REDSTACKS – Revival Of The Fittest

Trackliste:

01. Overture 1848
02. Oceans
03. Jealousy
04. Dreamworld Junkie
05. Mercy
06. Cold
07. Mind’s Eye
08. Dystopia Now
09. Money
10. Vortex
11. Angels In Crime

Spielzeit: 49:23 min – Genre: Classic Rock – Label: Pure Steel Records – VÖ: 21.01.2022 – Page: www.facebook.com/redstacksmusic

 

REDSTACKS veröffentlichen ihr Debütalbum! Wer oder was sind REDSTACKS, Kopfkratz noch nie von gehört? Zur 2018 gegründeten Band gehören die beiden Mainmen und Songwriter Jouke Westerhof an Gitarre und Jeffrey Revet an Keyboards. Noch dabei sind Rob Van Der Loo an Bass und Tim Beudel an den Drums. Zu hören sind diverse Gastsänger wie Paul Adrian Villarreal, Matin van Der Starre, Jan Willem Ketelaers, Nick Holleman, Timothy Drake, Laura Guldemond und Thomas Meeuwis.

Der Sound besteht aus feinen Melodien, geilen ausufernden Hammondsounds, Gitarren die sich anhören als kämen sie aus Röhrenverstärkern, der Bass blubbert fein vor sich hin, und an den Drums sitzt ein Berserker der in die Felle drischt, all das ergibt einen klassisch angehauchten Hard Rock der sich nicht verstecken muss, vielmehr überrascht der Classic Hammondsound und überzeugt.

So richtig einordnen lässt sich der Sound nicht am ehesten mit einer Mischung aus PINK CREAM 69, early 80s WHITESNAKE, URIAH HEEP Keys, alten DEEP PURPLE auf Speed mit MINDSTORM gekreuzt. Diese Mischung hört sich sehr interessant an, und dies ist sie auch. Am meisten Spaß macht fast der allgegenwärtige Hammond- und Röhrenverstärkersound. Sowas von Retro und warm ist leider heutzutage nicht mehr so verbreitet und eher Mangelware im Musikgeschäft. Einen Nostalgiepunkt haben die rockenden Holländer schon mal auf der Habenseite. Der Rest kommt auch gut weg, für alle die auf Classic Rock können bestens geeignet. Der Einsatz von mehr Leadsängern gibt dem ganzen eine leichten Projekt Anstrich aber bietet auf der anderen Seite Abwechslung. Man darf gespannt sein was noch von REDSTACKS kommt das Album macht Lust auf mehr.

Mit „Overture 1948“ legen die Jungs einen Classic Song vor mit geilem Hammondsound, bei „Oceans“ kommt zum Retro Hammondsound noch sehr gutes Riffing hinzu. Bei „Jealousy“ muss ich an PINK CREAM 69 mit SINNER und WHITESNAKE Vibes denken stark gemacht, „Dreamworld Junkie“ könnten DEEP PURPLE auf Speed sein. „Mercy“ eine Tonnenschwere melancholische Ballade, „Cold“ kommt flott und zügig aus den Boxen. „Mind’s Eye“ ein Classic Rocker wie er sein sollte, „Distopia“ mit leichter Blues und Funk Note passt irgendwie nicht zu den anderen Songs. „Money“ geht mit melodischem Gitarrenspiel wieder besser ins Ohr ein Classic Rock Highlight erinnert mich sowohl stimmlich als auch musikalisch an die göttlichen MINDSTORM. „Vortex“ ein lässiger Rocker mit geiler Melodieführung, „Angels In Crime“ geht wieder mehr ab auch ein toller Song.

Balle

ASHES OF ARES – Emperors and Fools

Trackliste:

01. A City in Decay (Intro)
02. I Am the Night
03. Our Last Sunrise
04. Primed
05. Where God Fears to Go
06. Emperors and Fools
07. By My Blade
08. What Tomorrow will Bring
09. The Iron Throne
10. Gone
11. Throne of Iniquity
12. Monster`s Lament (feat. Tim Ripper Owens)

Spielzeit: 60:26 min – Genre: Heavy Metal – Label: ROAR – : 21.01.2022 – Page: www.ashesofares.com

 

9 Jahre nach ihrer Gründung legen die beiden Masterminds Matt Barlow und Freddie Vidales mit einem neuen ASHES OF ARES Output nach. Es ist ihr drittes Album mit dem Titel „Emperors and Fools“.
Auf diesem ist auch wieder Schlagzeuger Van Williams zu hören und es gibt einen Gastauftritt von Tim Ripper Owens.
Und da man von ICED EARTH vermutlich lange Zeit nichts mehr hören wird, wenn überhaupt noch, ist ASHES OF ARES dann doch ein recht guter Ersatz dafür.

Mit dem Intro „A City in Decay” beginnt die Scheibe recht stimmungsvoll bevor dann bei „I Am the Night“ direkt die Heavy und Thrash Keule geschwungen wird. Beide Genres sind hier vertreten und ein bisschen fällt direkt das etwas schlechte Mischverhältnis auf zwischen Gesang und Instrumenten.
Der Gesang von Fronter Matt geht im Vergleich etwas unter, wie ich finde. Aber das ist Geschmackssache.
Die Nummer ist ansonsten ein wirklich guter Opener der direkt zu gefallen weiß.
Das zuerst ruhige und in der Folge abwechslungsreiche „Primed“ kann dann den nächsten Glanzpunkt setzen. Hier wir das Songwirtingtalent vom Duo Barlow/Vidales direkt wieder schön sichtbar.
Der Titeltrack „Emperors and Fools“ weiß ebenfalls direkt zu Gefallen und bricht schön aus dem bekannten Heavy/Power/Thrash Muster aus was der Scheibe insgesamt sehr guttut.
Hier zeigt sich dann auch wieder was für ein geiler Sänger Matt Barlow einfach ist und dass es eine Schande gewesen wäre, wenn er für immer seinem Daily Job, er ist Polizist, nachgegangen wäre!
Das anschließende „By My Blade“ zündet ebenfalls direkt und ohne Umschweife und zeigt wieder die harte Seite der Band.
Weitere Glanzpunkte sind in der Folge auf jeden Fall noch das etwas episch angehauchte „What Tomorrow will Bring“, „The Iron Throne“, „Gone“ und vor allem das überlange und abschließende „Monster`s Lament“ wo wir dann das Traumduett zwischen Matt und dem Ripper haben was viele Fans von ICED EARTH sich schon immer erträumt haben!
Insgesamt haben wir hier eine ordentliche Leistung auf dem neuen ASHES OF ARES Werk. Ganz in die oberen Regionen stößt man nicht vor, dafür befinden sich zu viele Standardsongs auf der Scheibe, aber manchmal muss es ja auch gar nicht der oberste Gipfel sein, oder?

Julian

 

FREAKS AND CLOWNS – We Set The World On Fire

Trackliste:

01. Am I A Freak Or Just A Monster
02. We Set The World On Fire
03. When Evil’s Got A Hold On You
04. Hell Raising Woman
05. Scream Until You Like It
06. Dogs Of War
07. Fight Fire With Fire
08. Dance Of The Dead
09. One Last Ticket
10. Toxic
11. Children Of The Night
12. Freaks Of The Town
13. Heaven’s Calling My Name

Spielzeit: 56:39 min – Genre: Heavy Metal/Teutonic Metal/Hard Rock – Label: Metalville Band & Label Pool – VÖ: 28.01.2021 – Page: www.facebook.com/freaksandclowns

 

Ich muss ja sagen, ich bin den FREAKS AND CLOWNS nicht wirklich böse, dazu funktioniert ihr harter, riff- und groove-lastiger Teutonic Rock einfach zu gut. Die keifende Stimme, die nicht zuletzt an ein bis zwei ACCEPT-Sänger erinnert, die brechende Schwere in Produktion und Spiel, die simplen und scheißcoolen Melodien (ebenfalls ACCEPTig) und natürlich die charakteristischen Parts, in denen das Tempo noch einmal halbiert wird und jedem Hörer automatisch fünf Sonnenbrillen wachsen, das ist ein Erfolgskonzept, mit dem ich mich bestens arrangieren kann. Auch die Tatsache, dass man ein paar mal ruhigere Töne einbringt auf “We Set The World On Fire”, tut der Musik des schwedischen Quintetts gut und sorgt dafür, dass das dritte Album der Truppe um Ex-ASTRAL-DOORS-Gründungsmitglieder Johan Lindstedt und Chrille Wahlgren sich ein wenig (wenn auch etwas zu wenig) von den Vorgängern abhebt. Klar, so manche Songs auf “WSTWOF” ähneln sich zweifelsohne, aber das weiß und erwartet man, wenn man die Truppe mag. Denn, für alle, die noch keinen Einblick in das Schaffen der Herren haben: FREAKS AND CLOWNS hört man nicht wegen musikalischer Komplexität und ausgefeilten Kompositionen, sondern wegen einer Stunde extrem dicker und wirklich sehr behaarter Eier.
Damit ist über “WSTWOF” alles gesagt und mir bleibt der Rest der Rezension für einen liebevollen Rant. Denn Jesus, sie haben es wieder getan. Ich kann Texte für gewöhnlich sehr gut ausblenden, ein Album steht und fällt für mich mit seiner musikalischen Qualität, aaaaaaber:
Letztes Album, Auszüge aus den lyrischen Ergüssen: Track 1: “We are the justice elite”. Track 2: “I am the man with the power”. Track 4. “We are the angels”. Track 5: “I’m alive” Track 7: “We are Fire. We are one for all”. Track 9: “We are the flames of fury”. Track 10: “Am I…” (In Frageform. Kreativ). Track 11: “I’m just more than meets the eye”.
Aktuelles Album: Track 1: „Am I a freak or just a monster?“ (Abermals Frageform, Shakespeare wäre neidisch). Track 4: Überraschung, „I am a hellraising woman“ kommt tatsächlich nicht. Track 5: „I am the devil in disguise“ UND „I’m the king of kings“. Track 6: „We are the dogs of war“. Track 10: „I’m so toxic“, „I am the fire“, „I am the sin“ et fucking c. Track 11: „We are the children of the night“. Das, liebe Freunde, ist vermutlich nur eine Auswahl, da mir ein Haufen von Aussagen, was „I“ oder „We“ sind, vermutlich durch die Lappen gegangen ist. Denn schließlich gibt es da auch noch die Aussagen über Dinge, die „I“ tat oder die mit „I“ getan wurden, und da hört der Spaß endgültig auf, denn das kann keiner mehr auflisten. Wären FREAKS AND CLOWNS ein Gast auf Deiner Party („I am the guest on your Party!“ – Es ist nur noch eine Frage der Zeit), würde nach 20 Minuten keiner mehr Bock auf ihn haben, weil er einzig und allein von sich erzählt. Natürlich ist das als künstlerisches Konzept mit fiktiven Erzählern nicht so unsympathisch, aber Herrgott, Leute, Ihr könnt doch eigentlich englisch und angesichts von ASTRAL-DOORS-Texten könnt Ihr auch mehr als metallisch klingende Sätze aus dem Erste-Person-Kapitel eines Anfänger-Englischbuchs.
Doch wie gesagt, böse sein kann man ihnen nicht dafür. Kann man auch HAMMER KING nicht sein, wenn man die textliche Stumpfsinnigkeit mit Humor nimmt und als Rechtfertigung für ein ansonsten geiles Album nimmt, das musikalisch eben auf effektiv-coole Weise stumpf ist. Und man tut gut daran, an der eigenen Akzeptanz gegenüber den Texten von FREAKS AND CLOWNS zu arbeiten, denn ansonsten entgeht einem eine Stunde souveränster Lässigkeit in absoluten Banger-Songs, die auf Album #3 von Chrille & co zwar nicht mehr so überraschend kommt, ihren Job aber abermals mit Bravour erledigt.

Fazit:
Die Texte und etwas zu viel Stagnation seit dem letzten (und dem vorletzten Album). Das sind die zwei Punkte, die man FREAKS AND CLOWNS bei „WSTWOF“ ankreiden kann. Als Einstieg in die noch junge Discografie hervorragend geeignet, ebenso für die Fans des/der Vorgänger, die nach ein wenig Leerlaufzeit noch einmal gut auf die Fresse vertragen könnten. Ihr wisst, was Ihr kriegt – und Ihr kriegt sogar noch ein klein bisschen mehr.

Jannis

AUTUMN’S CHILD – Zenith

Trackliste:

01. Emergency
02. Evangeline
03. Love Is A Fighter
04. Nightingale
05. Never Say Die
06. Heaven Can Wait
07. Angel Of Danger
08. High On Love
09. Crowdpleaser
10. Don’t Wanna
11. Damaged Goods

Spielzeit: 53:41 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Mussik – VÖ: 14.01.2022 – Page: www.facebook.com/mikael.erlandsson1

 

Mikael Erlandsson fügt seinem beachtlichen Backkatalog ein weiteres Album hinzu. Sein aktuelles Baby AUTUM’S CHILD geht in die dritte Runde. Ich weiß von vierzig Alben mit seiner Beteiligung, kann gut möglich sein das es noch ein paar mehr sind. Hier handelt es sich um das einundvierzigste Album mit Mikael und das dritte unter dem Bandnamen AUTUM’S CHILD.

Die Musiker mit denen Mikael im Laufe der Zeit zusammen gearbeitet hat waren keine Unbekannten. Darunter befinden sich Namen wie Jamie Border (TREAT), Marcel Jacob (Talismn), Tommy Denander (fast allem was AOR und TOTO Like ist), Nalle Pahlsson (GATHERING OF KINGS, MATINA EDOFF, GROUNDBREAKER), Martin Kronlund (AOR, DOGFACE, GYPSY ROSE SWE, LOVER UNDER COVER) und noch einige mehr. Die Bands und Projekte die er stimmlich veredelt hat hören auf Solo, AOR, HEARTBREAK RADIO, LAST AUTUMN’S DREAM, LOVER UNDER COVER, ROYAL MESS, RADIOACTIVE, SALUTE, SAYIT, SAPPHIRE EYES und SHINING LINE.

Zur Band gehören neben Mikael an Mikro, Gitarren und Keyboards noch Pontus Akesson an Gitarre, Magnus Rosen an Bass, Claes Andreasson an Piano und Robban Back an den Drums. Als Gastmusiker waren dabei Jona T., Sayit Dölen, Martin Olsson, Anna-Mia Bonde, Rasmus Ehrnborn und Robert Nygren.

Zu hören gibt es Melodic Rock mit skandinavischer coolness, viel Melodie, Gitarren ohne Ende, Keys zum Träumen. Der Bass und das Schlagzeug geben die Hinterntreter und sorgen so für mächtig Druck im Sound. Vergleichen kann man mit LAST AUTUMN’S DREAM, HEARTBREAK RADIO, LOVER UNDER COVER, H.E.A.T., TREAT, ECLIPSE, PERFECT PLAN und AGE OF REFLECTION ein richtiger Schwedenbrecher. So eine Art von Melodic Rock gibt es nur von Musikern aus Skandinavien, die Vibes kommen einem irgendwie bekannt vor, die Art wie die Songs geschrieben sind hören sich an wie alte Bekannte ohne irgendjemanden zu kopieren. Typisch schwedisch / skandinavisch und dazu eingängig wie Sau, gnadenlos von der Melodieführung her, die Vocals von Mikael befinden sich auf einem Top Level. Alles hört sich an wie ein gut geöltes Uhrwerk, ohne haken oder ruckeln, ein Rad greift ohne spiel in das andere.

Album #1 von AUTUMN’S CHILD war ein Top Album, sogar mit einem echten Top Ten Hit Anwärter an Board. Album #2 war nicht mehr ganz so stark, es war noch sehr gut aber nicht mehr ganz so Bockstark wie das Debüt. Album #3 geht wieder in die Bockstarke Tendenz des Debüt Albums. Die Songs zünden wieder besser, brauchen nicht so viel Anläufe und entfalten ihre genialität früher wie bei #2, und bleiben länger hängen.

„Emergency“ steigt gleich flott und hart ein, danach folgt „Evangeline“ eine Melodicgranate mit geilem Refrain. „Love Is A Fighter“ macht gleich mal ein Highlight, mit „Nightingale“ werden Taschentücher ausgepackt. „Never Say Die“ erinnert mich am Anfang ein wenig an den Oldie „Don’t Let Me Be Misunderstood“ trotzdem ein starker Melodic Song, bei „Heaven Can Wait“ werden erneut die Taschentücher ausgepackt eine starke Ballade. „Angel Of Danger“ bester Melodic Rock und Top Ten Futter, „High On Love“ das nächste Highlight und Top Ten Futter. Bei „Crowdpleaser“ wird die Axt ausgepackt Rock N Roll lastig, „Don’t Wanna“ geht ab wie Nachbars Lumpi. Mit „Damaged Goods“ wird wieder Gefühl bewiesen,

Balle

MAX PIE – PASSENGERS

Trackliste:

01. Ignition
02. A Thousand And One Lives
03. Lucy
04. Only The Silence Remains
05. Grains Of Sand
06. Breath Of The World
07. Ariadne’s Thread
08. Last Goodbye
09. Drawing The Future
10. Love For Sale
11. Passengers

Spielzeit: 61:09 min – Genre: Progressive Power Metal – Label: Rock City Music Label – VÖ: 03.12.2021 – Page: www.facebook.com/maxpiemusic

 

Silvester ist vorbei, man hat pflichtbewusst gefeiert, dass 2021 endlich rum ist, und dabei bestmöglich verdrängt, dass das nächste Jahr vermutlich nicht besser wird. Und keine zwei Wochen drin wird einem dann bewusst, dass 2021 eben doch nicht alles schlecht war, und man sucht nach den letzten Überbleibseln, an denen man sich festhalten kann. Eins davon ist MAX PIEs „Passengers“, erschienen bereits am 03. Dezember. Das ist Progressive Power Metal aus Belgien, Album Nr. 4 der Truppe, die entgegen aller Erwartungen kein Mitglied/keinen Bandleader namens Max Pie hat.
Progressive Power Metal ist so eine Angelegenheit, bei der man im schlimmsten Fall viele Synthesizer oder Orchesterelemente mit verschiedenen Taktarten und ein bisschen Gefrickel über absolut belanglose Gänsehautmelodien und ein paar seelenlose düstere Parts transportiert. Im besten Fall ist es genau das gleiche, nur mit unbelanglosen Gänsehautmelodien und sinnhaften düsteren Parts. MAX PIEs neustes Werk liegt auf der Skala der beiden Extreme klar in der positiven Hälfte. Melodietechnisch ist man, beispielsweise bei „Drawing The Future“, okay unterwegs, gerne aber auch auf Qualitäts- und Wiedererkennungswert-Niveau, wie bei „Breath Of The World“ mit unkonventioneller wie funktionierender Chorus-Harmoniefolge. Nicht durchgängig Oberklasse aber so gut, dass die schwächeren Parts nicht weiter stören sollten, wenn es sonst genug zu erleben gibt.
Und das gibt es häufig durchaus. Spiel und Gesang sind sauber, die Orchesterelemente seltener als gedacht, aber in Sachen Sound wirklich wertig – siehe Intro – und die Synths und elektronischen Elemente sind, gelinde gesagt, präsent. Jap, davon gibt es wirklich viele, aber nie wieder so exorbitant wie bei „A Thousand And One Lives“, das eine ziemliche Keyboard-Party entfacht. Kann man hassen, kann man feiern, ich mache letzteres. Neben modernen Sounds gibt es aber auch immer mal wieder ein bisschen sympathische Retro-Prog-Orgel- oder Klaviersounds und auch die Prog-Flöte darf nicht fehlen, angewendet im starken Zehn-Minüter „Passengers“.
Kritik: Das sehr präsente Hintergrundsynth aus „ATAOL“ hätte man bei „Breath Of The World“ nicht mehr aufwärmen sollen, „Grains Of Sand“ ist sehr verdächtig nah an MYRATHs „Believer“ (so nah, dass es kaum sein kann, dass MAX PIE den Track nicht kennen) und ein paar mal driftet man dann eben doch Richtung „Gut Fassade mit weniger Substanz“ ab, allerdings erfreulich selten.

Fazit:
Bombast, Keyboards unterschiedlicher Couleur, progressives Rumgetakte, klingt gut und hat einen ordentlichen Anteil an Qualitätskompositionen, die durch kleine Ausflüge in andere Stimmungslagen noch einmal aufgewertet werden. Wer mit diesen Bestandteilen etwas anfangen kann, der sollte MAX PIE auf jeden Fall eine Chance geben – gerade wenn er von der Routinisierung vergleichbarer bekannterer Bands wie SEVENTH WONDER in letzter Zeit ein wenig enttäuscht wurde.

Anspieltipps:
„A Thousand And One Lives“, „Only The Silence Remains“, „Breath Of The World“ und „Passengers“

Jannis

OUT OF THIS WORLD – Out Of This World

Trackliste:

01. Twilight
02. Hangin On
03. In A Million Years
04. Lightning Up My Dark
05. Staring At The Sun
06. The Warrior
07. Up To You
08. Ain’t Gonna Let You Go
09. Only You Can Teach Me How To Love Again
10. Not Tonight
11. In A Million Years (Bonus Demo)
12. Lightning Up My Dark (Bonus Demo)
13. Twilight (Bonus Demo)

Spielzeit: 59:52 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Atomic Fire Records – VÖ: 14.01.2022 – Page: www.facebook.com/OOTWtheband/

 

Den nächsten Kracher den sich Atomic Fire Records neben AT THE MOVIES geschnappt hat, kommt nun als Rerelease des im letzten Frühjahr in Eigenregie produzierten Albums. Zwei Unterschiede bestehen zwischen den Releases die Eigenproduktion enthält vier Live Bonustracks, diese Version enthält drei Demos als Bonustracks.

Wer oder was ist OUT OF THIS WORLD, es ist die nächste Zusammenarbeit von Gitarrist Kee Marcello und Sänger Tommy Heart, nach dem Album KEE OF HEARTS aus dem Jahr 2017 folgt nun das nächste Projekt der beiden Musiker. Neben Tommy am Mikro, Kee an Gitarren und Keyboards dabei waren noch Ken Sandin an Bass, Darby Todd an den Drums und Don Airey an den Keys.

Was kann der Hörer erwarten, sehr guten Melodic Hard Rock europäischer oder sagen wir mal skandinavischer Prägung der gut ins Ohr geht. Kee ist an der Gitarre selbstredend eine Bank, mit Tommy am Mikro kann auch nichts schief gehen und man hat die halbe Miete schon zusammen, der Bass wummert schön im Hintergrund und die Drums treiben ohne Ende. Die Keyboards, sowas von geilem 80er Retrosound, bilden mit den Gitarren ein Bollwerk aus Melodie und Harmonie über allem schwebt Tommys Stimme.

Vergleichen kann man OUT OF THIS WORLD am einfachsten mit einem Mix aus FAIR WARNING, softere EUROPE, PERFECT PLAN, DALTON, BAD HABIT, BAI BANG, LAST AUTUMN’S DREAM und TREAT, der sich sehr gut anhört und überzeugt. Die Songs halten sich meistens im Midtempo mal mit Abweichung nach oben oder unten.

Mit „Twilight“ kommt ein sehr guter Einstieg in das Album einzig das Solo ist ein wenig zu lang geraten, „Hangin‘ On“ ein lässiger Rocker mit geilem Riffing. Mit „In A Million Years“ folgt ein eher ruhiger Titel für eine Ballade zu flott, bei „Light Up My Dark“ geht es wieder flotter zur Sache, stark gemacht. „Staring At The Sun“ überzeugt als Rocker mit lässigem Gitarrenspiel in den Strophen, „The Warrior“ lässt die Sau raus, da geht der Punk ab, rollig und hart im Uptempospeed. „Up To You“ ein Highlight, „Ain’t Gonna Let You Go“ macht das nächste Highlight so sollte ausgewachsener Melodic Rock klingen. „Only You Can Teach Me How To Love Again“ eine starke gefühlvolle Ballade, „Not Tonight“ macht zum Schluss eine sehr gute Figur. Die Bonustracks in Form von Demos sind vom Sound überraschend gut ausgefallen ob nun Sinnvoll oder nicht muss jeder für sich entscheiden.

Balle

MAGNUM – The Monster Roars

Trackliste:

01. The Monster Roars
02. Remember
03. All You Believe In
04. I Won’t Let You Down
05. The Present Not The Past
06. No Steppin‘ Stones
07. That Freedom Word
08. Your Blood Is Violence
09. Walk The Silent Hours
10. The Day After The Night Before
11. Come Holy Men
12. Can’t Buy Yourself A Heaven

Spielzeit: 58:48 min – Genre: Epic Melodic Rock – Label: SPV – VÖ: 14.01.2022 – Page: www.facebook.com/magnumbandpage/

 

Die Rockdinos von der Hemdsärmelkanal Insel kommen mit neuem Album aus dem Studio. Was kann man über die Rockinstitution MAGNUM schreiben, sehr gute Alben geliefert, Check. Sehr gute Songs schreiben können, Check. Klassiker aufgenommen und einen beachtlichen Backkatalog in der Vita, Check. Was also sollte man über so einen Topact schreiben, mich packte sofort das MAGNUM Fieber als ich damals Mitter der 80er zum ersten Mal einen Song von ihnen gehört hatte. Dieser Song war „Midnight (You Won’t Be Sleeping)“ vom Album „Vigilante“.

Nach und nach besorgte ich mir die Alben von MAGNUM ab „CHASE THE DRAGON“ bis hin zu „Rock Art“ von der ich enttäuscht war und auch traurig als es damals hieß dies sollte das letzte MAGNUM Album sein. Umso überraschter war ich als Teile von MAGNUM unter dem Banner HARD RAIN wieder im Rampenlicht auftauchten. Dann kam der Stimmwizzard Bob Catley Solo zurück und schließlich im Jahr 2002 erschien das superbe Comeback Album dem zwölften „Breath Of Life“. Nun folgt das zweiundzwanzigste Album der Band „The Monster Roars“ und eins vorweg die Herren im fortgeschrittenen Alter haben es immer noch drauf sehr gute Songs zu schreiben und auch musikalisch umsetzen zu können.

Zum aktuellen Lineup gehören Gandalf der Weiße Bob Catley am Mikro, Tony Clarkin an Gitarren, Dennis Ward an Bass, Rick Benton an Keyboards und Lee Morris an den Drums. Von Altersschwäche oder Abnutzung ist nichts aus zu machen, die Herren haben es mit über 70 Jahren noch voll drauf und Rocken wie die Jungen Wilden.

Wie fast immer bieten MAGNUM sehr guten härteren AOR bis Melodic Hard Rock mit einer feinen wohldosierten Portion Prog und Epic die dem Songmaterial zu gute kommt und dadurch die Band deutlich und auf sehr hohem Level von anderen Bands unterscheidet. Durch ihren Sound den sie im laufe der Jahrzehnte gefunden und kreiert haben sind MAGNUM eine Institution und unvergleichlich. Wenn man MAGNUM vergleichen könnte wären es nicht die MAGNUM die wir kennen und lieben. Catley singt in einer eigenen Liga für sich, vergleichbar mit Gandalf dem Weißen der gerade seine besten Tricks gegen Sauron auspackt. Der Saitenhexer Clarkin zaubert ein Riff nach dem anderen aus der Axt mal härter mal mit mehr Gefühl wie man dies von ihm gewohnt ist. Ward lässt den Bass wummernd laufen, die Keys sind majestätisch episch wie immer gehalten und die Drums machen einem klar das man es mit einem Antreiber zu tun hat.

Mit „The Monster Roars“ tauchen wir in eine magische Reise ein und lauschen der Klänge die da kommen und werden mit keltischem Flair in die Highlands versetzt, „Remember“ ein von Piano, Gitarre und Catleys Stimme getragenes Highlight. „All You Believe In“ ein epischer Rocker, „I Won’t Let You Down“ ein geiler Rocker. „The Present Not The Past“ ein brachial Rocker Highlight, für „No Steppin‘ Stones“ gilt das gleiche auch ein Highlight. Bei „That Freedom Word“ zaubert die Altherren Riege noch mal die alten epischen Zeiten herbei, „Your Blood Is Violence“ nur MAGNUM können so klingen schweinegeiler Rock mit viel Ooohhooo. „Walk The Silent Hours“ eine typische MAGNUM Geschichte, „The Day After The Night Before“ und wieder ein kommender Liveklassiker. Bei „Come Holy Men“ wird ordentlich gerockt was für ein Song, „Can’t Buy Youself A Heaven“ episch geil.

Balle

POWER PALADIN – With the Magic of Windfyre Steel

Trackliste:

01. Kraven the Hunter
02. Righteous Fury
03. Evermore
04. Dark Crystal
05. Way of Kings
06. Ride the Distant Storm
07. Creatures of the Night
08. Into the Forbidden Forest
09. There can be only One

 

Spielzeit: 51:30 min – Genre: Power Metal – Label: Atomic Fire Records – : 07.01.2022 – Page: www.powerpaladin.is

 

Vieles Neues im Januar 2022. Unsere Rezi sind etwas anders aufgebaut (hoffe es gefällt euch?!), mit Atomic Fire Records haben wir ein brandneues Label und mit POWER PALADIN die erste Band auf diesem Label und einen Newcomer der Szene!
Die Jungs kommen aus Island und sind in der Power Metal Szene seit ihrer Gründung 2017 musikalisch unterwegs.
Mit ihrem Debütalbum „With the Magic of Windfyre Steel” startet man seine eigenen Power Metalsaga die musikalisch unverkennbar von so Bands wie EDGUY, RHAPSODY, HAMMERFALL oder HELLOWEEN beeinflusst wurde.
Soweit zu den Hintergrundinfos, und wie klingt das Ganze nun?

Dafür horchen wir natürlich direkt in der Albumopener „Kraven the Hunter“ rein der sofort mit seinem treibenden Groove und dem geilen Chorus in Fleisch und Blut übergeht, so und nicht anders muss ein Opener gestrickt sein!
Beim anschließenden „Righteous Fury“ ist man mir zu sehr im DRAGONSFIRE Fahrwasser unterwegs, klingt wie eine, zwar sehr gute, Kopie irgendwie. Der Chorus ist hier aber trotzdem wieder aller erste Sahne.
Zur Einleitung des Mittelteils ist das klassische „Evermore“ bestens geeignet wo das ruhig eingeleitete und sehr abwechslungsreiche „Dark Crystal“ den hohen Qualitätsfaden dann gekonnt aufnimmt und gut weiterspinnt.
Es folgt mit „Way of Kings“ das nächste Power Metal Highlight bevor wir mit „Ride the Distant Storm“ DIE Huldigung von RHAPSODY haben. Das Ganze ist definitiv auch nicht von schlechten Eltern, hat mir aber irgendwie etwas zu wenig eigenen Charakter.
Dieser ist bei den folgenden Songs aber wieder absolut vorhanden und man hat mit „Creatures of the Night“, „Into the Forbidden Forest“ und dem abschließenden „There can be only One“ nur noch Hits in der Hinterhand! Hier zeigt sich das die Jungs aus Island es Songwriting technisch absolut drauf haben und die starke Abkupferung der großen Vorbilder gar nicht notwendig haben!

Wer auf klassischen Power Metal mit den genannten Einflüssen steht kann mit dem Debütalbum der Jungs von POWER PALADIN absolut nicht falsch machen! Ein erstes kleines Highlight des noch jungen Jahres auf dem absolut aufgebaut werden kann, ich bin auf das zweite Album der Band gespannt und auf ihre Entwicklung!

Julian

JAGGED EDGE U.K. – Fuel For Your Soul (RG Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Liar
02. Out In The Cold
03. You Don’t Love Me
04. Hell Ain’t A Long Way
05. Smooth Operator
06. Sweet Lorrain
07. Fuel For Your Soul
08. Law Of The Land
09. Loving You Too Long
10. All Thru‘ The Night
11. Money Talking
12. Burnin‘ Up

Spielzeit: 48:52 min – Genre: Melodic Hardrock – Label: Polydor – VÖ: 1990 – Page:

JAGGED EDGE kamen mit ihrem leider einzigen Album im Jahr 1990 wie aus dem nichts und legte eben mal ein bärenstarkes Stück Rockgeschichte hin. Die aus UK stammende Band bewies mit ihrem schwedischen Shouter das geile Mucke nicht nur aus den USA kommen muss, sondern dass auch europäische Bands durchaus im Stande sind sehr gute Mucke zu machen. Wie im Fall JAGGED EDGE die eben mal ein echtes Schmankerl und einen Klassiker eingetütet haben. Zum Lineup zählten Matti Alfonzetti an Mikro, Myke Gray an Gitarren, Andy Robbins an Bass und Fabio Del Rio an den Drums.

Matti veröffentlichte ein Jahr früher 1989 mit den Schweden BAM BAM BOYS ein starkes Melodic Rock Highlight. Die anderen Musiker von JAGGED EDGE waren auch bei folgenden Bands oder Projekten beteiligt, BRUCE DICKISON, SAVANNAH NIX, SHADES OF GRAY, SKIN oder HOLY SOLDIER.

Was kann der Hörer erwarten, wenn er JAGGED EDGE auflegt, ein wahres Melodic Rock Feuerwerk mit genialen Vocals, messerscharfe Riffs, wummer Bass und treibende Drums mit einer staubtrockenen Produktion die sich aber dennoch sehr gut anhört.

Der Stil lässt sich in etwa aus einer Mischung WHITESNAKE, KISS, DREAM POLICE, TREAT, EVENRUDE, ROUGH CUTT, SHARK ISLAND und noch viele mehr umschreiben. So einfach sich das liest aber der Stil ist die perfekte Symbiose aus US und Euro Melodic Hard Rock, diese Mischung ist einmalig und kein zweites Mal zu finden. Schade das nach der noch im selben Jahr erschienen EP „Trouble“ Schluss war, die Jungs konnten was und überzeugten mit geilen Songs und der dementsprechenden Umsetzung im Studio.

Die Vocals von Matti waren nicht von dieser Welt, seine Stimme ist rau aber dennoch gefühlvoll und überzeugt ohne Wenn und Aber. Die Gitarren zu hören ist eine Freude, das Riffing überzeugt, nicht zu hart abgemischt, sondern genau richtig und immer Songdienlich. Der Bass macht von der zweiten Reihe Druck ohne Ende. Die Drums sind immer mit Volldampf wahrnehmbar und man meint ein Berserker haut mit voller Gewalt in die Felle. All diese Kriterien machen dieses Album zu einem Highlight das in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte. Im letzten Jahr wurde dieses Juwel von dem französischen Label Bad Reputation für einen normalen Tarif wieder aufgelegt. Leute wer das Album nicht besitzt sollte schleunigst zugreifen bevor die Chance vorbei ist sich diese Schatztruhe zum normalen Preis sichern zu können.

Mit dem melodischen Brecher „Liar“ gelingt ein perfekter Einstieg, mit „Out In The Cold“ ein Melodictraum folgt das nächste Highlight, flott, mit einer feinen Melodieführung und Harmonie. „You Don’t Love Me“ der nächste Geniestreich mit geilem Riffing, „Hell Ain’t A Long Way“ Energie gemischt mit Melodie und JAGGED EDGE ein Hammersong. Es folgt das obercoole „Smooth Operator“, „Sweet Lorraine“ klingt nach den weiten der USA und deren endlosen Highways. Mit „Fuel For Your Soul“ kommt der nächst Superhit ein echter Kracher, mit „Law Of The Land“ kommt wieder so ein US Song der aus dem Süden sein könnte. Das gefühlvolle „Loving You Too Long“ ist das nächste Highlight, „All Through The Night“ ein flotter Feger. „Money Talking“ ist keinen Deut schlechter als die Vorgänger, mit „Burnin‘ Up“ zeigen die Jungs nochmal das sie in die Oberliga gehörten und einen Platz in der Hall Of Fame im Rockolymp haben müssten. Ich würde eine 12 von 10 vergeben da es sich hier um einen Klassiker ohne Ausfall handelt, keine Filler sondern nur Killer und die Refrains sind gnadenlos und lassen einen nicht mehr los.

Balle

DYMYTRY – Revolt

Trackliste:

01. Revolt
02. Stronger
03. 300
04. Never Gonna Die
05. Rise And Shine
06. Awaking The Monster
07. Until The World Knows Why
08. Touchdown
09. Tick Tock
10. Hope
11. Somebody’s Watching Me
12. Chernobyl 2.0

Spielzeit: 48:17 min – Genre: Modern Metal – Label: AFM Records – VÖ: 14.01.2022 – Page: www.facebook.com/dymytrycz

 

Die tschechische Modern Metal Band veröffentlicht ihr mittlerweile sechstes Studioalbum, allerdings ist dieses nicht ganz neu. Nach fünf in tschechischer Sprache aufgenommenen Alben entschloss sich die Band ihr 2019er Album „Revolter“ in englischer Übersetzung für den internationalen Markt zu veröffentlichen. Warum DYMYTRY sich dazu entschieden haben erklärt Bassist Arthur Mikhaylov mit folgenden Worten: „Vor vier Jahren kam uns die Idee, auch außerhalb unserer Heimat der Tschechischen Republik Fuß zu fassen. Vermutlich wollten wir aus unserer Komfortzone heraus und etwas Neues ausprobieren. Nachdem wir einige unserer Songs ins Englische übersetzt hatten suchten wir Möglichkeiten einige Shows zu spielen.“ Nach einer gemeinsamen Single mit HÄMATOM im Jahr 2018 gingen beide Bands noch im selben Jahr zusammen auf Tour. Mikaylov führt weiter aus: „Die Tour war eine tolle Bestätigung, dass es auch außerhalb unserer Heimat und in englischer Sprache funktionieren würde.“

Durch diesen Schritt und damit verbundenen Änderungen mussten sich DYMYTRY neu aufstellen. Aus Zeitgründen wurde neben Jan Macku am Mikro, der weiterhin für die Songs in ihrer Heimatsprache ein Mitglied bleibt, kam Alen Ljubic als Shouter für die englischen Songs und Shows außerhalb der Tschechien Republik dazu. Noch zum aktuellen Lineup gehören Jiri Urban und Jan Gorgel an Gitarren, Arthur Mikhaylov an Bass und Milos Meier an den Drums.

Normal ziehe ich bei den Worten Modern Metal, Metalcore oder auch Psy-Core, den Kopf ein, und gehe in der am weitesten entfernten Ecke die ich finden kann in Deckung. Aber nach einigen Blicken über den Tellerrand bei Bands wie OFFSPRING, VOLLBEAT, 3 DOORS DOWN und LINKIN PARK muss ich zugeben das die Bands eine bestimmte Faszination auf mich haben und im Stande sind gute Songs zu schreiben und diese auf eine attraktive Art und Weise aufzunehmen. Wie auch im Fall DYMYTRY die auf eine sehr attraktive Art die Songs aufgenommen haben. Das Songwriting besticht ohne Ausnahme mit sehr feinen Melodieführungen und absolut eingängigen Refrains. Die Songs sind ohne Ausnahme eingängig wie Sau, besitzen starke Melodieführungen und bestehen geradezu aus mächtig riesigen Klöten und einer dementsprechenden Portion Testosteron das es eine wahre Freude ist. Energiegeladen kommen die Songs aus den Boxen, verschaffen sich mit der Rhythmusfraktion ordentlich Luft und könnten bei zu hoher Lautstärke für ärger mit den Nachbarn sorgen. Die Gitarren bilden mit der Rhythmusfraktion eine unüberwindbare Mauer über der die kraftvolle Stimme von Alen thront, die mal nach James Hetfield oder Chad Kroeger klingt und durch diese Mischung an Attraktivität gewinnt. Die Keys halten sich dezent zur Unterstützung im Hintergrund. Die Produktion bläst ohne Ende alles über den Haufen und macht Druck auf die Lauschlappen. Vergleichen kann man mit einer härteren Version von den oben erwähnten Bands.

Balle