ROB MORATTI – Paragon

Band: Rob Moratti
Album: Paragon
Spielzeit: 52:02 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven 7 Soulfood
Veröffentlichung: 30.10.2020
Homepage: www.robmoratti.net

Nach dem Ausstieg bei SAGA und dem Ende seiner einstigen Stammformation FINAL FRONTIER beehrt uns der kanadische Ausnahmesänger ROB MORATTI regelmäßig mit guten Solo-Scheiben. Seine Ausrichtung liegt nach wie vor klar im melodischen Rock-Hard Rock Bereich. In diesem ist MORATTI immer in der Lage sein qualitatives Level nicht nur zu halten, sondern nach Bedarf auch zu steigern. Dass er sich hierzu gerne der Hilfe diverser Musiker Freunde bedient ist kein großes Geheimnis. Auch auf diesem Rundling tauchen bekannte Namen wie IAN CHRICHTON (SAGA), JOEL HOEKSTRA (WHITESNAKE) oder ULRICK LÖNNQVIST (CODE RED) auf. Mid-Up-Temponummern sind ebenso vertreten wie die obligatorische Ballade mit Namen „Break The Chains“. Die unverwechselbare Stimme des Kanadiers bildet das I-Tüpfelchen und macht auch „Paragon“ zum echten Hörgenuss für alle Freunde der guten AOR-Melodic Rock Mucke. Wer auf Formationen wie JOURNEY , NIGHT RANGER & Co steht, muss hier zugreifen. Ein sehr gutes Werk zum Ende des Jahres

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I’m Falling
02. Rise Above
03. What Have We Become
04. Remember
05. Where Do We Go From Here
06. Drifting Away
07. Break The Chains
08. Alone Anymore
09. Bullet Proof Alibi
10. All I’m Living For
11. Picking Up The Pieces
12. Stay Away

Bonne

Video Link:

PALACE – Rock and Roll Radio

Band: Palace
Album: Rock And Roll Radio
Spielzeit: 47:00 min.
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 04.12.2020
Homepage: www.facebook.com/palacesweden/

Es gibt sie immer wieder – die unglaublich talentierten Musiker, die zuerst lange Zeit im Hintergrund agieren und als Songschreiber, Produzenten oder Studiomusiker in Erscheinung treten und damit für die Meisten ziemlich unter dem Radar bleiben. Bis sie eines Tages ein eigenes Projekt aus dem Boden stampfen und mit einer eigenen Platte für Furore sorgen. Speziell in Schweden scheint es eine immens große Anzahl dieser Ausnahmetalente zu geben. Als eines davon dürfte sicherlich Michael Palace genannt werden, der in der Vergangenheit für viele Bands aus dem Melodic Rock Genre in unterschiedlicher Form tätig war. FIND ME, REACH, HOUSTON, FIRST SIGNAL (feat. HAREM SCAREM Frontmann Harry Hess) oder jüngst ANGELICA sind nur einige Beispiele für den umtriebigen Multi-Instrumentalisten.

Sein 2016 unter dem Banner PALACE erschienenes Debüt „Master Of The Universe“ war mit dem gleichnamigen Hit eine Wohltat für jeden Melodic-Fan und nicht selten in den Jahresbestenlisten zu finden. Zwei Jahre später präsentierte sich Michael Palace experimenteller und weniger hardrockig – dafür eine ganze Ecke technischer. Mit seinem dritten Langspieler „Rock And Roll Radio“ greift der Schwede wieder mehr die Stärken seines Debüts auf, ohne es zu wiederholen. Auch das Line-Up gestaltet sich interessant: Michael Palace – Everything – das sagt wohl alles aus über diesen Tausendsassa, der sich mit seinem neuen Album ein eigenes Denkmal gesetzt hat, soviel sei schon mal verraten.

Das haben die beiden Vorab-Singles „Way Up Here“ und „Castaway“ hoffen lassen, dass „Rock And Roll Radio“ aber dermaßen stark in seiner Gänze ausfallen würde, hätten sicher die meisten nicht erwartet – oder doch? Sei es drum, vom ersten Ton der eröffnenden Titelnummer brennt das Feuer lichterloh. Mit prägnanter Keyboardunterstützung und unwiderstehlichen Achtziger-Ohrwurm-Melodien zündet Michael Palace ein Hitfeuerwerk, das die Bestenlisten 2020 noch einmal aufmischen könnte. Gleich im Anschluss werden die beiden Singles abgefeuert, und wer da noch nicht vollends überzeugt ist, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Oder vielleicht doch – mit weiteren Highlights der Marke „Cold Ones“, „Origin Of Love“ oder „Fight“. Dazwischen schiebt sich mit „Eleonora“ eine tolle Ballade, mit „Hot Steel“ ein waschechter Hardrocker und mit „When It´s Over“ ein technischer AOR Song im Fahrwasser von TOTO.

Wenn das kein rundes Package ist. Dieses Dutzend Songs lässt keine Wünsche offen – zumindest nicht, wenn man auf ordentlich produzierten Melodic Rock steht. Ein spätes Highlight in 2020– meine Bestenliste muss wirklich noch einmal umgeschrieben werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Rock And Roll Radio
2. Castaway
3. Way Up Here
4. Cold Ones
5. Eleonora
6. Hot Steel
7. My Gray Cloud
8. Origin Of Love
9. She´s So Original
10. Strictly By The Rules
11. When It´s Over
12. Fight

Video zu „Way Up Here“:

Stefan

MAGIC DANCE – Remnants

Band: Magic Dance
Album: Remnants
Spielzeit: 45:37 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 04.12.2020
Homepage: www.facebook.com/magicdancemusic

Frontiers Records starten im Dezember einen wahren Veröffentlichungsreigen. Das ist insofern neu, weil die Vorweihnachtszeit von der gesamten Plattenindustrie in der Vergangenheit immer für Best-Of Compilations, Live Scheiben, Special Edition Superduper Boxsets und dergleichen reserviert war. Aber das Jahr 2020 ist nun mal ein sehr spezielles, und praktisch sämtliche Plattenfirmen haben über Monate vieles zurückgehalten, was über das Jahr geplant war. Da aber immer noch keine Besserung der Situation im Live-Sektor in Sicht ist, können auch Frontiers Records aus dem Vollen schöpfen und präsentieren uns für den Dezember stattliche neun (!!!) Themen – darunter sechs vollwertige Neuerscheinungen und drei Live-Konserven. Vielleicht geht es damit zum Weihnachtsgeschäft noch mal so richtig rund.

Eine dieser Neuerscheinungen ist das neue Album der ehemaligen Synthwave Newcomer MAGIC DANCE, die mit ihrem 2018er Album „New Eyes“ beim italienischen Label gelandet sind und sich nun Stück für Stück zu einer lupenreinen AOR/Melodic Rock Kapelle entwickelt haben. Waren die frühen EP´s purer Synthwave und teilweise sogar rein instrumental gehalten, hat Mastermind Jon Siejka für das neue Werk „Remnants“ einen großen Ruck in Richtung Hardrock gemacht. Nur recht selten kehrt der Sänger/Songwriter aus Long Island, NY zum typischen Synthwave zurück. Ansatzweise geschieht das bei „Cut Me Deep“, bei „Change Your Life“ oder „Til Your Last Breath“ etwas mehr, während der große Rest der Stücke ordentlich rockt und nur in den Songstrukturen an frühere Zeiten erinnert.

Die größte Schwäche von „Remnants“ ist seine Eintönigkeit. Jeder Song für sich ist echt gut, aber im Prinzip wiederholt sich hier zu viel. Da lobe ich mir die erst kürzlich erschienene EP „From Death To Life“, die mit „Oh No“, „Long And Lost Lonely Nights“ und „Zombie Breath Suprise“ die stärksten Stücke bereits enthalten hat. Spätestens ab der Hälfte der Platte haben MAGIC DANCE nicht mehr allzu viel zu sagen. Schade eigentlich, denn bisher war ich immer Fan dieses Projekts. Mein Tipp also: wenn Euch die oben erwähnte EP über den Weg läuft, krallt sie Euch, wer die dennoch die Vollausstattung bevorzugt, kann sich natürlich auch den Longplayer „Remnants“ ins Regal stellen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Oh No
2. Long And Lost Lonely Nights
3. Zombie Breath Surprise
4. Cut Me Deep
5. When Your World Comes Down
6. Change Your Life
7. I´m Still Holding On
8. Changes
9. Restless Nights
10. Til Your Last Breath
11. I Can´t Be The Only One

Video zu „Till your Last Breath“:

Stefan

ECLIPTICA – 15 in a row

Band: Ecliptica
Album: 15 in a row
Spielzeit: 42:52 Minuten
Stilrichtung: Melodic Rock, Heavy Metal
Plattenfirma: Mars Music Production
Veröffentlichung: 06.11.2020
Homepage: www.facebook.com/Eclipticaofficial

Fünf Jahre sind seit dem letzten Album von Ecliptica vergangen nun können sich die Freunde des Melodic Rocks und Heavy Metal auf neue songs der “Burschen” und “Dirndl´n” aus Österreich freuen (wie man im österreichischen Dialekt die Herren und Damen der Schöpfung bezeichnet)

Ein äußerst gelungenes Werk dass bei den “harten Melodien” zum Headbangen und mitsingen einlädt und bei den ruhigeren zum nachdenken und träumen! Stimmlich ein überzeugendes Album, gekonnt durch ein perfektes Zusammenspiel der Stimmen von Sandra Urbanek und Tom Tieber. Die Songs sind großteils auf Duette festgelegt und da unterscheiden sich Ecliptica schon zu vielen anderen Bands.

Auch wenn der “Name Ecliptica” für viele “Neuland” ist, kann die österreichische Formation bereits eine beachtliche Vita vorweisen mit Auftritten auf dem Wacken beim “Metal Battle” sowie als Support Act für z.B. Axxis, In Extremo, Symphony X oder Freedom Call, diese ja keine unbekannten Bands mehr sind.

Das Album ist vielseitig wobei die “Powersongs” im Vordergrund stehen. Der Albumtitel “15 in a Row”, bezieht sich auf die 15 Jahre lange Karriere der Gruppe und beschreibt somit ein wenig Bandgeschichte. Das Album hat viele Facetten, die ich im Bereich Hard Rock, ein paar Elemente Melodic Rock und Power Metal einordnen würde.

Direkt ins Herz gehen vor allem die ruhigeren Songs wie “Fallin”, Long and wide road oder “Deep Inside” bei der Sandra´s engelsgleiche Stimme zur Geltung kommt. Besonders bei der Ballade “Deep Inside” das untermalt von den melodischen Gitarrenklängen von “Van Alen” ist kommt die Emotion herüber die man sich von einer weiblichen Stimme wünscht.

Fans von “female fronted Bands” kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie die Fans harter und zarter Gitarrenklängen.

Van Alen (nicht zu verwechseln mit Van Halen) hat seinen Künstlernamen sicher auch darum gewählt dass sich seine Art Gitarre zu spielen von anderen abhebt. Hier wird nicht kopiert. Dass er auch solo punkten kann hat er auch mit seinem letzten Soloalben dass sich der Gitarrenkunst gewidmet hat gezeigt.

Wer bei Ecliptica eine österreichische “Dorfband” erwartet ist hier sicher falsch hier sind Könner und Künstler am Werk, die wissen wie man gute Songs schreibt, und die Vielseitigkeit anbietet.
Ein Konzertabend mit dieser Band wird sicher nicht langweilig

Also auch für alle die noch skeptisch sind der Kauf lohnt sich denke eine Band die sich nicht nur in der österreichischen Musikszene behaupten kann.

Anspieltipps: “Deep inside (mein Favorit auf diesem Album), Children of universe, Travel far away, Fallin

Fazit : Metal ’n‘ Roll vom Feinsten. Abwechslung ist auf diesem Album garantiert! Die Reise geht von Hardrock über Melodic Rock bis hin zu Power Metal Hymnen, gesangliche Duelle sind hier ebenso geboten wie harte Gitarrenriffs! Das Album macht Lust auf mehr und bekommt von mir 9 von 10 Punkten!! 9 damit sich Ecliptica mit dem nächsten Album nicht wieder 4 Jahre Zeit lassen.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:
01. 15 in a row
02. Children of the universe
03. Masterpiece of love
04. Fallin
05. Speed kings
06. The Enemy
07. Addict to life
08. Long and Wide road
09. Travel far away
10. Deep inside

Video zu “Masterpiece of Love” :

Anita

DOMAIN – Our Kingdom (RG Zeitmaschine)

Band: Domain
Album: Our Kingdom
Spielzeit: 44:46 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontrow
Veröffentlichung: 1988
Homepage: www.facebook.com/domainband/

 

DOMAIN kamen 1988 mit einem ersten Lebenszeichen aus dem Keller, als erstes noch unter dem Bandnamen KINGDOM mussten sich nach einem Streit mit Lenny Wolf und seiner Band KINGDOM COME in DOMAIN umbenennen. Was für ein Brett die Jungs vorlegten kann man ohne schlechtes Gewissen als einen der besseren Klassiker der deutschen Rockmusik bezeichnen. Damals dabei waren Bernie Kolbe an Lead Vocals und Bass, Cliff Jackson an Gitarre und Backvocals, Axel Ritt an Gitarre und Backvocals, Volker Sassenberg am Keyboard und Backvocals und Freddy Diedrichs am Schlagzeug. Kolbe und Jackson die schon seit Winter 1969/70 in einer der ältesten noch existenten Bands EPITAPH zusammen Rockmucke machen entstand DOMAIN die so einige Alben am Start haben die das Prädikat Klassiker verdienen. Nach den drei Alben “Our Kingdom”, “Before The Storm (1989)” und “Crack The Wall (1991)” war erstmal schluss, 1997 wurde noch die Best Of “Collection 86-92 (1997)” mit einer brachialen Maxiversion von dem auf diesem Album enthaltenen Song “Lost In The City”, zwei Versionen von “I Don’t Wanna Die” und zwei starke Unreleased Tracks “Ain’t It A Sin” und “Out Of The Dark” nach geschoben. 2001 kam DOMAIN mit Axel Ritt und neuem Sänger Carsten Schulz zurück, die Alben waren nicht übel aber die Duftmarken der ersten drei Alben konnte nicht mehr erreicht werden, aber dies ist meine Meinung und diese können bekanntlich auseinander gehen.

Nun zum Album “Our Kingdom” die Songs die hier zu finden sind gehören mit zum stärksten was die deutsche Melodic Rock Geschichte hervor gebracht hat. Starke Melodien mit ebenso starken Vocals von Bernie Kolbe und Chören an den richtigen Stellen. Angefangen bei den Balladen “Sign From Your Heart” eine der besten Rockballaden die je veröffentlicht wurde lief damals als Dauerbrenner bei Bayern 3 (ja die Öffis konnten das mal, so geile Mucke spielen, lang lang ists her, heute nur noch Marionetten von Geldgeilen Plattenbossen) und “Love Child”. Den Flotten “Lost In The City” füllte damals jede Tanzfläche, “The Run” ein Hooklinemonster, “We Got Love” ein lässiger verträumter Rocker, “Waitiong For Love” ein Asskickin‘ Rocker, dem obercoolen “Riding Through The Night” andere hätten für so einen Song getötet, “Rollin’” cool, geil ein Melodiemonster, “On The Line” Happyrock wie er sein sollte und “Back From Hell” fängt als Ballade an, mutiert bei knapp unter einer Minute zum Stampfer mit Hitpotential.

Fazit:

So nun kommt das schwierigste das Fazit es gibt nur drei Wörter um das Album beschreiben zu können “What The F.ck” ist das ein Saugeiles Album welches Domain da auf die unschuldige Menschheit los gelassen hat. Melodien ohne ende, die einzigartige Stimme von Bernie Kolbe und den harten Gitarren von Cliff Jackson und dem jungen Axel Ritt. Das kann nur eine 11 von 10 geben alles andere wäre unfair.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Lost In The City
02. The Run
03. We Got Love
04. Sign From Your Heart
05. Waiting For Love
06. Riding Through The Night
07. Rollin‘
08. Love Child
09. On The Line
10. Back From Hell

Helmut

UNRULY CHILD – Hour Glass House

Band: Unruly Child
Album: Hour Glass House
Spielzeit: 61:38 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 04.12.2020
Homepage: www.facebook.com/unrulychildband/

 

Die Melodic Rock Heroes von UC sind zurück, nach einem grandiosem Debüt, einer sehr guten zweiten Scheibe, Album drei schlicht UCIII betitelt ist mir nicht bekannt. Seit 2010 stehen UC bei Frontiers unter Vertrag und veröffentlichen nun das vierte Studio Album beim Italo Label. Zum Lineup gehören Marcie Free am Mikro, Bruce Goudy an Gitarre, Tony Franklin am Bass, Guy Allison am Keyboard und Jay Schellen am Schlagzeug.

An der Ausrichtung des Sounds hat sich nichts verändert, UC machen Melodic Rock der Oberliga, mit Melodie, den unverkennbaren Vocals von MF und starken Songs. Der Melodic Rock umfasst die gesamte Spanne von Balladen über lässige Rocker bis zum Stampfer, alles sauber und perfekt ausgeführt, mit einer Produktion versehen die keine Wünsche offen lässt. UC sind einfach eine Duftmarke seit dem Debüt liefern UC ab, und das auf hohem Niveau. Die letzten drei Veröffentlichungen sind sehr gut aber dieses siebte Album ist näher am Debüt dran als die anderen sehr guten Scheiben.

Zu den Stampfern gehören “Poison Ivy”, “Say What You Want”, “Everyone Loves You When You’re Dead”, “Underwater” und “The Wooden Monster” ein Melodicmonster,

Die lässigen Rocker sind in Form von “Glass House”, “Talked You Out Of Lovin‘ Me” ein cooler gute Laune Rocker, “Catch Up To Yesterday” und “Freedom Is A Fight” Easy Listening, “We Are Here To Stay” lässig locker, vorhanden.

Die Balladen hören auf “To Be Your Everything” in der 2020er Version, “Let’s Talk About Love” in der 2020er Version irgendwo zwischen Ballade und lässigem Easy Listening.

Fazit:

UC melden sich mit einem sehr gutem siebten Studioalbum zurück, mit dem 1992 Debüt wurde eine Messlatte gesetzt die nicht getoppt oder so leicht erreicht werden kann. Dieses Album ist sehr gut aber nicht auf dem Niveau wie das Debüt. Ich vergebe eine Bewertung von 8,5 für dieses starke Stück Musik, dass Debüt liegt bei einer 12 von 10.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Poison Ivy
02. Say What You Want
03. Glass House
04. Everyone Loves You When You’re Dead
05. Talked You Out Of Lovin‘ Me
06. Underwater
07. Catch Up To Yesterday
08. Freedom Is A Fight
09. The Wooden Monster
10. We Are Here To Say
11. To Be Your Everything – 2020
12. Let’s Talk About Love – 2020

Helmut

OCEAN HILLS – Santa Monica

Band: Ocean Hills
Album: Santa Monica
Spielzeit: 46:47 min
Stilrichtung: Melodic / Hard Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 27.11.2020
Homepage: www.oceanhills.band

 

Sonntag Abend und OH im Player, schon der erste Song geht ab und groovt das richtige für die Tanzfläche. Aber erst mal von Anfang an. Zu OH gehören Zoli Teglas am Mikro, Peter Lukacs an Lead Gitarre, Reinder Oldenburger an Rhythmus Gitarre, Daniel Szebenyi an Bass und Keys. Teglas‘ Stimme hat eine Ähnlichkeit mit der von David Readman, die wie gemacht für harten Rock ist und geil rüberkommt.

Geboten wird Melodic / Hard Rock mal mit viel Drive und Melodie ein anderes mal lässig und unbeschwert, in etwa wie PC 69, WHITESNAKE ohne Blues, und von TYKETTO bis ECLIPSE.

Den perfekten Einstieg macht “Bound” der Fuß wippt automatisch mit ein Groovemonster mit geilem Refrain und vielen OHHOHHOs. “Separate Peace” kommt sehr modern daher, gut umgesetzt, “Death Or Liberty” ein starker lässiger Melodic Rocker zum chillen, “Like A Lady” rockt lässig was die Boxen herhalten, bester Melodic Rock. “Santa Monica” moderner Melodic Rock lässig locker aus der Hüfte, “Budapest My Love” fast eine Powerballade stark. “Hold Me” erinnert von seiner lässigen soften Art an U2 in härter einfach geil, “Angel Wings” ein genialer Midtempo Song. “Vampire”, “Christina” und “There Is A Light That Never Goes Out” ist wieder lässiger Melodic Rock.

Fazit:

Ein sehr abwechslungsreiches Album und mit “Bound” haben OH einen echten Hitanwärter an Board, der Rest des Albums ist mehr als beachtlich in Szene gesetzt, der richtige Soundtrack um im offenen Cabrio mit einem V8 Big Block über den Santa Monica Boulevard zu cruisen. Bei noch zwei Songs in dem Kaliber von “Bound” hätte ich Full House vergeben, so vergebe 8,75.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Bound
02. A Separate Peace
03. Death Or Liberty
04. Like A Lady
05. Santa Monica
06. Budapest My Love
07. Hold Me
08. Angels Wings
09. Vampire
10. Christina
11. There Is A Light That

Helmut

VOLSTER – Arise

Band: Volster
Album: Arise
Spielzeit: 53:43 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: ROAR! – Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 13.11.2020
Homepage: www.facebook.com/volsterband

Als VOLSTER 2018 ihr Debutalbum veröffentlichten, waren sie bereits eine kleine Überraschung. In ihrem satten Rock doch gar nicht mal anfängerhaft klingend, mit netten kleinen Experimenten, durchgängig unterhaltsam, auch wenn der eigene Stil vielleicht noch nicht so ganz gefunden war.
Letzteres hat sich 2020 offensichtlich geändert (und ich rede hier nicht von der POWERWOLFschen Art der Stagnation auf einer guten Stilidee). Aber von vorne: VOLSTER sind ein schwedisches Duo, bestehend aus Sänger und Gitarrist Ulf Anderson und Bassist Henrik Lundberg, zeitweise unterstützt von Andreas Langen (Gitarren) und Drummer Mattias Erikson. VOLSTER sind außerdem ziemlich gute Soundmixer und Bekannte von Thomas “Plec” Johansson, der sehr gut mastern kann. Nicht zuletzt haben VOLSTER Gitarrenmusik mit der Muttermilch aufgenommen und haben. Richtig. Bock.
Bock auf Weiterentwicklung, Bock auf Etablierung eines eigenen Stils und Sounds, und das haben sie auf ihrem jüngst releasten zweiten Streich “Arise” absolut geschafft. Glücklicherweise lebt der eigene Stil/Sound allerdings durch seine Vielseitigkeit und Unvorhersehbarkeit innerhalb des gewählten, melodieorientierten Grundstils. Weggefallen sind die Stoner-Nuancen, die auf dem Vorgänger insbesondere bei “Babylon” zum Vorschein kamen. Neu hinzugekommen sind hingegen Prog- und (hinhören, liebe Garagen-Freunde), AOR-Akzente. Gut, AOR kann jeder, der die vier immer gleichen Grundakkorde kennt und die dicken Synth-Chords parat hat, die einzigen Zutaten so manchen AOR-Albums. Prog kann jeder mit ’nem Orgelsound, der in seinen Track nachträglich einen Schlag pro Takt mehr reinpackt. VOLSTER reichen die Basics allerdings nicht, wie sich bereits beim Opener “Revolution” zeigt. Ja, der Chorus ist fröhlich und tendiert ziemlich gen AOR, überzeugt allerdings mit smarter Harmoniefolge, und die Strophe ist straight rockig gehalten mit wenig Cheese und stärkerer Modern-Rock-Schlagseite.”Arise” schlägt anschließend in die Prog-Kontrastkerbe, mit E-Orgel (jahaa…) und einem Stil, den ich persönlich instinktiv mit SYMPHONY X‘ “V – Mythology Suite” vergleichen würde. Plus starker Solopart. “Hanging On” liefert elektronisch-melodischen AOR, abermals mit guten Melodien, Glöckchensynths und “Mad World”-Gedenkstrophe, bevor “Come Undone” das Haarspray über einem freshen Hard-Rock-Track verteilt. “Gravity” bestätigt erneut, dass VOLSTER keine der Bands ist, die sich bei Strophenkompositionen denkt “Ach scheiß drauf, machen wir auf einem Ton und denken uns dann frühestens im Prechorus was Interessantes aus” und “I Wish” kommt mit ganz guter Laune, 7er-Takt und schöön kraftvollem Chorus – und ohne explizit auf den Text zu achten, habe ich sympathischerweise doch die Worte “Midlife crisis” vernommen. Angesichts der zunehmenden Länge hier ein Verzicht auf die Beschreibung der restlichen Tracks, die man sich genauso gut einfach selbst anhören könnte, ohne Verschwendung seiner Zeit zu riskieren.

Fazit:
Warum auch? “Arise” ist ein Album geworden, mit dem sich seine Erschaffer hörbar einfach arschwohl fühlen. Und man kann es ihnen nicht verübeln. Entertainend, schlüssig, derweil ungezwungen vielseitig: Die Jungs machen die Musik, die sie mögen – sehr gut, nebenbei – und werden vermutlich keinen Freund melodischen Rocks enttäuschen. Empfehlung? Absolut. Und nochmal mehr für die Rock-Garage-Community!

Anspieltipps:
“Arise”, “I Wish”, “Turn The Tide” und “Come Undone”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Revolution
02. Arise
03. Hanging On
04. Come Undone
05. Turn The Tide
06. End Of The World
07. Gravity
08. I Wish
09. Follow You
10. Signs Of The Times
11. Highroad To Nowhere
12. Till The End Of Time

Jannis

DALTON – Injection (RG Zeitmaschine)

Band: Dalton
Album: Injection
Spielzeit: 46:18 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: EMI
Veröffentlichung: 1989
Homepage: www.facebook.com/DaltonSweden/

 

Und wieder geht es in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, ins Jahr 1989 nach Schweden. DALTON veröffentlichten ihr zweites Album “Injection” und wieder einmal ein Empfehlung von Hansi und Jürgen von Hang Loose Records die meinten dies wäre ein Hitalbum, tja die beiden hatten recht wie bei jeder Scheibe die die Beiden empfohlen haben.

Die Band bestand damals aus dem gleichen Lineup wie beim starkem Debüt und dem Geilen Skandirock Album aus 2014, Bo Lindmark am Mikrofon, Leif Westfahl Gitarre, Anders Lindmark, Ola Lindstrom an Keys und Mats Dahlberg an den Drums, die Backing Vocals wurden von der gesamten Band übernommen die geile Chöre ergaben.

Geboten wird AOR / Melodic Rock aus einer Schnittmenge des Debüts, TREAT, BAI BANG, ZERO NINE, EUROPE, OLE EVENRUDE und RETURN, die Songs besitzen ausnahmslos starke Melodien, geile Vocals mit Chören und Hooks die sofort zünden und gefallen.

Den Start macht “Go For It” ein Straighter Rocker sehr gut umgesetzt, “Love Injection” genauso stark wie der Vorgänger. “Like An Angel” ein gute Laune Song RETURN grüßen augenzwinkernd, “Lonely” ein Schmachtfetzen erster Güte, gehört zu den besseren Balladen. “Love Hurts” geiles Hooklinemonster wie es nur aus Skandinavien stammen kann, “Dressed To Kill” lässt die Sau wieder raus. “Why Don’t You Love Me” hier schimmern EUROPE oder TREAT durch. “Love Lie”, “Wild Tonight” ist AOR der Oberklasse, “Heartbroken” eine Tränentrifende Ballade. “Comin‘ On Strong” und “Wake You Up” lassen es ordentlich krachen, geiler AOR.

Fazit:

Ein echtes Meisterwerk was die Schweden ende der 80s auf den Hörer losgelassen haben, bester AOR / Melodic Rock typisch für die 80er aus Skandinavien. Von mir gibt es eine 9,5 für das zweite Album, welches noch einen Ticken besser als das Debüt ist.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Go For It
02. Love Injection
03. Like An Angel
04. Lonely
05. Love Hurts
06. Dressed To Kill
07. Why Don’t You Love Me
08. Love Lie
09. Wild Tonight
10. Heartbroken
11. Comin‘ In Strong
12. Wake You Up

Helmut

STAN BUSH – Dare to Dream

Band: Stan Bush
Album: Dare To Dream
Spielzeit: 47:16 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Cargo Records
Veröffentlichung: 20.11.2020
Homepage: www.stanbush.com

Mit „Dare To Dream“ von STAN BUSH landet einmal mehr ein neues Werk einer wahren Ikone des Melodic Rock auf meinem imaginären Plattenteller. Denn in den langen Jahren seines Schaffens war der Sänger, Gitarrist und Songwriter, der 1953 in Orlando/Florida geboren wurde, immer für einen Hit gut. Man denke nur an die zahlreichen Soundtracks in den Achtzigern, die durch Songs wie „The Touch“ (Transformers 1986), „Fight To Survive“ (Bloodsport 1988), „Hearts vs. Heads“ (The Wraith 1986) oder „Never Surrender“ (Kickboxer 1987) aus der Feder BUSH´s erst zum Erfolg wurden. Und mit dem 1987er Album „Stan Bush & The Barrage“ ist er noch heute unvergessen. Das ist aber nur eine Seite von STAN BUSH, denn mit seinen mittlerweile 13 Soloalben hat er sich in nahezu jeder Rock-Sammlung, die etwas auf sich hält, einen festen Platz ergattert. Und das nicht zuletzt deswegen, weil es in der Karriere des US-Amerikaners nicht ein auch nur mittelmäßiges Album gegeben hat. Egal auf welche Station seiner Karriere man blickt – STAN BUSH hat immer abgeliefert, auch in Zeiten, die für die Rockmusik nicht so rosig waren. Nun, das hat sich in Zeiten von YouTube, Spotify und Co. wohl eher noch verschlimmert, dennoch steht STAN BUSH mit seiner Band auch anno 2020 mit Album Nummer 14 in den Startlöchern.

Bereits letztes Jahr gab es einen ersten Vorgeschmack in Form eines Songs, der schlicht „The 80´s“ betitelt wurde. Hier gibt es nichts zu deuteln, STAN BUSH lebt zwar im Hier und Jetzt, sein Herz schlägt aber immer noch für dieses glorreiche Jahrzehnt – und hier ist er sicher nicht alleine. „The 80´s“ ist nicht weniger als eine Hymne geworden und hat schon bei seinem Erscheinen 2019 die Erwartungshaltung an die neue Platte ganz schön hochgeschraubt. Umso erleichterter ist man, wenn mit „Born To Fight“ das erste Stück von „Dare To Dream“ genauso unwiderstehlich tönt wie die Vorabsingle. Sicher, ein STAN BUSH-Song wird immer seine Trademarks tragen, für Verfechter wilder Innovationen dürfte auch Album Nummero 14 keine Überraschung sein, aber der Fan weiß, was er an den Platten des Amerikaners hat – und zwar hochgradig melodiösen, eingängigen und enorm hitverdächtigen Melodic Rock. Das ist beim Titeltrack nicht anders als beim Rest der neuen Liedersammlung. Dennoch stechen „A Dream Of Love“ und „The Times Of Your Life“ sowie die weiter oben erwähnten Stücke etwas hervor. Das macht eine makellose erste Hälfte, die eine glatte 10 verdient hätte. Die zweite Hälfte fällt minimal ab, wobei sich wohl 98% aller Bands wünschen würden, solche Songs auf ihrer Platte zu haben.

Wo STAN BUSH drauf steht, ist auch STAN BUSH drin – das ist auch beim neuen Werk so. Zum Glück, denn in seiner fast 40-jährigen Solokarriere gab es quasi keine Experimente, sondern einfach nur bockstarke Rockmusik aus dem Hause Bush zu hören. Da bildet auch „Dare To Dream“ absolut keine Ausnahme. STAN BUSH ist in Höchstform!

WERTUNG:

 

Trackliste:

1. Born To Fight
2. Dare To Dream
3. The Times Of Your Life
4. A Dream Of Love
5. The 80´s
6. Live And Breathe
7. Heat Of Attack
8. Dream Big
9. True Believer
10. Never Give Up
11. Home

Stefan