde, beileibe nicht mehr zu träumen gewagt. Denn was die Jungs seit Ihrem letzten richtigen Studioalbum („American Blitzkrieg“, 2000) so an Veröffentlichungen rausgehauen haben, bestand zum Großteil aus aufgewärmten Archivmaterial und (verzichtbaren) Live-Aufnahmen. Den meisten Hard Rock Fans der 80er dürften die Jungs, wenn überhaupt, aufgrund Ihres absolut genialen Erstlings bekannt sein, der bei mir z.B. auch heute noch beinahe wöchentlich in den Player kommt, so verdammt gut ist diese zeitlose Scheibe. „Babylon A.D.“ gehört in jede halbwegs gut sortierte Hard Rock Sammlung. Punkt. Um so grösser das Aha als angekündigt wurde, dass die Band auf dem Frontiers Label ein neues Studioalbum herausbringen würde.

Nun, so viel sei schon verraten, absolut taufrisch ist nicht alles auf „Revelation Highway“. Einige der Songs sind tatsächlich Neuaufnahmen von Songs die bereits 2008 auf der Demo-Compilation „In The Beginning…„ verbraten wurden. Was bedeutet, dass diese Tracks für das Debüt damals nicht verwendet wurden … man fragt sich warum. Nun gut, wollen wir nicht unken. Immerhin sind die Jungs für die neue Scheibe tatsächlich wieder in der Originalbesetzung unterwegs. Butter bei die Fische – wie klingt die neue Scheiblette? Die Produktion klingt, wohlwollend ausgedrückt roh und ungeschminkt, man könnte auch sagen, etwas billig, viel zu heiss komprimiert und gleichzeitig ungeschliffen. Das hat allerdings einen gewissen Proberaum Charme, der im klaren Kontrast zu den polierten beiden ersten Studioalben steht. Aber damit setzt die Band sich auch wieder von dem geleckten Frontiers Kram ab, den man sonst so zu hören bekommt – kurz, über die Produktion kann man gerne streiten. Das Aushängeschild von BABYLON A.D. war, neben den absolut geilen 2 Gitarren, immer schon Sänger Derek Davis, der heute noch genau so absolut klasse klingt wie damals. Die Stimme hat nichts von ihrer Faszination verloren. Und so treibt die Band Songs wie den flotten Opener „Crash And Burn”, das schon als Demo bekannte melodische “Tears” oder den B.A.D. typischen Rocker “Rags To Riches” mit gewohnter Verve durch die Speaker.

Mit “Revelation Highway” melden sich BABYLON A.D. eindrucksvoll zurück. Zwar gibts in der B-Note klare Abzüge wegen der doch recht dürftigen, matschigen Produktion und der offensichtlichen Resteverwertung. Allerdings bleibt unterm Strich immer noch ein starkes Album mit einer Menge feiner Songs einer immer noch einzigartigen Band. Gute Scheibe.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Crash And Burn
02. Fool On Fire
03. One Million Miles
04. Tears
05. She Likes To Give It
06. Rags To Riches
07. Last Time For Love
08. I´m No Good For You
09. Saturday Night
10. Don´t Tell Me Tonight

Mario

SWEET & LYNCH – Unified

Band: Sweet & Lynch
Album: Unified
Spielzeit: 50:45 min
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 10.11.2017
Homepage: www.sweetandlynch.com

Das Stryper Goldkehlchen Michael Sweet und Gitarren-Ikone George Lynch geben sich (2 Jahre nach Ihrem Debüt) erneut die Ehre und legen über Frontiers ein weiteres Album vor. Die erste Veröffentlichung der beiden konnte durchweg gute Kritiken einheimsen und dass hier 2 Könner ihres Fachs am Werk sind ist unbestreitbar. Ebensowenig gab es am Songwriting auf „Only To Rise“ zu meckern. Nun haben die beiden mit Unterstützung von Bassist James Lomenzo (u.a. White Lion, Black Label Society) und Schlagzeuger Brian Tichy (alle) „Unified“ eingetütet und bringen das ganze schnell unters Volk, bevor das nächste Stryper Album in trockene Tücher kommt und George Lynch sich einem seiner gefühlten 500 anderen Projekten/Bands widmet.

Dass die Jungs wissen was sie tun ist klar. Das hört man Scheibe No. 2 natürlich ebenfalls an – schlecht ist hier so gut wie nichts. Überragend allerdings auch nicht. Die Produktion ist ok, Industriestandard quasi, mehr nicht. Und wie bei dem begrenzten Zeitrahmen in dem solche Unternehmungen angegangen werden nicht anders zu vermuten ist das Songwriting, nun ja, etwas Kraut und Rüben. Da wird locker die obligatorische bluesige Ballade („Tried & True“) mit typischem Hard n‘ Heavy („Make your Mark“) gemischt, jeder bekommt genügend Spots um seine Fähigkeiten ins Rampenlicht zu stellen. Und manchmal wird sogar so richtig ins Geschmacksklo gegriffen, wenn z.B. in dem wirren, funkigen „Walk“ die Queenanleihen so derb übertrieben werden, dass man sich mitten in der neuen The Darkness Scheibe wähnt und nicht in den Händen von SWEET & LYNCH. Dieser Mut ist zwar zu begrüssen, verhindert in diesem Fall aber, dass bei „Unified“ so etwas wie Stringenz zustande kommt. Das klingt alles wie eine Ansammlung von Songs, die die Jungs anderweitig nirgends unter bekommen haben. Eine Mixtur aus hit and miss. Die Freude, die der Erstling noch entfachen konnte will sich bei „Unified“ nicht so richtig einstellen, auch wenn objektiv betrachtet alles im grünen Bereich ist. Verstehen wir uns bitte nicht falsch: bei starken Tracks wie das kernige „Promised Land“ oder das gitarrenlastige „Heart Of Fire“ kommt durchaus gute Laune auf. Der Gesang und auch die oftmals von Gospel beeinflussten Chöre sind durchweg erstklassig. Leider ist aber auch einiges an Füllermaterial dabei (wie die beiden verzichtbaren, an Ende der Platte gepackten Songs „Better Man“ und „Live To Die“) die das Album nur als ganz ok durchgehen lassen und eine höhere Wertung verhindern.

SWEET & LYNCH bieten auf Ihrem zweiten gemeinsamen Album Business as usual. Das mag den Freund des gepflegte und vorhersehbaren Melodic Rock freuen. Alle anderen, vor allem Fans von Lynchs heissem Gitarrenspiel, sollten aber erst malvorsichtig reinhören. Lynch ist hier zu weiten Teilen nur Erfüllungsgehilfe der relativ selten glänzt – die Scheibe ist zum Grossteil auf Sänger Michael Sweet zugeschnitten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Promised Land
02. Walk
03. Afterlife
04. Make Your Mark
05. Tried & True
06. Unified
07. Find Your Way
08. Heart Of Fire
09. Bridge Of Broken Lies
10. Better Man
11. Live To Die

Mario

STARBLIND – Never Seen Again

Band: Starblind
Album: Never Seen Again
Spielzeit: 51:50 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 24.11.2017
Homepage: www.starblind.se

Wo ist Eddy? Ein MAIDEN-Album ohne Eddy auf dem Cover? Wo gibt es denn sowas? Ach richtig, das sind nicht MAIDEN, das sind STARBLIND, die im Promotext ihres dritten Longplayers “Never Seen Again” hemmungslos mit der Aussage untertreiben, sie würden sich “nicht allzu fern auf den Spuren von IRON MAIDEN” bewegen.
Klingt das nach wenig innovativer Stil-Kopiererei? Vielleicht. Denn wirklich neu erfinden die fünf Schweden das eiserne Rad nicht. Aber im Ernst, das ist keineswegs verwerflich, denn das, was die Stockholmer Jungs da auf Platte gepresst haben, ist einwandfreier Heavy Metal auf extrem hohem Niveau und braucht sich vor den Alben seiner britischen Vorbilder nicht zu verstecken.
Über zehn klar und druckvoll produzierte Songs liefern STARBLIND ohne nennenswerte Tiefpunkte genau das, was man von einem MAIDEN-Album erwartet. Schon der erste Track kommt mit “Number Of The Beast”-Tempo, melodischen Gitarrenlines, souveränen Soli, und Melodien, in denen sich jeder Metalfan wohlig vertraut und zuhause fühlt, dahergaloppiert. Nebenbei beweist er gleich noch das spielerische wie kompositorische Talent der Band sowie die stimmlichen Qualitäten von Sänger Marcus Sannefjord Olkerud, der sich perfekt in den Klang der Instrumentalfraktion einfügt und nur in höchsten Höhen ab und an mal zum Quietschen tendiert.
Auch sonst lässt “Never Seen Again” keine Wünsche offen. Da ist die emotionale Halbballade “Eternally Bound”, die sehr ruhig beginnt, zwischendurch sehr episch wird und schließlich mit einer Reprise ihres Intros endet (Überraschung). Da ist “Tears Of A Soldier”, das mit einem schönen getragenen Refrain aufwartet und im Solopart das Temo noch einmal anzieht, und da ist natürlich auch der 6/8el-Track “Never Seen Again”, der den rheinländischen Rezensenten zu leichtem Mitschunkeln bewegt und ein tolles Zusammenspiel von Gesangs- und Gitarrenmelodien bietet.
Und klar, auch ein langer Track am Ende darf nicht fehlen, der ebenso vielseitig wie musikalisch überzeugend ausfällt.
Die einzelnen Bestandteile hat man wohl alle so oder ähnlich bereits gehört, aber STARBLIND wissen sie hervorragend anzuwenden. Jedes Mitglied der Band hat den Stil, mit dem man arbeitet, zu einhundert Prozent verinnerlicht und trägt somit zu einem Gesamtkonzept bei, das herrlich schlüssig wirkt und trotz seiner deutlich erkennbaren Einflüsse absolut überzeugen kann. Von den praktisch durchgängig geilen Melodien fangen wir hier gar nicht erst an. “Never Seen Again” ist zweifelsohne eine der besten Möglichkeiten, sich die (vermutlich eher lange) Wartezeit auf die nächsten Ergüsse von Bruce und seinen Kollegen zu verschönern.
Reinhören ist Pflicht!

Anspieltipps:
“Never Seen Again”, “Tears Of A Soldier”, “Eternally Bound”, “The Everlasting Dream Of Flight” und “Demon Rider”

Fazit:
STARBLIND machen Heavy Metal in seiner klassischsten Form und haben mit “Never Seen Again” ein Abum veröffentlicht, das trotz seiner deutlich erkennbaren Einflüsse nicht nur genug Eigenständigkeit aufweist, sondern auch ein durchgehend unterhaltsames und toll umgesetztes Hörerlebnis liefert. Falsch machen kann man mit einem Kauf des Albus wohl nichts. Für Fans von… Ach, Ihr wisst schon.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Everlasting Dream Of Flight
02. The Shadow Out Of Time
03. Pride And Glory
04. Eternall Bound
05. Tears Of A Soldier
06. Never Seen Again
07. Avarice (The Fourth Circle)
08. Demon Rider
09. Insanity And Genius
10. The Last Stand

Jannis

 

SILVER WIND – Legion Of The Exiled

No Remorse records 2017

Band: Silver Wind
Album: Legion Of The Exiled
Spielzeit: 39:02 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 13.11.2017
Homepage: www.facebook.com/pg/silverwind.groupemetal

Jedes Mal, wenn man als Rezensent liest, dass das nächste zu besprechende Album ein Debutalbum sein wird, gerät man in eine Art Wechselbad der Gefühle. Betend, dass man hier als einer der ersten ein Werk rezensiert, das in zwanzig Jahren mal Legendenstatus hat, aber eher davon ausgehend, dass man am Ende des sicherlich interessanten aber wohl eher schwach produzierten und noch nicht wirklich ausgereigt klingenden Machwerks wohl vorschlagen muss, die Band auf Dauer mal im Auge zu behalten, legt man, in diesem Fall, SILVER WINDs “Legion Of The Exiled” auf – und hat über 40 Minuten eine beachtlich gute Zeit.
Gut, Legendenstatus wird das Ding vermutlich auch nicht erreichen. Doch auf ihrem ersten Longplayer hauen SILVER WIND sehr selbstbewusst gar nicht üblen Heavy Metal mit leichter Folk/Pirate- und stärkerer Power-Schlagseite heraus, der nun wirklich nicht schlecht produziert und dazu musikalisch keinesfalls belanglos ist. Die Franzosen sind allerdings nun auch wahrlich keine Anfänger mehr, erschien ihre erste EP doch bereits 2005. Sänger Antoine trifft seine Töne und passt mit seiner leicht rauen Art sehr gut zum Rest der Musik. Auch die anderen Mitglieder der Band machen ihren Job ziemlich gut und beherrschen weit mehr als nur die nötigen Standardskills, die man für ein Heavy-Metal-Album mindestens haben sollte.
Das wird bereits beim RUNNING-WILDigen Opener und Titeltrack deutlich, dessen Strophe leicht an HAMMERFALL erinnert und dessen Chorus partytauglich und spaßig komponiert ist. Einziger Kritikunkt: Wer ist Lee Burty? Falls Ihr “Liberty” sagen wollt – das spricht man so nicht aus.
Mit “Miracle Steel” geht es dann direkt stark weiter, geschwinder Doppelbass, ein Chorus, der klingt wie Power Metal mit leichten Stoner-Anleihen, nur schneller. Dazu ein Mittelteil mit runtergeschraubtem Tempo vor solidem Uptempo-Solo – macht Spaß, wird wohl nicht zum letzten Mal aus des Rezensenten Sperrmülboxen tönen. Während das anschließende “Fight For Glory” auf CD eher unspektakulär nett ausfällt, live dafür aber vermutlich umso stärker, gibt es am folgenden fixen True-Metal-Song “ Steel Against Steel” wieder kaum etwas aussetzen, genauso wie am ebenfalls flotten Folgetrack.
“Revenge” ist schnell und ballert, wie man das von einem Track mit diesem Namen erwartet, legt aber aber auch Wert auf Melodien außerhalb des 08/15-Spektrums (und auf die falsche Aussprache von “Revenge”). Dazu ein kleiner 5/4el-Part im Solo – läuft, macht Laune, und das nicht zu knapp. Damit sind wir auch schon beim vorletzten Track, einem Cover von MEDIEVAL STEEL, das anstelle einer Ballade zwar gemäßigt und miminmal melancholisch daherkommt, aber stets genug Druck macht und ebenfalls überzeugen kann. Und “Sword Of The Snow”? Joah, auch voll im Rahmen, mit ein bisschen zu viel Leerlauf zwischen den einzelnen Textzeilen, dafür aber coolem 5/4el-Chorus. Kann man gut machen.

Anspietipps:
“Revenge”, “”Medieval Steel”, “Legion Of The Exiled”, “Miracle Steel” und “Steel Against Steel”

Fazit:
“Legion Of The Exiled” ist erfreulicherweise ein Album, dem man kaum anmerkt, dass es das Debut der Band ist. Über etwas zu kurze 40 Minuten hinweg gibt es hier für den Freund guten, erdig produzierten Heavy/Power-Metals einen kleinen Leckerbissen, dem man durchaus mal eine Chance geben sollte. Und ja, SILVER WIND sollte man definitiv im Auge behalten.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Legion Of The Exiled
03. Miracle Steel
04. Fight For Glory
05. Steel Against Steel
06. Lord Of The Last Rampart
07. Revenge
08. Medieval Steel (MEDIEVAL STEEL Cover)
09. Sword Of The Snow

Jannis

 

ASTRAL FIRE – Defy the Lights

Band: Astral Fire
Album: Defy the Lights
Spielzeit: 22:10 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 09.06.2017
Homepage: www.facebook.com/astralfireband

Ganz frisch und total unbekannt sind die Jungs von ASTRAL FIRE. Italiener die sich 2015 zusammenschlossen um den Power Metal zu frönen. Nach einigen vielen Besetzungswechseln, die ein zigsten Konstanten sind Gitarrist und Gründer Nicolla Carpentieri und Basser Giuseppe Vitale, nahm man im Sommer 2016 die erste EP „Defy the Lights“ auf, die knapp ein Jahr später das Licht der Welt erblickte. Nun haben auch wir den Diskus auf unserem Rezensiertisch bekommen.
Mit „Omen of Unknown“ startet die Scheibe recht düster. Das Ganze ist nur ein Intro geworden, wo ich schon sagen muss ob das bei einer EP denn sein muss? Aber gut die Band wird sich etwas dabei gedacht haben!
Der erste richtige Track „Oversoul“ ist im Midtempo gehalten und bietet uns Standard Power Metal der etwas mehr Druck vertragen könnte. Der Sänger könnte ebenfalls etwas mehr Druck vertragen, ist dazu noch hoch und stellenweise recht nasal unterwegs…hmm mal schauen wie das hier weitergeht?
Auf jeden Fall wesentlich besser als zu Beginn denn mit“Back to Life“ ist man etwas druckvoller und vor allem melodischer unterwegs als zuvor. Der Song kann sich wunderbar schon nach kurzem Hören festsetzen und macht somit, nicht alles aber einiges richtig.
Das trifft Gott sei Dank auch für die letzten zwei Songs dieser EP zu, wobei „Hills of Destruction“ eher nach den Vorgänger klingt und der Titeltrack „Defy the Lights“ zum Glück sich etwas abhebt mit der kleinen Einleitung und dem etwas epischen Touch!

Anspieltipps:

Definitiv “Back to Life” und “Defy the Lights”.

Fazit :

Der erste Output der Jungs von ASTRAL FIRE ist eher etwas für Genrefanatiker. Hier muss man doch einige Abstriche in Kauf nehmen in Sachen druckvoller Produktion, dem Songwriting und auch der Gesang könnte besser sein.
Als erstes Lebenszeichen ist das Ganze noch ok, aber nun muss man sich doch weiterentwickeln um im großen Musikbusiness zu überleben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Omen of Unknown
02. Oversoul
03. Back to Life
04. Hills of Destruction
05. Defy the Lights

Julian

ELVENKING – Secrets of the Magick Grimoire

Band: Elvenking
Album: Secrets of the Magick Grimoire
Spielzeit: 61:25 min
Stilrichtung: Folk Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 10.11.2017
Homepage: www.elvenking.net

Die italienischen Folk Metaller von ELVENKING können mittlerweile auch auf eine neun Studioalben andauernde Karriere zurückblicken, die 1997 begann. Seit dem Jahr 2000 ist man bei AFM Records unter Vertrag, was anscheinend nicht die schlechteste Verbindung ist, schaut man sich die letzten Erfolge und Veröffentlichungen an. Zuletzt gab es ja das Live Dokument „The Night of Nights – Live“ auf die Ohren. Nun ist es aber wieder Zeit für neuen Stoff aus dem Aufnahmestudio und man hat „Secrets of the Magick Grimoire“ für uns im Gepäck.
Hier drauf hat man mit Snowy Shaw (DREAM EVIL, KING DIAMOND) einen Gastmusiker zu verzeichnen und ist wieder etwas experimentierfreudiger und anspruchsvoller als auf den letzten Alben unterwegs, die ja eher in Richtung der Anfänge der Band gingen.
Ich war gespannt und lauschte den Klängen des ersten Songs „Invoking the Woodland Sprint“. Nach einer gesprochenen, cinematicartigen Einleitung geht es ziemlich flott mit kraftvollem Drumming, ordentlich Keyboardunterstützung und melodischen Riffs zur Sache. Im weiteren Verlauf kommt dann noch ein ordentlicher Ohrwurmchorus dazu der das Ganze dann ziemlich eingängig macht. Erster Track, erster Anspieltipp, machen wir also einen Haken dran.
Beim folgenden „Draugen’s Maelstrom“ gibt es im Refrain dann ein paar Growls zu verzeichnen die eine schöne Würze reinbringen und den Track etwas hervorheben.
Der nächste absolute Ohrwurm ist dann das anschließende „The One we shall Follow“, welches sich aufgrund des mega eingängigen und groovigen Refrains metertief in die Gehörgänge gräbt!
Ordentliche Folkklänge gibt es dann bei „The Horned Ghost and the Sorcerer“ auf die Ohren bevor dann der Mittelteil mit dem härteren „A Grain of Truth“, dem wieder etwas mehr nach Folk klingenden „The Wolves will be howling your Name“ sowie „ 3 Ways of Magick“ ansteht.
Alles sehr ordentlich gemacht und ohne wirklich Ausfälle, schauen wir mal ob der letzte Abschnitt ebenfalls so hochklassig daherkommt!
Oh ja auch hier gibt es wenig Ausfälle zu verzeichnen und mit „Straight inside your Winter“, „The Voyinch Manuscript“ und „Summon the Dawn Light“ hat man hier weitere Ohrbomben im Gepäck die den Fan definitiv in Verzückung bringen werden.

Anspieltipps:

Ein bisschen hervorstechen tun hier „Invoking the Woodland Spirit“, „The One wes hall Follow“, „The Horned Ghost and the Sorcerer“, „The Voynich Manuscript” so wie “Summon the Dawn Light”.

Fazit :

Schon auf dem letzten Studioalbum „The Pagan Manifisto“ wusste die Jungs von ELVENKING zu begeistern und dieses Qualitätsniveau hat man auch auf dem neuen Album beibehalten! Hier bekommt jeder Fan des Genre und der Band das was er möchte und man ist außerdem wieder schön abwechslungsreich unterwegs.
Allerdings muss man schon sagen das sich jedes Qualitätsdetail erst nach mehrmaligen Hören erschließt, zum mal eben nebenbei hören ist die Scheibe definitiv nichts! Das tut aber der geboten Qualität und der dementsprechenden Benotung keinen Abbruch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Invoking the Woodland Spirit
02. Draugen‘s Maelstrom
03. The One we shall Follow
04. The Horned Ghost and the Sorcerer
05. A Grain of Truth
06. The Wolves will be howling your Name
07. 3 Ways to Magick
08. Straight inside your Winter
09. The Voynich Manuscript
10. Summon the Dawn Light
11. At the Court of the Wild Hunt
12. A Cloak of Dusk

Julian

THE WEIGHT – The Weight

Band: The Weight
Album: s/t
Spielzeit: 46:19 min
Stilrichtung: Psychedelic Rock
Plattenfirma: Heavy Rythm & Roll Records
Veröffentlichung: 17.11.2017
Homepage: theweightrock.com

Wer der Rock Garage fleißig folgt, hat schon vor ein paar Tagen das Interview mit THE WEIGHT gelesen. Allen anderen sei dies hiermit noch einmal wärmstens ans Herz gelegt. Ansonsten sehen wir uns heute an, was Tobias Jussel (Gesang, Orgel, Piano, Michael Boebel (Gitarre), Patrick Moosbrugger (Bass) und Andreas Vetter (Drums) mit ihrer selbstbetitelten Eigenproduktion gezaubert haben.
Ihren Musikstil bezeichnen die Jungs als Heavy Rythm & Roll, was es auch auf den Punkt trifft. Wer sich darunter nichts vorstellen kann: Psychedelic Rock mit dreckig harten und bluesigen Gitarrenriffs, hartem Bass, massiven Drums und on top noch eine kräftige Stimme.
All das bekommt man von der ersten bis zur letzten Sekunde. „Hard Way“ groovt einen schon einmal mit einem Drum-Intro ein und schraubt sich mit dem simplen und kraftvollen Gitarrenriff ins Gehirn. Bei „Trouble“ wird so langsam die Orgel ausgepackt, hier sei auch das preisgekrönte Video zu erwähnen, in dem THE WEIGHT ihren Vorbildern Attribut zollen. „Rich Man’s Pride“ tropft ganz herrlich vor rotzigem Blues, „A Good Thing“ ist ein ruhiger Prilblumen-Gute-Laune-Song und „Money Ain’t For Keeping“ zieht das Tempo wieder ein bisschen an. „Hammer, Cross & Nail“ dehnt sich auf über acht Minuten, in denen viel Zeit für diverse Spielereien in bluesiger Verpackung ist. „Jam“ ist eine THE DOORS-mäßige Nummer und mit „Get Some“ wird es etwas schmutziger und sehr unterhaltsam. Der letzte Song, „Plenty Of Nothing“ verbreitet eine tolle Wärme und ist gleichzeitig tanzbar und groovy.

Fazit: Was für ein Debut! Sicher bin ich beim Schreiben der Review noch etwas von der erstklassigen Live-Darbietung beeinflusst, aber man muss sagen, dass es das Album schafft einen in diese fröhlich-warme Sommer-Live-Stimmung zu versetzen. Gleichzeitig schafft es die Band mit jedem Song ein kleines Kunstwerk zu erstellen, welches bei aller Leichtigkeit immer etwas komplex ist und Interpretationsraum lässt. Für mich ein mehr als empfehlenswertes Album, vor allem für Fans der 70er á la THE DOORS, LED ZEPPELIN, URIAH HEEP, DEEP PURPLE, PINK FLOYD etc.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Hard Way
02. Trouble
03. Inside
04. Rich Man’s Pride
05. A Good Thing
06. Money Ain’t For Keeping
07. Hammer, Cross & Nail
08. Jam
09. Get Some
10. Plenty Of Nothing

Lotta

THE WEIGHT Interview

Der 19.10. war ein ereignisreicher Tag. Neben dem Interview mit The New Roses hatte ich auch noch die Gelegenheit die Newcomer von The Weight etwas auszufragen. Die Band hieß mich in ihrem Backstagebereich herzlich willkommen und Sänger Tobias und Bassist Patrick beantworteten meine neugierigen Fragen. Ab 17.11. könnt ihr euch das Album der Österreicher zu Gemüte ziehen und habt außerdem dieses Jahr auch noch die Gelegenheit sie live zu erleben.

L.C.: Ihr seid ja noch nicht so lange dabei, wie lang gibt es euch schon?

Tobias: Seit 2014.

L.C.: Euer Album kommt am 17. November raus, dafür seid ihr die letzten Monate schon ganz schön unterwegs gewesen. Wie habt ihr da an eurem Album gearbeitet oder war das schon fertig?

Tobias: Das Album war eigentlich schon fertig. Da haben wir ja Anfang dieses Jahres die Aufnahmen abgeschlossen, dann waren im Frühjahr das Mischen und das Mastern dran und bis jetzt dann die Promotion. Die Tonträger müssen angefertigt werden, Vertrieb muss gecheckt werden und wir haben ein Video gedreht.

L.C.: Seid ihr lieber auf Tour oder lieber im Studio?

Patrick: Eigentlich beides. Es sind zwei komplett unterschiedliche Dinge für mich. Das Live-Spielen ist natürlich eine tolle Gelegenheit das Ganze vor Leuten zu präsentieren. Im Studio es das andere, da kann man sich wirklich Zeit lassen und gemeinsam an den Songs feilen. Man kann auch Dinge ausprobieren, die live einfach nicht möglich sind umzusetzen, allein schon wegen der Besetzung, aber trotzdem vielleicht interessant für den Zuhörer sind.

Tobias: Es ist ein bisschen so, dass wenn man eins der beiden Dinge intensiv macht, dann sehnt man sich immer nach dem anderen. Also wenn man schon sehr lange im Studio ist, dann kann man es nicht erwarten endlich wieder vor Publikum zu spielen. Und wenn du schon eine ziemlich lange Tour hinter dich gebracht hast, freust du dich schon extrem auf das Studio.

L.C.: Auf so einer Tour kommen sicherlich ein paar Anekdoten zusammen, wollt ihr ein paar mit mir teilen?

Tobias: Ja, es ist nicht immer nur so wie man es sich vorstellt. Man wird vor ganz elementare Herausforderungen gestellt. Das fängt beim Schlafplatz an, der kann auf der Bühne sein, und hört beim Essen auf. Das klingt jetzt nicht so spektakulär, aber das sind die wichtigen Fragen des Überlebens, wenn man auf Tour ist.

Patrick: Das geht sogar so weit, dass dann unter Umständen sogar Konzerte unterbrochen werden, wenn es ums Essen geht. Wir hatten da diese Szene in Rimsting im Blues Club. Da ist unser Gitarrist bereits für den ersten Song auf die Bühne und hat sich schon darauf eingestellt loszuspielen. Dann ist der Veranstalter raufgerannt auf die Bühne, weil er festgestellt hat, wir haben die Pizzabestellung noch nicht abgegeben. Dann sind wir quasi nochmal runter von der Bühne, die Leute haben gewartet und wir haben erstmal eine Pizza ausgesucht.

L.C.: Ihr wart nicht nur in Österreich unterwegs, sondern auch in Deutschland. Wie unterscheiden wir uns denn? So was das Publikum und die Organisation angeht, gibt es Unterschiede?

Tobias: Also Publikum, wenn man vor den Leuten steht, da gibt es jetzt keinen so großen Unterschied zwischen Deutschland und Österreich. So im direkten Kontakt, merkt man schon, dass sie so ein bisschen einen anderen Humor haben.

L.C.: Du meinst, dass Österreicher überhaupt Humor haben im Gegensatz zu Deutschen…

Tobias: Das wage ich nicht zu beurteilen. Aber es kommt da zu kulturellen Missverständnissen teilweise. Weil aber Deutschland ein sehr großes Land ist, merkt man, es ist von Region zu Region komplett unterschiedlich. Manchmal stellt sich dann schon heraus, dass das Publikum ein bisschen reservierter oder ein bisschen offener ist. Es kommt auch auf den Club drauf an, nicht nur auf die Region. Wenn du in einem Bluesclub spielst, wo das Stammpublikum da ist, die sind alle sehr musikalisch gebildet und sind erstmal kritisch. Die musst du zuerst gewinnen, aber dann sind sie wirklich Feuer und Flamme.

L.C.: Was erwartet den Zuhörer dann bei eurem Album?

Tobias: Viel. Wir haben unserer Kreativität freien Lauf gelassen und haben uns für eine eher unorthodoxe Produktionsweise entschieden und ich glaube, das wird man auch hören. Unser Ziel war es, etwas zu schaffen, das sich auch von anderen Produktionen abhebt. Es sollte nicht unbedingt nicht den Zeitgeist treffen, aber unserer Meinung nach ist es ein Fehler dem Zeitgeist hinterherzulaufen, weil man ihm ja dann eben hinterherläuft und sowieso immer zu spät ist. Wir haben versucht ein wirklich organisches Album aufzunehmen.

Patrick: Ich würde auch sagen, insgesamt sehr abwechslungsreich. Es ist nicht eine Rockscheibe, auf der jetzt von A-Z Vollgas in schnellem Tempo durchgezogen wird. Es gibt ruhigere Nummern, es gibt nachdenklichere Nummern. Die erste Seite ist eher die bisschen rockigere Seite, die mehr nach vorne geht und die zweite Seite ist dann mehr die verspieltere Seite mit Jam-Nummern und Nummern, wo man sich Zeit lassen kann, die atmen können und schön rausproduziert wurden. Wie Tobi auch schon gesagt hat, teilweise auf unorthodoxe Weise, wie man eigentlich sagt, dass man es nicht macht. Da wollten wir uns zuerst selber überzeugen, dass man es nicht so macht.

L.C.: Was beschäftigt euch dann in euren Songs textmäßig?

Tobias: Das ist eine schwierige Frage, die ich so nicht hundertprozentig beantworten kann, weil es mit selbst nicht immer ganz augenscheinlich ist, um was es sich handelt. Es sind Geschichten, es sind Lebenssituationen. Letzten Endes soll jeder selbst herausfinden, was er herausfinden möchte. Wenn das zu genau definiert wird geht etwas ganz grundsätzliches verloren, nämlich dass der Rezipient ja auch eigentlich Teil des Kunstwerkes sein soll. Und das was der Zuhörer daraus macht ist dann auch das Spannende für mich.

L.C.: Habt ihr alle einen professionellen musikalischen Hintergrund?

Tobias: Nein, wir sind keine ausgebildeten Musiker. Wir haben natürlich teilweise Unterricht oder haben uns selbst gebildet, aber wir sind mehr oder weniger Autodidakten. Da sind wir auch froh drüber.

L.C.: Weil man offener ist?

Tobias: Ja, genau. Man kann das auch kritisch sehen, dass am Konservatorium oder an der Hochschule, unserem Empfinden nach, eine Verschulung stattfindet, die der Musik und auch dem Künstler nicht immer gut tut. Wir kennen das von Freunden, die das gemacht haben und man wird sehr oft in Schubladen hineingesteckt und alles was du dann gelernt hast, musst du zuerst mal wieder verlernen, weil es „falsch“ ist. Moosi [Patrick] hatte da das Beispiel mit der Evolutionstheorie, kannst du das vielleicht ausführen?

Patrick: Angenommen jeder lernt das genau gleich und macht es genau wie man es machen muss. Dann würde es jeder gleich machen. Und in der Evolution, also genetischer Algorithmus zum Beispiel, funktioniert das Ganze so, dass es immer wieder mal zufällige Veränderungen gibt und somit irgendetwas Neues entstehen kann. Ich bin der Meinung, dass wenn man das Ganze unkonventionell macht – zum Beispiel Jimi Hendricks hat die Gitarre umgedreht und die Seiten umgekehrt aufgespannt und mit links gespielt – könnte man dann sagen er ist in gewisser Weise limitiert, auf der anderen Seite ist er so eine Ausnahme von der Regel und hat vielleicht Möglichkeit neue Dinge zu spielen, die davor niemand spielen konnte. Er spielt die Dinge anders und das ist in meinen Augen eine Art von Weiterentwicklung, somit halt eine Evolution.

L.C.: Was sind für euch die Schattenseiten und die Sonnenseiten des Bandlebens?

Tobias: Also die Schattenseiten des Tourlebens haben wir ja schon angesprochen, das sind so Sachen des alltäglichen Lebens, die auf der Tour vielleicht zu kurz kommen. Die Sonnenseiten finden hauptsächlich auf der Bühne statt. Abgesehen davon ist es ein Wahnsinnserlebnis vor Menschen spielen zu können und die mit einem guten Gefühl nach Hause zu schicken. Man sieht auf Tour auch einiges, aber wir würden gerne mehr sehen. Heute sind wir eine Stunde durch die Innenstadt von Nürnberg spaziert und wir versuchen so viel wie möglich aufzusaugen von den Orten, die wir besuchen, deswegen bestärkt uns das nur darin wiederzukommen und sich irgendwann mehr Zeit dafür zu nehmen.

L.C.: Ihr habt vorhin schon kurz euer Video angesprochen, wofür ihr auch einen Preis gewonnen habt.

Patrick: Genau. In Barcelona bei einem Filmfestival haben wir in der Kategorie „Bestes Musikvideo“ gewonnen. Bei weiteren Festivals sind wir noch in der Bewertungsphase.

L.C.: Wie kamt ihr auf die Idee zu dem Video? 

Tobias: Die Idee ist von unserem Manager Jürgen gekommen. Wir haben begonnen uns Gedanken zu machen, wie wir ein Video produzieren können, das möglichst viele Menschen auf uns aufmerksam macht. Also kein Video wo du nach den ersten 10 Sekunden weiterklickst, sondern ein Video, das dich irgendwie dazu bewegt, dir das reinzuziehen, weil du es einfach sehen möchtest. Es ist auch für und eine etwas ironische Auseinandersetzung mit dem Vorwurf, dass nichts Neues kommt. Es ist unsere Antwort auf die Retrobewegung.

Patrick: Ich würde auch dazu sagen, es wiederspiegelt ein bisschen das, was man auch auf unserem Album wiederfindet. Dass unsere Musik bzw. Musikrichtung von sehr vielen Bands beeinflusst ist und nicht wirklich nur aus einem Genre kommt. Die Beatles haben uns beeinflusst, Led Zeppelin hat uns beeinflusst, viele Soulsängerinnen-und Sänger, die teilweise auch in dem Video vorkommen. Deswegen tun wir uns auch sehr schwer unseren Sound zu kategorisieren.

Tobias: Deshalb haben wir den Begriff „Heavy Rythm and Roll“ geschöpft um uns ein bisschen zu widersetzen, bzw. der gängigen Frage nach dem Genre zu entgehen, weil es schwierig zu definieren ist. Und da haben wir gesagt, machen wir einfach unser eigenes um nicht in irgendeine der bekannten Schubladen gesteckt zu werden, sondern selbst eine Schublade zu haben.

L.C.: Solche Entscheidungen über Videos, oder auch Albumcover etc. läuft das demokratisch ab oder hat jemand besonders die Hosen an?

Patrick: Das ist genau auch ein Grund warum wir sehr viel Wert drauf legen, dass wir alles selbst in der Hand haben. Wir haben ein eigenes Label gegründet unter dem wir dieses Album jetzt veröffentlichen. Das soll nicht heißen, dass wir nicht mit großen Partnern zusammenarbeiten, aber zumindest haben wir das immer selbst in der Hand. Wir hatten auch Angebote von Plattenlabels, die wir dann ausgeschlagen haben und uns dafür entschieden haben das selbst zu machen, eben unter diesem „Heavy Rythm and Roll Records“-Label. Das heißt prinzipiell steht uns alles frei, wir können tun und lassen was wir wollen. Was wir machen ist, dass wir, da wir uns schon relativ lange kennen, gut darin sind, Dinge zu finden, die uns allen gefallen. Dann muss das noch mit dem Management abgeklärt werden, ob das für die auch ok ist. Die haben dann auch meistens guten Input, wie man bei dem Video gesehen hat, und dann finden wir eigentlich immer ziemlich schnell eine Lösung.

L.C.: Wollt ihr noch irgendwas an unsere Leser loswerden, die dieses Interview mal lesen werden?

Patrick: Ja! Kommt auf unsere Live-Konzerte, dann spürt ihr die Energie nicht nur akustisch, sondern auch visuell!

VICE – Veni Vidi Vice

Band: Vice
Album: Veni Vidi Vice
Spielzeit: 41:30 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: lictoc Music/Pride&Joy Music
Veröffentlichung: 17.11.2017
Homepage: www.vice-live.com/

Nach fast 30 Jahren sind VICE mit ihrem dritten Album „Veni Vidi Vice“ zurück aus der Versenkung. Ende der 80er wurde die Band formiert und bestand aus den damaligen Mitgliedern der deutschen Formation TNT. Nach der Umbenennung und Line-up-Änderungen wurde das Quintett von BMG-Ariola unter Vertrag genommen und warteten 1988 mit ihrem ersten Album „Made For Pleasure“ auf. VICE waren damals das Flaggschiff des „Happy Metal“ und das hört man noch heute.
Die 11 Songs des neuen Albums bieten demnach ein paar Partynummer in Form vom Einsteiger „Hot Summer Night Party“ und „Where Do I Belong“, zu dem es auch ein amüsant-peinliches Video gibt. Etwas härtere Töne werden bei „Dirty Mind“ angeschlagen, sowie bei „Turn It Up“, bei dem sich Sprechgesang und Ooohh-Chöre abwechseln. Ruhiger wird es mit „Only Love Can Heal The World“ und “Not What It Seems”, “Open Eyes” bietet ein cooles Riff und das STEVE MILLER BAND-Cover von “The Joker” ist nicht sonderlich aufregend.

„Veni Vidi Vice“ ist simpler Gute-Laune-Party-Rock, der an POISON oder auch PRETTY BOY FLOYD erinnert. Mit viel Leichtigkeit und einer gewissen „Is‘ mir doch egal“-Attitüde liefert VICE ein absolut sympathisches Album. Gleichzeitig sticht es in der Masse an tollen Alben dieses Jahr einfach nicht raus, vielleicht ist es mir dazu etwas zu einfach gestrickt. Trotzdem gibt es natürlich Anspieltipps mit hohem Unterhaltungswert: „Where Do I Belong“ und „Dirty Mind“.

 

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Hot Summer Night Party
02. Dirty Mind
03. Where Do I Belong (Album-Mix)
04. You Brother
05. Only Love Can Heal The World
06. Open Eyes
07. The Joker
08. Turn It Up
09. Not What It Seems
10. My Way
11. Where Do I Belong (Jungle-Mix)

Lotta