GUN – Hombres

Trackliste:

01. All Fired Up
02. Boys Don’t Cry
03. Take Me Back Home
04. Fake Life
05. Falling
06. You Are What I Need
07. Never Enough
08. Don’t Hide Your Fears Tonight
09. Lucky Guy
10. A Shift In Time
11. Coming back To You (Deluxe Edition Bonus Track)
12. Wrong To Be Right (Deluxe Edition Bonus Track)
13. Pride (Deluxe Edition Bonus Track)

Spielzeit: 47:08 min – Genre: Hard Rock – Label: Cooking Vinyl – VÖ: 12.04.2024 – Page: www.facebook.com/gunOfficialUK

 

Im April kehrten die britischen Rocker von GUN mit ihrem neunten Studioalbum zurück. Wenn es um GUM geht muss ich an deren ersten drei Alben „Taking On The World (1989)“, „Gullus (1992)“ und dem Überalbum „Swagger (1994)“ denken. GUN tauchten im Jahr 1994 auf meinem Radar auf, lief damals deren Smash Hit und CAMEO Cover „Word Up“ in ihrer charmanten Art auf Dauerrotation bei MTV, Radio und Discos, also besorgte ich mir damals das Album „Swagger“ und war gleich mal sehr erstaunt. Bot dieses dritte Album nicht nur „Word Up“ sondern fast jeder Song war ein Brecher und Hit, am meisten stechen auch Heute noch „Finde My Way“, „Don’t Say It’s Over“, „The Only One“ und der Hammersong „Seems Like I’m Losing You“ heraus. Erst Jahre später legte ich mir die beiden ersten Alben zu, die zwar auch Top waren aber nicht an das Dritte ran schnuppern konnten. Leider verlor ich die Band im Laufe der Jahre aus den Augen, erst als GUN bei uns in der Redaktionsliste auftauchten trug ich mich dafür ein um zu sehen was GUN im Jahr 2024 35 Jahre nach dem Debüt noch in Petto haben.

GUN im Jahr 2024 besteht aus Dante Gizzi am Mikrofon, Jools Gizzi und Tommy Gentry an den Gitarren, Andy Carr am Bass und Paul McManus am Schlagzeug. Man merkt das GUN schon eine gefühlte Ewigkeit im Musikzirkus unterwegs sind, die Songs wirken wie aus einem Guss und können überzeugen.

Gleich beim Opene „All Fired Up“ stellt sich eine Vertrautheit ein, kommt mir doch ungemein seit 30 Jahren bekannt vor und begleitet mich seit 1994 von Zeit zu Zeit wenn mal ein Song von GUN per Zufallswidergabe im Autoradio, der HIFI Anlage oder einfach eine CD auflegt, aus den Boxen bläst. Und dieser Opener macht eins deutlich klar, man hat es mit der britischen Institution zu tun, die es mühelos schafft coole Songs zu produzieren. Als ersten macht sich die Produktion bemerkbar, diese klingt in den Höhen künstlich, die Mitten und der Bass gehen voll in Ordnung. Auf „Hombres“ kommen trotzdem die Tugenden von GUN voll zum Tragen, die Boys von der großen Nordsee Insel haben es noch drauf und sind verdammt hungrig darauf zu rocken und dem Hörer etwas zu bieten.

Sollte jemand GUN nicht kennen, unbedingt mit dem dritten Album „Swagger“ anfangen und dann mit Album #1, #2 und wer will die zwischen dem dritten bis zum neunten, ich habe die anderen übersprungen was ich unbedingt nachholen muss. Denn was GUN auf „Hombres“ bringen ist nicht von schlechten Eltern, nicht das Level wie „Swagger“ aber sehr nahe dran. Die Produktion trägt zum positiven Eindruck bei, die Höhen hören sich zwar nicht sauber an, die Mitten und der Bass drücken dafür um so mehr. Und so meint man das „Hombres“ der direkte Nachfolger von „Swagger“ sein könnte.

Sind GUN im Jahr 2024 schlechter, ich würde nein sagen, die Band hat sich irgendwie weiterentwickelt. Die Jungs gehen nicht mehr mit einem jugendlichen Leichtsinn und Unbeschwertheit wie zu Anfang ihrer Karriere zu Werke, es hört sich alles mehr durchdacht, mit mehr Köpfchen und nicht nach der wilden Brechstange an. Schlecht waren GUN so wie es den Anschein hat nie, zumindest hinterlässt „Hombres“ diesen und dabei einen verdammt guten Eindruck. Die drei Bonüsse der Deluxe Edition haben es in sich.

„All Fired Up“ geht voll in die na ihr wisst schon was ich meine, bei „Boys Don’t Cry“ kommen sehr hohe Backing Vocals zum Einsatz die einen guten Kontrast bringen. „Take Me Back Home“ hier packen die Jungs die Rock N Roll Keule aus dem Sack, die Chöre erinnern an STATUS QUO, „Fake Life“ ein Rocker der sich gewaschen hat, erinnert mich an die ollen 70er Jahre. „Falling“ ein cooles Highlight, geht es besser, mmh fast nicht, „You Are What I Need“ erinnert wiederum an den Classic Rock der 1970er. „Never Enough“ ein Rocker wie er nur von GUN stammen kann, kommt mit viel Drama, „Don’t Hide Your Fears Tonight“ macht Spaß das Ding. „Lucky Guy“ hier muss ich irgendwie an IGGY POP denken, „A Shift In Time“ GUN fast auf einen Balladen Trip, cooler Song. „Coming back To You“ Rock N Roll wie er sein sollte, „Wrong To Be Right“ und wieder das Gefühl der 1970er Glamzeiten, „Pride“ ein typischer GUN Song der eingängig wie Sau ist.

Balle

TAROT – Glimpse Of The Dawn

Trackliste:

01. Glimpse Of The Dawn
02. The Winding Road
03. Leshy‘s Warning
04. Echos Through Time
05. The Harrier
06. The Vagabons’s Return
07. Dreamer In The Dark
08. Heavy Weights The Crown

 

 

Spielzeit: 41:48 min – Genre: Classic Rock – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 12.04.2024 – Page: www.facebook.com/tarotaus

 

Album Nummer vier „Glimpse Of The Dawn“ der australischen Classic Rocker steht an. Mir war TAROT vor diesem Album kein Begriff bis das Album „Glimpse Of The Dawn“ in der Liste von Veröffentlichungen auftauchte, also einfach mal überraschen lassen und hören was aus den Lautsprechern blubbert oder auch nicht.

Zur Band gehören Will Spectre an Gesang und Gitarre, Felix Russell ebenfalls Gitarre, Dave Harrington-George der Mann für den geilen Retro Hammond Sound, David Walsh am Bass und The Hermit und echt kein Kermit an den Drums. Die Musiker sagen mir rein gar nichts da ich mit den Vorwerken und der Band überhaupt noch keine Berührungspunkte hatte, dass sich sehr schnell ändern kann wenn die Mucke was kann.

Was auf „Glimpse Of The Dawn“ als erstes auffällig ins Auge sticht, ist die erfreulich lange Laufzeit von knapp unter 42 Minuten und das bei nur acht Songs. Ein Song knapp über 2, zwei mit über 4, drei mit über 5, einer über 6 und der letzte über 7 Minuten ist eine echte Ansage an die Bands die sich kurzhalten. Was kann der Hörer von TAROT in den knappen 42 Minuten erwarten? Ich sach mal so, es kommt schweinegeiler Classic Rock der Duftmarke the one and only RAINBOW, TOPAS, STRAIGHT SHOOTER und den frühen ALCATRAZZ aber auch ein wenig was von MINDSTORM beim Riffing und somit volle Breitseite auf den Hörer zu. Wer auf die erwähnten steht und Hammond sowie Retro Orgel Sound steht wird auf TAROT und „Glimpse Of The Dawn“ voll abfahren.

Kann man TAROT als Klon, Abklatsch oder gar Kopie der erwähnten nennen, das liegt im Auge des Betrachters, oder besser gesagt im Ohr des Zuhörers. Entweder man mag diese Stilrichtung oder nicht, ich komme sehr gut mit der Mucke zurecht, und ich bin froh mal wieder so richtig klassischen Rock aus den Anfängen der 70ern zu hören, den so warme Klänge wie von einer Hammond kommen ist einfach nur traumhaft und sollte jedem liegen der diese Zeit miterlebt hat. In der Zeit als DEEP PURPLE, BLACK SABBATH, THE SWEET, GARY GLITTER, SLADE und URIAH HEEP in aller Ohren waren, den Weg für die folgenden Künstler ebneten, RAINBOW ab Mitte dieses Jahrzehntes ihren Siegeszug mit Ritchie Blackmore und Ronnie James Dio antraten, voll abräumten und die damals die Messlatte so hoch gesetzt haben die selbst bis heute noch nicht gerissen werden konnte. Genau danach klingen TAROT mit „Glimpse Of The Dawn“, mir bleibt hier keine andere Wahl als volle Hütte und mit 10 Punkten zu bewerten. Besser kann man Classic Rock im Jahr 2024 bestimmt nicht auf Tonträger bringen. Lasst euch ein Highlight der Rockmusik auf keinen Fall entgehen, TAROT sind die neuen Meister des Faches. Nicht vom Cover abschrecken lassen das Mucke aus der Psychedelic oder Progressive Ecke vermuten lässt.

„Glimpse Of The Dawn“ wie geil ist das den, ich glaube ich bin irgendwo in den 70ern gelandet Orgel und Hammond Sounds soweit die Ohren hören, „The Winding Road“ der toppt den Opener gleich mal um Längen. „Leshy‘s Warning“ hier muss ich an TOPAS mit ihrem 1980er Album denken, „Echos Through Time“ echt jetzt, sind RAINBOW zurück oder wie, was für eine geile Hook. „The Harrier“ ein stimmiges Instrumental und Intro für „The Vagabons’s Return“ bester Classic Rock, der nicht besser sein könnte. „Dreamer In The Dark“ was solls das nächste Highlight haut mir die Hucke voll, „Heavy Weights The Crown“ stammen RAINBOW und Co neuerdings aus Australien, cool, cooler, am coolsten TAROT rocken das Ding.

Balle

NIGHT PLEASURE HOTEL – Portraits

Trackliste:

01. Niko
02. Just This Once
03. We Say Goodbye
04. Walking Through The Horizon
05. You And I
06. Sweet Melodies Of Rain
07. Shivers
08. What I Feel
09. Julia
10. Suddenly
11. For You
12. Quella Sera

Spielzeit: 60:30 min – Genre: AOR – Label: Art Of Melody Music – VÖ: 31.05.2024 – Page: www.facebook.com/NPHotelBand

 

Upps, NIGHT PLEASURE HOTEL, noch nichts von gehört, die Band will mit ihrem Debütalbum „Portraits“ ein Stück vom Kuchen abhaben. In der Promoinfo als brandneue AOR Sensation aus Bella Italia angekündigt geht es in eine Stunde Rockmusik. Mit von der Partie sind Alex Mari am Mikrofon, Gitarre, Bass und Keyboards, Sebastiano Barbirato an Gitarre und Bass sowie Gianluca Pisana an Drums und Piano. Und eins vorweg das Trio hat es gewaltig hinter den Ohren.

Die Produktion klingt zwar ein wenig steril, geht aber trotzdem als gut bis sehr gut durch. Empfohlen werden NIGHT PLEASURE HOTEL für Fans von SURVIVOR, FOREIGNER, PRISM und TOTO, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Bei PRISM und TOTO gehe noch mit, die beiden Anderen weniger. Ich würde sogar noch EYE, HIT THE GROUND RUNNIN‘, BLANC FACES und FIND ME hinzunehmen, bei den beiden Letzt genannten liegt der Punkt mit der größten Überschneidung. Die Stimme von Alex hat eine starke Ähnlichkeit mit der von Robbie LaBlanc aber auch ein wenig John Harrison (EYE). Die Band klingt so gar nicht nach Italien, sondern es kommt US AOR aus den Boxen der sich an einigen der besseren orientiert und ihre Sache verdammt gut machen. Die Gitarren gehen in Ordnung, für mich ein bisschen zu zurückhaltend und brav, die Keyabteilung macht auch eine sehr gute Figur, der Drummer hat auch einiges auf dem Kasten, ich habe nur irgendwie das Gefühl das man es gelegentlich mit einer Blechkiste aus der Technikabteilung zu tun zu haben.

Das Trio macht hier normal alles richtig, es wird gerockt, die Tränen fließen auch des Öfteren, für manchen vielleicht zu oft, es könnten auch zwei Rocker mehr sein. Für mich ein zu Zahm, nicht schlecht sondern zu brav, nett und lieb. Ich vermisse hier ein wenig mehr Mut hin mit ein paar dezenten Genreübergreifenden Blicken hin zum Hard Rock der ein wenig Dreck mitbringt. Schlecht ist der AOR aus dem Land des Stiefels nicht, ich wüsste auch nicht wo ich den Rotstift ansetzen könnte. Das Gefühl des Drum Computers reicht nicht um einen Punktabzug zu rechtfertigen. Hier kommt anständiger AOR der ebenso produziert wurde aus den Boxen und damit ein sehr großes Basta. Italien kann nicht nur auf Strandurlaub, Antike Stätten, berühmte Städte wie Venedig, Rom, Florenz, Mailand, den Lago di Garda, Pasta, Pizza und Frutti di Mare stolz sein sondern auch auf eine nagelneue Band die den Namen NIGH PLEASURE HOTEL trägt. Beim nächsten Mal bitte mehr Mut und nicht soviel Drama.

„Niko“ ein perfekter Start in ein AOR Album, „Just This Once“ der perfekte AOR Song. „We Say Goodbye“ eine Ballade bis zur Mitte nur mit Gesang und Klavier, ab der Mitte geht das Ding mit allem ab, „Walking Through The Horizon“ nicht schlecht aber man denkt wann geht es so richtig los. „You And I“ hier wird wieder mit mehr Energie gearbeitet, „Sweet Melodies Of Rain“ ein traumhafter Song für den Sonnenuntergang am Meer. „Shivers“ fängt lahm an und steigert sich im Verlauf, „What I Feel“ kommt mit viel Drama, sehr viel Drama. „Julia“ hier meint man fast ein verschollener Song von PRISM läuft gerade im Radio, „Suddenly“ hier wird das Drama auf die Spitze getrieben. „For You“ hier wird mutig mit Reggae gearbeitet allerdings mit Drama, „Quella Sera“ eine Powerballade auf Italienisch, stark gemacht das Teil.

Balle

BLACK DIAMONDS – Destination Paradise

Trackliste:

01. Through Hell And Back
02. After The Rain
03. Everyday Heroes
04. Bottoms Up
05. Only For A While
06. Valley OF The Broken Hearted
07. Rock N’ Roll Is My Religion
08. Nothing’s Gonna Keep Me From You
09. From The Ashes
10. Leave A Light On
11. Yesterday’s News
12. Paradise
13. Run With Us

Spielzeit: 50:29 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Metalapolis Records – VÖ: 31.05.2024 – Page: www.facebook.com/BlackDiamondsRock

 

Album #5 der Schweizer Chaosrocker BLACK DIAMONDS steht kurz vor der Geburt. Mal sehen ob es zu Nachwehen kommt oder gleich in den Olymp geht. Album #1 war Soundtechnisch nicht gerade der Burner, die Songs hatten potential, auf Album #2 „Perfect Sin“ fing der Wahnsinn langsam an zu brodeln. Es folgte 2017 das dritte Album mit dem Titel „Once Upon A Time“ auf dem der helle Wahnsinn bis Unterkannte Oberlippe stand, den Vogel schossen die Eidgenossen allerdings mit Album #4 „No-Tell Hotel“ ab, ab da sprengte der pure Rock N Roll Wahnsinn die Schädeldecke weg. Das vierte Album war ein Feuerwerk der Chaotischen Chaostheorie in Quadrat-Siebenmeilenstiefeletten und überrollte den Hörer mit einem Donnerwetter das sich gewaschen hat. Es folgte noch „Floor 13“ mit Bandeignen Cover- oder Liveversionen, die Jungs haben sogar so dicke Klöten GARY MOOREs „Out In The Fields“ und DIOs „Rainbow In The Dark“ mit Schweizer Charme zu versehen ohne dabei den Loser zu geben.

Und nun steht der neueste Brainwasher vor der Haustür, mal sehen ob das Wahnsinnsspektakel ein solches wird oder ob die Band einen Abfall in der Leistungskurve hat. Zu den geschminkten Bubis gehören Mich Kehl Gesang und Gitarre, Chris Blade Johnson Gitarre, Keyboard und Klavier, Andi Barrels an Bass, Keyboards und Gesang bei zwei Songs sowie das Tier an den Sticks den Arschaufreißer Manu Peng, der mehr draufhat als ein laues Karnevals Knallfröschen. Als Special Guest ist David Balfour von MAVERICK auf einem Song als Mikrofonschwinger zu hören.

Schon der erste Song „Through Hell And Back” kickt ordentlich und lässt keinen Zweifel daran das die Jungs mit dem neuen Album hoch hinaus wollen! So wie es aussieht hat Europa zwei neue Speerspitzen des Rock N Roll im Olymp zu bieten, eine davon hört auf den Namen BLACK DIAMONDS, die andere folgt noch. Da hat sich Metalapolis mit den DIAMONDS einen sehr großen Fisch ins Boot geholt. Wie soll es sein saugten die Eidgenossen doch mehr oder weniger die Schweizer Bergluft mit der Muttermilch ein, die so Ingredienzen wie GOTTHARD, KROKUS, SATROX, CHINA, EMERGENCY, GENOCIDE später dann SIDEBURN, D.D. DOGS, ALLISON, BLUE 46, bei SHAKRA müssten die Protagonisten schon im Pickelalter gewesen sein, enthielt. Was soll der Geiz, die Schweiz steht mit seiner Vielzahl an Bands für Rock N Roll und das wird hoffentlich noch sehr lange so bleiben.

Vergleichen kann man eigentlich mit den einzigen BLACK DIAMONDS sowie nicht ganz so düster klingenden BEN SOLLBERGER PROJECT hier SATROX und CHINA da, mit dem Dreck der anderen Bands. Und fertisch ist der Sound von BLACK DIAMONDS der mit Vollgas an die Spitze rast, da muss Winnetouchs Jaqueline von der Raserei kotzen. Michs Stimme hat so einige Ziggis und Lagerfeuer Whiskeys intus und überzeugt ohne schwächen zu zeigen. Die Gitarren hauen einem den Brei aus der Birne, die Keys unterstützen nach Maß, der Bass von Andi wummert laut vor sich hin und Manu spielt das Tier an den Fellen. Das Gesamtbild ist vorbildlich und kann als Top Leistung gewertet werden. Denn nur so macht Mucke Spaß, obwohl die Jungens die 80er nicht selber miterlebt haben bieten sie eben solche Songs die ohne Probleme aus diesem Jahrzehnt stammen könnten. Mal mit mehr Dreck oder Glamfaktor wird melodischer Hard Rock Made in Switzerland geboten der nicht besser sein könnte. Ob sich da die DIAMONDS nicht selber ein Ei gelegt haben und die Messlatte zu hoch für das nächste Album gesetzt haben.

„Through Hell And Back“ macht da weiter wo “No-Tell Hotel” endete en Groove Stampfer, „After The Rain“ kommt richtig erwachsen und reif ohne jugendliche Verspieltheit aus, ein Melodic Rocker der besten Sorte. „Everyday Heroes“ ein typischer DIAMONDS gute Laune Rocker, „Bottoms Up“ hier kommt das wilde und ungestüme wieder zum Tragen. „Only For A While“ eine Ballade die diese Bezeichnung mehr als verdient, „Valley Of The Broken Hearted“ ein Krawallbruder der in den Strophen auf Softi macht und den Halbstarken im Refrain markiert. „Rock N’ Roll Is My Religion“ das nächste Highlight stellt sich vor, „Nothing’s Gonna Keep Me From You“ also Jungs echt jetzt! Wo holt ihr die Dinger raus? Highlight folgt auf Highlight. „From The Ashes“ das ist jetzt nicht Euer Ernst, ich brech hier gleich ab der Song für die Tanzfläche, „Leave A Light On“ ein Cover mit David Balfour stark umgesetzt aber müsste ich jetzt nicht haben. „Yesterday’s News“ der nächste Brecher zum abfeiern, „Paradise“ der Song für eine sommerliche Fahrt im Caprio oder Grillfete, „Run With Us“ zum Abschluss holen die Schweizer die grobe Kelle nochmal raus und zeigen sich von ihrer besten Seite.

Balle

DREAMHUNTER – Kingdom Come (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Kingdom Come
02. When Heaven Calls Your Name
03. Anyway You Want It
04. Night After Night
05. My Days Are Counted
06. Long Cold Winter
07. Tell Me Why
08. Young, Wild & Free
09. Rose Tattoo
10. All Dressed Up
11. You Take My Breath Away

Spielzeit: 40:09 min – Genre: Melodic Rock – Label: Z-Records – VÖ: 2000 – Page:

Man schrieb das Jahr 2000 und man begann ein neues Jahrtausend, der von manchen Schwarzsehern vorhergesagte Y2K Super-Blackout blieb aus. Das neue Jahrtausend brachte eine Band ins Rampenlicht, mit dem verheißungsvollen Namen DREAMHUNTER kamen vier Schweden mit einer Wucht aus dem Studio. Diese Wucht bestand aus astreinem Melodic Rock der besten Art.

Zur Band gehörten damals wie auch ein Jahr später beim zweiten Geniestreich Stig Gunnarsson am Gesang, Olle Zimmerman an Gitarre, Peter Otterborg an Bass und Perry Karlsson. DREAMHUNTER geisterten schon weit vor Veröffentlichung des Debüts mit dem Demo zu „Kingdom Come“ auf Label Promosamplern rum, selbst als schwachbrüstige Demo machte der Song eine verdammt gute Figur das man umso gespannter auf das Album war. Als dann das Debütalbum endlich in den Handel kam war die Freude groß und wie ich es bei ca. 90 bis 95% der Künstler aus Skandinavien schon gewohnt war befand sich die Mucke auf einem sehr hohen Niveau.

Stig besitzt eine sehr coole Stimme, wenn dann kann man diese mit Kepa Salmirrinne von den finnischen Melodic Rockern von ZERO NINE vergleichen. Beide agieren auf einem sehr hohem Standard und bringen eine gewisse Faszination für Rockmusik mit. Die Stimme hat in jeder Lage Druck und ist als ideal zu bezeichnen. Die Gitarren pfeifen einem die Riffs um die Ohren das man nicht weiß wie einem geschieht, der Saitenhexer wird zum Hypnotiseur und fesselt den Hörer mit seiner Griffbrett zauberei. Die Keyboards sind immer da, und gehen mit den Gitarren eine unzertrennliche Partner- bzw. Freundschaft ein. Vergleichbar mit Martin Riggs und Roger Murtaugh aus der Leathal Weapon Reihe, Steve McGarrett und Danny Williams von Hawaii Five-O, oder Alexandre Dumas‘ vier Musketiere. So dicke sind Gitarren und Keyboards, da passt alles was passen soll, und nicht einen Millimeter spiel zwischen beiden Platz ist. Der Bass ist nicht ganz so auffällig in Szene gesetzt aber immer klar hörbar, die Drums sind Berserker mäßig voll in die Felle dreschend ausgeführt das man meint ein gewisser Erik ist auf seinem Drachenboot im Blutrausch unterwegs.

Die Mucke schlägt eine gewaltige Schneise in die Trommelfelle und geht im Eiltempo in die Gehirnwindungen um dort einen wilden Orkan zu entfachen. Besser geht es fast nicht, DREAMHUNTER bieten Melodic Rock auf einem Top Level und Schluss, Aus mehr gibt es dazu nicht zu schreiben. Die Schweden konnten das auf dem ein Jahr später erschienenen Album bestätigen dieses Zweitwerk befindet sich auf demselben Niveau und bietet genauso geilen Melodic Rock Made in Schweden. Vergleichen kann man mit all den Top Acts aus Skandinavien, es ist fast egal wen man nimmt es ist und bleibt eine Liga für sich. Wenn man ein Freund von TINDRUM, BOYCOTT, STAGE DOLLS, OLE EVENRUDE, SKAGARACK, RETURN, DREAM POLICE, ZERO NINE, ECLIPSE, H.E.A.T., CRAZY LIXX, PERFECT PLAN, WIG WAM, BROTHER FIRETRIBE ist, wird man die Mucke von DREAMHUNTER mit viel Getöse abfeiern. Ich kann es nicht mit Gewissheit bestimmen, es fliegt noch ein DREAMHUNTER Album rum, da weiß ich aber nicht ob es das dritte Album von dieser Band ist oder nichts damit zu tun hat.

So bleibt als Fazit, Skandinavien hat es drauf Musik zu produzieren die sich ohne große Anstrengungen auf internationalem Standard befindet und ihres Gleichen sucht. Ein Album randvoll mit Highlights der Skandi Melodic Rock Szene, was aus der Band wurde entzieht sich meiner Kenntnis, die ist irgendwann mal abgetaucht als das Label unterging und seitdem nicht mehr auf meinem Radar erschienen.

„Kingdom Come“ was für ein rotzfreche Watschn, das Ding ist bester Melodic Rock, „When Heaven Calls Your Name“ ist die nächste Watsche auch wieder bester Melodic Rock. „Anyway You Want It“ hier wird der böse Bass von der Leine gelassen, „Night After Night“ das nächste Highlight, wäre bestes Tanzflächen Material gewesen. „My Days Are Counted“ zum Tränensäcke entleeren schön, „Long Cold Winter“ hier dachte ich erst das müssen ZERO NINE sein, eingängig wie Sau. „Tell Me Why“ fast schon AOR aber immer noch Melodic Rock ein Traum der Song, „Young, Wild & Free“ genau so stellt man sich Melodic Rock vor. „Rose Tattoo“ spielt den Arschtreter mit Hard Rock Vibes, „All Dressed Up“ heftig brachial dabei aber genial, „You Take My Breath Away“ zum Abschluss kommt noch eine Kuschel- bzw. Knutschkugel mit coolem Refrain.

Balle

Das ROCK ANTENNE Open Air am Showpalast in München

Die Vollbedienung in Sachen Melodic / Hard Rock kommt nach München, GOTTHARD rocken am 15.06. zusammen mit THE NEW ROSES und ECLIPSE das ROCK ANTENNE Open Air am Showpalast!

Wenn es in Sachen Schweizer Hard Rock eine feste Institution gibt, dann sind es GOTTHARD. Seit 28 Jahren erobern die Schweizer Album für Album unsere Rocker-Herzen und sorgen auch live für fantastische Hard Rock-Abende – umso mehr freuen wir uns, dass sie als Headliner zu einem ganz besonderen Event auf die Bühne kommen.

www.facebook.com/Gotthard

Die Schweden von ECLIPSE sind ein Hitlieferant und stehen für Qualität. Mit Sicherheit wollen ECLIPSE ein Wort mitreden und werden die Bühne auf den ROCK ANTENNE Open Air zum wackeln bringen!

www.facebook.com/EclipseSweden

THE NEW ROSES stehen für Groove Rock Made in Germany, die Band wird bestimmt die Bude abfackeln und dazu beitragen das es ein denkwürdiges und unvergessliches Open Air in München wird!

www.facebook.com/TheNewRoses

So ein Festival-Tag wird perfekt mit dem entsprechenden Rahmenprogramm: Auf dem Gelände wird es zahlreiche kulinarische Angebote, Show-Cooking von Frank Oehler und verschiedene Foodtrucks geben, mit Schmankerln, die im festivaleigenen Biergarten verspeist werden können. Dazu habt ihr die Möglichkeit, euch vor Ort von hochkarätigen Tattoo Artists tättowieren zu lassen.

Bikers Welcome! Bikes und Rockmusik gehören zusammen, deswegen sind natürlich auch alle Motorradfahrer aller Marken beim ROCK ANTENNE OPEN AIR AM SHOWPALAST herzlich willkommen. Für alle, die mit dem Motorrad anreisen, steht ein kostenloser Parkplatz zur Verfügung.

Klingt nach einem Traum-Tag? Na dann treffen wir uns zu einer großen Freiluft-Party mit Mukke, Tattoos, Snacks und Drinks beim ROCK ANTENNE OPEN AIR AM SHOWPALAST!

Alle weiteren Infos und zu den Tickets und Anreise sind unter dem folgenden Link, www.rockantenne.de/mitrocken/konzertkalender/ zu finden.

MIKE TRAMP – Mand Af En Tid

Trackliste:

01. Mand Af En Tid
02. Hvis Du Vil
03. Indeni
04. Kom Som Jeg Var
05. Altid Farvel
06. Stom Og Stille
07. Nat På Libelle
08. Livet Er
09. Sammen Alene
10. Ham Vi Vil Være

 

Spielzeit: 48:45 min – Genre: Classic Rock – Label: SPV – VÖ: 15.03.2024 – Page: www.facebook.com/MikeTrampOfficial

 

Der Däne MIKE TRAMP hat nicht nur seine WHITE LION Zeit als Vita sondern auch eine beachtliche Anzahl an Soloalben. Oder er bringt WHITE LION Klassiker im neuen Gewand heraus, über Sinn oder Unsinn solcher Alben will ich mir kein Urteil bilden, die gehören genau so wie seine Soloalben zum Schaffen von MIKE. Nun erschien Album #14, komplett in dänischer Sprache, mal sehen wie sich die dänische Sprache im Rockgewand verhält und ob MIKEs Tugenden zum Tragen kommen.

Neben MIKE am Mikrofon und Gitarre waren noch Soren Andersen an Gitarre, Søren Skov an Piano und Keyboards, Kenni Andy an den Drumsticks, Emily Garriock und Jørgen Throup an den Backing Vocals mit von der Partie.

Dann mal das Infosheet weggelegt und nachgehört was den Hörer erwartet. Dänisch passt nicht mal schlecht zur Rockmucke von MIKE, am Anfang erst fremd und ungewöhnlich, wenn man sich daran gewohnt hat geht es ganz gut ins Ohr. Für mich hört es sich ein wenig wie eine Mischung aus französisch und skandinavisch an. MIKE ist am Mikrofon ohne Zweifel eine Bank und Garant für Topleistungen, mit den dänischen Texten kommt echt ein gutes Stück Abwechslung ins Spiel. Wenn auch Schade ist das man nicht versteht um was es in dem Text geht, aber das nur als Randnotiz nebenbei.

MIKE macht genau das was er am besten kann, er rockt die Bude, und dass mit einer Konsequenz die schon bewundert werden sollte. Egal ob die Alben mit WHITE LION die alles andere als Weichspülmucke ist, genau wie seine Vielzahl an Soloalben auf denen er sehr gekonnt zwischen Melodic Rock und Classic Rock wandelt ohne dabei irgendwie in eine Richtung abzudriften sondern bedient alle Spielwiesen ohne viel Schnörkeleien oder sich in Spielereien zu verlieren. Die Stimme von MIKE ist über jeden Zweifel erhaben und hat nichts von seiner Faszination verloren, vielmehr hat man das Gefühl das die Stimme an Reife hinzugewonnen hat wie der Geschmack eines lange im Fass gereiften Edel Single Malt. Die Musiker an den Instrumenten machen auch keine für mich hörbaren Fehler, mit der gelungenen Produktion hat der Sound Druck in allen Frequenzen. Als weiteren Pluspunkt kann man die Spielzeit sehen 10 Songs kommen auf eine sehr gute Gesamtzeit von knapp unter 49 Minuten.

MIKE geht auf diesem Album einen eher ruhigeren Weg als auf den anderen Soloalben, die Songs kommen mit Drama und einer gehörigen Portion Gefühl, in etwa vergleichbar mit ruhigen und nachdenklichen TOM PETTY, BRUCE SPRINGSTEEN, TOM KIMMEL und JOHN KILZER. Nicht schlecht aber doch sehr ruhig und soft rockt sich der dänische Megaseller der 80er Jahre durch die zehn Songs. Es gibt weder Ausreißer in die zu seichte noch zu heftige Ecke, sondern man bleibt sich bei allen Songs im Soften Classic Rock treu. Alle die jetzt Mucke ala WHITE LION erwarten, überspringt dieses Album den es zeigt MIKE von einer verletzlichen und gefühlvollen Seite die sehr viel Spaß machen kann. Für manche bestimmt zu soft und nicht rockig genug, ich sag nur einfach mal zurücklehnen und Classic Rock der besseren Sorte genießen, es muss nicht immer an allen Ecken und Kanten böllern wie zu Silvester.

Balle

IAN WILDE – Dream Hunter

Trackliste:

01. Are You Ready Now
02. Secretly In Love
03. My Heart Is Yours
04. Roaring Angels
05. Dance
06. At First Sight
07. Prove Me Wrong
08. Close Your Eyes
09. Tender Love
10. Born To Shine

 

Spielzeit: 43:44 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.03.2024 – Page: www.facebook.com/IanWilde

 

IAN WILDE wird im Promosheet als Melodic Rock Maestro angekündigt, dass sind große Sprüche die darauf warten unter Beweis gestellt zu werden. Was gibt es sonst noch zu IAN WILDE, er stammt aus der spanischen Metropole Barcelona und ist ein ausgewachsener Hard Rock und Metal Shouter wie aus dem Lehrbuch. IAN wird von Nilver Perez an Keyboards und Drum Programming, Ignacio Ruiz an Gitarren, Bass und Drum Programming unterstützt. Als Gastmusiker sind Eddie Vantez an Backing Vocals, Pete Alpenborg an Gitarrre und Anderson Sherman am Bass.

Musikalisch bewegt sich IAN WILDE von ab Mitte der 80er Jahre mit all seinen Melodic Heroen bis in die Jetztzeit mit den neuen Helden der Melodic Rock Szene. Will heißen das man sich irgendwo bei Bands wie LANESLIDE, BROTHER FIRETRIBE, ARTIC RAIN, HOUSTON, H.E.A.T., CAPTAIN BLACK BEARD, CHANGE OF HEART und wie sie sich alle nennen und einem sehr guten Schuss 80er Melodic Rock bewegt. Wer auf die Vergleiche kann wird mit IAN WILDE auf jeden Fall glücklich, alle anderen die interessiert sind ein Probelauf schadet keinem, könnte sich unter Umständen auszahlen.

Mich erinnert IAN ein wenig an eine Lightversion von Frank Vestry und noch jemanden der mir aber nicht einfallen will, weder schlechter noch besser, sondern auf seine eigene Weise sehr gut. Die Gitarren gehen mit den Keyboards eine geniale Partnerschaft ein ohne dass dabei einer der Beiden als Verlierer hervor geht. Der Bass geht voll in Ordnung einzig die Drums hören sich nach Blechbaukasten an und könnten mehr Dynamik vertragen.

Hier ergeben zehn Songs eine Laufzeit von knappen 44 Minuten, das ist ein positiver Punkt in der Agenda von IAN WILDE. Ein erfrischendes Album das keine Zitate aus vierzig Jahren Melodic Rock scheut ohne dabei den Looser zu spielen. Eine beeindruckende Vorstellung von IAN WILDE, man darf gespannt sein was noch alles von IAN und Co kommt oder was er noch im Ärmel hat. Egal ob jetzt in Skandinavien gewildert, mit Italo Pop Späßen experimentiert oder einfach nur die 80er Jahre zitiert, es trifft den Nagel auf den Kopf.

Ich ziehe hier nicht die Höchstwertung, warum, weil ich gerne sehen würde das IAN mit dem nächsten Album eine Steigerung generieren kann und vielleicht mit echten Drums noch mehr Druck in den Sound bekommt

„Are You Ready Now“ ein cooler Song der voll nach vorne geht, „Secretly In Love“ ein Melodic Rocker der alle Klischees bedient. „My Heart Is Yours“ in den 80ern wäre es ein Volltreffer geworden, „Roaring Angels“ erinnert mich vom Keyboard und Groove ein wenig an STAGE mit dem Song „Voodoo Dance“, Italo Pop mit Rockmucke auffrisiert. „Dance“ ich bin in einer Zeitmaschine und in den 80er gelandet, „At First Sight“ gehts noch, was für einen Geniestreich haut IAN da raus? „Prove Me Wrong“ hier wird ein Blick in den Norden nach Skandinavien riskiert, „Close Your Eyes“ ein starker Rocker der früher im Radio sehr langen Einsatz gefeiert hätte. „Tender Love“ hätte sehr gut in eine dramatische Szene eines 80er Action Films gepasst, „Born To Shine“ erinnert mich wieder an meine Jugend in den 80ern in dieser Zeit gehörte Melodic Rock zu jedem anständigen Film Soundtrack.

Balle

THE TREATMENT – Wake Up The Neighbourhood

Trackliste:

01. Let’s Wake Up This Town
02. Back To The 1970’s
03. When Thunder And Lightning Strikes
04. This Fire Still Burns
05. Man On The Highwire
06. I Can’t Wait No Longer
07. Don’t Make No Difference
08. Fire Me Up
09. Free Yourself
10. Kick You Around
11. I‘ve Got My Mind Made Up

Spielzeit: 39:49 min – Genre: Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 10.05.2024 – Page: www.facebook.com/TheTreatmentOfficial/

 

Die britischen Hard Rocker THE TREATMENT sind mit ihrem sechsten Album zurück. „Wake Up The Neighbourhood“ ist das zweite Album in der jetzigen Besetzung die aus Tom Rampton am Mikrofon, Tagore Grey und Tao Grey an den Gitarren, Andy Milburn am Bass und Dhani Mansworth an den Drumsticks besteht.

Hat sich was bei THE TREATMENT geändert? Nein nicht wirklich, den THE TREATMENT sind ein Band die für groovigen Hard Rock steht, mit mehr oder weniger Blues und Drama in er Umsetzung. Konnten die Vorgänger überzeugen, ja das konnten sie. Also ist es kein Wunder das Album #6 auch kein Druchfall sondern ein sehr gut hörbares Teil ist.

Die Band macht einfach nur das was sie am besten kann, mit viel Druck und Können ins Studio gehen und ein Album eintüten das es faustdick hinter den nicht mehr grünen Ohren hat. Ab den ersten Takten ist man wach und man ist gespannt was als nächstes auf einen zurollt oder was für ein Truck einen voll über den Haufen fährt. Denn genau so ist die Musik von THE TREATMENT, ein Truck rollt unaufhaltsam auf einen zu und man kann nur gebannt zusehen wie der Truck immer näher kommt und einen dann überrollt ohne das man sich dagegen zur Wehr setzen kann. Langeweile gibt es hier nicht, man kann das Haar in der Suppe suchen, tut sich dabei aber genauso schwer wie die Nadel im Heuhaufen finden zu können. THE TREATMENT stehen seit dem Debüt für Rockmucke Made in Britain und genauso verhält es sich auf „Wake Up The Neighbourhood“, hier kommt bester Hard Rock mit viel Drive aus dem Player und macht alles platt was im Weg steht.

Man greift blind in einen Stapel CDs von THE TREATMENT, nimmt sich ohne hinsehen ein Album und legt es in den Player, matcht einfach. „Wake Up The Neighbourhood“ reiht sich nahtlos in die Vita der Band ein, es ist nicht schlechter oder besser als die Vorgänger, sondern Band typisch ein Treffer ins schwarze. Mir kommt die Spielart seltsam vertraut vor, ich kann aber nicht auf Anhieb sagen an wenn mich das Album erinnert. Normal fällt mir zu 95% auf Anhieb ein an wenn mich was erinnert, ich weiß auch nicht warum aber mir fällt nur THE HELLACOPTERS ein, am besten höre ich auf mir Gendanken darüber zu machen warum mir das Album so vertraut ist sondern drehe den Lautstärkeregler Richtung rechter Anschlag, Augen zu und genießen.

„Let’s Wake Up This Town“ wenn man nicht wach ist, spätestens ab den ersten Noten ist man hellwach, „ Back To The 1970’s “ ein cooler Blues Rocker. „When Thunder And Lightning Strikes“ kommt mit vielen Ooohooos und wird dadurch fast zum Superhit, „This Fire Still Burns“ der Song geht mit über 250 Sachen voll durch die Decke. „Man On The Highwire“ der Meilenfresser kommt näher und näher, „I Can’t Wait No Longer“ hier hat der Hörer das erste mal die Möglichkeit Luft zu holen. „Don’t Make No Difference“ cool, cooler am coolsten, „Fire Me Up“ der Song für die nächste Grillfeier. „Free Yourself“ ein Blues Rotzer nach meinem Geschmack, „Kick You Around“ wäre auch für die Party oder das Radio, “I‘ve Got My Mind Made Up” zum Abschluss wird nochmal der Nachbrenner gezünet.

Balle

FREEDOM – Stay Free

Trackliste:

01. Tonight
02. Love Reaction
03. Eye Of The Storm
04. I’m Going To Leave You
05. Freedom Song
06. This Is Gonna Hurt
07. Johnny, You’re Electric
08. Melanie
09. Gone
10. Generation

 

Spielzeit: 42:07 min – Genre: Classic Rock – Label: Wild Kingdom – VÖ: 17.05.2024 – Page: www.facebook.com/freedomsthlm

 

Die aus Schweden stammende Formation mit schlichten Bandnamen FREEDOM kommt mit einem Retro/Vintage/Classic Rock Album in den Süden und setzt zu Landung an. Ob es ein Volltreffer oder Rohrkrepierer sein wird zeigen die kommenden 42 Minuten auf Retro getrimmte Mucke. Ein Blick auf das Cover enthüllt vier Typen die aussehen als wenn sie Ü30 wären und kein Wässerchen trüben könnten, aber dem ist auf keinen Fall so. In der Info zum Album steht geschrieben: „FREEDOM ist tief in der Arbeiterklasse der 1970er verwurzelt!“. Das kann man so stehen lassen, denn genau so hört sich der Retrosound der vier Jungs an. Nach staubigen, abgehalfterte Jeans, ausgelatschte Schlappen, verschwitzte Holzfäller Hemden, einfach nach handgemachter Mucke die mit viel Enthusiasmus, Charme, gut durchdacht, und viel Arbeit hört sich das zweite Album von FREEDOM an.

Bei uns ist FREEDOM noch nicht so wirklich angekommen, anders in Schweden und den schwedischen Musikerkollegen, die FREEDOM schätzen und lobend erwähnen oder mal eben kurz wie THE HELLACOPTERS zur Releaseparty auftreten lassen. Das zeigt welchen Stellenwert und Ansehen FREEDOM in der Rockszene in Schweden genießen. Also wird es höchste Zeit den Rest des blauen Planeten zu überzeugen. Bei mir haut es schon mal hin, und wenn das funktioniert kann der Rest nur noch ein Kinderspiel sein.

Zwei fette Pluspunkte hat die Band schon mal auf der Habenseite, zum einen 10 Songs mit einer Laufzeit von 42 Minuten ist Top, die Mucke bewegt sich im Classic Rock ist der nächste fette Batzen auf der Agenda. Dazu kommt das die Produktion weder steril noch irgendwie auf Hochglanz poliert wirkt, man hat das Gefühl das die Musiker Live im Studio vor Röhrenamps stehen und ein Fass aufmachen. Also noch ein Aspekt der auf die Gut Seite rückt, dann kommt das Wichtigste die Umsetzung, die gelingt mühelos und ohne Schnickschnack. Die Songs gehen sofort ins Ohr und lassen mich an BRUCE SPRINGSTEEN, TOM PETTY, THE ROLLING STONES und noch ein paar ollen Musikuse aus den 70ern von der britischen Insel auf einem genialen Skanditrip, einen Ableger von THE HELLACOPTERS und SMOKIE und ganz viel Märvel Flair denken. So locker, leicht und unbeschwert machen die Vier einen auf Rockstar ohne dabei baden zu gehen. Egal ob an den Instrumenten, Gesang oder die Umsetzung auf Tonband, die Band macht eigentlich alles richtig und hätte in den 70er und 80er Jahren bestimmt eine beachtliche Anzahl an Fans und Groupies um sich scharen können. Statt den Teens hätten die Jungs die Bravo Ottos abgeräumt. Dieses Album erinnert mich sowas von an meine Jugend in den 70er bis in die Mitte der 80er Jahre, als solche Musik noch in den Öfftis, damals war Privatradio nicht wirklich existent und kam erst ab Mitte der 80er so richtig auf Sendung, rauf und runter gespielt wurde, in der Rockdiscos flächendeckend vorkamen. Wenn ich an damals denke bekam man im tiefsten Bayern an der Grenze zu Österreich so einen Semioffiziellen Sender mit Namen Radio M1 rein auf dem nur Rock bis Hard Rock gespielt wurde, ich glaube sogar den Sender in der Auflistung von Internetstationen gesehen zu haben. Gutes stirbt niemals, egal ob Radio M1, coole Rockmucke und Musiker egal ob jung oder alt, die Vielzahl an Genres sind nicht klein zu bekommen und das ist auch gut so. Und mit FREEDOM ist ein äußerst interessanter Vertreter dieser Spielwiese auf dem Radar aufgetaucht.

Rohrkrepierer ein deutliches und großen Nein, Volltreffer ein lautes und deutliches Jaaaa!i! So macht Musik hören einfach nur Spaß und versetzt einen in eine Zeit die sehr weit zurück liegt aber was Mucke angeht einfach nur als genial bezeichnet werden kann. Als Bewertung würde es eine 9 geben aber das Ding haut so rein das ich noch einen Nostalgie Punkt dazu spendiere und volle Hütte vergebe.

Jungs es wird Zeit für eine Tour durch Deutschland mit Stopp in meiner Gegend, damit man sich mal bequem bei einem oder zwei Drinks über Mucke unterhalten kann.

„Tonight“ geht mal so richtig Vintage like los und macht neugierig auf die folgenden Songs ob die auch so cool sind, „Love Reaction zaubert mit einem unwiderstehlichen Charme ein Lächeln von einem Ohr zum andern ins Gesicht. „Eye Of The Storm“ flott und eingängig geht es weiter, „I’m Going To Leave You“ das nächste Sahneteil das aus dem Ärmel geschüttelt wurde. „Freedom Song“ ein besonderes Schmankerl mit Saxophon, „This Is Gonna Hurt“ kommt mit viel Drama aus den Puschen und gibt den Top Ten Stürmer. „Johnny, You’re Electric“ geht aber sowas von auf die Zwölf, „Melanie“ hätten die alten Hasen auch nicht besser hinbekommen. „Gone“ SPRINGSTEEN mit Chili im Hintern, „Generation“ kommt mit viel Drama und Bluesnote.

Balle