WORK OF ART – Exhibits

Band: Work of Art
Album: Exhibits
Spielzeit: 46:35 min
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 08.11.2019
Homepage: https://de-de.facebook.com/musicofworkofart

Das schwedische Trio WORK OF ART hat mit seinen bisherigen 3 Alben eigentlich nur extrem hochwertige AOR Kost vorgelegt. Den Vorwurf, dass der Sound der Truppe allzu nahe an den offensichtlichen Vorbildern Toto klebt kann man durchgehen lassen. Allerdings gibt es nur wenige Bands, die in diesem Fahrwasser fahren und so konsequent Qualität abliefern wie WORK OF ART. Und da Toto ja auch nicht mehr die produktivste Band unter der Sonne ist, können Genre-Fans froh sein, dass jemand die Lücke so gekonnt schliesst. Auch auf Album Nummero 4 sind die bekannten Trademarks (edelstes Songwriting, treffsichere musikalische Beiträge, eine angenehm transparente Produktion) wieder zu Hauf vorhanden. Hinzu gekommen sind allerdings auch deutliche Verweise auf (härtere) Journey. Das ist alles nicht unbedingt spannend. Auf Ihrem Feld sind die Jungs allerdings mittlerweile beinahe unschlagbar.

Luftig produziert, mit einem Sound der nun wirklich niemandem weh tut, „rocken“ sich WORK OF ART durch eine Reihe mit süchtig machenenden Hooklines randvoll gefüllten Wundertüten wie „Misguided Love“, dem von Gast-Keyboarder Vince DiCola (von dem die „Training Montage“ auf dem Rocky IV Soundtrack stammt) veredelten Ohrwurm „This Isn’t Love“ oder „Be the Believer“. Ja, zugegeben, manchmal schrammen die Jungs auch mal zu nah am Kitsch bzw. der austauschbaren Belanglosigkeit vorbei („Come home“, „What you want from me“). Aber im Großen und Ganzen treffen Sänger Lars Säfsund und seine Jungs eigentlich immer verlässlich ins Schwarze und liefern mit „Exhibits“ eines der, wenn nicht das, Highlight 2019 im AOR Bereich ab.

WORK OF ART sind quasi der fluffige Counterpart zu den etwas forscher ans Werk gehehnden Kollegen von ECLIPSE: Songwriting Maschinen mit Hit-Garantie, bei denen man mit jeder neuen Platte die Gewissheit kauft genau das zu bekommen was man erwartet. Das mag leidlich spannend sein. Aber im Bereich AOR und Melodic Rock gibt es weit und breit nur ganz wenige, die an die kompositorische und handwerkliche Qualität von Robert Sall & Co. heranreichen. Klare Kaufempfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Misguided Love
02. Be the Believer
03. Another Night
04. This isn’t Love
05. Gotta get out
06. Come home
07. If I cold fly
08. Destined to survive
09. Scars to prove it
10. What you want from me
11. Let me dream

Mario

DANGER ZONE – Don’t Count On Heroes

Band: Danger Zone
Album: Don’t Count On Heroes
Spielzeit: 50:32 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.dangerzoneweb.com

Es gibt so einige Bands, die releasen gefühlt fünf Alben an einem langen Wochenende. Andere wiederum lassen sich etwas mehr Zeit, so zum Beispiel die Italiener von DANGER ZONE, die für diese Albenzahl eher 35 Jahre aufwärts benötigen, was in diesem Fall auf gewisse Startschwierigkeiten wie nicht erscheinende Alben zurückzuführen ist. War der Anfang eher holprig, so haben die sechs Kollegen in den letzten sieben Jahren immerhin drei veröffentlicht, das aktuelle “Don’t Count On Heroes” eingerechnet. AOR und Hard Rock, Tendenz zu ersterem, gehen auf der Platte Hand in Hand, auf ziemlich prototypische Weise. Die Produktion von Gitarrist Roberto Priori und Jody Gray, den man schon aus den 90ern kannte, ist makellos, auch an den Vocals von Giacomo Gigantelli ist nichts auszusetzen. Die Songs sind klassischer AOR, mal in Hard-Rock-Gefilden stöbernd (“Rolling Thunder”, “Down To Passion”), mal balladig-mächtig (“Rise Again”, “Forever Now”, “Eternity”), mal purer Klischee-AOR (“Hang On To Your Heart”). Dicke Synth-Chords sind keine Mangelware, ebenso nicht die typischen Melodiewendungen inklusive der klassischen positiven Dur-Grundstimmung, natürlich mit die Regel bestätigenden Ausnahmen wie dem besagten “Breakaway”.
Der Kitschfaktor ist unkonstant, bei der 6/8el-Ballade “Rise Again” tatsächlich weniger ausgeprägt als beim leicht schmalzigen “Destiny” mit seinem schön komponierten Refrain.
Kompositorisch arbeiten DANGER ZONE nach allen Regeln der Kunst, wissen diese dank langjähriger Erfahrung aber so einzusetzen, dass “Don’t Count On Heroes” nicht zu einer lieblos aneinandergereihten Ansammlung aus Phrasen verkommt. Neu ist dieser Sound auf keinen Fall, das war jedoch auch offensichtlich nicht das Ziel und es bleibt dem Einzelnen überlassen, ob er in der stilistischen Vertrautheit die darübergestreuten Stilabweichungen und netten Wendungen als genug (oder vielleicht auch als zu viel) wahrnimmt. “Don’t Count On Heroes” ist kein ganz gewöhnliches AOR-Album, aber unter den nicht ganz gewöhnlichen ist es ein gewöhnliches. Und das ist in einer Zeit, in der klassisch klingende Musik jeglicher Genres von unzähligen Bands gespielt wird, eigentlich schon eine ziemlich gute Sache!

Fazit:
Harmonisch, nicht allzu heavy aber auch nicht lasch, ein bisschen vielseitig, gut synth-angereichert, oft gut gelaunt mit Tendenz zum Kitsch, all das stark gespielt, gesungen und geschrieben und mit Power produziert – wer sich davon angesprochen fühlt, den wird “Don’t Count On Heroes” mit Sicherheit abholen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Demon Or Saint
02. Faster Than Love
03. Somewhere Out There
04. Destiny
05. Down To Passion
06. Rise Again
07. Hang On To Your Heart
08. Forever Now
09. Rolling Thunder
10. Breakaway
11. Eternity

Jannis

IF ONLY – No Bed of Roses (Re-Release)

Band: If Only
Album: No Bed of Roses (Re-Release)
Spielzeit: 78:13 min
Stilrichtung: Melodic Metal, Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: (bereits erschienen)
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Die britischen Hardrocker IF ONLY, um den Gitarristen und Songschreiber Greg Hart (aktuell z.B. Cats in Space), haben es in ihrer Karriere auf lediglich ein einziges Album gebracht. Die Entstehung dieses vergessenen Meilensteins aus dem Jahr 2011, die einer regelrechten Odysee glich, möchte ich hier nicht nochmals erzählen. Erstens wird dies bereits in so gut wie jeder Besprechung der Platte aufgewärmt und zweitens sollte der geneigte Fan sich die ganze Geschichte dann doch besser anhand der, wie bei Rock Candy gewohnt vorzüglichen Linernotes dieses Re-Releases, durchlesen. Resultat der diversen Rückschläge die die Truppe erleiden musste (vor allem der Verlust der Sängerin Lorraine Bennigton, die durch Jackie Bodimead ersetzt wurde, wog schwer), war aber eine bärenstarke Scheibe die auch heute noch mächtig schiebt.

Verorten kann man das Ganze irgendwo beim typischen 80er Stadionrock im Stile von Bon Jovi & Co. Da IF ONLY aber eine Sängerin in Ihren Reihen hatte, sind Paralelen zu Heart (zu „Brigade“ Zeiten) nicht von der Hand zu weisen. Was vor allem auffällt ist, dass die Londoner Truppe so dermassen nach USA klingt, dass man wohl nie auf die Idee käme es mit Engländern zu tun zu haben. Jackie Bodimead, die zuvor bei Girlschool tätig war, liefert auf Songs wie „Loaded Gun“ oder „Rock and a hard Place“ eine derart krachend überzeugende Vorstellung ab, dass einem die Spucke wegbleibt. Da blieb/bleibt mancher männliche Kollege ganz schön blass im Vergleich. Und Mastermind Hart lieferte mit Songs wie der Ballade wie „If Love could last forever“ den Beweis, dass er locker das Kompositionsniveau der grossen amerikanischen Vorbider halten konnte. Auf „No Bed of Roses“ gibt es keinen Aussetzer, jeder Songs ist perfekt geschrieben, gespielt und soundtechnisch zeitlos in Szene gesetzt.

Der Re-Release dieses absoluten Sahnealbums hat es wirklich in sich und sei jedem Hardrock Fan ans Herz gelegt. Ich feier Rock Candy Releases ja gerne mal ab, weil die vom Label neu aufgelegten Platten meine musikalische Sozialisation nochmals aufleben lassen und ich da vielleicht auch gerne mal die Rosarote Fanbrille auf habe. Bei „No Bed of Roses“ kann, ja darf es aber eigentlch keine 2 Meinungen geben. Die Scheibe ist ein essentielles Stück Hardrock Geschichte, das in keiner entsprechenden Plattensammlung fehlen darf. Da auch die Aufmachung (das originale, ziemlich üble Cover wurde durch ein geschmackvolles Neues ersetzt, das Remastering tut dem Abum hörbar gut und nicht zuletzt sind die Linernotes informativ und durchweg unterhaltsam) gewohnt hochwertig ist, ist diese Neuauflage ein rundum-Sorglospaket geworden. Zugreifen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Loaded Gun
02. Tumblin‘ Dice
03. If Love could last forever
04. I’m no Angel
05. No Bed of Roses
06. Easy Lay
07. Rock and a hard Place
08. Red Hot Heaven
09. Ghost of you
10. Forever my Love
11. Long way from Home
12. Man against the world
13. All over
14. Stand like a Stone
15. Don’t let go
16. Shotdown
17. Tight Jeans (Live)

Mario

MICHAEL BORMANN’S JADED HARD – Feels Like Yesterday

Band: Michael Bormann’s Jaded Hard
Album: Feels Like Yesterday
Spielzeit: 56:37 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: RMB Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.facebook.com/MBJadedHard

Es ist halb acht abends, ich habe meine mentalen Kapazitäten für den Tag eigentlich schon ausgereizt und muss nun herausfinden, wie ich JADED HEART am Anfang meiner Metallerkarriere 2009 live sehen konnte, obgleich sie laut Promotext 2004 aufgelöst wurden. Viertelstunde später kann ich informieren: Lediglich Gründungssänger Michael Bormann hat sich getrennt, der Rest der Truppe war ab dann mit geändertem LineUp nach wie vor unterwegs. Und Bormann zog ab 2017 noch einmal mit einem Best Of-Programm von 1990 bis 2004 umher und bekam im Zuge dessen Bock auf neue Songs. Ja nu, here we go. “Feels Like Yesterday” ist draußen mit zwölf neuen Tracks und einer knappen Stunde Spieldauer. Die Platte bewegt sich zwischen Classic und Melodic Rock sowie AOR und ein bisschen Metal, gut gespielt und erwartungsgemäß gut von Bormanns starker Rockstimme und stimmigen Backing Vocals geführt. Heavy ist das Ganze selten, tatsächlich ist man in den Strophen doch oft eher balladig unterwegs, was sich gerade dann sehr rentiert, wenn auf die ruhige Strophe wie bei “Won’t Surrender” ein druckvoller Chorus einsetzt. Keyboards sind trotz der AOR-Einflüsse explizit sparsam eingesetzt, was durchaus gut tut. Immer die gleichen 80er-Synth-Chords sind eben auch nicht unbedingt nötig. Wenn denn auf Keys zurückgegriffen wird, geschieht dies absolut im Sinne der Musik, beispielsweise bei den Streichern und der Orgel im intensiven “Shout It All Out”. Stimmungstechnisch gibt es eine angenehme Auswahl. Während Tracks wie “It Feels Like Yesterday” oder “Just One More Step Away” eher melancholisch anmuten, wird auf der anderen Seite das Gute-Laune-Pedal bei “Mr Mysterious” oder “Everyone Is A Rockstar” in feinster Kickdown-Manier bedient. Und obgleich man doch oft nach den Regeln der verwendeten Genres spielt, ist immer Platz für Charakter und Individualität. Eine komplette Ballade gibt es nicht, auch wenn unter anderem “Don’t You Ever Leave” durchaus in die Richtung geht, dank des Refrains aber knapp über der Grenze zum ruhigen Rocksong liegt.
Kritik am Album ist an dieser Stelle sehr subjektiv. Die paar mehr Ecken und Kanten, die ich mir von einem Album wünsche, müssen halt in diesem Genre nicht unbedingt sein, ebenso das gewisse Maß an Bonushärte, die mir persönlich fehlt. Die leicht holzige Produktion wäre noch so ein Punkt, die passt aber in ihrer Handgemachtheit auch zum Stil. Und vielleicht ist die Genre-Klischee-Arbeit doch ein wenig zu hart (hier der eher objektive Kritikpunkt), da sie doch einige Male zu Vorhersehbarkeit führt. Aber an sich ist “Feels Like Yesterday” ein absolut positives Nostalgiealbum mit Liebe zum Detail geworden, das sich im Vergleich zu Genrekollegen doch einige Freiheiten nimmt und damit das gewisse Etwas erhält.

Fazit:
Dementsprechend kann Bormanns Rückkehr Freunden melodischen Rocks mit Classic-Hard-Rock-AOR-Spirit wärmstens an’s Hard gelegt werden. Und Freunden alter JADED HEART sowieso. Es ist immer schön, wenn Bands dieses Genres Individualität beweisen und nicht nur versuchen, möglichst wie die Großen zu klingen. Und Mb’s JADED HARD beweisen Individualität. Genau genommen gehören sie halt auch zu den Großen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Feel Like I’m Living
02. It Feels Like Yesterday
03. Won’t Surrender
04. Bring Me Higher Love
05. We’d Still Make It
06. Mr Mysterious
07. Good Times
08. Just One More Step Away
09. Don’t You Ever Leave
10. I’m A Son Of A Gun
11. Shout It All Out
12. Everybody Is A Rockstar

Jannis

JD MILLER – Afterglow

Band: JD Miller
Album: Afterglow
Spielzeit: 48:16 min
Stilrichtung: Melodic Power AOR
Plattenfirma: Mighty Music/SPV
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.facebook.com/jdmillerband

JD MILLER sind gewissermaßen eine Rock-Garagenband – der kleinste gemeinsame Nenner zwischen dem Heavy/Power-Metal-Teil unserer Leserschaft und dem AOR-Teil, denn nicht umsonst wird die Band aus Schweden als heaviest AOR band around beschrieben. Als Power-Metaller mit einem schweren Hang zu Keyboards, Cheese und Dur horcht man da natürlich auf und reserviert sich erstmal die Rezension. Hab ich so gemacht und Leute, was hat es sich rentiert.
Fix das Drumrum: Gegründet 2011, jetzt mit dem dritten Album “Afterglow” am Start, Produktion sitzt soweit, Sänger Peter Halldén hat keine ausdrucksstarke Stimme, dafür aber eine sehr wohlklingend-rockige, die ordentlich produziert wurde und optimal zum Rest passt.
Jetzt, wo wir das geklärt hätten, zur Musik. Trocken ausgedrückt ist “Afterglow” ein Mix aus Power Metal sowohl der symphonischen als auch der moderneren Art, minimalen Gothic- und NDH-Einflüssen, Hard Rock und gerade hinsichtlich der Melodien mit ordentlich AOR angereichert. Das ergibt in seiner Gesamtheit eine wundervolle Mischung aus stellenweise gar nicht mal so wenig Härte, höchst stimmig eingesetzten und ausgewählten Synthesizern und Melodien mit Feelgood-Ohrwurm-Dur-Charakter, in die man sich am liebsten reinlegen möchte. Denn, auch das muss man JD zugute halten: Das ist keine der Truppen, die mit ordentlich Keyboards ihre fehlende Substanz kaschieren, das ist eine Truppe, die absolute Hits schreibt und dann ordentlich Keyboards draufpackt! Im Ernst, man ist fast froh darüber, dass das Niveau der Platte bei Track 5 und Track 6 leicht absinkt, da man erstmal die ersten vier verarbeiten muss, die allesamt absolut oberklassig ausfallen. Und auch besagte “Light Your Fire” und “In The Afterglow” (von meinem Handy liebevoll zu “In The After” abgekürzt) sowie der dritte minimale Schwachpunkt “The Answer” wären auf den meisten AOR/Power-Metal-Alben noch Highlights – und der Rest sowieso. Da ist das vergleichsweise metallische “Burned Alive” mit seiner massiv druckvollen Strophe, die der von “Game Of Love” in nichts nachsteht. Da ist das kurze “Icarus”, das zwischen NDHig angehauchter Härte und vor positiven Vibes triefendem Chorus hin- und herpendelt, und da ist “Auburn Skies”, eine Gänsehaut-Pop-Rock-Stadionhalbballade, auf die man sich auch einlassen sollte. Und noch “Devilstorm” mit dem nächsten Killer-Chorus sowie “Inception”, dessen Strophe bereits Chorus-Niveau hat (wie eigentlich ein Großteil der Strophen auf “Afterglow”) und das im Refrain abermals zur Höchstleitung aufläuft.
Kurz: Nicht nur ist der Stil von JD MILLER absolut stark und außergewöhnlich, die Songs bewegen sich kompositorisch auf einem derartig unterhaltsamen Ohrwurm-Niveau, dass die Wahl von Favoriten ein Ding der Unmöglichkeit ist. Krassen Respekt für diesen Release, bitte mehr davon!

Anspieltipps:
Eigentlich alles, vielleicht am ehesten erstmal nicht “Light Your Fire”, “In The Afterglow” und “The Answer”

Fazit:
Nicht nur dank ihrer Kombination von Power Metal und AOR ist diese Scheibe ein absolutes Brett. In “Afterglow” sollte jeder unserer Leser mal reinhorchen, vorausgesetzt er verkraftet eine positive Grundstimmung und ordentlich Tasteneinsatz in seiner Musik. Dann könnte er mit dem Ding auch langfristig in hohem Ausmaß Spaß haben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Inside A Dream
02. Game Of Love
03. Inception
04. Icarus
05. Light Your Fire
06. In The Afterglow
07. The Desire
08. Burned Alive
09. The Answer
10. Devilstorm
11. Auburn Skies

Jannis

AGE OF REFLECTION – A New Dawn

Age of Reflection

Band: Age Of Reflection
Album: A New Dawn
Spielzeit: 46.25 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR HEAVEN
Veröffentlichung: 27.9.2019
Homepage: www.facebook.com/AGEOFREFLECTION/

AGE OF REFLECTION – A New Dawn
Der Grunge kam wohl für einige doch zu früh. Auf diese Aussage kann man sich festlegen, wenn man sich die Flut an aktuellen Bands ansieht, die sich im musikalischen Gewand der 80er Heroen kleiden. Die Renaissance des Hairmetals beflügelt auch die Schweden von AGE OF REFLECTION mit ihrem zweiten Werk „A New Dawn“.
2013 vom Gitarristen Carl Berglund und Bassisten Jan Skärming gegründet folgte 2017 das Debüt im Stile des klassischen AOR mit gefühlvollen Harmonien. Diesen Weg gehen AoR mit „The New Dawn“ konsequent weiter. Teils stark an die Wegbereiter Journey & Co angelehnt schaffen es AGE OF REFLECTION der Magie der alten Tage neue Energie einzuhauchen.
Der musikalische Arbeitsnachweis erstreckt sich über elf ansprechende Songs, die nicht den Anspruch haben, den Melodic Rock neu zu erfinden, aber auch weit davon wegstehen, Plagiatsvorwürfe befürchten zu müssen.
AoR bereichern die Szene mit einer rundum gelungenen Scheibe, an der es nichts auszusetzen gibt. Innovation überlassen sie anderen und besinnen sich auf ihre Stärken, die zweifellos vorhanden sind.
Nachdem das mystische Keyboard /Gitarrennintro ins Titelstück überleitet lässt sich schnell erahnen,wohin die nächste Dreiviertestunde führen wird. Melodische Rocknummern mit nicht zu verkennender Qualität gekonnt transportiert vom Sänger Lars Nygren und erneut unnachahmlich abgemischt von Mr. Mårtensson (Eclipse, W.E.T., Nordic Union), der dem Ganzen den passenden Rahmen verpasst.
„Here I Stand“ hat schon ordentliche Bon Jovi Versatzstücke im Riff, vereint aber die im Info Sheet angekündigten emotionalen Harmonien mit der Kraft des amerikanischen Hardrocks ebenso wie das getragene „What If I Break“.
Die Nummern „Go“, „Never Alone Again“und „Write It On The Wall“ tragen ein handwerklich mehr als gelungenes Album, mit einigen wirklich schönen Songideen, die durch ausgewogene Instrumentierung überzeugen. Warme Keyboards, saubere Gitarren, alles passend an der richtigen Stelle und unaufgeregt dargeboten.
Wenn die zwar gelungene, aber dann doch leider auch etwas an Einfallslosigkeit kränkelnde Coverversion „I Just Died“ von Cutting Crew stilistisch komplett ins Gesamtkonzept passt, weiß man, wohin die Reise
AGE OF REFLECTION bieten auf ihrem zweiten Album mehr als soliden, guten Mainstreamrock, der sich nicht durch Exklusivität von der Masse abhebt, aber auch nicht in ihr unterzugehen droht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Aurora
02. A New Dawn
03. Stay With Me
04. Here I Stand
05. Until Death Do Us Part
06. What If I Break
07. Go
08. Never Alone Again
09. I Just Died In Your Arms
10. Write It On The Wall
11. Can´t Let Go

Link zum Video “Stay With Me” 

Rüdiger König

AVIATOR – Aviator (Re-Release)

Band: Aviator
Album: Aviator (Re-Release)
Spielzeit: 50:58 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: (bereits erschienen)
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Fans von frühen Bon Jovi und Heart in den späten 80ern (also zu „Brigade“ Zeiten) sollten an dem vorliegenden Re-Release des Debüts (und einzigen Albums) der US AOR Truppe AVIATOR ihr helle Freude haben. Das Rock Candy Label hat ja quasi einen Grossteil seines Geschäftsmodells auf den gescheiterten Karriereambitionen vergangener aufstrebender Bands aufgebaut. Und wenn es eine Band gibt, die exemplarisch für diese Gruppe an „knapp-vorbei-ist-auch-daneben“ Beispielen gibt, dann ist es wohl AVIATOR. Produziert von Neil Kernon (u.a. Autograph, Dokken) und in einem renommierten Studio (Electric Lady in New York) aufgenommen, hatte die Scheibe eigentlich alle Vorraussetzungen um ein Hit zu werden, denn das Quartett um Sänger Ernie White, Gitarrist Richie Cerniglia, Bassist Steve Vitale und den ebenfalls singenden Schlagzeuger Michael Ricciardella hatte durchgehend Hochkaräter in der Hinterhand.

Dass es trotz solcher Gassenhauer wie „Frontline“, „Back on the Street“ oder „Don’t Turn Away“ nicht zur Karriere gereicht hat ist, laut eigener Aussage der Beteiligten in dem diesem Re-relese beiliegenden und wie immer sehr lesenwerten Essay, der Label-Politik geschuldet, dank derer die Band weder ein Video, noch irgendeine Art der Live-Promotion zugedacht wurde. Das killt natürlich jede noch so starke Scheibe bevor sie überhaupt erst eine Chance bekommt sich auf dem Markt zu behaupten. No Airplay, no Chance – vor allem gegen die übermächtige Konkurrenz zur damaligen Zeit. Das ist besonders schade im Falle von „Aviator“, denn sowohl handwerklich, als auch vom Drum-Herum (der Sound der Platte ist auch heute noch konkurrenzfähig) war alles auf Kurs. Akzente kann nicht nur Sänger White setzen, der eine angenehm rockige Stimme mit genug rauhbeinigem Charme besitzt um die doch recht glatten Songs zu tragen, sondern auch Gitarrist Cerniglia, der schön bretzelige Riffs und eine Handvoll packender Leads in den Ring wirft. So gibt es für den interesseirten Fan wenigstens 33 Jahre später die Gelegenheit, dieses vergessene Kleinod wieder zu entdecken. Zum Originalalbum gibt es bei Rock Candy nun noch 2 starke Bonustracks oben drauf sowie die bereits erwähnten Infos im Booklet, die die Musik gleich nochmal interessanter werden lassen und zum parallelen Schmöckern und Zuhören einladen. Egal wo man reinhört (von dem etwas gezwungenen „Never Let The Rock Stop“ einmal abgesehen), eigentlich landet man immer bei einem potentiellen Hit, was die gesamte Platte zum Anspieltipp werden lässt.

„Aviator“ ist genau so gut wie sein Ruf und sollte jedem AOR Fan als Klassiker des Genres bekannt sein. Wer seine Sammlung komplettieren, bzw. das bisher Verpasste nachholen möchte, der kann dies nun mit dem aktuellen Rock Candy Re-release erledigen, dass neben einem (ziemlich lauten) Remaster, noch ein pralles Booklet und Bonustracks zu bieten hat. Beide Daumen hoch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. FrontLine
02. Back On The Street
03. Don’t Turn Away
04. Wrong Place Wrong Time
05. Never Let The Rock Stop
06. Come Back
07. Magic
08. Can’t Stop
09. Too Young
10. Every Schoolboy Knows
11. Through The Night
12. Woman In Love (Bonus Track)
13. Holding On (Bonus Track)

Mario

MICHAEL THOMPSON BAND – Love & Beyond

Band: Michael Thompson Band
Album: Love & Beyond
Spielzeit: 60:59 min
Genre: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.facebook.com/MichaelThompsonBand

Tim Pierce, Steve Lukather, Dan Huff, Michael Landau. Der geneigte AOR und Rock Hörer schnalzt wissend mit der Zunge wenn er diese Namen hört, sind diese Herren doch in Ihrer Haupttätigkeit als Studiogitarristen für einen Grossteil der Gitarrenparts auf unzähligen Veröffentlichungen der letzten Jahrzente verantwortlich. Zu diesem illustren Kreis zählt ohne Zweifel auch der US Gitarrist Michael Thompson, der im Laufe seiner nunmehr langen Karriere Alben von (u.a.) Madonna, Shania Twain und Michael McDonald mit seinem unglaublich geschmackvollen Spiel verdelet hat. Gut, das sind jetzt alles nicht wirklich Rock-Garage kompatible Referenzen, aber wie viele seiner Kollegen hat MICHAEL THOMPSON auch immer wieder Alben unter eigenem Namen, veröffentlicht. Das selbstbetitelte Debüt der MICHAEL THOMPSON BAND aus dem Jahre 1989 gilt auch heute noch als Perle im AOR Bereich und ist ziemlich gut gealtert. 30 Jahre nach diesem Hochkaräter legt uns die MICHAEL THOMPSON BAND nun mit „Love & Beyond“ ihr zweites Album vor.

Soviel vorweg: der Härtegrad bewegt sich zumeist auf Kuschelwohlfühlniveau, sprich, hart gerockt wird hier nie. Aber ein paar knackige Gitarren gibts schon und dazu noch einige richtig starke Songs. da kann man dann auch mal über den gewohnten Tellerrand hinausschauen. Zwischen rockigeren Tönen wie „Love & Beyond“ und „Passengers“ sind immer wieder kleine, als „Interlude“ gekennzeichnete, Tracks eingeflochten die als stimmungsvolle Überleitungen dienen und in denen MICHAEL THOMPSON sein Können unter Beweis stellt. Die Kombination aus absolut traumhaften Gitarrensounds und einer schwer zu toppenden Eleganz im Spiel des Gitarristen waren schon immer der Grund für die gute Auftragslage von Herrn THOMPSON. Und damit wird auf „Love & Beyond“ selbstverständlich auch nicht gegeizt. Wer auf gute, handgemachten AOR mit Westcoast-Feeling und professioneller Produktion steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Dank der starken Begleitmannschaft (u.a. Larry Antonio am Bass und Leadgesang, sowie den Sängern Larry King und Mark Spiro) gelingt es MICHAEL THOMPSON einen würdigen Nachfolger zum Debüt zu liefern, der die AOR Sounds vergangener Tage gekonnt ins Hier und Jetzt herüberrettet.

„Love & Beyond“ ist einmal mehr der Beweis, dass Studiocracks weit mehr als langweilige Erfüllungsgehilfen sind. In knapp einer Stunde bekommt der geneigte Hörer eine breite Palette an tollen Sounds und Songs geboten, die auch nach mehrmaliger Einfuhr nicht blass werden. Ein gelungnes Album.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Opening
02. Love & Beyond
03. Save yourself
04. Passengers
05. Red Sun (Interlude)
06. Supersonic
07. La Perouse (Interlude)
08. Don’t look down
09. Far away
10. Penny laughed (Interlude)
11. Love was never blind
12. Black Moon (Interlude)
13. Flying without Wings
14. Forbidden City (Interlude)
15. Just Stardust
16. What will I be without you
17. Starting over
18.’til we meet again

Mario

JIM PETERIK & World Stage

Band: Jim Peterik & World Stage
Album: Winds Of Change
Spielzeit: 56:11 min
Stilrichtung: Melodic Rock / AOR
Plattenfirma: Frontiers Records / Soulfood
Veröffentlichung: 26.04.2018
Homepage: www.facebook.com/officialjimpeterik

Ex-SURVIVOR Keyboarder/Songwriter Jim Peterik, ist niemand, der lange untätig bleibt.
Mit einem Welthit wie „Eye Of The Tiger“ im Rücken, könnte man sich wohl zur Ruhe setzen, jedoch keine Option für diesen Ausnahmemusiker. PRIDE OF LIONS und WORLD STAGE bilden bei all seinem Schaffen, zwei seiner bevorzugten „Spielwiesen“. Bei „Winds Of Change“ gesellten sich langjährige Weggefährten wie Kevin Chalfant (ex-The Storm), Dennis DeYoung (ex-Styx) , Kelly Keagy (Night Ranger) , Danny Vaughn (Tyketteo), Kevin Cronin (REO Speedwagon), Mike Reno (Loverboy) und natürlich sein PRIDE OF LIONS Schützling Toby Hitchcock hinzu.
Musikalisch lässt Peterik hier nichts anbrennen. SURVIVOR-Trademarks halten ebenso Einzug wie Stilelemente des klassischen AOR, gleichwohl abgestimmt mit den Vocal Parts des jeweiligen Sängers. Ein Titel wie „Proof Of Heaven“ mit Dennis DeYoung am Gesang, hätte auch hervorragend auf ein STYX Album gepasst. Fähigkeiten, die eben längst nicht jeder Songwriter mitbringt.
Etwas Besonderes konnte man mit dem Track „Love You All Over The World“ schaffen. Hier ist die Stimme des verstorbenen SURVIVOR Frontmanns Jimi Jamison zu hören. Ein bisher unveröffentlichter Titel.
Laut Aussage von Peterik, in einem namhaften Printmagazin, existieren noch diverse unveröffentlichte Titel mit Jamison an den Vocals, die in absehbarer Zeit im neuen Gewand das Tagelicht erblicken sollen. Diesbezüglich darf man gespannt sein.
„Winds Of Change“ stellt in jedem Fall eine klare Empfehlung, nicht nur für SURVIVOR Fans dar. Wer auf zeitlos hervorragenden AOR/Melodic Rock steht, sollte hier zugreifen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Winds Of Change
02. Without A Bullet Being Fired
03. Proof Of Heaven
04. Sometimes You Just Want More
05. Home Fires
06. Just For You
07. The Hand I Was Dealt
08. Where Eagles Dare
09. I Will What I Want
10. You’re Always There
11. Avalanche
12. Love You All Over The World

Bonne

ROULETTE – Now!

Band: Roulette
Album: Now!
Spielzeit: 37:45 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Black Lodge Records
Veröffentlichung: 22.03.2019
Homepage: www.rouletteswe.se

Manchmal braucht man auch mal etwas ruhigere, fröhlichere Mucke! Dann greift auch ein Power Metaller wie ich mal in die AOR Kiste und gönnt sich was Feines. So in etwa war die Vorgeschichte zu dieser Rezi die sich um die, in den 80igern und 90igern aktive schwedische AOR Formation ROULETTE und ihr neues Album „Now!“ dreht.
Die Jungs waren wie gesagt in den 90igern sehr aktiv und haben in den letzten Jahren immer mal wieder eine Single digital veröffentlicht um die Fans bei Laune zu halten und das neue Album vorzubereiten.
Ob die Band auf dem neuen Diskus im Original Lineup auftritt entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Wir können uns jetzt auf jeden Fall auf AOR schwedischer Prägung mit einem Schuss Westcoast freuen und können bestimmt ein paar Parallelen zu JOURNEY, EUROPE oder auch H.E.A.T ziehen.
Mit dem Opener „Never Enough“ beginnt die Scheibe so wie man es vom Genre her vermuten würde. Der Chorus und Refrain graben sich schon nach kurzem tief ins Gehirn und auch ansonsten macht man mit diesem Midtempotrack alles richtig!
Das anschließende „Keep on Dreaming“ läuft dann im ähnlichen Fahrwasser auch wenn der Refrain hier nicht ganz so schmissig ist wie zuvor.
Der folgende Groover „Soldiers of Love“ ist dann der nächste Hit der sofort hängen bleibt und wo die Band zeigt das der tolle Openersong keine Eintagsfliege war.
Zwar ist das Ganze auch nicht besonders originell, aber das will der geneigte AOR Fan auch nicht unbedingt.
In die Balladenrichtung geht es dann im Mittelteil bei „Secret Room“ welches ebenfalls direkt den nächsten Hit und Anspieltipp darstellt.
Danach wird der eingeschlagene Weg eigentlich nie verlassen und man bekommt als geneigter Fan das was man erwartet, AOR mit Westcoast Rock gepaart mal mehr mal weniger durchschlagend!
Welche Songs hier aber auf jeden Fall noch Erwähnung finden sollten sind das hymnenhafte „Turn it Around“ und die beiden Melodic Brecher „The only Way“ und „Another Night“.

Anspieltipps:

„Never Enough“, „Soldiers of Love“, „Secret Room” sowie “Turn it Around”.

Fazit :

Für ganz nach oben reicht es für die Jungs von ROULETTE nicht mit ihrer neusten Veröffentlichung! Dafür ist die Konkurrenz im AOR Bereich aufgrund der starken anderen Bands vor allem bei Frontiers Records zu gut und zu groß.
Aber insgesamt kann man der Band eine starke Leistung bescheinigen die mit Sicherheit einige Fans finden wird.
Wer mal abseits von Frontiers und Co nach neuen Veröffentlichungen schauen möchte, ist hier goldrichtig!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Never Enough
02. Keep on dreaming
03. Soldiers of Love
04. We can make it
05. Secret Room
06. Better Day
07. Turn it Around
08. The only Way
09. Another Night
10. Right by your side

Julian