NEWMAN – Aerial

Band: Newman
Album: Aerial
Spielzeit: 55:45 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.newmansound.com

1997 erschien das erste Album des britischen Multi Instrumentalisten und Sängers STEVE NEWMAN, der gleichzeitig auch Namensgeber ist. Passend zum 20 jährigen Bandjubiläums erscheint mit „Aerial“ dieser Tage der elfte Longplayer von Newman, der wie man es gewohnt ist, hochwertige Melodic Rock Kost liefert. Das Mastering von „Aerial“ lag dabei in den Händen von Harem Scarem Frontmann Harry Hess, der dem Silberling einen druckvollen Sound verpasst hat, ohne allerdings zu weichgespült zu sein.

Mit dem wuchtigen Opener „Fear Of Flying“, bei dem Mark Thompson – Smith Herrn Newman an den Vocals unterstützt, gelingt ein erstklassiger Start. Das folgende „Don´t Wake The Lion“ glänzt mit straight nach vorne gehenden Gitarren und bestätigt den Eindruck, dass es hier Soundtechnisch nicht zu glatt poliert zu Werke geht. Natürlich fehlen die klassischen AOR Elemente auch diesmal nicht und Songs wie der mit perlenden Keyboards unterlegte Groover „Can´t Stop Loving You“, der Melodic Rock Schunkler „Vertigo“ oder das ultra eingängige „Always Strangers“ laufen erstklassig in die Gehörgänge und verbreiten gute Laune.

Desweiteren möchte ich euch noch den extrem schmissigen Fast Titelsong „Hot Tonight (Aerial“), den fast schon Journey-esquen AOR Smasher „I Am Your Man“ oder die beiden das Album abschließenden Melodic Rocker „Still Bleeding“ und „You Don´t Know Me“, ans Herz legen.

Da alle Songs qualitativ auf einem hohen Level agieren, kann man STEVE NEWMAN und seiner Truppe attestieren, dass sie zum bereits erwähnten Jubiläum ein erstklassigen Langdreher abgeliefert haben, der alle Fans der Zielgruppe AOR / Melodic Rock begeistern dürfte.

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Fear Of Flying
02. Don´t Wake The Lion
03. Can´t Stop Loving You
04. Life To Remember
05. High Tonight (Aerial)
06. Vertigo (Leap of Faith)
07. Two Sides
08. I Am Your Man
09. Always Strangers
10. Nothing Left
11. Still Bleeding
12. You Don´t Know Me

Heiko Füchsel

STAN BUSH – Change the World

Band: Stan Bush
Album: Change The World
Spielzeit: 41:51 Minuten
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: L.A. Records / Cargo Records
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.stanbush.com

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Begegnung mit STAN BUSH. 1987 spielte er auf seiner Tournee im damals angesagtesten Rock Schuppen Osnabrücks, dem Subway (Gibt es nicht mehr) vor sage und schreibe 30 Leuten. STAN BUSH und seine Jungs servierten trotzdem das volle Programm und das mit einer Spielfreude, als wenn 5000 Zuschauer vor Ort gewesen wären. In der angrenzenden Kneipe spielten die Jungs anschließend mit den Fans und dem Personal (dem ich als Thekenkraft damals angehörte) bis in die frühen Morgenstunden Tischkicker und vernichteten einige Bierchen.

Wie immer, wenn ein neues Album von STAN BUSH zur Veröffentlichung ansteht, macht sich nicht nur bei mir, sondern auch in der Melodic Rock Szene große Vorfreude breit. Ich gehe aber mal davon aus, sobald „Change The World“ erhältlich ist, wird dieses Gefühl in Euphorie umschlagen, denn mit seinem 13ten Longplayer hat STAN BUSH eines seiner stärksten Werke in seiner inzwischen fast 35 jährigen Laufbahn am Start.

Wobei man allerdings sagen muss, dass mit den Movie Hits „Never Surrender“ aus den Bloodsport Filmen mit J.C. Van Damme, „The Touch“ und „Dare“ aus der „Transformers“ Animation Serie auch drei bereits bekannte Songs in Neueinspielungen auf „Change The World“ vertreten sind. Die restlichen 8 Stücke sind jedoch allesamt brandneu und atmen alle den Spirit der goldenen Achtziger Jahre, als Bands wie Journey, Survivor, Foreigner oder Boston den AOR und Melodic Rock Salonfähig gemacht haben und die Charts im Sturm eroberten. Das Material klingt deswegen aber keineswegs altbacken, sondern ist immer auf Augenhöhe mit den aktuellen Veröffentlichungen.

Der Titeltrack und gleichzeitige Opener kommt mit Gitarren und Keyborad Intro gleich sehr druckvoll ums Eck und zeigt deutlich das STAN BUSH nichts verlernt hat. Er hat immer noch ein Händchen für erstklassige Melodien. So etwas nennt man einen Grandiosen Start! Beim folgenden „Warrior“ hat man das Gefühl in einer Zeitmaschine zu sitzen, denn der Titel hätte sich mit seinem stampfenden Groove sehr gut in den Filmen der oben genannten belgischen Kampfsport Legende gemacht. Mit „The Story Of Love“ und „The Other Side Of Love“ hat STAN BUSH zwei klassische Rock Balladen an Bord, die seinen Klassikern wie „Love Don´t Lie“, welches House Of Lords zum Hit gemacht haben, in Nichts nachstehen.

Die restlichen neuen Tracks können dies Level locker halten, wodurch „Change The World“ ein absolutes Must Have für alle Freunde von Keyboardlastigen Melodic Rock a la Giuffria, House Of Lords oder eben dem Meister himself STAN BUSH ist!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Change The World
02. Warrior
03. Born To Win
04. Never Surrender
05. The Story Of Love
06. Live Your Dream
07. Break These Chains
08. The Other Side Of Love
09. Dare
10. The Touch
11. The Secret

Heiko Füchsel

COLDSPELL – A new World arise

Band: Coldspell
Album: A new World arise
Spielzeit: 59:48 min
Stilrichtung: Melodic Metal/Rock
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.coldspell.se

Es sind schon vier Jahre ins Land gezogen seit der letzten COLDSPELL Platte „Frozen Paradise“! Zeit das sich endlich mal wieder was dreht und zwar ein neuer Silberling mit dem Namen „A new World arise“, welches das vierte Album der Schweden rund um Gitarrist Michael Larsson und Sänger Niklas Swedentorp ist.
Geboten wird nach wie vor gepflegter Melodic Metal/Rock mit einem Schuss 80iger Touch der in der Szene seines gleichen sucht und qualitativ bislang immer absolut hochwertig war! So können wir vermutlich auch wieder hier eine absolute Topleistung erwarten.
Der Opener „Forevermore“ lässt auf jeden Fall gleich keine Wünsche für den geneigten Fan offen und bietet eigentlich das was wir bislang von den Schweden gewohnt waren, eingängigen und schnellen Melodic Metal/Rock der sich schon nach kurzem in den Gehörgängen festsetzt! Im Refrain kommt dann ordentlich Stadionrockatmosphäre auf wie ich finde.
Das folgende „Call of the Wild“ war vorab schon als Video zu bestaunen und ist ein kräftiger Midtempostampfer geworden der schön abwechslungsreich daherkommt und melodisch ebenfalls keine Wünsche offen lässt.
Über das groovige „It hurts“ geht es mit dem schnellen und super eingängigen „Miles away“ und dem gefühlvollen „Signs“ in den Mittelteil der dann ebenfalls mit dem blues geschwängerten „Love me like you do“, „Get to the top“ sowie „Wait until tomorro“ erstklassige Tracks bereithält.
Der letzte Teil der Scheibe ist dann ebenfalls nicht von schlechten Eltern und hier können die beiden letzten Songs „Just one Night“ und „A new World arise“ komplett überzeugen. Ziemlich schnell abgehandelt also die Rezi, Qualität bleibt halt einfach Qualität da muss man nicht viele Worte drüber verlieren 😉 .

Anspieltipps:

Richtig schlechte Tracks gibt es hier nicht zu finden, greift hin wo ihr wollt!

Fazit :

COLDSPELL bleiben einfach COLDSPELL und das ist gut so! Diese tolle Mischung aus eingängigen und melodischen Rock/Metalsongs mit dem erstklassigen Gesang von Fronter Niklas sind auch auf dem vierten Album einfach eine wahre Ohrenweide.
Wer mal wieder eine Pause von den ständigen brachialen Power und Melodic Metalveröffentlichungen benötigt und gepflegteren Rock mit Stil sucht ist hier genau richtig!
Absolute Kaufempfehlung von mir und ich hoffe das die Jungs ihren Geheimtippstatus nun endlich loswerden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Forevermore
02. Call of the Wild
03. It hurts
04. Miles away
05. Signs
06. Love me like you do
07. This is me
08. Get to the top
09. Wait until tomorrow
10. Losing my mind
11. Just one Night
12. A new World arise

Julian

H.E.A.T. – Into The Great Unknown

Band: H.E.A.T
Album: Into The Great Unknown
Spielzeit: 44:42 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: earMUSIC
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.heatsweden.com

Dieses Jahr feiern H.E.A.T. ihr 10-jähriges Jubiläum und bringen gleich den Nachfolger zum 2014 erschienenen „Tearing Down The Walls“ heraus. „Into The Great Unknown“ heißt das gute Stück und wurde in Thailand mit Produzent Tobias Lindell aufgenommen. Während der Aufnahmen zog sich die Band bewusst zurück, um sich auf das Songschreiben konzentrieren zu können. Nachdem Eric Rivers die Band nach der letzten Tour verließ, kam zur großen Freude und Überraschung der ehemalige Gitarrist Dave Dalone, welcher jetzt unter dem Namen Sky Davis unterwegs ist, wieder zurück. Ansonsten bleibt das Line-up wie gewohnt Erik Grönwall (Gesang), Jona Tee (Keyboard), Jimmy Jay (Bass) und Crash (Schlagzeug).

Was die Sonne Thailands dem Quintett alles entlockt hat, kann man sich ab dem 22. September zu Gemüte führen. Vorab gab es schon die ersten drei Singles in Form des recht experimentellen „Redefined“, „Time On Our Side“ – keine Ballade, jedoch trotzdem emotional und mit elektronischen discoartigen Akzenten, sowie die Ballade „Eye Of The Storm“.
Mit „Bastards Of Society“, dem pop-rockigen Opener des Albums, kann man sich schon einmal eintanzen. Nach den ungewohnten Tönen von „Redefined“ begibt man sicher wieder in bekanntere Gefilde mit „Shit City“: rotziger, frecher, frischer Rock’n’Roll. „Best Of The Broken“ baut sich langsam auf. Es startet mit einer Country-artigen Melodie, dann setzt die groovige Strophe ein und dann wird richtig abgerockt. „Blind Leads The Blind“ ist wohl der härteste Song des Albums, während „We Rule“ mit einem Streicherintro beginnt und stellenweise fast klassisch anmutet. In „Do You Want It?“ wurde eine Geschichte verarbeitet, in der der Soundtechniker der Band an eine ganz besondere Dame in Thailand geriet. Als diese sich als Prostituierte entpuppte, wollte besagter Techniker Preisverhandlungen eröffnen, was sie wiederum mit einer Demonstration ihrer Kampfkünste ahndete. Zum Glück kam er nicht zu Schaden, so dass er die Anekdote der Band erzählen konnte – das Ergebnis lässt sich hören!
Schlusslicht bildet der Titelsong „Into The Great Unknown“. Eine epische Nummer mit Soundtrackqualität für den nächsten Abenteuer-Blockbuster. Es ist gleichzeitig der längste Song des Albums (7 min) und hat somit Platz für viel Melodien, Gitarrenspielereien und einen Bass-Part in der Mitte.

„Into The Great Unknown“ hat die Fans schon bei den ersten drei Singles gespalten. Keine Frage, dieses Album ist anders als alle anderen H.E.A.T.-Alben und lässt sich genretechnisch wegen seiner vielen verschiedenen Elemente nicht klar definieren. Ein mutiger und m.M.n. mehr als gelungener Sprung ins kalte Wasser, bei dem die fünf Schweden einmal mehr ihre Kreativität, ihr Können und ihr Talent unter Beweis stellen. Es zeugt von wahrer Rock’n’Roll Attitüde sich nicht von Erwartungen und Genregrenzen einschränken zu lassen!
Hier einen Anspieltip zu geben ist schwierig, denn jeder Song ist auf seine Art empfehlenswert. Wem die experimentelle Seite des Albums noch etwas suspekt ist, der hört sich am besten „Best Of The Broken“ und „Shit City“ an. Wer schon etwas mutiger ist, könnte sich an „Into The Great Unknown“ und „Do You Want it?“ erfreuen.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:
01. Bastards Of Society
02. Redefined
03. Shit City
04. Time On Our Side
05. Best Of The Broken
06. Eye Of The Storm
07. Blind Leads The Blind
08. We Rule
09. Do You Want It?
10. Into The Great Unknown

Lotta

 

LONEWOLF – Raised on Metal

Band: Lonewolf
Album: Raised on Metal
Spielzeit: 37:57 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.wolfdivision.com

Präzise wie ein Uhrwerk hauen die True Heavy Metaller von LONEWOLF die letzten Jahre ein hochklassiges Album nach dem anderen raus! Mittlerweile vertreten sie seit mehr als 25 Jahren die Heavy Metalszene Frankreichs auf der ganzen Welt und ein Ende ist nicht in Sicht! Nun steht uns, nicht mal ein Jahr nach dem letzten Album „The Heathen Dawn“, das neue, neunte! Album „Raised on Metal“ ins Haus.
Wie zuletzt auch war für die Produktion niemand geringeres als Charles Greywolf (POWERWOLF) verantwortlich und insgesamt soll das neue Album düsterer und aggressiver als die Vorgänger tönen.
Als Opener fungiert „Unleash the Wolf“ der mit atmosphärischen Wolfsgeheul beginnt. Schnell, eingängig um mit dem typischen roughen Gesang ausgestattet bahnt man sich ziemlich erstklassig den Weg durch die Nummer und schließt somit direkt an die Vorgängerscheibe „The Heathen Dawn“ an.
Beim anschließenden „Souls of Black“ erwartet uns ein Track der auch aus der Feder der Jungs von GRAVE DIGGER stammen könnte, so sehr klingt das gute Teil nach den deutschen Erdmöbelverwaltern. Geile Nummer die sich sofort in den Gehörgängen festsetzt!
Der nächste Hit folgt dann fast direkt im Anschluss mit dem pfeilschnellen Titleltrack „Raised on Metal“ bevor es mit „Flight19“ etwas epischer und stampfender aber keinesfalls schlechter wird. Der Mittelteil wird dann durch das etwas kurze, „Extinction of the Stars“ ordentlich abgeschlossen.
Mit „Evil“ haben wir dann den wohl schwächsten Song der Scheibe zu verkraften, da die Nummer irgendwo so gar nicht in Fahrt kommen will…
Recht solide geht man dann noch im letzten Drittel zu Werke wo besonders das abschließende „Dark World Order“ noch glänzen kann. Aber auch die beiden anderen Songs sind nicht von schlechten Eltern und wissen zu gefallen!
Auf dem Digipack sind als Bonussongs noch „Swansong“ und „Demon‘s Call“ enthalten wovon letzteres ebenfalls absolut zu empfehlen ist.

Anspieltipps:

Hier sollte ihr auf jeden Fall direkt “Souls of Black”, “Raised on Metal”, “Flight19”, “Dark World Order” anchecken.

Fazit :

Seit den letzten zwei Alben haben sich die Jungs von LONEWOLF echt gefangen und liefern ein solides Metalalbum nachdem anderen ab! Da bildet das neue Album “Raised on Metal” keine Ausnahme. Hier wird erstklassiger True Metal geboten der den Fans des Genre mit Sicherheit schmecken sollte.
Diese Leistung nicht mal ein Jahr nach dem letzten Album ist schon mehr als amtlich muss man sagen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Unleash the Wolf
02. Souls of Black
03. Through Fire, Ice and Blood
04. Raised on Metal
05. Flight 19
06. Extinction of the Stars
07. Evil
08. Skinless Smile
09. No God, No Master
10. Dark Word Order
11. Swansong (Digipak Bonus)
12. Demon‘s Call (Digipak Bonus)

Julian

MARTINA EDOFF – We Will Align

Band: Martina Edoff
Album: We Will Align
Spielzeit: 40:41 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hardrock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.martinaedoff.com

„We Will Align“ ist das dritte Album der schwedischen Rock Sängerin MARTINA EDOFF, die mit einer Wahnsinnsröhre in der Schnittmenge von Ann Wilson (Heart), Dalbello oder Liv Jagrells (Sister Sin) gesegnet ist. Waren mir persönlich die beiden Vorgängerscheiben „Martina Edoff“ (2014) und „Unity“ (2015) über die Gesamtspielzeit trotz einiger guter Songs noch zu langatmig und gleichförmig, so hat man diesen Makel auf „We Will Align“ dank der prominenten Hilfe von Erik Martensson (Eclipse, W.E.T.) oder Bassmonster Billy Sheehan (Mr. Big) ausgemerzt, denn der Silberling rockt und groovt ohne Ende.

Der mit einem Schrei eröffnete Opener „Turn Our Pages“ zeigt deutlich das hier klassische Hardrock Elemente mit Melodien und Bombast zu einem schmackhaften Menü verquickt werden, welches durch den grandios eingängigen Refrain begeistert. Überhaupt wird auf „We Will Align“, wie beim folgenden „Champion“, ordentlich gegroovt und losgerockt, wobei die Stimme von MARTINA EDOFF natürlich immer im Mittelpunkt steht und immer wieder gut in Szene gesetzt wird.

Songs, wie der mit einem orientalischem Touch ausgestattete Titeltrack, dass schwere „Alive“, das Heavy und leicht Blues lastige daher kommende I´m Invincible“ oder die Rocker „Lay Down Your Arms“ und „Brand New World“ zeigen wie viele Melodien und Gitarrenriffs diese Scheibe zu bieten hat. Das was hier abgeliefert wird, ist ganz großes Melodic Hardrock Kino. Mit der von einem Piano eingeleiteten Ballade „Face The Mirror“ setzt MARTINA EDOFF dem ganzen noch das Extra Häubchen Sahne auf, denn der Song legt zum Ende an Dramatik zu und erzeugt mehr als einmal wohlige Schauer auf der Haut.

Zum Abschluss bleibt mir nur noch festzustellen, dass MARTINA EDOFF mit „We Will Align“ den richtigen Weg eingeschlagen hat und damit ein richtiges Statement gesetzt hat. Alle Freunde von Female Fronted Hardrock sollten hier Defintiv zuschlagen.

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Turn Our Pages
02. Champions
03. Alive
04. We Will Align
05. Lay Down Your Arms
06. Face The Mirror
07. Set You Free
08. I´m Invincible
09. Truth Came Knocking
10. Brand New World

Heiko Füchsel

KEE OF HEARTS – s/t

Band: Kee Of Hearts
Album: s/t
Spielzeit: 40:24 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 15.09.2017
Homepage: www.facebook.com/KeeOfHearts/

Auf dem Spielfeld der alten und neuen Melodic Rock Sternchen wurden mal wieder die Würfel geworfen. Dieses Mal sind Kee Marcello (ex-Europe, Gitarre), Tommy Heart (Fair Warning, Gesang), Alessandro Del Vecchio (Revolution Saints, Hardline, Jorn), Ken Sandin (ex-Alien) und Marco Di Salvia (Pino Scotto) in einem Pott gelandet. Mit einer Mischung aus skandinavischem AOR, deutschem Melodic Hard Rock und U.S. AOR á la GIANT oder JOURNEY bekommen die eingefleischten AOR und Melodic Rock Fans ein mehr als ansehnliches Match geliefert.
Die ersten vier Songs kann man als relativ ähnlich charakterisieren: ordentliche, energiegeladene und eingängige Melodic Rock Nummern. Weiter geht es mit „Mama Don’t Cry“. Es ähnelt von der Thematik her, und auch im Refrain, zumindest von der Silbenaufteilung „Papa Don’t Preach“ (MADONNA). „Invincible“ ist fertig für’s Stadion, GIANT lässt grüßen. „S.O.S.“ reißt einen von Anfang an mit seinem schlagkräftigen Rhythmus und Gitarrenmelodie mit, „Edge Of Paradise“ ist eine großspurige AOR Nummer und würde genauso gut auf das kürzlich erschienene KRYPTONITE Album passen. „Twist Of Fate“ sind fröhliche DANGER DANGER-like drei-ein halb Minuten und das Schlusslicht „Learn To Love Again“ zeigt noch ein letztes Mal wo der Melodie meets Power-Hammer hängt.

KEE OF HEARTS liefern mit ihrem Projekt ein Album ab, das deutlich zeigt, dass die Bandmitglieder nicht erst seit gestern in der Szene unterwegs sind. Nicht nur ältere Bands wie GIANT, DANGER DANGER, EUROPE, JOURNEY oder HARDLINE können hier als Vergleich herangezogen werden, sondern durch den modernen Touch und Produktion auch neuere Erscheinungen wie PALACE oder KRYPTONITE. Jeder einzelne Song ist energetisch, melodiös und auf den Punkt. Schwierig hier einen Liebling zu picken, in meinem Fall wäre dies wohl „S.O.S.“, „Invincible“ und „Learn To Love Again“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Storm
02. A New Dimension
03. Crimson Dawn
04. Bridge To Heaven
05. Stranded
06. Mama Don’t Cry
07. Invincible
08. S.O.S.
09. Edge Of Paradise
10. Twist Of Fate
11. Learn To Love Again

Lotta

POWER QUEST – The Sixth Dimension

Band: Power Quest
Album: The Sixth Dimension
Spielzeit: 54:41 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Inner Wound Recordings
Veröffentlichung: 13.10.2017
Homepage: www.power-quest.co.uk

Der dreizehnte Oktober – seit 2009 internationaler Tag der Katastrophenvorbeugung und ab 2017 im speziellen der Tag der Vorbeugung der „POWER QUEST releasen nie wieder ein Album“-Katastrophe. Nach einer über drei Jahre langen aus finanziellen Gründen angesetzten Pause verkündete man im Frühjahr 2016 die Reunion, servierte dem Freund fröhlichen Power Metals eine EP und ein paar Konzerte und legt nun, im Herbst 2017, gleich mal das erste vollwertige POWER-QUEST-Album seit 2011 nach. Von Jens Bogren gemastert und mit einem schicken Artwork von Felipe Machado Franco (BLIND GUARDIAN und so) brennt „The Sixth Dimension“ förmlich darauf, bei der nächsten Metalparty auf Dauerrotation zu laufen.
Trotz der insgesamt vier Neuzugänge am Mic, den Gitarren und dem Bass klingen POWER QUEST nach wie vor exakt so, wie man sie auf vergangenen Scheiben erleben durfte, immerhin ist Keyboarder, Mastermind und Ex-DRAGONFORCEler Steve Williams nach wie vor mit an Bord. Mit fast schon naiver und absolut sympathischer Fröhlichkeit hauen POWER QUEST auf „The Sixth Dimension“ neun keyboard-getriebene Songs raus, von denen gerade einmal zwei nicht explizit Dur-dominiert sind.
Schon der Opener „Lords Of Tomorrow“ beruhigt den Fan: Das Keyboardmotiv erinnert in seiner Machart an „Cemetary Gates“, der Refrain geht ins Ohr wie ein aggressiv eingesetztes Wattestäbchen und die Tempowechsel vor und nach dem Mittelteil setzen dem ganzen die Krone auf. „Starlight City“ hält das Niveau und bereichert jedes Live-Konzert der Briten um einen wunderbaren Oooooooh-Mitsingchorus.
„Kings And Glory“ hält als erste Single exakt das, was der Songtitel verspricht, würde dem trven Teil der Metalgemeinde wohl ein verächtliches „Dat is doch Schlager“ entlocken, Anhängern fröhlicher Kitschharmonien jedoch glitzernde Tränchen in die Augen treiben. „Face The Raven“ (Ja, Ashley Edison ist ein großartiger Sänger) und „Coming Home“ könnte man bereits von der „Face The Raven“-EP kennen. Während ersterer verhältnismäßig böse klingt, wird den Die-Hard-Fans der Band mit letzterem ein Zitatfeuerwerk älterer Songs geboten, garniert mit einem herrlichen Keyboardriff und den gewohnt schönen POWER-QUEST-Harmonien.
Während diese beiden Songs auch gerade durch die starken Refrains punkten können, fällt der von „No More Heroes“ eher unspektakulär aus, wächst aber nach ein paar Hördurchläufen zu einem weiteren, an „Children Of the Dream“ erinnernden Ohrwurm heran. „Revolution Fighters“ schafft das bereits nach einmaligem Hören. Der Prechorus, der Refrain, die Keyboards; Eagleheart, was willst du mehr?
Würdiger Abschluss des Albums ist der neun Minuten lange Titeltrack. Der erweist sich als weitgehend in moll gehaltenes Opus, das das Riff aus „Coming Home“ wieder aufgreift und kreativ umarbeitet. Anette Olzon hat einen kleinen Part als Gastsängerin, Richard West von THRESHOLD war an der Komposition beteiligt und das Resultat kann sich zweifelsohne hören lassen. Obgleich progressiver, als man es von POWER QUEST kennt und im Refrain etwas nach MOB RULES klingend, bestätigt der Song noch einmal, was man schon seit dem ersten Track wusste: POWER QUEST sind zurück. Stark wie eh und je und immer noch die Band, die die Fans seit nunmehr 15 Jahren so lieben.

Anspieltipps:
„Lords Of Tomorrow“, „Revolution Fighters“, „Face The Raven“, „Coming Home“ und „The Sixth Dimension“

Fazit:
Was soll man sagen? POWER QUEST haben seit 2002 mit großartigen melodiösen Power-Metal-Alben begeistert und das tut sie auch im Jahr 2017, vielleicht mehr denn je. Wer auch nur marginales Interesse an viel Dur, eingängigen Refrains und exzessivem, live auch ohne übertriebene Backing-Tracks umsetzbarem Keyboard-Einsatz zeigt, sollte „The Sixth Dimension“ als Pflichtkauf eintragen – wohl wissend, somit ein Power-Metal-Highlight des Jahres 2017 sein Eigen nennen zu können.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Lords Of Tomorrow
02. Starlight City
03. Kings And Glory
04. Face The Raven
05. No More Heroes
06. Revolution Fighters
07. Pray For The Day
08. Coming Home
09. The Sixth Dimension

Jannis

INNER AXIS – We Live By The Steel

Band: Inner Axis
Album: We Live By The Steel
Spielzeit: 50:34 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.inneraxis.de

 

„We Live By The Steel“ – An wen erinnert uns diese Phrase? Nun, ich glaube, Ihr habt es erraten. Nebenbei ist das jedoch auch der Name des zweiten Albums der Kieler Band INNER AXIS, die sich dem True Heavy Metal verschrieben hat und in bester MANOWAR-Manier von Steel, Power und Glory erzählt.
Nur leider ist es schwer, den alten MANOWAR in Sachen True Metal das Wasser zu reichen (wovon unter anderem die neuen MANOWAR ein Lied singen können) und auch INNER AXIS will dies nicht so recht gelingen.
Das liegt zum Teil an der Produktion. Diese ist, was die Instrumente angeht, durchaus im grünen Bereich. Die Vocals lassen hingegen vermuten, sie seien mit einer besseren Karaokemaschine auf den Instrumentaltrack gesungen und anschließend mit einem lieblosen Echo versehen worden. Dazu an einigen Stellen noch eine zweite Gesangsstimme druntergelegt, die etwas leiser im Hintergrund herumknarzt – fertig. Dummerweise gestaltet sich die Stimme des Sängers ohnehin als etwas sonor und wenig voluminös. Da hätte man mit einer besseren Produktion oder einfach fetten Backing Vocals durchaus was reißen können. Ist nur leider nicht passiert, und so gestalten sich der Gesang über weite Teile des Albums eher als Störfaktor.
Ansonsten ist “We Live By The Steel” typische Heavy-Metal-Kost. Durchaus souverän eingespielt, mit einigen Klischees angereichert (Motorradgeräusche im Intro zu “Night Rider”), inklusive ruhigerem Song (“The Brave”). Einige Ideen erweisen sich dabei als erstaunlich spaßig, zum Beispiel der leicht metalcorige Mittelpart von “All Is One”, der basslastige Anfang von “Hound Of Hell” oder das Zusammenspiel von Gitarre und Gesang in “We Live By The Steel”, sowie (bis auf den Refrain und Text) eigentlich das komplette “Red Dead”.
Über weite Teile überwiegt allerdings Belanglosigkeit. Das ist alles schon sehr true und metallisch, aber auch schon tausendmal so gemacht worden, solide aber unspektakulär am Hörer vorbeigehend. Nicht selten drängt sich der Wunsch auf, man hätte beim Songwriting dabei sein und einige Dinge einfach anders machen können, als es nun beim Endergebnis der Fall ist. So ist “We Live By The Steel” ein Album mit einigen guten Ideen und gut gespielten Instrumenten, das an Teilen der Produktion und dem eher uninspirierten, teils nicht wirklich nachvollziehbaren Songwriting leidet. Frei nach INNER AXIS: We live by the steel, we die by the sword, and all that we need are two or three chords.

Anspieltipps:
“Red Dead”, “All Is One” und “We Live By The Steel”

Fazit:
Wer in seiner Lederhose auch duschen geht und mit der Harley Brötchen holt, der kann “We Live By The Steel” durchaus mal eine Chance geben. Auch als Vor- oder Hauptband in einem kleineren Club mit einer größeren Menge an Bier könnten sich die Jungs ziemlich gut machen. Auf CD wiederum bieten INNER AXIS recht durchschnittlichen netten Heavy Metal, dem mehr Ideenvielfalt, Mut zu einem eigenen Steel (Hehe) und andere Vocals beziehungsweise zumindest eine andere Produktion der Vocals sehr gut tun würden. Mal schauen, was die Zukunft bringt!

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Blades Of Death
02. All Is One
03. Night Rider
04. The Brave
05. Red Dead
06. Storm Lords
07. Hound Of Hell
08. The Call Of Steel
09. We Live By The Steel
10. Rain Or Shine

Jannis

COMEBACK KID – Outsider

Band: Comeback Kid
Album: Outsider
Spielzeit: 36:26 min
Stilrichtung: Hardcore
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 08.12.2017
Homepage: http://www.comeback-kid.com

 

Wer kennt sie nicht? Die kanadische Hardcore Ikone COMEBACK KID. Seit 17 Jahren spielt die Band aus Winnipeg Oldschool Hardcore-Punk und trotzdem klingt auch das neueste Werk „Outsider“ weder abgedroschen noch langweilig. Ganz im Gegenteil. Für das neueste Werk haben COMEBACK KID – bestehend aus Frontsau Andrew Neufeld, Jeremy Hiebert und Stu Ross an den Gitarren sowie Basser Ron Friesen und Drummer Loren Legare – anscheinend noch eine Schippe draufgelegt und klingen jung und frisch mit extrem viel Energie in den Texten und Songs.
Schon der Opener und Titeltrack „Outsider“ legt sich gleich mächtig ins Zeug und leitet energetisch ein COMEBACK KID Feuerwerk ein. Während der Anfang hier noch etwas A-typisch anmutet, entwickelt es sich zum Ende doch als astreiner COMEBACK KID Song mit enorm viel Wumms. Und Granate Nummer 2 „Surrender Control“ lässt keinen Zweifel aufkommen. „Outsider“ ist definitiv kein Außenseiter. Zum Vergnügen meinerseits lässt Sänger Andrew Neufeld beim Refrain von „Surrender Control“ mit astreiner Singstimme aufhorchen. Herrlich, wie nahtlos Schrei- und Singstimme ineinander übergehen und so gut passen. Ähnlich geile Abgeh-Refrains findet man auch in „Somewhere, Somehow“ oder „Recover“. Gepaart mit dem ureigenem Oldschool Hardcore ein Mix, der gefällt und auch zeigt, dass COMEBACK KID auch nach so langen Jahren noch nicht eingerostet sind. Klar, der Wiedererkennungswert ist immer da und man hört dem Album an, dass es ein COMEBACK KID Werk ist, aber es klingt eben nicht nach eingeschlafenen Füßen.
Freude kommt auch bei „Absolute“ auf, ein thrashig anmutendes Stück, für den man sich gesangliche Unterstützung bei Devin Townsend geholt hat. Eine Mischung, die aufgeht. Der Song hat absolutes Abgeh- und Mitsingpotenzial. Aber auch die Wutausbrüche wie bei „Hell of a Scene“ dürfen natürlich nicht fehlen, gewürzt mit einem ansteckenden Harcore-Chorus ist es einer der vielen Highlights von „Outsider“. Schade nur, dass dieses brachiale Teil nicht die 2 Minuten Marke knackt.
Überhaupt scheint das mittlerweile 6. Album nur aus Highlights zu bestehen. Neben den bereits genannten Stücken könnte ich locker noch fast alle weiteren Songs aufzählen. Auch die Gäste – neben Devin Townsend noch Chris Cresswell und Northcote – bescheren dem Werk besondere Momente. Vor allem Northcotes dunkle Stimme verleiht dem 13. und letzten Song „Moment in Time“ eine ganz besondere Atmosphäre und lässt das Gesamtkunstwerk würdig ausklingen.

COMEBACK KID klingen wild und unberechenbar, nicht wie eine bereits seit Jahren an der Hardcore Spitze etablierte Combo. Der bisher gesteckte Rahmen wird durchbrochen und neu gesteckt. Die metallischen Einflüsse haben spürbar zugenommen und doch werden die Hardcore Punk Wurzeln hier weder verleugnet noch in den Hintergrund gedrängt. Obwohl bereits alte Hasen versprühen COMEBACK KID frühkindlichen Charme ohne dabei wie eine neue Band zu klingen. Professionalität gepaart mit ursprünglicher Wildheit. „Outsider“ ist ein Werk, das sich auf alle Fälle lohnt. Also, ab in Pit und abgehen ist angesagt.

 

Wertung:

 

 

Trackliste:

01. Outsider
02. Surrender Control
03. Absolute feat. Devin Townsend
04. Hell Of A Scene
05. Somewhere, Somehow
06. Consumed The Vision feat. Chris Cresswell
07. I’ll Be That
08. Outrage ( Fresh Face, Stale Cause)
09. Blindspot
10. Livid, I’m Prime
11. Recover
12. Throw That Stone
13. Moment In Time feat. Northcote

Tänski