THE WESTERN FRONT – Eureka

Trackliste:

01. The Law Of The Jungle
02. Set Me Free
03. 1000 Nights Away
04. Just Go
05. If I’m The One
06. Rain
07. Chain Of Light
08. Danger
09. Heartland
10. I Would Rather Be Lonely
11. Man To Man
12. This Is War

Spielzeit: 44:58 min – Genre: AOR – Label: Music Therories Recordings – VÖ: 10.07.2026 – Page: www.facebook.com/GorhamScott

 

Nach 40 Jahren in der Pipeline erscheint nun das Album „Eureka“ von THE WESTERN FRONT. 40 Jahre ist eine sehr lange Zeitspanne um in irgend einem Archiv Staub anzusetzen, mal sehen was das Album kann und ob es die beteiligten Musiker erahnen lassen überzeugen können.

Die mitwirkenden Musiker hören auf so klangvolle Namen wie Richard „Moon“ Calhoun am Mikrofon, Scott Gorham und Mary Walsh an den Gitarren, Derek Bergman an Keyboards und Darrel Verdusco an den Drums. Den Songs merkt man von der Machart an das sie aus der Mitte der 80er stammen, die Produktion hat auch so einen Klang wie von damals. Richard besitzt ein Stimme die oft an die von den TOTO Sängern erinnert und erledigt seinen Job am Mikrofon sehr gut. Die Gitarren sind alles andere als man von Scott gewohnt ist, dass Riffing ist prägnant allerdings nicht so auf Härte getrimmt wie z.B. bei THIN LIZZY, 21 GUNS und BLACK STAR RIDERS wo er seiner Gitti vollen Auslauf lassen könnte/kann. Beide Gitarren ergänzen sich wunderbar und lassen die Saiten nach belieben Schwingen. Die Tastenabteilung kommt im typischen 80er Stil und bildet mit den Gitarren ein wie aus Beton gegossenes Fundament. Der Bass geht leider ein wenig unter dafür gibt es von Drums die Hucke voll.

THE WESTERN FRONT bieten den AOR wie er in den 80er Jahren bis zum Exzess von vielen geboten wurde, ab und zu gibt es leichte Westcoast Vibes die aber nie die Überhand übernehmen. Die Mucke weist ein Merkmal für die Zeit auf, wenn es die Bands richtig angestellt haben waren die Gitarren und Tasteninstrumente auf Augenhöhe, genau wie auf „Eureka“. Die zuckersüßen Melodien um säuseln und umgarnen den Hörer regelrecht. Vergleiche lassen Bands wie TOTO, EDDIE MONEY, THE INNOCENT, BOULEVARD, MICHAEL STANLEY BAND, B.E. TAYLOR GROUP, BRICKLIN. DUKE JUPITER, CARSON COLE AND RU4. DESMOND CHILD, REFUGEE, TOM DELUCA, DIVING FOR PEARLS und zum Teil PETRA zu, und was weiß ich mit wem man noch vergleichen kann, es gab damals zu viele.

Wer auf die genannten Band abfährt sollte bei THE WESTERN FRONT unbedient rein hören.

„The Law Of The Jungle“ ein AOR Song der die 80er am besten repräsentiert, „Set Me Free“ ein verdammt starker Rocker der damals Potential gehabt hätte. „1000 Nights Away“ ein fast schon poppiger Rocker mit geilem Keyboardthema, „Just Go“ ein Rocker im TOTO Fahrwasser. „If I’m The One“ im Refrain wird viel Drama geboten, „Rain“ ein AOR Song wie er sein soll. „Chain Of Light“ geht flott nach vorne, „Danger“ TOTO lassen erneut Grüßen. „Heartland“ ein seher guter Rocker der sich auch auf einem Soundtrack von damals bestens zurecht gefunden hätte, „I Would Rather Be Lonely“ ein typischer AOR Hit aus den 80ern. „Man To Man“ erinnert an DON HENLEY, „This Is War“ macht würdig das Licht aus.

Balle

HARSH – FEELS

Trackliste:

01. Break Your Way
02. All I Ever Wanted
03. Fuel To The Fire
04. Offer You A Rome
05. Don’t Mess With Me
06. Forever Yesterday
07. Maniac
08. Back To Life
09. Losing My Mind
10. Dancing Dancing
11. Never Gonna See Me Fall
12. When We’re Together

Spielzeit: 48:38 min – Genre: Hard Rock – Label: Fireflash Records – VÖ: 03.07.2026 – Page: www.facebook.com/bandHARSH

 

Das nenne ich mal wagemutig, HARSH werden als die neuen aufstrebenden Shooting-Stars der Hard Rock Szene angekündigt. Das will was heißen, und befindet sich im Grenzland zwischen gesundem Selbstvertrauen, Wagemut, Arroganz oder riesigen Dummheit eine noch unbekannte Band so anzukündigen, also mal sehen was die Pariser drauf haben.

Zur Besetzung gehören Albert Arnold an Mikrofon und Gitarre, Séverin Piozzoli an Gitarre, Julien Martin an Bass und Léo Löwenthal an den Drums. Die Backing Vocals wurden von der Truppe übernommen und gemischt sowie gemastert wurde „Feels“ von Hannes Braun (Kissin’ Dynamite). Alberts Stimme erinnert an eine Mixtur aus Michael Hutchence, Hannes Braun und Jess Harnell, was sehr gut zur Mucke von HARSH passt. Die Gitarren sorgen für die richtige Härte in den Gehörgängen und geizen weder mit Riffeinlagen noch mit Akzenten. Der Bass lässt die tiefen Töne beeindruckend ab und die Drums treiben wie Sau.

Die Franzosen zelebrieren Hard Rock der alten Schule, wie er ab der zweiten Hälfte der 1980er auch von ganz großen Namen geboten wurde, durch Mitwirkung von Hannes schwingen auch KISSIN’ DYNAMITE Vibes im Sound mit. Die Band lässt nichts vermissen, es ist alles da was da sein sollte. Es gibt eine coole Stimme, Melodien, den richtigen Härtegrad, eine versierte Instrumentierung, eine Produktion die Druck besitzt und dies ergibt ein verdammt geiles Gesamtkonzept. Also übertrieben war das mit aufstrebenden Shooting-Stars in der Einleitung nicht wirklich. Vergleichen kann man mit Hard Rock Kombos ab Mitte der 80er bis in die frühen 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Als direkte Vergleiche kann man bedingt AEROSMITH, BABYLON A.D., BEAU NASTY, BLACK N BLUE, BLUE TEARS, BURN, HARDLINE und von der Gitarrenarbeit vielleicht ein kleiner Blick hin zu AC DC nehmen um nur ein paar zu nennen wo die Reise hingeht. Alles keine schlechten Bands die ihre Erfolge vorzuweisen haben, mal sehen ob HARSH auch mal im Zusammenhang mit den Bands in einem Atemzug genannt werden. Das Potential haben sie auf jeden Fall.

„Break Your Way“ wird von einem Intro eingeleitet, wenn das beendet ist geht die Post ab, „All I Ever Wanted“ ein melodisches Highlight zum mit grölen. „Fuel To The Fire“ kommt mit Rock N Roll Vibes, „Offer You A Rome“ das nächste Highlight kündigt sich mit viel Melodie an. „Don’t Mess With Me“ und es folgt mit diesem Rocker gleich der nächste Hit in Folge, „Forever Yesterday“ ein Rocker der mit viel Gefühl kommt. „Maniac“ ob dieser alte Schinken unbedingt sein muss der schon X-1000 Mal verwurstelt wurde, „Back To Life“ kommt mit angefunkter Gitarre was sich in der ersten Bridge und Refrain aber auflöst. „Losing My Mind“ wirkt chaotisch und schlecht zugänglich, „Dancing Dancing“ es wird wieder eine Spur eingängiger. „Never Gonna See Me Fall“ fängt ruhig und behutsam an ab dem ersten Refrain wird ein ausgewachsener Rocker draus, „When We’re Together“ zum Abschluss gibt es noch ein Schmankerl als Zugabe.

Balle

RAUHBEIN – Rebellen & Helden

Trackliste:

01. Rausch
02. Meine Bar
03. Mein Kaff
04. C’est la vie
05. Pack schlägt sich
06. Rebellen und Helden
07. Alle
08. Gevatter Tod
09. Tanzt
10. Vagabund
11. Wie Wir
12. Morgen Früh

Spielzeit: 32:10 min – Genre: Folk Rock – Label: Persception Music – VÖ: 03.07.2026 – Page: www.facebook.com/people/Henry-M-Rauhbein/

 

Nachdem Henry das RAUHBEIN Ende 2024 mit dem Album „Adrenalin“ voll abgeräumt hat war es fast schon klar das ich die Rezi zu „Rebellen & Helden“ verfassen werde. Henry haut das nächste heiße Eisen raus, die Texte bewegen sich zwischen persönlicher Geschichten und gesellschaftlichem Blick. Dabei schafft es Henry das sich jeder irgendwie in den Texten wiederfindet oder damit identifizieren kann.

Wer momentan zu Besetzung von RAUHBEIN gehört ist weder im Promotext noch im Internet mit Gewissheit zu finden. Auf dem Album „Adrenalin“ gehörten neben Henry Rauhbein, Godi an Gitarre, Oli an Bass, Justin an Geige, Louis am Schlagzeug. Henry besitzt eine Stimme die nicht nur tief ist, sondern auch rau und dreckig klingt, mit so einer Stimme kann man nur Deutsch Rock oder wie eben RAUHBEIN Folk Rock mit deutschen Texten vertonen. Henry passt einfach wie das Auge auf die Faust, oder der Deckel auf den Arsch. Die Gitarren sorgen für eine angenehme Härte ohne es dabei zu übertreiben, der Bass macht das für was er gebaut wurde und die Drums treiben alles bis zum Exzess an. Die Geige wirkt als alles andere nur nicht deplatziert, sondern fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein.

RAUHBEIN macht eine Art von Folk Rock die sofort in den Synapsen zündet und sich von dort lange nicht verdrängen lässt. Mit viel Melodie und den Texten macht Henry einfach nur alles richtig, seine Stimme übt natürlich auch ein sehr hohes Maß an Faszination aus. Aber bei RAUHBEIN passt einfach alles zusammen was zusammenpassen soll. Man könnte sogar davon ausgehen das es sich um Deutsch Rock handelt der mit Folk Einflüssen aufgepeppt – oder anders rum – wurde und somit die Genregrenzen auf gekonnte Weise verschiebt. Mit viel Charme und auch Augenzwinkern wurde ein Album eingetütet das es verdient hat gehört zu werden. Am besten passt ein Vergleich aus einer Mixtur aus FIDDLERS GREEN und härteren D’ARTAGNAN mit sehr melodischen Songs.

Leider gibt es einen Kritikpunkt der sich negativ auf die Bewertung auswirkt, nach gerade mal 32 Minuten ist die Party vorbei.

„Rausch“ ein cooler Rocker zum Einstieg, „Meine Bar“ ein Song der jede Party in noch mehr Schwung versetzt. „Mein Kaff“ wow fast schon Comedy in rauhbeinsche Leichtigkeit verpackt, „C’est la vie“ gibt eine sehr gute Figur ab. „Pack schlägt sich“ Folk Rock trifft auf Speed Punk das richtige zum Pogen, „Rebellen und Helden“ einen dicken Melodic Happen hat Henry da am Haken. „Alle“ flott marschiert das Dingens nach vorne, „Gevatter Tod“ warum muss ich hier an die EAV aus Austria denken. „Tanzt“ passt nicht nur vom Text auf die Tanzfläche, „Vagabund“ ein Symbiont aus Folk und Shanty Rock. „Wie Wir“ der Titel um die Gläser in gemütlicher Runde zu erheben, „Morgen Früh“ bei der ruhigen Nummer muss ich an CITY denken.

Balle

TRAGIK – Propaganda Elite

Trackliste:

01. Bushwacked
02. Nothin’ Left But Time
03. After All
04. Shot Down
05. Outlaw (Don’t Forget My Name)
06. In The Pantomime
07. Threw It All Away
08. Ego Trip
09. Joy To The World
10. Earl Of Canterbury
11. Not For Me
12. Perception Lost

Spielzeit: 56:51 min – Genre: Hard Rock – Label: Rock Company – VÖ: 24.06.2026 – Page: www.facebook.com/phil.vincent.9

 

TRAGIK kommen mit ihrem sage und schreibe vierzehnten Album aus dem Studio, der Name war mir zwar schon lange ein Begriff, aber bewusst gehört habe ich noch nichts von der Band. Viel Infos gibt das Promosheet nicht her außer einen Satz: „Don’t be fooled bei heavy opener „Bushwacked“!“ Der Song ist leider so beknackt das er fast schon wieder als genial bezeichnet werden könnte.

Zu TRAGIK gehören Phil Vincent an Mikro, Gitarren, Piano, Synthis und Orgel, Damian D’Ercole an Bass und Dirk Phillips an den Drums. Als Gast ist Vince O’Regan an der Lead Klampfe zu hören. Phil geistert schon sehr lange Zeit im Hard Rock Sektor rum und hat schon vor langer Zeit beweisen können was er kann. Seine Stimme besitzt eine Färbung die sehr angenehm klingt und sich von der Range in einer Wohlfehlzone bewegt. In manchen Momenten hat er Ähnlichkeit mit Kip Winger. Die Gitarren hauen die Riffe raus ohne den Härtegrad zu überspannen, in genau der richtigen Härte werden die sechs Saiten angeschlagen. Mit den Tasteninstrumenten bilden die Gittis ein stark harmonierendes Grundgerüst das von Bass und Drums zur Höchstleistung angetrieben wird.

Vom Stil her befinden sich TRAGIK irgendwo im Mittelfeld zwischen Melodic Hard Rock und reinrassigem Hard Rock der viel Schmackes aufweisen kann. Vergleichen kann man TRAGIK bedingt mit TESLA, DOKKEN, SHARK ISLAND, WINGER und ANATOMIC. TRAGIK machen es weder besser noch viel schlechter als die Vergleiche, ein gewisser Abstand zu den genannten ist vorhanden aber der befindet sich auf einem verschwindend niedrigem Niveau.

TRAGIK kommen mit einem Abwechslungsreichen Album das nicht von der Stange stammt, und bestimmt auch nicht im Baukasten nach Schema F entstanden ist.

„Bushwacked“ wollen die Jungs jemanden verarschen, was für ein beknackter Opener für eine Hard Rock Band, „Nothin’ Left But Time“ hier wird es schon versöhnlicher. „After All“ und schon ist der erste Song vergessen, hier regiert Harmonie und Melodie, „Shot Down“ hier wird Hard drauf los gerockt. „Outlaw (Don’t Forget My Name)“ ein Rocker mit Wendungen, „In The Pantomime“ es wird wieder melodisch drauf los gerockt – ein Highlight. „Threw It All Away“ hier überzeugt der Refrain mit Dramatik, „Ego Trip“ kräftiges Riffing trifft auf Phils Stimme. „Joy To The World“ hier ist die Luft in den Strophen raus, die im Refrain zurück kommt, „Earl Of Canterbury“ irgendwie fällt mir hier ein Mix aus WINGER und Kip Solo ein. „Not For Me“ zum Schluss hin werden noch ein paar Schippen drauf gelegt, „Perception Lost“ fängt balladesk an um der Gitarre in den letzten etwa 1.5 Minuten vollen Freilauf zu lassen.

Balle

GLORY – 2 Forgive Is 2 Forget (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. 2 Forgive Is 2 Forget
02. Miracles
03. What Can We Do
04. Tonight
05. Doctor Of The Blues
06. Love Never Lasts
07. Stand Up And Shout
08. Can’t Hide Your Tears
09. Taking It Day By Day
10. Tease N Please
11. Bourreè

Spielzeit: 42:17 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: Victor Musical Industries Japan – VÖ: 1991 – Page:

Im Jahr 1989 veröffentlichte eine schwedische Band mit dem Namen GLORY ihr AOR / Melodic Rock Debütalbum „Danger In This Game“. Mit diesem Debütalbum konnte die Truppe ordentlich Staub aufwirbeln, leider ist dieses Album mittlerweile schwer gesucht und rar, mit Glück treibt man eine gebrauchte CD zu einem erträglichen Preis auf. Diese Band kam zwei Jahre später mit einem Nachfolger „2 Forgive Is 2 Forget“ aus dem Studio, der Unterschied zum Debüt bestand darin das die Jungs mit einem Mann weniger nur noch mit vier Mitgliedern ohne festen Keyboarder kamen und einer Ausrichtung des Sounds der sich im Melodic / Hard Rock bewegte. Auch dieses Album ist rar geworden und schwer aufzutreiben.

Zur damaligen Besetzung gehörten Peter Eriksson am Mikro, Jan Granwick an den Gitarren, Andy Loos am Bass und Matt Driver an den Drums. Als Keyboarder werden im Booklet Mats Lindfors, Pelle Blom und Shouter Peter Eriksson angegeben. Peters Stimme befindet sich in den mittleren Tonlagen und kann bei Bedarf auch rau und böse klingen. Stimmlich liegt er einem Jon Bon Jovi sehr nahe, dem er auch problemlos das Wasser reichen kann. Die Gitarren kommen sehr knackig, mit viel Biss aus den Lautsprechern, und lassen dabei nichts aber auch rein gar nichts vermissen. Mich erinnern die trockenen Riffeinlagen an Trond Holter vom Debütalbum der Norweger DREAM POLICE. Die Keys sind dezent und stehen als Unterstützung hinter den Gitarren. Der Bass steht gut und wohldosiert im Raum. Die Drums sind sehr Auffällig und zeigen einen Drummer der mit sehr viel Energie die Bespannung bearbeitet.

Gegenüber dem Debütalbum gehen GLORY den zweiten Output knackiger und kerniger, wenn nicht sogar eine Spur aggressiver an und haben sich vom AOR des Debüts verabschiedet. Die neu Auslegung wirkte sich nicht auf die Qualität der Songs und deren Ausführung aus. GLORY agierten immer noch auf einem traumhaft hohem Level und spielten mit Leichtigkeit ein Album für die einsame Insel ein. Auf diesem Album befindet sich auch der erste Song den ich von GLORY gehört habe, „Tonight“ ein Song für die Ewigkeit und jede Lebenslage der alles besitzt, Melodie, traumhafte Instrumentierung und eine Stimme die alles bügelen kann was Rang und Namen hat. Auf „2 Forgive Is 2 Forget“ wird Melodic / Hard Rock von einem anderen Stern geboten, vergleichen kann man mit Bands wie DREAM POLICE, EUROPE, EVENRUDE, und sehr viel 220 VOLT zu „Eye To Eye“ Zeiten, STAGE DOLLS, BAI BANG mit „Ridin’ Hight“ und BOYCOTT. GLORY setzten auf ihren ersten beiden Alben die Messlatte verdammt hoch, die nicht oft gerissen wurde, außer von den genannten Vergleichen die auf dem selben Niveau agierten und ähnlich starkes Material veröffentlicht haben. Mit GLORY ging 1989 ein heller Stern auf, der mit dem Nachfolger noch heller strahlen konnte obwohl sich beide Alben auf Augenhöhe befinden.

Es folgten von 1993 bis 2000 noch drei Alben, die mir unbekannt sind und ich auch keine Aussage tätigen kann ob sich der Sound weiter entwickelt hat oder zum Debüt zurück ging. Die ersten beiden GLORY Alben gehören zum Pflichtprogramm jedes Hard Rockers und in jede anständige Sammlung. Hier gibt es leider nur geile Mucke mit Melodie und einer perfekten Umsetzung um die Songs für die Ewigkeit auf Tonträger zu konservieren.

„2 Forgive Is 2 Forget“ ein kräftiger Hard Rocker stimmt auf das Album ein, „Miracles“ bissig und melodiös geht es weiter. „What Can We Do“ ein cooler Hard Rocker mit allem was es braucht, „Tonight“ ein Superhit den nur Skandibands zustande bringen, besser kann man Melodic Rock nicht präsentieren. „Doctor Of The Blues“ knackiger Hard Rock mit Drive, „Love Never Lasts“ noch so ein Highlight im Stil von „Tonight“ nur flotter. „Stand Up And Shout“ ein Hard Rocker mit starkem Refrain, „Can’t Hide Your Tears“ sie können sogar Blues mit ihrem Sound kombinieren. „Taking It Day By Day“ es wird flott und unbeschwert drauf los gerockt, „Tease N Please“ hier riskieren die Jungs mehr als nur ein Auge in Richtung Nordamerika, „Bourreè“ ein mit Akustikgitarre gespieltes kurzes Outro.

Balle

ROMEO – Deja Vu Letters

Trackliste:

01. Frankfurt Lights
02. Italian Guy
03. True Confessions
04. Romeo (A Loyal Borderline)
05. Soul Staller
06. No More Chances
07. I Need To Know
08. What’s Going On
09. Decadent Man

 

 

Spielzeit: 31:47 min – Genre: Classic Rock – Label: Street Symphonies Records – VÖ: 29,05.2026 – Page: www.facebook.com/Romeo.theband/

 

Mit ROMEO und ihrem Debütalbum betritt eine junge italienische Band die Spielfläche um ihre Musik vorzustellen. Die Band gibt selber an, das ihr Debüt ihre tragische, romantische sowie bittersüße Essenz einfängt. Dabei orientieren sich ROMEO, obwohl sie diese Ära nicht miterlebt haben, an den frühen 80er Jahren. Im Promosheet wird ROMEO mit folgenden Worten angekündigt: „ROMEO ist eine Loud & Proud-Rock-’n’-Roll-Band, Inspiriert vom legendären Vintage-Sound der Mitte der 70er und frühen 80er Jahre, lässt ROMEO den Geist von Künstlern wie THIN LIZZY, UFO und CHEAP TRICK aufleben. Ihr Ziel war es stets, Musik zu erschaffen, die zwar raffiniert wirkt, aber zugleich darauf ausgelegt ist, den Saal zum Kochen zu bringen.“! Upps das klingt spannend, und fast als unmögliches Unterfangen, aber wer weiß, vielleicht schaffen es ROMEO ja den Geist der guten alten Zeit wieder aufleben zu lassen.

Zur Besetzung zählen Max Colliva an Mikro und Gitarre, Andrea Zanolli ebenfalls Gitarre, Ruby B am Bass und Luke Cocchieri an den Drums. Max besitzt eine vorlaute Art zu singen und erinnert dadurch an die Glam Zeit der späten 70er Jahre. Die Gitarren nutzen die komplette Palette die der Classic Rock der angegebenen Zeitspanne hergibt. Der Bass hält sich gegenüber den Gitarren eine Spur zurück, ist aber voll da wenn es sein muss. Die Drums sind nicht so weit nach vorne gemischt, können aber trotzdem Akzente setzten.

Wo liegen nun ROMEO stilistisch? Ich würde mal sagen im Classic / Hard Rock der guten alten Schule, die tief in den späten 70er und frühen 80er Jahre verwurzelt ist. Es wird nie zu heftig ausgeteilt, sondern ROMEO bewegen sich im gemäßigten Fahrwasser das sehr bekömmlich ist. Dabei bietet die Band eine Art Mixtur aus TOM PETTY, CHEAP TRICK, THE HELLACOPTERS, MÄRVEL und STARMEN ohne KISS im Sound, mit einem sehr langem Blick auf die britische Insel. Keines der Instrumente drängt sich in den Vordergrund, sondern unterstützt Max am Mikrofon mit voller Kraft ohne ihn dabei alt aussehen zu lassen.

Wie schon bei ROCK JUSTICE eine sehr gute erste Vorstellung, nur im Classic Rock, die leider auch weit unter der magischen 40 Minuten Grenze bleibt, was einen Punktabzug ergibt. Bitte bei Album #2 die Party länger gehen lassen.

„Frankfurt Lights“ ein cooler Rocker der neugierig auf das kommende macht, „Italian Guy“ könnte auch von einer UK Band stammen. „True Confessions“ macht einfach nur Spaß der Song, „Romeo (A Loyal Borderline)“ wurde nach britschem Vorbild geformt. „Soul Staller“ klassischer geht fast nicht mehr, „No More Chances“ die Gitarren machen hier den besonderen Charme aus. „I Need To Know“ leider ist bei diesem TOM PETTY Cover die Luft ein wenig dünn geworden, „What’s Going On“ die Luft kehrt wieder mit einer gehörigen Portion Drama zurück, „Decadent Man“ kommt mit Bläsereinsatz.

Balle

ROCK JUSTICE – You’ve Been Served

Trackliste:

01. My Worst Enemy
02. Rocker’s Confession
03. You Know Better
04. I Just Wanna Make Love To You
05. The Rest Of The World
06. Shape Up Or Ship Out
07. Chicks Can’t Rock
08. First In Line

 

 

Spielzeit: 30:27 min – Genre: Hard Rock – Label: Fireflash Records – VÖ: 26.06.2026 – Page: www.facebook.com/rockjustice.band

 

Mit ROMEO und ROCK JUSTICE habe ich mir zwei Newcomer ausgesucht, die sich einen Namen im Rockcircus machen möchten. ROCK JUSTICE stammen aus den Niederlanden und ist das Baby von Sängerin Maggy Luyten (bekannt von AYREON, BEAUTIFUL SIN und noch ein paar mehr) und Gitarrist Bas Maas (u.a. DORO, AFTER FOREVER). Das Debütalbum ist das Ergebnis eines lange geplanten Traums von Bas Maas der in Maggy Luyten die Partnerin fand um die Idee von ROCK JUSTICE in die Tat umzusetzen.

Neben Maggy und Bas gehören noch Nick McGrath an Bass und Misch Aussems am Schlagzeug zu Besetzung um ROCK JUSTICE zu komplettieren. Maggy hat ein raues Organ das sie effektvoll einzusetzen weiß, diese Stimme ist genau das Richtige für die Mucke von ROCK JUSTICE. Die Range und Art kommt mir von wo anders bekannt vor, mir fällt beim besten Willen nicht ein bei wem. Die Gitarren reizen die Bandbreite des Genres voll aus und hauen ein Riff nach dem anderen raus. Die Gitarren lassen öfter Gedanken an SANTERS zu. Der Bass gibt Vollgas und steht knapp hinter den Gitarren, das Schlagzeug kann mächtig Eindruck schinden und gibt mit Energie den Takt vor.

Im Promoinfo steht über die musikalische Ausrichtung von ROCK JUSTICE, das es sich um Rock N Roll handelt, Alles zwischen Hard Rock und Metal. Bei den beiden erst genannten gehe ich mit, bei Metal streike ich, dafür ist die Mucke nicht wild genug. Der Stil bewegt sich im Hard Rock mit einer Schlagseite in die goldenen 1980er Jahre. Wenn man unbedingt meint kann man bis in den Heavy Rock reingehen, aber nur mit sehr viel gutem Willen. Ansonsten wird Hard Rock geboten der sich irgendwo bei DOKKEN, BABYLON A.D., DARXON auf Hard Rock, ein wenig ältere SANTERS, SPEEDY, XYZ und fast der Eingängigkeit von BLACK PAISLEY einpendelt.

Ein sehr gutes Debüt Album das alle Facetten des Hard Rocks abdeckt, leider nur mit acht Songs und einer Laufzeit von nicht Mal 30.5 Minuten, was einen Punktabzug zur Folge hat. Leute bitte beim nächsten Album zwei bis drei Songs mehr die dann 10 Minuten mehr auf der Uhr ergeben.

„My Worst Enemy“ ein kräftiger Rocker der gefühlvolle Momente hat gibt die Marschrichtung für das Album vor, „Rocker’s Confession“ hier wird gerockt bis der Arzt kommt. „You Know Better“ kräftig, energisch und eingängig grüßen die 80er, „I Just Wanna Make Love To You“ die Eingängigkeit ist abhanden gekommen, der braucht mehrere Anläufe. „The Rest Of The World“ irgendwie denke ich an die EAGLES auf Dope und Gefühl im Hard Rock wildernd, „Shape Up Or Ship Out“ hier soll der Geschwindigkeitsrekord gebrochen werden, schnell und wuchtig prasselt das Dingens auf den Hörer ein. „Chicks Can’t Rock“ sie machen es erneut – rocken eingängig mit viel Schmackes drauf los, „First In Line“ ein geiles Duett mit DORO haben sich ROCK JUSTICE für den Schluss aufgehoben.

Balle

RASH PANZER – Mexican Mysteries

Trackliste:

01. A I, I Wanna Be Your Lover
02. Who You Wanna Be
03. Can’t Lose You
04. Freedom
05. Mexican Mysteries
06. Wild Fire
07. Waiting
08. Calling For Answers
09. Put Your Words Into Action
10. Dragon’s Heart

 

Spielzeit: 37:15 min – Genre: Hard Rock – Label: 7Hard – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/rashpanzer

 

Mit der Schweizer Band RASH PANZER tritt eine Band in mein Leben, die es schon seit 1979 gibt und die es erfolgreich geschafft hat sich 47 Jahren vor mir zu verstecken. OK 47 Jahre sind es jetzt nicht ganz kommt dem aber sehr nahe, weil ich zu dieser Zeit noch nicht dem Hard Rock verfallen war. Was weiß man über Bands aus der Schweiz, tja, es gibt einige die dem Riffrock der härteren Klänge zelebrieren und diese auch aus dem FF beherrschen. Man nehme die alten Recken von KROKUS, GENOCIDE aus denen SIDEBURN wurde, GOTTHARD und SHAKRA um nur vier bzw. fünf der großen Namen zu nennen, die sich eine große Fanbase erspielen konnten. Ob RASH PANZER die selbe Hörerschaft bedienen kann wird sich in den folgenden 37 Minuten zeigen.

RASH PANZER veröffentlichen mit „Mexican Mysteries“ ihr sechstes Album, leider kann ich keine verlässliche Quelle über die Bandmember finden. Was sich finden lässt (falls diese nicht stimmt bitte ich um Berichtigung), J.Jay Guertchakoff am Mikro, Sam Bredy und Renato Dani an Gitarren, Renato di Paolo an Bass und Popof an der Schießbude. Die Stimme des Shouters ist sehr eigenwillig und eigenständig, bewegt sich in den mittleren Tonlagen und geht gelegentlich höher rauf, kann aber auch die tiefen Lagen bedienen. Mit dem Bandsound kann die Stimme harmonieren, einzig die Verzerrung in manchen Songs hätte nicht sein müssen. Beide Gitarren geizen weder mit Härte noch Riffsalven, der Bass kommt als gleichberechtigter Partner der 6-saitigen rüber. Die Drums sind sehr auffällig und mit viel Energie ausgeführt.

RASH PANZER spielen riffbetonten Hard Rock der sehr viel Energie mitbringt und sich dabei nicht verstecken muss. Man merkt der Band die Jahrzehnte lange Erfahrung an und die kann mit einigen guten bis sehr guten Songs glänzen. Gewisse parallelen zu den oben erwähnten Bands sind durchaus vorhanden, die selbe Klientel kann auch problemlos bespaßt werden. RASH PANZER befinden sich zwar nicht auf dem selben Level wie die Vergleiche, sind aber auch nicht sehr weit entfernt und spielen mit ihrer Art des Hard Rocks fast in der selben Liga mit.

Jungs erlaubt mir die Frage: Warum ist die Party im 21. Jahrhundert nach nur 37 Minuten zu Ende? Im digitalen Zeitalter sollten über 40 Minuten ohne Problem realisierbar sein. Für die kurze Laufzeit gibt es einen leichten Punkt Abzug.

„A I, I Wanna Be Your Lover“ das Album beginnt beschwingt, „Who You Wanna Be“ wow es hagelt Riffexplosionen am laufenden Band, im Solo herrscht ein kleines Chaos – beim Mastering muss was schiefgelaufen sein, mein Kopfhörer rauscht und brummt am Ende wie Sau. „Can’t Lose You“ sie können auch melodische und eingänge Hits – hier stört nur die verzerrte Stimme, „Freedom“ ein cooler Rocker mit Potential für Dauerrotation im Radio. „Mexican Mysteries“ es wird mit sehr viel Melodie gearbeitet, „Wild Fire“ hier ist die Luft ein wenig raus. „Waiting“ der Anfang gelingt eher holprig bis zum ersten Refrain, ab da wird es runder, „Calling For Answers“ hier schimmern die frühen 80er voll durch. „Put Your Words Into Action“ ein deftiger Rock N Roller, „Dragon’s Heart“ zum Schluss gibt es eine Ballade mit epischen Momenten.

Balle

THE CARBURETORS – We Ride At Night

Trackliste:

01. Intro
02. Down In Flames
03. Let You Down
04. I Wanna Rock N Roll
05. Rock N Roll Never Dies
06. Shot At Dawn
07. You Need It Loud
08. Electric Shock
09. Sharpen The Blades
10. Who Likes To Boogie

 

Spielzeit: 32:29 min – Genre: Hard Rock – Label: Fast Forward Records – VÖ: 19.06.2026 – Page: www.facebook.com/thecarburetorsffrr/

 

THE CARBURETORS aus Norwegen haben von 2004 bis jetzt fünf Alben und eine Best Of veröffentlicht und haben den Ruf die gefährlichste Rock N Roll Band auf dem Planet zu sein. Ich habe bis jetzt noch nichts von THE CARBURETORS gehört oder kannte Band vorher auch nicht. Irgendwie schaffte es die Band sich vor mir zu drücken.

Zur aktuellen Besetzung gehören Sänger Eddie Guz, die Gitarristen Chris Marchand und Phillie Obuskovic, Bassist King O Men und Drummer Chris Nitro. Eddie besitzt eine coole und raue Stimme, die er richtig einzusetzen weiß. Er befindet sich dabei in einer tieferen Tonlage in der er auch bleibt und zeigt wie man Rock N Roll richtig am Mikrofon auslebt. Die beiden Gitarren hauen mit den Riffs um sich als wenn es das letzte wäre was sie machen bevor das unausweichliche Ende naht. Der Bass wummert neben den Gitarren her und die Ausführung der Drums weist eine Punk Attitüde auf. Die Produktion hört sich trocken und ohne viele Spielereien an.

Der Stil ist irgendwie sonnenklar aber auch wieder nicht, die Band steckt Rock N Roll, Hard Rock und vom Tempo her Punk Rock in einen Mixer und drückt auf Start. Heraus kommt eine köstliche Mischung aus den drei Zutaten die nicht nur attraktiv scheint sondern auch so klingt. Dabei gibt es Ähnlichkeiten zu KISS, BEASTÖ BLANCÖ, THE RAMONES, BIG BALLS, BALLS GONE WILD hier und AC DC da zu entdecken. Und fertig ist der THE CARBURETORS Sound, der auf keinen Fall von der Stange kommt, sondern aus einer Mixtur besteht die nicht nur eine Schublade bedient.

Ein cooles Album das auf einem Biker Treffen für Stimmung sorgen sollte, Abzug gibt es wegen der doch arg kurzen Laufzeit.

„Intro“ ein futuristisches Intro mit Hubschrauber Geräusch, „Down In Flames“ hier wird Rock N Roll mit einer Geschwindigkeit, die schwindelig macht, großgeschrieben. „Let You Down“ ein sehr kräftiger und melodischer Hard Rocker, „I Wanna Rock N Roll“ der Titel ist Programm, hier geht die Rock Post nach Roll ab. „Rock N Roll Never Dies“ das Ding rockt wie Sau und macht dabei nicht nur ein Fass auf, „Shot At Dawn“ das Tempo bleibt sehr hoch und geht intensiv nach vorne – hier zeichnet sich ein kleiner Hit ab. „You Need It Loud“ siehe da, sie können auch eingängig und gefällig, „Electric Shock“ Rock N Roll mit Testosteron auf Speed auf einem LSD Farbentrip. „Sharpen The Blades“ die Oktanzahl wird hoch gehalten, „Who Likes To Boogie“ zum Abschluss gibt es einen ELVIS auf Steroiden.

Balle

L.E.G.A.C.Y. – Midnight Riot

Trackliste:

01. A Place I Called Home (Intro)
02. Midnight Riot
03. City Of Unbroken Dreams
04. Feverish Desire
05. Timless Reverie
06. My Inner Peace
07. Night & The Glow
08. Ride The Thunder
09. Ain’t That My Paradise
10. We Carry The Legacy
11. Savage Seduction
12. My Star Ain’t Gonna Shine

Spielzeit: 44:17 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.05.2025 – Page: www.facebook.com/LegacyAOR

 

„Mitnight Riot“ lautet der Titel des Debütalbums eines Projektes mit Namen L.E.G.A.C.Y. was ohne Punkte soviel wie Vermächtnis heißt. Das Cover ist in Dunkelblau-, Magenta- und Weißtönen gehalten und zeigt eines der Traumautos aus den 1980er Jahren, einen Lamborghini Countach, eine Frauensilhouette, Berge und eine Art Sonne. Man vereint einesteils ein Auto das damals jeder haben wollte und in Neonfarben gehaltene Belichtung, bleibt abzuwarten ob der Sound auch in Richtung der 80er Jahre geht und das Vermächtnis dieser Zeitepoche am Leben gehalten wird.

L.E.G.A.C.Y. stammen aus Argentinien und besteht aus dem Trio Marcos Nieva Green an Mikro, Hermán Cattaneo an Gitarren und Emmanuel Cavallo an den Drums. Wer sonst noch an den Instrumenten beteiligt war geht aus dem Promosheet nicht hervor. Marcos und Hermán waren schon bei der Band/Projekt NEON RIDER an Board und versuchen sich nun mit L.E.G.A.C.Y. einen weiteren Namen im Musikgeschäft zu erspielen. Marcos Stimme besitzt ein Färbung die sich in der mittleren bis in die halb hohen Tonlage bewegt, zudem besitzt er eine gewisse Rauheit die faszinierend klingt. Vergleichen kann man die Stimme mit den Genen aus einer Lightversion von Bruce The Dickinson und Steve Overland, so chaotisch das anmuten mag, umso besser klingt das Ganze, in manchen Momenten hört er sich auch wie Steve Newman an. Die Gitarren halten sich weder zurück, noch sind sie zu dominant ausgeführt, irgendwie schaffen es L.E.G.A.C.Y. da den richtigen Ton anzuschlagen. Gemeinsam mit den ebenfalls nicht leisen Keyboards wird ein Fundament gebildet das wie eine Abrissbirne aus den Boxen schwingt. Die Keyboards kommen mal im typischen 80er Jahre Stil wie ihn schon JOURNEY und SURVIVOR Salonfähig machten, mal wie im Italo-Pop der frühen 80er Jahre ala RADIORAMA oder STAGE oder als laute Fanfare. Der Bass befindet sich in der zweiten Reihe und hat seine Mühe gegen die drei Vorkämpfer anstinken zu können. Die Drums treiben alle Protagonisten zur Höchstleistung an, wobei die künstlich und nach Drumcomputer wirken.

Der Stil von L.E.G.A.C.Y. kann als Melodic Rock oder Arena Rock bezeichnet werden, der sehr tief in den 1980er Jahren verwurzelt ist und durchaus auch aus diesem Jahrzehnt stammen könnte. Beim Hören werden viele Erinnerungen an Bands aus dieser Zeit wach, wie etwa SURVIVOR, JOURNEY, PRISM, FM, 8084, BEAU COUP, HONEYMOON SUITE, LOVERBOY, BREATHLESS und NIGHT RANGER. Ist es von Nachteil mit solchen Namen verglichen zu werden? Dies kann man so oder so sehen, aber wer mit diesen großen Namen aus der Vergangenheit in Verbindung gebracht wird kann nicht wirklich viel verkehrt gemacht haben.

L.E.G.A.C.Y. werden ihrem Namen gerecht, das Vermächtnis der 80er Jahre ist sicher und fest in der Hand der Argentinier.

„A Place I Called Home (Intro)“ ein Intro in dem die Worte grob übersetzt „Die 80er sind meine Heimat“ fallen, „Midnight Riot“ ein cooler Rocker mit schweren Gitarrenläufen und teils Keyboards die an Italo-Pop der frühen 80er erinnern. „City Of Unbroken Dreams“ ein Happy Feelgood Song kündigt sich an, „Feverish Desire“ ein melodisches Schmankerl wird ohne Umschweife serviert. „Timless Reverie“ ein flotter Rocker der wie eine Durchhalteparole wirkt, „My Inner Peace“ genau so klangen die 80er Jahre, ein Rocker der mühelos aus dieser Zeit stammen könnte. „Night & The Glow“ wirkt durch viel Ohhhoohs sehr rund und eingängig, „Ride The Thunder“ ein Arena Rocker der lange in der Zeitmaschine gesteckt hat bis er im Hier und Jetzt angekommen ist. „Ain’t That My Paradise“ eine vom Gefühl getragene Hymne irgendwo zwischen Powerballade und Rocker, „We Carry The Legacy“ hier wird ordentlich Gas gegeben, am Anfang meint man doch wirklich ob man nicht einen Album von BOYSVOISE lauschen würde – ein geiler Rocker der aufhorchen lässt. „Savage Seduction“ wow am Schluss werden noch einige Schippen draufgelegt, „My Star Ain’t Gonna Shine“ zum Abschluss gibt es noch eine Ballade mit Piano.

Balle