ANGUS COURT am 29.06.2024 Live in Dillingen

Zum Anlass The Kingsroad Rockt waren die vier Jungen Musiker von ANGUS COURT zum Heimspiel vor Familie, Freunden und Fremden so wie mir geladen. In der Altstadt von Dillingen wurde eine kleine Bühne auf der Straße vor dem Kingsroad Pub für ANGUS COURT aufgebaut. Trotz einer eher kleinen PA Anlage schaffte es der Tonmann einen amtlichen und druckvollen Sound aus den Boxen zaubern zu können, der Mann hat ein sehr feines Gehör und weiß dieses auch einzusetzen. Zum Gesamtsound kann ich nur die Aussage machen das ich sehr selten so einen ausgewogenen Sound gehört habe. Alle Instrumente und Gesang waren zu gleichen Anteilen immer voll da ohne das einer irgendwie eine Nebenrolle gespielt hätte. So was hört man doch sehr selten, dass Gesang, Gitarren, Bass und Schlagzeug gleich auf sind und die gleichen Anteile beim Mix bekommen.

Die Band spielte einen Set von ca. 90 Minuten bestehend aus ihren zwei Alben und unveröffentlichten Songs. Mit viel Charme und Spielfreude legten die Jungs ein Set hin was sich sehr gut ansehen und hören ließ. Egal ob jetzt Hauptsänger Nick für die Leadvocals verantwortlich war, Gitarrist Dave oder Bassist Adrian das Mikro übernommen haben war jeder Ton ein Treffer. Man merkte der Band an das sie beim Heimspiel vor dem Länderspiel sehr viel Spaß hatten und das Publikum genauso gut drauf war. Es war nicht auszumachen wer jetzt mehr von dem Gig hatte, aber das ist auch nicht wirklich wichtig wenn die sich die Stimmung auf so einem Niveau befand. Die Stimmung war genauso gut wie das Wetter und in den Altstadtstraßen von Dillingen kam geile Mucke aus der PA Anlage, eine Mucke die rockt wie Sau. Ich schrieb in meiner Rezi zum zweiten ANGUS COURT Album „da haut es einem die Grütze auf rechts“. Live kann ich nur sagen „da wird die Grütze zur gut gelaunten Pfütze und erzeugt einen leichten wohligen Wellengang zum Takt der Musik“. Der Drummer spielte den Arsch Tretter und bearbeitete die Felle mit den Sticks als wenn es kein Morgen geben würde. Nick und Dave an den Gitarren waren eine Macht für sich und Adrian am Bass spielte die Rampensau die die Bühne rockte. Bei der Gesangsarbeit gab es bei allen drei Hauptdarstellern weder schwere Fehler noch kleinere Schnitzer. Meine Erwartungen wurden von ANGUS COURT Live übertroffen, ich dachte mir im Vorfeld schlecht ist die Band auf keinen Fall aber das die vier Schelme Live derart stark sind hatte ich nicht gedacht. Danke für diese 90 Minuten saugeile Party in Dillingen, für mich hat sich die weite Anfahrt nach Dillingen gelohnt und wenn ich die Gelegenheit habe ANGUS COURT nochmal Live sehen zu können bin ich dabei.

www.facebook.com/anguscourtband

Setlist:

Music Starts With this Emotion
Sad Girl
Message
Secret
Dive into water
Miss Evergreen
Homemade Lemonade
Teufel & Dornröschen
Pretty Maria
Lost in Thinking
Honey
Overdose
Lifeguard
Fucked up
Superhero
Someday
Search for Destiny
Rollercoaster
Brave

Text: Balle / Bilder: Angus Court

BATTLESNAKE – The Rise And Demise Of The Motorsteeple

Trackliste:

01. A Blessing Of Fire And Speed
02. Motorsteeple
03. Pangea Breaker
04. Alpha & Omega
05. Road Warrior
06. The Key Of Solomon
07. I Speak Tongues
08. Pterodyctyl Firehawk

 

 

Spielzeit: 31:10 min – Genre: Classic Heavy Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 21.06.2024 – Page: www.facebook.com/battlesnakeband/

 

BATTLESNAKE ist eine australische Rockband die aus sieben total durchgeknallten Musikern besteht. Die Musiker sind mir unbekannt und hören auf die Namen Sam Frank am Mikrofon, Ben Frank, Paul Mason und Daniel Willington an den Gitarren, Billy O’Key an den Tasten, Elliot Hitchcock und Nick Zammit an den Drums. Mit „The Rise And Demise Of The Motorsteeple“ folgt nun das zweite Album, die Debüt EP und das erste Album sind irgendwie an mir vorbei gerauscht.

Mal sehen ob das zweite Album überzeugen kann, es befinden sich effektiv nur sieben Titel plus einem Intro darauf die es auf eine magere Laufzeit von 31 Minuten bringen. Die Band soll in ihrer Heimat Australien für ausgefallen Shows mit viel Theatralik bekannt sein. Mal abwarten ob dies auch auf Konserve zutrifft.

Die Australier vollführen einen coolen Ritt auf dem Schleudersitz ohne ins Schleudern zu kommen und sind dabei schwer in eine Schublade zu stecken. Entweder geht es im klassischen Metal auf PRIEST und MAIDEN (zur ihren Anfangszeiten) Spuren oder es wird im Classic Rock wie in besten HEEP, QUEEN oder SARACEN Zeiten auf der Retrowelle geritten. Alles in einem vertretbaren Rahmen der sich irgendwie ganz gut macht und auch hören lässt. Die Band geht am besten ab wenn sie im Metal agieren und sich bei den Metalgöttern von PRIEST und MAIDEN befinden. Aber bei den beiden bleibt es nicht, denn die Band vermengt diese Einflüsse mit der Abgefahrenheit von QUEEN, STYX und dem Retro Rock von URIAH HEEP und macht so einen eigenen Sound aus den Zutaten. Die Stimme von Sam passt perfekt in das Bild der Band, die drei Gitarren machen sich ganz gut und stehen dabei nicht übermächtig über den anderen Instrumenten. Die Keys sind voll auf der Retroschiene unterwegs, der Bass sorgt für ordentliches gewummer und die Drums spielen den Antreiber.

Als erstes Fazit kann man die Theatralik auf Konserve hören, zweitens ist der Sound so abgefahren das er fast schon wieder Geil ist, drittens ist es mal wieder eine Freude an die guten alten Zeiten erinnert zu werden. Einzig die magere Laufzeit von 31 Minuten ist echt ein sehr fader Beigeschmack.

„A Blessing Of Fire And Speed“ ein kurzes Intro das sehr antik anfängt bis die Gitarren und das Schlagzeug einsetzen, „Motorsteeple“ erinnert mich an einen Mix aus klassische JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN und die Verrücktheit von QUEEN. „Pangea Breaker“ orientiert sich an den Anfängen des klassischen Metals mit viel Drama, „Alpha & Omega“ fängt sehr langsam und zurückhaltend an um etwa ab Minute 1:22 in einen verdammt coolen Rocker überzugehen, erinnert ab da an URIAH HEEP mit QUEEN Genen und SARACEN Vibes. „Road Warrior“ seit wann stammen PRIEST aus Australien, „The Key Of Solomon“ haut einem die Riffs um die Ohren, „I Speak Tongues“ hätte sich gut auf dem „British Steel“ Album gemacht, „Pterodyctyl Firehawk“ und wieder die Huldigung oder Verneigung vor den späten 70er und frühen 80ern.

Balle

DEZPERADOZ – Moonshiner

Trackliste:

01. Evil Wayz
02. Runnin‘ Shine
03. Straight Between The Eyes
04. Moonshine
05. Mexican Border
06. Man Of Constant Sorrow
07. River
08. Lawless
09. My Lucky Graveyardboots
10. Angels‘ Share
11. A Gunmans Trail
12. Never Stop To Start Again

Spielzeit: 55:25 min – Genre: Heavy Southern Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 21.06.2024 – Page: www.facebook.com/DEZPERADOZ/

 

Die DEZPERADOZ sind seit sage und schreibe 25 Jahren aktiv und kommen mit ihrem sechsten Album aus dem Studio das einen in die Zeit der Prohibition entführt. In dieser Zeit als Schmuggler, Schwarzbrenner und Al Capone in den USA zu den größten Staatsfeinden gezählt wurden, entführen die DEZPERADOZ den Hörer.

Die Outlaws bestechen schon seit Album #1 mit einem Sound der sich in mehreren Genres heimisch fühlt und irgendwo zwischen Metal, Southern Rock, harten Country Tönen und Hard Rock bewegt. Die Band geht da ganz unkonventionell an die Sache ran und schert sich nicht im Geringsten was angesagt ist oder nicht, es wird einfach drauf los gerockt ohne dabei auf Grenzen zu achten. Der Hauptanteil des Sounds besteht aus Southern Rock Riffs der Marke RON KEEL BAND, LYNYRD SKYNYRD, DOC HOLLYDAY, MOLLY HATCHET oder THE GEORGIA THUNDERBOLTS mit mehr Druck, dass ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange den die Band geht die Sache von den Gitarren knallhart an und haut einem die Riffsalven nur so in die Fresse. Wobei mich die Gitarren von der Ausführung öfters an die Riffrocker von AC DC, RHINO BUCKET und AIRBOURNE erinnern, nur das sich die eben im Southern Heavy Rock befinden und nicht im Hard Rock. Es kommen auch mal so kleine Details wie Mundharmonika Sound zum Einsatz die sich dann sehr gut mit dem Rest der Band vertragen, einfach mal „Moonshine“ mit höherer Lautstärke anhören. „Moonshine“ besitzt einen einzigartigen Charme und hätte das Potential für Airplay im Radio und Discos, bei Biker Treffen wäre der Song der Burner. Das ist den DEZPERADOZ immer noch nicht genug, denn die Jungs spielen auch gekonnt in der Italo Western Liga und würden sich auf jedem Soundtrack dieser Streifen sehr wohl fühlen. Und genauso spielt die Band die gesamte Bandbreite des Heavy Southern Rock aus ohne dabei irgendwie einen Fehlgriff zu machen.

Am besten steht den DEZPERADOZ allerdings der reine und echte Southern Rock ohne dabei zu Heavy zu werden. In diesen Momenten kommt Lagerfeuerromantik, Western und Prärie Feeling auf, vor dem geistigen Auge baut sich ein Ritt auf der Harley durch die Südstaaten auf. Da die Vertreter der anständigen Südstaaten Mucke leider nicht mehr so aktiv oder weit verbreitet wie noch vor 30 bis 40 Jahren sind kann man sich die DEZPERADOZ mal genauer ansehen. Wer auf den Sound des US-Südens steht kommt momentan nicht um die DEZPERADOZ rum, denn auf „Moonshiner“ befindet sich der Soundtrack für die nächste Sommerparty.

„Evil Wayz“ marschiert gleich mal sowas von nach vorne, „Runnin‘ Shine“ geht mit viel Südstaaten Vibes und Charme an den Start. „Straight Between The Eyes“ ein wilder Stier auf einem Pfad der Zerstörung, „Moonshine“ stellt sich als Highlight vor, das Ding geht ab wie Sau. „Mexican Border“ das Instrumental für einen Italo Western wie „Spiel mir das Lied vom Tod“, „The Good, The Bad And The Ugly“ oder Django Streifen, „Man Of Constant Sorrow“ hätten die Southern Rock Heroes oder auch THE BOSS HOSS auf keinen Fall besser hinbekommen. „River“ Südstaaten Rock wie er sein sollte, mit einer gesalzenen Portion Drama, „Lawless“ Schnappesschmuggler schwingt euch in eure Hot Rods und ab durch die dunkle Nacht. „My Lucky Graveyardboots“ ich verneige mich denn die Zeit bis zum zweiten THE GEORGIA THUNDERBOLTS Album durch die DEZPERADOZ um ein sehr großes Stück verkürzt wurde, „Angels‘ Share“ hier kommt Hillbilly Stimmung auf, die Jungs spielen selbst die Hillbilly Karte aus. „A Gunmans Trail“ METALLICA auf einem Südstaaten Trip, „Never Stop To Start Again“ hier zeigt die Band nochmal eindrucksvoll was anständige Südstaaten Mucke mit viel Drama ist.

Balle

LEGIONS OF THE NIGHT – Darkness

Trackliste:

01. No Control
02. Rebirth
03. Darkness
04. Hate
05. One Moment
06. Another Devil
07. Let The River Flow
08. Better Men
09. The Witches Are Burning
10. Leave Me
11. I Don’t See The Light
12. Tonight He Grins Again

Spielzeit: 55:44 min – Genre: Power Metal – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 12.07.2024 – Page: www.facebook.com/Legions-of-the-Night-102006271677428

 

Es ist hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis LEGIONS OF THE NIGHT auf den großen Festivalbühnen des Landes stehen. Die Deutschen haben 2020 bereits mit ihrem Debüt bewiesen, dass sie auf einem extrem hohen Level unterwegs sind und das Potenzial haben, frischen Wind in die deutsche Power-Metal-Szene zu bringen, die viel von ihren Klassikern lebt, aber in Sachen Nachwuchs mehr zu bieten haben könnte. Obwohl, vielleicht hat sie das auch, und die ganzen guten neuen Bands laufen nur ähnlich sträflich unter dem Radar wie eben LOTN.
Frischer Wind ist dabei vielleicht missverständlich. Mit SAVATAGE verbindet das Trio um METALIUM-Sänger Henning Basse weit mehr als nur das starke Cover von „Tonight He Grins Again“, das sein neustes und drittes Album „Darkness“ abschließt. Viel Klavier, vertreten in einem großen Teil der Songs, eine wandelbare und hervorragende Gesangsleistung von Henning, der sowohl leicht opernhaft, als auch rau, kreischend, ruhig und „klassisch“ metallisch einen super Job macht, einiges an Orchester und ein Hang zur Theatralik erinnern an die Legende, ohne dass LOTN mehr als inspiriert davon wirken würden.
Tatsächlich ist es faszinierend angesichts all der Bands, die mal einen Takt skippen und sich dann „Progressive“ vor’s Genre schreiben, dass ausgerechnet LEGIONS OF THE NIGHT darauf verzichten. Gut, auf Ebene komplexer Taktarten sind sie es auch nur selten, aber eben auf kompositorischer. Unterschiedliche Parts mit unterschiedlichen Vibes aneinanderhängen kann jeder, aber bei LEGIONS quillt das Wissen um effektives, kluges Songwriting aus jedem Songteil und vermittelt das Gefühl, man höre ein metallisches Ein-Sänger-Musical. Zumeist mit düsterer, teils tragischer, gerne auch mal wütender Grundstimmung und dem gelegentlichen Funken Hoffnung dabei. Das alles kommt auch praktisch null prätentiös daher. „Darkness“ ist durchaus leicht verdaulich, aber gleichzeitig echt reich an musikalischen Nährstoffen.
Und das zündet. Der Ohrwurm-Chorus ist tatsächlich ein Ohrwurm, der biestige Part ist wirklich biestig, der ruhige davor oder danach wirklich ruhig, aber nur in seltenen Fällen wirkt das Aufeinanderfolgen dieser Parts nicht stimmig.
LEGIONS OF THE NIGHT wissen auf kompositorischer Ebene bestens eine Geschichte zu erzählen, den Hörer im Griff zu haben wie bei Telefonaten.
Da macht es dann auch nichts, dass zum Beispiel „Let The River Flow“ in ironischer Referenz seines Namens eher so dahinplätschert und ein „One Moment“ dann doch etwas auf seinem „hör mal wie ruhig das ist ABER DAFÜR IST ES JETZT RICHTIG HEAVY“ herumreitet.

Fazit:
Denn zu einem beeindruckenden Großteil seiner Laufzeit ist „Darkness“ so gut geschrieben – und nicht zu vergessen: gespielt, gesungen, arrangiert und produziert – dass Power-Metal-Fans, die von ihrer Musik mehr erwarten als die immer gleichen Wendungen sowie Swords und Glory, auch vom neusten Werk von LEGIONS OF THE NIGHT viel mehr bekommen, als sie erwarten dürften.

Anspieltipps:
Start bei Track 1, und dann einfach mal weiter!

Jannis

HUMAN ZOO – Echoes Beyond

Trackliste:

01. Gun 4 A While
02. In My Dreams
03. To The Ground
04. Ghost In Me
05. Daddy You’re A Star
06. Hello! Hello!
07. Echo
08. Heartache
09. Forget About The Past
10. Waiting ‘Til The Dawn
11. Ready 2 Rock
12. Forget The Past (Acoustic Version)

Spielzeit: 45:50 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Fastball Music – VÖ: 14.06.2024 – Page: www.facebook.com/HumanZooOfficial

 

20 Jahre und HUMAN ZOO sind mit ihrem fünften Album kein bisschen leise, ich bin jetzt nicht wirklich mit den Alben der Band vertraut und dachte mir mal das ich mich doch wieder auf Melodic Rock aus Deutschland einlassen könnte. Zu HUMAN ZOO gehören Thomas Seeburger an Mikrofon, Ingolf Engler an Gitarre, Zarko Mestrovic am Keyboard, Ralf Grespan an Bass, Boris Matakovic am Saxophon und Matthials Amann spielt den Arschtreter.

Für das erste richtige Date zwischen HUMAN ZOO und mir, ich höre das erste Mal ein Album im Ganzen von der Band, muss ich zugeben das ich diese Jungs bis jetzt übersehen habe ohne genauer hingehört zu haben. Dieser Umstand ändert sich ab jetzt, ich werde mir die Vorgängeralben auch mal genauer ansehen. Ist mir schleierhaft das die ZOO Alben bis jetzt irgendwie an mir vorbei gerauscht sind. Denn was sich hier auf dem Rundling befindet ist ganz großes Rock Kino das verdammt gut schmeckt und auch leicht verdaulich ist. Die Songs bestechen ausnahmslos aus unwiderstehlichen Melodien und fast schon im Perfektionswahn inszenierten Bögen die einen einlullen und mit einem Charme umgarnen der einfach nur als Burner bezeichnet werden kann. Die Stimme von Thomas erinnert mich an einen Klon der die Gene von MEAT LOAF, OLIVER HARTMANN, TOBIAS SAMMET, NICK WORKMAN ein wenig BOB CATLEY in einem kleinen Magier vereint. Die Stimme wird sehr oft und gerne mit fetten Chören unterstützt um so noch besser zu Geltung gebracht zu werden. Die Gitarren zünden sofort beim ersten Durchgang und überzeugen auf ganzer Linie, die Tastenabteilung haut genau in eben diese und erzeugt mit den Gitarren ein Bühne um mit der Unterstützung der anderen Darsteller wie Bass und Saxophon eine Runde Sache daraus werden zu lassen. Das Schlagzeug kommt richtig auffällig auf seine Kosten um einen Akzent nach dem anderen setzten zu können.

Vergleichen kann man ein wenig mit SUBWAY, CRAAFT, HARTMANN eine kleine Prise AMMUNITION, ANGELINE aber auch VEGA ohne diese kopieren zu wollen. Durch die Hinzunahme des Saxophons kommen oft parallelen zu härteren QUARTERFLASH, den ollen Italo Discorockern von STAGE, dem Soundtrack zum Film The Lost Boys und GERRY RAFFERTYs „Baker Street“ zu Stande. Das aberwitzige dabei ist das das Saxophon weder deplatziert noch als Fremdkörper wirkt sondern sich sehr gut im Sound und Bandgefüge macht. Die Produktion ist auf Hochglanz poliert, in Verbindung mit dem Saxophon hätte der Charme eines Röhrenverstärkers einen Volltreffer ergeben können, aber die Produktion drückt, böllert und kracht an allen Ecken und Enden und hat Dampf in allen Frequenzen.

Ein Sahneschnittchen aus Deutschland, mal sehen ob es bei der EM mit der Nationalmannschaft auch so eine Punktlandung mit dem Titel wird wie mit diesem Album. HUMAN ZOO zeigen hier ein eindrucksvolles Beispiel für geile Rock Mucke Made in Germany. Jungs ich habe Euch ab jetzt auf meinem Radar!

„Gun 4 A While“ geht gleich mal locker und flockig ins Gehör und bleibt mit seiner Melodie sehr lange Zeit im Gedächtnis und durch den Einsatz des Saxophons ein cooler Kontrastpunkt entsteht, „In My Dreams“ kommt mit einer zuckersüßen Melodieführung. „To The Ground“ kommt mit Hymnencharakter, dem nicht als Fremdkörper wirkenden Saxophon zudem kommt durch die Backing Vocals epische Stimmung auf, „Ghost In Me“ in den Strophen fast schon bedenklich ruhig und im Refrain auf dicke Eier machend. „Daddy You’re A Star“ eine energiegeladene Ballade, „Hello! Hello!“ geht mit einer Sirene los um einen dann mit voller Wucht und Glamfaktor zu überfahren. „Echo“ ein abgeh Rocker oder auch Obersahneschnitte, „Heartache“ ein flotter Rocker wie er nicht besser sein könnte. „Forget About The Past“ wildert im AOR aber leider Geil, „Waiting ‘Til The Dawn“ geilo wie die Gittis hier volles Brett fahren und im Southern Rock wildern was der Peacemaker hergibt. „Ready 2 Rock“ haut einem noch mal alles um die Ohren was geht, „Forget The Past (Acoustic Version)“ ich kann nicht beantworten welche Version besser ist, gestromt oder stromlos.

Balle

SNOWY WHITE – Unfinished Business

Trackliste:

01. Unfinished Business
02. Evening Blues
03. Alone With Me
04. Overaland And See
05. Long Time
06. Endless Green, Deepest Blue
07. White Cloud
08. Sweet Little Secret
09. All The Way Home

 

 

Spielzeit: 49:51 min – Genre: Blues Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 14.06.2024 – Page: www.facebook.com/white.snowy

 

SNOWY WHITE meldet sich nach zwei Jahren Pause mit dem Album „Unfinished Business“ zurück, mal sehen wie das unfertige Business klingt. Gleich der Opener und Titeltrack macht klar, hier ist nichts mit nebenbei hören, nicht weil die Mucke schwer verdaulich wäre, nein ganz einfach um durch bewusstes zuhören alle Facetten mit zu bekommen. Das Album ist viel zu schade um nur nebenbei gehört zu werden. Wow der Titeltrack erinnert mich sowas von an die guten alten end 60er bis in die Mitte der 70er Jahre Blues Rocker von der großen Kanalinsel in der Nordsee um dann ab Song #2 an den US Blues Rock zu erinnern. Egal ob nun europäisch oder amerikanisch angehaucht, SNOWY haut einen nach dem anderen raus. Allein schon sein gefühlvolles Gitarrenspiel macht auf sich aufmerksam, ich hörte vor kurzem das neue ALASATAIR GREENE Album und da kam die Gitarre viel dreckiger und vorlauter zum Einsatz. SNOWY geht in der Beziehung einen anderen Weg der nicht so ich sage jetzt mal sumpfig und morastig ist wie der Südstaaten Blues den man bei ALASTAIR hört. Bei SNOWY kommt die Gitarre feiner, definierter wenn nicht sogar zurückhaltender und somit ruhiger nicht so auf Krawall gebürstet rüber. Die Stimme von SNOWY wirkt filigran und zerbrechlich passt aber gerade deshalb perfekt zum Blues Rock den SNOWY auf diesem Album bietet.

Unterstützt wird die Stimme und Gitarre von einer alten herrlich antiken und kaum noch zum Einsatz kommenden Hammond Orgel oder Piano klängen. Der Bass ist als gleichberechtigter Partner der Gitarre und Tasten zu hören. Das Schlagzeug hört sich genau wie die Orgel einfach nur noch göttlich antik und retro an das man meint eine Zeitmaschine hat den Hörer nur für dieses eine Album in die Vergangenheit katapultiert um dem Retro Rock Tribut zu zollen. SNOWY schafft hier gekonnt den Spagat zwischen Euro Blues der Vergangenheit und US Blues ohne dabei einen als Favoriten heraushören zu lassen. Vergleichen kann man mit na mit wem wohl, eben SNOWY selbst, GARY MOORE, ALASTAIR GREENE und The One and Only JOE BONAMASSA. Egal wenn man von den genannten nimmt, oder auch SNOWY selbst halten die Fahne des Blues Rock nach oben, eine Musikrichtung die leider zu wenig anklang findet und die Künstler die sich diesem Stil verschrieben haben sind nicht so zahlreich wie die aus dem Rock, Hard Rock, und Metal Bereich.

Für mich ein Album das gehört werden sollte, egal ob man jetzt Blues Rock Fan ist oder nicht, den WHITE hat auf diesem Album einiges an Gefühlen auszudrücken.

„Unfinished Business“ genau so sollte anständiger Blues Rock klingen, „Evening Blues“ hier kommt der US Blues zum Zug. „Alone With Me“ sehr langsam, melancholisch und schwer dabei cool umgesetzt, „Overaland And See“ das Instrumental könnte problemlos aus einem Sergio Leone Italo Western stammen. „Long Time“ hier zeigt SNOWY seine Balladen Seite, „Endless Green, Deepest Blue“ boah eh man jetzt wirklich, ich werde in die 70er Jahre versetzt als diese Art Mucke noch überall im Radio lief, beim Solo bekommt man voll auf die Lauscher. „White Cloud“ hier wird Blues mit Americana und Mariachi Musik gekreuzt, „Sweet Little Secret“ hier geht es wieder verdammt cool zu Sache, „All The Way Home“ und wieder High Noon in einem John Wayne Western kurz vor dem Showdown in Dodge City.

Balle

NESTOR – Teenage Rebel

Tracklist

01. The Law Of Jante
02. We Come Alive
03. Teenage Rebel
04. Last To Know
05. Victorious
06. Caroline
07. The One That Got Away
08. Addicted To Your Love
09. 21
10. Unchain My Heart
11. Daughter

Spielzeit: 45:39 min – Genre: Melodic Rock– Label: Napalm Records VÖ: 27.05.2024 – Page: https://www.nestortheband.com/

 

Nach ihrem gefeierten Debüt-Album, legt uns die schwedische Formation Nestor nun ihr Zweit-Werk mit Namen „Teenage Rebel“ vor. Kaum ein Album wurde heuer mit mehr Spannung in diesem Sektor erwartet.
Auch auf Rundling Nummer zwei, ist ein stark 80er Jahre-geprägter Sound zu vernehmen.
Jede Menge „Catchy-Hooklines“ erfreuen den geneigten Hörer. Als Beispiele dürfen Titel wie „Victorius“, „Caroline“ oder auch „Last To Know“ genannt werden. Auch mit ruhigen Klängen wie beim Abschlusstitel „Daughter“ weiß man zu überzeugen.
Wer mit dem ersten Album etwas anfangen konnte, wird auch hier nicht enttäuscht.
Man darf die Entwicklung von Nestor weiter mit Spannung verfolgen und erfreut sich aktuell an einem „Saison-Highlight“ mit Namen „Teenage Rebel“.

Bonne

ORDEN OGAN – The Order Of Fear

Trackliste:

01. Kings Of The Underworld
02. The Order Of Fear
03. Moon Fire
04. Conquest
05. Blind Man
06. Prince Of Sorrow
07. Dread Lord
08. My Worst Enemy
09. Anthem To The Darkside
10. The Journey Thus Far
11. The Long Darkness

Spielzeit: 48:11 min – Genre: Power Metal – Label: Reigning Phoenix Music – VÖ: 05.07.2024 – Page: www.facebook.com/ORDENOGAN

 

01. Juli, drei Uhr morgens. Der Wecker von Patrick Star klingelt, um ihn für seinen nächtlichen Krabbenburger zu wecken. Doch nicht nur seiner. Tausende Power-Metaller im gesamten deutschsprachigen Raum wachen auf und öffnen ihre Browser, um pünktlich um vier zum Erscheinen der Rock-Garage-Rezension zu ORDEN OGANs neuem Album „The Order Of Fear“ online zu sein und endlich Gewissheit zu haben, ob das neuste Ding der Deutschen gut geworden ist, nachdem in der Vergangenheit die Alben der Band ja doch – durchgängig geil waren. Man kann sich da ja nie so sicher sein.
Ja, Leute, geht wieder schlafen. Ist geil geworden. Überraschung. Wir alle kennen die Trademarks von ORDEN OGAN (oder ORN OUNG, einfach weil mich die Schreibweise amüsiert): Fettester Power Metal, toll von Sänger Seeb produziert, individueller Sound, individuelle, große Melodielines, zeitweise echt anständiges Gebretter, bisschen düster, Chöre, etwas Orchester, Sorrow, irgendwer ist blind – und bei alldem doch allermeistens genug Eigenständigkeits-Argumente in den einzelnen Songs, um auch dem neusten Release immer erwartungsfroh entgegenzuschauen. Und was soll ich sagen? Genau das ist „The Order Of Fear“. Tendenziell ein bisschen düsterer und härter als die Vorgänger, aber ansonsten genau das, was OO-Fans wollen und die einzige Kritik richtet sich an zwei, drei Songs, die ein paar weniger der besagten Eigenständigkeits-Argumente zu bieten haben. Was herzlichst irrelevant ist im Vergleich mit anderen wichtigen Power-Metal-Bands, bei denen das inzwischen über 90% ihrer Songs gesagt werden kann.
So. Damit ist eigentlich alles bis auf die Kauf/Hörempfehlung bereits ausgesprochen. Kauft/Hört das Album!
Und jetzt einfach noch ein paar ungeordnete Worte zu Songs und Umständen. Fun Fact Nummer 1: Drei der Songs hat man tatsächlich mit Hilfe geschrieben. Von wem? Von einem YouTuber aus Uruguay, der der Band durch seine Coverversionen ihrer Songs auffiel und die Songwriting-Blockade am Anfang des Prozesses zu überwinden half. Coole Sache. Fun Fact Nummer 2: Die einzigen beiden Songs, die über fünf Minuten lang sind (dann aber auch direkt sieben oder acht Minuten überschreiten), entstanden aus älteren Ideen. „Anthem To The Darkside“s Wurzeln liegen gar in der Schulzeit der Band. Das hört man durchaus, aber ist ja nice, mal ein bisschen stilistische Abwechslung und ein paar Frühe-ORDEN-OGAN-Vibes zu haben. Apropos Abwechslung: Irgendwas ist mehr Party an „Prince Of Sorrow“, als ich erwartet habe, und der Song ist absolut großartig. Zu guter letzt: „Moon Fire. Moon Fire! Fire of the Moon Fire! Fire of the Moon Fire. Moon Fire! Fire of the Moon Fire! Fire of the Moon.“ ist unironisch der komplette Refrain von „Blind Man“. Spaß, von „Moon Fire“. Die Meme-Vorlage liegt vor unser aller Augen. Machen wir was draus!

Fazit:
Album hören. Album hören! Hören von dem Album hören! Hören von dem Album hören. Album hören! Hören von dem Album hören! Hören von dem Album.

Anspieltipps:
„Prince Of Sorrow“, „Conquest“, „Kings Of The Underworld“ und „The Order Of Fear“

 

Jannis

BEAU NASTY – Dirty, But Well Dressed (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Shake It
02. Goodbye Rosie
03. Gimme Lovin’
04. Paradise In The Sand
05. Dirty, But Well Dressed
06. Love To The Bone
07. Gemini
08. Piece Of The Action
09. Make A Wish
10. Love Potion #9

 

Spielzeit: 40:21 min – Genre: Hard Rock – Label: CBS/WTG – VÖ: 1989 – Page:

Man schrieb das letzte Jahr meines Lieblings Jahrzehnts in Zahlen ausgedrückt 1989 und eine unbekannte Band zog aus um die Welt im Sturm zu erobern. Leider misslang dieses Unterfangen und BEAU NASTY fristen mit ihrem einzigen Album „Dirty, But Well Dressed“ ein Schattendasein als Geheimtipp, wenn man sich die Preisentwicklung des Albums in der Vergangenheit ansieht ging die steil nach oben, bis das französische Label Bad Reputation 2022 auf die Idee kam dem Album einen Release zu spendieren. Ob die Bad Reputation Veröffentlichung besser klingt kann ich nicht bewerten da ich nur die original CD von damals im Schrank stehen habe, die Tracklisten unterscheiden sich jedenfalls nicht.

Zur Band gehörten Anno 1989 Mark Anthony Fretz am Mikro, George Bernhardt und Brian Young an den Gitarren, Doug Baker am Bass und kein geringerer als das Biest Mike Terrana an den Drums. Was macht also BEAU NASTY mit diesem Album zum Klassiker der es Wert ist in die Zeitmaschine zu kommen. Ich sage mal so, hier wird dem Hörer einfach der Hintern nach Strich und Faden versohlt das er vier Wochen nicht sitzen kann. Will heißen die Jungs rockten das die Schwarte krachte, in bester nordamerikanischer Art und Weise wurde im 80er Stil voll auf die Glocke gezielt und dabei auch mehr als ins Schwarze getroffen.

Die stimme von Mark klingt sowas von kaputt, kaputter geht fast nicht mehr außer man heißt Lemmy The Kilmister, aber diese Stimme ist schon mehr als nur kaputt, passt aber gerade deshalb ideal zum Dirty Hard Rock von BEAU NASTY. Die Stimme liegt irgendwo zwischen Lemmy, Brad Sinsel (TKO, WAR BABIES), Tom Kiefer (CINDERELLA), Vicki James Wright (JOHNNY CRASH) und mit Kreide benetzte Stimmbänder eines Schweins das sich laut quiekend beschwert. Und genau aus dieser Mixtur besteht Marks markante und einzigartige Stimme, vorlaut und frech singt, schreit, raunzt und was weiß ich was sonst noch, sich Mark durch die Songs ohne dabei auch nur ein Dezibel an Kraft zu verlieren. Die Gitarren hauen die Riffs raus, ohne Gnade wird Riff auf Riff aus den Boxen gejagt um sämtliches Ungeziefer aus der Bude zu vertreiben, ein Kammerjäger wird bei solcher Mucke überflüssig, es sei denn man hat Kutten tragende Headbanger unter den Untermietern. Der Bass hat kraft und gibt bestimmend den Takt vor, Mike war damals schon ein Biest an den Sticks und verhaut die Felle mit einer Intensität die nicht viele Schlagzeuger aufweisen können.

Mit sehr viel Energie und auch der nötigen Melodie geht Song um Song sofort als zündende Pershing Rakete ins Gehör um dort eine gewaltige Klangexplosion zu erzeugen. Am besten passt ein Vergleich von BEAU NASTY mit WAR BABIES, CINDERELLE, SAINTS & SINNERS, JESSE STRANGE, JOHNNY CRASH die neueren Alben von RON KEEL und dem Debüt von ASPAHALT BALLET. Als Klon oder Kopie der genannten Bands kann man BEAU NASTY auf keinen Fall bezeichnen dafür ist Marks Stimme zu auffällig und die Band einfach zu stark. Die Songs bekommen durch eben Marks Stimme einen sehr dreckigen und versauten Anstrich der auch auf jedem Motorrad, US-Car Treffen, in Rockdiscos und auf 80er Partys für die beste Stimmung sorgen würde. Für mich der ideale Soundtrack für eine Grillparty unter Rockmaniacs und Beispiel was die 80er Außergewöhnliches zu bieten hatten.

Als Fazit kann man nur bedauern das BEAU NASTY nach dem Debütalbum nichts mehr veröffentlicht haben, wer weiß zu welchen Glanztaten die Jungs noch fähig gewesen wären. Kleiner Tipp, nicht auf das total beknackte Cover reinfallen!

„Shake It“ verpasst einem gleich am Anfang einen Magenschwinger der gesessen hat, „Goodbye Rosie“ spielt den zweiten Hinternaufreißer. „Gimme Lovin’“ macht mit den Tritten in den Hintern gleich mal weiter, „Paradise In The Sand“ eine starke Powerballade mit allem was dazu gehört. „Dirty, But Well Dressed“ rotzfrecher Hard Rock voll auf die Nuss gehend, „Love To The Bone“ cooler geht fast nicht, hätten CINDERELLA auch nicht besser hinbekommen. „Gemini“ was für eine Bombe die sofort im Gehör in die Luft geht und jede Skala sprengt, ein Hit, Tanzflächenfüller einfach ein Aushängeschild für Hard Rock aus den 80ern, „Piece Of The Action“ kein bisschen schlechter als der direkte Vorgänger. „Make A Wish“ eine sehr coole Ballade, wurde 1992 von JESSE STRANGE auf deren Debütalbum erneut veröffentlicht, „Love Potion #9“ haut dem Hörer noch mal alles entgegen was die Band aufzubieten hat.

Balle

CRYSTAL VIPER – The Silver Key

Trackliste:

01. Return to Providence
02. Fever of the Gods
03. Old House in the Mist
04. The Key is Lost
05. Heading Kadath
06. Book of the Dead
07. The Silver Key
08. Wayfaring Dreamer
09. Escape from Yaddith
10. Cosmic Forces Overtake
11. Gods of Thunder of Wind and of Rain (CD Bonus Track)
12. Scream! (LP Bonus Track)

Spielzeit: 46:45 min – Genre: Heavy Metal – Label: Listenable Records – VÖ: 28.06.2024 – Page: www.facebook.com/crystalviperofficial

 

Die polnischen Heavy Metaller von CRYSTAL VIPER sind 2 Jahre nach ihrem letzten Album „The Cult“ mit ihrem neuen Album „The Silver Key“ wieder zurück auf der Bildfläche, mein letztes Album von der Band was ich auf dem Tisch hatte, war „Tales of Fire“ welches bei AFM Records 2019 erschien.
Seitdem hat sich personell einiges bei der Band getan, was sich nicht verändert hat ist die Ausrichtung die nach wie vor zwischen Heavy und Power Metal der härteren Gangart angesiedelt ist.
Lyrisch hat man sich auf dem neuen Album wieder in die Horror Welt von Howard H.P Lovercraft begeben.
Produziert und gemischt wurde der neue Diskus von Frontfrau Marta Gabriel`s, die übrigens seit Neustem die tiefen Saiten bedient, Ehemann Bart.

So, mit dem Opener „Return to Providence”, der aber nur ein stimmungsvolles instrumentales Intro mit ordentliche Synthieeinsatz ist, startet das neue Album.
Mit der Vorabsingle und dem vielleicht härtesten Track der Scheibe „Fever of the Gods“ geht es weiter. Schnell und kraftvoll ja fast schon brachial ballert man sich hier durch die Nummer hat aber trotz allem einen melodischen Chorus im Gepäck der das Ganze gut abrundet.
Mit „Old House in the Mist” fährt man dann den ersten Überhit auf und hat einen richtigen Ohrwum im Gepäck der einen schon nach kurzem nicht mehr loslässt!
Melodisch und erdig geht es dann auch bei „The Key is Lost“ zur Sache bevor man bei „Heading Kadath“ die Bremse wieder löst und ordentlich Geschwindigkeit hinzugibt.
Der Mittelteil der Scheibe hat dann wieder den ein oder anderen Hit im Gepäck. Zu nennen ist hier auf jeden Fall, dass schmissige „Book of the Dead“ der Titeltrack „The Silver Key“, mit das Stärkste, was wir auf der Scheibe insgesamt hören werden, und das klassische „Escape from Yaddith“.
Die dazwischen liegende Powerballade „Wayfaring Dreamer“ kommt leider nicht über Standardmetal hinaus.
Mit „Cosmic Forces Overtake“ gibt es nochmal einen ordentlichen, schnelle Metalbanger auf die Ohren zum offiziellen Abschluss der Scheibe, danach folgen noch zwei Bonustracks die es entweder auf der CD oder der LP Version gibt, die ich hier aber nicht großartig in die Bewertung einfließen lassen kann, weil sie eben nicht allen vorliegen (mir übrigens bei der Promo auch nicht).

Klassischer Heavy Metalstoff mit weiblichem Gesang. Wer darauf steht war bei CRYSTAL VIPER noch nie verkehrt! Das bleibt auch auf dem neuen Album so.
Insgesamt fehlt es auf dem neuen Album etwas an den ganz großen Überhits, dass ein oder andere Zuckerstück lässt sich hier aber doch noch entdecken!
So bleibt es insgesamt bei einer starken Leistung, der ganz große Sprung in die vorderen Punktränge bleibt einem aber dieses Mal verwehrt.

Julian