MASH – Mash (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. The Here And Now
02. The Place Where I Was
03. Behind The Surface
04. You
05. In The Moon
06. What
07. Cafè Noir
08. Rims Ahead
09. Fears
10. All The Beauty
11. Friend
12. Poland

Spielzeit: 60:50 min – Genre: Melodic Rock – Label: DFP Music International – VÖ: 1998 – Page:

Ich kenne den Schweizer Musiker Ben Sollberger jetzt seit knapp fünf Jahren und im Laufe der Zeit ist zwischen uns eine Freundschaft abseits der Musik entstanden. Warum ich das erwähne, der tragische und zu frühe Tod eines Teils einer unserer besten Freundschaft vor knapp drei Wochen veranlasst mich seit dem immer wieder darüber nachzudenken wie glücklich man sich schätzen kann wenn man wahre Freunde hat, die mit einem durch Dick und Dünn gehen. Erwin wenn du das liest, wir sind immer für dich da, wenn du uns brauchst. Und als mich Ben darum gebeten hat mir das gleichnamige Album seiner Band MASH für die Zeitmaschine zur Brust zunehmen sagte ich gleich ja.

Zu MASH gehörten damals Rahel Krebs (heute Jaël Malli) und Daniel Kunz am Mikrofon, Ben Sollberger und Markus Bruun an den Gitarren, Heinz Siegrist an Keyboard, Matin Oppeliger an Bass und Martin Kunz an den Drums. Außer Ben kenne ich keinen der beteiligten Musiker, was aber nicht unbedingt für schlechte Qualität sprechen soll. Rahel und Daniel haben eine sehr fein definierte Stimme die sich zwischen mittleren und hohen Tonlagen befinden und sehr gut mit der Art Rockmusik harmonieren. Die beiden Gitarren lassen meist dezent die Saiten schwingen, ab und an kommt die Gitarre auch mal besser durch. Die Tasten erinnern an die 80er Jahre oder kommen als angedeutetes Piano, der Bass macht sich Luft und die Drums sind weder dezent noch dominant. Vom Mix bildet sich ein harmonisches Gesamtbild, dass sehr rund wirkt. Bei der Produktion muss man leichte Abstriche in kauf nehmen, da könnte mehr Dynamik drin stecken.

Für eine Schweizer Band untypisch gibt es Melodic Rock der niemals zu hart wird, sondern eher an Künstler wie PAT BENATAR, FIONA und FLEETWOOD MAC erinnert. Dies betrifft lediglich den Härtegrad, beim Stil wird es dann schon sehr speziell, da es sich wie man es von Schweizer Bands gewohnt ist nicht um rifflastigen Hard Rock handelt. Die Band verbindet wunderschöne Melodien mit einem softeren SAGA, MAGNUM Sound und mixt gelegentlich ein wenig Prog ala SARACEN oder auch softere PILOTS OF THE DAYDREAMS rein. Ein dezenter Vergleich mit den nicht wirklich bekannten deutschen Melodic Rock Bands DELAURIAN und SCARLET ROSE passt wohl am besten. Wie schon erwähnt gibt es wunderschöne oder sehr feine Melodien die mit den Instrumenten sehr gut dargeboten werden. Die beiden Stimmen machen sich auch sehr gut, egal wer jetzt den Leadgesang ausführt oder sich beide im Song ein Duell liefern, das passt alles gut zusammen. Ben ist wie er auf seinen beiden Soloalben beweisen konnte ein begnadeter Gitarrist und der Rest der Band steht ihm da in nichts nach.

MASH hatten damals Ende der 90er Jahre ein sehr unterhaltsames und vielschichtiges Album am Start das für jeden Rock Fan durchaus interessant sein könnte.

„The Here And Now“ ein Rocker der sich irgendwo zwischen soften SAGA, MAGNUM und SARACEN bewegt, „The Place Where I Was“ wird von der akustischen Klampfe getragen. „Behind The Surface“ wirkt anfangs sehr komplex, entwickelt sich aber mit zunehmenden Hördurchgängen, der Refrain wirkt gegenüber den Strophen schräg, „You“ wildert im Pop, Spanien Flair und kommt mit geilem Bass. „In The Moon“ kommt mit coolen JETHRO TULL und SARACEN Prog Vibes, „What“ in den Strophen balladesk, in den Instrumental Parts kommt epische Prog-Stimmung auf mit teilweise schrägen Riffeinlagen, „Cafè Noir“ flott mit Schmackes und geiler Orgel, „Rims Ahead“ ein Instrumental bei dem das Piano den besonderen Charme ausmacht. „Fears“ erinnert mich an alte Prog Songs von JETHRO TULL, „All The Beauty“ könnte auch von SCARLET ROSE stammen. „Friend“ eine verdammt schwere Ballade die die Taschentücher nass macht, „Poland“ wurde mit sehr viel Drama angereichert.

Balle

VIOLET – Silhouettes EP

Trackliste:

01. Set Me Free
02. Dangerous You
03. Somewhere, Somehow
04. Calling For You
05. Arms Around (Live)
06. Sex In Harmony (Live)
07. Blame It On The Night (Live)
08. Fall In Love (Demo)

 

 

Spielzeit: 38:44 min. – Genre: AOR, Melodic Rock – Label: Metalapolis Records – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.violetband.de

 

Mittlerweile sind VIOLET aus Ludwigsburg (R.I.P. Rockfabrik) absolut keine unbekannte Band mehr. Mit ihren beiden Alben „Illusions“ (2022) und „Mysteria“ (2024) konnten sie sich in die Ohren und Herzen vieler AOR Liebhaber spielen. Ihr unnachahmliches Gespür und Verständnis für den Sound der Achtziger sprengt aber auch viele Grenzen, denn die Musik des Quartetts um Frontröhre Jamie Beckham ist sowohl im AOR als auch im Melodic Rock zu Hause, manchmal sogar im Pop der bunten Achtziger. Somit sprechen VIOLET sicherlich auch Verfechter härterer Gangarten an.

Und so ist es auch kein Wunder dass die neue EP „Silhouettes“ genau da weitermacht wo „Mysteria“ aufgehört hat. Langweilig? Mitnichten! Das einzige, was man vielleicht bemängeln könnte ist, dass es lediglich zwei Songs zu entdecken gibt die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. Aber das sollte nicht das Problem sein.

Denn mit dem grandiosen „Somewhere, Somehow“ haben VIOLET wieder einmal einen Hit am Start, den in dieser Form wohl fast niemand mehr imstande ist zu schreiben. VIOLET haben ihren eigenen Sound schon sehr früh gefunden, natürlich nicht ohne gewisse Reminiszenzen an die Helden der alten Tage. „Calling For You“ wurde bereits 2024 veröffentlicht, ist jedoch bisher auf keinem Tonträger enthalten. Eine echte Bereicherung für diese EP also. Doch eigentlich startet „Silhouttes“ mit dem neuen Track „Set Me Free“. Ein wunderbarer AOR Song mit großen Melodien. „Dangerous You“ ist Achtziger-Pop in seiner reinsten Form. Gepaart mit leichter AOR Schlagseite und herausragendem Keyboard- bzw. Piano-Solo.

Die zweite Seite der LP ist der Zugabenteil wenn man so möchte. Drei Live-Aufnahmen von der Album-Release-Show zu „Mysteria“ gibt es zu hören sowie eine sehr frühe Demoversion von „I Don´t Want To Fall In Love“, die seinerzeit noch „Fall In Love“ hieß. Kaum zu glauben wie originalgetreu und ambitioniert „Arms Around“, „Sex In Harmony“ und „Blame It On The Night“ hier live dargeboten werden. Ein klarer Fall von „diese Band sollte man live nicht versäumen“!

Die Marschrichtung für die Fans ist somit klar: Platte kaufen und fleißig auf die Konzerte dieser außergewöhnlich guten Band gehen.

Stefan

SUBWAY – Turn back the Time

Trackliste:

1. Breaking These Chains
2. When It’s Gone
3. In The Shadows
4. Bitter Sweet Melody
5. Turn Back The Time
6. Unbreakable
7. I Won’t Change
8. They Taught Me Love
9. Calling For You
10 Hear You Cry

Spielzeit: 36:47 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lucky BobRecords – VÖ: 19.02.2026 – Page: https://www.facebook.com/p/Subway-Band-100078672588562

 

Die Balinger Formation Subway, legt uns nach 16 Jahren Pause ein neues Album vor. Gegründet im Jahre 1986, folgte 1992 die zweite Scheibe „Hold On To Your Dreams“, die zugleich den internationalen Durchbruch brachte. 2003 löste sich die Band auf, bevor es mit der AOR-Hymne „Breaking These Chains“ (2024) einen Vorgeschmack auf die neue Langrille „Turn Back The Time“ gab. Zwischenzeitlich fand die Band im 92er Line Up wieder zusammen. Dennis Ward (Pink Cream 69) zeigt sich für die Produktion verantwortlich und der Rundling kann vor allem durch durchgehend starke Songs punkten. Textlich werden verschiedene Themen verwendet, bis hin zum Verlust eines Freundes oder sehr persönliche Texte. Man darf es vorwegnehmen, hier ist ein erster Anwärter auf das „Album des Jahres“ entstanden und so stellt dieser Rundling ein „Must-Have“ für alle AOR Fans dar. Subway sind in alter Stärke zurück- ohne Wenn und aber

Bonne

 

 

AUTUMN’S CHILD – Melody Lane

Trackliste:

01. Heartbreak Boulevard
02. Pray For The King
03. Fight To Love Again
04. Singalong
05. A World Without Love
06. Highway To The Sky
07. Headlines
08. Lovesong
09. Melody
10. Rock Of Empathy
11. Dead Cold

Spielzeit: 46:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Mikaelerlandssontheone

 

Mikael Erlandsson ist einer von denen, die sich im Melodic Rock, Classic Rock und AOR an allen Ecken mal blicken lassen. Als Frontmann bei SECRET SERVICE, in LAST AUTUMNS DREAM mit Mitgliedern von EUROPE und FAIR WARNING, und, und, und.
Und dann singt er noch bei AUTUMN’S CHILD, die inzwischen auch schon sechs Alben am Start haben, rechnet man denn ihr neustes Werk „Melody Lane“ mit dazu, über das wir heute reden. Ach ja, und Gitarre und Keyboards spielt er hier auch.
Ein sehr schönes Cover hat die Platte schonmal, gute handgemachte Retro-Optik. Der Sound stimmt auch soweit. Da könnte man sich an einigen Stellen wünschen, die hohen Frequenzen wären ein wenig präsenter, und Mikaels Vocals hätten etwas mehr Reverb vertragen können, aber an sich klingt „Melody Lane“ klar, gibt den einzelnen Instrumenten genug Raum und traut sich auch Dynamik.
Was die Musik angeht, ist „Melody Lane“ ein nettes kleines Wohlfühlalbum für Fans des Obergenres „Melodic Rock“. Da finden sich die Prototyp-AOR-Songs wie „Heartbreak Boulevard“, die komplette „Died In Your Arms Tonight“-80es-Rock-Bedienung („Fight To Love Again“) und der gut gelaunte beschwingte Rock’n’Roll-Song („Singalong“).
Mit „A World Without Love“ darf es dann auch mal ganz emotional-intensiv und dick aufgetragen werden – aber genau das wollen wir ja auch bei so einem Album, ne? Da kommen dann die dicken Drums, das Klavier und die flötige Classic-Rock-Orgel (oder die orgelige Classic-Rock-Flöte? Egal, Ihr wisst, was ich meine) dazu, sehr edles Ding.
Aber natürlich darf auch ein gewisser Hard-Rock-Faktor nicht fehlen, auf „Melody Lane“ mit „Headlines“ und „Rock of Empathy“ gegeben.
Das ergibt alles in allem schonmal ein Album, dessen Songs durch die Bank eigenen Charakter haben, was bei den normaleren Bands dieses Genres leider weiß Gott nicht immer gegeben ist. Und kleine Features wie nette Synth-Sounds und -Soli, Klavier, Orgel, Streicher, mehrstimmige Vocals oder einfach mal eine Strophe, die klanglich aus der Reihe fällt, geben „Melody Lane“ zusätzlichen Entertainment-Wert.
Was das Album doch häufiger machen dürfte, ist knallen. „Rock Of Empathy“ beispielsweise hat schon eine angenehme Menge Wumms hinter der Binde. Den dürfte man bei Songs wie „Highway To The Sky“ mit seinen Ooooheehooooh-Stadion-Vocals oder im Chorus von „Singalong“ auch erwarten, oder beim finalen „Dead Cold“. Einige Songs sind an Momenten, an denen sie Druck benötigen würden, dann doch eher kraftlos, aber die Momente gehen auch vorbei.

Fazit:
Abwechslungsreiches Ding haben AUTUMN’S CHILD da geschaffen. „Melody Lane“ überschreitet keine Genregrenzen, ist aber auch eines der Alben, bei denen es gar keine Experimente braucht, wenn man doch gar nicht die Zukunft schaffen sondern die Memory Lane entlangwandern möchte. Und das machen AUTUMN’S CHILD professionell und mit Liebe zum Detail Gebrauch. Für Melodic-Rock-Fans ist die Platte einfach ein Wohlfühl-Album.

Anspieltipps:
„A World Without Love“, „Melody“, „Rock Of Empathy“ und „Singalong“

Jannis

ROB MORATTI – Sovereign

Tracklist

1. Don’t Give Up on Love
2. Can’t Let You Go
3. Every Word
4. Waiting
5. Locked Down
6. Two Hearts
7. In the Air Tonight
8. I’ll Never Break Your Heart
9. The Calling
10. Angel
11. This Is Forever

Spielzeit: 50:09 min – Genre: Melodic Rock– Label: Frontiers Music VÖ: 12.12.2025 Webseite: https://robmoratti.net

 

Der kanadische Ausnahmesänger Rob Moratti, widmet sich aktuell wieder verstärkt seiner Solo-Karriere, nachdem er eine Zeitlang Michael Sadler bei Saga ersetzt hatte. Stilistisch bleibt Moratti dem Melodic Rock treu. Auch auf diesem Rundling arbeitete er wieder mit diversen Musikern zusammen, die ihm schon bei voran gegangenen Scheiben zur Seite standen. Was das Songwriting angeht, so kann Moratti stets auf ein bewährtes Team zurückgreifen. Das sehr melodische Material, wird veredelt durch die Stimme des Kanadiers. Besonders herausnehmen muss man keinen Song, denn hier heißt es zurecht. „No fillers, just killers“. Einmal mehr ein herausragendes Werk und am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Moratti und seine Mit-Musiker einmal mehr abgeliefert haben. „Sovereign“ ist in jedem Fall ein heißer Kandidat auf das Album des Jahres.

Bonne

MEAN STREET – Never Too Late

Trackliste:

01. Love Will Bring You Down
02. Strange Kind Of Love
03. I’ll Take The Blame
04. Lookin‘ For Somethin‘
05. Set Me Free
06. For So Long
07. Risky Game
08. Burning

 

 

Spielzeit: 41:17 min – Genre: Melodic Rock – Label: Good Time Music – VÖ: 31.10.2025 – Page: www.facebook.com/meanstreetperu

 

MEAN STREET, wasn dass, wer isn dass, muss man die kennen. Wenn es nach dem Label geht, ist es das neue große Dings aus Peru, Peru besitzt ja wohl einen Exotenstatus in Sachen Melodic Rock, also mal anhören was die Peruaner bieten. Genau diese MEAN STREET hauen ihr Debütalbum unter Volk, ob es ein Durchfall oder Überraschung wird zeigt sich in den kommenden 40 Minuten.

Zur Band gehören Dario Rovig an Mikrofon und Gitarre, Bruno Barboza an Gitarre, Charly Giraldo an Bass und Mauricio Xnake an den Drums. Darios Stimme wirkt zart und zerbrechlich, hat dabei genügend Kraft und Ausdrucksstärke um die Texte mit Leben zu füllen. Die Aussprache ist zwar nicht immer sauber, dieser Umstand stört nicht mal am Rand, es fällt nur beim genauen hinhören auf. Dario erinnert mich dabei ein wenig an Sebastian Roos von MISS BEHAVIOR. Die Gitarren machen einen mehr als anständigen Eindruck. Der Bass geht gegen die Gitarren ein wenig unter und als Verlierer hervor. Die Drums sind vornehm zurückhaltend aber voll im Raum. Die Produktion könnte mehr Wumms vertragen, die schwächelt an allen Fronten und klingt verwaschen. Wer die Tasten bediente ist nicht ersichtlich.

Der Sound bewegt sich dabei im guten bis sehr guten Melodic Rock mal softer im AOR, mal härter fast im Hard Rock. Als grobe Vergleiche kann man DARE, FM, GARY MOORE pre Blues Phase, SURVIVOR, HONEYMOON SUITE, LOVERBOY, GLASGOW, QUIET RIOT, BON JOVI, WHITESNAKE, JOURNEY, NIGHT RANGER und noch viele mehr die sich auch in dem Fahrwasser bewegen nehmen. Die Melodien und der Aufbau der Songs erinnert mich stark an FM mit US-Färbung. Die Melodien kriechen zuckersüß in die Trommelfelle um sich in den grauen Zellen festzusetzen und nicht so schnell zu weichen.

Ein gutes Debütalbum, bei dem mit vernünftiger Produktion mehr drin gewesen wäre, da das Album alles mitbringt was ein Rockalbum mitbringen sollte. Das Album bietet eine beeindruckende Ausbeute bei acht Songs über 41 Minuten Musik.

„Love Will Bring You Down“ ein cooler Opener der aufhorchen lässt, „Strange Kind Of Love“ der starke Song kommt gleich noch besser an. „I’ll Take The Blame“ eine Hybrid zwischen Rocker und Powerballade der im AOR wildert, „Lookin‘ For Somethin'“ ein Rocker der mich an QUIET RIOT denken lässt. „Set Me Free“ kommt durch seinen Aufbau gut rüber, „For So Long“ der Rocker geht wieder in Richtung AOR. „Risky Game“ rockt am Anfang los und geht ab der ersten Strophe vom Gas, aber nur bis zur Bridge ab da legt er wieder zu, „Burning“ hier hören sich die Vocals an als ob sie sich im Clipping befinden würden.

Balle

MIDNITE CITY – Bite The Bullet

Trackliste:

01. Live Like Ya Mean It
02. Worth Fighting For
03. It´s Going To Be Alright
04. Heaven In This Hell
05. Running Back To Your Heart
06. Lethal Dose Of Lose
07. Archer´s Song
08. Seeing Is Believing
09. No One Wins
10. Hang On Til Tomorrow
11. When The Summer Ends

Spielzeit: 46:01 min. – Genre: Melodic Rock, Hair Metal – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/midnitecityuk

 

Großbritannien war in den Achtzigern nicht die Übermacht in Sachen Sleaze und Hair Metal. Dennoch brachte das vereinigte Königreich einige durchaus erfolgreiche Vertreter wie TIGERTAILZ oder Underground-Legenden wie WRATHCHILD hervor. Im neuen Jahrtausend war diese Art von Musik quasi nicht existent, erst mit einzelnen neuen Bands wie CRASHDIET wurde wieder über diese Art von Musik gesprochen, was einige alte Recken wieder ans Tageslicht beförderte. So auch TIGERTAILZ, die sich 2012 neu aufstellten – mit einem gewissen Rob Wylde an der Gitarre. Fünf Jahre später gründete dieser seine eigene Combo MIDNITE CITY, bei der er auch den Gesang übernahm. Der Rest ist Geschichte, vier Alben haben die Jungs seither auf dem Kerbholz, von denen „There Goes The Neighbourhood“ wohl das beliebteste war. Zeit also um kräftig nachzulegen. Seit ihrem letzten Werk „In At The Deep End“ haben die Keyboards von Shawn Charvette ordentlich an Präsenz hinzugewonnen. Der Sound hat einen kräftigen Schub in Richtung AOR bekommen.

Das haben die Briten auf ihrem neuen Album „Bite The Bullet“ beibehalten. Hinter dem Mischpult saß erneut der Schwede Chris Laney. Er hat MIDNITE CITY einen Sound auf den Leib gezaubert, der vom Debüt der amerikanischen Kollegen DANGER DANGER gar nicht so weit entfernt ist. Auch in Sachen Melodien können die Songs auf „Bite The Bullet“ mithalten. Und doch ist die Platte natürlich kein bloßer Abklatsch sondern songtechnisch eines der stärksten Outputs der Briten und es tönt natürlich ganz klar nach MIDNITE CITY.

Die Retroschiene wird momentan sehr stark befahren – egal im klassischen Heavy Metal, Melodic Rock oder Thrash- bzw Death Metal Bereich – alles ist auf retro getrimmt. Unzählige (gute) neue Bands sprießen aus dem Boden. Nur gut, dass MIDNITE CITY schon einiges vorzuweisen haben, sonst wäre das Risiko groß, die Band im Veröffentlichungs-Dschungel zu übersehen.

Nun aber endlich zu den Songs: Los geht’s mit dem großartigen „Live Like Ya Mean It“. Ein Refrain voller Melodie, Power und jeder Menge Vitalität – so muss ein Opener klingen. Vollgestopft mit positiver Energie legt „Worth Fighting For“ das Level vor, das über die gesamte Spielzeit locker gehalten wird. „It´s Going To Be Alright“ nimmt das Tempo etwas raus bevor „Heaven In This Hell“ mit ALICE COOPER Gedächtnis-Riff an die seligen „Trash“-Zeiten erinnert. „Lethal Dose Of Love“ könnte auch gut und gerne auf einem aktuellen Album von CRAZY LIXX stehen. Das soll allerdings weniger als Vergleich denn als Gütesiegel zu werten sein. Nach dem Instrumental „Archer´s Song“ folgt mit „Seeing Is Believing“ ein hochkarätiger Midtempo-Stampfer, der die Mädels in den Rock Discotheken der Republik früher auf die Tanzfläche gelockt hätte. Und mit „When The Summer Ends“ haben die Briten ein letztes Highlight an das Ende dieser rundum gelungenen dreiviertel Stunde Melodic/Sleaze Rock gesetzt.

MIDNITE CITY bleiben sich selbst treu, machen was die Fans von ihnen erwarten und was sie lieben. Nämlich hochmelodischen Hardrock, der wie eingangs erwähnt nicht selten an das fabulöse Debüt der amerikanischen Kollegen von DANGER DANGER erinnert. Ein Sommeralbum erster Güte, das natürlich auch jetzt zum VÖ prächtig funktioniert! Erhältlich als CD und limitierte gelbe LP. Get it while it´s hot!

Stefan

CIVIL DAZE – Once in a Blue Moon

Trackliste:

01. Top of the World
02. A Million Miles Away
03. Face Down in the Dirt
04. Paradise
05. Got to Go
06. The Right Kind of Lovin
07. Turn the Page
08. Heroes
09. Revolution
10. Givin It All

 

Spielzeit: 41:38 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/civildaze

 

CIVIL DAZE sind eine neue Melodic Rock Band aus Schweden die von Mikael Danielsson zuerst als Soloprojekt ins Leben gerufen wurde.
Nachdem die geschriebenen Songs aber eher für eine weibliche Sängerin passend waren begann Mikael mit der Suche und fand die passende Kandidatin mit Helena Sommerdahl die er aus vorherigen Bands schon kannte.
Die Band wurde komplettiert mit weiteren befreundeten Musikern und das Debütalbum nahm Gestalt an.
Selbiges können wir nun mit dem Titel „Once in a Blue Moon“ genießen. Auf diesem gibt es ziemlich klassischen 80iger Melodic Rock mit AOR Einflüssen und Refrains der Marke H.E.A.T, ROBIN BECK oder ALYSON AVENUE.

Mit der Vorab Videosingle „Top of the World” beginnt das Album. Nach einer kleinen Einleitung setzt ein treibender Beat ein und die Nummer groovt sich ihren Weg aus den Boxen. Sängerin Helena ist bestens bei Stimme und ist schön rockig unterwegs. Passt gut auf jeden Fall, da hat das Promosheet mal absolut Recht behalten.
Klasse Opener und Dosenöffner der auf jeden Fall direkt Lust auf mehr macht!
Noch etwas packender als der Opener finde ich das folgende “A Million Miles Away”. Hier geben sich Melodic Rock und AOR die Klinke in die Hand und es entwickelt sich ein schöner Song perfekt fürs Radio und für Cabriofahrten. Fein!
Über den Groover „Face Down in the Dirt“ und das tolle wieder sehr AOR lastige „Paradise“ geht es in den Mittelteil der Scheibe wo „Got to Go“ einen erst auf die Balladenfährte lockt, bevor es auch ordentlich nach vorne rockt und die Bahn frei macht für die straighten Rocker „The Right Kind of Lovin“ und „Turn the Page“. Wobei letzteres mit ordentlich Keyboardunterstützung aufwarten kann und etwas verspielter ist.
Was alle Songs bisher eint ist auf jeden Fall immer der tolle Chorus den man schon nach Kurzen mitsingen kann. Beim Songwriting stimmt es also auf jeden Fall!
Im letzten Drittel können auf jeden Fall auch noch „Heroes“ und der Ohrwurm „Revolution“ so richtig überzeugen, wobei das abschließend „Givin it All“ auch ein richtiger guter Rausschmeißer geworden ist!

Wer auf schönen 80iger orientierten Melodic Rock mit einem ordentlich Schuss AOR und weiblichen Gesang steht, der ist beim Debütalbum vom CIVIL DAZE genau richtig aufgehoben!
Selten habe ich ein so passendes Album vom Stil hergesehen, wo wirklich jeder Fan dieser Spielart etwas mit anfangen kann.
Alles wirkt wie aus einem Guss und man fühlt sich als Fan direkt heimisch, so wünscht man sich das.
Klare Kaufempfehlung also für dieses sehr ordentliche Debüt!

Julian

 

ALIAFAR – Shining Star

Trackliste:

01. Integrity
02. The Ghost Of You
03. Together We Go On
04. Dancing For Keeps
05. The Right Person
06. Piece Of The Puzzle
07. Something About You
08. These Moments
09. Your Avoidant Kind Of Love
10. Hope
11. Your Star Will Shine (CD Bonus Track)

Spielzeit: 43:15 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 30.09.2025 – Page: www.facebook.com/ailafar

 

Lions Pride Music kommen mal wieder mit einem Happen, die Band nennt sich ALIAFAR und stammt aus Griechenland. Mit „Shining Star“ wurde das sechste Album veröffentlicht, irgendwie sind die ersten fünf hinter meinem Rücken gehandelt worden. Aber wie es der Teufel will, seitdem die Band bei Lions Pride Music ist, werde ich auch auf diese Mädel und Jungs aufmerksam.

Zur Band gehören Sängerin Tatiana Economou, Gitarrist John Tzortzis, Pianos und Keyboards kommen von Vangelis Valis Papageorgiou, den Bass bedient Kostas Mavroudis und die Sticks schwingt Daniel Charavitsidis. Tatiana hat eine coole Röhre die ein wenig an Sue Willetts von DANTE FOX erinnert, dabei allerdings sehr viel Kraft entwickeln kann und überzeugt. Die Gitarren machen das für das sie gedacht sind, sie hauen Riff after Riff raus ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Die Tastenabteilung befindet sich in Arena Rock Gefilden und bildet mit den Gitarren ein perfektes Rückardt für Tatianas Stimme. Der Bass kann sich sehr gut behaupten und kommt sehr gut durch. Die Drums sind zurückhaltend aber nicht leise oder langweilig. Das Gesamtbild wird von Stimme, Keys und Gitarren dominiert ohne dabei den großen Zampano raushängen zu lassen.

Der Bandsound liegt irgendwo zwischen AOR und Melodic Rock, so genau lässt sich das nicht beurteilen, da sich von beiden Genres genug im Sound befindet. Vergleichen kann man am besten mit DANTE FOX, HEARTLAND, FM, TIMSON AOR, IMKT und ROULETTE um nur ein paar Vertreter dieser Spielrichtungen zu nennen. Mit feinen Melodien und perfekter Umsetzung an Mikrofon und Instrumenten rockt sich ALIAFAR durch die elf Songs des Albums. Die Stimme von Tatiana schwebt weit über den Instrumenten und hat eine fesselnd hypnotische Wirkung um den Hörer voll in ihren Bann zu ziehen. Die Stimme passt perfekt zum Melodic AOR Rock der Band, besser könnte es nicht matchen. Die Melodien scheinen zwar simpel, doch sie können sich während des Hörens voll und ganz in den Gehörgängen entfalten um dort ihre volle Wirkung auszubreiten. Da hat Lions Pride wieder mal ein ganz heißes Eisen in der Schmiede, dass es mit jedem anderen aus dem Business aufnehmen kann ohne dabei als zweiterer dar zu stehen.

Leider befindet sich der Bonus Track nicht im Promopaket, dass gibt Abzug in der B-Note. Ansonsten ein vernünftiges Album das man mit ruhigem Gewissen komplett am Stück durchhören kann, und mit einer Stimme die den Hörer sofort in ihren Bann zieht.

„Integrity“ startet mit viel Gefühl ins Album, „The Ghost Of You“ baut in den Strophen Drama auf um dies im Refrain abzubauen. „Together We Go On“ flott mit Charme und Prise Drama geht es weiter, „Dancing For Keeps“ der ideale Song fürs Radio und High School Klamotte mit Dean Mess als Gastsänger. „The Right Person“ eine Ballade die mit sehr viel Drama ausgestattet wurde, „Piece Of The Puzzle“ es geht wieder rockiger in den Song. „Something About You“ Gefühl trifft auf Melodie, auf Eingängigkeit, auf Tatianna und ergibt die Perfektion, „These Moments“ kommt ohne Westcoast Anteil mit TOTO Flair. „Your Avoidant Kind Of Love“ hier grüßen FOREIGNER und JOURNEY mit MEAT LOAF Vibes, „Hope“ ein Highlight zum Abschluss.

Balle

TYKETTO und WILDHEART am 02.10.2025 im VAZ in Burglengenfeld

Man glaubt es kaum, TYKETTO kamen doch tatsächlich am 02. Oktober für eine Live Sause in die oberpfälzer Provinz nach Burglengenfeld. Diesen Anlass ließ ich mir nicht nehmen, ein Date mit TYKETTO stand schon lange auf meiner To Do Liste. Am 02.10. war es endlich soweit das ich diesen Punkt abhaken konnte. Leider ist das einzig verbliebene Original Mitglied Sänger Danny Vaughn. Als Support waren die Belgier von WILDHEART dabei.

WILDHEART eröffneten den Abend der so ganz im Motto des Melodic Hard Rock stand. Ich kannte die Band vorher nicht und war erstaunt über die Leistung von WILDHEART. Der Sänger hat zwar eine aller Welts Stimme die man zu tausenden finden kann, für die Stimmfärbung kann er nicht viel aber er traf die Töne und machte einen guten Job am Mikro. Die beiden Gitarristen sorgten für die richtige Dosis Härte und konnten mit ihrer Show für einige Glanzpunkte setzen. Der Bassist und Drummer gaben auch ihr bestes und so wurde ein Set durchgespielt das sich sehen lassen kann. Der Stil bewegt sich irgendwo im nirgendwo in den 1980ern zwischen VIXEN, HURRICANE und BON JOVI, also genau das Richtige um für TYKETTO die Meute anzuheizen. Dies gelang auch und die Stimmung war generell sehr gut.

www.facebook.com/Wildheartrockandroll/

Nach der Pause kam das Date das ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit vor mich hinschob, TYKETTO kamen in meinen Einzugsbereich in dem ich für Konzerte unterwegs bin. TYKETTO setzte sich aus Danny Vaughn und ex oder immer noch CHEZ KANE, BRITNY FOX, DORO, WAYSTED, RUSS BALLARD, DIN AIREY, TEN, HEARTLAND, CHRIS OUSEY und einigen mehr Mitgliedern zusammen. Das es sich um Vollprofis an den Instrumenten handelte konnte man mit jeder Note oder Akkord hören. Es griff ein gut passendes Zahnrad in das andere und bildeten für Danny den richtigen Backround um die zahlreichen TYKETTO Hits zum Besten geben zu können. Danny war bestens drauf und auch perfekt bei Stimme und bot ein Set das quer durch die TYKETTO Vita ging. Wer die Alben kennt, sollte sich unbedingt mal eine Live Show von TYKETTO ansehen, den genau den Spirit den die Alben verbreiten, können TYKETTO mit Danny Live auf die Bühne bringen. Der Sound war Bombe da hatte der Tonmann ein feines Gehör für Details. Danny beschränkte sich nicht nur auf Raumverteidigung um den Mikrofonständer sondern war erfreulicher Weise sehr aktiv auf der Bühne unterwegs. Wenn es der Song benötigte bediente er auch die Akustik Gitarre und gab selbst an dieser eine sehr gute Figur ab. Hätte ich nicht ROBERT TEPPER beim letzten HEAT Festival und THE DEAD DAISIES in München gesehen die für mich bis jetzt die besten Konzerte waren, wäre TYKETTO in Burglengenfeld ein heißer Anwärter für diesen Posten. So bleibt nur das Fazit, Danny und seine Gang haben voll geliefert, wer es nicht glaubt kann sich bei einer der kommenden Shows selber davon überzeugen. Danny kündigte für nächstes Jahr ein neues Album an und wahrscheins wird es auch wieder eine Tour geben.

www.facebook.com/TykettoTheOfficial

Strength In Numbers
Wings
Rescue Me
Reach
The End Of The Summer Days
Mother Mary (UFO Cover)
Circle The Wagons
Seasons
The Run
Heroes Die Young (WAYSTED Cover)
Lay Your Body Down
Standing Alone
Sail Away
The Last Sunset
Forever Young

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber