MIDNIGHT SIN – One Last Ride

Band: Midnight Sin
Album: One Last Ride
Spielzeit: 39:58 min
Stilrichtung: Hard Rock/Sleaze/Hair
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 13.10.2017
Homepage: www.facebook.com/midnightsinband/

Aus Italien kommt in Sachen guter Musik, insbesondere der Melodic Rock Sparte, so einiges. Auch MIDNIGHT SIN kommen aus dem schönen Süden und liefern nun ihr Zweitwerk „One Last Ride“ via Scarlet Records ab. Ihr Anspruch ist es, den Soundtrack für lustvolle Nächte zu liefern. Dies möchten sie in Form von Street Rock mit schockenden Texten, eingängigen Melodien, mitsingfreundlichen Refrains und sexy Attitüde schaffen.

Der Opener „Loaded Gun“ gibt einen stimmungsvollen Start, „Land Of The Freak“ ist etwas an die U.S. Nationalhymne angelehnt und „Game Over Fame“ glänzt mit Drumintro und powervollem Refrain. „Send Me A Light“ frönt dem Blues während „Never Say Never“ wieder mehr sleazy aus den Boxen schallt. Mit „The Maze“ wird eine Schippe Speed draufgelegt bevor es zur m.M.n. schwächsten Nummer des Albums, „Plan B“, übergeht. Die letzten beiden Songs sind „Not Today“, dessen Chorus einem irgendwie im Gedächtnis stecken bleibt, und der Gute-Laune-Bringer „Born This Way“.

Die Sleaze-Ära ist zwar in den letzten Jahren etwas abgeflaut, aber MIDNIGHT SIN geben ihr Bestes, das schmutzig-melodische Genre zu erhalten. Dabei blamieren sie sich keineswegs, sondern geben einen spaßigen Soundtrack für verschwitzte Clubnächte. Zwar ist dies kein Ausnahme-Album, aber dient auf jeden Fall zur guten Unterhaltung.

 

WERTUNG:

 

 

 

Trackliste:

01. Day Zero
02. Loaded Gun
03. Land Of The Freak
04. Game Over Fame
05. Send Me A Light
06. Never Say Never
07. The Maze
08. Plan B
09. Not Today
10. Born This Way

Lotta

PHANTOM 5 – Play II Win

Band: Phantom 5
Album: Play II Win
Spielzeit: 45:39 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 13.10.2017
Homepage: www.facebook.com/Pfivemusic

Das 2016 veröffentlichte Album der Allstar Formation PHANTOM 5 schlug in der Hardrock Szene, nicht nur aufgrund der Besetzung sondern auch wegen des hervorragenden Songmaterials, wie eine Bombe ein. Bei solchen Musikern wie Sänger Claus Lessmann (Ex – Bonfire), Gitarrist Michael Voss (Ex – Casanova, Mad Max), Gitarrist Robby Boebel (Ex – Frontline), Bassist Francis Buchholz (Ex – Scorpions) und Drummer Axel Kruse (Ex – Jaded Heart, Mad Max) war aber auch nicht wirklich etwas anderes zu erwarten. Auf dem am 13. Oktober erscheinenden neuen Album hat sich nichts geändert, außer das die Jungs nur noch zu viert unterwegs sind, denn Basser Francis Buchholz ist nicht mehr an Bord.

Der mir jetzt vorliegende zweite Langdreher „Play II Win“ schließt nicht nur nahtlos an das Erstlingswerk an, die Jungs von PHANTOM 5 haben es sogar geschafft, noch eine Schippe draufzulegen. Damit hat das Jahr 2017 sein Album des Jahres gefunden, denn die anderen Kappellen dieses Genres haben es dieses Jahr nicht zustande gebracht, besser gesagt, sie werden sich schwer tun, die hier angelegte Meßlatte zu überspringen. In diesem Zusammenhang fällt mit ein Satz von Kiss Frontmann Paul Stanley ein. „Musik ist das gesündeste Rauschmittel der Welt“. Das passt hier besonders gut, denn nach dem Hörgenuss ist man nicht nur berauscht, sondern süchtig nach mehr.

Meinereiner kann auch nach dem gefühlt 879sten Durchlauf immer noch nicht genug kriegen. Wie trällerte eine deutsche Schlagersängerin vor Jahren doch so treffend: „Gib mir mehr davon, gib mir mehr davon, Etwas mehr als vorher, dass vertrag ich schon.“ Wer den Sound des Debüts kennt, wird sicher verstehen, was ich meine. Die Musik von PHANTOM 5 besitzt halt das gewisse Etwas und dem kann man sich nur schwer entziehen. 11 Melodic Rock Songs, allerfeinster Qualität, befinden sich auf „Play II Win“. Mit dem Opener „The Change In You“ liefern die Jungs von
PHANTOM 5 gleich mal ein richtiges Brett ab. Das folgende „Crossfire“, wozu es auch einen coolen Videoclip gibt, kommt ebenfalls druckvoll und mit viel Power ums Eck.

Tracks, wie „Baptised“, dass mit einem Refrain zum Niederknien ausgestattete „Read Your Mind“ der coole Melodic Rocker „Do You Believe In Love“, der mit einer Journey Schlagseite daherkommende AOR Schunkler „Reach Out, oder der coole Hardrocker „Shadows Dance“ sind aber keinen Tick schlechter. Da reiht sich knapp 46 Minuten eine Hammergranate an die andere. Wem es bei solchen Songs nicht warm ums Herz wird, der ist entweder tot, völlig taub oder leider schon viel zu alt für diese Klänge. Der Melodic Hardrock Fan bekommt von PHANTOM 5 alles geboten, was das Herz begehrt. Jede Menge toller Gitarren Riffs, knallige Drums, Keyboards, grandiose Melodien und eine fette Produktion. Alles schön im 80er Jahre Style, nur eben im Hier und Jetzt.
Was soll ich noch große Worte machen. Der neue PHANTOM 5 Silberling ist ein absolutes Pflichtalbum. Muss jeder haben, kann keiner ohne. Besorgt euch diese Scheibe, denn sonst verpasst Ihr das
ALBUM DES JAHRES 2017!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. The Change In You
02. Crossfire
03. Baptised
04. Read Your Mind
05. Play II Win
06. Child Soldiers
07. Do You Believe In Love
08. Phantom Child
09. Had Enuff
10. Shadows Dance
11. Reach Out

Heiko Füchsel

CODE RED – Incendiary

Band: Code Red
Album: Incendiary
Spielzeit: 46:29 Minuten
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 20.10.2017
Homepage: www.facebook.com/CodeRedSweden

Man nehme eine Prise Journey, würzt das ganze mit ein wenig Brother Firetribe, Alien, Treat und vermischt das ganze mit anderen Ingredienzien, die skandinavischen Melodic Rock auszeichnen, wie zum Beispiel grandiosen Melodien und heraus kommt eine äußerst wohlschmeckende Süßspeise namens Code Red.

Die schwedische Truppe, die sich hier zusammengetan hat, sind durch die Bank keine Unbekannten in der AOR / Melodic Rock Szene. Sänger Ulrick Lönnqvist hat als Songwriter für Bad Habit, Amaranthe oder Creye gearbeitet. Drummer Daniel Flores ist von Find Me und Murder Of My Sweet bekannt. Lead Gitarrist Oskar Bromvall (Palace, Erika), Gitarrist Morgan Jensen (Swedish Erotica), Bassist Michael Palace (Palace) und Keyboarder Kaspar Dahlqvist (Shadowquest) vervollständigen das Ganze.

Man ahnt es mit Sicherheit bereits, dass CODE RED auf „Incendiary“ sich ganz dem 80er AOR widmen, es ist aber auch keine Überraschung, denn die Schweden haben den Melodic Rock anscheinend alle mit der Muttermilch aufgesogen. Wie will man sonst den Umstand erklären, dass die Einwohner von Ikea Land alle wissen wie man diese Art von Musik spielt und das so viele erstklassige Melodic Rock Scheiben in den letzten Jahrzehnten aus Schweden erschienen sind.

Songs wie „Lift Me Up“, „My Hollywood Ending“, dass grandiose „Saving Grace“, „Like I Remember You“ oder der Opener „I Won´t Be Your Hero“, um nur einige zu nennen, strotzen nur so vor grandiosen Melodien, Keyboardkaskaden und bärenstarken Gesang. Die Produktion von Daniel Flores ist absolut erstklassig und rundet diese AOR Perle perfekt ab. Durch das CD Artwork von Alien Bassist Ken Sandin schließt sich der schwedische Kreis dann auch endgültig.

Jeder Melodic Rock Fan sollte diese Werk sein eigen nennen, denn eine vernünftige AOR CD Sammlung ist ohne CODE RED mit Sicherheit nicht vollständig!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. I Won´t Be Your Hero
02. Heat Of The Night
03. Lift Me Up
04. My Hollywood Ending
05. Saving Grace
06. Eternal Pretender
07. Like I Remember You
08. Forever And A Day
09. Returning The Flame
10. Are You Leaving Now

Heiko Füchsel

NEWMAN – Aerial

Band: Newman
Album: Aerial
Spielzeit: 55:45 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.newmansound.com

1997 erschien das erste Album des britischen Multi Instrumentalisten und Sängers STEVE NEWMAN, der gleichzeitig auch Namensgeber ist. Passend zum 20 jährigen Bandjubiläums erscheint mit „Aerial“ dieser Tage der elfte Longplayer von Newman, der wie man es gewohnt ist, hochwertige Melodic Rock Kost liefert. Das Mastering von „Aerial“ lag dabei in den Händen von Harem Scarem Frontmann Harry Hess, der dem Silberling einen druckvollen Sound verpasst hat, ohne allerdings zu weichgespült zu sein.

Mit dem wuchtigen Opener „Fear Of Flying“, bei dem Mark Thompson – Smith Herrn Newman an den Vocals unterstützt, gelingt ein erstklassiger Start. Das folgende „Don´t Wake The Lion“ glänzt mit straight nach vorne gehenden Gitarren und bestätigt den Eindruck, dass es hier Soundtechnisch nicht zu glatt poliert zu Werke geht. Natürlich fehlen die klassischen AOR Elemente auch diesmal nicht und Songs wie der mit perlenden Keyboards unterlegte Groover „Can´t Stop Loving You“, der Melodic Rock Schunkler „Vertigo“ oder das ultra eingängige „Always Strangers“ laufen erstklassig in die Gehörgänge und verbreiten gute Laune.

Desweiteren möchte ich euch noch den extrem schmissigen Fast Titelsong „Hot Tonight (Aerial“), den fast schon Journey-esquen AOR Smasher „I Am Your Man“ oder die beiden das Album abschließenden Melodic Rocker „Still Bleeding“ und „You Don´t Know Me“, ans Herz legen.

Da alle Songs qualitativ auf einem hohen Level agieren, kann man STEVE NEWMAN und seiner Truppe attestieren, dass sie zum bereits erwähnten Jubiläum ein erstklassigen Langdreher abgeliefert haben, der alle Fans der Zielgruppe AOR / Melodic Rock begeistern dürfte.

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Fear Of Flying
02. Don´t Wake The Lion
03. Can´t Stop Loving You
04. Life To Remember
05. High Tonight (Aerial)
06. Vertigo (Leap of Faith)
07. Two Sides
08. I Am Your Man
09. Always Strangers
10. Nothing Left
11. Still Bleeding
12. You Don´t Know Me

Heiko Füchsel

STAN BUSH – Change the World

Band: Stan Bush
Album: Change The World
Spielzeit: 41:51 Minuten
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: L.A. Records / Cargo Records
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.stanbush.com

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Begegnung mit STAN BUSH. 1987 spielte er auf seiner Tournee im damals angesagtesten Rock Schuppen Osnabrücks, dem Subway (Gibt es nicht mehr) vor sage und schreibe 30 Leuten. STAN BUSH und seine Jungs servierten trotzdem das volle Programm und das mit einer Spielfreude, als wenn 5000 Zuschauer vor Ort gewesen wären. In der angrenzenden Kneipe spielten die Jungs anschließend mit den Fans und dem Personal (dem ich als Thekenkraft damals angehörte) bis in die frühen Morgenstunden Tischkicker und vernichteten einige Bierchen.

Wie immer, wenn ein neues Album von STAN BUSH zur Veröffentlichung ansteht, macht sich nicht nur bei mir, sondern auch in der Melodic Rock Szene große Vorfreude breit. Ich gehe aber mal davon aus, sobald „Change The World“ erhältlich ist, wird dieses Gefühl in Euphorie umschlagen, denn mit seinem 13ten Longplayer hat STAN BUSH eines seiner stärksten Werke in seiner inzwischen fast 35 jährigen Laufbahn am Start.

Wobei man allerdings sagen muss, dass mit den Movie Hits „Never Surrender“ aus den Bloodsport Filmen mit J.C. Van Damme, „The Touch“ und „Dare“ aus der „Transformers“ Animation Serie auch drei bereits bekannte Songs in Neueinspielungen auf „Change The World“ vertreten sind. Die restlichen 8 Stücke sind jedoch allesamt brandneu und atmen alle den Spirit der goldenen Achtziger Jahre, als Bands wie Journey, Survivor, Foreigner oder Boston den AOR und Melodic Rock Salonfähig gemacht haben und die Charts im Sturm eroberten. Das Material klingt deswegen aber keineswegs altbacken, sondern ist immer auf Augenhöhe mit den aktuellen Veröffentlichungen.

Der Titeltrack und gleichzeitige Opener kommt mit Gitarren und Keyborad Intro gleich sehr druckvoll ums Eck und zeigt deutlich das STAN BUSH nichts verlernt hat. Er hat immer noch ein Händchen für erstklassige Melodien. So etwas nennt man einen Grandiosen Start! Beim folgenden „Warrior“ hat man das Gefühl in einer Zeitmaschine zu sitzen, denn der Titel hätte sich mit seinem stampfenden Groove sehr gut in den Filmen der oben genannten belgischen Kampfsport Legende gemacht. Mit „The Story Of Love“ und „The Other Side Of Love“ hat STAN BUSH zwei klassische Rock Balladen an Bord, die seinen Klassikern wie „Love Don´t Lie“, welches House Of Lords zum Hit gemacht haben, in Nichts nachstehen.

Die restlichen neuen Tracks können dies Level locker halten, wodurch „Change The World“ ein absolutes Must Have für alle Freunde von Keyboardlastigen Melodic Rock a la Giuffria, House Of Lords oder eben dem Meister himself STAN BUSH ist!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Change The World
02. Warrior
03. Born To Win
04. Never Surrender
05. The Story Of Love
06. Live Your Dream
07. Break These Chains
08. The Other Side Of Love
09. Dare
10. The Touch
11. The Secret

Heiko Füchsel

MARTINA EDOFF – We Will Align

Band: Martina Edoff
Album: We Will Align
Spielzeit: 40:41 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hardrock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.martinaedoff.com

„We Will Align“ ist das dritte Album der schwedischen Rock Sängerin MARTINA EDOFF, die mit einer Wahnsinnsröhre in der Schnittmenge von Ann Wilson (Heart), Dalbello oder Liv Jagrells (Sister Sin) gesegnet ist. Waren mir persönlich die beiden Vorgängerscheiben „Martina Edoff“ (2014) und „Unity“ (2015) über die Gesamtspielzeit trotz einiger guter Songs noch zu langatmig und gleichförmig, so hat man diesen Makel auf „We Will Align“ dank der prominenten Hilfe von Erik Martensson (Eclipse, W.E.T.) oder Bassmonster Billy Sheehan (Mr. Big) ausgemerzt, denn der Silberling rockt und groovt ohne Ende.

Der mit einem Schrei eröffnete Opener „Turn Our Pages“ zeigt deutlich das hier klassische Hardrock Elemente mit Melodien und Bombast zu einem schmackhaften Menü verquickt werden, welches durch den grandios eingängigen Refrain begeistert. Überhaupt wird auf „We Will Align“, wie beim folgenden „Champion“, ordentlich gegroovt und losgerockt, wobei die Stimme von MARTINA EDOFF natürlich immer im Mittelpunkt steht und immer wieder gut in Szene gesetzt wird.

Songs, wie der mit einem orientalischem Touch ausgestattete Titeltrack, dass schwere „Alive“, das Heavy und leicht Blues lastige daher kommende I´m Invincible“ oder die Rocker „Lay Down Your Arms“ und „Brand New World“ zeigen wie viele Melodien und Gitarrenriffs diese Scheibe zu bieten hat. Das was hier abgeliefert wird, ist ganz großes Melodic Hardrock Kino. Mit der von einem Piano eingeleiteten Ballade „Face The Mirror“ setzt MARTINA EDOFF dem ganzen noch das Extra Häubchen Sahne auf, denn der Song legt zum Ende an Dramatik zu und erzeugt mehr als einmal wohlige Schauer auf der Haut.

Zum Abschluss bleibt mir nur noch festzustellen, dass MARTINA EDOFF mit „We Will Align“ den richtigen Weg eingeschlagen hat und damit ein richtiges Statement gesetzt hat. Alle Freunde von Female Fronted Hardrock sollten hier Defintiv zuschlagen.

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Turn Our Pages
02. Champions
03. Alive
04. We Will Align
05. Lay Down Your Arms
06. Face The Mirror
07. Set You Free
08. I´m Invincible
09. Truth Came Knocking
10. Brand New World

Heiko Füchsel

KEE OF HEARTS – s/t

Band: Kee Of Hearts
Album: s/t
Spielzeit: 40:24 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 15.09.2017
Homepage: www.facebook.com/KeeOfHearts/

Auf dem Spielfeld der alten und neuen Melodic Rock Sternchen wurden mal wieder die Würfel geworfen. Dieses Mal sind Kee Marcello (ex-Europe, Gitarre), Tommy Heart (Fair Warning, Gesang), Alessandro Del Vecchio (Revolution Saints, Hardline, Jorn), Ken Sandin (ex-Alien) und Marco Di Salvia (Pino Scotto) in einem Pott gelandet. Mit einer Mischung aus skandinavischem AOR, deutschem Melodic Hard Rock und U.S. AOR á la GIANT oder JOURNEY bekommen die eingefleischten AOR und Melodic Rock Fans ein mehr als ansehnliches Match geliefert.
Die ersten vier Songs kann man als relativ ähnlich charakterisieren: ordentliche, energiegeladene und eingängige Melodic Rock Nummern. Weiter geht es mit „Mama Don’t Cry“. Es ähnelt von der Thematik her, und auch im Refrain, zumindest von der Silbenaufteilung „Papa Don’t Preach“ (MADONNA). „Invincible“ ist fertig für’s Stadion, GIANT lässt grüßen. „S.O.S.“ reißt einen von Anfang an mit seinem schlagkräftigen Rhythmus und Gitarrenmelodie mit, „Edge Of Paradise“ ist eine großspurige AOR Nummer und würde genauso gut auf das kürzlich erschienene KRYPTONITE Album passen. „Twist Of Fate“ sind fröhliche DANGER DANGER-like drei-ein halb Minuten und das Schlusslicht „Learn To Love Again“ zeigt noch ein letztes Mal wo der Melodie meets Power-Hammer hängt.

KEE OF HEARTS liefern mit ihrem Projekt ein Album ab, das deutlich zeigt, dass die Bandmitglieder nicht erst seit gestern in der Szene unterwegs sind. Nicht nur ältere Bands wie GIANT, DANGER DANGER, EUROPE, JOURNEY oder HARDLINE können hier als Vergleich herangezogen werden, sondern durch den modernen Touch und Produktion auch neuere Erscheinungen wie PALACE oder KRYPTONITE. Jeder einzelne Song ist energetisch, melodiös und auf den Punkt. Schwierig hier einen Liebling zu picken, in meinem Fall wäre dies wohl „S.O.S.“, „Invincible“ und „Learn To Love Again“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Storm
02. A New Dimension
03. Crimson Dawn
04. Bridge To Heaven
05. Stranded
06. Mama Don’t Cry
07. Invincible
08. S.O.S.
09. Edge Of Paradise
10. Twist Of Fate
11. Learn To Love Again

Lotta

STEELHEART – Through Worlds Of Stardust

Band: Steelheart
Album: Through Worlds Of Stardust
Spielzeit: 40:34 min
Stilrichtung: Melodic Rock, Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 15.09.2017
Homepage: www.steelheart.com

 

Das Steelheart-Brain und Gesangstalent Miljenko Matijevic hat sich acht Jahre nach dem letzten Album an die Veröffentlichung einer neuen Scheibe getraut. „Through Worlds Of Stardust“ heißt das Baby und ist ab 15. September erhältlich. Produziert hat er es selbst in den The Hoarse Latitude Studios Los Angeles, Emerald City Studios und SteelHeart Studios, gemixt wurde das Ganze von Dan Brodbeck, Mike Fraser, Chris Sheldon, Daniel Fouché und ebenfalls Mr. Matijevic höchstpersönlich. Das MAstering übernahm Maor Appelbaum. Wem das nicht schon genug Namen waren, für den sind hier noch die fleißigen Musiker die die Songs eingespielt haben:
Gitarre: Uros Raskovski, Kenny Kanowski (Gitarrensolo “My Dirty Girl”)
Bass: James “Rev” Jones, Sigve Sjursen, Jesse Stern
Schlagzeug: Mike Humbert, Randy Cooke
Piano: Daniel Fouché, Ed Roth

Wer die Band schon einmal live erlebt hat, konnte sich davon überzeugen, dass sie es immer noch drauf haben und kann sich auf ein überzeugendes Album freuen.
Ganz in gewohnter STEELHEART Manier geht es los mit “Stream Line Savings” (LED ZEPPELIN lässt grüßen!) und dem energetischen up-Tempo “My Dirty Girl”. „Come Inside“ ist langsam, heavy und hat eine coole Basslinie. „My Word“ ist ebenfalls heavy, etwas düsterer und sehr modern. Der Ohrwurm „You Got Me Twisted“ eröffnet die Balladensektion des Albums. Er ist die erste Single des Albums, darauf folgt gleich die zweite – „Lips Of Rain“ – die auf Gesang, Piano und einen leichten Streicherhintergrund reduziert ist. „With Love We Live Again“ ist eine ruhige Akkustiknummer bevor die Balladenreihe mit „Got Me Running“ aufgebrochen wird und einen wieder ein bisschen in Fahrt bringt, u.a. mit einem fantastischen Refrain. Mit „My Freedom“ wird es einmal mehr ruhiger, aber trotzdem powervoll. „I’m So In Love With You“ ist der letzte Song und auch die letzte Ballade, erinnert etwas an Kaffeehausmusik.

Mit „Through Worlds Of Stardust“ dürften STEELHEART nicht nur ihre eigenen Fans sehr glücklich machen, sondern auch Freunde von LED ZEPPELIN, WINGER etc. Mir persönlich hätten es ein paar weniger Balladen sein können, obwohl man sagen muss, dass die vier, die auf dem Album sind alle sehr abwechslungsreich und auf ihre Weise gelungen sind, vor allem „You Got Me Twisted“. „My Dirty Girl“ und „Got Me Running“ sind trotzdem meine Favoriten, da hier ein bisschen mehr die Party abgeht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Stream Line Savings
02. My Dirty Girl
03. Come Inside
04. My Word
05. You Got Me Twisted
06. Lips Of Rain
07. With Love We Live Again
08. Got Me Running
09. My Freedom
10. I’m So In Love With You

Lotta

LIONHEART – Second Nature

Band: Lionheart
Album: Second Nature
Spielzeit: 50:53 min
Stilrichtung: Melodic Rock, Hard Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 25.08.2017
Homepage: www.lionheart-music.com

Seit ihrer Gründung 1980 gab es ein paar Änderungen im Line-Up, nun besteht LIONHEART aus Dennis Stratton (Lead Gitarre/Backing Vocals, ex-Iron Maiden), Steve Mann (Lead Gitarre/Backing Vocals, ex-Liar), Rocky Newton (Bass/Backing Vocals, ex-Wildfire), Clive Edwards (Schlagzeug, ex-Pat Travers, Uli Jon Roth & Wild Horses) und Lee Small (Gesang, ex-Shy). 2016 raffte sich die Band in dieser Formation das erste Mal seit ihrem Abgang 1985 auf Bitten Dave Herrons (Rockingham Festival) wieder zusammen. Dies war der Anstoß für das Comback, welches nun mit ihrem Album ‚Second Nature‘ gelingen soll.

Nach einem Keyboard-Intro geht es los mit dem ersten Song „Give Me The Light“, welcher einen ersten Einblick gibt, was im Rest des Albums folgt. Klarer Gesang, eingänige Melodien und Refrains, ein Bilderbuch-Album für dieses Genre. Vor allem „Give Me The Light“ beinhaltet eine Mischung aus DAVID LEE ROTH und SWEET-Vibe, welchen man auch beim nächsten Lied „Angels With Dirty Faces“ erkennen kann. „Don’t Pay The Ferryman“ ist ein Chris De Burgh-Cover mit einer ordentlichen Portion Backing Vocals und AOR-Feeling. In „30 Years“ ist die Twin-Gitarrenarbeit ordentlich am Werk und „On Our Way“ ist ein kurzer Instrumental-Song. Nach dem Titelsong „Second Nature“ geht es weiter mit „Prisoner“ und somit auch den ultimativen 80er Keyboards. „Every Boy In Town“ gibt die Powerballade und „Time Is Watching“ schleicht sich mit gesetztem Vers an und steigert sich in einen Chorus, der sich anhört wie IRON MAIDEN auf AOR. Mit rasantem Solo kommt die nächste Hard Rock-Nummer „Heartbeat Radio“ daher und „Reprise“ bildet den powerballadigen Abschluss.

Mit 13 Songs und über 50 Minuten Spielzeit ist “Second Nature” ein relativ langes Album, dessen Songs größtenteils derselben Linie folgen. Es könnte locker eine Verlängerung des vor über 30 Jahren erschienenen „Hot Tonight“ sein, somit bewegt sich LIONHEART auf bekanntem Terrain und geht keine Risiken ein. Spaß macht es allemal, sich das Album anzuhören, der Sound ist 1A, die Backing Vocals ein Traum und die Melodien, der Groove und der GLENN HUGHES-beeinflusste Gesang alles, was das Melodic Rock/AOR-Herz begehrt. Freunde von Bands wie AIRRACE, SHY, GLENN HUGHES und dergleichen sollten sich diese Scheibe nicht entgehen lassen, Anspieltips sind u.a. „Don’t Pay The Ferryman“ und „Give Me The Light“.

WERTUNG:

 

 

 

Trackliste:

01. Prelude
02. Give Me The Light
03. Angels With Dirty Faces
04. Don’t Pay The Ferryman
05. 30 Years
06. On Our Way
07. Second Nature
08. Prisoner
09. Every Boy In Town
10. Time Is Watching
11. Heartbeat Radio
12. Lionheart
13. Reprise

Lotta

BAD ENGLISH – Bad English (Re-Release)

Band: Bad English
Album: Bad English (Re-Release
Spielzeit: /
Stilrichtung: Melodic Rock, Hardrock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 14.06.2017
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Bei der heutigen Flut an Supergroups verliert man schon mal gerne aus den Augen, dass es einmal eine Zeit gegeben hat, als solche Bands tatsächlich ein Grund zur Freude und zum Jubeln waren. Ja, es gab mal eine Zeit, da wurden solche Bands nicht nur von Plattenfirmen im Kniffelbecher wöchentlich neu zusammengewürfelt um den monatlichen Auswurf an Plastik-Produktionen am Laufen zu halten (sowie einer Handvoll unter Vertrag stehender Songschreiber das Einkommen zu sichern). Nein, Bands wie Cream oder Damn Yankees hatten tatsächlich einen künstlerischen Anspruch und qualitative Substanz. Ich weiß, das ist heute, wo auf jedem 2ten Album einschlägiger Labels der Sticker „Supergroup“ draufpappt, nur noch schwer vorstellbar. Aber, so war das damals. Auch die aus ehemaligen Musikern von Journey und The Babys bestehende Band BAD ENGLISH lieferte, (zumindest mit Ihrem Debüt) einen bärenstarken Brocken Melodic Rock ab, der dem geneigten Fan auch heute noch Freudentränen in die Augen treiben kann. An der Gitarre Neal Schon, die Tasten bediente Jonathan Cain und das Mikro in den Händen von John Waite – da schnalzt der Eingeweihte bereits mit der Zunge. Und die hohen Erwartungen wurden erfüllt, denn neben dem Hit „When I see you smile“ hatte die Platte mit den grandiosen Breitwand-Rockern „Forget Me Not“ oder „Price of Love“ noch weitere Hochkaräter in der Hinterhand. Schon konnte (auch dank „schlag“kräftiger Unterstützung von Powerbolzen Deen Castronovo) bei BAD ENGLISH seine Affinität zu härteren Klängen mit einbringen (was er nach dem leider nur kurzen Gefecht bei BAD ENGLISH, dann noch bei Hardline und später bei den neu formierten Journey auch unterbringen konnte). Cain hatte bereits bei Journey für das Quäntchen Zuckerguss gesorgt, der Alben wie „Escape“ zu Multi Millionen-Sellern machten. Und John Waite hat(te) nun mal eine Stimme, wie es sie nur einmal gibt. Dass der Gute sich in dem glitzernden Melodic Rock Genre nicht ganz so wohl fühlte hört man der Platte nicht an. Im Gegenteil, Waite singt wie ein junger Gott und veredelt die Songs aufs Vortrefflichste.

Leider war bei BAD ENGLISH schon nach dieser einen, grandiosen Platte die Luft raus. Zwar gab es 2 Jahre später mit „Backlash“ noch ein weiteres Album (in gleicher Besetzung) zu hören, der Lack war aber ab und Cain sowie Schon fügten sich wieder in die Reihen Ihrer alten Stammformation ein. Das mit ursprünglich mit 13 Tracks schon üppig bestückte Album wurde in der vorliegenden Neufassung nochmals um 2 Bonustracks (leider keine neuen Songs, sondern lediglich Remixe) erweitert, was den Mehrwert der CD nochmals steigert. Das Remastering ist ebenfalls gelungen und die informativen Linernotes laden wie immer zum Schmökern und Abtauchen in die guten alten Zeiten ein. Ein rundherum gelungenes und essentielles Paket also für den Melodic Rock Fan.

WERTUNG:

Trackliste:

01. Best of What I Got
02. Heaven Is a 4 Letter Word
03. Possession
04. Forget Me Not
05. When I See You Smile
06. Tough Times Don’t Last
07. Ghost in Your Heart
08. Price of Love
09. Ready When You Are
10. Lay Down
11. The Restless Ones
12. Rockin‘ Horse
13. Don’t Walk Away
14. Price of Love (Remix)
15. Forget Me Not (Remix)

Mario