FRANCIS ROSSI – The Accidental

Trackliste:

01. Much Better
02. Go Man Go
03. Push Comes To Shove
04. Back On Our Home Ground
05. Dead Of Night
06. Going Home
07. Bye My Love
08. Something In The Air (Stormy Weather)
09. Picture Perfect
10. November Again
11. Things Will Get Better
12. Oh So Good
13. Beautiful World
14. Time To Remember

Spielzeit: 56:05 min – Genre: Rock N Roll – Label: earMusic – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/francisrossiofficial

 

FRANCIS ROSSI geboren, laut angaben im Internet, am 29. Mai 1949, also schon sage und schreibe 76 Jahre auf dem Buckel ist immer noch nicht Müde Musik zu machen. Mit „The Accidental“ veröffentlicht der Brite sein viertes Studio-Soloalbum, mit seiner Band STATUS QUO, seit 1968 über 30 Alben. Das ist eine Benchmark die nicht viele Musiker vorweisen können, es sei den man gehört zu den Dinos im Musikgeschäft und ist Mitglied bei den ROLLING STONES oder DEEP PURPLE. Herr ROSSI sorgte mit STATUS QUO für eine beachtliche Anzahl an Welthits, die damals wie auch Heute noch im Radio oder anständigen Rock Discos laufen. Während Herr ROSSI auf seinen bisherigen Soloalben eher eine Vorliebe für die dezenten Töne entwickelte schlägt er mit „The Accidental“ einen anderen Weg ein und nähert sich dem Sound seiner erfolgreichen Band STATUS QUO an. Wer STATUS QUO nicht kennt, es gibt die Vollbedienung in Sachen Rock N Roll. Also mal sehen ob er Solo auch so überzeugend ist wie mit seiner Gang.

Neben FRANCIS ROSSI an Mikrofon, Gitarre, Piano und Keys waren noch Hiran Ilangantilike und Andy Brook an Gitarren, John Edwards und Jules Eccleston an Bass, Paul Hirsch und Andy Brook an Piano und Keys, Leon Cave an den Drums, Amy Newhouse-Sith und Fursey Rossi an den Backing Vocals mit von der Partie. Herrn ROSSIs Stimme kann selbst in seinem Alter noch überzeugen und hört sich so an wie zu seinen Anfangszeiten mit STATUS QUO. Weder schlechter noch besser, Herr ROSSI singt so wie man es von ihm gewohnt ist, mit seinem ureigenem Stil und Charme verbreitet die Stimme ein Gefühl von Verbundenheit. Die Gitarren machen das für das sie Gedacht sind, sie hauen Riff after Riff in bester Rock N Roll Manier raus. Die Tastenabteilung kommt als Piano, herrlichen Old-School Orgel Hammond Sound, mal als Fanfare oder mit angedeuteten Bläsereinsatz ausgeführt, was die ganze Sache sehr Rund erscheinen lässt. Der Bass ist von der auffälligen Sorte obwohl er einen Schritt hinter den Gitarren steht, geht der auf keinen Fall unter. Die Drums sind trotz dezenter Spielweise auffällig genug um den Hörer aufhorchen zu lassen. Die Backing Vocals mit den weiblichen Stimmen setzten weitere Akzente. Die Produktion klingt furztrocken und passt zu Herrn ROSSI wie die Faust auf den Eimer oder Arsch auf Deckel.

FRANCIS ROSSI bietet auf „The Accidental“ alles was der Rock N Roller erwartet und hören möchte. Es wird klassisch gerockt, gerollt, geblused, geboogied bis der Arzt kommt und die Füße blutig vom mitwippen sind. Da die Gene von Herrn ROSSI nur eines hergeben, und dass wäre einzig und allein Rock N Roll in all seinen Formen und Spielrichtungen. Herr ROSSI scheut sich nicht mal seinen Blick in den tiefsten Süden der USA hin zum Southern Blues zu wenden, wo er sich auch Pudelwohl fühlt. Die Mehrzahl der Songs bewegt sich bei STATUS QUO was auch kein Wunder oder Nachteil ist. Hätte Herr ROSSI irgendetwas besser oder anders machen sollen? Die Antwort besteht aus einem klaren Nein! Wer STATUS QUO mal Live gesehen hat weiß für was diese Band steht, und genau das Bedient Herr ROSSI auch auf „The Accidental“ nach Strich und Faden.

Ein Album das ROCK N ROLL mit jeder Note lebt und ausatmet, ich konnte sehr lange nichts mit STATUS QUO oder FRANCIS ROSSI anfangen, dies legte sich mit den Jahren, genau wie ich mit den Jahren reifte so reifte auch der typische Sound von STATUS QUO in meinem Gehör, also kann man Herrn ROSSI ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausstellen. Die alten Hasen haben es wieder mal getan, sie haben den Jungspunden gezeigt wie Rock N Roll geht.

„Much Better“ ein cooler Stampfer zum Einstieg, mit „Go Man Go“ kommt der Boogie rockig und vorlaut aus den Boxen gerauscht. „Push Comes To Shove“ ein Hook-Monster das an die BEATLES oder QUO erinnert, „Back On Our Home Ground“ befindet sich im slow Blues mit Schmackes. „Dead Of Night“ ein gute Laune Rocker der mehr als nur Spaß macht, „Going Home“ würde sich auch auf einem Mississippi Dampfer sehr wohl fühlen, Südstaaten Blues aus dem Südosten. „Bye My Love“ simpel gehaltener Rock N Roll mit Effekt und Wirkung, „Something In The Air (Stormy Weather)“ ein weiterer Stampfer der mit Drama angereichert wurde. „Picture Perfect“ flotter Rocker der im Auto für neue Passbilder sorgen könnte, „November Again“ befindet sich irgendwo zwischen Folk und Südstaaten Drama Blues. „Things Will Get Better“ hier schimmert STATUS QUO wieder voll durch, „Oh So Good“ hier muss ich ein ein Kind von SMOKIE mit zu viel STATUS QUO Genen und leichtem Einschlag zu den EAGLES denken. „Beautiful World“ Herr ROSSI hat mit STATUS QUO ein BBQ im Süden der US of As abgehalten, „Time To Remember“ ein Ballade zum Licht löschen.

Balle

DANNY BRYANT – Nothing Left Behind

Trackliste:

01. Tougher Now
02. Not Like The Others
03. Enemy Inside
04. Swagger
05. Redemption
06. Three Times As Hard
07. Nothing Man
08. Missing You
09. Lover Like You
10. Just For You
11. Heatwave Heartbreak

Spielzeit: 48:13 min – Genre: Blues Rock – Label: Jasshaus Records / In Akustik – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/dannybryantband

 

Der Brite DANNY BRYANT war bis zu diesem Zeitpunkt ein weißer Fleck in meiner Vita, aber als ich in der Redaktionsliste als Genre Blues Rock gelesen habe überkam mich ein Zwang, nimm mich, nimm mich, ach machs kurz und trag dich ein. So kam es das ich das erste Mal DANNYs Musik für mich entdeckte. Das mittlerweile achte Studioalbum „Nothing Left Behind“ erblickt das Licht der Welt und möchte für Aufsehen sorgen.

Zu den Mitwirkenden neben DANNY BRYANT an Mikro und Gitarren, gehören noch Marc Ranner an Gitarren und Keyboards, Jamie Pipe an Piano und Hammond, Artjom Feldtser an Bass und Alex Hinz am Schlagzeug. DANNY hat was besonderes in seiner Stimme, es steckt sehr viel Dreck oder Rauch drin was dem Blues Rock hörbar guttut und steht. Dabei befindet er sich von der Färbung die sich bei manchen Tönen mal wie JAMES BROWN anhört oder wie meistens Tapani „Tanna“ Tikkanen von PRAYER. Sowohl BROWNs als auch Tannas Stimmfärbungen sind nahezu perfekt für Blues Rock, und wenn dann noch der Dreck und Rauch von DANNY dazu kommt wird eine Punktlandung daraus. Die Gitarren geizen weder mit Riffsalven noch mit Intensität oder Agilität, das Riffing ist Blues typisch teilweise sehr schwer. Das schwere der Gitarren wird durch den Einsatz von Hammond Sound fast immer kompensiert und lässt es verdaulicher erscheinen, egal wieviel Drama sich im Song befindet. Der Bass wummert wie Sau und immer mit viel Energie vor sich hin ohne dabei auch nur den Ansatz des Losers gegen die Gittis zu geben. Das gewummer hört sich in Verbindung mit den Gittis und Hammond einfach geil an. Das Schlagzeug wirkt vom Klang künstlich und könnte durchaus auch aus dem gesampelten Computer stammen. Die Produktion ist voll auf Effekt ohne Hascherei ausgelegt und zeigt Wirkung im Ohr.

DANNY schafft es auf eine sehr angenehme Weise alte Einflüsse aus den Anfängen der Beat Zeit Ende der 60er Jahre mit teilweise leichter psychedelischer Anlehnung, Blues und Country seinen Sound in der Gegenwart zu manifestieren. Dieses Manifest hat Charme und zeigt ein hohes Maß an Wirkung, gemeinsam mit der Produktion wurde ein gewaltig rundes Ding eingespielt. Vergleich lässt sich DANNYs Stil schlecht mit anderen, man nehme ein wenig BONAMASSA da, alten Blues hier und vermengt diese Tinktur auch mal mit düster gestimmter Psyschedelic Gitarre dort oder auch mal sehr leichten Country bei dem einen oder anderen Song und fertig ist der BRYANT Sound.

„Tougher Now“ ein flotter Rotzer der an JAMES BROWN erinnert – allerdings müsste die Verzerrung der Stimme nicht sein, „Not Like The Others“ das Reggae Feeling von THE POLICE auf einem Blues Trip mit sehr heftigen Gitarren macht einen Hit draus. „Enemy Inside“ eine gefühlvolle Ballade die überzeugt, „Swagger“ volles Riffbrett und Hammond Sound sorgen für Gänsepelle. „Redemption“ ein sehr schwerer und langsamer Blueser der im Refrain, wenn ich mich nicht verhört habe die Tonart wechselt und fröhlicher wirkt, „Three Times As Hard“ die Hammond haut voll rein und der Rest befindet sich fast im psychedelischen Fahrwasser. „Nothing Man“ ein geiler Rocker der mich an einen Song erinnert der mir beim besten Willen nicht einfallen will, „Missing You“ hier fallen mir die Finnen von PRAYER auf einem Country / Blues Trip ein, „Lover Like You“ dreckiger geht Blues Rock fast nicht. „Just For You“ eine sehr schwere Ballade die durch DANNYs Gitarrenspiel noch an Gewicht zulegt, „Heatwave Heartbreak“ ein Zehntner schweres Instrumental ohne viel Spielerei.

Balle

BAD MOON RISING – Bad Moon Rising (RG – Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Hands On Heaven
02. If It Ain’t Dirty
03. Without Your Love
04. Full Moon Fever
05. Lie Down
06. Old Flames
07. Built For Speed
08. Dark Side Of Babylon
09. Sunset After Midnight
10. Wayward Son

 

Spielzeit: 44:58 min – Genre: Hard Rock – Label: Pony Canyon Inc. – VÖ: 1991 – Page:

Man schrieb das Jahr 1991, die Hard Rock Band LION um Sänger Kal Swan und Gitarrist Doug Aldrich war Geschichte. In diesem Jahr veröffentlichen die beiden Musiker unter dem Namen BAD MOON RISING das gleichnamige Hard Rock Album, dass erste von drei Alben bis 1995. Bis Doug Aldrich dann im Jahr 1999 mit der Band BURNING RAIN im selben Genre wieder für Aufsehen sorgte.

Neben Kal am Mikrofon und Akustikgitarre und Doug Aldrich an Gitarren waren folgende Musiker am BAD MOON RISING Debütalbum beteiligt, Michael Schenker an Leadgitarre bei „Built For Speed“, Rick Serrate und Fred Mandel an Keyboards, Chuck Wright an Bass und Ken Mary an den Drums. Neben Kal und Doug trugen noch drei bekannte Musiker ihren Teil zum Debüt bei, Rick und Fred sind mir unbekannt.

LION war wie oben schon geschrieben Geschichte also präsentierten sich Kal und Doug erneut in Form von BAD MOON RISING der Musikwelt um diese zu erobern. Kal besitzt eine sehr raue und derbe Stimmfärbung die mit sehr viel Dreck glänzt und zu dem rohen und ungeschliffenen Hard Rock sowohl von LION als auch BAD MOON RISING passt. Vergleichen lässt sich das Organ schlecht da er seine eigene Art hat zu singen, deshalb ist er auch unter tausenden heraus zu hören. Die Gitarren von Doug verpassen dem Hörer eine Ohrfeige nach der anderen, weder zu hart noch zu soft haut er die Riffe raus. Das Keyboard wird sehr dezent eingesetzt und schwirrt im Hintergrund rum ohne groß aufzufallen. Der Bass von Chuck haut einem den Draht aus der Mütze, leise oder dezent sind Fremdwörter für den Tieftonakrobaten. Ken war noch nie ein zurückhaltender Drummer, sondern eher von der auffälligeren Sorte und dies stellt er auch auf diesem Album wieder unter Beweis. Die Produktion klingt wie der Hard Rock, roh, rau und nicht auf schön getrimmt, könnte allerdings ein wenig mehr Dynamik vertragen.

Wer die 80er Band LION und BURNING RAIN kennt sollte jetzt mit der Zunge schnalzen, denn genau auf dieser Schiene agieren auch BAD MOON RISING. Will für diejenigen die beide Bands nicht kennen heißen, es kommt roher ungeschönter Hard Rock nordamerikanischer Prägung auf den Teller. Angereichert mit ausgeprägten und erfrischenden Blues Vibes, die das Ganze sehr interessant wirken lassen. Vergleichen kann man eben mit LION und BURNING RAIN, sowie mit BADLANDS, 20/20 BLIND, BLACK BAMBI, BABYLON A.D., SHARK ISLAND, dem ASPHALT BALLET Debüt, wenn es balladesk wird dem SKID ROW Debüt und noch vielen mehr. Trotz der genannten Vergleiche waren BAD MOON RISING unvergleichlich und trugen deutlich die Handschrift von Kal und Doug. Egal ob es die Stimme von Kal oder das Gitarrenspiel von Doug ist, beides ist von einer verdammt hohen Qualität, das Songwriting trägt natürlich auch dazu bei.

Sehr Schade das nach drei Alben 1995 auch mit BAD MOON RISING Schluss war, wer die Musiklandschaft ein wenig verfolgt weiß das Doug Mitglied der Supergroup THE DEAD DAISIES ist und dort sehr gute Arbeit leistet. BAD MOON RISING hätten das Potential gehabt ganz oben zu landen, leider traf diese äußerst talentierte Band damals dasselbe Schicksal wie viele andere Bands. Durch das auskotzen von NIRVANA und Co war anständiger Hard Rock über Nacht Out und aus dem Radio verbannt, jeder wollte nur noch Deprimucke hören und kaufen, außer man nannte sich SCORPIONS, ALICE COOPER, OZZY OSBOUNRE, AC DC oder noch ein paar wenige. Alle drei Alben von BAD MOON RISING sind nicht leicht zu finden und können unter Umständen ein sehr tiefes Loch in die Haushaltskasse reißen, also ist beim Suchen Geduld gefragt.

„Hands On Heaven“ ein sehr intensiver Einstieg in das Album, „If It Ain’t Dirty“ bei diesem Stampfer kommt herrliches Old School Keyboard mit ins Spiel. „Without Your Love“ eine coole Ballade mit geiler Akustikklampfe, „Full Moon Fever“ geht wieder mächtig Böse nach vorne. „Lie Down“ verbreitet sehr gute Laune, das Ding bricht durch jede noch so harte Wand, „Old Flames“ in den Strophen Softrocker während der Refrain rockt. „Built For Speed“ ein flotter Rocker der Hummeln im Hintern hat, „Dark Side Of Babylon“ fängt sehr soft und zurückhaltend in den ersten Strophen an bis zur 55 Sekunde, ab da geht das Dingens ab wie ein Hund der von einer Katze eine richtige Gescheuert bekommen hat. „Sunset After Midnight“ und noch so ein Rocker mit sehr viel Potential aber nie Gehör bekam, „Wayward Son“ diese Ballade erinnert mich an die ersten beiden W.A.S.P. Alben.

Balle

BEYOND THE BLACK – Break The Silence

Trackliste:

01. Rising High
02. Break The Silence
03. The Art Of Being Alone
04. Let There Be Rain
05. Ravens
06. The Flood
07. Can You Hear Me
08. (La Vie Est Un) Cinéma
09. Hologram
10. Weltschmerz

 

Spielzeit: 37:34 min – Genre: Symphonic / Melodic Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/beyondtheblackofficial

 

BEYOND THE BLACK haben ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel „Break The Silence“ an den Start gebracht und befinden sich gerade noch auf der Album Tour. Ich konnte BEYOND THE BLACK letzten Dienstag Live in München sehen und habe irgendwie noch die grandiose Show vor Augen, sowie die Songs im Ohr. Zur momentanen Besetzung gehören Jennifer Haben an Gesang und Tasteninstrumente, Chris Hermsdörfer und Stefan Herkenhoff an den Gitarren, Linus Klausnitzer am Bass und Kai Tschierschky an den Drums. In wie weit die Angaben stimmen kann ich nicht mit Bestimmtheit bestätigen, da weder auf Homepage der Band Angaben, noch im Internet verlässliche Quellen zu finden sind.

Jennifer hat schon seit dem Debütalbum ein Organ das auf internationaler Ebene mit allem Mithalten kann das sich Sängerin nennt, egal ob es sich um einen bekannten oder unbekannten Namen handelt – Jenny kann da spielerisch mithalten und sehr viele Akzente setzen. Die Gitarristen versetzen die 6-saitige in wohlige Schwingungen die jedem Anhänger von Symphonic und Melodic Metal bestens munden sollte, weder zu heftig noch zu soft werden die Saiten angeschlagen um die Stimme von Jenny bestens in Szene zu setzen. Die Keyboards sind mal vordergründiger oder als dezente Unterstützung im Hintergrund, egal wie sie gerade im Song eingesetzt werden passt es sehr gut zur Stimmung. Der Bass kann sich nicht ganz so stark durchsetzen wie die Gitarren, dafür spielt das Schlagzeug auffällig den Arschtreter. Die Produktion ist auf höchstem Niveau ausgeführt und gibt keinen Grund auch nur einmal den Zeigefinger belehrend zu heben.

BEYOND THE BLACK beweisen aufs Neue das sie nicht nur auf eine sehr Gutaussehende Frontfrau beschränkt werden sollten, sondern musikalisch auch seit dem Debüt in der Oberliga beheimatet sind. Auch auf ihrem Konzeptalbum „Break The Silence“ setzt die Band die nationale – wenn nicht sogar internationale – Messlatte für Symphonic / Melodic Metal sehr weit nach oben, wer die Band kennt sollte mit dem Album mehr als zufrieden sein. Wer die Band nicht kennt, es gibt einen Mix aus Symphonic und Melodic Metal der es verdammt nochmal gewaltig in sich hat und das nicht nur im Studio, auch Live reißt die Band die Bühne ab. Dezente Vergleiche kann man Bands wie AMARANTHE, BATTLE BEAST und NIGHTWISH ziehen – oder auch nicht, dass kann man nie so genau sagen!

Gibt es einen Kritikpunkt? Ja, leider einen kleinen, der weder was mit den Songs noch der Ausführung zu tun hat, die ist auf einem Top Level und gibt in keiner Weise den Grund zum Unken. Der Kritikpunkt ist das das Album nach gerade mal 37,5 Minuten zu Ende ist und das ist nun mal nicht mehr wirklich Up-To-Date. Das gibt einen leichten Punktabzug.

„Rising High“ ein Groove Monster das mit afrikanischem Einfluss gleich mal perfekt ins Album startet, mit „Break The Silence“ folgt ein fettes Highlight. „The Art Of Being Alone“ ein geiles mit Drama angereichertes Duett mit Chris Harms, „Let There Be Rain“ ein melodisches Schmankerl das wieder mit afrikanisch anmutenden Chören von The Mystery Of The Bulgarian Voices kommt. „Ravens“ ein Ballade die durch das fast schon exorbitante Drama glänzt, „The Flood“ ein für die Band typischer Stampfer mit viel Melodie nur müsste die Verzerrung der zweiten Stimme nicht sein. „Can You Hear Me“ hier wird ein wenig aufs Gas getippt, „(La Vie Est Un) Cinéma“ ein Traum von einem Song, die Ausführung hätte nicht besser gemacht werden können. „Hologram“ erinnert mich an AMARANTHE – geht mit viel Schmackes durch die Wand, „Weltschmerz“ eine sehr traurige Ballade die die Taschentücher nass werden lässt.

Balle

DYMYTRY PARADOX – Born From Chaos

Trackliste:

01. Red Sky Remains
02. We Beneath My Skin
03. Born From Chaos
04. Sun Of A Broken God
05. Reignite Me
06. Empire Of The Fallen
07. Overmind
08. Oxygen Is Not Included
09. Grave With No Name

 

 

Spielzeit: 36:39 min – Genre: Psy-Core – Label: Reaper Entertainment – VÖ: 16.01.2026 – Page: www.facebook.com/DymytryParadox/

 

Die Tschechen von DYMYTRY melden sich zurück, mit neuem Label im Rücken gibt es auch eine kleine Namensänderung in DYMYTRY PARADOX. Da ich die letzten beiden Alben von DYMYTRY schon durch den Fleischwolf gezogen habe, folgt nun das dritte Album mit englischen Texten. Da ich DYMYTRY einmal Live sehen konnte und die Band mit ihren Masken und Kostümen in rot/schwarz was hermachten, haben sie mit der Namensänderung auch ihre Farben in dreckiges weiß/dunkelgrau oder schwarz geändert. Live werden sie nichts von ihrer Intensität verloren haben, ist ja immer noch dieselbe Band die nicht nur Live für ein positives Chaos sogt. Im Normalfall gehe ich bei Modern gedingsbums gekloppe in Deckung, nicht so bei DYMYTRY PARADOX, deren Sound hart und modern ist, dabei aber auch catchy und mit feinem Charme und endgeilen Refrains aus den Boxen jagd.

Zur Besetzung gehören Alen Ljubic am Mikrofon, Jan „Gorgy“ Görgel und Jirí „Dymo“ Urban an den Gitarren, Artur „R2R“ Mikhaylov am Bass und Milos „Mildor“ Meier an den Drums. Ein Line-Up das jetzt auf dem dritten Album für ordentlich Lärm im Gebälk sorgt. Live eine Einheit die positives Chaos verbreitet und auf Tonträger eine mehr als anständige Figur abgibt. Die Stimme von Alen gibt sich zu keinem Zeitpunkt eine Blöße oder gar Grund zum Meckern. Die passt sowas von zum Bandsound und sorgt mit ihrer Ausführung für Aufsehen. Die Gitarren fahren die ganz großen Geschütze und volles Modern Metal Brett auf, können aber auch dezent und gefühlvoll je nachdem wie es die Situation im Song gerade erfordert. Der Bass lässt sich nicht von den Gitarren in eine Ecke drängen, sondern hält voll dagegen, wenn die Gittis Gas geben rückt er leicht in den Hintergrund wo er sich laut Gehör verschaffen kann. Der Drumstickschwingende Held auf seinem Hocker beackert die Bespannungen wie ein wilder Stier der nur noch „Rot“ sieht. So ergibt sich ein Gesamtbild das auf drei Album eine herausragende Leistung abgegeben hat.

Trotz der sehr modernen Auslegung und sich im Psy-Core befindende Sound alles andere als Massenkompatibel ist, ist die Mucke doch für alle die auch mal über ihren Schatten springen und etwas Neues versuchen wollen einen lohnenden Blick wert. Es wird nicht nur rumgekloppt, sondern auch äußerst angenehm gerockt. Wie schon auf den beiden Vorgängeralben sorgen DYMYTRY PARADOX für ein Chaos in allen Belangen, nur das dieses von mir angesprochene Chaos sehr positiv gemeint ist und mit coolen Melodien und saugeilen Refrains daherkommt. So schafft es die Band erneut wieder mal für Aufsehen sorgen zu können. Abzug in der B-Note gibt es durch das unterschreiten der 40 Minuten Grenze.

„Red Sky Remains“ ein sehr eingängiger Einstieg in das Album, „We Beneath My Skin“ nach dem gelungenen Einstieg gibt es gleich noch einen Happen. „Born From Chaos“ ein Nackenbrecher der mit einem geilen Refrain kommt, „Sun Of A Broken God“ die Band kann es noch, kreischende Gittis, eine cooler Stimme und geniale Refrains, zum Ende hin kommt sogar noch epische Stimmung auf. „Reignite Me“ eine Powerballade mit viel Drama und Gefühl, „Empire Of The Fallen“ ein Brecher der keinen Knochen auf dem anderen lässt. „Overmind“ der nächste Knochenbrecher der mit Eingängigkeit glänzen kann, „Oxygen Is Not Included“ hier fallen mir die Modern Metaller der 90er Jahre ein – kann aber mehr als nur an diese Epoche erinnern, „Grave With No Name“ eine vor Drama triefende Ballade die durch die Stimmen und Akustikgitarre zum Leben erweckt wird.

Balle

BULLET – Kickstarter

Trackliste:

01. Kickstarter
02. Caught In The Action
03. Open Fire
04. Keep Rolling
05. Hit The Road
06. Avenger
07. Chained By Metal
08. Spitfire
09. Full Throttle
10. Strike At Night
11. Night Falls Down

Spielzeit: 39:13 min – Genre: Heavy Rock – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/bulletband

 

So es ist jetzt 01:47 Uhr nachts und gerade vom BEYOND THE BLACK Konzert aus München zurückgekehrt. Nun ist die Zeit für die schwedische Krawalltruppe um Hell Hofer mich in andere Sphären zu beamen. Acht Jahre sind seit dem letzten BULLET Album „Dust To Gold“ vergangen, acht lange Jahre mussten die Fans auf neuen Stoff warten, doch das Warten hat nun ein lohnendes Ende, BULLET sind mit elf neuen Songs zurück. Wandelten BULLET auf ihren Alben immer auf einer Gratwanderung zwischen Hard Rock und Heavy Metal, mal mehr von dem oder dem anderen. Ich bezeichnete den BULLET Sound immer als härteren AC DC Sound mit alten Dirkschneider Vocals zu seinen besten ACCEPT Zeiten, liest sich nicht prickelnd, hört sich in Wahrheit aber sehr attraktiv an. Ich konnte längere Zeit nichts mit BULLET anfangen, genauso wie mit AC DC, erst spät entdeckte ich den AC DC Sound für mich, genauso bei BULLET, erst mit dem dritten Album begann BULLET mein Interesse zu wecken. Es gibt gewisse Dinge die erst reifen müssen um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, entweder ist es bei mir mit steigendem Alter oder diese Dinge müssen den richtigen Moment bei mir erwischen um meine Synapsen anzusprechen. Im Fall BULLET dauerte es nur fünf Jahre, bei den Stromrockern dauerte es Jahrzehnte.

Zur Besetzung von BULLET gehören Oberschreihals Hell Hofer am Mikrofon, Hampus Klang und Freddie Johansson an den Gitarren, Gustav Hector an Bass und Gustav Hjortsjö an der Schießbude. Hells Stimme scheidet bestimmt immer noch jegliche Geister in das Lager die schreien „Saugeile“ Röhre, die anderen gehen in Deckung und heulen rum das es sich um „Geschrei“ handelt. Sicher haben beide Lager in einer Art und Weise recht, entweder man kann mit der Stimme oder eben nicht. Hell raunzt, grunzt und schreit sich durch die Songs wie damals unser guter alter Udo zu seinen besten ACCEPT Zeiten. Damals gab es bei ACCEPT auch zwei Lager, die einen die es geil fanden, die anderen die damit nichts anfangen konnten. Allerdings gibt der riesige Erfolg von ACCEPT eben dieser deutschen Band recht, die ihre übergroßen Fußabdrücke im Heavy Metal hinterlassen haben. Vorbild für 100000 von Bands die ihnen Nacheifern. Ob BULLET einmal diesen Status erlangen werden wird die Zukunft bringen, allerdings sind sie auf einem sehr guten Weg dorthin ihre Duftmarke sehr hoch zu setzten. Ob nun Hellboy Hofer oder Udo das Organ mit mehr Kraft oder Ausdrucksstärke besitzt kann und will ich nicht entscheiden, dass soll jeder für sich alleine ausmachen. Auf jeden Fall gibt es so eine Stimme wie die von Hell kein wirklich zweites Mal und ist ein sehr großes Merkmal der Band, bei Bedarf gibt es mehrstimmige Chöre. Das zweite Merkmal sind die beiden Gitarristen die sich meist vom Riffing her in klassischen Gewässern bewegen, und sich dabei in den späten 70ern bis in die Mitte der 80er befinden. Egal ob man die Lead- oder Rhythmusgitarre anhört, beide befinden sich von der Ausführung sehr weit in der Vergangenheit. Ist dieser Umstand ein Nachteil? Nöö, mit Sicherheit nicht! Der Bass macht alles andere aber er gibt sich nicht damit zufrieden hinter den Gittis zu stehen, sondern bewegt sich auf demselben Niveau wie die Axtschwinger. Wer die Band kennt weiß wie intensiv die Drums sind, die spielen den Antreiber der mit Vollgas, brachial und ohne Gnade in jeden Hintern tritt bis der blau und blutig ist.

Neben Hellboy und der klassischen Gitarrenausführung gibt es noch eine Bandeigenschaft, dass sind die Melodien die in keinem Song zu kurz kommen. Mit der Treffsicherheit eines „The Nuke“ Luke Littler bei der Darts WM treffen BULLET mit ihren Songs immer in die tripple 20 und holen so das Maximum raus. Die Melodien scheinen zwar schon seit Urzeiten ausgenuddelt und zu einer früheren Zeit ähnlich gehört, zeigen aber eine Wirkung die sofort ins Ohr geht und nicht mehr so schnell in Vergessenheit geraten. Ist das ausgenuddelte innovativ oder wegweisend? Bestimmt nicht, aber wie im Fall von BULLET knallt und bumst es in jedem Song an allen Ecken das es eine wahre Freude ist. Das Rad erfinden die Schweden auch nicht neu, nur ist der Sound äußerst attraktiv und catchy wie Sau. Der Sound von BULLET schreit eines förmlich heraus, wie dick die Eier sind, nicht halbstark oder unklar wo der Weg hinführen soll, sondern erwachsen mit den dicksten Klöten im Business.

Leider befindet sich die Laufzeit des Albums knapp unter den magischen 40 Minuten und ergaunert sich dadurch und die fehlende Innovation einen Minuspunkt in der Bewertung. Nicht falsch auffassen, das Album hat es in sich nur die zwei negativ Punkte ergeben einen leichten Punktabzug der kaum ins Gewicht fällt.

„Kickstarter“ und schon die ersten Takte verraten Wer, Was, Wo sich im Player dreht, was für ein Arschtreter zum Start, „Caught In The Action“ ein cooler Rocker der auch gut in eine Disco passen würde. „Open Fire“ ein typischer BULLET Brecher zum abfeiern, „Keep Rolling“ ein Charmebolzen der voll in die Offensive geht und beim ersten Hören sitzt wie eine Stretch Jeans. „Hit The Road“ der Song für eine freie Autobahn und über 250 Sachen auf der Nadel, „Avenger“ nähert sich auch wie der Vorgänger mit Speed der Schallmauer. „Chained By Metal“ der nächste Nackenbrecher für gewaltige Schmerzen in den Halswirbeln, „Spitfire“ es wird das Gaspedal gelupft und ein Stampfer taucht im Gehörgang auf der Potential besitzt. „Full Throttle“ ein Gewaltrocker für die Disco oder Radio, „Strike At Night“ ein Schmankerl für jede Party, „Night Falls Down“ den schwersten Rocker und Highlight haben sich die Jungs für den Schluss aufgehoben.

Balle

FIREBORN – Dreamcatcher

Trackliste:

01. Dancing With The Villain
02. Set The World On Fire
03. Point Of No Return
04. Likes For A Life
05. Pull The Trigger
06. Little Wanderer
07. Crisis Of Youth
08. Dreamcatcher
09. Flashlight
10. Out Of The Edges
11. Human

Spielzeit: 43:19 min – Genre: Heavy Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Firebornofficial/

 

FIREBORN bitte wie, wer, wo, was soll das sein. FIREBORN eine deutsche Band die sich mit ihrem Debütalbum einen Status erspielen konnte und mit diesem Album „Dreamcatcher“ in den Olymp aufsteigen möchte. Ich kannte die Band im Vorfeld nicht und bin erst mit diesem Album auf die Truppe aufmerksam geworden. Mit den ersten klängen kam auch ein lautes Oha über meine Lippen, das klingt Fett und mit Bomben Stimme die sofort im Ohr hängen bleibt. Also lasst Mal hören was ihr so drauf habt, ob ihr den Aufstieg in den Olymp jetzt schaffen könnt. Im Promotext wird FIREBORN für Fans von HALESTORM und ALTER BRIDGE empfohlen mit dem Zusatz Classic Rock & Metal. Kopfkratz im Zusammenhang von HALESTORM und ALTER BRIDGE Classic Rock zu erwähnen ist schräger als total schief gewickelt. Beide Bands passen weder zu Classic Rock noch zu Metal, also herrscht von Anfang an ein wenig chaotische Erwartungshaltung was mich erwartet, wird es ein Bringer oder totaler Brechdurchfall?

Zu FIREBORN gehören die nicht nur wahnsinnig Fette Stimme von Jenny Gruber sondern auch die Saiten-Hexer Rick Götze und Dennis Weber, Bassist Christian Lehr und der Drumstick-Schwinger Raphael Singh. Jennys Stimme ist sehr variabel, die kann von zuckersüß bis bitter-böse gehen und einem dabei den Hintern versohlen. Am besten mundet diese Stimme, wenn sie voll loslegt und mit viel Dreck und Rauch raunzt, faucht und singt wie eine wildgewordene Löwin die ihre Jungen verteidig, allerdings überzeugt sich auch wenn es dezentere Zurückhaltung von ihr gibt. Dabei bewegt sich die Stimme irgendwo zwischen Jennifer Crush, Darby Mills, Janet Gardner oder Noora Louhimo wenn die Druck macht. Die Gitarren sorgen für Riffwände die sich vor dem Hörer aufbauen ohne dabei einen Deut nachzugeben. Die Ausführung der Gitarren wechselt zwischen 80er a‘ la ACCEPT bis ins jetzt zu ALTER BRIDGE, EVANECENCE ohne es dabei in keine Richtung zu übertreiben. Wenn es Modern wird bleibt es für Traditionalisten immer noch erträglich ohne dabei das Gefühl zu entwickeln die Skip Taste zu betätigen. Der Bass ist kein Leisetreter, hat aber seine liebe Mühe gegen die Stimme, Riffbretter und Drums anzukommen. Das Schlagzeug befindet sich meistens in der modernen Ausführung und klingt leider ein wenig blechern, nach Samples, leider vermatschen die runterkomprimierten MP3s die Becken zu einem kastrierten sonst etwas nur nicht Becken. Und da liegt der einzige Kritikpunkt schon auf der Hand, MP3s können mehr Schaden als Nutzen bringen. Der Grund warum ich Streamingdienste meide, MP3 ist kein Format, sondern kastriert Musik. Wave ist das Maß der Dinge.

Der Stil von FIREBORN liegt irgendwo zwischen Tradition und Moderne, aber bei Classic Rock muss sich derjenige der dies im Pressekit angegeben hat verhört haben. Die Gitarren erinnern mich in manchen Momenten an die alten ACCEPT von Mitte bis Ende der 80er aber auch an ALTER BRIDGE oder EVANECENCE, wenn es Modern wird. Dabei schaffen FIREBORN einen Spagat, auf der einen Seite sehr heftig und metallisch auf der anderen Seite den Spirit und Kraft des guten alten Hard Rock wie er in den 80ern angesagt war. Es befindet sich eine Gitarre im Old-School-Hard Rock die andere haut die moderneren Töne raus. Zu heftig wird es eigentlich zu keinem Zeitpunkt, metallisch ja aber das wars dann auch schon. Wie kann man den Stil jetzt am besten einordnen? Ich gebe jetzt mal Modern Heavy Rock an, 60% Moderne, 75% Heavy der Rest ergibt sich dann aus der Bezeichnung Rock. Melodien lässt keiner der elf Songs vermissen, damit geizen FIREBORN auf keinen Fall. Und es hört sich bei weitem besser an als die Beschreibung vermuten lässt. Einfach ein Ohr riskieren und sich von einer talentierten Band überraschen lassen.

Durch das doch komisch anmutende Klangbild in den höheren Tönen ziehe ich einen halben Punkt ab und bin gespannt ob dieser Effekt auch auf Tonträger zu hören ist.

„Dancing With The Villain“ ein brachialer Stampfer zum Einstieg ins Album der irgendwo zwischen Hard Rock und Metal wandelt, „Set The World On Fire“ ein melodisches Schmankerl das von den Gittis an die ollen ACCEPT erinnert. „Point Of No Return“ geht sowas von durch jegliche Wand, egal aus welchem Material die auch sein mag, „Likes For A Life“ die Stimme trifft auf moderne Riffs und einem traumhaften Refrain. „Pull The Trigger“ schwere und tiefe Riffs klingen bedrohlich, „Little Wanderer“ eine Powerballade mit Tiefgang und einer verdammt starken Stimme. „Crisis Of Youth“ ein Moderner Brecher der zwischen softer und heftiger hin und her wandelt, kommt stellenweise mit Growls, „Dreamcatcher“ ein Highlight das alles bietet für das FIREBORN stehen, Hard Rock Wurzeln, Heavy Riffs und eine moderne Auslegung. „Flashlight“ eine klassische Gitarre trifft auf eine Moderne und modernes Drumset, wird mit viel Melodie und Jennys Stimme kombiniert, „Out Of The Edges“ EVANECENCE trifft auf Melodic Hard Rock der alten Schule, das Ergebnis ist ein Traum von einem Song, „Human“ wandelt gewagt zwischen den beiden Welten Tradition und Moderne.

Balle

Y

J.B.O. – Haus Of The Rising Fun

Trackliste:

01. Ma Ma Ma Metal
02. Haus Of The Rising Fun
03. Vito, wir machen Krach
04. I Kissed A Girl
05. Stinkefinger
06. Ka-Fump
07. Power sucht Wolf
08. Nur für euch
09. Weißt schon, was ich meine
10. Bussi
11. Ein sehr gutes Lied
12. Woke On The Smater
13. Mein Arsch

Spielzeit: 44:01 min – Genre: Fun Metal – Label: Perception Music – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/kickersofass

 

Frei nach Ilja Richter in seiner damaligen Musiksendung „disco“: „Licht an, Spot aus“ … nein, nein, heute muss das heißen: „Licht aus, pinken Plüsch-Chaos-Spot an“! Hilfe die vier fränkischen Gaudi Barden sind wieder unterwegs. Mir ist die Band J.B.O. schon seit einer Ewigkeit ein Begriff, allerdings habe ich mich bis jetzt nie an einen Song rangetraut, warum kann ich nicht sagen. Jetzt als Schreiberling nach über 30 Jahren im fortgeschrittenen Alter habe ich mich endlich mal an ein Album getraut und lass mich entweder Negativ oder Positiv überraschen.

Zur Pink Chaos Truppe gehören Hannes Holzmann an Mikrofon und Gitarre, Vito C. an Gitarre, Ralph Bach an Bass und Wolfram Kellner an den Drums. Die Stimme von Hannes hat was, besitzt Dreck und passt einfach nahezu perfekt zum Sound von J.B.O.. Besser hätte man es mit der Stimme nicht treffen können. Die Gitarren hauen mit einer wahren Freude die Riffs raus und machen dabei keine Gefangenen. Nie zu hart, sondern genau wie es der Song gerade benötigt gehen die 6-saitigen an den Start. Der Bass verschafft sich genügend Raum um neben den Gittis glänzen zu können. Der Stick-Schwinger macht das was er soll, er lässt die Sticks fliegen wie Sau. Die Produktion hat Dampf und sorgt für ein wohliges Gefühl beim Hören. Über Sinn oder Unsinn der Texte lässt sich streiten.

Man muss der Welt für alles Danken, selbst für vier Chaoten Franken! Im Falle von J.B.O. trifft das so ziemlich den Nagel auf den Kopf. Es kommen geile Coverversionen, Metal-Hymnen oder Heavy Rockkracher zum Einsatz. Die Songs werden mit viel fränkischem Charme und chaotischen Texten vorgetragen die beim Hören kein Auge vor lauter lachen trocken lassen. Aber sind wir mal ehrlich, so richtiger Blödel-Metal ist doch auch mal was anderes und zur Abwechslung genau richtig. Die Texte tragen ihren Teil zum Erfolg von J.B.O. bei, genau wie die Songs die Mal frech geklaut oder angelehnt sind und im Heavy Stil aus den Boxen kommen. So schaffen es die Franken selbst mit dem größten Blödsinn überzeugend rüberzukommen. Sicher erfinden J.B.O. weder den Metal neu noch sind die Texte ernst, aber es knallt, bumst und kracht im Karton. Außerdem muss man gewaltige Klöten im Sack haben sich an den Songs zu versuchen ohne dabei als Loser dazu stehen – dies gelingt J.B.O. ja schon seit über 30 Jahren. Metal goes Frankonia! Schluss, Aus, habe fertig. Prost Buam aof de naxt’n dreis’g Joar!

„Ma Ma Ma Metal“ Metal in Reinkultur mit mehr als nur zwei Augenzwinkerern, „Haus Of The Rising Fun“ eine geile heavy Version des 60er Jahre THE ANIMALS Songs. „Vito, wir machen Krach“ eine Hymne für die Tanzflächen der Rockdiscos, „I Kissed A Girl“ Hey Buam, hat’s ez net scho z’oid um a Girl ob zum bussln? Nee im Ernst der Song kommt mit Riffsalven sehr gut rüber. „Stinkefinger“ der Song zum Pogen und Leute durch die Discos zu pfeffern, „Ka-Fump“ vier kleine Franken im Wald auf der Suche nach der Feierabend-Hopfenbrause mit Schaumkrone. „Power sucht Wolf“ auf diese Idee muss man erst mal kommen, „Nur für euch“ ze’fix das Ding rockt wie Sau. „Weißt schon, was ich meine“ nach Genuss des Songs weiß jeder was gemeint ist – kommt mit göttlicher Melodie und chaotischem Intermezzo, „Bussi“ oas, zwoa g’suffa, hier wird alles durch den Kakao gezogen was die Gang hergibt. „Ein sehr gutes Lied“ ein kurzes Intro mit einem gut gemeinten Hinweis, „Woke On The Smater“ ich hätte es Wissen müssen, dass hier DEEP PURPLE auf die Schippe genommen werden, „Mein Arsch“ hier VERARSCHEN die Vier „Voyage, Voyage“ mit ihrem ureigenem Charme im Hard N Heavy Style, die erste Version des Songs die ich mir komplett anhören kann.

Balle

GREYSTONE CANYON – Something Borrowed…Something New

Trackliste:

01. Doctor, Doctor (UFO Cover)
02. Just Got Paid (ZZ TOP Cover)
03. Drives Us
04. Imigrant Song (LED ZEPPELIN Cover)
05. Friend Of The Fox (Instrumental)
06. Suicide (THIN LIZZY Cover)
07. Hey Hey, My My (Into The Black) (NEIL YOUNG Cover)
08. AAF
09. Stealing Our Freedom

 

Spielzeit: 32:40 min – Genre: Hard Rock – Label: Rockshot Records – VÖ: 05.12.2025 – Page: www.facebook.com/greystonecanyon/

 

Rockshot Records, wo auch die drei sympatieträger aus Italien SANDNESS unter Vertrag stehen kommen mit einem neuen Album der australischen Band GREYSTONE CANYON in die Läden. Der Titel lautet „Something Borrowed…Something New“ und will heißen das auf dem Album fünf Coverversionen von bekannten Songs aus der Rockszene und zwei eigene – Plus zwei Instrumentals und Intro enthalten sind. Über Sinn oder Unsinn von Coverversionen lässt sich sicher mehr als nur ein Streitgespräch führen. Aber Hey warum nicht eine toll gemachte Coverversion von einem älteren Song, wie von UFO das in den 70ern aufgenommen wurde und auf dem original Album klanglich nicht wirklich überzeugend rüberkommt. Warum nicht ein Cover das reinhaut und gute Laune mitbringt, allerdings sind fünf bei 3,5 eigenen ein paar Zuviel, also mal sehen wie sich das Album anhört, vielleicht ist es nicht so düster wie das Papier spricht.

Ich kannte GREYSTONE CANYON vor diesem Album nicht, deshalb kann ich nicht viel über diese Band berichten außer das was mir das Album zeigt. Zur Band gehören Darren Cherry am Mikro und Gitarren, Richard Vella an Gitarren und Keyboards, David Poulter an Bass und Sham Hughes an Drums und Keyboards. Als ich die ersten Strophen von Darren hörte dachte ich die Stimme kommt mir seltsam bekannt und vertraut vor, ab dem zweiten Song viel mir ein von wo ich so eine Stimmfärbung kenne, an keinen geringeren als Jess Harnell von LOUD & CLEAR und ROCK SUGAR wurde ich erinnert. Nur das Darren seine Stimme nicht so oft in die hohen Regionen Jagd wie Jess, sondern mehr in den mittleren Lagen bleibt. Stimmlich ist also alles im Lot. Die Gitarren hauen die Riffs raus wie Sau und machen dies in der richtigen Härte ohne es dabei zu überreizen. Die Tasteninstrumente wurden sehr dezent und zurückhaltend eingesetzt und ziehen im Hintergrund ihre Bahnen. Der Bass haut einem die Noten mit voller Wucht um die Ohren und das Schlagzeug überzeugt ohne Wenn und Aber.

Geboten wird Classic und Hard Rock mit zeitgemäßem Klang und Produktion, die Coverversionen kommen knackig rüber und können auch überzeugen. Wenn man ehrlich ist die Stimmen eines Phil Mogg, Billy Gibbons, Robert Plant, Phil Lynott oder Neil Young sind schon einzigartig und prägend für die Rock Musik, und haben ihre riesige Spuren hinterlassen, aber Darren macht da einen echt guten Job. Ähnlich wie Jess mit ROCK SUGAR wirken die Songs im ersten Moment fremd, bis man sich an die Stimme gewohnt hat, dann kommen die Songs schon geil rüber. Die Eigenkompositionen besitzen viel Potential das die Band es nicht nötig hätte auf Coversongs zurück zu greifen. Nur wenn es der Band ein Bedürfnis war diese Songs in ihrem Gewand zu veröffentlichen, dann ist ihnen das sehr gut gelungen. Die eignen Songs sind im Hard Rock der späten 80er ausgeführt und schauen dabei sehr weit nach Osten über den Pazifik in Richtung USA und Kanada. Denn so hören sich die Songs an, die könnten durchaus auch von einer US- oder Kanada-Band stammen.

Einziger richtiger Wermutstropfen ist die doch sehr kurze Laufzeit von nicht mal 33 Minuten, da ziehe ich wie bei allen die unter 40 Minuten bleiben einen Punkt in der Wertung ab. Ansonsten eine sehr gute Vorstellung der Australier. Beim nächsten Album eigene Songs mit dem Potential der Zwei von diesem und über 40 Minuten dann lüppt es auch mit einer höheren Wertung.

„Doctor, Doctor“ mit Schmackes und geilem Basslauf geht es in die erste Runde, „Just Got Paid“ Heavy Blues Rock der was kann. „Drives Us“ ein geiler und cooler Rocker aus eigener Freder, erinnert an Ron Keels Material nach KEEL, „Imigrant Song“ der Song ist im Original der Burner, dass Cover geht voll in Ordnung. „Friend Of The Fox“ ein stimmiges Instrumental das mit Akustikgitarre glänzt, „Suicide“ anständig umgesetzt, allerdings besitzt die Version von LIZZY mehr Charme. „Hey Hey, My My (Into The Black)“ ich kenne da nur eine Liveversion von NEIL YOUNG und die hört sich nicht so prickelnd an, da hat die Version von GREYSTONE CANYON klanglich die Nase vorne obwohl es eine Ballade bleibt, „AAF“ müssen solche kurzen Intermezzos sein, nein, „Stealing Our Freedom“ hier zeigt sich die Band ein weiteres Mal von ihrer besten Seite, das Ding haut rein und signalisiert das Potential von GREYSTONE CANYON.

Balle

MÄRVEL – Brain Drain Diaries

Trackliste:

01. Look! It’s Rock N Roll
02. A Beautiful Corpse
03. Brain Drain
04. Take A Stand
05. How Much Can I Wait
06. Biding My Time
07. Lord Of The Gilded Cage
08. Time Has A Way
09. Butt To The Head
10. Steal The Night

 

Spielzeit: 33:47 min – Genre: Great Rock N Roll – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 05.12.2025 – Page: www.facebook.com/marveltheband

 

Das schwedische Trio MÄRVEL schließt das Jahr 2025 mit einem neuen Album ab, dass Album hört auf den Titel „Brain Drain Diaries“. Nachdem ich das 2022er Album und die Best Of von 2023 durch den Kakao gezogen habe (die mich überzeugen konnten), folgt nun das elfte, und mein drittes Date, Album von MÄRVEL verbal durchzukauen. Leider ist es mir nicht möglich den gesamten Backkatalog durchzuhören, da mir Accounts bei Stream Diensten fehlen, warum? Ich bezahle nicht für etwas das mir am Ende nicht Mal gehört und in einer schlechteren Soundqualität als auf Tonträger ankommt. Ja ich weiß es gibt bei einigen Anbietern einen HD Stream, den ich auch ausprobiert habe und mit dem Ergebnis was bei mir am Ohr ankam in keiner Weise zufrieden war. Also ist für mich nur eins der Gewinner und das sind Tonträger auf Vinyl oder CD, Old-School – aber das ist einfach der beste Weg vernünftig Musik genießen zu können.

Bei den maskierten Rockern immer noch in Lohn und Brot sind The King an Mikrofon und Gitarre, The Burgher an Bass und The Vicar an den Drums. Die Vocals erinnern mich immer noch an eine Light Version von Paul Stanley oder auch Redboy von STARMEN. Diese Stimme kann aufs Neue beweisen was in ihr steckt und wie perfekt sie mit dem Bandsound harmoniert. Gibt es bei The King einen Grund zum Meckern, Nein in keinster Weise, weder am Mikro noch an der 6-saitigen. Die Gitarrenarbeit ist für MÄRVEL typisch energisch, mit viel Drive ausgeführt und sprüht nur so vor Agilität. Der Bass haut auch den Hörer aus den ausgelatschten Turnschuhen aus den 80ern. Die Drums sind von der brutalen Art und sorgen wie immer für Glanzpunkte. Die Produktion besitzt genügend Druck um selbst eine skinny-elasto Jeans zum Flattern zum Bringen. Jungs da habt ihr wieder einen an den Start gebracht, mein Wunsch wäre ein Album mit einer Laufzeit von über 40 Minuten!?!

Das sympathisch-chaotische Trio zeigt eindrucksvoll wie geil Rock Mucke aus Schweden ist, skandinavische Musiker haben sowieso ihre eigenen Regeln, Art und Weise wie sie Musik angehen, dass kann man in jeder Note hören und spüren. MÄRVEL bilden da keine Ausnahme, die Jungs müssen mindestens in meinem Alter sein, denn die Einflüsse die ich raushören kann ist genau die Mucke die ich früher in den 70ern und bis etwa dreiviertel der 80er im Radio hören konnte, und dann noch mit Skandi Charme versehen. Wenn ich den Sender Radio M1, damals bei mir leider nur mit viel rauschen und in Mono empfangbar dazu nehme dann konnte man diese Mucke noch länger genießen. Wie setzt sich der Stil von MÄRVEL zusammen? Sagen wir mal eine riesige Portion Great Fu**ing Rock N Roll gemixt mit einem drittel Classic Wurzeln und Glam Faktor, und in manchen Momenten mit einer winzigen Punk Note versehen. Liest sich zwar wie eine Katastrophe, hört sich aber weder beschießen noch abgefahren, sondern einfach nur geil an. Ich beschrieb in meiner ersten Rezi zu einem MÄRVEL Album, „KISS, ein leichter Schuss Bombast von URIAH HEEP, viel STARMEN und leichten THE CLASH Vibes“, man kann auch noch SWEET, die schwedischen Landmänner FREEDOM und THE HELLACOPTERS dazunehmen – und fertisch ist der MÄRVEL Sound.

Genau so muss das klingen, so und nicht anders geht Rock N Roll, Da ich immer versuche Fair und objektiv zu bleiben, ziehe ich bei diesem Album auch einen Punkt ab – weil die Laufzeit deutlich unter 40 Minuten bleibt und das im digitalen Zeitalter einfach nicht mehr Up-To-Date ist. Ansonsten haben MÄRVEL wieder ein heißes Eisen aus der Schmiede geformt das auf Anhieb überzeugen kann.

„Look! It’s Rock N Roll“ zeigt gleich wo die Richtung hingeht, in die typische MÄRVEL Ecke für die sie geliebt werden, „A Beautiful Corpse“ hier geizt das Trio nicht mit geilen Melodieführung, ein Highlight vor dem Herrn. „Brain Drain“ SWEET Gesangslines treffen auf MÄRVEL und fabrizieren einen Hit, „Take A Stand“ der dritte im Bunde – die Melodien einfach nur zum niederknien und verneigen. „How Much Can I Wait“ sie können es nicht lassen noch einen Hit vor den Latz zu knallen, „Biding My Time“ hier geht das Level geringfügig um ein paar Prozentpunkte runter. „Lord Of The Gilded Cage“ das Niveau geht wieder Steil nach oben Richtung 110%, „Time Has A Way“ ein geiler Classic Rocker der guten Laune. „Butt To The Head“ ein dämlicher Songtitel – der sich allerdings sehr gut entwickelt, „Steal The Night“ zum Abschluss gibt es noch mal voll auf Zwölf.

Balle