ONE DESIRE – ONE DESIRE

Band: One Desire
Album: s/t
Spielzeit: 44:01 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music srl
Veröffentlichung: 24.03.2017
Homepage: www.onedesire.net


Schon seit der ersten Single ‚Hurt’ wurde ich vor Vorfreude von innerlichen Kreischanfällen geplagt, sobald ich an die Veröffentlichung von ONE DESIRE’S selbstbetitelten Debutalbum dachte. Die Erwartungen waren also riesig und hier kommt nun die Review zu dem ersehnten Stück der Finnen. 
Erstmal jedoch ein bisschen zur Band: Schon 2012 fing Schlagzeuger Ossi Sivula an Bandmitglieder für ein neues Projekt, damals noch mit Namen OD, zu suchen. Nach einigem personellen Hin-und Her, Songs schreiben, Demos aufnehmen etc. fand sich 2016 schließlich das endgültige Line-up mit André Linman (Gesang), Jimmy Westerlund (Gitarre), Jonas Kuhlberg (Bass) und besagtem Ossi Sivula (Schlagzeug). Mitte 2016 fühlte sich die Band schließlich auf dem richtigen Weg ihr Album aufzunehmen und nun, Anfang 2017, liegt uns der Melodic Rocker also vor.

Los geht es mit dem hymnenartigen ‚Hurt‘ und deutlichem 80er Vibe, danach das etwas reduziertere ‚Apologize‘. ‚Love Injection‘ hat mich im ersten Moment etwas an RECKLESS LOVE erinnert (vielleicht wegen des Titels), stellte sich dann als sehr radiotauglicher moderner Rocker heraus. ‚Turn Back Time‘ wie auch das spätere ‚Buried Alive‘ glänzt als ECLIPSE-artige Nummer, vor allem ‚Buried Alive‘ ist eine Stufe härter als die anderen Songs des Albums. ‚Falling Apart‘ ist einer der zwei Balladen des Albums mit einem Rythmus und Refrain to die for, harmonisch ohne Ende. Flotter geht es weiter mit ‚Straight Through The Heart‘ und schließlich kommt ein weiterer Song, der vorher als Single erschien: ‚Whenever I’m Dreaming‘. Wer da nicht mindestens ein bisschen mitwippt und das Radio aufdreht hat einfach kein Herz. ‚This Is Where The Heartbreak Begins‘ lässt das Album ruhig ausklingen und erinnert u.a. wegen des Pianos, wie auch schon ‘Whenever I’m Dreaming’ an JIMI JAMISON. 

An sich haben wir es hier mit astreinem, modernen Melodic Rock zu tun. Die raffinierten Melodien, mitreißenden Refrains und zugänglichen Texte mit einem Hauch Melancholie bleiben im Kopf hängen und sind nur schwer wieder herauszubekommen. Favoriten hier zu finden ist extrem schwer, weil man sich einfach das ganze Album anhören sollte. Dennoch ein Versuch: ‚Whenever I’m Dreaming‘, ‚Buried Alive‘, ‚Hurt‘, ‚Falling Apart‘. Vor allem Freunde von ECLIPSE, BROTHER FIRETRIBE, H.E.A.T und überhaupt Melodic Rock/AOR sollten sich dieses Album nicht entgehen lassen. 


WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Hurt
02. Apologize
03. Love Injection
04. Turn Back Time
05. Falling Apart
06. Straight Through The Heart
07. Whenever I’m Dreaming
08. Do You Believe
09. Buried Alive
10. This Is Where The Heartbreak Begins

Lotta

PLACE VENDOME – Close to the Sun

Band: Place Vendome
Album: Close To The Sun
Spielzeit: 55:11 min
Stilrichtung: Melodic Rock / Melodic Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 25.02.2017
Homepage: https://de-de.facebook.com/Place-Vendome-193449014009141/

Nach drei Jahren wird mit "Close To The Sun" das vierte Kapitel in der History von PLACE VENDOME aufgeschlagen. Bei dem Projekt um den ehemaligen Helloween Frontmann Michael Kiske, sind wie schon beim Vorganger "Thunder In The Distance" mit Bassist Dennis Ward (Pink Cream 69, Unisonic) Gitarrist Uwe Reitenauer (Pink Cream 69), Keyboarder Gunther Werno (Vanden Plas) und Schlagwerker Dirk Bruinenberg die üblichen Verdächtigen am Start.

War das Ende 2013 veröffentlichte "Thunder In The Distance" noch deutlich AOR lastiger, so gehen PLACE VENDOME auf Ihrem neuen Silberling doch deutlich härter zu Werke. Gleich mit dem Opener und Titelsong treten Michael Kiske und seine Jungs ordentlich das Gaspedal durch. Das folgende "Welcome To The Edge" drosselt in den Stropfen zwar etwas die Geschwindigkeit, aber nur um im Refrain wieder die Zügel anzuziehen. Klasse, dass macht echt Laune. Die Coverversion von "Hereafter", welches die italienischen Prog Metaller DGM bereits 2009 veröffentlicht haben, festigt den Eindruck das PLACE VENDOME auf "Close To The Sun" mit Ihrem Songmaterial kräftiger zupacken. Allerdings verlieren Sie dabei nie die Melodien aus den Augen.

Über allen Songs steht natürlich die immer noch bärenstarke Stimme von Michael Kiske, dem es mehr als einmal gelingt mir eine Gänsehaut zu verpassen. Da möchte ich im Besondern die beiden Balladen "Strong" und "Breathing" hervorheben, die beide mit Bombast und einem Touch Melancholie ums Eck kommen. Natürlich gibt es so wie es bei PLACE VENDOME zur Tradition gehört, auch Stücke die sich im gemäßigten melodischen Bereich bewegen, wie "Across The Times" oder auch das grandiose "Yesterday Is Gone". Zum Gelingen des Albums haben unter anderem auch ein paar prominente Gäste wie Kai Hansen (Gamma Ray, Unisonic) Mandy Meyer (Krokus, Unisonic) oder Gus G. (Ozzy Osbourne, Firewind) beigetragen, indem Sie einige Songs mit Gitarrensoli bereichert haben.

Als Fazit bleibt nur zu sagen, dass PLACE VENDOME mit "Close To The Sun" ein tolles Album veröffentlicht haben, welches von der ersten Sekunde zu begeistern weiß und was alle Hardrock Fans unbedingt antesten müssen.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Close To The Sun
02. Welcome To The Edge
03. Hereafter
04. Strong
05. Across The Times
06. Riding The Ghost
07. Light Before The Dark
08. Falling Star
09. Breathing
10. Yesterday Is Gone
11. Helen
12. Distant Skies

Heiko Füchsel

 

LIONVILLE – A World of Fools

Band: Lionville  
Album: A World Of Fools
Spielzeit: 52:09 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 27.01.2017
Homepage: www.lionville.it

Dieser Tage erscheint mit "A World Of Fools" der dritte Longplayer von LIONVILLE. Auch auf diesem Album der von Gitarrist Stefano Lionetti ins Leben gerufenen Truppe gibt es wieder gutklassigen AOR und Melodic Rock zu entdecken. Aufgrund der Tatsache das sich mit Sänger Lars Säfsund und Gitarrist Robert Säll gleich zwei Musiker von Work Of Art, wie schon bei den beiden Vorgängern mit an Bord befinden, sind Gemeinsamkeiten im Klangbild natürlich nicht von der Hand zu weisen. Allerdings gibt es auch Sounds die nach Toto und Richard Marx tönen, wenn man das alles miteinander vermengt, hat man eine ziemlich genaue Vorstellung wie LIONVILLE klingen.

In allen Songs, wie zum Beispiel in dem Toto lastigen "One More Night" weht eine lässige Westcoast Brise, die das Album förmlich zum Sommer Soundtrack, während der nächsten entspannten Cabrio Fahrt, prädestiniert. Genrefans werden sich in die einschmeichelnden Melodien und feinen Chorgesänge sofort verlieben. Natürlich ist "A World Of Fools" wie viele Scheiben aus den Achtzigern, der oben bereits erwähnten Künstlern, absolut Top produziert.

Als weitere Highlights habe ich den flotten Opener "I Will Wait", das relaxt groovende "Our Good Goodbye", die wunderschöne Ballade "Heaven Is Right Here" und das einigen Toto Klassikern nahe stehende "Bring Me Back Our Love" ausgemacht.

Das einzige was eine höhere Wertung meinerseits verhindert hat, ist die Tatsache, dass mir einige Titel doch etwas zu gleichförmig daher kommen. Nichtsdestotrotz ist der neue LIONVILLE Langdreher allen AOR und Melodic Rock Freunden ans Herz zulegen, denn diese Zielgruppe dürfte hier uneingeschränkt auf Ihre Kosten kommen.
                                                                
WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. I Will Wait
02. Show Me The Love
03. Bring Me Back Our Love
04. Heaven Is Right Here
05. A World Of Fools
06. One More Night
07. All I Want
08. Living On The Edge
09. Our Good Goodbye
10. Paradise
11. Image Of Your Soul
12. Unmasking The Mystery

Heiko Füchsel

 

UNRULY CHILD – Can´t Go Home

Band: Unruly Child
Album: Can´t Go Home
Spielzeit: ? min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 24.02.2017
Homepage: www.unrulychild.net 

Viel wurde unter dem Namen UNRULY CHILD veröffentlicht. Aber nur das 1992 erschienene Debüt dürfte diesen Schriftzug tragen. Denn entweder war Sänger(in) Mark bzw. Marcie Free nicht mit an Bord oder diverse andere Musiker. Doch jetzt wurde das Original Line-Up mit Marcie Free (vocals), Bruce Gowdy (guitars), Guy Allison (keyboards), Larry Antonio (bass) und Jay Schellen (drums) wieder zusammengetrommelt. 

Alles beim alten ist nach 25 Jahren aber dann doch nicht. Wurde der Erstling von Starproduzent Beau Hill betreut, wurde dieses Mal labelüblich alles in eigene Hände gelegt. Der Sound ist zwar AOR-like aber ziemlich dünn. Fans von TOTO, JOURNEY und Kollegen dürfte das nicht weiter stören. Fans von „Unruly Child“ jedoch werden etwas enttäuscht sein. Sofern sie seit dem Debüt keine Platte von UNRULY CHILD mehr in die Hand genommen haben. Denn auch in der Vergangenheit haben sich die Amis nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. 

AOR mit Westcoasteinschlag ist es dann auch, was UNRULY CHILD auf „Can´t Go Home“ zelebrieren. Die Qualität der Songs ist größtenteils über alle Zweifel erhaben. Jedoch plätschert die Platte einfach so dahin. Zum Abschluss zeigen die Jungs mit „Someday Somehow“ zwar kurz, was möglich gewesen wäre, wenn sie mehr Bock auf Rock gehabt hätten. So bleibt aber nur eines von vielen AOR-Alben, die es in dieser Form schon (viel zu) oft gegeben hat. Originalbesetzung hin oder her.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    The Only One
2.    Four Eleven
3.    Driving Into The Future
4.    Get On Top
5.    See If She Floats
6.    She Can´t Go Home
7.    Point Of View
8.    Ice Cold Sunshine
9.    When Love Is Here
10.    Sunlit Sky
11.    Someday Somehow

Stefan

AGE OF REFLECTION – In The Heat Of The Night

Band: Age Of Reflection
Album: In The Heat Of The Night
Spielzeit: 56:27 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 24.02.2017
Homepage: www.ageofreflection.com 

Dass es sich bei AGE OF REFLECTION um eine schwedische Band handelt, ist jedem ab der ersten Note ihres Debüts „In The Heat Of The Night“ klar. Auch der Mix aus den Händen von Erik Martensson (ECLIPSE, W.E.T. etc.) ist sofort hörbar. Dementsprechend gerüstet ist die Band um Quereinsteiger Carl Berglund, der das Projekt ins Leben rief, als er seine alte Wirkungsstätte ONE BY ONE 2013 verließ. Quereinsteiger deswegen, weil er bei ONE BY ONE Industrial Metal gezockt hat. Aber irgendwann zieht es jeden Nordmann zum melodischen Hardrock alter Schule. So eben auch Berglund (guitars), der sich mit den beiden Kumpanen von ONE BY ONE (Bassist Jan Skärming und Drummer Michael Sjöö) sowie Gitarrist Jonas Nordqvist und Sänger Lars Nygren verstärkt hat. 

Und so ist „In The Heat Of The Night“ ein klassisches AOR/Melodic Rock Album neuer schwedischer Schule. Leider gibt es in diesem Genre nur noch selten richtig gute Releases, zu inflationär wird hier gesigned oder einfach zusammengewürfelt. Wenn man den Erstling von AGE OF REFLECTION mit aktuellen Kapellen vergleichen möchte, fallen mir da auf Anhieb natürlich ECLIPSE ein, allerdings zu ihren Anfangszeiten oder auch die amerikanische Komponente eines Projektes wie THE DEFIANTS. Im Grunde kann eine Band wie AGE OF REFLECTION nur mit großartigen Songs punkten – der Weg, auf dem das Quintett wandelt, ist so ausgelatscht wie ein Siedlerpfad im Wilden Westen. 

Und tatsächlich präsentieren die Schweden mit dem Eingangsduo „Borderline“ und „The Mirror Never Lies“ richtig gute Kost. Leider können die beiden folgenden Songs „Every Time“ sowie das Titellied (außer beim knackigen Riffing) überhaupt nicht mithalten. Erst nach der viel zu lang geratenen Ballade „Always“ kommt wieder Stimmung auf. „Evelyn“ ist nicht nur genre-typisch mit einem Mädchennamen ausgestattet, sondern auch richtig gelungen. Damit sind die Highlights aber auch schon aufgezählt. Der Rest des Materials pendelt sich zwar nicht unbedingt im unteren Drittel der Qualitätsskala ein, kann den drei herausragenden Songs aber auch nicht mehr das Wasser reichen.

Somit tritt leider ein, was befürchtet wurde. „In The Heat Of The Night“ ist zwar ein gestandenes und durchaus gelungenes Melodic Rock Album, das es aber schon viel zu oft gegeben hat. Immerhin – drei grandiose Songs haben AGE OF REFLECTION darauf hervorgebracht. 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    Borderline
2.    The Mirror Never Lies
3.    Every Time
4.    In The Heat Of The Night
5.    Always
6.    Evelyn
7.    Blame It On My Heart
8.    You Are My Light
9.    Now And Forever
10.    Dying For Your Love
11.    Every Time (Alternative Version)

Stefan

JIMI ANDERSON GROUP – Longtime Comin´

Band: Jimi Anderson Group
Album: Longtime Comin´
Spielzeit: 47:37 min.
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 24.02.2017
Homepage: www.facebook.com/jimi.anderson.7 

So richtig bekannt ist der Name JIMI ANDERSON bis heute nicht. Und das obwohl der gebürtige Schotte bereits 1978 seine erste Band gründete. Am meisten Aufsehen konnte er wohl mit Tribute Bands erregen. Sowohl bei A FOREIGNER´S JOURNEY als auch bei LEGENDS OF AOR war der mittlerweile in York lebende Sänger aktiv. Jetzt kommt mit „Longtime Comin´“ der erste Longplayer seiner JIMI ANDERSON GROUP in die Läden, der genau das Klientel ansprechen soll, die auf die Musik der o.g. Tribute Bands stehen. Zusammen mit Gitarrist Greame Duffin und Sandy Jones (bass, guitars, drums) hat er ein Dutzend Songs in den FML Studios in Schottland eingespielt. 

Die Strategie ist also klar – und mit „Same Old Song“ scheint sie auch aufzugehen. Der Opener kommt recht locker aus der Hüfte. Rhythmisch, melodisch und frisch – soundtechnisch auf der Höhe der Zeit – rockt das Trio los. Ähnlich gestrickt, aber nicht weniger gelungen geht es weiter mit „Let´s Get Serious“. Das fröhliche „Spread It All Around“ ist um einiges poppiger, aber auch oberflächlicher. Weitaus besser gefallen mir Stücke wie „Best For Me“ oder der Titeltrack. Oder „Welcome To The Revolution“, das an älteres Material der LITTLE ANGELS erinnert. „Necessary People“ hat ebenfalls einen tollen, funkigen Groove. 

Dass „Longtime Comin´“ nicht das Album des Jahres werden würde, war wohl von vorneherein klar. Aber der Großteil der zwölf Songs ist zeitloser, grundsolider und ehrlicher Melodic Rock. Schon viele Male gehört, aber auch nicht ausgelutscht. Die JIMI ANDERSON GROUP kann hier und da eigene Akzente setzen und hat unterm Strich sehr gutes Material vertont. Schöne Scheibe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    Same Old Song
2.    Let´s Get Serious
3.    Spread It All Around
4.    Feel Like Letting Go
5.    Better This Way
6.    Welcome To The Revolution
7.    Higher Than Higher
8.    Longtime Comin´
9.    Where Do We Go From Here
10.    Necessary People
11.    Best For Me
12.    Oh Why

Stefan

MAGNUM – The Valley of Tears

Band: Magnum
Album: The Valley Of Tears
Spielzeit: 47:34 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Steamhammer / SPV
Veröffentlichung: 06.01.2017
Homepage: www.magnumonline.co.uk

Inwiefern ein Balladen Album von MAGNUM für die Fans Sinn macht, muss wahrscheinlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich empfinde es als Mogelpackung, wenn grade solche grandiosen Songs, wie "Les Morts Dansant", "The Last Dance", "Need A Lot Of Love" und "Must Have Been Love" der erfolgreichen Klassiker Alben "On A Storyteller´s Night" (1985), "Vigilante" (1986) und dem erfolgreichsten MAGNUM Langdreher "Wings Of Heaven" (1988) keinerlei Beachtung finden.

Natürlich sind auch die anderen Balladen, alles andere als schlecht, denn MAGNUM stehen einfach für Qualität, allerdings sieht eine gelungene Werkschau, die ja die verschiedenen Schaffensphasen der britischen Band um Sänger Bob Catley und Gitarrist Tony Clarkin abdecken soll, anders aus.

Neueinsteigern in Sachen MAGNUM empfehle ich daher die drei oben bereits genannten MAGNUM Klassiker, denn da bekommt man neben einigen Gänsehaut Balladen auch die meisten Rock Klassiker der Band, die immer wieder den Weg in die Playlisten der Live Konzerte von MAGNUM finden.

                                                                                                                                                               

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Dream About You (Remastered)
02. Back In Your Arms Again (New Version)
03. The Valley Of Tears (Remastered)
04. Broken Wheel (New Version)
05. A Face In The Crowd (Remastered)
06. Your Dreams Won´t Die (Remastered)
07. Lonely Night (Acoustic Version)
08. The Last Frontier (Remastered)
09. Putting Things In Place (Remastered)
10. When The World Comes Down (Live Version)

Heiko Füchsel

WHITE WIDDOW – Silhouette

Band: White Widdow
Album: Silhouette
Spielzeit: 57:39 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 14.10.2016
Homepage: www.facebook.com/whitewiddowaor

WHITE WIDDOW, die australische Band um die beiden Brüder Jules (Vocals) und Xavier Millis (Keyboards) machen auf Ihrem vierten Longplayer "Silhouette" da weiter, wo Sie vor knapp zwei Jahren mit dem Vorgänger "Crossfire" aufgehört haben. Die Jungs frönen Ihrer Lust nach dem klassischen AOR und Melodic Rock der 80er Jahre, wie ihn damals Bands wie Journey, Foreigner, Loverboy oder auch Survivor unters Volk gebracht haben.

Das heißt, dass der geneigte Zuhörer hier massenhaft Arena Rock, mit großartigen Chorgesang und grandiosen Melodien, präsentiert bekommt. Der Sound ist zwar eindeutig Keyboardlastig, aber er wird nicht damit zugekleistert, so dass die Gitarren immer noch zum Zuge kommen und Gitarrist Enzo Almanzi mit einigen tollen Soli glänzen kann.

Songs wie der Opener "Stranded", das flotte "Surrender My Heart", der Melodic Rocker "Smile For The Camera" oder die Keyboard Granate "Waited" erobern die Gehörgänge im Sturm und versetzen einen in das goldene Zeitalter dieser Musikrichtung. Besonders hervorheben möchte ich den AOR Kuschler "Last Chance For Love" der in den Achtzigern die Charts gestürmt hätte und den alle Radio Stationen rauf und runter gespielt hätten. Knaller Song eines tollen AOR Albums.

Für die angesprochene Zielgruppe ist das neue WHITE WIDDOW Album, ohne Zweifel ein Fest und sollte daher auf jedem Einkaufszettel für die nächste CD Shopping Tour vermerkt sein.

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Stranded
02. Surrender My Heart
03. Living For The Night
04. Last Chance For Love
05. Wild At Heart
06. Damage Is Done
07. Game Of Love
08. Smile For The Camera
09. Waited
10. Sleeping With The Enemy

Heiko Füchsel

TYKETTO – Don’t Come Easy (Re-Release)

Band: Tyketto
Album: Don’t Come Easy
Spielzeit: /
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 18.11.2016
Homepage: www.rockcandyrecords.co.uk

Der Stefan hatte das Debüt der (nach einer längeren Auszeit heutzutage wieder recht aktiven) US Amerikaner TYKETTO aus dem Jahr 1991 bereits in der Rubrik „Klassiker der Woche“ eingehend vorgestellt und verdientermaßen gewürdigt (und zwar genau hier). An dieser Stelle gehe ich daher vor allem auf die Besonderheiten des nun neu aufgelegten Re-Releases ein, der vom feinen Rock Candy Records Label unters Volk gebracht wird.

Dass Danny Vaughn und Co. ein Skandal- und vor allem Drogenfreies Leben führten schlug sich nicht nur in dem relativ schnellen und unkomplizierten Aufstieg der Newcomer nieder sondern auch hörbar in der handwerklichen Leistung der Musiker: der ehemalige White Lion Schlagzeuger Michael Clayton liefert, zusammen mit Bassist Jamie Scott eine mehr als solide Vorstellung ab und Sänger Vaughn setzt mit seiner bärenstarken Stimme widerholt Glanzpunkte. Aber auch Gitarrist Brooke St. James gelingt es, sich immer wieder aus dem Schatten der übermächten Konkurrenz des Genres herauszuspielen. Seine Riffs und Soli (allen voran der Paradetrack „Forever Young“) sind Referenzklasse. Das alles hat Produzent Richie Zito soundtechnisch perfekt eingefangen. Das erklärte Ziel Stadionhymnen im Stile von Def Leppard oder Bon Jovi zu verwirklichen ist tatsächlich gelungen., Das neue Rock Candy Remaster setzt das Ganze nochmals ein wenig auf Hochglanz poliert, in helles Licht. Die eh schon pumpende Soundwand der Originalaufnahmen schiebt nochmal einen Tacken druckvoller aus den Boxen. Das ist schon hart an der Grenze zur Übertreibung, denn so klingen natürliche Instrumente nun mal leider nicht im wahren Leben (wer wissen möchte wie echte Gitarren oder Drums klingen, sollte sich das heute ebenfalls vorgestellte Debüt der Sleazer Salty Dog zu Gemüte führen). Aber da die Original Vorgabe bereits auf fetten Sound und dicke Hose machte ist es wohl nur legitim, wenn das Remaster in dieselbe Kerbe haut. Jedenfalls passt hier kein Blatt mehr zwischen die Wände aus mächtigen Drums, deftigen Gitarrenriffs und vielschichtigen Chören. Dazu gibt es noch das gewohnt runde Package aus tollen, bzw. raren Fotos und Liner-Notes mit jeder Menge O-Tönen und Hintergrund Infos.

„Don’t Come Easy“ war und ist ein Highlight der 80er Hard Rock Phase und gehört in jedes gut sortierte Melodic Regal, gleich neben die üblichen Verdächtigen. Der nun vorliegende Release ist der beste Anlass eventuell Versäumtes nachzuholen. Punkt.

WERTUNG: (Keine Wertung)

Trackliste:

01. Forever Young
02. Wings
03. Burning Down Inside
04. Seasons
05. Standing Alone
06. Lay Your Body Down
07. Walk On Fire
08. Nothing But Love
09. Strip Me Down
10. Sail Away
11. Walk Away (Bonus Track)

Mario

 

 

KEE MARCELLO – Scaling Up

folderBand: Kee Marcello
Album: Scaling Up
Spielzeit: 59:52 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music
Veröffentlichung: 14.10.2016
Homepage: www.facebook.com/keemarcellorocks

Der schwedische Gitarrist KEE MARCELLO dürfte den meisten wohl durch seine Arbeit bei seinen Landsleuten Europe im Gedächtnis geblieben sein. Dort hatte er bei seinem Debüt auf dem Bandhighlight „Out Of This World“ (1988) gleich einen dermaßen tollen Einstand gehabt, dass er seinen Vorgänger John Norum schnell vergessen machte. Mit aberwitzigen Soli und schön erdigen Riffs gelang es dem Neuling eigene Duftmarken zu setzen und Hits wie "Superstitious" oder "Let the Good Times Rock" nachhaltig seinen Stempel aufzudrücken. Leider war bereits ein Album später („Prisoners in Paradise“, 1991) schon wieder Schluss und MARCELLO musste sich eine andere Beschäftigung suchen. Seither ist er als Gastmusiker, Songschreiber und Produzent nicht nur gefragt sondern auch äußerst erfolgreich. Und ganz nebenbei veröffentlicht der gute auch als Solokünstler Platten, so wie das nun vorliegende „Scaling Up“, auf dem er den Sound und Stil seines früheren Arbeitgebers aufgreift und das Ganze passenderweise über das Label Frontiers Records unters Volk bringt.

Dass mit dem fabelhaften, typischen 80er Stampfer „Wild Child“ und dem kernigen „Don't Know How To Love No More“ zwei neu arrangierte (und damals vom Management verworfene) Überbleibsel aus den Vorbereitungssessions für das Europe Album „Prisoners in Paradise“ an Bord sind, ist für Europe Fans wahrscheinlich schon ein Kaufgrund. MARCELLO weiss allerdings auch heute noch wie man einen vernünftigen Hardrock Song zusammenschraubt, was Tracks wie „Fix Me“ und das flotte „Soldier Down“ eindrucksvoll unter Beweis stellen. Und dass er immer noch einer der begnadetsten Flitzefinger im Genre ist, der Tempo und immer interessante Melodielinien auf seine ganz eigene Art miteinander verzahnt, beweist er ein ums andere Mal in den Solospots – hier wird der Song durch das Solo veredelt, und nicht einfach nur in die Länge gezogen (Anspieltipp für alle Gitarristen: das zusammen mit Gastmusiker Mathias IA Eklundh eingetütete „Good Men Gone Bad“, das Übematerial en masse zu bieten hat). Ich persönlich habe lediglich ein Problem mit MARCELLO’s etwas knödeligem Gesang – der nicht mehr ganz taufrische junge Mann kann zwar durchaus gut und richtig singen, ein Sänger mit Charisma und einer Powerröhre hätte aus dem Material aber definitiv noch mehr rausholen können.

So bleibt unterm Strich ein richtig starkes Album, das sowohl vom Songwriting als auch von der Produktion und der handwerklichen Darbietung höchsten Ansprüchen genügen dürfte. KEE MARCELLO erfindet zwar weder das Rad noch sich selbst auf „Scaling Up“ neu, aber er stellt eindrucksvoll unter Beweis, warum sein Beitrag auf den beiden unter seiner Mithilfe entstandenen Europe Platten auch heute noch unter Gitarristen und Fans einen ausgezeichneten Ruf genießt. Starke, zeitlose Platte.

WERTUNG:

8

 

 

Trackliste:

01. Black Hole Star.
02. On The Radio
03. Don't Miss You Much
04. Fix Me
05. Wild Child
06. Finger On The Trigger
07. Soldier Down
08. Scandinavia
09. Good Men Gone Bad
10. Scaling Up
11. Don't Know How To Love No More
12. Blow By Blow

Mario