RASH PANZER – Mexican Mysteries

Trackliste:

01. A I, I Wanna Be Your Lover
02. Who You Wanna Be
03. Can’t Lose You
04. Freedom
05. Mexican Mysteries
06. Wild Fire
07. Waiting
08. Calling For Answers
09. Put Your Words Into Action
10. Dragon’s Heart

 

Spielzeit: 37:15 min – Genre: Hard Rock – Label: 7Hard – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/rashpanzer

 

Mit der Schweizer Band RASH PANZER tritt eine Band in mein Leben, die es schon seit 1979 gibt und die es erfolgreich geschafft hat sich 47 Jahren vor mir zu verstecken. OK 47 Jahre sind es jetzt nicht ganz kommt dem aber sehr nahe, weil ich zu dieser Zeit noch nicht dem Hard Rock verfallen war. Was weiß man über Bands aus der Schweiz, tja, es gibt einige die dem Riffrock der härteren Klänge zelebrieren und diese auch aus dem FF beherrschen. Man nehme die alten Recken von KROKUS, GENOCIDE aus denen SIDEBURN wurde, GOTTHARD und SHAKRA um nur vier bzw. fünf der großen Namen zu nennen, die sich eine große Fanbase erspielen konnten. Ob RASH PANZER die selbe Hörerschaft bedienen kann wird sich in den folgenden 37 Minuten zeigen.

RASH PANZER veröffentlichen mit „Mexican Mysteries“ ihr sechstes Album, leider kann ich keine verlässliche Quelle über die Bandmember finden. Was sich finden lässt (falls diese nicht stimmt bitte ich um Berichtigung), J.Jay Guertchakoff am Mikro, Sam Bredy und Renato Dani an Gitarren, Renato di Paolo an Bass und Popof an der Schießbude. Die Stimme des Shouters ist sehr eigenwillig und eigenständig, bewegt sich in den mittleren Tonlagen und geht gelegentlich höher rauf, kann aber auch die tiefen Lagen bedienen. Mit dem Bandsound kann die Stimme harmonieren, einzig die Verzerrung in manchen Songs hätte nicht sein müssen. Beide Gitarren geizen weder mit Härte noch Riffsalven, der Bass kommt als gleichberechtigter Partner der 6-saitigen rüber. Die Drums sind sehr auffällig und mit viel Energie ausgeführt.

RASH PANZER spielen riffbetonten Hard Rock der sehr viel Energie mitbringt und sich dabei nicht verstecken muss. Man merkt der Band die Jahrzehnte lange Erfahrung an und die kann mit einigen guten bis sehr guten Songs glänzen. Gewisse parallelen zu den oben erwähnten Bands sind durchaus vorhanden, die selbe Klientel kann auch problemlos bespaßt werden. RASH PANZER befinden sich zwar nicht auf dem selben Level wie die Vergleiche, sind aber auch nicht sehr weit entfernt und spielen mit ihrer Art des Hard Rocks fast in der selben Liga mit.

Jungs erlaubt mir die Frage: Warum ist die Party im 21. Jahrhundert nach nur 37 Minuten zu Ende? Im digitalen Zeitalter sollten über 40 Minuten ohne Problem realisierbar sein. Für die kurze Laufzeit gibt es einen leichten Punkt Abzug.

„A I, I Wanna Be Your Lover“ das Album beginnt beschwingt, „Who You Wanna Be“ wow es hagelt Riffexplosionen am laufenden Band, im Solo herrscht ein kleines Chaos – beim Mastering muss was schiefgelaufen sein, mein Kopfhörer rauscht und brummt am Ende wie Sau. „Can’t Lose You“ sie können auch melodische und eingänge Hits – hier stört nur die verzerrte Stimme, „Freedom“ ein cooler Rocker mit Potential für Dauerrotation im Radio. „Mexican Mysteries“ es wird mit sehr viel Melodie gearbeitet, „Wild Fire“ hier ist die Luft ein wenig raus. „Waiting“ der Anfang gelingt eher holprig bis zum ersten Refrain, ab da wird es runder, „Calling For Answers“ hier schimmern die frühen 80er voll durch. „Put Your Words Into Action“ ein deftiger Rock N Roller, „Dragon’s Heart“ zum Schluss gibt es eine Ballade mit epischen Momenten.

Balle

THE CARBURETORS – We Ride At Night

Trackliste:

01. Intro
02. Down In Flames
03. Let You Down
04. I Wanna Rock N Roll
05. Rock N Roll Never Dies
06. Shot At Dawn
07. You Need It Loud
08. Electric Shock
09. Sharpen The Blades
10. Who Likes To Boogie

 

Spielzeit: 32:29 min – Genre: Hard Rock – Label: Fast Forward Records – VÖ: 19.06.2026 – Page: www.facebook.com/thecarburetorsffrr/

 

THE CARBURETORS aus Norwegen haben von 2004 bis jetzt fünf Alben und eine Best Of veröffentlicht und haben den Ruf die gefährlichste Rock N Roll Band auf dem Planet zu sein. Ich habe bis jetzt noch nichts von THE CARBURETORS gehört oder kannte Band vorher auch nicht. Irgendwie schaffte es die Band sich vor mir zu drücken.

Zur aktuellen Besetzung gehören Sänger Eddie Guz, die Gitarristen Chris Marchand und Phillie Obuskovic, Bassist King O Men und Drummer Chris Nitro. Eddie besitzt eine coole und raue Stimme, die er richtig einzusetzen weiß. Er befindet sich dabei in einer tieferen Tonlage in der er auch bleibt und zeigt wie man Rock N Roll richtig am Mikrofon auslebt. Die beiden Gitarren hauen mit den Riffs um sich als wenn es das letzte wäre was sie machen bevor das unausweichliche Ende naht. Der Bass wummert neben den Gitarren her und die Ausführung der Drums weist eine Punk Attitüde auf. Die Produktion hört sich trocken und ohne viele Spielereien an.

Der Stil ist irgendwie sonnenklar aber auch wieder nicht, die Band steckt Rock N Roll, Hard Rock und vom Tempo her Punk Rock in einen Mixer und drückt auf Start. Heraus kommt eine köstliche Mischung aus den drei Zutaten die nicht nur attraktiv scheint sondern auch so klingt. Dabei gibt es Ähnlichkeiten zu KISS, BEASTÖ BLANCÖ, THE RAMONES, BIG BALLS, BALLS GONE WILD hier und AC DC da zu entdecken. Und fertig ist der THE CARBURETORS Sound, der auf keinen Fall von der Stange kommt, sondern aus einer Mixtur besteht die nicht nur eine Schublade bedient.

Ein cooles Album das auf einem Biker Treffen für Stimmung sorgen sollte, Abzug gibt es wegen der doch arg kurzen Laufzeit.

„Intro“ ein futuristisches Intro mit Hubschrauber Geräusch, „Down In Flames“ hier wird Rock N Roll mit einer Geschwindigkeit, die schwindelig macht, großgeschrieben. „Let You Down“ ein sehr kräftiger und melodischer Hard Rocker, „I Wanna Rock N Roll“ der Titel ist Programm, hier geht die Rock Post nach Roll ab. „Rock N Roll Never Dies“ das Ding rockt wie Sau und macht dabei nicht nur ein Fass auf, „Shot At Dawn“ das Tempo bleibt sehr hoch und geht intensiv nach vorne – hier zeichnet sich ein kleiner Hit ab. „You Need It Loud“ siehe da, sie können auch eingängig und gefällig, „Electric Shock“ Rock N Roll mit Testosteron auf Speed auf einem LSD Farbentrip. „Sharpen The Blades“ die Oktanzahl wird hoch gehalten, „Who Likes To Boogie“ zum Abschluss gibt es einen ELVIS auf Steroiden.

Balle

L.E.G.A.C.Y. – Midnight Riot

Trackliste:

01. A Place I Called Home (Intro)
02. Midnight Riot
03. City Of Unbroken Dreams
04. Feverish Desire
05. Timless Reverie
06. My Inner Peace
07. Night & The Glow
08. Ride The Thunder
09. Ain’t That My Paradise
10. We Carry The Legacy
11. Savage Seduction
12. My Star Ain’t Gonna Shine

Spielzeit: 44:17 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.05.2025 – Page: www.facebook.com/LegacyAOR

 

„Mitnight Riot“ lautet der Titel des Debütalbums eines Projektes mit Namen L.E.G.A.C.Y. was ohne Punkte soviel wie Vermächtnis heißt. Das Cover ist in Dunkelblau-, Magenta- und Weißtönen gehalten und zeigt eines der Traumautos aus den 1980er Jahren, einen Lamborghini Countach, eine Frauensilhouette, Berge und eine Art Sonne. Man vereint einesteils ein Auto das damals jeder haben wollte und in Neonfarben gehaltene Belichtung, bleibt abzuwarten ob der Sound auch in Richtung der 80er Jahre geht und das Vermächtnis dieser Zeitepoche am Leben gehalten wird.

L.E.G.A.C.Y. stammen aus Argentinien und besteht aus dem Trio Marcos Nieva Green an Mikro, Hermán Cattaneo an Gitarren und Emmanuel Cavallo an den Drums. Wer sonst noch an den Instrumenten beteiligt war geht aus dem Promosheet nicht hervor. Marcos und Hermán waren schon bei der Band/Projekt NEON RIDER an Board und versuchen sich nun mit L.E.G.A.C.Y. einen weiteren Namen im Musikgeschäft zu erspielen. Marcos Stimme besitzt ein Färbung die sich in der mittleren bis in die halb hohen Tonlage bewegt, zudem besitzt er eine gewisse Rauheit die faszinierend klingt. Vergleichen kann man die Stimme mit den Genen aus einer Lightversion von Bruce The Dickinson und Steve Overland, so chaotisch das anmuten mag, umso besser klingt das Ganze, in manchen Momenten hört er sich auch wie Steve Newman an. Die Gitarren halten sich weder zurück, noch sind sie zu dominant ausgeführt, irgendwie schaffen es L.E.G.A.C.Y. da den richtigen Ton anzuschlagen. Gemeinsam mit den ebenfalls nicht leisen Keyboards wird ein Fundament gebildet das wie eine Abrissbirne aus den Boxen schwingt. Die Keyboards kommen mal im typischen 80er Jahre Stil wie ihn schon JOURNEY und SURVIVOR Salonfähig machten, mal wie im Italo-Pop der frühen 80er Jahre ala RADIORAMA oder STAGE oder als laute Fanfare. Der Bass befindet sich in der zweiten Reihe und hat seine Mühe gegen die drei Vorkämpfer anstinken zu können. Die Drums treiben alle Protagonisten zur Höchstleistung an, wobei die künstlich und nach Drumcomputer wirken.

Der Stil von L.E.G.A.C.Y. kann als Melodic Rock oder Arena Rock bezeichnet werden, der sehr tief in den 1980er Jahren verwurzelt ist und durchaus auch aus diesem Jahrzehnt stammen könnte. Beim Hören werden viele Erinnerungen an Bands aus dieser Zeit wach, wie etwa SURVIVOR, JOURNEY, PRISM, FM, 8084, BEAU COUP, HONEYMOON SUITE, LOVERBOY, BREATHLESS und NIGHT RANGER. Ist es von Nachteil mit solchen Namen verglichen zu werden? Dies kann man so oder so sehen, aber wer mit diesen großen Namen aus der Vergangenheit in Verbindung gebracht wird kann nicht wirklich viel verkehrt gemacht haben.

L.E.G.A.C.Y. werden ihrem Namen gerecht, das Vermächtnis der 80er Jahre ist sicher und fest in der Hand der Argentinier.

„A Place I Called Home (Intro)“ ein Intro in dem die Worte grob übersetzt „Die 80er sind meine Heimat“ fallen, „Midnight Riot“ ein cooler Rocker mit schweren Gitarrenläufen und teils Keyboards die an Italo-Pop der frühen 80er erinnern. „City Of Unbroken Dreams“ ein Happy Feelgood Song kündigt sich an, „Feverish Desire“ ein melodisches Schmankerl wird ohne Umschweife serviert. „Timless Reverie“ ein flotter Rocker der wie eine Durchhalteparole wirkt, „My Inner Peace“ genau so klangen die 80er Jahre, ein Rocker der mühelos aus dieser Zeit stammen könnte. „Night & The Glow“ wirkt durch viel Ohhhoohs sehr rund und eingängig, „Ride The Thunder“ ein Arena Rocker der lange in der Zeitmaschine gesteckt hat bis er im Hier und Jetzt angekommen ist. „Ain’t That My Paradise“ eine vom Gefühl getragene Hymne irgendwo zwischen Powerballade und Rocker, „We Carry The Legacy“ hier wird ordentlich Gas gegeben, am Anfang meint man doch wirklich ob man nicht einen Album von BOYSVOISE lauschen würde – ein geiler Rocker der aufhorchen lässt. „Savage Seduction“ wow am Schluss werden noch einige Schippen draufgelegt, „My Star Ain’t Gonna Shine“ zum Abschluss gibt es noch eine Ballade mit Piano.

Balle

DOUBLE CRUSH SYNDROME – Until One Of Us Dies

Trackliste:

01. It’s A Trap
02. Rome
03. Death Disco
04. Mercury In Retrogade
05. Until One Of Us Dies
06. Mover And Shaker
07. Ain’t It Funny
08. Mi Corazon Slavaje
09. Free Hugs For Dictators
10. Off With Her Head

 

Spielzeit: 33:34 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 05.06.2026 – Page: www.facebook.com/doublecrushsyndrome/

 

Nach langer Zeit auf Eis melden sich DOUBLE CRUSH SYNDROME mit ihrem neuen Album „Until One Of US Dies“ sehr lautstark zurück. Das Trio zeigt sich auf dem Album mit einer Spielfreude die nur so aus Energie zu bestehen scheint.

Zur Besetzung gehören Andy Brings an Mikrofon und Gitarren, Slick Prolidol die zweite Stimme und Bass, sowie Markus Herzog am Schlagzeug. Andys Stimme übt eine gewisse Faszination aus, nicht unbedingt von der Tonlage, sondern durch seine freche und vorlaute Art zu singen. Diese Art passt sehr gut zum Bandsound und brauch sich nicht vor anderen verstecken. Mir fällt beim hören immer wieder Bill Itch der Münchner Kult-Band THE ROXX ein, obwohl Andy mehr drauf hat als Bill. Die Gitarren sorgen für Alarm und eine Härte die der Band sehr gut steht. Der Bass agiert wie die Gitarren aus der ersten Reihe und Markus an den Drumsticks ackert wie ein Berserker. Die Produktion weist kleinere Schönheitsfehler auf, die aber wenig ins Gewicht fallen, da die Band rau, dreckig, leicht versaut und roh klingt und dies mal eine willkommene Abwechslung zu einer hochglanzpolierten Schmalzproduktion ist. Bei DOUBLE CRUSH SYNDROME wünscht man sich genau diesen Sound und nicht bis ins kleinste Detail ausgefeilte Klangoptimierungen.

DOUBLE CRUSH SYNDROME verwischen die Genre Grenzen zwischen Rock N Roll, Hard Rock und Punk Rock zu einem explosiven Gemisch das sofort zündet und eine Energie ausstrahlt die mehr Musiker als ein Trio vermuten lassen. Ich kenne nur noch zwei Trios die so eine Energie besitzen und in etwas die gleiche Mucke machen, dass wären zuerst die Heavy Rocker von NITROGODS und zweitens das oberbayrische Rock N Hard Roll Trio HEADSTONE die ähnlich energisch vorgehen und diese Kraft entwickeln können. Vergleichen kann man das Album am ehesten noch mit den RAMONES, DIE ÄRZTE, softere NITROGODS mit einer Schlagseite hin zu sehr melodischen MOTÖRHEAD mit vernünftiger Stimme und dem Debütalbum von THE ROXX.

Eine mehr als willkommene Abwechslung die von DOUBLE CRUSH SYNDROME geliefert wird, so macht das Hören von Hard Rock mit einer nicht perfekten Produktion einfach nur Spaß. Abzug gibt es in der B-Note nur durch den Umstand das die Party nach nur 33.5 Minuten viel zu schnell vorüber ist.

„It’s A Trap“ ein moderner Rocker mit leichter Punk Attitüde, „Rome“ lässt sich gut hören. „Death Disco“ ein grooviger Rocker mit geilem Basslauf der auf ganzer Linie überzeugt und reinhaut wie Sau, „Mercury In Retrogade“ geht mit dem Kopf voran durch jede noch so dicke Wand. „Until One Of Us Dies“ trotz des Titels eine gute Laune Nummer, „Mover And Shaker“ eine eingängige Nummer die im Refrain traumhaft zulegen kann. „Ain’t It Funny“ hier kann Slick beweisen das er nicht nur den Bass beherrscht sondern auch ganz gut singen kann, „Mi Corazon Slavaje“ ein saugeiler Rocker mit spanischem Text. „Free Hugs For Dictators“ ein flotter Punk Rocker, „Off With Her Head“ hier geht der Bass volle Kanone durch die Schädeldecke.

Balle

FEMME FATALE – Femme Fatale (Deluxe Edition) (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Waiting For The Big One
02. Falling In And Out Of Love
03. My Baby’s Gun
04. Back In Your Arms Again
05. Rebel
06. Fortunge And Fame
07. Touch And Go
08. If
09. Heat The Fire
10. Cradle’s Rockin’
11. It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)
12. Chains
13. Lady In Waiting
14. Till It’s Shot

Spielzeit: 56:47 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: MCA Records – VÖ: 1988 – Page:

Man schrieb das Jahr 1988 und eine Femalefronted Melodic / Hard Rock Band aus den USA stellten sich an die Welt zu erobern. Dieses Unterfangen gelang auf mittlerer Ebene, in manchen Kreisen konnten FEMME FATALE einen gewissen Status erreichen, für den ganz großen Megaseller reichte es allerdings nicht.

FEMME FATALE brachte es auf einige Singles und zwei veröffentlichten Alben, wobei Album #2 aus Demos und Live Aufnahmen aus dem letzten Jahrhundert besteht, auf dem der Sound ein unter utopisches Niveau erreicht und besser in irgend welchen Archiven verschwunden wäre. Angeführt wurden FEMME FATALE von dem blonde Schnuckelchen Lorraine Lewis am Mikrofon, dazu kamen noch Bill D’Angelo an der Leadgitarre, Mazzi Rawd an Gitarre und Keyboards, Bassist Rick Rael und Drummer Boby Murry. Die Backing Vocals übernahmen die Bandmitglieder, von denen mir nach FEMME FATALE nichts mehr bekannt ist, außer von Lorraine die sich eher mäßig an einer Solokarriere versuchte und einige Jahre Frontfrau bei den Mädels von VIXEN war. Aus dem Schnuckel von damals ist im Laufe der Jahre eine Reife Frau mit knappen 70 Jahren geworden und der Glanz der Vergangenheit ist verblasst. Und man weiß ja wie verrückt die OP-Manie in den USA ist, vielleicht haben die eine oder andere OP mehr geschadet als genutzt. Aussehen ist ja bekanntlich Geschmackssache, aber es ist eine Genugtuung zu sehen das es nicht nur Normalos mit dem altern so geht sondern auch bekanntere Musiker*innen genauso. Also widmen wir uns der Mucke von FEMME FATALE. Lorraine hat eine sehr kräftige Stimme die eine gehörige Portion Dreck mitbringt und dadurch sehr gut mit dem Sound der Band harmoniert. Die Gitarren geizen nicht mit Riffsalven, verlieren sich aber nicht in unnötiger Selbstbeweihräucherung und spielen äußerst Sachdienlich. Die Keys spielen im Vergleich zu den Gitarren eine Nebenrolle und sind nur in ruhigen Momenten voll auszumachen. Der Bass zieht seine Bahnen in der zweiten Reihe und die Drums spielen zwar auffällig auf ohne sich dabei aufzudrängen. Die Produktion könnte Feintuning vertragen, ansonsten alles paletti.

FEMME FATALE kamen zu einer Zeit in der anständige Rockmusik noch nicht verbannt war, und das kann man deutlich hören, ab und an gibt es mal einige Experimente und Koketierungen um die Genregrenzen zu verschieben. Dies gelang auch auf eine ordentliche Weise, so wurden auch Elemente aus Glam und Sleaze Rock in den Stil eingebracht. Vergleichen kann man FEMME FATALE mit damals angesagten Bands aus dem selben Genre wie, HEART, LEE AARON, VIXEN, DEVAY, BON JOVI, HELIX, kräftigere HONEYMOON SUITE, ALIAS, RATT, ASPHALT BALLET ohne Bikerfeeling, AXE, BATON ROUGE, BEGGARS & THIEVES, BRIGHTON ROCK, CINDERELLA, DANGER DANGER und wie sie sich nicht alle nannten. Das gleichnamige Debütalbum von FEMME FATALE bediente die selbe Klientel wie die erwähnten Vergleiche nicht mehr und nicht weniger.

FEMME FATALE brachten 1988 mit ihrem Debüt ein für damals zeitgemäßes Album auf den Markt, dass weder Vergleiche scheuen noch sich hinter den ganz großen Namen verstecken musste.

„Waiting For The Big One“ ein cooler Melodic Rocker mit viel Potential, „Falling In And Out Of Love“ eine Hymne mit dem meisten Kick in den Hintern, wurde auch mit einem Major Label Video belohnt – hätte auf den vorderen Plätzen der Charts landen können. „My Baby’s Gun“ ein kräftiger Hard Rocker, „Back In Your Arms Again“ geht mit viel Melodie sehr gut ins Ohr. „Rebel“ eine für diese Zeit typische Ballade die es in die Charts schaffen sollte, „Fortunge And Fame“ ein Hard Rocker der alles plättet was nicht auf Seite geht. „Touch And Go“ es wird melodisch drauf los gerockt, „If“ die nächste Hymne die mit traumhaft geilen Gesangharmonien kommt. „Heat The Fire“ Hard Rock in seiner reinsten Form, „Cradle’s Rockin’“ geht die Sache wieder harmonischer an. „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)“ AC DC mal mit dicken Eiern einer Frau, „Chains“ ein Melodic Rocker der auch auf dem Soundtrack zum Film Don’t Tell Mom The Babysitter’s Dead zu finden ist. „Lady In Waiting“ ein mehr schlecht als recht klingender Hard Rocker, „Till It’s Shot“ bei dem Demo zeigte sich die Qualität von FEMME FATALE.

Balle

BOYS FROM HEAVEN – The Wanderer

Trackliste:

01. I’ll Wait
02. Hotline
03. Hold Your Heart
04. Street Life
05. Say Goodbye
06. How Long
07. Eileen
08. I Will Never Let You Down
09. Time Is On Our Side
10. Till The Bitter End

 

Spielzeit: 42:00 min – Genre: AOR – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/boysfromheavenmusic

 

So nun sind nach TURN BACK TIME die Dänen von BOYS OF HEAVEN an der Reihe. Die Band schaffte es mühelos sich mit ihrer EP und den beiden Vorgängern erfolgreich vor mir zu verstecken, dies änderte sich mit „The Wanderer“ schlagartig. Als ich den ersten Durchgang mit den Jungs machte war ich ein wenig enttäuscht weil es nicht meiner Vorstellung entsprach. Erst ab Durchgang zwei besserte sich dieser Zustand und ab Durchgang drei offenbarte sich mir die volle Breitseite BOYS FROM HEAVEN und ich erkannte die Feinheiten des Albums. Da ich die Vorgänger nicht kenne, kann ich auch nichts über Änderungen schildern und gehe deshalb jungfräulich an dieses Album ran.

Zu den BOYS gehören Chris Catton am Mikrofon, Mads Schaumann an den Gitarren, Mads Noyé an Keyboards, Jonas Klintsträm Larsen an Saxophone und Søren Viig Mathiesen an den Drumsticks. Chris besitzt eine angenehme und feine Stimme die von der Range bestens zum AOR der Band passt. Dabei klingt er weder zu vorlaut noch schmalzig, einfach gesagt passend zum AOR. Die Gitarren und das Keyboard gehen es wie ein gleichberechtigtes Paar an bei dem keiner meint er müsse den anderen unterbuttern. Der Einsatz des Saxophons bringt eine warme und abwechslungsreiche Stimmung mit. Der Bass agiert dezent aus der zweiten Reihe, der Drumstickschwinger hält sich vornehm zurück um die Harmonie nicht unnötig in Unruhe zu versetzen.

Die BOYS FROM HEAVEN haben es mit ihrem Sound drauf eine ganzer Reihe Erinnerungen an AOR Bands der Vergangenheit aber auch der Gegenwart zu wecken. Weder als Abklatsch noch als Klon bewegen sich die Dänen auf einer Welle mit sehr guten Songs und AOR Sound. Beim hören fallen einem so Vergleiche wie QUARTERFLASH, BOULEVARD, BEAU COUP, BEAU GESTE, CHARLIE, THE LOOK, BITE THE BULLET, 8084, ADRENALIN und der Leichtigkeit von TOTO ein. Aber auch skandinavische Vertreter wie ALIEN, BAD HABIT, CAPTAIN BLACK BEARD, CARE OF NIGHT, CODE RED, CREYE und CRUZH kommen als Vergleiche in betracht. Vielleicht kommt mir aus diesem Grund so einiges auf „The Wanderer“ seltsam bekannt vor, was nicht als Nachteil gesehen sollte, sondern vielmehr als Kompliment an die Band.

Die BOYS FROM HEAVEN ziehen auf „The Wanderer“ alle Register die der AOR zu bieten hat und können bei jedem weiteren Durchgang bei verdammt gute Stimmung an Qualität zulegen.

„I’ll Wait“ ein cooler und eingängiger Rocker für jede Situation, „Hotline“ und gleich der zweite Rocker in Folge der überzeugen kann. „Hold Your Heart“ ein vom Gefühl getragener Rocker, „Street Life“ ein AOR Kracher mit Hammond Feeling. „Say Goodbye“ hier reiten die Jungs auf einer Gefühlswelle Richtung Sonnenuntergang an die Westcoast, „How Long“ ein sehr gut hörbarer Song. „Eileen“ erinnert an einem Happy Feel Good Soundtrack, „I Will Never Let You Down“ hätte sich sehr gut auf dem Soundtrack von The Lost Boys aber auch Zurück In Die Zukunft gemacht. „Time Is On Our Side“ hier kommt die volle Dröhnung Drama auf den Hörer zu, „Till The Bitter End“ eine starke Ballade.

Balle

TURN BACK TIME – Maybe Tomorrow

Trackliste:

01. Dancing In The Rain
02. Turn Back Time
03. Maybe Tomorrow
04. Faith
05. Into The Light
06. Jennie In Love
07. High
08. Girl Goodbye
09. Don’t Offend Me
10. Josephine

 

Spielzeit: 47:36 min – Genre: AOR – Label: Good Time Music – VÖ: 29.05.2026 – Page: www.facebook.com/Turnbacktimemusic

 

TURN BACK TIME so What the F.ck ist das schon wieder? Bei TURN BACK TIME handelt es sich um ein schwedische Band deren Mainmen aus Christer Green und Henrik Svedberg bestehen. Beide schrieben zum Großteil die Songs und bedienten die Instrumente auch zum Teil selbst.

Neben Christer an Gitarren, Bass und Keyboards, sowie Henrik an den Keyboards und Vocals bei Song 7 wurden beide von den Sängern Ronnie Hagstedt (Tracks 1, 4, 5, 6, 8, 10), Peder Lundgren (Tracks 2, 3, 7, 9), Morgan Lansford am Bass und Mr. Easy an den Drums unterstützt. Ronnies Stimme befindet sich in den mittleren Lagen, während Peder ein wenig dunkler und rauer klingt und bei Henrik hat man das Gefühl als wenn Peder die Vocals auch übernommen hat, da ist nicht hörbar ob Henrik die Vocals übernommen hat. Die Gitarren machen das was sie sollen und wofür sie gebaut werden, sie sorgen mit ihrem angenehmen Grundton für das richtige Riffing. Die Keys kommen wie man es von AOR Bands gewohnt ist mal als Keyboard, Orgel, Fanfare oder Piano ausgeführt. Der Bass gibt im Hintergrund ordentlich Gas und die Drums halten sich zurück und spielen nicht so auffällig auf.

Da das Songwriting auf die 1980er zurückzuführen ist, Christer und Henrik Live bis in die frühen 90er spielten ist es kein Wunder das die Mucke auch diesen unwiderstehlichen 80er Jahre Touch besitzt und das Feeling von damals problemlos in die Gegenwart transportiert. Zu hören gibt es 80er Like AOR mit skandinavischen Charme und einem schielenden Auge über den Atlantik in die USA und Kanada.

Vergleichen kann man TURN BACK TIME mit TOTO, SURVIVOR, PRISM, 101 SOUTH, sowie den Schweden TOMMY DENANDER, ALIEN, BAD HABIT und WORK OF ART mit einer Extraportion TOTO. Herausgekommen ist ein Album das jeden Anhänger der genannten Bands und Genre gefallen sollte.

Ein solides und gutes Album das TURN BACK TIME an den Start bringen, allerdings besitzen BOYS FROM HEAVEN mehr Biss und sind deshalb auch eine Nasespitze in der Bewertung um einen halben Punkt vorne.

„Dancing In The Rain“ ein flotter Opener der das Album einleitet, „Turn Back Time“ es bleibt flott und melodisch. „Maybe Tomorrow“ hier schimmern die gefühlvollen ALIEN voll durch, „Faith“ das Tempo geht wieder hoch. „Into The Light“ ein erstes richtiges Highlight, „Jennie In Love“ hier gibt es skandi TOTO in Reinkultur. „High“ geht fast als Hit durch, „Girl Goodbye“ hier kommt die volle Dosis TOTO Drama zum Einsatz. „Don’t Offend Me“ geht gut ins Ohr, „Josephine“ besticht in seiner Machart ohne Zweifel zu hinterlassen.

Balle

DAN BYRNE – This Is Where The Show Begins

Trackliste:

01. Saviour
02. She’s The Devil
03. Praise Hell
04. Sober
05. Cherry & Leather
06. Death Of Me
07. Temple
08. Pulling Me Under
09. Hat Me
10. Home

 

Spielzeit: 39:55 min – Genre: Classic / Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/danbyrneofficial

 

Heute erscheint das Solodebüt von einem der heißesten Eisen im Feuer der britischen Sangesbarden DAN BYRNE. Ich kenne DAN vom letzten gleichnamigen MARTY AND THE BAD PUNCH Album auf dem er seine Stimmbänder in Schwingungen versetzt hat, dort im PUNCH hat er einen fabelhaften Job abgeliefert. MARTY sollte schauen das DAN weiterhin zu seiner Crew gehört, denn was dort zu hören ist, ist schon aller Ehren Wert.

Leider ist im Promosheet nicht ersichtlich wer DAN auf dem Album unterstützt hat, im Internet lässt sich auch nicht aussagekräftiges finden also belassen wir es mit DAN am Mikro. Vielleicht einige Frontiers Hausmusiker oder woran ich nicht denken möchte das sogar KI im Spiel ist. Musik ist eine Gefühlssache und sollte dies auch bleiben und nicht durch kalte Nullen und Einser Algorithmen erzeugt werden. Musik soll von einem genialen Kopf aus Fleisch und Blut geschaffen werden und nicht von Programmen. Im Zweifel für den Angeklagten, also gehen wir mal von echten Musikern hinter den Tönen aus. DAN besitzt eine Stimme die alles andere ist, nur nicht unangenehm, er befindet sich meist in der mittleren Tonlage, geht auch schon mal höher ohne den Nervfaktor zu aktivieren. Er beherrscht auch raue und dreckige Töne, was er eindrucksvoll zeigt. Die Vocals werden auch in den richtigen Momenten von mehrstimmigen Backing Vocals unterstützt. Die Gitarren machen es interessant, entweder voll auf Krawall aus, oder gefühlvoll, hier gibt es alles was Spaß macht. Die Tastenabteilung ist sehr dezent am Start und kommt nur in den Vordergrund wenn sich die Gittis zurück halten. Piano Klänge gibt es auch schon mal was Abwechslung mit bringt. Der Bass ist weder Hintergrundbeschallung noch Rabauke, die Drums sind dafür auffälliger und sorgen für das Taktgefühl. Die Produktion schwächelt an den Becken ein wenig, da könnte mehr Dynamik drin stecken, ansonsten nichts zu Meckern.

Der Stil auf „This Is Where The Show Begins“ wandelt zwischen gefühlvollen Classic / Hard Rock über leicht dreckigen Hard Rock bei dem aufs Gaspedal gedrückt wird bis hin zum Modernen Rock. Eine echt köstliche Mischung von Songs die DAN vorlegt, seine Stimme macht dabei viel vom Reiz des Albums aus. Vergleichen kann man mit MARTY AND THE BAD PUNCH, modernen BAD COMPANY, D-A-D von der Nordseeinsel mit Tasten, härtere FM, LONERIDER und KING KING ohne Blues Anteil. Eine sehr frische Tinktur die mehr kann als es sich liest.

Abzug gibt es in der B-Note, da sich das Album unterhalb – nur knapp aber immer noch darunter – der 40 Minuten Marke befindet. Ansonsten anständige Rock Mucke die nicht unbedingt für die Tanzfläche geeignet ist, sich aber sehr gut anhört und Klassik mit der Moderne verbindet.

„Saviour“ ein recht kräftiger Einstieg, „She’s The Devil“ ein saugeiler catchy Rocker. „Praise Hell“ hier fährt DAN auf der Classic Rock Schiene, „Sober“ in den Strophen atmosphärisches Gefühlsmonster, während im Refrain der Punk abgeht. „Cherry & Leather“ ein Hard Rocker der im Refrain mit dunklen Gitarren Drama erzeugt, „Death Of Me“ fängt fast wie ADELEs „Hello“ an, bringt aber einen kleinen Schuss Blues mit, der Refrain ist von kräftiger Natur und erinnert dabei an Alternative Mucke. „Temple“ das Gefühl übernimmt in den Strophen die Oberhand bis das Ganze in einem gigantischen energiegeladenen Refrain gipfelt, „Pulling Me Under“ wildert im 80er Hard Rock mit modernen Elementen vermischt. „Hat Me“ ein Monstersong der sofort überzeugt und viel Potential mitbringt, „Home“ glänzt mit epischen Momenten.

Balle

FATAL VISION – Four Sides To Every Story

Trackliste:

01. Girl Against The World
02. All That Glitters
03. Run With Me
04. Turn Around
05. No More Tears To Cry
06. If This Is Who You Are
07. Maybe Someday
08. Out Of The Blue
09. After All These Years
10. Do You See Me
11. Every Time I Think Of You
12. Too Close To The Sun
13. Fly
14. The Best Is Yet To Come

Spielzeit: 77:15 min – Genre: Arena Rock – Label: Escape Music – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/fatalvisionband

 

Der kanadische Vierer von FATAL VISION haut heute ihr viertes Album raus, auf den drei Vorgängern konnte die Band einiges an Staub aufwirbeln. Viertes Album und das dritte Label mit Escape Music im Rücken, ob jetzt der Durchbruch gelingt bleibt abzuwarten, das Potential besitzt die Truppe.

Den Hauptkern von FATAL VISION bilden seit Album #1 Simon Marwood am Mikro, Juan Miguel Gomez Montant an den Gitarren, Andrew Burns am Bass und die Drumsticks schwingt Alex Wickham. Als Gäste sind namhafte Musiker wie Jeff Scott Soto, Harry Hess, Paul Laine, Alessandro Del Vecchio, JK Northrup, Michael Shotton, Marc LaFrance, Christine Corless als Duettpartnerin und Backround und noch ein paar mehr zu hören. Simon besitzt ein Stimme die angenehm und warm klingt ohne sich aufdrängen zu wollen, einfach zum stundenlang zuhören geeignet. Bei Bedarf kommen mehrstimmige Chöre um Simon auf ein sehr hohes Podest zu hieven. Die Gitarren drängen sich auch nicht in den Vordergrund, sondern beweisen echte Teamplayer Qualitäten. Die Tasten werden entweder als dezentes Keyboard oder Piano genutzt um mit den Gitarren ein Rundes Bild abzugeben. Der Bass spielt in der selben Liga wie die Gitarren und Tasten, die Drums sorgen dann für den Takt ohne dabei zu weit nach Vorne oder Hinten gemischt zu sein. Der Produktion fehlt in manchen Frequenzen der Biss, sonst befindet sich fast alles im grünen Bereich.

Stilistisch bewegen sich FATAL VISION irgendwo zwischen AOR und Melodic Hard Rock ohne dabei zu stark in eine Richtung zu tendieren, man trifft sich im Niemandsland der Mitte beider Genres. Gelegentlich werden Progelemente mit in den Sound eingestreut um die ganze Sache Interessanter zu gestalten. Beim Hören fallen einem dann so Bands wie PRISM, WHITE VISION, AIRKRAFT, ALIAS, RENEGADE (CAN), HONEYMOON SUITE, TOQUE, LOVERBOY, SANTERS und WHITE HEAT ein, denn genau an diese Schnittmenge erinnern FATAL VISION mit ihrer an den 80ern angelehnte Mucke.

FATAL VISION bieten auf ihrem Album #4 mit einer Laufzeit von knappen 80 Minuten ordentlich Value for Money.

„Girl Against The World“ legt gleich mal flott und stark los, „All That Glitters“ Gefühl trifft auf leichte Progelemente, „Run With Me“ eine AOR Granate die mitten im Trommelfell explodiert, „Turn Around“ das Gefühl steigt steil an. „No More Tears To Cry“ so ein für nordamerikanische Bands typischer Arena Rocker, „If This Is Who You Are“ leichter Prog trifft auf spaciges Keyboard. „Maybe Someday“ erinnert an intensiv im Melodic Rock getunkte GLASS TIGER, „Out Of The Blue“ WHITE VISION ist der Papa dieses Kindes und SANTERS die Mutter. „After All These Years“ eine Ballade und Duett mit zweiter weiblicher Stimme, „Do You See Me“ PRISM trifft auf HONEYMOON SUITE trifft auf WHITE HEAT. „Every Time I Think Of You“ eine weitere Ballade die mit zwei Stimmen kommt, „Too Close To The Sun“ ein starker Rocker mit Christine als Duettpartner. „Fly“ ein Arena Rocker mit viel Drama angereichert, „The Best Is Yet To Come“ HONEYMOON SUITE trifft auf RENEGADE.

Balle

ASPHALT VALENTINE – Strip Rock Roll

Trackliste:

01. Never Lose It
02. Dirty Little Secret
03. It’s Not Me
04. Hard Life
05. Love & Gone
06. Don’t Come Easy
07. Be Your Drug
08. Strip Rock Roll
09. Down To The Aces
10. On That Line
11. Bombshell

Spielzeit: 46:58 min – Genre: Hard Rock – Label: Chavis Records // Jamsync Music – VÖ: 2009 // 2010 – Page: www.facebook.com/asphaltvalentine/

Man schrieb das Jahr 2009 und das Debütalbum von ASPHALT VALENTINE erblickte über Chavis Records das Licht der Welt, ein Jahr später folgte noch eine Veröffentlichung auf Jamsync Music mit einem zusätzlichen Song drauf. Die Band brachte es 2013 noch auf eine EP „Into The Red“ und ein Album „Twisted Road“ 2020.

Zur Besetzung gehörten damals Joe Flynt am Mikrofon, Brett Ciaramella und Chris Meyer an den Gitarren, Scott Clark an Bass und Scozzy Valentine an den Drums. Die Backing Vocals wurden von Joe, Chris und Scott übernommen. Joes Stimme befindet sich in einer Tonlage die nicht nur ideal für Hard Rock ist, sondern auch sehr angenehm anzuhören ist, selbst wenn er mal hochgeht, er besitzt auch eine gute Portion Dreck in den Stimmbändern. Die Gitarren sorgen mit ihrer trockenen Spielweise für den richtigen Ton und setzen dabei nicht nur einen Glanzpunkt. Der Bass lässt sich nicht in den Hintergrund drängen sondern sorgt für eine dezent geniale Stimmung. Die Drums sind sehr energisch und brachial ausgeführt um die Band vor sich her zu jagen. Die Produktion klingt sehr trocken dabei aber nicht undynamisch.

Die fünf US Boys machten mit ihrem Debütalbum ein gewaltiges Fass auf, dieses Fass hat melodischen Hard Rock als Inhalt, der auf jeder Biker Party für Stimmung sorgen könnte und auch auf jeder normalen Party mit Rock Mucke. Die Jungs klingen zwar dreckig aber für Sleaze Rock nicht versaut genug, obwohl die Texte eher für Erwachsene gedacht sind. Um einen groben Vergleich zu ziehen nimmt man ASPHALT BALLET, BACKBONE SLIDE, BAD4GOOD, BUCKCHERRY, geht über CINDERELLA zu der COMPANY OF WOLVES, DIRTY RHYTHM, KICKIN VALENTINA, SCARECROW nach SHANGHAI, fliegt über die SHARK ISLAND und landet schlussendlich bei SKIN & BONES. Alles Kombos die verdammt geile Songs auf ihren Alben veröffentlicht haben aber nie die große Anerkennung dafür einheimsen konnten. Leider auch im Fall von ASPHALT VALENTINE, die ein geiles Debüt an den Start brachten aber nicht aus dem Quark kamen.

ASPHALT VALENTINE veröffentlichten ein Debüt das es in sich hatte und alles mitbrachte was es für ein anständiges Hard Rock Album brauchte.

„Never Lose It“ ein cooler Einstieg mit viel Druck und Drive, „Dirty Little Secret“ ein rotzfrecher Abgehrocker der auf jeder Party für beste Laune sorgen sollte. „It’s Not Me“ ein melodischer Rocker der auf den Putz haut, „Hard Life“ flott geht die Party weiter. „Love & Gone“ hier ist er, der ultimative Superhit, der einem einen kalten Schauer den Rücken runter jagt, die Gitarren rasieren hier alles was im Weg steht, „Don’t Come Easy“ der nächste Rocker der dem Hörer einen Tritt versetzt. „Be Your Drug“ das Gaspedal nähert sich dem Bodenblech, „Strip Rock Roll“ Charme trifft auf Dreck. „Down To The Aces“ und es geht munter weiter mit der treterei, „On That Line“ es wird mit Blues Note gerockt und rollt, „Bombshell“ zum Abschluss hauen einem ASPHALT VALENTEIN noch die Klüsen eckig.

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