LEATHERWITCH – First Spell

Trackliste:

01. Heroes and the Dice
02. Beast Inside
03. Bound by the Night
04. Silver Stallions
05. Living in the Fast Lane
06. The New Beginning
07. Two Tons of Steel
08. In the Middle of the Night

 

 

Spielzeit: 43:19 min – Genre: Heavy Metal – Label: Listenable Records – VÖ: 29.05.2026 – Page: www.facebook.com/leatherwitchofficial

 

Nach dem plötzlichen Ende der polnischen Heavy Metaller CRYSTAL VIPER hat deren Frontfrau und Multiinstrumentalistin Marta Gabriel nun ein neues Betätigungsfeld nämlich ihr eigenes Bandprojekt LEATHERWITCH. Hier hat sie alle Instrumente sowie den Gesang selbst eingespielt, wobei ich mir bei den Drums nicht ganz sicher bin ob da nicht etwas nachgeholfen wurde, aber dazu später mehr.
Wer das bisherige Betätigungsfeld von Marta kennt, weiß schon was man auch hier bei LEATHERWITCH nun erwarten kann!
Ziemlich klassischer Heavy Metal der auch immer mal wieder in die Rock Ecke abgleitet. Das Debütalbum „First Spell“ wurde von Marta`s Mann Bart Gabriel produziert und erscheint beim alteingesessene Label Listenable Records.

Mit der Vorabsingle „Heroes and the Dice“ wird die Scheibe gestartet. Nach einer kleinen Einleitung beginnt die Nummer recht schwungvoll und direkt fällt die sehr klassische Herangehensweise auf, satte Riffs und krachende Drums sowie eine bestens aufgelegte Marta die wie immer top bei Stimme ist.
Dazu ein packender Chorus und fertig ist das erste dicke Ausrufezeichen direkt zu Beginn.
Im Anschluss gibt es dann direkt die nächste Videosingle mit „Beast Inside“, dieses Mal ohne eine große Einleitung kommt die Nummer auch sofort eigentlich auf den Punkt und dürften jedem klassischen Metaller sofort zusagen.
Und der nächste Hit lässt nicht lange auf sich warten, sondern wartet als Albumteiler mit „Silver Stallions“ auf uns. Auch hier weicht Marta nicht einen Zentimeter von der klassischen Ausrichtung ab, was gut ist. Die Nummer ist ebenfalls wieder schön eingängig und geht sofort ins Blut über.
In der zweiten Hälfte der Scheibe wird das Qualitätslevel auf jeden Fall weiterhin schön hochgehalten jeder Song hat irgendwie so seine guten Momente und bieten immer viele klassische Riffs und Melodien, besonders hervorstechen tut das etwas Epischere über 7 Minuten lange „The New Beginning“ und das schön melodische abschließende „In the Middle of the Night“.
Ein Wort noch wie schon angesprochen zur Produktion, die ist satt aber auch oldschool was nicht jedem zusagen sollte und die Drums, ja die Drums! Ich weiß nicht, ob die wirklich echt eingespielt wurden oder mit Hilfe von nicht menschlichem Einsatz entstanden sind, ist sehr schwer einzuschätzen. Sie klingen aber recht ordentlich.

Eins wird hier relativ schnell klar, Marta atmet und lebt hier den klassischen Metal in vollen Zügen!
Mir erschließt sich hier zwar nicht komplett warum es dafür eine neue Band gebraucht hat und man das nicht auch mit der alten Stammband zeigen hätte können, aber gut irgendeinen guten Grund dafür wird es gegeben haben.
Herausgekommen ist auf jeden Fall insgesamt ein solides klassisches Metalalbum was ein ordentliches Debüt darstellt und wo die Zielgruppe relativ schnell klar ist.

Julian

 

 

 

IGNITION – All will Die

Trackliste:

01. All will Die
02. Amok
03. Under the Reign of a Psychopath
04. End of the Night
05. The Decline
06. In the Name of God
07. Into the Abyss
08. This Rotten Core
09. In the Silence
10. The Ending Calls

 

Spielzeit: 45:02 min – Genre: Power Metal – Label: Daredevil Records – VÖ: 05.06.2026 – Page: www.facebook.com/ignitionmetalmusic

 

Die deutschen Power Metaller von IGNITION sind wieder zurück! Mit neuem Label und mit ihrem neuen vierten Album „All will Die“.
Nach dem letzten Wikinger Konzeptalbum „Vengeance“ gibt es nun mit dem neuen Album keine ausgeladene Hintergrundgeschichte, sondern ein klassisches Metalabum welches uns die bekannte Mischung aus Power und etwas Thrash Metal bietet und sich nach wie vor an so Bands wie BLIND GUARDIAN oder BRAINSTORM orientiert.
Personell ist man auch unverändert unterwegs und von daher können wir relativ schnell zur Mucke übergehen.

Mit dem Titeltrack und Opener „Al will Die“ startet die neue Scheibe direkt voll durch. Hier werden keine Gefangenen gemacht, sondern direkt völlig losgelöst mit einer tollen Mischung aus Power und Thrash Metal losgeschossen.
Sänger Dennis Marschallik ist nach wie vor bestens bei rauer Stimme von daher gehen direkt beide Daumen nach oben für diesen Opener!
„Arnok“ geht dann nicht ganz so brachial zu Werke, zumindestens nicht was die Instrumentalisierung angeht. Gesanglich zieht Dennis auch hier wieder alle schwermetallischen Register.
Bei „Under the Reign of a Psychopath” wird wieder schön auf die Tube gedrückt und „End of the Night“ ist dann eher etwas epischer gehalten ohne die schnellen Thrash Einschübe. Gerade letztere Nummer weiß absolut zu überzeugen.
Der Mittelteil wird durch das kompakte „The Decline“ und das abwechslungsreiche sowie überlange „Into the Abyss“ dominiert. Beim letzteren haben wir einen tollen Power Metal Chorus zum Zunge schnalzen. Geiler Track!
Recht klassisch geht es dann bei „This Rotten Core“ zur Sache bevor „In the Silence“ nochmal schön die melodische Keule raushaut und der Abschlusstrack „The Ending Calls“ nach einem atmosphärischen Beginn die volle Power Metal Breitseite rausfeuert und zum Mitbangen einlädt.

IGNITION fahren einfach ihren musikalischen Stiefel weiter und das ist sehr gut so! Nach wie vor regiert hier der klassische Power Metal der mit ordentlich Druck und ab und an Epic wie auch Thrash Metal Einschüben schön modern rüberkommt und zu keiner Zeit angestaubt oder langweilig wirkt!
Die Produktion sitzt, gesanglich ist auch alles im Lack und die Songs sind größtenteils auch schön eingängig. Power Metal Herz was willst du mehr!
Erneut gibt es hier zwar nicht DEN Übertrack oder Hit, aber manchmal braucht es das ja auch gar nicht, wenn die restlichen Songs alle auf einem guten Niveau sind.
Wer auf harten Power Metal ohne Keys steht, ist hier goldrichtig und für diese Metalheads gibt es dann auch die klare Kaufempfehlung von mir mit der entsprechenden Benotung!

Julian

 

Village Rock Söhlde Open Air

Am 10. + 11.07.2026 wird auf dem beliebten VILLAGE ROCK SÖHLDE OPEN AIR in Söhlde (in Niedersachsen zwischen Hildesheim und Braunschweig) wieder ein abwechslungsreiches und hochkarätiges Pop-, Rock-, Hard Rock- und Metal-Live-Programm geboten.
An 2 Tagen – Freitag und Samstag – werden insgesamt 13 Bands auf einer recht großen Bühne mit Pop, Rock, Hard Rock, Glam Rock, Alternative Rock, Melodic Metal, 80er Heavy Metal, Power Metal, Modern Metal, Death Metal und Apocalyptic Metal live für beste Festival-Stimmung sorgen!
Internationale Power steuert am 11.07.2026 der Headliner-Auftritt der Heavy Metal- und Hard Rock-Band TARCHON FIST aus Italien und der Schweiz bei.
TARCHON FIST haben 2018 als Landessieger der W:O:A Metal Battle Italy auf dem berühmten Wacken Open Air in Deutschland gerockt:

Live-Vdeo – TARCHON FIST auf dem Wacken Open Air:

TARCHON FISTs Ankündigungsvideo zum VILLAGE ROCK SÖHLDE OPEN AIR 2026:

https://www.facebook.com/reel/1048488864406072

Der Eintritt zum VILLAGE ROCK SÖHLDE OPEN AIR ist frei, und wenn ihr mögt, habt ihr die Möglichkeit, kostenfrei auf den dafür vorgesehenen Flächen zu campen!
Natürlich wird es auf dem Festival auch zahlreiche Stände geben, an denen ihr eure Kehlen und eure Gaumen zu annehmbaren Preisen verwöhnen könnt.
Einlass ist auf dem VILLAGE ROCK SÖHLDE OPEN AIR an beiden Tagen jeweils ab 16:00 Uhr.

Diesen Festival-Schatz findet ihr auf dem Gelände an der Schwimmhalle Söhlde,
Hinterm Knick 11, 31185 Söhlde

Facebook-Veranstaltungs-Link zum VILLAGE ROCK SÖHLDE OPEN AIR 2026:
https://www.facebook.com/events/1653854542403941/

Running Order und Auftrittszeiten der Bands am 10. + 11.07.2026 auf dem VILLAGE ROCK SÖHLDE FESTIVAL:

Freitag, 10.07.2026

18:00 Uhr – THE REVERIES
(Old School Rock with fresh Energy)

19:00 Uhr – BWD
(Female Fronted Angry Pop / Alternative Rock)

20:00 Uhr – CHICAGO LANE
(Gen-Z Glam Rock mixing 80’s Attitude with modern Energy)

21:35 Uhr – MANIAX
(Pop Rock)

23:15 Uhr – FALLING BRICKS
(Alternative Rock / Modern Rock & Metal)

00:30 Uhr – RED RUNNING RIVER
(Apocalyptic Metal)

Samstag, 11.07.2026

17:00 Uhr – THE GENTLEMEN’S REVENGE
(Finest Outlaw Rock ’n‘ Roll – incl. Cover-Rock & -Metal)

18:00 Uhr – MAESTROCK
(Hard ‚Rock)

19:05 Uhr – DISTRICT 11
(Rock / Cover Rock)

20:05 Uhr – EXPLAIN COLOURS
(Electro Pop)

21:25 Uhr – ERZENGEL
(NDH trifft Powermetal / Prophetic Hardrock)

22:45 Uhr – TARCHON FIST
(80’s Heavy Metal / Hard Rock (IT / CH))

00:30 Uhr – THE BLACK COURT
(Aggressive Dark Melancholic Death Metal)

Weitere Infos findet ihr auf den VILLAGE ROCK SÖHLDE-Festival-Websites:

https://vrs-festival.de/infos/news

Feiert mit – auf dem VILLAGE ROCK SÖHLDE OPEN AIR 2026!

The Warning News

THE WARNING: GETRIEBEN VON TIEFER LIEBE ZUR MUSIK
Die drei mexikanischen Schwestern sind auf dem Weg zum Rockstar-Ruhm

Gastartikel von Musiker und Psychologe Ben Sollberger aus Bern

Einmal mehr siegt die Liebe – Wie alles begann
Vor einigen Wochen stiess ich beim Stöbern auf YouTube auf ein kurzes Video, in dem eine junge Bassistin mit langen schwarzen Haaren gleich zu Beginn eines Konzerts eine düstere und unglaublich kraftvolle Basslinie spielte. Sie beherrschte die Bühne wie ein echter Rockstar und hatte sofort meine volle Aufmerksamkeit. Nur wenige Minuten später stellte sich heraus, dass diese Bassistin — Alejandra «Ale» Villarreal — und ihre beiden älteren Schwestern Daniela «Dany» (Gitarre) und Paulina «Pau» (Schlagzeug) tatsächlich Rockstars sind. In diesem Moment begann meine Liebesaffäre mit der mexikanischen Band The Warning.
Aber vielleicht ist die spannendere Frage: Wie begann ihre Liebesaffäre mit der Musik?
Luis Villarreal und seine Frau Mónica aus Monterrey, Mexiko, haben selbst nie ein Instrument gelernt. Dennoch gaben sie ihre tiefe Liebe zur Musik an ihre drei Töchter weiter, indem sie sie mit einer unglaublich breiten Palette von Genres konfrontierten: Classic Rock und Arena Rock, Modern Alternative Rock, Pop, piano-lastige Legenden, Klassik und alles dazwischen.

Von Cover-Versionen zu eigenen Songs und zurück
Von dieser Leidenschaft schon in sehr jungen Jahren „infiziert“, begannen alle drei Schwestern Klavier zu lernen. Ein paar Jahre später, als Dany mit 11 Jahren bereits Gitarre und Pau mit 9 Jahren bereits Schlagzeug spielte, entschied sich Ale (mit 7 Jahren) für den Bass. Nicht lange danach merkten die drei, dass sie bereits alles hatten, um ein Rock-Trio zu gründen. Sie begannen, Cover-Versionen in ihrem Proberaum zu üben und auf YouTube hochzuladen – zum Beispiel „We’re Not Gonna Take It“ von Twisted Sister oder „Resistance“ von Muse.
Ihre elektrisierende Version von Metallicas „Enter Sandman“, aufgenommen im zarten Alter von 9, 12 und 14 Jahren, ging schnell viral. Das Video hat bis heute über 27 Millionen Aufrufe. Es ist ein beeindruckendes Zeugnis ihres aussergewöhnlichen Talents und der tiefen Liebe zur Musik, die ihre Eltern ihnen mitgegeben haben.

Nicht viel später begannen The Warning, eigene Songs zu schreiben. 2017 bekamen sie die Gelegenheit, einige davon in der renommierten TED-Talks-Reihe vorzustellen. Neben atemberaubenden Performances von drei Songs ihres ersten richtigen Albums XXI Century Blood sprachen sie über ihre Erfahrungen im Musikbusiness. Ihr Rat – der als hervorragender allgemeiner Lebensrat gelten kann – lässt sich wie folgt zusammenfassen: Tu, was du liebst, glaube an dich selbst, arbeite hart und glaube nicht jeden Mist, den andere – insbesondere Erwachsene – dir erzählen.
Als Psychologe, der sich seit zwei Jahrzehnten mit Glück und mentaler Gesundheit beschäftigt, könnte ich nicht mehr zustimmen!

Wie man im Video sieht, hatten sie schon damals alles: Sie waren Meisterinnen ihrer Instrumente, konnten alle fantastisch singen, hatten eine beeindruckende Bühnenpräsenz und schrieben wirklich starke Songs, die nicht nur im (Hard) Rock, sondern auch in Musical- und klassischen Elementen wurzeln.
Das Mass an Liebe, Leidenschaft und Können, das Schlagzeugerin Pau beim ersten Song „Unmendable“ einbringt, berührt mich jedes Mal so sehr, dass mir Tränen in die Augen schiessen und sich ein Kloss im Hals bildet.
Dass The Warning bereits in so jungen Jahren die volle Aufmerksamkeit des Publikums erobern konnten, hatte viel mit ihrer harten Arbeit und ihrer Fokussiertheit zu tun. Diese sehr rohe, aber atemberaubend virtuose Proberaum-Version von „Dull Knives (Cut Better)“ zeigt perfekt ihre sprichwörtliche unbändige Entschlossenheit – sie verhielten sich bereits wie Rockstars, lange bevor die Welt ahnte, was da kommt. Das ist die Macht der Manifestation!

2021, sechs Jahre nach ihrem ersten „Enter Sandman“-Cover, lud Metallica The Warning persönlich ein, eine neue Version des Songs für das offizielle Tribute-Album The Metallica Blacklist aufzunehmen – zum 30-jährigen Jubiläum des Black Albums. Zusammen mit der kanadischen Sängerin Alessia Cara schufen sie eine deutlich andere, düstere und nachdenklichere Interpretation. Sie behielten die originalen Gesangsmelodien bei, veränderten aber auf sehr geschickte Weise die darunter liegenden Akkorde.

In den letzten Jahren sind The Warning zu einer hochbegehrten Vorband für grosse Acts wie Guns N’ Roses, Foo Fighters, Halestorm und andere geworden. 2023 lud Muse sie als Support für mehrere Europatermine ein. Matt Bellamy, Sänger und Gitarrist von Muse, war so beeindruckt, dass er Dany eine seiner Signature-Gitarren schenkte. Sie durfte sogar die Farbe aussuchen, wie sie in einem Interview lächelnd zu Protokoll gab.

(Nicht zu) Tiefer Einblick in das harmonische Rezept für Grossartigkeit
Vor fast 20 Jahren schrieb ich meine Doktorarbeit über das Verhältnis von Musik und Emotion. Eine zentrale Erkenntnis war, warum uns bestimmte Musikstücke so tief berühren.
Die Musik von The Warning ist ein perfektes Beispiel dafür. Obwohl sie grösstenteils auf Moll-Skalen basiert, klingt sie selten traurig. Wenn man Moll-Tonarten mit hoher Energie und mittlerem bis hohem Tempo kombiniert, entsteht Musik, die durch wunderschöne Melodien und Gesangsharmonien das Herz tief berühren kann, während der Drive einem gleichzeitig das Blut in Wallung bringt. Denkt an „The Trooper“ oder „The Evil That Men Do“ von Iron Maiden, „Love Gun“ oder „Detroit Rock City“ von Kiss, „Metalingus“ oder „Ties That Bind“ von Alter Bridge oder „Beat It“ von Michael Jackson – gleiches Prinzip!
Gute Beispiele für diese „Arschtritt-Moll“-Formel in der Musik von The Warning sind:

Die drei Schwestern werfen auch gerne einzelne Töne und Intervalle ein, die nicht zur reinen Moll-Tonleiter gehören und zusätzliche Spannung erzeugen – etwa das dunkle, bedrohliche phrygische Halbton-Intervall.
Gute Beispiele sind die Intros und Haupt-Riffs von:

Hört ihr die Düsternis? Falls nicht, denkt an das Gitarren-Riff im Intro und in den Strophen von Megadeths „Symphony of Destruction“ – genau das!

Wohin von hier? Eine letzte Warnung.
Derzeit sind The Warning als Support des englischen Musikers Yungblud in den USA unterwegs. Am 25. Juni geben sie ihr erstes Konzert in Europa in Norwegen und am 1. Juli ihr einziges Konzert auf deutschsprachigem Boden in Münster. Falls ihr die Chance habt, sie irgendwo in Europa zu sehen: Tut es! Alle Tourdaten findet ihr auf der offiziellen Seite: 

Tour – The Warning Official Store

Fans der Band benutzen den Slogan „You have been warned“ („Ihr wurdet gewarnt“), sobald ihre Musik jemanden in der Seele berührt. Wie ich am Anfang schrieb, ist mir das vor einigen Wochen passiert.
Werdet auch ihr noch gewarnt?

 

L.E.G.A.C.Y. – Midnight Riot

Trackliste:

01. A Place I Called Home (Intro)
02. Midnight Riot
03. City Of Unbroken Dreams
04. Feverish Desire
05. Timless Reverie
06. My Inner Peace
07. Night & The Glow
08. Ride The Thunder
09. Ain’t That My Paradise
10. We Carry The Legacy
11. Savage Seduction
12. My Star Ain’t Gonna Shine

Spielzeit: 44:17 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.05.2025 – Page: www.facebook.com/LegacyAOR

 

„Mitnight Riot“ lautet der Titel des Debütalbums eines Projektes mit Namen L.E.G.A.C.Y. was ohne Punkte soviel wie Vermächtnis heißt. Das Cover ist in Dunkelblau-, Magenta- und Weißtönen gehalten und zeigt eines der Traumautos aus den 1980er Jahren, einen Lamborghini Countach, eine Frauensilhouette, Berge und eine Art Sonne. Man vereint einesteils ein Auto das damals jeder haben wollte und in Neonfarben gehaltene Belichtung, bleibt abzuwarten ob der Sound auch in Richtung der 80er Jahre geht und das Vermächtnis dieser Zeitepoche am Leben gehalten wird.

L.E.G.A.C.Y. stammen aus Argentinien und besteht aus dem Trio Marcos Nieva Green an Mikro, Hermán Cattaneo an Gitarren und Emmanuel Cavallo an den Drums. Wer sonst noch an den Instrumenten beteiligt war geht aus dem Promosheet nicht hervor. Marcos und Hermán waren schon bei der Band/Projekt NEON RIDER an Board und versuchen sich nun mit L.E.G.A.C.Y. einen weiteren Namen im Musikgeschäft zu erspielen. Marcos Stimme besitzt ein Färbung die sich in der mittleren bis in die halb hohen Tonlage bewegt, zudem besitzt er eine gewisse Rauheit die faszinierend klingt. Vergleichen kann man die Stimme mit den Genen aus einer Lightversion von Bruce The Dickinson und Steve Overland, so chaotisch das anmuten mag, umso besser klingt das Ganze, in manchen Momenten hört er sich auch wie Steve Newman an. Die Gitarren halten sich weder zurück, noch sind sie zu dominant ausgeführt, irgendwie schaffen es L.E.G.A.C.Y. da den richtigen Ton anzuschlagen. Gemeinsam mit den ebenfalls nicht leisen Keyboards wird ein Fundament gebildet das wie eine Abrissbirne aus den Boxen schwingt. Die Keyboards kommen mal im typischen 80er Jahre Stil wie ihn schon JOURNEY und SURVIVOR Salonfähig machten, mal wie im Italo-Pop der frühen 80er Jahre ala RADIORAMA oder STAGE oder als laute Fanfare. Der Bass befindet sich in der zweiten Reihe und hat seine Mühe gegen die drei Vorkämpfer anstinken zu können. Die Drums treiben alle Protagonisten zur Höchstleistung an, wobei die künstlich und nach Drumcomputer wirken.

Der Stil von L.E.G.A.C.Y. kann als Melodic Rock oder Arena Rock bezeichnet werden, der sehr tief in den 1980er Jahren verwurzelt ist und durchaus auch aus diesem Jahrzehnt stammen könnte. Beim Hören werden viele Erinnerungen an Bands aus dieser Zeit wach, wie etwa SURVIVOR, JOURNEY, PRISM, FM, 8084, BEAU COUP, HONEYMOON SUITE, LOVERBOY, BREATHLESS und NIGHT RANGER. Ist es von Nachteil mit solchen Namen verglichen zu werden? Dies kann man so oder so sehen, aber wer mit diesen großen Namen aus der Vergangenheit in Verbindung gebracht wird kann nicht wirklich viel verkehrt gemacht haben.

L.E.G.A.C.Y. werden ihrem Namen gerecht, das Vermächtnis der 80er Jahre ist sicher und fest in der Hand der Argentinier.

„A Place I Called Home (Intro)“ ein Intro in dem die Worte grob übersetzt „Die 80er sind meine Heimat“ fallen, „Midnight Riot“ ein cooler Rocker mit schweren Gitarrenläufen und teils Keyboards die an Italo-Pop der frühen 80er erinnern. „City Of Unbroken Dreams“ ein Happy Feelgood Song kündigt sich an, „Feverish Desire“ ein melodisches Schmankerl wird ohne Umschweife serviert. „Timless Reverie“ ein flotter Rocker der wie eine Durchhalteparole wirkt, „My Inner Peace“ genau so klangen die 80er Jahre, ein Rocker der mühelos aus dieser Zeit stammen könnte. „Night & The Glow“ wirkt durch viel Ohhhoohs sehr rund und eingängig, „Ride The Thunder“ ein Arena Rocker der lange in der Zeitmaschine gesteckt hat bis er im Hier und Jetzt angekommen ist. „Ain’t That My Paradise“ eine vom Gefühl getragene Hymne irgendwo zwischen Powerballade und Rocker, „We Carry The Legacy“ hier wird ordentlich Gas gegeben, am Anfang meint man doch wirklich ob man nicht einen Album von BOYSVOISE lauschen würde – ein geiler Rocker der aufhorchen lässt. „Savage Seduction“ wow am Schluss werden noch einige Schippen draufgelegt, „My Star Ain’t Gonna Shine“ zum Abschluss gibt es noch eine Ballade mit Piano.

Balle

DOUBLE CRUSH SYNDROME – Until One Of Us Dies

Trackliste:

01. It’s A Trap
02. Rome
03. Death Disco
04. Mercury In Retrogade
05. Until One Of Us Dies
06. Mover And Shaker
07. Ain’t It Funny
08. Mi Corazon Slavaje
09. Free Hugs For Dictators
10. Off With Her Head

 

Spielzeit: 33:34 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 05.06.2026 – Page: www.facebook.com/doublecrushsyndrome/

 

Nach langer Zeit auf Eis melden sich DOUBLE CRUSH SYNDROME mit ihrem neuen Album „Until One Of US Dies“ sehr lautstark zurück. Das Trio zeigt sich auf dem Album mit einer Spielfreude die nur so aus Energie zu bestehen scheint.

Zur Besetzung gehören Andy Brings an Mikrofon und Gitarren, Slick Prolidol die zweite Stimme und Bass, sowie Markus Herzog am Schlagzeug. Andys Stimme übt eine gewisse Faszination aus, nicht unbedingt von der Tonlage, sondern durch seine freche und vorlaute Art zu singen. Diese Art passt sehr gut zum Bandsound und brauch sich nicht vor anderen verstecken. Mir fällt beim hören immer wieder Bill Itch der Münchner Kult-Band THE ROXX ein, obwohl Andy mehr drauf hat als Bill. Die Gitarren sorgen für Alarm und eine Härte die der Band sehr gut steht. Der Bass agiert wie die Gitarren aus der ersten Reihe und Markus an den Drumsticks ackert wie ein Berserker. Die Produktion weist kleinere Schönheitsfehler auf, die aber wenig ins Gewicht fallen, da die Band rau, dreckig, leicht versaut und roh klingt und dies mal eine willkommene Abwechslung zu einer hochglanzpolierten Schmalzproduktion ist. Bei DOUBLE CRUSH SYNDROME wünscht man sich genau diesen Sound und nicht bis ins kleinste Detail ausgefeilte Klangoptimierungen.

DOUBLE CRUSH SYNDROME verwischen die Genre Grenzen zwischen Rock N Roll, Hard Rock und Punk Rock zu einem explosiven Gemisch das sofort zündet und eine Energie ausstrahlt die mehr Musiker als ein Trio vermuten lassen. Ich kenne nur noch zwei Trios die so eine Energie besitzen und in etwas die gleiche Mucke machen, dass wären zuerst die Heavy Rocker von NITROGODS und zweitens das oberbayrische Rock N Hard Roll Trio HEADSTONE die ähnlich energisch vorgehen und diese Kraft entwickeln können. Vergleichen kann man das Album am ehesten noch mit den RAMONES, DIE ÄRZTE, softere NITROGODS mit einer Schlagseite hin zu sehr melodischen MOTÖRHEAD mit vernünftiger Stimme und dem Debütalbum von THE ROXX.

Eine mehr als willkommene Abwechslung die von DOUBLE CRUSH SYNDROME geliefert wird, so macht das Hören von Hard Rock mit einer nicht perfekten Produktion einfach nur Spaß. Abzug gibt es in der B-Note nur durch den Umstand das die Party nach nur 33.5 Minuten viel zu schnell vorüber ist.

„It’s A Trap“ ein moderner Rocker mit leichter Punk Attitüde, „Rome“ lässt sich gut hören. „Death Disco“ ein grooviger Rocker mit geilem Basslauf der auf ganzer Linie überzeugt und reinhaut wie Sau, „Mercury In Retrogade“ geht mit dem Kopf voran durch jede noch so dicke Wand. „Until One Of Us Dies“ trotz des Titels eine gute Laune Nummer, „Mover And Shaker“ eine eingängige Nummer die im Refrain traumhaft zulegen kann. „Ain’t It Funny“ hier kann Slick beweisen das er nicht nur den Bass beherrscht sondern auch ganz gut singen kann, „Mi Corazon Slavaje“ ein saugeiler Rocker mit spanischem Text. „Free Hugs For Dictators“ ein flotter Punk Rocker, „Off With Her Head“ hier geht der Bass volle Kanone durch die Schädeldecke.

Balle

LOCKHART – City Pulse

Trackliste:

01. City Pulse
02. Can’t Shake It
03. The Dose That Made You Poison
04. Together As None
05. Under Fire
06. Just Can’t Wait
07. You Wouldn’t Know Love
08. Before The Fall
09. No Chance In Heaven

 

 

Spielzeit: 32:55 min – Genre: AOR/Melodic Rock – Label: High Roller Records – VÖ: 12.06.2026 – Page: www.facebook.com/Listentolockhart

 

Normale Leute sind „nur so alt, wie man sich fühlt“. LOCKHART gehen da einen großen Schritt weiter und leben in dem Jahrzehnt, in dem sie sich fühlen. Ihr kennt das Cover-Artwork, jetzt habt Ihr fünf Sekunden Zeit zum raten.

Korrekt, wir gehen ganz hart auf 80er Kurs. Offiziell gibt es die Truppe aus Kanada aber erste seit 2022 und nach einem ersten Lebenszeichen in Form einer EP gibt es nun mit „City Pulse“ den ersten Longplayer, obgleich der mit unter 35 Minuten jetzt nicht überaus long ist.
Und was soll man sagen – da geht jemand ganz in seiner Rolle auf. Von der Optik der Band über Artwork und Songtitel kann schon vor dem ersten Ton niemand mehr sagen, er habe nicht gewusst, was ihn erwartet. Es gibt keyboardlastigen 80er Rock der Sorte JOURNEY, FOREIGNER und Konsorten.
Besonders heavy ist „City Pulse“ dementsprechend nicht geworden. Die Produktion ist nett, etwas verwaschen und relativ retro. Die mehrstimmigen Vocals sind on point, (wenngleich bisschen seelenlos) die Snare hat ein Lagerhaus als Resonanzkörper und die Keyboards sind schwerst authentisch und gehen in Sachen Schmalz voll auf die 12.
Die Melodien sind nicht minder verlässlich. Okay, Spannung entsteht im Songwriting nicht, die Kompositionen sind ungefähr das Gegenteil von unvorhersehbar aufregend. Stattdessen liegt ihr Reiz darin, dass sie oft genug genau das machen, was man sich heimlich von ihnen wünscht, ohne zu glauben, dass der Song tatsächlich soweit gehen würde. Was zwangsläufig natürlich auch mal zu Melodien führt, die man schlicht und ergreifend schon so kennt, ich meine, der Titeltrack fängt komplett schamlos an wie FOREIGNERs „Head Games“. Aber ist halt auch eine gute Melodie.
Was die cheesy Atmosphäre eines ganz klischeehaften 80es-Rock-Albums angeht, machen LOCKHART also alles richtig. Kompositorisch gibt es genau die Melodien, die man von einem Album wie „City Pulse“ erwartet. In den Arrangements und der Intensität der einzelnen Songparts wäre aber noch etwas mehr Kontrast- und Dynamik-Arbeit wünschenswert. Wenn Deine Melodien schon vorhersehbar sind und die Keyboard auf Dauerfeuer gestellt sind, gibt es nach einer Strophe nicht mehr so viel, was den Chorus so richtig knallen lässt, und so dümpeln einigen Songs auf „City Pulse“ doch in der immer gleichen Soundbreite ein wenig vor sich hin. Mit mehr unterschiedlichen Intensitätsstufen hätte man da noch mehr Entertainmentfaktor rausholen können.

Fazit:
Ganz ohne Zweifel ist „City Pulse“ ein absolut authentisches, nachtfahr-geeignetes Debüt, das bei der Umsetzung seines Genres keinerlei Kompromisse macht. Noch eine weitere Meinung beim Songwriting hätte nicht geschadet, Spaß macht das Ding aber auf jeden Fall!

Anspieltipps:
„City Pulse“, „The Dose That Made You Poison“ und „Under Fire“

Jannis

LEX LEGION – Lex Legion

Trackliste:

01. Sleep Eternally
02. Gypsy Tears
03. When the Stars Align
04. (I Am) The Resurrected
05. Lost Inside
06. Darkness
07. Saviours
08. Life Eternal
09. Far Away

 

 

Spielzeit: 34:40 min – Genre: Heavy Metal – Label: MNRK – VÖ: 12.06.2026 – Page: www.facebook.com/OfficialLexLegion

 

LEX LEGION ist eine brandneue Band, die sich aus alten Weggefährten mit einer stattlichen Heavy Metal Vergangenheit zusammensetzt. Die Gruppe besteht aus vier Fünfteln der klassischen KING DIAMOND Besetzung der späten 1980er Jahre, Schlagzeuger Mikkey Dee, die Gitarristen Pete Blakk und Andy La Rocque sowie Bassist Hal Patino. Den Gesang übernimmt hier Nils K. Rue von PAGAN`S MIND
Das selbst betitelte Debütalbum ist ein zielstrebiger, zukunftsorientierter Rückgriff auf den Hardrock/Metal der beteiligten Musiker, die ja auch MOTÖRHEAD und die SCORPIONS in ihrer Vita stehen haben.
Alle Vorabinfos und Höreindrücke klangen mega spannend, daher war ich sehr gespannt auf das Debüt und widmet mich mit Freuden dem Diskus.

Gestartet wird das Album mit der Vorabsingle „Sleep Eternally“ und hohen Screams von Fronter Nils. Ein bisschen schwimmen direkt die KING DIAMOND Einflüsse hier schon mit. So eine Mischung aus krachendem Heavy und etwas Epic Metal wird uns hier geboten. Ein guter Opener der schon mal einen ordentlichen Eindruck hinterlässt und nicht zu Unrecht eine Vorabvideosingle geworden ist.
Es folgt der erste waschechte Hit der Scheibe mit dem Stampfer „Gypsy Tears“ welches euch vom Groove her ordentlich den Staub aus den Boxen ballern wird, versprochen! Dürfte, auch aufgrund des Chorus, ein ordentlicher Livehit werden das gute Stück.
Klassischer Metal mit etwas vertrackter Songstruktur wird uns bei „When the Stars Align“ geboten bevor bei „(I Am) The Resurrected“ wieder ordentlich der Dampfhammer aus den Boxen tönt mit dem entsprechenden Ohrwurmchorus.
Die zweite Hälfte wird dann von „Lost Inside“ eröffnet. Auch hier kommen direkt wieder 80iger Metal Gefühle hoch, so sehr klingt die Nummer nach der damaligen Zeit.
Mit einem doomigen Intro weiß dann direkt „Darkness“ zu Gefallen und sich gut abzuheben. Der klassische, zeitlose Heavy Metal bleibt hier im weiteren Verlauf aber klar Ton angebend.
Sänger Nils setzt dann mit seinem tollen Gesang „Saviours“ die Krone auf. Der Wahnsinn, was der Junge abseits der gewohnten Power Metalpfaden so draufhat und hier zeigt. Aber auch die Nummer an sich weiß erneut absolut zu gefallen!
Und auch bei den beiden letzten Tracks „Life Eternal“ sowie dem abschließenden Instrumental „Far Away“ macht man keine Gefangenen, bleibt sich seiner Linie treu und dürfte den Vorschusslorbeeren absolut gerecht werden.

Bei den beteiligten Namen waren die Erwartungen hoch, und die Band hat abgeliefert! Und das in Summe, DER absolute Überhit ist jetzt nicht auf der Scheibe zu finden, das braucht es aber auch irgendwie gar nicht, denn in der Gesamtheit ist das Album einfach ein tolles Zeugnis des klassischen, zeitlosen Metals der 80iger ist welches auch genauso klingt und Fans dieser Spielart sowie KING DIAMOND Anhänger gleichermaßen zusagen sollte!
Eine klare Kaufempfehlung also, der einzige Wehrmutstropfen ist die sehr geringe Spielzeit, die heutzutage einfach nicht mehr zeitgemäß ist!

Julian

 

 

 

FEMME FATALE – Femme Fatale (Deluxe Edition) (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Waiting For The Big One
02. Falling In And Out Of Love
03. My Baby’s Gun
04. Back In Your Arms Again
05. Rebel
06. Fortunge And Fame
07. Touch And Go
08. If
09. Heat The Fire
10. Cradle’s Rockin’
11. It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)
12. Chains
13. Lady In Waiting
14. Till It’s Shot

Spielzeit: 56:47 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: MCA Records – VÖ: 1988 – Page:

Man schrieb das Jahr 1988 und eine Femalefronted Melodic / Hard Rock Band aus den USA stellten sich an die Welt zu erobern. Dieses Unterfangen gelang auf mittlerer Ebene, in manchen Kreisen konnten FEMME FATALE einen gewissen Status erreichen, für den ganz großen Megaseller reichte es allerdings nicht.

FEMME FATALE brachte es auf einige Singles und zwei veröffentlichten Alben, wobei Album #2 aus Demos und Live Aufnahmen aus dem letzten Jahrhundert besteht, auf dem der Sound ein unter utopisches Niveau erreicht und besser in irgend welchen Archiven verschwunden wäre. Angeführt wurden FEMME FATALE von dem blonde Schnuckelchen Lorraine Lewis am Mikrofon, dazu kamen noch Bill D’Angelo an der Leadgitarre, Mazzi Rawd an Gitarre und Keyboards, Bassist Rick Rael und Drummer Boby Murry. Die Backing Vocals übernahmen die Bandmitglieder, von denen mir nach FEMME FATALE nichts mehr bekannt ist, außer von Lorraine die sich eher mäßig an einer Solokarriere versuchte und einige Jahre Frontfrau bei den Mädels von VIXEN war. Aus dem Schnuckel von damals ist im Laufe der Jahre eine Reife Frau mit knappen 70 Jahren geworden und der Glanz der Vergangenheit ist verblasst. Und man weiß ja wie verrückt die OP-Manie in den USA ist, vielleicht haben die eine oder andere OP mehr geschadet als genutzt. Aussehen ist ja bekanntlich Geschmackssache, aber es ist eine Genugtuung zu sehen das es nicht nur Normalos mit dem altern so geht sondern auch bekanntere Musiker*innen genauso. Also widmen wir uns der Mucke von FEMME FATALE. Lorraine hat eine sehr kräftige Stimme die eine gehörige Portion Dreck mitbringt und dadurch sehr gut mit dem Sound der Band harmoniert. Die Gitarren geizen nicht mit Riffsalven, verlieren sich aber nicht in unnötiger Selbstbeweihräucherung und spielen äußerst Sachdienlich. Die Keys spielen im Vergleich zu den Gitarren eine Nebenrolle und sind nur in ruhigen Momenten voll auszumachen. Der Bass zieht seine Bahnen in der zweiten Reihe und die Drums spielen zwar auffällig auf ohne sich dabei aufzudrängen. Die Produktion könnte Feintuning vertragen, ansonsten alles paletti.

FEMME FATALE kamen zu einer Zeit in der anständige Rockmusik noch nicht verbannt war, und das kann man deutlich hören, ab und an gibt es mal einige Experimente und Koketierungen um die Genregrenzen zu verschieben. Dies gelang auch auf eine ordentliche Weise, so wurden auch Elemente aus Glam und Sleaze Rock in den Stil eingebracht. Vergleichen kann man FEMME FATALE mit damals angesagten Bands aus dem selben Genre wie, HEART, LEE AARON, VIXEN, DEVAY, BON JOVI, HELIX, kräftigere HONEYMOON SUITE, ALIAS, RATT, ASPHALT BALLET ohne Bikerfeeling, AXE, BATON ROUGE, BEGGARS & THIEVES, BRIGHTON ROCK, CINDERELLA, DANGER DANGER und wie sie sich nicht alle nannten. Das gleichnamige Debütalbum von FEMME FATALE bediente die selbe Klientel wie die erwähnten Vergleiche nicht mehr und nicht weniger.

FEMME FATALE brachten 1988 mit ihrem Debüt ein für damals zeitgemäßes Album auf den Markt, dass weder Vergleiche scheuen noch sich hinter den ganz großen Namen verstecken musste.

„Waiting For The Big One“ ein cooler Melodic Rocker mit viel Potential, „Falling In And Out Of Love“ eine Hymne mit dem meisten Kick in den Hintern, wurde auch mit einem Major Label Video belohnt – hätte auf den vorderen Plätzen der Charts landen können. „My Baby’s Gun“ ein kräftiger Hard Rocker, „Back In Your Arms Again“ geht mit viel Melodie sehr gut ins Ohr. „Rebel“ eine für diese Zeit typische Ballade die es in die Charts schaffen sollte, „Fortunge And Fame“ ein Hard Rocker der alles plättet was nicht auf Seite geht. „Touch And Go“ es wird melodisch drauf los gerockt, „If“ die nächste Hymne die mit traumhaft geilen Gesangharmonien kommt. „Heat The Fire“ Hard Rock in seiner reinsten Form, „Cradle’s Rockin’“ geht die Sache wieder harmonischer an. „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)“ AC DC mal mit dicken Eiern einer Frau, „Chains“ ein Melodic Rocker der auch auf dem Soundtrack zum Film Don’t Tell Mom The Babysitter’s Dead zu finden ist. „Lady In Waiting“ ein mehr schlecht als recht klingender Hard Rocker, „Till It’s Shot“ bei dem Demo zeigte sich die Qualität von FEMME FATALE.

Balle

BOYS FROM HEAVEN – The Wanderer

Trackliste:

01. I’ll Wait
02. Hotline
03. Hold Your Heart
04. Street Life
05. Say Goodbye
06. How Long
07. Eileen
08. I Will Never Let You Down
09. Time Is On Our Side
10. Till The Bitter End

 

Spielzeit: 42:00 min – Genre: AOR – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/boysfromheavenmusic

 

So nun sind nach TURN BACK TIME die Dänen von BOYS OF HEAVEN an der Reihe. Die Band schaffte es mühelos sich mit ihrer EP und den beiden Vorgängern erfolgreich vor mir zu verstecken, dies änderte sich mit „The Wanderer“ schlagartig. Als ich den ersten Durchgang mit den Jungs machte war ich ein wenig enttäuscht weil es nicht meiner Vorstellung entsprach. Erst ab Durchgang zwei besserte sich dieser Zustand und ab Durchgang drei offenbarte sich mir die volle Breitseite BOYS FROM HEAVEN und ich erkannte die Feinheiten des Albums. Da ich die Vorgänger nicht kenne, kann ich auch nichts über Änderungen schildern und gehe deshalb jungfräulich an dieses Album ran.

Zu den BOYS gehören Chris Catton am Mikrofon, Mads Schaumann an den Gitarren, Mads Noyé an Keyboards, Jonas Klintsträm Larsen an Saxophone und Søren Viig Mathiesen an den Drumsticks. Chris besitzt eine angenehme und feine Stimme die von der Range bestens zum AOR der Band passt. Dabei klingt er weder zu vorlaut noch schmalzig, einfach gesagt passend zum AOR. Die Gitarren und das Keyboard gehen es wie ein gleichberechtigtes Paar an bei dem keiner meint er müsse den anderen unterbuttern. Der Einsatz des Saxophons bringt eine warme und abwechslungsreiche Stimmung mit. Der Bass agiert dezent aus der zweiten Reihe, der Drumstickschwinger hält sich vornehm zurück um die Harmonie nicht unnötig in Unruhe zu versetzen.

Die BOYS FROM HEAVEN haben es mit ihrem Sound drauf eine ganzer Reihe Erinnerungen an AOR Bands der Vergangenheit aber auch der Gegenwart zu wecken. Weder als Abklatsch noch als Klon bewegen sich die Dänen auf einer Welle mit sehr guten Songs und AOR Sound. Beim hören fallen einem so Vergleiche wie QUARTERFLASH, BOULEVARD, BEAU COUP, BEAU GESTE, CHARLIE, THE LOOK, BITE THE BULLET, 8084, ADRENALIN und der Leichtigkeit von TOTO ein. Aber auch skandinavische Vertreter wie ALIEN, BAD HABIT, CAPTAIN BLACK BEARD, CARE OF NIGHT, CODE RED, CREYE und CRUZH kommen als Vergleiche in betracht. Vielleicht kommt mir aus diesem Grund so einiges auf „The Wanderer“ seltsam bekannt vor, was nicht als Nachteil gesehen sollte, sondern vielmehr als Kompliment an die Band.

Die BOYS FROM HEAVEN ziehen auf „The Wanderer“ alle Register die der AOR zu bieten hat und können bei jedem weiteren Durchgang bei verdammt gute Stimmung an Qualität zulegen.

„I’ll Wait“ ein cooler und eingängiger Rocker für jede Situation, „Hotline“ und gleich der zweite Rocker in Folge der überzeugen kann. „Hold Your Heart“ ein vom Gefühl getragener Rocker, „Street Life“ ein AOR Kracher mit Hammond Feeling. „Say Goodbye“ hier reiten die Jungs auf einer Gefühlswelle Richtung Sonnenuntergang an die Westcoast, „How Long“ ein sehr gut hörbarer Song. „Eileen“ erinnert an einem Happy Feel Good Soundtrack, „I Will Never Let You Down“ hätte sich sehr gut auf dem Soundtrack von The Lost Boys aber auch Zurück In Die Zukunft gemacht. „Time Is On Our Side“ hier kommt die volle Dröhnung Drama auf den Hörer zu, „Till The Bitter End“ eine starke Ballade.

Balle