01. Joker
02. Bite My Tongue
03. Fuego Del Sol
04. Supernova
05. Happy
06. Ted The Exorcist
07. Sunshine Of Fall
08. The North Will Rise
09. For Thee
10. Ruin
11. The Forge
Spielzeit: 39:47 min – Genre: Power Metal – Label: Perception – VÖ: 09.10.2026 – Page: www.facebook.com/tungstenband
Was hat uns denn Schweden heute so Schönes zu bieten? TUNGSTEN! Die haben erst 2019 ihr Debüt veröffentlicht, danach noch drei weitere und jetzt Album Nr. 5, ASHES. Das ist ein amtlicher Output, aber als Familienband kann das schon funktionieren. Und das ist die Truppe mehr oder weniger, bestehend aus einem Vater, zwei Söhnen und Mike, der die Vocals macht.
Das Cover fällt schonmal gut düster aus, der Name ebenso, wie sieht es also aus mit der Musik?
Nun, weniger düster. ASHES ist astreiner Power Metal der spaßigen Sorte. Produziert ist das Ding auf jeden Fall gut, wenn auch vielleicht etwas klinisch und über-compressed. Aber das dürfte bei dem Genre auch eine Stilentscheidung sein. Einiges an elektronischen Elementen ist am Start, vom Disco-Synthbass bis zu den ganz speziellen Lead-Synths, dazu orchestrale Elemente und eigentlich alles, was TUNGSTEN beim Songwriting-Prozess so eingefallen ist. Und das ist einiges.
Schon der Opener „Joker“ klärt mit seinem Jodel-Part (!), dass man hier kein bierernstes Album zu erwarten hat. „Fuego Del Sol“ mit seinem südländischen Beat und einem besagter ganz spezieller Synths unterstreicht das. „Supernova“ schießt den Vogel dann endgültig ab, vom „Ich sag X, du sagst Y“-Chorus bis hin zum einem Kuckucksruf nachempfundenen Riff (Ja, es ist so dumm, wie man denkt), und nach alldem sollte klar sein, dass ausgerechnet „Happy“ selbstverständlich einer der „bösesten“ Songs auf dem Album ist.
Der Rest der Songs ist etwas ernsthafter – mal abgesehen von „Ruin“ mit seinen bescheuerten „TschuckeTschuckeDschuka“-Lyrics, macht aber nicht weniger Party. Und ja, Puristen werden alles tun, um diesem Album aus dem Weg zu gehen; man muss aber ganz klar anerkennen, dass das Melodie-Writing eingängig und nicht standard ist, mit einer beachtlichen Menge an richtig guten und unalltäglichen Power-Metal-Kompositionen. Die Arrangements sind top, die „Bonussounds“ und -Instrumente stark eingesetzt und mit gerade mal einem Song über vier Minuten hat die Platte keinerlei Längen. Die Songs haben praktisch alle einen eigenen Charakter, das Entertainment-Level ist sehr hoch, und obgleich das Ganze manchmal quatschig wirken kann, macht es auch gerade deshalb einfach eine große Menge Spaß.
Fazit:
ASHES ist ein bisschen wie der erste Spongebob-Film. Bunt, blöd, lustig und überdreht, aber bei genauerem Hinsehen mit viel Liebe gemacht, wirklich spaßig und eigentlich ein richtig gutes künstlerisches Werk!
Anspieltipps:
„Sunshine Of Fall“, „Supernova“, „For Thee“ und „Bite My Tongue“
Jannis















