MUSTASCH – A Final Warning – Chapter One

Band: Mustasch
Album: A Final Warning – Chapter One
Spielzeit: 20:42 min
Stilrichtung: Hard Rock, Heavy Metal
Plattenfirma: Tritonus Records
Veröffentlichung: 30.04.2021
Homepage: www.facebook.com/Mustaschofficial/

 

Meinen ersten Kontakt mit MUSTASCH hatte ich vor knapp 2 Jahren, als die Schweden meine Lieblinge von KÄRBHOLZ als Support auf deren „Herz & Verstand“ Tour begleiteten (www.rock-garage.com/konzertbericht-kaerbholz/). In der bereits stark alkoholgeschwängerten Luft haben die Jungs von MUSTASCH einen wirklich großartigen Auftritt hingelegt und wahrlich bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Daher konnte ich ja nur „Ja“ sagen, als MUSTASCH zur Bemusterung bei uns eingetrudelt sind, in der Hoffnung, sie enttäuschen mich nicht so sehr wie UNHERZ (die ich etwas zu betrunken live so toll fand (KÄRBHOLZ Heimspiel 😉), mich aber dann auf CD tatsächlich nicht mehr so mitnehmen konnten). Mit leichtem Herzklopfen habe ich mich dann an die ersten Töne gewagt und war nach dem ersten Durchgang nicht wirklich überzeugt. Schon wieder eine alkoholbedingte Enttäuschung? Verdammt! Aber der zweite (und alle weiteren) Durchgänge haben mich dann doch beruhigt. MUSTASCH brauchen anscheinend eine Weile, bis sie nicht nur live wirken. Mittlerweile finde ich „A Final Warning“ richtig geil, trotz einiger kleiner Kritikpunkte.
Aber wer sind MUSTASCH eigentlich? Die Band besteht aus den beiden Gründungsmitgliedern Ralf Gyllenhammer (v., g.) und Mats Johannesson (b.) und werden durch David Johannesson (g.) sowie Robban Bäck (d.) komplettiert. Gyllenhammer und Johannesson kennen sich sogar noch aus den 80ern, als beide noch in der Punkband GRINDSTONE aktiv waren. MUSTASCH selbst haben sich 1998 gefunden und im Jahr 2001 ihre erste EP auf den Markt gebracht. Dieses 20-jährige Jubiläum feiern die Jungens nun mit einem neuen – allerdings auf zwei aufgeteilten – Album. „A Final Warning – Chapter Two“ wird uns wahrscheinlich im Herbst beglücken.
Richtig viel zu bemustern gibt es hier also nicht, mit nur 6 Songs und knapp 20 Minuten Spielzeit ist das Album doch sehr begrenzt. Nichtsdestotrotz geben MUSTASCH in der kurzen Spielzeit alles, aber ein paar Patzer leistet sich das Quartett dann doch. Die Streicher im Titeltrack „A Final Warning“ klingen irgendwie sehr künstlich, hier müsste der Produzent bessere Arbeit leisten. Auch textlich bewegt sich die Band schon etwas an der Grenze zu seichten Plattitüden. Mit „Contagious“ wollten sich MUSTACH sogar zum Eurovison Song Contest schicken lassen, sind dann aber auf der Zielgerade doch gescheitert. Das hört man dem Song auch an, klingt er doch deutlich gefälliger als der Rest des Albums. Zum ESC hätte es auf alle Fälle gepasst.
Richtig geil Hardrockig wird es mit Song #3 „Albert Einstein“, das leicht verzerrt daherkommt und auf sein Weise absolut überzeugen kann. Das absolut angepisste „You’re Killing Me“ dürfte Fans der härteren Gangart auf alle Fälle gefallen (mir gefällts), während Searching For Long Range Communication“ unheimlich melodisch ist und durch seinen absolut unaufgeregten Sound überzeugt. Einen Leistungsabfall findet man dann wieder im Abschlusstrack „To Be Continued“, dümpelt irgendwie doch recht seicht vor sich und stellt hoffentlich keinen Ausblick auf „A Final Warning – Chapter Two“ dar.
Alles in allem lässt sich sagen, dass MUSTASCH auch mit nur 6 Songs überzeugen können, ich die Teilung des Albums aber nicht ganz nachvollziehen kann. Sollen die Fans hier zweimal abkassiert werden? Reichte der Stoff (noch) nicht für ein ganzes Album? Ist es eine Hommage an die ersten EP? Fragen über Fragen. Doch trotz dieses kleinen faden Beigeschmacks haben die Schweden mit „A Final Warning – Chapter One“ relativ gut abgeliefert und das ist mir immerhin 7 starke Sterne wert. Ich freue mich auf Teil 2!

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Final Warning
02. Contagious
03. Albert Einstein
04. You Are Killing Me
05. Searching For Long Range Communication
06. To Be Continued

Tänski

 

Check it out:

T.U.R.N – The United Rock Nations

Band: T.U.R.N.
Album: The United Rock Nations
Spielzeit: 37:42 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 22.02.2021
Homepage: www.facebook.com/theunitedrocknations

Die Zeiten sind alles andere als einfach. Das muss mittlerweile wirklich jeder zugeben. Speziell die Unterhaltungsindustrie, Bands, Konzertveranstalter usw. trifft es enorm hart. Neue Releases werden verschoben, an Live Auftritte ist gar nicht mal zu denken und selbst das Aufnehmen neuer Musik wird schwierig, sofern man auf die Dynamik und Interaktion einer Band in einem gemeinsamen Raum schwört, also quasi auf die althergebrachte Methode steht. Nun gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, Musik zu kreieren und aufzunehmen. Im Zeitalter des Internets sind Projektarbeiten schon seit vielen Jahren selbst bei großen Plattenfirmen eine oft angewandte Variante. Da liegt es nahe, dass sich Projekte zusammenfinden, die sich noch nie persönlich getroffen haben. Ob das bei THE UNITED ROCK NATIONS (T.U.R.N.) der Fall ist, weiß ich nicht, Fakt ist aber, dass sich hier Musiker aus den USA, Großbritannien und Schweden zusammengefunden haben, die trotz der großen Entfernungen zueinander eine neue Band am Start haben.

Ausgehend von Bassist Hammer Head in den USA und Sänger Daniel Valberg in Schweden firmierte das Duo anfangs als Cover Projekt. Als der Brite Graham Lane (guitars, keyboards) dazu stieß, überlegten sich die Protagonisten, eigene Songs zu schreiben. Komplettiert werden T.U.R.N. Von Hammer Head´s Bruder Des Samita (guitars) und Spencer Langley (drums), ebenfalls aus den USA.

Zehn Songs finden sich auf dem selbstbetitelten Erstling, die innerhalb der letzten drei Jahre entstanden sind. Von Schnellschuss kann also keine Rede sein. Stilistisch steckt sich das internationale Projekt seine Grenzen innerhalb von Bands wie DEF LEPPARD, den SCORPIONS, GUNS´N ROSES, VAN HALEN und SKID ROW. Ganz klassisch also.

Mit forschem Riffing knallt der Opener „Demons“ los. Irgendwo zwischen NWOBHM und GUNS´N ROSES pendelt sich der Song ein. „Unreal Dreams“ hat ungleich mehr Gute-Laune Potential. Cooler Song. Das folgende „Can´t Keep Me Away“ wurde schon vorab veröffentlicht und schlägt in eine ähnliche Kerbe. Sänger Daniel Valberg kann hier bisher am besten punkten. Immer, wenn er „nur“ einen auf Axl Rose macht, wird es leicht nervig – dabei hat der Kerl einiges mehr zu bieten – wie eben bei „Can´t Keep Me Away“. Kuschelig wird es bei „Stormy Nights“, dass die Jungs auch Balladen können, zeigen ebenfalls Stücke wie „Shine“. Dazwischen gesellen sich Rotz-Rocker wie „Forgotten Souls“, aber auch schwächeres Material („Livin In Chains“, „Love Shack“ etc.).

Was bleibt unterm Strich? Der klangvolle Name THE UNITED ROCK NATIONS weckt hohe Erwartungen und klingt eher nach Supergroup als nach einem Newcomer. Soweit hat der Fünfer also einiges richtig gemacht. Soundmäßig wäre Hilfe von Außen sicherlich besser gewesen, die Platte klingt verhältnismäßig dünn. Auch hier haben die Jungs alles selbst gemacht. Aber: Der ein oder andere Song lässt aufhorchen und zeugt davon, dass T.U.R.N. was auf dem Kasten haben. Dranbleiben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Demons
2. Unreal Dreams
3. Can´t Keep Me Away
4. Stormy Nights
5. Living In Chains
6. Love Shack
7. Shine
8. Forgotten Souls
9. Potion Of Endless Love
10. Children Of This Time

Stefan

TEMPLE BALLS – Pyromide

Band: Temple Balls
Album: Pyromide
Spielzeit: 44:23 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 16.04.2021
Homepage: www.templeballsrocks.com

Die Band TEMPLE BALLS zählt spätestens seit ihrem letzten Album „Untamed“ zu den neuen Sternen am Hardrock-Himmel, die man verfolgen sollte. Den Titel Newcomer sollte man den Jungs aus Oulu/Finnland allerdings nicht ans Revers heften, denn immerhin besteht die Band seit 2009 und mit „Traded Dreams“ von 2017 hat der Fünfer daneben auch noch sein Debütalbum vorzuweisen. So richtig aus dem Quark kam die Band um Sänger Arde Teronen anfangs aber nicht wirklich, denn es dauerte satte sieben Jahre, bis die erste Single „Hell And Feelin´ Fine“ veröffentlicht wurde. Seitdem erfreuen uns TEMPLE BALLS jedoch regelmäßig mit neuem Material. Im 2-Jahrestakt prasseln nun die Scheibletten auf uns ein. Fuhr man beim Vorgänger „Untamed“ noch eine etwas metallischere Schiene, hat man sich für die dritte Platte „Pyromide“ einen dickeren Achtziger-Anstrich verpasst. Damit agieren die Finnen irgendwo zwischen SANTA CRUZ und neueren H.E.A.T. Kein Wunder, denn deren Keyboarder Jona Tee saß bereits zum zweiten Mal auf dem Produzentenstuhl.

Dass sich dieser Schritt speziell für „Pyromide“ ausgezahlt hat, wird schlagartig klar, wenn der Opener „Thunder From The North“ loslegt. Die Heavy Metal-Elemente wurden zurückgefahren, der Rock-Anteil hochgeschraubt und so ist der Opener nicht weniger als eine Hymne, die jedes TEMPLE BALLS Konzert der Zukunft mit einem gehörigen Arschtritt eröffnen sollte. Nicht weniger spektakulär ist die zweite Single „T.O.T.C.“. Wer aber glaubt, TEMPLE BALLS hätten damit ihr Pulver verschossen, wird sehr schnell eines Besseren belehrt. Songs wie „Long Ways, Long Lies“, „Unholy Night“ oder „Fallen Youth“ treffen mitten ins Schwarze. Und mit „Bad Bad Bad“ bekommt man einen Ohrwurm geliefert, der irgendwo zwischen H.E.A.T. und RECKLESS LOVE liegt. Entweder man hasst die Einfachheit dieses Songs, oder man liebt sie. Letzteres ist bei mir der Fall, die Nummer macht einfach gute Laune. Auch die einzige Ballade „If Only I Could“ sollte wohlwollend erwähnt werden.

Spätestens mit „Pyromide“ gehören TEMPLE BALLS zur Speerspitze der „New Wave Of Fuckin´ Good Hardrock Bands“. Auf die hoffentlich stattfindende Tournee mit H.E.A.T. und REACH darf man gespannt sein wie ein Flitzebogen. Bis dahin solltet Ihr Euch unbedingt die neue Platte der Finnen besorgen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Thunder From The North
2. Long Ways, Long Lies
3. T.O.T.C.
4. Fallen Youth
5. Bad Bad Bad
6. What Is Dead Never Dies
7. Unholy Night
8. Heart Of A Warrior
9. You Better Run
10. If Only I Could
11. Something To Die For

Stefan

THE TREATMENT – Waiting for good Luck

Band: The Treatment
Album: Waiting For Good Luck
Spielzeit: 44:16 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/TheTreatmentOfficial/

Die Anfangstage der britischen Hardrocker THE TREATMENT lesen sich wie aus dem Bilderbuch der frühen Achtziger Jahre. Als Teenager gründen Schlagzeuger Dhani Mansworth, der Sohn von Laurie Mansworth (AIRRACE) und Ben Brookland (Gitarre) die Band im zarten Alter von 15 bzw. 18 Jahren. Sämtliche Bandmitglieder – ebenfalls in der Mitte ihrer Teenagerjahre – ziehen kurzerhand allesamt in das Elternhaus des Drummers, um sich fortan ganz und gar um ihre Band zu kümmern. Doch dieses Szenario im englischen Cambridge spielt im Jahr 2008 und das Rockbusiness ist schon lange nicht mehr so glamourös wie 25 Jahre zuvor. Ein Zuckerschlecken war es sicher auch damals nicht, eine Band aufzubauen ist harte Arbeit, dennoch ist gegen Ende der ersten Dekade des neuen Jahrtausends aufgrund der Technik vielleicht einiges leichter – sich mit seiner Band durchzusetzen aber durchaus schwerer als in den glorreichen Achtzigern.

Dennoch schreiben THE TREATMENT eine gute Geschichte, denn ihre Mischung aus Riff Rock aus Down Under und klassischem Hardrock steht speziell im Vereinigten Königreich nicht auf der Tagesordnung. Wird ihr Debüt „This Might Hurt“ 2011 noch über ein kleines Label veröffentlicht, angelt sich Spinefarm Records den Fünfer kurz darauf, mit denen eine EP und ein Longplayer entsteht. Seit ihrem dritten Album „Generation Me“ aus dem Jahr 2016 ist die Band bei Frontiers Records unter Vertrag. Nach „Power Crazy“ (2019) erscheint nun Album Nummer 5, das „Waiting For Good Luck“ genannt wurde. Es stellt auch das zweite Werk des mittlerweile dritten Sängers Tom Rampton dar, der Ende 2017 zur Band stieß. Ganz neu in der Band ist Bassist Andy Milburn, der Originalbasser und quasi Gründungsmitglied Rick Newman ersetzt.

Auch bei „Waiting For Good Luck“ sitzt Dhani´s Dad Laurie Mansworth auf dem Produzentenstuhl, für den Mix zeichnet sich Tausendsassa Kevin Shirley verantwortlich. Ein ganzes Dutzend neuer Songs haben es auf die neue Platte geschafft, von denen bereits zwei vorab veröffentlicht wurden. Dabei machte „Rat Race“ den Anfang, ein kräftiger Riff-Rocker mit großen Hooks, der voll ins Schwarze trifft und auch das Album äußerst stark eröffnet. Die zweite Auskopplung „Wrong Way“ beendet es, aber bis der Hörer so weit fortgeschritten ist, gibt es weitere zehn Tracks zu entdecken. Hier haben wir zum Beispiel Songs wie „Devil In The Detail“ oder „Lightning In A Bottle“, eine gute Expertise, woraus der Sound der Briten besteht. Gute Melodien, straighter Beat und gnadenlose Rock´n Roll Riffs. Mehr Gas geben THE TREATMENT bei „Vampress“ oder „Hold Fire“. Zünftig und mit viel Partyattitüde wird es beim lässigen Rock´n Roller „Barman“, der einige Reminiszenzen an die Kollegen THE QUIREBOYS zu Tage fördert. Macht definitiv Laune!

Speziell „Rat Race“ hat als Appetizer enorm hohe Erwartungen geweckt. So ganz erfüllt wurden diese nicht. Versteht mich nicht falsch, die Platte ist super, das vermutete Hitfeuerwerk ist es allerdings nicht geworden, dazu sind Songs wie „Eyes On You“ oder „No Way Home“ einfach zu durchschnittlich und bilden in der Mitte der Scheibe ein großes Loch. Aber die Briten liefern auch auf Album Nummer fünf durchaus ihre Qualität ab – aus allen Rohren feuern sie aber längst nicht über die komplette Spielzeit. Doch alleine schon die Idee, die hinter THE TREATMENT steckt, ist aller Ehren wert – nämlich auch im Jahr 2021 klassischen Hardrock mit starken Riffs zu zelebrieren und das Ganze mit einem zeitgemäßen Sound in die Gegenwart zu transportieren.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Rat Race
2. Take It Or Leave It
3. Lightning In A Bottle
4. Vampress
5. Eyes On You
6. No Way Home
7. Devil In The Detail
8. Tough Kid
9. Hold Fire
10. Barman
11. Let´s Make Money
12. Wrong Way

Stefan

SUNSTORM – Afterlife

Band: Sunstorm
Album: Afterlife
Spielzeit: 46:51 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 12.03.2021
Homepage: www.facebook.com/SunstormMusic/

Bis vor einigen Jahren war der Name Ronnie Romero noch gänzlich unbekannt im Rockbusiness. Dabei trieb sich der gebürtige Chilene schon vor seinem Einstieg bei der spanischen Metalband LORDS OF BLACK, mit denen er zwischen 2014 und 2021 vier Alben veröffentlicht hat, in der Metalszene herum. 2009 siedelte er nach Madrid um und versuchte in diversen Combos sein Glück – der Durchbruch gelang ihm allerdings erst eben mit LORDS OF BLACK. Danach öffneten sich schnell viele Türen für den Mann mit der charismatischen Stimme. 2015 klopfte Ritchie Blackmore an, der RAINBOW reaktivieren wollte – zumindest für ein paar wenige Konzerte. Zwei Jahre später engagierte ihn Leo Leoni, der Gitarrist der Schweizer Rocker GOTTHARD für seinen Nebenschauplatz CORE LEONI, außerdem trat Romero dem Projekt THE FERRYMEN bei, bei dem er mit Magnus Karlsson und Mike Terrana musizierte. Zu guter Letzt wurde er von Michael Schenker für sein neuestes Werk verpflichtet, ebenso trat Adrian Vandenberg auf den Plan, der seine Band VANDENBERG neu formiert hat.

Warum erzähle ich Euch all diese Dinge in einer Rezension zum neuen SUNSTORM Album? Die Antwort werdet Ihr Euch denken können: Ronnie Romero ist nun auch der neue Frontmann des von Frontiers Boss Serafino Perugino erdachten Projekts. Was für ein Aufstieg in wenigen Jahren für Romero. Aber seine powervolle Stimme ist nun mal schlichtweg sensationell. Bereits im Januar wurde der Wechsel bekanntgegeben und somit ist Joe Lynn Turner, der die ersten fünf Alben für SUNSTORM eingesungen hat, aus dem Rennen. Und Ronnie Romero noch tiefer im Geschäft als eh und je. Allerdings sollte er aufpassen, dass es nicht allzu viele Auftritte außerhalb seiner üblichen Wirkungsstätten werden.

Nun aber zum aktuellen Werk, das „Afterlife“ getauft wurde: Wie immer hat Alessandro Del Vecchio alle Songs erdacht und steuert seit dem 2016 erschienenen „Edge Of Tomorrow“ die Keyboards und Hintergrund-Voccals bei. Genau so lange an Bord sind Gitarrist Simone Mularoni sowie Bassist Nik Mazzucconi. Schlagzeuger Michele Sanna komplettiert die Besetzung, die schon einige Wechsel zu verkraften hatte. Da es sich hier aber eher um ein Projekt als eine richtige Band handelt, ist das wohl zu verkraften. Das tut den elf neuen Songs natürlich keinen Abbruch. Wie üblich hat Alessandro Del Vecchio ein goldenes Händchen für genau die richtigen Stücke für die richtige Baustelle, das ist auch dieses Mal so. Egal ob die Vorabsingle „Swan Song“, der starke Titeltrack, das kräftige „One Step Closer“ oder das emotionale „Stronger“. SUNSTORM liefern höchst professionell ab. Manchmal vielleicht zu professionell – denn Ecken und Kanten lässt „Afterlife“ gänzlich vermissen. Romero´s Stimme verleiht den Songs ein wenig mehr Härte und lässt fast vergessen, welch toller Stimmakrobat sein Vorgänger Turner doch eigentlich ist. Und so ist auch das mittlerweile sechste Werk aus dem Hause SUNSTORM ein gelungenes Hardrockprodukt aus dem Hochglanzkatalog. Für Fans sicher keine Enttäuschung.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

1. Afterlife
2. One Step Closer
3. Swan Song
4. Born Again
5. Stronger
6. I Found A Way
7. Lost Forever
8. Far From Over
9. Here For You Tonight
10. Darkest Night
11. A Story That You Can Tell

Stefan

News – Alen Brentini

Lang ersehnt wurde das neue Video “stay consistent” vom inzwischen nicht nur Insider bekannten, kroatischen Gitarristen und Sänger “Alen Brentini”. Dieses wird ebenso als Singleauskopplung am 12. März 2021 auf allen Portalen zum Download erhältlich sein . Sein neuestes Werk spiegelt unsere Zeit wieder, es sagt aus was viele derzeit von uns denken aber nicht trauen auszusprechen.
Ins Boot hat der kroatische Ausnahmekünstler wiederum auch “Jen Majura” die quirlige immer gut gelaunte Ausnahme Gitarristin von Evanescence,die mit den Backing vocals wieder überzeugend ablieferte.
Bei beiden weiß man dass die Musik nicht von der “Stange” kommt uns dass jedes Werk einzigartig ist, wie beide uns mit ihrem Debütalbum unter dem Namen “something on 11” bewiesen haben.

Alen Brentini beweist bei seinen Songs, dass er niemanden kopieren muss und versucht immer authentisch er selbst zu sein. Alle seine Song stammen aus seiner Feder. Zu der harten Zeit die wir derzeit zu leben hat sich Alen Brentini dieses Mal Gedanken gemacht. Ein song für die Menschenrechte auf dieser Welt, die in dieser Zeit oft wenig beachtet werden. Passend zum gestrigen Weltfrauentag ist dieser Song erschienen und man könnte ihn auch als Mahnmal sehen für die vielen ungerechten Dinge die in dieser Welt vorgehen.
Diesen Song muss man nicht erklären, man muss ihn hören und auf sich wirken lassen und sich seine eigene Meinung dazu bilden. Denn das “System” meint es derzeit mit keinem von uns gut.
Mich hat der Song überzeugt, wieder ein Song der Meisterklasse von einem Künstlern der in schweren Zeiten die “Eier” in der Hose hat zu sagen was er denkt.

Prädikat wertvoll!! Eine neue CD wird für Herbst 2021 erwartet. Wo Alen Brentini draufsteht ist auch Alen Brentini “drin, nichts ist kopiert, der Sänger ist einer der wenigen der in harter eigener Arbeit seinen eigenen Stil erfindet, darum schätze ich seine Arbeit als einzigartig ein, nie langweilig und seine Musik lässt sich keinem Mainstream Künstler zuordnen.
Neue Fans können den Künstler im übrigen nun auch über einen Newsletter folgen um nichts zu verpassen.
Alen Brentini Fanpage & Newsletter

Das Team von Rock Garage gratuliert Alen Brentini herzlich zum “Release day” und wünscht sich dass seine Botschaft um die Welt geht.

INGLORIOUS – We Will Ride

Band: Inglorious
Album: We Will Ride
Spielzeit: 45:17 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 12.02.2021
Homepage: www.inglorious.com

Vor 7 Jahren begann die Karriere der britischen Hardrocker INGLORIOUS, die gleich für Ihr selbstbetiteltes Erstlingwerk die hohe Hürde nahm und beim Branchenprimus Frontiers Records einen langjährigen Plattenvertrag unterzeichnen konnte. Die Zeit gibt beiden Parteien recht, denn schon mit „Inglorious“ konnte das Kollektiv um Sänger Nathan James ein dickes Ausrufezeichen setzen. Der 2017 erschienene Nachfolger „II“ landete in ihrer Heimat auf einem beachtlichen 22. Platz. Das bisher letzte Werk „Ride To Nowhere“ von 2019 konnte die Klasse der ersten beiden Werke nicht mehr ganz halten. Was können INGLORIOUS also für ihr 4. Album bereithalten?

Zumindest in Sachen Besetzung einiges: zwar sind die beiden Gitarristen Danny Dela Cruz und Dan Stevens sowie Bassist Vinnie Colla bereits seit Ende 2018 in der Band, am Kreativ- und Aufnahmeprozess des Vorgängeralbums teilnehmen konnten sie indes nicht. Das Trio Drew Lowe, Colin Parkinson und Andreas Erikson verließ unmittelbar nach den Aufnahmen die Band. Und so kann man natürlich gespannt sein, wie sich die gar nicht mehr so neuen Bandmitglieder auf „We Will Ride“ schlagen. Geht man nach der ersten Singleauskopplung „She Won´t Let You Down“, sehr brilliant. Denn der Opener hat schon ein gewisses Hitpontential. INGLORIOUS bündeln ihre Stärken und bringen ihre Interpretation von WHITESNAKE, DEEP PURPLE und Konsorten mit starken Riffs, furiosen Soli und durchdachten Melodien auf den Punkt.

Doch damit natürlich nicht genug: der schleppende, tonnenschwere Riff von „Messiah“ bringt so manche Bassbox zum tanzen und auch das bereits ausgekoppelte „Medusa“ ist feinster Stoff für alle Fans der Band und ihre Vorbilder. Die Aufzählung könnte so weiter gehen, denn schwache Momente sucht man auf „We Will Ride“ vergeblich. Das mag sich abgedroschen anhören, andere Umschreibungen würden der Klasse der vierten Platte der Briten allerdings nicht gerecht werden. Riffmonster wie „Cruel Intentions“ und „Do You Like It“ gehören zur Creme de la Creme der aktuellen Szene. Zwar verstecken sich in der zweiten Hälfte der Platte nicht mehr so viele hitverdächtige Nummern, von Qualitätsverfall darf allerdings nicht die Rede sein. Die Stücke brauchen nur die ein oder andere Umdrehung mehr in den Gehörgängen, um zu zünden. Man sollte sich aber auf den ein oder anderen etwas ruhigeren Song einlassen können.

Der etwas verzögerte Entstehungsprozess hat den Songs gut getan. Ungewohnt lange mussten die Musiker aufgrund von Covid19 darauf warten, endlich ins Studio gehen zu können. Auch die erstmalige Zusammenarbeit mit einem Produzenten (Romesh Gogandoda) hat neue Impulse gesetzt. Der Mix von Kevin Shirley tut sein übriges, um „We Will Ride“ zu einer Pflichtanschaffung für alle Fans der Band und des kompletten Genres zu machen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. She Won´t Let You Go
2. Messiah
3. Medusa
4. Eye Of The Storm
5. Cruel Intentions
6. My Misery
7. Do You Like It
8. He Will Provide
9. We Will Meet Again
10. God Of War
11. We Will Ride

Stefan

JEFF SCOTT SOTO – Wide Awake (In My Dreamland)

Band: Jeff Scott Soto
Album: Wide Awake (In My Dreamland)
Spielzeit: 44:40 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 06.11.2020
Homepage: www.jeffscottsoto.com

Wenn der Titel „Workaholic“ auf einen Musiker zutrifft, dann wohl auf den US-Amerikaner JEFF SCOTT SOTO. In den Augen mancher Fans überfordert die Omnipräsenz des Sangeskünstlers zwar etwas, aber was hat uns der Mann mit der markanten Stimme mit seinen zahlreichen Bands, Projekten oder auch Soloalben nicht schon für tolle Momente beschert? Die Klassiker sind auch heute unvergessen – aber SOTO hat immer noch viel zu erzählen. Mit den SONS OF APOLLO hat er ein ganz heißes Eisen im Feuer und auch seine Kollaboration mit Erik Martensson und Robert Säll (W.E.T.) sendet Ende Januar 2021 ein neues Lebenszeichen. Dazwischen schiebt sich nun seine mittlerweile siebte Solo-Platte „Wide Awake (In My Dreamland)“.

Das Line-Up beinhaltet einen weiteren „Verrückten“ der Szene (natürlich im positiven Sinne), denn Frontiers Haus-und Hoflieferant/Produzent/Musiker Alessandro Del Vecchio steuert nicht nur den Bass, die Keyboards, Gitarren und Hintergrundvocals bei, sondern auch die Grundstrukturen der Songs. Alle Lyrics und Melodien wurden von Jeff selbst geschrieben.

Jetzt ist es für den Fan der alten Schule mittlerweile nicht mehr ganz so leicht, sich an eine neue SOTO-Platte zu trauen. Denn auch JEFF SCOTT SOTO geht natürlich mit der Zeit und ruht sich zur Enttäuschung mancher langjährigen Hörer nicht auf altem Material aus, sondern produziert durchaus ziemlich modernes Liedgut, das viele manchmal abschreckt – siehe seine Alben unter dem Banner SOTO, die doch verhältnismäßig düster bzw. experimentell waren. Für diejenigen sei gesagt, dass das neue Werk mit „Someone To Love“ wunderbar oldschoolig beginnt, ohne altbacken zu wirken. Aber, diese herrlichen Melodien und das sonnige Gemüt des Songs ist einfach in der DNA des Sängers eingebrannt. Ein Einstand nach Maß! „Mystified“ greift auch gleich den funkigen Groove alter Zeiten auf. Nach dem vorwärts marschierenden und abermals sehr melodischen „Love´s Blind“ gibt es mit „Without You“ eine nachdenkliche Ballade, zu der auch ein Video gedreht wurde. Ebenfalls hervorheben möchte ich das klassiche „Paper Wings“, das speziell auch die alten Fans mitreißen sollte.

Was bleibt unterm Strich? JEFF SCOTT SOTO macht das, was er am besten kann und wofür ihn seine Fans lieben. Er liefert mit seiner Gesangsleistung wie immer höchstes Niveau ab und auch die Songs können punkten. Sie schlagen einen gekonnten Bogen von den alten Zeiten in die Gegenwart. Es ist für jeden etwas dabei. Die Produktion ist up to date und lässt den Songs genug Luft zum Atmen. Einzig das abschließende „Desperate“ wirkt mit seiner majestätischen Ausrichtung etwas deplatziert. Als Bonus gibt es eine zweite CD mit 11 Songs vom 2019er Frontiers Rock Festival in hervorragender Qualität. „Wide Awake (In My Dreamland)“ ist das Produkt zweier hochbegabter Musiker zusammen mit einer gutklassigen Begleitband – und das soll nicht abwertend gemeint sein.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Someone To Love
2. Mystified
3. Love´s Blind
4. Without You
5. Lesson Of Love
6. Paper Wings
7. Love Will Find A Way
8. Between The Lines
9. Living In A Dream
10. Wide Awake (In My Dreamland
11. Desperate

Stefan

MAD MAX – Stormchild Rising

Band: Mad Max
Album: Stormchild Rising
Spielzeit: 50:21
Stilrichtung: Hardrock, Heavy Metal,
Plattenfirma: SPV/Stormhammer
Veröffentlichung: 21.08.2020
Homepage: www.madmax-germany.rocks

Mad Max! Vielen verbinden diesen Begriff eine 80er Actionfilm Reihe mit viel Adrenalin! Doch für die Band war dieser Film nur an Namensgeber! Adrenalingeladen so kann man das neue Album aber von Mad Max sicher bezeichnen! Von Zart bis hart ist alles dabei! Kritisch, abwechselnd viele Gastsänger mit großem Namen, wie z.b. Ronnie Romero derzeit die Rockröhre bei Vandenberg, bekannt und beliebt aber von Core Leonie. Er unterstützt Michael Voss mit seinem “gewaltigen Stimme”. Stormchild Rising kann sich sehen lassen und knüpft sicher an den Erfolg des 1985er Album “Stormchild” an. Ich mache kein Geheimnis daraus dass Mad Max zu meinen Top 10 der Lieblingsbands gehören! Die Band liefert ab wächst zusammen und wird mit dem Jahren immer besser! Mad Max beweisen dass sie vielseitig sind und facettenreich! Die ungewöhnliche Zusammenarbeit mit “Kinderlieder Barde” Detlev Jöcker beweist es! Mad Max kann auch Spaß bedeuten für alt und jung!
Dieser Song soll unsere Welt wachrütteln dass wir das was um uns herum passiert nicht einfach hinnehmen sollen. Die Kids wollen uns musikalisch eine “Botschaft mitteilen. Ladies und Gentleman ist auch auf diesem Album in der erst “umstrittenen” Originalversion zu hören.
Blues kommt ins Spiel wenn “The Blues ain’t no stranger” ertönt, gut sagen wir “heavy Metal Blues denn da kommt ein gewaltiger Sturm auf der das Haus in eine Konzerthalle verwandeln kann wenn man die Musik etwas lauter dreht! Mad Max beweisen Professionalität an allen Fronten sei es durch Axel Kruse an den Drums, den fränkischen Mick Mars allerdings mit Bass “Thomas Hutch Bauer” (sein Aussehen ist ähnlich wie Mick Mars) der immer den Beat dazu steuert, Mad Max Gründer und Gitarrist Jürgen Breforth der seine Gitarren ein wenig “dröhnen lässt”, oder die Stimme von Mad Max Michael Voss den man ruhig als “Rockgott” mit der goldenen Stimme bezeichnen kann! Für mich ist das Album makellos und genauso wie ich mir ein spannendes Rockalbum vorstelle bei dem man nicht nach dem 2. Song abschaltet! Mad Max eine Rezession über die ich sicher auch ein Buch schreiben könnte da ich fasziniert bin! Bis auf das Cover von Rough Cutt aus dem Jahr 1985 für das Sänger “Paul Shortino” eigens ins Studio kam um sich mit Michael Voss ein Duell an der Stimme zu liefern! Sind alle Songs aus der Feder von Jürgen Breforth und Michael Voss sowie “Ladies und Gentlemen” zusammen mit Detlev Jöcker! Sorry für alle Kritiker ich kann nur 10 von 10 Punkten geben, ehrlich erarbeitet und verdient für dieses Album!

Fazit:
Also würde in meinen Worten nun “supergeil” sagen aber man sollte ja den Ausdruck vermeiden! Darum gelungenes Meisterwerk das die Gehörgänge durchputzt, eine Aussage oder sagen wir Message an uns richtig und uns teilweise auch in Erinnerungen schwelgen lässt. Auf alle Fälle nicht langweilig und macht Lust auf mehr.

Anspieltipps: “Hurricaned” , “The Blues ain´t no stranger “, “Take her” und natürlich “Ladies und Gentlemen” aber Favorit kann ich nicht herauskristallisieren!

Wertung:

 

 

Tracklist:

01. Hurricaned
02. Talk to the moon
03. Eyes of love
04. Ladies and gentlemen
05. Mindhunter
06. Rain rain
07. Gemini
08. Kingdom call
09. The Blues ain´t no stranger
10. Take her
11. Busted
12. Ladies and gentlemen (single Edit, Bonus Track feat. Detlev Jöcker)

Anita Gunda

THUNDERMOTHER – Heat Wave

Band: Thundermother
Album: Heat Wave
Spielzeit: 49:19 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 31.07.2020
Homepage: www.thundermother.com, www.facebook.com/thundermother

Wie man anhand meiner bisherigen Reviews vermutlich schon bemerkt hat, Hardrock ist eher nicht so mein Ding. Mich drängt es dann doch – wie mein Chefredakteur so schön sagt – zum Ochsengekloppe. Aber selbst ich und mein doch sehr eingeschränkter Musikgeschmack kommen an THUNDERMOTHER einfach nicht vorbei.
Letztes Jahr bin ich zum ersten Mal auf die High-Voltage Girls aufmerksam geworden, als ich das Glück hatte die schwedischen Überflieger auf dem Reload Festival zu sehen. Und ich muss sagen, die Girls haben so viel Spaß und gute Laune verbreitet, das müssen gestandene Bands der Combo erstmal nachmachen. Mein lauter Ausruf „Das sind ja fünf DOROs *hierherzcheneinsetzen*“ wurde natürlich gleich mit „Das sind aber nur vier“ korrigiert. Aber was solls? THUNDERMOTHER rocken auch mit nur vier Mädels wie fünf DOROs, ich war sofort verliebt (inkl. Bandshirt-Kauf und wochenlanger Schwärmerei).

Und mit ihrem vierten Album (dem zweiten nach der kompletten Neugründung) legen THUNDERMOTHER auch noch eine Schippe drauf und hauen „Heat Wave“ passend zur beginnenden Hitzewelle raus. Das so etwas nach der beinahe Auflösung im Jahr 2017 überhaupt möglich war, damit hat vermutlich keiner gerechnet. Vermutlich noch nicht einmal Gründerin, Treiberin und Gitarren-Göttin Filippa Nässil (die sich biertrinkend und dabei Gitarre spielend durch die Menge tragen lässt).
Doch mit dem neuen Line-up ist ihr ein echter Glücksgriff gelungen. Die bluesgetränkte Stimme von Fronterin Guernica Mancini verleiht den Songs einen einmaligen und frischen Touch. Komplettiert werden THUNDERMOTHER von Majsan Lindberg am Bass und Drummerin Emlee Johansson, die Vier haben zusammen ihre Rocklinie und ihre Balance gefunden.
Erstmals seit der Bandgründung haben alle Bandmitglieder am Album mitgewirkt und mit viel Liebe zum Detail die Lyrics und Songs arrangiert. Unterstützt wurden sie dabei von Soren Andersen, dem Hitlieferanten und erfahrenen Producer aus Dänemark (u.a. GLENN HUGHES, DAVE MUSTAINE). Das perfekte Zusammenspiel zwischen den Schwedinnen und ihrem Producer wird in jeder Faser von „Heat Wave“ hörbar. Das Album ist ein frischer Mix aus AC/DC, MOTÖRHEAD, Blues und Rock. Die Mädels wollen nicht weniger als die Welt erobern „… unser Ziel ist kein geringeres als: Rock’n’Roll World Domination!“ und mit „Heat Wave“ sind sie auf sehr gutem Weg dahin. Schon der Opener „Live and Loud“ und das lässige und bereits vorab als Videoauskopplung veröffentlichte „Dog from Hell“ zeigen die Spiel- und Sangesfreude des Quartetts. Das sollte sogar den zuletzt ziemlich einfallslosen AIRBOURNE, der einstige Rock’n’Roll-Hoffnung, zu denken geben.
Und mit den beiden genannten Songs haben THUNDERMOTHER ihr Pulver noch lange nicht verschossen. Das Titelgebende „Heat Wave“, das ebenfalls vorab veröffentliche „Driving in Style“ mit seinem leichten Ska Punk Einschlag oder Filippa Nässils Lieblingssong „Free Ourselves“, welcher neben seinem energiegeladenen Sound auch mit einer politischen Botschaft aufwarten kann, sind nur ein paar prägnante Beispiele auf dem tatsächlich erst vierten Album der Band. Und auch die leisen Töne liegen den Mädels. Selbst die leicht ins Kitschige abtrudelnde Power-Ballade „Sleep“ und das ruhige JOAN JETTige „Purple Sky“ heben sich vom Rock’n’Roll Einheitsbrei vieler satter Bands ab. Die 13 Tracks auf „Heat Wave“ haben allesamt Ohrwurmpotenzial.

Fazit: THUNDERMOTHER kommen mit einer fast 50-minütigen Hitzewelle aus durchweg starken Songs über uns und wirkliche Ausreißer nach unten hat das Album nicht. Es gibt immer irgendwo Verbesserungspotenzial oder ein Stellschräubchen, an dem gedreht werden kann, aber was die ständig unter Strom stehenden Schwedinnen hier raushauen, ist so frisch und energiegeladen, kleinere Ausschläge nach unten werden hier einfach weggerockt. Für Rock’n’Roller, Bluesrock-Liebhaber und alle, die mit spritziger Musik etwas anfangen können, ein absolutes Muss und definitiv eines der Highlights in diesem Jahr!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Loud And Alive
02. Dog From Hell
03. Back In ‘76
04. Into The Mud
05. Heat Wave
06. Sleep
07. Driving In Style
08. Free Ourselves
09. Mexico
10. Purple Sky
11. Ghosts
12. Somebody Love Me
13. Bad Habits

Tänski

„Driving in Style“ von den schwedischen High-Voltage Girls: