VICTORIOUS – Dinosaur Warfare Pt. 2 – The Great Ninja War

Trackliste:

01. Saurus Invictus Lazerus
02. Victorious Dinogods
03. Mighty Magic Mammoth
04. Jurassic Jetfighters
05. Dinos And Dragons
06. Katana Kingdom Rising
07. God Of Roar
08. Night Of The Nuclear Ninja
09. Triceps Ceratops
10. Tyrannosaurus Steel
11. Shadow Of The Shinobi
12. Powerzord

Spielzeit: 46:17 min – Genre: Power Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 24.06.2022 – Page: www.facebook.com/victoriusmetal

 

Der Tag der Rezensionen zu Alben mit tiefgründigen und nachdenklichen Lyrics: ALESTORM und VICTORIOUS. Wagen wir uns mal an letzteres mit dem aussagekräftigen Titel „Dinosaur Warfare Pt. 2 – The Great Ninja War“. Okay. Worum es inhaltlich in diesem Konzeptalbum geht, verrät uns der Promotext: Es „erheben sich die mächtigen Dinosaurier, um gegen den bösen Weltraum-Ninja-Clan Sunbladers zu kämpfen. Angeführt von einem magischen Mammut vereinen die Laser-Dinos ihre Kräfte auf der Erde und in der Luft, um den zweiten Versuch der Ninjas, die Menschheit zu versklaven zu stoppen!“ Klare Sache!
Haken wir zuerst mal ab, für wen das Album gemacht ist. Für Fans von ziemlich gut produziertem fetten Power Metal zwischen HAMMERFALL und DRAGONFORCE mit viel Cheese, hymnisch-heroischen Melodien, Orchester- und Synth-Bombast. Außerdem für Freunde von Humor der Marke „Kung Fury“ und „Iron Sky“, denn, seien wir ehrlich: Textlich ist „DWP2-TGNW“ absolut abstrus, oftmals aufgebaut auf witzigen Wortspieltiteln und eben auf „Lass mal random Dinosaurier, Atom-Ninjas, magische Mammuts, Roboter, Laser, Tom Cruise (!) und absolut klischeehaften Power-Metal-Wortschatz-Overkill zusammenführen“. Führt dann zu lyrischen Ergüssen wie „Holy Power Immortality Glory Kingdom Tyrannosaurus Steel!“ und das ist ohne Spaß ein zusammenhängender Textausschnitt. Dabei muss man sagen, dass mich „Triceps Ceratops“ als Liedname schon gekriegt hat.
Textlich ist das Geschmackssache und wie ALESTORM wohl am besten nicht nüchtern zu genießen. Mein Humor ist es nicht, aber kann ja jeder halten, wie er mag, ist auf jeden Fall angenehm drüber.
Musikalisch ist man leider weitestgehend standard und vorhersehbar unterwegs, hat das Problem neuerer DRAGONFORCE, denn bei dieser Art von Power Metal läuft man Gefahr, irgendwann nicht mehr das Genre zu bedienen, sondern von ihm bedient zu werden. Die Harmoniefolgen und Melodien hat man einfach so schon echt häufig gehört und auf musikalischer Ebene trägt „DWP2-TGNW“ eben nichts Neues bei, wenngleich es die klassischen Power-Metal-Elemente professionell zusammenfügt. Es wäre schön, hätte man hier kreativer agiert, denn der Charakter, die Individualität, die man den Texten zusprechen kann, hätte viel Potenzial, auch im Klang des Albums integriert zu werden. Ganz ernst nehmen VICTORIOUS sich sowieso nicht, warum nicht dann zum Beispiel den Humor auch auf die Musik übertragen, wie zumindest beim Mammut-Trompetensound bei „Mighty Magic Mammut“ geschehen?

Fazit:
Wo VICTORIOUS textlich humoristisch-bescheuerte Individualität erlangt haben, mangelt es an Individualität auf der musikalischen Ebene. Wer mit dem Anspruch an „DWP2-TGNW“ geht, ein witziges Klamauk-Konzeptalbum zu hören, bei dem musikalisch primär wichtig ist, dass es Power Metal ist und gut Druck macht, der kann mit der Platte bei Humor-Kompatibilität zweifelsohne eine gute Zeit haben. Wer musikalisch überrascht werden und möglichst wenig standardisiertes Songwriting möchte, der wird von der Ebene des Albums aber vermutlich enttäuscht.

Anspieltipps:
„Katana Kingdom Rising“, „Shadow Of The Shinobi“ und „Mighty Magic Mammoth“

Jannis

ALESTORM – Seventh Rum Of A Seventh Rum

Trackliste:

01. Magellan’s Expedition
02. The Battle Of Cape Fear River
03. Cannonball
04. P.A.R.T.Y.
05. Under Blackened Banners
06. Magyarország
07. Seventh Rum Of A Seventh Rum
08. Bite The Hook Hand That Feeds
09. Return To Tortuga
10. Come To Brazil
11. Wooden Leg (Part III)

Spielzeit: 42:49 min – Genre: Pirate Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 24.06.2022 – Page: www.facebook.com/alestormband

 

Widmen wir uns in der heutigen Werksbeschau also dem aktuellen Opus von ALESTORM. Bereits beim Blick auf den Titel „Seventh Rum Of A Seventh Rum“ wird ersichtlich, dass hier eine problematische Glorifizierung von Alkoholkonsum stattfindet, was selbstverständlich bereits im Vorfeld jeden Kritiker gesunder Musikkultur davon abhält, die siebte Langspielplatte der Herren aus Großbritannien weiterzuempfehlen.
Das erzeugt erquickenderweise kein Dilemma, denn musikalisch gestaltet sich diese Album-gewordene Aufforderung zu einem unangebrachten Lebensstil erstaunlich primitiv. Von der großen Kunst ihrer Landsmänner wie Benjamin Britten, Henry Purcell und Sir Edward William Elgar ist bei ALESTORM nur ein wenig von der Instrumentierung übriggeblieben (so die Bläser, oft in qualitativ minderwertiger Fanfarenform). Stattdessen bedient man sich bei romantisierten Formen von Musik einfacher – und krimineller – Menschen aus dem Seefahrerbetrieb; neben der Glorifizierung von Alkoholkonsum die zweite problematische Facette des Albums, das in seinen beiden Grundthematiken (Drogen und Kriminalität) auf unsere Jugend einen ähnlich schädlichen Einfluss haben dürfte wie ein Deutschrap-Album. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie „Konzerte“ dieser Band aussehen mögen.
Die Stimme von Christopher Bowes lässt emotionale Subtilität vermissen, dann wiederum ist der lyrische Anspruch der Texte ohnehin niedrig, insbesondere der Kehrvers von „Cannonball“ ist derartig obszön, dass er an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden und keinesfalls angehört werden sollte.
Man muss sich wirklich fragen, wie die Menschheit an einem Punkt landen konnte, an dem die Schönheit, die Reinheit und Eleganz der Kunst in einem so dramatischen Maße entwichen ist; an dem die Kulturinteressierten ein Konzerthaus besuchen und fest davon überzeugt sind, ALESTORM sei die Krone der musikalischen Schöpfung. Dies ist Kunst für das gemeine Fußvolk – schädliche, wohlgemerkt – und sollte von jedem Freund großer Werke der Musik und Lyrik mit Missachtung gestraft werden.

Fazit:
Besoffen macht’s aber Spaß und live mit Sicherheit nochmal mehr. Yo ho!

Anspieltipps:
„P.A.R.T.Y.“, „Come To Brazil“, „Wooden Leg (Part III)“ und „Under Blackened Banners“

Jannis

CHAOS FRAME – Entropy

Trackliste:

01. The Timepiece Shatters (Entropy Pt I)
02. To Reap And Never Sow
03. Skyscraper
04. Solaire
05. Voluntary Extinction
06. Always Looking Down
07. The Late Goodbye
08. Forever Is Nothing (Entropy Pt II)

 

 

Spielzeit: 43:34 min – Genre: Progressive Metal – Label: Pure Steel Records – VÖ: 24.06.2022 – Page: www.facebook.com/chaosframe

 

Könnte man Musikgenres im Restaurant bestellen, wären CHAOS FRAME ein „All you can eat“-Buffet, an dem eine größere Anzahl von Mitarbeitern steht, die einem unterschiedliche sehr wohlschmeckende Gerichte erbarmungslos auf den Teller schaufelt. „Hier, nehmen Sie doch auch noch ein paar Black-Metal-Blastbeats. Schmecken wunderbar mit Jazz-Harmonien, hier, bitte! Etwas Power Metal dazu? Moment, noch nicht gehen, da fehlt doch noch eine dicke Kelle Progressive Soup über dem ganzen Gemisch!“
Dann geht man mit seinem Plattenteller zurück an seinen Tisch, vernichtet diese dicke bunte Portion und ist dabei und danach überfordert, aber auch sehr glücklich.
Man kann es nicht anders sagen, „Entropy“, das dritte Album der Truppe aus den Staaten, ist von Anfang bis Ende eine Achterbahnfahrt. Progressive Metal bildet hier Fundament und Rechtfertigung, mehr oder weniger alles mal zu machen, was sich in der melodischen Variante dieses Genres umsetzen lässt (und ein paar Growls gibt es natürlich auch). Orchester, Chor und Blastbeats alleine im furiosen Opener, abgerundet von unkonventionellen Songstrukturen und mehrstimmigen Vocals. Dann plötzlich verstärkte AOR-Vibes und Synthesizer im anschließenden „To Reap And Never Sow“, das ebenfalls mit zeitweiser Blastbeat-Anwendung bei gleichzeitiger Harmonielastigkeit leichte DEVIN-TOWNSEND-Assoziationen wecken könnte. „Skyscraper“ kommt mit teils ruhigeren Tönen, entspanntem E-Piano, sehr cooler Strophe und Partymodus-Drums, mit Harmoniearbeit irgendwo zwischen Power Metal und Jazz und im Verlauf einer sauberen Menge Druck. Und so geht der Spaß weiter, die Tendenz dürfte hiermit ungefähr klar sein. Sounddesign-Elemente spicen die ganze Sache noch zusätzlich an, die makellose Ausführung vonseiten aller Beteiligten tut ihr übriges. Was den Sound angeht, hätte man noch eine letzte halbe Stunde Studioarbeit in die Präzisierung der Frequenzverteilung stecken können, und die Drums gehen bei überladeneren Parts ab und an mal ein wenig unter. Das sollte aber nicht davon abhalten, der Platte mal ein Ohr zu leihen, denn so geht melodischer Progressive Metal, der intelligent ist und gleichzeitig sehr gut zu unterhalten weiß, der modern aber nicht zu modern ist und bei allem was abgeht nicht vergisst, dass purer Overload an Eindrücken alleine noch kein gutes Album ausmacht.

Fazit:
„Entropy“ ist allemal als Album für den klassischen „Ohrensessel, Kamin und Tee“-Abend, ebenso wie für alle anderen Situationen, in denen man eine Platte bewusst genießen kann. Wenn man das wahrnimmt, dürfte man ein Entertainmenterlebnis haben, das einem actionreichen Hollywood-Blockbuster in nichts nachsteht.

Anspieltipps:
„Skyscraper“, „Solaire“, Always Looking Down“ und „The Timepiece Shatters (Entropy Pt. I)“

Jannis

MONARCHIST – Cosmos

Trackliste:

01. Feeding Time
02. Niche
03. Crystallized
04. A Closer Moon
05. Swarm Intelligence
06. Days Of The Sun
07. Shedding Skin
08. Mass Appeal
09. Amber Room
10. Cosmos

 

Spielzeit: 49:18 min – Genre: Heavy Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 01.07.2022 – Page: www.facebook.com/Monarchistband

 

Ach, Debutalben… Irgendwann muss da jede Band mal durch und kann nur inständig hoffen, dass man den Startschuss der Karriere nicht irgendwann gerne an einem dunklen Ort vergraben möchte, um seine unbeholfenen ersten Schritte in der Öffentlichkeit möglichst vor seinem zukünftigen Publikum zu verstecken. Ein Problem, das MONARCHIST erfreulicherweise nicht haben, denn, damn, ihr Erstwerk „Cosmos“ kann sich aber sowas von sehen lassen. Zehn Songs beinhaltet die Platte des jungen Düsseldorfer Quartetts, sauber produziert und eingespielt – nicht mit dem High-End-Drucklevel, dass ein Oberklasse-Studio hätte hineinpacken können, aber nicht dramatisch weit davon entfernt.
Sänger René hat eine Stimme, die man intuitiv im Doom Metal erwarten würde, die er jedoch dem Stil von MONARCHIST angemessen einzusetzen weiß. Getragen, würdevoll und etwas tiefer als erwartet (Bariton, wie ein Mensch mit Hornbrille sagen würde) ist er für einen individuellen Sound eine hervorragende Wahl, die „Cosmos“ von vielen anderen Rock- und Metal-Veröffentlichungen abhebt.
Doch was ist der Sound, der Stil von MONARCHIST eigentlich? Die Band bezeichnet es als Heavy Rock, dem kann man sich in Ermangelung besserer Ideen anschließen. Metallische Elemente sind zweifelsohne vorhanden (Doom-Metal-Anleihen im Opener, Power Metal im Solo von „Crystallized“, einiges an Heavy Metal im Grundsound), ebenso aber auch Alternative Rock und Hard Rock. Dass „Cosmos“ sich so wenig in Schubladen stecken lässt, liegt wohl vor allem an der Kombination von außergewöhnlichem Gesang, teils wirklich gemeinen Riffs (Wer beim Riffeinsatz von „Shedding Skin“ nicht zumindest ein bisschen das Gesicht verzieht, ist zu cool für diese Welt) und Melodien, die gerade in den Refrains tatsächlich eingängig – im Sinne von: mit gutem Ohrwurmpotenzial – daherkommen, was inzwischen gar nicht unbedingt mehr die Regel ist. Beim Schreiben dieser Melodien hat man sich offenbar kaum Gedanken gemacht, ob sie nun genrekonform sind oder nicht, ist nicht mit einem speziellen Genre im Kopf an die Sache herangegangen, sondern hat das gemacht, worauf man eben Bock hatte – und damit bereits jetzt einen eigenen Stil mit Wiedererkennungswert geschaffen, der starkes Entertainmentpotenzial hat. Ein witzig asozial stumpf endendes Riff direkt im Opener? Ein Zitat von Bachs Menuett in G-Dur? Ein bisschen melancholisch-skandinavisches Feeling zwischendurch? Klar, wenn’s passt, immer rein damit!
Gut, einen hörbaren Einfluss sollte man schon nennen, nämlich GHOST, die Sänger René seinen zahlreichen YouTube-Covervideos der Band zufolge sehr gerne hat, und die ein wenig Impact auf so einige der Songs, hinsichtlich von Harmonien, Melodielines und Kompositionsstrukturen, hatten. Ebenso hinsichtlich der Instrumentierung bei seltenem Orgel- oder Chor-Einsatz. Was geil ist, hört man halt sonst echt nicht häufig und bleibt Inspiration, ohne abkupfernd zu wirken.
Kritik? Joah. Der Titeltrack ist als Klavier-Instrumental gehalten und fällt ein wenig aus dem Gesamtwerk heraus. Hier hätte man beispielsweise einige Motive aus dem vorangegangenen Album noch einmal unterbringen können. Dazu kommt der Chorus von „Amber Room“ etwas zu simpel für den Rest des Songs und „Mass Appeal“ ist eigentlich ein Maximal-Drei-Minuten-Song, der aber vier Minuten einnimmt. Und ab und an wollen die Texte subjektiv nicht so ganz zur Stimmung der Musik passen („Imma gonna keep it real“ will ich nicht als Refrainzeile in einem solchen Album). Aber…

Fazit:
Aber als Ganzes genommen ist „Cosmos“ nicht geil dafür, dass es ein Debutalbum ist; es ist einfach ein geiles Album mit teils erfrischender Unbedarftheit, teils absoluter Seriosität, durchgehender Professionalität und praktisch ohne Leerlauf. Kann ich jedem ans Herz legen, der kompositorisch mal Bock auf Musik abseits der gewohnten Genre-Songwriting-Floskeln hat, der es nicht aus Prinzip immer ultra-heavy braucht und der genießt, wenn ein Album kein Flickenteppich aus bereits Dagewesenem ist, sondern einfach der Kreativität einer musikalisch zweifelsohne gebildeten Truppe entspringt.

Anspieltipps:
„Shedding Skin“, Days Of The Sun“, „Feeding Time“ und „A Closer Moon“

Jannis

FALLEN SANCTURAY – Terranova

Trackliste:

01. Terranova
02. Now and Forever
03. Broken Dreams
04. Rise Against the World
05. To the Top
06. Destiny
07. I can`t Stay
08. Trail of Destruction
09. No Rebirth
10. Bound to Our Legacy
11. Wait for Me (Bonustrack)

Spielzeit: 61:47 min – Genre: Melodic Power Metal – Label: AFM Records – VÖ: 24.06.2022 – Page: www.facebook.com/FallenSanctuaryMetal

 

Eine gemeinsame Tour der Bands SERENITY und TEMPERANCE bildete die Grundlage für die neue Melodic Power Metal FALLEN SANCTUARY wo Georg Neuhauser (SERENITY) und Marco Pastorino (TEMPERANCE) sich zusammengetan haben.
Die Vorbilder sind hier mit HELLOWEEN, ANGRA oder RHAPSODY schnell ausgemacht, aber es gibt auch einige AOR und Progressive Elemente, die man hier findet.
Von daher sollte relativ klar sein welche Fans hier Gefallen finden sollten. Es gab dazu ja auch einige Videosingles die schon mal einen guten Eindruck liefern konnten.

Laut Promo Info gibt es wohl auch schon Songs für ein eventuelles zweites Album, jetzt widmen wir uns aber erstmal den Songs des Debütalbums und starten mit der Videosingle „Terranova“ als Opener. Der Song prescht direkt los das es eine wahre Freude ist und relativ schnell wird klar, dass wir hier klassischen Melodic Power Metal vor uns haben!
Georg und Marco sind natürlich gesanglich über jeden Zweifel erhaben und ballern uns hier direkt den ersten Hit um die Ohren, so muss es doch zum Einstieg sein, oder?
Durch die wesentlich tieferen Gitarrenriffs zu Beginn von „Now and Forever“ kommt der Song erstmal etwas düsterer aus den Boxen, aber in der Folge wandelt sich das Ganze dann in einen catchy Melodic Metalsong der erneut ziemlich genau das bietet was Fans des Genre erwarten!
Der Mittelteil, bestehend aus „Broken Dreams“, dem in der Bridge etwas härtere „Rise Against the World” und der extrem melodischen und eingängigen Powerballade “To the Top kann dann auch ziemlich schnell abgeharkt werden. Denn hier folgt Hit auf Hit und man merkt wie erfahren die beiden Musiker einfach vom Songwriting her sind und es verstehen griffige Songs zu schreiben.
Einzig „Destiny“ fällt hier etwas ab und klingt eher nach Standardmetal, nix besonderes also.
Die Ballade „I can`t Stay” eröffnet dann den letzten Abschnitt der Scheibe. Hier gibt es schöne mehrstimmige Passagen der beiden Fronter und einen schönen Chorus. Ein Song, der einfach zum dahin träumen ist.
Danach geht den Jungs dann ein wenig die Puste aus, die Songs sind zwar noch alle super hörbar, aber im Vergleich zu den bisherigen Hits kommen sie an diese nicht ganz ran.
Mit „No Rebirth“ haben wir hier aber auf jeden Fall noch einen Hit zu verzeichnen.

Diese Band plus deren Debütalbum „Terranova“ macht mal so was von Sinn! Die beiden Stammbands von Georg und Marco sind schon immer extrem melodisch unterwegs gewesen, schmeißt man die beiden Bandstile, aber zusammen kommt eine wunderbare und erstklassige Mischung heraus, wie man sie sich als Fan nicht schöner vorstellen kann!
Gerade in der ersten Hälfte der Scheibe reiht sich Hit an Hit und auch wenn man im letzten Drittel etwas nachlässt ist „Terranova“ absolut empfehlenswert für die geneigte Hörerschaft.
Ich bin mir sicher, dass man mit dem bestimmt folgenden zweiten Album nochmal eine Steigerung hinlegt!

Julian

 

 

DAWN OF DESTINY Interview

Grias eich „Dawn of destiny“. Ich bin die Steffi und habe heute das Vergnügen und auch die Ehre mit euch ein kleines Interview über das neue Album „OF SILENCE“, welches am 24.06.2022 erscheint, zu führen.

Vorab schon mal, ich durfte bereits reinhören und finde das Album mehr als gelungen. Ihr bewegt euch im Symphonic Power Metal Bereich und oute mich da schon mal als Fan.

S.G: Ihr habt 2019 das Album „The beast inside“ veröffentlicht. Habt ihr die Zwangspause während der Coronazeit genutzt um euer künstlerisches Können und Kraft in das neue Album, welches am 24.06.2022 erscheint, reinzusetzen?

J.F: Gerade ich (Jens) als Songwriter habe in der Tat die Zeit genutzt, um sehr viele Songs für unterschiedliche Projekte zu schreiben. Dawn of Destiny hat natürlich Vorrang und anders als bei
The Beast Inside, wo ich auf ältere Songs zurückgegriffen habe, sind dieses Mal fast ausnahmslos neue Songs dabei.

S.G: Die neuen Songs sind ja von Jens Faber geschrieben. Jens woher nimmst du deine Inspiration?

J.F: Komponieren ist eine Art Dauerzustand. Inspiriert werde ich durch alles Mögliche im mich herum, in erster Linie aber von verschiedenen Emotionen, in die ich mich hineinversetze. Emotionen sind nahezu immer Ankerpunkte meiner Songs und da das Leben unterschiedliche Gefühlslagen bietet, sind unsere Songs eben auch sehr vielschichtig.

S.G: Welcher Titel ist euer emotionalster?

J.F: Schwer zu sagen, da das sehr subjektiv ist. Vom neuen Album würde ich den Opener „We are your Voice“ nennen oder auch hinsichtlich des Textes „Childhood“. Bezüglich unserer gesamten
Diskographie würde ich vermutlich „Innocence Killed“, „To live is to Suffer“ und „Hateful Heart“ nennen.

S.G: Bei dem Song „Childhood“ habt ihr Chris Harms von „Lord of the lost“ gewinnen können. Das bringt sicher auch viele Fans aus der Dark Rock Szene dazu, in euer neues Album reinzuhören. Wie seid ihr zu dieser Kooperation gekommen?

J.F: Ich hatte den Song zunächst selbst gesungen, wollte ihn aber optimieren. Da ich großer Lord of the Lost Fan bin, habe ich mein Glück versucht und eine positive Resonanz erhalten, da Chris den Songsehr mochte und somit einsang. Seine Stimme passt perfekt zu dem Song, und im Endeffekt haben wir mit „Childhood“ und „Burning Heart“ 2 Songs, die diesem Genre sehr ähnlich sind.

S.G: Zwischen den powervollen Titeln habt ihr den Song „Little flower“ auf dem Album, und ich muss gestehen das ist ein richtiger Ohrwurm. Gibt es dazu eine besondere Geschichte?

J.F:Den Song habe ich während des Kennenlernens meiner Freundin geschrieben, von daher hat der schon einen persönlichen Stellenwert. Grundsätzlich gibt es auf jedem Album immer mal Songs, die klare persönliche Bezüge haben und welche, die Geschichten erzählen oder Perspektiven und Gefühle anderer einnehmen.

S.G: Die Releaseparty findet ja am 25.06.2022 in Walltrop statt. Wann werden wir euch live auf der Bühne sehen? Gibt es denn schon konkrete Tourdaten? Werdet ihr touren?

J.F: Wir freuen uns auf diesen Abend und haben mit Fairytale und Fabula Rasa zwei tolle Bands an Bord, die uns unterstützen. Wir selbst werden gegen 9 Uhr auf der Bühne sein. Eine Tour im
eigentlichen Sinne ist noch nicht geplant, aber es gibt ein paar Live Aktivitäten, die noch nicht ganz in trockenen Tüchern sind. Wir arbeiten daran.

S.G: Habt ihr Vorbilder woran ihr euch orientiert?

J.F: Dirk ist großer Iron Maiden Fan, Veith mag die skandinavische Ecke und gibt gerne Europe alsgroßen Einfluss an, Philipp ist im Metal Bereich sehr vielfältig unterwegs. Jeanette war früher
Anhänger von Doro und ich bin leidenschaftlicher Savatage Fan. Aber jeder von uns könnte natürlich noch 50 andere Bands nennen

S.G: Musik ist ja eine Passion. Wo seht ihr euch in einigen Jahren?

J.F: Hoffentlich immer noch in der gleichen Lage, regelmäßig Alben herauszubringen, live zu spielen und unsere Fan Gemeinde sukzessive zu erweitern.

S.G: Ich danke euch vielmals für eure Zeit und wünsche euch viel Erfolg mit dem neuen Album. Rock on

J.F: Ich danke ebenfalls

Stephanie Gruber

 

TALENTSCHMIEDE: Banquo

Band:
Banquo

Gegründet:
2018

Herkunft:
Köln/Düsseldorf

Mitglieder:
ja

Stil:
Alternative Indie Progressive Rock

Veröffentlichungen:
EP „Humaniac“ 2018, EP „Bad Times Good Friends” 2022

Einflüsse:
Thrice, Oceansize, Editors, Sleep Tolken, Enter Shikari, Sting

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Es steht auf jeden Fall ein Full-Length-Album an und viele schöne Gigs auf kleinen bis großen Bühnen.

Was als nächstes kommt:
Die Energie unserer neuen Songs muss jetzt endlich auf die Bühne. Wir haben aber auch schon neue Songs, die gerade in der Mache sind, und ab Sommer wird aufgenommen!

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Live war’s, als das Publikum auf dem letzten Quasilectric Festival uns tierisch abgefeiert hat, obwohl keiner uns kannte. Generell ist bei Gigs in kleinen Kellern an die Grenze gehen immer großartig. Bei der letzten CD-Produktion war der Moment aber auch magisch, als alle Teile fertig zusammenkamen und alle schweigend mit breitem Grinsen da standen.

Unser peinlichster Moment:
Als wir als Support angefragt wurden und dann doch nur vor Möbeln spielten.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Bierchen weniger, mit Sting würden wir gerne einer seiner komischen Weine in Italien trinken. Alternativ am Strand Eimersaufen mit Till Lindemann. Äh, Grund? Weil wir es dann geschafft hätten.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Thrice, Twenty One Pilots, Fall Out Boy, Sting

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Mindestens einmal die Woche das Haus zu verlassen, um mit Kumpels Musik zu machen. Ob Proberaum oder Live, beides muss sein.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Mindestens einmal die Woche das Haus zu verlassen um mit Kumpels Musik zu machen. – Nee, natürlich nicht. Aber manchmal nimmt der administrative und Promo-Aufwand ums Musikmachen herum etwas überhand und wir würden dann doch lieber Musik machen 

Online:
Website: www.banquo.band
Instagram: www.instagram.com/banquoband
Facebook: www.facebook.com/BanquoBand

Musik:
Neue EP auf allen Streaming-Plattformen: www.orcd.co/bad-times-good-friends
Spotify: www.open.spotify.com/artist/0kZ2E8wRWiZFGe38GAtFoi?si=LtMp5F5OR3SKnrA-Evrzug
Youtube: www.youtube.com/channel/UCATEtbhi-6PL9dyzRV6uUUQ/featured
Soundcloud: www.soundcloud.com/banquoband

 

VALLEY OF THE SUN – The Chariot

Trackliste:

01. Sweet Sands
02. Images
03. Devil I’ve Become
04. The Chariot
05. Headlights
06. As We Decay
07. Running Out Of Love
08. Sunblind
09. The Flood
10. Colosseum


Spielzeit:
46:39 min – Genre: Stoner Rock – Label: Fuzzorama Records – VÖ: 17.06.2022 – Page: www.facebook.com/valleyofthesun

 

Freitag Nachmittag: Ich sitze in meiner Dachgeschosswohnung und kann dank des Sommergewitters nicht einmal das Fenster aufmachen, ohne das Wohnzimmer geflutet zu bekommen. Gefühlt 38°C, ich komme mir vor wie Tunfisch (im eigenen Saft) und an einer Stelle tropft es durch das geschlossene Fenster leicht auf mein Sofa. Zeit für was Extra-Trockenes, warum also nicht die neue VALLEY OF THE SUN? Die Truppe aus Ohio macht die Art von Musik, die klingt, als habe man die Gitarren authentisch in der Mitte einer Wüste aufgenommen und den Sand im Verstärker als klangliche Eigenart verwendet. Desert Rock, Southern Rock (ein bisschen), Stoner, Hard und Psychedelic Rock werden auf dem vierten Album „The Chariot“ vermengt zu einem Ganzen, das im mindesten angenehm cool und nicht selten wunderbar mitreißend ist.
Der Sound passt bestens zum Stil von VOTS, trocken, staubig aber klar und authentisch handgemacht. Vielleicht minimal zu viel Lautstärke in den Gitarren, aber auch nur vielleicht. Die Vocals passen nicht minder zu besagtem Stil und kleine Extras wie eine E-Orgel und zusätzliche Percussion-Elemente wurden konstruktiv eingesetzt.
Musikalisch ist man oft sehr rifforientiert unterwegs, hat dafür aber auch entsprechend biestige Riffs auf Lager, die man auch schonmal zwei Minuten lang am Stück ausreizt (siehe „Devil I’ve Become“), erfreulicherweise nicht mit langweilendem sondern mit hypnotischem Effekt. Insbesondere von Track drei bis Track sechs geht „The Chariot“ dabei stimmungstechnisch aufs Ganze, bemüht verstärkt ruhigere, zum Teil psychedelischere Parts und vermag mit diesen Songs wirklich zu vereinnahmen, nachdem die ersten beiden Tracks gut, aber mit leicht Luft nach oben ausfielen. Doch auch Songs, die nicht in dem Maße zünden, machen zweifelsohne Spaß, wenn man Freund dieser oftmals monoton anmutenden Musikrichtung ist und ebenjene Stilistik mag. Der Groove-Faktor ist durchgängig hoch, die Melodien nach allen Regeln der Stoner-Rock-Kunst geschrieben und intoniert – und auch wenn „The Chariot“ nicht der ultimative Genrevertreter ist, hilft es doch absolut effektiv über die Zeit bis zum nächsten Freak Valley Festival oder Desertfest hinweg!

Fazit:
Lässig, trocken, cool und immer mal wieder seine hypnotischen Phasen zelebrierend, schön gespielt und im Sinne des Genres komponiert – „The Chariot“ ist, romantisiert ausgedrückt, ein sauberes Sommeralbum für alle, die ihren Sommer weniger am Pool und in Cabrios und eher mit Rauschebart am Truckstop verbringen.

Anspieltipps:
„Devil I’ve Become“, „The Chariot“, „Headlights“ und „As We Decay“

Jannis

JONES STREET – Out Of The Gutter

Trackliste:

01. Dancin´ With The Devil
02. Tell Me Why
03. What Comes Around
04. Thieves Of Love
05. Take Your Love
06. Razor To My Wrist
07. When It All Comes Down
08. We Won´t Be Forgotten
09. Fuck Authority
10. On The Edge (Demo)

 

Spielzeit: 46:29 min – Genre: Hardrock – Label: Eonian Records – VÖ: 03.06.2022 – Page: www.eonianrecords.com

 

Mit der amerikanischen Hardrock-Kapelle JONES STREET kommt einer der vielen Vertreter ihrer Zunft jetzt zu neuen Ehren, die es seinerzeit nicht mehr geschafft haben, rechtzeitig Unterschlupf bei einem Majorlabel zu finden, bevor der große Knall einer ganzen Szene der Garaus machte und von heute auf morgen nur noch versiffte Karohemden, Depristimmung und langweilige Mucke in Mode waren. Kein Wunder, denn Shawn Crosby (vocals), Jonny Jones aka Johnny Scott (guitars), Mickey „McNasty“ Perez (guitars), John „JJ“ Jaurigui (bass) und Rob Hanna (drums) gründeten ihre Band erst 1991. Zwar hatten die Jungs recht schnell eine Zusage von Sony Music in der Tasche, ein Demo aufzunehmen zu können, zu einem richtigen Plattendeal kam es aber aufgrund des drastischen musikalischen Wandels hin zum Grunge nicht mehr. Immerhin das Demo konnten JONES STREET noch realisieren.

Lange unter Verschluss sah das Material erstmals 2008 offiziell das Licht der Welt – unter dem Titel „Dancin´ With The Devil“ wurden die zwischen 1991 und 1995 aufgenommenen Songs in Eigenregie veröffentlicht. Der 1992 zur Band gestoßene Drummer Anthony Focx (u.a. BEAUTIFUL CREATURES) zeichnete sich sowohl für den Mix als auch das Mastering verantwortlich. Aufgenommen wurden die Songs in Studios wie dem ehrwürdigen The Record Plant in Los Angeles sowie den Cornerstone Studios und den NRG Studios – ebenfalls ansässig in der Millionenmetropole.

Da die alte Auflage schon lange eine gesuchte Rarität ist (die sich auch noch in meinem CD-Schrank tummelt), haben die Trüffelsucher von EONIAN Records ihr Näschen erneut tief in den Untergrund gesteckt und sind mit der Idee, dieses Tondokument erneut unter die Leute zu bringen, bei der Band vorstellig geworden. Anthony Focx höchstselbst hat die Platte remastered und es wurde ein klein wenig an der Setlist geschraubt.

Der Opener „Dancin´ With The Devil“ ist indes gleichgeblieben. Eine weise Entscheidung, hat dieses rotzige Etwas genau die Street Credibiltiy, die ein Zwitter aus SKID ROW und GUNS´N ROSES eben braucht. Ein cooles Riff, mächtig Drive und mit Shawn Crosby genau den richtigen Sänger mit whiskeygetränkter Raucherlunge. Weitere Anspieltipps sind das melodische „What Comes Around“, die staubtrockene Ballade „Tell Me Why“ oder das groovende „Take Your Love“. Der zweite Teil der Platte ist vom Sound her etwas schwächer, die Songs aber machen ebenfalls ordentlich Laune – nicht nur an einem heißen Samstag Abend am Sunset Strip. Als Bonus hören wir auf der neuen Edition das bisher unveröffentlichte Demo „On The Edge“. Ein recht guter Ersatz für das ziemlich miserable „Out On Skid Row“ und den total überflüssigen Bonus „The Word (F**k)“ von der ursprünglichen Version aus 2008.

Für Fans der Sunset Strip Szene der frühen 90er ist „Out Of The Gutter“ ein gefundenes Fresschen – zumal die ursprüngliche Version schon lange vergriffen ist und dieser Re-Release mit besserem Sound um die Ecke biegt. Also, Support the Underground und zieht Euch dieses vergessene Stück Rockgeschichte rein – es lohnt sich!

Stefan