SPREAD EAGLE – Subway To The Stars

Band: Spread Eagle
Album: Subway To The Stars
Spielzeit: 45:31 min
Stilrichtung: Street Metal
Plattenfirma: Frontiers Music S.r..l.
Veröffentlichung: 09.08.2019
Homepage: www.spreadeagle.us

Mit SPREAD EAGLE haben Frontiers eine weitere Band aus der zweiten, bzw. dritten Reihe vergangener Tage unter Vertrag genommen. Die ursprünglich aus New York stammende Band, die im Jahr 1990 ihr selbst-betiteltes Debüt und dann 1993 das einzige Nachfolgewerk („Open to the Public“) vorlegte, war lange Zeit beinahe komplett von der Bildfläche verschwunden und machte nur gelegentlich gemeinsam von sich hören. Nun also liegt Album Nummer 3 vor, das von Frontiers mit dem kernigen Label „Street Metal“ kategorisiert wird. Mir sind die beiden ersten Scheiben der Truppe leider nicht bekannt. In alten Rezensionen wurde allerdings immer wieder die stilistische Nähe zu Acts wie Skid Row oder Aerosmith betont. Davon ist auf „Subway to the Stars“ allerdings so gut wie nichts zu hören. Mag ja sein, dass dies vor beinahe 30 Jahren zutreffen mochte. Heute musizieren SPREAD EAGLE allerdings viel näher an Bands wie Alice in Chains. Daher sollte der geneigte Hörer sowohl die Genrebezeichnung des Labels als auch das grottige Albumcover möglichst ignorieren und sich nur der gebotenen Musik widmen – die hat es nämlich durchaus, trotz einiger Hänger, in sich …

Mit Sänger Ray West sowie Bassist Rob De Luca sind immerhin noch 50% der Originalbesetzung der Truppe am Start. Verstärkt werden die beiden von einem gewissen Ziv Shalev an den 6 Saiten und Drummer Rik De Luca. Und die Jungs machen mit dem flotten, nicht gleich zugänglichen Titeltrack schonmal viel richtig. Ray West gibt ordentlich Gas legt über die trocken und relaxt gehaltenen Riffs packende Melodien hin, die nach einiger Zeit richtig gut zünden und auch länger im Ohr bleiben. Richig überzeugend ist das neue Material immer dann, wenn Gas gegeben wird und eine leicht punkige Attitüde durchscheint, wie in dem geilen „Sound Of Speed“ oder dem mit Alternative-typischen Elementen rockenden „Dead Air“. Die Jungs verzocken sich auch ab und an (wie in den belangosen „Little Serpentina“ und „More Wolf Than Lamb“). Insgesamt überwiegen aber die positiven Eindrücke und Interessierte sollten sich die genannten Tracks mal zu Gemüte führen – damit dürften SPREAD EAGLE bestimmt neue Freunde finden.

„Subway to the Stars“ ist in vielerlei Hinsicht ein Lichtblick im Einheitsbrei der heutigen Musiklandschaft im Allgemeinen, und dem üblichen Frontiers Ausschuss im Besonderen. Die ungewöhnliche Mischung aus punkiger Attitüde, moderner Produktion und Alice in Cains Gedächtnis-Melodieführung lassen aufhorchen. Zwar hapert es hier und da am Songwriting und nicht jeder der 11 Songs ist ein Treffer ins Schwarze, aber eine Handvoll starker Songs sollten Argument genug sein neue Hörer zu gewinnen. Es sei den Jungs, im Herbst ihrer Karriere, gegönnt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Subway To The Stars
02. 29Th Of February
03. Sound Of Speed
04. Dead Air
05. Grand Scam
06. More Wolf Than Lamb
07. Cut Through
08. Little Serpentina
09. Antisocial Butterfly
10. Gutter Rhymes For Valentines
11. Solitaire

Mario

BATON ROUGE – Shake Your Soul (Re-Release)

Band: Baton Rouge
Album: Shake Your Soul (Re-Release)
Spielzeit: 42:36 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: (bereits erschienen)
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Es ist schon der Wahnsinn, wie viele Hardrock und Hairmetal Bands in den 80ern einen Plattendeal bekamen und Scheiben unters Volk bringen durften (damals war eine DIY Veröffentlichung für die meisten ein Ding der Unmöglichkeit). Vieles davon ist heute (glücklicherweise) in Vergessenheit geraten. Aber unter diesen verschütt gegangenen Platten findet sich ab und zu auch eine übersehene Perle, die damals keine richtige Chance mehr bekam und heute natürlich nur noch Trüffelschweinen mit dem entsprechenden Näschen (und einer gehörigen Portion Ausdauer) ins Netz gehen. Dem Rock Candy Label sei Dank erfahren solche Veröffentlichungen oft einen zweite Chance. Dem Debüt der Amerikaner BATON ROUGE zum Beispiel sollte jeder geneigte Fan des Genres, so denn noch nicht mit den Jungs vertraut, ein Ohr schenken. Zu der Vorgeschichte der Band sowie eine „Kritik“ gibt es in der Lobhuldigung vom Stefan im Rahmen seiner „Klassiker der Woche“ Kolumne. Heute geht es daher eher um die Besonderheiten der aktuellen Neuauflage der Scheibe …

Da BATON ROUGE mit Kelly Keeling über einen Sänger mit einer massentauglichen Stimme und Präsenz am Mikro verfügten und das Songwriting von Produzent Jack Ponti nicht nur unterstützt, sondern maßgeblich beeinflusst wurde, hatte die Truppe eigentlich alle Trümpfe in der Hand. Der Vergleich mit „Poison“ von Alice Cooper, den der Stefan in seiner Besprechung zog, ist mehr als zutreffend. In einem Track wie „Bad time Comin’ Down“ ist die Handschrift von Ponti mehr als deutlich herauszuhören. Das schlug sich dann ebenfalls im Sounddesign der Platte nieder, die auch für die damaligen Verhältnisse ausgesprochen gut klang. Von daher wäre ein Remaster eigentlich nicht unbedingt nötig gewesen, denn lauter kann man auch an der Stereoanlage drehen. Glücklicherweise ist beim vorliegenden Remaster nicht alles plattgewalzt worden, so dass die Platte immer noch dynamisch und majestätisch aus den Boxen perlt. Damals wie heute ist „Shake Your Soul“ eine fett und transparaent tönende Platte, die (eine entsprechende Anlage vorausgesetzt) klar macht, was ein gutes/teures Studio, ein fähiges Team, gute Musiker und genügend Studiozeit für den Gesamtklang eines Albums bedeuten können. Da der Neuauflage leider keine Bonustracks spendiert wurden, liegt das Hauptkaufargument wohl bei den, wie gewohnt, vorzüglichen Linernotes, die dem Hörer/Leser parallel zum Album noch eine Menge interessante Hintergrundinfo und spannende Fotos bieten.

Das 1991 nachgeschobene Zweitwerk („Lights Out on the Playground“) ist zwar auch nicht übel, kann dem Erstling der Truppe aber nicht das Wasser reichen. Fans von „poliertem“ Hardrock amerikanischer Schule im Geiste von dem erwähnten Alice Cooper, Firehouse oder Britny Fox sollten, nein, müssen beim aktuellen Re-Release von „Shake your Soul“ zugreifen. Dieses essentielle Genre Exemplar gehört in jede gepflegte Sammlung.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Doctor
02. Walks Like A Woman
03. Big Trouble
04. It’s About Time
05. Bad time Comin’ Down
06. The Midge (Instrumental)
07. Baby’s So Cool
08. Young Hearts
09. Melenie
10. There Was A Time (The Storm)
11. Hot Blood Movin’
12. Spread Like Fire

Mario

Wolfpakk News

WOLFPAKK unterschreiben bei Massacre Records

Massacre Records freut sich sehr über das Signing von WOLFPAKK, dem All-Star-Projekt der beiden Alphawölfe Mark Sweeney (ex-Crystal Ball) und Michael Voss (Mad Max, Casanova)!

Die ersten Namen der insgesamt 32 Gastmusiker für das neue Album „Nature Strikes Back“, das Ende Januar 2020 bei Massacre Records erscheinen wird, wurden bereits enthüllt: Freut euch unter anderem auf Mikkey Dee (Motörhead, Scorpions), Ronnie Romero (Rainbow, CoreLeoni), Michael Sweet (Stryper), Greg Goldy (ex-Dio), Carl Sentance (Nazareth), Jeff Waters (Annihilator), Vinnie Moore (UFO) oder Bruce Kulick (ex-Kiss)!

„Nature Strikes Back“ wird das 5. Studioalbum der Band sein. Weitere Albumdetails werden demnächst enthüllt.

Brothers of Metal News

BROTHERS OF METAL veröffentlichen neues Album „Emblas Saga“ im Dezember / Coverartwork enthüllt & Vorverkauf gestartet!

Fans der schwedischen Krieger BROTHERS OF METAL dürfen sich schon mal den 6. Dezember im Kalender markieren: Dann nämlich wird die Truppe aus Falun mit „Emblas Saga“ ihr mit großer Spannung erwartetes neues (zweites) Album veröffentlichen.

Der Nachfolger des höchst erfolgreichen Debüts „Prophecy Of Ragnarök“ wird als CD, Digipak. ltd. Boxset, verschiedenen ltd. Vinyl-Varianten und diversen T-Shirt-Bundles erhältlich sein. Vorbestellen könnt ihr hier. http://afmrec.de/EmblasSaga

Das Coveratwork von „Emblas Saga“ stammt von by Peter Sallai (Sabaton, Powerwolf).

TALENTSCHMIEDE: Boiling Blood

Band:
Boiling Blood

Gegründet:
2003

Herkunft:
Ludwigshafen am Rhein

Mitglieder:
Peter (Gesang), Jochen (Gitarre, Gesang), Chris (Schlagzeug), Michael (Bass) und Ingo (Gitarre, Gesang)

Stil:
Thrash Metal

Veröffentlichungen:
2005 – Demo „The Evil Inside“
2011 – Rehearsal „Sessions In Blood“
2019 – Official Album „Lost Inside A Morbid World“

Einflüsse:
SLAYER, KREATOR, EXODUS, METALLICA und, wenn es um die Experimentierfreude geht, QUEEN.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Größere Konzerte/Festivals spielen, dadurch unseren Bekanntheitsgrad steigern,  eine weitere CD und weitere Videos veröffentlichen und entsprechend die bestehende Light- und Bühnenshow fortentwickeln.

Was als nächstes kommt:
Die CD-Release- und Jubiläums-Show in unserer Stammlocation, dem Club Karree, am 19.10.2019 und dann hoffentlich viele Konzerte im nächsten Jahr – wir arbeiten daran!

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Metal-Konzerte im Swinger Club Karree – entspannt, heiß und ein geiles Publikum! 😀

Unser peinlichster Moment:
Das wäre wohl der Auftritt beim Flak You! Festival 2008 mit Drumcomputer. Dank unfähigem Mischer ein totales Desaster.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Da wir nicht die großen Biertrinker sind und auch sonst nicht sonderlich auf Alkohol abfahren, würden wir lieber mit Jemandem ein saftiges Steak auf den Grill werfen.
Mit wem? Hm, da hat wohl jeder seine eigenen Vorstellungen…
Lernt uns persönlich kennen, dann erfahrt Ihr es!

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Nur eine? Ok, dann am liebsten NERVOSA. Die Mädels sind live absolut der Hammer und vielleicht ist das auch gar nicht so abwegig, dass es tatsächlich mal klappt.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Es ist einfach, geil gemeinsam neue Musik zu schaffen und mit dieser dann die Menschen/das Publikum zu begeistern.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Eigentlich gibt es nichts Schlimmes daran, in einer Band zu spielen, es sei denn, man findet nie eine wohlwollende Einigung/wohlwollende Kompromisse. An diesem Punkt angekommen sollte man überlegen, die Band aufzulösen.

Online:
boilingblood.de
facebook.com/BoilingBloodOfficial
instagram.com/boilingblood_official
twitter.com/Blutkocher

Musik:
Bandcamp: boilingbloodofficial.bandcamp.com
Backstagepro: backstagepro.de/boilingblood
Spotify: open.spotify.com/artist/37iKKe9A6Ghl5bdQi3Fwlj
Youtube: youtube.com/channel/UCguFRd1GsnlYS60NMLR_2eQ
Soundcloud: soundcloud.com/boilingblood

Live-Dates:
11.10.2019 – Frankenthal, Zuckerfabrik
19.10.2019 – Philippsburg, Club Karree, CD-Release-Party

ELVENKING – Reader Of The Runes – Divination

Band: Elvenking
Album: Reader Of The Runes – Divination
Spielzeit: 52:32 min
Stilrichtung: Folk Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 30.08.2019
Homepage: www.elvenking.net

Folk Metal ist auch so eine Sache, die man entweder liebt oder aus Selbstschutzgründen geflissentlich umgeht. Ich gehöre seit Beginn meiner Leidenschaft für Metal eigentlich zu denen, denen bei dieser Musik akut lustige Spielmannsleut auf Mittelaltermärkten in den Sinn kommen, die das Publikum mit “Seid gegrüßt, edle Knappen und Mägde” begrüßen und beim Bedienen ihrer dummen Fiedel zwanghaft grinsend in komischer Verkleidung von einem auf’s andere Bein treten, während über Met und holde Dirnen gesungen wird. Sprich, ich mag das nicht und halte mich von dem Stil normal fern, es sei denn, irgendwer muss halt noch die neue ELVENKING rezensieren und ich bin der, der dafür in Frage kommt. Dementsprechend habe ich auch noch keine früheren Alben der Truppe gehört und gehe mal naiv unbedarft an die Sache ran. Das zehnte Album der 1997 gegründeten italienischen Gruppe hört auf den Namen “Reader Of The Runes – Divination” und beinhaltet zwölf Songs, darunter zwei 1,5-Minüter (Das aus keltischem Frauengesang, Percussion und Streichern bestehende Intro und das Akustikgitarren-Gesangs-Intermezzo “Diamonds In The Night” und ein knapp elfminütiger Endtrack. Die Produktion ist auf der Höhe der Zeit, die Band stark und Sänger Damna erinnert mich mit seiner belegt klingenden Stimme leicht an eine männliche Version von DORO, was als Kompliment zu verstehen ist.
Der Folk Metal von ELVENKING ist auf “ROTR – D” sehr Power-Metal-lastig, je nach Track könnte man den Stil eher als Power Metal mit Folk-Elementen bezeichnen. Und diese Folk-Elemente sind von verdammt angenehmer Sorte. Klischee-Geigengedudel ist die Ausnahme, die Melodien sind praktisch nie auf stumpfes “Hauptsache es klingt nach Mittelalter” aus, der Dudelsackeinsatz ist smart. Dazu haben ELVENKING ein Händchen für Refrains, die im Ohr bleiben, sei es der vom drumtechnisch leicht BATTLE-BEASTigen Midtempo-Track “Silverseal”, der im vergleich zum Rest des Tracks zurückhaltende von “The Misfortune Of Virtue”, der folkige im fast puren Folk-Metal-Song “Eternal Eleanor”, oder der epische und mit fetten Drums ausgestattete von “Reader Of The Runes – Book 1”.
Und auch sonst ist man kreativ unterwegs: “Maleficia Doctrine” ist ein fünfminütiges Feuerwerk der Vielseitigkeit, in dem von lateinisch-okkulten Chören über Power-Metal-Gespeede bis hin zu Growls und Blastbeats die komplette Palette vertreten ist. “Divination” ist SABATON-Folk und “Warden Of The Bane” pendelt klug komponiert zwischen ruhigerer Strophe und erfreulichem Uptempo-Doublebass-Chorus.
Schwachstellen? Nun, “Diamonds In The Night” und “Sic Semper Tyrannis” sind etwas verzichtbarer als der Rest, aber ansonsten ist “ROTR – D” eine bestens gelungene Kombination aus Power- und Folk-Elementen, die es tatsächlich schafft, selbst dem Folk-Metal-resistenten Rezensenten ehrlichen Spaß zu bereiten.

Anspieltipps:
“Silverseal”, “Heathen Divine”, “The Misfortune Of Virtue” und “Maleficia Doctrine”

Fazit:
AFM sind ja generell ein Qualitätsgarant und das ist bei ELVENKING nicht anders. Die Platte klingt geil und die Komposition stimmt auch. Die Menge an Folk-Facetten ist angenehm, nicht zu dominant aber auch ohne Lupe sichtbar, und sehr gut eingesetzt. Dazu Ohrwurm-Refrains ohne Ende – In seiner Gesamtheit ist “ROTR – D” aller Wahrscheinlichkeit nach eine der stärksten Folk-Power-Metal-Platten des Jahres!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Perthro
02. Heathen Divine
03. Divination
04. Silverseal
05. The Misfortune Of Virtue
06. Eternal Eleanor
07. Diamonds In The Night
08. Under The Sign Of A Black Star
09. Maleficia Doctrine
10. Sic Semper Tyrannis
11. Warden Of The Bane
12. Reader Of The Runes – Book 1

Jannis

FRETLESS – Damnation

Band: Fretless
Album: Damnation
Spielzeit: 53:36 min
Stilrichtung: Heavy Rock/Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 16.08.2019
Homepage: www.facebook.com/fretlessband

Leider sind die Schweden von FRETLESS mit ihrem Debütalbum „Local Heroes“ 2011 komplett an mir vorbeigegangen! Eine Schande wie sich später herausstellen sollte!
Nun habe ich aber die Möglichkeit das Ganze wieder gut zu machen, denn die Jungs stehen, acht Jahre nach ihrem Debüt, mit ihrem zweiten Diskus „Damnation“ in den Startlöchern.
Mit ihrem Stil aus Heavy Rock und Metal werden sie uns bestimmt auch dieses Mal in den Bann ziehen und wer musikalische Vergleiche benötigt der Stelle sich eine Mischung aus ACCEPT und PRETTY MAIDS vor!
So genug gesabbelt, fix den Opener „Unholy War“ gestartet. Dieser ist nur ein Cinematic Intro welches auf die Scheibe einstimmen soll und vermutlich gut bei den nächsten Livegigs als Eröffnung passt.
Schnell weiter zum nächsten Track „Burn“. Hier kommt eine tolle Orgel zum Einsatz die den Song besonders interessant machen und der dazu noch super eingängig ist! Ein mehr als ordentlicher Einstieg in das Album.
Das folgende „Let`s Get High“ kommt zwar ohne Orgel um die Ecke steht ansonsten dem eingängigen Opener aber in Nichts nach und wandert daher auch direkt auf unsere Hitliste.
Danach geht es etwas auf und ab was die Songs angeht. „Black Widow“ ist wieder absolut in Ordnung, „Higher Ground“ und das etwas ruhigere „Black Moon“ sind etwas zu gewöhnlich um groß aufzufallen.
Aber das Album ist mit 13 Tracks lang genug das es ein paar Standardtracks verkraften kann, hat man doch im weiteren Verlauf mit dem Titeltrack „Damnation“, „Sweet Cherie“ und dem Abschlusssong „Freedom“ noch sehr ordentliche Songs in der Hinterhand um das locker auszugleichen!

Anspieltipps:

„Burn“, „Let`s Get High“, „Damnation“, „Sweet Cherie“ und „Freedom“.

Fazit :

Mit ihrem neuen Album setzen die Jungs von FRETLESS ihren Siegeszug unbeirrt fort! Ein tolles Heavy Rock Album welches sich Fans des Genre auf jeden Fall nicht entgehen lassen sollten.
Ich würde mir wünschen das z.B die hier etwas spärlich eingesetzte Orgel häufiger zur Geltung kommt., sie steht der Band nämlich sehr gut zu Gesicht!
Ansonsten gibt es hier, trotz des ein oder anderen Standardtracks, nicht viel zu meckern und es gibt eine Kaufempfehlung für die angesprochene Zielgruppe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Unholy War
02. Burn
03. Let`s Get High
04. Higher Ground
05. Black Widow
06. Black Moon
07. Spread your Wings
08. Damnation
09. No More
10. Sweet Cherie
11. This is my Home
12. Spellbound
13. Freedom

Julian

PICTURE – Wings

Band: Picture
Album: Wings
Spielzeit: 40:17 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 16.08.2019
Homepage: www.pictureband.nl

PICTURE wieder eine der alten Schlachtrösser die mir nicht wirklich ein Begriff sind! Auch das 2012 übelst abgefeierte Comebackalbum „Warhorse“ ging an mir vorbei, was sich im Nachhinein als absolute Versäumnis herausgestellt hat!
Nun gibt es aber wieder neuen Stoff der fünf Niederländer, und das dieses Mal in Originalbesetzung! Wenn das doch mal kein Grund zum feiern ist.
Die jüngere Generation kann sich nun also selbst ein Bild vom Sound der Jungs machen der irgendwo zwischen NWoBHM, Classic Rock und Teutonic Metal angesiedelt ist.
Als erstes steht uns dann „Line of Life“ ins Haus. Nach einer kurzen Einleitung nimmt die Nummer Fahrt auf und es wird uns ein straighter Heavy Rocker präsentiert der Dank der der Stimme von Originalsänger Ronald von Prooijen so klingt wie PICTURE klingen sollten!
Der erste Hit steht uns dann mit dem abwechslungsreichen, rockigen Titeltrack „Wings“ ins Haus. Hier gibt es tolle Orgelklänge die die Nummer noch mehr vom Openertrack abheben.
Im Vergleich zum letzten Album „Warhorse“ muss man hier auch ganz klar im weiteren Verlauf feststellen das man eher auf der rockigeren Seite unterwegs ist und die schwermetallischen Klängen größten Teils der Vergangenheit angehören! Dies dürfte vor allem die Altfans besonders freuen.
So sind auch die nächsten Songs „Blown Away“, „No Place to Hide“ und „Empty Room“ eher in der Heavy Rock angesiedelt. Aus diesem Trio sticht vor allem das abwechslungsreiche, groovende „Empty Room“ hervor.
Die letzten drei Songs sind ebenfalls ordentlich gelungen und zeigen PICTURE im alten/neuen Gewand. Hier wird gerockt und die, mittlerweile, älteren Herrschaften zeigen manch jüngeren Vertretern wie es geht!
Abschließend gibt es mit dem etwas längeren „Stroke“ noch den vorab veröffentlichten Videotrack auf die Ohren der sich ebenfalls schnell in die bisherige Hitliste einfügt.

Anspieltipps:

„Wings“, „Empty Room“, „Still Standing“ und „Stroke“.

Fazit :

PICTURE sind wieder in Originalbesetzung zurück und das merkt man der Platte definitiv an! Im Vergleich zum eher metallischen Vorgängeralbum regiert hier wieder der klassische Heavy Rock der Anfangstage der Band und hier spielen die Jungs definitiv all ihre Stärken aus.
Eine insgesamt starke Leistung der zeigt das es sich lohnt nochmal in alter Stärke zusammen zu kommen und einfach das zu machen was man liebt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Line of Life
02. Wings
03. Little Annie
04. Is it Real
05. Blown Away
06. No Place to Hide
07. Empty Room
08. Never Enough
09. Still Standing
10. Stroke

Julian

NORTHTALE – Welcome To Paradise

Band: NorthTale
Album: Welcome To Paradise
Spielzeit: 53:08 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 02.08.2019
Homepage: www.facebook.com/northtaleofficial

Disclaimer 1: NORTHTALEs “Welcome To Paradise” ist ein gelungenes klassisches Power-Metal-Album der neuen Supergroup um Bill Hudson (DIRKSCHNEIDER, TSA), Christian Eriksson (TWILIGHT FORCE), Pattrick Johansson (W.A.S.P., YNGWIE MALMSTEEN) und Mikael Planefeldt (STREAMLINE). Dass ausgerechnet die Jungs ein wenig Frust abkriegen, liegt schlicht an diversen ähnlichen Veröffentlichungen in letzter Zeit, die ich rezensiert habe, und ich gehe nicht davon aus, dass eine Rezension in der Rock Garage am Erfolg der von den mächtigen Nuclear Blast gepushten Truppe etwas ändern wird.

Disclaimer 2: Keine Sorge, so eine Rezension ist und bleibt die Ausnahme, aber das muss einfach gerade mal raus. Wer keine Lust auf persönliches Rumheulen hat, skippe an dieser Stelle zum Abschnitt vor dem Fazit. Disclaimer Ende.

So. Power Metal (gemeint ist hier der, der sich an den großen Finnen, Deutschen und Schweden orientiert, mit ein paar Keyboards und ordentlich Pathos, im Folgenden: PM) ist ein Genre, dem viele seiner Vertreter gewisse inhaltliche und musikalische Attribute zuschreiben. Er muss große Emotionen auslösen, indem er hochmelodisch ist, spätestens ab dem ersten Prechorus episch, dabei meist positiv konnotiert sein – Ihr wisst was ich meine.
Diese Attribute limitieren diese Vertreter des PM, so dass auf musikalischer Ebene mit groß und majestätisch klingenden, kadenzorientierten Harmoniefolgen gearbeitet wird. Diese (in ihrer Zahl endlichen) Harmoniefolgen wirken sich auf die Melodieführung des Gesangs aus, der zusätzlich mit weiteren Kniffen den Track ebenfalls emotionaler und majestätisch-hymnischer zu gestalten vermag. Dazu die gewohnten Songstrukturen und mit einer guten Band und einem guten Sänger kann fast nichts mehr schiefgehen.
Allerdings ist es inzwischen schlicht kaum noch möglich, ein Album dieser Art aufzunehmen, ohne Harmoniefolgen, Melodien und Arrangements zu verwenden, die man so zumindest noch nicht oft gehört hat. Stattdessen wird Kadenz an Kadenz gereiht, Chor auf Orchester auf Synthesizer gepackt und insgesamt so ein Werk erschaffen, das seine Wirkung auf den Hörer haben mag, sich wie NORTHTALEs erster Streich vertraut anfühlt und schön zu hören ist, in der Menge vergleichbarer Veröffentlichungen allerdings untergeht.
Mein Problem ist: Es mag zwar schön sein, solche Alben zu hören, aber es ist nicht interessant. Interesse entwickelt man für Dinge, weil man sie nicht kennt oder sie einem anders vorkommen, als man es von vergleichbaren Dingen gewohnt war. Bei PM kann Interessantheit auf verschiedene Arten erzeugt werden, aber jeder liegt die Überschreitung der von vielen Genrevertretern selbst auferlegten Grenzen zugrunde. Man könnte einzelne Elemente anderer metallischer oder nicht-metallischer Genres einflechten. Man könnte andere Keyboardsounds oder zusätzliche Instrumente integrieren. Man könnte aber auch, wenn man etwas mehr bei den Wurzeln bleiben möchte, einfach bei der Kompositionsweise ein wenig die festgetretenen Pfade verlassen, mal andere Akkordfolgen und Melodielinien ausprobieren Zumindest könnte man einige individuelle Wendungen erarbeiten, die im PM nicht so ganz üblich sind, und somit einen eigenen Stil schaffen oder, wenn das nicht klappt, wenigstens bei der Produktion und der Auswahl des Equipments einen Sound schaffen, der nicht der absolut typische für das Genre ist.
Es gibt Bands, die es schaffen, dem Genre diese Frische, diese Interessantheit zu geben, in letzter Zeit beispielsweise MERGING FLARE, THE UNITY oder auch STORMHAMMER.

NORTHTALE verlassen sich auf die Formeln, die dem PM zu seiner treuen Hörerschaft verholfen haben. Aber sie machen bis auf wenige Parts in wenigen Tracks (Der “We Are The Champions”-Beat in “The Rhythm Of Life” oder das poppige “Everyone’s A Star”) rein gar nichts damit, außer sie exzellent zu intonieren und hinsichtlich des Songwritings nicht in zumindest eingängige, voneinander unterscheidbare Melodien umzusetzen. Damit ist “Welcome To Paradise” leider ein Album unter erschreckend vielen, das insbesondere auf längere Sicht nicht aus der Masse herausstechen wird und in Sachen Originalität noch von einer guten Anzahl an Underground-PM-Bands geschlagen wird. Alles nach Lehrbuch, alles ohne die Gefahr, irgendwo anzuecken, wirklich schön aber nicht interessant. Es ist ja löblich, ein PM-Album erklärtermaßen im Stil der späten 90er zu machen, aber wenn die Routine derartig groß ist, bleibt nicht nur der Wiedererkennungswert sondern auch die Seele des Albums zu sehr auf der Strecke. Mit so einem Album kriegt man die Leute, die sich sonst nicht so viel mit dem Genre auseinandersetzen, nicht so gesättigt sind von unzähligen gleich klingenden Veröffentlichungen in vielen Jahren. Ich erwarte nicht die Innovation um der Innovation Willen. Ich brauche auf meinem nächsten PM-Album keine Bongos statt Drums, aber das mindeste wäre es, neben der (egal wie perfekten) Einhaltung der Genrekonventionen auch ein paar Melodien zu finden, die nicht nur die obligatorische langweilige und absolut kalkulierte Standard-PM-Gänsehaut erzeugen, sondern frisch, aussagekräftig und immerhin ein bisschen unverbraucht sind.

Fazit:
Schluss jetzt: Wer auf klassischen Ende-90er-Power-Metal steht, der von Fachmännern des Genres professionell dargeboten wird, der hat mit NORTHTALEs “Welcome To Paradise” ein weiteres Album zur Befriedigung seiner Bedürfnisse zur Verfügung. Keine Höhen, keine Tiefen, Keyboards, große Melodien ohne große Eigenständigkeit, für den Moment des Hörens aber recht geil. Das Ding ist eben eher ein Medikament zur Zurückdrängung des Symptoms des Wunsches nach Power Metal, aber nichts, was langfristig wirken könnte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Welcome To Paradise
02. Higher
03. Follow Me
04. The Rhythm Of Life
05. Time To Rise
06. Way Of The Light
07. Shape Your Reality
08. Everyone’s A Star
09. Siren’s Fall
10. Bring Down The Mountain
11. Playing With Fire
12. If Angels Are Real
13. Even When

Jannis

TARCHON FIST – Apocalypse

Band: Tarchon Fist
Album: Apocalypse
Spielzeit: 44:48 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 16.08.2019
Homepage: www.tarchonfist.com

Drei Alben, eine EP, ein Best Of und zudem eine Vorgeschichte unter dem Namen “Rain” – TARCHON FIST aus Italien haben bereits ein amtliches kleines Portfolio zusammengetragen und nun, zwei Jahre nach besagter EP, ihr viertes Album in den Startlöchern. Spätestens beim vierten Album sollte man auch einen gewissen eigenen Sound/Stil entwickelt haben, und ohne sonst irgendwas von den nach der Faust des etrurischen Königs und Sturmgottes benannten Jungs gehört zu haben, kann ich sagen: Jap, das klingt durchaus individuell. TARCHON FIST spielen Heavy Metal, der gerne mal an Rock’n’Roll und Power Metal kratzt, praktisch ohne Keyboards und mit gutem und ziemlich abgespecktem Sound, der das Gegenteil von überladen ist, ohne dass er sich anfühlt, als würde irgendetwas fehlen.
Als FIST-Neuling habe ich in Sachen Klang der Band nur ein paar Probleme mit Sänger Mirco, die ich zu mindestens 50% auf die Produktion schieben würde. Manchmal geht er im Rest der Band doch etwas unter, sodass man seine Gesangsmelodien eher erahnen muss, manchmal verschwindet er hinter den Backing Vocals. Und während ich sein Vibrato und im Allgemeinen auch seine Stimme und Gesangsleistung sehr schätze, liegt er doch ab und an gefühlt ein wenig daneben.
Derlei Probleme verblassen jedoch vor den Tracks an sich. Die sind in ihren einzelnen Melodieparts zwar nicht besonders komplex, variieren allerdings gekonnt den Genreschwerpunkt und die Atmosphäre, die sie vermitteln. Bei “Evil Comes From The Underground” treffen AC/DC-Vibes auf KINGsches irres Gelächter und ein paar nett eingestreute Power-Metal-Melodien, “My Destiny” ist eine echt gute Ballade, bei der insbesondere Drum- und Gitarrenarbeit hervorzuheben sind und “Proud To Be Dinosaurs” (Jap, es ist ein Album über Apokalypsen. Das muss selbstverständlich mit rein) ist ein vergleichsweise hymnischer und textlich witzig-dämlicher Ohrwurm. Dazu gibt es in “The Last Human Strength” einen sehr kleinen und arschgut eingesetzten Gastsängerin-Part, das obligatorische ACCEPTHOVEN-Zitat und edle “Apocalypse”-ICED-EARTH-Chöre und so weiter und so fort.
Die meisten Songs heben sich somit deutlich voneinander ab, viele von ihnen mit kleinen Mittelteil-Perlen, auf die es sich auch bei schwächeren Songs zu warten lohnt.
Neben meinen Vocal-Problemen beschränkt sich die negative Kritik lediglich auf die üblichen paar Lückenfüller in Form von Parts in mehreren Songs. Dafür gibt es, so muss man lobend anerkennen, keinen Song auf “Apocalypse”, der nicht zumindest in Teilen aufhorchen ließe. TARCHON FIST hatten hörbar Spaß daran, ihre Tracks mit kleinen Twists aufzuwerten und wem ein Song anfangs nicht gefällt, der wird wohl spätestens beim Mittelteil seine Meinung nochmal überdenken müssen. Ordentlich starke Leistung insgesamt. Da darf man neben seinem Dasein als Dinosaurier ruhig auch noch auf das neue Album stolz sein!

Anspieltipps:
“Last Human Strength”, “My Destiny”, “Sky Rider” und “Evil Comes From The Underground”

Fazit:
Abwechslungsreich, ernstnehmbar aber mit einer Prise Humor und für ein 45 Minuten langes Album echt sehr schnell vorbei – “Apocalypse” kann man ruhig in seiner Gesamtheit mal laufen lassen, um sich davon zu überzeugen. Und im Kontext des gesamten Werkes fallen auch die Schwachpunkte kaum noch ins Gewicht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Prologue To Apocalypse
02. Clash Of The Gods
03. Evil Comes From The Underground
04. Lights Of Fire
05. No Mercy For The Enemy
06. Last Human Strength
07. Proud To Be Dinosaurs
08. Sky Rider
09. Titan Of The Forest
10. Razor From The Abyss
11. My Destiny (Epilogue)

Jannis