TRAGEDIAN – Unholy Divine

Band: Tragedian
Album: Unholy Divine
Spielzeit: 49:19 min.
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: IceWarrior Records
Veröffentlichung: 05.01.2018
Homepage: www.tragedian.com

Schwermetall in Hamburgern ist generell ein Fall für die Gesundheitsbehörde und ein Anzeichen für schlechte Qualität. Hamburger im Schwermetall sind generell ein Fall für Rock-Garage-Leser und durchaus ein Anzeichen für gute Qualität. Daher lohnt ein Blick auf die Hamburger Power-Metaller TRAGEDIAN allemal, die am 05.01.2018 mit “Unholy Divine” ihren dritten Longplayer auf den (Fisch)markt geworfen haben. Aber genug der billigen Witze, hier kommen die Infos: Über elf Tracks und knapp 50 Minuten Spieldauer liefern TRAGEDIAN sauber produzierten Power Metal mit einer Menge Solosynthesizer. Zudem hat man auf zwei Tracks hochkarätige Gäste am Start, namentlich Kai Hansen (könnte man kennen) an den Gitarren und Bob Katsionis von FIREWIND an den Tasten.
Als musikalischer Haupteinfluss des zu schätzungsweise 85 Prozent im Uptempobereich angesiedelten Albums dienen wohl Stratovarius, was sich vor allem am ausufernden Einsatz von Solo-Keyboards festmachen lässt. Diese machen durchweg Spaß, wirken an einigen Stellen jedoch etwas zu dominant, weshalb sich einige Synth-Parts nicht so recht in das Gesamtkonzept einfügen wollen. Als Kontrast zum Rest der Instrumentalfraktion machen sich jedoch auch diese Synths ziemlich gut und verhelfen TRAGEDIAN zu einem eigenen Sound.
Sänger Alex Blank hat das Zeug zu einem sehr guten Power-Metal-Frontmann. An einigen Stellen trifft er die Töne nicht ganz optimal, das ist in Anbetracht diverser anderer sehr gut gesungener Stellen jedoch wohl eher der Tatsache geschuldet, dass eine Band dieser Größe sich nicht unbedingt ewig Zeit im Studio gönnen kann. Ein wenig mehr Zeit für die Vocal-Aufnahmen hätte sich hier gelohnt.
Ansonsten: Die Songs auf “Unholy Divine” können sich alle durchweg hören lassen. Der ganz große Knaller ist vielleicht nicht dabei, aber der Großteil macht dennoch uneingeschränkt gute Laune – zum Beispiel das finnisch anmutende “Fly Away” mit seinem fröhlichen Keyboard-getränkten Chorus, das hard-rockige “Chasing A Dream” mit seiner schönen Melodieführung im Prechorus und Chorus oder auch “Visions Divine”, das im Refrain gekonnt zwischen Synth-Geshredde und Vocals wechselt. Gerade Keyboarder Dany All muss bei den Aufnahmen einen Heidenspaß gehabt haben.
Kritikpunkte? Nun, manchmal wirken die Arrangements nicht komplett ausgereift, manchmal hinterlassen einige Melodien etwas zu wenig bleibenden Eindruck und manchmal entsteht der Eindruck, dass eine Woche mehr Studiozeit dem Ding doch ganz gut getan hätte. Doch genug kleine Gimmicks – tolle Soli oder interessante Melodieideen – auf der Platte entschuldigen diese Kritik problemlos. Und trotz der sehr dominanten Synths hat man es weitestgehend vollbracht, auf Kitsch zu verzichten. “Unholy Divine” klingt nach einer feinen Symbiose aus deutschem und finnischen Power Metal. Und das kann nichts Schlechtes bedeuten.

Anspieltipps:
“Destined Land”, “Visions Divine”, “Chasing A Dream” “Fly Away” und “Over The Edge”

Fazit:
“Unholy Divine” dürfte in Ausschnitten auf der Party-Playlist jedes keyboardinteressierten Metallers landen, der auch den Bands eine Chance bietet, die nicht das letzte bisschen Seele aus ihrer Arbeit herausproduzieren. Obgleich die meisten Tracks der Platte nicht todeseingängig sind, machen TRAGEDIAN genug Spaß, um gegebenenfalls ihren neusten Release zu kaufen, auf jeden Fall aber mal in nicht nur einen ihrer Songs reinzuhören. Keyboardsolo,

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Devil Calls You
02. Dullahan
03. Revelation 13:18
04. Over The Edge (feat. Kai Hansen)
05. Fly Away
06. Shadow Of The Moon
07. Spectres
08. Chasing A Dream
09. Visions Divine
10. Casting Shadows (feat. Bob Katsionis)
11. Destined Land

Jannis

VOICE – The Storm

Band: Voice
Album: The Storm
Spielzeit: 59:30 min
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 27.10.2017
Homepage: www.facebook.com/VOICEmetalband

Die neu formierte deutsche Metal Band VOICE steht bereits seit 1995 auf der Matte, lange Zeit hörte man aber nichts von ihnen.
Die Band als solche wurde niemals offiziell aufgelöst, sondern nur für einige Zeit auf Eis gelegt. Man folgte unterschiedlichen Wegen und Projekten, verlor sich aber niemals aus den Augen.
Mehr als 10 Jahre gingen ins Land, Mastermind Thommy Neuhierl komponierte in der Zwischenzeit fröhlich weiter, so dass man für das neue Album „The Storm“ den Luxus hatte, unter vielen fertigen und halbfertigen Songs auswählen zu können.
Personell hat sich nicht viel geändert. Neben der übrig gebliebenen Kernmannschaft mit Oliver Glas am Gesang, Sören Glas Bass und Thommy Neuhierl an der Gitarre konnte man mit Stephan „Stocki“ Stockburger ein technisch versiertes Youngblood an den Drums verpflichten.
Zwischen „Soulhunter“ und „The Storm“ liegen mehr als 10 Jahre. Aber nach wie vor sind VOICE ihren Wurzeln treu geblieben und das neue Album bietet eine Menge musikalische Abwechslung, einen guten Schuss Progressivität und mitreißende Melodien. Als Opener dient der Titeltrack „The Storm“ der von einem atmosphärischen Intro eingeleitet wird bevor sich ein fünfminütiger Midtempotrack seinen Weg bahnt der ganz ok ist, aber wo man jetzt keine Glanztaten vollbringt.
Ganz anders sieht die Sache aber bei den folgenden „Stronger than Steel“, dem getragenen „Go Down in Flames“ und dem etwas verschachtelten „Dance on the Razor Blade“ aus. Hier trifft man definitiv den Nerv eines jeden Melodic Power Metalfans und weiß absolut zu begeistern.
Einzig das dazwischen befindliche „Business Roulette“ fällt da im Vergleich etwas ab.
Das futuristisch angehauchte und mit IRON MAIDEN Einflüssen gewürzte „The Golden Savior“ bildet dann aber einen ordentliche Einstieg in den zweiten Teil der Scheibe.
Hier hat man mit dem, erneut nach IRON MAIDEN tönenden, „Your Number is Up“, dem Melodic Doppelpack „Kingdom of Heaven“ und „When Night Falls“sowie dem schnellen „Into Darkness“ weitere Ohrbomben am Start.
Da können die letzten beiden Tracks dann leider nicht mehr ganz mithalten, aber von absoluten Reinfällen ist man auch hier weit entfernt. Und somit drückt man nach verklingen des letzten Tons doch gerne erneut die Play Taste um sich noch mal eine Portion VOICE zu geben.

Anspieltipps:

Hier kann ich euch auf jeden Fall “Stronger than Steel”, “Dance on the Razor Blade”, “Your Number is Up”, “Kingdom of Heaven” sowie “When Night Falls” ans Herz legen.

Fazit :

Das lange Warten auf das neue VOICE Album hat sich definitiv gelohnt soviel steht schon mal fest! Bei den 12 neuen Tracks sind einige echte Kracher versammelt und zu oft daneben greift man hier nicht, von daher kann das Album wirklich jedem Melodic Power Metalfan deutscher Prägung empfohlen werden. Für die Fans der Band ist die Scheibe eh Pflicht!
Eine glasklare Kaufempfehlung also daher hier von mir.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Storm
02. Stronger than Steel
03. Go down in Flames
04. Business Roulette
05. Dance on the Razor Blade
06. The Golden Savior
07. Your Number is Up
08. Kingdom of Heaven
09. When Night Falls
10. Into Darkness
11. Soldiers of Glory
12. Out in the Cold

Julian

NOCTURNAL RITES – Phoenix

Band: Nocturnal Rites
Album: Phoenix
Spielzeit: 46:57 min
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 29.09.2017
Homepage: www.nocturnalrites.com

Was habe ich auf diese Scheibe gewartet!! Wie auch schon in meiner Zeitmaschine von NOCTURNAL RITES angesprochen habe ich die Alben der Band echt geliebt und es war sehr schade als sie 2008 dann auf einmal von der Bildfläche verschwunden sind.
Nun, die Durststrecke ist Gott sei Dank vorbei und dieser Tage erscheint das neue, neunte Studioalbum „Phoenix“ endlich! Die lange Pause ist auch dem getauschten Personal geschuldet, denn der langjährige Gitarrist Nils Norberg schied aus und musste erstmal ersetzt werden. Man fand dann nach einer längeren Suche Per Nilsson der unter anderem sich als Produzent und Gitarrist bei SCAR SYMMETRY einen Namen gemacht hat.
Nun ist man also wieder ready to play Metal und somit widmen wir uns dem Albumopener „A Heart as Black as Coal“. Dieser bahnt sich direkt ohne Umschweife seinen Weg in unsere Gehörgänge und begeistert dabei durch seinen treibenden Groove, die leicht progressiv anmutenden Riffs sowie dem nach wie vor vorhandenen Mörderchorus den die Band so schon immer im Gepäck hatte. Ein geiler Beginn der definitiv Lust auf mehr macht!
Das anschließende „Before we waste Away“, welches ja auch schon vorab im Netz zu hören war, bringt dann Altfans so richtig ins Schwärmen. Denn der Beginn ist irgendwie dermaßen typisch für die Band das man sofort die seeligen Altalben im Kopf hat. Dieser Song IST und ATMET NOCTURNAL RITES und wer hier nicht mitgeht als Altfan der ist in den letzten Jahren echt verkalkt!
„The Poisonous Seed“ im Anschluss klingt dann sehr modern und etwas orientalisch aufgrund den Synthies und der pfeilschnellen Struktur. Ist ok, aber nicht so mitreißend wie seine Vorgänger würde ich sagen.
Aber schon mit dem nächsten Song, der Halbballade „Repent my Sins“ versöhnt man den Fan wieder komplett und vor allem Sänger Jonny kann hier so richtig zeigen was er nach wie vor drauf hat!
Der Mitteil mit seinen vier Songs wird dann ein wenig experimentierfreudiger gestaltet, dem vielleicht nicht jeder Altfan etwas abgewinnen kann, aber hier zeigt die Band deutlich das sie sich in der langen Pause weiterentwickelt hat.
Der nächste absolute Ohrwurmsong ist dann wieder „Nothing can break Me“ welches wieder ganz typisch nach den alten NOCTURNAL RITES klingt.
Mit den letzten beiden Songs „Flames“ und „Welcome to the End“ macht man dann ebenfalls wieder nicht viel falsch, so das wir hier so gut wie keinen schlechten Song insgesamt zu verzeichnen haben. Als Digipak Bonus gibt es dann noch „Use to be God“ auf die Ohren der ebenfalls absolut hörenswert ist und richtig schön groovt!

Anspieltipps:

No Filler only Killer ist hier der Maßstab, greift hin wo ihr wollt.

Fazit :

NOCTURNAL RITES sind wieder zurück und das ist gut so! Und die Jungs haben die Pause genutzt um sich musikalisch weiter zu entwickelt, das merkt man ihrem neuen Album vor allem im Mittelteil an, aber auch bei den anderen Songs schwingt diese Entwicklung immer mit.
Somit ist das Album für Altfans erstmal eine kleine Umstellung, aber wenn man sich mal dran gewöhnt hat, dann wird man erneut begeistert sein.
Man kann nur sagen willkommen zurück liebe Schweden!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Heart as Black as Coal
02. Before we waste Away
03. The Poisonous Seed
04. Repent my Sins
05. What‘s Killing Me
06. A Song for You
07. The Ghost inside Me
08. Nothing can break Me
09. Flames
10. Used to be God (Bonus Digipak)
11. Welcome to the End

Julian