THE BOYSCOUT – We Were Kings

Band: The Boyscout
Album: We Were Kings
Spielzeit: 37:26 Min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: 7hard
Veröffentlichung: 07.07.2017
Homepage: www.theboyscoutrocks.de

Mit "We Were Kings" legt uns dieser Tage Manuel Mijalkovski alias THE BOYSCOUT sein neues Album vor, dass ohne Zweifel sein intensivstes bzw emotionalstes geworden ist, denn die Texte handeln von persönlichen Erlebnissen und Schicksalsschlägen, die der sympathische Sänger in den letzten Jahren erfahren musste. Trotzdem oder vielleicht auch grade deswegen, geht von dem Longplayer eine extrem positive Stimmung aus, weil es eine Liebeserklärung an das Leben ist und man die Hoffnung niemals aufgeben darf.

Hymnen wie der Titelsong, der mit einer gehörigen Bon Jovi Schlagseite ausgestattet ist, das autobiographische "1983", oder der aus dem Archiv von Produzent Michael Voss (Casanova, Mad Max, Phantom 5) stammende alte Casanova Song "Our Night" sind extrem eingängige Tracks, die sich sofort in den Gehirnwindungen festsetzen und dort Ihre postiven Einflüsse verbreiten. Genau wegen solcher Titel zählt der AOR und Melodic Rock zu meiner favorisierten Musikrichtung.

Ebenfalls erwähnenswert sind die beiden Coverversionen, die auf "We Were Kings" vertreten sind. Einmal wäre da der alte Cher Klassiker "Bang Bang" und "Dying Words", der im Original von Nu Pagadi stammt, die als Sieger der Casting Show Popstars im Jahr 2004 bekannt geworden sind. Grade die hier sehr bombastisch aufgemachte Symphonic Ballade "Dying Words", kommt aufgrund des deutsch englischen Wechselgesanges, bei dem Linda Lulka (Linda And The Punch) den weiblichen Part übernimmt, sehr emotional daher. Erinnert mich ein wenig an glorreiche Meat Loaf Zeiten. Das ist ohne Wenn und Aber, ganz großes Kino, was THE BOYSCOUT hier an Gänsehaut abliefern.

Am Ende bleibt nur noch zu sagen, dass THE BOYSCOUT mit "We Were Kings" ein Bockstarkes Melodic Rock Album gelungen ist, was unbedingt in jede gut sortierte CD Sammlung gehört.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Hey Billy
02. You Are Not Alone
03. Bang Bang
04. Deal With It
05. We Were Kings
06. 1983
07. Long Is The Way
08. Our Night
09. Dying Words
10. Talking To An Angel

Heiko Füchsel

THAT ROCK GUY – Nothin´ To Lose

Band: That Rock Guy
Album: Nothin´ To Lose
Spielzeit: 43:30 min.
Stilrichtung: Hardrock, Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 30.06.2017
Homepage: www.thatrockguy.com

2017 ist ein tolles Jahr – zumindest einmal wieder, was die neuen Releases im Hardrocksektor angeht. Zahlreiche Hochkaräter waren bisher am Start, viele Unknowns haben tolle Platten eingespielt. Und wiederholt dieses Jahr das, was auch schon die vergangenen waren: ein Fest für alle Rock- und Metalfans. Lang erwartet auch das erste Album des Australiers THAT ROCK GUY. Mit dem Testballon „Through The Night“ hat Adam Barclay, wie er im richtigen Leben heißt, einen extrem starken Song vorab ins Rennen geschickt. So bärenstark und repräsentativ, dass angeblich alleine diese Nummer zum Plattenvertrag mit AOR Heaven gereicht hat. Dass THAT ROCK GUY zu den wohl am härtesten arbeitenden Musiker rund um den Globus gehört, davon zeugen über 1000 Live-Shows, die er überall auf der Welt gespielt hat – alleine in den letzten drei Jahren. Das gerade fertig gewordene Album „Nothin´ To Lose“ ist ein klarer Fall für alle Fans von Bands wie DEF LEPPARD, FIREHOUSE oder ROXUS. Kein Wunder, denn mit Andy Shanahan saß bei der Produktion des Erstlings von Barcley´s Band XL just der selbe Produzent im Stuhl wie seinerzeit beim glorreichen „Nightstreet“ von 1992, dem leider einzigen Album von ROXUS. Für THAT ROCK GUY ging man für den Mix zusammen mit Erik Wiss in die bekannten holländischen Wisseloord Studios. Aber sowohl die Musik von ROXUS als auch die Enflüsse ihres Produzenten haben Spuren bei „Nothin´To Lose“ hinterlassen. 

Soundtechnisch ziemlich an diverse Frontiers-Releases der jüngeren Zeit wie ONE DESIRE oder TOKYO MOTOR FIST angelehnt, startet der Dreier, der von Felix Engel (drums) und Marcin Palider (bass) komplettiert wird gleich mit dem markanten „Superstar“. Irgendwo zwischen DANGER DANGER, FIREHOUSE, DEF LEPPARD, BON JOVI und eben ROXUS macht THAT ROCK GUY ein ordentliches Fass auf. Zwar rockt „Your Dreams Are Keeping Us Together“ weitaus flotter, den markanteren Chorus aber hat der Opener. Darauf folgt der eben schon angesprochene Hit „Through The Night“. Früher wäre alleine dieser Track Grund genug, sich die Platte sofort zuzulegen. Die Nummer wäre mit 100%iger Sicherheit ein Diskothekenhit geworden. 

Aber das luftige „One Shot In A Million“ oder das ziemlich an BRYAN ADAMS (zu „Waking Up The Neighbours“-Zeiten) erinnernde „Bring On The Night“ sind weitere Trümpfe in der Hand des Australiers. Und nicht nur das – eigentlich findet sich kein schwacher Song auf dem Album. Egal, ob das knackige „Can´t Get Enough Of You“, der AOR-lastige Titeltrack, das abschließende „Land Of The Rising Sun“ sowie die beiden Balladen „Never Gonna Say Good-Bye“ und „Without You“ – hier ist höchste Qualität angesagt. 

Ja, „Nothin´ To Lose“ gehört ohne Abstriche und Umschweife zu den Highlights des Jahres 2017 in Sachen Hard- bzw. Melodic Rock, wenn nicht sogar der letzten fünf Jahre. Und das sollte wohl Lob genug sein, haben uns die letzten Jahrgänge doch arg verwöhnt. Das Debüt von THAT ROCK GUY gehört in Eure Sammlung – ohne Wenn und Aber!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    Superstar
2.    Your Dreams Are Keeping Us Together
3.    Through The Night
4.    One Shot In A Million
5.    Never Gonna Say Good-Bye
6.    Bring On The Night
7.    Can´t Get Enough Of You
8.    Nothin´ To Lose
9.    Without You
10.    Land Of The Rising Sun

Stefan

RADIATION ROMEOS – Radiation Romeos

Band: Radiation Romeos
Album: Radiation Romeos
Spielzeit: 45:12 Min
Stilrichtung: Melodic Rock / Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 02.06.2017
Homepage: www.frontiers.it


Mit den RADIATION ROMEOS gibt es mal wieder ein neues Projekt aus dem Haus der italienischen Melodic Rock Spezialisten von Frontiers Records. Wenn bei dem Namen der Band Erinnerungen hervorrufen werden und es bei dem einen oder anderen Leser irgendwie Klick macht, hat er Recht, denn der Name stammt aus einer Textzeile des Genreklassikers Steve Stevens Atomic Playboys aus dem Jahr 1989. Das ist allerdings nicht die einzige Verbindung, denn Radiation Romeos Frontmann Parramore "Perry" McCarty stand damals bei den von Billy Idol Gitarrist Steve Stevens gegründeten Atomic Playboys ebenfalls hinter dem Mikro. Abgerundet wird das Line Up der RADIATION ROMEOS von Gitarrist Doc Heyne, Bassist Jogi Spittka und Schlagzeuger Gereon Homann.

Produziert wurde das Debütalbum der RADIATION ROMEOS von Szenegröße Michael Voss (Phantom 5, Mad Max, Casanova, Silver, Wolfpakk), der auch am Songwriting beteiligt gewesen ist. Soundtechnisch würde ich das ganze als eine Mischung aus den Atomic Playboys meets AOR und den Bands an denen Produzent Michael Voss beteiligt ist, bezeichnen. Meiner Meinung nach ist den Machern hier ein sehr abwechslungsreicher Longplayer gelungen.

Der das Album eröffnende Titelsong ist eine Hommage an den gleichnamigen Song der Atomic Playboys, ohne diesen allerdings zu kopieren. Melodic Hardrock vom allerfeinsten, der einen sofort in seinen Bann schlägt. Ganz großes Kino! Das folgende "Ocean Drive" ist eine relaxte Melodic Rock Nummer, die zum Cruisen im Cabrio förmlich einlädt. Weitere Highlights sind das Hardrockige "Bad, Bad Company", die Ballade "Like An Arrow" und der orientalisch angehauchte Oberkracher "Promised Land", der neben dem schon erwähnten Titelsong zu meinen persönlichen Favoriten des Silberlings gehört.

Natürlich kann das Debüt der RADIATION ROMEOS dem Klassiker der Atomic Playboys nicht das Wasser reichen, aber man sollte die beiden Scheiben auch gar nicht miteinander vergleichen, sondern als eigenständige Werke sehen. Am Ende bleibt unterm Strich ein wirklich gutes Melodic Rock Album, was Laune macht und nicht zum letzten Mal im Player des Rezensenten rotiert. Alle Freunde der gepflegt melodisch Rockigen Unterhaltung sollten die RADIATION ROMEOS daher unbedingt antesten.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Radiation Romeos
02. Ocean Drive
03. Bad Bad Company
04. Mystic Mountain
05. Like An Arrow
06. Promised Land
07. Castaways
08. Ghost Town
09. Til The End Of Time
10. On The Tight Rope
11. Monstertraxx

Heiko Füchsel

STORMBURST – Raised On Rock

Band: Stormburst
Album: Raised On Rock
Spielzeit: 46:22 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 26.05.2017
Homepage: www.stormburst.se


Seit Juli 2014 existiert die Melodic Hard Rock Band STORMBURST und veröffentlicht nun ihr Debutalbum “Raised On Rock”. Lars-Åke ”Plåtis” Nilsson (Gesang, KEEN HUE), Thomas Hansson (Gitarre, STEAM, COASTLINE), Kent Jansson (Bass, SIX FEET UNDER, KEEN HUE, STEAM), Peter „Zeke“ Ytterberg (Schlagzeug, KEEN HUE, MOONSHINE HIGHWAY) und Peter Östling (Keyboard, SIX FEET UNDER) wollten einfach nur Spaß haben, hochqualitative Musik spielen ohne Songs covern zu müssen und einfach die Liebe zur Musik zelebrieren. 
Die Songs des Albums wurden meist in Lars-Åkes Heimstudio aufgenommen, gemixt und gemastert wurden sie dann im Studio Bakery von Jonas Tornemalm im Januar und Februar 2017. 

Sowohl „Show Me The Way“, also auch „Say You Will“ sind von der Stimmung her simpel, locker und melodisch eingängig. „Under The Gun“ ist ein härterer Klassik Rocker und auch „Show Me A Sign“ haut im Vergleich zu den ersten beiden Songs etwas mehr auf die Pauken. Die Ballade „Touched By Love“ schreit förmlich nach SCORPIONS bevor es im Up-Tempo weitergeht mit „Give Me“. Der Titelsong „Raised On Rock“ geht einem direkt ins Ohr und lässt die gute Sommerlaune einkehren. „All I Want Is You“ schmachtet daher, obwohl es nicht einmal eine Ballade ist. 

Insgesamt wissen die fünf Schweden wie man eingängige Melodic Rock Songs schreibt. Einige, wie „Show Me The Way“, „Raised On Rock“ oder auch “Say You Will” bleiben wirklich in den Gehörgängen kleben und machen wirklich viel Spaß beim Anhören. Das Album ist ein Loblied an die Helden der Bandmitglieder, sprich JOURNEY, SCORPIONS, EUROPE, WHISTESNAKE, BAD COMPANY, DEEP PURPLE (siehe Keyboards in „Under The Gun“). Ein starkes Debutalbum, das einen zwar nicht immer vollends mitreißt, aber man sich als Melodic Rock und AOR Liebhaber mal angehört haben sollte. 


WERTUNG: 

 

 

Trackliste: 

01. Show Me The Way
02. Say You Will
03. Under The Gun
04. Show Me A Sign
05. Touched By Love
06. Give Me
07. Raised On Rock
08. Chains Of Darkness
09. Never Too Late
10. Lay Your Love On Me
11. All I Want Is You
12. Lost And Blue
13. Restless Hearts
14. I’m Going Down

Lotta

 

707 – 707 / The Second Album / Mega Force (Re-Releases)

Band: 707
Album: 707 / The Second Album / Mega Force (Re-Releases)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Mit der Band “707” aus Michigan (USA) hat das Rock Candy Records Label mal wieder eine interessante, weitestgehend vergessene Perle des typisch amerikanischen AOR ausgegraben, die es wert ist (wieder) entdeckt zu werden. Gegründet im Jahre 1977 von Phil Bryant (Bass, Gesang), Jim McClarty (Drums), Duke McFadden (Keyboards, Gesang) und Kevin Russell (Gitarren, Gesang) legten die Jungs von Anfang an starken Wert auf den unter 3 Musikern aufgeteilten Gesang sowie einer gekonnten Balance aus einer eher flockiger AOR-Basis und vereinzelten rockigeren Tönen. Wie immer bei Rock Candy Records sind die nun vorliegenden Neuauflagen vorbildlich remastert und mit informativen Linernotes ausgestattet.

„707“ (1980)

Das Debüt der Truppe, erschienen auf dem damals ziemlich angesagten Casablanca Label (die u.a. Kiss unter Vertrag hatten), steht und fällt mit dem Opener "I Could Be Good for You" aus der Feder von Keyboarder McFadden und Schlagzeuger McClarty. Der Song entwickelte sich, ohne dass Band oder das Label davon Wind bekamen, zu einem veritablen Radio-Hit. Nicht zu Unrecht, denn der Song ragte meterhoch über den restlichen Tracks der Scheibe heraus. Ein absoluter Homerun, dessen Momentum weder Band noch Management so richtig zu fassen wussten und somit die Chance auf einen großen Durchbruch verpassten. Das Problem ist natürlich auch, dass die Scheibe mit besagtem Song bärenstark anfängt, das damit gegebene Versprechen aber dann im Fortlauf kein einziges mal einhalten kann. Das restliche Material kann da einfach nicht mithalten, was noch dadurch erschwert wird, dass gleich 3 verschiedenen Sänger ein kohärentes Soundbild verhindern. Songs wie das launige „You Who Needs To Know“ oder „Let Me Live My Live“ vermögen allerdings durchaus auch heute noch Laune zu machen.

„ The Second Album“ (1981)

Nach den ernüchternden Erfahrungen mit dem (trotz Hits) untergegangenen Debüt, wurde der Band mit Jai Winding (u.a. Le Roux) ein neuer Produzent an die Seite gestellt. Mit dem kamen die Jungs aber nicht wirklich klar, so dass die Arbeit an dem Nachfolger unter keinem allzu guten Stern standen. Im Endergebnis leidet „The Second Album“ unter dem Abgang von Keyboarder und Songschreiber Duke McFadden, einer gewachsenen Erwachtungshaltung von Seiten der Labelbosse, Unschlüssigkeit bei den Musikern wo die Reise denn hingehen sollte sowie einer Produktion die sich nicht entscheiden kann ob man den (hard)rockigen Tendenzen in der Band mehr Freiraum lassen oder aber den gepflegten AOR Sound der frühen Tage weiterverfolgen soll. So tönen Sogs wie „Millionaire“ oder „Strings Around My Heart“ wie mit angezogener Handbremse, bis dann in „Live With The Girl“ endlich der Knoten ein wenig platzt, die Band Ihre Trademarks unterbringen kann und ein paar Treffer landet. Alles in allem ist „The Second Album“ aber nur okayer Durchschnitt ohne wirkliche Highlights oder zwingenden Hits.

„ Mega Force“ (1982)

Nach 2 Alben für das Casablanca Label wechselten 707 zu Boardwalk Records und wurden dort prompt vor die Wahl gestellt entweder einen festen Frontmann/Sänger zu engagieren oder aber die Karriereambitionen zu begraben. Der Band blieb nichts anderes übrig als den zwar durchaus talentierten aber auch nicht zur Gänze als Bandmitglied akzeptierten Kevin Chalfant in Ihre Reihen aufzunehmen. In dieser Konstellation wurde mit „Mega Force“ das härteste und, im Rückblick, stärkste Album der Band eingespielt. Die Parallelen zu Journey sind dank Chalfant nicht von der Hand zu weisen, auch wenn 707 weniger R&B Elemente verarbeiteten. Ähnlich wie beim Erstling wird die Platte vom größten (und einzigen Hit) der Scheibe eröffnet (der Titeltrack war für den gleichnamigen Film aus dem gleichen Jahr verfasst worden). Neben diesem Kracher sind mit „Get To You“ und „Can't Hold Back“ noch weitere Songs enthalten, die das Album auch heute noch zu einer hörenswerten Angelegenheit machen. Aber, wie so oft, aus dem großen Erfolg wurde dann doch nichts und die Band löste sich nach einigen Touren im Vorprogramm von Schwergewichten wie Scorpions, Rainbow oder REO Speedwagon entmutigt auf.

Muss man die Diskographie von 707 im Schrank stehen haben? Nein, wohl eher nicht. Essentiell ist keine der Scheiben, Spaß machen aber vor allem das gute 3. Album der Band sowie des schön naive Debüt. Fans von nicht allzu herb zupackendem AOR/Rock sollten aber auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Wer auf diese Musik steht ist mit den neuen, wertigen Auflagen aus dem Haus Rock Candy Records natürlich wie gewohnt bestens bedient.

WERTUNG:

„707“ 

 


„ The Second Album“

 


„ Mega Force“

 


Trackliste:

„707“

01. I Could Be Good For You
02. Let Me Live My Live
03. One Way Highway
04. Save Me
05. You Who Needs To Know
06. Slow Down
07. Feel This Way
08. Waste Of Time
09. Whole Lot Better

„ The Second Album“

01. Tonite's Your Nite
02. Millionaire
03. Live With The Girl
04. Strings Around My Heart
05. Pressure Rise
06. Rockin' Is Easy
07. City Life
08. Live Without Her
09. Love On The Run
10. The Party's Over

„ Mega Force“

01. Mega Force
02. Can't Hold Back
03. Get To You
04. Out Of The Dark
05. Hell Or High Water
06. We Will Last
07. Hello Girl
08. Write Again
09. No Better Feeling
10. Heartbeat
11. Eagle One (Bonus Track)
12. Mega Stomp (Bonus Track)
13. Mega Force (Alt Version)
14. Eagle One (Instrumental)
15. The Float (Bonus Track)
16. Mega Force (Live)

Mario

 

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – Amber Galactic

Band: The Night Flight Orchestra
Album: Amber Galactic
Spielzeit: 50:35 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 19.05.2017
Homepage: www.de-de.facebook.com/thenightflightorchestraofficial

“Internal Affairs” (2012) und „Skyline Whispers“ (2015) waren wunderbare Perlen in der Diskographie der ansonsten eher im Hartwurstsektor beschäftigten Björn "Speed" Strid (Soilwork), David Andersson (ebenfalls Soilwork) oder Sharlee D'Angelo (Arch Enemy). Ohne Zwänge oder Konzessionen lebten vor allem Sänger Strid sowie sein Bruder im Geiste, Gitarrist Andersson, Ihre Faible für den klassischen Rock und Disco/Pop der späten 70er/frühen 80er Jahre ungehindert aus. Dass dabei äußerst unterhaltsame Alben entstanden, ist nicht lange ein Geheimtipp geblieben, vor allem weil sich hier zur Abwechslung mal die Kritik und das Publikum einig waren und die Platten allerorts abfeierten. Wie es scheint waren die beiden Platten aber nur Fingerübungen für den neuesten Streich der Jungs, was bereits nach den ersten Tracks von „Amber Galactic“ deutlich wird. Die puren Classic Rock Reminiszenzen sind weitestgehend aus dem Sound des NIGHT FLIGHT ORCHESTRA verschwunden (was bei der Schwämme an Retro Bands die irgendwie alle gleich klingen kein großer Verlust ist). Dafür wurde der Fokus mit Präzision auf eingängige, tanzbare und mit hohem Suchtpotential versehene Hooklines gelegt. Die Hitdichte auf „Amber Galactic” ist eine Wucht und auch wenn die ein oder andere Strophe etwas beliebig erscheinen mag, so kann man sich doch sicher sein, dass der Refrain das Ganze wieder hell erstrahlen lässt.

Die Anspieltipps sind hier recht schnell abgefrühstückt, denn eigentlich ist so gut wie jeder Song ein Volltreffer. Besonders erwähnen sollte man aber auf jeden Fall das locker entspannte Melodie-Feuerwerk „Jennie“, den flotten Westcoast Kracher „Josephine“, die höllisch groovenden „Domino“ und „Gemini“ sowie den von einem himmlischen Refrain veredelten Rocker „Space Whisperer“. So sehr sich die einzelnen Tracks auch voneinander unterscheiden, als Ganzes funktionieren sie hervorragend und machen „Amber Galactic“, auf dem mit "Sad State of Affairs" wirklich nur ein schwächerer Track vertreten ist, zu einem absoluten Sahnestück im Melodic Rock Sektor.

Sonnenbrille auf, Cabrio aus der Garage (Fenster runter tut’s auch) und an der (imaginären) Küste dem Sonnenuntergang und der nächsten ausgelassenen 80er Party entgegen fahren – die perfekte Filmmusik zu diesem Tagtraum könnt ihr Euch mit „Amber Galactic“ in die Anlage schieben. Was die Jungs um Soilwork Brüllwürfel Björn "Speed" Strid auf ihren beiden ersten beiden (ebenfalls formidablen) Alben schon angedeutet haben, erblüht nun zu voller Reife. Hier wird nicht alter Kaffee lauwarm neu aufgewärmt, sondern die Qualität der Kompositionen lässt so manches Vorbild im direkten Vergleich ganz schön blass dastehen. Die Songs sind tatsächlich SO gut. Wer auch nur ansatzweise etwas mit AOR, Melodic Rock oder Westcoast Musik anfangen kann, sollte hier unbedingt zugreifen. Ihr werdet es nicht bereuen. Für mich schon jetzt DAS Highlight des Jahres 2017.

WERTUNG

 


Trackliste:

01. Midnight Flyer
02. Star Of Rio
03. Gemini
04. Sad State Of Affairs
05. Jennie
06. Domino
07. Josephine
08. Space Whisperer
09. Something Mysterious
10. Saturn In Velvet

Mario

 

TREAT – The Road More Or Less Traveled

Band: Treat
Album: The Road More Or Less Traveled
Spielzeit: 71:15 min
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 21.04.2017
Homepage: www.facebook.com/treatofficial/


Wer vom Frontiers Rock Festival in Mailand noch nichts gehört hat, dem sei es hier gleich zu Anfang wärmstens ans Herz gelegt. Das Festival des gleichnamigen Labels fand dieses Jahr zum vierten Mal statt und steht bis jetzt auf meiner persönlichen Liste der spaßigsten Veranstaltungen 2017 ganz klar auf Platz 1. Umso mehr freut es mich über ein Album schreiben zu dürfen, welches beim letztjährigen Frontiers Festival aufgenommen wurde: TREAT mit ihrem am 21.04.2017 erschienenen Live-Album „The Road More Or Less Traveled“. Ein besonderes Schmankerl für H.E.A.T-Fans ist natürlich, dass sich Jona Tee u.a. bei dieser Show die Ehre am Keyboard gibt.

Kurz vor der Aufnahme des Konzerts am 23.04.2016 erschien Treat’s jüngstes Album „Ghost Of Graceland“, mit dessen Titelsong sie auch gleich eröffnen und im Laufe der Show noch drei weitere Songs spielen („Better The Devil..“, „Do Your Own Stunts“, „Endangered“). Ganze vier Songs des Vorgängeralbums „Coup De Grace“ haben es ins Live-Set geschafft: „Papertiger“, „Roar“, „Skies Of Mongolia“ und „We Own The Night“. Ansonsten bleiben die Schweden beim Altbewährten, ein sehr ausbalanciertes Set aus alt und neu also. Mit „World Of Promises“, „Get You On The Run“ und „Ready For The Taking“ sind auch ihre absoluten Klassiker dabei. 
Soundmäßig lässt die Aufnahme keine Wünsche offen, das Publikum ist kaum zu hören, der Sound ist warm und lebhaft. Sänger Robert Ernlund hat über die Jahre nichts an Stimmqualität eingebüßt und die Backing Vocals und der Sound der Instrumente bilden einen genauso angenehmen, präsenten und gleichzeitig leichten Geräuschteppich wie auf den Albumaufnahmen, deshalb vergisst man auch regelmäßig, dass es sich hier um Live-Aufnahmen handelt. 

Wie schon gesagt, bietet das Live-Album eine gleichmäßige Mischung aus TREATs alten und neuen Liedern. Persönlich hätte ich mir noch die ein oder andere ältere Perle wie „Party All Over“ gewünscht, aber man kann schließlich nicht alles haben. Überhaupt sind TREAT eine Band, deren neue Alben sich durchaus sehen lassen können und deswegen sollte man sich dieses Album auf jeden Fall anhören. Es gibt auch noch eine DVD dazu, bei der die Live-Stimmung noch besser rüberkommt!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Ghost Of Graceland        
02. Better The Devil
03. Nonstop Madness
04. Ready For The Taking
05. Papertiger
06. Do Your Own Stunts
07. Endangered
08. Gimme One More Night
09. We Own The Night
10. Roar
11. Get You On The Run
12. Conspiracy
13. Skies Of Mongolia
14. World Of Promises

Lotta
 

ART NATION – Liberation

Band: Art Nation
Album: Liberation
Spielzeit: 47:03 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hardrock
Plattenfirma: Sony Music / Gain
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.artnationswe.com

Mit dem 2015 veröffentlichten Debütalbum "Revolution" konnte die aus Schweden stammende Combo ART NATION um Frontmann Alexander Strandell bereits einigen Staub in der Melodic Rock Szene aufwirbeln. War der Erstling noch stark im AOR verwurzelt, so legen ART NATION mit dem jetzt vorliegenden Nachfolgewerk "Liberation" noch einige Brikets nach bzw an Härte zu. Damit dürfte die Scheibe allen Fans von Eclipse, Dynazty oder auch H.e.a.t. extrem gut reinlaufen und sollte unbedingt angetestet werden.

Kommen wir jetzt aber zum wichtigsten, den Songs! Der Opener "Ghost Town" geht gleich voll auf die Zwölf und kann mit einem sehr eingängigen Refrain aufwarten. Das ist Melodic Hardrock vom allerfeinsten. "Maniac" ist ein Stampfer mit toller Melodie und lädt sofort zum Mitgrooven ein. Gute Laune Pur! Nach dem Hardrocker "The Real Me" nehmen ART NATION Tempo raus und präsentieren sich mit dem
AOR-lastigen "Kiss Up & Kick Down" und der Gänsehaut Ballade "When Stars Align" von Ihrer eingängigen Seite. In einer gerechten Welt sollten diese Songs im Radio laufen und die Charts im Sturm erobern.

Die weiteren Titel wie "One Nation", "A Thousand Charades", die mit einem keltischen Touch ausgestattete Ballade "Take Me Home" oder das geniale "I´m Alive" mit dezenter Def Leppard Schlagseite fallen Qualitativ keinen Deut ab.

Ich lehne mich Definitiv nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte das ART NATION, dass nächste große Ding aus Schweden sind. Hammergeil, was die Jungs hier abliefern. Daher gibt es nur noch eins, was ich allen Rockmusik begeisterten Hörern mit auf den Weg geben kann: "KAUFEN"!!!!!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Ghost Town
02. Maniac
03. The Real Me
04. Kiss Up & Kick Down
05. When Stars Align
06. One Nation
07. A Tousand Charades
08. Take Me Home
09. I´m Alive
10. Paralyzed
11. What Do You Want

Heiko Füchsel

 

ROCKETT LOVE – Grab the Rocket

Band: Rockett Love
Album: Grab The Rocket
Spielzeit: 46:42 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hardrock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.facebook.com/rockettlovesyou

ROCKETT LOVE sind eine Newcomer Band aus Schweden, die 2015 gegründet wurde. Die Gruppe besteht aus Sänger Daniel Samuelson, den beiden Gitarristen Stefan Westerlund und Gustav Eklund, am Bass findet sich Dennis Vestman und hinter dem Schlagzeug sitzt Fredrik Ahlin.

Erstes Aufsehen konnten ROCKETT LOVE mit dem gleichnamigen Titel erregen, denn der Song landete irgendwie bei US Produzent Beau Hill, der begeistert war und sich des Stückes gerne annehmen wollte. Falls bei dem Namen jetzt einige ins Grübeln geraten, Beau Hill saß in den Achtzigern bei Bands wie Ratt, Alice Cooper, Winger, Warrant oder auch Streets hinter dem Mischpult. Der Titel tauchte schließlich 2016 auf vielen Plattformen im Internet auf und markiert so etwas wie den offiziellen Startschuß in Sachen ROCKETT LOVE im aktuellen Line Up.
Soundtechnisch bewegen sich ROCKETT LOVE im Bereich von Bands wie Harem Scarem, Steelhouse Lane oder auch Winger ohne deswegen altbacken nach den 80er Jahren zu klingen, denn alle Songs verfügen über genügend Flexibilität und einen Modernen Touch. Stücke, wie das bereits erwähnte "Rocket Love", der gute Laune Rocker "What Ever You Say", das extrem eingängige "Rev It Up" oder das flott nach vorne gehende "Fall On Your Knees laufen wirklich gut rein und laden immer wieder zum mitgrooven ein.
ROCKETT LOVE ist mit "Grab Your Rocket" ein erstklassiger Start geglückt und zeigt sehr eindrucksvoll, dass die Band das Potenzial für weitere Großtaten besitzt, aber bis dahin wird erstmal dieses Album mit Sicherheit noch ein paar Mal im Player rotieren.

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Never Surrender
02. One Of These Days
03. Rocket Love
04. What Ever You Say
05. We Will Be Heroes
06. Rev It Up
07. Shining Light
08. Love And Money
09. Line Of Sight
10. Fall On Your Knees
11. Heart Of Stone

Heiko Füchsel

OSUKARU – The Labyrinth

Band: Osukaru
Album: The Labyrinth
Spielzeit: 37:00 min
Stilrichtung: Melodic Rock/AOR
Plattenfirma: City Of Lights Records
Veröffentlichung: 24.03.17
Homepage: www.facebook.com/osukarumusic

Ende März brachten die Schweden von OSUKARU ihr neues Album „The Labyrinth“ heraus, welches ihr viertes Studioalbum und erstes Konzeptalbum ist. Gemixt wurde es von Viktor Stenquist (Beseech, Amorphis) und Attila Bokor (Morph, BOA, Osukaru). Oz Osukaru (Gitarre, Keyboard), Fredrik Werner (Gesang, Gitarre), Lisa Eugenia (Keyboard, Gesang), Olof Gadd (Bass) und Vidar Mårtensson (Schlagzeug) schreiben hiermit eine Liebeserklärung an klassische Fantasyfilme von früher, in diesem Fall insbesondere an den namengebenden Film „Labyrinth“ (Dt.: Die Reise ins Labyrinth) von 1986.

"The idea was to write songs that when played in the order they appear on the album, they would tell the overall story of the spectacular and magical movie 'Labyrinth', but with each song still being able to stand on its own" Oz says. 
"But as a twist, our version of the story is more from the antagonists point of view, as I would imagine the book read by the protagonist in the first scene of the movie is as well. So by going from that angle, we found a lot of interesting stories and themes to build our songs on."

Für diejenigen, die den Film nicht kennen: Die 15-jährige Sarah Williams (gespielt von Jennifer Connelly) begibt sich in ein Labyrinth, welches sie lösen muss um ihren kleinen Bruder wiederzufinden, welcher auf ihren Wunsch vom Goblin König (gespielt von David Bowie) verschleppt wurde. 
Gleich beim Intro wird man u.a. mit den Keyboards darauf vorbereitet, dass es hier sehr 80er-lastig wird. Das führt sich auch im ersten Song „The Stories We Tell“ fort, „Voices In The Dark“ glänzt mit seinem rythmischen, harten Riff und ist der erste Song des Albums bei dem Lisa und Fredrik beide singen (das kommt noch häufiger vor). „Edge Of Night“ überzeugt mit seiner coolen Bassline und seinem mitreißenden Groove während „It’s Only Forever“ wieder super 80ies ist und „Voodoo“ eher im oldschool Hard Rock Modus daherkommt. „Undying Rose“ ist die zweite Ballade des Albums, gefolgt vom raueren „The Offering“. Das Schlusslicht bildet der AOR-wie-aus-dem-Lehrbuch-Song „Moonlight Silhouette“.

FAZIT: Mit ihrem neuen Konzeptalbum liefern OSUKARU ein sehr schönes AOR Album ab, auch wenn es mir ab und zu etwas zu Gesangs/Geschichten-lastig ist (aber das soll wohl bei einem Konzeptalbum so sein). Vom Stil her würde ich es als eine moderne und härtere MEAT LOAF Version einordnen. Meine persönlichen Favoriten hier sind „Voices In The Dark“ und „Edge Of Night“.  

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Maze Of Mind 
02. The Stories We Tell
03. Voices In The Dark
04. Edge Of Night
05. It’s Only Forever
06. Voodoo
07. Poisonous
08. Undying Rose
09. The Offering
10. Moonlight Silhouette

Lotta