WÜSTENBERG – The King’s Gambit

Trackliste:

01. The King’s Gambit
02. Call Me A Fool
03. Hold On To
04. Trading Manners For The Madness
05. Man With No Baggage
06. Paradox Of Love
07. Good People
08. Revenge Is For The Weak

 

 

Spielzeit: 29:07 min – Genre: Folk Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.facebook.com/wuestenbergmusic

 

Auf einmal tauchte WÜSTENBERG in unserer Liste auf, ich dachte mir wer das wohl sein wird und wie die Mucke klingen wird, also habe ich mich für dieses Album eingetragen. Den Umstand das es sich um Folk Rock handelt fand ich interessant, da ich bis jetzt nie oft Berührungspunkte mit diesem Genre hatte. Ich kannte Diverse Songs von Irisch Pubs oder gelegentlich bis eher selten aus dem Radio, und fand diese Art Musik immer entschleunigend und entspannend, ohne Hektik gehen die Melodien runter wie Öl.

Zur Besetzung gehören Franz Wüstenberg an Gesang, Akustik- und Elektrogitarre,
Simon Scherer an Banjo und Mandoline, Béatrice Wissing an Geige, Catherine Kuhlmann an Klavier und Orgel, Torben Richter an Elektrogitarre, Alexander Lauer an Bass, Phil-Jonathan Kämpflein an den Drums. Die Stimme von Franz übt eine besondere Faszination aus die mit den Instrumenten einen Klang erzeugen der als Wohlfühlmucke bezeichnet werden kann. Bei den Instrumenten sticht keines heraus, auf der anderen Seite geht auch keines unter. Die Produktion ist so ausgeführt das jeder der Darsteller seine Bühne besitzt und mit der Stimme eine feste Einheit bildet. Der Klang der Produktion wirkt sich extrem positiv auf diese Einheit aus.

Na WÜSTENBERG dann lasst mal Hören wie Euer Debütalbum mundet. Zu hören gibt es wunderschön verpackte Melodien, um es in genauen Worten auszudrücken, wenn man sich Folk Rock vorstellt, sollte er genau so sein. Weder zu kolossal noch zu fein, WÜSTENBERG hat genau den goldenen Weg gefunden ihren Sound ins rechte Licht zu rücken. Dieses Licht scheint ziemlich Hell, mit Songs wie „The King’s Gambit“, „Call Me A Fool“, „Trading Manners For The Madness“, „Paradox Of Love“ und „Revenge Is For The Weak“ hat WÜSTENBERG gewaltige Ohrwürmer am Start. Aber nicht nur die Ohrwürmer haben die Fähigkeit zu überzeugen, auch die anderen Songs sind von sehr hoher Qualität.

Schade das sich auf diesem vorzüglichen Debütalbum nur acht Songs befinden und die Party nach knappen 30 Minuten zu Ende ist. Die hätte ruhig und gern noch eine halbe Stunde länger gehen können.

„The King’s Gambit“ der Opener geht gleich ohne Umwege in die Gehörgänge, „Call Me A Fool“ ein flotter und melodischer Feger. „Hold On To“ glänzt mit Tempowechsel, „Trading Manners For The Madness“ wäre mit seinem Tempo sehr gut für die Tanzfläche geeignet, mit dem Banjo kommt sogar ein wenig Südstaaten Stimmung auf. „Man With No Baggage“ ein cooler Rocker, „Paradox Of Love“ hier erzeugen die Tempowechsel mit sanften und rockigeren Tönen einen speziellen Charme. „Good People“ eine sympathische E-Gitarre liefert sich mit dem Banjo gelegentliche Duelle und formen so einen Song mit Pfiff, „Revenge Is For The Weak“ zum Schluss kommt noch ein Sahneteil zum Zug.

Balle

STURMS FÄHRMANN – Alles echt

Trackliste:

01. Alle Mann an Deck
02. Chemie
03. Alles Echt
04. Pur und ohne Filter
05. 1000 Mal von vorn
06. Auf welchem Weg
07. Dieb
08. Niemals zurück
09. Asche auf mein Haupt
10. Durch den Sturm
11. Kein Morgen mehr
12. Wir bleiben einfach hier

Spielzeit: 41:47 min – Genre: Deutsch Rock – Label: Visualsound.Media – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.facebook.com/sturmsfaehrmann

 

STURMS FÄHRMANN wer soll denn das schon wieder sein, hört sich nach Shanti und Seemannsgarn an. Aber nicht vom Bandnamen ablenken und täuschen lassen, denn hier gibt es Deutsch Rock auf die Glocke, von Seemannsgarn so weit entfernt wie die Menschheit vom Mond. Und genau diese mir bis jetzt unbekannte Band haut ihr viertes Album unters Volk.

Zu den Bandmitgliedern gehören Yannick Lickfeldt an Gesang, Jochen Sturm und Mickes Sebastian an den Gitarren, Thorben Gust an Bass und die Drumsticks schwingt Tim Schwarz. Yannicks Stimme bewegt sich sehr vorlaut in den Mittleren bis in die Hohen Lagen, und passt mit seinem vorlauten Ton sehr gut zum Testosteron geschwängerten Deutsch Rock ohne sich einen Schnitzer zu erlauben. Die beiden Saitenschwinger hauen die Riffattacken raus als wenn es der letzte Song ist den sie im Leben spielen würden. Der Bass steht leider nicht so weit vorne und ist nicht so bewusst wahrzunehmen, wenn die Gitarren mal pausieren kann man den Bass sehr gut hören. Die Drums sind weder auffällig noch zurückhaltend ausgeführt, sondern irgendwie in einem guten Zwischenmaß. Die Produktion hat Dampf, könnte bei den Becken ein wenig mehr Klarheit vertragen, ansonsten alles im grünen Bereich.

Der Stil haut mit Gitarren ganz schön rein, aber nicht nur die Gitarren machen Mobil, auch die Melodien sind sehr fein ausgeführt und tragen so zu einem extrem positiven Bild bei. Der Härtegrad geht voll in Ordnung, härter sollte es auf keinen Fall sein, denn nur so kommt melodischer Deutsch Rock bestens an. Vergleiche kann man mit meinen lieblingsvergleichen BÖHSE ONKELZ, DIMPLE MINDS, MAERZFELD, GRENZENLOS, ARTEFUCKT, UNANTASTBAR und EIZBRAND um nur einige erwähnt zu haben. Alle Vergleiche versprühen auf ihre eigene Art viel Charme und da bilden STURMS FÄHRMANN keine Ausnahme. So, und zwar genau so sollte und muss anständiger Deutsch Rock klingen und reinhauen. Wer da nicht mit dem Fuß im Takt mit wippt ist nicht mehr zu helfen, der ist entweder Taub oder was weiß ich was bei so einem schief läuft. Mit der Laufzeit ist auch alles im grünen Bereich, also Jungs alles Richtig gemacht, weiter so und zwar genau so. Für Volle Punkte fehlt ein Mü, ich denke mit der nächsten Veröffentlichung reißt die Band volle Hütte.

„Alle Mann an Deck“ holla die Waldfee, da rennt die Hexe mit brennenden Haaren ums Kackhauseck, „Chemie“ und es folgt gleich der zweite Hit. „Alles Echt“ ein Vollgasrocker der mit viel Drive die eben angesprochene Hexe ums Kackhauseck treibt, „Pur und ohne Filter“ und noch so ein Melodic Schmankerl das beim ersten Hören sitzt. 1000 Mal von vorn“ in den Strophen mit Drama angereichert und im Refrain wird’s ein Superhit, „Auf welchem Weg“ bei den ersten Takten und immer wieder eingesprenkelt kommt Chaos auf – bis der endgeile Refrain kommt und seine Faszination auf dem ersten Durchgang entfaltet. „Dieb“ hier muss ich an die Titelmelodie der TV-Serie The Munsters denken – nur noch mit mehreren Umdrehungen und mehr Konfusion, „Niemals zurück“ hier muss ich an die Schwaben von ANGUS COURT denken, unwiderstehliche Hooks und Eingängigkeit – ein Hit. „Asche auf mein Haupt“ WOW was für ein Melodic Happen – besser geht es wirklich nicht – kommt mit leichten AC DC Vibes, „Durch den Sturm“ ich will mich nicht wiederholen, aber schon wieder ein Song der als Hit durchgeht. „Kein Morgen mehr“ upps und noch ein Highlight das sofort im Ohr bleibt, „Wir bleiben einfach hier“ am Ende haben sie es nochmals getan, hauen ein Highlight raus.

Balle

LEAVES EYES – Songs of Darkness

Trackliste:

01. Song of Darkness
02. Hall of the Brave
03. Until the Last Day
04. Roots Eternal

 

 

 

 

 

Spielzeit: 16:33 min – Genre: Symphonic Power Metal – Label: RPM – VÖ: 06.03.2026 – Page: www.leaveseyes.de

keine Wertung

Die deutschen Symphonic Power Metaller LEAVES EYES sind ein gern gesehener Gast hier bei uns in der Rock-Garage!
Seit 2003 ist man unterwegs, durch Mastermind Alexander Krull ins Leben gerufen und nun auch schon seit 2016 steht die finnische Sopranistin Elina Siirala hinter dem Mikro.
Nach dem Ende des klassischen Labels AFM Records schloss man sich dem neuen aufstrebenden Stern am Labelhimmel Reigning Phoenix Music an und die mir nun vorliegende EP „Song of Darkness“ ist der Einstand bei dem neuen Label.
Nach wie vor ist die Band fiktiv und historisch im Wikinger Kosmos unterwegs und präsentiert uns nun 4 neue Songs mit ihrer bandtypischen Vertonung im Symphonic Power Metal.

Als Opener fungiert das Titelstück „Song of Darkness“. Nach einem sanften Einstieg erklingen die satten Drums und der Bass legt ein ordentliches Fundament für diese Nummer. Der Refrain ist bandtypisch schön griffig und Sängerin Elina selbstverständlich bestens bei Stimme. Alexander tritt hier nicht in Erscheinung.
Das ändert sich aber beim epischen „Hail of the Brave“ im Anschluss. Hier haben wir einen wunderbaren so typischen LEAVES EYES Song, immer in der Schnittmenge zwischen Symphonic, Epic und Power Metal. Das gesangliche Wechselspiel funktioniert hier auch wunderbar. 1 A Track!
Ähnlich geht dann auch „Until the Last Day“ zu Werke. Auch wenn es hier ein paar ruhige Passagen gibt, ist das gute Stück die perfekte Ergänzung zum Vorgängersong.
Als Abschluss dieser kleinen EP haben wir dann mit „Roots Eternal“ eine schöne Ballade die komplett von Elina gesungen wird.
Nicht außergewöhnliches, rundet aber das gesamte Bild der EP super ab.

Also, als kleiner Appetithappen für das nächste komplette Album ist diese EP auf jeden Fall schon mal bestens geeignet! Die hier enthaltenden vier Songs sind auf einem ähnlich qualitativen Niveau wie auch die Songs der Vorgänger Scheibe „Myths of Fate“ von daher glaube ich können wir uns schon auf die nächste Scheibe freuen.
Fans der Band werden hier auf jeden Fall bestens bedient!

Julian

 

TRIUMPHER – „Piercing The Heart Of The World“

Trackliste:

01. Black Blood
02. Destroyer
03. The Mountain Throne
04. Ithaca (Return Of The Eternal King)
05. Vaults Of Immortals
06. The Flaming Sword
07. Erinyes
08. Naus Apidalia

 

 

Spielzeit: 44:44 min – Genre: Epic Metal – Label: No Remorse Records – VÖ: 06.03.2026 – Page: www.facebook.com/Triumpher.official

 

Manchmal kommt es einem so vor, als müsste man als Epic-Metal-Band in der heutigen Zeit eine möglichst holzige drucklose Produktion vorweisen, einen dünnen Gesamtsound und einen Sänger, der 20% der Zeit leicht neben dem Ton liegt, von dem Nicht-Kenner sagen würden, dass er den hätte treffen müssen. Schwer zugänglich, ansonsten untrue.
Aber es gibt auch Bands wie TRIUMPHER. Griechen, 2020 gegründet von Mars Triumph (heißt nicht wirklich so, bin etwas enttäuscht) und dann seit 2023 direkt mal zwei Alben rausgebracht – drei, wenn man „Piercing The Heart Of The World“ hinzurechnet.
Und was soll ich sagen, so geht es doch auch. „Piercing The Heart Of The World“ klingt sehr gut. Nicht modern überproduziert sondern einfach organisch gut. Und die Musik an sich tut der Qualität keinen Abbruch. Der Opener „Black Blood“ rollt erbarmungslos rein, mit stabiler Härte und Uptempo, aber auch mit Orchester, Chor, und einer fetten Glocke. Und wow, auch Orchester und Chor klingen sehr gut gemacht für eine Band und ein Album dieser Größe. Im Vergleich zu sonstigem Epic Metal ist „Black Blood“ ziemlich „eingängig“, lässt sich seinen Blastbeat-Part und hohe Screams aber nicht nehmen. Heftiger Einstieg.
Und heftig geht es mit „Destroyer“ und „The Mountain Throne“ weiter, denn hier wird erst klar, dass TRIUMPHER auch in oldschooligen Symphonic-Black-, Speed- und Thrash-Metal-Wassern fischen. Das ginge nicht mit jedem Sänger, aber Mars hat eine Stimme, um die sich 90% der Bands da draußen prügeln würden. Screams und Growls gehen ebenso wie kreischiger Klargesang, Epic-Metal-Vocals mit schönem Vibrato und beruhigender Bariton, und alles sitzt wie Arsch auf Eimer. Der Gesangsstil auf „Piercing The Heart Of The World“ ist theatralisch wie sonst was, und ein klares Highlight auf der Platte.
Neben alldem gehen auf TRIUMPHERs Drittwerk aber auch ruhigere Töne – „Ithaca (Return Of The Eternal King)“ braucht über drei Minuten, bis die Band überhaupt das Studio betritt und „Vaults Of Immortals“ wird als kleiner dramatisch-zurückgefahrener Zweiminüter noch hinterhergeschoben.
„The Flaming Sword“ ist ein musikalisch kreativerer MANOWAR-Song, bei „Erinyes“ wird es nochmal thrash/speed-metalliger, und „ Naus Apidalia“ ist ein korrekter Neun-Minüter, den man aber um drei Minuten hätte kürzen können.

Fazit:
„Piercing The Heart Of The World“ ist stark gemacht und auch für Nicht-Genre-Puristen durchweg sehr unterhaltsam. Kleine Einflüsse verschiedener Untergenres liefern ein angenehmes Maß an Unvorhersehbarkeit, ohne dass das Album deswegen in sich nicht organisch wirken würde. Klare Reinhörempfehlung!

Anspieltipps:
„Black Blood“, „The Mountain Throne“ und „Erinyes“

Jannis

MICHAEL MONROE – Outerstellar

Trackliste:

01. Rockin´ Horse
02. Shinola
03. Black Cadillac
04. When The Apocalypse Comes
05. Painless
06. Newtro Bombs
07. Disconnected
08. Precious
09. Pushin´ Me Back
10. Glitter & Dust
11. Rode To Ruin
12. One More Sunrise

Spielzeit: 43:58 min. – Genre: Hardrock, Sleaze Rock – Label: Silver Lining Music – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.michaelmonroe.com/web

 

MICHAEL MONROE ist ein Rockstar! So viel steht fest. Seit über 45 Jahren fegt er über die Rock´n Roll Bühnen dieses Planeten. Zuerst mit den göttlichen HANOI ROCKS, die 1984 aus bekannten Gründen ein jähes Ende fanden, er initiierte in den Neunzigern tolle Bandprojekte wie DEMOLITION 23 oder JERUSALEM SLIM, die stets seine Handschrift trugen und seit 1985 ist er auch unter seinem guten Namen unterwegs. Alleine sein 1989er Werk „Not Fakin´ It“ ist ein feuchter Traum für alle Genrefans. Seit dem Neustart im Jahr 2010 liefert er moderne Glam/Punk/Hardrock-Alben erster Güte ab – und zwar immer wieder aufs Neue.

Dass MONROE aber nicht die einzige Koryphäe in der Band ist, zeigt ein Blick auf die übrigen Mitwirkenden. Aktuell stehen da Steve Conte (guitars) und Sami Yaffa (bass) von den späten NEW YORK DOLLS, Rich Jones (guitars) – Ex-GINGER WILDHEART, der in die Fußstapfen von Dregen trat und Karl Rockfist (drums), der schon bei STEEL PROPHET oder DANZIG die Stöcke schwang. Mr. MONROE schart quasi eine All-Star-Band um sich.

Mit „Outerstellar“ steht das mittlerweile dreizehnte Soloalbum in den Startlöchern. Die erste Single „Rockin´ Horse“ war etwas – anders. Das Video dazu war inspiriert von den klassischen Slapstick-Clips der Achtziger von DAVID LEE ROTH oder MÖTLEY CRÜE, der Song dazu punkig, ohne große Melodiebögen. Aber das ist MICHAEL MONROE – man weiß nie was passiert. Überhaupt ist die neue Platte sehr abwechslungsreich und überhaupt nicht vorhersehbar. Zumindest teilweise. Songs wie „Disconnected“, „Shinola“ oder „Pushin´ Me Back“ sind geradeheraus, haben diesen melodischen MONROE-Charme – das sind Songs die man am ehesten erwarten dürfte. Dann gibt es eben eine etwas verrückte Abteilung mit Stücken wie „Rockin´ Horse“ oder „Precious“. Und auch ruhige Momente wie bei „Glitter & Dust“ oder „One More Sunrise“ dürfen nicht fehlen. „Black Cadillac“ ist eine Hommage an den unvergessenen JOHNNY THUNDERS während „Painless“ fast schon an OASIS erinnert.

„Outerstellar“ ist also wieder einmal ein bunter Strauß an Glam/Punk/Hardrock Melodien geworden. Und ein Album das man hören sollte, nein muss. Egal ob wegen MICHAEL MONROE selbst und seiner großartigen Band oder wegen der Songs.

Stefan

NMB – „L.I.F.T.“

Trackliste:

01. Beginning
02. Fully Alive
03. I Still Belong
04. Gravity’s Grip
05. Hurt People
06. The Great Withdrawal
07. Contemplation
08. Shame About My Shame
09. Reaching
10. Carry You Again
11. Shattered Barricade
12. Fully Alive Pt. 2
13. Love All Along

Spielzeit: 70:32 min – Genre: Progressive Rock – Label: InsideOutMusic – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.facebook.com/TheNealMorseBandOfficial

 

Wer in den letzten dreißig Jahren mal eine Vorliebe für Progressive Rock entwickelt hat, kam an dem Namen Neal Morse wohl nicht vorbei. Mit SPOCK’S BEARD und TRANSATLANTIC hat er moderne Klassiker geschaffen („The Whirlwind“ ist ein Album für die Geschichtsbücher), war mit mehreren Neben-Projekten beschäftigt und liefert dazu noch beständig mit THE NEAL MORSE BAND – oder, wie man inzwischen offiziell heißt, NMB.
Fünf Jahre nach dem letzten Album kehrt Neal mit dem massiven 70-Minüter „L.I.F.T.“ zurück, dessen Interpretation man dem Hörer überlässt. Kreative Vorschläge bitte in die Kommentare.
Mike Portnoy ist dabei, dazu weitere Vertraute von Neal, die einen bombastischen Job machen, was keine Überraschung ist, denn sonst wären sie kein Teil von NMB.
Was ebenso großartig ist, ist der Sound, der klar und sehr dynamisch ist und all dem, was auf „Living In Fentanyl Times“ so abgeht, Raum gibt.
Wenn man tiefstapeln möchte, beschreibt man „Luisa ist Freds Traumfrau“ als klassisches Werk, wie man es von den A-Listern im Neo Prog Rock so kennt. Aber das beschreibt die Realität nicht zur Genüge. Gehen wir rein.
Erster Track – „Beginning“: Ganz ruhiger Start, paar kleine Streicher, Vocals, Klavier, alles sehr schön. Und daaaaaaaaaann: BAAAAAAAAM, majestätisch feierlicher Shit, Hörner, Gänsehaut. Stimmungswechsel, Bass hat Spaß, sehr edles Synth kommt mit dazu. Alles mit viel Dur und Positivität. Motive werden etabliert, von denen wir bereits ahnen, dass wir sie wiederhören werden, alles eskaliert, Orgel, Chor, Orchester, Tamburin, verschiedene Tempi, wuhu.
Und das war nur der Einstieg. Und auch danach macht „Liebling, ich fahre tanken“ alles, was das Herz begehrt. Fließende Übergänge zwischen den Songs schweißen das Ding zu einem Gesamtwerk zusammen, dessen Komposition und Übergänge hervorragend sind. Und alleine schon auf musikalischer Ebene ist „Land-Instandsetzung für Tierhaltung“ eine emotionale Reise, mit vielen positiven Vibes zu Beginn, den ersten Anzeichen von Schwermut bei „I Still Belong“, „Hurt People“ als düsterem Wendepunkt, Hoffnungslosigkeit mit kleinen Funken Optimismus bei „The Great Withdrawal“, Introspektion und Emotion beim ESC-Bewerbungstrack (nicht wirklich) „Shame About My Shame“ und Rückkehr zu Größe, Feierlichkeit, Positivität bei den nachfolgenden Tracks.
Ich weiß nicht, ob es rübergekommen ist, aber

Fazit:
„Lurchis interaktiver Familien-Tagesplaner“ ist eines dieser Prog-Alben, die sich einfach groß und bedeutsam und bist auf minimale Längen makellos anfühlen. Wenn dazu noch die Songwriting-Arbeit stimmt (tut sie) und das Handwerk sitzt (tut es), dann gibt es absolut nichts, was den Progfans unter Euch davon abhalten sollte, der Platte 70 Minuten seiner Zeit zu schenken.

Anspieltipps:
Von vorne nach hinten, Ihr Banausen.

Jannis

TALENTSCHMIEDE: KING ERN

Band:
King Ern

Gegründet:
Mai 2019

Herkunft:
Berlin

Mitglieder:
Daniel (Guitar/Composer)
Figo (Vocals/Lyrics)
George (Live-Bass)
Viviana (Live-Drums)
Sven (Live-Gitarre)

Figo: Was Studio-Aufnahmen und Live-Konzerte angeht besteht ein Unterschied, hat mit der Gründung zu tun. Also, bei Studio-Aufnahmen spielt Daniel alle Gitarren und den Bass ein, und ich Gesang.
An den Drums auf unserer Debüt-EP „No Rush“ und der Single „Drop“ saß Paul Knox, bei den Singles „Painkiller“ und „What A Firm Grip Of Dreams“ Viviana.
Bei Live Shows an der Rhythmusgitarre ist Sven, Bass spielt George von der britischen Metalband THE BLACK HOUNDS, Drums macht Viviana.
Daniel spielt Lead Guitar und ich bin am Mic logischerweise.

Stil:
Figo: Thrash-Metalcore kam mir in den Sinn, selbst habe ich mir nie Gedanken gemacht, welche Sparte wir bedienen. Zumindest ist es für uns kein Thema, doch wenn gefragt wird, dann sage ich immer es ist Thrash-Metalcore anstatt „harte Musik“.

Daniel: Es fällt mir schwer, unsere Musik eindeutig einem bestimmten Stil zuzuordnen, da wir viele unterschiedliche Einflüsse und Stilrichtungen miteinander verbinden. Grundsätzlich bewegen wir uns im Metal-Genre. Im Gesang lassen sich jedoch klare Hardcore-Elemente erkennen, während die Kompositionen Einflüsse aus Thrash Metal und Groove Metal aufgreifen. Darüber hinaus integrieren wir auch einzelne moderne Elemente, etwa aus dem Metalcore.

Veröffentlichungen:
Juli 2023: „No Rush“ (Debüt-EP)
Juni 2024: „Drop“ (Single)
Juli 2025: „Painkiller“ (Single)
Dezember: 2025 „What A Firm Grip Of Dreams“ feat. Black Marine (Single)

Juli 2022: Collaboration Song „Out Of The Norm“: SIMMI THE PROFIT (US Hip-Pop) meets KING ERN (Thrash-Metalcore) meets KURNEL MC (New Zealand Rap)

Einflüsse:
Figo: Da ich keine Songs komponiere sondern die Texte schreibe und singe, habe ich keine Einflüsse, das heißt, ich habe keine Sänger als Vorbild, was unsere Musik angeht. Ich mache mein Ding, möchte auch niemanden kopieren, denn meine Fähigkeiten als Sänger sind zu begrenzt, um bei irgendwem was abzugucken. Sicherlich liegen meine Wurzeln im Hardcore-Punk; Bands wie JUDGE, SPERMBIRDS, THE ACCÜSED usw., aber auch Bands wie OI POLLOI, CONFLICT, NO MEANS NO, MINOR THREAT und DEPECHE MODE. Das hat aber keinen Einfluss auf mich, was KING ERN angeht.

Daniel: Meine Beziehung zum Metal begann mit METALLICA. Ihre Musik empfand ich als unglaublich energetisch und faszinierend – sie hat mich letztlich dazu inspiriert, selbst zur Gitarre zu greifen und spielen zu lernen.
Danach entdeckte ich natürlich weitere Klassiker wie MEGADETH und SLAYER. Mit der Zeit fand ich jedoch auch Zugang zu härteren Klängen, etwa zu GOJIRA, sowie zu modernem Metalcore – zum Beispiel zu meiner Lieblingsband dieses Genres, ARCHITECTS.
Ich denke, jede dieser Bands ist auf ihre eigene Weise in der Lage, außergewöhnliche Musik zu komponieren, und ihre Songs inspirieren mich bis heute jeden Tag.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Figo: Sicherlich gute Songs zu schreiben, die nicht nur uns begeistern sollen, sondern auch die Zuhörer. Hört sich flach an, doch für mich ist es wichtig, dass die Songs die Leute begeistern. Dass uns die Songs Freude bereiten, liegt auf der Hand.

Daniel: In den nächsten fünf Jahren möchten wir kontinuierlich neue Musik veröffentlichen, möglichst viele Live-Shows spielen und unsere KING-ERN-Familie weiter vergrößern.
Mit jeder neuen Veröffentlichung setzen wir uns das Ziel, die Qualität weiter zu steigern und uns sowohl musikalisch als auch als Band weiterzuentwickeln. Ich hoffe, dass wir in fünf Jahren deutlich reifer, professioneller und kreativer sein werden – in der Lage, noch bessere Musik zu komponieren und unseren eigenen Stil konsequent weiter auszubauen.

Was als nächstes kommt:
Figo: Neue Songs selbstverständlich. Bin selbst immer gespannt was noch kommt.

Daniel: Als Nächstes kommt neue, härtere Musik – jedoch mit klarem KING-ERN-Charakter. Uns ist wichtig, dass man unsere Handschrift trotz Weiterentwicklung immer wiedererkennt.
Wir arbeiten kontinuierlich an neuem Material. Aktuell bereiten wir einen Song vor, der klanglich neue Wege geht – mit einem Sound, den man so von uns bisher noch nicht gehört hat.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Figo: Dafür sind wir noch zu frisch dabei. Bisher spielten wir nur zwei Shows, den Debüt-Gig in England und dann als Opening Act für SKINLAB in Berlin.

Unser peinlichster Moment:
Figo: Gibt’s nicht.

Daniel: Unser peinlichster Moment ist vielleicht weniger eine konkrete Situation auf der Bühne, sondern eher etwas Persönliches: Ich zweifle oft an meiner eigenen musikalischen Entwicklung. Ich strebe ständig nach besseren Riffs, stärkeren Melodien und einem noch überzeugenderen Sound.
Durch diese starke Selbstkritik fällt es mir manchmal schwer, wirklich stolz auf das zu sein, was wir bereits erreicht haben. Dieser innere, spontane Kampf mit mir selbst ist etwas, das immer wieder auftaucht – und wahrscheinlich auch immer ein Teil meines künstlerischen Weges bleiben wird.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Figo: Ich habe schon mit vielen Bands (groß und klein) getrunken, hat mich nicht weitergebracht haha.

Daniel: Am liebsten würde ich mit all unseren Freunden und der gesamten KING-ERN-Familie ein oder gleich zehn Bierchen trinken – mit allen, die uns unterstützen und begleiten.
Mein Traum wäre natürlich, einmal ein Bier mit meinen Idolen zu trinken, etwa METALLICA, GOJIRA oder ARCHITECTS. Einfach Zeit mit Menschen zu verbringen, die so viel erreicht haben, empfinde ich als unglaublich inspirierend und aufregend.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Figo: Da gibt es eine Menge, doch mich würde eher interessieren, mit welcher Band ich danach nicht nochmal auf Tour gehen möchte.

Daniel: Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürften, könnte ich natürlich wieder meine Idole nennen. Praktisch gesehen ist das aber nicht so einfach. Eine Tour mit KING ERN ist für viele Bands wahrscheinlich schwer vorstellbar, da unser Stil sehr unkonventionell ist und es mir schwerfällt, genau zu sagen, zu welcher Band unser Sound passen würde.
Aufgrund meiner Selbstkritik fällt es mir zudem schwer, so narzisstisch zu sein, um ernsthaft einen konkreten Namen zu nennen.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Figo: Oh man, keine Ahnung wie ich das beantworten soll.

Daniel: Das Beste daran, in einer Band zu spielen, ist für mich die Zusammenarbeit mit den Bandmitgliedern – also mit Freunden. Das macht einfach unglaublich viel Spaß. Dieser Spaß ist etwas, das viele oft vergessen. Für mich ist fast jeder Aspekt von KING ERN zwar eine Herausforderung, aber zugleich bereitet es mir riesige Freude, ein Teil dieser Band zu sein.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Figo: Sobald ich das Gefühl habe, es ist schlimm, dann ist es Zeit zu gehen – oder die Person, die das Gefühl verursacht, muss gehen.

Daniel: Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen, ist für mich die Verletzlichkeit, die damit einhergeht, sich künstlerisch auszudrücken. Dazu kommt das ständige Streben nach Perfektion und die Angst, diejenigen zu enttäuschen, die uns unterstützen.
Außerdem fürchte ich, dabei nie authentisch zu sein, während ich versuche, Trends oder modische Strömungen zu verfolgen. Das sind die größten Herausforderungen, mit denen ich immer wieder kämpfe.

Online:
Facebook: www.facebook.com/KingErnBand

Musik:
Hyperfollow: www.hyperfollow.com/KingErn
Spotify: www.open.spotify.com/artist/7n6sS0SoZyrSz9Wx1cvL4U
Youtube: www.youtube.com/@KingErnBand

 

CLAWFINGER – Before We all Die

Trackliste:

01. Scum
02. Ball & Chain
03. Tear you Down
04. Big Brother
05. Linked Together
06. A Perfect Day
07. Going Down (Like Titanic)
08. You Call Yourself a Teacher
09. A Fucking Disgrace
10. Kill the Dream
11. Environmental Patients
12. Before We all Die

Spielzeit: 40:52 min – Genre: Crossover – Label: Perception – : 20.02.2026 – Page: www.clawfinger.net

 

Also, natürlich kenne ich die Jungs von CLAWFINGER, man ist ja schließlich schon seit 1993 im Metalkosmos unterwegs, und hat dazu noch unzählige Tourneen, Konzerte und erstklassige Alben im Gepäck, aber ich hätte nie gedacht das ich mal ein Album der Jungs bespreche!
Nicht weil die Band seit 18 Jahren Pause endlich wieder mit einem ihrem achten Album „Before We All Die“ zurück ist, sondern weil deren Mucke eigentlich gar nicht mein Stil ist.
Aber irgendwie hat mich das neue Album absolut gecatcht und lässt mich schon seit Tagen nicht mehr los, so sehr läuft es auf Dauerrotation.
Und, die Band bleibt sich treu, mit ihren Texten, den Songs und den Finger ganz ganz tief in den Wunden der heutigen Welt legen! Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, schrecken vor niemanden zurück und sprechen damit wohl vielen Metalheads und auch anderen Menschen aktuell aus der Seele!
Und vielleicht war das auch ein Grund, warum ich das Album nicht einfach so hinten runter fallen lassen wollte, aber auch die Songqualität tat dafür ihr übriges.
Die Band ist personell nach wie vor unverändert, und besteht weiterhin aus den 5 Freunden Sänger Zak Tell, Keyboarder Jocke Skog, Giarrist Bard Torstensen, Schlagzeuger Micke Dahlen sowie Basser Andre Skaug die sich damals, alle als Mitarbeiter in einem geriatrischen Krankenhaus, kennengelernt haben.

Als Opener präsentiert man uns die erste Vorabvideosingle „Scum“. Das Ding hat direkt ordentlich Groove und ballert fröhlich und unbekümmert aus den Boxen! Im weiteren Verlauf des Songs wird auch schnell klar wer denn hier titelgebend gemeint ist, der gute aktuelle amerikanische Präsident. Man nimmt also direkt kein Blatt vor den Mund und legt sich somit direkt mit einem der aktuell einflussreichsten und mächtigsten Politiker an, Respekt!
Die Nummer ist aber auch ohne den ganzen Hintergrund schon genial, geht sofort mächtig ins Hirn.
Auch mit der nächsten Vorabsingle „Ball & Chain“ trifft man direkt ins Schwarze. Ein mächtiger Groover vor dem Herrn, der erdig und im Chorus mächtig eingängig aus den Boxen kommt. Eine geile Nummer!
Über das moderne „Tear your Down“ geht es dann zur nächsten Vorabsingle „Big Brother“. Auch hier sind wir sehr modern unterwegs und man entfernt sich etwas vom schwer metallischen. Die Message hinter dem Song ist direkt klar, und das Ganze ist tatsächlich eine sehr typische Crossover Nummer geworden.
„Linked Together“ ist wieder so eine Ohrbombe geworden die dich nach kurzem nicht mehr loslässt so einprägend ist die ganze Nummer geworden.
Im Anschluss packt „A Perfect Day” einen typischen Alltag ziemlich außergewöhnlich und genial in knapp 4 Minuten Spielzeit.
Erst ziemlich fröhlich, verdüstert sich die Stimmung des Protagonisten sehr schnell bis zum heftigen, negativen Höhepunkt.
Und die Jungs haben noch lange nicht fertig, denn die, wieder sehr modern gehaltene, Videosingle „Going Down (Like Titanic) und die beiden Ohrbomben „You Call Yourself a Teacher“ sowie „A Fucking Disgrace“ bahnen sich gnadenlos ihren Weg aus den Boxen bis in die Gehörgänge.
Im letzten Drittel bleibt die die Qualität auch weiterhin hoch, die 18 Jahre scheinen Songwriting technisch gut genutzt worden zu sein.
Vor allem die beiden Schlusssongs „Environmental Patients“ und das Titelstück „Before We all Die“ ziehen nochmal hittechnisch alle Register und beschließen ein Album wo viele Anhänger mit Sicherheit drauf gewartet haben und was gerade in der aktuellen Zeit wichtiger denn je ist!

Wie schon geschrieben, Crossover ist eigentlich absolut nicht meine Mucke, aber irgendwie hat es mir das neue CLAWFINGER Album absolut angetan. Sie legen, mehr als nur einmal, den Finger lyrisch ganz tief in die aktuellen Wunden der Zeit und des Weltgeschehens und das mehr als zurecht!
Aber auch die Songs selbst ohne die Lyrics sind geil umgesetzt und man merkt das die Jungs nicht 18 Jahre auf der faulen Haut gelegen haben.
Klare Kaufempfehlung für die Band und Genrefans, ein absolutes Highlight des frühen Jahres!
Schön das die Jungs wieder zurück im Business sind!

Julian

 

 

TEMPLE BALLS – Temple Balls

Trackliste:

01. Flashback Dynamite
02. Lethal Force
03. Tokyo Love
04. There Will Be Blood
05. We Are The Night
06. Hellbound
07. Soul Survivor
08. The Path Within
09. Stronger Than Fire
10. Chasing The Madness
11. Living In A Nightmare

Spielzeit: 38:00 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/templeballsrocks

 

Die finnischen Hard Rock von TEMPLE BALLS kehren nach zweieinhalb Jahren mit ihrem fünften Album zurück. Mit ihrem vierten Album 2023 konnten die Rocker bei mir Punkten, mal sehen ob sich was geändert hat. An der Besetzung hat sich seit dem letzten Output nichts geändert und besteht immer noch aus Arde Teronen am Mikrofon, Jiri Paavonaho und Niko Vuorela an den Gitarren, Jimi Välikangas an Bass und Antii Hissa an den Drums. Ardes Stimme besitzt immer noch den kleinen aber vorlauten Unterton der seinen eigenen Charme verbreitet, Die Gitarren sind auch noch an allen Fronten auf Krawall gebürstet und geizen nicht mit Riffeinlagen. Den Bass kann man gut durchhören und die Drums sind alles anderes als dezent oder leise. Die Produktion hat es in sich und klingt verdammt kräftig.

Der Stil bewegt sich wie von TEMPLE BALLS gewohnt im Melodic Hard Rock, der mit sehr viel Schmackes vorgetragen wird und man meint manchmal ob die Jungs nicht auf Steroiden sind so wie die abgehen. Wie von skandinavischen Musikern immer wieder unter Beweis gestellt wird, ist die Mucke von Bands aus dem hohen Norden in den meisten Fällen exorbitant Gut. So auch im Fall von TEMPLE BALLS die da keine Ausnahme bilden und frisch, froh und heiter drauf los Rocken bis die Schwarte blasen schmeißt. Vergleichen kann man wie ich schon in der letzten Rezi der Band schrieb mit TREAT, CRAZY LIXX, H.E.A.T., ECLIPSE, NESTOR, STEEL RHINO, RETURN, DREAM POLICE (mit Keyboard) und auch ihren Landsmännern von härtere BROTHER FIRETRIBE, den übersehenen BOYCOTT, FREE SPIRIT, ZERO NINE und FIRENOTE. Alles Bands die sich im Melodic Hard Rock pudelwohl fühlen und sich dort erfolgreich ihren Platz erarbeitet haben. TEMPLE BALLS haben jetzt das fünfte Album mit verdammt geiler Mucke am Start und sich auch ihren Platz verdient.

Einziger Kritikpunkt der einen Punkt Abzug kassiert, die Laufzeit ist wieder mal unter der magischen Grenze von 40 Minuten und nicht mehr zeitgemäß. Warum macht ihr so ein Schweinegeiles Album ein wenig damit kaputt das es nicht mal 40 Minuten geh?

„Flashback Dynamite“ ein kräftiger und energischer Einstieg ins Album, „Lethal Force“ flott mit Melodie wird von der Gitarrenarbeit über den Atlantik geschielt. „Tokyo Love“ ein cooles Melodic Schmankerl für die linke Spur, „There Will Be Blood“ das nächste melodische Highlight wird auf den Hörer losgelassen. „We Are The Night“ das Dingens haut mit seinem angedeuteten Saxophon rein wie Sau, „Hellbound“ wow die Jungs können sogar leicht sleazig mit Speed. „Soul Survivor“ der nächste Hit für die Vita, „The Path Within“ und ein Highlight das den Vorgänger vom Thron verdrängt. „Stronger Than Fire“ nicht schlecht was die Finnen da vorsetzen, „Chasing The Madness“ die Strophen sind kräftig während der Refrain im AOR wildert, „Living In A Nightmare“ zum Abschluss gibt’s nochmals kräftigen Melodic Hard Rock der mehr als was reißen könnte.

Balle

GLORIOUS BANKROBBERS – Intruder

Trackliste:

01. Intruder
02. We Can Go Higher
03. Rollin´ In Hollywood
04. Rabbit Hole
05. Come Rain Come Shine
06. Black Jonas
07. Ready For The Good Times
08. Down
09. Vampire
10. You Let The Devil In
11. Jane
12. Starstriped Western Boots

Spielzeit: 40:47 min. – Genre: Hardrock – Label: Wild Kingdom Records – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.facebook.com/offisialhomepage

 

Ja, ist es denn die Möglichkeit? Seit ihrem dritten Anlauf im Jahr 2023 scheint es rund zu laufen im Lager der GLORIOUS BANKROBBERS. Denn mit „Intruder“ legen die Hardrocker aus Schweden nun schon das dritte Album in drei Jahren vor. Aber nicht nur in Sachen Produktivität konnte sich das Quartett um Sänger Olle Hillborg steigern – unter dem Dutzend neuer Songs befinden sich einige ihrer bisher besten.

Angefangen hatte alles in der ersten Hälfte der Achtziger, woraus 1984 das selbstbetitelte Debüt entstand, das seinerzeit Kee Marcello (EUROPE etc.) produzierte. „Dynamite Sex Doze“ passte dann so richtig ins Jahr 1989, bis heute eine Sleaze/Hardrock-Platte die jede Menge Spaß macht. Nach einem Live-Album ein Jahr später war dann aber erst einmal bis 2007 Schluß. Für „The Glorious Sound Of Rock´n Roll“ fand man sich nur sehr kurzlebig zusammen. Sänger Olle Hillborg und Gitarrist Jonas Petersson starteten mit „Back On The Road“ 2023 dann mit frischem Blut die aktuelle Version der Band.

„Intruder“ haben die Schweden ihr neues Album also getauft. Der Ttiteltrack steht gleich am Anfang der Platte und ist ein absoluter Hit. Die alten Recken verbinden hier mühelos die Gegenwart mit ihrer eigenen Vergangenheit. Schaut Euch gerne dazu das Video etwas weiter unten an. Bei „We Can Go Higher“ wird auf Teufel komm raus gerockt bevor „Rollin´ In Hollywood“ ein dreckiges , schnodderiges Stück Rock´n Roll ist. Mehr tolles Material gibt es in Form des lockeren „Ready For The Good Times“ oder „Come Rain Come Shine“.

Mit „Intruder“ haben die glorreichen Panzerknacker ein cooles Album eingespielt, das einige Songs beinhaltet die sich sicherlich einen festen Platz in künftigen Live-Sets erkämpfen werden. Die GLORIOUS BANKROBBERS liefern ab – es wäre schön wenn sie sich aus dem ewigen Schatten der ersten Garde endgültig lösen könnten.

Stefan