SINCE APRIL – Rebirth

Trackliste:

01. From The Ashes (Intro)
02. The Light
03. Salvation
04. Blind
05. Root Of Evil
06. In The Dark
07. Not My Grave
08. Left Outside Alone
09. Make It Count
10. Not Worth Saving Pt. II
11. Bury The Mask
12. The Inner Voice

Spielzeit: 44:523 min – Genre: Melodic Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/sinceaprilofficial

 

Als ich irgendwann 2023 ein Musik-Video von SINCE APRIL sah dachte ich mir, die sind ja gar nicht mal so schlecht. Im selben Jahr konnte ich mich von der Livequalität der aus München stammenden Band überzeugen und im Sommer die EP „Bury The Mask“ verbal verwursteln. Bei der Live-Show konnte ich eine CD des Debüts ergattern das auch überzeugend rüber kommt. Nachdem Sänger Umut bei der Casting Chose The Voice Of Germany teilnahm war kurze Zeit später seine Zeit bei SINCE APRIL abgelaufen und jetzt zwei Jahre später kommen die jungen Musiker mit neuer Stimme zurück um ihre Qualität erneut unter Beweis zu stellen.

Zu SINCE APRIL gehören neben neu Sänger Johnny Mack noch das Stammpersonal bestehend aus den beiden Gitarristen Manu Satzger und Marin Kostek, Bassist Gonzalo Urgel Tendero (auch bei ROXTON aktiv) und Drummer Robert Merkl. Hat sich außer der Stimme noch etwas bei SINCE APRIL getan? Dies kann man mit einem klaren Nein beantworten, vielleicht wenn man penibel ist, dass die Songs eine kleine Spur düsterer rüberkommen. Johnnys Stimme hat eine feine Färbung die an VLAD IN TEARS und ERIC GRÖNWALL erinnert und sehr gut zum Sound der Band passt. Vermisst der Hörer Umut, höchstens wenn er ein Die Hard Fan von Umut ist, nicht falsch verstehen, Umut war auch ein klasse Sänger und Johnny füllt die Lücke perfekt aus. Die Beiden Saitenschwinger Manu und Marin haben es immer noch drauf die Axt mit Können und Kraft fliegen zu lassen. Das Riffing ist auch hier wie Live, dem Debüt und der EP (deren Songs hier mit Johnny am Mikro enthalten sind) sehr stark ausgefallen und teilweise sehr gefühlvoll. Gonzalo am Bass weiß genau wie er seinen Tieftöner bestens in Szene setzen kann, er befindet sich dabei hinter der Mauer der Elektroäxte. Robert kann seine Stickschwingenden Skills eindrucksvoll freien Lauf lassen und so für Zig Highlights sorgen. Die Produktion hat Dynamik, Kraft und bläst gewaltig aus den Membranen. Bei den Becken geht ein wenig die Luft aus, dies kann durchaus durch die Kastration der Audiodatein in MP3 kommen.

Geboten wird die komplette Palette des Melodic Metals der hier und da mit Growls, Shouts sowie Elementen aus Modern, Progressive und Power Metal angereichert wurde. Wie schon auf dem Debüt und der EP geben sich die Musiker keine Blöße, neu erfinden die Jungs den Metal mit Sicherheit auch nicht da der Drops schon länger gelutscht ist. So kommt sehr guter Melodic Metal mit Anspielungen in andere Genres auf den Speisenteller der sehr gut mundet.

„From The Ashes (Intro)“ ein futuristisches Intro mit elektronischer Spielerei, „The Light“ und hier sind sie auch schon, die SINCE APRIL die mit ihrem Melodic Metal für Aufsehen sorgen konnten. „Salvation“ geht voll auf die Zwölf, „Blind“ ein kräftiger und melodischer Metal Brecher. „Root Of Evil“ kommt mit Breaks und leichten modernen Ausführungen, „In The Dark“ hier beweist die gesamte Band wie gefühlvoll sie einen Song gestalten können. „Not My Grave“ der nächste Banger kündigt sich unheilvoll an und geht durch Mark und Bein, „Left Outside Alone“ der am modernsten klingende Song, ein echter Genickbrecher. „Make It Count“ fängt wie ein Happy Metal Song an bis und das nur in der Bridge und Refrain Drama dazu kommt, „Not Worth Saving Pt. II“ Gefühl und Metal geben sich gegenseitig im Wechsel die Klinke in die Hand. „Bury The Mask“ ein Melodic Happen der voll reinhaut, „The Inner Voice“ der intensivste und härteste Song.

Balle

BLACKYARD RIOT – It Might Get Loud

Trackliste:

01. Rollin Thunder
02. All Known Man
03. It Might Get Loud
04. Higher
05. The Wolf
06. (Not The One To) Blame
07. It’s All Right
08. Poor Man
09. Light Em Up
10. Hell On Wheels

 

Spielzeit: 43:48 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/blackyard.riot/

 

Es wird laut, sehr laut, der Hard Rock kehrt zurück in den Player und das auf eine Art und Weise die eigentlich jedem schmecken sollte. Zu BLACKYARD RIOT gehören die Musiker Dersim Tugal an Mikrofon und Gitarre, Nico Keener an Gitarre, Patrik Apel an Bass, Lars Lunova an den Drums und als Gastsänger bei mehreren Songs kam kein geringerer als Porty Portner von den ollen Riffsocken SIN CITY vorbei. Musiker die sich unter anderem bei SIN CITY und BLACKBIRD schon ausgetobt haben.

Dersim besitzt eine fein definiert und klingende Stimme und beherrscht es die Stimmbänder richtig und vernünftig schwingen zu lassen. Durch diese Färbung passt diese Stimme einfach nur wie ein sechser im Lotto zu BLACKYARD RIOT, wenn er mal richtig loslegt könnten so einige neidisch werden. Porty war schon bei SIN CITY kaputter als kaputt und passt deshalb bestens zum Riffrock. An den Gitarren herrscht Hard Rock Riffing in Reinkultur, na wer die beiden angegebenen Bands kennt weiß in welche Richtung der Sound geht, für die Anderen, dass verrate ich allerdings erst im nächsten Absatz. Der Bass kann mit seinen überdicken Klöten im zu engen Sack sowas von punkten, der Tieftöner ist Potenter als jemand der 10 Viagras eingeschmissen hat. Mit den Drums schießen die Jungs aber den Vogel vollends ab, was Lars da mit den Sticks abfeuert ist nicht nur ein Feuerwerk, sondern eine Kampfansage an die Konkurrenz, wer da mithalten kann sollte sich in Lauerstellung begeben. Die Produktion klingt sowas von Furztrocken das statt zu Bremsstreifen nur zu einer riesigen Staubentwicklung kommt.

Wie die Band selber angibt, lieben sie AC DC, AIRBOURNE, BACKYARD BABIES und BUCKCHERRY, ich werfe noch zwei unbedeutende Bands ins Rennen. Diese beiden Bands hören auf die Namen RHINO BUCKET und ROSE TATTOO, denn genau in die Richtung der angegebenen Bands geht der Bandsound. Ist das ein Fehler sich an solche Größen ranzutrauen? Dies kann unter Umständen nach Hinten losgehen, aber wer auf diese Bands steht und dem SIN CITY und BLACKBIRD gefallen hat wird nicht um BLACKYARD RIOT rumkommen und mit dem Album sowas von einem Volltreffer landen.

Einen Innovations-Oscar gewinnen BLACKYARD RIOT mit „It Might Get Loud“ auf keinen Fall, aber sie Lieben das Was und Wie sie es machen mit einer unbeugsamen Hingabe. Frech und mit Charme wird bei den ganz Großen im Biz abgekupfert das sich nicht nur die Balken verbiegen, sondern auch die Membranen platzen. Jungs wie wäre es mit einer Quattro-Headliner Tour zusammen mit den Oberpfälzern GOD’S GIFT, Oberbayern HEADSTONE und Schweizern VOLTAGE ARC, dieses Line-Up wäre der ideale Party-Smasher?!?

„Rollin Thunder“ ein fast schon zu perfekter Einstieg in das Album, „All Known Man“ der Song der jede Party aus dem Stimmungstief holt. „It Might Get Loud“ der Titelsong ist Programm, dass wäre damals der Renner in den Rock Discos geworden, „Higher“ ein Highlight das mit Charme und Melodie überzeugen kann. „The Wolf“ hätten AC DC auch nicht besser hinbekommen – was für ein geiler Stampfer, „(Not The One To) Blame“ und sie schieben noch ein Highlight nach, geiler als geil. „It’s All Right“ bluesiger Hard Rock der besten Sorte, „Poor Man“ das Dingens für eine versoffenen Club Nacht mit anschließendem Superkater. „Light Em Up“ hier verblassen sehr viele vor Neid nicht selber so einen Song auf die Beine stellen zu können, „Hell On Wheels“ zum Abschluss gibt es noch ein fettes Schmankerl das alles klar macht.

Balle

NORWAY – Night Dreams (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Heartbeat
02. Every Little Thing
03. Night Dreams
04. Give You My Love
05. Destination Unknown
06. Love On The Line
07. Never Gonna Fall In Love Again
08. Bad Boys
09. Love Is Strong Enough
10. Surrender

 

Spielzeit: 41:51 min – Genre: AOR – Label: Pier-San Records – VÖ: 1997 – Page: www.facebook.com/Norway

Im Laufe des Jahres 1997 oder 1998 hörte ich den Song „Heartbeat“ der US-Band NORWAY auf einem Sampler des englischen Magazins Hard Roxx, der Song ging gleich runter wie sehr gutes Speiseöl. Als ich kurz darauf bei Hang Loose Records bestellte meinte mein Gegenüber am Telefon ob ich NORWAY kennen würde, als ich sagte den oben erwähnten Song zu kennen, meinte man das gesamte Album ist ein Burner. Also orderte ich das Album bei dieser Bestellung mit. Und ja mein Gegenüber sollte Recht behalten, das Album zündete sofort beim ersten Durchgang.

Zur Band gehörten auf dem Debüt Glenn Pierson an Mikrofon und Keyboards, Jim Santos an Gitarren, Joe Slattery an Bass und Marty Brasington am Schlagzeug. Glenn hat eine verdammt gute Stimme, die sich meist in den oberen Tönen rumtreibt, dass allerdings ohne den Nervfaktor anzusprechen. Bei Bedarf kommt auch eine Portion Dreck hinzu um das Ganze abwechslungsreich zu gestalten. Dabei bewegt sich die Stimmfärbung in etwa bei Chris Ousey (HEARTLAND) und Jess Harnell (Loud & Clear, Rock Sugar). Die Gitarren, egal ob akustisch oder elektrisch kommen immer genau auf den Punkt und sind beim Einsatz immer präsent ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Die Tastenabteilung hört sich sehr 80er Lastig an und steht einen Schritt hinter den Gitarren um das Fundament für Glenns Stimme zu bilden. Der Bass bewegt sich unspektakulär im Raum ohne den großen Macker raushängen zu lassen. Das Schlagzeug ist der einzige Kritikpunkt, denn das hört sich nach Samples und Blechkasten an, wurde dabei aber sehr gut ausgeführt um alles vor sich herzutreiben. Die Produktion klingt für eine Eigenveröffentlichung noch annehmbar, könnte in allen Frequenzen aber noch Dynamik vertragen.

Der Musikstil von NORWAY ist sehr tief in den 1980ern verwurzelt, was man in jeder Note oder Akkord hören und spüren kann. Stellt sich dieser Umstand als Nachteil für die Band heraus? Ich antworte mit einem sehr deutlichen Nein! Wer es schafft den Spirit und das damalige Gefühl so prägnant und stark auszudrücken hat nichts falsch gemacht, vielmehr alles an die Richtige Stelle gesetzt. Die meisten der Songs sind derart gefühlvoll ausgeführt das man meint das das Drama nicht mehr getoppt werden kann, auf der anderen Seite harmoniert dieses gefühlvolle sehr gut mit NORWAY. Die Jungs schafften es auf ihrem Debüt den 80er Arena und AOR Rock wieder auf Konserve zu bringen, dass auf einem Level das viele nicht mal ansatzweise erreichen oder ran schmecken können. NORWAYs Sound kann man am ehesten mit dem von 8084, SURVIVOR, LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, JOURNEY und NIGHT RANGER vergleichen. Der Sound ist sowas von US-Arena Rock, mehr geht nicht.

Leider war meines Wissens nach Album #3 „Rising Up From The Ashes“ aus dem Jahr 2007, ohne Glenn Pierson, Schluss mit Veröffentlichung. Was sehr Schade ist, da sehr großes Potential in der Band steckte oder immer noch steckt. Es gibt noch einen aktiven Facebook Account auf dem hier und da mal ein Beitrag erscheint.

„Heartbeat“ geht gleich am Anfang mit Genuss ins Ohr, „Every Little Thing“ ein cooler Rocker mit Gefühl. „Night Dreams“ ein Highlight mit sehr viel Potential – in den 80ern wäre die Band mit so einen Hit groß rausgekommen und Dauergast im Radio, „Give You My Love“ hier kommt 80er Dramatik zum Einsatz. „Destination Unknown“ ein Rocker der mehr als nur Spaß macht, „Love On The Line“ lebt von den ups and downs von Glenns Stimme. „Never Gonna Fall In Love Again“ kommt mit sehr geiler Akustik-Gitarre, „Bad Boys“ das nächste eingängige Highlight und bestes Tanzflächen- oder Radiofutter, mit auffälliger Tastenbelegung. „Love Is Strong Enough“ Gefühl trifft auf NORWAY trifft auf Glenns engelsgleicher Stimme, „Surrender“ zum Abschluss zeigen die US-Boys nochmals wo der Arena Rock Hammer hängt, nämlich bei NORWAY in Reinkultur.

Balle

DANKO JONES – Leo Rising

Trackliste:

01. What You Need
02. Diamond In The Rough
03. Everyday Is Saturday Night
04. I Love It Louder
05. I’m Going Blind
06. Hot Fox
07. It’s A Celebration
08. Pretty Stuff
09. Gotta Let It Go
10. I Can’t Stop
11. Too Sick For Love

Spielzeit: 37:59 min – Genre: Heavy Rock – Label: Perception – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/dankojones

 

Das kanadische Heavy Rock Power-Trio um Namensgeber, Sänger und Gitarristen DANKO JONES melden sich mit ihrem 12 Album zurück. Noch mit von der Partie sind John „JC“ Calabrese an Bass und Drummer Rich Knox. Das ist nun die fünfte Veröffentlichung von DANKO JONES mit gleichem Line-Up, man darf gespannt sein ob es in der Zukunft so bleibt oder wieder zu einem Personalkarussell kommt.

Wer auch immer so laut wie möglich schreien möge: „Rock N Roll is dead“, der wird durch DANKO JONES eines Besseren belehrt, und nicht nur DANKO JONES sondern sehr viele werden diesem unmöglichen Satz widersprechen, egal ob zahlreiche Künstler oder Anhänger dieser Spielrichtung. Und wenn es eine der wenigen Konstanten im Rock N Roll gibt, dann ist es das Power-Trio DANKO JONES! Mehr wird zu dem unmöglichen Satz nicht geäußert, außer dass er auf keinem Fall noch nicht der Wahrheit entspricht.

DANKOs Stimme hat immer noch dieselbe Ausdrucksstärke und mit seiner ureigenen Art shoutet er sich durch die Songs wie ein junger Gott, sein Gitarrenspiel sorgt auch wieder für Alarm an allen Fronten die die Songs aufzubieten haben. Der Bass geht leider neben den Gittis ein wenig unter, kann aber bei genauem hinhören immer geortet werden. Die Drums spielen auch wieder mal typisch für DANKO JONES den vollen und brutalen Arschtreter um so für Highlights zu sorgen. Die Produktion wurde trocken, ohne Schnörkel ausgeführt und kann so den Sound in ein Licht rücken das sehr hell strahlt.

Im Gegensatz zu den Anfangszeiten von DANKO JONES sind die Alben stetig eingängiger geworden. Die Melodien sind ausgereifter und werden mit dem Band typischen Sound auf hohem Niveau dargeboten. Wer eine Rock N Hard Roll Party feiern möchte sollte sich mal genauer bei DANKO JONES umhören, denn das ist genau das was das Trio am besten kann, Partys abfeiern die es in sich haben. Dabei schauten DANKO JONES ganz frech bei den ganz großen im Buisness ab, wie etwa bei KISS, RAINBOW, DIO, SMOKIE, AEROSMITH, FREE, CREEDANCE CLEARWATER REVIVAL und noch vielen mehr. Aber sind wir mal ehrlich, das Rad ist schon erfunden und kann nicht mehr entdeckt werden. Also ist es nicht verwunderlich das man hier und da einige Anspielungen an Bands und Künstler aus der Vergangenheit hört. Wer damit leben kann ist bei DANKO aber sowas von an der richtigen Adresse. DANKO und seine Jungs beweisen mal wieder richtig Dicke Klöten und befördern auch mal eben jede noch so kritische Stimme im hohen Bogen und ansatzlos aufs Abstellgleis. Einen leichten Abzug gibt es bei 11 Songs sehr deutlich unter 40 Minuten ist doch arg kurz geraten.

„What You Need“ was für ein Hammer, der gleich am Start zum Einsatz kommt, „Diamond In The Rough“ heavy, wild, ungestüm und mit Melodie geht das Dingens sofort ins Gebälk. „Everyday Is Saturday Night“ ein melodisches Schmankerl das die Rocker auf den Hörer loslassen, „I Love It Louder“ könnte auch von KISS stammen. „I’m Going Blind“ haben sich CREEDANCE CLEARWATER REVIVAL nochmal aufgerafft um durchzustarten, „Hot Fox“ haut alles was an trüben Sachen in der Oberstube rumgeistert aus der erwähnten. „It’s A Celebration“ der ideale Party Song, „Pretty Stuff“ ein Rocker der alles klar macht. „Gotta Let It Go“ juhu die späten 70er bis in die frühen 80er sind wieder da, „I Can’t Stop“ kommt mit geiler Melodieführung, „Too Sick For Love“ hier vermengen DANKO alles was sie gefunden haben.

Balle

PILEDRIVER – First Nations Rock

Trackliste:

01. Light Years From Here
02. Riding
03. We’ll Be Rockin‘ On
04. First Nations Rock
05. Another Treason
06. Comin‘ Home
07. To The Edge Of The World
08. All Through The Night
09. Fire
10. There Comes A Time
11. The World’s On Fire
12. I Still Can’t Say Good-Bye
13. Back To Back
14. Shout It Out

Spielzeit: 57:25 min – Genre: Classic Rock – Label: Rockwall Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/PILEDRIVER.Germany/

 

Die Band PILEDRIVER ist mir bis jetzt nicht bekannt gewesen und kommt schon mit ihrem fünften Album aus dem Studio. Naja man kann schließlich nicht alles kennen was so durch die Musiklandschaft streift. Aber das Genre mit Classic Rock angegeben und der Umstand das es sich um eine deutsche Band handelt macht sehr neugierig. Zu Pildriver gehören die Stimme und Gitarrist Michael Sommerhoff, Peter Wagner an Gitarre, Tom Frerich an Keyboard, Jens Heisterhagen an Bass und Dirk Sengotta an den Drums.

Als ich die ersten Strophen hörte dachte ich erst der Sänger wäre ein Kind von Klaus Opree von TRANS AM und Alge Algermissen von THE HEAT, beides ebenfalls deutsche Bands die in den 80er und 90ern aktiv waren und Leon Goewie von VENGEANCE. Mit viel Rauch, Dreck und Ausdruck geht Michael die Vocals an und überzeugt dabei ohne Zweifel aufkommen zu lassen. Die Gitarren hauen die Riffs raus als wenn es keinen Morgen geben würde und dies die letzten Glanztaten der Gittis sein. Was vorteilhaft für die Songs ist, dass die Gitarren nicht so deutlich in den Vordergrund rücken um alles anderen zu überfahren, genau in der richtigen Dosis und Härte wurden die Gitarren abgemischt. Die Tasten bewegen sich vom klassischen Hammond Sound bis zu Orgelklängen aus den frühen 80ern, was genau das Richtige für Classic Rock ist und bildet so mit den Gitarren das Fundament für Michaels Stimme. Der Bass wird nicht ganz so deutlich in Szene gesetzt, der ist zwar da aber nicht so eindeutig wie die Gittis. Das Schlagzeug sorgt für einige Oha Effekte und kommt sehr auffällig aus der Anlage. Die Produktion klingt leider ein wenig steril dabei aber nicht schlecht, sondern fein und fast schon dezent.

Der Stil bewegt sich im klassischen Hard Rock wie in viele deutsche Bands damals vor sehr vielen Jahren auch gespielt haben. Aber nicht nur deutsche Bands, sondern auch eine sehr bekannte niederländische Band kommt zum Zug, die Rede ist von VENGEANCE. Von den deutschen Vertretern kann man bedingt STRAIGHT SHOOTER, die ersten Alben von TRANCE, THE HEAT, TRANS AM und die ersten drei Alben von DOMAIN nehmen. Wer diese Bands abfeierte und immer noch abfeiert liegt bei PILEDRIVER genau und vollkommen richtig. Wer auf sehr gut gemachten klassischen Hard Rock deutscher Prägung steht wird PILEDRIVER lieben und damit glücklich werden. 14 Songs, knappe 60 Minuten, und das ohne Durchhänger oder schlechter zu werden verdient zumindest einen Probedurchgang.

„Light Years From Here“ geht doch gleich mal in die richtige Richtung, „Riding“ ein gewalt Rocker der mehr als Spaß macht. „We’ll Be Rockin‘ On“ ich glaube ich habe einen Hörfehler, sind etwa VENGEANCE in original Besetzung zurück, „First Nations Rock“ schielt mit deutschen Wurzeln Richtung USA. „Another Treason“ ein melodisches Highlight das abgeht wie Nachbars Lumpi, „Comin‘ Home“ kommt mit Country Vibes. „To The Edge Of The World“ es wird wieder mit Inbrunst drauf los gerockt, „All Through The Night“ und noch so ein Rocker der gute Laune verbreitet. „Fire“ Classic Rock in Reinkultur, „There Comes A Time“ eine Ballade die mich an SMOKIE denken lässt. „The World’s On Fire“ wurde mit einer göttlichen Melodie ausgestattet, „I Still Can’t Say Good-Bye“ eine zweite Ballade mit Drama. „Back To Back“ und hier sind sie wieder die PILEDRIVER mit dicken Eiern, „Shout It Out“ durch den orientalischen Touch kommt sehr viel Drama in den Rocker.

Balle

NITROGODS mit GOD’S GIFT am 29.11.2025 im VAZ in Burglengenfeld

Nachdem ich GOD’S GIFT am 28.11.2025 in Traunstein im Cafe Festung das Dritte mal Live gesehen habe und sie einen Tag später nochmal als Support für NITROGODS in Burglengenfeld auftraten nahm ich die Möglichkeit wahr mir diese sehr gute Band ein viertes Mal anzusehen. Also ging es am frühen Abend los in Richtung Burglengenfeld, es hatte noch einen Vorteil, ich habe NITROGODS noch nicht Live gesehen und wollte mir das Trio auch unbedingt ansehen. Dies kann ich von meiner endlosen To-Do-Liste von Interpreten und Bands streichen, NITROGODS check.

Am Vorabend in Traunstein konnten GOD’S GIFT meinen bis jetzt sehr guten Eindruck der Band, egal ob auf Konserve oder Live bestätigen. Und wie soll es anders sein auch am 29. November versetzten GOD’S GIFT dem Publikum einen regelrechten Arschtritt wie bei jedem von mir gesehenen Konzert. Sänger Fares konnte wie von ihm gewohnt mit seinem rauchigen Unterton Akzente setzten, fehlerlos shoutete er sich durch das Set das im Motto des Debütalbums stand. Die beiden Guitar-Heroen Mark und Daniel sorgten für ordentlich Alarm und Melodie, beide bewiesen abermals was sie für talentierte Saiten-Zauberer sind. Egal ob Mark oder Daniel das Solo spielte, oder auch während der Songs passte alles perfekt zusammen. Bassist Reeve besitzt Live eine sehr zurückhaltende und unspektakuläre Spielweise, die allerdings weder langweilig noch unauffällig ist. Er wirkt dabei wie ein 1000 Jahre alter Baum den nichts aus den Wurzeln haut. Und dann kommt das Biest schlecht hin, Mike an den Drums, der Typ besitzt eine energische Spielart die einfach nur auffällt, die Drumsticks hat er voll im Griff und wirbelt die auch gekonnt rum. Vom Stageacting her war viel Bewegung auf der Bühne und die Vier nutzten diese komplett aus. Der Soundmann bewies ein gutes Gehör und sorgte für einen druckvollen Livesound bis in alle Frequenzen. Für mich tadel- und fehlerlos bot die Band ihr Debütalbum Live auf einem sehr hohen Niveau. Wer sich selber überzeugen möchte welche Qualitäten GOD’S GIFT besitzen, es kommen in den kommenden Monaten noch ein paar Auftritte von der Oberpfalz bis nach Oberbayern. Traut Euch ruhig die Musiker anzusprechen, die freuen sich über jeden Zuspruch und sind immer für ein Gespräch zu haben.

www.facebook.com/godsgift.rocks

Setlist GOD’S GIFT

Ain’t Going Back
Trail Of Tears
Call Me Bad
Shake Your Faith
Put It Where You Want It
Silver Of Lead
The Deed Is Done
Race Till Sundown
Dogs On The Run
Dirty Boogie
Ain’t Going Back

Nach der Umbaupause kam das Powertrio NITROGODS ganz unspektakulär auf die Bühne, aber als sie loslegten war gewaltig was los. Ich fragte mich die ganze Show über wie die drei es mit nur einer Gitarre, Bass und Schlagzeug schaffen so einen Sound auf die Bühne zu bringen. Es gibt noch ein Powertrio das ich kenne das auch so eine Power besitzen und die sind in Taufkirchen zuhause. Sänger und Bassist Oimel sorgte für die tiefen Töne und mit seiner doch sehr fertig klingenden Stimme gab er eine mehr als anständige Figur ab. Der Gitarrist Henny hatte seine 6-saitige voll im Griff, wechselte auch öfter durch, je nach Bedarf. Klaus Sperling an den Drums wurde als lebende und wandelnde Bierpulle vorgestellt und spielte auch mal mit einer leeren Flasche, oder kaute auf einem seiner Sticks rum. Der Sound kann schon als brachial und sehr laut bezeichnet werden, trotz der Lautstärke war nichts von Übersteuerung zu hören. Die Songauswahl war sehr gelungen und gab von Punk über Hard Rock bis Heavy Rock alles her. Es wurden auch einige kühle Blondinen mit Schuss konsumiert was bei der Hitze auf der Bühne nicht verwunderlich erscheint. Das Geschehen verteilte sich von den beiden Bühnenseiten bis in die Mitte und jeder der Beiden wanderte mal rum. Gibt es einen Grund zum Meckern, klare Antwort: NEIN! Das Trio haute Song um Song raus und das mit einer Spielfreude die für beste Stimmung im Publikum sorgte. Das war bestimmt nicht das letzte Mal das ich mir NITROGODS Live gegeben habe, da wird es eine Fortsetzung geben, Punkt, Basta, Schluss und Aus.

www.facebook.com/Nitrogods

Setlist NITROGODS

Black Car Driving Man
Valley Of The Gods
At Least I’m Drunk
Rats & Rumours
Broke And Ugly
Boogeyman
Lipsynch Starz
Back Home
Rancid Rock
Left Lane To Memphis
Rotten Sucker
Get Lost
Damn Right
Whiskey Wonderland
Kings Of Nothing
The Haze

Text und Bilder: Balle

CORY MARKS – Sorry For Nothing Vol. 2

Trackliste:

01. Hangman
02. Are You With Me
03. Change The Game
04. The Heart Breaks When It Wants To
05. Someone I Hate
06. Wild Ride
07. Whiskey River
08. Empty Bottles
09. Pick Up The Phone
10. A Different Kind Of Year
11. Sorry For Nothing (Akustik)

Spielzeit: 38:56 min – Genre: Country Rock – Label: Better Noise Music – VÖ: 03.10.2025 – Page: www.facebook.com/corymarksmusic

 

CORY MARKS der 2015 unter seinem bürgerlichen Namen CORY MARAUARDT sein Debütalbum mit dem Titel „This Man“ veröffentlichte, mit seinem zweiten Album und erstem als CORY MARKS „Who I Am“ 2020 in der Country Rock Szene einschlug ist mit seinem vierten Album am Start. Mit „Who I Am“ konnte er mehr als nur Achtungserfolge feiern, das dritte Album „Sorry For Nothing“ ist mir entgangen, aber jetzt ein Jahr später kümmere ich mich um den Jungen Outlaw CORY.

Außer CORY MARKS und den Produzenten gibt es keine Angaben wer an den Instrumenten beteiligt war. CORY ist am Mikrofon und Gitarre zuhause, mehr gibt es nicht. Die Stimme von CORY hört sich einfach nur perfekt an, für die Verschmelzung von Country und kräftigen Rock genau das Richtige. Die Akustik-, Elektro-Gitarren, Banjo und vielleicht sogar noch eine Steel Gitarre bilden mit der Stimme das Hauptmerkmal das es in sich hat. Der Bass steht leicht versetzt hinter den Gitarren und macht mächtig Druck. Die Drums könnten auch aus dem Blechkasten stammen, hören sich irgendwie so an. Allerdings machen die auch sehr deutlich auf sich aufmerksam.

Wie auch schon als CORY MARQUARDT so verbindet auch CORY MARKS sehr gekonnt Country mit Rock und kräftigen Riffeinlagen. Als Southern Rock kann man die Mucke nicht bezeichnen, sondern als modern gemachten und kräftigen Country Rock. Die Gitarren sorgen, untypisch für Country Musik, für ordentlich Krach und Stimmung an allen Fronten. Es gibt so einige Vertreter dieser Stilrichtung wie etwa, KIP MOORE, BRANTLEY GILBERT und JACOB BRYANT, allerdings setzt keiner der genannten die Gitarren so hart ein wie CORY. Die Melodien kommen bei keinem der Songs zu kurz, es kommt auch mal richtiger Country zum Zug oder es wird Country mit harten Riffsalven abgelassen, der Rest bewegt sich im sehr guten Rock mit Country Vibes.

Wenn so die Zukunft des Country Rocks aussieht, gerne mehr davon, dass macht richtig Laune. Die Songs lassen bis zum drohenden Muskelkater den Fuß im Takt mitwippen, im Stehen die Hüften kreisen, oder die Tanzflächen glühen. Leider erreicht die Party nicht Mal die 40 Minuten, was einen Abzug in der B-Note ergibt.

„Hangman“ ein verdammt geiler Einstieg, der Song hat richtig Drive, „Are You With Me“ sehr modern, energiegeladen und mit dem Charme den CORY schon seit seinen Anfängen mitbringt ausgestattet. „Change The Game“ was für ein Rocker, besser geht es nicht, sehr eingängig und Tanzflächen tauglich, „The Heart Breaks When It Wants To“ fast eine Ballade mit viel Gefühl im Refrain wird gewaltig gerockt. „Someone I Hate“ das nächste Schmankerl das CORY aus dem Ärmel zaubert, „Wild Ride“ hier kommen die Country Wurzeln voll hervor ohne die Härte vermissen zu lassen. „Whiskey River“ hier kommt das erste Mal so richtige Roadmovie Country Stimmung auf, „Empty Bottles“ die Flaschen im Saloon müssen restlos leer sein, auch hier gibt es reinrassige Country Musik. „Pick Up The Phone“ fängt sehr soft und gefühlvoll an bis im Refrain die E-Axt vollen Rohr loslegt um in den Strophen wieder sanfter zu werden, „A Different Kind Of Year“ Country modern und cool, „Sorry For Nothing (Akustik)“ gefühlvoll mit CORYs geiler Stimme – ergibt immer ein Match.

Balle

STARMEN – Starmenized II

Trackliste:

01. Trouble
02. Born To Rock
03. 15 Minutes Of Pain
04. The Once
05. Shark In The Dark
06. Five
07. One World
08. Shame On You
09. Not Your Enemy
10. Waiting On A Heartbreak

 

Spielzeit: 39:32 min – Genre: Hard Rock – Label: Melodic Passion Records – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.facebook.com/starmen.se/

 

STARMEN aus einer fernen Galaxy, auch Schweden genannt, stammend sind mit ihrem fünften Album zurück um die Welt zu erobern. 2018 als High-Energie Tribute Band der geschminkten Kult Truppe KISS gegründet und seit 2020 mit eigenem Material ihr Unwesen treibend hauen die vier erneut einen raus. Wurden schon drei Alben der Sternenmänner von mir durch den Fleischwolf gedreht, wobei mir ein Album durch die Lappen ging, verwurstele ich nun auch das fünfte Album mit dem Titel „Starmenized II“. Waren die ersten beiden Rundlinge noch durchwachsen aber überzeugend, der vierte Silberling war schon um einiges besser, also mal sehen ob die STARMEN sich nochmals steigern können.

Zu STARMEN gehören Red Starmen an Mikrofon und Gitarre, Purple Starman an Gitarre, Gold Starman an Bass und Silver Starman an den Drums. Wer die herrlichen Old-School Orgeln übernommen hat ist im Promotext nicht ersichtlich, auf jeden Fall passen die sehr gut zum Bandsound und machen die Sache sehr rund. Redboys Stimme ist immer noch sehr nahe an der von Paul Stanley von KISS dran, und hört sich an wie dessen kleiner Bruder der zu viel geraucht hat. Die Gitarren hauen ihre Riffattacken raus wie nichts und sorgen für die richtige Härte in den Gehörgängen. Nicht zu weit in den Vordergrund drängend bilden die Gitarren mit den Drums das ideale Gerüst für Redboys Gesang. Der Bass befindet sich zwei Schritte hinter den Gitarren und kommt nicht so deutlich durch. Die Drums hauen voll drauf allerdings nicht mit roher Gewalt um Gitarren und Gesang zu überfahren. Die Produktion klingt vollkommen in Ordnung, bei den MP3s die ich zur Verfügung habe fehlen durch die Komprimierung die Höhen am oberen Ende.

Der Sound ist wie soll es anders sein, typisch STARMEN und ist somit sehr KISS Vibes angehaucht, nicht nur durch die Stimme von Redboy, auch die Kompositionen sind mit sehr vielen KISS Vibes angereichert. Ist dieser Umstand schlimm? Manche sagen bestimmt ob denen nichts Besseres einfällt, das andere Lager freut sich das es weiterhin coole KISS ähnliche Mucke gibt da von der Kult Band lange nichts mehr veröffentlicht wurde und die gefühlt 100.000ste Best Of existiert mit immer wieder denselben Songs darauf. Also kommen die Sternenmänner für KISS Fans gerade rechtzeitig um für frisches Futter zu sorgen. Wenn sich das Futter auf solch hohem Niveau befindet macht das Hören doppelt Spaß. Die Songs auf „Starmenized II“ sind Überbleibsel vom Vorgängeralbum und das keinen Deut schlechter. Die Entscheidung welche Songs auf das Vorgänger Album kommen sollten muss bei der Anzahl an sehr gut hörbaren Titeln immens schwer gewesen sein, es wäre Schade gewesen, wenn die Songs von „Starmenized II“ in irgendwelchen Schubladen Staub angesetzt hätten. Gut das STARMEN diese Songs noch veröffentlicht haben, die sind zu gut um ungehört zu bleiben.

Erneut ein sehr gutes Album der schwedischen Hard Rocker, die unbeirrt ihren Weg gehen, und das ist auch gut so. Mal klingen die STARMEN mehr nach KISS ein anderes Mal nicht so dafür aber eigenständig.

„Trouble“ bietet mit viel Drama den perfekten Einstieg in das Album, „Born To Rock“ ein Vollgas Rocker der mit der Wucht eines Panzers einschlägt. „15 Minutes Of Pain“ ein energiegeladener Song der viel Charme versprüht, „The Once“ wildert ohne Scham im Melodic Rock, ein cooles Teil. „Shark In The Dark“ könnte deren Vorbilder auch nicht besser bringen, „Five“ eine Hymne die überall sehr gut ankommen sollte. „One World“ wildert erneut sehr gut im Melodic Rock, „Shame On You“ ein intensiver Rocker mit coolen Strophen, im Refrain wird es schräg. „Not Your Enemy“ ein sehr eingängiger Rocker der überzeugt, „Waiting On A Heartbreak“ schlägt zum Abschluss mit der klassischen Kelle zu.

Balle

SERAINA TELLI – Green

Trackliste:

01. Let It All Out
02. Consequences
03. 17
04. Home
05. Brown Eyed Boys
06. In Your Face Rock
07. Off
08. Love
09. Gold
10. Get Back
11. Oh Oh, Yeah Yeah
12. Black & White

Spielzeit: 41:08 min – Genre: Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/serainatelliofficial

 

Die Schweizerin SERAINA TELLI haut nach den umrangierten Doppel-Album das ihre ersten beiden Alben umfasste ihr drittes Soloalbum raus. Mal sehen ob sich etwas geändert hat, war das Doppel-Album schon ein deutlicher Schritt in eine softere Richtung, da sie sich von allen Zwängen befreit hatte. Neben SERAINA an Gesang, Gitarren und Piano sind noch folgende Musiker zu hören, Marc Maurer an Gitarren und Bass, Mike Malloth und Rico Horber an den Drums und Rico sowie Marc haben das Programming übernommen.

SERAINAs Stimme ist mit ihrem vollen Umfang immer noch on Top, diese Stimme sorgt nicht nur einmal für Gänsepelle den ganzen Verlauf des Rückgrats runter. Da hat sich schon mal nichts Gravierendes getan. Die Gitarren egal ob Akustik oder Elektro kommen auf den Punkt genau und battlen sich sogar des Öfteren ohne das einer der Beiden als Gewinner hervorgeht. Was ein sehr großer Vorteil auf „Green“ ist, dass die Akustikgitarre nicht neben der Elektroaxt untergeht, sondern als vollwertiger Partner voll an der Front steht. Der Bass bewegt sich in einem Zwischenraum hinter den Gitarren ohne dabei zu weit in den Hintergrund gedrängt zu werden, die Drums setzen dem noch einen Drauf und bilden mit den drei Hauptakteuren aus Stimme und den zwei Gitarrenarten eine Einheit die ihren Effekt nicht verfehlen. Die Produktion drückt mit Hochdruck aus den Lautsprechern und hat in allen Frequenzen Saft ohne Ende.

Die Auslegung des Stils hat sich gegenüber dem schon nicht schlechten „Addicted To Color“ Album ein wenig geändert, SERAINA geht es nicht mehr ganz so modern an, sie nähert sich auf „Green“ sehr dem klassischen Rock der Marke MELISSA ETHERIDGE, LENITA ERICKSON, ALLISON, BABY ANIMALS, BAD ROMANCE, BEG BORROW & STEAL, DEVAY und WITNESS an, um nur einige zu nennen. Mal mehr oder weniger softer oder härter rockt sich SERAINA durch die Songs die nur noch gelegentlich mit modernen Anspielungen wie tiefer gestimmte Gitarren auskommen. Ansonsten ist „Green“ eine Weiterführung des auf dem Doppel-Album eingeschlagenen Weges hin zum guten alten klassischen Rock der reinhaut wie eine Bombe. Man muss zugeben das der klassische Sound auch sehr gut mit SERAINAs Stimme harmoniert und sich sogar verdammt gut im Gehörgang anfühlt.

Eine sehr gute Vorstellung von SERAINAS Wandlungsfähigkeit, Songwriting und Arrangments die sich sehr gut mit ihrer Stimme vertragen. Wenn die elektronischen spielerein nicht wären hätte die Bewertung höher ausfallen können. Als genial muss man allerdings die Co-Existenz von Akustik- und E-Gitarre als gleichberechtigte Partner in Crime bezeichnen die sich auch hier und da mal ein kurzes Battle liefern ohne einen Sieger, sondern immer mit Remis als Ausgang.

„Let It All Out“ ein richtig genialer Rocker der geil kommt und neugierig auf das folgende macht, „Consequences“ ein Highlight das mit einem verdammt geilem Battle zwischen Akustik- und E-Gitarre glänzt. „17“ ein verträumter Rocker der mit Stimme und der akustischen eine Stimmung erzeugen kann die mehr als Wirkung besitzt, „Home“ kommt mit sehr viel Gefühl und kann dieses im Refrain noch gewaltig steigern. „Brown Eyed Boys“ hier geht der Punk ab, ein cooler Vollgasrocker, „In Your Face Rock“ ein Top-Song der mit leichten modernen anleihen bei der Stimmung der Gitarren kommt. „Off“ lebt komplett von der Stimme und dem Piano, „Love“ ein Rocker mit spielerein die nicht hätten sein müssen. „Gold“ die akustische dominiert mit der Stimme den gesamten Song der so seine volle Vielfalt entfalten kann, „Get Back“ hier werden bei den Gitarren die großen Helden der 80er zitiert. „Oh Oh, Yeah Yeah“ geht ab wie eine Lok mit Vollgas, „Black & White“ kommt wieder mit spielerein die nicht so wirklich ins Bild des klassischen Sounds passen wollen.

Balle

PHOENIX BARDE – Lieder Aus Der Dunkelheit – Part II

Trackliste:

01. Prolog 2
02. Unter dem Eis
03. Schöpfer
04. Ich bin Bereit
05. Am Lagerfeuer
06. Zirkus Paradox
07. Zaubertrank
08. Unbändig
09. Der Weg des Barden
10. Wahnsinn

 

Spielzeit: 34:35 min – Genre: Deutsch Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/phoenixbardeband/

 

PHOENIX BARDE ist das Projekt von Singer / Songwriter Marcel, dass mittlerweile zu einer Band umgeformt wurde. Marcel fand schnell talentierte Musiker die ihn auf seinem Weg des PHOENIX BARDE begleiten. Seit 2014 geistert der PHOENIX BARDE rum, ab 2022 wurde das Projekt zu einer kompletten Band um arrangiert und das Debütalbum mit dem Titel „Lieder aus der Dunkelheit – Part I“ trat aus dem Dunkel heraus. Ich kannte die Band im Vorfeld nicht, allein der Umstand das als Genre in unserer Liste Deutsch Rock angegeben wurde veranlasste mich dieses Album zu übernehmen. Also begleiten wir uns mal den BARDE auf seiner fantastischen Reise, die mit Schicksal gepflastert ist sowie dem alten Bösen und neuem Guten.

Zur Band gehören neben Marcel am Mikrofon noch die Gitarristen Diego und Didi, Bassist Bernie und Drummer Fabian. Marcel hat eine sehr eigentümliche Stimme und eine sehr eigene Art zu singen. Die Tonlage ist in den mittleren Regionen angesiedelt und wechselt dabei gekonnt mal nach oben oder unten. Die Art des Gesangs wirkt am Anfang fremd und komisch, wenn man genauer hinhört wirkt er aber sehr harmonisch mit dem Dark angehauchten Sound. Die Gitarren hauen die Riffsalven trocken raus und versehen diese auch mal mit schrägen Einlagen die dann mit Marcels Stimme ein rundes Bild erzeugen. Der Tieftöner befindet sich hinter den Gitarren und macht nicht so auf Krawall wie die 6-Saiten. Dafür haut das Schlagzeug ein Highlight nach dem Anderen raus, mich erinnert die Art an einen modernen klassischen Drummer wie Bobby Rondinelli oder Mike Terrana nur eben modern. Die Produktion wirkt rund obwohl die Gitarren ein wenig quakend rüberkommen, der Bass könnte eine Spur weiter nach vorne gemischt sein, ansonsten geht sie voll in Ordnung.

Der Sound lässt sich so gut wie kaum in ein Genre einsortieren, da es sich irgendwie um einen Stilmix handelt aber auch wieder nicht. So deutlich werden die Grenzen von der Band nicht gezogen, dafür ist einfach zu viel vorhanden. Man kann deutlich die Deutsch Rock Wurzeln wahrnehmen, nur werden diese Wurzeln mit einem unterschwelligen Dark Rock Anstrich versehen wurde, der allerdings sehr dezent ausgeführt wurde das sich die Wurzeln in der Überzahl befinden. Am besten passt der Vergleich zu den BÖHSEN ONKELZ und DIMPLE MINDS mit einem leichten Hang auf die dunkle Art. Die Texte sind dabei aber meilenweit von voll derb in die Fresse entfernt wie man sie von den ONKELZ und MINDS gewohnt ist. Die Stimme ist dabei auch sehr weit von den beiden Deutsch Rock Veteranen entfernt, was aber nicht als Nachteil gemeint ist.

Ein durchaus attraktives Album das sich dem Deutsch Rock mit recht harten Riffeinlagen verschrieben hat, wen die Fantasy Texte nicht stören sollte sich das Album mal genauer anhören. Es gibt viele Attraktive Punkte auf der haben Seite, allerdings gibt es Punktabzug da sehr deutlich unter 40 Minuten Laufzeit.

„Prolog 2“ fängt mit Windgeräuschen und Krähenschreien an bis die Instrumente langsam eingeblendet werden und im Sprechgesang eine Einleitung folgt, „Unter dem Eis“ ein Rocker mit teils schrägen Riffing. „Schöpfer“ geht aber sowas von mit lächerlicher Geschwindigkeit in die Gehörgänge, „Ich bin Bereit“ erinnert mich an schräge ONKELZ mit Dark Rock Ambitionen. „Am Lagerfeuer“ ein kurzes Instrumental mit eben wie der Titel aussagt Romantik dazu, „Zirkus Paradox“ holt einen sofort mit Riffgewittern und einem Gewaltschlagzeug aus der Romantik, ein cooler Rocker der voll nach vorne geht. „Zaubertrank“ hier wird die Stimme durch ein Effektgerät gejagt was nicht sein müsste – oder es ist etwas bei der Aufnahme in die Hose gegangen, „Unbändig“ fängt gefühlvoll an, aber nur bis die E-Gitti reinbrettert ab da geht der Song ab wie der Lumpi vom Nachbarn, gehört auch zu den coolen Songs in dem die Gitarre die Hauptrolle übernommen hat. „Der Weg des Barden“ eine Ballade mit geiler Akustik-Gitti, „Wahnsinn“ hier kommen die vollen ONKELZ Gene zu tragen.

Balle