ANGELWINGS – Primordium

Band: Angelwings
Album: Primordium
Spielzeit: 60:32 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 18.06.2021
Homepage: www.angelwings-band.com

Die Band ANGELWINGS war eigentlich als NIGHTWISH Coverband geplant. Ziemlich schnell stellte sich aber heraus, dass die Truppe aus Gibraltar zu Höheren berufen war und man fing an eigenes Material zu schreiben.
2017 veröffentlichte man das Debüt „The Edge of Innocence“, eine Rezi dazu findet ihr auch hier bei uns.
Im Vorfeld vom neuen Album „Primordium“ gab es leider einige Besetzungswechsel in der Band, welche mittlerweile aber wieder Geschichte sind und ein stabiles Lineup wurde erneut zusammengestellt.
Auf dem neuen Album legt man mehr Wert auf die Heavyness ohne aber die symphonische Seite zu vernachlässigen, so steht es in den Promoinfos.
Dies wird beim ersten Track „Genesis“ schnell klar welcher mit seiner Spielzeit von über 10 Minuten sehr ausladend gewählt und mutig als Opener platziert wurde.
Der Mut in aller Ehren, aber nach verklingen des letzten Tons fragt man sich, okay was hat mich hier gerade überfahren…man ist erstmal geplättet und daher ist der Einstieg mit so einem Monstertrack, der auch noch sehr verspielt ist und nicht gerade mit Eingängigkeit punkten kann, doch recht schwierig!
Der Titeltrack „Primordium“ ist dann auf jeden Fall wesentlich besser hörbar und kann auf Anhieb direkt überzeugen.
Und der Hitknopf bleibt auch beim nächsten Song „Nature`s Lullaby“ gedrückt, das Verkopfte und Verspielte vom Openertrack ist Gott sei Dank Geschichte und man ist viel songdienlicher unterwegs.
Im Mittelteil der Scheibe kann auf jeden Fall noch das ruhige „Sail Away“ und das überlange „Trapped“ überzeugen.
Der Rest geht im Vergleich dazu etwas unter und ist eher dem Standardmetal zuzuordnen.
Vor allem das Zwischenstück „Dehumanised“ wirkt irgendwie reichlich deplatziert!
Das letzte Drittel der Scheibe ist dann leider wieder größtenteils im Standardmetalbereich unterwegs und man kann nicht mehr an die bisherigen Hits anknüpfen.
Somit verbleibt nach dem Verklingen des letzten Tons irgendwie etwas Unzufriedenheit übrig, weil hier definitiv mehr möglich gewesen wäre!

Anspieltipps:

„Primordium“, „Nature`s Lullaby“, „Sail Away” und “Trapped”

Fazit :

Boah selten habe ich mich bei einer Bewertung so schwer getan wie bei der neuen Scheiben von ANGELWINGS!
Die Truppe versteht definitiv ihr Handwerk und ist zielsicher in ihrem Genre unterwegs, aber leider sind viele Songs einfach zu verspielt, man kommt nicht wirklich zum Punkt und der Zugang zur Scheibe ist einfach sehr schwierig!
Das macht es, vor allem für neue Hörer wirklich schwer und insgesamt bleibt einfach zu wenig hängen im Vergleich zu anderen Veröffentlichungen aus diesem Bereich.
Eine solide Leistung haben wir hier auf jeden Fall, aber leider nicht mehr, sorry!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Genesis
02. Primordium
03. Nature`s Lullaby
04. Fallen Angel Song
05. Sail Away
06. Dehumanised
07. Trapped
08. Changes
09. Prayer
10. Lies & Secret

Julian

REBELLION – We Are The People

Band: Rebellion
Album: We Are The People
Spielzeit: 54:11 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.07.2021
Homepage: www.facebook.com/rebellionmetal

Hier sitze ich nun einmal wieder vor der Rezension zu einem Album, das ich etwas schwächer finde als die meisten meiner Kollegen bei anderen Magazinen. Daher zu Anfang der Rat an alle Leser, die sich nach der Rezension nun denken “Ach, okay, dann geb ich mir die Platte vielleicht eher nicht”, ruhig mal noch eine zweite und dritte Meinung einzuholen, denn man will ja niemandem von einem Album abraten, dem andere Leute mit Ahnung begründet gute Bewertungen geben.
“We Are The People” ist klanglich das, was man als Teutonic Heavy Metal der Marke ACCEPT und GRAVE DIGGER kennt, mit oft äußerst rauen Vocals von Michael Seifert, die teils, gerade in so einigen Strophen, komplett unmelodisch ausfallen, aber auch bei Klargesangsstellen funktionieren und so in an sich melodischem Metal eben selten vorkommen; was ein positives Alleinstellungsmerkmal ist.
Die Gitarrenfraktion pendelt zwischen feiner trockener Riffarbeit und leider auch dem ein oder anderen uninspirierten Moment, gerade bei den Refrains wäre hier etwas mehr drin gewesen als die so oft auftauchenden, lang gehaltenen Powerchords.
Klangtechnisch geht “We Are The People” schon klar, leidet ein wenig unter einem etwas zu matschigen Bass und dem fehlenden finalen Bisschen Druck.
Kompositorisch hat “We Are The People” einige spannende Momente und einiges an Durchschnitt, der ein roh gehaltenes Album zu transportieren vermag, dabei aber nicht allzu viel Eindruck hinterlässt. Die spannenden Momente finden sich beispielsweise in einigen doch eher ungewöhnlichen Harmoniefolgen, wie beim Chorus zu “Risorgimento (Tear Down The Walls)”, in der Verschmelzung von Kriegssounddesign und Drums am Anfang von “Verdun” oder im vorsichtig optimistischen Songwriting des Titeltracks. Und ab und an ist halt auch mal ein kleiner Fehltritt dabei, wie der Einsatz der deutschen Nationalhymne als Chorus von “Vaterland”, der ja an sich in Kombination mit einem nationalismuskritischen Text eine echt gute Idee ist, aber im musikalischen Kontext des ruhigen Prechorus einfach seltsam und zu bemüht anmutet.
Ein Kritikpunkt muss noch, und der geht an die Lyrics. Wenn man sich Rassismus- und Nationalismuskritik als Thema für ein komplettes Album raussucht und über die Tracks hinweg quasi historisch betrachtet, bietet das verdammt viel Potenzial für tiefgehende, mitnehmende Lyrics. Die auf “We Are The People” beschränken sich jedoch leider auf das typische Metal-Vokabular und kommen selten darüber hinweg, Geschehnisse und Situationen über Doku-Niveau zu erzählen, mit Jahreszahlen, Orts- und Personennennungen und einigen dramatischen Catchphrases. Hier hätte es andere Herangehensweisen benötigt, vielleicht andere Erzählperspektiven und mehr Subtilität, die einem Song mit viel Textpotenzial wie “Shoa (It Could Have Been Me)” dienlicher gewesen wären als Lines wie “Were they possessed by some demon? Or was it just a human game?”.

Fazit:
Das war jetzt viel Kritik, daher sollte an dieser Stelle noch einmal gesagt werden, was “We Are The People” auch ist: ein klassisches Teutonic-Heavy-Metal-Album mit so manchen Melodien und Riffs, die erfreulich unausgelutscht sind, angenehm roh und unpoliert und ambitioniert, sich im Songwriting etwas abzusetzen und inhaltlich die Welt ein bisschen besser zu machen. Was es nicht ist: das, was es hätte sein können, wenn man soundtechnisch und kompositorisch an durchschnittlicheren Stellen etwas mehr Arbeit investiert und textlich mehr die ausgetretenen Pfade verlassen hätte.

Anspeltipps:
“Sweet Dreams”, “Gods Of War”, “Shoa (It Could Have Been Me)” und “We Are The People”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Voices Of War
02. Risorgimento (Tear Down The Walls)
03. Liberté, Egailté, Fraternité
04. Sweet Dreams
05. Vaterland
06. Verdun
07. Ashes To Light
08. Gods Of War
09. Shoa (It Could Have Been Me)
10. World War II
11. All In Ruins
12. We Are The People

Jannis

BLACKSWORD – Alive Again

Band: Blacksword
Album: Alive Again
Spielzeit: 49:29 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 30.07.2021
Homepage: www.blacksword.bandcamp.com

BLACKSWORD aus Russland wurden 2005 durch Ivan King eigentlich als Thrash/Death Metalband gegründet.
Ziemlich schnell ändert man aber die Mucke hin in Richtung Heavy Metal welches dann auch auf dem Debütalbum „The Sword Accurst“ von 2010 so zu hören war.
Danach zerfiel das Lineup so ziemlich und man suchte sich neue Musiker um den neuen musikalischen Weg weiterzuverfolgen.
Unter anderem fand man den Sänger Mike Livas der von der Band SILENT WINTER bekannt sein sollte!
Nun steht uns das zweite Album „Alive Again“ ins Haus und gespannt horchen wir mal in den Opener und Titeltrack „Iron Will“ rein.
Dieser ist openerlike ein eingängiger Midtempo Track der vor allem im Riffing seine Thrash Wurzeln nicht ganz verleugnen kann.
Also Opener und Anspieltipp ist die Nummer auf jeden Fall bestens geeignet!
Danach gibt es leider eher Standardmetalkost zu vermelden, einzig das epische „Immortal Hero“ kann hier etwas hervor blitzen und gefallen.
Ein bisschen übertreiben tut es irgendwann Sänger Mike da er teilweise so hoch unterwegs ist das es irgendwie nur noch Geschrei ist…sehr schwierig dauerhaft zu hören wie ich finde.
Im Mittelteil wird die Qualität der Songs aber wieder besser und mit „Long Lost Days“ und „Darkest Heart“ hat man zwei sehr ordentliche Tracks an Bord.
Die absoluten Hits packen die Jungs dann aber, etwas spät, im letzten Drittel aus, denn das überlange „The Last Viking“ und auch der Titeltrack „Alive Again“ gehören ganz klar zu den besten Tracks der Scheibe.
Das abschließende Instrumental „The Crown of All” ist schön gemacht, und rundet die Geschichte und das Album gut ab.

Anspieltipps:

„Iron Will“, „Immortal Hero“, „The Last Viking” und “Alive Again”.

Fazit :

Auf das neue BLACKSWORD Album war ich vor allem aufgrund des neuen Sängers Mike Livas gespannt! Seine Stimme fand ich bei SILENT WINTER einfach geil.
Hier finde ich zeigt er nicht das was er eigentlich leisten kann und bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück.
Auch die Songs selbst bewegen sich häufig leider eher im Standardmetalbereich so ist leider insgesamt nicht mehr als eine solide Bewertung drin!

WERTUNG:

 

 

30Trackliste:

01. Iron Will
02. Cave of the Witch
03. Immortal Hero
04. Barbarian Born
05. Long Lost Days
06. Darkest Heart
07. The Last Viking
08. Alive Again
09. The Crown of All

Video zu “Iron Will”:

Julian

AXEL RUDI PELL – Diamonds Unlocked II

Band: Axel Rudi Pell
Album: Diamonds Unlocked II
Spielzeit: 50:11 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Steamhammer / SPV
Veröffentlichung: 30.07.2021
Homepage: www.axel-rudi-pell.de

Ich hätte vor dem 1. November 2019 niemals daran gedacht jemals einen Review, geschweige den ein Album von dem Bochumer AXEL RUDI PELL zu verfassen, nun bin ich doch schon einige Zeit dabei und hab den einen oder anderen guten oder auch schlechten Review verfasst. Doch nun kommt AXEL RUDI PELL dran, und wie das neue Album mit Coverversionen geworden ist folgt nun in den kommenden Zeilen.

Durch die Corona bedingte Pause, die leider die Live Aktivitäten zum erliegen brachte nahm Axel diese Fortsetzung von „Diamonds Unlocked“ auf. Die Entscheidung kein neues Material zu veröffentlichen wird von Axel selbst so beantwortet: „Es macht keinen Sinn neue Songs herauszubringen, wenn man diese nicht Live spielen darf“! Also entschied man sich im Hause Pell als Zuckerl und Übergang für das nächste Album „Diamonds Unlocked II“ aufzunehmen, und diese Diamanten sind nicht von schlechten Eltern.

Zum Line Up gehören Zauberstimme Johnny Gioeli, Axel Rudi als Seitenhexer, Ferdy Doernberg an den Keys, Volker Krawczak am Bass und Bobby Rondinelli an den Drumsticks. Wie von allen Pell Alben gewohnt werden keine Fehler gemacht, alles sitzt Punktgenau die Produktion hat Dampf und kommt mit Wumms aus der Stereoanlage.

Im typischen Pell Stil werden wieder Klassiker im pellschen Gewand mit Hochdruck durch die Membranen gejagt, man muss eins vorweg schreiben, die Versionen sind alle sehr gut geraten und machen eine mehr als nur gute Figur. Mancher neu eingespielte Song wäre sogar etwas für die Disco oder eine Heavy Stunde im Rundfunk (Psst veratet es aber keinem, die meiden so eine Mucke wie der Teufel geweihten Boden). Böse Stimmen unken hier und da rum das Pell immer das gleiche macht, und ich schreibe warum nicht wenn man den Mist hört der im Rundfunk gespielt wird oder auf MTV und Castingshows wie DSDS kommt mir das Essen von letzter Woche wieder hoch. Sorry für meine Worte aber anders ist der Mist der im öffentlichen Rundfunk oder auch TV gesendet wird nicht zu beschreiben.

Mein Dank geht da ganz klar an Internetstationen wie Munich’s Hardest Hits, Bonnes Rock Avenue Radio Show und The Eagle 181. Und einen Habenpunkt kann der gute Axel auf seiner Seite verbuchen, mit STEELER wurden vier Alben veröffentlicht und Solo seit 1989 in regelmäßigen Abständen sehr gutes Material auf den Markt gebracht. Das soll mal so ein DSDS und Co Opfer das für ein Album gecastet wird vorweisen, und andere Casting Zusammenstellungen haben nicht mal halb so lange gehalten wie Axel schon im Geschäft ist und immer wieder für sehr gute Mucke in meinen vier Wänden sorgt.

„Der Schwarze Abt“ ein typisches Intro von Pell, „There’s Only One Way To Rock“ ein starker Asskicker. „Lady Of The Lake“ überzeugt auch, „She’s A Lady“ schiesst gleich einen ganzen Schwarm Vögel vom Himmel, ist das eine Schweinegeile Version von dem TOM JONES Klassiker das Ding fängt ganz zahm als Ballade an um dann ab Minute 2:03 zu explodieren, voll auf dicke Hose macht und abgeht wie der Leibhaftige der vor Weihwasser flüchtet. „Black Cat Woman“ cooler geht’s nicht, der TONY CAREY Song „Room With A View“ wird würdig als Ballade mit Johnnys Stimme, und Axels typischen Gitarrenspiel geboten besser kann nur CAREY als Original. Die CHRIS NORMAN Nummer „Sarah (You Take My Breath Away)“ kommt auch geil aber bei dem Song vermisse ich NORMANs Organ, Johnny ist stark aber da hab ich das Original im Ohr. „Rock N Roll Queen“ ein Vollgasrocker, „Paint It Black“ macht auch eine gute Figur. Bei „I Put A Spell On You“ lässt Axel eine Bluesseite raus die sehr gut rüber kommt. Das ABBA Cover „Eagle“ macht den Abschluss, der Song wurde schon öfter versucht mit unterschiedlichen Ergebnissen, meistens nicht wirklich gut geworden holte der Perfekte Song das meiste raus, nicht so hier, das Ding groovt wie Sau und macht deutlich das ABBA Rockstars waren.

Fazit:

Eine geile Scheibe, danke Axel und Co die Songs kommen in diesen Versionen sehr gut, egal ob ich aus der Reihe tanze oder nicht ich finde die Cover sind mit Respekt und viel liebe zum Detail aufgenommen worden, Axel ist an der Klampfe eine Macht, Johnny am Mikro eine Bank, der Rest kann auch auf ganzer Linie überzeugen. Ich vergebe für dieses Coveralbum welches vom ersten bis zum letzten Ton überzeugen kann eine Bewertung von 9 Sternen.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Der Schwarze Abt (Intro)
02. There’s Only One Way To Rock (Sammy Hagar)
03. Lady Of The Lake (Rainbow)
04. She’s A Lady (Paul Anka)
05. Black Cat Woman (Geordie)
06. Room With A View (Tony Carey)
07. Sarah (You Take My Breath Away) (Chris Norman)
08. Rock N‘ Roll Queen (The Subways)
09. Paint It Black (The Rolling Stones)
10. I Put A Spell On You (Screamin‘ Ja Hawkins)
11. Eagle (Abba)

Balle

STRYKENINE – Strykenine I

Band: Strykenine
Album: Strykenine I
Spielzeit: 48:37 min.
Stilrichtung: Hardrock, Melodic Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 16.07.2021
Homepage: www.facebook.com/Strykenine

„The New Sensation Of Swedish Melodic Rock!“ tönt der Beipackzettel zum ersten kompletten Album von STRYKENINE, einer Kapelle, die seit 2015 existiert und nach einigen Besetzungswechseln nun mit „Strykenine I“ die Rock-Welt erobern will. Untätig waren Sänger Jacob Petäjämaa, Gitarrist Andi Sarandopolous, Drummer Henrik Remesaho, Bassist Tony Bakirciouglu und Gitarrist Alex Zackrisson (manchmal wünscht man sich einfach, die Herrschaften hätten Künstlernamen :-)) indes nicht. Neben einer EP „Nowhere To Run“ in 2018 hat man bereits im Gründungsjahr den Song „´Til I Can´t Take No More“ veröffentlicht. Im letzten Jahr folgte die EP „Live In Lockdown!“. Jetzt also der erste Longplayer. Dafür hat man nach dem Abgang von Keyboarder Patrik Törnblom im letzten Jahr auf die Dienste von Passi Oksman zurückgegriffen. Entstanden sind die elf Songs unter der Ägide von Calle Svennerstedt und Bassist Bakircioglu im eigenen Heimstudio.

Im Fahrwasser von H.E.A.T., älteren ART NATION, WILDNESS und FIGHTER V baut sich nach einem Keyboard-Intro ein wahrhaftig mitreißender Midtempo-Stampfer auf. Mit hymnischen Melodien, guten Soli und reichlich Hall spannt man den Bogen sogar in Richtung „End Of The Line“, dem MINDSTORM Hit von 1987. Gelungen ist dieser Start mit „Once And For All“ also allemal. Auch die Stimme von Jacob Petäjämaa muss wohlwollend erwähnt werden. Mit „All About Us“ geben die Jungs etwas mehr Gas und zeigen hier ihre ganze Leidenschaft. Stark! „Toxic“ tönt etwas nach den den finnischen Kollegen von SHIRAZ LANE. „Live And Die“ wartet mit proggigen Ansätzen auf, um im Refrain erneut große Melodien auszupacken. Dennoch insgesamt eine der mittelmäßigen Nummern auf „Strykenine I“. Da läuft „Fool For Love“ richtig gut rein und mit „Alive“ hat das Quintett ein weiteres Highlight an das Ende der Platte gesetzt. Dazwischen gibt es durchweg gute Songs („Religion“, „Better Believe), ohne allerdings nochmal ein dickes Ausrufezeichen setzen zu können.

Klar, die Rezeptoren für das Debüt der Schweden sind allesamt bekannt, aber dennoch zählt „Strykenine I“ zu den starken Releases des Genres im Jahr 2021. Speziell die beiden ersten Stücke und der Closer lassen aufhorchen. Der Kampf ist also eröffnet, denn nach dem weniger veröffentlichungsstarken Vorjahr werden sicher noch die ein oder anderen Platzhirsche mit neuen Platten um die Ecke lugen. Dennoch unbedingt antesten!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Once And For All
2. All About Us
3. Toxic
4. Live And Die
5. Fool For Love
6. Religion
7. Falling Down
8. Hold On To You
9. Better BelieveIt
10. All I Need
11. Alive

Stefan

THE BARDOGS – Southern Soul

Band: The Bardogs
Album: Southern Soul
Spielzeit: 48:27 min
Stilrichtung: Classic Rock
Plattenfirma: Bad Reputation
Veröffentlichung: 04.07.2021
Homepage: www.facebook.com/thebardogsbali/

Bad Reputation mausert sich zu einem richtigen Geheimtipp, nach einigen Rereleases von STINGRAY, JAGGED EDGE UK, HOUSE OF LORDS und noch einige andere mehr, deren Vorliebe für Bands aus Australien hat schon einige gute Scheiben hervorgebracht. Nun kommen wahre Exoten THE BARDOGS aus Sumatra, Indonesien, dieses Land ist nicht wirklich für gute Rockmusik bekannt, aber denkt man mal an GIRISH & CO warum nicht die Landkarte erweitern, was da auf dem Album zu hören ist kann sich sehen lassen. Vom Label als Southern Rock angekündigt, dem kann ich nur bedingt zustimmen, ich würde sagen eine Classic Southern Blues Rock Scheibe passt besser.

Gegründet wurde die Band als Coverband von den seit Kindertagen befreundeten Paul an Mikro und Gitarren, Deni am Bass und Romi an Drums, 2016 dazu gekommen ist Weldi an Gitarre. Die Songs kommen mit einer Lässigkeit aus den Boxen, umschreiben lässt sich der Sound nicht wirklich ich versuche es mal mit einer Mischung aus ALLMAN BROTHERS, JOE BONAMASSA und dem Einfluss von GARY MOORE und ZEPPLIN mit einem größerem Hang zum Blues als zum Southern Rock. Manche Songs sind durch die Bluesnote schwermütig aber dennoch sehr gut hörbar. Im großen und ganzen macht das Album Spaß und überzeugt, man könnte meinen man hört eine Band aus dem Süden der Staaten als eine Band aus Indonesien.

„Sail Away“ ein flotter Blueser, „Step Back“ lässiger Classic Rock. „Reality“ langsamer und cooler Southern Rock, „It’s Over“ ein kräftiger Blueser. „Aint Gonna Look Back“ Southern Rock mit Funkelementen, „Colorado“ ein Hyprid aus Blues und Southern Rock. „Corona“ ein Bluessong mit Southern Rock Touch, „Misunderstood“ lässt den Blues wieder von der Kette. „After Midnight“ Southern Rock mit leichtem Blues Touch, „Loving You“ könnte ein angebluester Funsong von den BEATLES sein kommt geil zum Abschluss.

Fazit:

Eine sehr gute Scheiben präsentieren die aus Indonesien stammenden Musiker, Paul hat die richtige Stimme für diese Art des Rock, die gesamte Band überzeugt und bekommt von mir eine Wertung von 8 Sternen.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sail Away
02. Step Back
03. Reality
04. It’s Over
05. Ain’t Gonna Look Back
06. Colorado
07. Corona
08. Misunderstood
09. After Midnight
10. Loving You

Balle

NITRATE – Renegade

Band: Nitrate
Album: Renegade
Spielzeit: 48:36 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 30.07.2021
Homepage: www.facebook.com/Nitrate-100323740377514/

Das dritte NITRATE Album steht in den Startlöchern, nachdem Album #1 und #2 nicht nur bei mir für ordentlich Eindruck sorgten, das Debüt war reinrassiger Melodic Rock genau wie Album #2 welches ein wenig in Richtung MIDNITE CITY ging aber trotzdem Saustark war, und beide Vorgänger jeweils unterschiedliche Versionen des Smash Hits „Waiting On You“ in der Trackliste hatten, folgt nun der dritte Streich von Nick Hogg und seinem Baby NITRATE. Mit neuer Mannschaft geht Hauptsongschreiber und Bassist Nick Hogg nun mit Alexander Strandell am Mikro, Dario Nikzad und Tom Martin an Gitarren, James Martin an Keyboards und Mikey Wilson an Drums und zusätzlich noch Gitarren und Keys ins Rennen. Alexander Strandell bekannt von ART NATION, CREYE und DIAMOND DAWN, Tom und James Martin sind auch keine Unbekannten, auf deren Vita steht VEGA, ISSA, CHARMING GRACE, MIDNITE CITY und PHENOMENA um nur einige zu nennen.

Die Vocals erinnern durch Alexander an ART NATION, aber auch an die typischen NITRATE Trademarks von den Vorgängern, ein wenig VEGA hier, ein Tupfer MIDNITE CITY da und dann noch ein gewaltiger Schuss britisch/schwedischen Melodic Rock der eingängig und zuckersüß in die Gehörgänge eindringt und sich dort lange breit macht und fest krallt. Nick Hogg versteht es sehr gute Songs zu schreiben und diese auch auf Kunststoff zu bringen, beweist nebenbei eine gute Hand in der Wahl der Musiker die bei NITRATE mitwirken. Auf dem Rundling überzeugt alles angefangen bei den Instrumenten und hört bei den Vocallines auf, das Promomaterial welches ich zur Verfügung habe ist ziemlich komprimiert, ich gehe also davon aus das das Endprodukt auf CD um eine ganze Welt besser klingt.

„Danger Zone“ legt gleich mächtig los ein flotter Rocker eingängig mit geilem Basslauf ein Highlight, „Renegade“ geht in die selbe Richtung. „You Think You’ve Got It“ erinnert von der Art ein wenig an FOREIGNER toller Song, „Big City Lights“ macht auch alles richtig und überzeugt das nächste Highlight. Mit „Why Can’t You Feel My Love“ kommt eine nette Ballade auf den Teller, „Children Of The Lost Brigade“ kommt wieder flotter rüber. „Addicted“ fängt in etwa der Art wie QUEENS „We Will Rock You“ an um beim Refrain in einen reinrassigen Melodic Rocker um zu schwenken um dann in den Strophen wieder QUEENisch akzente zu setzen. „Alibi“ wieder ein Melodic Rock Traum geht auch Richtung Highlight, „Lay Down Your Arms“ erinnert an eine Mischung aus LEPPARD zu „Hysteria“ Zeiten und FOREIGNER gemischt mit FM auch wieder ein fettes Highlight. „Edge Of Surrender“ der Smash Hit des Albums, geiler geht nicht, „Take Me Back“ auch ein starker Rocker zum Abschluss des Albums.

Fazit:

Nick Hogg überzeugt einmal mehr mit seinem Baby NITRATE und kann mächtig Staub aufwirbeln, ich vergebe eine 9 als Bewertung.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Danger Zone
02. Renegade
03. You Think You’ve Got It
04. Big City Lights
05. Why Can’t You Feel My Love
06. Children Of The Lost Brigade
07. Addicted
08. Alibi
09. Lay Down Your Arms
10. Edge Of Surrender
11. Take Me Back

Balle

EYES (SE) Interview

 

Nach meinem Review zum EYES (SE) Album „Perfect Vision 20/20“ bekam ich von Björn H. Lindbäck das Angebot für ein Interview, dieses Angebot wurde von mir gerne angenommen. Die Band EYES (SE) wurde 1981 als Fünf Mann Band in Malmö gegründet, wurden dann 1991 aber auf Eis gelegt. Von 1991 bis 2004 machten Bandmitglieder unter dem Namen ACES HIGH weiter und veröffentlichten drei sehr gute Alben, das erste von 1994 „Ten ‚N Out“ ist das Highlight der drei Alben obwohl die beiden Alben zwei und drei auch sehr gut geraten sind. Im Gegensatz zu Album eins war die Ausrichtung der zwei folgenden Scheiben mit einem leichten modernem Anstrich versehen. 2013 wurde dann wieder unter dem Banner EYES (SE) weiter gemacht. Seit Gründung 1981 wurden Songs komponiert und aufgenommen, darunter befinden sich zwei Demo Tapes von 1984/85, ein Song für einen schwedischen Rock Sampler 1989, eine Ep von 2013 und den vorher nicht veröffentlichten Song „Permanent Picture“ als Single 2014, 2020 folgte noch die EP „Left 20/“ und 2021 die Single „This Is Us“ vom aktuellen Album. Nachdem ich mit Björn den Interview Termin ausgemacht hatte kam eine sehr lockere Gesprächsrunde mit Björn und David Rickard zustande, es war mehr ein Gespräch wie unter Freunden als ein Interview und beide waren bestens aufgelegt und standen mir gerne Rede und Antwort.

RG: Hallo Björn und David

Björn: Hallo Helmut, ist es möglich das du aus der Nähe von Frankfurt bist?

RG: Nein, ich bin im südöstlichsten Teil Bayerns zwischen München und Passau zuhause.

Björn: Da muss ich gleich an das Oktoberfest in München denken. Uns verbindet sehr viel mit Deutschland. Viele Gigs in Norddeutschland und mein Besuch eines fabelhaftes Konzertes einer deutsche Toto-Cover Band die im Englischen Garten in München spielte. Leider haben wir in der Vergangenheit nie in Süddeutschland gespielt, wir haben vor dies aber zu ändern wenn die Lage es zulässt.

RG: Ja, wirklich eine kostspielige Sache das Oktoberfest mit sehr hohen Preisen für Essen und Getränke.

Björn: Vor etlichen Jahren war ich sehr viel in Deutschland, und während dieser Zeit war ich drei Wochen in München und auf dem Oktoberfest, ich hatte eine sehr schöne Zeit dort.

RG: Das Oktoberfest ist ein Spektakel aber leider sehr teuer.

Björn lachend: Das nennt man Inflation. Ich hoffe wir machen es mit sehr guter Musik besser?

RG: Euer Album ist wirklich sehr gut was könnt ihr mir darüber berichten?

Björn: Ich bin froh das es dir gefällt. Wir hatten einiges an Rückmeldungen und was die Leute mögen und was nicht. Wir schreiben und machen die Songs die wir selber gerne hören wollen. Unsere Musik ist einfach unser Baby und kommt von Herzen.

RG: Ich denke Ihr müsst so vorgehen. Wenn ich das Beispiel Frontiers Music in Italien heran ziehe, da hört sich vieles nach deren Haussongschreiber und Produzenten Alessandro Del Vecchio an. Del Vecchio ist ein guter Musiker und Songschreiber aber es hört sich doch vieles nach seiner Handschrift an. Die Frage ist ob es nicht in naher Zukunft zu einer Übersättigung kommt wenn er zu viele Songs schreibt? Da ist Euer Album eine willkommene Abwechslung.

Björn: Del Vecchio ist ein sehr guter Musiker und Songschreiber aber leider drückt Del Vecchio meiner Meinung nach jeder Band, jedem Projekt seinen Stempel auf. Ich denke öfter das es nicht mehr viel mit dem Künstler zu tun hat.

RG: In nicht all zu ferner Zukunft könnte sich Langeweile ausbreiten. Weil sein Stempel zu oft vorkommt.

Björn: Wenn wir mit einem Produzenten arbeiten, denken wir oft darüber nach das zum Beispiel das Gitarrenspiel und die Spieltechnik davon abweicht von dem was ursprünglich unsere Idee war und klingt deshalb nicht so wie wir dies geplant haben.

RG: Ich finde dieses EYES Album hat den selben Touch und das Feeling wie das Debütalbum von ACES HIGH was ich immer wieder gerne höre. Wie denkt Ihr darüber?

David: Ich kann dem zustimmen und ich denke ich weiß was Du mit dem Feeling meinst.

RG: Wenn ich das EYES Album anhöre spüre ich das gleiche wie auf dem ACES HIGH Debüt.

David: Wow das ist richtig cool dies zu hören, Danke für dieses Kompliment.

Björn: Was Interessant ist, das je wie man die Musik empfindet, ob glücklich, traurig, aufputschend oder stärkend genau das ist das was man mit Musik erreichen will. Die meisten Songs wurden von David und Joakim unserem Gitarristen geschrieben, und genau das war auch damals bei ACES HIGH der Fall.

RG: Mir gefällt das erste ACES HIGH „Ten ‚N Out“ Album auch sehr gut.

David: Danke für das Kompliment. Ich fühle mich geehrt das zu hören. Mir gefällt es immer noch wenn ich es von Zeit zu Zeit höre. Ich kann in meinen eigenen Worten nur sagen das ich der Meinung bin das das Debüt von ACES HIGH ein großartiges Album ist. Ich bin sehr stolz ein Teil von diesem Album zu sein.

RG: Ich finde es ist ein Stück Rockgeschichte.

David: Ich denke genauso wie Du, danke für diese Meinung.

Björn: Helmut unsere Plattenfirma GMR Music denkt aus kommerzieller Sicht darüber nach die drei ACES HIGH Alben neu auf zu legen. Aus Sicht des heutigen digitalen Zeitalters ergeben sich mehrere Möglichkeiten.

RG: Das wäre ein gute Sache, da das Debüt schwer auf zu treiben ist und die beiden anderen Alben auch immer seltener werden. Ich hätte auf Spotify nach Songs von ACES HIGH gesucht doch leider keinen für meine Playlist gefunden.

David: Sorry dafür das keine Songs von ACES HIGH auf Spotify zu finden sind. Wir konnten damals diesen Schritt nicht gehen, da es damals als das Album erschienen ist Spotify noch nicht gab. Unglücklicherweise haben wir diesen Weg noch nicht eingeschlagen. Ich denke das wir dies in Zukunft ändern können da unser Label GMR Music die Bänder zur Verfügung hat und die Alben wieder auflegen möchte.

RG: Das ist eine sehr gute Sache, ich habe die erste Auflage von Megarock Records.

David: Wirklich, bei der ersten Auflage ist dem Label ein Fehler unterlaufen, im Titel wurde das „Out“ weggelassen. Hast du diese Auflage wirklich?

RG: Das wusste ich bis jetzt auch noch nicht, da muss ich mir das Cover nochmal genauer ansehen. Auf dem Cover sind die vier Asse und im Vordergrund das Pik Ass abgebildet. Ich finde das Songwriting ob nun in der Vergangenheit oder Gegenwart sehr gut. Update für David ich habe die erste Auflage.

David: Wir hielten die Songs auf „Perfect Vision 20/20“ einfach und das wird der Grund dafür sein.

Björn: Um der Band und dem Publikum gerecht zu werden, sind viele Dinge zusammengewachsen oder kamen für „Perfect Vision 20/20“ zusammen. Die Band feuert aus allen Zylindern und die jetzigen technischen Möglichkeiten boten eine optimale Sicht in Bezug auf das, was wir tun und erreichen wollten. Der Unterschied zu früher könnte in ein paar Erklärungen gefunden werden, denke ich. Mit der stetig steigenden Entwicklung in Sachen Musik und Aufnahmetechniken wie nie zuvor konnte die Band Reife und Wiedererkennungswert in allem nutzen, was musikalisch und klanglich wichtig ist. Eine klare Prioritätensetzung zusammen mit Harmonie und Ausgeglichenheit schien genau diesen Effekt auf uns zu haben, uns zu helfen ein großartig Album zu machen, anstatt nur ein gutes.

RG: Ich finde die Songs trotz ihrer Einfachheit sehr gut gelungen und sie haben so ein Feeling der 80er Jahre.

David: Danke, das kann ich bestätigen, dass war das was wir wollten, gute Songs machen.

Björn: Wir sind sehr glücklich mit der Wahl unseres Sängers Peter Andersson das jüngste Mitglied bei EYES kam 2017 zur Band. Wir machten mit ihm einige Auftritte um zu sehen ob er sich als Sänger eignet und ob er zu uns und der Musik von EYES passt. Er hat sich eine sehr breite Range angeeignet.

RG: Peter hat einen sehr guten Job gemacht, er hört sich sehr gut auf dem Album an.

Björn: Peters Lieblingssong ist #10 „Cry Another Day“, ich denke weil dies der härteste Song ist, er denkt wenn er sein Stimme so einsetzt verspürt er ein Erfolgserlebnis. Ihm gefallen eher die härteren Songs auf dem Album. Nach unsere Meinung bei Song #4 „This Is Us“ eine Ballade liefert Peter einen fantastischen Job.

RG: Zwei sehr guter Song, meine Favoriten sind die Songs „Playing To Win“, „Get Out Of My Head“ ein Highlight und „More Than Meets The Eye“ ein cooler Song.

David: Gute Wahl.

Björn: Bei „More Than Meets The Eye“ fängt Joakim mit einer Gitarrentechnik an, die zwei Oktaven umfasst.

David: Das ist eine alte Technik von Ritchie Blackmore, Joakim wollte ausprobieren ob er sie noch kann. Bei dem Song „Rock The City“ vom Album „Ten ‚N Out“ wurde die selbe Technik schon mal angewendet. Nur noch mal kurz zu ACES HIGH welche Songs gefallen dir von Ten ‚N Out“?

RG: „Jungle Of Love“, „Remember“ ein sehr guter Song und „Piece Of The Action“

David: Auch wieder eine sehr gute Wahl.

Björn: Es stand außer Frage, dass nicht jeder mit der Reihenfolge der Songs auf „Perfect Vision 20/20“ zufrieden sein wird. Aber wir wollten mit „Playing To Win“ Anfangen, da dies ein kräftiger Rocker ist, und das Album so mit der richtigen Power los geht.

RG: Der Song hat Drive und groove, wie wenn man mit 270 Sachen über die deutsche Autobahn heizt.

Beide: Lachen und meinen Ja ja die deutsche Autobahn.

RG: Nicht mit 130 sondern mit dem richtigen Auto und Vollgas über den Highway.

Beide: Ok und lachen

David: Hast Du das richtige Auto dafür?

RG: Das bleibt in der Öffentlichkeit mein Geheimnis.

David: Bist Du in der Nähe von Ingolstadt und hast einen Audi?

Björn: Oder bist Du in der Nähe von Stuttgart und fährst Mercedes? Einer der Songs heißt „In The Matrix“ die Rückmeldung eines Fans von EYES, er assoziiert mit den Texten Donald Trump der ins Weiße Haus kommt, ähnelt einer brennenden Matrix aus seiner Zeit als Präsident.

RG: Der ganze Typ steht in Flammen.

Beide Lachen

Björn: Wir flüstern in dem Song „Fake News“, das ist der erste Song den wir für das Album aufgenommen haben als Trump gewählt wurde. Songtexte werden nie dem Zufall überlassen. Mit unserer einzigartigen Zusammensetzung von Bandmitgliedern aus versiedenen Lebensbereichen basieren die meisten auf Lebenserfahrungen, Bestrebungen und Neugier. Wiederkehrende Themen sind oft subtile, immergrüne Variationen wie Junge trifft Mädchen, Suche nach Liebe und Zuneigung, Umgang mit den Schwierigkeiten die im Laufe des Lebens auf einen zukommen, Loyalität und Freundschaft zu belohnen und ähnliches. Aber wenn Du ein wenig genauer hin schaust, wirst Du vielleicht sowohl eine tiefere Bedeutung als auch subjektive und erhabene Interpretationen finden. Der Song „In The Matrix“ ist in Bezug auf die Texte ausnahmsweise progressiv, da wir es selbst nicht glauben konnten, wenn wir überall von Fake News umgeben sind. Dieser Song fordert wirklich Deine Vorstellungkraft heraus „Sei aufmerksam auf das Geschehen um uns herum!“

RG: Sehr interessante Hintergrundinfo.

Björn: Einen der besten Reviews die wir bekamen kommt aus England. Der Verfasser meint: „Ich wippte mit dem Fuß mit als die Musik anfing.“ An solchen Aussagen merkt man wie die Songs wirken und beim Hörer ankommen. Genau das ist was wir wollen und beabsichtigen, dass Musik den Hörer fesselt und Spaß macht.

RG: Ich schreibe vielleicht nicht solche Details in meine Reviews aber dennoch das was ich höre und wie ich die Musik wahrnehme und beschreibe diese dann. Mir gefallen auch viele junge skandinavische Bands wie zum Beispiel CONFESS, und die Jungs machen auch richtig gute Musik.

Beide: Ja absolut, die Jungs sind großartig.

Björn: Es kommen viele neue Bands mit jungen Musikern aus Schweden, meiner Meinung nach orientieren sich einige an den bekannteren Bands wie H.E.A.T., DYNAZTY oder BROTHER FIRETRIBE.

RG: Ich habe viel Material dieser Bands und von anderen wie LEVERAGE, LEVITICUS, TREAT, oder aus Dänemark SKAGARAK, aus Finnland BOYCOTT, aus Norwegen DREAM POLICE.

Björn: Wir haben eine Tradition ich denke seit Mitte bis Ende der 80er als Bands wie EUROPE und YNGWIE MALMSTEENS RISING FORCE in dieser Zeit den internationalen Durchbruch schafften. Dies sorgte für eine große Welle in der neue junge Bands genau diese Art von Musik machten.

RG: Das ist richtig. Aber ich denke jetzt mal an ABBA, dass ist Popmusik aber gute Popmusik und sie waren sehr erfolgreich damit, kann es sein das der Erfolg von ABBA auch ein klein wenig mit dem Erfolg und dem Feeling von Bands aus Schweden oder Skandinavien zu tun haben?

Björn: Ja bestimmt, wir lassen uns öfter mal von den Melodien von ABBA inspirieren.

RG: Oder ROXETTE waren mir ihren Songs auch sehr erfolgreich.

Björn: Absolut

David: Ja das stimmt, sie hatten sehr gute Songs am Start die immer noch sehr gut sind.

RG: Kamen nicht COTTON EYE JOE auch aus Schweden?

David: Lachend, ja aber keine typische Schwedenrock Band. Das ist eine andere Art von Musik, aber der Erfolg hat ihnen recht gegeben.

RG: Wie ist die Lage momentan in Schweden?

Björn: Die Beschränkungen werden nach und nach gelockert. Der Normalzustand kommt langsam wieder zurück. Schweden hatte nie so einen harten Lockdown wie manche europäische Staaten. Wir denken das Konzerte in nächster Zeit mit Publikum wieder möglich sein werden. Wir wollen in unserer Heimatstadt Malmö im November ein Release Konzert spielen, und möglicherweise nächstes Jahr im Frühling einige Open Air Festivals in Schweden, sofern sich die Coronalage entspannt hat.

RG: In Deutschland wurden einige Konzerte angekündigt doch ob die stattfinden steht in den Sternen, Festivals sind bis in den Herbst abgesagt. KISSIN‘ DYNAMITE, TEMPLE BALLS und NAZARETH wollen auftreten.

Björn: Kommt NAZARETH nach Deutschland? Das ist eine gute Nachricht.

RG: Ja wenn die Konzerte durchgeführt werden kommen NAZARETH sogar in meine Gegend ca. 40km von mir entfernt. In eine kleine Stadt nähe Grenze zu Österreich.

Björn: OK, das klingt gut.

David: Lachend Du „Glückspilz“, cool.

RG: Gibt es Pläne das EYES in Deutschland, München, oder auf Festivals wie den Indoor Summer in Hamburg oder das H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftretten? EYES würden sehr gut in der Setlist der Festivals passen.

Björn: Momentan noch nicht, aber das Managment sieht sich nach Möglichkeiten um. Momentan reden wir über einige Auftritte in Großbritannien. Da gibt es einige Bands mit denen wir auf Tour gehen könnten

RG: Wie sieht die Rückmeldung von den Streamingplattformen aus? Habt Ihr da schon Feedback bekommen?

Björn: Die Streamingzahlen von Spotify besagen das Deutschland rasant nach oben geht und ich denke das Dein Review hilfreich ist. Die Zahlen sagen das Deutschland und Großbritannien an zweiter Stelle nach Schweden stehen. Die Orte mit den meisten Streams sind Augsburg, Hamburg, Düsseldorf, Simbach am Inn, Berlin und München holen auch langsam auf. Aus der Schweiz ist Zürich weit oben und aus Österreich kommt Wien auch langsam in die Gänge. Die meisten Probleme haben wir in Südamerika, ich denke mal wir brauchen einen Balle in Südamerika zur Unterstützung. Das Album hört sich im Auto auch sehr gut an.

RG: Der Sound ist wirklich sehr gut geworden.

Björn: Wir sind schon älter und mit dem Radio aufgewachsen. Du reviewst sehr viel Bands und Künstler aus dem Bereich Melodic Rock mit dem Sound der 1980er.

RG: Ja, das stimmt ich bin ein Kind der 1970er und 1980er. Ich bin mit LOVERBOY, DEF LEPPARD, DIO, ACCEPT und QUIET RIOT aufgewachsen.

Björn: Ich vermute du weißt das wir in den 80ern angefangen haben zu spielen, wir hatten die Einflüsse aus unserer Jugend. Zu diesen Einflüssen zählen DEEP PURPLE, RAINBOW, WHITESNAKE die wir mit Arena und Stadion Rock zu guten Melodic Rock Songs kombinieren, geeignet für das Autoradio und Rundfunk.

RG: Euer neues Album hört sich wirklich sehr gut an, ich höre es sehr gerne an. Ich bin mit solchen Songs aufgewachsen.

Björn: Wenn wir im Studio Songs aufnehmen fragen wir uns immer, besitzen die Songs Wiedererkennungsfaktoren oder ob Leute die Songs weiterempfehlen wenn sie diese gehört haben.

RG: Meiner Meinung nach habt Ihr Euren eigenen Sound, sehr amerikanisch aber doch schwedisch.

Björn: Danke für dieses Kompliment. Das ist richtig das kommt von der nördlichen Lage und unserer Tradition wie oben erwähnt.

RG: Gibt es noch etwas was Ihr unseren Lesern sagen möchtet?

Beide: Ja, Danke das Ihr Euch für unsere Musik interessiert und uns unterstützt, habt Spaß beim hören, seht Euch unsere Show an wenn diese wieder möglich sind. Und bleibt Gesund.

RG: Danke für Eure Zeit und die nette Plauderei. Bleibt Gesund und viel Erfolg mit dem Album.

Beide: Wir danken Dir und bleib Gesund.

www.eyesofficial.se/

www.facebook.com/onlyeyes4u

Balle

TALENTSCHMIEDE: Jetpack Samurai

Band:
Jetpack Samurai

Gegründet:
2016 – die drei übrigen Mitglieder der Prog-Rock-Gruppe MONO und ein neuer Drummer haben sich auf neue Musik eingelassen und neue Songs geschrieben – und brauchten auch einen neuen Namen. Den haben wir jetzt, und er macht großen Spaß.

Herkunft:
Gevelsberg zwischen Hagen-Witten-Solingen

Mitglieder:
Wolfgang Niggel – Gitarre, Gesang
Robert Krause – Gitarre
Thorsten Knefel – Bass
Jürgen Wulf – Drums

Stil:
Vintage-Groove-Rock

Veröffentlichungen:
Flight Recorder (2021, Album)

Einflüsse:
Oceansize, Selig, Ozric Tentacles, Nina Hagen, Brant Björg, Color Haze, Aerosmith, J. J. Cale

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Live spielen, auch gern in kleinen Clubs, Kneipen, aber auch Festivals, ein paar CDs verkaufen, und mit dem Geld ’ne neue Auflage pressen.

Was als nächstes kommt:
2021 – Videos machen für die Songs, Live-Shows spielen, neue Songs schreiben.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Dieses fantastische Album endlich in Händen zu halten und uns danach nicht aufgelöst zu haben 😉

Unser peinlichster Moment:
wir sind in einem Alter, da ist einem nichts mehr peinlich, das kommt erst wieder in ca. 15 bis 20 Jahren.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Derzeit mit jedem. Am liebsten mit Fans, die halb so alt sind wie wir selbst. Dabei sind wir im Schnitt knapp unter 50, im besten Mannesalter!

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Gojira!!!!

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Mit coolen Jungs abhängen, zusammen großes Neues erschaffen, sich bepissen vor Lachen, und weil wir das schon immer machen.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Den Tisch im Proberaum zu putzen, den die andere Band wieder mal völlig versaut zurückgelassen hat, und wenn dann auch noch kein Bier mehr da ist.

Online:
www.facebook.com/samuraijetpack

Musik:
Spotify: www.open.spotify.com/artist/0pnGM08yzZcEdUtGVw3lbB
Youtube: www.youtube.com/channel/UCJFVt5NWI_TlJLJL6mHiWdg
Soundcloud: www.soundcloud.com/samuraijetpack
Live-Dates: Hehe, sehr witzig.

 

CLIVE NOLAN – Song Of The Wildlands

Band: Clive Nolan
Album: Song Of The Wildlands
Spielzeit: 57:15 min
Stilrichtung: Progressive Rock
Plattenfirma: Crime Records
Veröffentlichung: 01.09.2021
Homepage: www.facebook.com/clive.nolan.7

In Zeiten von digitaler Musikproduktion, in denen quasi jedes Instrument und auch Chöre soweit realistisch in Soundbibliotheken verfügbar sind, ist das Rock/Metalalbum mit echtem Orchester, echtem Chor und echten Instrumenten abseits von Gitarre, Bass und Drums langsam zu einer aussterbenden Gattung geworden. Schließlich erfordert so ein Album krassen Personalaufwand, wahlweise hohe Investitionen oder die Bereitschaft vieler zur Arbeit für wenig Geld – und möglich genug, dass man je nach Aufnahme letztendlich ein Resultat hat, das weniger gut produziert klingt als eines, das man mit ein paar Oberklasse-Instrumenten-Plugins erreicht hätte.
Doch gibt es nach wie vor die Fraktion, die weiß, dass echte Instrumente einem Album einen Charakter und einen Sound geben können, die auf digitalem Weg schwer erreicht werden können. Einer davon ist Clive Nolan, der mit “Song Of The Wildlands” nun sein eigentlich bereits für letzten Mai angekündigtes neustes Werk veröffentlicht hat. Gut, ein Teil des Orchesters entspringt Nolans Keyboard-Künsten und lässt gerade im Intro Sorgen aufkommen, es könnte sich um ein eher günstig-retro-episch klingendes Album handeln. Die Sorge erweist sich als unbegründet, denn nach dem recht preiswert klingenden Anfang geht die Qualität steil nach oben. Mehrere Solo-Sänger und -Sängerinnen, ein 200-köpfiger Chor, Perkussion und diverse traditionelle Instrumente, starkes Sounddesign und eine treibende Rock-Instrumentalisten-Fraktion führt Nolan zusammen zu einem extrem guten Sound, der neben der gelungenen Mix/Master-Arbeit auch auf die herausragenden Arrangements zurückzuführen ist. Das hat mit “Streicherteppich, ’n AAAAAH-Chor und ’n paar Hörner drauf” gar nichts zu tun, im Gegenteil. Das Zusammenspiel von mittelalterlichen Klängen, Orchester, Chor und Rockband wirkt wie aus einem Guss, mal ruhig folkig, mal bombastisch treibend, aber stets mit Kreativität dahinter, mit musikalischem Tiefgang und mit Ausreizung der Möglichkeiten von Chor und Instrumenten.
Die Rock-lastigen Parts sind dabei vielleicht etwas seltener als erwartet, sicher die Hälfte der Platte ist Gitarren-, Bass- und drumfrei, was sich im Sinne von “Song Of The Wildlands” aber als gute Mischung erweist. Schließlich sind die Rock-losen Parts keinesfalls nur Lückenfüller oder Überbrückungen zwischen den einzelnen abgehenderen Parts, fallen stattdessen sehr stimmungsvoll und klanglich teils wirklich extrem schön aus. Einziger Kritikpunkt: Praktisch jeder Track beginnt mit einem Erzähler, der nicht Christopher Lee ist und die ansonsten dichte Atmosphäre der Platte teils unterbricht. Solche Texte hätte man auch ins Booklet packen können und auf dem Album die Musik für sich sprechen lassen. Aber das sollte nun wirklich niemanden vom Abchecken dieses Albums abhalten.

Fazit:
Wenn man eine dermaßene Arbeit und dermaßene Mengen an Beteiligten für ein Album auffährt, macht man das entweder zu Promozwecken, oder weil es tatsächlich einen Mehrwert bietet. Letzteres tut es bei “Song Of The Wildlands” ohne Frage, denn dank der starken Arrangements und der Liebe zum Detail ist die Platte viel mehr als nur eine Stunde Folk-Gedudel und Bombast. Nein, hier haben wir es mit einem 1a-Lagerfeuersoundtrack für Sommernächte zu tun, mit einem Klanggebilde, das einem Träumerei und Gänsehaut ohne Penetranz anbietet, beim konzentrierten Anhören nicht minder unterhält und seine Ressourcen komplett ausreizt. Schön, lieber Clive. Ein wirklich schönes Ding!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Story Begins
02. There’s A Threat
03. Crossing The Ocean
04. Beowulf’s Promise
05. Grendel Attacks
06. Celebration
07. The Hag’s Revenge
08. Journey
09. Underwater Cavern
10. Rewards
11. Beowulf, The King
12. Dragon Fire
13. The Warrior Dies
14. Funeral Pyre
15. The Story Ends

Jannis