RAGENHEART – The Last King

Band: Ragenheart
Album: The Last King
Spielzeit: 48:47 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion/Steel Gallery Records
Veröffentlichung: 01.04.2018
Homepage: www.ragenheart.net

Von der Band RAGENHEART hatte ich bis dato noch nie etwas gehört! Bis mich der Bandmastermind und Gitarrist Angel Priest kontaktierte und fragte ob wir nicht das neue Album seiner Jungs besprechen wollten? Kurz reingehört und dann zugesagt. So schnell kann es gehen! : )
Die Band hat sich 2002 in Athen, Griechenland gegründet und frönt dem klassischen Heavy Metal indem auch Spuren von Power Metal zu finden sind.
Bislang hat man es zu einer Demo 2006 und dem selbstbetitelten Debütalbum 2010 gebracht und steht nun in den Startlöchern für das zweite Album „The Last King“.
Mit „A Thousand Years Empire“ erwartet uns ein stimmungsvolles Intro welches schon mal ganz ordentlich auf die Scheibe einstimmt. Direkt danach folgt dann der Titeltrack „The Last King“ welcher ein epischer Midtempotrack geworden ist und direkt und ohne Umschweife ins Ohr geht.
„Fear“ beginnt etwas druckvoller, wird dann aber auch im Midtempo gehalten und hier kann man mit dem extrem hohen Gesang vor allem Fans von 80iger Metalstoff am Ehesten überzeugen.
Die darauf folgenden „Echo“ und „Mirror“ sind dann aber nur gute Standardware die nicht großartig ins Gewicht fallen.
Ganz anders dann das knietief in den 80igern verwurzelte „Metal Rules the Night“, welches gut reinläuft und direkt begeistern kann!
Der Schmachtfetzen „Dreamer“ kann dagegen dann leider wieder nicht ankommen und auch der restliche letzte Teil der Scheibe ist leider eher mittelmäßig geworden…der einzige Track der noch richtig überzeugen kann ist „Forever Rain“. Ansonsten haben wir hier, zwar recht ordentliche, aber eben nur Standardkost die es so schon x Mal zu hören gab.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall überzeugen hier „The Last King“, „Metal Rules the Night“ und „Forever Rain“.

Fazit :

So schlecht wie es jetzt vielleicht klingt ist das neue Album der Jungs von RAGENHEART jetzt gar nicht, allerdings ist vieles hier halt einfach nur gute Metalstandardkost welche sich nicht großartig abhebt und so halt schon x Mal vorhanden ist.
Gut gemacht und produziert ist das Ganze, aber ansonsten wohl eher etwas für „Alles Sammler“ oder Die Hard Fans der Band. Aber nicht aufgeben Jungs!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Thousand Years Empire
02. The Last King
03. Fear
04. Echo
05. Mirror
06. Metal Rules the Night
07. Dreamer
08. Blind Alley
09. Forever Rain
10. The End
11. Our Mighty Past

Julian

Fest Evil 2018 News

Evil…aus dem Nichts; 10 Jahre Fest-Evil; 5 Jahre Fest-Evil e.V.

Aus dem Nichts entstanden, weder Budget noch Bands standen fest – es gab nur eine grobe Richtung und kaum Erfahrung – waren die ersten Jahre manchmal etwas chaotisch und anarchistisch (gab dem Fest-Evil aber seinen eigenen Flair) ; Konnte sich das Fest-Evil etablieren und von den gesammelten Erfahrungen profitieren. Aufgrund dessen und der wachsenden Ansprüche wurde dann 2013 der Verein zur Förderung begabter Musiker ins Leben gerufen. Auch konnten hierüber neue Ideen und Anregungen generiert werden.
Nach Anfangs zugegebenermaßen zwar holprigen Start, bzgl. Gelände, Wetter und Ablauf, aber dennoch guter Resonanz seitens Bands und Besucher, konnte das Fest-Evil sich bis heute etablieren und das Konzept immer weiter verfeinern.
Mittlerweile erfreut sich der Verein über Zuspruch von Besuchern und Bands aus dem gesamten Bundesgebiet, sowie aus den europäischen Nachbarländern.
Daher möchte sich der Verein für das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit, gerade in schwierigen Zeiten, bei den Besuchern und Bands bedanken!

Das Fest Evil 2018 – 10 Jahre Jubiläum:

Zum 10jährigen Jubiläum präsentiert das Fest-Evil Euch 8 Top-Bands!
Der Samstag:

Zur einen Uhrzeit an der sämtliche Weh-Wehchen vom Vortag verschwunden sein sollten und selbst manche Studenten schon wach sind, begrüßen Euch, an diesem langen Tag , zum Auftakt dann:

Rescue Rapunzel aus Darmstadt mit ihrem Metal-Core der Euch so machen Kaffee erspart und Euch erstmal richtig wachschütteln wird! „Rohe Emotionen auf Fliegenden Gitarren! „

Wer nun noch nicht wach ist, verpasst Psychedelic Bullet aus Bad Pyrmont. Sie bedienen sich aus den Genre des Hard Rocks, Stoner Rocks und Doom Metal und kreieren damit einen hochprozentigen Cocktail des Rock-Metal-Genre! Für Fans des „Mind-Expanding-Rocks“ ein muss…

Mit GrimGod folgt dann Southern Metal, mal doomig, mal mit Thrash-Einflüssen, im Großen und Ganzen wird abwechslungsreicher Mid-Tempo-Metal durch die Boxen gedrückt.Die Songs finden ihren Platz irgendwo zwischen Black Label Society, Pantera und Godsmack, kommen aber zu jeder Sekunde eigenständig und wirkungsvoll daher.

Nahtlos weiter geht es dann mit einem brachialen Thrash-Gewitter mit den bereits in Kreators Fußstapfen passenden Hopelezz aus Wuppertal. “Hopelezz sind die ganz Großen unter den deutschen Youngsters in Sachen Modern Metal und Thrash”

Ebenfalls zum zweiten Mal, freuen wir uns, Seven Thorns aus Dänemark mit ihren wundervollen Power-Metal begrüßen zu dürfen! Seven Thorns leben den Metal wie kaum eine andere Band – denn Metal is your Destiny! Und stellen ihre neuste CD vor! Was will man mehr ?

Das Tempo wieder etwas steigern werden dann Nothgard aus Deggendorf. Death-Metal mit tödlichen Riffs gepaart mit genialen Leadgitarren zum Besten, während die epische Orchestrierung für eine cineastische Gänsehaut-Atmosphäre sorgt. Ergänzt um die rauen Vocals von Dom R. Crey, erschaffen NOTHGARD ein gleichzeitig stürmisch-spektakuläres wie erhaben-stimmungsvolles Klangbild.

Wir hoffen wir haben Euch bislang nicht überfordert, denn nun kommen unsere Samstags-Headliner Freedom Call, welche seit Jahren ein Brett noch dem anderen Veröffentlichen. Freedom Call stehen für Rasanz und enorme Dynamik, großartigen Melodien und hymnischen Refrains! Also spart Euch euren Energie und feiert die Master of Light! Ein prima Abschluss zum 10 Jährigen!

Aber wir wären nicht das Fest-Evil ohne Absacker, also werden Euch mit Chaos Path alte bekannte Veteranen aus der Kasseler Szene mit ihrem aus nordisch geprägtem Melodic Death/Black Metal und der Ruppigkeit des deutschen Thrash Metal ein eigenständiges Gebräu entstehen lassen zudem ihr dann noch gemütlich ein paar Absacker genießen dürft, denn es wird eine lange Nacht!

Wir sind fest davon überzeugt Euch hier ein feines Angebot an Bands für das Wochenende zu bieten und freuen uns mit Euch den Metal , das Fest-Evil , die Bands und Euch zu zelebrieren!

Wir wünschen Euch allen viel Spaß auf unserem großen Familientreffen und bis zum 14.07.2018 dann!

Euer Fest-Evil e.V.

Vereinsfakten:

Name: Fest Evil e.V. – Verein zur Förderung begabter Musiker

Kontakt:
Fest-Evil e.V.
Pfingstanger 16
34434 Borgentreich-Manrode

info@fest-evil-manrode.de |www.fest-evil-manrode.de

Gegründet: 2013
Mitgliederanzahl: 48
Altersdurchschnitt 16-60 Jahre

Veranstaltungen momentan:
1x jährlich Fest-Evil am 3. Wochenende im Juli

Zweck des Vereins ist die Förderung der Kunst und Kultur, sowie Metalmusik im lokalen Bezug um und in Manrode und den umliegenden Regionen.

CRYSTAL TEARS – Decadence Deluxe

Band: Crystal Tears
Album: Decadence Deluxe
Spielzeit: 46:56 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 18.05.2018
Homepage: www.crystaltearsofficial.webs.com

Nachdem erst letzten Monat EMERALD SUN mit „Under The Curse Of Silence“ ein äußerst erfreuliches Album auf den Markt warfen (wir berichteten), legt Griechenland nun direkt nochmal nach und schenkt der Welt den vierten Longplayer von CRYSTAL TEARS, namentlich „Decadence Deluxe“. Lässt das von Caio Caldas designte Artwork der Platte den CRYSTAL-TEARS-Neuling wohl eher modernen Symphonic Metal erwarten, so entpuppt sich das Ding doch als kräftiger Heavy Metal, der deutliche Einflüsse aus Thrash Metal und Hard Rock bezieht und klassische 80es-Vibes mit moderneren, leicht US-metallischen Klängen kombiniert. Keyboardfrei, versteht sich.
Die Formulierung des Promotextes hinsichtlich der Produktion lässt sich komplett unterschreiben, bewirbt man den Klang des Albums doch als „rundum qualitativ hochwertigen, ehrlichen Metalsound“ – nicht überproduziert, natürlich klingend und absolut auf den Punkt. Passt zur Musik, darf gelobt werden! Lediglich beim Sänger (Søren Adamsen, fügt sich mit seiner rauen Stimme sehr gut in den Gesamtsound ein) hätte man darauf achten können, ihn noch penibler auf eine konstante Lautstärke zu pegeln. Es hat ab und zu den Anschein, als sei er während der Aufnahmen mehr oder weniger im Studio herumgelaufen.
Musikalisch bewegt man sich auf „Decadence Deluxe“ in verschiedenen Gefilden. Ob mit „Heart Of A Lion“ nun PRIEST gecovert wird, man mit „Chaos Thy Name“ eher thrashig unterwegs ist oder mit „Bleeding“ mit einer sehr schönen Kombination aus cleanen Gitarren und Gesang beginnt und in einem nur allzu verdächtig nach TWISTED SISTERs „The Price“ klingenden, dabei aber nicht minder schönen Chorus gipfelt: Langeweile gibt es bei CRYSTAL TEARS nur selten. Auch „Where Angels Die“ weckt wohl Erinnerungen an einen anderen Song (Der Chorus ist letztendlich DIOs „Holy Diver“-Prechorus), ist dabei jedoch auch ein starker Heavy-Metal-Track im Sinne der Klassiker, und die zweite Fußmaschine wird nicht nur für das bangbare „Sick Of It All“ ausgepackt.
Erwähnenswert für „Decadence Deluxe“ ist die Qualität des Gitarrenspiels. Kostas Sotos und Máté Nagy wissen die einzelnen Songs durch kreative Ideen und gelungene Soli noch einmal ein Stück aufzuwerten. Dass trotzdem nicht jeder Track hängen bleibt, ist keine Schande. Denn wo die Melodien nicht im Ohr bleiben wollen, da machen die Songs während des Hörens trotzdem genug Spaß, als dass man sich die Scheibe auch gerne direkt noch ein zweites Mal anhört.

Anspieltipps:
„Blindead“, „Bleeding“, „Tears For The Dead“ und „My Own Hell“

Fazit:
Doch, Griechenlands Metalbands sollte man mal genauer unter die Lupe nehmen. Und CRYSTAL TEARS bilden da keine Ausnahme. Schön produziert aber dennoch angenehm roh, stilistisch alles andere als festgefahren, hart aber niemals auf Kosten der Melodien – und weiß Gott nicht eine der Bands, die doch bei jedem Song irgendwie gleich klingen. „Decadence Deluxe“ ist feiner Heavy Metal mit hörbaren Einflüssen anderer Untergenres, der gekonnt klassischen Metal mit modernen Akzenten kombiniert. Nicht undeluxe, meine Freunde!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Evil Vs. Evil
02. Blindead
03. Heart Of A Lion
04. Where Angels Die
05. Death Haunts Forever
06. My Own Hell
07. Bleeding Me
08. Chaos Thy Name
09. Sick Of It All
10. Dear Insanity
11. Tears For The Dead
12. I’m 18 (Bonus Song)
13. Tie Your Mother Down (Bonus Song)

Jannis

VELVET VIPER – Respice Finem

Band: Velvet Viper
Album: Respice Finem
Spielzeit: 60:21 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: GMR
Veröffentlichung: 06.2018
Homepage: www.facebook.com/velvetviper

1985 gründete Jutta Weinhold ZED YAGO mit einer Musik und einem Konzept, das sich vom gängigen Rock ’n roll Fließband absetzen sollte. Daraus entstand „Dramatic Metal“ mit Texten aus Literatur, Poesie, Mythologie und Fantasy. Es kam zu zwei ZY Produktionen, „From over yonder“ und „Pilgrimage“, bis der Bandvirus die Formation sprengte. Nach dem Split gründet Jutta VELVET VIPER.
1990 erschien das erste Album „Velvet Viper“. Das zweite Album „The fourth Quest for Fantasy“ erschien mit Zed-Yago-Drummer Bubi The Schmied und Lars Ratz am Bass und dem leider bereits verstorbenen Roy Last an der Gitarre. 1993 wurde unter dem Titel „To be or not“ das vorerst letzte Album zu dem Zed-Yago-Concept mit Musikern der Prager Band „Citron“ veröffentlicht. 2002 erschien dann noch die Best-of „Zed Yago from the Twilight Zone“ mit unveröffentlichtem Material, bevor Jutta sich anderen Themen und Projekten widmete.
2016/17 war endlich die Zeit gekommen, die Band VELVET VIPER wieder zum Leben zu erwecken. Mit Gitarrist Holger Marx wurden 11 Songs komponiert und von einem der großen Meister des Metal, Kai Hansen (Gamma Ray, Helloween), produziert. Musikalisch ist erneut klassischer Heavy Metal mit unkonventionellen Extras angesagt, der oft heftig-schleppend groovt, um hin und wieder in höhere Temporegionen auszubrechen und der Tradition der NWOBHM Tribut zu zollen.
Beim Opener wird nicht lange gefackelt sondern uns direkt „Don`t leave before Wintertime“ präsentiert. Dieser beginnt erstmal bedächtig bevor dann mächtig drauf los gegroovt wird! Ein klasse Track der direkt zeigt das die Band und vor allem Fronterin Jutta keine Gefangenen machen wollen.
Und es geht direkt erstklassig weiter, denn sowohl das, ebenfalls wieder mächtig groovende, „Shadow Ryche“, was zusätzlich noch einen geilen Mitsingrefrain besitzt, als auch der überlange, epische Titeltrack „Respice Finem“ begeistern vom ersten bis zum letzten Ton.
Da können die anschließenden Songs leider nicht ganz mithalten, „Eternally Onwards“ ist ganz ordentlich, aber mit „Ogaydez“ hat man sogar einen richtigen Ausfall an Bord, der zu keiner Zeit auch noch in die Nähe der bisherigen Qualität kommt und nur so dahinplätschert.
Das soll aber der einzige wirkliche Ausrutscher bleiben, denn im weiteren Verlauf bewegt man sich im guten bis sehr guten Qualitätslevel und hat mit „Raven Evermore“, „Law of Rock“ und dem abschließenden „Loherangrin Lohengrin“ weitere Metalperlen im Gepäck.
Da drückt man doch gerne im Anschluss direkt wieder die Play Taste!

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sollten euch „Don`t leave before Wintertime“, „Shadow Ryche“, „Respice Finem“, „Law of Rock“ und „Loherangrin Lohengrin“ direkt zusagen.

Fazit :

Keine Frage VELVET VIPER liefern mit ihrem neuen Album ihr bisher bestes und rundestes Werk ab! Und mit Sicherheit wird das gute Stück bald in einem Atemzug mit den alten ZED YAGO Klassikern genannt.
Vor Fronterin Jutta Weinhold muss man ganz klar den Hut ziehen, die Dame hat es definitiv noch drauf und singt manch jüngere Konkurrentin gnadenlos zu Boden.
Altfans und Anhänger des Teutonen Metals sollten hier definitiv mehr als ein Ohr riskieren und direkt zuschlagen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Don`t leave before Wintertime
02. Shadow Ryche
03. Respice Finem
04. Fraternize With Rats
05. Eternally Onwards
06. Ogaydez
07. Dangerous
08. Raven Evermore
09. Stormy Birth
10. Law of Rock
11. Loherangrin Lohengrin

Julian

ANGEL HEART – Angel Heart

Band: Angel Heart
Album: Angel Heart
Spielzeit: 50:44 min
Stilrichtung: Melodic Rock/Metal
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 18.05.2018
Homepage: www.facebook.com/AngelHeartTheBand

Fans von so Bands wie WITHIN TEMPATION oder LEAVES EYES sollten jetzt einmal ganz genau lesen, denn mit ANGEL HEART erscheint eine Band auf der Bildfläche die aus einigen Ex Mitgliedern der norwegischen Metaller von HIGHLAND GLORY besteht und nun mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum auf den Metal Markt stößt.
Viel Liveaktivitäten hat die Band noch nicht zu verzeichnen, man konzentrierte sich lieber auf das Debütalbum welches die Magie von DIO mit den verträumten Melodien des Nordens und dem Gesang von Fronterin Trine Elise Johansen verbinden soll.
Nun, horchen wir mal rein, wie das Debüt denn so tönt und widmen uns dem Opener „Burning Desire“ der recht ordentlich loslegt und die Platte gekonnt einleitet. Fronterin Trine passt recht gut von der Stimmfarbe und Lage her zum epischen Midtemposound und da der Chorus hier wunderbar eingängig ist können wir hier direkt den grünen Qualitätshaken machen.
Das anschließende „Run away with Me“ ist dann wesentlich langsamer als der Vorgänger geworden, bewegt sich aber nach wie vor im Midtempogefilde, ist aber nicht weniger schlecht geworden und kann ebenfalls sofort überzeugen.
Nachdem kleinen Durchhänger „I don`t need Love“ geht es mit „Forever Free“ wieder sehr ordentlich weiter, bevor dann erneut leider ein paar Standardtracks kommen.
Erst mit „Rock Friends“ wird das Niveau dann wieder besser und mit dem abschließende, epische „Sailing against the Wind“ hat man auch noch einen weiteren ganz ordentlichen Track an Bord.

Anspieltipps:

Mit „Burning Desire“, „Run away with Me“ und „Forever Free“ solltet ihr direkt warm werden.

Fazit :

Das selbstbetitelte Debüt von ANGEL HEART ist insgesamt ein durchschnittliches Werk welches für den ganz großen Sprung in die höchsten Punkteränge noch zu unrund ist. Es müssten einfach wesentlich mehr Hits vorhanden sein und bislang gibt es auch irgendwie nichts was die Band großartig von der Masse abhebt.
Eine nette Scheibe die es aber leider vermutlich in der großen Veröffentlichungsflut eher schwer haben wird!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Burning Desire
02. Run away with Me
03. I don`t need Love
04. Forever Free
05. She is strong
06. My Spirit will live on
07. Rock Friends
08. Worth the Wait
09. Sailing against the Wind

Julian

LEE AARON – Diamond Baby Blues

Band: Lee Aaron
Album: Diamond Baby Blues
Spielzeit: 51:00 min
Stilrichtung: Blues Rock
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 27.04.2018
Homepage: www.leeaaron.com

Man kann beim neuen Album der mittlerweile 56 jährigen LEE AARON nicht wirklich von einem Comeback reden, auch wenn die gute dem Rock-Publikum schon seit längerem aus dem Blickfeld entsprungen war. Die Schaffensphasen der in den 80ern als „Metal Queen“ bekannten Kanadierin haben aber durchaus den ein oder anderen Bruch gehabt, weshalb LEE AARON für Fans solcher frühen Hardrock-Perlen wie „Whatcha Do to My Body“ nach Ihrem Stil/Imagewechsel Richtung Jazz Mitte er 90er Jahre von der Bildfläche verschwand. Als die Powerdame dann 2016 mit „Fire and Gasoline“ nochmal ein richtiges Rock Album vorlegte, hatte sie in der Zwischenzeit nicht auf der faulen Haut gelegen sondern durchgehend (mehr oder weniger) erfolgreich Musik aufgenommen und veröffentlicht. Die Reaktionen auf das letzte Albumwaren durchaus positiv und LEE AARON scheint sich im Rock auch weiterhin wohlfühlen. Umso besser für uns, denn nun liegt mit „Diamond Baby Blues“ eine richtig gute, starke (Blues-lastige) Scheibe vor, die Fans von klassisch hardrockigem Stoff nicht verpassen sollten.

Flankiert von den altgedienten Szeneschwergewichten Sean Kelly (Gitarre), Dave Reimer (Bass) und Schlagzeuger John Cody legt LEE AARON mit dem Opener „Diamond Baby Blues“ mal gleich einen fulminanten Start aus Parkett. Die Produktion stimmt, der Sohn ist fett und wuchtig, in einem richtigen Studio von Fachleuten eingefangen und die Powerröhre der Frontlady hat nichts von Ihrer Kraft eingebüßt. Dieser Einstieg macht Spaß und das weitere Materialsteht dem in nichts nach. Zwischen die gelungenen Eigenkompositionen werden immer wieder geschmackvoll ausgewählte Cover-Versionen („Mistreated“ von Deep Purple oder „Black Cat“ von Janet Jackson) eingestreut, die wie die Faust aufs Auge passen. Was soll ich sagen, die Platte macht einfach Laune. Eben weil hier offensichtlich nicht an den falschen Ecken gespart wurde und alle Beteiligten mit Ehrgeiz und Herzblut dabei sind. Als Anspieltipps seien (neben den genannten Tracks) noch das rockige Eigengewächs „Hard Road“ und die Ballade „The Best Thing“ genannt, die eine Sängerin zeigen, die bereits eine Menge erlebt hat, deren Stimme wie guter Wein immer besserst werden scheint und die immer noch gehörigen Spaß an Ihrer Berufung hat. „Diamond Baby Blues“ ist ein Highlight im Blues-Rock Sektor in diesem Jahr und sollte in keiner entsprechenden Sammlung fehlen. Beide Daumen hoch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Diamond Baby Blues
02. Mistreated
03. American High
04. I’m a Woman
05. Mercy
06. The Best Thing
07. Black Cat
08. Hard Road
09. In the Bedroom
10. Cut Way Back
11. You’re No Good
12. My Babe

Mario

PRAYING MANTIS – Gravity

Band: Praying Mantis
Album: Gravity
Spielzeit: 57:40 min
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 11.05.2018
Homepage: www.prayingmantis.rocks

Eins steht von vornherein fest: Das ist die mit Abstand größte Gottesanbeterin, die PRAYING MANTIS jemals auf ihrem Coverartwork am Start hatten. Mit dieser Erkenntnis entfaltet das Cover des elften Studioalbums der Briten schon einmal die gewünschte Wirkung. Grandios übernommen wurde der Stil der älteren Plattencover von Rodney Matthews, der sich bei “Gravity” das erste Mal höchst erfolgreich an einem MANTIS-Artwork versucht und unter anderem durch ELOY- und THIN-LIZZY-Cover bekannt wurde.
Ob nicht nur die Gottesanbeterin, sondern auch das Album dahinter das bislang größte der NWoBHM-Fraktion ist, muss wohl jeder Hörer für sich entscheiden. Außer Frage steht jedoch, dass “Gravity” ein fantastisches Stück Hard Rock ist, das mit seinen Wurzeln die letzten vierzig Jahre durchgräbt.
Die Produktion ist klar, relativ warm und bietet keinen Grund zur Kritik. Ebenso Sänger John Cuikpers, dessen Stimme ausdrucksstark und geradezu gemacht für diese Band anmutet, obgleich er erst seit 2013 am Mic steht. Auch der Rest der Band, der trotz der Jahre, die PRAYING MANTIS inzwischen auf dem Buckel hat, mit Chris und Tino Troy immer noch respektable zwei Gründungsmitglieder beinhaltet, überzeugt vollends.
Die Songs an sich überzeugen nicht weniger. Langsameres bis schnelleres Midtempo dominiert die Scheibe, ein hohes Maß an Melodiösität, ein recht heruntergefahrener Härtegrad, eine ernst-erwachsen-nachdenkliche Grundstimmung – und eine beachtliche Menge an schlicht hervorragenden Ideen. Dass auch bei einem sehr starken Album nicht jeder Song ein Volltreffer ist, ist verständlich. Doch auch die schwächeren Songs auf “Gravity”, beispielsweise “Shadow Of Love”, ein etwas zu klassischer Hard-Rock-Track durch und durch, oder “Time Can Heal”, das mit deutschem Text problemlos auf SWR4 Anklang finden könnte, machen Laune – von den restlichen Tracks ganz zu schweigen.
PRAYING MANTIS sind, kurz gesagt, einfach asozial gute Songschreiber, die entweder monatelang ununterbrochen fieberhaft an neuen Riffs, Keyboardlines und Melodien arbeiten oder, wenn nicht ihre Seele, dann doch zumindest ein zwei Nieren an den Teufel verkauft haben. Allein die “Mantis Anthem” mit ihrem fanfaresk-cheesigen Intro und dem saustarken Chorus ist ein Kaufgrund für “Gravity”, ebenso wie “Ghosts Of The Past”, eine kraftvolle Glanzleistung von Cuilpers vor ruhigem Hintergrund, garniert mit top-produzierten Streicher-Synths.
Dann sind da noch das verhältnismäßig rockige “39 Years” (Für die Langsameren: So lange gibt’s die Band schon) mit FOREIGNER-Say-You-Will-Chorus, das melancholische “Foreign Affair” und das vergleichsweise schnelle und unkonventionelle “Final Destination”, das einige der bisher eingehaltenen Konventionen ein wenig über Bord wirft und offensichtlich Spaß am Kontrast zwischen fröhlichem Gesynthe und tiefer Gitarren/Bass-Arbeit hat. Lückenfüller: Fehlanzeige.

Anspieltipps:
“Mantis Anthem”, “Gravity”, “Ghosts Of The Past” und “Keep It Alive”

Fazit:
PRAYING MANTIS sind zurück und sie haben noch immer neue Ideen. “Gravity” ist nicht der Xte Aufguss der immer gleichen Bandformel, es ist ein ebenso erwachsenes wie erfrischendes geiles Stück Hard Rock mit einem Schuss NwoBHM. Nach 40 Jahren Bandgeschichte so ein Album – das muss den Jungs erstmal einer nachmachen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Keep It Alive
02. Mantis Anthem
03. Time Can Heal
04. 39 Years
05. Gravity
06. Ghosts Of The Past
07. Destiny In Motion
08. The Last Summer
09. Foreign Affair
10. Shadow Of Love
11. Final Destination

Jannis

BURDEN OF GRIEF – Eye Of The Storm

Band: Burden Of Grief
Album: Eye Of The Storm
Spielzeit: 42:56 min
Stilrichtung: Melodic Thrash / Death Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 04.05.2018
Homepage: www.burdenofgrief.de

BURDEN OF GRIEF hauen also ihr mittlerweile 7. Studioalbum raus und was die Nordhessen da präsentieren, kann sich auch durchaus sehen lassen. Zwar nicht immer das ganz große Kino, aber für einige Blockbuster reicht es auch bei „Eye Of The Storm“. Das letzte Album „Unchained“ liegt nun auch schon 4 Jahre zurück und so können wir uns endlich auf ein neues Album des Hessen-Fünfers freuen. Wie zu erwarten, lassen sich BURDEN OF GRIEF nicht in die Melo-Death Ecke drücken, dafür ist auch „Eye Of The Storm“ stellenweise zu thrashig. So ganz war Melodic Death Metal auch nie wirklich die passende Schublade für BURDEN OF GRIEF. Bereits 1994 im westfälischen Warburg gegründet, sind die Jungs nie wirklich dem Ruf nach Melodic Death Metal gefolgt. Bereits das zweite Album „On Darker Trails“ hatte deutlich mehr Thrash-Elemente als für das Genre üblich. Beständigkeit war und ist für BURDEN OF GRIEF ein Thema, kurzlebigen Trends sind die Jungs nie gefolgt. Und obwohl die musikalische Weiterentwicklung hörbar ist, ist Beständigkeit vermutlich eines der größten Probleme der Band. „Eye Of The Storm“ fehlt das letzte Fünkchen, das i-Tüpfelchen, die Sahne auf dem Kuchen, mit dem sich die Band von der Masse abheben und eigene Akzente setzen kann. Dabei ist das Gesamtwerk noch nicht mal schlecht. Handwerklich sehr gut gemacht, 1A Gitarrenarbeit, Melodien und Refrains bleiben hängen. Aber es fehlt einfach das gewisse Etwas, um vollends zu überzeugen. Zumal sich der Einstieg mit dem schlichtweg überflüssigen Intro „Inception“ und dem etwas zu durchschnittlich geratenen Titeltrack doch schwieriger als gedacht darstellt. Deutlich besser wird es dann mit Song Nummer 3. „The Angel“ wiegt einen erst in Sicherheit und wird dann schlagartig rabiater. Eine Nummer, die gefällt. So richtig geil wird es aber erst mit „Broken“, einem fies aggressiven Kracher und dem folgenden „Wolf Moon“, dem man eindeutig den schwedischen Schlag raushört. Bei beiden Songs überzeugen nicht nur die Melodie und der Death, sondern auch die wirklich guten und eingängigen Refrains. Und tatsächlich, „Eye Of The Storm“ wird nach hinten raus immer besser. Der Nackenbrecher „Breathe One’s Last“, gefolgt von dem brachialen Brett „A Dying Breed“ sind die besten Beispiele dafür. Mit „Zero Gravitiy“ wird es nochmals leicht schwedisch, der Song überzeugt mit feinem Death Metal. Zum Abschluss des 10 Stücke umfassenden Albums legen BURDEN OF GRIEF mit „The Funeral Cortege“ auch noch einen drauf. Das mit über 6 Minuten längste Stück auf „Eye Of The Storm“ ist ein würdiger Abschluss. Der balladeske Einstieg wird nach einer knappen Minute rigoros gekappt, Double Bass und fette Riffs zeigen dem geneigten Zuhörer zum Abschied noch schnell, wo der Frosch die Locken hat.
Alles in allem ist noch deutlich Luft nach oben. Ekstatische Begeisterungsstürme werden BURDEN OF GRIEF mit „Eye Of The Storm“ vermutlich nicht wecken, aber doch für einige genussvolle Stunden sorgen. Es wird nicht wirklich langweilig, die Songs wissen zu überzeugen. Die Melodien sind eingängig, handwerklich ein solides Album. Dennoch fehlen – wie bereits erwähnt – dann doch ein paar mehr Fünkchen um vollends zu überzeugen. Aber das hier ist immer noch Jammern auf höchstem Niveau!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Inception (Intro)
02. Eye Of The Storm
03. The Angle
04. Broken
05. Wolf Moon
06. Killing Spree
07. Breathe One’s Last
08. A Dying Breed
09. Maze Of Absurdity
10. Zero Gravity
11. The Funeral Cortege

Tänski

ETHERNITY News

AFM nimmt ETHERNITY unter Vertrag!

Die belgische Progressive Melodic Metal-Band ETHERNITY steht ab sofort weltweit bei AFM Records unter Vertrag. Im März 2015 erschien das in Eigenregie veröffentlichte Debütalbum „Obscure Illusions“, auf dem mit Tom S. Englund (Evergrey), Kelly Sundown Carpenter (ex-Beyond Twilight, Civil War) und Mark Basile (DGM) einige Szenegrößen mit Gastbeiträgen verewigt wurden.

Ein neues ETHERNITY Album soll im Spätsommer erscheinen.

Line-Up:
Julie Colin: Vocals
Julien Spreutels: Keyboards
Nicolas Spreutels: Drums
Francesco Mattei: Lead Guitar
François Spreutels: Bass
Thomas Henry: Guitar