CREYE – II

Band: Creye
Album: II
Spielzeit: 41:55 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Frontiers Music / Soulfood
Veröffentlichung: 22.01.2021
Homepage: www.creyesweden.com

Die schwedische Formation CREYE lieferte mit ihrem ersten regulären Studioalbum im Jahre 2018 ein wahres AOR-Meisterwerk ab, welches von Fans und Fachpresse gleichermaßen gefeiert wurde. Bereits vor Veröffentlichung dieser Scheibe verließ der damalige Sänger ROBIN JIDHED die Band. Nach einigen Gigs mit wechselnder, Besetzung am Mikro, legte man sich auf AUGUST RAUER als neuen Frontmann fest. Eine, wie sich herausstellen sollte hervorragende Wahl. Die Arbeiten zur neuen Langrille unterbrach die Band für eine kurze Club-Tour mit MICHAEL BORMANN und DEVICIOUS durch Deutschland und die Schweiz. (2019). Anschließend setzte man die Produktion des neuen Silberlings fort.

Gleich zu Anfang ist eine leichte Veränderung des Gesamtsounds festzustellen, geschuldet der Tatsache, dass man diesmal nicht mit Erik Wiss an den Reglern kooperiert hat. Gleichwohl blieben die typischen CREYE Trademarks erhalten. „Broken Highway“ der Opener gibt auch auf Album Nummer zwei die Richtung vor. AOR in Rheinkultur wäre eine einfache Beschreibung, würde dieser großartigen Scheibe aber nicht gerecht werden. „Siberia“ als zweite Vorab- Single ausgekoppelt, kommt sehr Keyboard-betont aus den Boxen und besticht durch eine Hookline, die sich gleich in den Gehörgängen festsetzt. Eine Eigenschaft, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Rundling zieht, zudem mit einem durchgehend hohen Niveau. CREYE wissen auch mit dieser Scheibe gnadenlos zu überzeugen und so wartet gleich zum Anfang des Jahres 2021 ein echtes Highlight auf alle AOR Fans. Nur ganz knapp schrammt man an der Höchstwertung vorbei, aber es sollen ja noch weitere Alben dieser tollen Band erscheinen. ZUGREIFEN!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Broken Highway
02. Carry On
03. Find A Reason
04. Siberia
05. Face To Face
06. Can’t Stop What We Started
07. Lost Without You
08. Hold Back The Night
09. Let The World Know
10. Closer
11. The Greatest
12. War Of Love

Video Link:

Bonne

 

 

ART OF ILLUSION – X Marks The Spot

Band: Art Of Illusion
Album: X Marks The Spot
Spielzeit: 53:30 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 29.01.2021
Homepage: www.facebook.com/aoisweden

 

Bestes AOR Futter für alle Anhänger von GRANT ILLUSION, LIONVILLE und WORK OF ART, skandinavische TOTO und CHRIS ROSANDER bieten AOI. AOI ist das Kind von Komponist und Produzent Anders Rydholm (GRAND ILLUSION) und Sänger Lars Säfsund (WORK OF ART), sowie Musiker von GRAND ILLUSION, WORK OF ART und LIONVILLE und genau in diese Kerpe geht auch der Sound. Eingängiger AOR aus Schweden der im Ohr hängen bleibt und lange dort verweilt.

Die beiden machen kein Geheimnis daraus bei welchen Bands sie mitwirken, hier regiert auf Nummer sicher gemachter AOR der sehr gut rüberkommt, angefangen bei der Stimme bis zu den Instrumenten purer AOR aus Skandinavien so wie er sein und klingen sollte.

Mit Songs vom Kaliber „Wild And Free“, „Run“, das an Queen erinnernde “My Loveless Lullaby”, dem Easy Listening Song “4 AM” „Go“, „Snakebite Charm“, „Let The Games Begin“ und „Rampant Wildfire“ haben AOI acht bärenstarke Vertreter an Board die es wert sind entdeckt zu werden.

Fazit:

Ich vergebe für AOI eine 8,0 da Skandi AOR der bessern Sorte geboten wird und beim hören gute Laune verbreitet. Im direktem Vergleich bietet PERTICONE ein klein wenig besseren AOR / Country Rock aber AOI haben den besseren Sound und 12 Songs.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Wild And Free
02. Run
03. My Loveless Lullaby
04. Waltz For The Movies
05. 4 AM
06. Go
07. Snakebite
08. Let The Games Begin
09. A Culinary Detour
10. Catch You If I Can
11. Rampant Wildfire
12. Race Against Time

Helmut

PERTICONE – Underdog

Band: Perticone
Album: Underdog
Spielzeit: 37:59 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 29.01.2021
Homepage: www.facebook.com/martinperticonemusic/

 

PERTICONE wer ist Das den, noch nie was von gehört. Martin Perticone ist ein Sänger und Gitarrist aus Buenos Aires, Argentinien. Dieser Herr PERTICONE fing schon im zarten Alter von 13 Jahren als Sänger und Gitarrist bei der Band FONDO BLUES an als Profi zu arbeiten. Außerdem spielte er über 25 Jahre in der Clubszene Argentiniens und konnte während dieser Zeit Kontakte knüpfen. Des weiteren stand er bei Tourneen in Südamerika, USA, Europa und Hong Kong als Musiker für verschiedene Bands und Künstler auf der Bühne. Nun erscheint das Debüt von PERTICONE. Unterstützung bekam er von Edu Giardina an Gitarre, Bass, Keyboard und Backing Vocals, Ale Malenky an Slide Guitar, und Steel Guitar, Guillermo De Medio am Keyboard. Als Gastsänger kamen Eric Martin bei “All You Can Trust” und Steve Overland bei “No One Else (But You)” zum Einsatz.

Als erstes mal einige Kritikpunkte, das Album ist fast schon eine Mogelpackung, leider nur neun Songs davon einer in zwei Versionen. Bleiben also acht Songs auf jeder CD Single oder EP sind minimum drei Songs bis maximal sechs Songs drauf, der Sound könnte besser sein, besonders in den Höhen, aber dies schiebe ich jetzt mal auf das ziemlich komprimierte MP3 Promo Material welches ich zu Verfügung habe.

So genug gemotzt nun zum eigentlichen der Mucke, P spielen eine eingängige Mischung aus lupenreinem AOR bis Country Rock. Das Material kann überzeugen man meint zwar beim hören dies oder das schon bei einer anderen Band gehört zu haben, stört aber nicht im geringsten. Die Songs gehen sofort ins Ohr und krallen sich dort fest, man bewegt sich in einer Schnittmenge aus SURVIVOR, TOTO, CHRIS ROSANDER mit Countryflair oder BRANTLEY GILBERT, KIP MOORE und COREY MARKS, die letzteren Drei haben sehr gute Country Rock Alben am Start und sind durchaus mal einen Blick oder Ohr wert.

Auf der haben Seite haben PERTICONE eigentlich das gesamte Album, von vorne bis hinten, deshalb sollte ich keinen Song hervor heben, da dies mehr als Unfair wäre aber “Back To My Heart” ist ein echter Ohrwurm der das Zeug fürs Radio hat.

Sorry für meine Kritik aber ihr wollt das eure Musik gekauft wird, also seid bitte so Fair und akzeptiert auch mal kritische Worte den die Hörerschaft sollte wissen für was diese ihre sauer verdiente Kohle ausgeben. Wenn der Sound vom MP3 Material kommen sollte, Leute bei MP3 mit 192 kb Kombrimierung können gute HiFi Kopfhörer oder große Quadral Standboxen nunmal nichts besser zaubern. Ich kritisiere weder die Musik, das Songwriting und Musiker, sondern nur acht Songs und den Sound, denn das Material ist sehr gut.

Fazit:

Unter normalen Umständen würde ich eine 8,5 vergeben, aber der komische Sound und nur acht Songs bekommen ein wenig Abzug, eine noch sehr gute 7,5. Und beim zweiten Album bitte ein paar Songs mehr und vielleicht besseren Sound.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. No One Else (But You)
02. Out Of Control
03. All You Can Trust
04. Man On The Moon
05. Giselle
06. Dusty Road
07. Back To My Heart
08. Underdog
09. All You Can Trust (New Version)

Helmut

MAGIC DANCE – Remnants

Band: Magic Dance
Album: Remnants
Spielzeit: 45:37 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 04.12.2020
Homepage: www.facebook.com/magicdancemusic

Frontiers Records starten im Dezember einen wahren Veröffentlichungsreigen. Das ist insofern neu, weil die Vorweihnachtszeit von der gesamten Plattenindustrie in der Vergangenheit immer für Best-Of Compilations, Live Scheiben, Special Edition Superduper Boxsets und dergleichen reserviert war. Aber das Jahr 2020 ist nun mal ein sehr spezielles, und praktisch sämtliche Plattenfirmen haben über Monate vieles zurückgehalten, was über das Jahr geplant war. Da aber immer noch keine Besserung der Situation im Live-Sektor in Sicht ist, können auch Frontiers Records aus dem Vollen schöpfen und präsentieren uns für den Dezember stattliche neun (!!!) Themen – darunter sechs vollwertige Neuerscheinungen und drei Live-Konserven. Vielleicht geht es damit zum Weihnachtsgeschäft noch mal so richtig rund.

Eine dieser Neuerscheinungen ist das neue Album der ehemaligen Synthwave Newcomer MAGIC DANCE, die mit ihrem 2018er Album „New Eyes“ beim italienischen Label gelandet sind und sich nun Stück für Stück zu einer lupenreinen AOR/Melodic Rock Kapelle entwickelt haben. Waren die frühen EP´s purer Synthwave und teilweise sogar rein instrumental gehalten, hat Mastermind Jon Siejka für das neue Werk „Remnants“ einen großen Ruck in Richtung Hardrock gemacht. Nur recht selten kehrt der Sänger/Songwriter aus Long Island, NY zum typischen Synthwave zurück. Ansatzweise geschieht das bei „Cut Me Deep“, bei „Change Your Life“ oder „Til Your Last Breath“ etwas mehr, während der große Rest der Stücke ordentlich rockt und nur in den Songstrukturen an frühere Zeiten erinnert.

Die größte Schwäche von „Remnants“ ist seine Eintönigkeit. Jeder Song für sich ist echt gut, aber im Prinzip wiederholt sich hier zu viel. Da lobe ich mir die erst kürzlich erschienene EP „From Death To Life“, die mit „Oh No“, „Long And Lost Lonely Nights“ und „Zombie Breath Suprise“ die stärksten Stücke bereits enthalten hat. Spätestens ab der Hälfte der Platte haben MAGIC DANCE nicht mehr allzu viel zu sagen. Schade eigentlich, denn bisher war ich immer Fan dieses Projekts. Mein Tipp also: wenn Euch die oben erwähnte EP über den Weg läuft, krallt sie Euch, wer die dennoch die Vollausstattung bevorzugt, kann sich natürlich auch den Longplayer „Remnants“ ins Regal stellen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Oh No
2. Long And Lost Lonely Nights
3. Zombie Breath Surprise
4. Cut Me Deep
5. When Your World Comes Down
6. Change Your Life
7. I´m Still Holding On
8. Changes
9. Restless Nights
10. Til Your Last Breath
11. I Can´t Be The Only One

Video zu „Till your Last Breath“:

Stefan

EAST TEMPLE AVENUE – Both Sides OF Midnight

Band: East Temple Avenue
Album: Both Sides Of Midnight
Spielzeit: 42:30 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 27.11.2020
Homepage: www.facebook.com/easttempleavenue

 

ETA ist das Kind des australieraschen Gitarrist, Komponist und Produzent Darren Philipps. Dieser moderierte 2017 eine Melodic Rock Radioshow in Australien, während dieser Zeit lernte er zahlreiche Musiker rund um den Erdball kennen. Von diesen Kontakten konnte er für ETA profitieren, nachdem er bei folgende Musikern mit der Idee eine Band an den Start zu bringen an gefragt hatte. Zu den Musikern zählen Robbie LaBlanc (v, BLANC FACES, FIND ME) Dennis Butabi Borg (b, CRUZH), Philip Lindstrand (g, FIND ME, ARKADO), Herman Furin (d, WORK OF ART) und den befreundeten Produzenten Dan Skeed (URBAN STONE). Nach dem das Lineup komplett war, fingen die Mitglieder an in Australien, Schweden und USA Songs zu Schreiben.

Das Ergebnis ist nicht AC/DCscher Ass Kickin‘ Hard Rock, sondern sehr guter AOR der ins Ohr geht, in etwa einer Schnittmenge aus BLANC FACES, FIND ME, CRUZH, CREYE und ein kleiner Schuß ALIEN. Durch die markante Stimme von LaBlanc hat das Album einen hohen Wiedererkennungsfaktor, ETA bewegt sich durch diese aber auch sehr nahe an den Bands bei denen LaBlanc als Sänger war. Das Material ist von hoher Qualität und befindet sich mit den Vergleichen auf Augenhöhe. Geboten wird AOR wie er kaum besser sein könnte, catchy, melodiös und eingängig wie Sau.

Die Gewinner sind “Mountain” flott und eingängig, “Don’t Make Believe” im Midtempo gehalten, den Groovemonstern “Fool For Love” und “Everything” rocken gewaltig, “Forever Yours” bestes Radioshow Futter (aber leider meiden die öffentlich Rechtlichen diese Musik wie der Beelzebub das Weihwasser), “Fly High” rockt was das Zeugs hält. Die nicht erwähnten Songs befinden sich auch auf einem sehr hohen Level aber nicht ganz das Niveau wie die genannten Tracks.

Fazit:

Eine geile Rockscheibe legen ETA vor, eingängig, catchy und hörbar, der Sound hat noch Luft nach oben. Ich verbege für dieses Album eine 8,5 da großes Kino geboten wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Mountain
02. Don’t Make Believe
03. Fool For Love
04. My Last Breath
05. Everything
06. Forever Yours
07. Fly High
08. When I’m With You
09. The End Of Me And You
10. Where Love Is

Helmut

ALIEN – Into The Future

Band: Alien
Album: Into The Future
Spielzeit: 46:53 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 27.11.2020
Homepage: www.aliensweden.com

 

So Donnerstag Nacht und die neue ALIEN, das insgesamt siebte Studioalbum im Player drehen lassen. ALIEN aus Schweden, zu Band gehören momentan Jim Jidhed am Mikro, Tony Borg an Gitarren und Toby Tarrach am Schlagzeug, sowie Janet Morrison Minto für Songwriting und den Mix und das Mastering wurde von Erik Martensson ausgeführt.

ALIEN lieferten 1988 mit ihrem Debüt eines der besten AOR Alben ab, diesen Standart erreichten sie nicht mehr ganz aber die folgenden Veröffentlichungen waren sehr gut aber dem grandiose Debüt konnten die Nachfolger nicht das Wasser reichen.

Nun zum siebten Streich den die Schweden vorlegen. Den Einstieg macht “You Still Burn” ein ungewohnt harter fast schon im Hard Rock bewegender Rocker aber sehr gut, “Night Of Fire” besitzt leicht keltisches Flair und auch ungewohnt harte Gitarren dennoch ein starker Rock Song, seit langem einer der besten Songs von ALIEN. “War Scars” komisch aber dennoch gut, “Time Is Right” drosselt das Tempo in den Strophen ein wenig um beim eingängigen Refrain dieses wieder leicht zu steigern. “What Are We Fighting For” ein straighter Rocker mit geilem Refrain, “Into The Future” nicht mehr ganz das Niveau, “Freedom Wind” ein typischer ALIEN AOR Song, eingängig und sehr catchy. Für “In Her Eyes” gilt das gleiche wie für den Vorgänger, “Really Wheeling It” ein starker Rocker. Bei “Fallin Way Down” sollten normal alle Anhänger von SURVIVOR oder auch JOURNEY feuchte Augen bekommen – stark, “In Her Eyes” zählt auch zu den Highlights, “Children” eine Herz-Schmerz Tränen Ballade.

Fazit:

Alien liefern gewaltig ab, irgendwo zwischen AOR und ungewohntem Hard Rock, mit einigen Highlights im Gepäck, nicht ganz das Niveau wie das Debüt aber am nahesten dran. Ich vergebe für dieses ALIEN Album eine 9.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. You Still Burn
02. Night Of Fire
03. War Scars
04. Time Is Right
05. What Are We Fighting For
06. Into The Future
07. Freedom Wind
08. Really Wheeling
09. Fallin Way Down
10. In Her Eyes
11. Children

Helmut

VOLSTER – Arise

Band: Volster
Album: Arise
Spielzeit: 53:43 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: ROAR! – Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 13.11.2020
Homepage: www.facebook.com/volsterband

Als VOLSTER 2018 ihr Debutalbum veröffentlichten, waren sie bereits eine kleine Überraschung. In ihrem satten Rock doch gar nicht mal anfängerhaft klingend, mit netten kleinen Experimenten, durchgängig unterhaltsam, auch wenn der eigene Stil vielleicht noch nicht so ganz gefunden war.
Letzteres hat sich 2020 offensichtlich geändert (und ich rede hier nicht von der POWERWOLFschen Art der Stagnation auf einer guten Stilidee). Aber von vorne: VOLSTER sind ein schwedisches Duo, bestehend aus Sänger und Gitarrist Ulf Anderson und Bassist Henrik Lundberg, zeitweise unterstützt von Andreas Langen (Gitarren) und Drummer Mattias Erikson. VOLSTER sind außerdem ziemlich gute Soundmixer und Bekannte von Thomas “Plec” Johansson, der sehr gut mastern kann. Nicht zuletzt haben VOLSTER Gitarrenmusik mit der Muttermilch aufgenommen und haben. Richtig. Bock.
Bock auf Weiterentwicklung, Bock auf Etablierung eines eigenen Stils und Sounds, und das haben sie auf ihrem jüngst releasten zweiten Streich “Arise” absolut geschafft. Glücklicherweise lebt der eigene Stil/Sound allerdings durch seine Vielseitigkeit und Unvorhersehbarkeit innerhalb des gewählten, melodieorientierten Grundstils. Weggefallen sind die Stoner-Nuancen, die auf dem Vorgänger insbesondere bei “Babylon” zum Vorschein kamen. Neu hinzugekommen sind hingegen Prog- und (hinhören, liebe Garagen-Freunde), AOR-Akzente. Gut, AOR kann jeder, der die vier immer gleichen Grundakkorde kennt und die dicken Synth-Chords parat hat, die einzigen Zutaten so manchen AOR-Albums. Prog kann jeder mit ’nem Orgelsound, der in seinen Track nachträglich einen Schlag pro Takt mehr reinpackt. VOLSTER reichen die Basics allerdings nicht, wie sich bereits beim Opener “Revolution” zeigt. Ja, der Chorus ist fröhlich und tendiert ziemlich gen AOR, überzeugt allerdings mit smarter Harmoniefolge, und die Strophe ist straight rockig gehalten mit wenig Cheese und stärkerer Modern-Rock-Schlagseite.”Arise” schlägt anschließend in die Prog-Kontrastkerbe, mit E-Orgel (jahaa…) und einem Stil, den ich persönlich instinktiv mit SYMPHONY X‘ “V – Mythology Suite” vergleichen würde. Plus starker Solopart. “Hanging On” liefert elektronisch-melodischen AOR, abermals mit guten Melodien, Glöckchensynths und “Mad World”-Gedenkstrophe, bevor “Come Undone” das Haarspray über einem freshen Hard-Rock-Track verteilt. “Gravity” bestätigt erneut, dass VOLSTER keine der Bands ist, die sich bei Strophenkompositionen denkt “Ach scheiß drauf, machen wir auf einem Ton und denken uns dann frühestens im Prechorus was Interessantes aus” und “I Wish” kommt mit ganz guter Laune, 7er-Takt und schöön kraftvollem Chorus – und ohne explizit auf den Text zu achten, habe ich sympathischerweise doch die Worte “Midlife crisis” vernommen. Angesichts der zunehmenden Länge hier ein Verzicht auf die Beschreibung der restlichen Tracks, die man sich genauso gut einfach selbst anhören könnte, ohne Verschwendung seiner Zeit zu riskieren.

Fazit:
Warum auch? “Arise” ist ein Album geworden, mit dem sich seine Erschaffer hörbar einfach arschwohl fühlen. Und man kann es ihnen nicht verübeln. Entertainend, schlüssig, derweil ungezwungen vielseitig: Die Jungs machen die Musik, die sie mögen – sehr gut, nebenbei – und werden vermutlich keinen Freund melodischen Rocks enttäuschen. Empfehlung? Absolut. Und nochmal mehr für die Rock-Garage-Community!

Anspieltipps:
“Arise”, “I Wish”, “Turn The Tide” und “Come Undone”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Revolution
02. Arise
03. Hanging On
04. Come Undone
05. Turn The Tide
06. End Of The World
07. Gravity
08. I Wish
09. Follow You
10. Signs Of The Times
11. Highroad To Nowhere
12. Till The End Of Time

Jannis

DALTON – Injection (RG Zeitmaschine)

Band: Dalton
Album: Injection
Spielzeit: 46:18 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: EMI
Veröffentlichung: 1989
Homepage: www.facebook.com/DaltonSweden/

 

Und wieder geht es in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, ins Jahr 1989 nach Schweden. DALTON veröffentlichten ihr zweites Album “Injection” und wieder einmal ein Empfehlung von Hansi und Jürgen von Hang Loose Records die meinten dies wäre ein Hitalbum, tja die beiden hatten recht wie bei jeder Scheibe die die Beiden empfohlen haben.

Die Band bestand damals aus dem gleichen Lineup wie beim starkem Debüt und dem Geilen Skandirock Album aus 2014, Bo Lindmark am Mikrofon, Leif Westfahl Gitarre, Anders Lindmark, Ola Lindstrom an Keys und Mats Dahlberg an den Drums, die Backing Vocals wurden von der gesamten Band übernommen die geile Chöre ergaben.

Geboten wird AOR / Melodic Rock aus einer Schnittmenge des Debüts, TREAT, BAI BANG, ZERO NINE, EUROPE, OLE EVENRUDE und RETURN, die Songs besitzen ausnahmslos starke Melodien, geile Vocals mit Chören und Hooks die sofort zünden und gefallen.

Den Start macht “Go For It” ein Straighter Rocker sehr gut umgesetzt, “Love Injection” genauso stark wie der Vorgänger. “Like An Angel” ein gute Laune Song RETURN grüßen augenzwinkernd, “Lonely” ein Schmachtfetzen erster Güte, gehört zu den besseren Balladen. “Love Hurts” geiles Hooklinemonster wie es nur aus Skandinavien stammen kann, “Dressed To Kill” lässt die Sau wieder raus. “Why Don’t You Love Me” hier schimmern EUROPE oder TREAT durch. “Love Lie”, “Wild Tonight” ist AOR der Oberklasse, “Heartbroken” eine Tränentrifende Ballade. “Comin‘ On Strong” und “Wake You Up” lassen es ordentlich krachen, geiler AOR.

Fazit:

Ein echtes Meisterwerk was die Schweden ende der 80s auf den Hörer losgelassen haben, bester AOR / Melodic Rock typisch für die 80er aus Skandinavien. Von mir gibt es eine 9,5 für das zweite Album, welches noch einen Ticken besser als das Debüt ist.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Go For It
02. Love Injection
03. Like An Angel
04. Lonely
05. Love Hurts
06. Dressed To Kill
07. Why Don’t You Love Me
08. Love Lie
09. Wild Tonight
10. Heartbroken
11. Comin‘ In Strong
12. Wake You Up

Helmut

STAN BUSH – Dare to Dream

Band: Stan Bush
Album: Dare To Dream
Spielzeit: 47:16 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Cargo Records
Veröffentlichung: 20.11.2020
Homepage: www.stanbush.com

Mit „Dare To Dream“ von STAN BUSH landet einmal mehr ein neues Werk einer wahren Ikone des Melodic Rock auf meinem imaginären Plattenteller. Denn in den langen Jahren seines Schaffens war der Sänger, Gitarrist und Songwriter, der 1953 in Orlando/Florida geboren wurde, immer für einen Hit gut. Man denke nur an die zahlreichen Soundtracks in den Achtzigern, die durch Songs wie „The Touch“ (Transformers 1986), „Fight To Survive“ (Bloodsport 1988), „Hearts vs. Heads“ (The Wraith 1986) oder „Never Surrender“ (Kickboxer 1987) aus der Feder BUSH´s erst zum Erfolg wurden. Und mit dem 1987er Album „Stan Bush & The Barrage“ ist er noch heute unvergessen. Das ist aber nur eine Seite von STAN BUSH, denn mit seinen mittlerweile 13 Soloalben hat er sich in nahezu jeder Rock-Sammlung, die etwas auf sich hält, einen festen Platz ergattert. Und das nicht zuletzt deswegen, weil es in der Karriere des US-Amerikaners nicht ein auch nur mittelmäßiges Album gegeben hat. Egal auf welche Station seiner Karriere man blickt – STAN BUSH hat immer abgeliefert, auch in Zeiten, die für die Rockmusik nicht so rosig waren. Nun, das hat sich in Zeiten von YouTube, Spotify und Co. wohl eher noch verschlimmert, dennoch steht STAN BUSH mit seiner Band auch anno 2020 mit Album Nummer 14 in den Startlöchern.

Bereits letztes Jahr gab es einen ersten Vorgeschmack in Form eines Songs, der schlicht „The 80´s“ betitelt wurde. Hier gibt es nichts zu deuteln, STAN BUSH lebt zwar im Hier und Jetzt, sein Herz schlägt aber immer noch für dieses glorreiche Jahrzehnt – und hier ist er sicher nicht alleine. „The 80´s“ ist nicht weniger als eine Hymne geworden und hat schon bei seinem Erscheinen 2019 die Erwartungshaltung an die neue Platte ganz schön hochgeschraubt. Umso erleichterter ist man, wenn mit „Born To Fight“ das erste Stück von „Dare To Dream“ genauso unwiderstehlich tönt wie die Vorabsingle. Sicher, ein STAN BUSH-Song wird immer seine Trademarks tragen, für Verfechter wilder Innovationen dürfte auch Album Nummero 14 keine Überraschung sein, aber der Fan weiß, was er an den Platten des Amerikaners hat – und zwar hochgradig melodiösen, eingängigen und enorm hitverdächtigen Melodic Rock. Das ist beim Titeltrack nicht anders als beim Rest der neuen Liedersammlung. Dennoch stechen „A Dream Of Love“ und „The Times Of Your Life“ sowie die weiter oben erwähnten Stücke etwas hervor. Das macht eine makellose erste Hälfte, die eine glatte 10 verdient hätte. Die zweite Hälfte fällt minimal ab, wobei sich wohl 98% aller Bands wünschen würden, solche Songs auf ihrer Platte zu haben.

Wo STAN BUSH drauf steht, ist auch STAN BUSH drin – das ist auch beim neuen Werk so. Zum Glück, denn in seiner fast 40-jährigen Solokarriere gab es quasi keine Experimente, sondern einfach nur bockstarke Rockmusik aus dem Hause Bush zu hören. Da bildet auch „Dare To Dream“ absolut keine Ausnahme. STAN BUSH ist in Höchstform!

WERTUNG:

 

Trackliste:

1. Born To Fight
2. Dare To Dream
3. The Times Of Your Life
4. A Dream Of Love
5. The 80´s
6. Live And Breathe
7. Heat Of Attack
8. Dream Big
9. True Believer
10. Never Give Up
11. Home

Stefan

ANGELICA – All I Am

Band: Angelica
Album: All I Am
Spielzeit: 41:33 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 06.11.2020
Homepage: www.facebook.com/angelica.rylin/

 

Das zweite Album von ANGELICA kommt sieben Jahre nach dem Debüt, unterstützt wurde Miss Rylin neben ihr am Mikro von Michael Palace an Gitarre und Bass, Daniel Flores an Keyboard, Drums, Backing Vocals und Produktion sowie Pedro Cecar Camargo an Akkustikgitarre.

Das Debüt war nicht schlecht hatte aber für mich keinen Hit der herausragend war, es war nicht schlecht aber auch kein Top Album. Der Zweitling bringt vom Stil keine Änderungen, das Album ist mit einem sehr guten Sound produziert worden und bietet guten bis sehr guten AOR / Melodic Rock. Die Stimme überzeugt wie schon auf dem Erstling, die mitwirkenden Musiker sprechen für sich und überzeugen ebenso wie Miss Rylin. Nun der Knackpunkt die CD hört sich zu stark nach Frontiers und deren Haus und Hof (ich bin überall dabei) Songproduzent #1 Alessandro Del Vecchio an, dies ist der einzige Kritikpunkt den ich ausmachen kann. Das geboten Material bewegt sich in einer Schnittmenge aus MARTINA EDOFF, ROBIN BECK, ROMEO’S DAUGHTER und einem kleinen Schuß JAIME KYLE. Alles auf der CD ist gut hörbar und bleibt auch hängen. Man findet Rocker und Balladen, vielleicht eine zuviel, auf dem Album.

Zu den Rockern zählen “Calling”, “Beat Them All”, “Addicted To You” mein Favorit, “Time And Space” kommt Mainstreamig daher, “Still Bleeding”, “Living On High Hopes” Easy Listening Stoff, “Pounding Heart” und das relaxte “Time To Go Home” irgendwo zwischen Ballade und Easy Listening.

Die Balladen hören auf “I’m Sorry” drückt gewaltig auf die Tränendrüsen, “Don’t Say Goodbye” und “Angel”.

Fazit:

Eine Steigerung gegenüber dem guten Debüt ist hörbar, die Stimme und Musiker überzeugen wie schon auf dem Erstling. Für alle die das Debüt mögen, können bedenkenlos zugreifen. Ich vergebe eine 7,5.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Calling
02. Beat Them All
03. Addicted Tou You
04. I’m Sorry
05. Time And Space
06. Don’t Say Goodbye
07. Still Bleeding
08. Living On High Hopes
09. A Pounding Heart
10. Angel
11. Time To Go Home

Helmut