707 – 707 / The Second Album / Mega Force (Re-Releases)

Band: 707
Album: 707 / The Second Album / Mega Force (Re-Releases)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Mit der Band “707” aus Michigan (USA) hat das Rock Candy Records Label mal wieder eine interessante, weitestgehend vergessene Perle des typisch amerikanischen AOR ausgegraben, die es wert ist (wieder) entdeckt zu werden. Gegründet im Jahre 1977 von Phil Bryant (Bass, Gesang), Jim McClarty (Drums), Duke McFadden (Keyboards, Gesang) und Kevin Russell (Gitarren, Gesang) legten die Jungs von Anfang an starken Wert auf den unter 3 Musikern aufgeteilten Gesang sowie einer gekonnten Balance aus einer eher flockiger AOR-Basis und vereinzelten rockigeren Tönen. Wie immer bei Rock Candy Records sind die nun vorliegenden Neuauflagen vorbildlich remastert und mit informativen Linernotes ausgestattet.

„707“ (1980)

Das Debüt der Truppe, erschienen auf dem damals ziemlich angesagten Casablanca Label (die u.a. Kiss unter Vertrag hatten), steht und fällt mit dem Opener "I Could Be Good for You" aus der Feder von Keyboarder McFadden und Schlagzeuger McClarty. Der Song entwickelte sich, ohne dass Band oder das Label davon Wind bekamen, zu einem veritablen Radio-Hit. Nicht zu Unrecht, denn der Song ragte meterhoch über den restlichen Tracks der Scheibe heraus. Ein absoluter Homerun, dessen Momentum weder Band noch Management so richtig zu fassen wussten und somit die Chance auf einen großen Durchbruch verpassten. Das Problem ist natürlich auch, dass die Scheibe mit besagtem Song bärenstark anfängt, das damit gegebene Versprechen aber dann im Fortlauf kein einziges mal einhalten kann. Das restliche Material kann da einfach nicht mithalten, was noch dadurch erschwert wird, dass gleich 3 verschiedenen Sänger ein kohärentes Soundbild verhindern. Songs wie das launige „You Who Needs To Know“ oder „Let Me Live My Live“ vermögen allerdings durchaus auch heute noch Laune zu machen.

„ The Second Album“ (1981)

Nach den ernüchternden Erfahrungen mit dem (trotz Hits) untergegangenen Debüt, wurde der Band mit Jai Winding (u.a. Le Roux) ein neuer Produzent an die Seite gestellt. Mit dem kamen die Jungs aber nicht wirklich klar, so dass die Arbeit an dem Nachfolger unter keinem allzu guten Stern standen. Im Endergebnis leidet „The Second Album“ unter dem Abgang von Keyboarder und Songschreiber Duke McFadden, einer gewachsenen Erwachtungshaltung von Seiten der Labelbosse, Unschlüssigkeit bei den Musikern wo die Reise denn hingehen sollte sowie einer Produktion die sich nicht entscheiden kann ob man den (hard)rockigen Tendenzen in der Band mehr Freiraum lassen oder aber den gepflegten AOR Sound der frühen Tage weiterverfolgen soll. So tönen Sogs wie „Millionaire“ oder „Strings Around My Heart“ wie mit angezogener Handbremse, bis dann in „Live With The Girl“ endlich der Knoten ein wenig platzt, die Band Ihre Trademarks unterbringen kann und ein paar Treffer landet. Alles in allem ist „The Second Album“ aber nur okayer Durchschnitt ohne wirkliche Highlights oder zwingenden Hits.

„ Mega Force“ (1982)

Nach 2 Alben für das Casablanca Label wechselten 707 zu Boardwalk Records und wurden dort prompt vor die Wahl gestellt entweder einen festen Frontmann/Sänger zu engagieren oder aber die Karriereambitionen zu begraben. Der Band blieb nichts anderes übrig als den zwar durchaus talentierten aber auch nicht zur Gänze als Bandmitglied akzeptierten Kevin Chalfant in Ihre Reihen aufzunehmen. In dieser Konstellation wurde mit „Mega Force“ das härteste und, im Rückblick, stärkste Album der Band eingespielt. Die Parallelen zu Journey sind dank Chalfant nicht von der Hand zu weisen, auch wenn 707 weniger R&B Elemente verarbeiteten. Ähnlich wie beim Erstling wird die Platte vom größten (und einzigen Hit) der Scheibe eröffnet (der Titeltrack war für den gleichnamigen Film aus dem gleichen Jahr verfasst worden). Neben diesem Kracher sind mit „Get To You“ und „Can't Hold Back“ noch weitere Songs enthalten, die das Album auch heute noch zu einer hörenswerten Angelegenheit machen. Aber, wie so oft, aus dem großen Erfolg wurde dann doch nichts und die Band löste sich nach einigen Touren im Vorprogramm von Schwergewichten wie Scorpions, Rainbow oder REO Speedwagon entmutigt auf.

Muss man die Diskographie von 707 im Schrank stehen haben? Nein, wohl eher nicht. Essentiell ist keine der Scheiben, Spaß machen aber vor allem das gute 3. Album der Band sowie des schön naive Debüt. Fans von nicht allzu herb zupackendem AOR/Rock sollten aber auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Wer auf diese Musik steht ist mit den neuen, wertigen Auflagen aus dem Haus Rock Candy Records natürlich wie gewohnt bestens bedient.

WERTUNG:

„707“ 

 


„ The Second Album“

 


„ Mega Force“

 


Trackliste:

„707“

01. I Could Be Good For You
02. Let Me Live My Live
03. One Way Highway
04. Save Me
05. You Who Needs To Know
06. Slow Down
07. Feel This Way
08. Waste Of Time
09. Whole Lot Better

„ The Second Album“

01. Tonite's Your Nite
02. Millionaire
03. Live With The Girl
04. Strings Around My Heart
05. Pressure Rise
06. Rockin' Is Easy
07. City Life
08. Live Without Her
09. Love On The Run
10. The Party's Over

„ Mega Force“

01. Mega Force
02. Can't Hold Back
03. Get To You
04. Out Of The Dark
05. Hell Or High Water
06. We Will Last
07. Hello Girl
08. Write Again
09. No Better Feeling
10. Heartbeat
11. Eagle One (Bonus Track)
12. Mega Stomp (Bonus Track)
13. Mega Force (Alt Version)
14. Eagle One (Instrumental)
15. The Float (Bonus Track)
16. Mega Force (Live)

Mario

 

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – Amber Galactic

Band: The Night Flight Orchestra
Album: Amber Galactic
Spielzeit: 50:35 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 19.05.2017
Homepage: www.de-de.facebook.com/thenightflightorchestraofficial

“Internal Affairs” (2012) und „Skyline Whispers“ (2015) waren wunderbare Perlen in der Diskographie der ansonsten eher im Hartwurstsektor beschäftigten Björn "Speed" Strid (Soilwork), David Andersson (ebenfalls Soilwork) oder Sharlee D'Angelo (Arch Enemy). Ohne Zwänge oder Konzessionen lebten vor allem Sänger Strid sowie sein Bruder im Geiste, Gitarrist Andersson, Ihre Faible für den klassischen Rock und Disco/Pop der späten 70er/frühen 80er Jahre ungehindert aus. Dass dabei äußerst unterhaltsame Alben entstanden, ist nicht lange ein Geheimtipp geblieben, vor allem weil sich hier zur Abwechslung mal die Kritik und das Publikum einig waren und die Platten allerorts abfeierten. Wie es scheint waren die beiden Platten aber nur Fingerübungen für den neuesten Streich der Jungs, was bereits nach den ersten Tracks von „Amber Galactic“ deutlich wird. Die puren Classic Rock Reminiszenzen sind weitestgehend aus dem Sound des NIGHT FLIGHT ORCHESTRA verschwunden (was bei der Schwämme an Retro Bands die irgendwie alle gleich klingen kein großer Verlust ist). Dafür wurde der Fokus mit Präzision auf eingängige, tanzbare und mit hohem Suchtpotential versehene Hooklines gelegt. Die Hitdichte auf „Amber Galactic” ist eine Wucht und auch wenn die ein oder andere Strophe etwas beliebig erscheinen mag, so kann man sich doch sicher sein, dass der Refrain das Ganze wieder hell erstrahlen lässt.

Die Anspieltipps sind hier recht schnell abgefrühstückt, denn eigentlich ist so gut wie jeder Song ein Volltreffer. Besonders erwähnen sollte man aber auf jeden Fall das locker entspannte Melodie-Feuerwerk „Jennie“, den flotten Westcoast Kracher „Josephine“, die höllisch groovenden „Domino“ und „Gemini“ sowie den von einem himmlischen Refrain veredelten Rocker „Space Whisperer“. So sehr sich die einzelnen Tracks auch voneinander unterscheiden, als Ganzes funktionieren sie hervorragend und machen „Amber Galactic“, auf dem mit "Sad State of Affairs" wirklich nur ein schwächerer Track vertreten ist, zu einem absoluten Sahnestück im Melodic Rock Sektor.

Sonnenbrille auf, Cabrio aus der Garage (Fenster runter tut’s auch) und an der (imaginären) Küste dem Sonnenuntergang und der nächsten ausgelassenen 80er Party entgegen fahren – die perfekte Filmmusik zu diesem Tagtraum könnt ihr Euch mit „Amber Galactic“ in die Anlage schieben. Was die Jungs um Soilwork Brüllwürfel Björn "Speed" Strid auf ihren beiden ersten beiden (ebenfalls formidablen) Alben schon angedeutet haben, erblüht nun zu voller Reife. Hier wird nicht alter Kaffee lauwarm neu aufgewärmt, sondern die Qualität der Kompositionen lässt so manches Vorbild im direkten Vergleich ganz schön blass dastehen. Die Songs sind tatsächlich SO gut. Wer auch nur ansatzweise etwas mit AOR, Melodic Rock oder Westcoast Musik anfangen kann, sollte hier unbedingt zugreifen. Ihr werdet es nicht bereuen. Für mich schon jetzt DAS Highlight des Jahres 2017.

WERTUNG

 


Trackliste:

01. Midnight Flyer
02. Star Of Rio
03. Gemini
04. Sad State Of Affairs
05. Jennie
06. Domino
07. Josephine
08. Space Whisperer
09. Something Mysterious
10. Saturn In Velvet

Mario

 

TREAT – The Road More Or Less Traveled

Band: Treat
Album: The Road More Or Less Traveled
Spielzeit: 71:15 min
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 21.04.2017
Homepage: www.facebook.com/treatofficial/


Wer vom Frontiers Rock Festival in Mailand noch nichts gehört hat, dem sei es hier gleich zu Anfang wärmstens ans Herz gelegt. Das Festival des gleichnamigen Labels fand dieses Jahr zum vierten Mal statt und steht bis jetzt auf meiner persönlichen Liste der spaßigsten Veranstaltungen 2017 ganz klar auf Platz 1. Umso mehr freut es mich über ein Album schreiben zu dürfen, welches beim letztjährigen Frontiers Festival aufgenommen wurde: TREAT mit ihrem am 21.04.2017 erschienenen Live-Album „The Road More Or Less Traveled“. Ein besonderes Schmankerl für H.E.A.T-Fans ist natürlich, dass sich Jona Tee u.a. bei dieser Show die Ehre am Keyboard gibt.

Kurz vor der Aufnahme des Konzerts am 23.04.2016 erschien Treat’s jüngstes Album „Ghost Of Graceland“, mit dessen Titelsong sie auch gleich eröffnen und im Laufe der Show noch drei weitere Songs spielen („Better The Devil..“, „Do Your Own Stunts“, „Endangered“). Ganze vier Songs des Vorgängeralbums „Coup De Grace“ haben es ins Live-Set geschafft: „Papertiger“, „Roar“, „Skies Of Mongolia“ und „We Own The Night“. Ansonsten bleiben die Schweden beim Altbewährten, ein sehr ausbalanciertes Set aus alt und neu also. Mit „World Of Promises“, „Get You On The Run“ und „Ready For The Taking“ sind auch ihre absoluten Klassiker dabei. 
Soundmäßig lässt die Aufnahme keine Wünsche offen, das Publikum ist kaum zu hören, der Sound ist warm und lebhaft. Sänger Robert Ernlund hat über die Jahre nichts an Stimmqualität eingebüßt und die Backing Vocals und der Sound der Instrumente bilden einen genauso angenehmen, präsenten und gleichzeitig leichten Geräuschteppich wie auf den Albumaufnahmen, deshalb vergisst man auch regelmäßig, dass es sich hier um Live-Aufnahmen handelt. 

Wie schon gesagt, bietet das Live-Album eine gleichmäßige Mischung aus TREATs alten und neuen Liedern. Persönlich hätte ich mir noch die ein oder andere ältere Perle wie „Party All Over“ gewünscht, aber man kann schließlich nicht alles haben. Überhaupt sind TREAT eine Band, deren neue Alben sich durchaus sehen lassen können und deswegen sollte man sich dieses Album auf jeden Fall anhören. Es gibt auch noch eine DVD dazu, bei der die Live-Stimmung noch besser rüberkommt!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Ghost Of Graceland        
02. Better The Devil
03. Nonstop Madness
04. Ready For The Taking
05. Papertiger
06. Do Your Own Stunts
07. Endangered
08. Gimme One More Night
09. We Own The Night
10. Roar
11. Get You On The Run
12. Conspiracy
13. Skies Of Mongolia
14. World Of Promises

Lotta
 

ART NATION – Liberation

Band: Art Nation
Album: Liberation
Spielzeit: 47:03 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hardrock
Plattenfirma: Sony Music / Gain
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.artnationswe.com

Mit dem 2015 veröffentlichten Debütalbum "Revolution" konnte die aus Schweden stammende Combo ART NATION um Frontmann Alexander Strandell bereits einigen Staub in der Melodic Rock Szene aufwirbeln. War der Erstling noch stark im AOR verwurzelt, so legen ART NATION mit dem jetzt vorliegenden Nachfolgewerk "Liberation" noch einige Brikets nach bzw an Härte zu. Damit dürfte die Scheibe allen Fans von Eclipse, Dynazty oder auch H.e.a.t. extrem gut reinlaufen und sollte unbedingt angetestet werden.

Kommen wir jetzt aber zum wichtigsten, den Songs! Der Opener "Ghost Town" geht gleich voll auf die Zwölf und kann mit einem sehr eingängigen Refrain aufwarten. Das ist Melodic Hardrock vom allerfeinsten. "Maniac" ist ein Stampfer mit toller Melodie und lädt sofort zum Mitgrooven ein. Gute Laune Pur! Nach dem Hardrocker "The Real Me" nehmen ART NATION Tempo raus und präsentieren sich mit dem
AOR-lastigen "Kiss Up & Kick Down" und der Gänsehaut Ballade "When Stars Align" von Ihrer eingängigen Seite. In einer gerechten Welt sollten diese Songs im Radio laufen und die Charts im Sturm erobern.

Die weiteren Titel wie "One Nation", "A Thousand Charades", die mit einem keltischen Touch ausgestattete Ballade "Take Me Home" oder das geniale "I´m Alive" mit dezenter Def Leppard Schlagseite fallen Qualitativ keinen Deut ab.

Ich lehne mich Definitiv nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte das ART NATION, dass nächste große Ding aus Schweden sind. Hammergeil, was die Jungs hier abliefern. Daher gibt es nur noch eins, was ich allen Rockmusik begeisterten Hörern mit auf den Weg geben kann: "KAUFEN"!!!!!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Ghost Town
02. Maniac
03. The Real Me
04. Kiss Up & Kick Down
05. When Stars Align
06. One Nation
07. A Tousand Charades
08. Take Me Home
09. I´m Alive
10. Paralyzed
11. What Do You Want

Heiko Füchsel

 

ROCKETT LOVE – Grab the Rocket

Band: Rockett Love
Album: Grab The Rocket
Spielzeit: 46:42 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Hardrock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.facebook.com/rockettlovesyou

ROCKETT LOVE sind eine Newcomer Band aus Schweden, die 2015 gegründet wurde. Die Gruppe besteht aus Sänger Daniel Samuelson, den beiden Gitarristen Stefan Westerlund und Gustav Eklund, am Bass findet sich Dennis Vestman und hinter dem Schlagzeug sitzt Fredrik Ahlin.

Erstes Aufsehen konnten ROCKETT LOVE mit dem gleichnamigen Titel erregen, denn der Song landete irgendwie bei US Produzent Beau Hill, der begeistert war und sich des Stückes gerne annehmen wollte. Falls bei dem Namen jetzt einige ins Grübeln geraten, Beau Hill saß in den Achtzigern bei Bands wie Ratt, Alice Cooper, Winger, Warrant oder auch Streets hinter dem Mischpult. Der Titel tauchte schließlich 2016 auf vielen Plattformen im Internet auf und markiert so etwas wie den offiziellen Startschuß in Sachen ROCKETT LOVE im aktuellen Line Up.
Soundtechnisch bewegen sich ROCKETT LOVE im Bereich von Bands wie Harem Scarem, Steelhouse Lane oder auch Winger ohne deswegen altbacken nach den 80er Jahren zu klingen, denn alle Songs verfügen über genügend Flexibilität und einen Modernen Touch. Stücke, wie das bereits erwähnte "Rocket Love", der gute Laune Rocker "What Ever You Say", das extrem eingängige "Rev It Up" oder das flott nach vorne gehende "Fall On Your Knees laufen wirklich gut rein und laden immer wieder zum mitgrooven ein.
ROCKETT LOVE ist mit "Grab Your Rocket" ein erstklassiger Start geglückt und zeigt sehr eindrucksvoll, dass die Band das Potenzial für weitere Großtaten besitzt, aber bis dahin wird erstmal dieses Album mit Sicherheit noch ein paar Mal im Player rotieren.

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Never Surrender
02. One Of These Days
03. Rocket Love
04. What Ever You Say
05. We Will Be Heroes
06. Rev It Up
07. Shining Light
08. Love And Money
09. Line Of Sight
10. Fall On Your Knees
11. Heart Of Stone

Heiko Füchsel

OSUKARU – The Labyrinth

Band: Osukaru
Album: The Labyrinth
Spielzeit: 37:00 min
Stilrichtung: Melodic Rock/AOR
Plattenfirma: City Of Lights Records
Veröffentlichung: 24.03.17
Homepage: www.facebook.com/osukarumusic

Ende März brachten die Schweden von OSUKARU ihr neues Album „The Labyrinth“ heraus, welches ihr viertes Studioalbum und erstes Konzeptalbum ist. Gemixt wurde es von Viktor Stenquist (Beseech, Amorphis) und Attila Bokor (Morph, BOA, Osukaru). Oz Osukaru (Gitarre, Keyboard), Fredrik Werner (Gesang, Gitarre), Lisa Eugenia (Keyboard, Gesang), Olof Gadd (Bass) und Vidar Mårtensson (Schlagzeug) schreiben hiermit eine Liebeserklärung an klassische Fantasyfilme von früher, in diesem Fall insbesondere an den namengebenden Film „Labyrinth“ (Dt.: Die Reise ins Labyrinth) von 1986.

"The idea was to write songs that when played in the order they appear on the album, they would tell the overall story of the spectacular and magical movie 'Labyrinth', but with each song still being able to stand on its own" Oz says. 
"But as a twist, our version of the story is more from the antagonists point of view, as I would imagine the book read by the protagonist in the first scene of the movie is as well. So by going from that angle, we found a lot of interesting stories and themes to build our songs on."

Für diejenigen, die den Film nicht kennen: Die 15-jährige Sarah Williams (gespielt von Jennifer Connelly) begibt sich in ein Labyrinth, welches sie lösen muss um ihren kleinen Bruder wiederzufinden, welcher auf ihren Wunsch vom Goblin König (gespielt von David Bowie) verschleppt wurde. 
Gleich beim Intro wird man u.a. mit den Keyboards darauf vorbereitet, dass es hier sehr 80er-lastig wird. Das führt sich auch im ersten Song „The Stories We Tell“ fort, „Voices In The Dark“ glänzt mit seinem rythmischen, harten Riff und ist der erste Song des Albums bei dem Lisa und Fredrik beide singen (das kommt noch häufiger vor). „Edge Of Night“ überzeugt mit seiner coolen Bassline und seinem mitreißenden Groove während „It’s Only Forever“ wieder super 80ies ist und „Voodoo“ eher im oldschool Hard Rock Modus daherkommt. „Undying Rose“ ist die zweite Ballade des Albums, gefolgt vom raueren „The Offering“. Das Schlusslicht bildet der AOR-wie-aus-dem-Lehrbuch-Song „Moonlight Silhouette“.

FAZIT: Mit ihrem neuen Konzeptalbum liefern OSUKARU ein sehr schönes AOR Album ab, auch wenn es mir ab und zu etwas zu Gesangs/Geschichten-lastig ist (aber das soll wohl bei einem Konzeptalbum so sein). Vom Stil her würde ich es als eine moderne und härtere MEAT LOAF Version einordnen. Meine persönlichen Favoriten hier sind „Voices In The Dark“ und „Edge Of Night“.  

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Maze Of Mind 
02. The Stories We Tell
03. Voices In The Dark
04. Edge Of Night
05. It’s Only Forever
06. Voodoo
07. Poisonous
08. Undying Rose
09. The Offering
10. Moonlight Silhouette

Lotta

ECLIPSE – Monumentum

Band: Eclipse
Album: Monumentum
Spielzeit: 42:25 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music srl
Veröffentlichung: 24.03.2017
Homepage: www.eclipsemania.com

Nach dem letzten ECLIPSE-Album “Armageddonize” kommt nun nach zwei Jahren Nachschub in Form von „Monumentum“. ECLIPSE ist einer der Bands bei der man mit jedem Album eine deutliche Entwicklung nachvollziehen kann. Haben sie 2001 noch mit simplem AOR angefangen, haben sie mit dem 2008 erschienenen Album „Are You Ready To Rock“ ihren ganz eigenen Sound gefunden und geben die perfektionierte Version davon im aktuellen Album zum Besten. 
Es ist der energiegeladene Melodic Hard Rock-Wolf im metallischen, aber trotzdem noch AOR-Pelz, der einem hier geboten wird. Erik Mårtenssons klarer Gesang, eingebettet in harmonische Backgroundvocals, dazu harte und gleichzeitig eingängige Gitarren-Riffs und astreine Solo-Arbeit von Magnus Henriksson, das alles auf dem groovigen Rythmusteppich von Bassist Magnus Ulfstedt und Drummer Philip Crusner.

Ein powervoller Einstieg gelingt gleich mit „Vertigo“, welches auch schon vorher als Single erschien. „Never Look Back“ kommt mit Mainstream geeignetem Chorus, der aber trotzdem noch recht heavy rockt, was man von „Killing Me“ nicht sagen kann. Hier kann man beim Härtegrad eher von einem modernen Lüftchen sprechen. Das epische, hymnenartige „Downfall Of Eden“ und die darauffolgende einfühlsame, dennoch druckvolle Ballade „Hurt“ sind meine Favoriten, vielleicht auch weil Erik und Magnus mir im Interview die Inspiration hinter den beiden Songs näher erläutert haben. „Born To Lead“ und „For Better Or For Worse“ sind zwei weitere Hard Rocker, wobei ersterer im Chorus ein bisschen mehr von den 80ern geküsst wurde. „No Way Back“ gibt nochmal Vollgas bevor „Night Comes Crawling“ so eclipsig daher kommt, dass es raucht. Das Schlusslicht bildet das bombastische „Black Rain“, die wohl härteste ECLIPSE-Nummer überhaupt, die trotz der Heaviness nichts an Eingängigkeit und Harmonie verliert. 

Fazit: „Monumentum“ legt im Vergleich zum letzten Album nochmal eine deutliche Schippe drauf und zementiert den ECLIPSE-eigenen Stil: das fein abgestimmte Zusammenspiel der Instrumente in einer Kombination aus Melodie, Harmonie, Groove und Härte. Für Freunde des eher soften AOR dürfte ECLIPSE schon seit den letzten Alben zu hart sein, vielleicht auch manchmal zu mainstreamig, aber ECLIPSE machen eben genreübergreifende Musik, die sich nicht in eine Ecke drängen lässt. Mir persönlich ist das Wurst, ich steh‘ drauf, in diesem Fall vor allem auf „Downfall Of Eden“, „Hurt“ und „Black Rain“.
 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Vertigo
02. Never Look Back
03. Killing Me
04. The Downfall Of Eden
05. Hurt
06. Jaded
07. Born To Lead
08. For Better Or For Worse
09. No Way Back
10. Night Comes Crawling
11. Black Rain

Lotta

ONE DESIRE – ONE DESIRE

Band: One Desire
Album: s/t
Spielzeit: 44:01 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music srl
Veröffentlichung: 24.03.2017
Homepage: www.onedesire.net


Schon seit der ersten Single ‚Hurt’ wurde ich vor Vorfreude von innerlichen Kreischanfällen geplagt, sobald ich an die Veröffentlichung von ONE DESIRE’S selbstbetitelten Debutalbum dachte. Die Erwartungen waren also riesig und hier kommt nun die Review zu dem ersehnten Stück der Finnen. 
Erstmal jedoch ein bisschen zur Band: Schon 2012 fing Schlagzeuger Ossi Sivula an Bandmitglieder für ein neues Projekt, damals noch mit Namen OD, zu suchen. Nach einigem personellen Hin-und Her, Songs schreiben, Demos aufnehmen etc. fand sich 2016 schließlich das endgültige Line-up mit André Linman (Gesang), Jimmy Westerlund (Gitarre), Jonas Kuhlberg (Bass) und besagtem Ossi Sivula (Schlagzeug). Mitte 2016 fühlte sich die Band schließlich auf dem richtigen Weg ihr Album aufzunehmen und nun, Anfang 2017, liegt uns der Melodic Rocker also vor.

Los geht es mit dem hymnenartigen ‚Hurt‘ und deutlichem 80er Vibe, danach das etwas reduziertere ‚Apologize‘. ‚Love Injection‘ hat mich im ersten Moment etwas an RECKLESS LOVE erinnert (vielleicht wegen des Titels), stellte sich dann als sehr radiotauglicher moderner Rocker heraus. ‚Turn Back Time‘ wie auch das spätere ‚Buried Alive‘ glänzt als ECLIPSE-artige Nummer, vor allem ‚Buried Alive‘ ist eine Stufe härter als die anderen Songs des Albums. ‚Falling Apart‘ ist einer der zwei Balladen des Albums mit einem Rythmus und Refrain to die for, harmonisch ohne Ende. Flotter geht es weiter mit ‚Straight Through The Heart‘ und schließlich kommt ein weiterer Song, der vorher als Single erschien: ‚Whenever I’m Dreaming‘. Wer da nicht mindestens ein bisschen mitwippt und das Radio aufdreht hat einfach kein Herz. ‚This Is Where The Heartbreak Begins‘ lässt das Album ruhig ausklingen und erinnert u.a. wegen des Pianos, wie auch schon ‘Whenever I’m Dreaming’ an JIMI JAMISON. 

An sich haben wir es hier mit astreinem, modernen Melodic Rock zu tun. Die raffinierten Melodien, mitreißenden Refrains und zugänglichen Texte mit einem Hauch Melancholie bleiben im Kopf hängen und sind nur schwer wieder herauszubekommen. Favoriten hier zu finden ist extrem schwer, weil man sich einfach das ganze Album anhören sollte. Dennoch ein Versuch: ‚Whenever I’m Dreaming‘, ‚Buried Alive‘, ‚Hurt‘, ‚Falling Apart‘. Vor allem Freunde von ECLIPSE, BROTHER FIRETRIBE, H.E.A.T und überhaupt Melodic Rock/AOR sollten sich dieses Album nicht entgehen lassen. 


WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Hurt
02. Apologize
03. Love Injection
04. Turn Back Time
05. Falling Apart
06. Straight Through The Heart
07. Whenever I’m Dreaming
08. Do You Believe
09. Buried Alive
10. This Is Where The Heartbreak Begins

Lotta

PLACE VENDOME – Close to the Sun

Band: Place Vendome
Album: Close To The Sun
Spielzeit: 55:11 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Melodic Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 25.02.2017
Homepage: https://de-de.facebook.com/Place-Vendome-193449014009141/

Nach drei Jahren wird mit "Close To The Sun" das vierte Kapitel in der History von PLACE VENDOME aufgeschlagen. Bei dem Projekt um den ehemaligen Helloween Frontmann Michael Kiske, sind wie schon beim Vorganger "Thunder In The Distance" mit Bassist Dennis Ward (Pink Cream 69, Unisonic) Gitarrist Uwe Reitenauer (Pink Cream 69), Keyboarder Gunther Werno (Vanden Plas) und Schlagwerker Dirk Bruinenberg die üblichen Verdächtigen am Start.

War das Ende 2013 veröffentlichte "Thunder In The Distance" noch deutlich AOR lastiger, so gehen PLACE VENDOME auf Ihrem neuen Silberling doch deutlich härter zu Werke. Gleich mit dem Opener und Titelsong treten Michael Kiske und seine Jungs ordentlich das Gaspedal durch. Das folgende "Welcome To The Edge" drosselt in den Stropfen zwar etwas die Geschwindigkeit, aber nur um im Refrain wieder die Zügel anzuziehen. Klasse, dass macht echt Laune. Die Coverversion von "Hereafter", welches die italienischen Prog Metaller DGM bereits 2009 veröffentlicht haben, festigt den Eindruck das PLACE VENDOME auf "Close To The Sun" mit Ihrem Songmaterial kräftiger zupacken. Allerdings verlieren Sie dabei nie die Melodien aus den Augen.

Über allen Songs steht natürlich die immer noch bärenstarke Stimme von Michael Kiske, dem es mehr als einmal gelingt mir eine Gänsehaut zu verpassen. Da möchte ich im Besondern die beiden Balladen "Strong" und "Breathing" hervorheben, die beide mit Bombast und einem Touch Melancholie ums Eck kommen. Natürlich gibt es so wie es bei PLACE VENDOME zur Tradition gehört, auch Stücke die sich im gemäßigten melodischen Bereich bewegen, wie "Across The Times" oder auch das grandiose "Yesterday Is Gone". Zum Gelingen des Albums haben unter anderem auch ein paar prominente Gäste wie Kai Hansen (Gamma Ray, Unisonic) Mandy Meyer (Krokus, Unisonic) oder Gus G. (Ozzy Osbourne, Firewind) beigetragen, indem Sie einige Songs mit Gitarrensoli bereichert haben.

Als Fazit bleibt nur zu sagen, dass PLACE VENDOME mit "Close To The Sun" ein tolles Album veröffentlicht haben, welches von der ersten Sekunde zu begeistern weiß und was alle Hardrock Fans unbedingt antesten müssen.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Close To The Sun
02. Welcome To The Edge
03. Hereafter
04. Strong
05. Across The Times
06. Riding The Ghost
07. Light Before The Dark
08. Falling Star
09. Breathing
10. Yesterday Is Gone
11. Helen
12. Distant Skies

Heiko Füchsel

 

LIONVILLE – A World of Fools

Band: Lionville  
Album: A World Of Fools
Spielzeit: 52:09 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 27.01.2017
Homepage: www.lionville.it

Dieser Tage erscheint mit "A World Of Fools" der dritte Longplayer von LIONVILLE. Auch auf diesem Album der von Gitarrist Stefano Lionetti ins Leben gerufenen Truppe gibt es wieder gutklassigen AOR und Melodic Rock zu entdecken. Aufgrund der Tatsache das sich mit Sänger Lars Säfsund und Gitarrist Robert Säll gleich zwei Musiker von Work Of Art, wie schon bei den beiden Vorgängern mit an Bord befinden, sind Gemeinsamkeiten im Klangbild natürlich nicht von der Hand zu weisen. Allerdings gibt es auch Sounds die nach Toto und Richard Marx tönen, wenn man das alles miteinander vermengt, hat man eine ziemlich genaue Vorstellung wie LIONVILLE klingen.

In allen Songs, wie zum Beispiel in dem Toto lastigen "One More Night" weht eine lässige Westcoast Brise, die das Album förmlich zum Sommer Soundtrack, während der nächsten entspannten Cabrio Fahrt, prädestiniert. Genrefans werden sich in die einschmeichelnden Melodien und feinen Chorgesänge sofort verlieben. Natürlich ist "A World Of Fools" wie viele Scheiben aus den Achtzigern, der oben bereits erwähnten Künstlern, absolut Top produziert.

Als weitere Highlights habe ich den flotten Opener "I Will Wait", das relaxt groovende "Our Good Goodbye", die wunderschöne Ballade "Heaven Is Right Here" und das einigen Toto Klassikern nahe stehende "Bring Me Back Our Love" ausgemacht.

Das einzige was eine höhere Wertung meinerseits verhindert hat, ist die Tatsache, dass mir einige Titel doch etwas zu gleichförmig daher kommen. Nichtsdestotrotz ist der neue LIONVILLE Langdreher allen AOR und Melodic Rock Freunden ans Herz zulegen, denn diese Zielgruppe dürfte hier uneingeschränkt auf Ihre Kosten kommen.
                                                                
WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. I Will Wait
02. Show Me The Love
03. Bring Me Back Our Love
04. Heaven Is Right Here
05. A World Of Fools
06. One More Night
07. All I Want
08. Living On The Edge
09. Our Good Goodbye
10. Paradise
11. Image Of Your Soul
12. Unmasking The Mystery

Heiko Füchsel