TOKYO MOTOR FIST – Tokyo Motor Fist

Band: Tokyo Motor Fist
Album: Tokyo Motor Fist
Spielzeit: ? min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 24.02.2017
Homepage: –

Unlängst beglückten uns THE DEFIANTS mit ihrem selbstbetitelten Erstling, auf dem sie erstklassigen Hardrock in einer sehr erfrischenden Variante gespielt haben. Die Mitwirkenden waren u.a. Bruno Ravel von DANGER DANGER, Rob Marcello (MARCELLO/VESTRY) und der einstweilige DANGER DANGER Vokalist Paul Laine. Nun schieben die Verantwortlichen von Frontiers Records einen ziemlich ähnlichen Projektballon hinterher. Mit DANGER DANGER Sänger Ted Poley und TRIXTER Gitarrero Steve Brown sowie Greg Smith (bass, TED NUGENT etc.) und Chuck Burgi (drums, JOE LYNN TURNER etc.). Das Rezept ist exakt das gleiche. Große Hooks, ein richtig fetter Sound und mit Ted Poley natürlich eine perfekte Besetzung am Mikrofon. 

Alle Fans der rockigen Achtziger bekommen von der ersten Minute an ein feuchtes Höschen, wahrscheinlich schon beim Lesen der involvierten Künstler. Und das dürfen sie auch. TOKYO MOTOR FIST ist eine Mischung aus neuen TRIXTER (die ja ebenfalls labelintern mit „Human Era“ 2015 ein starkes Comeback hingelegt haben) und DANGER DANGER bzw. THE DEFIANTS. Der Kreis schließt sich also. 

Zwar ist das eröffnende „Pickin´Up The Pieces“ auf den ersten Blick etwas zu einfach gestrickt, aber der Fuß wippt. Und das ist doch ein gutes Zeichen, oder? Doch es wird (noch) besser: „Love Me Insane“, „Shameless“ oder „Put Me To Shame“ sind echte Kracher. Fans der Achtziger machen hier absolut nix verkehrt, und Anhänger der oben genannten Kapellen sowieso nicht. 

Merke: wenn Du die richtigen Leute unter Vertrag hast, kannst Du Unmengen guter Projekte raushauen. Und im Falle von TOKYO MOTOR FIST ist das – wie schon bei THE DEFIANTS – echt eine Sünde wert. Kaufen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    Pickin´Up The Pieces
2.    Love Me Insane
3.    Shameless
4.    Love
5.    Black And Blue
6.    You´re My Revolution
7.    Don´t Let Me Go
8.    Put Me To Shame
9.    Done To Me
10.    Get You Off My Mind
11.    Fallin´Apart

Stefan

UNRULY CHILD – Can´t Go Home

Band: Unruly Child
Album: Can´t Go Home
Spielzeit: ? min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 24.02.2017
Homepage: www.unrulychild.net 

Viel wurde unter dem Namen UNRULY CHILD veröffentlicht. Aber nur das 1992 erschienene Debüt dürfte diesen Schriftzug tragen. Denn entweder war Sänger(in) Mark bzw. Marcie Free nicht mit an Bord oder diverse andere Musiker. Doch jetzt wurde das Original Line-Up mit Marcie Free (vocals), Bruce Gowdy (guitars), Guy Allison (keyboards), Larry Antonio (bass) und Jay Schellen (drums) wieder zusammengetrommelt. 

Alles beim alten ist nach 25 Jahren aber dann doch nicht. Wurde der Erstling von Starproduzent Beau Hill betreut, wurde dieses Mal labelüblich alles in eigene Hände gelegt. Der Sound ist zwar AOR-like aber ziemlich dünn. Fans von TOTO, JOURNEY und Kollegen dürfte das nicht weiter stören. Fans von „Unruly Child“ jedoch werden etwas enttäuscht sein. Sofern sie seit dem Debüt keine Platte von UNRULY CHILD mehr in die Hand genommen haben. Denn auch in der Vergangenheit haben sich die Amis nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. 

AOR mit Westcoasteinschlag ist es dann auch, was UNRULY CHILD auf „Can´t Go Home“ zelebrieren. Die Qualität der Songs ist größtenteils über alle Zweifel erhaben. Jedoch plätschert die Platte einfach so dahin. Zum Abschluss zeigen die Jungs mit „Someday Somehow“ zwar kurz, was möglich gewesen wäre, wenn sie mehr Bock auf Rock gehabt hätten. So bleibt aber nur eines von vielen AOR-Alben, die es in dieser Form schon (viel zu) oft gegeben hat. Originalbesetzung hin oder her.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    The Only One
2.    Four Eleven
3.    Driving Into The Future
4.    Get On Top
5.    See If She Floats
6.    She Can´t Go Home
7.    Point Of View
8.    Ice Cold Sunshine
9.    When Love Is Here
10.    Sunlit Sky
11.    Someday Somehow

Stefan

KÄRBHOLZ – Überdosis Leben

Band: Kärbholz
Album: Überdosis Leben
Spielzeit: 55:48 min
Stilrichtung: Deutschrock
Plattenfirma: Metalville Records
Veröffentlichung: 27.01.2017
Homepage: www.kaerbholz.de

Endlich, das neue Album von KÄRBHOLZ ist da. Die 4 Jungs aus Ruppichteroth haben mit Ihrem neuen Album “Überdosis Leben” im Gegensatz zum Vorgänger “Karma” eine etwas rockigere Schiene gewählt. Die Songs handeln hauptsächlich von Freundschaft, vergangenen Zeiten und der Liebe zur Heimat, mit der KÄRBHOLZ auch noch nach Jahren tief verbunden sind. Die Lyrics sind eingängig, der Mitgröhl- und Mitfeierfaktor wie gewohnt sehr hoch. 
Natürlich, gesanglich und auch instrumental sind einige Stücke und Passagen etwas holprig, aber genauso kennt und liebt man KÄRBHOLZ. Die nicht ganz so fein abgestimmten Lyrics zusammen mit Torben Höfgens rauer Stimmt sind genau das, was KÄRBHOLZ ausmachen und das, was die immer größer werdende Zahl an Fans erwartet und liebt. Dem Spaß und der Freude, sich dieses Album reinzuziehen, tut das jedenfalls keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, man spürt in den Songs die Freude und den Spaß, mit der die Band dieses Album eingespielt hat und möchte am liebsten sofort auf das nächste Konzert rennen (was ich übrigens bereits getan habe und ich wurde nicht enttäuscht). 

Vor allem die erste Hälfte des Albums überzeugt. Im Opener „Ich hoffe, du kannst mich sehen“ hat die Band auf sehr elegante Weise eine Hommage an Ihre bisherigen Alben untergebracht und man muss sich schon sehr zwingen, den Refrain nicht lauthals mitzusingen. Der Titeltrack „Überdosis Leben“ ist rockiger und spielt KÄRBHOLZ-typisch auf die Sucht nach Leben mit allen Höhen und Tiefen an. Gerade diese beiden Songs verkörpern alles, wofür KÄRBHOLZ stehen. Zusammen mit der Dorfkinder-Hommage “Kind aus Hinterland” und dem Liebesduett “Perfekt unperfekt” sind das jetzt schon die Klassiker des neuen Albums. Die Songs strahlen eine Energie aus, die einem stellenweise ein Grinsen ins Gesicht zaubern und – obwohl es mittlerweile das 9. Studioalbum  ist – immer noch frisch und extrem rockig klingen. Ein weiterer Anspieltipp ist auf alle Fälle der etwas melancholische Track „Nur ein Satz“ und der zwar etwas langsamere, aber aufwühlende Abschlusssong „In Flammen stehen“.  

Fazit: Das Album ist ein solides Deutschrock-Werk geworden und wer nicht auf ausgefeilte Soundspielereien oder philosophisch hochtrabende Texte steht, sondern guten und bodenständigen Rock mit Ecken und Kanten liebt, der liegt mit der neuen Scheibe von KÄRBHOLZ genau richtig. Die Truppe aus Nordrhein-Westfalen macht einfach Lust auf mehr, mehr KÄRBHOLZ, mehr Leben. Eben eine “Überdosis Leben”.


WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ich hoffe, du kannst mich sehen
02. Überdosis Leben
03. Feuerräder
04. Ich kann es nicht ändern
05. Nur wir Beide
06. Kind aus Hinterwald
07. Evolution umsonst
08. Der Spiegel 
09. Perfekt unperfekt
10. God Save the Sin
11. Da ist noch Leben drin
12. Nur einen Satz
13. Schwerelosigkeit
14. Weck mich nicht auf
15. In Flammen stehen

Tanja
 

BLOODBOUND – War of Dragons

Band: Bloodbound
Album: War of Dragons
Spielzeit: 45:11 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 24.02.2017
Homepage: www.bloodbound.se

Nicht wenige Szenebeobachter zeigen sich über die enorme Entwicklung der Power Metaller BLOODBOUND erstaunt. Nicht dass man den Schweden je ihre Qualität absprechen wollte; aber einen derartigen Popularitätsschub, wie ihn die Truppe seit ein paar Jahren erfährt, sah man nicht kommen. Dabei sind das die Früchte harter Arbeit, denn seit Festigung des Line-Ups vor gut 5 Jahren (nach Einstieg von Sänger Patrik Johansson) ist der Schweden-Sechser auch vermehrt livehaftig auf Europas Bühnen zu bewundern. Tourneen mit HAMMERFALL, U.D.O. und zuletzt SABATON machten BLOODBOUND selbst zu einer festen Größe.
Das neue Album „War Of Dragons“ stellt erneut einen wichtigen Schritt für BLOODBOUND dar. War schon das letzte Studiolbum „Stormborn“ (2014) bombastischer angelegt, so wird diese Entwicklung auf dem neuen Longplayer rasant vorangetrieben  – was hier durchaus wörtlich genommen werden darf, denn ‚War Of Dragons‘ verbindet den auf „Stormborn“ eingeschlagenen Weg mit speedlastigerem Songmaterial. Dass dabei weder Melodie von Hymnenhaftigkeit zu kurz kommen, zeigt deutlich, wie sehr BLOODBOUND in den über 10 Jahren seit ihrem Debüt „Nosferatu“ gereift sind –und wie gut sie ihre Stärken kennen.
Schauen wir mal ob man mit dem neuen Album den glorreichen Siegeszug fortsetzen kann und horchen geschwind in den Opener „A new Era Begins“ rein der uns als atmosphärisches Intro gut in die Thematik der Scheibe einführt.
Als ersten richtigen Song wird uns hier das schon aus dem Internet bekannte „Battle in the Sky“ präsentiert. Und schon nach kurzem ist man mitten drin in einem absolut typischen BLOODBOUND Track der schön zwischen Heavyness und Melodic hin und her schwenkt! Natürlich mit einem Ohrwurmchorus ausgestattet und der ebenfalls so typischen Keyboardbegleitung.
Ebenfalls mit viel Keyboards kommt „Tears of a Dragonheart“ im Anschluss daher, bevor bei „War of Dragons“ ein bisschen SABATON Feeling hochkommt. Man merkt das die Jungs viel Zeit mit den schwedischen Senkrechtstartern verbracht haben! Was jetzt definitiv nicht schlecht gemeint ist.
Im Mittelteil haben wir dann mit dem atmosphärischen, leicht epischen „Silver Wings“, „ Stand and Fight“, wieder mit ordentlichem SABATON Einschlag, und dem brachialen „King of Swords“ die nächsten absoluten Ohrbomben zu verzeichnen.
Die SABATON Vergleiche finden dann mit dem folgenden „Fallen Heroes“ ihren absoluten Höhepunkt! Was ein Track, ein wahrer Ohrenschmaus!
Und auch im letzten Abschnitt, hier können wir es kurz machen, bleibt der Band ihrer Linie treu und lässt auch qualitativ kein Stück nach.
Nach dem verklingen des letzten Tons von „Dragons are Forever“ drückt man dann sehr gerne erneut die Play Taste und lässt sich noch mal mit einer ordentlichen Dosis Melodic Power Metal verwöhnen!

Anspieltipps:

Schlechte Tracks sucht ihr hier vergebens, greift hin wo ihr wollt, alles ist bärenstark!

Fazit :

Schon das letzte Album “Stormborn” fuhr bei uns die Höchstnote ein und das ist auch ohne Wenn und Aber dieses Mal wieder der Fall! Wer BLOODBOUND bisher gemocht hat, wird auch hier wieder voll auf seine Kosten kommen!
Man lehnt sich zwar etwas mehr an die Überväter von SABATON an und auch das Keyboard kommt stärker zum Einsatz, aber das alles sind definitiv keine schlechten Änderungen.
Ich bin mir sicher das auch dieses BLOODBOUND Album auf einigen Hitlisten dieses Jahr vorkommt und so langsam sollte man die Band definitiv auf dem Zettel haben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A new Era Begins
02. Battle in the Sky
03. Tears of a Dragonheart
04. War of Dragons
05. Silver Wings
06. Stand and Fight
07. King of Swords
08. Fallen Heroes
09. Guardians at Heavens Gate
10. Symphony Satana
11. Starfall
12. Dragons are Forever

Julian

AXXIS – Retrolution

Band: Axxis
Album: Retrolution
Spielzeit: 44:57 min
Stilrichtung: Melodic Metal/Rock
Plattenfirma:  Phonotraxx
Veröffentlichung: 24.02.2017
Homepage: www.axxis.de

AXXIS begeben sich auf ihrem neuen Album „Retrolution“ zurück in die Vergangenheit. Dementsprechend wurde auch der Albumtitel gewählt!
Mit „Retrolution“ hieß der Weg dazu schlicht Rückbesinnung – denn schließlich stammt die Gruppe noch aus genau der Zeit, die gerade wieder ihre Retro-Evolution erlebt und hat damals mit Hits wie „Stay Don ´t Leave Me“ oder „Living In A World“ ein Exempel in der deutschen Musikszene statuiert. Ihr Erfolgsalbum "Kingdom Of The Night" zählt bis heute zu den wichtigsten nationalen Rock-Alben.
Und hier schließt sich dann auch der Kreis, denn der zweite Teil von „Kingdom of the Night“ war das letzte Album der Band und konnte noch dazu die höchste Chartposition ever erkämpfen.
Schauen wir mal ob man mit „Retrolution“ ähnlich erfolgreich unterwegs ist?
Als Opener schallt uns „Burn! Burn! Burn!“ entgegen wo man sich fragt, hmm was ist das ganz schön rockig und bluesig für AXXIS. Tja das ist der angesprochene Retrostyle liebe Freunde! Aber keine Sorge spätestens im Refrain ist dann alles wieder beim Alten und man bekommt einen absoluten Ohrwurmrefrain geboten.
Ein Ohrwurmrefrain gibt es auch beim nächsten Song „All my friends are liars“ auf die Ohren, mir ist das Ganze aber zu flach und gewöhnlich um hier richtig zu glänzen!
Ganz anders dann bei „Dream Chaser“ welches mit der Keyboardunterstützung und den tollem Groove sowie Refrain richtig kompakt aus den Boxen kommt. Hier muss man einfach wieder richtig mitgehen und kann im Chorus seine Mitsingqualitäten unter Beweis stellen.
Apropos richtig mitgehen das kann man auch wieder bei „Rock the Night“, wenn man das dazwischen liegende, wieder etwas zu gewöhnliche, „Burn down your house“ „überstanden“ hat. Und der Mittelteil geht richtig stark weiter, haben wir doch mit dem flotten „The World is mine“, dem groovenden „Do it better“, und der gefühlvollen Ballade „Queen of the Wind“ weitere Highlights des Albums zu verzeichnen.
Aber wir sind noch lange nicht am Ende mit den richtig geilen Songs, denn auch „Seven Devils“, „This is my day“, „Heavy Metal Brother“ und das abschließende „Welcome to my Nightmare“ sind richtig tolle Ohrwürmer die einen sofort in Mark und Bein übergehen. Und somit wird ein richtig gutes neues AXXIS Album wunderbar abgerundet, trotz der etwas schwächeren Songs im Vorfeld an Bord.

Anspieltipps:

Mit “Burn! Burn! Burn!”, “Dream Chaser”, “Rock the Night”, “Queen of the Wind” sowie “Heavy Metal Brother” solltet ihr hier schnell einen guten Überblick bekommen.

Fazit :

AXXIS bleiben AXXIS und das ist auch gut so! Auch auf ihrem neuen Album weichen die Jungs um Fronter Bernhard Weiß zu keiner Sekunde von ihrem bisherigen Weg ab und präsentieren uns insgesamt richtig starke Songs die mal mehr, mal weniger in der Schnittmenge zwischen Melodic Metal/Rock liegen.
Auffallend sind hier der hohe Anteil von rockigeren Songs die wohl dem Retro Gedanken der hier vorherrscht geschuldet sind.
Insgesamt bleibt man also auf einem ähnlichen Qualitätslevel wie bei den letzten Alben und dürfte hiermit noch höher in den Charts einsteigen.
Glückwunsch ins Ruhrgebiet zu diesem neuen, tollen Album!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Burn! Burn! Burn!
02. All my friends are liars
03. Dream Chaser
04. Burn down your house
05. Rock the Night
06. The World is mine
07. Do it better
08. Queen of the Wind
09. Seven Devils
10. This is my day
11. Somenbody died at the party
12. Heavy Metal Brothers
13. Welomce to my nighmare
14. Demons dare to stay (Bonustrack)

Julian

KNIGHT AREA – Heaven And Beyond

Band: Knight Area
Album: Heaven And Beyond
Spielzeit: 62:32 min
Stilrichtung: Progressive Metal / Neo-Prog
Plattenfirma: Butler Records
Veröffentlichung: 10.02.2017
Homepage: www.knightarea.com

Die bereits seit 2004 aktiven Niederländer KNIGHT AREA waren mir bisher kein Begriff – umso erfreuter bin ich die Band nun durch Ihr mittlerweile 6. reguläres Studioalbum entdeckt zu haben. Mag der recht oberflächliche Promo-Zettel noch hauptsächlich von Neo-Prog und entsprechenden Einflüssen wie Camel oder Genesis sprechen, so passen die Jungs auf „Heaven And Beyond“ doch am ehesten in die (seichtere) Prog Metal Ecke. Was wohl vor allem an Gitarrist Mark Bogert liegt, der der Band seit seinem Einstieg 2012 eine etwas härtere Kante verpasst hat. Soviel vorweg: KNIGHT AREA liefern mit dem in zweijähriger Arbeit entstandenen Album einen echtes Highlight ab.

Gleich zu Beginn lässt der ungemein fette und transparente Sound der Platte aufhorchen. Der Opener „Unbroken“, flankiert von luftigen Gitarrenriffs und in ein fettes Drum/Bass Fundament eingebettet, bietet Sänger Mark Smit gleich die besten Voraussetzungen seine hochmelodischen Parts zu intonieren. Weiter geht es mit dem nicht minder starken, durch eine maßgeschneiderte Hookline veredelten „Dreamworld“, bevor in „The Reaper“ die ersten Dream Theater Parallelen auszumachen sind. Zur modernen Inkarnation von DT allerdings. Diese sind in dem eleganten Titeltrack noch stärker vertreten, vor allem in der Melodieführung. Was soll ich sagen? Mir gefällt die Interpretation dessen, was DT seit 4 Alben versuchen, bei KNIGHT AREA um einiges besser. Denn die Jungs verstehen es einfach, melodische Songs in rockigere Arrangements zu packen (was den großen US Paten im Gegenzug leider ein ums andere Mal misslingt). Dass „Heaven And Beyond“ dann auch noch eine viel bessere Produktion hat, hilft natürlich auch … Wir wollen es mit den Vergleichen aber nicht übertreiben, denn KNIGHT AREA haben durchaus Ihren ganz eigenen Sound. In diesem sind zwar auch Menge Saga oder traditionell britische Neo-Prog herauszuhören. Doch es klingt zu keinem Moment wie ein blasser Abklatsch. Nicht alles auf „Heaven And Beyond“ hat das Niveau der angesprochenen Tracks: das durchschnittliche „Saviour Of Sinners“ sowie das belanglose, beinahe schon nervige Instrumental „Eternal Light“ hatte man sich sparen können. Besonders löblich ist allerdings, dass nicht wie üblich das Ende des Albums mit Füllmaterial gestreckt wird. Mit dem abwechslungsreichen Prog Spektakel „Twins Of Sins” und der klasse Ballade „Memories“ (in der die Band ganz dezente Journey Referenzen einflechtet) sind einige der stärksten Tracks sogar ganz ans Ende gestellt.

Wer auf „entspannten“ Prog Metal/Rock irgendwo zwischen den allgegenwärtigen Dream Theater, Saga und Marillion steht, sollte sich das neue Album von KNIGHT AREA definitiv auf dem Einkaufszettel schreiben. Bei „Heaven And Beyond“ handelt es sich zwar um keinen Meilenstein des Genres, aber die Platte macht dennoch mehr Spaß als das Gros der Veröffentlichungen in diesem Sektor der letzten Jahre (zumal sich auch die Produktion mehr als hören lassen kann). Ein Prog Highlight des noch jungen Jahres.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Unbroken
02. Dreamworld
03. The Reaper
04. Box Of Toys
05. Starlight
06. Heaven And Beyond
07. Saviour Of Sinners
08. Eternal Light
09. Twins Of Sins
10. Tree Of Life
11. Memories

Mario

 

SAMMY BERELL – Passion Dreams

 

Band: Sammy Berell
Album: Passion Dreams
Spielzeit: 60:27 min
Stilrichtung: Melodic Metal, Neoclassical
Plattenfirma: Dark Force Records/Sound Pollution
Veröffentlichung: 17.03.2017
Homepage: www.sammyberell.com

Für sein Debut ‚Passion Dreams‘ hat sich SAMMY BERELL gleich prominente Unterstützung geholt und das in Form von Michael Vescera (Yngwie Malmsteen, Loudness, Obsession) und Göran Edman (Yngwie Malmsteen, John Norum, Kharma) am Mikro. Das Schlagzeug bedient Daniel Flores, die restlichen Instrumente (Bass, Keyboard, Gitarre) sowie die Co-Produktion übernimmt Sammy selbst. 
Noch nie von SAMMY BERELL gehört? Nicht schlimm, hier die Kurzfassung: Schon als kleines Kind musikbegeistert, lernte er mehrere Instrumente (u.a. Flöte, Geige, Schlagzeug), entdeckte jedoch die größte Leidenschaft für das Gitarre spielen. Dabei ist er nicht nur von Rockmusikern wie JIMI HENDRIX oder YNGWIE MALMSTEEN inspiriert, sondern vor allem auch von klassischen Künstlern wie MOZART, BACH und TELEMAN. 

Den Einstieg des Albums macht ‚Judgement Day‘. Schon hier merkt man den deutlichen YNGWIE MALMSTEEN Einfluss. Wem das aber noch nicht eindeutig genug ist, der erkennt spätestens bei ‚Midnight Flyer‘ woher der Wind weht. In der Strophe und im Solo erinnert dies schon sehr an YNGWIE’s ‚Teaser‘, jedoch der Refrain haut nicht ganz so rein wie sein Vorbild. Weiter geht es mit der powervollen Ballade ‚Memories Never Die‘. ‚Little Sinner‘ ist eine Spur härter und agressiver, jedoch immer noch sehr melodisch, während der Titelsong ‚Passion Dreams‘ eine Keyboard lästige 80er Melodic Metal Hymne ist und ‚Star‘ kommt rythmisch mit eingängigem Riff. 

Wer auf melodischen 80er Metal steht, wird hier mit den eingängigen Refrains, massiven Backgroundchören und epischen, klassikbeeinflussten Soli eindeutig glücklich. Was mich persönlich jedoch stört, ist das aus jedem Song so offensichtlich YNGWIE schreit. Auch wenn man SAMMY BERELL auf keinen Fall Talent absprechen kann, ist er doch nur ein weiterer YNGWIE-Verschlag.
 

Wertung:

 

Trackliste:

01. Judgement Day
02. Midnight Flyer
03. Memories Never Die
04. Little Sinner
05. Red Light Eyes
06. Passion Dreams
07. Star
08. Crown Of Thorns
09. King Of Kings
10. Drakkar
11. Sacrifice
12. Starlight
13. War

Lotta Craze

BATTLE BEAST – Bringer Of Pain

Band: Battle Beast
Album: Bringer Of Pain
Spielzeit: 39:46 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 17.02.2017
Homepage: www.battlebeast.fi

Gut zwei Jahre sind seit dem letzten Album „Unholy Savior“ ins Land gezogen. Seitdem waren BATTLE BEAST nicht faul. Es ging natürlich auf Tour und in den letzten Monaten hat man sich zurückgezogen, um das mittlerweile vierte Langeisen einzutüten. Bereits das dritte Mal befindet sich dabei Frontsängerin Noora Louhimo an der Front des Sextetts. Mit ihrer gewaltigen, variablen und vor allem leicht wiederzuerkennenden Stimme prägt sie damit das Gros des Schaffens BATTLE BEAST´s. Diese haben sich von Anfang an melodischen, pompösen Power Metal viel großem Keyboardanteil auf die Fahnen geschrieben. Mit „Bringer Of Pain“ leuten sie aber dennoch eine neue Ära in der Geschichte der Band ein. 

Denn mitten auf der Tour zu „Unholy Savior“ trennten sich BATTLE BEAST von Gitarrist und Hauptsongschreiber Anton Kabanen. Neu an Bord ist Joona Björkroth, der schon längere Zeit im unmittelbaren Umfeld der Band zu finden ist. Dass er nun fest eingestiegen ist, hat einige Neuerungen zur Folge: die Songs sind um Längen poppiger ausgefallen. Das wird alte Anhänger zumindest auf-, wenn nicht abschrecken. Aber auch schon in der Vergangenheit hatten die Finnen melodische Rocksongs im Gepäck, wie z.B. „Out On The Streets“ vom 2013er Album „Battle Beast“.

Der Opener „Straight To The Heart“ hätte allerdings auch auf einem der beiden Vorgängeralben stehen können. Ein guter Start also. Der folgende Titeltrack ist eine wahre Abrissbirne, JUDAS PRIEST und ihr „Painkiller“ lassen grüßen. Das vorab ausgekoppelte „King For A Day“ warf ja schon seine Schatten voraus und präsentiert BATTLE BEAST im Längen poppiger. Dennoch ist die Nummer ein Hit – oder vielleicht auch gerade deswegen. Mit „Beyond The Burning Skies“ nimmt das Sextett wieder etwas Fahrt auf, ohne jedoch das Hitpotential abzulegen. Das ebenfalls im Vorfeld zu hörende „Familar Hell“ ist abermals mit einer gehörigen Popschlagseite versehen. Mit „Lost In Wars“ versucht man für meine Begriffe etwas krampfhaft, sich an Kollegen wie WITHIN TEMPTATION anzunähern. Alleine der „cleane“ und elfenhafte Gesang von Frontfrau Noora zeugt davon. Das Stück ist dramatischer als das komplette restliche Album und zum Glück auch der einzige Versuch in diese Richtung.

Das rockende „Bastard Son Of Odin“ bringt noch einmal Leben in die Bude. Die Midtemponummer „We Will Fight“ hat überlebensgroße Hooks, will aber anfangs so gar nicht zu BATTLE BEAST passen. Dennoch ein Gewinner. Aber es geht noch poppiger: „Dancing With The Beast“ hat allenfalls untermalende Gitarren und die abschließende Ballade „Far From Heaven“ beschließt ein höchst überraschendes Album.

„Bringer Of Pain“ ist das „Turbo“ von BATTLE BEAST, wenn man es so bezeichnen will. Was mussten JUDAS PRIEST seinerzeit für Prügel einstecken – heute ist es eines der wichtigsten Stationen der Briten. Ob das für BATTLE BEAST ähnlich läuft, wird die Zeit zeigen. Böse Zungen werden behaupten, vom BATTLE bzw. METAL BEAST ist nur noch ein schnurrendes Kätzchen übrig. Aber mit neuen Songwritern entstehen nunmal andere Songs. „Bringer Of Pain“ ist weniger Heavy Metal, nimmt dafür aber jede Menge Hitpotential mit ins Programm. Das wird viele neue Fans dazugewinnen, auch wenn ein paar alte auf der Strecke bleiben. So ist es immer, stark ist die Platte allemal. 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    Straight To The Heart
2.    Bringer Of Pain
3.    King For A Day
4.    Beyond The Burning Skies
5.    Familiar Hell
6.    Lost In Wars
7.    Bastard Son Of Odin
8.    We Will Fight
9.    Dancing With The Beast
10.    Far From Heaven

Stefan

BONAFIDE – Flames

Band: Bonafide
Album: Flames
Spielzeit: 43:06 min.
Stilrichtung: Hardrock, Rock´n Roll
Plattenfirma: Off Yer Rocka Records
Veröffentlichung: 24.02.2017
Homepage: www.bonafiderocks.com

Es gibt Leute, die behaupten, es gibt nur DIE eine Riff Rock Band und innerhalb dieses Genres gibt es keinerlei Möglichkeiten, in irgendeiner Weise zu variieren. Doch eine Band, die Riff Rock zockt, muss nicht zwingend nach AC/DC klingen. Das haben in der Vergangenheit schon einige Kapellen gezeigt und auch die Schweden BONAFIDE haben sich schon lange vom Klon-Sound der Anfangstage losgelöst. Mit „Flames“ soll ein weiterer Schritt in Richtung Eigenständigkeit gelingen. Zum 10-jährigen Bandjubiläum haben Vorturner Pontus Snibb und seine Mannen zehn neue Songs komponiert. 

Wie eingangs schon erwähnt, haben BONAFIDE ihren Horizont im Laufe ihrer ersten fünf Langspieler Stück für Stück erweitert und sind bei Album Nummer sechs dort angekommen, wo nicht jede „neue“ Band hinkommt. Sie haben sich im zugegebenermaßen recht eng gesteckten Kosmos des Riff Rock ihre eigene kleine Ecke eingerichtet – irgendwo zwischen Blues, Boogie und dreckigen Drei-Akkorde-Riffs. Aber auch die Melodien sind ausgefeilter, die Arrangements würziger und hier und da haben BONAFIDE auch anno 2017 eine kleine Überraschung im Gepäck. 

Bestes Beispiel hierfür ist das lockere „Bottle Of Jack“. Im Herzen zwar ein einfacher Riff-Rocker, aber einfach ein bisschen ausgebuffter als viele andere. Auch das herzallerliebste „Smoke & Fire“ ist äußerst gelungen. Natürlich auch erwähnen sollte man den Opener „Back In Flames“ oder das fast schon poppige „Like It Now“ müsst Ihr Euch geben. Genauso wie „Keep A Safe Distance“. 

Wer innovatives Kraftfutter fürs Gehirn sucht, ist bei BONAFIDE (zum wiederholten Male) falsch. Wer ausgefeilten und satten Riff Rock zu seinem Steckenpferd erkoren hat, sollte, nein muss auch mit „Flames“ etwas anfangen können. Die Schweden BONAFIDE gehen ihren Weg konsequent weiter und entwickeln sich in eine sehr erfreuliche Richtung. 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    Back In Flames
2.    Smoke & Fire
3.    Power Down
4.    Bottle Of Jack
5.    Written In Stone
6.    Like It Now
7.    Keep A Safe Distance
8.    Gotta Go
9.    Flipside Groovin´
10.    Under Your Spell

Stefan

AKOMA – Revangels

Band: Akoma
Album: Revangels
Spielzeit: 45:40 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Massacre
Veröffentlichung: 13.01.2017
Homepage: www.akoma.dk

Nach mehreren EP´s erscheint mit "Revangels" nun das Debütalbum der dänischen Symphonic Metal Band AKOMA. Die Band um Frontfrau Tanya Bell konnten mit Alexander Krull (Leaves`Eyes) eine echte Szenegröße für Produktion, Mix und Mastering verpflichten.

Natürlich erfinden AKOMA das Genre nicht neu und es ist auch nicht alles Gold was Glänzt, denn grade in Sache Songwriting ist noch Luft nach oben. Allerdings ist Potenzial da und damit dürfte die Scheibe trotzdem den meisten Fans dieser Musikrichtung gefallen. Zumindest sollte man der Band eine Chance geben und das Album antesten.

Highlights sind der wirklich grandiose Titelsong, bei dem die ehemalige Leaves`Eyes Sängerin Liv Kristine als Duettpartnerin fungiert. Die beiden Damen harmonieren in dem Stück hervorragend und es stellt sich mehr als einmal Gänsehaut ein. Des Weiteren möchte ich als Anspieltipp die Ballade "Humanity" nennen, die mit einer wunderschönen Atmosphäre ausgestattet ist und unheimlich intensiv aus den Boxen schallt.

Wenn es die Band schafft, sich auf Ihre Stärken zu konzentrieren, dann dürfen wir uns auf weitere Alben von AKOMA freuen und Sie werden bald in einem Atemzug mit Gruppen wie Within Temptation, Epica oder auch Nightwish genannt.                                                                                                                                                               

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Enticing Desire
02. Revangels (feat. Liv Kristine)
03. Change Of Propensity
04. Mesopotamia
05. Hands Of Greed
06. Vira
07. Humanity
08. Heartless Deciever
09. Bittersweet Memories (Bonus Track)

Heiko Füchsel