GREAT AMERICAN GHOST – Power Through Terror

Band: Great American Ghost
Album: Power Through Terror
Spielzeit: 32:58 min
Stilrichtung: Hardcore/Metalcore
Plattenfirma: eOne
Veröffentlichung: 14.02.2020
Homepage: www.facebook.com/GreatAmericanGhost/

Es kommt mehr aus Boston als DROPKICK MURPHYS oder SLAPSHOT, nämlich auch die noch relativ junge Band GREAT AMERICAN GHOST. Stilistisch tritt die Combo eher in die Fußstapfen der Hardcore Legende SLAPSHOT, ist aber nicht nur musikalisch einige Jahrzehnte jünger als die Bostoner Urgesteine. Während SLAPSHOT bereits seit mehr als 30 Jahren die Szene positiv beeinflussen, machen sich GREAT AMERICAN GHOST gerade erst auf ihren Weg dorthin.

„Power Through Terror“ heißt der neueste Dreher der Band und ist das magische dritte Album. Jetzt heißt es „make it or break it“, weitermachen oder aufhören. Und was das Bostoner Quartett hier abliefert, kann sich durchaus sehen lassen. Schon der Opener „Rat King“ kommt brachial und mit leichten NuMetal Einschlägen daher, gefolgt von dem sogar noch etwas brachialeren „Prison of Hate“, die erste Videosingle des aktuellen Albums (den Link zum Video findet ihr am Ende des Reviews).
Zusammen mit „Altar of Snakes“ bildet dieses Songtrio den perfekten Einstieg in „Power Through Terror“. Düster, brachial und knüppelhart. Doch auch die nachfolgenden Songs müssen sich hier nicht verstecken. Zwischen Wut, Frustration und manchmal auch Hass etablieren sich Songs wie der Titeltrack „Power Through Terror“, „Socialized Animals“ oder auch das mit Death Metal Granaten unterlegte „Rivers of Blood“.
GREAT AMERICAN GHOST hört man ihre Gefühlslage deutlich an. Was die 2012 in Boston, Massachusettes gegründete Band hier lautstark rausbrüllt, hat Metal Injection tatsächlich sehr gut auf den Punkt gebracht „always hateful, always pissed“. Genauso wirkt das Album. Roh und nicht immer kanalisiert, aber genau das macht die Energie auf „Power Through Terror“ aus. Extrem und fies und dabei doch gut arrangiert und mit gutem Gespür für klassisches Songwriting. Die Jungs erfinden das Genre nicht neu, aber sie interpretieren es auf sehr gute und vor allem lautstarke Art und Weise.

Fazit: Mit „Power Through Terror” werden sich GREAT AMERICAN GHOST nicht in den Hard- oder Metalcore Olymp katapultieren, aber es ist dennoch ein sehr gutes Album dabei herausgekommen. Einziges Manko ist für mich, dass der Boston 4er sein Potenzial immer noch nicht ausreichend ausschöpfen konnte oder wollte. Es fehlt das Highlight, der herausragende Track. Alle Songs sind richtig, richtig gut geworden, aber das kleine Tüpfelchen auf dem „i“ fehlt (noch). Trotz der kleinen Kritik, „Power Through Terror“ ist ein wirklich sehr gutes, lautes, extremes Album geworden, das nichts für zart besaitete Gemüter ist aber trotzdem eine Menge Spaß bietet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rat King
02. Prison of Hate
03. Altar of Snakes
04. Power Through Terror
05. Rivers of Blood
06. Socialized Animals
07. Black Winter
08. Scorched Earth
09. WarBorn
10. No More

Tänski

Wer die Band kennenlernen möchte, hier findet ihr das Video zu „Prison of Hate”

PAIN CITY – Rock And Roll Hearts

Band: Pain City
Album: Rock And Roll Hearts
Spielzeit: 39:44 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 21.02.2020
Homepage: www.paincity.no

Ihr wollt Rock’n’Roll? Könnt ihr haben! PAIN CITY aus Oslo sind gekommen, um euch mit ihrem dritten Album in den Hintern zu treten. Dieses sprüht nur so vor Energie und Testosteron. All das kennt man schon von den Liveshows der Band, nun wollte das Power Trio dieses Feeling auch auf Platte manifestieren. Damit das auch klappt, wurde Fredrik Nordström engagiert, der das Album im Studio Fredman gemischt und gemastert hat. Jede Veröffentlichung der Norweger bezieht sich grob auf ein Thema. Beim Debüt „When Life Gets You“ 2018 ging es darum, nicht aufzugeben, auch wenn das Leben es alles andere als gut mit dir meint. Auf Longplayer Nummer zwei „Keep It Real“ 2019 heißt es egal was auch passiert, bleib dir selber treu. Bei der aktuellen Scheibe steht der Rock’n’Roll im Vordergrund, Spaß zu haben und an den eigenen Träumen festzuhalten. Stian Krogh (v,g.), der zuvor 15 Jahre bei The Carburetors mitspielte, gründete die Band 2016. Im jetzigen Line Up sind noch Torkjell Hagen Voll (b.) und Petter Haukaas (d.) dabei. 3 Typen die zusammen Musik machen, Gitarren in den Verstärker gestöpselt und ab dafür.
Den Start macht „Heads Down“ mit fettem Motörhead und Punk Vibes, guter Opener. „A Night Out With Your Tail Out“ ist richtig schnell und mit härteren Riffs ausgestattet, hat aber trotzdem immer einen Rock’n’Roll Rhythmus inne. Starke Nummer. Der Titeltrack „Rock and Roll Hearts“ tritt auch richtig Arsch. Toller Refrain, geile Soli und der Drummer ist Weltklasse. „Born Hard“ lässt einen die Luftgitarre rausholen und man ist gedanklich in einem vor Hitze triefenden Club, V8 Wankers lassen grüßen. Bäm, bäm, bäm: „Forever“ ist ein punkiger Heavy Rock Song vom Feinsten. Die rauchige Stimme von Stian passt einfach perfekt. Thin Lizzy mäßig geht es in „Soul To Soul“ weiter. Guter Rocker mit eingängigem Refrain. „I Play My Guitar When I Want“ ist der perfekte Song für eine kleine Kneipenrauferei, bei der man sich danach aber in den Armen liegt und einen Whiskey miteinander trinkt. „Fake Suicide“ glänzt mit einem Mitgröl Refrain und knackigen Riffs, live bestimmt ein Knaller. Die Party geht bei „High Society“ weiter, klasse Punk Rock Nummer mit Jerry Lee Lewis Einschlag. „Glasgow Kiss“ mit seinen härteren AC/DC Riffs zwingt einen förmlich zum Bangen und abgehen. Das vorletzte Stück „Made Of Steel“ ist eine super ins Ohr gehende Nummer, die die Band hier vom Stapel lässt. Nena’s „99 Luftballons“ ist der Bonussong des Albums. Ich hätte den nicht gebraucht, aber wer ihn mag, dem macht diese Version sicherlich Spaß.

Anspieltipps: „A Night Out With Your Tail Out“, „Rock And Roll Hearts“, „Forever“, „I Play My Guitar When I Want“, „Glasgow Kiss“

Fazit: Im Vergleich zum Vorgänger sind die Songs deutlich direkter und schneller ausgefallen. Der Sänger ist eine Mischung aus Lemmy und Gene Simmons, der Drummer ist unglaublich gut und der Bass treibt die Lieder voran. Wer auf Motörhead, V8 Wankers, Barbed Wire und Suicide Bombers steht, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Klasse Teil das wirklich Lust darauf macht, die Jungs live zu sehen. Ich empfehle aber ohne Auto zum Konzert zu fahren. Prost.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Heads Down
02. A Night With Your Tail Out
03. Rock And Roll Hearts
04. Born Hard
05. Forever
06. Soul To Soul
07. I Play My Guitar When I Want
08. Fake Suicide
09. High Society
10. Glasgow Kiss
11. Made of Steel
12. 99 Luftballons (Bonus)

Sturmi

WE SELL THE DEAD – Black Sleep

Band: We Sell The Dead
Album: Black Sleep
Spielzeit: 49:20 min
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Metal
Plattenfirma: earMUSIC
Veröffentlichung: 21.02.2020
Homepage: www.wesellthedead.com

WE SELL THE DEAD: kennt ihr noch nicht? Solltet ihr aber unbedingt nachholen. Die Band wurde 2016 von Niclas Engelin (In Flames/Engel) und Jonas Slättung (Engel) gegründet. Auf der Suche nach einem geeigneten Sänger, sind die zwei bei ihrem langjährigen Freund, Apollo Papathanasio (Firewind/Spiritual Beggars) fündig geworden. Oscar Nilsson (Engel) ersetzt den ehemaligen Drummer Gas Lipstick (HIM) und Peter Olsson übernimmt die Rolle des Keyboarders.
Für was steht der Bandname WE SELL THE DEAD eigentlich? Laut eigener Aussage geht es um eine Idee oder das Konzept des Todes. Der Tod ist ein wesentlicher Bestandteil vom Leben. Diese Gedanken werden auf dem neuen Album in Form eines energiegeladenen Mixes aus dunklem Heavy Metal mit eingängigen Melodien festgehalten. Dies ist das zweite Album der Jungs aus Schweden.
So, jetzt aber zu den Songs selber:
Los geht es mit „Caravan“ und einem 1minütigen ruhigen Anfang ehe es in einen klasse Midtempo Stampfer übergeht. Erinnert gleich an Black Sabbath. „Across The Water“ ist die erste Single-Auskopplung . Melodie steht klar im Vordergrund, starker Refrain. „Black Sleep“ ist die zweite Single und auch ein richtig guter eingängiger Metal Song geworden, der so durchaus auf einem DIO Album stehen könnte. „Carved in Stone“ ist eine tolle Rock Nummer im Whitesnake Stil. Leider folgt mit „The Light“ der schwächste Song des Albums. Macht aber nichts, mit „Hour of the Wolf“ und „River in your Blood“ folgen zwei bärenstarke Nummern, die auch jedem Mustasch Fan gefallen dürften. „Nightmare and Dream“ erklingt und sofort wippen mein Fuß und Kopf unweigerlich mit. Ein gutes Zeichen. „Scars in my Heart“ ist ein sehr motivierender Song, man fühlt sich einfach gut danach. Zum Schluss wird es mit der längsten Nummer der Scheibe, „Shallow Grave“ nochmals etwas ruhiger. Starke Powerballade die auch Helloween Vibes in sich hat, sehr gut.

Fazit:
Klare Steigerung zu ihrem ersten Album, das aber auch schon richtig gut anzuhören war. Nachdem die Jungs letztens live mit John Diva & The Rockets of Love unterwegs waren, bleibt es auch nicht bei einem reinen Studioact. Daumen hoch für dieses Werk und 8 Punkte von mir.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Caravan
02. Across the Water
03. Black Sleep
04. Carved in Stone
05. The Light
06. Hour of the Wolf
07. River in your Blood
08. Nightmare and Dream
09. Scars in my Heart
10. Shallow Grave

Sturmi

HEAVEN SHALL BURN – My Heart And The Ocean (Video)

Unsere liebsten Thüringer unterstützen schon seit Jahren die Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd“, daher möchten wir Euch natürlich auch nicht das aktuelle Video „My Heart And The Ocean“ vorenthalten, welches sich mit dem Thema „Schutz der Meere“ beschäftigt. Aber Achtung, das ist nichts für zarte Gemüter!

Das neue HSB Album erscheint übrigens am 20.03. bei Century Media, das Review dazu findet ihr natürlich bei Eurer Rock-Garage!

 

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – Aeromantic

Band: The Night Flight Orchestra
Album: Aeromantic
Spielzeit: 59:05 min
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 28.02.2020
Homepage: www.de-de.facebook.com/thenightflightorchestraofficial/

Das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA hebt nun bereits zum 5. mal in Richtung AOR Horizont ab und an dem generellen Konzept, bzw. Sound der Truppe hat sich im Vergleich zu den Vorgängern so gut wie nichts verändert. Personell hat es am Keyboard eine Umbesetzung gegeben und die macht sich durch einen erhöhten 70er Pop Einschag durchaus bemerkbar. Nach wie vor ist es aber beeindruckend mit welcher Konsequenz und auch Qualität Björn „Speed“ Strid und sein kongenialer Partner David Andersson an der Gitarre eine Hookline nach der anderen aus dem Hut zaubern. Auch auf „Aeromantic“ sind die Strophen zumeist schon melodiöser als bei ähnlich gelagerten Bands die Refrains. Die Junges haben eine Erfolgsformel entdeckt und schlachten diese bis zum Exzess aus. Hier liegt beim aktuellen Album aber auch ein wenig der Hase im Pfeffer. Das hat man von der Truppe alles schon so oft gehört, dass ein paar zwingende Hits nötig wären um Album Nummero 5 ein schlagkräftiges Kaufargument zu geben. Leider fehlen diese Songs der Marke „Stiletto“, „Jenny“, „Domino“ oder „Moments of Thunder“, so dass „Aeromantic“, trotz mal wieder überdurchschnittlichem Songwriting und formidablem Wohlfühlklangkosmos, nicht an die Highlights der Diskographie (mein persönlicher Fave ist da immer noch „Amber Galactic„) heranreichen kann.

Mit „Servants Of The Air“ hat man zudem nicht den optimalen Einstieg gewählt – relativ konstruiert hetzen NIGHT FLIGHT ORCHESTRA durch den hibbeligen Opener. Das wird zwar mit dem nachfolgenden „Divinyls“ gleich wieder ausbalanciert, aber so richtig kommt die Scheibe zu Beginn nicht aus dem Quark. Erst ab „Curves“ ist der Flow endgültig da und wird nur noch selten fallengelassen. Wie eingangs erwähnt – das gewohnte Level halten Strid & Co. gefühlt locker, aber die zwingenden Hits ragten auf den vorangegangenen Alben stärker heraus. Auch fällt auf, dass die Gitarren zwar immer noch gewohnt souverän rocken, gegenüber einer neuen Ausrichtung gen keyboardlastigem 70er (Schweden)Pop aber etwas in die 2te Reihe treten (Beispiel ist das arg ABBA-lastige „Transmissions“) – das ist in der bisherigen Entwicklung zwar konsequent, aber muss nicht jedem gefallen.

Nein, schlecht ist auch „Aeromantic“ nicht geworden. Ich habe meine Zweifel, dass das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA überhaupt imstande ist eine miese Platte zu machen. Das Rezept und die verantwortlichen Köche sind dazu einfach viel zu professionell / verlässlich. Aber bei einer Spielzeit von einer knappen Stunde und insgesamt 13 Titeln hätte etwas Straffung der Sache gutgetan. Somit stelle ich jetzt mal nüchtern fest, dass „Aeromantic“ das bisher „schwächste“ Album der Schweden ist, welchem man aber dennoch einige vergnügte Stunden abgewinnen kann (wenn man denn mit dem erhöhten Weichspülfaktor klarkommt).

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Servants Of The Air
02. Divinyls
03. If Tonight Is Our Only Chance
04. This Boy’s Last Summer
05. Curves
06. Transmissions
07. Aeromantic
08. Golden Swansdown
09. Taurus
10. Carmencita Seven
11. Sister Mercurial
12. Dead Of Winter
13. City Lights And Moonbeams

Mario

ANVIL – Legal At Last

Band: Anvil
Album: Legal At Last
Spielzeit: 50:30 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 14.02.2020
Homepage: www.facebook.com/anvilmetal

ANVIL müssen den Energieversorgern und Gesetzeshütern in der Vergangenheit nicht selten aufgefallen sein – schließlich kam zum massiven Energieverbrauch durch Equipment bei Albumaufnahmen auch noch der durch die kleine Cannabis-Plantage, die die Herren ihrem neuen Album nach zu urteilen mit Sicherheit in ihrem Keller haben gedeihen lassen. Das ist nun nicht mehr problematisch, denn im Heimatland der Kanadier wurde Gras jüngst legalisiert. Das feiert die Truppe um Steve “Lips” Kudlow mit ihrem neusten Release “Legal At Last” und keinem geringeren Merchandise-Produkt als einer ANVIL-Bong, die momentan in der Entwicklung ist.
Die Vermutung liegt nahe, dass ANVIL gutes Sativa bevorzugen, denn müde und ruhig kommt das neue Album weiß Gott nicht rüber, und erstmals in der mehr als 40-jährigen Bandkarriere konnte man einen Produzenten direkt für drei aufeinanderfolgende Alben von sich abhängig machen. Martin Pfeiffer, der sonst unter anderem U.D.O. produziert hat, ist eine hervorragende Wahl. Sein Sound für die Band fällt knallend und klar aus und bietet keinen Grund zur Kritik.
Textlich ist man ansonsten mal humorvoll unterwegs, wie beim Midtempo-Banger “Nabbed In Nebraska”, mal gesellschaftskritisch bei “Plastic In Paradise”.
Und musikalisch? Nun, da ist mehr oder weniger alles beim alten, nicht ohne Grund wird “Legal At Last” von der Band mit einer gewissen berechtigten Selbstzufriedenheit schlicht als “one more Anvil album” bezeichnet. Uptempo-Nummern wie der Opener oder “Chemtrails” sind dabei, rockigere Tracks wie das schön abgehende und im gelungenen Sinne klassische “I’m Alive” oder “Bottom Line” sind auch dabei. Zudem traditionelle Heavy-Metal-Tracks etwas geringerer Geschwindigkeit, zum Beispiel “Talking To The Wall”, und mit “Gasoline” und “Said And Done” wirds auch mal vergleichsweise doomig.
Ist das Ganze nun revolutionär, innovativ und mindestens eine Neuerfindung des ANVIL-Stils? Nun, eindeutig nicht. Aber das erwartet wohl auch keiner von einem Album der Truppe. Die Faszination von ANVIL liegt eher darin, dass diese Truppe so richtig klassischen metalligen Heavy Metal in absoluter Reinform praktizieren kann. Die langjährige Erfahrung hat ihnen dazu verholfen, sich in dem Genre und mit seinen Spielregeln so auszukennen, wie sonst nur wenige andere. Die Spaghetti Bolognese unter den Metalbands könnte man sie nennen, absolut standard aber eben auf verdammt leckerem Niveau,

Fazit:
“Legal At Last” ist eines der Alben, die man dem metalfernen Freund zeigen kann, wenn er einen fragt, was eigentlich so richtig typisch Metal wäre, ihm man dabei aber auch Qualität liefern möchte. Ob das nun zu wenig besonders ist oder genau die wohlige Dosis Vertrautes in neu und im positiven Sinne souverän, das bleibt dem Einzelnen überlassen. Ich werde es mir wohl nicht allzu oft geben, die Male aber umso mehr Spaß damit haben! Man will schließlich nicht, dass die eigene Toleranzgrenze sinkt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Legal At Last
02. Nabbed In Nebraska
03. Chemtrails
04. Gasoline
05. I’m Alive
06. Talking To The Wall
07. Glass House
08. Plastic In Paradise
09. Bottom Line
10. Food For The Vulture
11. Said And Done
12. No Time (Bonus Track)

Jannis

REVOLUTION SAINTS – Rise

Band: Revolution Saints
Album: Rise
Spielzeit: 47:12 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records / Soulfood
Veröffentlichung: 24.01.2020
Homepage: https://www.facebook.com/revolutionsaints

Bereits Album Nummer drei legt uns die (Frontiers) Soupergroup REVOLUTION
SAINTS vor. Auch diesmal wieder mit Beteiligung der drei Haupt Protagonisten Deen Castronovo (DEAD DAISIES/Ex-JOURNEY), Doug Aldrich (ua DEAD DAISIES) und Jack Blades (NIGHT RANGER) , gleichwohl unter der Mithilfe von Dan Rossall (PASSION) und Frontiers Haupt Komponist Alessandro DelVecchio.
Weiterhin befährt man musikalisch die JOURNEY-Schiene, was nicht nur der Stimme von Castronovo geschuldet ist. Auch Titel wie „When The Heartache Is Gone“, „Closer“ oder „Price We Pay“ hätten es locker auf einen JOURNEY Rundling geschafft. Nachteil? Nein, auch bei Silberling Nummer drei eher ein Zeichen von Qualität.
Auch alle weiteren Songs, neben den bereits genannten, wissen zu überzeugen.
Ob REVOLUTION SAINTS nun ein Projekt auf Zeit darstellt, oder sich als feste Band etabliert bleibt abzuwarten. Ein entsprechend feines Menü solcher „Star Köche“ sollte man sich aber auch in Zukunft nicht entgehen lassen. Wer zudem vom letzten Steve Perry Solo-Album enttäuscht ist, bekommt hier genug Kraftfutter geboten.
Die Punktzahl im Spitzenbereich lässt sich jederzeit rechtfertigen. Musiker und Titel bilden hier ein homogenes Ganzes, unbedingt zu empfehlen für Anhänger des Melodic-Sektors.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. When The Heartache Has Gone
02. Price to Pay
03. Rise
04. Coming Home
05. Closer
06. Higher
07. Talk To Me
08. It’s Not The End…
09. Million Miles
10. Win Or Lose
11. Eyes Of A Child

Bonne

Video Link

SONS OF SOUNDS – Soundsphaera

Band: Sons Of Sounds
Album: Soundsphaera
Spielzeit: 43:26 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 14.02.2020
Homepage: www.facebook.com/sonsofsounds

Erster Song: Die Produktion der Platte erweist sich als eher höhenlastig (selbst die der Bassdrum), Backing Vocals sucht man vergeblich, obwohl sie sich an einigen Stellen doch gut gemacht hätten, der Gesang entwickelt sich in höheren Lagen seltsam vibratolastig. Sowas führt zu einem eher durchmischten ersten Eindruck und schmälert ein wenig die Erwartungshaltung an das Album. Von “Soundsphera”, dem dritten Album der “Sons Of Sounds” ist die Rede, an das ich nach dem Opener “Point Of No Return” eher mit der Aussicht auf unspektakuläre Heavy-Rock-Mucke mit ein paar Knackpunkten ranging.
Drei Tracks später: Das Bild ändert sich so langsam. Hat man sich an den Gesang gewöhnt, ist er eigentlich größtenteils ziemlich geil, sehr klar in normalen Höhen und an YEAR OF THE GOAT erinnernd, wenn es was höher geht (nur weniger okkult). Dazu kommt ordentlich Respekt für die Gitarren, die unkonventionell-interessante Riffarbeit, die sich schon nach zwei, drei Tracks als Signature-Sound-gebend erweist, Freude über das in Teilen ernste, in Teilen humorvolle “On Fire”, in dem auch zum ersten Mal Backing Vocals auftauchen. Eigentlich doch einigermaßen viele Parts, die man als individuell und gelungen anerkennen kann. Parallelen zu TABERAH (wir berichteten und weisen gerne noch einmal darauf hin) werden deutlich, was immer eine gute Sache ist.
Ein Track später: “Kriegerherz” ist insbesondere in der ersten Hälfte ein radiokompatibler deutschsprachiger Mainstream-Rock-Track mit Du-bisset-Text, der mir hochgradig unangenehm ist und aus der Wertung ausgeschlossen wird.
Vier Tracks später, das Album ist zuende: Ich bin beeindruckt. “King Of Stars” kommt komplett ohne Drums aus und ist eine schöne unkitschig-emotionale Ballade mit ein paar Streichern, “Ocean Of Reality” und “Rainbow Snake” wechseln zwischen ruhigen und kraftvollen Parts und fallen sehr stimmungsvoll aus, und “Are You Ready” ist zum Schluss nochmal ein ziemlicher Rock’n’Roll-lastiger Volltreffer mit starker Bassarbeit.
Nochmal zur Sicherheit in “Point Of No Return” reingehört – ist ein Grower, macht beim zweiten Hördurchgang gleich doppelt so viel Spaß.

Fazit:
Und so zeigt sich im Verlauf des ersten Hörduchgangs, dass die dritte Platte der drei Karlsruher Brüder doch ein ordentliches Brett geworden ist. Ihren Stil hat die Truppe auf jeden Fall gefunden, wofür insbesondere die Vocals und die extraordinäre Gitarrenarbeit verantwortlich sind. Und je länger man sich in “Soundsphaera” reinhört, desto mehr wächst das Ding, wird die Qualität der Kompositionen deutlich. Wer also mal eine Dreiviertelstunde Zeit für sich hat und Heavy Rock mag, der es trotz seiner klassischen Bestandteile schafft, im positiven Sinne besonders zu sein (und seien wir ehrlich: noch um einiges besser als diese Rezension vielleicht vermuten ließe), der sollte “Soundsphaera” dringend mal eine Chance geben.

Anspieltipps:
“On Fire”, “Are You Ready”, “Ocean Of Reality”. Nicht “Kriegerherz”.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Point Of No Return
02. Fear Of The Dance
03. On Fire
04. Creator
05. Kriegerherz
06. Ocean Of Reality
07. Rainbow Snake
08. King Of Stars
09. Are You Ready

Jannis

SKULL KORAPTOR – Chaos Station

Band: Skull Koraptor
Album: Chaos Station
Spielzeit: 31:49 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Ragnarök Records
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.facebook.com/SkullKoraptor

SKULL KORAPTOR sind eine Band aus Athen, Griechenland. Gespielt wird hier Thrash Metal, aber Dieser mit etlichen Einflüssen von Heavy Metal und Speed Metal. Gegründet hat sich das Trio, bestehend aus John Savoglov (v,g.), John Vratsos (b.) und George Margetis (d.) bereits 2011. Im Jahr 2014 veröffentlichte die Band ihre EP „Dead Head“, welche ihre einzige Produktion bis zum jetzigen Zeitpunkt war. Live konnten sich SKULL KORAPTOR schon mit namhaften Kollegen wie Tankard, Skull Fist und Destroyer 666 die Bühne teilen. Nun liegt mir also der erste Longplayer „Chaos Station“ vor. Unterstützt wurden die Jungs von Mike Parpathiou, der im D Studio produzierte. Das Coverartwork finde ich richtig geil. Ein Monsterzug, der alles zermalmt, was ihn in den Weg kommt. Dann hören wir uns mal das „Chaos“ an.
Es beginnt mit dem Opener „Intro“, der auch nur ein rein instrumentales Intro ist. Das geht aber direkt in den nächsten Song über und zwar in „Hatred“. Richtig guter Up-Tempo Banger mit einem Sänger der relativ rau singt. „Blast It Out“ knallt einem nun um die Ohren. Zu recht wurde dieser Song als Single und Video rausgebracht. Hier keift der Mann am Mikro so garstig wie Wattie Buchan von The Exploited auf deren Killer Album „Beat The Bastards“. Mein Lieblingstrack der Scheibe ist ganz klar „Burnt Society“. Toller Refrain, super Melodien, herrliches Gitarrensolo und feinster Thrash. „Next Station: Chaos“ ist wieder ein schnelles Stück, kein Highlight, aber gut. In meiner Promo heißt „Breakthrough“ ganz anders. Ist aber auch egal wenn dabei ein so fetter Hassbatzen rauskommt, top. Clevere Tempowechsel machen „Fatal Wrecking“ zu einer abwechslungsreichen Metal Nummer. Also das Trio kann wirklich überzeugen an ihren Instrumenten. Es ist hart, schnell und es knallt bei „Voices Of Despair“. Ruhiger, langsamer Anfang bei „Obsessed“ ehe es in eine Speed Granate übergeht. Das bleibt aber nicht so. Es wird melodischer und filigraner. Toller Abschluss einer guten Platte.
Anspieltipps: „Blast It Out“, „Burnt Society“, „Breakthrough“
Fazit: Ich weiß nicht, wie es um die griechische Thrash Szene steht, aber SKULL KORAPTOR haben auf jeden Fall internationale Klasse. Technisch sehr gut, besonders der Drummer sticht immer wieder heraus. Der Gesang gefällt mir gut dazu, aber nicht alle werden diese Stimmlage lieben. Das nächste mal noch ein bisschen mehr Spielzeit als 32 Minuten bitte. Ich werde die Jungs sicherlich im Auge behalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Hatred
03. Blast It Out
04. Burnt Society
05. Next Station: Chaos
06. Breakthrough
07. Fatal Wrecking
08. Voices Of Despair
09. Obsessed

Sturmi

Nils Patrik Johansson News

Zweite Single aus dem neuen Soloalbum

Heute erscheinen die Single sowie das Video zu „Freakshow Superstar“. Die zweite Vorabauskopplung aus dem kommenden Konzeptalbum „The Great Conspiracy“ (VÖ 28.02. – Metalville / Rough Trade) von Nils Patrik Johansson (Astral Doors / Lion’s Share / ex Civil War), welches den bis heute ungeklärten Mord am schwedischen Premierminister Olof Palme am 28.02.1986 in Stockholm behandelt.

In „Freakshow Superstar“ setzt sich Nils Patrik Johansson mit der Person von Christer Pettersson auseinander. Dieser wurde damals als einer der Hauptverdächtigen verhaftet, jedoch kurze Zeit später wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach seiner Entlassung tingelte Pettersson durch diverse Talkshows. Dabei behauptete er auch er wäre der Täter gewesen, nur um seine Aussage einen Tag später wieder zurückzunehmen. Auf „Freakshow Superstar“ übernahm Hakan Hemlin als Gastsänger die Rolle von Petterssons‘ „dunkler“ Seite. Hemlin zählt ein seiner Heimat Schweden zu den absoluten Topstars. Mit seinem Rock / Folk Duo „Nordman“ hatte er von 1994 bis heute nicht weniger als sieben Alben in den
Top 10, davon zwei sogar auf #1.