WORK OF ART – Exhibits

Band: Work of Art
Album: Exhibits
Spielzeit: 46:35 min
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 08.11.2019
Homepage: https://de-de.facebook.com/musicofworkofart

Das schwedische Trio WORK OF ART hat mit seinen bisherigen 3 Alben eigentlich nur extrem hochwertige AOR Kost vorgelegt. Den Vorwurf, dass der Sound der Truppe allzu nahe an den offensichtlichen Vorbildern Toto klebt kann man durchgehen lassen. Allerdings gibt es nur wenige Bands, die in diesem Fahrwasser fahren und so konsequent Qualität abliefern wie WORK OF ART. Und da Toto ja auch nicht mehr die produktivste Band unter der Sonne ist, können Genre-Fans froh sein, dass jemand die Lücke so gekonnt schliesst. Auch auf Album Nummero 4 sind die bekannten Trademarks (edelstes Songwriting, treffsichere musikalische Beiträge, eine angenehm transparente Produktion) wieder zu Hauf vorhanden. Hinzu gekommen sind allerdings auch deutliche Verweise auf (härtere) Journey. Das ist alles nicht unbedingt spannend. Auf Ihrem Feld sind die Jungs allerdings mittlerweile beinahe unschlagbar.

Luftig produziert, mit einem Sound der nun wirklich niemandem weh tut, „rocken“ sich WORK OF ART durch eine Reihe mit süchtig machenenden Hooklines randvoll gefüllten Wundertüten wie „Misguided Love“, dem von Gast-Keyboarder Vince DiCola (von dem die „Training Montage“ auf dem Rocky IV Soundtrack stammt) veredelten Ohrwurm „This Isn’t Love“ oder „Be the Believer“. Ja, zugegeben, manchmal schrammen die Jungs auch mal zu nah am Kitsch bzw. der austauschbaren Belanglosigkeit vorbei („Come home“, „What you want from me“). Aber im Großen und Ganzen treffen Sänger Lars Säfsund und seine Jungs eigentlich immer verlässlich ins Schwarze und liefern mit „Exhibits“ eines der, wenn nicht das, Highlight 2019 im AOR Bereich ab.

WORK OF ART sind quasi der fluffige Counterpart zu den etwas forscher ans Werk gehehnden Kollegen von ECLIPSE: Songwriting Maschinen mit Hit-Garantie, bei denen man mit jeder neuen Platte die Gewissheit kauft genau das zu bekommen was man erwartet. Das mag leidlich spannend sein. Aber im Bereich AOR und Melodic Rock gibt es weit und breit nur ganz wenige, die an die kompositorische und handwerkliche Qualität von Robert Sall & Co. heranreichen. Klare Kaufempfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Misguided Love
02. Be the Believer
03. Another Night
04. This isn’t Love
05. Gotta get out
06. Come home
07. If I cold fly
08. Destined to survive
09. Scars to prove it
10. What you want from me
11. Let me dream

Mario

CARL DIXON – Unbroken

Band: Carl Dixon
Album: Unbroken
Spielzeit: 44:40 min
Stilrichtung: Melodicrock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 29.11.2019
Homepage: www.carldixon.com

CARL DIXON, Frontmann von CONEY HATCH die in der ersten Hälfte der 80er Jahre drei gute bis sehr gute, eine Best Of und 2013 dann bei Frontiers ein viertes Album veröffentlicht haben. Nach einer Zeit bei THE GUESS WHO und APRIL WINE wurde Four von CONEY HATCH 2013 veröffentlicht.
CARL DIXON verfügt über eine sehr gute Stimme die einen sehr Hohen Wiedererkennungsfaktor besitzt.
Mit Unbroken bringt CARL DIXON sein mittleweile siebtes Soloalbum seit 1993 heraus.
Zuerst mal als Musiker ist Bobby Boebel sehr gut aber als Produzent zeigt er doch deutliche Schwächen. Wie bei diesem Album und auch Alben von FRONTLINE die er remastert hat sind deutliche defizite beim Sound das Leider zu lasten des sehr guten Songmaterials geht. Sorry Bobby aber der Sound ist nicht der Beste.
Unterstützung bekam DIXON nicht nur von Herrn Boebel sondern auch von Mark Santer von der Band SANTERS und Dylan Gowan am Schlagzeug, am Bass Hutch Bauer.
So nun zum eigentlichen den Songs, diese sind sehr gut und bewegen sich im Midtempo Bereich und gehen gut ins Ohr. Mit “All My Love And Hopes For You” kommt eine Ballade zum Einsatz. An das Album Friction von CH reicht Unbroken nicht ran, aber es ist sehr nahe dran und eignet sich bestens für eine Grillparty oder offene Cabrio fahrt in den Sonnenuntergang. Leider bremst die schlechte Produktion den Hörspass ein wenig, aber es geht noch Schlimmer wenn ich da an die Alben von BAI BANG – Linvin‘ My Dream und GREGORY LYNN HALL – Heaven To Earth beide ebenfalls von AOR Heaven, die nahe an der Grenze zur Körperverletzung produziert wurden. Deshalb gibts von mir zwei Bewertungen, 8 Sterne für das Songmaterial und 5 Sterne für die kraftlose Produktion.

Fazit:

Für jene die gerne guten Melodicrock in der Schnittmenge CONEY HATCH, STAGE DOLLS, melodischen SANTERS oder softere VON GROOVE hören.

Anspieltips:

“Can’t Love A Memory”, “Bowl Me Over”, “Nothing Lasts Forever”, “Every Step Of The Way”, “Summer Nights” und “This Isn’t The End”

Aufgrund aller Kriterien:

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Can’t Love A Memory
02. Bowl Me Over
03. Nothing Lasts Forever
04. Every Step Of The Way
05. Summer Nights
06. All My Love And Hopes For You
07. This Isn’t The End
08. Drive Just Drive
09. Roll The Dice
10. Keep The Faith
11. Unbroken

Helmut

JOHN HARV`S TWISTED MIND – Into the Asylum

Band: John Harv`s Twisted Mind
Album: Into the Asylum
Spielzeit: 71:35 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.facebook.com/metalapolis

STORMZONE Mastermind John “Harv” Harbinson hat in all den Jahren einige Songs angehäuft, die nicht unbedingt zum NWOBHM Stil seiner Hauptband passten. Speziell nach der Veröffentlichung des letzten Albums „Lucifer`s Factory“ schrieb er einige dieser Songs.
Kurzerhand entschloss er sich diese Nummern nun unter eigenen Namen unters Volk zu bringen und so bekommen wir auf seinem Solo Debütalbum „Into the Asylum“ eine breite Bandbreite von Melodic Metal/Rock, Hard Rock und AOR geboten!
Als Backingband hat John einige der besten Studiomusiker Nord Irlands versammelt.
Mit dem Titeltrack und Opener „Into the Asylum“ steigen wir direkt in das Solo Debüt ein. Dieser legt nach einer kurzen Cinematic Einleitung ordentlich los und überzeugt direkt mit seinem Midtemposound und dem eingängigen Chorus. Ein ordentlicher Beginn würde ich sagen!
„She`ll Get You“ im Anschluss ist dann eher guter Standardmetal, „Wolf at your Door“ geht dann eher in die Rock Richtung und entwickelt für meinen Geschmack etwas zu wenig Druck und Zug. Läuft irgendwie etwas an einen vorbei…
Das folgende, etwas episch angelegte „Coming Home“ macht dann seine Sache wesentlich besser und überzeugt wieder direkt und auch das anschließende „Hammerfall“ mit seiner kräftigen Keyboardunterstützung sowie „Tyrannosaur“ setzen sich schon nach kurzem in den Gehörgängen fest!
Der Mittelteil ist dann leider eher recht durchwachsen geworden, es geht dann leider erst wieder beim extrem nach vorne drückenden „Apocalypto“ qualitativ nach oben.
Hier dominieren tiefgestimmte Gitarren und auch sonst ist man hier eher metallisch unterwegs.
Danach gibt es mit dem schön rockigen Doppelpack „Beating of a Heart“ und „Titanic“ sowie dem abschließenden akustischen „Beware in Time“ weitere Hits die den schwächeren Mittelteil dann etwas in Vergessenheit geraten lassen!

Anspieltipps:

„Into Asylum“, „Coming Home“, „Hammerfall“, „Apocalypto“ und „Beating of a Heart“

Fazit :

Eins kann man direkt festhalten, der gute Harv Harbinson hat auf seinem Solodebütalbum einen ordentlich Straus von Rock,. Metal und AOR Songs zusammengeschnürt bei dem auf jeden Fall für fast jeden Fan etwas dabei sein sollte!
Leider ist das Album etwas zu lang geworden, was vor allem im etwas schwächeren Mittelteil auffällt. Hier passt nicht immer alles zusammen.
Trotzdem kann man insgesamt hier doch einige sehr ordentliche Tracks finden und abschließend kommt eine überzeugende, starke Leistung zusammen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Into the Asylum
02. She`ll Get You
03. Wolf at your Door
04. Coming Home
05. Hammerfall
06. Tyrannosaur
07. Touch the Flame
08. Heart of Fire
09. Blood and Tears
10. Apocalypto
11. Beating of a Heart
12. Titanic (Steel Meets Ice)
13. King of Hearts and Minds
14. Beware in Time (Acoustic)

Julian

MICHAEL BORMANN’S JADED HARD – Feels Like Yesterday

Band: Michael Bormann’s Jaded Hard
Album: Feels Like Yesterday
Spielzeit: 56:37 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: RMB Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.facebook.com/MBJadedHard

Es ist halb acht abends, ich habe meine mentalen Kapazitäten für den Tag eigentlich schon ausgereizt und muss nun herausfinden, wie ich JADED HEART am Anfang meiner Metallerkarriere 2009 live sehen konnte, obgleich sie laut Promotext 2004 aufgelöst wurden. Viertelstunde später kann ich informieren: Lediglich Gründungssänger Michael Bormann hat sich getrennt, der Rest der Truppe war ab dann mit geändertem LineUp nach wie vor unterwegs. Und Bormann zog ab 2017 noch einmal mit einem Best Of-Programm von 1990 bis 2004 umher und bekam im Zuge dessen Bock auf neue Songs. Ja nu, here we go. “Feels Like Yesterday” ist draußen mit zwölf neuen Tracks und einer knappen Stunde Spieldauer. Die Platte bewegt sich zwischen Classic und Melodic Rock sowie AOR und ein bisschen Metal, gut gespielt und erwartungsgemäß gut von Bormanns starker Rockstimme und stimmigen Backing Vocals geführt. Heavy ist das Ganze selten, tatsächlich ist man in den Strophen doch oft eher balladig unterwegs, was sich gerade dann sehr rentiert, wenn auf die ruhige Strophe wie bei “Won’t Surrender” ein druckvoller Chorus einsetzt. Keyboards sind trotz der AOR-Einflüsse explizit sparsam eingesetzt, was durchaus gut tut. Immer die gleichen 80er-Synth-Chords sind eben auch nicht unbedingt nötig. Wenn denn auf Keys zurückgegriffen wird, geschieht dies absolut im Sinne der Musik, beispielsweise bei den Streichern und der Orgel im intensiven “Shout It All Out”. Stimmungstechnisch gibt es eine angenehme Auswahl. Während Tracks wie “It Feels Like Yesterday” oder “Just One More Step Away” eher melancholisch anmuten, wird auf der anderen Seite das Gute-Laune-Pedal bei “Mr Mysterious” oder “Everyone Is A Rockstar” in feinster Kickdown-Manier bedient. Und obgleich man doch oft nach den Regeln der verwendeten Genres spielt, ist immer Platz für Charakter und Individualität. Eine komplette Ballade gibt es nicht, auch wenn unter anderem “Don’t You Ever Leave” durchaus in die Richtung geht, dank des Refrains aber knapp über der Grenze zum ruhigen Rocksong liegt.
Kritik am Album ist an dieser Stelle sehr subjektiv. Die paar mehr Ecken und Kanten, die ich mir von einem Album wünsche, müssen halt in diesem Genre nicht unbedingt sein, ebenso das gewisse Maß an Bonushärte, die mir persönlich fehlt. Die leicht holzige Produktion wäre noch so ein Punkt, die passt aber in ihrer Handgemachtheit auch zum Stil. Und vielleicht ist die Genre-Klischee-Arbeit doch ein wenig zu hart (hier der eher objektive Kritikpunkt), da sie doch einige Male zu Vorhersehbarkeit führt. Aber an sich ist “Feels Like Yesterday” ein absolut positives Nostalgiealbum mit Liebe zum Detail geworden, das sich im Vergleich zu Genrekollegen doch einige Freiheiten nimmt und damit das gewisse Etwas erhält.

Fazit:
Dementsprechend kann Bormanns Rückkehr Freunden melodischen Rocks mit Classic-Hard-Rock-AOR-Spirit wärmstens an’s Hard gelegt werden. Und Freunden alter JADED HEART sowieso. Es ist immer schön, wenn Bands dieses Genres Individualität beweisen und nicht nur versuchen, möglichst wie die Großen zu klingen. Und Mb’s JADED HARD beweisen Individualität. Genau genommen gehören sie halt auch zu den Großen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Feel Like I’m Living
02. It Feels Like Yesterday
03. Won’t Surrender
04. Bring Me Higher Love
05. We’d Still Make It
06. Mr Mysterious
07. Good Times
08. Just One More Step Away
09. Don’t You Ever Leave
10. I’m A Son Of A Gun
11. Shout It All Out
12. Everybody Is A Rockstar

Jannis

AGE OF REFLECTION – A New Dawn

Age of Reflection

Band: Age Of Reflection
Album: A New Dawn
Spielzeit: 46.25 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR HEAVEN
Veröffentlichung: 27.9.2019
Homepage: www.facebook.com/AGEOFREFLECTION/

AGE OF REFLECTION – A New Dawn
Der Grunge kam wohl für einige doch zu früh. Auf diese Aussage kann man sich festlegen, wenn man sich die Flut an aktuellen Bands ansieht, die sich im musikalischen Gewand der 80er Heroen kleiden. Die Renaissance des Hairmetals beflügelt auch die Schweden von AGE OF REFLECTION mit ihrem zweiten Werk „A New Dawn“.
2013 vom Gitarristen Carl Berglund und Bassisten Jan Skärming gegründet folgte 2017 das Debüt im Stile des klassischen AOR mit gefühlvollen Harmonien. Diesen Weg gehen AoR mit „The New Dawn“ konsequent weiter. Teils stark an die Wegbereiter Journey & Co angelehnt schaffen es AGE OF REFLECTION der Magie der alten Tage neue Energie einzuhauchen.
Der musikalische Arbeitsnachweis erstreckt sich über elf ansprechende Songs, die nicht den Anspruch haben, den Melodic Rock neu zu erfinden, aber auch weit davon wegstehen, Plagiatsvorwürfe befürchten zu müssen.
AoR bereichern die Szene mit einer rundum gelungenen Scheibe, an der es nichts auszusetzen gibt. Innovation überlassen sie anderen und besinnen sich auf ihre Stärken, die zweifellos vorhanden sind.
Nachdem das mystische Keyboard /Gitarrennintro ins Titelstück überleitet lässt sich schnell erahnen,wohin die nächste Dreiviertestunde führen wird. Melodische Rocknummern mit nicht zu verkennender Qualität gekonnt transportiert vom Sänger Lars Nygren und erneut unnachahmlich abgemischt von Mr. Mårtensson (Eclipse, W.E.T., Nordic Union), der dem Ganzen den passenden Rahmen verpasst.
„Here I Stand“ hat schon ordentliche Bon Jovi Versatzstücke im Riff, vereint aber die im Info Sheet angekündigten emotionalen Harmonien mit der Kraft des amerikanischen Hardrocks ebenso wie das getragene „What If I Break“.
Die Nummern „Go“, „Never Alone Again“und „Write It On The Wall“ tragen ein handwerklich mehr als gelungenes Album, mit einigen wirklich schönen Songideen, die durch ausgewogene Instrumentierung überzeugen. Warme Keyboards, saubere Gitarren, alles passend an der richtigen Stelle und unaufgeregt dargeboten.
Wenn die zwar gelungene, aber dann doch leider auch etwas an Einfallslosigkeit kränkelnde Coverversion „I Just Died“ von Cutting Crew stilistisch komplett ins Gesamtkonzept passt, weiß man, wohin die Reise
AGE OF REFLECTION bieten auf ihrem zweiten Album mehr als soliden, guten Mainstreamrock, der sich nicht durch Exklusivität von der Masse abhebt, aber auch nicht in ihr unterzugehen droht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Aurora
02. A New Dawn
03. Stay With Me
04. Here I Stand
05. Until Death Do Us Part
06. What If I Break
07. Go
08. Never Alone Again
09. I Just Died In Your Arms
10. Write It On The Wall
11. Can´t Let Go

Link zum Video “Stay With Me” 

Rüdiger König

THE DEFIANTS – Zokusho

Band: The Defiants
Album: Zokusho
Spielzeit: 56.15 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers records
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.facebook.com/TheDefiantsRockBand

The Defiants – Zokusho
Vier Jahre gibt es sie nun und mit ihrem Debüt haben sie für ordentlich Furore gesorgt. Die Rede ist von THE DEFIANTS und echten Fans sagt man nichts Neues, wenn man erwähnt, dass sie eigentlich Danger Danger heißen oder hießen oder wie auch immer….
Bands, die sich einen Gitarristen für europäische Live Aktivitäten, sowie einen für den Rest der Welt leisten, gibt’s wohl nicht sehr viel.
Wie auch immer sich die New Yorker Hardrocker momentan deklarieren, wer auch immer gerade welches Instrument bedient, letztendlich zählt, was drinsteckt in der musikalisch hoch veranlagten Band um Songwriter, Produzent und Basser Bruno Ravel.
Die Amerikaner mit dem skandinavischen Melodieverständnis verfolgen weiterhin den Weg, den sie mit ihrem selbst betitelten Debüt recht erfolgreich eingeschlagen haben. Ihr lang erwartetes zweites Output „Zokusho“, das japanische Synonym für Fortsetzung, bietet Interessant gestalteten Melodic Rock, ziemlich glatt poliert aber niemals langweilig.

„Allnighter“ ist vom Arrangement her eher ein Mitgröhler der mittleren Preisklasse und mit „Drink Up“ in die ungeliebte Kategorie Albumfüller zu packen.
Deren Gegengewicht bilden Songs wie die locker flockigen „It Goes Fast“ und vor allem „ Love is the Killer“, die strukturell recht einfach gehalten, alles bieten, was einen guten Song ausmacht. Eingängigkeit durch schöne Melodieführung und catchy Refrain.
Auch „Standing On The Edge“ zündet schnell und ordentlich und dringt recht tief in die Gehörwindungen. Rob Marcellos cooles Gitarrenriff auf dem sich Sänger Paul Laine austobt, sollte bei Livedarbietung sicher ein Highlight in der Setlist darstellen.
Das THE DEFIANTS dem poppigeren Gefilden des Melodic Rocks frönen und in erster Linie auf einen gelungenen Refrain bauen, ohne zu vergessen, der Gitarre ihren Raum zu lassen, beweist „Stay“ eindrucksvoll. Perfekter Poprock erster Güte.
Einen schönen Gitarreninstieg auch beim mehr als gelungenen „UX´D My Heart“ (You crossed my heart), bevor es sich spätestens im Solo zu einem Höhepunkt des Albums aufschwingt.

Alles in allem bleiben sich THE DEFIANTS auf „Zokusho“ mehr als treu und besinnen sich auf das, was sie am besten können, liefern sie doch erneut einige außergewöhnlich Ohrwürmer ab. Sie gehen keine neuen Wege, sind aber mehr als gut in der Spur.

Line-up: Bruno Ravel: Bass | Paul Laine: Vocals, Guitar | Rob Marcello: Guitar | Steve West: Drums

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Love Is The Killer
02. Standing On The Edge
03. Hollywood In Headlights
04. Fallin´In Love
05. Hold On Tonite
06. Allnighter
07. U X´D My Heart
08. It Goes Fast
09. Stay
10. Alive
11. Drink Up

Link zum Video “Hollywossd In Headlights”:

Rüdiger König

TONY MILLS – Beyond the Law

Band: Tony Mills
Album: Beyond The Law
Spielzeit: 42.01 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Battlegod
Veröffentlichung: 21.06.2019
Homepage: www.tonymills-official.com

Tony Mills – Beyond the Law
Wenn die Promoter ein neues TONY MILLS Solowerk in Aussicht stellen, kann man sicher sein, dass demnächst wieder ordentlicher AOR Stoff mit Ecken und Kanten im CD-Player steckt. Nicht anders war es bei seinem aktuellen Werk „ Beyond The Law“. Der charismatische Sänger konnte nicht nur bei seinen Bands SHY und TNT mit seiner unverwechselbaren Stimme überzeugen, auch seine Solowerke haben alle gehobene Qualität. Das liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass Mills klare Vorstellungen hat, mit wem er gerne auf seiner sechsten Soloproduktion zusammenarbeiten möchte.
Diesmal als Co – Komponist mit an Bord ist der umtriebige Tommy Denander (u. a. Alice Cooper) der ein unglaubliches Gespür für zündende Melodien hat. Was dieser Mann alleine in letzter Zeit an hochkarätiger Musik für verschiedenste Bands produziert hat, ist schon großes Kino. Auch Peter Newdeck (MIDNIGHT CITY) und Patrick McKenna (SHY) stellen sich in den Dienst der Sache um einen würdigen Nachfolger des „Streets Of Changes“Album zu erarbeiten.
„Beyond The Law“ ist als Konzeptalbum angelegt, die Songs behandeln Geschichten aus den 1930er Jahren Amerikas. Stilistisch ist alles TONY MILLS, auch wenn „Bonnies Farewell“ mit Saxofon unterlegt wird, das musikalische Grundgerüst ist AOR mit ordentlich rockendem Gitarrenanteil.
Zeitloser Melodic Rock, mal treibend, wie in „Code of Silence“ und „Gunfire“, mal in schöne Midtemponummern wie“ Running Guns“ oder „The Westside“verpackt, aber auch dezent und getragen, alles wird zusammengehalten durch TONY MILLS immer noch kraftvolle Stimme, die allemal eine größere Bühne verdient hätte, als er sie mit diesem Album erreichen wird.
Diese zehn Stück beenden leider, so die offizielle Ankündigung, eine 40-jährige Karriere aus gesundheitlichen Gründen und eins ist sicher, TONY MILLS wird fehlen, zumindest allen, die auf gut gemachten, abwechslungsreichen Melodic Rock stehen.

WERTUNG:

 

 

Lineup:
Tony Mills – Vocals
Tommy Denander – Guitars, Keyboards
Linda Mills – Bass
Patrick McKenna – Keyboards
Pete Newdeck – Drums

Trackliste:

01. Beyond the Law
02. The West Side
03. Running Guns
04. We Sold Your City
05. Black Sedan
06. F.B.I.
07. Crackin’ Foxy
08. Code of Silence
09. Bonnie’s Farewell
10. Gunfire

Link zu : Beyond The Law :

Rüdiger König

SOLEIL MOON – Warrior

Band: Soleil Moon
Album: Warrior
Spielzeit: – min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music Records
Veröffentlichung: 09.08.2019
Homepage: www.soleilmoonband.com

SOLEIL MOON – Warrior

Soleil Moon gehören von jeher eher zu den musikalisch ruhigeren Vertretern des AOR Genres. Seit ihrem gelungenem Debüt „Worlds Apart“ aus dem Jahre 2000, spätestens aber mit Veröffentlichung des 2011 Albums „On the way to everything“ liegt das Augenmerk auf gut arrangierte, interessante Songs mit viel Finesse.
Somit überrascht es nicht, dass mit dem aktuellen Longplayer „Warrior“ die Marschroute nicht sonderlich geändert wurde. Hier und da etwas mehr Gitarre ansonsten bleibt SOLEIL MOON sich und ihrer Linie treu. Harmonie ist Trumpf, Keyboards häufig das Instrument auf dem die Songs entstehen. Somit erscheint die Wahl des Albumtitels schon ziemlich unpassend martialisch.
Singer/Songwriter Larry King sowie sein Partner, Jazzpianist John Blasucci, haben erneut Freude am Mischen verschiedener Musikstile und legen auch beim dritten Studioalbum viel Wert auf einen perfekten Sound.
Jeder einzelne der zwölf Songs hat einen hohen Wiedererkennungswert und lebt von seinen zahlreichen Überraschungsmomenten.
Larry Kings Gesang klingt gewohnt warm und entspannt, immer wieder mal erinnert er auch auf „Warrior“ ein wenig an Richard Marx, wenn er sich wie in „Nothings Matter“ in die Höhen des Refrains schwingt.
Bedingungsloses Abrocken gilt nicht als offensichtliche Zielsetzung des Albums, auch wenn mit Gast Michael Thompson der Gitarrenpart mehr als lukrativ besetzt ist, aber wer Balladen wie das grandiose „Halfway To Nowhere“ am Start hat, braucht sich über die Songqualität seines Albums keine großen Sorgen zu machen.
Auch im getragenen “When I´m with You“ bin ich komplett an der Seite von SOLEIL MOON, die in „Before The Rainbow“ eindrucksvoll belegen, dass auch die relativ einfach gewählte Songstruktur durchaus ansprechend sein kann.
Alles in allem besticht „Warrior“ von SOLEIL MOON durch seine harmonische Entspanntheit, nichts kommt aufdringlich daher, ohne dabei an die Grenzen der Langeweile zu stoßen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. ´72 Camaro
02. Here For You
03. You And I
04. Just So You Know
05. Can´t Go On
06. Halfway To Nowhere
07. How Long
08. Nothing Matters
09. When I´m with You
10. Before The Rainbow
11. Warrior
12. 420 (Hidden Track)

Link zum Video . “Just So You Know”:

Rüdiger König

D.A.D – A Prayer for the Loud

Band: D.A.D
Album: A Prayer for the Loud
Spielzeit: 44:32 min
Genre: Hardrock, Melodic Heavy Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 31.05.2019
Homepage: www.d-a-d.dk

Nachdem ich manuell die Tags der Promo mp3 files korrigiert hatte (die waren Kraut und Rüben), konnte der Spass  losgehen und, jepp, die Dänen enttäuschen auch auf Album Nummer 12 nicht. Im Gegenteil. Nach einer für den eingefleischten Fan doch recht lang andauernden Durststrecke, das letzte Album „DIC·NII·LAN·DAFT·ERD·ARK“ liegt nun schon fast satte 8 Jahre zurück, legen D.A.D mit „A Prayer for the Loud“ einen souveränen Kracher vor.

Drumherum scheint schonmal alles zu passen: das „geschmackvolle“ Artwork ist ’n Hingucker und soundtechnisch ist auf „A Prayer for the Loud“ alles im grünen Bereich. Die Scheibe schiebt schön ordentlich aus den Boxen und, ein nicht zu unterschätzender Aspekt, Jesper Binzer (immerhin Baujahr 1965) ist stimmlich immer noch absolut auf der Höhe. Wo Kollegen ab einem gewissen Alter langsam aber sicher abbauen, haut der Frontman seine Hooklines mit einer umwerfenden Selbstverständlichkeit raus. Ein Musterbeispiel hierfür ist der locker lässige Titeltrack. Die typischen Country/Gretsch Gitarren, die „No Fuel left for the Pilgrims“ und „Riskin‘ it all“ zu ihrem eigenständigen Sound verholfen hatten, waren zwar schon bei „helpyourselfish“ (leider) so gut wie verschwunden, tauchen aber hin und wieder, wie in der schönen Ballade „The Sky is made of Blues“, wieder auf und setzen die gewohnten Akzente. Und wenn man sich einen Track wie „Time is a Train“ anhört, könnten einem die Tränen angesichts der heutzutage üblichen selbstgedrechselten Computer-Produktionen kommen. D.A.D stehen auch 37 Jahre nach Ihrer Gründung noch wie ein Fels in der Brandung und zeigen den Möchtegern-Rockern von heute wie handgemachter ROCK geht.

Wer auf das bisherige Oeuvre der Jungs steht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Auch wenn D.A.D zwischendurch mal geschwächelt haben, so ist bisher noch kein richtiger Rohrkrepierer auf Ihr Konto gegangen. Und daran ändert sich auch mit der neuesten Scheibe der Truppe nichts. Der plakative, mancher mag sagen infantile, Humor der alten Tage ist einer gewissen subtileren Ironie gewichen. Die Songs auf „A Prayer for the Loud“ können zwar an die absoluten Klassiker der Band nicht ganz heranreichen, sind aber weiterhin ziemlich starker Stoff. Beide Daumen hoch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Burning Star
02. A Prayer for the Loud
03. Nothing ever changes
04. The Sky is made of Blues
05. The real me
06. No Doubt about it
07. A Drug for the Heart
08. Musical Chairs
09. Time is a Train
10. Happy Days in Hell
11. If the world just

Mario

RENE SHADES – Teenage Heart Attacks & Rock’n Roll Heaven

Band: Rene Shades
Album: Teenage Heart Attacks & Rock’n’Roll Heaven
Spielzeit: 46:34 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Pop Rock / Country
Plattenfirma: Magic Mile Music
Veröffentlichung: 14.06.2018
Homepage: www.reneshades.com

Als Member der dänischen Hard Rock Helden von PRETTY MAIDS, ist der Name RENE SHADES seit geraumer Zeit ein Begriff.
Heuer steht nun die Veröffentlichung seiner Solo Scheibe an, auf der sich SHADES von einer ganz anderen musikalischen Seite zeigt.
Ist man mit PRETTY MAIDS von ihm eher die härtere Gangart gewohnt, so zeigt sich dieser versierte Musiker hier sehr variabel beim Thema Songwriting. Einflüsse von Pop, Rock, Country und Folk verbindet man sehr geschickt mit einer guten Produktion. SHADES selbst übernahm den Gitarrenpart nebst Gesang.
Wer nun denkt, dass eine entsprechende Kombination dieser Elemente nicht funktionieren wird, sieht sich hier eines Besseren belehrt.
Sehr kompakt und ausgewogen wirkt dieser Rundling und verbreitet von der ersten bis zur letzten Minute gute Laune. Die ideale Scheibe für die nächste Fahrt mit dem Carbrio. Am Ende möchte man gleichwohl die „Repeat Taste“ drücken, um sich einen weiteren Durchgang zu gönnen.
RENE SHADES belegt mit diesem Album seine Vielfältigkeit und so bleibt die Hoffnung dass dies nicht der letzte Solo-Ausflug, dieses hervorragenden Musikers sein wird. Beide Daumen nach oben für diese tolle Scheibe

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Brigade
02. Reckless
03. Superheroes
04. Forever Girl
05. What Are You Waiting For
06. Midnight In The City
07. The American Dream
08. Oh Susie
09. Little Footstepes In The Sand
10. Pretty Little Lies
11. Centerfold
12. Already Gone (feat Brent Manson)

Bonne