L.E.G.A.C.Y. – Midnight Riot

Trackliste:

01. A Place I Called Home (Intro)
02. Midnight Riot
03. City Of Unbroken Dreams
04. Feverish Desire
05. Timless Reverie
06. My Inner Peace
07. Night & The Glow
08. Ride The Thunder
09. Ain’t That My Paradise
10. We Carry The Legacy
11. Savage Seduction
12. My Star Ain’t Gonna Shine

Spielzeit: 44:17 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.05.2025 – Page: www.facebook.com/LegacyAOR

 

„Mitnight Riot“ lautet der Titel des Debütalbums eines Projektes mit Namen L.E.G.A.C.Y. was ohne Punkte soviel wie Vermächtnis heißt. Das Cover ist in Dunkelblau-, Magenta- und Weißtönen gehalten und zeigt eines der Traumautos aus den 1980er Jahren, einen Lamborghini Countach, eine Frauensilhouette, Berge und eine Art Sonne. Man vereint einesteils ein Auto das damals jeder haben wollte und in Neonfarben gehaltene Belichtung, bleibt abzuwarten ob der Sound auch in Richtung der 80er Jahre geht und das Vermächtnis dieser Zeitepoche am Leben gehalten wird.

L.E.G.A.C.Y. stammen aus Argentinien und besteht aus dem Trio Marcos Nieva Green an Mikro, Hermán Cattaneo an Gitarren und Emmanuel Cavallo an den Drums. Wer sonst noch an den Instrumenten beteiligt war geht aus dem Promosheet nicht hervor. Marcos und Hermán waren schon bei der Band/Projekt NEON RIDER an Board und versuchen sich nun mit L.E.G.A.C.Y. einen weiteren Namen im Musikgeschäft zu erspielen. Marcos Stimme besitzt ein Färbung die sich in der mittleren bis in die halb hohen Tonlage bewegt, zudem besitzt er eine gewisse Rauheit die faszinierend klingt. Vergleichen kann man die Stimme mit den Genen aus einer Lightversion von Bruce The Dickinson und Steve Overland, so chaotisch das anmuten mag, umso besser klingt das Ganze, in manchen Momenten hört er sich auch wie Steve Newman an. Die Gitarren halten sich weder zurück, noch sind sie zu dominant ausgeführt, irgendwie schaffen es L.E.G.A.C.Y. da den richtigen Ton anzuschlagen. Gemeinsam mit den ebenfalls nicht leisen Keyboards wird ein Fundament gebildet das wie eine Abrissbirne aus den Boxen schwingt. Die Keyboards kommen mal im typischen 80er Jahre Stil wie ihn schon JOURNEY und SURVIVOR Salonfähig machten, mal wie im Italo-Pop der frühen 80er Jahre ala RADIORAMA oder STAGE oder als laute Fanfare. Der Bass befindet sich in der zweiten Reihe und hat seine Mühe gegen die drei Vorkämpfer anstinken zu können. Die Drums treiben alle Protagonisten zur Höchstleistung an, wobei die künstlich und nach Drumcomputer wirken.

Der Stil von L.E.G.A.C.Y. kann als Melodic Rock oder Arena Rock bezeichnet werden, der sehr tief in den 1980er Jahren verwurzelt ist und durchaus auch aus diesem Jahrzehnt stammen könnte. Beim Hören werden viele Erinnerungen an Bands aus dieser Zeit wach, wie etwa SURVIVOR, JOURNEY, PRISM, FM, 8084, BEAU COUP, HONEYMOON SUITE, LOVERBOY, BREATHLESS und NIGHT RANGER. Ist es von Nachteil mit solchen Namen verglichen zu werden? Dies kann man so oder so sehen, aber wer mit diesen großen Namen aus der Vergangenheit in Verbindung gebracht wird kann nicht wirklich viel verkehrt gemacht haben.

L.E.G.A.C.Y. werden ihrem Namen gerecht, das Vermächtnis der 80er Jahre ist sicher und fest in der Hand der Argentinier.

„A Place I Called Home (Intro)“ ein Intro in dem die Worte grob übersetzt „Die 80er sind meine Heimat“ fallen, „Midnight Riot“ ein cooler Rocker mit schweren Gitarrenläufen und teils Keyboards die an Italo-Pop der frühen 80er erinnern. „City Of Unbroken Dreams“ ein Happy Feelgood Song kündigt sich an, „Feverish Desire“ ein melodisches Schmankerl wird ohne Umschweife serviert. „Timless Reverie“ ein flotter Rocker der wie eine Durchhalteparole wirkt, „My Inner Peace“ genau so klangen die 80er Jahre, ein Rocker der mühelos aus dieser Zeit stammen könnte. „Night & The Glow“ wirkt durch viel Ohhhoohs sehr rund und eingängig, „Ride The Thunder“ ein Arena Rocker der lange in der Zeitmaschine gesteckt hat bis er im Hier und Jetzt angekommen ist. „Ain’t That My Paradise“ eine vom Gefühl getragene Hymne irgendwo zwischen Powerballade und Rocker, „We Carry The Legacy“ hier wird ordentlich Gas gegeben, am Anfang meint man doch wirklich ob man nicht einen Album von BOYSVOISE lauschen würde – ein geiler Rocker der aufhorchen lässt. „Savage Seduction“ wow am Schluss werden noch einige Schippen draufgelegt, „My Star Ain’t Gonna Shine“ zum Abschluss gibt es noch eine Ballade mit Piano.

Balle

FEMME FATALE – Femme Fatale (Deluxe Edition) (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Waiting For The Big One
02. Falling In And Out Of Love
03. My Baby’s Gun
04. Back In Your Arms Again
05. Rebel
06. Fortunge And Fame
07. Touch And Go
08. If
09. Heat The Fire
10. Cradle’s Rockin’
11. It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)
12. Chains
13. Lady In Waiting
14. Till It’s Shot

Spielzeit: 56:47 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: MCA Records – VÖ: 1988 – Page:

Man schrieb das Jahr 1988 und eine Femalefronted Melodic / Hard Rock Band aus den USA stellten sich an die Welt zu erobern. Dieses Unterfangen gelang auf mittlerer Ebene, in manchen Kreisen konnten FEMME FATALE einen gewissen Status erreichen, für den ganz großen Megaseller reichte es allerdings nicht.

FEMME FATALE brachte es auf einige Singles und zwei veröffentlichten Alben, wobei Album #2 aus Demos und Live Aufnahmen aus dem letzten Jahrhundert besteht, auf dem der Sound ein unter utopisches Niveau erreicht und besser in irgend welchen Archiven verschwunden wäre. Angeführt wurden FEMME FATALE von dem blonde Schnuckelchen Lorraine Lewis am Mikrofon, dazu kamen noch Bill D’Angelo an der Leadgitarre, Mazzi Rawd an Gitarre und Keyboards, Bassist Rick Rael und Drummer Boby Murry. Die Backing Vocals übernahmen die Bandmitglieder, von denen mir nach FEMME FATALE nichts mehr bekannt ist, außer von Lorraine die sich eher mäßig an einer Solokarriere versuchte und einige Jahre Frontfrau bei den Mädels von VIXEN war. Aus dem Schnuckel von damals ist im Laufe der Jahre eine Reife Frau mit knappen 70 Jahren geworden und der Glanz der Vergangenheit ist verblasst. Und man weiß ja wie verrückt die OP-Manie in den USA ist, vielleicht haben die eine oder andere OP mehr geschadet als genutzt. Aussehen ist ja bekanntlich Geschmackssache, aber es ist eine Genugtuung zu sehen das es nicht nur Normalos mit dem altern so geht sondern auch bekanntere Musiker*innen genauso. Also widmen wir uns der Mucke von FEMME FATALE. Lorraine hat eine sehr kräftige Stimme die eine gehörige Portion Dreck mitbringt und dadurch sehr gut mit dem Sound der Band harmoniert. Die Gitarren geizen nicht mit Riffsalven, verlieren sich aber nicht in unnötiger Selbstbeweihräucherung und spielen äußerst Sachdienlich. Die Keys spielen im Vergleich zu den Gitarren eine Nebenrolle und sind nur in ruhigen Momenten voll auszumachen. Der Bass zieht seine Bahnen in der zweiten Reihe und die Drums spielen zwar auffällig auf ohne sich dabei aufzudrängen. Die Produktion könnte Feintuning vertragen, ansonsten alles paletti.

FEMME FATALE kamen zu einer Zeit in der anständige Rockmusik noch nicht verbannt war, und das kann man deutlich hören, ab und an gibt es mal einige Experimente und Koketierungen um die Genregrenzen zu verschieben. Dies gelang auch auf eine ordentliche Weise, so wurden auch Elemente aus Glam und Sleaze Rock in den Stil eingebracht. Vergleichen kann man FEMME FATALE mit damals angesagten Bands aus dem selben Genre wie, HEART, LEE AARON, VIXEN, DEVAY, BON JOVI, HELIX, kräftigere HONEYMOON SUITE, ALIAS, RATT, ASPHALT BALLET ohne Bikerfeeling, AXE, BATON ROUGE, BEGGARS & THIEVES, BRIGHTON ROCK, CINDERELLA, DANGER DANGER und wie sie sich nicht alle nannten. Das gleichnamige Debütalbum von FEMME FATALE bediente die selbe Klientel wie die erwähnten Vergleiche nicht mehr und nicht weniger.

FEMME FATALE brachten 1988 mit ihrem Debüt ein für damals zeitgemäßes Album auf den Markt, dass weder Vergleiche scheuen noch sich hinter den ganz großen Namen verstecken musste.

„Waiting For The Big One“ ein cooler Melodic Rocker mit viel Potential, „Falling In And Out Of Love“ eine Hymne mit dem meisten Kick in den Hintern, wurde auch mit einem Major Label Video belohnt – hätte auf den vorderen Plätzen der Charts landen können. „My Baby’s Gun“ ein kräftiger Hard Rocker, „Back In Your Arms Again“ geht mit viel Melodie sehr gut ins Ohr. „Rebel“ eine für diese Zeit typische Ballade die es in die Charts schaffen sollte, „Fortunge And Fame“ ein Hard Rocker der alles plättet was nicht auf Seite geht. „Touch And Go“ es wird melodisch drauf los gerockt, „If“ die nächste Hymne die mit traumhaft geilen Gesangharmonien kommt. „Heat The Fire“ Hard Rock in seiner reinsten Form, „Cradle’s Rockin’“ geht die Sache wieder harmonischer an. „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)“ AC DC mal mit dicken Eiern einer Frau, „Chains“ ein Melodic Rocker der auch auf dem Soundtrack zum Film Don’t Tell Mom The Babysitter’s Dead zu finden ist. „Lady In Waiting“ ein mehr schlecht als recht klingender Hard Rocker, „Till It’s Shot“ bei dem Demo zeigte sich die Qualität von FEMME FATALE.

Balle

JOSEPH THOLL – It Might Be Art

Trackliste:

01. New Dawn
02. Oh The Madness
03. I’m In A Darkness
04. Invocation Of The Evening Star
05. Walking
06. It Might Be Art
07. I Syrenens Tid
08. Rebirth
09. On Velvet Waves
10. The Burial

 

Spielzeit: 33:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: High Roller Records – VÖ: 12.06.2026 – Page: www.facebook.com/joseph.tholl.5

 

JOSEPH THOLL mag der ein oder andere unserer trueren Leser schon aus seiner Zeit bei ENFORCER kennen, die sich mit zunehmender Fanbase dem rohen klassischen Heavy Metal verschrieben haben. Inzwischen macht Joseph aber sein eigenes Ding, und das mit „It Might Be Art“ nunmehr bereits zum zweiten Mal in Albumlänge.
Okay, knapp unter 35 Minuten ist jetzt nicht wirklich „Länge“, aber im besten Fall ein kurzweiliges Hörerlebnis, und zweifelsohne, das ist es. Ordentlich Arbeit steckt für Joseph auch in dem Ding, schließlich hat er Gesang, Gitarre, einen Großteil der Bassparts, zudem Synths und Pianos selbst eingespielt. Kann er sich schon mal für auf die Schulter klopfen, anders als für den Kompliment-fischenden Albumtitel (Ja, Joseph, das ist Kunst, und das weißt Du auch ganz gut selber!).
Hat er vor allem auch alles sehr tholl gemacht. Die Stimme ist ausdrucksstark und seine Instrumente beherrscht der Mann auch komplett.
Aber was hat JOSEPH THOLL denn da jetzt eigentlich gemacht? Nun, das Genre ist insgesamt das, was man als New Wave of Swedish Great Rock Music bezeichnen könnte. Die melodische, ihren Fokus auf Musikalität legende, eingängige Art, die man so insbesondere von GHOST kennt, in letzter Zeit aber auch von REACH gehört hat. Dem gibt Tholl noch einen individuellen Indie/Alternative-Anstrich – Ihr wisst, mit so leicht andistorteten Vocals und so, und alter Schwede, macht der Mann das gut.
Die Melodiearbeit auf „It Might Be Art“ ist hervorragend, nahezu jeder Song hat das ein oder andere Motiv, das sich schon nach dem ersten Hören ins Gehirn eingebrannt hat. Dann gibt es die vielen kleinen Details wie Pauken-Rolls, Shaker, Orgel, mehrstimmige Vocals oder schön ausgewählte Synthsounds, die das Entertainment-Level der Platte weiter erhöhen. Die Gitarrenmotive und -Riffs sind mit viel Herzblut in die Songs eingegossen worden. Und kompositorisch gibt man den Songs genug Individualität, um sie auf dem Album unverwechselbar zu machen, mit poppigen Tracks, ruhigen oder straighter-rockigen. Dass dabei einige Tracks selbst an der Drei-Minuten-Hürde scheitern, ist gar kein Drama. Die 2,5 Minuten reichen, um die geile Songidee auszuerzählen, die in ihnen steckt, und ja, „It Might Be Art“ hat dank dieser Herangehensweise wirklich gar keine Längen. Und genau genommen auch nichts Kritikwürdiges.

Fazit:
„It Might Be Art“ ist ein Album für Leute, die Musik mögen. Und für Leute, die nochmal Bock darauf haben, ein Album zu hören, dessen zweiter Hördurchlauf als Non-Stop-Aneinanderreihungen von „Aaaah, richtig, das war auch geil!“ ausfällt. Mein erstes Festival des Sommers ist keinen Monat mehr entfernt und JOSEPH THOLL hat gerade rechtzeitig noch einen großen Beitrag für die Campingplatzplaylist geleistet!

Anspieltipps:
„I’m In A Darkness“, „New Dawn“, „I Syrenens Tid“ und „The Burial“

Jannis

CREYE – Aftermath

Trackliste:

01. Something Missing
02. Bad Romance
03. Rust
04. Left In Silence
05. Don´t Talk About It
06. Through The Window
07. Only You
08. Glow
09. Aligned
10. T´he Last Night On Earth
11. Clay

Spielzeit: 39.20 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music – VÖ: 24.04 – Page: www.creyesweden.com

 

Mit „Aftermath“ liefert die schwedische Melodic-Rock-Band CREYE ein Album ab, das gleichermaßen auf Vertrautheit wie auf Weiterentwicklung setzt. Wer ihre bisherigen Veröffentlichungen kennt, wird sich schnell heimisch fühlen – und dennoch gibt es genug neue Nuancen, um das Ganze spannend zu halten.

Schon die ersten Tracks machen deutlich, dass die neue Langrille stärker auf Atmosphäre und Emotion setzt als einige frühere Arbeiten. Die Produktion ist klar, druckvoll und modern, ohne den warmen, klassischen AOR-Sound zu verlieren, für den die Band steht. Besonders auffällig ist die Balance zwischen eingängigen Melodien und einer leicht düsteren Grundstimmung, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht.

Die Gitarrenarbeit von Bandleader Andreas Gullstrand bleibt melodisch und präzise, während die Keyboards eine tragende Rolle spielen und den Songs Tiefe verleihen. Der Gesang des neuen Frontmanns Simon Böös überzeugt mit Ausdrucksstärke und Gefühl – gerade in den ruhigeren Momenten entfaltet sich hier die größte Wirkung. Refrains sind, wie man es von CREYE erwartet, sofort im Ohr, wirken aber nie banal.

Inhaltlich dreht sich vieles um Umbruch, Verlust und Neuanfang – Themen, die gut zum Titel „Aftermath“ passen. Diese Ernsthaftigkeit verleiht dem Album Gewicht, ohne es schwerfällig wirken zu lassen. Stattdessen entsteht eine angenehme Mischung aus Nachdenklichkeit und Hoffnung.

Fazit: Aftermath ist ein reifes, atmosphärisch dichtes Werk, das Fans des melodischen Rock definitiv abholen wird. Es zeigt eine Band, die ihren Sound gefunden hat – und ihn mit Feingefühl weiterentwickelt.

Bonne

 

FIGHTER V – Deja Vu

Trackliste:

01. Raging Heartbeat
02. Victory
03. Made For A Heartache
04. Foolish Heart
05. Deja Vu
06. Stand By Your Side
07. All Your Love
08. Hold The Time
09. For All This Time
10. Break Those Limits
11. Victim Of Changes

Spielzeit: 43:12 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 10.04.2026 – Page: www.facebook.com/fightervofficial

 

Die Schweizer Rocker von FIGHTER V melden sich mit ihrem dritten Album zurück, Album #1 besitze ich selber – war vollgepackt mit Hymnen, Album #2 habe ich noch nicht angehört, also machen wir mit Album #3 „Deja Vu“ weiter.

Zur momentanen Besetzung, die sich bei jedem Album änderte, gehören Sänger Emmo Acar am Mikro, Lobe Valentin an Gitarre, Roman Stadler an Bass und letztes Gründungsmitglied Lucien Egloff an den Drums. Emmo macht einen sehr guten Eindruck, seine Stimme ist rauer als die von Dave Niederberger auf dem Debütalbum. Beide haben ihren Reiz und können trotz unterschiedlicher Stimmen überzeugen. Emmo erinnert ein wenig an John Francis von AFTER HOURS, und sorgt mit seinem rauen Organ für sehr gute Stimmung. Die Gitarren machen Druck ohne dabei aufdringlich zu wirken, und agieren fast schon wie Nebendarsteller, trotz dieses Umstandes spielen sie nicht die zweite oder dritte Geige. Das Keyboard befindet sich mit den Gitarren auf Augenhöhe und bilden ein perfekt inszeniertes Fundament für Emmos Stimme. Der Bass zieht hinter Gitarren und Keyboard kraftvoll seine Bahnen und die Drums hauen dem Hörer gewaltig den Hintern voll. Die Produktion klingt nicht auf Hochglanz poliert sondern zeigt ein wenig Ecken und Kanten.

Vom Stil hat sich nicht viel geändert, wie auch schon auf dem Debüt, und ich gehe auch vom zweiten Album aus, kommt eingängiger und cooler Melodic Rock aus den Boxen geblasen. Fast schon untypisch für eine Schweizer Band, da man von den Eidgenossen Mucke mit mehr Biss kennt. Dennoch ist der Melodic Rock von FIGHTER V catchy wie Sau, nur eben mit zurückgefahrenen Gittis im Anschlag und das Keyboard dafür weiter in den Vordergrund gerückt. Beim Hören kommen Passagen vor die man meint so oder so ähnlich schon mal sehr weit in der Vergangenheit gehört zu haben. Wenn man „Deja Vu“ durchgehört hat kommen Erinnerungen an alte High-School Klamotten aber auch mehr oder weniger bekannte Action Reißer der 80er Jahre auf, die voll mit solcher Art von Musik waren. Das soll nicht als Nachteil gesehen werden, sondern vielmehr ein großes Kompliment an die Band die sich traut fast schon antik anmutenden Melodic Rock zu spielen. Mit antik sind die goldenen 80er gemeint, in dem Jahrzehnt in dem sich jeder Film mit solchen Songs schmückte. Und genau an diese Zeit ist der Sound von FIGHTER V angelehnt, alles mit Schmackes und sehr gut hörbar vorgetragen. Vergleichen kann man mit X Soundtracks ver- und unveröffentlicht aus den 80ern und heftigere ALIAS, SCARECROW, ein wenig softere AUTOGRAPH, DEF LEPPARD, AXE, KING KOBRA, BAD ENGLISH, NIGHT RANGER, STRANGEWAYS, BRIGHTON ROCK, BLUE 46, ALLISON, CHINA, SATROX oder HONEYMOON SUITE. Auch wenn sich die Vergleich so lesen als ob hier ein Mash-Up stattgefunden hat können FIGHTER V mehr als sich nur vergleichen zu lassen.

Nicht so stark wie das Debütalbum, einen halben Punkt dahinter und immer noch sehr gut und besser wie manch andere Band in dem Genre.

Anspieltipps: „You’ll Be Sorry“, dass hypermelodische „Victory“, „Foolish Heart“, „Deja Vu“, „Stand By Your Side“, dass verträumte „All Your Love“, „Break Those Limits“.

Balle

LOUD & CLEAR – Loud & Clear (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Make It Loud
02. Love Waits
03. Hold On
04. I Wanna Rock With You
05. Rhythm & Booze
06. Ride Into The Moonlight
07. Waiting For The Roar
08. Ghosts Of Summer
09. Baby Wants To Rock
10. Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore
11. Goodbye Eyes
12. Candle In The Window

Spielzeit: 48:05 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 1997 – Page:

Man schrieb das Jahr 1997, sechs Jahre nach dem NIRVANA Erdbeben veröffentlichten vier Melodic Rock Musiker ihr gleichnamiges Debütalbum in Eigenregie. Der Zeitpunkt war für diese Art Musik nicht mehr der Beste, und so ist LOUD & CLEAR nie wirklich über einen Geheimtipp oder Insider hinausgekommen. 2002 kam zwar noch ein zweites Album mit dem Titel „Disc-Connected“ bei MTM heraus, danach wurde das Kapitel LOUD & CLEAR geschlossen. Bis zum Jahr 2010 als die Band ROCK SUGAR mit ihrem ersten Mash-Up Album auftauchte und mit den beiden Masterminds von LOUD & CLEAR Jess Harnell und Chuck Duran wieder im Rampenlicht erschien.

Zur Besetzung von LOUD & CLEAR gehörten damals Jess Harnell am Mikrofon, Chuck Duran an den Gitarren, Mark Allardyce an Bass und Craig Shaw an den Drums. Jess besitzt eine sehr kräftige und aussagefähige Stimme die sich in den mittleren bis in die höheren Töne bewegt, zu dieser Tonlage gesellt sich eine gewisse Portion Rauch die dem Ganzen eine besondere Faszination verleiht. Die Gitarren machen keine Gefangenen, sind mal härter oder softer ausgeführt, je wie es der Song gerade erfordert. Der Bass kann bei genauem Hinhören wahrgenommen werden. Die Drums sind dezent ausgeführt und nicht so auffällig wie bei anderen Bands ausgefallen. Die Produktion kann den Standard der Songs leider nicht ganz mitgehen, da müssen Abstriche in Kauf genommen werden.

Der Stil befindet sich, wenn es um AOR geht im SURVIVOR und JOURNEY Fahrwasser, wenn es mal intensiver Richtung Melodic Rock geht kann man DEF LEPPARD mit „HYSTERIA“ oder BB STEAL als groben Vergleich sehen. Auf diesem Debütalbum bewiesen LOUD & CLEAR welch hohes Potential und Genialität in ihnen steckte, was sie auch auf Album #2 von 2002 unter Beweis stellen konnten. Leider war die Zeit für solche Musik lange vorbei und LOUD & CLEAR schafften es nicht den großen Wurf zu landen. Die enthaltenen Songs ließen großes hoffen, was sich leider nicht bewahrheitete und nach 2002 verschwand die Band bis 2010 um als ROCK SUGAR mit Mash-Up Versionen von erfolgreichen Pop und Rock Songs für aufsehen zu sorgen. Trotz des ausbleibenden Erfolges tut dies dem sehr guten Debütalbum keinen Abbruch und zeigt eine Band die wusste was sie wollte, leider um Jahre zu spät.

Mit den drei Melodic Rock Perlen „Ride Into The Moonlight“, „Waiting For The Roar“ oder „Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore“ wäre der Band in den späten 80ern ein Megaseller geglückt.

„Make It Loud“ ein flotter Einstieg ins Album, mit „Love Waits“ folgt eine AOR Perle. „Hold On“ eine Ballade die überzeugen kann, „I Wanna Rock With You“ hier kommt ein stampfender Rocker der voll nach vorne geht. „Rhythm & Booze“ bewegt sich zwischen Powerballade und Rocker, „Ride Into The Moonlight“ ein geniales Highlight das es in den 80er weit hätte bringen können. „Waiting For The Roar“ ein Brecher und weiteres Schmankerl das sogar heute noch den Test der Zeit übersteht, „Ghosts Of Summer“ ein Song mit traumhaft geilem Refrain für den andere Bands töten würden. „Baby Wants To Rock“ hier gibt es flotten AOR mit leichten Rock N Roll Vibes, „Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore“ die Band geizt nicht mit eingängigen und melodischen Songs, auch dieser bietet eine überzeugende Leistung. „Goodbye Eyes“ diese Ballade ist in den Strophen fast schon lahm, im Refrain explodiert der Song regelrecht, „Candle In The Window“ zum Schluss wird nochmals richtig drauf los gerockt.

Balle

MASH – Mash (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. The Here And Now
02. The Place Where I Was
03. Behind The Surface
04. You
05. In The Moon
06. What
07. Cafè Noir
08. Rims Ahead
09. Fears
10. All The Beauty
11. Friend
12. Poland

Spielzeit: 60:50 min – Genre: Melodic Rock – Label: DFP Music International – VÖ: 1998 – Page:

Ich kenne den Schweizer Musiker Ben Sollberger jetzt seit knapp fünf Jahren und im Laufe der Zeit ist zwischen uns eine Freundschaft abseits der Musik entstanden. Warum ich das erwähne, der tragische und zu frühe Tod eines Teils einer unserer besten Freundschaft vor knapp drei Wochen veranlasst mich seit dem immer wieder darüber nachzudenken wie glücklich man sich schätzen kann wenn man wahre Freunde hat, die mit einem durch Dick und Dünn gehen. Erwin wenn du das liest, wir sind immer für dich da, wenn du uns brauchst. Und als mich Ben darum gebeten hat mir das gleichnamige Album seiner Band MASH für die Zeitmaschine zur Brust zunehmen sagte ich gleich ja.

Zu MASH gehörten damals Rahel Krebs (heute Jaël Malli) und Daniel Kunz am Mikrofon, Ben Sollberger und Markus Bruun an den Gitarren, Heinz Siegrist an Keyboard, Matin Oppeliger an Bass und Martin Kunz an den Drums. Außer Ben kenne ich keinen der beteiligten Musiker, was aber nicht unbedingt für schlechte Qualität sprechen soll. Rahel und Daniel haben eine sehr fein definierte Stimme die sich zwischen mittleren und hohen Tonlagen befinden und sehr gut mit der Art Rockmusik harmonieren. Die beiden Gitarren lassen meist dezent die Saiten schwingen, ab und an kommt die Gitarre auch mal besser durch. Die Tasten erinnern an die 80er Jahre oder kommen als angedeutetes Piano, der Bass macht sich Luft und die Drums sind weder dezent noch dominant. Vom Mix bildet sich ein harmonisches Gesamtbild, dass sehr rund wirkt. Bei der Produktion muss man leichte Abstriche in kauf nehmen, da könnte mehr Dynamik drin stecken.

Für eine Schweizer Band untypisch gibt es Melodic Rock der niemals zu hart wird, sondern eher an Künstler wie PAT BENATAR, FIONA und FLEETWOOD MAC erinnert. Dies betrifft lediglich den Härtegrad, beim Stil wird es dann schon sehr speziell, da es sich wie man es von Schweizer Bands gewohnt ist nicht um rifflastigen Hard Rock handelt. Die Band verbindet wunderschöne Melodien mit einem softeren SAGA, MAGNUM Sound und mixt gelegentlich ein wenig Prog ala SARACEN oder auch softere PILOTS OF THE DAYDREAMS rein. Ein dezenter Vergleich mit den nicht wirklich bekannten deutschen Melodic Rock Bands DELAURIAN und SCARLET ROSE passt wohl am besten. Wie schon erwähnt gibt es wunderschöne oder sehr feine Melodien die mit den Instrumenten sehr gut dargeboten werden. Die beiden Stimmen machen sich auch sehr gut, egal wer jetzt den Leadgesang ausführt oder sich beide im Song ein Duell liefern, das passt alles gut zusammen. Ben ist wie er auf seinen beiden Soloalben beweisen konnte ein begnadeter Gitarrist und der Rest der Band steht ihm da in nichts nach.

MASH hatten damals Ende der 90er Jahre ein sehr unterhaltsames und vielschichtiges Album am Start das für jeden Rock Fan durchaus interessant sein könnte.

„The Here And Now“ ein Rocker der sich irgendwo zwischen soften SAGA, MAGNUM und SARACEN bewegt, „The Place Where I Was“ wird von der akustischen Klampfe getragen. „Behind The Surface“ wirkt anfangs sehr komplex, entwickelt sich aber mit zunehmenden Hördurchgängen, der Refrain wirkt gegenüber den Strophen schräg, „You“ wildert im Pop, Spanien Flair und kommt mit geilem Bass. „In The Moon“ kommt mit coolen JETHRO TULL und SARACEN Prog Vibes, „What“ in den Strophen balladesk, in den Instrumental Parts kommt epische Prog-Stimmung auf mit teilweise schrägen Riffeinlagen, „Cafè Noir“ flott mit Schmackes und geiler Orgel, „Rims Ahead“ ein Instrumental bei dem das Piano den besonderen Charme ausmacht. „Fears“ erinnert mich an alte Prog Songs von JETHRO TULL, „All The Beauty“ könnte auch von SCARLET ROSE stammen. „Friend“ eine verdammt schwere Ballade die die Taschentücher nass macht, „Poland“ wurde mit sehr viel Drama angereichert.

Balle

VIOLET – Silhouettes EP

Trackliste:

01. Set Me Free
02. Dangerous You
03. Somewhere, Somehow
04. Calling For You
05. Arms Around (Live)
06. Sex In Harmony (Live)
07. Blame It On The Night (Live)
08. Fall In Love (Demo)

 

 

Spielzeit: 38:44 min. – Genre: AOR, Melodic Rock – Label: Metalapolis Records – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.violetband.de

 

Mittlerweile sind VIOLET aus Ludwigsburg (R.I.P. Rockfabrik) absolut keine unbekannte Band mehr. Mit ihren beiden Alben „Illusions“ (2022) und „Mysteria“ (2024) konnten sie sich in die Ohren und Herzen vieler AOR Liebhaber spielen. Ihr unnachahmliches Gespür und Verständnis für den Sound der Achtziger sprengt aber auch viele Grenzen, denn die Musik des Quartetts um Frontröhre Jamie Beckham ist sowohl im AOR als auch im Melodic Rock zu Hause, manchmal sogar im Pop der bunten Achtziger. Somit sprechen VIOLET sicherlich auch Verfechter härterer Gangarten an.

Und so ist es auch kein Wunder dass die neue EP „Silhouettes“ genau da weitermacht wo „Mysteria“ aufgehört hat. Langweilig? Mitnichten! Das einzige, was man vielleicht bemängeln könnte ist, dass es lediglich zwei Songs zu entdecken gibt die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. Aber das sollte nicht das Problem sein.

Denn mit dem grandiosen „Somewhere, Somehow“ haben VIOLET wieder einmal einen Hit am Start, den in dieser Form wohl fast niemand mehr imstande ist zu schreiben. VIOLET haben ihren eigenen Sound schon sehr früh gefunden, natürlich nicht ohne gewisse Reminiszenzen an die Helden der alten Tage. „Calling For You“ wurde bereits 2024 veröffentlicht, ist jedoch bisher auf keinem Tonträger enthalten. Eine echte Bereicherung für diese EP also. Doch eigentlich startet „Silhouttes“ mit dem neuen Track „Set Me Free“. Ein wunderbarer AOR Song mit großen Melodien. „Dangerous You“ ist Achtziger-Pop in seiner reinsten Form. Gepaart mit leichter AOR Schlagseite und herausragendem Keyboard- bzw. Piano-Solo.

Die zweite Seite der LP ist der Zugabenteil wenn man so möchte. Drei Live-Aufnahmen von der Album-Release-Show zu „Mysteria“ gibt es zu hören sowie eine sehr frühe Demoversion von „I Don´t Want To Fall In Love“, die seinerzeit noch „Fall In Love“ hieß. Kaum zu glauben wie originalgetreu und ambitioniert „Arms Around“, „Sex In Harmony“ und „Blame It On The Night“ hier live dargeboten werden. Ein klarer Fall von „diese Band sollte man live nicht versäumen“!

Die Marschrichtung für die Fans ist somit klar: Platte kaufen und fleißig auf die Konzerte dieser außergewöhnlich guten Band gehen.

Stefan

SUBWAY – Turn back the Time

Trackliste:

1. Breaking These Chains
2. When It’s Gone
3. In The Shadows
4. Bitter Sweet Melody
5. Turn Back The Time
6. Unbreakable
7. I Won’t Change
8. They Taught Me Love
9. Calling For You
10 Hear You Cry

Spielzeit: 36:47 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lucky BobRecords – VÖ: 19.02.2026 – Page: https://www.facebook.com/p/Subway-Band-100078672588562

 

Die Balinger Formation Subway, legt uns nach 16 Jahren Pause ein neues Album vor. Gegründet im Jahre 1986, folgte 1992 die zweite Scheibe „Hold On To Your Dreams“, die zugleich den internationalen Durchbruch brachte. 2003 löste sich die Band auf, bevor es mit der AOR-Hymne „Breaking These Chains“ (2024) einen Vorgeschmack auf die neue Langrille „Turn Back The Time“ gab. Zwischenzeitlich fand die Band im 92er Line Up wieder zusammen. Dennis Ward (Pink Cream 69) zeigt sich für die Produktion verantwortlich und der Rundling kann vor allem durch durchgehend starke Songs punkten. Textlich werden verschiedene Themen verwendet, bis hin zum Verlust eines Freundes oder sehr persönliche Texte. Man darf es vorwegnehmen, hier ist ein erster Anwärter auf das „Album des Jahres“ entstanden und so stellt dieser Rundling ein „Must-Have“ für alle AOR Fans dar. Subway sind in alter Stärke zurück- ohne Wenn und aber

Bonne

 

 

AUTUMN’S CHILD – Melody Lane

Trackliste:

01. Heartbreak Boulevard
02. Pray For The King
03. Fight To Love Again
04. Singalong
05. A World Without Love
06. Highway To The Sky
07. Headlines
08. Lovesong
09. Melody
10. Rock Of Empathy
11. Dead Cold

Spielzeit: 46:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Mikaelerlandssontheone

 

Mikael Erlandsson ist einer von denen, die sich im Melodic Rock, Classic Rock und AOR an allen Ecken mal blicken lassen. Als Frontmann bei SECRET SERVICE, in LAST AUTUMNS DREAM mit Mitgliedern von EUROPE und FAIR WARNING, und, und, und.
Und dann singt er noch bei AUTUMN’S CHILD, die inzwischen auch schon sechs Alben am Start haben, rechnet man denn ihr neustes Werk „Melody Lane“ mit dazu, über das wir heute reden. Ach ja, und Gitarre und Keyboards spielt er hier auch.
Ein sehr schönes Cover hat die Platte schonmal, gute handgemachte Retro-Optik. Der Sound stimmt auch soweit. Da könnte man sich an einigen Stellen wünschen, die hohen Frequenzen wären ein wenig präsenter, und Mikaels Vocals hätten etwas mehr Reverb vertragen können, aber an sich klingt „Melody Lane“ klar, gibt den einzelnen Instrumenten genug Raum und traut sich auch Dynamik.
Was die Musik angeht, ist „Melody Lane“ ein nettes kleines Wohlfühlalbum für Fans des Obergenres „Melodic Rock“. Da finden sich die Prototyp-AOR-Songs wie „Heartbreak Boulevard“, die komplette „Died In Your Arms Tonight“-80es-Rock-Bedienung („Fight To Love Again“) und der gut gelaunte beschwingte Rock’n’Roll-Song („Singalong“).
Mit „A World Without Love“ darf es dann auch mal ganz emotional-intensiv und dick aufgetragen werden – aber genau das wollen wir ja auch bei so einem Album, ne? Da kommen dann die dicken Drums, das Klavier und die flötige Classic-Rock-Orgel (oder die orgelige Classic-Rock-Flöte? Egal, Ihr wisst, was ich meine) dazu, sehr edles Ding.
Aber natürlich darf auch ein gewisser Hard-Rock-Faktor nicht fehlen, auf „Melody Lane“ mit „Headlines“ und „Rock of Empathy“ gegeben.
Das ergibt alles in allem schonmal ein Album, dessen Songs durch die Bank eigenen Charakter haben, was bei den normaleren Bands dieses Genres leider weiß Gott nicht immer gegeben ist. Und kleine Features wie nette Synth-Sounds und -Soli, Klavier, Orgel, Streicher, mehrstimmige Vocals oder einfach mal eine Strophe, die klanglich aus der Reihe fällt, geben „Melody Lane“ zusätzlichen Entertainment-Wert.
Was das Album doch häufiger machen dürfte, ist knallen. „Rock Of Empathy“ beispielsweise hat schon eine angenehme Menge Wumms hinter der Binde. Den dürfte man bei Songs wie „Highway To The Sky“ mit seinen Ooooheehooooh-Stadion-Vocals oder im Chorus von „Singalong“ auch erwarten, oder beim finalen „Dead Cold“. Einige Songs sind an Momenten, an denen sie Druck benötigen würden, dann doch eher kraftlos, aber die Momente gehen auch vorbei.

Fazit:
Abwechslungsreiches Ding haben AUTUMN’S CHILD da geschaffen. „Melody Lane“ überschreitet keine Genregrenzen, ist aber auch eines der Alben, bei denen es gar keine Experimente braucht, wenn man doch gar nicht die Zukunft schaffen sondern die Memory Lane entlangwandern möchte. Und das machen AUTUMN’S CHILD professionell und mit Liebe zum Detail Gebrauch. Für Melodic-Rock-Fans ist die Platte einfach ein Wohlfühl-Album.

Anspieltipps:
„A World Without Love“, „Melody“, „Rock Of Empathy“ und „Singalong“

Jannis