ARKADO – Never Say Never

Band: Arkado
Album: Never Say Never
Spielzeit: 46:13 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.arkado.se

ARKADO ursprünglich 1983 als BB2 (Better Be Together) in Ödakra, Schweden gegründet. Damals wurde eine Single veröffentlicht, diese dient heute noch dem ansässigen Fußballverein als Vereinshymne. Nach einem ausverkauften Konzert 2018 in Helsingborg folgt nun das Debütalbum einer Band die sich im AOR bewegt.
Zum Linup gehören Philio Lindstrand (Vocals, Lead Gitarre), Mats Nilsson und Marin Kirschner (Gitarre), Mikael Skafar (Schlagzeug und Backing Vocals), Bernt Lundgren (Bass) und Mikael Svensson (Keybords und Backing Vocals).
Gespielt wird radiotauglicher AOR der Marke TWO FIRES, THE STORM eine große Portion BAD HABIT und ein kleiner Schuss TREAT. Zu hören sind fünf sehr gute Songs in Form von “So Bad“, “Never Say Never“, “Walk Your Way“, “Eagle“ und “Carry My Heart“ der beste Song des Albums. Die beiden Balladen hören auf “So Fine“ und “Never Say Never“ und sind typische Rockballaden.
Musikalisch können ARKADO vollkommen überzeugen doch das Songwriting hat leichte schwächen, es befinden sich zwar fünf sehr gute Songs auf dem Album doch einen richtigen Hit mit Ohrwurmcharakter sucht man leider auf diesem Album vergeblich. Die Balladen sind guter Durchschnitt und der Rest der Songs ist nicht schlecht aber bleibt irgendwie nicht im Ohr hängen, was schade ist den die Produktion ist auf einem hohem Level und kommt mit Druck aus den Boxen.

Fazit:

Ein gutes AOR Album mit sehr guter Produktion und überzeugenden Musikern aber leider ohne Überflieger an Board. Von mir gibt es für dieses Debütalbum eine Wertung von 7 Punkten weil einfach ein oder zwei Hits fehlen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. So Bad
02. To Leave It All Behind
03. Never Say Never
04. Don’t Rape The Nature
05. Walk Your Way
06. If We Are To Last
07. My Hometown
08. She’s So Fine
09. Eagle
10. Carry My Heart
11. Never Say Never Again

 

 

Helmut

NEWMAN – Ignition

Band: Newman
Album: Ignition
Spielzeit: 56:21 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.newmansound.com/index.htm

Das dreizehnte Album von NEWMAN wurde von Steve Newman Vocals, Gitarren und Keyboards und Rob McEwen am Schlagzeug eingespielt. Mit dabei waren noch Dave Bartlett und Mark Thompson-Smith auf verschiedenen Songs an den Backingvocals.
Das Album ist ein für NEWMAN typisches Album geworden, mit den markanten Vocals von Steve Newman, den Gitarren einmal im AOR dann wieder im Melodic Rock Bereich angesiedelt. Die Keyboards werden dezent aber wohl dosiert eingesetzt und sind stets songdienlich.
Auf dem Album befinden sich vier Hits in Form von “Wild Child”, “Promise Me”, “The Island” und “Welcome To The Rusch”. Songs die im Midtempo gehalten sind und die man nicht alle Tage hört. Der Rest des Albums ist sehr gut kann aber den Standart der vier erwähnten Songs nicht ganz halten.

Fazit:

Ein typisches NEWMAN Album mit allem was NEWMAN ausmacht, vor allem den markanten Vocols von Steve Newman die einen sehr hohen Wiedererkennungsfaktor besitzen. Vergleichbar ist NEWMAN am ehesten mit FM, DANTE FOX und HEARTLAND.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. End Of The Road
02. Chasing Midnight
03. Ignition
04. Worth Dying For
05. To Go On Loving You
06. Moving Target
07. Last Chance
08. Life In The Underground
09. Wild Child
10. Promise Me
11. The Island
12. Welcome To The Rush

Helmut

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – Aeromantic

Band: The Night Flight Orchestra
Album: Aeromantic
Spielzeit: 59:05 min
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 28.02.2020
Homepage: www.de-de.facebook.com/thenightflightorchestraofficial/

Das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA hebt nun bereits zum 5. mal in Richtung AOR Horizont ab und an dem generellen Konzept, bzw. Sound der Truppe hat sich im Vergleich zu den Vorgängern so gut wie nichts verändert. Personell hat es am Keyboard eine Umbesetzung gegeben und die macht sich durch einen erhöhten 70er Pop Einschag durchaus bemerkbar. Nach wie vor ist es aber beeindruckend mit welcher Konsequenz und auch Qualität Björn „Speed“ Strid und sein kongenialer Partner David Andersson an der Gitarre eine Hookline nach der anderen aus dem Hut zaubern. Auch auf „Aeromantic“ sind die Strophen zumeist schon melodiöser als bei ähnlich gelagerten Bands die Refrains. Die Junges haben eine Erfolgsformel entdeckt und schlachten diese bis zum Exzess aus. Hier liegt beim aktuellen Album aber auch ein wenig der Hase im Pfeffer. Das hat man von der Truppe alles schon so oft gehört, dass ein paar zwingende Hits nötig wären um Album Nummero 5 ein schlagkräftiges Kaufargument zu geben. Leider fehlen diese Songs der Marke „Stiletto“, „Jenny“, „Domino“ oder „Moments of Thunder“, so dass „Aeromantic“, trotz mal wieder überdurchschnittlichem Songwriting und formidablem Wohlfühlklangkosmos, nicht an die Highlights der Diskographie (mein persönlicher Fave ist da immer noch „Amber Galactic„) heranreichen kann.

Mit „Servants Of The Air“ hat man zudem nicht den optimalen Einstieg gewählt – relativ konstruiert hetzen NIGHT FLIGHT ORCHESTRA durch den hibbeligen Opener. Das wird zwar mit dem nachfolgenden „Divinyls“ gleich wieder ausbalanciert, aber so richtig kommt die Scheibe zu Beginn nicht aus dem Quark. Erst ab „Curves“ ist der Flow endgültig da und wird nur noch selten fallengelassen. Wie eingangs erwähnt – das gewohnte Level halten Strid & Co. gefühlt locker, aber die zwingenden Hits ragten auf den vorangegangenen Alben stärker heraus. Auch fällt auf, dass die Gitarren zwar immer noch gewohnt souverän rocken, gegenüber einer neuen Ausrichtung gen keyboardlastigem 70er (Schweden)Pop aber etwas in die 2te Reihe treten (Beispiel ist das arg ABBA-lastige „Transmissions“) – das ist in der bisherigen Entwicklung zwar konsequent, aber muss nicht jedem gefallen.

Nein, schlecht ist auch „Aeromantic“ nicht geworden. Ich habe meine Zweifel, dass das NIGHT FLIGHT ORCHESTRA überhaupt imstande ist eine miese Platte zu machen. Das Rezept und die verantwortlichen Köche sind dazu einfach viel zu professionell / verlässlich. Aber bei einer Spielzeit von einer knappen Stunde und insgesamt 13 Titeln hätte etwas Straffung der Sache gutgetan. Somit stelle ich jetzt mal nüchtern fest, dass „Aeromantic“ das bisher „schwächste“ Album der Schweden ist, welchem man aber dennoch einige vergnügte Stunden abgewinnen kann (wenn man denn mit dem erhöhten Weichspülfaktor klarkommt).

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Servants Of The Air
02. Divinyls
03. If Tonight Is Our Only Chance
04. This Boy’s Last Summer
05. Curves
06. Transmissions
07. Aeromantic
08. Golden Swansdown
09. Taurus
10. Carmencita Seven
11. Sister Mercurial
12. Dead Of Winter
13. City Lights And Moonbeams

Mario

AUTUMN’S CHILD – Autumn’s Child

Band: Autumn’s Child
Album: Autumn’s Child
Spielzeit: 53:33 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Hard Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 31.01.2020
Homepage: http://www.aorheaven.com

AUTUMN’S CHILD eine neue Band aus Schweden besteht aus Mikael Erlandsson (Solo, LAST AUTUMN’S DREAM, LOVER UNDER COVER) Vocals und Produktion, Jona Tee (H.E.A.T.) Keyboards, Robban Bäck (ECLIPSE, MUSTASCH) Drums, Claes Andreasson (HEARTBREAK RADIO) Guitar / Keys und Produktion, Pontus Akesson Guitar (MOON SAFARI).

Mikael Erlandsson hat Solo 6, mit LAST AUTUMN’S DREAM 14 und mit LOVER UNDER COVER 2 starke Alben veröffentlicht, also kein unbeschriebenes Blatt. Durch seine markante und sehr guten Stimme hat das Material einen hohen Wiedererkennungsfaktor, einmal klingt sie zerbrechlich ein anderes mal rau als ob er eine Packung Fluppen auf einmal runtergezogen hätte, es bewegt sich alles von der Qualität her im oberen Bereich. Dies merkt man auch an den Kompositionen, ausgereift, melodiös und mit der nötigen Härte es sitzt alles perfekt, immer songdienlich und einer Qualität die manche Bands nicht mal im Traum erreichen ob bekannt oder unbekannt. Man hört die Bands der Musiker mal hier und mal dort was aber nicht negativ zu verstehen ist, und es sind auch keltische Einflüsse zu hören. Allein durch die Stimme ist eine Ähnlichkeit zu LAST AUTUMN’S DREAM, LOVER UNDER COVER oder den Soloalben nicht von der Hand zu weisen. Die Musiker verstehen es gekonnt hervorragendes Songmaterial Richtig um zu setzen und können in jeder Hinsicht überzeugen. Auf dem Album befindet sich ausschliesslich Material der Spitzenklasse, dass sich zwischen AOR und Melodic Hard Rock bewegt. Zu hören gibt es zwei schöne Balladen, die zum Träumen einladen. Mit “Northern Light” ist sogar ein Song am Start der in den glorreichen 80ern ein #1 Hit hätte werden können, und in den zahlreichen leider nicht mehr existenten Rockdtempeln für volle Tanzflächen gesorgt hätte. Die restlichen Titel sind so stark, manche Kapellen würden für die gebotene Qualtiät töten, weil sie dann auch mal einen Hit hätten.
Für Alle die auf die erwähnten Bands, oder auch GARY MOORE zu Wild Frontier Zeiten, können ein muß für Alle anderen einen Probelauf riskieren, es lohnt sich auf jeden Fall.

Fazit:

Nichts neues aber bewehrtes in eine ausgezeichneten Qualität. Es ist ein Album mit Sau guter Musik zum Genießen und Entspannen, ohne Lückenfüller gelungen. Von mir gibt starke 9 Punkte für ein Album das Spaß macht. Respekt da hat da Siegl Schorsch mal wieder einen Überflieger an Land gezogen. Von Bayer zu Bayer: HUT AB!

Anspieltips:

“Northern Light”, “Rubicon Sign”, “Glory”, “Crying For Love”, “Sayonare Eyes” und “Face The Music”

WERTUNG:


 

Trackliste:

01. Intro
02. Rubicon Sign
03. Glory
04. Crying For Love
05. Victory
06. I’m Done
07. Sayonare Eyes
08. Face The Music
09. You’re Breaking My Heart Again
10. Everytime
11. Northern Light
12. Heaven Knows Your Name

Helmut

WORK OF ART – Exhibits

Band: Work of Art
Album: Exhibits
Spielzeit: 46:35 min
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 08.11.2019
Homepage: https://de-de.facebook.com/musicofworkofart

Das schwedische Trio WORK OF ART hat mit seinen bisherigen 3 Alben eigentlich nur extrem hochwertige AOR Kost vorgelegt. Den Vorwurf, dass der Sound der Truppe allzu nahe an den offensichtlichen Vorbildern Toto klebt kann man durchgehen lassen. Allerdings gibt es nur wenige Bands, die in diesem Fahrwasser fahren und so konsequent Qualität abliefern wie WORK OF ART. Und da Toto ja auch nicht mehr die produktivste Band unter der Sonne ist, können Genre-Fans froh sein, dass jemand die Lücke so gekonnt schliesst. Auch auf Album Nummero 4 sind die bekannten Trademarks (edelstes Songwriting, treffsichere musikalische Beiträge, eine angenehm transparente Produktion) wieder zu Hauf vorhanden. Hinzu gekommen sind allerdings auch deutliche Verweise auf (härtere) Journey. Das ist alles nicht unbedingt spannend. Auf Ihrem Feld sind die Jungs allerdings mittlerweile beinahe unschlagbar.

Luftig produziert, mit einem Sound der nun wirklich niemandem weh tut, „rocken“ sich WORK OF ART durch eine Reihe mit süchtig machenenden Hooklines randvoll gefüllten Wundertüten wie „Misguided Love“, dem von Gast-Keyboarder Vince DiCola (von dem die „Training Montage“ auf dem Rocky IV Soundtrack stammt) veredelten Ohrwurm „This Isn’t Love“ oder „Be the Believer“. Ja, zugegeben, manchmal schrammen die Jungs auch mal zu nah am Kitsch bzw. der austauschbaren Belanglosigkeit vorbei („Come home“, „What you want from me“). Aber im Großen und Ganzen treffen Sänger Lars Säfsund und seine Jungs eigentlich immer verlässlich ins Schwarze und liefern mit „Exhibits“ eines der, wenn nicht das, Highlight 2019 im AOR Bereich ab.

WORK OF ART sind quasi der fluffige Counterpart zu den etwas forscher ans Werk gehehnden Kollegen von ECLIPSE: Songwriting Maschinen mit Hit-Garantie, bei denen man mit jeder neuen Platte die Gewissheit kauft genau das zu bekommen was man erwartet. Das mag leidlich spannend sein. Aber im Bereich AOR und Melodic Rock gibt es weit und breit nur ganz wenige, die an die kompositorische und handwerkliche Qualität von Robert Sall & Co. heranreichen. Klare Kaufempfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Misguided Love
02. Be the Believer
03. Another Night
04. This isn’t Love
05. Gotta get out
06. Come home
07. If I cold fly
08. Destined to survive
09. Scars to prove it
10. What you want from me
11. Let me dream

Mario

DANGER ZONE – Don’t Count On Heroes

Band: Danger Zone
Album: Don’t Count On Heroes
Spielzeit: 50:32 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.dangerzoneweb.com

Es gibt so einige Bands, die releasen gefühlt fünf Alben an einem langen Wochenende. Andere wiederum lassen sich etwas mehr Zeit, so zum Beispiel die Italiener von DANGER ZONE, die für diese Albenzahl eher 35 Jahre aufwärts benötigen, was in diesem Fall auf gewisse Startschwierigkeiten wie nicht erscheinende Alben zurückzuführen ist. War der Anfang eher holprig, so haben die sechs Kollegen in den letzten sieben Jahren immerhin drei veröffentlicht, das aktuelle “Don’t Count On Heroes” eingerechnet. AOR und Hard Rock, Tendenz zu ersterem, gehen auf der Platte Hand in Hand, auf ziemlich prototypische Weise. Die Produktion von Gitarrist Roberto Priori und Jody Gray, den man schon aus den 90ern kannte, ist makellos, auch an den Vocals von Giacomo Gigantelli ist nichts auszusetzen. Die Songs sind klassischer AOR, mal in Hard-Rock-Gefilden stöbernd (“Rolling Thunder”, “Down To Passion”), mal balladig-mächtig (“Rise Again”, “Forever Now”, “Eternity”), mal purer Klischee-AOR (“Hang On To Your Heart”). Dicke Synth-Chords sind keine Mangelware, ebenso nicht die typischen Melodiewendungen inklusive der klassischen positiven Dur-Grundstimmung, natürlich mit die Regel bestätigenden Ausnahmen wie dem besagten “Breakaway”.
Der Kitschfaktor ist unkonstant, bei der 6/8el-Ballade “Rise Again” tatsächlich weniger ausgeprägt als beim leicht schmalzigen “Destiny” mit seinem schön komponierten Refrain.
Kompositorisch arbeiten DANGER ZONE nach allen Regeln der Kunst, wissen diese dank langjähriger Erfahrung aber so einzusetzen, dass “Don’t Count On Heroes” nicht zu einer lieblos aneinandergereihten Ansammlung aus Phrasen verkommt. Neu ist dieser Sound auf keinen Fall, das war jedoch auch offensichtlich nicht das Ziel und es bleibt dem Einzelnen überlassen, ob er in der stilistischen Vertrautheit die darübergestreuten Stilabweichungen und netten Wendungen als genug (oder vielleicht auch als zu viel) wahrnimmt. “Don’t Count On Heroes” ist kein ganz gewöhnliches AOR-Album, aber unter den nicht ganz gewöhnlichen ist es ein gewöhnliches. Und das ist in einer Zeit, in der klassisch klingende Musik jeglicher Genres von unzähligen Bands gespielt wird, eigentlich schon eine ziemlich gute Sache!

Fazit:
Harmonisch, nicht allzu heavy aber auch nicht lasch, ein bisschen vielseitig, gut synth-angereichert, oft gut gelaunt mit Tendenz zum Kitsch, all das stark gespielt, gesungen und geschrieben und mit Power produziert – wer sich davon angesprochen fühlt, den wird “Don’t Count On Heroes” mit Sicherheit abholen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Demon Or Saint
02. Faster Than Love
03. Somewhere Out There
04. Destiny
05. Down To Passion
06. Rise Again
07. Hang On To Your Heart
08. Forever Now
09. Rolling Thunder
10. Breakaway
11. Eternity

Jannis

IF ONLY – No Bed of Roses (Re-Release)

Band: If Only
Album: No Bed of Roses (Re-Release)
Spielzeit: 78:13 min
Stilrichtung: Melodic Metal, Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: (bereits erschienen)
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Die britischen Hardrocker IF ONLY, um den Gitarristen und Songschreiber Greg Hart (aktuell z.B. Cats in Space), haben es in ihrer Karriere auf lediglich ein einziges Album gebracht. Die Entstehung dieses vergessenen Meilensteins aus dem Jahr 2011, die einer regelrechten Odysee glich, möchte ich hier nicht nochmals erzählen. Erstens wird dies bereits in so gut wie jeder Besprechung der Platte aufgewärmt und zweitens sollte der geneigte Fan sich die ganze Geschichte dann doch besser anhand der, wie bei Rock Candy gewohnt vorzüglichen Linernotes dieses Re-Releases, durchlesen. Resultat der diversen Rückschläge die die Truppe erleiden musste (vor allem der Verlust der Sängerin Lorraine Bennigton, die durch Jackie Bodimead ersetzt wurde, wog schwer), war aber eine bärenstarke Scheibe die auch heute noch mächtig schiebt.

Verorten kann man das Ganze irgendwo beim typischen 80er Stadionrock im Stile von Bon Jovi & Co. Da IF ONLY aber eine Sängerin in Ihren Reihen hatte, sind Paralelen zu Heart (zu „Brigade“ Zeiten) nicht von der Hand zu weisen. Was vor allem auffällt ist, dass die Londoner Truppe so dermassen nach USA klingt, dass man wohl nie auf die Idee käme es mit Engländern zu tun zu haben. Jackie Bodimead, die zuvor bei Girlschool tätig war, liefert auf Songs wie „Loaded Gun“ oder „Rock and a hard Place“ eine derart krachend überzeugende Vorstellung ab, dass einem die Spucke wegbleibt. Da blieb/bleibt mancher männliche Kollege ganz schön blass im Vergleich. Und Mastermind Hart lieferte mit Songs wie der Ballade wie „If Love could last forever“ den Beweis, dass er locker das Kompositionsniveau der grossen amerikanischen Vorbider halten konnte. Auf „No Bed of Roses“ gibt es keinen Aussetzer, jeder Songs ist perfekt geschrieben, gespielt und soundtechnisch zeitlos in Szene gesetzt.

Der Re-Release dieses absoluten Sahnealbums hat es wirklich in sich und sei jedem Hardrock Fan ans Herz gelegt. Ich feier Rock Candy Releases ja gerne mal ab, weil die vom Label neu aufgelegten Platten meine musikalische Sozialisation nochmals aufleben lassen und ich da vielleicht auch gerne mal die Rosarote Fanbrille auf habe. Bei „No Bed of Roses“ kann, ja darf es aber eigentlch keine 2 Meinungen geben. Die Scheibe ist ein essentielles Stück Hardrock Geschichte, das in keiner entsprechenden Plattensammlung fehlen darf. Da auch die Aufmachung (das originale, ziemlich üble Cover wurde durch ein geschmackvolles Neues ersetzt, das Remastering tut dem Abum hörbar gut und nicht zuletzt sind die Linernotes informativ und durchweg unterhaltsam) gewohnt hochwertig ist, ist diese Neuauflage ein rundum-Sorglospaket geworden. Zugreifen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Loaded Gun
02. Tumblin‘ Dice
03. If Love could last forever
04. I’m no Angel
05. No Bed of Roses
06. Easy Lay
07. Rock and a hard Place
08. Red Hot Heaven
09. Ghost of you
10. Forever my Love
11. Long way from Home
12. Man against the world
13. All over
14. Stand like a Stone
15. Don’t let go
16. Shotdown
17. Tight Jeans (Live)

Mario

MICHAEL BORMANN’S JADED HARD – Feels Like Yesterday

Band: Michael Bormann’s Jaded Hard
Album: Feels Like Yesterday
Spielzeit: 56:37 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: RMB Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.facebook.com/MBJadedHard

Es ist halb acht abends, ich habe meine mentalen Kapazitäten für den Tag eigentlich schon ausgereizt und muss nun herausfinden, wie ich JADED HEART am Anfang meiner Metallerkarriere 2009 live sehen konnte, obgleich sie laut Promotext 2004 aufgelöst wurden. Viertelstunde später kann ich informieren: Lediglich Gründungssänger Michael Bormann hat sich getrennt, der Rest der Truppe war ab dann mit geändertem LineUp nach wie vor unterwegs. Und Bormann zog ab 2017 noch einmal mit einem Best Of-Programm von 1990 bis 2004 umher und bekam im Zuge dessen Bock auf neue Songs. Ja nu, here we go. “Feels Like Yesterday” ist draußen mit zwölf neuen Tracks und einer knappen Stunde Spieldauer. Die Platte bewegt sich zwischen Classic und Melodic Rock sowie AOR und ein bisschen Metal, gut gespielt und erwartungsgemäß gut von Bormanns starker Rockstimme und stimmigen Backing Vocals geführt. Heavy ist das Ganze selten, tatsächlich ist man in den Strophen doch oft eher balladig unterwegs, was sich gerade dann sehr rentiert, wenn auf die ruhige Strophe wie bei “Won’t Surrender” ein druckvoller Chorus einsetzt. Keyboards sind trotz der AOR-Einflüsse explizit sparsam eingesetzt, was durchaus gut tut. Immer die gleichen 80er-Synth-Chords sind eben auch nicht unbedingt nötig. Wenn denn auf Keys zurückgegriffen wird, geschieht dies absolut im Sinne der Musik, beispielsweise bei den Streichern und der Orgel im intensiven “Shout It All Out”. Stimmungstechnisch gibt es eine angenehme Auswahl. Während Tracks wie “It Feels Like Yesterday” oder “Just One More Step Away” eher melancholisch anmuten, wird auf der anderen Seite das Gute-Laune-Pedal bei “Mr Mysterious” oder “Everyone Is A Rockstar” in feinster Kickdown-Manier bedient. Und obgleich man doch oft nach den Regeln der verwendeten Genres spielt, ist immer Platz für Charakter und Individualität. Eine komplette Ballade gibt es nicht, auch wenn unter anderem “Don’t You Ever Leave” durchaus in die Richtung geht, dank des Refrains aber knapp über der Grenze zum ruhigen Rocksong liegt.
Kritik am Album ist an dieser Stelle sehr subjektiv. Die paar mehr Ecken und Kanten, die ich mir von einem Album wünsche, müssen halt in diesem Genre nicht unbedingt sein, ebenso das gewisse Maß an Bonushärte, die mir persönlich fehlt. Die leicht holzige Produktion wäre noch so ein Punkt, die passt aber in ihrer Handgemachtheit auch zum Stil. Und vielleicht ist die Genre-Klischee-Arbeit doch ein wenig zu hart (hier der eher objektive Kritikpunkt), da sie doch einige Male zu Vorhersehbarkeit führt. Aber an sich ist “Feels Like Yesterday” ein absolut positives Nostalgiealbum mit Liebe zum Detail geworden, das sich im Vergleich zu Genrekollegen doch einige Freiheiten nimmt und damit das gewisse Etwas erhält.

Fazit:
Dementsprechend kann Bormanns Rückkehr Freunden melodischen Rocks mit Classic-Hard-Rock-AOR-Spirit wärmstens an’s Hard gelegt werden. Und Freunden alter JADED HEART sowieso. Es ist immer schön, wenn Bands dieses Genres Individualität beweisen und nicht nur versuchen, möglichst wie die Großen zu klingen. Und Mb’s JADED HARD beweisen Individualität. Genau genommen gehören sie halt auch zu den Großen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Feel Like I’m Living
02. It Feels Like Yesterday
03. Won’t Surrender
04. Bring Me Higher Love
05. We’d Still Make It
06. Mr Mysterious
07. Good Times
08. Just One More Step Away
09. Don’t You Ever Leave
10. I’m A Son Of A Gun
11. Shout It All Out
12. Everybody Is A Rockstar

Jannis

JD MILLER – Afterglow

Band: JD Miller
Album: Afterglow
Spielzeit: 48:16 min
Stilrichtung: Melodic Power AOR
Plattenfirma: Mighty Music/SPV
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.facebook.com/jdmillerband

JD MILLER sind gewissermaßen eine Rock-Garagenband – der kleinste gemeinsame Nenner zwischen dem Heavy/Power-Metal-Teil unserer Leserschaft und dem AOR-Teil, denn nicht umsonst wird die Band aus Schweden als heaviest AOR band around beschrieben. Als Power-Metaller mit einem schweren Hang zu Keyboards, Cheese und Dur horcht man da natürlich auf und reserviert sich erstmal die Rezension. Hab ich so gemacht und Leute, was hat es sich rentiert.
Fix das Drumrum: Gegründet 2011, jetzt mit dem dritten Album “Afterglow” am Start, Produktion sitzt soweit, Sänger Peter Halldén hat keine ausdrucksstarke Stimme, dafür aber eine sehr wohlklingend-rockige, die ordentlich produziert wurde und optimal zum Rest passt.
Jetzt, wo wir das geklärt hätten, zur Musik. Trocken ausgedrückt ist “Afterglow” ein Mix aus Power Metal sowohl der symphonischen als auch der moderneren Art, minimalen Gothic- und NDH-Einflüssen, Hard Rock und gerade hinsichtlich der Melodien mit ordentlich AOR angereichert. Das ergibt in seiner Gesamtheit eine wundervolle Mischung aus stellenweise gar nicht mal so wenig Härte, höchst stimmig eingesetzten und ausgewählten Synthesizern und Melodien mit Feelgood-Ohrwurm-Dur-Charakter, in die man sich am liebsten reinlegen möchte. Denn, auch das muss man JD zugute halten: Das ist keine der Truppen, die mit ordentlich Keyboards ihre fehlende Substanz kaschieren, das ist eine Truppe, die absolute Hits schreibt und dann ordentlich Keyboards draufpackt! Im Ernst, man ist fast froh darüber, dass das Niveau der Platte bei Track 5 und Track 6 leicht absinkt, da man erstmal die ersten vier verarbeiten muss, die allesamt absolut oberklassig ausfallen. Und auch besagte “Light Your Fire” und “In The Afterglow” (von meinem Handy liebevoll zu “In The After” abgekürzt) sowie der dritte minimale Schwachpunkt “The Answer” wären auf den meisten AOR/Power-Metal-Alben noch Highlights – und der Rest sowieso. Da ist das vergleichsweise metallische “Burned Alive” mit seiner massiv druckvollen Strophe, die der von “Game Of Love” in nichts nachsteht. Da ist das kurze “Icarus”, das zwischen NDHig angehauchter Härte und vor positiven Vibes triefendem Chorus hin- und herpendelt, und da ist “Auburn Skies”, eine Gänsehaut-Pop-Rock-Stadionhalbballade, auf die man sich auch einlassen sollte. Und noch “Devilstorm” mit dem nächsten Killer-Chorus sowie “Inception”, dessen Strophe bereits Chorus-Niveau hat (wie eigentlich ein Großteil der Strophen auf “Afterglow”) und das im Refrain abermals zur Höchstleitung aufläuft.
Kurz: Nicht nur ist der Stil von JD MILLER absolut stark und außergewöhnlich, die Songs bewegen sich kompositorisch auf einem derartig unterhaltsamen Ohrwurm-Niveau, dass die Wahl von Favoriten ein Ding der Unmöglichkeit ist. Krassen Respekt für diesen Release, bitte mehr davon!

Anspieltipps:
Eigentlich alles, vielleicht am ehesten erstmal nicht “Light Your Fire”, “In The Afterglow” und “The Answer”

Fazit:
Nicht nur dank ihrer Kombination von Power Metal und AOR ist diese Scheibe ein absolutes Brett. In “Afterglow” sollte jeder unserer Leser mal reinhorchen, vorausgesetzt er verkraftet eine positive Grundstimmung und ordentlich Tasteneinsatz in seiner Musik. Dann könnte er mit dem Ding auch langfristig in hohem Ausmaß Spaß haben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Inside A Dream
02. Game Of Love
03. Inception
04. Icarus
05. Light Your Fire
06. In The Afterglow
07. The Desire
08. Burned Alive
09. The Answer
10. Devilstorm
11. Auburn Skies

Jannis

AGE OF REFLECTION – A New Dawn

Age of Reflection

Band: Age Of Reflection
Album: A New Dawn
Spielzeit: 46.25 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR HEAVEN
Veröffentlichung: 27.9.2019
Homepage: www.facebook.com/AGEOFREFLECTION/

AGE OF REFLECTION – A New Dawn
Der Grunge kam wohl für einige doch zu früh. Auf diese Aussage kann man sich festlegen, wenn man sich die Flut an aktuellen Bands ansieht, die sich im musikalischen Gewand der 80er Heroen kleiden. Die Renaissance des Hairmetals beflügelt auch die Schweden von AGE OF REFLECTION mit ihrem zweiten Werk „A New Dawn“.
2013 vom Gitarristen Carl Berglund und Bassisten Jan Skärming gegründet folgte 2017 das Debüt im Stile des klassischen AOR mit gefühlvollen Harmonien. Diesen Weg gehen AoR mit „The New Dawn“ konsequent weiter. Teils stark an die Wegbereiter Journey & Co angelehnt schaffen es AGE OF REFLECTION der Magie der alten Tage neue Energie einzuhauchen.
Der musikalische Arbeitsnachweis erstreckt sich über elf ansprechende Songs, die nicht den Anspruch haben, den Melodic Rock neu zu erfinden, aber auch weit davon wegstehen, Plagiatsvorwürfe befürchten zu müssen.
AoR bereichern die Szene mit einer rundum gelungenen Scheibe, an der es nichts auszusetzen gibt. Innovation überlassen sie anderen und besinnen sich auf ihre Stärken, die zweifellos vorhanden sind.
Nachdem das mystische Keyboard /Gitarrennintro ins Titelstück überleitet lässt sich schnell erahnen,wohin die nächste Dreiviertestunde führen wird. Melodische Rocknummern mit nicht zu verkennender Qualität gekonnt transportiert vom Sänger Lars Nygren und erneut unnachahmlich abgemischt von Mr. Mårtensson (Eclipse, W.E.T., Nordic Union), der dem Ganzen den passenden Rahmen verpasst.
„Here I Stand“ hat schon ordentliche Bon Jovi Versatzstücke im Riff, vereint aber die im Info Sheet angekündigten emotionalen Harmonien mit der Kraft des amerikanischen Hardrocks ebenso wie das getragene „What If I Break“.
Die Nummern „Go“, „Never Alone Again“und „Write It On The Wall“ tragen ein handwerklich mehr als gelungenes Album, mit einigen wirklich schönen Songideen, die durch ausgewogene Instrumentierung überzeugen. Warme Keyboards, saubere Gitarren, alles passend an der richtigen Stelle und unaufgeregt dargeboten.
Wenn die zwar gelungene, aber dann doch leider auch etwas an Einfallslosigkeit kränkelnde Coverversion „I Just Died“ von Cutting Crew stilistisch komplett ins Gesamtkonzept passt, weiß man, wohin die Reise
AGE OF REFLECTION bieten auf ihrem zweiten Album mehr als soliden, guten Mainstreamrock, der sich nicht durch Exklusivität von der Masse abhebt, aber auch nicht in ihr unterzugehen droht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Aurora
02. A New Dawn
03. Stay With Me
04. Here I Stand
05. Until Death Do Us Part
06. What If I Break
07. Go
08. Never Alone Again
09. I Just Died In Your Arms
10. Write It On The Wall
11. Can´t Let Go

Link zum Video “Stay With Me” 

Rüdiger König