FEMME FATALE – Femme Fatale (Deluxe Edition) (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Waiting For The Big One
02. Falling In And Out Of Love
03. My Baby’s Gun
04. Back In Your Arms Again
05. Rebel
06. Fortunge And Fame
07. Touch And Go
08. If
09. Heat The Fire
10. Cradle’s Rockin’
11. It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)
12. Chains
13. Lady In Waiting
14. Till It’s Shot

Spielzeit: 56:47 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: MCA Records – VÖ: 1988 – Page:

Man schrieb das Jahr 1988 und eine Femalefronted Melodic / Hard Rock Band aus den USA stellten sich an die Welt zu erobern. Dieses Unterfangen gelang auf mittlerer Ebene, in manchen Kreisen konnten FEMME FATALE einen gewissen Status erreichen, für den ganz großen Megaseller reichte es allerdings nicht.

FEMME FATALE brachte es auf einige Singles und zwei veröffentlichten Alben, wobei Album #2 aus Demos und Live Aufnahmen aus dem letzten Jahrhundert besteht, auf dem der Sound ein unter utopisches Niveau erreicht und besser in irgend welchen Archiven verschwunden wäre. Angeführt wurden FEMME FATALE von dem blonde Schnuckelchen Lorraine Lewis am Mikrofon, dazu kamen noch Bill D’Angelo an der Leadgitarre, Mazzi Rawd an Gitarre und Keyboards, Bassist Rick Rael und Drummer Boby Murry. Die Backing Vocals übernahmen die Bandmitglieder, von denen mir nach FEMME FATALE nichts mehr bekannt ist, außer von Lorraine die sich eher mäßig an einer Solokarriere versuchte und einige Jahre Frontfrau bei den Mädels von VIXEN war. Aus dem Schnuckel von damals ist im Laufe der Jahre eine Reife Frau mit knappen 70 Jahren geworden und der Glanz der Vergangenheit ist verblasst. Und man weiß ja wie verrückt die OP-Manie in den USA ist, vielleicht haben die eine oder andere OP mehr geschadet als genutzt. Aussehen ist ja bekanntlich Geschmackssache, aber es ist eine Genugtuung zu sehen das es nicht nur Normalos mit dem altern so geht sondern auch bekanntere Musiker*innen genauso. Also widmen wir uns der Mucke von FEMME FATALE. Lorraine hat eine sehr kräftige Stimme die eine gehörige Portion Dreck mitbringt und dadurch sehr gut mit dem Sound der Band harmoniert. Die Gitarren geizen nicht mit Riffsalven, verlieren sich aber nicht in unnötiger Selbstbeweihräucherung und spielen äußerst Sachdienlich. Die Keys spielen im Vergleich zu den Gitarren eine Nebenrolle und sind nur in ruhigen Momenten voll auszumachen. Der Bass zieht seine Bahnen in der zweiten Reihe und die Drums spielen zwar auffällig auf ohne sich dabei aufzudrängen. Die Produktion könnte Feintuning vertragen, ansonsten alles paletti.

FEMME FATALE kamen zu einer Zeit in der anständige Rockmusik noch nicht verbannt war, und das kann man deutlich hören, ab und an gibt es mal einige Experimente und Koketierungen um die Genregrenzen zu verschieben. Dies gelang auch auf eine ordentliche Weise, so wurden auch Elemente aus Glam und Sleaze Rock in den Stil eingebracht. Vergleichen kann man FEMME FATALE mit damals angesagten Bands aus dem selben Genre wie, HEART, LEE AARON, VIXEN, DEVAY, BON JOVI, HELIX, kräftigere HONEYMOON SUITE, ALIAS, RATT, ASPHALT BALLET ohne Bikerfeeling, AXE, BATON ROUGE, BEGGARS & THIEVES, BRIGHTON ROCK, CINDERELLA, DANGER DANGER und wie sie sich nicht alle nannten. Das gleichnamige Debütalbum von FEMME FATALE bediente die selbe Klientel wie die erwähnten Vergleiche nicht mehr und nicht weniger.

FEMME FATALE brachten 1988 mit ihrem Debüt ein für damals zeitgemäßes Album auf den Markt, dass weder Vergleiche scheuen noch sich hinter den ganz großen Namen verstecken musste.

„Waiting For The Big One“ ein cooler Melodic Rocker mit viel Potential, „Falling In And Out Of Love“ eine Hymne mit dem meisten Kick in den Hintern, wurde auch mit einem Major Label Video belohnt – hätte auf den vorderen Plätzen der Charts landen können. „My Baby’s Gun“ ein kräftiger Hard Rocker, „Back In Your Arms Again“ geht mit viel Melodie sehr gut ins Ohr. „Rebel“ eine für diese Zeit typische Ballade die es in die Charts schaffen sollte, „Fortunge And Fame“ ein Hard Rocker der alles plättet was nicht auf Seite geht. „Touch And Go“ es wird melodisch drauf los gerockt, „If“ die nächste Hymne die mit traumhaft geilen Gesangharmonien kommt. „Heat The Fire“ Hard Rock in seiner reinsten Form, „Cradle’s Rockin’“ geht die Sache wieder harmonischer an. „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)“ AC DC mal mit dicken Eiern einer Frau, „Chains“ ein Melodic Rocker der auch auf dem Soundtrack zum Film Don’t Tell Mom The Babysitter’s Dead zu finden ist. „Lady In Waiting“ ein mehr schlecht als recht klingender Hard Rocker, „Till It’s Shot“ bei dem Demo zeigte sich die Qualität von FEMME FATALE.

Balle

ASPHALT VALENTINE – Strip Rock Roll

Trackliste:

01. Never Lose It
02. Dirty Little Secret
03. It’s Not Me
04. Hard Life
05. Love & Gone
06. Don’t Come Easy
07. Be Your Drug
08. Strip Rock Roll
09. Down To The Aces
10. On That Line
11. Bombshell

Spielzeit: 46:58 min – Genre: Hard Rock – Label: Chavis Records // Jamsync Music – VÖ: 2009 // 2010 – Page: www.facebook.com/asphaltvalentine/

Man schrieb das Jahr 2009 und das Debütalbum von ASPHALT VALENTINE erblickte über Chavis Records das Licht der Welt, ein Jahr später folgte noch eine Veröffentlichung auf Jamsync Music mit einem zusätzlichen Song drauf. Die Band brachte es 2013 noch auf eine EP „Into The Red“ und ein Album „Twisted Road“ 2020.

Zur Besetzung gehörten damals Joe Flynt am Mikrofon, Brett Ciaramella und Chris Meyer an den Gitarren, Scott Clark an Bass und Scozzy Valentine an den Drums. Die Backing Vocals wurden von Joe, Chris und Scott übernommen. Joes Stimme befindet sich in einer Tonlage die nicht nur ideal für Hard Rock ist, sondern auch sehr angenehm anzuhören ist, selbst wenn er mal hochgeht, er besitzt auch eine gute Portion Dreck in den Stimmbändern. Die Gitarren sorgen mit ihrer trockenen Spielweise für den richtigen Ton und setzen dabei nicht nur einen Glanzpunkt. Der Bass lässt sich nicht in den Hintergrund drängen sondern sorgt für eine dezent geniale Stimmung. Die Drums sind sehr energisch und brachial ausgeführt um die Band vor sich her zu jagen. Die Produktion klingt sehr trocken dabei aber nicht undynamisch.

Die fünf US Boys machten mit ihrem Debütalbum ein gewaltiges Fass auf, dieses Fass hat melodischen Hard Rock als Inhalt, der auf jeder Biker Party für Stimmung sorgen könnte und auch auf jeder normalen Party mit Rock Mucke. Die Jungs klingen zwar dreckig aber für Sleaze Rock nicht versaut genug, obwohl die Texte eher für Erwachsene gedacht sind. Um einen groben Vergleich zu ziehen nimmt man ASPHALT BALLET, BACKBONE SLIDE, BAD4GOOD, BUCKCHERRY, geht über CINDERELLA zu der COMPANY OF WOLVES, DIRTY RHYTHM, KICKIN VALENTINA, SCARECROW nach SHANGHAI, fliegt über die SHARK ISLAND und landet schlussendlich bei SKIN & BONES. Alles Kombos die verdammt geile Songs auf ihren Alben veröffentlicht haben aber nie die große Anerkennung dafür einheimsen konnten. Leider auch im Fall von ASPHALT VALENTINE, die ein geiles Debüt an den Start brachten aber nicht aus dem Quark kamen.

ASPHALT VALENTINE veröffentlichten ein Debüt das es in sich hatte und alles mitbrachte was es für ein anständiges Hard Rock Album brauchte.

„Never Lose It“ ein cooler Einstieg mit viel Druck und Drive, „Dirty Little Secret“ ein rotzfrecher Abgehrocker der auf jeder Party für beste Laune sorgen sollte. „It’s Not Me“ ein melodischer Rocker der auf den Putz haut, „Hard Life“ flott geht die Party weiter. „Love & Gone“ hier ist er, der ultimative Superhit, der einem einen kalten Schauer den Rücken runter jagt, die Gitarren rasieren hier alles was im Weg steht, „Don’t Come Easy“ der nächste Rocker der dem Hörer einen Tritt versetzt. „Be Your Drug“ das Gaspedal nähert sich dem Bodenblech, „Strip Rock Roll“ Charme trifft auf Dreck. „Down To The Aces“ und es geht munter weiter mit der treterei, „On That Line“ es wird mit Blues Note gerockt und rollt, „Bombshell“ zum Abschluss hauen einem ASPHALT VALENTEIN noch die Klüsen eckig.

Balle

OUTLAW BLOOD – Outlaw Blood

Trackliste:

01. Tower Of Love
02. Body And Soul
03. Last Act
04. Sink My Teeth
05. Every Day I Die
06. Soul Revival
07. I’m N Shock
08. Red Hot N Blue
09. Slave To Love
10. Fall Thru The Cracks
11. Hollywood Babylon

Spielzeit: 46:29 min – Genre: Hard Rock – Label: ATCO / Bad Reputation – VÖ: 1991 / 2024 – Page:

Man schrieb das Jahr 1991 und eine Kombo aus den USA machte sich auf den großen Wurf mit ihrem einzigen gleichnamigen Album zu landen. Ich kenne das genaue Datum nicht, aber da der erhoffte Erfolg ausblieb denke ich mal dass das Album nach NIRVANAs „Nevermind“ Album veröffentlicht wurde. Dieses Album ging leider – wie so viele andere – durch NIRVANAs neuen Sound der ab „Nevermind“ angesagt war unter, den dann jeder hören wollte und der Markt für traditionellen Hard Rock über Nacht zu Grabe getragen wurde. Trotzdem wurden noch sehr viele starke Alben im Bereich AOR / Melodic / Hard Rock in die Läden gebracht, nur fanden die damals kaum einen Käufer. Dieser Umstand ist sehr schade da sehr talentierte Musiker nicht die Anerkennung bekamen, die sie verdient hätten und ein Dasein im Schatten fristeten. Dieses Schattendasein traf auch OUTLAW BLOOD, allerdings gab es letztes Jahr einen Re-Release vom französischen Label Bad Reputation und das Album erfuhr eine Wiederauferstehung aus dem dunklen Schatten von damals.

Zu den fünf Musikern gehörten Marc McCoy am Mikrofon, Marti Frederiksen und Rick Harchol an den Gitarren, den Tieftöner bediente Nick Parise und die Drumsticks schwang Larry Aberman. Produziert wurde das Album von der Band und keinem geringerem als JEFF PARIS, was für einen Trockenen aber duften Sound sorgte. Außer Frederiksen und Aberman trat keiner der Musiker meines Wissens mehr in Erscheinung. Beide wirkten bei unterschiedlichen mehr oder weniger bekannten Acts mit. Marc besitzt eine Stimme die wie gemacht für Hard Rock zu sein scheint. Von der Range bewegt er sich irgendwo zwischen Steven Tyler, Michael Anthony Franano von THE FRONT die ich auch schon vorgestellt habe, Richard Black (SHARK ISLAND) und in manchen Momenten bei BILLY IDOL. Auf jeden Fall bringt die Stimme herrlich viel Dreck mit und durch Marcs vorlaute Art zu singen ergibt es einen Volltreffer. Die Gitarren sparen nicht mit Riffsalven, genau in der richtigen Härte geht es voran. Der Bass könnte ein wenig mehr Schmackes vertragen, aber nur wenn man penibel ist. Die Drums geben alles was die Bespannung hergeben bevor sie von der Belastung verursacht die weiße Fahne schwenken. Die Produktion klingt trocken und ohne viel Spielerein, genau das Richtige für dreckigen Hard Rock. Das Cover-Artwork passt wie es nur wenige tun zum Inhalt des Albums.

Vergleichen kann man OUTLAW BLOOD am besten mit ROADHOUSE, AEROSMITH, CATS IN BOOTS, ASPHALT BALLET, BACKBONE SLIDE, BLONZ, BROTHER CANE, SHARK ISLAND, DIRTY BLONDE, DIRTY LOOKS, ELECTRIC SUICIDE, THE FRONT, HEAVY BONES, JESSE STRANGE und noch sehr viele mehr die leider bis auf ein paar Ausnahmen nie über einen Insider, Geheimtipp Status oder Mundpropaganda hinausgekommen sind. OUTLAW BLOOD schaffte es mühelos gegen die ganz großen im Biz anzustinken ohne dabei als Loser hervor zu gehen. Das Album hat alles was ein Hard Rock Album ausmacht, geile Songs, Melodien, eine dreckige und vorlaute Stimme, geniale Instrumentierung und eine Top Produktion. Leider veränderte NIRVANA 1991 über Nacht das Musikgeschäft grundlegend und nicht zum Vorteil für die die gute Rock oder Hard Rock Mucke hören wollten. Als Kopie der genannten Vergleiche sollte man OUTLAW BLOOD nicht sehen, aber sie machen genau diese Art von Musik wie auch die Vergleiche mach(t)en. Das Album hält problemlos den Test der Zeit stand und ist in 35 Jahren kein Stück gealtert.

Ein Album das damals alles mitbrachte was der Rocker hören wollte, nur eben um ein paar Jahre zu Spät veröffentlicht. Wäre dieses Album in den 80ern erschienen hätte OUTLAW BLOOD eine ernst zu nehmende Konkurrenz für AEROSMITH und Co dargestellt. Also eine gerechtfertigte Vorstellung in der RG-Zeitmaschine. Wer sich angesprochen fühlt, schnell zum Plattendealer des Vertrauens gesprintet und OUTLAW BLOOD besorgt.

„Tower Of Love“ ein sehr guter Start ins Album mit einem kleinen Hit, „Body And Soul“ der nächste Hit bahnt sich an, mit traumhaft geilem Refrain. „Last Act“ fängt an als wenn Blues den Southern Rock geküsst hätte und eine Verbindung mit Hard Rock eingegangen wäre, „Sink My Teeth“ es wird flott drauf los gerockt und rollt. „Every Day I Die“ eine traumhafte Powerballade die in den 80ern die vorderen Plätze der Top 10s gestürmt hätte, „Soul Revival“ ein sehr flotter Rock N Roller im besten ASPHALT BALLET Stil. „I’m N Shock“ ein weiteres Highlight, „Red Hot N Blue“ die Jungs konnten es einfach nicht lassen einen Kracher nach dem anderen einzutüten. „Slave To Love“ und noch so ein verdammt geiler Rocker der in den 80ern die Hitparaden blockiert hätte – die unangefochtene #1 des Albums, „Fall Thru The Cracks“ und noch so ein eingängiger Rocker der alles umreißt was im Weg steht, „Hollywood Babylon“ zum Schluss gibt es noch einen schnellen Rock N Roller.

Balle

MAMMOTH – Mammoth (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. All The Days
02. Fatman
03. Can’t Take The Hurt
04. 30 Pieces Of Silver
05. Dark Star
06. I Bet You Wish
07. Long Time Coming
08. Bad Times
09. Home From The Storm
10. None But The Brave (Tonight) (CD Bonus Track)

 

Spielzeit: 48:44 min – Genre: AOR – Label: Jive / Zomba – VÖ: 1989 – Page:

Man schrieb das Jahr 1989 und eine britische Band mit Namen MAMMOTH trat ans Tageslicht um ihre Musik zu verbreiten. Von dieser Band erschienen drei Studioalben, zwei Best Of Zusammenstellung und eine Handvoll Singles. Ich selber stieß erst sehr spät auf die Band und sicherte mir das gleichnamige Debütalbum, das immer wieder Play Time bekommt.

Zur damaligen Besetzung zählten Nicky Moore am Mikro und Keyboards, Mac Baker an den Gitarren, John McCoy an Gitarren und Bass und Vinnie Reed an den Drums. Als zusätzliche Musiker wurden Bernie Torme und Kenny Cox an Gitarren, Rob Fisher an Keyboards sowie Dave Lloyd und Mark Williams an den Backing Vocals gelistet. Nickys Stimme war sehr rau und bewegte sich in den mittleren und tieferen Tonlagen, Vergleichen könnte man mit einer tieferen Version von John Francis von AFTER HOURS. Diese Stimme schafft allein schon die halbe Miete um dieses Album in der RG- Zeitmaschine vorzustellen. Die Gitarren brettern volles Rohr drauf los, wenn sie ein wenig lauter abgemischt wären, wurden die ohne Probleme und Änderungen im Hard Rock durchgehen. Die Gitarren erinnern auch sehr oft an die Hard Rock Heroes der 1980er Jahre, ohne dabei als Kopie zu wirken, deren Ausführung ist Hard Rock like. Die Keyboards stehen auf derselben Stufe wie die Gitarren, wurden aber nicht so auffällig eingespielt wie die Gitarren. Gittis und Keys bilden ein sehr gutes Grundgerüst für Nickys Stimme und den Sound des Albums. Der Bass kann sich sehr gut behaupten und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Die Drums kommen punktgenau und mit viel Drive. Mit den fetten Backing Vocals ergibt sich ein für AOR verdammt gut aufgestelltes Gesamtbild, die gelungene Produktion trägt zum positiven Bild bei.

MAMMOTH befinden sich auf ihrem Debüt im reinrassigen AOR ohne viel Schnörkel legten die Jungs von der großen Nordseeinsel ein Debüt vor das es in sich hatte – und immer noch hat, und mit den damals angesagten AOR Vertreten mithalten konnte. Dabei klingt der AOR nicht mal wirklich nach einer europäischen Band, sondern vereint mehrere einfließende Spielarten des Genres. MAMMOTH vermischten europäischen AOR mit dem aus Nordamerika und als Ergebnis gibt es ein Album das nicht nach Links oder Rechts sieht, sondern die Positiven Eigenschaften sowohl aus Europa und Nordamerika miteinander verband. Vergleichen kann man MAMMOTH am besten mit JOURNEY, SURVIVOR, PRISM, DUKE JUPITER, 8084, MICHAEL STANLEY BAND, BREATHLESS und HONEYMOON SUITE aus Nordamerika – und BITE THE BULLET, FM, WALK ON FIRE, AFTER HOURS, CHARLIE heftigere AFTER THE FIRE, ANDROIDS, ANGELS OR KINGS, CHANGE OF HEART und HEARTLINE aus Europa, sprich Großbritannien. Herausgekommen ist ein sehr attraktives Album mit einem Genre Mix des räumlich durch den Atlantik getrennten AOR.

„All The Days“ ein starker und eingängiger Opener, der Lust auf mehr macht, „Fatman“ ein kräftiger Rocker der auf Anhieb sitzt. „Can’t Take The Hurt“ ein Highlight, ab Mitte der 80er hätte es Potential für einen Welthit gehabt, „30 Pieces Of Silver“ ein leichtfüßiger und flotter AOR Rocker. „Dark Star“ nun wird mit Drama Spannung erzeugt, „I Bet You Wish“ hier kommt Rock N Roll Stimmung mit kräftigem Riffing auf. „Long Time Coming“ es wird intensiv drauf los gerockt, „Bad Times“ ein perfekter AOR Song der an einen Symbionten aus MICHAEL STANLEY BAND und CHARLIE erinnert. „Home From The Storm“ ein mit Drama angereicherter Rocker, „None But The Brave (Tonight)“ zum Schluss wird nochmals richtig eingängig abgerockt.

Balle

LOUD & CLEAR – Loud & Clear (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Make It Loud
02. Love Waits
03. Hold On
04. I Wanna Rock With You
05. Rhythm & Booze
06. Ride Into The Moonlight
07. Waiting For The Roar
08. Ghosts Of Summer
09. Baby Wants To Rock
10. Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore
11. Goodbye Eyes
12. Candle In The Window

Spielzeit: 48:05 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 1997 – Page:

Man schrieb das Jahr 1997, sechs Jahre nach dem NIRVANA Erdbeben veröffentlichten vier Melodic Rock Musiker ihr gleichnamiges Debütalbum in Eigenregie. Der Zeitpunkt war für diese Art Musik nicht mehr der Beste, und so ist LOUD & CLEAR nie wirklich über einen Geheimtipp oder Insider hinausgekommen. 2002 kam zwar noch ein zweites Album mit dem Titel „Disc-Connected“ bei MTM heraus, danach wurde das Kapitel LOUD & CLEAR geschlossen. Bis zum Jahr 2010 als die Band ROCK SUGAR mit ihrem ersten Mash-Up Album auftauchte und mit den beiden Masterminds von LOUD & CLEAR Jess Harnell und Chuck Duran wieder im Rampenlicht erschien.

Zur Besetzung von LOUD & CLEAR gehörten damals Jess Harnell am Mikrofon, Chuck Duran an den Gitarren, Mark Allardyce an Bass und Craig Shaw an den Drums. Jess besitzt eine sehr kräftige und aussagefähige Stimme die sich in den mittleren bis in die höheren Töne bewegt, zu dieser Tonlage gesellt sich eine gewisse Portion Rauch die dem Ganzen eine besondere Faszination verleiht. Die Gitarren machen keine Gefangenen, sind mal härter oder softer ausgeführt, je wie es der Song gerade erfordert. Der Bass kann bei genauem Hinhören wahrgenommen werden. Die Drums sind dezent ausgeführt und nicht so auffällig wie bei anderen Bands ausgefallen. Die Produktion kann den Standard der Songs leider nicht ganz mitgehen, da müssen Abstriche in Kauf genommen werden.

Der Stil befindet sich, wenn es um AOR geht im SURVIVOR und JOURNEY Fahrwasser, wenn es mal intensiver Richtung Melodic Rock geht kann man DEF LEPPARD mit „HYSTERIA“ oder BB STEAL als groben Vergleich sehen. Auf diesem Debütalbum bewiesen LOUD & CLEAR welch hohes Potential und Genialität in ihnen steckte, was sie auch auf Album #2 von 2002 unter Beweis stellen konnten. Leider war die Zeit für solche Musik lange vorbei und LOUD & CLEAR schafften es nicht den großen Wurf zu landen. Die enthaltenen Songs ließen großes hoffen, was sich leider nicht bewahrheitete und nach 2002 verschwand die Band bis 2010 um als ROCK SUGAR mit Mash-Up Versionen von erfolgreichen Pop und Rock Songs für aufsehen zu sorgen. Trotz des ausbleibenden Erfolges tut dies dem sehr guten Debütalbum keinen Abbruch und zeigt eine Band die wusste was sie wollte, leider um Jahre zu spät.

Mit den drei Melodic Rock Perlen „Ride Into The Moonlight“, „Waiting For The Roar“ oder „Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore“ wäre der Band in den späten 80ern ein Megaseller geglückt.

„Make It Loud“ ein flotter Einstieg ins Album, mit „Love Waits“ folgt eine AOR Perle. „Hold On“ eine Ballade die überzeugen kann, „I Wanna Rock With You“ hier kommt ein stampfender Rocker der voll nach vorne geht. „Rhythm & Booze“ bewegt sich zwischen Powerballade und Rocker, „Ride Into The Moonlight“ ein geniales Highlight das es in den 80er weit hätte bringen können. „Waiting For The Roar“ ein Brecher und weiteres Schmankerl das sogar heute noch den Test der Zeit übersteht, „Ghosts Of Summer“ ein Song mit traumhaft geilem Refrain für den andere Bands töten würden. „Baby Wants To Rock“ hier gibt es flotten AOR mit leichten Rock N Roll Vibes, „Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore“ die Band geizt nicht mit eingängigen und melodischen Songs, auch dieser bietet eine überzeugende Leistung. „Goodbye Eyes“ diese Ballade ist in den Strophen fast schon lahm, im Refrain explodiert der Song regelrecht, „Candle In The Window“ zum Schluss wird nochmals richtig drauf los gerockt.

Balle

MASH – Mash (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. The Here And Now
02. The Place Where I Was
03. Behind The Surface
04. You
05. In The Moon
06. What
07. Cafè Noir
08. Rims Ahead
09. Fears
10. All The Beauty
11. Friend
12. Poland

Spielzeit: 60:50 min – Genre: Melodic Rock – Label: DFP Music International – VÖ: 1998 – Page:

Ich kenne den Schweizer Musiker Ben Sollberger jetzt seit knapp fünf Jahren und im Laufe der Zeit ist zwischen uns eine Freundschaft abseits der Musik entstanden. Warum ich das erwähne, der tragische und zu frühe Tod eines Teils einer unserer besten Freundschaft vor knapp drei Wochen veranlasst mich seit dem immer wieder darüber nachzudenken wie glücklich man sich schätzen kann wenn man wahre Freunde hat, die mit einem durch Dick und Dünn gehen. Erwin wenn du das liest, wir sind immer für dich da, wenn du uns brauchst. Und als mich Ben darum gebeten hat mir das gleichnamige Album seiner Band MASH für die Zeitmaschine zur Brust zunehmen sagte ich gleich ja.

Zu MASH gehörten damals Rahel Krebs (heute Jaël Malli) und Daniel Kunz am Mikrofon, Ben Sollberger und Markus Bruun an den Gitarren, Heinz Siegrist an Keyboard, Matin Oppeliger an Bass und Martin Kunz an den Drums. Außer Ben kenne ich keinen der beteiligten Musiker, was aber nicht unbedingt für schlechte Qualität sprechen soll. Rahel und Daniel haben eine sehr fein definierte Stimme die sich zwischen mittleren und hohen Tonlagen befinden und sehr gut mit der Art Rockmusik harmonieren. Die beiden Gitarren lassen meist dezent die Saiten schwingen, ab und an kommt die Gitarre auch mal besser durch. Die Tasten erinnern an die 80er Jahre oder kommen als angedeutetes Piano, der Bass macht sich Luft und die Drums sind weder dezent noch dominant. Vom Mix bildet sich ein harmonisches Gesamtbild, dass sehr rund wirkt. Bei der Produktion muss man leichte Abstriche in kauf nehmen, da könnte mehr Dynamik drin stecken.

Für eine Schweizer Band untypisch gibt es Melodic Rock der niemals zu hart wird, sondern eher an Künstler wie PAT BENATAR, FIONA und FLEETWOOD MAC erinnert. Dies betrifft lediglich den Härtegrad, beim Stil wird es dann schon sehr speziell, da es sich wie man es von Schweizer Bands gewohnt ist nicht um rifflastigen Hard Rock handelt. Die Band verbindet wunderschöne Melodien mit einem softeren SAGA, MAGNUM Sound und mixt gelegentlich ein wenig Prog ala SARACEN oder auch softere PILOTS OF THE DAYDREAMS rein. Ein dezenter Vergleich mit den nicht wirklich bekannten deutschen Melodic Rock Bands DELAURIAN und SCARLET ROSE passt wohl am besten. Wie schon erwähnt gibt es wunderschöne oder sehr feine Melodien die mit den Instrumenten sehr gut dargeboten werden. Die beiden Stimmen machen sich auch sehr gut, egal wer jetzt den Leadgesang ausführt oder sich beide im Song ein Duell liefern, das passt alles gut zusammen. Ben ist wie er auf seinen beiden Soloalben beweisen konnte ein begnadeter Gitarrist und der Rest der Band steht ihm da in nichts nach.

MASH hatten damals Ende der 90er Jahre ein sehr unterhaltsames und vielschichtiges Album am Start das für jeden Rock Fan durchaus interessant sein könnte.

„The Here And Now“ ein Rocker der sich irgendwo zwischen soften SAGA, MAGNUM und SARACEN bewegt, „The Place Where I Was“ wird von der akustischen Klampfe getragen. „Behind The Surface“ wirkt anfangs sehr komplex, entwickelt sich aber mit zunehmenden Hördurchgängen, der Refrain wirkt gegenüber den Strophen schräg, „You“ wildert im Pop, Spanien Flair und kommt mit geilem Bass. „In The Moon“ kommt mit coolen JETHRO TULL und SARACEN Prog Vibes, „What“ in den Strophen balladesk, in den Instrumental Parts kommt epische Prog-Stimmung auf mit teilweise schrägen Riffeinlagen, „Cafè Noir“ flott mit Schmackes und geiler Orgel, „Rims Ahead“ ein Instrumental bei dem das Piano den besonderen Charme ausmacht. „Fears“ erinnert mich an alte Prog Songs von JETHRO TULL, „All The Beauty“ könnte auch von SCARLET ROSE stammen. „Friend“ eine verdammt schwere Ballade die die Taschentücher nass macht, „Poland“ wurde mit sehr viel Drama angereichert.

Balle

BAD MOON RISING – Bad Moon Rising (RG – Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Hands On Heaven
02. If It Ain’t Dirty
03. Without Your Love
04. Full Moon Fever
05. Lie Down
06. Old Flames
07. Built For Speed
08. Dark Side Of Babylon
09. Sunset After Midnight
10. Wayward Son

 

Spielzeit: 44:58 min – Genre: Hard Rock – Label: Pony Canyon Inc. – VÖ: 1991 – Page:

Man schrieb das Jahr 1991, die Hard Rock Band LION um Sänger Kal Swan und Gitarrist Doug Aldrich war Geschichte. In diesem Jahr veröffentlichen die beiden Musiker unter dem Namen BAD MOON RISING das gleichnamige Hard Rock Album, dass erste von drei Alben bis 1995. Bis Doug Aldrich dann im Jahr 1999 mit der Band BURNING RAIN im selben Genre wieder für Aufsehen sorgte.

Neben Kal am Mikrofon und Akustikgitarre und Doug Aldrich an Gitarren waren folgende Musiker am BAD MOON RISING Debütalbum beteiligt, Michael Schenker an Leadgitarre bei „Built For Speed“, Rick Serrate und Fred Mandel an Keyboards, Chuck Wright an Bass und Ken Mary an den Drums. Neben Kal und Doug trugen noch drei bekannte Musiker ihren Teil zum Debüt bei, Rick und Fred sind mir unbekannt.

LION war wie oben schon geschrieben Geschichte also präsentierten sich Kal und Doug erneut in Form von BAD MOON RISING der Musikwelt um diese zu erobern. Kal besitzt eine sehr raue und derbe Stimmfärbung die mit sehr viel Dreck glänzt und zu dem rohen und ungeschliffenen Hard Rock sowohl von LION als auch BAD MOON RISING passt. Vergleichen lässt sich das Organ schlecht da er seine eigene Art hat zu singen, deshalb ist er auch unter tausenden heraus zu hören. Die Gitarren von Doug verpassen dem Hörer eine Ohrfeige nach der anderen, weder zu hart noch zu soft haut er die Riffe raus. Das Keyboard wird sehr dezent eingesetzt und schwirrt im Hintergrund rum ohne groß aufzufallen. Der Bass von Chuck haut einem den Draht aus der Mütze, leise oder dezent sind Fremdwörter für den Tieftonakrobaten. Ken war noch nie ein zurückhaltender Drummer, sondern eher von der auffälligeren Sorte und dies stellt er auch auf diesem Album wieder unter Beweis. Die Produktion klingt wie der Hard Rock, roh, rau und nicht auf schön getrimmt, könnte allerdings ein wenig mehr Dynamik vertragen.

Wer die 80er Band LION und BURNING RAIN kennt sollte jetzt mit der Zunge schnalzen, denn genau auf dieser Schiene agieren auch BAD MOON RISING. Will für diejenigen die beide Bands nicht kennen heißen, es kommt roher ungeschönter Hard Rock nordamerikanischer Prägung auf den Teller. Angereichert mit ausgeprägten und erfrischenden Blues Vibes, die das Ganze sehr interessant wirken lassen. Vergleichen kann man eben mit LION und BURNING RAIN, sowie mit BADLANDS, 20/20 BLIND, BLACK BAMBI, BABYLON A.D., SHARK ISLAND, dem ASPHALT BALLET Debüt, wenn es balladesk wird dem SKID ROW Debüt und noch vielen mehr. Trotz der genannten Vergleiche waren BAD MOON RISING unvergleichlich und trugen deutlich die Handschrift von Kal und Doug. Egal ob es die Stimme von Kal oder das Gitarrenspiel von Doug ist, beides ist von einer verdammt hohen Qualität, das Songwriting trägt natürlich auch dazu bei.

Sehr Schade das nach drei Alben 1995 auch mit BAD MOON RISING Schluss war, wer die Musiklandschaft ein wenig verfolgt weiß das Doug Mitglied der Supergroup THE DEAD DAISIES ist und dort sehr gute Arbeit leistet. BAD MOON RISING hätten das Potential gehabt ganz oben zu landen, leider traf diese äußerst talentierte Band damals dasselbe Schicksal wie viele andere Bands. Durch das auskotzen von NIRVANA und Co war anständiger Hard Rock über Nacht Out und aus dem Radio verbannt, jeder wollte nur noch Deprimucke hören und kaufen, außer man nannte sich SCORPIONS, ALICE COOPER, OZZY OSBOUNRE, AC DC oder noch ein paar wenige. Alle drei Alben von BAD MOON RISING sind nicht leicht zu finden und können unter Umständen ein sehr tiefes Loch in die Haushaltskasse reißen, also ist beim Suchen Geduld gefragt.

„Hands On Heaven“ ein sehr intensiver Einstieg in das Album, „If It Ain’t Dirty“ bei diesem Stampfer kommt herrliches Old School Keyboard mit ins Spiel. „Without Your Love“ eine coole Ballade mit geiler Akustikklampfe, „Full Moon Fever“ geht wieder mächtig Böse nach vorne. „Lie Down“ verbreitet sehr gute Laune, das Ding bricht durch jede noch so harte Wand, „Old Flames“ in den Strophen Softrocker während der Refrain rockt. „Built For Speed“ ein flotter Rocker der Hummeln im Hintern hat, „Dark Side Of Babylon“ fängt sehr soft und zurückhaltend in den ersten Strophen an bis zur 55 Sekunde, ab da geht das Dingens ab wie ein Hund der von einer Katze eine richtige Gescheuert bekommen hat. „Sunset After Midnight“ und noch so ein Rocker mit sehr viel Potential aber nie Gehör bekam, „Wayward Son“ diese Ballade erinnert mich an die ersten beiden W.A.S.P. Alben.

Balle

NORWAY – Night Dreams (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Heartbeat
02. Every Little Thing
03. Night Dreams
04. Give You My Love
05. Destination Unknown
06. Love On The Line
07. Never Gonna Fall In Love Again
08. Bad Boys
09. Love Is Strong Enough
10. Surrender

 

Spielzeit: 41:51 min – Genre: AOR – Label: Pier-San Records – VÖ: 1997 – Page: www.facebook.com/Norway

Im Laufe des Jahres 1997 oder 1998 hörte ich den Song „Heartbeat“ der US-Band NORWAY auf einem Sampler des englischen Magazins Hard Roxx, der Song ging gleich runter wie sehr gutes Speiseöl. Als ich kurz darauf bei Hang Loose Records bestellte meinte mein Gegenüber am Telefon ob ich NORWAY kennen würde, als ich sagte den oben erwähnten Song zu kennen, meinte man das gesamte Album ist ein Burner. Also orderte ich das Album bei dieser Bestellung mit. Und ja mein Gegenüber sollte Recht behalten, das Album zündete sofort beim ersten Durchgang.

Zur Band gehörten auf dem Debüt Glenn Pierson an Mikrofon und Keyboards, Jim Santos an Gitarren, Joe Slattery an Bass und Marty Brasington am Schlagzeug. Glenn hat eine verdammt gute Stimme, die sich meist in den oberen Tönen rumtreibt, dass allerdings ohne den Nervfaktor anzusprechen. Bei Bedarf kommt auch eine Portion Dreck hinzu um das Ganze abwechslungsreich zu gestalten. Dabei bewegt sich die Stimmfärbung in etwa bei Chris Ousey (HEARTLAND) und Jess Harnell (Loud & Clear, Rock Sugar). Die Gitarren, egal ob akustisch oder elektrisch kommen immer genau auf den Punkt und sind beim Einsatz immer präsent ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Die Tastenabteilung hört sich sehr 80er Lastig an und steht einen Schritt hinter den Gitarren um das Fundament für Glenns Stimme zu bilden. Der Bass bewegt sich unspektakulär im Raum ohne den großen Macker raushängen zu lassen. Das Schlagzeug ist der einzige Kritikpunkt, denn das hört sich nach Samples und Blechkasten an, wurde dabei aber sehr gut ausgeführt um alles vor sich herzutreiben. Die Produktion klingt für eine Eigenveröffentlichung noch annehmbar, könnte in allen Frequenzen aber noch Dynamik vertragen.

Der Musikstil von NORWAY ist sehr tief in den 1980ern verwurzelt, was man in jeder Note oder Akkord hören und spüren kann. Stellt sich dieser Umstand als Nachteil für die Band heraus? Ich antworte mit einem sehr deutlichen Nein! Wer es schafft den Spirit und das damalige Gefühl so prägnant und stark auszudrücken hat nichts falsch gemacht, vielmehr alles an die Richtige Stelle gesetzt. Die meisten der Songs sind derart gefühlvoll ausgeführt das man meint das das Drama nicht mehr getoppt werden kann, auf der anderen Seite harmoniert dieses gefühlvolle sehr gut mit NORWAY. Die Jungs schafften es auf ihrem Debüt den 80er Arena und AOR Rock wieder auf Konserve zu bringen, dass auf einem Level das viele nicht mal ansatzweise erreichen oder ran schmecken können. NORWAYs Sound kann man am ehesten mit dem von 8084, SURVIVOR, LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, JOURNEY und NIGHT RANGER vergleichen. Der Sound ist sowas von US-Arena Rock, mehr geht nicht.

Leider war meines Wissens nach Album #3 „Rising Up From The Ashes“ aus dem Jahr 2007, ohne Glenn Pierson, Schluss mit Veröffentlichung. Was sehr Schade ist, da sehr großes Potential in der Band steckte oder immer noch steckt. Es gibt noch einen aktiven Facebook Account auf dem hier und da mal ein Beitrag erscheint.

„Heartbeat“ geht gleich am Anfang mit Genuss ins Ohr, „Every Little Thing“ ein cooler Rocker mit Gefühl. „Night Dreams“ ein Highlight mit sehr viel Potential – in den 80ern wäre die Band mit so einen Hit groß rausgekommen und Dauergast im Radio, „Give You My Love“ hier kommt 80er Dramatik zum Einsatz. „Destination Unknown“ ein Rocker der mehr als nur Spaß macht, „Love On The Line“ lebt von den ups and downs von Glenns Stimme. „Never Gonna Fall In Love Again“ kommt mit sehr geiler Akustik-Gitarre, „Bad Boys“ das nächste eingängige Highlight und bestes Tanzflächen- oder Radiofutter, mit auffälliger Tastenbelegung. „Love Is Strong Enough“ Gefühl trifft auf NORWAY trifft auf Glenns engelsgleicher Stimme, „Surrender“ zum Abschluss zeigen die US-Boys nochmals wo der Arena Rock Hammer hängt, nämlich bei NORWAY in Reinkultur.

Balle

HARDER! FASTER! – Have A Nice Life! (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Sun Goes Down
02. Walk On Water
03. Anymore
04. Lost In Yesterday
05. Tired Eyes
06. Rain
07. Take Me As I Am
08. Midnite
09. Sweet Talking Evil
10. Devils Moon

 

Spielzeit: 47:35 min – Genre: Hard Rock – Label: Lustyland Music – VÖ: 1994 – Page:

Heute kommt ein Exot aus dem Jahr 1994 in der Zeitmaschine zum Zug, wann ich mir das Album zulegte weiß ich nicht mehr. Einzig die Beschreibung des Albums als, „coole US Melodic / Hard Rock Band“ animierte mich das Album im Shop des Vertrauens zu ordern. Über die Band HARDER! FASTER! konnte ich damals nichts in Erfahrung bringen da Internet noch nicht in Reichweite war, jetzt lässt sich auf die Schnelle auch nichts finden. Also begnüge ich mich auf das spärliche Booklet und die Musik. Auf dem Streamingdienst mit dem grünen Logo ist das Album auf jeden Fall nicht zu finden.

Zur Band gehörten auf dem Album, Michael James am Mikrofon, Ronn Chick an Gitarren, Johnny Stanford II und Drummer Mike Collins. Das Label Lustyland Music sagt mir auch nichts, könnte sich um eine Angabe der Band handeln um das Album ein wenig offizieller klingen zu lassen. Michaels Stimme hat was Besonderes das man schlecht in Worte fassen kann. Die Range bewegt sich in einem Rahmen, der sehr gut hörbar ist, zudem verfügt er über eine extra Portion Dreck und Rauch die sehr gut mit dem Hard Rock harmoniert. Michael wird bei Bedarf mit mehrstimmigen Vocals im Hintergrund unterstützt. Die Gitarren hauen die Riffs trocken und ansatzlos raus das es eine wahre Freude ist. Der Bass macht alles andere aber nicht den in den Hintergrund gedrängten Nebenbuhler, der bekommt sogar mal in einem Solo Auslauf spendiert. Die Drums machen einen auf Steroiden geschwängerten Arni unter Volldampf und sorgen für mehr als ein Highlight. Die Produktion könnte ein bisschen mehr Dynamik vertragen, geht aber noch in Ordnung und rückt die Mucke immer noch ins rechte Licht.

Der Stil ist da schon spezieller, als ich das Album das erste Mal anhörte war ich enttäuscht, weil ich nichts von der Beschriebenen Coolness hören konnte. Auch ein zweiter und dritter Hördurchgang änderte nichts an meiner damaligen Einstellung zum Album. Mir war damals die Mucke zu unharmonisch, chaotisch, wirr und konfus, ich konnte ehrlich gesagt noch nichts mit HARDER! FASTER! anfangen. Erst sehr viele Jahre später, mehr als zehn waren es bestimmt kramte ich das Album mal wieder aus der Kiste um mir das Ding noch mal genauer zur Brust zu nehmen. Erst ab da hörte ich bewusster und nicht so oberflächlich zu, auf einmal entfaltete sich ein Bild in meinem Gehör das mir mit jedem Hören mehr zusagte. Irgendwann nach einigen Durchläufen mehr machte es dann gewaltig Klick und es kam besser an und die Coolness war da. Von jetzt auf gleich war mir bewusst, dass es sich bei „Have A Nice Life!“ um einen rohen und ungeschliffenen Diamanten handelt der leider kaum Beachtung fand und nur über den Importweg zu bekommen war. Der Hard Rock von HARDER! FASTER! wurde mit leichter Blues Note versehen um alles noch interessanter zu machen. Die Melodien brauchen etwas Zeit bis die sitzen, da es sich um eine sehr spezielle Songschreiberei handelt die man so kein zweites Mal mehr finden wird. Vergleichen kann man bedingt mit Bands wie 20/20 BLIND, ANIMAL BAG, BABYLON A.D., BAD4GOOD, BADLANDS, BLACK BAMBI, BLONZ, CATS IN BOOTS, CHILD’S PLAY, CITY OF FAITH, CRYSTAL ROXX und JAILHOUSE um nur einige zu nennen die auch diese Art von Hard Rock veröffentlicht haben. Nur stellen HARDER! FASTER! in der Aufzählung eine Ausnahme dar, denn die teils schrägen Riffeinlagen hauen schon rein und könnten für Verwirrung beim Hörer sorgen.

Wem sein Interesse geweckt wurde und das Album günstig erstehen kann, könnte allerdings einige Zeit benötigen es zu einem vernünftigen Tarif zu finden, sollte sich nicht von den ersten Durchläufen entmutigen lassen. Das Album brauchte bei mir auch sehr lange bis ich bereit für diesen Hard Rock war.

„Sun Goes Down“ ein intensiver und nicht gewohnter Einstieg in ein Album – trotzdem handelt es sich um einen Hit, „Walk On Water“ der nächste Hit. „Anymore“ sehr gefühlvoll und balladesk, „Lost In Yesterday“ kommt mit schrägen Riffen aus den Boxen gejagt. „Tired Eyes“ mit endgeilem Bass Lauf und Rockt wie Münchhausen auf der abgehenden Kanonenkugel, „Rain“ hier kommt sehr viel Drama zum Einsatz. „Take Me As I Am“ hier sorgt Michael mit seiner Stimme für Gänsehaut Momente, „Midnite“ eine Abgehnummer wie eine Dampframme. „Sweet Talking Evil“ der Song der von Anfang an am eingängigsten ist, „Devils Moon“ intensiv, chaotisch und wirr wird mit dem letzten Song das Licht ausgemacht.

Balle

THE FRONT – The Front (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Fire
02. Sunshine Girl
03. Pain
04. Sweet Addiction
05. Ritual
06. Le Motion
07. Sister Moon
08. In The Garden
09. Violet World
10. Sin

 

Spielzeit: 46:36 min – Genre: Hard Rock – Label: Columbia – VÖ: 1989 – Page: www.facebook.com/TheFrontBand/

So Donnerstagnacht und ich habe Bock auf ausgefallene 80er Jahre Mucke die sich im Hard Rock bewegt. Und da kommt das Album von THE FRONT gerade recht für eine Vorstellung in der Rock-Garagen Zeitmaschine. Irgendwann mal, den genauen Zeitraum weiß ich nicht mehr, im Plattenladen von Nebenan viel mir das Cover vom Einzigen mir bekannten gleichnamigen Album der US-Amerikaner THE FRONT auf. Durch das knallige Gelb und den dunkelblauen Tönen fühlte ich mich angezogen und kaufte das Vinyl. Als ich das Album das erste Mal anhörte war ich enttäuscht, um genauer zu sein es gefiel mir nicht auf Anhieb. Erst viele Jahre später als ich die LP wieder auflegte machte es Boom und auf einmal fand ich gefallen an dem Hard Rock der so anders ist als das was viele andere Bands auf Tonträger gepresst hatten.

THE FRONT starteten Mitte der 1980er Jahre und stammten aus Kansas City, wie es hat den Anschein hat ist die Band noch aktiv ist. Es gibt eine Internetpräsenz mit Bio, Merchandise, Lyrics, etc. und einen aktiven Facebook Account.

Zur THE FRONT Besetzung gehörten Michael Anthony Franano am Mikrofon und Gitarre, Mike Greene ebenfalls Gitarre, Bobby Franano an Keyboards, Randy Jordan an Bass und Shane an den Drums. Michaels Stimme strotzt gerade nur so vor Kraft und Ausdrucksstärke. Von der Tonlage liegt Michael irgendwo zwischen Michael Hutchence, Ian Astbury und Billy Idol. Diese Stimme bringt auch eine sehr raue Färbung mit die dem Hard Rock von THE FRONT sehr gut zu Gesicht steht. Die Gitarren sind genau richtig abgemischt ohne dass sie zu laut rüberkommen, eine perfekte Dosis und bilden mit den einen Ticken leiseren Keyboards ein starkes Rückardt um die Stimme so besser zur Geltung zu bringen. Der Bass kommt nicht so klar durch, den kann man aber sehr gut bei genauem hinhören wahrnehmen. Die Drums sind auch nicht ganz so laut, dafür aber sehr auffällig eingesetzt. Die Produktion klingt sehr gut, wie bei Major Label der 1980er gewohnt, mit viel Dampf und reichlich Dollars im Rücken produziert.

Der Bandsound ist reinrassiger Hard Rock und erinnert an THE CULT, HAND OF FATE mit leichtem Hang zum Wave der 80er. Durch die Stimme von Michael kommt auch hier und da INXS Stimmung mit mehr Testosteron auf. So ergibt sich eine geile Mischung aus den Vergleichen und dem Hard Rock von THE FRONT bei dem weder Eingängigkeit noch Melodie zu kurz kommen. Jetzt viele Jahre später muss ich zugeben das THE FRONT ein verdammt starkes Teil auf der Haben Seite haben und in allen belangen Punkten können.

Wer auf nicht kommerziellen Hard Rock, der nicht von der Stange stammt, steht sollte sich diese Band mit ihrem gleichnamigen Album unbedingt mal genauer anhören. Nicht vom Cover abschrecken lassen, der Inhalt ist bei weitem Besser als das Cover vermuten lässt.

„Fire“ fängt an wie ein Popansiger Mischmasch mit Synthi Intro, aber nur bis die die Drums einen aus der Lethargie reißt, mit den Gitarren ein Fass aufmachen und einen Hit daraus formen, „Sunshine Girl“ macht gleich da weiter wo der Vorgänger aufhörte, kommt mit geilen Keyboardklängen. „Pain“ kommt mit viel Drama aus der Kiste, „Sweet Addiction“ erinnert vom geilen Groove und den Drums an „Indian Reservation“ auf Dope. „Ritual“ ein mit jugendlichem Charme ausgestatteter Drama Rocker, „Le Motion“ hier schimmern THE CULT voll durch. „Sister Moon“ ein Hit der mit einem Schlagzeugspiel kommt das jeden nass macht, „In The Garden“ es wird flott mit Rock N Roll Vibes drauf los gerockt. „Violet World“ geht als Hybrid aus THE CULT und HAND OF FATE durch, „Sin“ zum Schluss noch so ein cooler Rocker der Band.

Balle