MAGICAL HEART – Another Wonderland

Band: Magical Heart
Album: Another Wonderland
Spielzeit: 45:07 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 01.06.2018
Homepage: www.magicalheart.de

Bis ins Jahr 2014 geht die Geschichte der Songs zum nun erscheinenden Debütalbum der Rock-Formation MAGICAL HEART zurück. Mit Drummer Charly Barth (Wayward), Sänger Christian Urner (Herezy, Old Age Revolution), Bassist Robert Frenz und Hammerschmitt Gitarrist Gernot Kroiss bildete sich schnell eine rockigschlagkräftige Truppe, die sich im Laufe der kommenden Jahre über Live-Konzerte unter dem noch vorläufigen Namen „Quo Vadis“ eine Fangemeinde in bayrischen Gefilde aufbauen konnte.
Nachdem einige Songs geschrieben und gereift waren und die Produktion eines Longplayers ins Auge gefasst wurde, entschied man sich, dem Projekt auch einen passenderen Namen zu geben; so wurde MAGICAL HEART geboren. Nach Fertigstellung des Albums stieg Kilian Kellner in die Band ein, nachdem Charly aus privaten Gründen die Formation verlassen musste.
Soweit die Basicfacts zum ersten Album „Another Wonderland“ der Jungs von MAGICAL HEART. Und wie tönt das gute Stück denn nun?
Nun, werfen wir mal flugs beide Ohren in Richtung des Openers „Dream no More“. Dieser rockt fleißig los und der tolle Beat geht einem durch Mark und Bein. Zusätzlich haben wir noch einen einprägsamen Chorus der das Ganze schön eingängig macht. Als Opener also beste Wahl wie ich finde.
Noch ein Wort zu Sänger Christian, der Junge hat eine Gesangsstimme die perfekt zu dieser Art Mucke passt, nicht zu tief, nicht zu hoch, einfach sehr angenehm.
Und ähnlich stark wie der Opener sind dann auch die anschließenden Tracks, das treibende „Silence and Dreams“ sowie der Titeltrack „Another Wonderland“. Hier passt alles und man wird als Genrefan bestens unterhalten!
Der Mittelteil der Scheibe wird dann ganz klar vom erstklassigen „Magic“ und „See the Light“ dominiert.
Die hier ebenfalls zu findenden „Ocean“ und „Shadows“ sind eher gute Standardsongs die aber nicht an die bisherigen Volltreffer rankommen.
Im letzten Abschnitt haben wir dann noch als Volltreffer das abwechslungsreiche „We are not lost“ zu verzeichnen, die restlichen Songs gehören auch eher zu der Sparte gute Standardsongs.
Warum man als letzten Track eine weitere Version von „Ocean“ genommen hat und nicht einen weiteren, neueren Song, entzieht sich meiner Kenntnis. Braucht man nicht unbedingt.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sind hier „Dream no More“, „Silence and Dreams“, „Another Wonderland“, “Magic” und “We are not lost” zu nennen.

Fazit :

Das Debütalbum der Jungs von MAGICAL HEART ist auf jeden Fall sehr ordentlich gelungen! Man merkt das die Jungs schon länger so zusammen musizieren und viel Liveerfahrung besitzen.
Viele Songs zünden direkt, klar es gibt auch den ein oder anderen Stinker dabei, aber im Großen und Ganzen haben wir hier eine starke Leistung die sich interessierte Rockfans gerne näher zu Gemüte führen können!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dream no More
02. Silence and Dreams
03. Another Wonderland
04. Magic
05. Ocean
06. See the Light
07. Shadows
08. We are not lost
09. Time will come
10. Fire on Earth
11.Ocean (Piano Version)

Julian

MAVERICK – Cold Star Dancer

Band: Maverick
Album: Cold Star Dancer
Spielzeit: 44:14 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 06.04.2018
Homepage: www.facebook.com/MaverickBelfastuk

2012 wurde MAVERICK von den Brüdern David (Gesang) und Ryan Balfour (Gitarre) gegründet und in Kürze komplettiert mit Richie Diver (Bass) und Jonathan Millar (Schlagzeug). Es folgten zwei Alben, „Quid Pro Quo“ und „Big Red“, sowie eine Tour mit THE POODLES, eine mit TREAT und diverse Festival-Auftritte.
Nun sind die Jungs aus Belfast bei ihrem dritten Album „Cold Star Dancer“ angekommen, welches uns eine weitere Dosis modernen Heavy Rock liefert. Nach dem Intro „Dusk“ geht es nahtlos über zum Titeltrack „Cold Star Dancer“, der direkt ins Ohr geht. Das Tempo wird bei „Myrmidon“ weiter angezogen, außerdem glänzt der Song mit seinem Solo! „Kiss Of Fire“ wirft die Groovemaschine an und mit „Goodbye“ wird es etwas gefühlvoller zur Sache. „Ex-Machina“, „Magellan Rise“ und „Viper“ haben vor allem was die Drums angeht noch eine Prise extra Metal dabei, während „Seize The Day“ fast schon Radiotauglichkeit erlangt. „Devil’s Night“ ist eine weitere mitreißende Hard Rock Nummer mit Atmosphäre. Der Bonustrack ist ein Cover von Rick Springfields „Jessie’s Girl“. Diese wird, bis auf das sie etwas härter ist, nicht anders als das Original interpretiert. Stört mich aber nicht, ich finde es eine super Nummer.

„Cold Star Dancer“ ist ein toll gelungenes Album, welches viel Spaß beim Anhören macht. Gleichzeitig bleiben nur wenige der Songs dauerhaft im Gedächtnis. Wenn man mit dem Album durch ist, will man es zwar nochmal hören, hat aber die einzelnen Songs schon wieder vergessen.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Dusk
02. Cold Star Dancer
03. Myrmidon
04. Kiss Of Fire
05. Goodbye
06. Ex Machina
07. Magellan Rise
08. Seize The Day
09. Viper
10. Kings
11. Devil’s Night
12. Jessie’s Girl

Lotta

FM – Atomic Generation

Band: FM
Album: Atomic Generation
Spielzeit: 53:28 min
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 30.03.2018
Homepage: www.fmofficial.com

Nicht jeder Band ist es vergönnt nach einer langen Pause zurückzukommen, eine zweite Karriere zu starten und teilweise sogar noch populärer zu sein als in der ersten. FM ist eine dieser Bands und zeigt auch beim neuen Album „Atomic Generation“, dass sie ihren zweiten Erfolg nicht auf die leichte Schulter nehmen und ein ums andere Mal alles geben. Ein Kompliment an ihre Fans, das sich hören lässt!
Wenn ich im Folgenden das Album einfach nur richtig abfeiere, liegt das wohl daran, dass ich es das erste Mal in perfekt geeigneter Kulisse gehört habe: Beim ersten strahlenden Sonnenschein in der Großstadt nach einem kalten und regnerischen Winter. FM ist Sonne, Wärme, Party, gute Laune und Aufatmen nach der Kälte, sogar bei vergleichsweise härteren Tracks wie dem Opener „Black Magic“, „In It For The Money“ oder „Stronger“ (DEEP PURPLE lässt grüßen…). Die Ballade „Love Is The Law“ fällt unter die Kategorie „ganz nett“, in „Golden Days“ sinniert man über die beste Zeit des Lebens, „Make The Best Of What You Got“ ist ein bisschen BAD ENGLISH mit 100 % mehr Energie und in „Playing Tricks On Me“ trifft etwas SANTANA auf etwas JOE COCKER.

Einprägsame Refrains und mitreißende Hooks haben FM einfach drauf. Ein richtig schwacher Song findet sich auf dem Album nicht. So viel Spaß und Power bringen mich auch nun morgens halb 3, während ich diese Review schreibe, noch zum mittanzen- und singen. Es werden noch einige Tage und Nächte mit diesem Album in den Boxen folgen!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Black Magic
02. Too Much Of A Good Thing
03. Killed By Love
04. In It For The Money
05. Golden Days
06. Playing Tricks On Me
07. Make The Best Of What You Got
08. Follow Your Heart
09. Do You Love Me Enough
10. Stronger
11. Love Is The Law

Lotta

SHADOW KING – Shadow King (Re-Release)

Band: Shadow King
Album: Shadow King (Re-Release)
Spielzeit: 45 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Mit SHADOW KING erschienen 1991 zwei nicht ganz Unbekannte auf der Bildfläche um Ihren Teil des Melodic Rock Kuchens abzubekommen: Ex-Foreigner Sänger Lou Gramm hatte bereits die ein oder andere Platin-Platte zuhause im Flur hängen und Gitarrist Vivian Campbell hatte sich einen exzellenten Ruf als Sidekick bei Dio und Whitesnake erspielt. Zusammen mit dem Songwriter/Keyboarder/Gitarristen/Bassisten Bruce Turgon und Schlagzeuger Kevin Valentine legten die Jungs unter dem selbstbetitelten Album „Shadow King“ eine sauber produzierte, auch aus heutiger Sicht starke Melodic Rock Scheibe vor. Rock Candy Records, die bereits die Lou Gramm Solo Scheibe „Long Hard Look“ sowie die unter Vivian Campbell’s Beteiligung entstandenen Alben von Sweet Savage und den Riverdogs wiederveröffentlicht haben, machen nun auch dieses Kleinod dem interessierten Publikum in aufpolierter Aufmachung zugänglich.

Wenn man sich die Linernotes so durchliest, dann ist es schon ein wenig Augenwischerei, wenn die Band mit Gramm und Campbell als Säulen vermarktet wurde – unterm Strich war der Gitarrist lediglich an einem Song als Songwriter beteiligt und die Rhythmusgitarren auf der Platte stammen ebenfalls nicht von ihm. Im Endeffekt hat „Viv“ hier nur die Gitarrenleads eingespielt. Da ist es schon ein wenig verwunderlich, wenn er sich im Rückblick darüber beschwert, dass Gramm aufgrund von Drogenproblemen des Öfteren im Studio gefehlt hat. Wie dem auch sei, diese und noch einige weitere unterhaltsame und erhellende Anekdoten findet man im prallen Booklet dieser Neuauflage. Wie immer wurde die CD auch neu gemastert und das Ergebnis kann sich hören lassen. Das mag auch daran liegen, dass Produzent Keith Olsen einen absolut perfekten Job und somit ein mehr als brauchbares Ausgangsprodukt abgeliefert hatte. Mancher mag auch sagen, dass das Ergebnis etwas zu sauber und glattpoliert klingt. Jedenfalls versprühen Tracks wie die hochmelodiösen Rocker „Once upon a Time“, „Don’t Even Know I’m Alive“ oder „What would it take“ typisch amerikanisches Flair und erinnern an Kollegen wie Bad English oder Giant. Aus dem Rahmen fällt die Ballade „Russia“, die auf schön reduzierte Art das Können von Gramm und Campbell in den Vordergrund stellt. Auch wenn die Platte keinen Hit abgeworfen hat, so gelang es der Band ein hohes Niveau auf Albumlänge einzuhalten – das ist heute auch nicht mehr alltäglich.

Mir persönlich gefällt die „Shadow King“ Scheibe noch einen Tacken besser als das artverwandte Riverdogs-Debüt. Lou Gramm, zum Zeitpuntk der Aufnahmen arg von persönlichen Problemen gebeutelt, lieferte dennoch eine gewohnt brilliante Leistung ab und die Soli von Vivian Campbell sind eh eine Klasse für sich. Wer die Rock Candy CDs kennt, weiss, dass wir es hier mal wieder mit einem Album zu tun haben, das trotz enormen Potentials aus diversen Gründen einfach damals untergangen ist. Wer auf handgemachten, mit fettem Geld in echten Tonstudios produzierten AOR Rock steht, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen.

WERTUNG :

 

 

Trackliste:

01. What Would it Take
02. Anytime, Anywhere
03. Once Upon a Time
04. Don’t Even Know I’m Alive
05. Boy
06. I Want You
07. This Heart of Stone
08. Danger in the Dance of Love
09. No Man’s Land
10. Russia

Mario

REVERTIGO – Revertigo

Band: Revertigo
Album: Revertigo
Spielzeit: 49:00 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 23.02.2018
Homepage: www.facebook.com/ReVertigoOfficial/

Mit REVERTIGO stellt sich ein Joint-Venture der beiden Recken Mats Levén (u.a. Swedish Erotica, Yngwie Malmsteen, Krux) und Anders Wikström (Treat) der Öffentlichkeit vor. Da das Ganze beim Würfelkasten-Label Frontiers erscheint, darf gewisser Zweifel an der Langlebigkeit dieser Formation angemeldet werden. Aber wollen wir mal nicht den Teufel an die Wand malen, sondern den Klängen lauschen, die die beiden langjährigen Freunde und Multiinstrumentalisten (ausser den Drums haben die zwei sämtliche Instrumente selber eingespielt!) hier eingetütet haben.

Gleich beim Opener „Hoodwinked“ wird die Richtung vorgegeben: ein klassisches Gitarrenriff der alten Schule, ein schwerer Groove und ein hypnotischer Hook im Refrain. Jepp, alles richtig gemacht. So kann es weitergehen. Und die Jungs haben in der Tat noch einige weitere vergleichbare Highlights in Petto: bei „Sailing Stones“ zeigt sich, dass Levén und Wikström in ihrer Karriere schon den ein oder anderen Song geschrieben bzw. arrangiert haben – auf einen packenden Refrain wird noch locker eine unerwartete Steigerung drauf gesetzt. Sehr gelungen. Als weitere Anspieltipps möchte ich noch das epische, schön tiefergelegte „The Cause“, mit seiner guten Mischung aus Siebensaiter-Riffs und Levéns energischer Powerstimme, den straighten (dezent an Glenn Hughes erinnernden) Rocker „False Flag“ und den mit bissigen 80er Riffs kokettierenden Headbanger „Joan Of Arc“ ans Herz legen. Dazwischen gibt es auch den ein oder anderen nicht ganz so zwingenden Track (z.B. „Symphony Of Fallen Angels“) zu hören, die Highlights sind aber eindeutig in der Überzahl.

Tja, ich kann nur hoffen, dass uns REVERTIGO noch ein paar weitere solch gehaltvolle Scheiben auf den Teller legen werden. Auf diesem Debüt stimmt so ziemlich alles. Fette Gitarren, starke, hochmelodische aber niemals kitschige Songs und eine formidable Rock-Röhre. REVERTIGO haben Ihrer Scheibe zudem einen geilen, nicht überladenen Sound verpasst – modern zwar, aber immer mit beiden Beinen im Classic-Rock verwurzelt. Dabei klingen die Jungs aber nie so (gewollt) angestaubt und lofi wie zuletzt z.B. Europe. Freunde von modern aufgezogenem Classic Rock, der auf allzu müde Verweise auf alte Zeiten auskommt und einfach nur gute Songs bietet, sollten hier auf jeden Fall reinhören.

WERTUNG :

 

 

Trackliste:

01. Hoodwinked
02. Sailing Stones
03. Symphony Of Fallen Angels
04. The Cause
05. Gate Of The Gods
06. False Flag
07. Unobtainium
08. Luciferian Break Up
09. Joan Of Arc
10. Break Away
11. In Revertigo

Mario

PRAYER – Silent Soldiers

Band: Prayer
Album: Silent Soldiers
Spielzeit: 58 min
Stilrichtung: AOR/Melodic Rock
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 19.01.2018
Homepage: www.Escape-Music.com

Aus dem schönen, unterkühlten Finnland melden sich PRAYER mit einem neuen Album zurück auf der Bildfläche. Die Band um Sänger/Gitarrist Tapani Tiikkanan hat bisher 2 Alben in der Vita (das Debüt „Wrong Address“ aus dem Jahr 2005 sowie die 2012er Scheibe „Danger in the Dark“). Geboten wird auch auf Dreher Nummero 3 wieder typischer Melodic Rock, der hier und da kräftig mit Keyboards unterfüttert wird, dabei aber glücklicherweise nie die kernigen Gitarren aus dem Blick verliert. Wenn das Label vorab konstatiert, dass die Musik der Band für Fans von Thin Lizzy und Saga interessant sein könnte, dann kann ich das gerne unterschreiben. Vor allem die irische Legende hat im Sound von PRAYER Ihre deutlichen Spuren hinterlassen.

Auf „Silent Soldiers“ gibt es durchaus Licht und Schatten, gnadenlos abfeiern kann ich das Album daher nicht. Das mitunter aseptisch cleane Soundbild, das wie eine typische Wohnzimmer/Heim-PC-Produktion moderner Prägung klingt, ist Geschmackssache. Ebenso der gewöhnungsbedürftige Gesang von Tiikkanan, der beim Versuch das schnodderige eines Phil Lynott zu erreichen leider oft wie ein deprimierter Claus Lessmann klingt. Dem gegenüber stehen eine Handvoll guter Songs wie das mit netten Gary Moore-typischen, keltischen Riffs und Licks verzierte „Devil´s Daughter“, die beiden straighten, mit guten Hooklines versehenen „Rock and a hard Place“ und „Fires of the Heart“ oder das locker, flockige „Ghost Train“. Handwerlich ist soweit auch alles im grünen Bereich, vor allem die mit Bedacht und hörbarer Erfahrung gewählten Gitarrensounds können Freude machen. Tja, dann wäre da aber leider noch mein üblicher Kritikpunkt bei solchen Eigenproduktionen: die Scheibe ist einfach viel zu lang. Jungs, nach 11 Tracks und einer netten Dreiviertelstunde braucht echt kein Mensch einen 14-minütigen (halbgaren) Longtrack wie „Mystery Island“ als Rausschmeißer. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr.

Wie dem auch sei, mir hat „Silent Soldiers“ trotz der genannten Kritikpunkte ziemlich gut gefallen. Da wäre nämlich zum einen der spürbare Spass der Jungs an Ihrer Sache sowie die Tatsache, dass ein paar Songs ziemlich gelungen sind. Den Rest kann man ja skippen. Fans, denen die beiden ersten Alben der Band gefallen haben, sollten also zugreifen. Allen anderen Melodic Rock Freunden seien die oben genannten Anspieltipps zum persönlichen Anchecken ans Herz gelegt.

WERTUNG :

 

 

Trackliste:

01. Silent Treatment
02. Rock and a hard Place
03. Fires of the Heart
04. Feel like a Prisoner
05. Ten Days of Hell
06. Dead Dog
07. Ghost Train
08. Devil´s Daughter
09. King of the Hill
10. Get me out of here
11. No Giver, all Taker
12. Mystery Island

Mario

TOTO – Greatest Hits: 40 Trips Around The Sun

Band: Toto
Album: Greatest Hits: 40 Trips Around The Sun
Spielzeit: 80 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Columbia / Legacy
Veröffentlichung: 09.02.2018
Homepage: www.totoofficial.com

Es gibt ja mittlerweile gefühlt mehr Best-Of Compilations der AOR Helden Toto als reguläre Studioalben (immerhin 14 an der Zahl). Die meisten dieser Geldfallen erscheinen auf der Bildfläche wenn Weihnachten vor der Tür steht um nochmal schnell ein paar Euro mit den immer gleichen Songs abzugreifen. Songs, die man eh schon mehrmals täglich in den programmierten Playlists der lokalen Sender um die Ohren gehauen bekommt. Dabei hat die Band aus L.A. einen unglaublichen Fundus an richtig geilen Songs im Portfolio, abseits der üblichen Verdächtigen. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Band, gehen die Jungs nun nochmals auf Tour und legen zum Start der Welttournee ein von der Band nicht nur abgenicktes, sondern in grossen Teilen auch erstelltes Greatest Hits Paket vor. Auch auf „40 Trips Around The Sun“ gibt es natürlich auch die unkaputtbaren Gassenhauer zu hören. Neben der Tatsache, dass die alten Tracks aber allesamt (als Teil einer gross anrollenden Re-Release-Welle) neu gemastert wurden, sind aber natürlich die 3 „neuen“ Songs das hauptausschlaggebende Kaufargument für die langjährigen Fans.

Während mit dem starken Opener „Alone“ die aktuelle Toto-Besetzung einen alten Track neu arrangiert eingespielt hat, darf man bei „Spanish Sea“ einer wunderbaren Symbiose aus den guten alten Tagen (Bass und Drum-Spuren stammen noch aus Sessions mit den leider verstorbenen Porcaro Brüdern Jeff und Mike) und den in Würde gealterten Originalmitgliedern lauschen. Beide Songs stechen durch eine perfekte Produktion und richtig gutes Songwriting hervor. Was beileibe keine Selbstverständlichkeit bei oft gerne beigepackten Zusatztracks auf Best-Of Alben ist, die oft genug nur Füllwerk sind. Der dritte neue Song im Bunde („Struck By Lightning“) ist dagegen eine relativ neue Komposition, bei der die Jungs es etwas heftiger rocken lassen. Auch dieser Track ist nicht schlecht (das Gitarrensolo ist der Hammer), kann aber im direkten Vergleich mit den beiden anderen nicht ganz mithalten.

Und dann wäre da noch das bereits angesprochene Remastering, das unter der Aufsicht von Toto und dem langjährigen Soundtüftler Elliot Scheiner (Steely Dan, Eagles, u.v.a.) erstellt wurde und das einigen bisher eher mau klingenden Aufnahmen der Band klanglich doch arg auf die Sprünge hilft. Dabei ist man allerdings sehr vorsichtig vorgegangen und hat nicht die übliche „alles lauter und mehr Höhen und Bässe“-Kelle rausgepackt. Wenn man die original CDs mal aus dem Regal nimmt und vergleicht, dann sind die Veränderungen mitunter zwar subtil, doch grundlegend immer verbessernd. Einige der bisher erhältlichen CD (!) Pressungen klingen wirklich erbärmlich – flach, dünn, leblos. Dem wurde hier effektiv entgegen gewirkt. Ein Song wie das Kleinod „Lea“ oder der knackige Rocker „Afraid of Love“ haben nie vitaler und räumlicher geklungen. Hier gilt aber auch: wer von dem Remaster wirklich etwas haben will, der kaufe sich bitte das Produkt in physischer Form! Zum Glück lag mir zur Besprechung auch eine original CD von „40 Trips Around The Sun“ vor – hätte ich eine Einschätzung zum Klang der Remasters auf Basis der vorab verfügbaren mp3 Files erstellt, wäre das Ergebnis ernüchternder ausgefallen. So aber erklingt ein Track wie das geniale Instrumental „Jake to the Bone“ mit nie da gewesener Deatilverliebtheit!

Der Fan kauft sich „40 Trips Around The Sun“ schon wegen der 3 (überraschend starken) neuen Songs. Wer auf der Suche nach einer Best-Of der Jungs ist, der sollte ebenfalls hier zuschlagen – im Vergleich zu den sonst verfügbaren Compilations sind vielleicht auch ein paar Songs aus der zweiten Reihe vertreten, dafür stimmt aber das Package (gutes Artwork, alle Songtexte, Infos zu den Musikern, etc.) und der Sound ist auch absolute klasse. Ich bin gespannt wie die von der Band autorisierten Neuauflagen daherkommen werden, die für 2018 angekündigt sind – das könnte ein teures Jahr für Toto Fans werden.

WERTUNG:

(ohne Wertung)

Trackliste:

01. Alone
02. Spanish Sea
03. I’ll Supply the Love
04. I’ll Be Over You
05. Stranger In Town
06. 99
07. Struck By Lightning
08. Pamela
09. Afraid of Love
10. I Won’t Hold You Back
11. Jake to the Bone
12. Stop Loving You
13. Lea
14. Hold the Line
15. Georgy Porgy
16. Rosanna
17. Africa

Mario

AMMUNITION – s/t

Band: Ammunition
Album: s/t
Spielzeit: 37:49 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 26.01.2018
Homepage: www.ammunition.no

Mit selbstbetiteltem Album starten AMMUNITION ins neue Jahr. Und ganz ehrlich: Was kann bei der Besetzung schon schiefgehen? Erik Mårtensson drückt nach Eclipse, W.E.T. und Nordic Union auch dieser Formation seinen unverwechselbaren Stempel auf und bringt gleich seinen Eclipse-Bassisten (nur diesmal als Schlagzeuger) Magnus Ulfstedt mit. Von der Gute-Laune-Fraktion kommt WIG WAM-Sänger Åge Sten Nilsen, TNT steuert Bassist Victor Cito Borge bei und Keys und Gitarre werden von Lasse Finbråthen bzw. Jon Pettersen übernommen.
Schon das Debut-Album „Shanghaied“ der norwegisch-schwedischen Kollaboration wurde bei der Rock-Garage abgefeiert und dem werde ich mich jetzt beim zweiten Album nahtlos anschließen.
Los geht’s mit einem lauten Break-Up Song namens „Time“, dann wird man gleich in „Freedom Finder“ hineingezogen und fängt an zu tanzen und mitzusingen obwohl man die Lyrics noch gar nicht kennt. Dieser Song lässt einen so schnell nicht los. Ein bisschen DOKKEN-like startet „Virtual Reality Boy“ und „Gung Ho (I Told You So)“ wartet mit ultimativem Gangshout Refrain auf und könnte auch ein reiner WIG WAM Song sein. Mit „Eye For An Eye“ wird es etwas nachdenklicher und hat sowohl thematisch als auch von der musikalischen Stimmung her etwas von U2. Mit einem „My Sharona“-groovigen Song namens „Tear Your City Down“ wird man wieder etwas wachgerüttelt bevor der härtesten drei Minuten des Albums in Form von „Caveman“ einem ordentlich Dreck um die Ohren schleudern. Mit „Wrecking Crue“ schafften es AMMUNITION sich für das finale des norwegischen ESC zu qualifizieren und mischten die gewöhnliche ESC-Suppe ein bisschen auf. Bei „Miss Summertime“ ist der Name Programm. Eine poppig-swingende Nummer, die den Raum mit Sommerhitze und Sonnencremeduft erfüllt. „Bad Bones“ bringt einen wieder auf den Boden der Tatsache zurück, dass man es hier mit einer Melodic Rock Band zu tun hat und das Schlusslicht „Klondike“, der erste Song, der für das Album geschrieben wurde, schließt genau da an.

AMMUNITION bringt Spaß und gute Laune. Kaum auszudenken was einem für eine Party blüht, wenn dieser melodischen Hammer einem live entgegenfliegt! Das ist in Deutschland auch bald möglich:
28.03.18 – Jubez – Karlsruhe
29.03.18 – Matrix – Bochum
31.03.18 – Kubana – Siegburg
01.04.18 – Live Music Hall – Mörlenbach

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Time
02. Freedom Finder03. Virtual Reality Boy
04. Gung Ho (I Told You So)
05. Eye For An Eye
06. Tear Your City Down
07. Caveman
08. Wrecking Crue
09. Miss Summertime
10. Bad Bones
11. Klondike

Lotta

MAGNUM – Lost on the Road to Eternity

Band: Magnum
Album: Lost on the Road to Eternity
Spielzeit: 67:21 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 19.01.2018
Homepage: www.magnumonline.co.uk

20! Studioalben das ist eine Zahl die nur sehr wenige Bands in ihrer Diskografie vorweisen können. Die britischen Rocker von MAGNUM haben dies nun mit ihrem neuen Album „Lost on the Road to Eternity“ erreicht und so richtig schlechte Alben gab es eigentlich in der langen Bandkarriere nicht wirklich. Höhen und Tiefs hat jeder aber ein MAGNUM Album zeugte irgendwie immer von Qualität.
So sind auch dieses Mal die Vorschusslorbeeren sehr ordentlich und man spricht von einem der abwechslungsreichsten und homogensten Album der Bandgeschichte!
Mal schauen was die Mannen um Gitarrist Tony Clarkin und Sänger Bob Catley dieses Mal ausgeheckt haben!
Als Opener erwartet uns das mega eingängige „Peaches and Cream“. Ein Groove zum nieder knien und ein Chorus der sich metertief in eure Gehörgänge frisst das sind die Glanzpunkte dieses genialen Tracks.
Ebenfalls schön eingängig ist das folgende „Show me your Hands“ geraten, bevor man bei der tollen Ballade „Storm Baby“ das erste Mal den Fuß vom Gas nimmt. Hier geht es auch schön abwechslungsreich zu was der Nummer ebenfalls sehr gut tut.
Das, mit über 8 Minuten, überlange „Welcome to the Cosmic Cabaret“ benötigt dann definitiv ein paar Umläufe um sich komplett zu erschließen. Anders verhält es sich beim anschließenden Duett mit Tobias Sammet „Lost on the Road to Eternity“ und der nächsten ruhigeren Nummer „Without Love“, die mit einem genialen Groove unterlegt wurde, welche wieder direkt und mit Afterburner zünden!
Der zweite Abschnitt ist dann leider nicht mehr ganz so hochkarätig besetzt wie zuvor, aber auch hier finden sich noch die ein oder andere neue Rock Perle. „Forbidden Masquerade“ und vor allem das abschließende „King of the World“ sind hier auf jeden Fall in diesem Zusammenhang zu nennen.

Anspieltipps:

Ein bisschen hervorstechen tun hier “Peaches and Cream”, “Storm Baby”, “Lost on the Road to Eternity”, “Without Love” sowie “King of the World”.

Fazit :

Nach Hälfte Nummer 1 dachte ich mir, jawohl das wird mal wieder eine absolute Topbewertung dieses Mal bei MAGNUM! Nun ganz bis nach oben ist es dann doch nicht gegangen, Schuld daran ist mit Sicherheit die zweite Hälfte die leider einfach nicht an die erstklassige Qualität von Hälfte Nummer 1 heranreicht.
Wie schon zu Beginn der Rezi angesprochen, zeugte bislang jedes MAGNUM Album von Qualität und das ist auch dieses Mal so! Da kann man als Fan absolut getrost zugreifen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Peaches and Cream
02. Show me your Hands
03. Storm Baby
04. Welcome to the Cosmic Cabaret
05. Lost on the Road to Eternity
06. Without Love
07. Tell me what you`ve got to say
08. Ya Wanna be someone
09. Forbidden Masquerade
10. Glory to Ashes
11. King of the World

Julian

JONO – Life

Band: Jono
Album: Life
Spielzeit: 57:52
Stilrichtung: Progressive Rock/AOR
Plattenfirma: Fontiers Records
Veröffentlichung: 01.12.2017
Homepage: www.jonotheband.se

JONO sind eine der Bands, die hinsichtlich ihres Namens erschreckend unkreativ wirken, setzt sich dieser doch schlicht aus den Initialen von Bandgründer Johan Norrby zusammen. Dies sei den Herren aus Schweden jedoch angesichts ihrer musikalischen Leistung bedenkenlos verziehen. Die 2006 gegründete Gruppe hat am 01.12. mit ihrem vierten Album “Life” ein kleines Meisterwerk veröffentlicht, das Freunde von leicht progressivem exzellent komponierten und umgesetzten Melodic Rock noch geschwind auf ihren Wunschzettel schreiben sollten. Schließlich liefert “Life” über zehn auf knapp 60 Minuten verteilten Tracks konstant hohes Niveau. Dieses äußert sich zuerst einmal in der sehr guten, klaren und druckvollen Produktion, die keine Wünsche offen lässt.
Auch die Musiker überzeugen auf ganzer Linie. Sänger Johan hat nicht nur eine ausdrucksstarke, für diese Art von Rock sehr geeignete Stimme, er weiß sie auch hervorragend einzusetzen. Dabei ist er gelegentlich kurz davor, zu übertreiben – aber eben nur kurz davor. Realistisch betrachtet: Mit einem derartig guten Sänger ist die halbe Miete eh schon bezahlt. Der Rest der Musiker tut dem sein Übriges. Die Rhythmusfraktion beweist Gespür für stimmigen Antrieb. Die Keyboards, häufig als Klavier-Sounds umgesetzt, unterstützen die Songs und geben ihnen zusätzlichen Charaker, ohne übertrieben oder fehl am Platze zu wirken. Und die Gitarren, die von anderen Vertretern des Genres leider ab und an sträflich vernachlässigt werden, sind dominant genug, um “Life” nicht zu einem Album voller Halbballaden verkommen zu lassen.
Zu den einzelnen Tracks muss an dieser Stelle gar nicht viel gesagt werden. JONO legen in den Strophen durchgängig Wert auf Melodien abseits des Standards, die jedoch stets eingängig und kurzweilig erscheinen. Die Refrains sind generell episch, manchmal leicht pathetisch, setzen sich innerhalb kürzester Zeit als unbarmherzig bohrende, gleichzeitig aber auch sehr angenehme Ohrwürmer fest. Tatsächlich schaffen es JONO dabei allermeistens, nicht in Kitsch abzudriften, vom letzten Track, der Ballade “The March”, einmal abgesehen.
Um es etwas deutlicher zu machen: “Life” ist auf nahezu jedem Track durchgängig außergewöhnlich. Das hervorragende Zusammenspiel von Instrumenten und Sänger kombiniert mit den kreativen Melodien macht diese Platte zu einem der Highlights des Jahres 2018, das auch nach dem zehnten Durchlauf noch keine Abnutzungserscheinungen zeigt. Und obgleich QUEEN, JOURNEY oder ASIA häufig als Einflüsse durchschimmern, bewahren JONO ihren eigenen Stil und Sound. Lediglich bei Track sieben und acht mag ein wenig das Gefühl aufkommen, man habe zu dem Zeitpunkt sein Pulver verschossen (auch wenn sich auch um diese Songs noch ein großer Teil aller Melodic-Rock-Bands prügeln würde). Dieses Gefühl gibt sich beim folgenden “Trust” jedoch direkt wieder, das eines der absoluten Highlights des Albums darstellt und noch einmal bestätigt, dass “Life” ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Melodic-Rock-Opus ist.

Anspieltipps:
“Crown”, “Trust”, “No Return”, “On The Other Side”, “Down Side” und “To Be Near You”

Fazit:
Man kann “Life” eigentlich gar nicht genug loben. JONOs Mischung aus Melodic Rock mit progressiven und symphonischen Elementen ist an sich schon hörenswert genug, doch die Melodien und Arrangements machen den aktuellen Release der Schweden zu einem Stück Underground-Melodic-Rock-Geschichte, das sich kein Fan dieses Genres entgehen lassen sollte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sailors
02. Crown
03. No Return
04. On The Other Side
05. Down Side
06. To Be Near You
07. My Love
08. The Magician
09. Trust
10. The March

Jannis