AUTUMN’S CHILD – Melody Lane

Trackliste:

01. Heartbreak Boulevard
02. Pray For The King
03. Fight To Love Again
04. Singalong
05. A World Without Love
06. Highway To The Sky
07. Headlines
08. Lovesong
09. Melody
10. Rock Of Empathy
11. Dead Cold

Spielzeit: 46:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Mikaelerlandssontheone

 

Mikael Erlandsson ist einer von denen, die sich im Melodic Rock, Classic Rock und AOR an allen Ecken mal blicken lassen. Als Frontmann bei SECRET SERVICE, in LAST AUTUMNS DREAM mit Mitgliedern von EUROPE und FAIR WARNING, und, und, und.
Und dann singt er noch bei AUTUMN’S CHILD, die inzwischen auch schon sechs Alben am Start haben, rechnet man denn ihr neustes Werk „Melody Lane“ mit dazu, über das wir heute reden. Ach ja, und Gitarre und Keyboards spielt er hier auch.
Ein sehr schönes Cover hat die Platte schonmal, gute handgemachte Retro-Optik. Der Sound stimmt auch soweit. Da könnte man sich an einigen Stellen wünschen, die hohen Frequenzen wären ein wenig präsenter, und Mikaels Vocals hätten etwas mehr Reverb vertragen können, aber an sich klingt „Melody Lane“ klar, gibt den einzelnen Instrumenten genug Raum und traut sich auch Dynamik.
Was die Musik angeht, ist „Melody Lane“ ein nettes kleines Wohlfühlalbum für Fans des Obergenres „Melodic Rock“. Da finden sich die Prototyp-AOR-Songs wie „Heartbreak Boulevard“, die komplette „Died In Your Arms Tonight“-80es-Rock-Bedienung („Fight To Love Again“) und der gut gelaunte beschwingte Rock’n’Roll-Song („Singalong“).
Mit „A World Without Love“ darf es dann auch mal ganz emotional-intensiv und dick aufgetragen werden – aber genau das wollen wir ja auch bei so einem Album, ne? Da kommen dann die dicken Drums, das Klavier und die flötige Classic-Rock-Orgel (oder die orgelige Classic-Rock-Flöte? Egal, Ihr wisst, was ich meine) dazu, sehr edles Ding.
Aber natürlich darf auch ein gewisser Hard-Rock-Faktor nicht fehlen, auf „Melody Lane“ mit „Headlines“ und „Rock of Empathy“ gegeben.
Das ergibt alles in allem schonmal ein Album, dessen Songs durch die Bank eigenen Charakter haben, was bei den normaleren Bands dieses Genres leider weiß Gott nicht immer gegeben ist. Und kleine Features wie nette Synth-Sounds und -Soli, Klavier, Orgel, Streicher, mehrstimmige Vocals oder einfach mal eine Strophe, die klanglich aus der Reihe fällt, geben „Melody Lane“ zusätzlichen Entertainment-Wert.
Was das Album doch häufiger machen dürfte, ist knallen. „Rock Of Empathy“ beispielsweise hat schon eine angenehme Menge Wumms hinter der Binde. Den dürfte man bei Songs wie „Highway To The Sky“ mit seinen Ooooheehooooh-Stadion-Vocals oder im Chorus von „Singalong“ auch erwarten, oder beim finalen „Dead Cold“. Einige Songs sind an Momenten, an denen sie Druck benötigen würden, dann doch eher kraftlos, aber die Momente gehen auch vorbei.

Fazit:
Abwechslungsreiches Ding haben AUTUMN’S CHILD da geschaffen. „Melody Lane“ überschreitet keine Genregrenzen, ist aber auch eines der Alben, bei denen es gar keine Experimente braucht, wenn man doch gar nicht die Zukunft schaffen sondern die Memory Lane entlangwandern möchte. Und das machen AUTUMN’S CHILD professionell und mit Liebe zum Detail Gebrauch. Für Melodic-Rock-Fans ist die Platte einfach ein Wohlfühl-Album.

Anspieltipps:
„A World Without Love“, „Melody“, „Rock Of Empathy“ und „Singalong“

Jannis

NORWAY – Night Dreams (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Heartbeat
02. Every Little Thing
03. Night Dreams
04. Give You My Love
05. Destination Unknown
06. Love On The Line
07. Never Gonna Fall In Love Again
08. Bad Boys
09. Love Is Strong Enough
10. Surrender

 

Spielzeit: 41:51 min – Genre: AOR – Label: Pier-San Records – VÖ: 1997 – Page: www.facebook.com/Norway

Im Laufe des Jahres 1997 oder 1998 hörte ich den Song „Heartbeat“ der US-Band NORWAY auf einem Sampler des englischen Magazins Hard Roxx, der Song ging gleich runter wie sehr gutes Speiseöl. Als ich kurz darauf bei Hang Loose Records bestellte meinte mein Gegenüber am Telefon ob ich NORWAY kennen würde, als ich sagte den oben erwähnten Song zu kennen, meinte man das gesamte Album ist ein Burner. Also orderte ich das Album bei dieser Bestellung mit. Und ja mein Gegenüber sollte Recht behalten, das Album zündete sofort beim ersten Durchgang.

Zur Band gehörten auf dem Debüt Glenn Pierson an Mikrofon und Keyboards, Jim Santos an Gitarren, Joe Slattery an Bass und Marty Brasington am Schlagzeug. Glenn hat eine verdammt gute Stimme, die sich meist in den oberen Tönen rumtreibt, dass allerdings ohne den Nervfaktor anzusprechen. Bei Bedarf kommt auch eine Portion Dreck hinzu um das Ganze abwechslungsreich zu gestalten. Dabei bewegt sich die Stimmfärbung in etwa bei Chris Ousey (HEARTLAND) und Jess Harnell (Loud & Clear, Rock Sugar). Die Gitarren, egal ob akustisch oder elektrisch kommen immer genau auf den Punkt und sind beim Einsatz immer präsent ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Die Tastenabteilung hört sich sehr 80er Lastig an und steht einen Schritt hinter den Gitarren um das Fundament für Glenns Stimme zu bilden. Der Bass bewegt sich unspektakulär im Raum ohne den großen Macker raushängen zu lassen. Das Schlagzeug ist der einzige Kritikpunkt, denn das hört sich nach Samples und Blechkasten an, wurde dabei aber sehr gut ausgeführt um alles vor sich herzutreiben. Die Produktion klingt für eine Eigenveröffentlichung noch annehmbar, könnte in allen Frequenzen aber noch Dynamik vertragen.

Der Musikstil von NORWAY ist sehr tief in den 1980ern verwurzelt, was man in jeder Note oder Akkord hören und spüren kann. Stellt sich dieser Umstand als Nachteil für die Band heraus? Ich antworte mit einem sehr deutlichen Nein! Wer es schafft den Spirit und das damalige Gefühl so prägnant und stark auszudrücken hat nichts falsch gemacht, vielmehr alles an die Richtige Stelle gesetzt. Die meisten der Songs sind derart gefühlvoll ausgeführt das man meint das das Drama nicht mehr getoppt werden kann, auf der anderen Seite harmoniert dieses gefühlvolle sehr gut mit NORWAY. Die Jungs schafften es auf ihrem Debüt den 80er Arena und AOR Rock wieder auf Konserve zu bringen, dass auf einem Level das viele nicht mal ansatzweise erreichen oder ran schmecken können. NORWAYs Sound kann man am ehesten mit dem von 8084, SURVIVOR, LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, JOURNEY und NIGHT RANGER vergleichen. Der Sound ist sowas von US-Arena Rock, mehr geht nicht.

Leider war meines Wissens nach Album #3 „Rising Up From The Ashes“ aus dem Jahr 2007, ohne Glenn Pierson, Schluss mit Veröffentlichung. Was sehr Schade ist, da sehr großes Potential in der Band steckte oder immer noch steckt. Es gibt noch einen aktiven Facebook Account auf dem hier und da mal ein Beitrag erscheint.

„Heartbeat“ geht gleich am Anfang mit Genuss ins Ohr, „Every Little Thing“ ein cooler Rocker mit Gefühl. „Night Dreams“ ein Highlight mit sehr viel Potential – in den 80ern wäre die Band mit so einen Hit groß rausgekommen und Dauergast im Radio, „Give You My Love“ hier kommt 80er Dramatik zum Einsatz. „Destination Unknown“ ein Rocker der mehr als nur Spaß macht, „Love On The Line“ lebt von den ups and downs von Glenns Stimme. „Never Gonna Fall In Love Again“ kommt mit sehr geiler Akustik-Gitarre, „Bad Boys“ das nächste eingängige Highlight und bestes Tanzflächen- oder Radiofutter, mit auffälliger Tastenbelegung. „Love Is Strong Enough“ Gefühl trifft auf NORWAY trifft auf Glenns engelsgleicher Stimme, „Surrender“ zum Abschluss zeigen die US-Boys nochmals wo der Arena Rock Hammer hängt, nämlich bei NORWAY in Reinkultur.

Balle

TIME TRIPPER – Time Tripper

Trackliste:

01. Prologue
02. On Stage
03. Get Ready
04. Love in Chains
05. Ride the Storm
06. Should I Go
07. Heart of Fire (ft. Goran Edman)
08. Play it no More
09. Cruel but Fair
10. Rebel Heart
11. Fighting for Control
12. Cat 5 Hurricane

Spielzeit: 42:37 min – Genre: AOR/Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.facebook.com/timetripperofficial

 

Die Band TIME TRIPPER ist das musikalische Baby des französisch/schwedischen Sängers Erik S. Björngard der als Solokünstler im Folk und Rockbereich schon sehr erfolgreich ist und 2024 die Band ins Leben rief, um seine Vision des 80iger AORs und Melodic Rock auszuleben.
Inspiriert wurde er von den Sounds von EUROPE oder BON JOVI, daher sollte relativ klar sein, für wen das selbstbetitelte Debütalbum etwas sein sollte.
Björn scharte einige musikalische Freunde um sich, Gitarrist Tom Fremont, Keyboarder Niklas Fremont, Bassist Alain Bastard sowie Schlagzeuger Jimmy Montout, nahm die ersten Songs auf und weckte damit das Interesse des kultigen Lions Pride Music Labels, welches ja schon einige Undergroundperlen ausgebuddelt hat.
Als Gastmusiker ist Goran Edman bei einem Song als Sänger zu hören.
Angepriesen wir das Debütalbum als Zeitmaschine in die glorreichen 80iger und das, kleiner Spolier vorweg, ist es auch.

Na, dann schießen wir uns mal zurück in die 80iger und starten mit dem Albumopener „Prologue“. Dieser ist „nur“ ein instrumentales Cinematic Intro welches und auf die Scheibe einstimmen soll. Direkt zu Beginn vom ersten richtigen Track „On Stage“ fliegen uns direkt die ersten Synthieklänge um die Ohren. Und, das sollte bei dem Genre aber eh klar sein, diese bleiben uns auch über die ganze Spielzeit erhalten.
80iger Feeling pur, ein schöner mitsingbarer Chorus und ein interessanter Songaufbau. Das sind die absoluten Pluspunkte dieser Nummer die direkt in den Gehörgängen haften bleibt!
„Get Ready“ im Anschluss hat ebenfalls absolutes Ohrwurmpotential und nimmt den Faden sehr gekonnt auf. Die Strophen erinnern mich irgendwie verdammt an BON JOVI ich kann mir da nicht helfen.
Über das etwas nach Powerballade tönende „Love in Chains“ geht es zum nächsten absoluten Überhit der Scheibe „Ride the Storm“. Ein absoluter Groover vor dem Herrn, der der mit seinem Monsterchorus absolut Radiotauglich ist und eine absolute Bereicherung für jede 80iger Playlist darstellt!
Da hat es die Powerballade „Should I Go“ im Anschluss schwer dran anzuknüpfen, aber die Nummer ackert sich im wahrsten Sinne des Wortes rein und überzeugt dann ebenfalls.
Bei „Heart of Fire“ haben wir dann den Gastauftritt von Goran Edman der den eh schon guten Song mit seinem Gesang nochmal veredelt. Toller Farbtupfer gesanglich der auch schöne EUROPE Klänge versprüht!
Den nächsten Überhit gibt es zu Beginn des letzten Drittels mit „Cruel but Fair“ einem AOR Ohrwurm in absoluter Reinkultur.
Und auch die letzten beiden Tracks „Fighting for Control“ sowie „Cat 5 Hurricane“ können sich absolut hören lassen und vor allem letzter Track bietet eigentlich alles, was man als glühender 80iger Fan sich so wünscht, eine erstklassige Abschlussnummer, die die Stärken der Band nochmal schön vereint.

Ich bespreche ja sehr selten AOR oder Melodic Rock, aber dieses Mal hat mich das Debütalbum der Jungs von TIME TRIPPER irgendwie nicht losgelassen und so öfter ich es hörte umso mehr reifte bei mir die Erkenntnis, das ist zu gut, um es nicht zu besprechen, auch wenn unser Jahresendrezensionsplan schon recht voll war!
Die Band bietet tatsächlich eine tolle Zeitreise in die glorreichen 80iger im AOR und Melodic Rock, ohne es jedoch nicht zu versäumen ein paar neue, eigene Nuancen mit einzubauen.
Man bekommt hier haufenweise Hits serviert, die man direkt mitsingen kann und die perfekt für die aktuell weit entfernten Cabriofahrten geeignet sind.
Ein spätes Highlight für mich und ein klarer Fall für jeden AOR/Melodic Rock Hit oder Playlist der Jahres 2025!

Julian

 

NIGHTBLAZE – Evaricade

EvaricadeTrackliste:

01. State Of Grace
02. Tonight
03. Novemberine Walls
04. Take Me Home
05. Hold On To Me (Atmospheric Version)
06. Take On Me (Dance Version)
07. Fading Away (Ethnic Version)
08. Tell Me (Revmastered Version)
09. Novemberine Walls (Orchestral Version)
10. Tonight (Romantic Version)

 

Spielzeit: 42:59 min – Genre: AOR – Label: Art Of Melody Music – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/Nightblazeofficial

 

So der Hammer von BANGALORE CHOIR ist im Kasten, kommt jetzt mein erstes Date mit NIGHTBLAZE in einer Verbaleskapade zum Zug. Allerdings soll dies die letzte Veröffentlichung von NIGHTBLAZE sein. Mit dieser letzten Veröffentlichung geht eine Ära für NIGHTBLAZE zu Ende. Die Band hat sich aufgelöst und hinterlässt einen bleibenden Eindruck in der Underground-Szene des Melodic Rock/AOR.

Zum Line Up gehören Damiano Libianchi am Mikrofon, Dario Grillo an Gitarren, Keyboards und Backing Vocals, Federica Raschellà an Bass und Alsex Grollo an den Drums. Damianos Organ hat etwas Zerbrechliches und Heiseres dabei aber auch Kraftvolles, in manchen Momenten erinnert er mich an Joe Lynn Turner. Ansonsten passt die Stimme sehr gut zu AOR und Melodic Rock. Die Gitarren und Keyboards fungieren als gleichberechtigte Partner in Crime und werden weder zu stark noch zu wenig eingesetzt. Der Bass kann sich gut behaupten und ist zu jeder Zeit da und hörbar. Die Drums hören sich leider nach Elektro Schnickschnack an, ob Samples oder echte verwendet wurden kann ich nicht mit Sicherheit aussagen. Die Produktion geht in Ordnung und kann sich jedem Kritiker stellen ohne durchzufallen.

Den Stil den NIGHTBLAZE fahren würde man nicht im Geringsten vermuten das es sich um eine italienische Band handeln würde. Es wird guter bis sehr guter AOR geboten der sich gegen die Konkurrenz behaupten kann. Wo man diesen AOR genau ansiedeln sollte ist fast nicht zu erklären, da mehrere Einflüsse im Sound zum Tragen kommen. Man kann ein wenig britischen, amerikanischen sowie europäischen Einfluss ausmachen, wobei der aus Europa leicht überwiegt. Als Richtschnur könnte man z. B. mit softeren WHEELS OF FIRE, FM, DOMINOE, KARO, JOURNEY, FOREIGNER, TIMSON AOR, LOVERBOY, LIONVILLE und noch viele mehr aufführen ohne dabei einen genaueren Vergleich zu finden. Alle Songs sind sehr gut hörbar und nach den einleitenden Worten ist es doppelt schade, dass es keine weitere Musik von NIGHTBLAZE geben soll. Die Qualität von „Evaricade“ spricht eigentlich nur die Sprache, dass NIGHTBLAZE weiter machen sollten.

Für die Rocksongs gibt es eine Positive Bewertung, für die teils misslungenen Remixe gibt es Punktabzug.

„State Of Grace“ macht schon mal neugierig auf das was noch folgen wird, „Tonight“ wildert im gut gemachten AOR. „Novemberine Walls“ ein gefühlvoller Rocker mit Höhepunkten, „Take Me Home“ flott und melodiös. „Hold On To Me (Atmospheric Version)“ wie in der Klammer sehr atmosphärisch geworden, „Take On Me (Dance Version)“ ohh nein nicht wirklich, oder doch, eine Rockband die im Poppansen wildert und leider verliert. „Fading Away (Ethnic Version)“ kommt auf jeden Fall besser als der Vorgängersong, „Tell Me (Revmastered Version)“ hier wird endlich wieder nach Herzenslust gerockt bis die Schwarte kracht. „Novemberine Walls (Orchestral Version)“ wirkt wie auf einer riesigen Bühne gespielt, „Tonight (Romantic Version)“ mit mehr Drama angereichert schließen NIGHTBLAZE die Tore für immer zu.

Balle

TIMSON AOR – The Next Level

Trackliste:

01. The Wind Whispers
02. One Step Ahead
03. Nevermore
04. Starlight
05. Be True To Yourself
06. From The Ashes
07. Wake The Night
08. The Last Ride
09. Where The Sun Meets The Sea
10. Midnight Radio
11. Farewell

Spielzeit: 42:46 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 28.02.2025 – Page: www.facebook.com/TimsonAOR

 

Vorgestern Nacht kontaktierte mich Bandchef und Namensgeber von TIMSON AOR Mark Timson mit der Frage ob ich nicht das zweite Album reviewen könnte, allerdings ist das Album fast schon ein dreiviertel Jahr veröffentlicht. Also fragte ich Garagen Oberhäuptling Julian ob er etwas dagegen hätte, wenn ich ein Album reviewe was schon eine gewisse Zeit erhältlich ist und nicht wirklich in die Zeitmaschine passt. Julian gab sein Ok also here we go, let the music speak for itself. Als mich Mark kontaktierte war mir der Name geläufig, befindet sich das Debütalbum „Forever’s Not Enough“ aus dem letzten Jahr unter meinen Tonträgern. Zugelegt habe ich mir das Debüt als ich im Angebot von Schmankerl Records die Eigenschaften gelesen hatte die der Inhaber Dieter Lanzl zum Album geschrieben hatte. Die Eigenschaften lauteten: „Fantastisches 2024er A.O.R. / Melodic Rock Album des britischen Multiinstrumentalisten Mark Timson & Sänger Lukky S, das Mark komplett in Eigenregie veröffentlicht hat“, also dachte ich mir damals das könnte genau meine Kragenweite sein und bestellte die CD. Bei der Beschreibung vom Inhaber Dieter Lanzl verhält es sich genau wie damals in den Katalogen von Hang Loose Records, wenn etwas als gut oder sehr gut bezeichnet wurde/wird dann stimmt das auch in 95-98% der Fälle überein. Als die CD eintraf wurde gleich mal die Soundmaschine an geschmissen und rein gehört. Das Fazit zum Debüt, dass kann was, ist cooler und sehr guter 80er Jahre Stoff der sich im Melodic Rock bewegt. Und dieser Herr Timson nahm mit der Bitte eines Reviews Kontakt mit mir auf. Und wenn ich so nett gebeten werde lasse ich mich nicht lumpen und komme der Bitte sehr gerne nach. Es entwickelte ich eine kleine und nette Chatrunde in der herauskam das Mark und ich die selben Einflüsse besitzen, damals in den 70er und 80er Jahren die gleichen Bands und Songs hörten mit einem Unterschied, Mark ist ein paar Jahre älter als ich aber immer noch fast in einer Generation mit den selben Werten und Einstellung.

Zu TIMSON AOR gehören das Multitalent Mark Timson der sich für alle Instrumente verantwortlich zeigt und dem chilenischen Sänger Lukky S. Die Stimme von Lukky hat eine gewisse Ausstrahlung (in etwa wie ein kleiner Bruder von Knut Erik Ostgard von RETURN) die perfekt zum Melodic Rock von TIMSON AOR passt und eine gewisse Rauchigkeit mitbringt die Rockmusik mehr als nur gut steht. Mark spielt schon seit über 50 Jahren Gitarre und lässt die sechs Saiten wie von selbst schwingen ohne dabei den Egomanen raus hängen zu lassen, die Gitarren sind songdienlich eingesetzt wie der Rest der Instrumente. Die Tasten halten sich gegenüber den Gitarren ganz leicht zurück aber immer noch genug im Spotlight um wirkungsvoll mit mischen zu können. Der Bass kommt nicht so klar durch und ist nur bei genauem hinhören lokalisierbar. Bei den Drums kann ich nicht mit Bestimmtheit behaupten ob ein echtes Schlagzeug oder Samples verwendet wurde. Die machen auf jeden Fall druck und sind voll da. Die Produktion ist gut ausgefallen ohne das man etwas Nachteiliges darüber berichten könnte.

Mark beschloss nach 50 Jahren Gitarrenspiel, dass es höchste Zeit ist Musik im besten 1980er Jahr Stil zu machen, den Geist, dass Feeling und die damalige Leichtigkeit in den Songs zurück zu bringen. Genau das ist ihm und Lukky auch voll und ganz gelungen, mehr 1980er geht einfach nicht. Die Songs sind zwar nicht unbedingt Tanzflächen tauglich, allerdings für die sommerliche Grillfeier, einer 80er Retroparty oder Radio tauglich sind alle auf dem Album enthaltenen Songs. Wenn ich beim hören die Augen schließe werde ich sofort in dieses so geile Jahrzehnt zurückversetzt und es kommen all die angenehmen Erinnerungen hervor für die diese Zeiten stehen, die ich miterleben und in vollen Zügen genießen durfte. Es gibt Melodien fast schon von einem anderen Stern oder Universum, eine passende Instrumentierung dazu und mit Lukky den perfekten Sänger der die Storys mit seiner Stimme erzählt. Wie auch schon bei der MASON Rezi nenne ich die gleichen Bands als Vergleich, die da wären, LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, GARY O‘, WHITE VISION, JOURNEY, 8084, ADRENALIN und SURVIVOR bei den reinen AOR Vertretern muss man sich nur ein wenig lautere Gitarren vorstellen und dann passt es auch für TIMSON AOR. Das Mark ein Brite ist hört man an der Mucke nicht, diese orientiert sich mehr am Arena Rock der US und Kanada Bands der 80er. Britische Einflüsse kann man nicht wirklich ausmachen, auch die Auslegung der Produktion ist so wie in die nordamerikanischen Bands pflegten. Haben Mark und Lukky alles Richtig gemacht? Ich beantworte diese Frage mit einem klaren und lauten Ja, besser kann man 80er Jahre Mucke nicht rüber bringen. Wenn TIMSON AOR den eingeschlagenen Weg beibehalten wächst eine kleine Sensation heran die es zwar nicht bis zum großen Erfolg bringen kann (jedem sollte die Politik der Plattenfirmen bekannt sein), wie die Bands damals, allerdings unter Rock Fans sollten sie eine Menge Staub aufwirbeln und aus dem Schatten der vielen sehr guten Bands die leider um Jahrzehnte zu Spät dran sind heraustreten können.

Wer die 80er nicht miterlebt hat, wissen will für was dieses Jahrzehnt musikalisch steht und was damals für Mucke erfolgreich war sollte sich die beiden TIMSON AOR Alben anhören, die atmen genau diesen Geist von damals ein und aus. Beide Daumen hoch für das zweite Album.

„The Wind Whispers“ ein cooles Meldoic Schmankerl für den Einstieg. „One Step Ahead“ und es geht gleich so weiter, wieder bestes Melodic Rock Futter. „Nevermore“ ein ruhiger und gefühlvoller Softrocker mit göttlicher Melodie, „Starlight“ kommt sehr cool an, „Be True To Yourself“ es wird flott und locker drauf los gerockt bis die Schwarte kracht. „From The Ashes“ eine Ballade die das Drama auf die Spitze treibt, „Wake The Night“ es wird wieder auf sehr hohem Niveau melodisch drauf los gerockt. „The Last Ride“ der nächste knackige Rocker mit Schmackes, „Where The Sun Meets The Sea“ es kommt wieder mehr Gefühl zur Melodie hinzu. „Midnight Radio“ ein Highlight der Extraklasse mit angedeuteten Westcoast Vibes und Potential für die Tanzfläche, „Farewell“ zum Abschluss werden die Taschentuchfans nochmals bedient.

Balle

MASON – Seconds To Impact

Trackliste:

01. Hard To Tame
02. All I Ever Wanted
03. Waiting For You
04. How I (Carry On)
05. Crime Of Love
06. Never Be This Way
07. Crescent Moon
08. You Don’t Know Me
09. Long Way To Go
10. It Doesn’t Matter Anymore
11. Lost And Lonely
12. Picking Up The Pieces
13. Baptized By Fire

Spielzeit: 54:08 min – Genre: AOR – Label: Eönian Records – VÖ: 01.09.2025 – Page: www.facebook.com/Mason Band

 

Die kanadischen Rocker von MASON kommen mit neuem Label und dem zweiten Album fast taufrisch aus dem Studio. Das Debütalbum „I Can’t Wait“ aus dem letzten Jahr ging spurlos an mir vorbei, wieso kann ich nicht sagen.

Zu MASON gehören Namensgeber und Multi-Instrumentalist Marcus Mason an Mikrofon, Gitarre und Bass, Josef Gebhard an Gitarre, Peter Penhallow an Keyboard und Jimmy Katone an den Drums. Als Gäste fungierten Rock Mead an Gitarre (HELIX, SYRE, PLATINUM OVERDOSE), Markus Pfeffer an Gitarre (BARNABAS SKY, ATLANTIC DRIVE, LAZARUS DREAM), John Willoughby an Gitarre (BOMBY, RIO, BIG TALK), John McAfee an Gitarre (THE AFFAIR, BIG GAME, WITEHEAD & MAC) und Sooraj an den Backing Vocals (SNARM) um nur ein paar zu nennen. Bei den Gastmusikern handelt es sich um bekannte Namen die in mehr oder weniger bekannten Bands aktiv waren oder noch sind.

Die Stimme von Marcus klingt soft, filigran und fast schon zerbrechlich, dabei aber immer noch mit sehr viel Kraft ausgestattet um eine sehr gute Leistung zu bringen. Die Tonlage ist von der angenehmeren Art, die bewegt sich im mittleren Bereich und geht auch mal nach oben ohne dabei den Nervfaktor zu aktivieren. Die Gitarren ziehen sich durch jeden Song wie ein roter Faden ohne zu hart rüber zu kommen. Bei den Solos kann die 6-Saitige schon mal sehr laut werden was aber keinen Kritikpunkt darstellt. Die Tasten orientieren sich genau wie die Songs und der Stil bei den Helden aus den 80ern und Vergleichen um mit den Gitarren einen perfekten Nährboden für erstklassige Mucke zu bilden. Der Bass kommt nicht zu kurz und wirkt als gleichberechtigter Partner von Gitarre und Keyboard ohne daneben unterzugehen. Das Schlagzeug hört sich nach digitalem Schnickschnack an und wirkt wie aus dem Blechkasten und ergibt einen von zwei kleinen Punkten die es zu kritisieren gibt. Der zweite kleine negativ Punkt ist die Produktion, die könnte mehr Saft in allen Frequenzen und Lagen vertragen die klingt zurückhaltend und drückt das positive Gesamtbild leicht nach unten.

Marcus geboren 1988 wuchs in den 90 und 00ern auf, allerdings spricht die Mucke eine andere Sprache, von Depri Riffs und dunkel gestimmten Gitarren fehlt auf diesem Werk jede Spur. Es wird locker und munter drauf los gerockt in bester Arena Rock Tradition des Nordamerikanischen Kontinents. Als ganz groben Vergleich kann man LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, härterer GARY O‘, WHITE VISION, JOURNEY, 8084, ADRENALIN und wie sie sich die Arenahelden in den 80ern nannten. Auf „Second To Impact“ wird nicht gestresst, sondern einfach mit guter Laune drauf los gerockt und haut die Melodien raus. Melodien so wunderschön wie sie die genannten Vergleiche auch schon geboten haben und zum teil noch bieten.

Eine überzeugende Vorstellung und erstes Date mit MASON, mit zwei kleinen Fehlern in der Ausführung, wenn die beim nächsten Album nicht mehr vorkommen und zwei Songs weniger Drama könnte die Band ganz vorne landen.

„Hard To Tame“ erinnert an die goldenen Zeiten des Arena Rock als diese Mucke noch jede Hitparade stürmen konnte, „All I Ever Wanted“ ein verdammt guter AOR Rocker ohne jegliche Berührungsangst mit der Vergangenheit. „Waiting For You“ ein flotter Rocker von einer sehr hohen Qualität, „How I (Carry On)“ hier trifft Gefühl auf soften Arena Rock. „Crime Of Love“ fängt mit verzerrten Riffs an und geht dann in einen Drama Rocker über, „Never Be This Way“ das Gaspedal wird wieder bedient und gerockt bis die Sau fliegt. „Crescent Moon“ das nächste Drama stellt sich vor, „You Don’t Know Me“ ich kenne das Anfangsriff, ansonsten trotz den bekannten Klängen ein starker Rocker. „Long Way To Go“ ein verspielter Rocker mit Potential, „Lost And Lonely“ erinnert mich an BRYAN ADAMS Megaseller „Reckless“, „It Doesn’t Matter Anymore“ so eine typisch kanadische Granate die einschlägt und eine Punktlandung hinlegt. „Picking Up The Pieces“ hätten die alten Hasen auch nicht besser hinbekommen – der Mixer muss hier leider versagt haben, „Baptized By Fire“ zum Abschluss zeigt MASON nochmal was für Potential in ihnen steckt.

Balle

FM – Brotherhood

Trackliste:

01. Do You Mean It
02. Living On The Run
03. Coming For You
04. Raised On The Wrong Side
05. Love Comes To All
06. Just Walk Away
07. Don’t Call It Love
08. Time Waits For No One
09. Because Of You
10. Chasing Freedom
11. The Enemy Within

Spielzeit: 52:37 min – Genre: AOR – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/FMofficial

 

Album #4 von FM welches ich für die Rock-Garage reviewen darf, vor 2019 hätte ich nie im Leben gedacht auch nur ein Album solcher hochkarätigen Musiker wie z.B. FM, IRON MAIDEN, D-A-D, GOTTHARD, JOE BONAMASSA, GHOST oder gar einen Live Bericht über JOE BONAMASSA, GHOST, GOTTHARD, D-A-D oder mal aushilfsweise für ein anderes Magazin JUDAS PRIEST verfassen zu dürfen. Ja die Wirklichkeit sieht genau so aus das ich diese Dinge machen durfte, und irgendwie ist das ein stranges Gefühl wenn auf Facebook Beiträge mit meinem Worten zum Teil weltweit geteilt werden und dort auf anklang treffen oder sich sogar Musiker für meine Worte und unfachmännische Einschätzung ihrer Mucke bedanken. Vor Herbst 2019 hätte ich dies niemals für möglich gehalten, aber ja doch ich durfte es tun, jetzt schon seit fast sechs Jahren, fünf Jahre für ein weiteres Online Magazin und habe im Laufe der Jahre einige sehr nette Musiker kennen lernen dürfen. Das sind alles positive Dinge die ich mit dem Schreiben verbinde, aber es gibt noch einen weiteren positiven Aspekt, man kommt als Redakteur eines Musikmagazins teilweise weit vor VÖ Datum eines Albums in den Genuss dieses Probehören zu können. Allerdings ist der beste Punkt am Redakteur sein, dass man sehr viel verdammt starke und geile Mucke zu hören bekommt, und zu denen gehörte heute um Mitternacht die neue MONO INC. Scheibe und jetzt kurz vor 2:00 Nachts kommt das 15. Album in der Bandgeschichte von FM dran. In meiner bescheidenen Ansammlung von ein paar wenigen Alben befinden sich die Vorgängeralben und ich muss zugeben das sich nicht ein schlechtes darunter oder gar schlechter Song darauf befindet.

Ich brauchte in den 90ern einige Zeit bis ich mich mit der Musik von FM angefreundet habe, ich besaß damals das Vinyl der 89er Scheibe „Tough It Out“ und das brauchte sehr viele Anläufe bis es gesessen hat. Als es dann was mit der Freundschaft zwischen FM und mir wurde saugte ich jedes Album, jeden Song in mein Gehör und mir wurde auf einmal klar das ich es mit einer der besten britischen Melodic Rock Bands zu tun hatte. Sicher gibt es sehr viele Bands auf der Kanalinsel und Irland, aber FM sind da schon eine der besseren, ich vergleiche sie jetzt mal dezent mit MAGNUM, DARE, THIN LIZZY, THE SWEET, NAZARETH, URIAH HEEP, ASIA, der Held meiner Jugend RUSS BALLARD und noch sehr viele mehr. Alle haben auf ihre Art und Weise verdammt starkes Material mehr oder weniger erfolgreich veröffentlicht. Wobei ASIA, NAZARETH, RUSS BALLARD, MAGNUM, DARE, URIAH HEEP, THE SWEET und auch FM zu den beständigsten Künstlern gehören, die seit sehr langer Zeit ihr Unwesen treiben. Leider war es mir bis jetzt noch nicht möglich FM Live zu sehen, Jungs wenn ihr das lest kommt bitte mal in den tiefsten Südosten Bayerns, von München bis Passau, Landshut bis Traunstein oder Regensburg damit ich Euch auch mal Live sehen kann. Und nun geht es los mit „Brotherhood“ und ich bin mehr als gespannt was man zu hören bekommt.

Zu FM zählen immer noch der Sangesbarde mit der auffällig-markanten Stimme Steve Overland und an der Gitarre, der zweite Gitarrist Jim Kirkpatrick, Keyboarder Jem Davis, Bassist Merv Goldsworthy und Taktschläger Pete Jupp. Eine weitere Konstante im Haus FM, dass Line-Up ist seit dem Album „Metropolis“ aus dem Jahr 2010 unverändert und auf Erfolgskurs wird der Acker gepflügt ohne auch nur einen Anfall von Schwäche aufkeimen zu lassen. Steves unaufdringliche und markante Stimme bedarf normalerweise keiner Worte, für die die FM noch nicht kennen Steve hat einen heiseren Unterton und Rauheit in seiner Stimme die es so kein zweites Mal gibt und eines der Aushängeschild von FM darstellt. Die Gitarren setzen jeden Anschlag der Seiten punktgenau und sind niemals zu heftig oder hart eingesetzt. Vielmehr tragen die Gitarren, dabei spielt es keine Rolle ob elektrisch oder akustisch, die Stimme von Steve auf Händen. Die Tastenabteilung bildet den richtigen Gegenpart zu den Gitarren und hebt somit die Stimme auf ein sehr feines, filigranes und hohes Podest. Der Bass ist deutlich vorhanden und die Drums geben Gas und den Takt gemeinsam mit dem Tieftöner vor. Die Produktion hätte ein wenig mehr Dynamik vertragen können, ist aber jammern auf hohem Niveau.

Stilistisch sind FM im eigentlichen Sinn unvergleichlich, sie stehen für sich und das bedeutet ein großes F und dahinter ein großes M. Wie ich schon in einer meiner vorangegangenen Rezis schrieb stehen FM für sehr gute melodische Rockmucke die sich irgendwo zwischen AOR und Melodic Rock bewegt, die sofort ins Blut geht und sehr lange den Blutdruck hoch hält und somit bestimmt. Radiotauglich ist jeder Song der Briten, aber leider wird diese Art Rockmusik nicht in Massenmedien gespielt sondern beschränkt sich auf Internetstationen die die Flaggen der härteren Klänge mit sehr viel Enthusiasmus hoch halten. Was macht also neben Steves Stimme und der melodischen Mucke das Flair von FM aus? Ganz einfach das Gesamtpaket passt auf jedem ihrer Alben, und das besteht eben aus dem perfekten Zusammenspiel aller beteiligten Musiker, dass Vermögen catchy Songs zu kreieren und diese dann auch auf Kunststoff zu bringen. Vergleichen kann man mit viel gutem Willen und sehr weltoffen mit FOREIGNER ab Mitte der 80er Jahre mit britischen Wurzeln. Ansonsten anhören genießen und sich überzeugen lassen das FM einzigartig sind und unvergleichlich sind.

„Do You Mean It“ ein Arena Rocker der mit beiden Augen über den Atlantik schielt, „Living On The Run“ ein eingängiger und melodischer Rocker wie man ihn von FM kennt. „Coming For You“ ein sehr stimmiger Rocker der sich gut im Radio anhören würde, „Raised On The Wrong Side“ uff ein FM Schmankerl nach Maß. „Love Comes To All“ ein gute Laune Rocker und Top Ten Futter, „Just Walk Away“ eine Zentner schwere Ballade mit Drama. „Don’t Call It Love“ und sie haben es schon wieder gemacht, ein Highlight eingespielt, wo kommen die Songs nur her, „Time Waits For No One“ hier trifft Lässigkeit auf leicht angefunktes Riffing. „Because Of You“ ein Schmachtbroken der als Rocker getarnt kommt, „Chasing Freedom“ wow ein verdammt starkes Teil mit Akustik- und E-Gitarre, „The Enemy Within“ zum Abschluss gibt es noch voll auf die Zwölf, dass Dingens geht ab wie Speedy Arriba! ¡Arriba! ¡Ándale! ¡Ándale Roadrunner.

Balle

GARY O‘ – Strange Behavior

Trackliste:

01. Get It While You Can
02. Just Another Pretty Boy
03. Call Of The Wild
04. Lonely Was The Night
05. What Are Friends For
06. She’s Just One Of The Boys
07. Watching You
08. Shade Of ’45
09. Young Love

 

 

Spielzeit: 42:38 min – Genre: AOR – Label: RCA – VÖ: 1984 – Page:

Ich weiß nicht mehr genau wann das war aber irgendwann Ende der 1980er lief mal eine Highschool Klamotte im TV ich glaube sogar im ORF mit dem Titel „Sommerferien Total Verrückt“ im Original „Meatballs III: Summer Job“ in dem kein geringerer als Patrick Dempsey noch als blutjunger Jüngeling als „Salamischwanz Rudi“ in wohl einer seiner ersten Rollen zu sehen war. In der Klomatte gabs reichlich Gags aber am meisten viel mir damals der Film wegen einiger starker Songs auf, diese Songs waren reinrassiger AOR und wie ich einige Jahre später in Erfahrung bringen konnte stammten drei Songs von dem Kanadier GARY O‘. Bei den erwähnten Songs handelte es sich um „Get It While You Can“, „Shade Of ’45“ und „Young Love“ vom 84er Album „Strange Behavior“ von GARY O‘. Kann auch sein das noch die Songs „She’s Just One Of The Boys“ und der Disco Hit „Watching You“ auf dem Soundtrack des Films zu hören waren. Die drei ersten vielen mir am meisten auf und ich verbrachte einige Zeit damit den Interpreten herauszufinden und die starken Songs auf irgend einem Tonträger ergattern zu können. Der Zufall half mir irgendwann zwischen den Jahren ab Ende ’91 bis ’93 als ich mal ein paar Exemplare der allseits beliebten „Munich City Nights“, „Rock Forever“ und „Bavaria’s Best“ semioffiziellen Sampler in die Hand bekam, nur um dort genau zwei der Songs von diesem Film zu finden. Den dritten fand ich auf einer Sampler Reihe aus den USA mit dem Titel „Heard It On The Radio“ also war mir ab da der Künstler bekannt, irgendwann trieb ich dann das Album „Strange Behavior“ als Vinyl auf und beim ersten Hören bekam ich ganz große Ohren was sich da für genialer AOR Stoff drauf befand.

GARY O‘ zeichnete sich damals für Lead Vocals, Gitarre, Bass und Synthy Bass und Keyboards verantwortlich, als zusätzliche Musiker waren Brian Bell und Lonnie Glass am Bass und Gary McCracken an den Drums zu hören. Die Backing Vocals kamen von GARY O‘, Brian Bell, Jim Campell, Stephen Glass und Doug Graham.

Die Vocals von GARY O‘ sind sehr markant und stark ausgeführt, er bewegt dabei in den mittleren bis in die halbhohen Lagen, ohne ganz oben zu nerven. Die Backing Vocals geben keinen Anlass auch nur einer negativen Bemerkung aufkeimen zu lassen. GARY wurde wenn es die Situation erforderte im Backround unterstützt. Die Gitarren haben Schmackes und Biss obwohl es sich beim Stil um sehr verspielten AOR handelt. Nur ist dieser verspielte AOR von einer sehr hohen Qualität und eine typische Mitte der 80er Jahre Scheiblette. Den Bass kann man nicht unterscheiden ob es sich nun um ein echten handelt oder doch aus dem Baukasten stammt, der ist gut da und kommt auch öfter mal richtig durch. Die Keyboards sind genau so wie man es von den 80ern erwartet sehr verspielt mal Fanfarenhaft, mal fast im Hammond Stil, als Piano oder einfach nur Keys aus dieser Zeit. Das einzige was ein wenig negativ auffällt ist das Schlagzeug, das klingt voll nach elektronischer Spielerei, verhindert allerdings auch nicht das die qualitativ hochwertigen Songs dadurch irgendwie schlechter oder unattraktiver klingen würden. Es fällt nur beim zweiten Hördurchgang auf wenn man mal mehr auf Details der Songs achtet.

Der Stil ist typischer Arena Rock nordamerikanischer Prägung, mit einem leichten Hang hin poppige Elemente in den Sound zu mischen, in den 1980er wurden sehr viele Filme mit dieser Art Mucke oder auch rockiger ausgestattet. Viele sehr starke Songs schafften es weder auf ein Album noch wurde der Soundtrack je veröffentlicht. Ich bin immer noch auf der Suche nach Soundtracks von Filmen wie „Madrid Connection“, „3:15 Die Stunde der Cobras“, „Monstertruck“ und dem Horror Slasher „Slaughterhouse“ die mit verdammt geilen Songs ausgestattet waren die man leider niergendwo finden kann, wer weiß ob die Interpreten überhaupt noch unter den lebenden weilen. Und genau hier baut GARY mit seinem Album eine Brücke auf die sich irgendwo zwischen RUSS BALLARD, PRISM, SURVIVOR, JOURNEY, WHITE VISION, BRYAN ADAMS, JOHN MELLENCAMP und DALBELLO befindet. Die ersten stehen für die Gitarren und Songs DALBELLO steht für den Pop Anteil, wobei die Songs immer noch reiner AOR sind und jedem Fan und Anhänger von 1980er Keyboard geschwängerten AORs schmecken sollte. Mal das elektronische Schlagzeug nicht beachten und einfach die Songs geniessen die mit vielen Details aufwarten können.

Ich besitze das Album jetzt etwa um die 30 Jahre und es wird nie langweilig wenn es mal wieder einen Spin auf meinem Plattenteller bekommt, die Mucke ist zeitlos und geht sofort ins Blut und Ohren um sich dann in den Synapsen auf Dauerschleife für sehr lange Zeit aufzuhalten. Das Album schreit förmlich „Veröffentlicht mich mit vernünftigen Mastering ohne das Vinyl Flair zu verlieren auf CD“! Es befindet sich leider kein einziger Ausfall oder Rohrkrepierer auf „Strange Behavior“, so dass ich nur die eine Aussage tätigen kann: „Leider Geil – unbedingt kaufen – das Ding ist es Wert!“ Noch dazu kann das Vinyl mit einem extra Punkt dem analog Bonus glänzen. Wenn ich bewerten würde wäre es eine 12 von 10!

„Get It While You Can“ was für ein Song, das Ding fängt sehr soft nur mit Keyboard und Gesang an bis die erste Bridge kommt da geht die Stimme hoch und ab dem ersten Refrain haut die Elektroaxt zu und das Dingens geht voll auf die Zwölf. „Just Another Pretty Boy“ hier wird es leicht poppiger, aber immer noch mit genügend E-Gitarre um als AORler durch zu gehen. „Call Of The Wild“ hier zeigt sich das Talent und die Wandlungsfähigkeit von GARY die Gitarren rücken in den Hintergrund und überlassen den Keys den Vortritt. „Lonely Was The Night“ hier fällt das Synthy Schlagedöns am meisten auf, der Song kommt mit einem geilen Rock N Roll Vibe. „What Are Friends For“ hier wird es wieder flotter und rockt wieder richtig los, „She’s Just One Of The Boys“ und hier gibt es wieder eingängige AOR von GARY mit herrlichem georgel an der Tastenfraktion. „Watching You“ den sollte jeder kennen der ab Anfang der 90er Jahre in anständige Rock Discos ging, der sorgte jedes mal für volle Tanzflächen. „Shade Of ’45“ ein Hit, besser geht es nicht, starker Gesang, Gitarren zum träumen, eine Melodie und das als Gesamtwerk ein Highlight ergibt. „Young Love“ das nächste Highlight hat sich GARY für den Schluss aufgehoben, wenn im flehenden Refrain die Gitti ihr Veto einwirft ist schon sehr großes Mucken-Kino der Extraklasse.

Balle

OUTLASTED – Universal Human Desire

Trackliste:

01. Weight Of The World
02. Save Your Love
03. Tonight
04. Lost Without You
05. Affraid Of Love
06. Monkey On My Back
07. We Are One
08. Last Of The Runaways
09. Think Of You
10. Last Time She Cried
11. Fallin‘ For You
12. Coming Home

Spielzeit: 44:29 min – Genre: AOR – Label: Lions Pride Music – VÖ: 31.03.2025 – Page: www.facebook.com/Outlasted

 

Die 2010 gegründete norwegische Band OUTLASTED hat ihr drittes Eisen frisch aus der Presse geholt um die Welt erneut im Sturm zu erobern, gelingt dieses Unterfangen oder nicht, dies zeigt sich in den kommenden löblichen knapp 45 Minuten. Während die ersten beiden Alben vom australischen Label Melodic Rock Records veröffentlicht wurde ist dieses Mal Lions Pride Music aus Dänemark das Label der Wahl. Und dies ist auch gut so, nicht wegen dem Label selber, auch Melodic Rock Records hält seit Jahren die Fahne der E-Gitarren Musik hoch und sorgte bis 2023 mit Reviews auf der eignen Homepage dafür das Bands immer wieder Erwähnung finden und so eingestuft und beurteilt werden wie es der Schreiber für richtig hält. Nicht anderes als in der Garage, wo ambitionierte Teilzeit Schreiber ihrem Hobby nachgehen und haufenweise geile Mucke vom Garagen Chef vorgesetzt bekommen. Diese Norweger von OUTLASTED konnten mit den beiden Alben „Into The Night“ (2016) und „Waiting For Daybreak“ (2019) zwei überzeugende Alben randvoll mit bestem Skandi AOR vorlegen, man darf gespannt sein ob sich etwas im Bild von OUTLASTED verändert hat.

Nachdem sich die Besetzung nach dem Debüt geändert hat ist diese auf Album zwei und drei identisch und besteht aus Glenn Wikran am Mikro und Gitarren, Terje Fløli an den Gitarren, Odd-Børge Hansen an den Tasten, Lasse Ingebrigtsen an Bass und Andreas Jentoft an den Drums.

Das Cover Artwork täuscht ein wenig, das sieht von der dunklen Farbgebung und dem Motiv des geteilten Kopfes aus als sei ein Debri- oder Progressive Band am Start, doch das ist bei OUTLASTED nicht der Fall, hier gibt es astreinen Skandi AOR der besten Art und Weise.

Glenn besitzt immer noch eine coole und ausdrucksstarke Stimme die er einzusetzen weiß, ohne Fehler shoutet er sich durch die zwölf Songs – am besten lässt sich diese mit einer tieferen Lage wie Jim Jidhed von ALIEN vergleichen. Die Gitarren sind für Arena Rock gerade im richtigen Maß, donnern die Saiten Akkorde aus den Boxen und lassen dabei nichts vermissen, weder zu soft noch zu heftig spielen die Gitarren den Hörer schwindelig. Mit den zuckersüßen Keyboard Teppichen die mit den Gittis eine harmonierende und gleichberechtigte Ehe eingehen wird ein Fundament erzeugt das durch einen wohldosierten Bass und den aussagekräftigen Drums abgerundet werden.

Mit Album #3 macht der Fünfer genau da weiter wo er vor sechs Jahren aufgehört hat, mit coolen Songs im Gepäck mischen OUTLASTED die Szene auf. Vergleichen kann man am besten mit Skandi Bands wie ALIEN, AGE OF REFLECTION, ALISON AVENUE, AMAZE ME, AKANDO, ANGELINE, B-JOE, BAD HABIT und noch viele Bands mehr die aus Skandinavien stammen und dafür bekannt sind besten AOR und Melodic Rock zu kreieren und auch auf einem Niveau auf Tonträger zu brennen. Da stellt sich einem die Frage wo diese nicht so dicht besiedelten drei Länder oder das sehr kleine Dänemark die doch sehr hohe Anzahl an hochkarätigen Musikern hernehmen. Es ist immer eine Freude wenn man Bands aus Skandinavien hört und gleich bei den ersten Takten feststellt das sie aus dem hohen Norden Europas stammen. Diese Eigenschaft teilen sich sehr viele Künstler aus eben dieser Region, egal ob jetzt AOR, normal Rock, Melodic Rock, Hard Rock oder im Metal überzeugen können alle Genres.

So reiht sich „Universal Human Desire“ nahtlos in die bis jetzt hervorragende Vita von OUTLASTED ein, besser geht AOR kaum, ein Highlight des Genres.

„Weight Of The World“ ein sehr guter Start in das Album, „Save Your Love“ ein sehr flotter AOR Song der es in sich hat. „Tonight“ spielt den ersten Hit und Highlight mit Tanzflächen Potential ohne Ende, „Lost Without You“ ein gefühlvoller Rocker mit reichlich Drama angereichert. „Affraid Of Love“ der Song wirkt durch die tieferen Keyboardklänge härter als er in Wirklichkeit ist, „Monkey On My Back“ ein Song der mit guter Laune ums Ecke rauscht. „We Are One“ lebt eindeutig von der Akustikgitarre, Pianoklängen und Glenns Stimme – mit viel Skandi Charme bleibt der gleich im Ohr hängen und erinnert igendwie an B-JOE, „Last Of The Runaways“ der brauchte bei mir ein paar Anläufe bis er gesessen hat. „Think Of You“ hier gibt es die volle Gefühlsklatsche auf die Ohren, „Last Time She Cried“ das Ding rockt von Norwegen ohne Stopp bis über die Alpen ans Mittelmeer um dort das Wort des AOR zu verbreiten. „Fallin‘ For You“ hier kommt wieder bester und flotter AOR aus den Boxen mit schrägen Breaks, „Coming Home“ zum Schluss wird es nochmal balladesk.

Balle

CAPTAIN BLACK BEARD – Chasing Danger

Trackliste:

01. Dreams
02. When It’s Over
03. Chasing Rainbows
04. Shine
05. AI Lover
06. Can’t You See
07. Read Your Mind
08. Piece Of Paradise
09. Where Do We Go
10. In Your Arms

 

Spielzeit: 39:29 min – Genre: Melodic Rock – Label: Mighty Music – VÖ: 04.04.2025 – Page: www.facebook.com/CaptainBlackBeardBand/

 

Die schwedischen Rocker bogen gerade mit dem siebten Studioalbum auf die Zielgerade, war der Band in der Vergangenheit oft nicht klar in welchem Stil sie sich beheimaten sollen. Der Stil variiert stark zwischen Hard Rock, Melodic Hard Rock bis in den stark keyboardschwangeren AOR. Wobei man sagen kann das sie jeden Stil meisterhaft handeln konnten und auf jedem ihrer Alben verdammt coole Songs anzubieten hatten. Gibt es auf Album #7 nun den endgültigen Stil oder wird es wieder eine Gratwanderung der drei Stile den die Band so gut handeln konnte?

Im Jahr 2025 gehören zu CAPTAIN BLACK BEARD neu am Mikrofon Fredrik Vahlgren, Daniel Krabowski an Gitarre, Robert Majd an Bass und dem Stickschwinger Vinnie Strömberg. Ich muss gestehen das der vorherige Shouter Martin Holsner eine sehr gute Figur am Mikro abgab, aber er hat sich 2023 dazu entschieden die Band zu verlassen, das Ende vom Lied ist das Fredrik nun das Mikro übernommen hat.

Yippie-Y-Yeah Schweinebagge, die 80er sind wieder da, das beste Jahrzehnt ist wieder auferstanden, zumindest wenn es nach CAPTAIN BLACK BEARD geht. Die Preise an der Zagfsäule, beim Einfkaufen und ein Fritz der wie seine Vorgänger nur auf sich und die 10%ige Minderheit die mehr als genug hat, der Bevölkerung schaut sprechen leider eine andere Sprache. Also mal kurz aus dem hier und jetzt 30 Jahre in die Vergangenheit geflüchtet und dem neuen CAPTAIN BLACK BEARS Album gelauscht, leider endet die Zeitreise nach knapp unter 40 Minuten schon, und die ungeschönte Wirklichkeit holt einen wieder aus dem Trip in eine Zeit die rosiger war als jetzt.

Neusangesbardinger Fredrik macht seinen Job anständig und gibt keinen Anlass zum Mosern, obwohl ich immer noch Martin im Ohr habe, er passte perfekt zum soften Melodic Hard Rock und AOR Sound der Band. Die Band hat mit Fredrik einen anständigen Ersatz gefunden der von der Tonlage rauer und tiefer liegt als Martin. Die Gitarren verschaffen sich genügend Freiraum um voll durch zu blitzen, die Keyboards sind im typischen 80er Stil mit viel Bombast und oft Fanfarenhaft oder auch mal spacig ausgeführt. Der Bass spielt im Zwischenraum die dritte dezentere Geige hinter der Stimme, Gitarren und Keys. Das Schlagzeug wurde sehr behutsam abgemischt um die drei Frontkämpfer nicht von hinten zu überfahren, so ergibt sich ein Bild das in den 80ern ähnlich sehr oft zu hören war. Die Farbgestaltung des Covers spricht die selbe neongeschwängerte Sprache wie die Mucke, aus einer Zeit stammend die Miami Schweiß Klomatten in der Disco aber auch neonfarbige und quietschebunte Hosenträger, Tops, Stretch-Miniröcke sowie Kutten und Spandexhosen etablierte. Die 80er schwingen in jeder Note und Akkord mit und vermitteln das warme Gefühl dieser angenehmen Zeit – egal ob jetzt wirtschaftlich für die Bevölkerung oder die Anzahl der Discos, dem unbeschwerten Aufstieg der gitarrenlastigen Melodic Mucke bis zu deren Untergang im Jahre 1991, hier swingt einfach ein tolles Jahrzehnt mit. Ob dies nun den Geschmack der breiten Masse findet kann und will ich nicht beurteilen, dass sollte jeder für sich entscheiden ob er dem Gefallen schenkt oder auch nicht. Bei mir werden sehr viel Erinnerungen wach die ich mit diesem Jahrzehnt verbinde, und die Positiven sind da klar mit 90% in der Überzahl.

Wer die 80er Jahre nicht miterlebt hat und wissen will für was diese Jahre stehen sollte sich am besten die Mucke der angesagten Acts von damals bei voller Lautstärke rein pfeifen und sich dem Gefühl von der damaligen Freiheit um die Ohren wehen lassen oder die letzten drei Alben von CAPTAIN BLACK BEARD gönnen und dann den Soundtrack der 80er.

„Dreams“ legt mit einem brachial Riff los um mit einsetzen der 80s Keyboards im AOR zu wildern – beim Tastensolo wird es abgefahren und spacig, „When It’s Over“ ein cooler Rocker kommt mit Saxophon Klängen ob vom Synthy oder real kann ich nicht mit Gewissheit aussagen. „Chasing Rainbows“ ein Highlight das vor 30 Jahren sehr viel Potential hätte entwickeln können, „Shine“ sehr flott mit abgefahrenen Keyboardspasagen. „AI Lover“ erinnert von seiner elektronischen Synthy spielerei an den 80er pseudo Animationsstreifen Tron – wenn das anfängliche geklimper vorbei ist wird es ein anständiger Rocker, „Can’t You See“ ein weiterer flotter Rocker bei dem die Luft knapp wird. „Read Your Mind“ hier werde ich von den Tasten her an MICHAEL CRETU, JEAN MICHELLE JARRE oder MIKE OLDFIELD erinnert, „Piece Of Paradise“ diese Ballade hätte damlas sehr viele Chancen für einen vorderen Platz der Top Ten gehabt. „Where Do We Go“ hier wird wieder unter Volldampf Segel Richtung Disco Rock gesetzt, „In Your Arms“ geiles Metal Anfangsriff bis die Keys dazu donnern und wieder den AOR zurück bringen.

Balle