GATHERING OF KINGS – First Mission

Band: Gathering Of Kings
Album: First Mission
Spielzeit:- min
Stilrichtung: Hardrock/Melodic Rock
Plattenfirma: RN Records
Veröffentlichung: 25.01.2019
Homepage: www.gatheringofkings.se

Rick Altzi (v) Björn Strid (v) Apollo Papathanasio (v) Tobias Jansson (v) Jens Westin (v, g) Alexander Frisborg (v) Victor Olsson (g, k) Stefan Helleblad (g) Martin Sweet (g) Erik Mårtensson (g) Nalle Påhlsson (b) Richard Larsson (k) Chris Laney (k) Erik Wiss (k) Jonas Källsbäck (d) Efraim Larsson (d) Robban Bäck (d) Henrik Sethsson (bv)
Die Gästeliste des All Star Projekts GATHERING OF KINGS kann sich mal ganz geflissentlich sehen bzw. besser hören lassen. Das Who is Who der schwedischen Melodic Rock Fraktion gibt sich die Ehre auf dem Debütalbum „First Mission“ und der Albumtitel impliziert zumindest ein Folgewerk.
Zwei Jahre wurde an dem Projekt gearbeitet und es lässt sich unschwer erahnen, dass neben den musikalischen Aufgaben auch einige organisatorische Aufgaben bewältigt werden mussten, denn die aufgeführten Akteure sind stark eingebunden in ihren eigenen Bands.
Das Projekt macht musikalisch vieles richtig, die Promo Arbeit gehört leider nicht dazu, kaum Infos zu bekommen, und es wäre schade, wenn die gelungene Arbeit nicht genügend Endkunden erreicht.
GOK ist auf Initiative des Musikjournalisten Ron Dahlgren entstanden, verantwortlich für alle Songs zeichnet sich der Gitarrist von Saffire, Victor Olsson und produziert hat es Thomas ‚Plec’Johansson.

Nach dem sehr gefühlvollem Intro „The Gathering“ besticht „Forever and a Day“ durch Eingängigkeit, die markigen Gitarren sind unterlegt mit 80er Keyboardsounds und das Ding bleibt ziemlich im Ohr. Als einer von insgesamt fünf Sängern auf diesem Projekt überzeugt hier Björn Strid (Soilwork, The Night Flight Orchestra).
Ein richtig starkes Gitarrensoli bereichert eins der Albenhighlights „Endless Paradies“, bevor es am Ende richtig hymnisch in einem brillanten Refrain aufgeht. Gesungen wird es von Saffires Sänger, Tobias Jansson.
An „Saviour“ werden Freunde der keyboardlastigen Songs ihre Freude haben. Die Nummer, gesungen von Apollo Papathanasio, hat eine bestechende Melodieführung im klassische AOR Style.
Der Gitarreneinstieg in „Passing Rain“ erinnert ein wenig an Metallicas „Nothing Else Matters“, Rick Altzi drückt dieser Halbballade ordentlich den Stempel auf.
Der sicherlich beste Song auf einem klasse Album.
Auch „Out of my Life“ zählt sicher nicht zu den Songs, die auf Komplexität abzielen, das Ganze ist recht einfach strukturiert, Strophe, Refrain und ab ins Ohr…,Dream Theater geht anders!
Etwas mehr Gitarre bietet „Lonely Road“ ohne das Konzept der Platte hinsichtlich der Instrumentierung zu verändern.
Auf dem abschließenden Bonustrack „Battle Cry“ gibt Shouter Rick Altzi erneut eine markante Visitenkarte ab und hinterlässt sicherlich einige zufriedene Hörer.

Das wirklich schöne und passende Cover wurde vom deutschen Künstler Markus Vesper gestaltet

Unter Strich hat Ollson (Saffire) ein mehr als beachtliches Hard/Melodic Rock Album geschrieben, welches einige Runden drehen wird beim mainstreamorientierten Klientel mit Vorliebe für gute, einprägsame Melodien.

WERTUNG:

 

 

01 The Gathering
02 Forever And A Day
03 Love Will Stay Alive
04 Endless Paradies
05 Saviour
06 Passing Rain
07 Out Of My Life
08 Lonely Road
09 Angels
10 Long Way From Home
11 The Runaway
12 Battle Cry (Bonus Track)

Rüdiger König

Link zu „Love will stay alive“ :

DAN REED NETWORK – Origins

Band: Dan Reed Network
Album: Origins
Spielzeit: / min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Zero One Entertainment
Veröffentlichung: 23.11.2018
Homepage: www.danreed-network.com

DAN REED NETWORK – dieser Name stand damals, zu Zeiten von „Slam“ (1989) und dem Mini-Hit „Tiger in a Dress“, für angefunkten Hardrock, modern produziert, irgendwo in der Schnittstelle aus Blues/Funk/Hardrock und softerem Pop-Appeal. Damit stand die Band ziemlich einsam in der Musiklandschaft und klang erfrischend eigenständig. Leider hat es nie für den großen Durchbruch gereicht – es fehlten einfach die wirklich zwingenden Hits. Den guten Ruf hat die Band sich aber seitdem erhalten und so war die Kunde vom Comeback des der Truppe mit der 2016er Scheibe „Fight another Day“ eine willkommene Meldung. Nun legen DAN REED NETWORK mit „Origins“ also ein neues Album vor.

Allerdings hatte ich mir von der neuen Scheibe etwa mehr erwartet. Gut, bei dem Titel hätte ich hellhörig werden können … aber man sollte ja immer positiv an die Sachen ran gehen. Auf „Origins“ bekommt der geneigte Hörer / Käufer ein Experiment zu hören: vor einem kleinen ausgewählten Publikum (bestehend aus Fans) wurden im Studio jeweils ein neuer und ein Song aus dem Backkatalog der Band eingespielt. Für mich als Hörer bedeutet dies erstmal: die Hälfte des Materials ist mir bereits bekannt und da ich mit Neueinspielungen lieb gewonnener Songs absolut nichts anfangen kann (da kommt selten eine Verbesserung bei raus) bietet die Scheibe mir 4 neue Songs. Das ist mir zu wenig um mich zum Kauf zu überreden. Machen wir es kurz: die  Neueinspielungen fügen den schon bekannten (starken) Songs nichts Nennenswertes hinzu. Bei den neuen Kompositionen geht es gleich mal mit einer Schnarchnummer los: „Fade to Light“, als Album-Opener kann mich wirklich nicht vom Hocker hauen und auch die restlichen Songs gehen als ganz ok über die Ziellinie.

Man kann das ganze jetzt natürlich nennen wie man will. Ich persönlich gehe einfach mal davon aus, dass die Jungs nicht genügend Inspiration für neues Material hatten und dann mal ganz einfach dieses „originelle“ Konzept aus dem Hut gezaubert haben, um eine weitere Platte zu veröffentlichen. Eingefleischte Fans der Truppe können sich daher „Origins“ in den Einkaufswagen legen. Ich bin von der Platte nicht überzeugt und warte auf das nächste reguläre Album, das dann hoffentlich genügend neues und vor allem energisches Material enthält.

WERTUNG:

 

 

01. Fade to Light
02. Ritual
03. Right in Front of Me
04. Forgot to Make Her Mine
05. Shameless
06. Let it Go
07. One Last Time
08. Rainbow Child

Mario

PALACE – Binary Music

Band: Palace
Album: Binary Music
Spielzeit: /
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 07.12.2018
Homepage: www.de-de.facebook.com/palacesweden

Das vor 2 Jahren erschienene Debüt Album von PALACE ist allgemein ganz gut weggekommen und hat hauptsächlich gute bis sehr gute Kritiken eingeheimst. Zwar ist die Scheibe nie zu einem Dauerbrenner in meinen Playlists geworden, aber in der Vorbereitung auf das Review zur neuen Platte der Band habe ich mir das Album gerne nochmals angehört. Nun liegt also der zweite Schlag der Truppe um Namensgeber, Sänger und Komponist Michael Palace vor und der junge Herr macht so ziemlich genau dort weiter wo er aufgehört hat (wir haben es hier schliesslich mit einem Frontiers Produkt zu tun).

Tracks wie der Opener und Titelsong „Binary Music“ oder das rockige „Dangerous Grounds“ zeugen weiterhin davon, dass PALACE es versteht packende Hooklines in ein zeitloses Gewand zu kleiden. Dabei ist die Produktion auch diesmal angenehm frei von Superlativen oder plakativem Geballer. Was mir persönlich etwas fehlt sind die kernigen Gitarren. Auf „Binary Music“ spielen die Keyboards die erste Geige, das ist vor allem aufgrund der richtig starken Gitarrensoli etwas schade. Hier wurde ein wenig Potential verschenkt. Aber wenn es der Vision on PALACE entspricht – wer bin ich da etwas dran zu meckern? Bloss bei dem doch arg poppigen, mit Queen-Anleihen versehenen „Queen Of The Prom“ ist mir das dann doch ein wenig zu seicht geraten. Qualitativ kann das Songmaterial nicht ganz mit der starken ersten Scheibe mithalten. Aber es sind die vielen kleinen Details, die kunstfertigen Kniffe die in die Arrangements eingesponnen sind und die aufgrund grosser Erfahrung und offenssichtlicher Detailversessenheit den Songs das gewisse Etwas verleihen, das was anderen Bands leider oft fehlt und sie daher austauschbar klingen lässt. Die Tracks nehmen sich im Vergleich zum Vorgänger nicht allzuviel. Wer mit dem Debüt glücklich war, wird auch hier keinen Fehlgriff tun.

Auch mit Album Nummero 2 legen PALACE also einen Volltreffer bin. Auf den Punkt komponierte Songs, handwerklich vobildlich eingespielt, mit einer zeitlosen Produktion versehen. Da hat Frontiers ein heisses Eisen mit enormen Potential im Feuer. Mir gefällt’s ausserordentlich gut.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Binary Music
02. Tears Of Gaia
03. Nothing Personal
04. Promised Land
05. Love Songs
06. Dangerous Grounds
07. Queen Of The Prom
08. Who’s Counting Time
09. Julia
10. To Have And To Hold

Mario

JEROME MAZZA – Outlaw Son

Band: Jerome Mazza
Album: Outlaw Son
Spielzeit: 40:53 min
Stilrichtung: AOR/Melodic Rock
Plattenfirma: Escape Records
Veröffentlichung: 23.11.2018
Homepage: www.JeromeMazza.com

Für den ein oder anderen dürfte der Name Jerome Mazza eher unbekannt sein, was den Sänger und Gitarristen aber nicht daran hindert,mit “Outlaw Son” eins der besten Alben 2018 im Genre AOR / Melodic Rock auf den Markt zu bringen.
Mazza hat sich einige Zeit als Sessionmusiker verdingt, doch nun sucht er nicht nur mit seiner Band “Pinnacle Point”, sondern eben auch solo wieder gezielt die Öffentlichkeit.
Eindrucksvoll zurückgemeldet hat sich Mazza mit seinem gesanglichen Engagement für die Steve Walsh CD “Black Butterfly” für die er drei Songs eingesungen hat und genau in diesem Stil geht es auf seinem Album weiter. Hochwertige, sehr melodiöse Songs allesamt von Tommy Denander und Steve Overland komponiert und getextet, ziehen den Hörer schnell in seinen Bann. Die Wurzeln seines Schaffens klingen sehr nach Kansas und Seventh Key und brauchen sich qualitativ nicht hinter diesen Größen zu verstecken.

Als wegweisender Opener funktioniert schon mal “Neverland”, bevor “Immortel” alleine durch seinen catchy Chorus und interessantem Arrangement punktet

Mit herausragendem Satzgesang beginnt die Midtemponummer“ The Dark Side” und zeigt, welch wichtige, unterstützende Rolle auch Steve Overland an diesem Projekt hat. Weitere musikalische Leckerbissen, sind die folgenden Nummern “Streets of Fire” und “The Last Goodbye”, alles Stücke, die vom Gesang und natürlich vom Songwriting leben.

Die Kunst, Keyboards so einzusetzen, das es nicht schnell in den belanglosen Fahrstuhlmusikbereich abdriftet ist den meisten Bands im AOR Bereich leider nicht gegeben, umso angenehmer daß es Mazza nicht nur in Stücken wie “Save the Best ´til Last” und “Crossfire” hervorragend gelingt.
Mit “Calm before the Storm” offenbart sich eine der ganze wenigen schwächeren Nummern des Albums.
Kurz und knackig geht es mit dem Titetrack weiter, schönes Gitarrenriff, Mazza braucht keine ausufernden Gitarrensoli, die Songs auf über sechs Minuten ziehen, ohne nach vier Minuten noch etwas zu vermitteln, hier herrscht kurze Wege, Mittelfeld.
Auch beim gitarrenorientierten Schlussakkord “Unfinished Buisness” zeigt Mazza erneut sein ganzes Können.

Als Fazit bleibt nur, sich als begeisterter Hörer, vor dieser kleinen Meisterleistung zu verbeugen, und darauf zu hoffen, daß Jerome Mazza schnell den Weg in deutsche Konzertsäle findet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Neverland
02. Immortal
03. The Dark Side
04. Streets on Fire
05. The Last Goodbye
06. Undercover Love
07. Song for the People
08. Save the Best Til Last
09. Crossfire
10. Calm before the Storm
11. Outlaw Son
12. Unfinished Business

Rüdiger König

DEVIL`S HAND – Devil`s Hand

Band: Devil`s Hand
Album: Devil´s Hand
Spielzeit: ?? min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 7. Dezember 2018
Homepage: /

Mike Slamer is back !! Ein weiteres Projekt des aussergewöhnlichen Musikers, der mit solchen Bands wie Steelhouse Lane, Seventh Key, Streets und eben Slamer herausragende Alben veröffentlicht hat . Der Gitarrist und Songwriter ist gesegnet mit einem Gitarrenspiel, welches neben seinem unverwechselbarem Stil nie in Gefahr gerät, in der Kategorie “Sportgitarre” angesiedelt zu werden.
Das er zudem immer in der Lage ist , gute Songs zu schreiben, belegt er mit der Veröffenlichung der vorliegenden CD “DEVIL`S HAND”.
Slamer´s Partner in crime bei diesem Projekt ist der nicht minder begnadete Sänger Andrew Freeman, der seine Gesangsqualitäten zuvor und demnächst wieder bei Vivian Cambell´s Last in Line antritt.
Die beiden scheinen sich gesucht und gefunden zu haben. DEVIL`S HAND überzeugen in nahzu allen elf Songs.
Der Opener “ Alive “ geht gleich in die Vollen, schöne , melodische Midtemponummer, in dem die Jungs gleich alles in die Waagschale werfen und zeigen , was im Verlauf der Scheibe zu erwarten ist, gute Gitarren , klasse Gesang untermalt mit gut eingesetzten Keys.
Und genauso gehts weiter im folgenden “Falling in “, einem weiteren Highlight der Scheibe.
Ein schöner Akustikgitarreneinstieg zeichnet “One More Time” aus, bevor es erneut in einem gegnadeten Riff explodiert, den Slamer mal wieder spielerisch aus dem Ärmel zaubert.
Etwas zügiger unterwegs ist “Drive away”, der treibend durch die vier Minuten Hardrock fährt.
Aber diese ungewöhnlich Kollaboration zwischen Slamer und Freemann kann auch anders, wie überhaupt jeder Song ein ordentliches Alleinstellungsmerkmal aufweist.
Auf “Justified” wird gekonnt etwas Gas vom Pedal genommen und die ruhigeren Stielemente eingeworfen, bevor im Titeltrack wieder ordentlich abgerockt wird.
Wenn es einen Wehrmutstropfen auf dieser Scheibe gibt , ist es das ein kleinwenig uninspirierte “Unified”, aber selbst dass auf ordentlichem Niveau.
Im letzten Song “Push Comes to Shove” powern die beiden Hauptakteure sich ein letztes Mal gekonnt aus und beschliessen ein aussergewöhnliches, gutes Hardrockalbum

Frontiers Records waren dieses Jahr wieder ordentlich unterwegs im “Projekt”managment, hier überzeugen sie auf ganzer Linie.
DEVIL`S HAND ist ein starkes Album , Mike Slamers Gitarrenarbeit ist größtenteils atemberaubend, und Freemann kraftvolle Stimme überzeugt durchgehend.
Das Ganze gefällt dann zudem noch im guten Sound und kommt ohne Albumfüller aus.
Am Ende bleibt nur der Wunsch , daß dieses Projekt eine etwas längere Halbwertszeit hat.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. We Come Alive
02. Falling In
03. One More Time
04. Another Way To Fly
05. Drive Away
06. Justified
07. Rise Above It All
08. Devils Hand
09. Unified
10. Heartbeat Away
11. Push Comes To Shove

Rüdiger König

NORDIC UNION – Second Coming

Band: Nordic Union
Album: Second Coming
Spielzeit: 45:08 min
Stilrichtung: Hard/Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 09.11.2018
Homepage: www.frontiers.it

Handwerklich ist auf der 2ten Platte der NORDIC UNION, rund um Pretty Maids Sänger Ronnie Atkins und Eclipse Mastermind Erik Martensson nichts auszusetzen. Das war auch nicht wirklich zu erwarten, dann Martensson ist dafür bekannt perfekte Songs zu schreiben und Atkins ist ein begnadeter Sänger mit einer unfassbaren Rockröhre. Da das Debüt zwar nicht überschwänglich, aber mit Wohlwollen aufgenommen wurde, musste natürlich recht zeitnah ein Nachfolger eingerockt werden. Nach dem beinahe 2 Jahre alten „Nordic Union“ steht also nun „Second Coming“ in den Läden.

Dass Martensson ein Songschreiber ist, der weiß was er tut hat er ja bereits mehrfach beweisen (u.a. W.E.T., Eclpise, Jimi Jamison). Entsprechend gutklassig sind die Kompositionen, wobei das mit latenten Goth-Anspielungen versehene „Because Of Us“, der flotte Rocker „My Fear & My Faith“ und das dynamisch, episch angelegte „Die Together“ besonders hervorstechen. Bei den insgesamt 11 Tracks gibt es keinen Durchhänger – es gleicht sich halt alles ziemlich, Abwechslung muss man mit der Lupe suchen. Das macht aus „Second Coming“ eine starke Genre-Platte bzw. ein typisches Frontiers Produkt, aber bestimmt nichts, wovon man in ein paar Jahren noch mit Glänzen in den Augen sprechen wird. Musikalisches Fast Food halt. Als Überbrückung bis zum nächsten Pretty Maids Werk kommt die neue NORDIC UNION Scheibe also den Fans von Atkins ganz gelegen. Wobei ich anmerken muss, dass aufgrund der brachialen Klanggewalt im Endeffekt jeder x-beliebige Sänger die Platte hätte einsingen können. Gegen die undurchdringliche Wand an Drums, Gitarren und allerlei Schnickschnack hat der gute Atkins so gut wie keine Chance seine Stärken ins rechte Licht zu rücken. Schade und eigentlich ein Stück weit Verschwendung. Hier wurde das Breitwand Klanggewand nicht um den Sänger und seine charakterstarke Stimme herum aufgebaut, sondern der Gesang als letztes Puzzleteil da reingepackt wo noch Platz war.

Ich bin nicht ganz zufrieden mit „Second Coming“, denn aus der Sache hätte man so einiges mehr machen können. So bleibt ein Ronnie Atkins der zwar alles gibt(die Stimme ist und bleibt ein Erlebnis), aber leider blass bleibt und eine Handvoll gewohnt starker Songs aus der Feder von Erik Martensson.  Fans der Stammbands der beiden und die, denen die erste Scheibe von NORDIC UNION gefallen haben können aber auf jeden Fall ein Ohr riskieren. Beim nächsten Mal würde ich mir wünschen die Tracks würden etwas mehr auf Atkins zugeschnitten. Dennoch, nicht übel das Ganze.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. My Fear & My Faith
02. Because Of Us
03. It Burns
04. Walk Me Through The Fire
05. New Life Begins
06. The Final War
07. Breathtaking
08. Rock’s Still Rolling
09. Die Together
10. The Best Thing I Never Had
11. Outrun You

Mario

CREYE – Creye

Band: Creye
Album: Creye
Spielzeit: /
Stilrichtung: Melodic Rock / AOR
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 12.10.2018
Homepage: www.creyesweden.com

Die von Gitarrist Andreas Gullstrand ins Leben gerufene schwedische AOR Combo CREYE legt uns nun über das Frontiers Label Ihren ersten Longplayer vor. Darauf gibt es, wen wundert es, hochmelodiösen Rock der seine Inspirationen klar aus den 80ern zieht. Trotz 2 Gitarren sind die Songs durch die Bank weg sehr keyboardlastig – die Keyboardfanfaren föhnen dem geneigten Hörer die Dauerwelle fluffig – die Drums schieben mega fett nach vorne und mit Sänger Robin Jidhed hat die Truppe einen fähigen Fronter in Ihren Reihen, der die Songs zwar gut tragen, aber keinen wirklich eigenständigen Eindruck hinterlassen kann.

Als Anspieltipps für Interessenten seien an dieser Stelle mal das Eröffnungsdoppel „Holding On“ und „Nothing To Lose“, sowie das nach Toto-Manier benannte „Christina“ genannt, die allesamt einen guten Eindruck geben was den Hörer auf „Creye“ erwartet. Die Refrains haben alle Hooklines, die man unmittelbar mitsingen kann (es besteht quasi „instant gratification“), allerdings bleibt so gut wie nichts wirklich im Langzeitgedächtnis hängen. Da jeder Song genau wie der vorherige (und der nächste) aufgebaut, instrumentiert und arrangiert ist, fegt das ganze am Hörer vorbei – ist halt wie musikalisches Fast Food. Aber das schmeckt ja auch ab und an, wenn man es nicht übertreibt. Mit Ausnahme von 2 Ausnahmen schlagen wirklich alle Songs in ein und dieselbe Kerbe: „Still Believe In You“ legt das Energielevel mit einem kernigen Gitarrenriff etwas höher als gewohnt, was den Jungs äusserst gut zu Gesicht steht. Und mit dem völlig kitschigen „Miracle“ müsste einer Einladung in den ZDF-Fernsehgarten eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Der Track ist für mich einfach too much. Bei insgesamt 13 Tracks (was für eine solche Scheibe einfach viiiiel zu lang ist), hätte man hier gerne die Schere ansetzen können.

Wer auf typische Frontiers Massenware steht und von Bands wie H.E.A.T oder Work of Art einfach nicht genug bekommen kann, der sollte hier auf jeden Fall mal ein Ohr rsikieren. Hätte man hier ein wneig den Rotstift angesetzt und die Chose auf etwa 10 Songs getrimmt, dann wäre das Ergebnis sogar noch etwas kurzweiliger ausgefallen. So geht der Scheibe irgendwann leider etwas die Puste aus. Das wir uns aber nicht falsch verstehen, unterm Strich legen CREYE hier ein starkes Album vor, das lediglich bei den Hooklines noch ein wenig den Platzhirschen des Genres hinterherhinkt. Die gebotenen Tracks sind feines Genre-Futter – daran gibt es nix zu diskutieren.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Holding On
02. Nothing To Lose
03. Different State Of Mind
04. Never Too Late
05. All We Need Is Faith
06. Miracle
07. Christina
08. Straight To The Top
09. Love Will Never Die
10. Still Believe In You
11. City Lights
12. Desperately Lovin’
13. A Better Way

Mario

BONFIRE – Legends

Band: Bonfire
Album: Legends
Spielzeit: 156:17 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: AFM Records / Soulfood
Veröffentlichung: 19.10.2018
Homepage: www.bonfire.de

Welchen Sinn machen Coveralben heutzutage noch? Die Frage lässt sich relativ einfach beantworten: Sehr viel, wenn sie entsprechend gut umgesetzt sind. BONFIRE haben ja erst im April ihr letztes Studio Album „Temple Of Lies“ veröffentlicht. Anschliessend ging es auf Tour um die Scheibe zu promoten. Heuer steht nun eine, weitere Tournee an, bei dem sich diverse hochkarätige Musiker wie Robin Beck, James Christian (HOUSE OF LORDS), Geoff Tate (ex QUEENSRYCHE), Dave Bickler (original Voice of SURVIVOR) , Johnny Gioeli (HARDLINE/AXEL RUDI PELL) ein Stelldichein geben.
Unter dem Motto „BONFIRE & Friends“ , möchte man der geneigten Fangemeinde ein ganz besonderes Live-Erlebnis zukommen lassen.
Die hier gecoverten Titel stellen quasi eine Art Setlist dieser Konzertreise dar, aber im Wesentlichen auch einen Tribut an alle Beteiligten.
Frontmann Alexx Stahl versucht gar nicht erst, wie die Originale zu klingen sondern drückt mit seiner Art Gesang dem Ganzen seinen eigenen Stempel auf.
Die Produktion ist druckvoll ausgestattet und lässt manch „Original“ im neuen Glanz erscheinen. 32 Songs dabei entsprechend so gekonnt zu intonieren, „Chapeau“ Herr Stahl!
Es ist müßig hier einzelne Titel herauszunehmen, dieser Rundling verdient das Prädikat „wertvoll“. Beide Daumen hoch, für diese außergewöhnliche Scheibe.
Falls man also die Möglichkeit hat, „live“ dabei zu sein, bitte Gelegenheit nutzen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

CD1 01 Africa
CD1 02 Hold The Line
CD1 03 Rosanna
CD1 04 Man On The Silver Mountain
CD1 05 I Surrender
CD1 06 Stone Cold
CD1 07 Death Alley Driver
CD1 08 Black Masquerade
CD1 09 Burning Heart
CD1 10 Eye Of Tiger
CD1 11 Caught In The Game
CD1 12 Doctor Doctor
CD1 13 Lights Out
CD1 14 Rock Bottom
CD1 15 Child In Time

CD2 01 Jet City Woman
CD2 02 Silent Lucidity
CD2 03 Eyes Of A Stranger
CD2 04 Tears In The Rain
CD2 05 The First Time
CD2 06 Save Up All Your Tears
CD2 07 Hot Cherie
CD2 08 Dr. Love
CD2 09 Hallelujah
CD2 10 Rebellion
CD2 11 Heavy Metal Breakdown
CD2 12 Love Don’t Lie
CD2 13 I Wanna Be Loved
CD2 14 King Of Dreams
CD2 15 Frei Wie Die Geier
CD2 16 Erinnerung
CD2 17 Alt Wie Ein Baum

Bonne

TASTE – Moral Decay

Band: Taste
Album: Moral Decay
Spielzeit: 53:24 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven / Soulfood
Veröffentlichung: 31.08.2018
Homepage: www.facebook.com/tasteswe

Ohne Zweifel hat die schwedische Formation TASTE schon eine bewegte Historie hinter sich gebracht. 2009 gegründet, konnte man knapp 5 Jahre später einen ersten Rundling veröffentlichen.
Dieser Silberling konnte viele gute Resonanzen auf der Haben-Seite verbuchen.
AOR Heaven nahm sich der Band an und so war der Release des zweiten Albums gesichert
Die Band besitzt scheinbar ein unerschöpfliches Repertoire an guten Songs und/oder ein großartiges Talent in Sachen Songwriting.
Jedenfalls konnte man songtechnisch nochmal nachlegen und so darf man dieses Werk ohne Zweifel zu den Season-Highlights zählen. Ein durchweg sehr gutes Album in Sachen Melodic Rock. Betrachtet man die Herkunft der Band, verwundert dies nicht wirklich.
Eine entsprechend gute Punktzahl ergibt sich zwangsläufig. Man darf den Weg von TASTE daher weiter gespannt verfolgen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. On The Run
02. Alive
03. Dangerous
04. On My Shoulder
05. Rainbow Warrior
06. The Fire Inside
07. Adventureland
08. Moral Decay
09. My Own Worst Enemy
10. Lost In Myself
11. We Are Back
12. Sixteen Years
13. More Than A Thousand Charades

Bonne

LIONCAGE – Turn Back Time

Band: Lioncage
Album: Turn Back Time
Spielzeit: 54:18 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Pride & Joy
Veröffentlichung: 21.09.2018
Homepage: www.lioncage.de

DIE deutsche AOR und Westcoast Band schlechthin der letzten Jahre waren mit Sicherheit die Jungs von LIONCAGE! 2013 gegründet brachte man es schon auf zwei Alben, das letzte erschien mit „The Second Strike“ 2017 und ist auch hier bei uns rezensiert.
Nun steht uns aber das neue, dritte Werk „Turn Back Time“ ins Haus auf dem die Jungs alles das aufbieten wollen was sie bislang auch mit an Bord hatten, nämlich große Melodien, viele Hooks und coole Grooves!
Dafür ist man mittlerweile vom Trio zu einer Fünferbesetzung mutiert und hat auch sonst wieder, in guter alter Tradition, ein paar Gäste mit auf dem neuen Silberling.
Hier sind besonders Neil Murray (WHITESNAKE), Olaf Senkbeil (DREAMTIDE) und Joe Castellini zu nennen.
Horchen wir mal ins neue Werk rein und erfreuen uns direkt schon mal am Opener „Heaven`s Gate“ der mit sanft, mystischen Klängen startet und auch ansonsten im langsamen Midtempobereich bleibt. Mit einem eingängigen Chorus und den interessanten und prägnanten Bass und Gitarrenläufen weiß die Nummer absolut zu gefallen und ist somit direkt der erste Tipp der Scheibe. Ein Einstand nach Maß!
Das folgende „Black Water“ wurde schon vorab als Videosingle veröffentlicht und hat ebenfalls absolut das Zeug zum Hit kann es doch mit seinem interessanten Konzept und Songwriting überzeugen. Eine schöne, groovige Nummer die perfektes Westcoast Feeling vermittelt.
Bei den beiden anschließenden Songs „Comfort Me“ und „Blind“ gibt man endlich mal ein kleines bisschen mehr Gas als zuvor, bleibt aber immer im bandtypischen Midtemporythmus. Erst genannter Song kann sich auch direkt wieder als Hit und Tipp etablieren.
Gewinner des Mittelteils der Scheibe, der ansonsten etwas durchwachsen daher kommt, sind mit Sicherheit das eingängige „Believe in Magic“ und das groovige „The Walls“.
Durchwachsen trifft es dann leider auch bei der Umschreibung des letzten Drittels der Scheibe. Zwar sind die Songs absolut gut hörbar, allerdings fehlt ihnen einfach das gewisse Etwas um dauerhaft im Kopf zu bleiben.

Anspieltipps:

„Heaven`s Gate“, „Black Water“, „Comfort Me“, „Believe in Magic” sowie “The Walls”.

Fazit :

Im Vergleich zum Vorgängerscheibe im letzten Jahr konnte man sich erneut steigern und hat auch einige Hits parat die AOR und Westcoast Fans auf jeden Fall zu sagen sollten!
Im weiteren Verlauf haben sich halt aber auch einige Standardsongs eingeschlichen die eine höhere Benotung verhindern, aber das hitfähige Material überzeugt auf ganzer Linie und somit kann man den Jungs auf jeden Fall zu einer abwechslungsreichen und starken neuen Veröffentlichung gratulieren.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01.Heaven`s Gate
02. Black Water
03. Comfort Me
04. Blind
05. Turn Back Time
06. Believe in Magic
07. The Walls
08. Dead Man Walk
09. So Long Ago
10. How can U say
11. Let the Children Dance
12. How Does it Feel

Julian