ATLANTIS DRIVE – Atlantis Drive

Trackliste:

01. Way Back When
02. Medusa Smile
03. Living for the Moment
04. Brand New Start
05. United
06. Curtain Falls
07. Faith
08. Time
09. Farewell to a Friend
10. Heroes

 

Spielzeit: 49:26 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy – VÖ: 14.06.2024 – Page: www.facebook.com/atlantisdrivemusic

 

Die Melodic Rock Band ATLANTIS DRIVE ist das neue musikalische Baby von LAZARUS DREAM und BARNABAS SKY Mastermind Markus Pfeffer. Zusammen mit Sänger Mark Boals (RING OF FIRE, SHINING BLACK), Keyboarder Jorris Guilbaud (DEVOID, HEART LINE) und Schlagzeuger Markus Kullmann (SINNER, VOODOO CIRCLE). Mit Fokus auf die Keys und den Gesang von Mark wird auf dem selbst betitelten Debütalbum ein schöner 80iger Jahre orientierter Melodic Rock Sound geschaffen, der vor lauter Hooklines nur so wimmeln sollte!
Besonders auf die Rock Performance vom eher Metal orientierten Sänger Mark Boals war ich sehr gespannt.

Die Vorabsingle „Way Back When” verschafft uns dann schon mal direkt einen guten Einblick wie das Ganze klingt denn hier gibt es direkt die erste richtige 80iger Vollbedienung.
Mark Boals ist wunderbar melodisch unterwegs und zeigt was er auch bei dieser Art Mucke so drauf hat. Eine perfekte Besetzung für mich! Ein toller Opener der vor allem bei den Gitarrensolis zum Ende hin richtig aufdreht!
„Medusas Smile“ im Anschluss bietet dann etwas PINK FLOYD Feeling irgendwie und ist natürlich auch unglaublich melodisch unterwegs. Tolle Synthies die uns hier an jeder Ecke begegnen und einen etwas zum träumen und dahin schwelgen einladen.
Die beiden anschließenden „Living for the Moment“ und „Brand New Start“ bieten beiden andere Einflüsse und tolle Instrumentalisierungen. Mal klassisch synthetisch, mal mit Akustikgitarre versetzt. Im ersten Moment fallen dieses Stücke etwas ab im Vergleich zum bisher gehörten, aber gebt ihnen eine Chance, die steigern sich!
Der Plattenteiler „United“ kommt etwas härter aus den Startlöchern entwickelt sich dann aber zu einem tollen Groover der die Füße und Hände zum schwingen bringt.
Über das, zumindestens im Text melancholische, „Curtain Falls“ geht es in den letzten Plattenabschnitt wo man vor allem mit der Powerballade „Fareweel to a Friend“ sowie dem abschließenden Longtrack „Heroes“ ordentlich punkten kann! Bei letzteren sollte man ein extra Augenmerk auf den Text legen.

Ach was für ein schöner Flashback in die glorreichen 80iger Jahre die auch ein Stück weit meine Kindheit war! Mastermind Markus schafft es hier das Konzept was er sich für das Album auferlegt hat mit seinen tollen Mitstreitern, ein genialer Schachzug Mark Boals und Jorris Guibaud mit an Bord zu holen, vom ersten bis zum letzten Ton umzusetzen!
Dazu ein geiler Gesang, tolle Texte und einfach mitreißende Melodien die einen immer wieder verzaubern.
Es sei hier noch mein Interview mit Markus erwähnt und drauf verwiesen, wo er einige spannende Einblicke in das Album wie auch seine anderen, nächsten Veröffentlichungen gibt.
Insgesamt kann ich hier nicht anders, auch wenn nicht alle Songs die gleiche Hitqualität haben, als für das Gesamtkunstwerk eine ganze starke 9 zu zücken!

Julian

 

 

AXEL RUDI PELL – Risen Symbol

Trackliste:

01. The Resurrection (Intro)
02. Forever Strong
03. Guardian Angel
04. Immigrant Song x LZ Cover
05. Darkest Hour
06. Ankhaia x LZ Song
07. Hell`s On Fire
08. Crying in Pain
09. Right on Track
10. Taken by Storm

 

Spielzeit: 57:17 min – Genre: Melodic Rock/Metal – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 14.06.2024 – Page: www.axel-rudi-pell.de

 

21. Studioalben und kein bisschen leise! Die Rede ist natürlich von AXEL RUDI PELL und seinen Mannen die dieser Tage logischerweise dann ihr 22. Album mit dem Titel „Risen Symbol“ in die Läden hieven.
Personell seit x Jahren unverändert geht die Band auf „Risen Symbol“ ihrem typischen Sound nach, aber immer mal wieder scheinen auch die Einflüsse von LED ZEPPLIN oder BLACK SABBATH durch, so Mastermind Axel in den Vorabinfos.
Bevor wir herausfinden, wie das genau klingt, sei noch das tolle Cover erwähnt, welches von Axel selbst stammt und, Kenner werden das bemerkt haben, sich am Album „Black Moon Pyramid“ orientiert.

Mit „The Resurrection“ erwartet uns das obligatorische Intro bevor uns mit „Forever Strong“ der ersten richtige, neue Song erwartet der auch direkt loslegt wie die Feuerwehr! Flotte, kraftvolle Drums und Bass paaren sich mit den bekannten Riffs von Meister Pell, dazu kommt dann natürlich noch der starke Gesang von Johnny. Ein weitere Midtempo Hit den man hier direkt an den Anfang gesetzt hat, ein sehr starker Einstieg!
„Guardian Angel“ klingt dann doch recht stark nach schon bekannten ARP Songs irgendwie. Ist ganz okay, reißt einen aber nicht komplett vom Hocker.
Bei „Immigrant Song“ handelt es sich um ein tolles Cover des gleichnamigen LED ZEPPELIN Song. Toll umgesetzt, ein schöner Farbtupfer mit geilem Gesang von Johnny der der Urfassung aller Ehre macht.
Eine epische Nummer die ein bisschen an die alten „The Masquerade Ball“ Sachen erinnert ist dann „Darkest Hour“. Tönt auf jeden Fall gut aus den Boxen und lässt einen schön mitgehen.
Die schon genannten LED ZEPPLIN standen dann auch Pate für das folgende „Ankhaia“, es klingt tatsächlich wie ein moderner LZ Song irgendwie. Tolle orientalische Vipes bei diesem 10 Minuten Klopper!
„Hell´s On Fire“ ist dann eine gute Überleitung in das letzte Plattendrittel wo man mit dem Midtemoohrwurm „Right on Track“ sowie dem abschließenden, überlangen und epischen „Taken by Storm“ nochmal richtig punkten kann.

Wenn AXEL RUDI PELL eine neue Platte raus bringen sollte jedem klar sein was einen erwartet, so auch hier! Es gibt wenig Überraschungen auch wenn es einige tolle, noch nicht dagewesene Farbtupfer gibt.
Für mich als Die Hard ARP Fan fehlt mir aber irgendwie das gewisse Etwas oder der absolute Überhit den ich auf den Vorgängeralben immer finden konnte. Ja und ich war sogar irgendwie ein klein wenig enttäuscht nach dem ersten Hören…
Ganz nach oben geht es daher für mich dieses Mal nicht, richtig schlechte Songs sucht man aber auch hier vergebens, daher ist trotzdem noch eine Bewertung im Topbereich fällig, wenn auch etwas geringer als zuletzt.
Klare Kaufempfehlung natürlich für den geneigten Fan, das versteht sich von selbst!

Julian

 

REMEDY – Pleasure Beats The Pain

Trackliste:

01. Crying Heart
02. Moon Has The Night
03. Sin For Me
04. Angelina
05. Bad Blood
06. Caught By Death
07. Hearts On Fire
08. Poison
09. Girl´s Got Trouble
10. Something They Call Love


Spielzeit:
41:08 min. – Genre: Melodic Rock, Hardrock – Label: Escape Music – VÖ: .24.05.2024 – Page: www.remedymusicsweden.com

 

So, Herrschaften: wer denkt, er habe im AOR- und Melodic-Bereich schon alles gehört, der sollte jetzt seine Ohren spitzen! Denn die Schweden schlagen wieder einmal zu. Mit REMEDY steht eine junge neue Band in den Startlöchern, die dieser Tage bereits ihr zweites Album „Pleasure Beats The Pain“ veröffentlicht. Leider ist das Debüt „Something That Your Eyes Won´t See“ seinerzeit (2022) komplett an mir vorbei gegangen, weil auf einem kleinen Label namens S-Rock veröffentlicht. Jetzt haben sich Escape Music die Jungs aus Stockholm gekrallt und für das Mixing und Mastering war kein Geringerer als ECLIPSE Chefdenker Erik Martensson verantwortlich (wie übrigens auch schon beim Erstling).

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass im Sound von REMEDY auch eine gewisse Prise ECLIPSE zu finden ist. Aber wenn wir schon bei den Vergleichen sind, gibt es noch viele andere Bands wie (ruhigere) PRETTY MAIDS oder EUROPE sowie aktuelle Bands wie NESTOR oder diverse Combos aus dem Frontiers-Stall. Aber es wäre ungerecht, REMEDY mit zu vielen artverwandten Kapellen in einen Topf zu werfen, denn im Laufe dieser zehn neuen Songs gibt es allerlei unterschiedliches zu entdecken. Angefangen vom kraftvollen Opener „Crying Heart“ (hier lassen ECLIPSE definitiv schön grüßen) über die Melodic-Hymne „Moon Has The Night“ (früher wäre das Ding ein waschechter Diskotheken-Hit geworden), das locker luftige AOR Windchen „Angelina“ bis hin zu dem abgrundtief geilen Stampfer „Caught By Death“ und dem fluffigen „Hearts On Fire“ (erinnert ein klein wenig an die Finnen FREE SPIRIT) gibt es keinen Ausfall auf „Pleasure Beats The Pain“. All Killer – No Filler ist das Motto.

REMEDY liefern auf ihrem Zweitwerk absolut brillianten Melodic Rock ab. Bereits das 2022er Debüt hatte eine enorme Klasse, lediglich der Sound war etwas dünn. Das haben die Schweden hier und heute ausgemerzt und ganz nebenbei gibt es Melodic-Rock-Perlen am laufenden Band – wer einzelne Stücke herausheben bzw. Anspieltipps haben möchte, schaut sich meine o.g. Beispiele an. „Pleasure Beats The Pain“ hat jetzt schon einen Platz in den Top 5 für 2024 sicher und sämtliche Vergleiche sollten absolut nicht suggerieren, dass REMEDY nicht auf eigenen Beinen stehen stehen können! Schade, dass ihre Tour sie bisher nur in ihrem Heimatland auf die Straße schickt. Festival- und Konzertveranstalter sollten sich daher ebenfalls mit den Jungs beschäftigen.

Stefan

DREAMHUNTER – Kingdom Come (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Kingdom Come
02. When Heaven Calls Your Name
03. Anyway You Want It
04. Night After Night
05. My Days Are Counted
06. Long Cold Winter
07. Tell Me Why
08. Young, Wild & Free
09. Rose Tattoo
10. All Dressed Up
11. You Take My Breath Away

Spielzeit: 40:09 min – Genre: Melodic Rock – Label: Z-Records – VÖ: 2000 – Page:

Man schrieb das Jahr 2000 und man begann ein neues Jahrtausend, der von manchen Schwarzsehern vorhergesagte Y2K Super-Blackout blieb aus. Das neue Jahrtausend brachte eine Band ins Rampenlicht, mit dem verheißungsvollen Namen DREAMHUNTER kamen vier Schweden mit einer Wucht aus dem Studio. Diese Wucht bestand aus astreinem Melodic Rock der besten Art.

Zur Band gehörten damals wie auch ein Jahr später beim zweiten Geniestreich Stig Gunnarsson am Gesang, Olle Zimmerman an Gitarre, Peter Otterborg an Bass und Perry Karlsson. DREAMHUNTER geisterten schon weit vor Veröffentlichung des Debüts mit dem Demo zu „Kingdom Come“ auf Label Promosamplern rum, selbst als schwachbrüstige Demo machte der Song eine verdammt gute Figur das man umso gespannter auf das Album war. Als dann das Debütalbum endlich in den Handel kam war die Freude groß und wie ich es bei ca. 90 bis 95% der Künstler aus Skandinavien schon gewohnt war befand sich die Mucke auf einem sehr hohen Niveau.

Stig besitzt eine sehr coole Stimme, wenn dann kann man diese mit Kepa Salmirrinne von den finnischen Melodic Rockern von ZERO NINE vergleichen. Beide agieren auf einem sehr hohem Standard und bringen eine gewisse Faszination für Rockmusik mit. Die Stimme hat in jeder Lage Druck und ist als ideal zu bezeichnen. Die Gitarren pfeifen einem die Riffs um die Ohren das man nicht weiß wie einem geschieht, der Saitenhexer wird zum Hypnotiseur und fesselt den Hörer mit seiner Griffbrett zauberei. Die Keyboards sind immer da, und gehen mit den Gitarren eine unzertrennliche Partner- bzw. Freundschaft ein. Vergleichbar mit Martin Riggs und Roger Murtaugh aus der Leathal Weapon Reihe, Steve McGarrett und Danny Williams von Hawaii Five-O, oder Alexandre Dumas‘ vier Musketiere. So dicke sind Gitarren und Keyboards, da passt alles was passen soll, und nicht einen Millimeter spiel zwischen beiden Platz ist. Der Bass ist nicht ganz so auffällig in Szene gesetzt aber immer klar hörbar, die Drums sind Berserker mäßig voll in die Felle dreschend ausgeführt das man meint ein gewisser Erik ist auf seinem Drachenboot im Blutrausch unterwegs.

Die Mucke schlägt eine gewaltige Schneise in die Trommelfelle und geht im Eiltempo in die Gehirnwindungen um dort einen wilden Orkan zu entfachen. Besser geht es fast nicht, DREAMHUNTER bieten Melodic Rock auf einem Top Level und Schluss, Aus mehr gibt es dazu nicht zu schreiben. Die Schweden konnten das auf dem ein Jahr später erschienenen Album bestätigen dieses Zweitwerk befindet sich auf demselben Niveau und bietet genauso geilen Melodic Rock Made in Schweden. Vergleichen kann man mit all den Top Acts aus Skandinavien, es ist fast egal wen man nimmt es ist und bleibt eine Liga für sich. Wenn man ein Freund von TINDRUM, BOYCOTT, STAGE DOLLS, OLE EVENRUDE, SKAGARACK, RETURN, DREAM POLICE, ZERO NINE, ECLIPSE, H.E.A.T., CRAZY LIXX, PERFECT PLAN, WIG WAM, BROTHER FIRETRIBE ist, wird man die Mucke von DREAMHUNTER mit viel Getöse abfeiern. Ich kann es nicht mit Gewissheit bestimmen, es fliegt noch ein DREAMHUNTER Album rum, da weiß ich aber nicht ob es das dritte Album von dieser Band ist oder nichts damit zu tun hat.

So bleibt als Fazit, Skandinavien hat es drauf Musik zu produzieren die sich ohne große Anstrengungen auf internationalem Standard befindet und ihres Gleichen sucht. Ein Album randvoll mit Highlights der Skandi Melodic Rock Szene, was aus der Band wurde entzieht sich meiner Kenntnis, die ist irgendwann mal abgetaucht als das Label unterging und seitdem nicht mehr auf meinem Radar erschienen.

„Kingdom Come“ was für ein rotzfreche Watschn, das Ding ist bester Melodic Rock, „When Heaven Calls Your Name“ ist die nächste Watsche auch wieder bester Melodic Rock. „Anyway You Want It“ hier wird der böse Bass von der Leine gelassen, „Night After Night“ das nächste Highlight, wäre bestes Tanzflächen Material gewesen. „My Days Are Counted“ zum Tränensäcke entleeren schön, „Long Cold Winter“ hier dachte ich erst das müssen ZERO NINE sein, eingängig wie Sau. „Tell Me Why“ fast schon AOR aber immer noch Melodic Rock ein Traum der Song, „Young, Wild & Free“ genau so stellt man sich Melodic Rock vor. „Rose Tattoo“ spielt den Arschtreter mit Hard Rock Vibes, „All Dressed Up“ heftig brachial dabei aber genial, „You Take My Breath Away“ zum Abschluss kommt noch eine Kuschel- bzw. Knutschkugel mit coolem Refrain.

Balle

IAN WILDE – Dream Hunter

Trackliste:

01. Are You Ready Now
02. Secretly In Love
03. My Heart Is Yours
04. Roaring Angels
05. Dance
06. At First Sight
07. Prove Me Wrong
08. Close Your Eyes
09. Tender Love
10. Born To Shine

 

Spielzeit: 43:44 min – Genre: Melodic Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.03.2024 – Page: www.facebook.com/IanWilde

 

IAN WILDE wird im Promosheet als Melodic Rock Maestro angekündigt, dass sind große Sprüche die darauf warten unter Beweis gestellt zu werden. Was gibt es sonst noch zu IAN WILDE, er stammt aus der spanischen Metropole Barcelona und ist ein ausgewachsener Hard Rock und Metal Shouter wie aus dem Lehrbuch. IAN wird von Nilver Perez an Keyboards und Drum Programming, Ignacio Ruiz an Gitarren, Bass und Drum Programming unterstützt. Als Gastmusiker sind Eddie Vantez an Backing Vocals, Pete Alpenborg an Gitarrre und Anderson Sherman am Bass.

Musikalisch bewegt sich IAN WILDE von ab Mitte der 80er Jahre mit all seinen Melodic Heroen bis in die Jetztzeit mit den neuen Helden der Melodic Rock Szene. Will heißen das man sich irgendwo bei Bands wie LANESLIDE, BROTHER FIRETRIBE, ARTIC RAIN, HOUSTON, H.E.A.T., CAPTAIN BLACK BEARD, CHANGE OF HEART und wie sie sich alle nennen und einem sehr guten Schuss 80er Melodic Rock bewegt. Wer auf die Vergleiche kann wird mit IAN WILDE auf jeden Fall glücklich, alle anderen die interessiert sind ein Probelauf schadet keinem, könnte sich unter Umständen auszahlen.

Mich erinnert IAN ein wenig an eine Lightversion von Frank Vestry und noch jemanden der mir aber nicht einfallen will, weder schlechter noch besser, sondern auf seine eigene Weise sehr gut. Die Gitarren gehen mit den Keyboards eine geniale Partnerschaft ein ohne dass dabei einer der Beiden als Verlierer hervor geht. Der Bass geht voll in Ordnung einzig die Drums hören sich nach Blechbaukasten an und könnten mehr Dynamik vertragen.

Hier ergeben zehn Songs eine Laufzeit von knappen 44 Minuten, das ist ein positiver Punkt in der Agenda von IAN WILDE. Ein erfrischendes Album das keine Zitate aus vierzig Jahren Melodic Rock scheut ohne dabei den Looser zu spielen. Eine beeindruckende Vorstellung von IAN WILDE, man darf gespannt sein was noch alles von IAN und Co kommt oder was er noch im Ärmel hat. Egal ob jetzt in Skandinavien gewildert, mit Italo Pop Späßen experimentiert oder einfach nur die 80er Jahre zitiert, es trifft den Nagel auf den Kopf.

Ich ziehe hier nicht die Höchstwertung, warum, weil ich gerne sehen würde das IAN mit dem nächsten Album eine Steigerung generieren kann und vielleicht mit echten Drums noch mehr Druck in den Sound bekommt

„Are You Ready Now“ ein cooler Song der voll nach vorne geht, „Secretly In Love“ ein Melodic Rocker der alle Klischees bedient. „My Heart Is Yours“ in den 80ern wäre es ein Volltreffer geworden, „Roaring Angels“ erinnert mich vom Keyboard und Groove ein wenig an STAGE mit dem Song „Voodoo Dance“, Italo Pop mit Rockmucke auffrisiert. „Dance“ ich bin in einer Zeitmaschine und in den 80er gelandet, „At First Sight“ gehts noch, was für einen Geniestreich haut IAN da raus? „Prove Me Wrong“ hier wird ein Blick in den Norden nach Skandinavien riskiert, „Close Your Eyes“ ein starker Rocker der früher im Radio sehr langen Einsatz gefeiert hätte. „Tender Love“ hätte sehr gut in eine dramatische Szene eines 80er Action Films gepasst, „Born To Shine“ erinnert mich wieder an meine Jugend in den 80ern in dieser Zeit gehörte Melodic Rock zu jedem anständigen Film Soundtrack.

Balle

SHEELA – Burned Down

Trackliste:

01. Long Time
02. Burned Down
03. Claire
04. Ready
05. Holdin´ On
06. Reno
07. Fire Woman
08. Spread Your Wings
09. Kickin´ Up The Dust
10. Hang Tough
11. You Got Something

Spielzeit: 46:16 min – Genre: Hardrock, Melodic Rock, Progressive Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.04.2024 – Page:

 

Die deutsche Band SHEELA ist bekannt für ihren wilden Stilmix, der keinerlei Scheuklappen trägt. Angefangen von lupenreinem Heavy Rock klassischer Prägung (manchmal bluesig angehaucht) über moderne Ansätze bis hin zu progressiven Elementen vereint die nach einer keltischen Göttin benannten Kapelle ziemlich alles. Allerdings flog die 1992 gegründete Combo dabei immer unter dem Radar großer Plattenfirmen und damit auch großer Fanmassen. Was aber nicht bedeutet, dass die Band aus Wiesbaden nicht mit großen Namen auf der Bühne stand. Angefangen von den SCORPIONS bis hin zu NAZARETH, MANFRED MANN oder POISON, FATES WARNING und STYX war das Engagement durchaus sehenswert.

Und doch blieb die Band ein ewiger Geheimtipp, den ich persönlich zufällig 2001 mit ihrem dritten Album „Straight Hearted Ones“ entdecken durfte. Zu dieser Zeit arbeitete ich in einem Plattenladen und checkte so ziemlich alle Neuzugänge im Rockbereich aus, so auch SHEELA. Natürlich wanderte der Silberling umgehend in die Einkaufstüte. Allerdings blieb das auch mein einziger Kontakt – bis heute. Denn Lions Pride Music veröffentlicht dieser Tage das 1995er Debüt „Burned Down“ neu. Komplett neu gemixt und gemastered von Keyboarder Markus Teske himself und mit frischem Artwork versehen wagt „Burned Down“ also einen neuen Anlauf.

Die Platte hatte seinerzeit übrigens in Japan recht großen Erfolg und wurde im Burrrn-Magazine mit 86 Punkten gewürdigt. Zurecht, denn was Wolfgang Weber (vocals), Christian Moser (guitars), Markus Teske (keyboards), Tony Spagone (bass) und Jojo Nimtz (drums) über diese Dreiviertelstunde Spielzeit bieten, ist feinste Bespassung für Erwachsene, die gerne gute Rockmusik hören. Keine Plattitüden, keine Klischees, einfach nur handgemachte Musik erster Güte.

Eigentlich sollten Nummern wie „Spread Your Wings“ oder „Burned Down“ gängige Rockhits sein. OK, letztere erinnert mit seinem Groove schon etwas an die STYX Nummer „Love Is A Ritual“ – sei es drum. Aber auch den Opener „Long Time“, die melodische Hymne „Reno“ oder „Holdin´On“ solltet Ihr antesten (siehe Video weiter unten). Und überhaupt habt Ihr mit diesem Re-Release die Chance, Euch ein tolles Stück deutscher Hardrockgeschichte unter den Nagel zu reißen. Besser spät als nie, Ihr werdet es sicher nicht bereuen. SHEELA bieten hier genau die richtige Mischung aus Professionalität, Unbekümmertheit und den ein oder anderen stilistischen Blick über den Tellerrand.

Bei meiner Wertung greife ich einfach mal die des legendären Burrn-Magazines auf.

Stefan

NIGHTBLAZE – Nightblaze

Tracklist

1. Sudden Blast
2. Take On Me
3. You’re Gone
4. Diana
5. Tell Me
6. Hold On To Me
7. Carry On
8. Fading Away
9. Fragments Of Time
10. Daughter

 

Spielzeit: 44:19 min – Genre: Melodic Rock– Label: Art Of Melody Music/Burning Minds Media Group VÖ:22.03.2024 Page: https://www.facebook.com/Nightblazeofficial

 

Die Band NIGHTBLAZE wurde 2021 vom italienischen Musiker Dario Grillo gegründet. Zur Umsetzung einer Langrille fehlte noch ein geeigneter Sänger, der in Damiano Libianchi (Perfect View) gefunden wurde. Die musikalische Ausrichtung liegt im Bereich des 80er Jahre Melodic Rock, welcher auf großartige Weise zelebriert wird. Schon die ersten drei vorab ausgekoppelten Singles „Tell Me“, „Take On Me“ und vor allem die mega Ballade „Daughter“ wussten gnadenlos zu überzeugen.
Aber auch die weiteren 7 Titel, stehen der Qualität benannter Tracks in Nichts nach.
Getragen wird das Ganze von der außergewöhnlichen Stimme von Damiano Libianchi, der schon bei Perfect View einen tollen Job gemacht hat.
Aktuell belegt dieser Rundling den Spitzenplatz in meiner Jahres-Rangliste. Für Anhänger des 80er Jahre AOR/Melodic Rock stellt diese Scheibe einen Pflichtkauf dar. Es bleibt zu hoffen, dass NIGHTBLAZE auch in Zukunft uns mit Musik dieser Art erfreut.

Bonne

CRUZH – The Jungle Revolution

Trackliste:

01. The Jungle Revolution
02. Angel Dust
03. FL89
04. Killing In The Name Of Love
05. SkullCruzher
06. At The Radio Station
07. Split Personality
08. Sold Your Soul
09. From Above
10. Winner
11. Gimme Anarchy

Spielzeit: 41:18 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Records – VÖ: 22.03.2024 – Page: www.facebook.com/cruzhofficial

 

Der Schweden-Fünfer CRUZH scheint es mit dem Urwald zu haben. Nach ihrem zweiten Album „Tropical Thunder“ (2021) nennen sie ihr neues Werk „The Jungle Revolution“. Leichte Reminiszenzen an die kürzlich zu Grabe getragenen RECKLESS LOVE sind nicht nur thematisch vorhanden. Auch musikalisch eifern CRUZH den finnischen Kollegen nach, allerdings ohne die vielen Synth-Elemente der Spätwerke von RECKLESS LOVE. CRUZH orientieren sich eher an den frühen Jahren, ohne aber eine Kopie zu sein. Dabei begann die Karriere offiziell 2016 mit ihrem Debüt – bereits bei Frontiers Records – recht zaghaft und eher dem klassischen Melodic-Rock zugewandt. Für „Tropical Thunder“ wurde zumindest der Sound kerniger.

Auf „The Jungle Revolution“ gehen die Schweden einen Schritt weiter und klingen nicht nur frischer sondern auch erwachsener – und variabler als bisher. Das beweist das Einstiegs-Trio am besten: mit dem Titeltrack starten CRUZH auf sicheren Schienen und wie eben erwähnt sehr nahe zu RECKLESS LOVE. Das energetische „Angel Dust“ indes ist komplettes Neuland für diese Band. Ein amtlicher Hardrocker, der voll nach vorne geht. Der Videoclip dazu ist – wie es aktuell wieder groß in Mode ist – voll von Erinnerungen an die Achtziger. Das folgende „FL89“ (Feels Like 1989) ist dann auch die passende Musik dazu, der Song trieft nur so vor Achtziger-Flair. Bisher legen die Schweden ihr mit Abstand ambitioniertestes Werk vor.

Auch im weiteren Verlauf können CRUZH coolen Melodic Rock liefern. Allerdings läuft der Rest der Platte nicht mehr so schnell und locker in die Gehörgänge wie die ersten drei Stücke. Dennoch können die Jungs fast über die gesamte Spielzeit überzeugen. Allen voran die oben erwähnten Songs und „Killing In The Name Of Love“ oder das modern angehauchte „Split Personality“ punkten. Natürlich hat man auch eine Ballade an Bord („From Above“) und „At The Radio Station“ lässt ein weiteres Mal die guten alten Zeiten aufleben.

CRUZH können mit ihrem dritten Album „The Jungle Revolution“ überzeugen. Dabei hatte ich persönlich ein paar Anfangsschwierigkeiten – das muss ich zugeben. Aber die Schweden haben hier elf Songs geschaffen, die teilweise einfach länger brauchen um zu zünden. Aber dann läuft das gesamte Album gut rein. Vielleicht war die Erwartungshaltung auch eine andere – CRUZH haben alles richtig gemacht, besonders am Anfang mit den drei wirklich außergewöhnlich guten Stücken. Well done!

Stefan

TINDRUM – How Bout This (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. (I Was) Made For Rock N Roll
02. Dolce Vita
03. Streetfighter
04. Masquerade
05. The Show Must Go On
06. First Time
07. Hot Summer
08. I Love To Love
09. Love Shines
10. Fantasia

 

Spielzeit: 39:53 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: RCA – VÖ: 1989 – Page: www.facebook.com/Tindrum

Die Zeitmaschine versetzt mich heute in das Jahr 1989, in das Jahrzehnt der quietsche bunten Neonfarben, sei es bei Miniröcken, Oberteilen oder Hosenträgern im Schwarzlicht der Discos strahlten alle als ob sie frisch von einem Urlaub aus Tschernobyl zurückgekehrt waren. Das Jahrzehnt in dem Don Promillo und Corega Tubbs in einem pseudo Ferrazo auf Verbrecherjagd über die Mattscheibe hetzten und eine neue Modewelle starteten. Genau aus dem letzten Jahr dieses Jahrzehntes stammt das zweite Album der Norweger TINDRUM die ein Jahr zuvor mit ihrem verdammt starken Melodic Rock Debütalbum für aufsehen sorgten. Das zweite Album brachte zwei Neuerungen mit sich, zum ersten wurde die Sängerin Tove vom Debütalbum durch Dag Ingebrigtsen am Mikrofon abgelöst. Zum zweiten wurde beim Sound mit ein klein wenig mehr Schmackes zu Werke gegangen, nicht unbedingt härter, schneller oder sonst wie sondern wahrscheinlich durch die raue Männerstimme verursacht klang der Sound als wie wenn mehr Leistung unter der Haube wäre.

Damals zu Besetzung gehörten immer noch Bandchef Diesel Dahl an den Drums, Trond Oien an Gitarre, Sid Ringsby am Bass und wurde durch Dag Ingebrigtsen am Mikrofon komplettiert. Da ich dieses zweite Album als erstes besaß und gehört habe war ich damals um so überraschter als ich das Debüt mit einer Sängerin gehört habe. Beide Alben befinden sich auf einem göttlichen Level und sollten als Lehrbeispiele an den Musikhochschulen Verwendung finden, beide Alben auf ihre eigne Weise da man sie aufgrund der verschiedenen Stimmen nicht wirklich miteinander vergleichen kann. Für mich pendeln sich beide bei einer klaren 10 ein. Auch die ein Jahr später 1990 erschienene Best Of Zusammenstellung mit dem Titel „Cool, Calm & Collected“ hatte ein sehr gute Auswahl allerdings nur mit zwei Songs vom Debütalbum, einer Single mit dem Titel „Detective Of Love“ und sieben Songs vom zweiten Album. Leider sind alle drei Scheiben mittlerweile sauteuer geworden und Tarife jenseits der 50 teilweise sogar 100 Euro Marke sind nicht wirklich ein Kaufanreiz. Ob diese Scheiben auch auf den Streaming Plattformen zu finden sind weiß ich nicht da ich alle drei Alben auf CD besitze und von Zeit zu Zeit immer wieder gerne aus dem Schrank hole und bei geeigneter Lautstärke reinpfeife.

Was ist also das Besondere an TINDRUM? Das Gespür eingängige und geile Songs produzieren zu können. Man kann hier das Geschick spüren das Skandinavische Künstler besitzen fesselnde Musik zu schreiben, einzuspielen und mit einer Raffinesse zu versehen wie es nur Künstler aus dem Hohen Norden können. Egal ob man sich die Melodien ansieht, die Gesangsmelodien, Instrumentierung und deren Umsetzung hier stimmt einfach alles. Egal welchen Song man auswählt, jeder ist ein Treffer und kann als Hit bezeichnet werden. Egal ob „Streetfighter“ mit seinem unwiderstehlichen Charme, dass locker leichte „Dolce Vita“ oder das mysteriöse „Masquerade“ usw. jeder Song ist hier wie auf dem Debüt ein Volltreffer und befindet sich auf einem Niveau von dem andere nur Träumen können und für solche Songs töten würden. Leider kam TINDRUM nie wirklich über einen Insider oder Geheimtipp Status hinaus und der Umstand der hohen Preise die selbst für Gebrauchte Exemplare gefordert werden tragen dazu bei das TINDRUM diesen Status wahrscheinlich nie verlassen werden.

Der Sound liegt immer noch wie ich beim Debüt schon schrieb bei STAGE DOLLS, OLE EVENRUDE und RETURN. Und genau in diese Richtung gehen die Songs, nicht mehr und auch nicht weniger, gehören die drei Vergleiche ebenfalls zu den Top Hitlieferanten aber es sind nicht die einzigen die zu solchen Glanztaten fähig sind, es gibt auch noch DREAM POLICE, EUROPE, SKAGARACK, TREAT, BOYCOTT, ZERO NINE oder die neueren Vertreter wie PERFECT PLAN, BROTHER FIRETRIBE, CRAZY LIXX, CRUZH und noch viele mehr die in der Lage sind geile Songs zu produzieren. Wer sich mal was gutes Tun will einfach egal welches Album aber hauptsache TINDRUM in den Player, Lautstärkeregler Richtung rechten Anschlag, zurücklehnen und einfach die Augen schließen und Genießen, Staunen und alles um einen herum vergessen. Genau das bewirkt TINDRUM bei mir.

Das einzige Haar in der Suppe von „How Bout This“ ist das nach knapp unter 40 Minuten die Zeitreise und Retroparty leider schon vorbei ist, die könnte von meiner Seite noch Stunden länger gehen.

“(I Was) Made For Rock N Roll” der Titel ist Programm, der perfekte Einstieg in die Rock N Roll Party, “Dolce Vita” verbreitet einfach nur gute Laune, eine Granate und Ode an das süße Leben. “Streetfighter” fängt in den ersten Strophen sehr verhalten an bis die Gitarren volle Breitseite auf einen einprügeln ab da ist es ein ausgewachsener Melodic Rocker mit traumhaft-genialem Refrain, “Masquerade” kommt ein wenig mysteriös rüber, aber genauso ein perfekter Melodic Rocker. “The Show Must Go On” eine coole Ballade die durch die Stimme von Dag lebendig wird, “First Time” erinnert mit seinem Intro ein wenig an EUROPS Megasong „The Final Countdown“ wer weiß welcher Song stärker ist. “Hot Summer” sollte bei jeder Freiluftsause im Sommer für beste Stimmung sorgen können, “I Love To Love” wildert fast im Pop ABBA meets SMOKIE. “Love Shines” und weiter geht der Hit Marathon, “Fantasia” kommt zum Schluß nochmal mit myteriösem Drama um das Licht auszuschalten. Schade das die Party vorbei ist.

Balle

HONEYMOON SUITE – Alive

Trackliste:

01. Alive
02. Find What You‘ve Looking For
03. Done Doin Me
04. Not Afraid To Fall
05. Tell Me What You Want
06. Give It All
07. Love Comes
08. Broken
09. Livin Out Loud
10. Does’t Feel That Way

 

Spielzeit: 37:54 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 16.02.2024 – Page: www.facebook.com/HMSLive/

 

Eintrag ins Logbuch des Traumschiffes auch genannt Rock Garage, es ist Rockin‘ Time auf dem Times Square mit der Taktzeit 21.02.2024 und die Ollen Kanadier von HONEYMOON SUITE sind erfreulicherweise Aktiver als Aktiv und hauen ihr neuntes Studioalbum unter die Rockende Gemeinde. Mal sehen ob der Rat was zu mosern hat. Die Geschichte um HONEYMOON SUITE fing 1983 an als sie einen Band Contest des Radiosenders Q107 gewannen ab da waren und sind HONEYMOON SUITE mit ihrer Musik fester Bestandteil der Rockszene.

Zur aktuellen Besetzung gehören Johnnie Dee für den Gesang verantwortlich, Derry Grehan an Gitarre und Keyboards, Peter Nunn an Keyboards, Gary Lalonde Bass und Dave Betts an den Drumsticks. Können die Kanadier in der Besetzung überzeugen? Ich würde behaupten ja, dass können sie ohne sich dabei zu blamieren.

Auf „Alive“ finden sich alle Tugenden für die sich HONEYMOON SUITE in den 80ern ausgezeichnet haben. Es kommen locker flockige Melodien, fast schon mit einer Selbstverständlichkeit, zum Einsatz, dass man meinen könnte sie wären nie weg gewesen. Ich gehe sogar soweit und behaupte das „Alive“ der Nachfolger von „Monsters Under The Bed“ 1991 sein könnte, nur eben mit 33 Jahren Verspätung auf dem Highway To Rock auf dem Asphalt auftaucht, und dabei alles nass macht was nicht in derselben Liga spielt. Die alten Knaben zeigen der Jugend hier mehr als deutlich das mit ihnen immer noch zu rechnen ist und sie für eine oder mehrere Überraschungen Gut sind. Die Songs befinden sich auf einem wie gewohnt sehr hohen Niveau. Die Band schreckt nicht davor zurück die Keyboards oder den Synthi mal als Bläserersatz einzusetzen, was sich sehr gut mit der Mucke vereinen lässt. Oder die Keys werden wie in den 80ern gespielt und bilden mit den Gitarren und der Stimme ein Klangbild das sich sehr gut in meinem Lieblings Jahrzehnt den 1980ern machen würde.

Egal wie sehr ich mich anstrenge ich könnte hier keinen Song erwähnen der auch nur einen Muck besser oder schlechter als die anderen wäre. Alle 10 Songs befinden sich auf einem sehr hohem Niveau und erinnern mich an die glorreichen Zeiten in denen Rock Mucke mehr als nur ein Nischenprodukt oder Schattendasein fristen musste wie zur jetzigen Zeit. Wer HONEYMOON SUITE nicht kennt, kennt einen der Exportschlager nicht, die von der Qualität her ohne abzustinken sehr leicht mit LOVERBOY, BRYAN ADAMS, PRISM und wie sie sich alle nennen mithalten. Nebenbei zeigen die reifen Knaben der Jugend wie man sehr gute, fesselnde und melodische Musik komponiert, einspielt und dabei überzeugen kann. HONEYMOON SUITE sind bekannt dafür dass sie Groove Monster liefern können aber ein solch derartiges Album hätte ich in dieser Form nicht erwartet.

Abschließend sei angemerkt, dieses Album ist für jeden DER PARTY SOUNDTRACK der auf geile Rock Mucke steht die weder zu soft noch zu hart ist, sondern einfach zum mitgrooven animiert, sei es Tanzen oder mit dem Fuß im Takt mitwippend. Diese Good Mood Musik lässt einen alles um einen rum vergessen, und verwandelt den Raum in dem man sich beim Hören befindet in eine Zeitmaschine in eine Zeit als das Benzin noch bezahlbar war und eine Vinyl LP nicht einen Lottogewinn gekostet hat sondern auch bezahlbar war. Einzig die zurückhaltende Produktion und magere Spielzeit fallen beim genauen Hinsehen negativ auf aber nur wenn man penibel ist.

„Alive“ macht einen sehr guten Einstieg in das Album, „Find What You‘ve Looking For“ ein Rocker mit vielen Wendungen. „Done Doin Me“ ich glaube ich befinde mich in den 1980ern und höre gerade einen #1 Hit der Top Ten, „Not Afraid To Fall “ der Song reißt mehr als eine Schneise in die Trommelfelle, soft aber genial. „Tell Me What You Want“ fängt soft und zurückhaltend an um dann im Refrain einen auf dicke Klöten zu markieren, „Give It All“ macht verdammt viel Spaß das Teil. „Love Comes“ eine traumhafte Powerballade für diejenigen die Nahe am Wasser gebaut haben, „Broken“ ein für nordamerikanische Bands typischer Rocker der gute Stimmung verbreitet. „Livin Out Loud“ kommt mit einem leichten Blues und Funk Touch, „Does’t Feel That Way“ die abschließende Ballade für Freunde der sanften Töne.

Balle