WICKED – Go Rebel

Trackliste:

01. Teen Riot
02. Reaper Calls
03. Sunflower
04. Red Hot
05. Obsession
06. Go Rebel
07. Cool Bars
08. Strikes Like Lightning
09. Bones
10. Tonight, Maybe
11. Who Do You Love
12. Taking You Back
13. Till You´re In Love

Spielzeit: 50:02 min. – Genre: Hardrock, Sleaze Metal, Glam Rock – Label: Cargo Records – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.wickedrocknrollofficial.com

 

Die Amis kommen! So tönt es aus einem kürzlich veröffentlichten Vllog der Hardrocker WICKED. Denn pünktlich zum Release des neuen Albums „Go Rebel“ geht die Band zusammen mit KINGS OF THRASH auf eine UK/Irland Tour. „Wild In The Isles“ ist das Motto dabei. Warum im Info zum neuen Album erwähnt wird, dass „Go Rebel“ erst das zweite Album der Band ist, erscheint ziemlich kurios. Immerhin geht die erste Veröffentlichung bis ins Jahr 2014 zurück und spätestens seit dem 2018 erschienenen Album „Rock´n Roll“ kann man auch nicht mehr von Demos sprechen. Somit wäre „Go Rebel“ also bereits der fünfte Longplayer. Egal.

Ehrlicherweise hatte ich die Jungs stilistisch auch anders in Erinnerung, denn ursprünglich machte das Quartett ziemlich wilden Glam Rock und schwenkt jetzt anscheinend etwas in die modernere Richtung. Die Songs auf dem aktuellen Dreher klingen teilweise nach Bands wie SIMPLE PLAN oder BLINK 182. Optisch ist alles gleich geblieben, hier sind vier blonde Amis die mit ihrem Style definitiv in der glorreichen Vergangenheit irgendwo zwischen T-REX, THE SWEET und der großen Sleaze-Szene der Achtziger gefangen sind.

Mit jeder Menge Punk und Power Pop prescht das eröffnende „Teen Riot“ vor. Coole Nummer. „Reaper Calls“ ist weitaus melodiöser, hat aber auch den moderneren Touch. „Sunflower“ könnte aus einem American Pie Film stammen. Etwas mehr Power Pop hat „Red Hot“ zu bieten. Anspieltipps wären im weiteren Verlauf „Obsession“, der Titeltrack „Go Rebel“, „Bones“ oder die tolle Ballade „Till You´re In Love“. „Taking You Back“ hat eindeutige Anleihen von THIN LIZZY und „Cool Bars“ ist ebenfalls eine lässige Nummer.

WICKED sind beileibe keine neue Band, seit über zehn Jahren treiben sie ihr Unwesen im amerikanischen Underground. Mit „Go Rebel“ haben die Jungs ein durchaus solides Album abgeliefert das neue Wege einschlägt.

Stefan

MAD MAX – Stories Of Destiny

Trackliste:

01. Silver
02. Weapons Of Love
03. Keep You Alive
04. Far Behind
05. Piece Of Candy (2026 Version)
06. ‚Til The End Of Time
07. Bullet
08. Mad Gone Blind
09. She Was Mine
10. Wings Of Freedom
11. Dulces Falsos (Piece Of Mind Spanish Version)

Spielzeit: 45:25 min – Genre: Hardrock / Heavy Metal – Label: ROAR! – VÖ: 04.09.2026 – Page: www.madmax-germany.com

 

Passend zum 45 jährigen Band Jubiläum erscheint mit „Stories Of Destiny“ ein neues Album, der 1981 von Gitarrist Juergen Breforth in Münster gegründeten Band Mad Max. Mit dem neuen, aus England stammenden Sänger Alan Clark, den Szene Experten von Change Of Heart und Dark Heart kennen werden, wird ein neues Kapitel in der Mad Max History aufgeschlagen. Allerdings ist der neue Longplayer auch gleichzeitig ein Rückblick auf die Vergangenheit Juergen Breforth’s als Songschreiber und die Songs, die er über die letzten Jahrzehnte mit Leuten wie Andreas Bruhn (Sisters Of Mercy), David Readman (Pink Cream 69) oder Sascha Gerstner (Helloween) zusammen komponiert hat und die Neu Interpretationen der Songs im typischen Mad Max Soundgewand fügen sich wunderbar in die inzwischen 17 Studioalben umfassende Diskografie ein.

Ein weiterer Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist die Neufassung des Bandklassikers „Piece Of Candy“, vom ersten Mad Max Album, auf der Alan Clark und der erste Mad Max Sänger Andreas Baesler zusammen einfach stark Performen. Sehr geil.

Das Mad Max in Latein Amerika schwer angesagt sind und dort eine große Fan Base haben, ist ja ein offenes Geheimnis, denn letztes Jahr wurde Mad Max die große Ehre zu Teil, dass der angesehene mexikanische Künstler Arturo Said die Geschichte der Band von 1981 bis zu den Konzerten 2023 erzählt und gezeichnet hat. Auszüge aus diesem Comic findet Ihr in dem Booklet des neuen Silberlings. Aus diesem Anlass hat Original Sänger Andreas Baesler, der viele Jahre in Kuba gelebt hat, einen spanischen Text für „Piece Of Candy“ geschrieben und den Song, der jetzt auf den Namen „Dulces Falsos“ als Schmankerl für die Fans dort, auch eingesungen.

Daneben gibt es mit „Weapons Of Love“ und ‚Til The End Of Time“ noch zwei bisher komplett unveröffentlichte Songs aus dem Jahr 1991. Als weitere Highlights möchte ich die melodischen Tracks „Silver“, „Far Behind“, dass harte „Keep You Alive“ woran Sascha Gerstner von Helloween beteiligt war und die Mega Ballade „Wings Of Freedom“ nennen. Neu Frontmann Alan Clark, der auf „Stories Of Destiny“ einen tollen Job macht, hat mit dem flott groovenden „Bullets“ ebenfalls einen Song am Start.

Als Fazit bleibt nur zu sagen, dass Mad Max wie gewohnt erstklassig abgeliefert haben. „Stories Of Destiny“ ist ein rundum gelungener Jubiläums Longplayer, der die Vergangenheit mit der Gegenwart wunderbar verbindet und es so zu etwas Besonderem macht. Mad Max 2026 sind immer noch eine Macht und klingen auch Dank der Top Produktion von Rolf Munkes Frisch, Vital und gehören nicht ohne Grund seit 45 Jahren als fester Bestandteil zur deutschen Hardrock Geschichte. Ich hoffe das Sie in den nächsten Jahren noch weitere solch starke Kapitel ihrer Story hinzufügen.

Heiko Füchsel

 

SHA-BOOM – Another Nail In The Coffin

Trackliste:

01. Never Stop
02. Another Nail In The Coffin
03. Walk (Far Away)
04. The Sun, The Moon, The Stars
05. Let´s Go (88)
06. Out Of Control
07. Farewell, Goodbye
08. Back On The Streets
09. A Million Miles Away
10. One More Drink For The Road (feat. Linnea Vikstrom)
11. Emergency

Spielzeit: 35:40 min. – Genre: Hardrock – Label: Silver Lining Music – VÖ: 28.08.2026 – Page: www.facebook.com/officialshaboom

 

Erinnert sich noch jemand an die schwedischen Pop-Rocker von SHA-BOOM? Mit Hits wie „Let´s Party“, „R.O.C.K.“, „Werewolf“ oder „The Wild Ones“ schrammten sie immer nah an der Kitschgrenze entlang, gewannen damit aber die Herzen der Rockfans auf der ganzen Welt. Ihre Songs liefen auch in den Rock-Discotheken hierzulande und wirken heute wie ein Relikt aus alten Tagen. Ein Blick in die Song-Credits entpuppt sich als durchaus als interessant. Immerhin hatten Leute wie Ole Evenrude (EVENRUDE, SWEDISH EROTICA etc.), Trond Holter (später WIG WAM), Torstein Flakne (STAGE DOLLS) und sogar Per Gessle (ROXETTE) ihre Hände im Spiel.

Umso erfreulicher dass Dag Finn jetzt wieder aktiv ist und mit einem komplett neuen Album aufwarten kann. Nun muss man aber wissen, dass außer dem Sänger kein Musiker aus alten Tagen mehr vertreten ist. Viel mehr ist ein Großteil zusammen mit ECLIPSE Mastermind Erik Martensson entstanden, der auch Songwritingpartner war, sowohl Gitarre und Bass eingespielt hat und natürlich als Produzent fungiert und die Platte gemischt hat. Außerdem hat er sich als riesengroßer Fan der Band geoutet. An den Drums saß Thomas Broman (u.a. ELECTRIC BOYS) und an den Keyboards stand Jonas Ökjvall. Zur Live-Band zählt u.a. Gitarrist Stevie „Sex Toy“ Teaze von den SUICIDE BOMBERS. Der erste Live-Gig auf dem Sweden Rock Festival war sensationell.

Der Opener „Never Stop“ warf seine Schatten weit voraus, das Stück wurde als erste Single veröffentlicht. Und es ist ein verdammter Hit. Zwar erinnert der Song frappierend an die Stammband Martensson´s – aber auch da wäre das eine Pflichtnummer auf jedem Live Konzert. Der darauf folgende Titeltrack ist ein gut gelaunter Rock´n Roll Song, und so ganz anders gestrickt ist. Das macht einfach Spaß. Vielleicht war es ein kleiner Fehler, als zweite Single „Walk (Far Away)“ auszukoppeln. Zu ähnlich ist das Teil zum Opener. Das ruhigere „The Sun, The Moon, The Stars“ kann da schon besser punkten. Gut gelaunt geht es mit „Let´s Go (88)“ weiter. So will man SHA-BOOM hören! In die gleiche Kerbe schlagen „Farewell, Goodbye“ oder „One More Drink For The Road“, ein cooles Duett mit THUNDERMOTHER´s aktueller Sängerin Linnea Vikström, der Tochter von Anders Vikström (CANDLEMASS) – einem langjährigen Weggefährten von Dag Finn.

Beleuchtet man die Hintergründe etwas mehr, könnte man das neue Album von SHA-BOOM als Projekt verteufeln, das am Reißbrett entstanden ist. ABER: dafür sind die Songs zu gut, das Feuer der beteiligten Musiker brennt zu heiß und es ist zu viel Herzblut in diese elf Songs geflossen. Man kann zu SHA-BOOM stehen wie man will, „Another Nail In The Coffin“ ist mit den ersten beiden Platten nur bedingt zu vergleichen. Und doch blitzt diese unglaubliche Versiertheit durch – Melodien zu erschaffen, die sich für immer in Deinen Kopf hämmern. Alleine dafür muss man diese Platte feiern!

Stefan

 

VOLTAGE ARC – Fire

Trackliste:

01. Hard Way
02. Hangman
03. That Night
04. Fire
05. Let´s Rock
06. Higher
07. Blood
08. Dirty Dirty
09. Way Back Home
10. Finally Free
11. Shot
12. Dompanine
13. Life Lover

Spielzeit: 53:46 min. – Genre: Hardrock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 29.08.2026 – Page: https://voltagearc.com

 

Wenn man an Hardrock aus der Schweiz denkt, kommen einem zuerst die „typischen“ Vertreter des Riff Rocks in den Sinn. Ikonen wie KROKUS, GOTTHARD und CHINA oder „neuere“ Bands wie SHAKRA – ok, die sind auch schon 30 Jahre im Geschäft, die Zeit verfliegt – sind wohl Namen, die als erstes fallen werden. Meine Lieblinge von MUD SLICK natürlich nicht zu vergessen. Aber die Nachwuchsszene in unserem Nachbarland schläft nicht und bringt immer wieder coole neue Kapellen hervor. Das Debüt von FIGHTER V ist so ein Beispiel oder die BLACK DIAMONDS. Und es gibt VOLTAGE ARC

Anfang der neuen Zwanziger Jahre kam ihre erste EP „Rebels“ auf den Markt. Nur ein Jahr später das erste Langspielalbum „In Your Face“. Seitdem gibt es im 2-Jahresabstand eine neue Platte. 2024 kamen sie mit „Sextasy“ um die Ecke und jetzt steht bereits die dritte Platte „Fire“ an. Von einem Newcomer kann man hier eigentlich nicht mehr sprechen. Und doch arbeiten Toni Hörner (vocals), Merlin Eichenberger (guitars), Moritz Hörner (bass) und Timon Forrer (drums) immer noch fleißig an ihrer Reichweite. Ob das mit dem neuen Album klappen kann, werden wir jetzt herausfinden:

Der Start ist mit „Hard Way“ schon einmal gelungen. Gutes Riffing, coole Melodien, jede Menge Energie. Gleiches gilt für „Hangman“. „That Night“ ist ungleich softer, hat einen ganz anderen Ansatz und klingt mit seinen zuckersüße Melodien schon fast wie ein Popsong. Mutig, aber gewöhnungsbedürftig. Der folgende Titeltrack bringt die Jungs wieder zurück auf den richtigen Weg. Das langsamere „Higher“ ist eine grandiose Power Ballade mit jeder Menge Emotion – geil! Außerdem solltet Ihr in „Way Back Home“ und „Finally Free“ und „Life Lover“ reinhören.

Eines muss leider gesagt werden: „Fire“ ist zu lang – bei dreizehn Songs gibt es doch zu viel Ähnlichkeit und es wird hier und da geskippt. Ansonsten bringen VOLTAGE ARC mit ihrem neuen Werk jede Menge energiegeladenen, klassischen Hardrock und es ist durchaus eine Entwicklung zu „Sextasy“ spürbar. Der Underground in der Schweiz ist also auch in 2026 putzmunter.

Stefan

REBELS OPERA – Call Of The Night

Trackliste:

01. Love Like A Live Wire
02. Smile Now Cry Later
03. Didn´t Wanna Write This Song
04. Gotta Let Me Know
05. The Drifter
06. Call Of The Night
07. Surfing With The Angels
08. She´s So Rock´n Roll (feat. Brian Forsythe)
09. Down With The City
10. Dream, Dreamer

 

Spielzeit: 33:02 min. – Genre: Hardrock – Label: RFL Entertainment – VÖ: 19.08.2026 – Page: www.rebelsopera.com

 

Um die eigene Karriere als junge Band anzukurbeln ist etwas Schützenhilfe von etablierten Musikern immer von Vorteil. So funktioniert das Business im Optimalfall auch. Für REBELS OPERA aus Nashville ist dieser Rückenwind ein gewisser TUK SMITH, der mit seiner Band THE RESTLESS HEARTS und vormals mit THE BITERS zu Werke ging. Geht TUK SMITH in seinen Bands ziemlich in die Siebziger-Richtung, fahren REBELS OPERA das volle Achtziger-Brett. Irgendwo zwischen KIX, DEF LEPPARD und CINDERELLA fühlen sich Bandgründer Paul Klein (bass), die Brüder Tate (vocals) und Clint Richardson (guitars) sowie Grady Steel (drums) am wohlsten.

TUK SMITH war es auch, der den Jungs die erste Single spendiert hat. Denn „Smile Now Cry Later“ stammt aus seiner Feder und stellte für REBELS OPERA den Startschuss dar. Das ist knapp ein Jahr her. Für das jetzt vorliegende Debütalbum „Call Of The Night“ hat das Quartett zusammen mit Mentor und gleichzeitig Produzent neun weitere Nummern verfasst. Den Anfang macht das treibende „Love Like A Live Wire“, danach das bereits erwähnte Riffmonster „Smile Now Cry Later“. KIX at it´s best könnte man so sagen. „Didn´t Wanna Write This Song“ ist eine Art Power-Ballade während „Gotta Let Me Know“ voll vor den Latz knallt. Eine Midtempo-Nummer mit dreckigem Riffing – der wuchtige Sound von Anthony Focx (Ex-BEAUTIFUL CREATURES) tut sein übriges. „The Drifter“ ist mit seinen viereinhalb Minuten der weitaus längste Song auf dem Album, die Amis bevorzugen es kurz und knackig.

Der Titeltrack wurde ebenfalls als Single vorab veröffentlicht, ein weiterer griffiger Riff-Rock-Song. Das lockere „Surfing With The Angels“ ebnet den Weg für „She´s So Rock´n Roll“. Eine Nummer, die so klingt wie sie heißt – und mit einer Gast-Performance von Gitarrist Brian Forsythe (KIX) glänzen kann. Forsythe hat dem Stück ein grandioses Solo gegeben. „Down With The City“ gibt noch ein letztes Mal Gummi bevor „Dream, Dreamer“ dieses Album in bester RATT-Manier beschließt.

Mit REBELS OPERA steht eine weitere junge Hardrock Band in den Startlöchern, die es definitiv wissen will. Ihr erstes Album „Call Of The Night“ hat alles was guter Achtziger-Arena-Rock haben muss. Gute Songs, guter Sound, gute Attitüde und ist einer der Geheimtipps, die man antesten sollte wenn man auf klassischen Achtziger Hardrock steht.

Stefan

 

SPEED STROKE – Damage Control

Trackliste:

01. Glorious Breakdown
02. Heart Of The City
03. Damage Control
04. State Of Shock
05. Italian Coglione
06. In Flames
07. Blessed By Misery
08. All For The Weak End
09. Walls
10. Chain Reaction

 

Spielzeit: 39:37 min. – Genre: Hardrock – Label: Scarlet Records – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.speed-stroke.com

 

Die italienischen Chaoten von SPEED STROKE sind wieder da! Mit ihrem mittlerweile vierten Longplayer „Damage Control“, der satte sechs Jahre auf sich warten ließ. Die Abstände zwischen den Alben werden also immer länger, die Platten aber auch immer ambitionierter und mit dem neuen Dreher haben die Jungs um Sänger Giacomo Corzani ihr wohl bestes Werk am Start. Irgendwo zwischen Street Metal und Sleaze´n Glam gibt es zehn neue Songs auf die Lauscher. Inzwischen konnte man bei Scarlet Records unterkommen, was auch bedeutet dass jedes Album bei einem anderen Label erschien.

Wenn man im Beipackzettel davon spricht, dass diese Platte für Fans von H.E.A.T., BACKYARD BABIES, HARDCORE SUPERSTAR, CRASHDIET, W.A.S.P., D.A.D. oder SKID ROW sein soll, hat man damit den Nagel voll auf den Kopf getroffen. Manchmal sind die Vergleiche der Promotionagenturen ja etwas weit hergeholt, hier ist wirklich das Gegenteil der Fall – die Marschrichtung ist also glasklar, auch für Menschen die die Band vielleicht bisher nicht kannten.

Mit „Glorious Breakdown“ starten die Italiener äußerst schwungvoll und haben mit dem Opener gleich das erste hochenergetische Highlight parat. Etwas gediegener geht es bei „Heart Of The City“ zu. „Damage Control“ schlägt in die Kerbe des Eröffnungstracks und hat tatsächlich einige CRASHDIET-Gedächtnis-Chöre an Bord. Nach einem weiteren Volle-Pulle-Song („State Of Shock“) packen die Jungs ihren bekannten Humor aus: „Italian Coglione“ ist nicht nur ein Stück das musikalisch Laune macht sondern sorgt mit seinem Augenzwinkern im Text (Coglione heißt übersetzt Idiot) für Spaß. Bei „In Flames“ zeigen SPEED STROKE ihre melodische Seite und bei „Blessed By Misery“ nehmen sie sogar noch mehr Tempo raus. Eines der variabelsten Stücke der Band. „All For The Weak End“ glänzt mit großen Chören, passend zum Songtitel.

„Damage Control“ strotzt nur so vor Spielfreude, vor Energie und guten Songs. Das hat man alles schon mal gehört, den Spaß an diesem Album schmälert dieser Umstand aber absolut nicht. Wie eingangs erwähnt stehen SPEED STROKE hier mit ihrem bisher besten Album im Gepäck (auch was den Sound angeht), das sich Fans der oben erwähnten Kapellen gut und gerne reinziehen sollten.

Stefan

ZAN/CODY – Beautiful´n Damned

Trackliste:

01. Sever
02. I Am The Shit
03. Ride Or Die
04. Suffer City
05. She Walks With Violence
06. Damn
07. Let´s Be Heroes
08. Beautiful´n Damned
09. Bad Bad Man
10. Tear It All Down

 

Spielzeit: 41:01 min. – Genre: Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 24.07.2026 – Page: www.facebook.com/profile.php?id=61582321920201

 

Als am 12. September 1989 das erste Album der schwedischen Hardrocker SHOTGUN MESSIAH auf den Markt kam, hatte die Band um Gitarrist Harry Cody und Bassist Tim Sköld bereits zwei Namenswechsel hinter sich. Anfang der Achtziger als SHYLOCK gegründet segelte man ab 1984 unter dem Banner KINGPIN. Ihr Album „Welcome To Bop City“ wurde bereits von Ex-EASY ACTION Sänger Zinny J. Zan eingesungen, der während der Aufnahmen zur Band stieß und Jukka Knox ersetzte. Als die Band einen Plattendeal mit Relativity Records an Land ziehen konnte, änderte man ein weiteres Mal den Namen in SHOTGUN MESSIAH und das Album wurde komplett neu remixed. Mit mehr Schmackes, mehr Attitüde und weniger buntem Achtziger-Flair hatten die gleichen Songs auf einmal noch mehr Potential. Songs wie „Shout It Out“, „Don´t Care About Nothing“ oder „Squeezin´ Teazin´“ sind bis heute unvergessen.

Kurz darauf drehte sich das Besetzungskarussell erneut, Zan ging von Bord, fortan übernahm Bassist Sköld den Gesang. Das nicht weniger intensive Zweitwerk „Second Coming“ wurde 1991 veröffentlicht. Ein drittes Album mit Namen „Violent New Breed“ war der verzweifelte Versuch, sich den neuen Trends anzubiedern. Es wurde 1993 released, die Band löste sich bezeichnenderweise noch im gleichen Jahr auf.

Warum erzähle ich Euch das alles? Ganz einfach, weil sich die beiden alten SHOTGUN MESSIAH Recken Zinny J. Zan und Harry Cody für ein gemeinsames Projekt zusammengefunden haben. Chris Laney an den Reglern wusste genau wie eine solche Platte klingen muss. Die Gitarrenarbeit von Harry Cody ist noch genau so messerscharf, dreckig und einzigartig, Zinny J. Zan´s Gesang ähnlich gehalten wie zu den glorreichen Zeiten.

Und mit „Damn“ hat man gleich einen Song als erste Single auserkoren, der richtig fett um die Ecke ballert. Das Interesse war sofort geweckt. Aber was kann das restliche Album? Mit „Sever“ eröffnen die Schweden die Platte wie schon damals mit einem Paukenschlag. Der Opener klingt modern, hart und hat einige Trademarks von damals perfekt eingeflochten. Noch besser kommt das alles bei „I Am The Shit“ zur Geltung. „Ride Or Die“ ist da schon mehr klassicher Hardrock, wie ihn seinerzeit auch SHOTGUN MESSIAH zu zocken wussten. Das schleppende „Suffer City“ spannt die Melodiebögen weit bevor mit „She Walks With Violence“ ein Song ansteht, der auf den ersten Moment nicht so reinläuft. Nach besagtem Highlight „Damn“ fällt das Material etwas ab. „Tear It All Down“ schafft aber doch ein versöhnliches Ende.

Mit „Beautiful´n Damned“ haben zwei vergessene Helden der schwedischen Hardrockszene ein formidables Album aus dem Hut gezaubert. Angelehnt an die eigene Vergangenheit lebt die Platte dennoch in der Gegenwart. Schon damals war ein Harry Cody ein Musiker der gestalten und neues erschaffen wollte und nicht nur die Verherrlichung der eigenen Einflüsse zur Schau getragen hat. Das ist auch heute noch so. SHOTGUN MESSIAH wurden seinerzeit von vielen sträflich übersehen – sehr schade, die Band hätte mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Bleibt zu hoffen, dass sich das mit ZAN/CODY ändert.

Stefan

 

GUNSHINE – Grand Rising

Trackliste:

01. Grand Rising
02. Finite
03. Goth Girl
04. Single Looks Good On You
05. My Oh Miley
06. Mystery
07. Man Down
08. Leave The Light On
09. I Know You Love Me
10. Capt´n Save A Hoe
11. Shark Lounge (feat. Mike Starr)
12. Valentine
13. Table Dancing

Spielzeit: ? min. – Genre: Hardrock, Modern Metal – Label: vnclm_ – VÖ: 24.07.2026 – Page: www.gunshineband.com

 

Wenn sich in der Musikwelt da draußen dieser Tage eine neue Band formiert, dann geht sie entweder in die moderne Richtung oder fährt auf der Retroschiene und eifert ihren Idolen nach. Kaum eine neue Combo traut sich, sich zwischen alle Stühle zu setzen.

GUNSHINE aus Pensacola, Florida sind da eine Ausnahme. Joe Elliott (DEF LEPPARD) vergleicht ihre Energie mit den frühen GUNS´N ROSES oder BUCKCHERRY. Dabei haben die Gunners auf den ersten Blick so rein gar nichts mit der Musik von GUNSHINE zu tun. Auf den ersten Blick wohlgemerkt. Bands wie BUCKCHERRY oder die alternativen Momente von HARDCORE SUPERSTAR (zu Zeiten von „Hardcore Superstar“) z.B. schon eher. Gewürzt mit einer Prise neuerer VOLBEAT und aktueller NICKELBACK. Im Grunde aber machen Austin Ingermann (guitars), Jordan Benson (vocals), Jake Tripp (bass) und Tommy Salzburg (drums) aber einfach zeitlosen Hardrock mit moderner, wuchtiger Produktion. Immer darauf gepolt, die Melodien in die Gehörgänge zu fräsen und somit für immer in selbigen zu bleiben.

Das haben die Amis mit ihrem 2022 Debüt, das den Namen der Band trägt, bereits hinlänglich bewiesen. Mit Songs wie „Daylight“ oder „Feel Alright“ konnten GUNSHINE erste Erfolge feiern. 2023 schob man die EP „Checkmate“ nach. Danach folgten einige lose Singles. Jetzt sind sie zurück um mit „Grand Rising“ gehörig nachzulegen – mit mächtig Bums! Kurios dabei ist der physikalische Release, der bereits ein viertel Jahr vor dem jetzt anstehenden digitalen Release vollzogen wurde. Das heißt, man konnte CD oder Vinyl bereits im April kaufen und erst jetzt kommt das Album auf alle Streaming Plattformen und als mp.3 zu kaufen. Auch damit haben die Jungs ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Natürlich steht das Teil als Doppel-Vinyl in schickem Gold hier im Regal. Nun aber endlich zu den Songs, ganzen 13 an der Zahl:

Anspieltipps gibt es zu Hauf: angefangen vom eröffnenden Titeltrack über das harte „Finite“, „Shark Lounge“ feat. STEEL PANTHER´s Michael Starr, dem treibenden „My Oh Miley“, dem sich sexy windenden „Capt´n Save A Hoe“ oder langsameren Stücken wie „Man Down“ bzw. „Valentine“. Die Krone setzen sich GUNSHINE aber mit dem Hit „Goth Girl“ oder dem umwerfend melodiösen „Single Looks Good On You“ auf. Zum Abschluss gibt es mit dem überlangen „Table Dancing noch eine ganz andere Seite der Band zu entdecken. Mit jeder Menge Swing und hartem Rock zelebrieren die Amis in diesem Song satte acht Minuten auf höchstem Niveau alles, was das Genre hergibt. Auch Kreationen wie „I Know You Love Me“, das ordentlich an die BEATLES erinnert, haben GUNSHINE einen Aha-Effekt parat.

Ihr findet ein Album mit 13 Songs viel zu lang? Nicht wenn es sich um derart abwechslungsreiche Kost wie GUNSHINE´s „Grand Rising“ handelt. Mit jeder Menge Spaß in den Backen und enormer Variabilität, Spielfreude und Energie hat das Quartett ein wahrlich außergewöhnliches Album aufgenommen, das keine Schubladen kennt und einfach mega gut ist.

Stefan

THE DEVIL WEARS NADA – In Lust We Thrust

Trackliste:

01. 96.2 FM-Postalgia Radio Broadcast
02. Brat With A Baseball Bat
03. Last Forever
04. Misery Is You
05. In Lust We Thrust
06. Elephant In The Room
07. Victoria
08. Dead Breakfast
09. Shotgun Wedding
10. Wednesday
11. Ms. Black Widow

Spielzeit: 37:54 min. – Genre: Hardrock, AOR – Label: Eonian Records – VÖ: 10.07.2026 – Page: www.facebook.com/profile.php?id=61551681044187

 

Dass Schweden ein äußerst fruchbarer Boden für Rock und Metal aller Spielarten ist, ist hinlänglich bekannt. Dass die kleine Stadt Falköping mit NESTOR eine sehr erfolgreiche Hardrockband der Neuzeit hervorbringen konnte, ebenso. Aber damit nicht genug, denn in dieser gerade 17000 Einwohner zählenden Gemeinde tummeln sich noch einige Bands mehr. In den Neunzigern wurden die Black- und Death Metal Heroes SACRAMENTUM dort gegründet und jetzt schickt sich mit THE DEVIL WEARS NADA eine weitere Formation aus Falköping an, die Welt des Rock´n Roll zu erobern. Musikalisch gar nicht so weit von NESTOR entfernt nehmen Linus Johansson (vocals), Henrik Westergren (guitars), Fredrik Svensson (bass) und Ludvig Alfven (drums) auch Elemente von Bands wie REMEDY auf und liefern die ein oder andere Reminiszenz an die Megaseller GHOST.

Mit „In Lust We Thrust“ liefern die Schweden binnen eines Jahres bereits ihr zweites Langspielalbum ab. Naja, so ganz richtig ist das zwar nicht, immerhin wurde „Postalgia“ bereits 2022 und 2023 aufgenommen und unter dem alten Bandnamen ADECENCE veröffentlicht. Eonian Records hat das Album 2025 lediglich mit zwei Bonustracks (darunter eine Coverversion von NESTOR´s „1989“) neu aufgelegt. Bleibt noch die kurze Diskussion über den Wechsel zu einem Bandnamen, der zwar eine Menge Wortwitz enthält aber dennoch die Frage aufwirft, ob man damit auf Dauer glücklich wird?! Naja, die Schweden sind nicht so stocksteif wie wir Deutschen – das habe ich kürzlich erst auf dem Sweden Rock Festival festgestellt, damit schließen wir dieses Thema auch gleich wieder und widmen uns endlich der Musik.

„In Lust We Thrust“ startet mit einem Intro, das treffender nicht bezeichnet hätte werden können. Mit „Brat With A Baseball Bat“ steigen die Schweden voller Energie und Wortwitz in ihr zweites Album ein. „Last Forever“ ist eine Mischung aus NESTOR und GHOST und geht echt gut ins Ohr. „Misery Is You“ knüpft nahtlos daran an. Bisher also eine richtig gelungene Sache. Dem steht der Titeltrack in nichts nach – ein äußerst gelungener Stampfer. Die Kollegen von REMEDY haben bei „Elephant In The Room“ definitiv Pate gestanden. Ein eiterer Anspieltipps wäre„Victoria“, danach geht den Schweden etwas die Luft aus.

THE DEVIL WEARS NADA liefern mit „In Lust We Thrust“ ein Album in bester Scandi-Rock Manier ab. Der Vierer darf dabei gerne noch etwas mehr Eigenständigkeit an den Tag legen aber die Songs beißen sich in den Gehörgängen fest. Für Genrefans also durchaus lohnenswert.

Stefan

THE CRUEL INTENTIONS – All Hail Hypocrisy

Trackliste:

01. Beating In My Chest
02. Living Out Of Line
03. All Hail Hypocrisy
04. Triple Threat
05. Wasteland
06. When Eden Burns
07. Pseudo Genius
08. Bad Addiction
09. Porridge Head
10. Whatcha Gonna Do
11. Cashed Out

Spielzeit: 33:21 min. – Genre: Hardrock, Sleaze Metal – Label: Indie Recordings – VÖ: 29.05.2026 – Page: www.facebook.com/thecruelintentions

 

Dieser Mai ist schon ein verrückter Monat. Zumindest für alle Freunde und Fans des Sleaze Metal – und somit auch für mich. Denn binnen drei Wochen bringen gleich drei meiner vier skandinavischen Favouriten mit dem Anfangsbuchstaben „C“ ein neues Album raus. Den Anfang machten CRASHDIET am 08.05., nur eine Woche später ihre Kollegen von CONFESS und zu guter Letzt jetzt auch noch THE CRUEL INTENTIONS. Wow! Da bleibt nicht viel Zeit zum Verschnaufen und die Kreditkarte glüht. Die Erwartungshaltung in allen drei Fällen war hoch, Rezis zu den ersten beiden findet Ihr natürlich auch hier bei uns.

2015 von Lizzy DeVine nach dem Aus seiner Band VAINS OF JENNA ins Leben gerufen, bläst das norwegisch/schwedische Quartett mit „All Hail Hypocrisy“ ein drittes Mal zum Frontalangriff. In den ersten Jahren konnten die Jungs mit einigen Singles erste Duftmarken setzen von denen einige auf dem ersten Album „No Sign Of Relief“ (2018) Verwendung fanden. Vier Jahre später erschien mit „Venomous Anonymous“ der Nachfolger mit gänzlich neuem Material und weitere vier Jahre weiter folgt nun „All Hail Hypocrisy“. Trotz der viel besagten Einfachheit ihrer Musik wachsen die Werke im Laufe der Zeit noch weiter. So war es vor vier Jahren und so ist auch im aktuellen Fall. Anfangs natürlich angetan, entwickelten sich die elf neuen Stücke dennoch bei jedem neuen Durchlauf immer weiter in den Gehörgängen.

THE CRUEL INTENTIONS haben es geschafft, ihre Songs abwechslungsreicher und raffinierter zu gestalten ohne zu vergessen wo sie herkommen. Das ist nun mal der Punk Rock und der dreckige, schnoddrige Rock´n Roll von frühen GUNS´N ROSES zum Beispiel. Das alles formen sie zu einer modernen Form des Sleaze Metal ohne Plattitüden und ganz ohne Patos. Dabei nimmt das räudige Organ von Frontmann und Gitarrist Lizzy DeVine eine Schlüsselrolle ein. Aber das extravagante Gitarrenspiel von Kristian Solhaug würde man bei einer gewöhnlichen Sleaze-Kapelle nicht unbedingt erwarten. Drummer Robin Nilsson bearbeitet seine Felle mit einer Wucht, die er scheinbar mühelos aus seinem Körper zaubert und Bassist Mats Wernerson ist für die Erdung des Bandsounds zuständig. Vor allem Live können die Jungs die komplette Energie aus ihren Songs ziehen. Immer wieder aufs Neue ein Erlebnis.

Aber auch die Studioumsetzung gelingt der Band zunehmend authentisch. Und so atmen neue Songs wie der Brecher „Beating In My Chest“, „Triple Threat“ oder der nicht weniger grandiose Titeltrack nahezu die gleiche Luft wie es bei den Livedarbietungen in naher Zukunft der Fall sein dürfte. Aber damit nicht genug: mit „Wasteland“ hat der Vierer einen Acoustic-Song aufgenommen den viele wohl nicht so erwartet hatten und der im Gedächtnis bleibt. Überhaupt wird das Prädikat „Album“ hier groß geschrieben. Jeder Song hat hier seine Berechtigung, es gibt keine Füller, der Sound ist toll – wo soll da noch eine Steigerung kommen?

Es war zu erwarten: „All Hail Hypocrisy“ wird ein Fest! Das Album ist voll auf die Zwölf, dreckig, aggressiv und doch melodiös, hat jede Menge Attitüde und den unverwechselbaren Sound der CRUEL INTENTIONS. Da ist die Höchstnote (fast) gerechtfertigt – man weiß ja nie was noch kommt.

Stefan