HEARTWIND – Higher and Higher

Band: Heartwind
Album: Higher and Higher
Spielzeit: 43:34 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 27.April 2018
Homepage: www.facebook.com/heartwindtheband

Eins vorweg , Stockholm spuckt weiter musikalische Diamanten aus , diesmal noch ziemlich roh und in Form der Melodic Hardrock Band HEARTWIND.
HEARTWIND ist so neu und unbekannt , dass man sie erst einmal der schwedischen zweiten Liga zuordnen möchte, obwohl diese musikalisch eine der stärksten ist .
Die beiden schwedischen Songwriter Göran Engvall (Gitarre) und Mikael Rosengren ( Keyboards) sind die Initiatoren des vorliegenden Debuts, kennen sich seit 15 Jahren und erfüllen sich mit Higher and Higher einen langehegten Traum.
Komplettiert wird die Band , und es handelt sich hörbar um eine Band, und nicht um ein zusammengestelltes Projekt, von gestandenen Musikern aus der schwedischen Hardrockszene, als da wären Sänger German Pascual ( Narnia), Gitarrist Martin Hall , Basser Germain Leth ( The Poodles) und Schlagzeuger Peter Svensson ( Constancia).
Der namengebende Opener „Higher and Higher“ überzeugt gleich mit einem schmissigem Mitsingrefrain im Midtempobereich und legt die Meßlatte schon mal auf Höhe, bevor in „Cry out into Space“ gleich am Anfang klar wird, dass das melodiöse Fundament durchaus eine ordentliche Gitarre verträgt.
Man merkt der Scheibe an , dass die Mannschaft genau weiß, auf was sie beim Songwriting zu achten hat, alles klingt abwechslungsreich und vom Sound her ausgewogen, nichts wirkt in irgendeiner Form aufgesetzt.
Die Ballade „ One night away from you“, dargeboten von Nina Soderqvist, schwülst genau bis zu dem Punkt, an dem es anfängt gefährlich kitschig zu wirken.
Weiter geht es mit drei- bis vierminütigen Feuerwerken ,die nicht lange zum Hochfahren brauchen und die vorallem im Chorus zünden
Wenn man den Schweden überhaupt etwas ankreiden kann, dann ist es die Tatsache, dass sie die Songs so angeordnet haben, daß im letzten Viertel die kleinwenig schwächeren zu finden sind, bevor mit dem treibenden „Game of Love“ der bleibende letzte Eindruck wieder stimmt.

Mit der insgesamt etwas glatten Produktion der Scheibe werden Genrefans keine Schwierigkeiten haben, da das bei der Vielzahl ihrer Favoriten nicht anders klingt.

Am Ende des Albums bleibt aber eh nur die Frage, wie lange es dauert, bis der rasche Aufstieg in die erste Liga gelingt und ob man es gleich nochmal hört ?

Fazit :

Die im Plattentext als Inspiritation aufgeführten Def Leppard, Whitesnake und Journey geben die Richtung vor, dennoch besitzen Heartwind eine hörbare Eigenständigkeit. .Wenn überhaupt vergleichbar, ist “Higher and Higher” eher an die früheren Europe oder Talisman angelehnt.
Auf jeden Fall geht die Idee, mit verschiedenen Sängern Variantenreichtum zu erzielen , völlig auf..Das Erik Martenseen ( W.E.T.., Eclipse, Nordic Union ) nochmal ein paar Prozentpunkte durch sein feines Mastering herausholt, ist schon fast Standard.

WERTUNG:

 

 

Trackliste

01. Higher and Higher
02. Cry out into Space
03. Ready for the Moonlight
04. One night away from you
05. Surrounding me
06. Through the Light
07. Too late for Roses
08. Creatures of the Night
09. Don´t be that Girl
10. Your eyes cannot lie
11. Game of Love

Rüdiger König

FM – Atomic Generation

Band: FM
Album: Atomic Generation
Spielzeit: 53:28 min
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 30.03.2018
Homepage: www.fmofficial.com

Nicht jeder Band ist es vergönnt nach einer langen Pause zurückzukommen, eine zweite Karriere zu starten und teilweise sogar noch populärer zu sein als in der ersten. FM ist eine dieser Bands und zeigt auch beim neuen Album „Atomic Generation“, dass sie ihren zweiten Erfolg nicht auf die leichte Schulter nehmen und ein ums andere Mal alles geben. Ein Kompliment an ihre Fans, das sich hören lässt!
Wenn ich im Folgenden das Album einfach nur richtig abfeiere, liegt das wohl daran, dass ich es das erste Mal in perfekt geeigneter Kulisse gehört habe: Beim ersten strahlenden Sonnenschein in der Großstadt nach einem kalten und regnerischen Winter. FM ist Sonne, Wärme, Party, gute Laune und Aufatmen nach der Kälte, sogar bei vergleichsweise härteren Tracks wie dem Opener „Black Magic“, „In It For The Money“ oder „Stronger“ (DEEP PURPLE lässt grüßen…). Die Ballade „Love Is The Law“ fällt unter die Kategorie „ganz nett“, in „Golden Days“ sinniert man über die beste Zeit des Lebens, „Make The Best Of What You Got“ ist ein bisschen BAD ENGLISH mit 100 % mehr Energie und in „Playing Tricks On Me“ trifft etwas SANTANA auf etwas JOE COCKER.

Einprägsame Refrains und mitreißende Hooks haben FM einfach drauf. Ein richtig schwacher Song findet sich auf dem Album nicht. So viel Spaß und Power bringen mich auch nun morgens halb 3, während ich diese Review schreibe, noch zum mittanzen- und singen. Es werden noch einige Tage und Nächte mit diesem Album in den Boxen folgen!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Black Magic
02. Too Much Of A Good Thing
03. Killed By Love
04. In It For The Money
05. Golden Days
06. Playing Tricks On Me
07. Make The Best Of What You Got
08. Follow Your Heart
09. Do You Love Me Enough
10. Stronger
11. Love Is The Law

Lotta

PAL – Prime

Band: PAL
Album: Prime
Spielzeit: 41:14 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 26.01.2017
Homepage: www.facebook.com/peo.pettersson.7

Es gibt neues Futter von Peo Pettersson. Der Sänger hat zuletzt mit seinem quasi-Soloalbum „Welcome To The Party“ Mitte 2016 für Furore gesorgt – zumindest bei mir. Mit seinem hochmelodischen Hardrock konnte der schwedische Workaholic offene Türen einrennen, denn unter den elf Songs tummelten sich mindestens fünf grandiose Hits. Dementsprechend sahnte die Platte dann auch gleich 9 Points ab. Jetzt hat sich Peo Pettersson mit Bassist Peter Andersson und Gitarrist Roger Ljunggren (Ex-T´BELL) zusammengetan, um im Fahrwasser von STRANGEWAYS, STAN BUSH und Konsorten elf neue Songs rauszuhauen. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass das Duo Andersson/Ljunggren beim Stimmakrobaten angeklopft hat – wie bereits 30 Jahre zuvor, als sich eben jener Dreier bereits in Pettersson´s Studio Vanas zusammengefunden hatte, um unter dem Banner ESCAPE gemeinsame Sache zu machen. Etwas zählbares ist dabei allerdings nicht entstanden, schade. Heute wird das Trio von Drummer Mauritz Petersson unterstützt.

Unverkennbar natürlich das Organ von Peo, unterscheidet sich das neue Werk nur leicht von „Welcome To The Party“. Und das, obwohl sämtliche Stücke von Roger Ljunggren und Peter Anderson verfasst wurden. Aber sie passen eben punktgenau zum Gesang des Schweden. Und so ist es kein Wunder, dass schon der Opener „Heads Or Tails“ ein wahrer Ohrenschmaus ist. Das getragene „Carry On“ ist mit einer prächtigen Hookline versehen und das leicht an frühe HOUSE OF LORDS erinnernde „Double Nature“ lässt kein Auge trocken. Weitere Zungenschnalzer sind „Hiding Away From Love“, „Leaving This Town“ und „Nowhere Left To Go“.

PAL liefern scheinbar ohne große Anstrengung ein herrlich frisches Scandi-Rock-AOR-Scheibchen ab, das der Genrefan sowieso haben muss. Dabei driften die Songs nie in Belanglosigkeit ab und haben bei aller Melodieaffinität der Songschreiber genügend Anspruch. „Prime“ ist ein gleichermaßen modernes wie old-schooliges Melodic-Rock-Werk – nicht mehr, aber auch nicht einen Ticken weniger.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Heads Or Tails
2. Carry On
3. Hiding Away From Love
4. Double Nature
5. Wildfire
6. What We´ve Could Been
7. Nowhere Left To Go
8. River Runs Dry
9. Older And Wiser
10. Leavin This Town
11. One Step Away

Stefan

TOTO – Greatest Hits: 40 Trips Around The Sun

Band: Toto
Album: Greatest Hits: 40 Trips Around The Sun
Spielzeit: 80 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Columbia / Legacy
Veröffentlichung: 09.02.2018
Homepage: www.totoofficial.com

Es gibt ja mittlerweile gefühlt mehr Best-Of Compilations der AOR Helden Toto als reguläre Studioalben (immerhin 14 an der Zahl). Die meisten dieser Geldfallen erscheinen auf der Bildfläche wenn Weihnachten vor der Tür steht um nochmal schnell ein paar Euro mit den immer gleichen Songs abzugreifen. Songs, die man eh schon mehrmals täglich in den programmierten Playlists der lokalen Sender um die Ohren gehauen bekommt. Dabei hat die Band aus L.A. einen unglaublichen Fundus an richtig geilen Songs im Portfolio, abseits der üblichen Verdächtigen. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Band, gehen die Jungs nun nochmals auf Tour und legen zum Start der Welttournee ein von der Band nicht nur abgenicktes, sondern in grossen Teilen auch erstelltes Greatest Hits Paket vor. Auch auf „40 Trips Around The Sun“ gibt es natürlich auch die unkaputtbaren Gassenhauer zu hören. Neben der Tatsache, dass die alten Tracks aber allesamt (als Teil einer gross anrollenden Re-Release-Welle) neu gemastert wurden, sind aber natürlich die 3 „neuen“ Songs das hauptausschlaggebende Kaufargument für die langjährigen Fans.

Während mit dem starken Opener „Alone“ die aktuelle Toto-Besetzung einen alten Track neu arrangiert eingespielt hat, darf man bei „Spanish Sea“ einer wunderbaren Symbiose aus den guten alten Tagen (Bass und Drum-Spuren stammen noch aus Sessions mit den leider verstorbenen Porcaro Brüdern Jeff und Mike) und den in Würde gealterten Originalmitgliedern lauschen. Beide Songs stechen durch eine perfekte Produktion und richtig gutes Songwriting hervor. Was beileibe keine Selbstverständlichkeit bei oft gerne beigepackten Zusatztracks auf Best-Of Alben ist, die oft genug nur Füllwerk sind. Der dritte neue Song im Bunde („Struck By Lightning“) ist dagegen eine relativ neue Komposition, bei der die Jungs es etwas heftiger rocken lassen. Auch dieser Track ist nicht schlecht (das Gitarrensolo ist der Hammer), kann aber im direkten Vergleich mit den beiden anderen nicht ganz mithalten.

Und dann wäre da noch das bereits angesprochene Remastering, das unter der Aufsicht von Toto und dem langjährigen Soundtüftler Elliot Scheiner (Steely Dan, Eagles, u.v.a.) erstellt wurde und das einigen bisher eher mau klingenden Aufnahmen der Band klanglich doch arg auf die Sprünge hilft. Dabei ist man allerdings sehr vorsichtig vorgegangen und hat nicht die übliche „alles lauter und mehr Höhen und Bässe“-Kelle rausgepackt. Wenn man die original CDs mal aus dem Regal nimmt und vergleicht, dann sind die Veränderungen mitunter zwar subtil, doch grundlegend immer verbessernd. Einige der bisher erhältlichen CD (!) Pressungen klingen wirklich erbärmlich – flach, dünn, leblos. Dem wurde hier effektiv entgegen gewirkt. Ein Song wie das Kleinod „Lea“ oder der knackige Rocker „Afraid of Love“ haben nie vitaler und räumlicher geklungen. Hier gilt aber auch: wer von dem Remaster wirklich etwas haben will, der kaufe sich bitte das Produkt in physischer Form! Zum Glück lag mir zur Besprechung auch eine original CD von „40 Trips Around The Sun“ vor – hätte ich eine Einschätzung zum Klang der Remasters auf Basis der vorab verfügbaren mp3 Files erstellt, wäre das Ergebnis ernüchternder ausgefallen. So aber erklingt ein Track wie das geniale Instrumental „Jake to the Bone“ mit nie da gewesener Deatilverliebtheit!

Der Fan kauft sich „40 Trips Around The Sun“ schon wegen der 3 (überraschend starken) neuen Songs. Wer auf der Suche nach einer Best-Of der Jungs ist, der sollte ebenfalls hier zuschlagen – im Vergleich zu den sonst verfügbaren Compilations sind vielleicht auch ein paar Songs aus der zweiten Reihe vertreten, dafür stimmt aber das Package (gutes Artwork, alle Songtexte, Infos zu den Musikern, etc.) und der Sound ist auch absolute klasse. Ich bin gespannt wie die von der Band autorisierten Neuauflagen daherkommen werden, die für 2018 angekündigt sind – das könnte ein teures Jahr für Toto Fans werden.

WERTUNG:

(ohne Wertung)

Trackliste:

01. Alone
02. Spanish Sea
03. I’ll Supply the Love
04. I’ll Be Over You
05. Stranger In Town
06. 99
07. Struck By Lightning
08. Pamela
09. Afraid of Love
10. I Won’t Hold You Back
11. Jake to the Bone
12. Stop Loving You
13. Lea
14. Hold the Line
15. Georgy Porgy
16. Rosanna
17. Africa

Mario

PANORAMA – Around the World

Band: Panorama
Album: Around the World
Spielzeit: 45:55 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: ROAR! Rock of Angels Records
Veröffentlichung: 12.01.2018
Homepage: www.panorama-band.com

Einmal mehr ertönt der Newcomer Alarm in unserer Rock-Garage. PANORAMA machen sich auf die Heavy Rock Welt im Sturm zu erobern und würzen dies mit einem gehörigen Schuss AOR!
Bei genauem hinsehen, stellt man aber fest das die hier beteiligten Musiker definitiv keine Grünschnäbel mehr sind! Denn wir hätten hier Christian Palin (RANDOM EYES, Ex ADAGIO) am Mikro, Dennis Ward (PINK CREAM 69, UNISONIC) am Bass, Sammy Lasagni (GODS OF SILENCE, Ex KIRK) sowie Ben Varon (AMORAL) an der Gitarre und Philipp Eichenberger (GODS OF SILENCE, Ex KIRK) hinter der Schießbude.
Ordentlich musikalische Erfahrung also die uns hier entgegenschlägt, da kann man sich schon mal auf ein sehr ordentliches Debütalbum, welches übrigens den Namen „Around the World“ trägt, einstellen!
Der Opener und Titeltrack „Around the World“ gibt dann auch direkt die qualitativ hochwertige Marschrichtung vor. Ordentlich druckvoll und mit einer guten Mischung aus AOR und Rock inklusive schmissigen Chorus bohrt sich die Nummer direkt in die Gehörgänge. Ein sehr überzeugender Start also!
Wesentlich erdiger, aber qualitativ genauso überzeugend und einprägend kommt dann auch das nachfolgende „Standing my Ground“ aus den Boxen geschossen bevor es mit „The Glory within“ zum ersten Mal so richtig eher in die Heavy Rock/Melodic Metalschiene geht. Der Song hat einen tollen epischen Touch, der schön hervorsticht.
„Gates of Babylon“ ist dann wieder eher ein metallischer Song, bevor es mit „The Hightest Mountain“ ruhiger wird.
Ihr vermisst mehr Rock, kein Problem mit dem anschließenden „Jamming in the Jungle“ werdet ihr bestens bedient und hier hört man sogar ein wenig DEF LEPPARD Feeling heraus!
Der nächste richtige Ohrwurm wird uns dann mit dem, wieder mehr metallisch tönenden, „The other Side“ geboten. Hier kann man wieder richtig schön mitbangen und das Stück geht wunderbar in die Gehörgänge.
Das letzte Drittel der Scheibe bietet uns dann wieder eine bunte Mischung aus AOR, Rock und Metal und besonders das knackige „Shout it Out“ sticht hier etwas hervor.

Anspieltipps:

Mit “Around the World”, “Standing my Ground”, “The Glory within”, “The other Side” und “Shout it Out” solltet ihr bestens bedient sein.

Fazit :

Wie schon vermutet erwartet uns mit dem ersten Diskus von PANORAMA ein sehr ordentliches Debüt welches nur so von erstklassigen Songs strotzt! Cruisen mit dem Cabrio ist aktuell aufgrund der Temperaturen nicht möglich, aber mit “Around the World” kann man mit Sicherheit einige rockige Autofahrten erleben. Ordentlich aufdrehen damit die anderen auch was von diesem tollen Debütalbum mitbekommen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Around the World
02. Standing my Ground
03. The Glory within
04. Gates of Babylon
05. The Highest Mountain
06. Jamming in the Jungle
07. One for All
08. The other Side
09. Heart has been broken
10. Shout it Out
11. World on Fire

Julian

HOUSTON – III

Band: Houston
Album: III
Spielzeit: 43:15 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Livewire/Cargo Records UK
Veröffentlichung: 24.11.2017
Homepage: www.facebook.com/Houstonsweden/

Album Nummer 5 namens “III” der Stockholmer Band HOUSTON steht ins Haus. Mit den vier vorherigen Scheiben konnten sie sich schon einen ansehnlichen Ruf in der AOR Szene erspielen und auch diesmal zeigen sie mit den 10 Songs was AOR-Sache ist. Zusammen mit Produzent Martin Karlegård (Reptile Smile) wurde an der Platte gefeilt und sich musikalisch laut Sänger Hank Erix weiterentwickelt.
Songtechnisch bewegen wir uns auf extrem poppigem Terrain. Songs wie „Dangerous Love“ und „Everlasting“ könnten als Rockversionen irgendwelcher Boyband-Stimmungsfetzen Ende der 90er/Anfang 2000er durchgehen. Auch die anderen Songs glänzen durch absolute Radiotauglichkeit, wie beispielsweise „Amazing“, das gefühlvolle „Twelve-Step“, das moderne „Glass Houses“ und allein schon wegen dem Titel „Interstate Life“. Es sind aber auch Stücke dabei, bei denen der seichte Modus etwas gedimmt wird und demnach der Ton etwas rockiger durchkommt, wie bei „Cold As Ice“ und „Road To Ruin“.

Alles in allem ist „III“ ein super Album für Fans des seichten AOR. Wer auf eingängige Melodien, Synth-Teppiche und Herz(schmerz)-Texte steht, wird hier sehr glücklich werden. Auch wenn der Sound etwas flach ist und sich auch keine ultimative Überraschung auf dem Album versteckt, sind vor allem Songs wie „Cold As Ice“ und „Dangerous Love“ maximal unterhaltsam.

WERTUNG:

 

 

 

Trackliste:

01. Cold As Ice
02. Everlasting
03. Dangerous Love
04. Lights Out
05. Amazing
06. To Be You
07. Glass Houses
08. Twelve-Step
09. Road To Ruin
10. Interstate Life

Lotta

WILDNESS – s/t

Band: Wildness
Album: s/t
Spielzeit: 55:51 min
Stilrichtung: AOR/Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 24.11.2017
Homepage: www.facebook.com/wildnessofficial

Schon seit einiger Zeit fiebere ich diesem Release entgegen, und nun erfreuen uns die vier Schweden von WILDNESS endlich mit ihrem selbstbetitelten Debut-Album. Ursprünglich als Studioprojekt gestartet, kam im September 2015 die erste Single „Collide“ heraus, gefolgt von „Turning The Pages“ im Januar 2016. Kurz danach wurde AOR Heaven auf die Band aufmerksam und seitdem wurde fleißig am Album gearbeitet. Hilfe hatten sie dabei von Produzent Erik Wigelius (WIGELIUS, CARE OF NIGHT), in dessen Studio die Scheibe auch aufgenommen wurde, Co-Pruduzent war der bandeigene Drummer Erik Modin.
Mit den beiden ersten Songs „War Inside My Head“ und „Strangers“ zeigen gleich was WILDNESS bietet: melodischer 80er Hard Rock mit dem WIGELIUS Stempel ihres Produzenten und einer ordentlichen Portion Radiotauglichkeit. Ein paar reine AOR-Knaller gibt es in Form von „Your Last Romance“ und „Down In The City“ (auch wenn keiner der Songs komplett AOR frei ist…). Auf dem ganzen Album gibt es viele Elemente, die sich einem einfach ins Ohr fressen, wie z.B. der Chorus von „Alibi“, die Klaviermelodie von „Collide“, welches an W.E.T. erinnert, oder auch „Shadowland“ und „Turning The Pages“, die einen beide einfach nur mitreißen. Mit „Highlands“ und „Falling Down“ haben wir auch ein bisschen pussy-esques IRON MAIDEN dabei, was zusammen mit dem etwas härteren „Welcome The Night“ einen willkommenen Kick zwischendurch gibt. „The Flame“ ist dann noch der obligatorische Schmachtfetzen, der am Piano anfängt und sich dann dramatisch steigert.

Mit der ersten Platte von WILDNESS haben wir es mit eingängigstem Melodic Rock zu tun, der mal mehr in die härtere Richtung ausschlägt, mal mehr in AOR Richtung, dann mal wieder moderner, im nächsten Song wieder volle Möhre 80er. Einen Anspieltipp zu geben ist hier schwer, es ist ein tolles Album mit vielen empfehlenswerten Songs. In meinem Fall wären das „Collide“, „Highlands“ und „Turning The Pages“. Freunde der skandinavischen melodic Szene rund um ECLIPSE, WIGELIUS, ONE DESIRE, WORK OF ART uvm. werden sich über dieses Album bestimmt genauso freuen wie ich.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. War Inside My Head
02. Stranger
03. Shadowland
04. Alibi
05. Collide
06. Highlands
07. Your Last Romance
08. Down In The City
09. Falling Down
10. The Flame
11. Welcome The Night
12. Turning The Pages

Lotta

CODE RED – Incendiary

Band: Code Red
Album: Incendiary
Spielzeit: 46:29 Minuten
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 20.10.2017
Homepage: www.facebook.com/CodeRedSweden

Man nehme eine Prise Journey, würzt das ganze mit ein wenig Brother Firetribe, Alien, Treat und vermischt das ganze mit anderen Ingredienzien, die skandinavischen Melodic Rock auszeichnen, wie zum Beispiel grandiosen Melodien und heraus kommt eine äußerst wohlschmeckende Süßspeise namens Code Red.

Die schwedische Truppe, die sich hier zusammengetan hat, sind durch die Bank keine Unbekannten in der AOR / Melodic Rock Szene. Sänger Ulrick Lönnqvist hat als Songwriter für Bad Habit, Amaranthe oder Creye gearbeitet. Drummer Daniel Flores ist von Find Me und Murder Of My Sweet bekannt. Lead Gitarrist Oskar Bromvall (Palace, Erika), Gitarrist Morgan Jensen (Swedish Erotica), Bassist Michael Palace (Palace) und Keyboarder Kaspar Dahlqvist (Shadowquest) vervollständigen das Ganze.

Man ahnt es mit Sicherheit bereits, dass CODE RED auf „Incendiary“ sich ganz dem 80er AOR widmen, es ist aber auch keine Überraschung, denn die Schweden haben den Melodic Rock anscheinend alle mit der Muttermilch aufgesogen. Wie will man sonst den Umstand erklären, dass die Einwohner von Ikea Land alle wissen wie man diese Art von Musik spielt und das so viele erstklassige Melodic Rock Scheiben in den letzten Jahrzehnten aus Schweden erschienen sind.

Songs wie „Lift Me Up“, „My Hollywood Ending“, dass grandiose „Saving Grace“, „Like I Remember You“ oder der Opener „I Won´t Be Your Hero“, um nur einige zu nennen, strotzen nur so vor grandiosen Melodien, Keyboardkaskaden und bärenstarken Gesang. Die Produktion von Daniel Flores ist absolut erstklassig und rundet diese AOR Perle perfekt ab. Durch das CD Artwork von Alien Bassist Ken Sandin schließt sich der schwedische Kreis dann auch endgültig.

Jeder Melodic Rock Fan sollte diese Werk sein eigen nennen, denn eine vernünftige AOR CD Sammlung ist ohne CODE RED mit Sicherheit nicht vollständig!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. I Won´t Be Your Hero
02. Heat Of The Night
03. Lift Me Up
04. My Hollywood Ending
05. Saving Grace
06. Eternal Pretender
07. Like I Remember You
08. Forever And A Day
09. Returning The Flame
10. Are You Leaving Now

Heiko Füchsel

NEWMAN – Aerial

Band: Newman
Album: Aerial
Spielzeit: 55:45 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.newmansound.com

1997 erschien das erste Album des britischen Multi Instrumentalisten und Sängers STEVE NEWMAN, der gleichzeitig auch Namensgeber ist. Passend zum 20 jährigen Bandjubiläums erscheint mit „Aerial“ dieser Tage der elfte Longplayer von Newman, der wie man es gewohnt ist, hochwertige Melodic Rock Kost liefert. Das Mastering von „Aerial“ lag dabei in den Händen von Harem Scarem Frontmann Harry Hess, der dem Silberling einen druckvollen Sound verpasst hat, ohne allerdings zu weichgespült zu sein.

Mit dem wuchtigen Opener „Fear Of Flying“, bei dem Mark Thompson – Smith Herrn Newman an den Vocals unterstützt, gelingt ein erstklassiger Start. Das folgende „Don´t Wake The Lion“ glänzt mit straight nach vorne gehenden Gitarren und bestätigt den Eindruck, dass es hier Soundtechnisch nicht zu glatt poliert zu Werke geht. Natürlich fehlen die klassischen AOR Elemente auch diesmal nicht und Songs wie der mit perlenden Keyboards unterlegte Groover „Can´t Stop Loving You“, der Melodic Rock Schunkler „Vertigo“ oder das ultra eingängige „Always Strangers“ laufen erstklassig in die Gehörgänge und verbreiten gute Laune.

Desweiteren möchte ich euch noch den extrem schmissigen Fast Titelsong „Hot Tonight (Aerial“), den fast schon Journey-esquen AOR Smasher „I Am Your Man“ oder die beiden das Album abschließenden Melodic Rocker „Still Bleeding“ und „You Don´t Know Me“, ans Herz legen.

Da alle Songs qualitativ auf einem hohen Level agieren, kann man STEVE NEWMAN und seiner Truppe attestieren, dass sie zum bereits erwähnten Jubiläum ein erstklassigen Langdreher abgeliefert haben, der alle Fans der Zielgruppe AOR / Melodic Rock begeistern dürfte.

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Fear Of Flying
02. Don´t Wake The Lion
03. Can´t Stop Loving You
04. Life To Remember
05. High Tonight (Aerial)
06. Vertigo (Leap of Faith)
07. Two Sides
08. I Am Your Man
09. Always Strangers
10. Nothing Left
11. Still Bleeding
12. You Don´t Know Me

Heiko Füchsel

STAN BUSH – Change the World

Band: Stan Bush
Album: Change The World
Spielzeit: 41:51 Minuten
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: L.A. Records / Cargo Records
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.stanbush.com

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Begegnung mit STAN BUSH. 1987 spielte er auf seiner Tournee im damals angesagtesten Rock Schuppen Osnabrücks, dem Subway (Gibt es nicht mehr) vor sage und schreibe 30 Leuten. STAN BUSH und seine Jungs servierten trotzdem das volle Programm und das mit einer Spielfreude, als wenn 5000 Zuschauer vor Ort gewesen wären. In der angrenzenden Kneipe spielten die Jungs anschließend mit den Fans und dem Personal (dem ich als Thekenkraft damals angehörte) bis in die frühen Morgenstunden Tischkicker und vernichteten einige Bierchen.

Wie immer, wenn ein neues Album von STAN BUSH zur Veröffentlichung ansteht, macht sich nicht nur bei mir, sondern auch in der Melodic Rock Szene große Vorfreude breit. Ich gehe aber mal davon aus, sobald „Change The World“ erhältlich ist, wird dieses Gefühl in Euphorie umschlagen, denn mit seinem 13ten Longplayer hat STAN BUSH eines seiner stärksten Werke in seiner inzwischen fast 35 jährigen Laufbahn am Start.

Wobei man allerdings sagen muss, dass mit den Movie Hits „Never Surrender“ aus den Bloodsport Filmen mit J.C. Van Damme, „The Touch“ und „Dare“ aus der „Transformers“ Animation Serie auch drei bereits bekannte Songs in Neueinspielungen auf „Change The World“ vertreten sind. Die restlichen 8 Stücke sind jedoch allesamt brandneu und atmen alle den Spirit der goldenen Achtziger Jahre, als Bands wie Journey, Survivor, Foreigner oder Boston den AOR und Melodic Rock Salonfähig gemacht haben und die Charts im Sturm eroberten. Das Material klingt deswegen aber keineswegs altbacken, sondern ist immer auf Augenhöhe mit den aktuellen Veröffentlichungen.

Der Titeltrack und gleichzeitige Opener kommt mit Gitarren und Keyborad Intro gleich sehr druckvoll ums Eck und zeigt deutlich das STAN BUSH nichts verlernt hat. Er hat immer noch ein Händchen für erstklassige Melodien. So etwas nennt man einen Grandiosen Start! Beim folgenden „Warrior“ hat man das Gefühl in einer Zeitmaschine zu sitzen, denn der Titel hätte sich mit seinem stampfenden Groove sehr gut in den Filmen der oben genannten belgischen Kampfsport Legende gemacht. Mit „The Story Of Love“ und „The Other Side Of Love“ hat STAN BUSH zwei klassische Rock Balladen an Bord, die seinen Klassikern wie „Love Don´t Lie“, welches House Of Lords zum Hit gemacht haben, in Nichts nachstehen.

Die restlichen neuen Tracks können dies Level locker halten, wodurch „Change The World“ ein absolutes Must Have für alle Freunde von Keyboardlastigen Melodic Rock a la Giuffria, House Of Lords oder eben dem Meister himself STAN BUSH ist!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Change The World
02. Warrior
03. Born To Win
04. Never Surrender
05. The Story Of Love
06. Live Your Dream
07. Break These Chains
08. The Other Side Of Love
09. Dare
10. The Touch
11. The Secret

Heiko Füchsel