NITROGODS mit GOD’S GIFT am 29.11.2025 im VAZ in Burglengenfeld

Nachdem ich GOD’S GIFT am 28.11.2025 in Traunstein im Cafe Festung das Dritte mal Live gesehen habe und sie einen Tag später nochmal als Support für NITROGODS in Burglengenfeld auftraten nahm ich die Möglichkeit wahr mir diese sehr gute Band ein viertes Mal anzusehen. Also ging es am frühen Abend los in Richtung Burglengenfeld, es hatte noch einen Vorteil, ich habe NITROGODS noch nicht Live gesehen und wollte mir das Trio auch unbedingt ansehen. Dies kann ich von meiner endlosen To-Do-Liste von Interpreten und Bands streichen, NITROGODS check.

Am Vorabend in Traunstein konnten GOD’S GIFT meinen bis jetzt sehr guten Eindruck der Band, egal ob auf Konserve oder Live bestätigen. Und wie soll es anders sein auch am 29. November versetzten GOD’S GIFT dem Publikum einen regelrechten Arschtritt wie bei jedem von mir gesehenen Konzert. Sänger Fares konnte wie von ihm gewohnt mit seinem rauchigen Unterton Akzente setzten, fehlerlos shoutete er sich durch das Set das im Motto des Debütalbums stand. Die beiden Guitar-Heroen Mark und Daniel sorgten für ordentlich Alarm und Melodie, beide bewiesen abermals was sie für talentierte Saiten-Zauberer sind. Egal ob Mark oder Daniel das Solo spielte, oder auch während der Songs passte alles perfekt zusammen. Bassist Reeve besitzt Live eine sehr zurückhaltende und unspektakuläre Spielweise, die allerdings weder langweilig noch unauffällig ist. Er wirkt dabei wie ein 1000 Jahre alter Baum den nichts aus den Wurzeln haut. Und dann kommt das Biest schlecht hin, Mike an den Drums, der Typ besitzt eine energische Spielart die einfach nur auffällt, die Drumsticks hat er voll im Griff und wirbelt die auch gekonnt rum. Vom Stageacting her war viel Bewegung auf der Bühne und die Vier nutzten diese komplett aus. Der Soundmann bewies ein gutes Gehör und sorgte für einen druckvollen Livesound bis in alle Frequenzen. Für mich tadel- und fehlerlos bot die Band ihr Debütalbum Live auf einem sehr hohen Niveau. Wer sich selber überzeugen möchte welche Qualitäten GOD’S GIFT besitzen, es kommen in den kommenden Monaten noch ein paar Auftritte von der Oberpfalz bis nach Oberbayern. Traut Euch ruhig die Musiker anzusprechen, die freuen sich über jeden Zuspruch und sind immer für ein Gespräch zu haben.

www.facebook.com/godsgift.rocks

Setlist GOD’S GIFT

Ain’t Going Back
Trail Of Tears
Call Me Bad
Shake Your Faith
Put It Where You Want It
Silver Of Lead
The Deed Is Done
Race Till Sundown
Dogs On The Run
Dirty Boogie
Ain’t Going Back

Nach der Umbaupause kam das Powertrio NITROGODS ganz unspektakulär auf die Bühne, aber als sie loslegten war gewaltig was los. Ich fragte mich die ganze Show über wie die drei es mit nur einer Gitarre, Bass und Schlagzeug schaffen so einen Sound auf die Bühne zu bringen. Es gibt noch ein Powertrio das ich kenne das auch so eine Power besitzen und die sind in Taufkirchen zuhause. Sänger und Bassist Oimel sorgte für die tiefen Töne und mit seiner doch sehr fertig klingenden Stimme gab er eine mehr als anständige Figur ab. Der Gitarrist Henny hatte seine 6-saitige voll im Griff, wechselte auch öfter durch, je nach Bedarf. Klaus Sperling an den Drums wurde als lebende und wandelnde Bierpulle vorgestellt und spielte auch mal mit einer leeren Flasche, oder kaute auf einem seiner Sticks rum. Der Sound kann schon als brachial und sehr laut bezeichnet werden, trotz der Lautstärke war nichts von Übersteuerung zu hören. Die Songauswahl war sehr gelungen und gab von Punk über Hard Rock bis Heavy Rock alles her. Es wurden auch einige kühle Blondinen mit Schuss konsumiert was bei der Hitze auf der Bühne nicht verwunderlich erscheint. Das Geschehen verteilte sich von den beiden Bühnenseiten bis in die Mitte und jeder der Beiden wanderte mal rum. Gibt es einen Grund zum Meckern, klare Antwort: NEIN! Das Trio haute Song um Song raus und das mit einer Spielfreude die für beste Stimmung im Publikum sorgte. Das war bestimmt nicht das letzte Mal das ich mir NITROGODS Live gegeben habe, da wird es eine Fortsetzung geben, Punkt, Basta, Schluss und Aus.

www.facebook.com/Nitrogods

Setlist NITROGODS

Black Car Driving Man
Valley Of The Gods
At Least I’m Drunk
Rats & Rumours
Broke And Ugly
Boogeyman
Lipsynch Starz
Back Home
Rancid Rock
Left Lane To Memphis
Rotten Sucker
Get Lost
Damn Right
Whiskey Wonderland
Kings Of Nothing
The Haze

Text und Bilder: Balle

CORY MARKS – Sorry For Nothing Vol. 2

Trackliste:

01. Hangman
02. Are You With Me
03. Change The Game
04. The Heart Breaks When It Wants To
05. Someone I Hate
06. Wild Ride
07. Whiskey River
08. Empty Bottles
09. Pick Up The Phone
10. A Different Kind Of Year
11. Sorry For Nothing (Akustik)

Spielzeit: 38:56 min – Genre: Country Rock – Label: Better Noise Music – VÖ: 03.10.2025 – Page: www.facebook.com/corymarksmusic

 

CORY MARKS der 2015 unter seinem bürgerlichen Namen CORY MARAUARDT sein Debütalbum mit dem Titel „This Man“ veröffentlichte, mit seinem zweiten Album und erstem als CORY MARKS „Who I Am“ 2020 in der Country Rock Szene einschlug ist mit seinem vierten Album am Start. Mit „Who I Am“ konnte er mehr als nur Achtungserfolge feiern, das dritte Album „Sorry For Nothing“ ist mir entgangen, aber jetzt ein Jahr später kümmere ich mich um den Jungen Outlaw CORY.

Außer CORY MARKS und den Produzenten gibt es keine Angaben wer an den Instrumenten beteiligt war. CORY ist am Mikrofon und Gitarre zuhause, mehr gibt es nicht. Die Stimme von CORY hört sich einfach nur perfekt an, für die Verschmelzung von Country und kräftigen Rock genau das Richtige. Die Akustik-, Elektro-Gitarren, Banjo und vielleicht sogar noch eine Steel Gitarre bilden mit der Stimme das Hauptmerkmal das es in sich hat. Der Bass steht leicht versetzt hinter den Gitarren und macht mächtig Druck. Die Drums könnten auch aus dem Blechkasten stammen, hören sich irgendwie so an. Allerdings machen die auch sehr deutlich auf sich aufmerksam.

Wie auch schon als CORY MARQUARDT so verbindet auch CORY MARKS sehr gekonnt Country mit Rock und kräftigen Riffeinlagen. Als Southern Rock kann man die Mucke nicht bezeichnen, sondern als modern gemachten und kräftigen Country Rock. Die Gitarren sorgen, untypisch für Country Musik, für ordentlich Krach und Stimmung an allen Fronten. Es gibt so einige Vertreter dieser Stilrichtung wie etwa, KIP MOORE, BRANTLEY GILBERT und JACOB BRYANT, allerdings setzt keiner der genannten die Gitarren so hart ein wie CORY. Die Melodien kommen bei keinem der Songs zu kurz, es kommt auch mal richtiger Country zum Zug oder es wird Country mit harten Riffsalven abgelassen, der Rest bewegt sich im sehr guten Rock mit Country Vibes.

Wenn so die Zukunft des Country Rocks aussieht, gerne mehr davon, dass macht richtig Laune. Die Songs lassen bis zum drohenden Muskelkater den Fuß im Takt mitwippen, im Stehen die Hüften kreisen, oder die Tanzflächen glühen. Leider erreicht die Party nicht Mal die 40 Minuten, was einen Abzug in der B-Note ergibt.

„Hangman“ ein verdammt geiler Einstieg, der Song hat richtig Drive, „Are You With Me“ sehr modern, energiegeladen und mit dem Charme den CORY schon seit seinen Anfängen mitbringt ausgestattet. „Change The Game“ was für ein Rocker, besser geht es nicht, sehr eingängig und Tanzflächen tauglich, „The Heart Breaks When It Wants To“ fast eine Ballade mit viel Gefühl im Refrain wird gewaltig gerockt. „Someone I Hate“ das nächste Schmankerl das CORY aus dem Ärmel zaubert, „Wild Ride“ hier kommen die Country Wurzeln voll hervor ohne die Härte vermissen zu lassen. „Whiskey River“ hier kommt das erste Mal so richtige Roadmovie Country Stimmung auf, „Empty Bottles“ die Flaschen im Saloon müssen restlos leer sein, auch hier gibt es reinrassige Country Musik. „Pick Up The Phone“ fängt sehr soft und gefühlvoll an bis im Refrain die E-Axt vollen Rohr loslegt um in den Strophen wieder sanfter zu werden, „A Different Kind Of Year“ Country modern und cool, „Sorry For Nothing (Akustik)“ gefühlvoll mit CORYs geiler Stimme – ergibt immer ein Match.

Balle

STARMEN – Starmenized II

Trackliste:

01. Trouble
02. Born To Rock
03. 15 Minutes Of Pain
04. The Once
05. Shark In The Dark
06. Five
07. One World
08. Shame On You
09. Not Your Enemy
10. Waiting On A Heartbreak

 

Spielzeit: 39:32 min – Genre: Hard Rock – Label: Melodic Passion Records – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.facebook.com/starmen.se/

 

STARMEN aus einer fernen Galaxy, auch Schweden genannt, stammend sind mit ihrem fünften Album zurück um die Welt zu erobern. 2018 als High-Energie Tribute Band der geschminkten Kult Truppe KISS gegründet und seit 2020 mit eigenem Material ihr Unwesen treibend hauen die vier erneut einen raus. Wurden schon drei Alben der Sternenmänner von mir durch den Fleischwolf gedreht, wobei mir ein Album durch die Lappen ging, verwurstele ich nun auch das fünfte Album mit dem Titel „Starmenized II“. Waren die ersten beiden Rundlinge noch durchwachsen aber überzeugend, der vierte Silberling war schon um einiges besser, also mal sehen ob die STARMEN sich nochmals steigern können.

Zu STARMEN gehören Red Starmen an Mikrofon und Gitarre, Purple Starman an Gitarre, Gold Starman an Bass und Silver Starman an den Drums. Wer die herrlichen Old-School Orgeln übernommen hat ist im Promotext nicht ersichtlich, auf jeden Fall passen die sehr gut zum Bandsound und machen die Sache sehr rund. Redboys Stimme ist immer noch sehr nahe an der von Paul Stanley von KISS dran, und hört sich an wie dessen kleiner Bruder der zu viel geraucht hat. Die Gitarren hauen ihre Riffattacken raus wie nichts und sorgen für die richtige Härte in den Gehörgängen. Nicht zu weit in den Vordergrund drängend bilden die Gitarren mit den Drums das ideale Gerüst für Redboys Gesang. Der Bass befindet sich zwei Schritte hinter den Gitarren und kommt nicht so deutlich durch. Die Drums hauen voll drauf allerdings nicht mit roher Gewalt um Gitarren und Gesang zu überfahren. Die Produktion klingt vollkommen in Ordnung, bei den MP3s die ich zur Verfügung habe fehlen durch die Komprimierung die Höhen am oberen Ende.

Der Sound ist wie soll es anders sein, typisch STARMEN und ist somit sehr KISS Vibes angehaucht, nicht nur durch die Stimme von Redboy, auch die Kompositionen sind mit sehr vielen KISS Vibes angereichert. Ist dieser Umstand schlimm? Manche sagen bestimmt ob denen nichts Besseres einfällt, das andere Lager freut sich das es weiterhin coole KISS ähnliche Mucke gibt da von der Kult Band lange nichts mehr veröffentlicht wurde und die gefühlt 100.000ste Best Of existiert mit immer wieder denselben Songs darauf. Also kommen die Sternenmänner für KISS Fans gerade rechtzeitig um für frisches Futter zu sorgen. Wenn sich das Futter auf solch hohem Niveau befindet macht das Hören doppelt Spaß. Die Songs auf „Starmenized II“ sind Überbleibsel vom Vorgängeralbum und das keinen Deut schlechter. Die Entscheidung welche Songs auf das Vorgänger Album kommen sollten muss bei der Anzahl an sehr gut hörbaren Titeln immens schwer gewesen sein, es wäre Schade gewesen, wenn die Songs von „Starmenized II“ in irgendwelchen Schubladen Staub angesetzt hätten. Gut das STARMEN diese Songs noch veröffentlicht haben, die sind zu gut um ungehört zu bleiben.

Erneut ein sehr gutes Album der schwedischen Hard Rocker, die unbeirrt ihren Weg gehen, und das ist auch gut so. Mal klingen die STARMEN mehr nach KISS ein anderes Mal nicht so dafür aber eigenständig.

„Trouble“ bietet mit viel Drama den perfekten Einstieg in das Album, „Born To Rock“ ein Vollgas Rocker der mit der Wucht eines Panzers einschlägt. „15 Minutes Of Pain“ ein energiegeladener Song der viel Charme versprüht, „The Once“ wildert ohne Scham im Melodic Rock, ein cooles Teil. „Shark In The Dark“ könnte deren Vorbilder auch nicht besser bringen, „Five“ eine Hymne die überall sehr gut ankommen sollte. „One World“ wildert erneut sehr gut im Melodic Rock, „Shame On You“ ein intensiver Rocker mit coolen Strophen, im Refrain wird es schräg. „Not Your Enemy“ ein sehr eingängiger Rocker der überzeugt, „Waiting On A Heartbreak“ schlägt zum Abschluss mit der klassischen Kelle zu.

Balle

SERAINA TELLI – Green

Trackliste:

01. Let It All Out
02. Consequences
03. 17
04. Home
05. Brown Eyed Boys
06. In Your Face Rock
07. Off
08. Love
09. Gold
10. Get Back
11. Oh Oh, Yeah Yeah
12. Black & White

Spielzeit: 41:08 min – Genre: Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/serainatelliofficial

 

Die Schweizerin SERAINA TELLI haut nach den umrangierten Doppel-Album das ihre ersten beiden Alben umfasste ihr drittes Soloalbum raus. Mal sehen ob sich etwas geändert hat, war das Doppel-Album schon ein deutlicher Schritt in eine softere Richtung, da sie sich von allen Zwängen befreit hatte. Neben SERAINA an Gesang, Gitarren und Piano sind noch folgende Musiker zu hören, Marc Maurer an Gitarren und Bass, Mike Malloth und Rico Horber an den Drums und Rico sowie Marc haben das Programming übernommen.

SERAINAs Stimme ist mit ihrem vollen Umfang immer noch on Top, diese Stimme sorgt nicht nur einmal für Gänsepelle den ganzen Verlauf des Rückgrats runter. Da hat sich schon mal nichts Gravierendes getan. Die Gitarren egal ob Akustik oder Elektro kommen auf den Punkt genau und battlen sich sogar des Öfteren ohne das einer der Beiden als Gewinner hervorgeht. Was ein sehr großer Vorteil auf „Green“ ist, dass die Akustikgitarre nicht neben der Elektroaxt untergeht, sondern als vollwertiger Partner voll an der Front steht. Der Bass bewegt sich in einem Zwischenraum hinter den Gitarren ohne dabei zu weit in den Hintergrund gedrängt zu werden, die Drums setzen dem noch einen Drauf und bilden mit den drei Hauptakteuren aus Stimme und den zwei Gitarrenarten eine Einheit die ihren Effekt nicht verfehlen. Die Produktion drückt mit Hochdruck aus den Lautsprechern und hat in allen Frequenzen Saft ohne Ende.

Die Auslegung des Stils hat sich gegenüber dem schon nicht schlechten „Addicted To Color“ Album ein wenig geändert, SERAINA geht es nicht mehr ganz so modern an, sie nähert sich auf „Green“ sehr dem klassischen Rock der Marke MELISSA ETHERIDGE, LENITA ERICKSON, ALLISON, BABY ANIMALS, BAD ROMANCE, BEG BORROW & STEAL, DEVAY und WITNESS an, um nur einige zu nennen. Mal mehr oder weniger softer oder härter rockt sich SERAINA durch die Songs die nur noch gelegentlich mit modernen Anspielungen wie tiefer gestimmte Gitarren auskommen. Ansonsten ist „Green“ eine Weiterführung des auf dem Doppel-Album eingeschlagenen Weges hin zum guten alten klassischen Rock der reinhaut wie eine Bombe. Man muss zugeben das der klassische Sound auch sehr gut mit SERAINAs Stimme harmoniert und sich sogar verdammt gut im Gehörgang anfühlt.

Eine sehr gute Vorstellung von SERAINAS Wandlungsfähigkeit, Songwriting und Arrangments die sich sehr gut mit ihrer Stimme vertragen. Wenn die elektronischen spielerein nicht wären hätte die Bewertung höher ausfallen können. Als genial muss man allerdings die Co-Existenz von Akustik- und E-Gitarre als gleichberechtigte Partner in Crime bezeichnen die sich auch hier und da mal ein kurzes Battle liefern ohne einen Sieger, sondern immer mit Remis als Ausgang.

„Let It All Out“ ein richtig genialer Rocker der geil kommt und neugierig auf das folgende macht, „Consequences“ ein Highlight das mit einem verdammt geilem Battle zwischen Akustik- und E-Gitarre glänzt. „17“ ein verträumter Rocker der mit Stimme und der akustischen eine Stimmung erzeugen kann die mehr als Wirkung besitzt, „Home“ kommt mit sehr viel Gefühl und kann dieses im Refrain noch gewaltig steigern. „Brown Eyed Boys“ hier geht der Punk ab, ein cooler Vollgasrocker, „In Your Face Rock“ ein Top-Song der mit leichten modernen anleihen bei der Stimmung der Gitarren kommt. „Off“ lebt komplett von der Stimme und dem Piano, „Love“ ein Rocker mit spielerein die nicht hätten sein müssen. „Gold“ die akustische dominiert mit der Stimme den gesamten Song der so seine volle Vielfalt entfalten kann, „Get Back“ hier werden bei den Gitarren die großen Helden der 80er zitiert. „Oh Oh, Yeah Yeah“ geht ab wie eine Lok mit Vollgas, „Black & White“ kommt wieder mit spielerein die nicht so wirklich ins Bild des klassischen Sounds passen wollen.

Balle

PHOENIX BARDE – Lieder Aus Der Dunkelheit – Part II

Trackliste:

01. Prolog 2
02. Unter dem Eis
03. Schöpfer
04. Ich bin Bereit
05. Am Lagerfeuer
06. Zirkus Paradox
07. Zaubertrank
08. Unbändig
09. Der Weg des Barden
10. Wahnsinn

 

Spielzeit: 34:35 min – Genre: Deutsch Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/phoenixbardeband/

 

PHOENIX BARDE ist das Projekt von Singer / Songwriter Marcel, dass mittlerweile zu einer Band umgeformt wurde. Marcel fand schnell talentierte Musiker die ihn auf seinem Weg des PHOENIX BARDE begleiten. Seit 2014 geistert der PHOENIX BARDE rum, ab 2022 wurde das Projekt zu einer kompletten Band um arrangiert und das Debütalbum mit dem Titel „Lieder aus der Dunkelheit – Part I“ trat aus dem Dunkel heraus. Ich kannte die Band im Vorfeld nicht, allein der Umstand das als Genre in unserer Liste Deutsch Rock angegeben wurde veranlasste mich dieses Album zu übernehmen. Also begleiten wir uns mal den BARDE auf seiner fantastischen Reise, die mit Schicksal gepflastert ist sowie dem alten Bösen und neuem Guten.

Zur Band gehören neben Marcel am Mikrofon noch die Gitarristen Diego und Didi, Bassist Bernie und Drummer Fabian. Marcel hat eine sehr eigentümliche Stimme und eine sehr eigene Art zu singen. Die Tonlage ist in den mittleren Regionen angesiedelt und wechselt dabei gekonnt mal nach oben oder unten. Die Art des Gesangs wirkt am Anfang fremd und komisch, wenn man genauer hinhört wirkt er aber sehr harmonisch mit dem Dark angehauchten Sound. Die Gitarren hauen die Riffsalven trocken raus und versehen diese auch mal mit schrägen Einlagen die dann mit Marcels Stimme ein rundes Bild erzeugen. Der Tieftöner befindet sich hinter den Gitarren und macht nicht so auf Krawall wie die 6-Saiten. Dafür haut das Schlagzeug ein Highlight nach dem Anderen raus, mich erinnert die Art an einen modernen klassischen Drummer wie Bobby Rondinelli oder Mike Terrana nur eben modern. Die Produktion wirkt rund obwohl die Gitarren ein wenig quakend rüberkommen, der Bass könnte eine Spur weiter nach vorne gemischt sein, ansonsten geht sie voll in Ordnung.

Der Sound lässt sich so gut wie kaum in ein Genre einsortieren, da es sich irgendwie um einen Stilmix handelt aber auch wieder nicht. So deutlich werden die Grenzen von der Band nicht gezogen, dafür ist einfach zu viel vorhanden. Man kann deutlich die Deutsch Rock Wurzeln wahrnehmen, nur werden diese Wurzeln mit einem unterschwelligen Dark Rock Anstrich versehen wurde, der allerdings sehr dezent ausgeführt wurde das sich die Wurzeln in der Überzahl befinden. Am besten passt der Vergleich zu den BÖHSEN ONKELZ und DIMPLE MINDS mit einem leichten Hang auf die dunkle Art. Die Texte sind dabei aber meilenweit von voll derb in die Fresse entfernt wie man sie von den ONKELZ und MINDS gewohnt ist. Die Stimme ist dabei auch sehr weit von den beiden Deutsch Rock Veteranen entfernt, was aber nicht als Nachteil gemeint ist.

Ein durchaus attraktives Album das sich dem Deutsch Rock mit recht harten Riffeinlagen verschrieben hat, wen die Fantasy Texte nicht stören sollte sich das Album mal genauer anhören. Es gibt viele Attraktive Punkte auf der haben Seite, allerdings gibt es Punktabzug da sehr deutlich unter 40 Minuten Laufzeit.

„Prolog 2“ fängt mit Windgeräuschen und Krähenschreien an bis die Instrumente langsam eingeblendet werden und im Sprechgesang eine Einleitung folgt, „Unter dem Eis“ ein Rocker mit teils schrägen Riffing. „Schöpfer“ geht aber sowas von mit lächerlicher Geschwindigkeit in die Gehörgänge, „Ich bin Bereit“ erinnert mich an schräge ONKELZ mit Dark Rock Ambitionen. „Am Lagerfeuer“ ein kurzes Instrumental mit eben wie der Titel aussagt Romantik dazu, „Zirkus Paradox“ holt einen sofort mit Riffgewittern und einem Gewaltschlagzeug aus der Romantik, ein cooler Rocker der voll nach vorne geht. „Zaubertrank“ hier wird die Stimme durch ein Effektgerät gejagt was nicht sein müsste – oder es ist etwas bei der Aufnahme in die Hose gegangen, „Unbändig“ fängt gefühlvoll an, aber nur bis die E-Gitti reinbrettert ab da geht der Song ab wie der Lumpi vom Nachbarn, gehört auch zu den coolen Songs in dem die Gitarre die Hauptrolle übernommen hat. „Der Weg des Barden“ eine Ballade mit geiler Akustik-Gitti, „Wahnsinn“ hier kommen die vollen ONKELZ Gene zu tragen.

Balle

SAINTED SINNERS – High On Fire

Trackliste:

01. Crown Of Thorns
02. Out Of The Blue
03. Night After Night
04. Sunshine
05. Empty Days Of Wonder
06. World’s On Fire
07. Down In A Hole
08. Hide In The Dark
09. Sweet Sweet Addiction
10. Lost In A Storm
11. Who Are You

Spielzeit: 47:07 min – Genre: Hard Rock – Label: ROAR – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/SaintedSinners

 

Die HEILIGEN SÜNDER melden sich mit neuem Album zurück, „High On Fire“ lautet der Titel des fünften Rundlings diesmal. Seit dem dritten Album von 2020 ist die Besetzung relativ stabil, einzig der Posten am Bass wurde bei jedem Album neu vergeben. Zur Besetzung im Jahr 2025 gehören Jack Meille am Mikrofon, Frank Panè an den Gitarren, Ernesto Ghezzi an den Tasten, Samy Saemann an Bass und Berci Hirlemann an den Drums. Wobei Frank und Berci den harten Kern der Band seit dem Debüt bilden, und bei jedem Album von der Partie waren.

Jack besitzt eine der Stimmen die zwar hoch gehen kann dabei aber in keiner Weise nervt, ansonsten wenn er sich in normalen Regionen bewegt ist sie fast schon ideal für diese Art von klassischen Hard Rock, außer sie wird verzerrt. Die Gitarren von Frank sind auf einem Top Level, nicht von Show-Einlagen oder Egomanen Momenten durchzogen, sondern werden immer songdienlich ausgeführt. Egal ob dezent oder auf dicke Hose machend, die Gitarren passen perfekt zum und in den Song. Die Tasten von Ernesto sind aller erste Sahne, dabei spielt es keine Rolle ob sie moderner, orgeln oder im Hammond Stil kommen, die gehen voll in Ordnung. Der Bass kann sich gut behaupten, steht aber leicht nach hinten versetzt im Bild. Das Schlagzeug wurde dezent abgemischt, dass soll nicht heißen das es unauffällig wäre, ganz im Gegentum, der Taktgeber haut voll rein.

Der Sound von SAINTED SINNERS war schon immer ein wenig speziell, dies ändert sich auf „High On Fire“ ehrlich gesagt auch nicht. Es kommt wie gewohnt sich im Classic Rock befindlicher Hard Rock auf den Teller. Die 1980er sind bei den SAINTED SINNERS immer allgegenwärtig und werden mit den genannten Einflüssen zu einem perfekten Ganzen vermengt. Als grobe Vergleiche kann man die Vorgängeralben im Mix mit RAH BAND, DIO, frühe DEF LEPPARD, RAINBOW, DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN und SCORPIONS nehmen und wenn ich mich nicht so richtig verhört habe meine ich leichte Eigenschaften des BANGALORE CHOIR Debüts wahrgenommen zu haben.

Da hat Frank Panè mit seiner Gang fast einen Geniestreich abgeliefert, ein zweites oder drittes „Down In The Hole“ und es hätte Full House gegeben. Wenn es der Wahrheit entsprechen sollte was mir zugetragen wurde, dass die SAINTED SINNERS mal in der oberbayrischen Provinz im Landkreis Altötting in einem Gasthaus einer sehr kleinen Ortschaft gespielt haben, bitte nochmal mit dem neuen Album hinkommen, dann bin ich mit einem Bericht zu jeder Schandtat bereit.

„Crown Of Thorns“ geht das Album sehr klassisch mit geilem georgel an, „Out Of The Blue“ ein eingängiger Rocker mit Drive. „Night After Night“ kommt mit einer unwiderstehlichen Melodieführung obwohl der Refrain leicht unrund wirkt, „Sunshine“ hier wird die Gitarre, sowie die Stimme, extrem 70s Like verzehrt und erinnert an alte US-Krimi Serien – die mit Blues Rock Vibes aufgehübscht werden, mit abgefahrenen spacigen Keys, so versprüht der Song irgendwie die Leichtigkeit des lässigen Seins bei Sonnenuntergang. „Empty Days Of Wonder“ einer der geilsten Classic Rocker der letzten Zeit, „World’s On Fire“ es wird wieder sehr eingängig gerockt bis die Socken qualmen. „Down In A Hole“ ein Highlight mit endgeiler Melodie – wäre was für die Tanzfläche, „Hide In The Dark“ ein eingängiger Rocker der Spaß macht. „Sweet Sweet Addiction“ ein flotter Fuß Wipper von der besseren Sorte, „Lost In A Storm“ ein heftiger Rocker mit Hammond Sound und viel Drama, „Who Are You“ erinnert mich an eine härte Version von der Melodie die beim demaskieren von The Masked Singer eingespielt wird – kommt mit coolen Piano Klängen

Balle

MEAN STREET – Never Too Late

Trackliste:

01. Love Will Bring You Down
02. Strange Kind Of Love
03. I’ll Take The Blame
04. Lookin‘ For Somethin‘
05. Set Me Free
06. For So Long
07. Risky Game
08. Burning

 

 

Spielzeit: 41:17 min – Genre: Melodic Rock – Label: Good Time Music – VÖ: 31.10.2025 – Page: www.facebook.com/meanstreetperu

 

MEAN STREET, wasn dass, wer isn dass, muss man die kennen. Wenn es nach dem Label geht, ist es das neue große Dings aus Peru, Peru besitzt ja wohl einen Exotenstatus in Sachen Melodic Rock, also mal anhören was die Peruaner bieten. Genau diese MEAN STREET hauen ihr Debütalbum unter Volk, ob es ein Durchfall oder Überraschung wird zeigt sich in den kommenden 40 Minuten.

Zur Band gehören Dario Rovig an Mikrofon und Gitarre, Bruno Barboza an Gitarre, Charly Giraldo an Bass und Mauricio Xnake an den Drums. Darios Stimme wirkt zart und zerbrechlich, hat dabei genügend Kraft und Ausdrucksstärke um die Texte mit Leben zu füllen. Die Aussprache ist zwar nicht immer sauber, dieser Umstand stört nicht mal am Rand, es fällt nur beim genauen hinhören auf. Dario erinnert mich dabei ein wenig an Sebastian Roos von MISS BEHAVIOR. Die Gitarren machen einen mehr als anständigen Eindruck. Der Bass geht gegen die Gitarren ein wenig unter und als Verlierer hervor. Die Drums sind vornehm zurückhaltend aber voll im Raum. Die Produktion könnte mehr Wumms vertragen, die schwächelt an allen Fronten und klingt verwaschen. Wer die Tasten bediente ist nicht ersichtlich.

Der Sound bewegt sich dabei im guten bis sehr guten Melodic Rock mal softer im AOR, mal härter fast im Hard Rock. Als grobe Vergleiche kann man DARE, FM, GARY MOORE pre Blues Phase, SURVIVOR, HONEYMOON SUITE, LOVERBOY, GLASGOW, QUIET RIOT, BON JOVI, WHITESNAKE, JOURNEY, NIGHT RANGER und noch viele mehr die sich auch in dem Fahrwasser bewegen nehmen. Die Melodien und der Aufbau der Songs erinnert mich stark an FM mit US-Färbung. Die Melodien kriechen zuckersüß in die Trommelfelle um sich in den grauen Zellen festzusetzen und nicht so schnell zu weichen.

Ein gutes Debütalbum, bei dem mit vernünftiger Produktion mehr drin gewesen wäre, da das Album alles mitbringt was ein Rockalbum mitbringen sollte. Das Album bietet eine beeindruckende Ausbeute bei acht Songs über 41 Minuten Musik.

„Love Will Bring You Down“ ein cooler Opener der aufhorchen lässt, „Strange Kind Of Love“ der starke Song kommt gleich noch besser an. „I’ll Take The Blame“ eine Hybrid zwischen Rocker und Powerballade der im AOR wildert, „Lookin‘ For Somethin'“ ein Rocker der mich an QUIET RIOT denken lässt. „Set Me Free“ kommt durch seinen Aufbau gut rüber, „For So Long“ der Rocker geht wieder in Richtung AOR. „Risky Game“ rockt am Anfang los und geht ab der ersten Strophe vom Gas, aber nur bis zur Bridge ab da legt er wieder zu, „Burning“ hier hören sich die Vocals an als ob sie sich im Clipping befinden würden.

Balle

ROXTON – My Name Is Rock

Trackliste:

01. All In Vain
02. My Name Is Rock
03. Bottom Up
04. Heavy
05. Sooner Or Later
06. 21st Century Radio
07. Moments
08. Get It Up
09. Crisis Or Game
10. Crazy Life
11. The Groove – The Sound
12. Revival

Spielzeit: 42:11 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Roxton Records – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/Roxton

 

Es war mal in den 1990ern ein kleiner Matze mit Namen Maxe, der gerade dem Windelpupansen Alter entfleucht war und sich damals auf MTV nicht satt sehen konnte. Zu dem gesehenen gehörte NIRVANA und Co, die ihn so beeindruckten, dass er schon früh beschlossen hatte Musiker zu werden. Heute im ausgewachsenen und erwachsenen Alter ist vom kleinen Maxe nicht mehr viel übrig, sondern es ist jetzt ein gestandener Max ROXTON der aus seinem Soloding eine Band machte und insgesamt heute das zweite Album an den Start bringt. Ich habe ROXTON bis jetzt dreimal gesehen, zweimal unter Strom und einmal Unplugged, bei allen drei Shows konnte mich die Band überzeugen, und der ehemalige Windelpopans hat sich auf der Bühne zu einer echten Rampensau entwickelt, der sein Ding durchzieht.

Bei den meisten Songs hat Max neben dem Gesang die Instrumente selbst eingespielt, ausgeholfen haben mal Gonzo Urgel am Bass und Jo Apfel an den Gitarren, an den Backing Vocals ist Lizzy Schmittlein zu hören. Hier schicke ein kurzes vielen Dank an Lizzy für die Promos die mir im Wave Format vorliegen, will heißen die Dateien sind nicht Verlust behaftet und genau so wie sie sich auf meiner Festplatte befinden auch auf CD. Max besitzt eine äußerst attraktive Stimme die weder nervt noch überzogen klingt, einfach in der richtigen Tonlage um sich im Bandsound pudelwohl zu fühlen. Ein wenig dreckiger Rauch und Rauheit befinden sich auch in seinem Organ, die den Songs verdammt gutstehen. An der Gitarre ist Max auch ein Mann der es versteht die 6-Saitige richtige in Schwingungen zu versetzen damit was Gutes bei raus kommt. Der Bass kann sich gut durchsetzen, wenn sich die Gitarren zurückhalten, wenn die allerdings voll auf Angriff gehen muss man ein wenig besser hinhören um den Tieftöner zu orten. Jetzt kommt der einzige Kritikpunkt den ich gefunden habe, die Drums wirken wie aus dem PC, ob jetzt ein echtes Drumset oder der PC verwendet wurde kann ich nicht mit Bestimmtheit aussagen, es wirkt gefühlt ein wenig künstlich. Vielleicht kann mich Max da bitte aufklären ob es sich um ein echtes Drumset handelt oder aus der Kiste stammt. Die Backing Vocals und Chöre sind sehr gut vorhanden, aber nicht zu viel, dass die alles bügeln würden, die Dosis macht es und die haben ROXTON genau getroffen. Die Produktion drückt mächtig an der Gehörfront und bietet in allen Frequenzen genug Saft für jeden Geschmack.

Der Stil lässt sich schlecht in Schubladen stecken, da muss man bei ROXTON mit allem rechnen, es streuen sich viele Einflüsse in den Sound. Zu den Einflüssen gehören guter klassischer Hard Rock der Helden ab Mitte der 1980er Jahre, FOO FIGHTERS, ein klein wenig NIRVANA, aber auch mal eine klitzekleine Prise CLAWFINGER, H-BLOCKX und Co. Vom Feeling her würde ich sogar ein wenig 3 DOORS DOWN und LINKIN PARK ohne Rap Einlagen hinzunehmen. Aber auch mal der Stil von DEEP BLUE SOMETHING und den KAISER CHIEFS ist auszumachen. Und fertig ist der ROXTON Sound der alle konventionellen Grenzen verschiebt und sprengt, bei all der Moderne trotzdem tief in den 80ern verwurzelt ist.

Und nein ich schreibe jetzt nicht: „Wenn sie nicht ….“, denn es ist eine deutliche Steigerung zum Debütalbum auszumachen, wenn ROXTON so weiter machen könnte unter Umständen mehr als ein Achtungserfolg rausspringen. So macht modern angehauchter Hard Rock Spaß ohne auch nur einen Anflug des Zweifels aufkeimen zu lassen.

„My Name Is Rock“ ist mehr als nur ein Album, es ist ein Statement wie man Klassik und Moderne attraktiv vereinen kann ohne dabei abzulosen und auch für anständig gemachte Rock Mucke.

„All In Vain“ ein kräftiger Einstieg ins Album mit anleihen an CLAWFINGER, „My Name Is Rock“ ein eingängiger Stampfer der den Dampf aus der Windel bläst. „Bottom Up“ kommt mit schrägem Blues Unterton, macht sich sehr gut als Kontrast, „Heavy“ der Titel ist Programm, es geht voll nach vorne und erinnert mich an einen in die Moderne katapultierten Klassiker aus den 80ern. „Sooner Or Later“ ein cooler gute Laune Rocker geht in Richtung End 80er meets Britpop, „21st Century Radio“ hier geht es um den kleinen Windelpupser Maxe wie er zum ausgewachsenen Max mutierte, und das mit einem fantastischen Rocker. „Moments“ überzeugt als Halbballade mit viel Gefühl, „Get It Up“ ein Highlight und bestes Tanzflächenfutter. „Crisis Or Game“ legt mit markerschütternden Schreien und CLAWFINGER klängen auf klassischem Riffing los und geht so weiter, „Crazy Life“ die Gitti kommt hier geil im cleanen Bereich rüber, ansonsten ein mehr als anständiger Song. „The Groove – The Sound“ kommt wieder mit schrägem Riffing um die Ecke, die aber alles andere als deplatziert wirken, „Revival“ eine Hymne vor dem Herrn.

Balle

HELL IN THE CLUB – Joker In The Pack

Trackliste:

01. The Devil Won’t Forget Me
02. New Desire
03. Dirty Love
04. Robert The Doll
05. Fairytale
06. The Ocean
07. Magnetars
08. Pretty Little Freak Show
09. Out In The Distance
10. When The Veil Of Night Falls

 

Spielzeit: 39:10 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/hellintheclub/

 

Die italienischen Hard Rocker von HELL IN THE CLUB melden sich mit einem neuen Album zurück. Nachdem ich das 2020er Album reviewte verfolgte ich die Band genauer und hörte mir auch noch öfter mal die Vorgängeralben an. Mit dem Schluss das bei jedem Album eine Steigerung zu hören war, die Band mauserte sich zu einem echten Hard Rock Act und Ex-Sänger Dave konnte sich auch von Album zu Album steigern. So entwickelte sich im Land des Stiefels im Mittelmeer eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die alteingesessenen Rocker. Mal hören was sich im Haus HELL IN THE CLUB so abspielt und ob eine erneute Steigerung erkennbar ist.

Einzige Änderung besteht in der Besetzung, Sänger Dave ist nicht mehr dabei und wurde durch die Schwedin Terese „Tezzi“ Persson ersetzt. Sonst hat sich nichts an der Instrumenten Front geändert, es sind nach wie vor Andrea „Picco“ Prccardi an Gitarren, Andrea „Andy“ Buratto an Bass und Drummer Marco „Mark“ Lazzzarini dabei. Tezzis Stimme bringt eine besondere und raue Färbung mit und machte mich beim ersten hören fast verrückt, da ich diese Stimme kannte und schon mal gehört habe. Nur fiel mir beim besten Willen auf Anhieb nicht ein von wo, als ich den Promotext durchlas war mir klar von INFINITE & DEVINE kannte ich diese Stimme. Und die konnte mich da schon überzeugen, selten das eine Frauenstimme bei mir nur einen Anlauf benötigt um zu sitzen, Tezzi schaffte das aus dem Stehgreif und es war Liebe auf den ersten Ton. Tezzis raues Organ passt perfekt zum Sound von HELL IN THE CLUB obwohl ich immer noch Dave im Hinterkopf habe. Picco haut die Riffs mit einer spielerischen Leichtigkeit raus als wie, wenn er nie etwas anderes gemacht hätte, die sechs Saiten hat er auf jeden Fall voll im Griff. Andy am Bass macht alles andere nur nicht den Statisten im Hintergrund spielen, der lässt den Tieftöner extrem auffällig ausatmen und bildet mit den Gitarren eine eingeschworene Einheit. Mark an den Drums besitzt eine Spielweise die extrem ausgeprägt ist und für manche Höhepunkte sorgen kann. Die Produktion klingt zwar steril mit Feintuning an allen Reglern, besitzt dabei allerdings einen Bumms den viele zu erreichen nicht im Traum in der Lage sind.

Vom Stil hat sich nicht sehr viel getan, es wird immer noch in bester 1980er Jahre Tradition drauf los gerockt das sich die Balken biegen. Der Sleaze Anteil den ich noch 2020 erwähnt habe ist fast ganz verschwunden und kommt nur noch dezent angedeutet durch. Dafür schielt die Band jetzt sehr weit nach Westen über den Atlantik in Richtung Arena Helden der 80er Jahre. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, da die Songs jetzt eingängiger und konservativer rüber kommen ohne dabei zu dreckig zu klingen. Als ganz groben Vergleich kann man immer noch CRAZZY LIXX, QUIET RIOT auf dem Album „QRIII“, TRIUMPH, ECLIPSE, ASPHALT BALLET, härtere H.E.A.T. und einige weitere US-Bands nehmen, die sich dem 1980er Arena Melodic Hard Rock verschrieben haben. Es gibt auf „Joker In The Pack“ eine geile weibliche Stimme, Melodien die es in sich haben mit einer perfekten Umsetzung an den Instrumenten und Reglern im Studio. Wer auf Euro Melodic Hard Rock mit schwerer Schlagseite Richtung Nordamerika steht wird bei HELL IN THE CLUB fündig und wahrscheinlich glücklich mit dem Album. Es ist bei den Songs wieder eine leichte Steigerung erkennbar, bei der Stimme gibt es nichts zu mosern, man darf gespannt sein was das nächste Album von HELL IN THE CLUB für den Hörer bereithält.

Einen Punkt ziehe ich ab da das Album unter 40 Minuten bleibt und die Party leider viel zu schnell zu Ende ist, ansonsten befindet sich auf dem Album alles im grünen Bereich.

„The Devil Won’t Forget Me“ fängt heftig an und entwickelt sich mit einsetzen des Gesangs zu einem Melodic Schmankerl, „New Desire“ flott mit cooler Melodie geht es in die zweite Runde. Runde drei eröffnet „Dirty Love“ mit einem traumhaft eingängigen Refrain mit vielen Ohhohhs, „Robert The Doll“ könnte durchaus von einer US-Band stammen, kommt mit geiler Leadgitarre und Basslauf. „Fairytale“ bildet die fünfte Runde und ein Highlight mit geilem Bass und verdammt geilem Refrain, „The Ocean“ runde sechs nimmt den Fuß vom Gas und kommt als Ballade. „Magnetars“ könnte auch von VIXEN aus den 80ern stammen, „Pretty Little Freak Show“ kommt mit einer Blues Rock Note. „Out In The Distance“ fängt balladesk an, nach dem ersten Refrain wird ein Rocker draus der im epischen Refrain mit Akustikgitarre glänzen kann, „When The Veil Of Night Falls“ geht zum Abschluss noch mal voll durch die Wand.

Balle

SALTATIO LOVERZ mit BAD MORTIS am 07.11.2025 im Zenith in München

Am 07.11.2025 waren BAD MORTIS oder auch SALTATIO LOVERZ während der Weltenwanderer Tour von SALTATIO MORTIS zu Gast im Zenith in München. Im Gepäck gab es reichlich Klassiker von BAD MORTIS und einen Strauß Hits von SALTATIO LOVERZ.

BAD MORTIS starteten mit einer gehörigen Portion guter Laune und heizten das Publikum für den Hauptact an. Wem die Typen auf der Bühne bekannt vorkamen irrte sich nicht, denn es ist kein offenes Geheimnis das es sich um ein Nebenprojekt der Hauptband handelt. Die Band versuchte mit holländisch ihre Identitäten zu verbergen, dies gelang nur mittelmäßig, bei einem Mitglied kam mehr Kölsch als holländisch raus. Mit einem mächtigen Sound im Gebälk wurde Hard geGlam Rockt wie Sau. Das Set umfasste einige Songs ihres Greatest Hits Albums das kürzlich veröffentlicht wurde. Und wie soll es anders sein, Instrumente wie die Drehleier oder Dudelsäckle passen selbst zu der Art Songs. Es wurden u.a. Songs wie „The Look“ von ROXETTE, „Livin‘ On A Prayer“ von BON JOVI, „Take On Me“ von AHA und „Major Tom“ von PETER SCHILLING gespielt. Alle Titel bis auf „Major Tom“, dass sich am Anfang anhörte wie „Der Mussolini“ war dann doch to much, der hätte nicht sein müssen. Ansonsten ein anständiger Gig von Profis die schon sehr lange auf den Brettern der Welt unterwegs sind.

www.facebook.com/BadLoverz

Nach der Pause kam der epische Auftritt von SALTATIO LOVERZ, mit tiefrotem Licht und zwei Fackelträgern mit Mönchskutten ging die Show los. Der Abend stand ganz im Motto der neuen Best Of von SALTATIO MORTIS und ihrer langen Karriere. Alea war wie schon vorher sehr gut bei Stimme und zeigte sich fehlerlos und ohne Berührungsängste gegenüber dem Publikum. Mit viel Charme sang er sich durch das Set und war auf der Bühne sehr aktiv unterwegs ohne den Verteidiger des Mikrofonständers zu spielen. Die Leute an den Instrumenten machten auch alles Richtig, selbst Drehleier und Dudelsack hörten sich stark an. Der Einzige der nicht auf der Bühne rum rannte war der Drummer der auf seinem Hocker eine spektakuläre Show lieferte. Ein Konzert von SALTATIO MORTIZ hat etwas Extravagantes und Magisches das sich nicht so leicht beschreiben lässt. Entweder liegt es an der Band selber, dem Stil, den Songs oder einfach am Zusammenspiel aller Eigenschaften – ein Konzert mit dieser Band ist ein Spektakel und immer Wert anzusehen. Die Songs wurden gut gewählt und ließen keine Wünsche offen. Der Sound krachte und böllerte alles weg was an den Membranen vorbeiflog. Hätte SALTATIO MORTIS etwas besser machen können? Nein auf keinen Fall, das Konzert war der Burner, Schluss, Aus und Fertig.

www.facebook.com/saltatiomortisofficial/

Setlist SALTATIO LOVERZ

Finsterwacht
Wo sind die Clowns
Taugenichts
Loki
Schwarzer Strand
Nachts weinen die Soldaten
Feuer und Erz
Heimdall
Odins Raben
My Mother Told Me / Valhalla Calling
We Might Be Giants
Der Himmel muss warten
Mittelalter
Rattenfänger
Dessous le pont de Nantes
Prometheus
Uns gehört die Welt
Vogelfrei
Keine Regeln
Für immer jung
Große Träume
Spielmansschwur

Text und Bilder: Balle