BULLET – Kickstarter

Trackliste:

01. Kickstarter
02. Caught In The Action
03. Open Fire
04. Keep Rolling
05. Hit The Road
06. Avenger
07. Chained By Metal
08. Spitfire
09. Full Throttle
10. Strike At Night
11. Night Falls Down

Spielzeit: 39:13 min – Genre: Heavy Rock – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/bulletband

 

So es ist jetzt 01:47 Uhr nachts und gerade vom BEYOND THE BLACK Konzert aus München zurückgekehrt. Nun ist die Zeit für die schwedische Krawalltruppe um Hell Hofer mich in andere Sphären zu beamen. Acht Jahre sind seit dem letzten BULLET Album „Dust To Gold“ vergangen, acht lange Jahre mussten die Fans auf neuen Stoff warten, doch das Warten hat nun ein lohnendes Ende, BULLET sind mit elf neuen Songs zurück. Wandelten BULLET auf ihren Alben immer auf einer Gratwanderung zwischen Hard Rock und Heavy Metal, mal mehr von dem oder dem anderen. Ich bezeichnete den BULLET Sound immer als härteren AC DC Sound mit alten Dirkschneider Vocals zu seinen besten ACCEPT Zeiten, liest sich nicht prickelnd, hört sich in Wahrheit aber sehr attraktiv an. Ich konnte längere Zeit nichts mit BULLET anfangen, genauso wie mit AC DC, erst spät entdeckte ich den AC DC Sound für mich, genauso bei BULLET, erst mit dem dritten Album begann BULLET mein Interesse zu wecken. Es gibt gewisse Dinge die erst reifen müssen um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, entweder ist es bei mir mit steigendem Alter oder diese Dinge müssen den richtigen Moment bei mir erwischen um meine Synapsen anzusprechen. Im Fall BULLET dauerte es nur fünf Jahre, bei den Stromrockern dauerte es Jahrzehnte.

Zur Besetzung von BULLET gehören Oberschreihals Hell Hofer am Mikrofon, Hampus Klang und Freddie Johansson an den Gitarren, Gustav Hector an Bass und Gustav Hjortsjö an der Schießbude. Hells Stimme scheidet bestimmt immer noch jegliche Geister in das Lager die schreien „Saugeile“ Röhre, die anderen gehen in Deckung und heulen rum das es sich um „Geschrei“ handelt. Sicher haben beide Lager in einer Art und Weise recht, entweder man kann mit der Stimme oder eben nicht. Hell raunzt, grunzt und schreit sich durch die Songs wie damals unser guter alter Udo zu seinen besten ACCEPT Zeiten. Damals gab es bei ACCEPT auch zwei Lager, die einen die es geil fanden, die anderen die damit nichts anfangen konnten. Allerdings gibt der riesige Erfolg von ACCEPT eben dieser deutschen Band recht, die ihre übergroßen Fußabdrücke im Heavy Metal hinterlassen haben. Vorbild für 100000 von Bands die ihnen Nacheifern. Ob BULLET einmal diesen Status erlangen werden wird die Zukunft bringen, allerdings sind sie auf einem sehr guten Weg dorthin ihre Duftmarke sehr hoch zu setzten. Ob nun Hellboy Hofer oder Udo das Organ mit mehr Kraft oder Ausdrucksstärke besitzt kann und will ich nicht entscheiden, dass soll jeder für sich alleine ausmachen. Auf jeden Fall gibt es so eine Stimme wie die von Hell kein wirklich zweites Mal und ist ein sehr großes Merkmal der Band, bei Bedarf gibt es mehrstimmige Chöre. Das zweite Merkmal sind die beiden Gitarristen die sich meist vom Riffing her in klassischen Gewässern bewegen, und sich dabei in den späten 70ern bis in die Mitte der 80er befinden. Egal ob man die Lead- oder Rhythmusgitarre anhört, beide befinden sich von der Ausführung sehr weit in der Vergangenheit. Ist dieser Umstand ein Nachteil? Nöö, mit Sicherheit nicht! Der Bass macht alles andere aber er gibt sich nicht damit zufrieden hinter den Gittis zu stehen, sondern bewegt sich auf demselben Niveau wie die Axtschwinger. Wer die Band kennt weiß wie intensiv die Drums sind, die spielen den Antreiber der mit Vollgas, brachial und ohne Gnade in jeden Hintern tritt bis der blau und blutig ist.

Neben Hellboy und der klassischen Gitarrenausführung gibt es noch eine Bandeigenschaft, dass sind die Melodien die in keinem Song zu kurz kommen. Mit der Treffsicherheit eines „The Nuke“ Luke Littler bei der Darts WM treffen BULLET mit ihren Songs immer in die tripple 20 und holen so das Maximum raus. Die Melodien scheinen zwar schon seit Urzeiten ausgenuddelt und zu einer früheren Zeit ähnlich gehört, zeigen aber eine Wirkung die sofort ins Ohr geht und nicht mehr so schnell in Vergessenheit geraten. Ist das ausgenuddelte innovativ oder wegweisend? Bestimmt nicht, aber wie im Fall von BULLET knallt und bumst es in jedem Song an allen Ecken das es eine wahre Freude ist. Das Rad erfinden die Schweden auch nicht neu, nur ist der Sound äußerst attraktiv und catchy wie Sau. Der Sound von BULLET schreit eines förmlich heraus, wie dick die Eier sind, nicht halbstark oder unklar wo der Weg hinführen soll, sondern erwachsen mit den dicksten Klöten im Business.

Leider befindet sich die Laufzeit des Albums knapp unter den magischen 40 Minuten und ergaunert sich dadurch und die fehlende Innovation einen Minuspunkt in der Bewertung. Nicht falsch auffassen, das Album hat es in sich nur die zwei negativ Punkte ergeben einen leichten Punktabzug der kaum ins Gewicht fällt.

„Kickstarter“ und schon die ersten Takte verraten Wer, Was, Wo sich im Player dreht, was für ein Arschtreter zum Start, „Caught In The Action“ ein cooler Rocker der auch gut in eine Disco passen würde. „Open Fire“ ein typischer BULLET Brecher zum abfeiern, „Keep Rolling“ ein Charmebolzen der voll in die Offensive geht und beim ersten Hören sitzt wie eine Stretch Jeans. „Hit The Road“ der Song für eine freie Autobahn und über 250 Sachen auf der Nadel, „Avenger“ nähert sich auch wie der Vorgänger mit Speed der Schallmauer. „Chained By Metal“ der nächste Nackenbrecher für gewaltige Schmerzen in den Halswirbeln, „Spitfire“ es wird das Gaspedal gelupft und ein Stampfer taucht im Gehörgang auf der Potential besitzt. „Full Throttle“ ein Gewaltrocker für die Disco oder Radio, „Strike At Night“ ein Schmankerl für jede Party, „Night Falls Down“ den schwersten Rocker und Highlight haben sich die Jungs für den Schluss aufgehoben.

Balle

MÄRVEL – Brain Drain Diaries

Trackliste:

01. Look! It’s Rock N Roll
02. A Beautiful Corpse
03. Brain Drain
04. Take A Stand
05. How Much Can I Wait
06. Biding My Time
07. Lord Of The Gilded Cage
08. Time Has A Way
09. Butt To The Head
10. Steal The Night

 

Spielzeit: 33:47 min – Genre: Great Rock N Roll – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 05.12.2025 – Page: www.facebook.com/marveltheband

 

Das schwedische Trio MÄRVEL schließt das Jahr 2025 mit einem neuen Album ab, dass Album hört auf den Titel „Brain Drain Diaries“. Nachdem ich das 2022er Album und die Best Of von 2023 durch den Kakao gezogen habe (die mich überzeugen konnten), folgt nun das elfte, und mein drittes Date, Album von MÄRVEL verbal durchzukauen. Leider ist es mir nicht möglich den gesamten Backkatalog durchzuhören, da mir Accounts bei Stream Diensten fehlen, warum? Ich bezahle nicht für etwas das mir am Ende nicht Mal gehört und in einer schlechteren Soundqualität als auf Tonträger ankommt. Ja ich weiß es gibt bei einigen Anbietern einen HD Stream, den ich auch ausprobiert habe und mit dem Ergebnis was bei mir am Ohr ankam in keiner Weise zufrieden war. Also ist für mich nur eins der Gewinner und das sind Tonträger auf Vinyl oder CD, Old-School – aber das ist einfach der beste Weg vernünftig Musik genießen zu können.

Bei den maskierten Rockern immer noch in Lohn und Brot sind The King an Mikrofon und Gitarre, The Burgher an Bass und The Vicar an den Drums. Die Vocals erinnern mich immer noch an eine Light Version von Paul Stanley oder auch Redboy von STARMEN. Diese Stimme kann aufs Neue beweisen was in ihr steckt und wie perfekt sie mit dem Bandsound harmoniert. Gibt es bei The King einen Grund zum Meckern, Nein in keinster Weise, weder am Mikro noch an der 6-saitigen. Die Gitarrenarbeit ist für MÄRVEL typisch energisch, mit viel Drive ausgeführt und sprüht nur so vor Agilität. Der Bass haut auch den Hörer aus den ausgelatschten Turnschuhen aus den 80ern. Die Drums sind von der brutalen Art und sorgen wie immer für Glanzpunkte. Die Produktion besitzt genügend Druck um selbst eine skinny-elasto Jeans zum Flattern zum Bringen. Jungs da habt ihr wieder einen an den Start gebracht, mein Wunsch wäre ein Album mit einer Laufzeit von über 40 Minuten!?!

Das sympathisch-chaotische Trio zeigt eindrucksvoll wie geil Rock Mucke aus Schweden ist, skandinavische Musiker haben sowieso ihre eigenen Regeln, Art und Weise wie sie Musik angehen, dass kann man in jeder Note hören und spüren. MÄRVEL bilden da keine Ausnahme, die Jungs müssen mindestens in meinem Alter sein, denn die Einflüsse die ich raushören kann ist genau die Mucke die ich früher in den 70ern und bis etwa dreiviertel der 80er im Radio hören konnte, und dann noch mit Skandi Charme versehen. Wenn ich den Sender Radio M1, damals bei mir leider nur mit viel rauschen und in Mono empfangbar dazu nehme dann konnte man diese Mucke noch länger genießen. Wie setzt sich der Stil von MÄRVEL zusammen? Sagen wir mal eine riesige Portion Great Fu**ing Rock N Roll gemixt mit einem drittel Classic Wurzeln und Glam Faktor, und in manchen Momenten mit einer winzigen Punk Note versehen. Liest sich zwar wie eine Katastrophe, hört sich aber weder beschießen noch abgefahren, sondern einfach nur geil an. Ich beschrieb in meiner ersten Rezi zu einem MÄRVEL Album, „KISS, ein leichter Schuss Bombast von URIAH HEEP, viel STARMEN und leichten THE CLASH Vibes“, man kann auch noch SWEET, die schwedischen Landmänner FREEDOM und THE HELLACOPTERS dazunehmen – und fertisch ist der MÄRVEL Sound.

Genau so muss das klingen, so und nicht anders geht Rock N Roll, Da ich immer versuche Fair und objektiv zu bleiben, ziehe ich bei diesem Album auch einen Punkt ab – weil die Laufzeit deutlich unter 40 Minuten bleibt und das im digitalen Zeitalter einfach nicht mehr Up-To-Date ist. Ansonsten haben MÄRVEL wieder ein heißes Eisen aus der Schmiede geformt das auf Anhieb überzeugen kann.

„Look! It’s Rock N Roll“ zeigt gleich wo die Richtung hingeht, in die typische MÄRVEL Ecke für die sie geliebt werden, „A Beautiful Corpse“ hier geizt das Trio nicht mit geilen Melodieführung, ein Highlight vor dem Herrn. „Brain Drain“ SWEET Gesangslines treffen auf MÄRVEL und fabrizieren einen Hit, „Take A Stand“ der dritte im Bunde – die Melodien einfach nur zum niederknien und verneigen. „How Much Can I Wait“ sie können es nicht lassen noch einen Hit vor den Latz zu knallen, „Biding My Time“ hier geht das Level geringfügig um ein paar Prozentpunkte runter. „Lord Of The Gilded Cage“ das Niveau geht wieder Steil nach oben Richtung 110%, „Time Has A Way“ ein geiler Classic Rocker der guten Laune. „Butt To The Head“ ein dämlicher Songtitel – der sich allerdings sehr gut entwickelt, „Steal The Night“ zum Abschluss gibt es noch mal voll auf Zwölf.

Balle

STARMEN – Starmenized II

Trackliste:

01. Trouble
02. Born To Rock
03. 15 Minutes Of Pain
04. The Once
05. Shark In The Dark
06. Five
07. One World
08. Shame On You
09. Not Your Enemy
10. Waiting On A Heartbreak

 

Spielzeit: 39:32 min – Genre: Hard Rock – Label: Melodic Passion Records – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.facebook.com/starmen.se/

 

STARMEN aus einer fernen Galaxy, auch Schweden genannt, stammend sind mit ihrem fünften Album zurück um die Welt zu erobern. 2018 als High-Energie Tribute Band der geschminkten Kult Truppe KISS gegründet und seit 2020 mit eigenem Material ihr Unwesen treibend hauen die vier erneut einen raus. Wurden schon drei Alben der Sternenmänner von mir durch den Fleischwolf gedreht, wobei mir ein Album durch die Lappen ging, verwurstele ich nun auch das fünfte Album mit dem Titel „Starmenized II“. Waren die ersten beiden Rundlinge noch durchwachsen aber überzeugend, der vierte Silberling war schon um einiges besser, also mal sehen ob die STARMEN sich nochmals steigern können.

Zu STARMEN gehören Red Starmen an Mikrofon und Gitarre, Purple Starman an Gitarre, Gold Starman an Bass und Silver Starman an den Drums. Wer die herrlichen Old-School Orgeln übernommen hat ist im Promotext nicht ersichtlich, auf jeden Fall passen die sehr gut zum Bandsound und machen die Sache sehr rund. Redboys Stimme ist immer noch sehr nahe an der von Paul Stanley von KISS dran, und hört sich an wie dessen kleiner Bruder der zu viel geraucht hat. Die Gitarren hauen ihre Riffattacken raus wie nichts und sorgen für die richtige Härte in den Gehörgängen. Nicht zu weit in den Vordergrund drängend bilden die Gitarren mit den Drums das ideale Gerüst für Redboys Gesang. Der Bass befindet sich zwei Schritte hinter den Gitarren und kommt nicht so deutlich durch. Die Drums hauen voll drauf allerdings nicht mit roher Gewalt um Gitarren und Gesang zu überfahren. Die Produktion klingt vollkommen in Ordnung, bei den MP3s die ich zur Verfügung habe fehlen durch die Komprimierung die Höhen am oberen Ende.

Der Sound ist wie soll es anders sein, typisch STARMEN und ist somit sehr KISS Vibes angehaucht, nicht nur durch die Stimme von Redboy, auch die Kompositionen sind mit sehr vielen KISS Vibes angereichert. Ist dieser Umstand schlimm? Manche sagen bestimmt ob denen nichts Besseres einfällt, das andere Lager freut sich das es weiterhin coole KISS ähnliche Mucke gibt da von der Kult Band lange nichts mehr veröffentlicht wurde und die gefühlt 100.000ste Best Of existiert mit immer wieder denselben Songs darauf. Also kommen die Sternenmänner für KISS Fans gerade rechtzeitig um für frisches Futter zu sorgen. Wenn sich das Futter auf solch hohem Niveau befindet macht das Hören doppelt Spaß. Die Songs auf „Starmenized II“ sind Überbleibsel vom Vorgängeralbum und das keinen Deut schlechter. Die Entscheidung welche Songs auf das Vorgänger Album kommen sollten muss bei der Anzahl an sehr gut hörbaren Titeln immens schwer gewesen sein, es wäre Schade gewesen, wenn die Songs von „Starmenized II“ in irgendwelchen Schubladen Staub angesetzt hätten. Gut das STARMEN diese Songs noch veröffentlicht haben, die sind zu gut um ungehört zu bleiben.

Erneut ein sehr gutes Album der schwedischen Hard Rocker, die unbeirrt ihren Weg gehen, und das ist auch gut so. Mal klingen die STARMEN mehr nach KISS ein anderes Mal nicht so dafür aber eigenständig.

„Trouble“ bietet mit viel Drama den perfekten Einstieg in das Album, „Born To Rock“ ein Vollgas Rocker der mit der Wucht eines Panzers einschlägt. „15 Minutes Of Pain“ ein energiegeladener Song der viel Charme versprüht, „The Once“ wildert ohne Scham im Melodic Rock, ein cooles Teil. „Shark In The Dark“ könnte deren Vorbilder auch nicht besser bringen, „Five“ eine Hymne die überall sehr gut ankommen sollte. „One World“ wildert erneut sehr gut im Melodic Rock, „Shame On You“ ein intensiver Rocker mit coolen Strophen, im Refrain wird es schräg. „Not Your Enemy“ ein sehr eingängiger Rocker der überzeugt, „Waiting On A Heartbreak“ schlägt zum Abschluss mit der klassischen Kelle zu.

Balle

NIGHTHAWK – Six Three O

Trackliste:

01. Hard Rock Warrior
02. Wrong Side Of Desire
03. Home Tonight
04. Angel Of Mine
05. Can’t Say Goodbye
06. I Am The Night
07. Losing My Mind
08. Too Good To You
09. Cut You Loose
10. Turn To Me
11. Man On The Silver Mountain

Spielzeit: 33:55 min – Genre: Classic Hard Rock – Label: Mighty Music – VÖ: 01.08.2025 – Page: www.facebook.com/nighthawkrocknroll

 

Meinen ersten Berührungspunkt mit NIGHTHAWK hatte ich im Frühjahr mit dem Vorgängeralbum „Vampire Blues“ welches bei Pride & Joy Music veröffentlicht wurde und mittlerweile zum Nice Price im Labelshop angeboten wird. Das Album brillierte mit klassisch angehauchten Hard Rock mit leichter Blues Note und machte ordentlich Spaß.

Zu NIGHTHAWK gehören im Jahr 2025 Björn Strid (u.a. GATHERING OF KINGS und THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA) am Mikrofon, Robert Majd (u.a. CAPTAIN BLACK BEARD und FANS OF THE DARK) an den Gitarren, John Lonmyre (CAPTAIN BLACK BEARD) an den Tasten, Rasmus Ehrnborn (u.a. AUTUMN’S CHILD und MIKAEL ERLANDSSON) an Bass und Magnus Ulfstedt (u.a. AMMUNITION, ECLIPSE, GRAND DESIGN, NORDIC UNION) am Schlagzeug.

Björns Stimme geht sowas von ins Ohr, kein Nervfaktor, keine zu Hoch gezogenen Kastraten Töne, in einer sehr angenehmen Lage shoutet er sich durch die Songs. So stellt man sich eine Stimme vor die in allen Lagen glänzen kann ohne dabei in eine Richtung über die Stränge zu schlagen. Die Gitarren klingen sehr klassisch wie in der guten alten Zeit ab Anfang der 1980er bis zum Jahr 1991, entweder wurden die genial durch einen Profiler ala Kemper gejagd oder ganz antik am Röhrenamp abgenommen, Bei den Klampfen sitzt jedes Riff oder Finger auf dem Griffbrett ohne großes rumgewichse. Die Tastenfraktion scheint irgendwo aus Mitte der 1970er mit einem endgeilen Orgel- oder Hammondthema mit einer Zeitmaschine ins hier und jetzt gebeamt worden zu sein, das weckt viele sehr feine, gute und angenehme Erinnerungen vor dem geistigen Auge. Wer auf alte Orgelklänge steht wird hier vor Freude feuchte Augen bekommen. Der Bass ist zwar voll da, könnte sich für meinen Geschmack aber in tieferen Frequenzen befinden, wenn die Orgel volles Brett fährt ist geht der Tieftöner leider fast unter. Das Schlagzeug befindet sich nicht so klar im Vorfeld wie Gesang, Gitarren und Orgel, kann aber trotzdem viele Momente für sich verbuchen ohne dabei zu Auffällig zu agieren.

Der Hard Rock von NIGHTHAWK fügt sich zu einem sehr wohl, retro und fast schon vintage klingenden positiven Gesamtbild zusammen. Die Schweden legen trotz der klassischen Töne auch auf sehr viel Wert auf Melodie und können nicht nur klanglich sondern auch von den Songs selber überzeugen. Einen weiteren Pluspunkt stellen die Orgeltöne dar, die so was von klassisch sind das man vor Ehrfurcht „fünf Vater unser“ betet wenn man die ersten Tastentöne hört. Diese Art Orgel hört man heutzutage nicht mehr sehr oft. Am besten kann man sich NIGHTHAWK vorstellen, wenn man sehr viel RAINBOW mit eine wenig BAD COMPANY, AC DC, DEEP PURPLE und BLACK PAISLEY in einen Topf schmeißt alles unter ordentlich rühren stundenlang weich kocht und dann zum trocknen aufhängt. Das Ergebnis wird NIGHTHAWK heißen und nur so nicht anders, einfach nur NIGHTHAWK mit frechem skandinavischem Charme ausgestattet.

Einen Abzug gibt es in der B-Note da leider die Retro Party nach knappen 34 Minuten sein Ende findet. Leute wir sind im 21 Jahrhundert der digitalen Revolution, Classic Rock hin oder her, über 40 Minuten sollten drin sein.

„Hard Rock Warrior“ ein sauberer klassischer Rocker mit viel Energie und Melodie „Wrong Side Of Desire“ geht flott ins Ohr. „Home Tonight“ hier kommt mir die Melodie irgendwie bekannt vor, nur fällt mir nicht ein von wem oder wo – trotzdem ein cooler Classic Rocker, „Angel Of Mine“ hier holen NIGHTHAWK die schnelle grobe Keule raus. „Can’t Say Goodbye“ ein Melodic Monster mit sehr starken Gesangsmomenten und Leadgitarre, „I Am The Night“ flott und einfach nur NIGHTHAWK. „Losing My Mind“ das nächste Schmankerl mit Melodie und starken Gesangslinien, „Too Good To You“ noch so ein Rocker der ab dem ersten Hören im Ohr und Hirnwindungen bleibt, „Cut You Loose“ hier habe ich wieder ein Gefühl der Vertrautheit die mich mal mehr oder weniger über das Album begleitet – ein Rocker wie er sein soll, „Turn To Me“ hier denke ich an RAINBOW und TONY CAREY Solo, „Man On The Silver Mountain“ und hier ist er auch schon der RAINBOW Klassiker im NIGHTHAWK Gewand, macht sich eigentlich ganz gut, wenn es da nicht das Original mit RONNIE JAMES DIO und Ritchie Blackmore geben würde.

Balle

DEGREED – The Leftovers Volume 1

Trackliste:

01. If It Wasn’t For Me
02. Good Enough
03. Love Your Enemy
04. Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)
05. Get Up
06. Hard To Be Human
07. This Is Love (Synthwave Version)
08. Falling Down (Accoustic Version)
09. Hear Me Out (Previously Unreleased)

 

 

Spielzeit: 33:38 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/degreedmusic

 

Die Schweden DEGREED haben es BROTHER FIRETRIBE gleichgetan und eine EP mit dem Titel „The Leftovers Volume 1“ veröffentlich, die Vermutung liegt nahe das es eine Fortsetzung geben soll. Seit 2022 und zwei Alben im Stall von Frontiers Music beheimatet legen die smarten Jungs nun diese EP vor.

Zu DEGREED gehören nach wie vor noch Robin Eriksson an Mikrofon und Bass, Daniel Johansson an Gitarren, Mikael Blanc an Keyboards und Mats Eriksson an den Drums. Ich konnte Anfangs nicht viel mit DEGREED anfangen, bis zu dem Zeitpunkt als die Boys aus Skandinavien auf dem letzten H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftraten, ab da dachte ich mir „Hola die sind ja gar nicht schlecht.“, und besorgte mir alle Alben bis auf „Dead But Not Forgotten“ das leider vergriffen ist. Die Band äußerte mal auf Facebook das sie eine Wiederveröffentlichung planen, wie es da jetzt aussieht weiß ich nicht. Wenn ihr diese Zeilen lest bitte ein signiertes Exemplar falls als Re-Release kommt für mich reservieren.

Robins Stimme ist immer noch auf eine Niveau das andere vor Neid erblassen lässt, ohne Nervfaktor, Gekreische oder schräge Töne shoutet sich der Frontmann wie gewohnt durch die 9 Songs. Die Gitarren machen auch im ureigenen Bandstil auf sich aufmerksam und werden ideal in Szene gesetzt. Die Keyboards werden effektvoll eingesetzt und geben keinen Anlass auch nur einmal mit erhobenen Zeigefinger auf die Band zu zeigen. Der Bass wummert dezent aber vorhanden vor sich hin und die Drums treiben ohne auch nur einen Deut nach zu lassen oder vom Gas zu gehen. Die Produktion bewegt sich auf einem Level das keine Wünsche offen lässt.

Angefangen hat DEGREED als Modern Hard Rock Band, im laufe der Zeit und mit jedem Album näherte sich die Band dem reinrassigen Melodic Hard Rock der besten Sorte. Diese EP macht da keine Ausnahme oder spielt den Ausreißer nach unten. Wie auch schon auf den drei oder sogar vier Vorgängeralben rockt DEGREED alles aus den Latschen was nicht standfest auf beiden Beinen steht. Mit viel Energie und Melodie zeigt die Band was bis jetzt nicht veröffentlicht wurde aber schon aufgenommen wurde. Wenn man die sieben bis jetzt unveröffentlichten Songs hört die sich in der Karriere angesammelt haben hört man das kleine Genie heraus das in jedem skandinavischen Musiker zu stecken scheint. Nahtlos fügen sich die Songs ins DEGREED Geflecht der sehr guten Songs ein und zeigen eine Band auf mehr als nur einem Höhepunkt ihres Schaffens.

Mir ist allerdings schleierhaft das es die Songs vorher nie auf ein Album geschafft haben, die wären zu gut um auf irgendeinem Band oder einer Festplatte bis zum St. Nimmerleinstag auf eine VÖ zu warten die dann doch niemals statt findet. Gut so, dass die Songs doch noch ans Tageslicht kommen und es nicht fürchten müssen. Viel mehr muss die Konkurrenz DEGREED fürchten da sie im Begriff sind den etablierten und renommierten Vortänzern des Rockzirkuses den Rang abzulaufen.

Einmal mehr beweisen skandinavische Musiker was sie zu Leisten vermögen, besser geht es wirklich fast nicht mehr. Außer über 40 Minuten zu kommen damit es keinen Punktabzug gibt, allerdings sind 9 Songs für eine EP recht amtlich. So will der Hörer und nur SO DEGREED sehen und hören.

„If It Wasn’t For Me“ fängt mit einem stimmigen Keyboardthema und balladesk an bis der Song zu einem Melodic Schmankerl mutiert, „Good Enough“ ein Flotter Feger mit viel Melodie. „Love Your Enemy“ wildert im WHITESNAKE Wasser mit sehr viel Skandi-Charme und Flair, „Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)“ flott, energisch, hart, melodisch was braucht man mehr? Nichts – außer DEGREED! „Get Up“ hört sich nach den Anfangstagen an, „Hard To Be Human“ eine wunderschöne Ballade mit allen Merkmalen der Band. „This Is Love (Synthwave Version)“ was wurde da nur für eine komischer Substanz konsumiert – das Ding wildert in den poppigsten Gefilden, too much for me, „Falling Down (Accoustic Version)“ eine Akustikballade mit Pianothema, „Hear Me Out (Previously Unreleased)“ fängt sehr ruhig und unhektisch an um ab ca. 1:05 an Intensität und Drama zuzulegen, eine Ballade die in den Strophen dramatische Spannung aufbaut und im Refrain teilweise abbaut – so stellt die Ballade ein abschließendes Highlight dar.

Balle

ROULETTE – Go!

Trackliste:

01. Answer To My Prayers
02. Fire In Your Eyes
03. We Remember You
04. Strangers
05. What Are We Looking For
06. Take Me As I Am
07. Brand New Start
08. Don’t Be Sorry
09. She Can’t Hide
10. Better Walk Away

 

Spielzeit: 35:53 min – Genre: Melodic Rock – Label: Black Lodge Records – VÖ: 25.07.2025 – Page: www.facebook.com/RouletteSwe

 

Die Schweden von ROULETTE kommen mit ihrem dritten Album „Go!“ aus dem Studio, ich habe das 2019 Album mit dem Titel „Now!“ im Schrank stehen und bin der Mucke von ROULETTE nicht abgeneigt. Vor einiger Zeit schrieb mich ein Bekannter an ob mir ROULETTE bekannt sind da er gerade deren Album „Better Late Than Never“ hört. Er meinte das die Mucke nicht schlecht klingt, ich ihm daraufhin antwortete das es sich um eine Band aus Schweden handelt und die Songs von dem Album meines Wissens aus den späten 1980ern und frühen 1990er stammen. Mein Bekannter dann deshalb gefalle ihm die Musik der Schweden so gut weil es sich eben um Skandi Rock aus seiner Sturm und Drang Zeit handelt. Das „Now!“ Album ist ja auch nicht von schlechten Eltern und kann überzeugen.

Das Line Up von ROULETTE ist erfreulich konstant und hatte noch keine Wechsel an einer Position. Zu ROULETTE gehören immer noch Thomas Lundgren am Mikrofon, Magnus Nelin an Gitarren, Hansi Fellbrink an Bass und Mats Nelin an den Drums. Thomas‘ Stimme ist filigran und trotzdem besitzt er eine gewisse Kratzigkeit oder Rauheit die das gewisse etwas mitbringt. Man kann seine Stimme mit einer tieferen und raueren Stimme von Jim Jidhed von ALIEN oder in manchen Momenten mit TERRY BROCK vergleichen. Die Gitarren hauen einem die Flausen und noch so düsteren Gedanken aus der Birne. Die Gitarren versprühen auch ein wenig 1980er Charme, wie auch immer, wo 1980er drin stecken ist fast immer ein Burner. Der Bass steht nicht so deutlich im Raum wie die Gitarren. Die Tastenabteilung muss auch mal in den Zeittopf gefallen sein, mal hört es sich 80s Like oder sogar 70s Like an wenn der Hammond Sound angeschlagen wird. Einzig die Drums hören sich für mich nach Samples und Computer an, ob es nun der Fall ist oder nicht kann ich nicht aussagen, ich habe nur so ein komisches Gefühl beim hören.

Der Sound von ROULETTE bewegt sich im qualitativ sehr hohem Melodic Rock, so wie man das von etwa 97% von skandinavischen Bands gewohnt ist. Beim hören kommt sofort ein Zusammengehörigkeitsgefühl auf als ob man sich schon ewig kennen würde. Vom Stil her kann man mit allen hochkarätigen Bands vergleichen die auch aus dem hohen Norden stammen. So fallen mir folgende Beispiele ein: ALIEN, ACES HIGH, AGE OF REFLECTION, dass ALFONZETTI Debüt, ALYSON AVENUE, ANGELINE, ARCTIC RAIN, BAD HABIT, AUTUMN’S CHILD, BALTIMOORE, und noch sehr viele mehr die mir bitte verzeihen mögen weil ich sie nicht erwähne. Der Sound hat außerdem sehr viel 1980er Gene die zum gelingen von ROULETTE beitragen können.

Ein geiles Melodic Rock Album aus Skandinavien – nur und nur so sollte es klingen – mit nur einem Fehler der leider einen Abzug in der Bewertung bekommt, die Spielzeit ist unter 40 Minuten und das ist für mich nicht mehr zeitgemäß. Im Hier und Jetzt sollten Minimum 40 Minuten drin sein! Ansonsten eine echte Sahneschnitte die die Schweden da servieren.

„Answer To My Prayers“ ein Auftakt nach Maß und geht voll an den Fan von gepflegtem Skandi Rock, „Fire In Your Eyes“ hier schwingen die glorreichen 1980er mit. „We Remember You“ ein Highlight das in einer Zeitmaschine seinen Weg in die Gegenwart gefunden hat, „Strangers“ kommt mit geilem Hammond Thema, göttlicher Melodieführung und Refrain. „What Are We Looking For“ ein weiteres Sahneteil der Schweden, „Take Me As I Am“ wo holen die Jungs nur diese geilen Songs raus? „Brand New Start“ ein guter Rocker der allerdings gegenüber den Vorgängern abfällt, „Don’t Be Sorry“ hier gehen die Skandi Gene voll durch, mir ist wirklich schleierhaft wo die Jungs die Ideen hernehmen. „She Can’t Hide“ der nächste Superhit steht vor der Tür – besser geht es nicht, „Better Walk Away“ fällt auch wieder ein wenig gegen die anderen Songs ab aber immer noch im grünen Bereich.

Balle

GHOST – Skeletá

Trackliste:

01. Peacefield
02. Lachryma
03. Satanized
04. Guiding Lights
05. De Profundis Borealis
06. Cenotaph
07. Missilia Amori
08. Marks Of The Evil One
09. Umbra
10. Excelsis

 

Spielzeit: 46:49 min – Genre: Heavy Rock – Label: Loma Vista Recordings – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/thebandghost

 

Da ich die letzten beiden Alben von GHOST „Impera“ 2022 und das Live-Album „Rite Here Rite Now“ 2024 reviewte war für mich klar das ich auch im Jahr 2025 den Live Bericht und das Album „Skeletá“ übernehmen werde. Nachdem ich GHOST am 24.04.2025 Live in der Olympiahalle in München gesehen habe war ich noch gespannter auf das neue Album „Skeletá“ des schwedischen Phänomens GHOST. Live kamen vier Songs vom neuen Album zum Einsatz, „Peacefield“, „Lachryma“, „Satanized“ und „Umbra“, die sich sehr gut in das Live Set einfügten. Bleibt die Frage ob Tobias Forge alias Papa Emeritus sich seines eingeschlagenen Weges treu bleibt oder etwas ändert. Damit meine ich den Stilwechsel weg vom harten Heavy Metal mehr in die Heavy Rock / Hard Rock Ecke hin. Ob er den noch weiter fortsetzt oder wieder in die Metalecke hinein driftet.

Der Weg führt Papa Emeritus in die Heavy Rock Ecke die im Grundton mal durch dunkle Riffsalven und Growls ein wenig heftiger werden kann, ansonsten wird im melodischen Heavy Rock auf sich aufmerksam gemacht. Balladen kommen auch mal zum Einsatz die sich im GHOST Gewand auch sehr gut anfühlen. Man kann zum Image des Satanismus und die unheiligen Texte stehen wie man will, aber GHOST ist da ein extremes Phänomen um das im laufe der Jahre ein regelrechter Hype entstanden ist, sie Füllen weltweit die größten Arenen und spielen dort vor zig tausenden von Leuten. Das selbe was sie Live auf der Bühne zeigen spiegelt sich auch irgendwie auf den Tonträgern. Es wird theatralisch mit viel Drama ein Album der Extraklasse eingetütet. Vergleichen lassen sich GHOST dabei schlecht da es bis jetzt nichts derartiges gegeben hat. Ich versuche mal eine vorsichtige Umschreibung von ABBA Grundtönen die mit dem Bombast von Queen zu einem eigenen Sound und dem Satan Image vermengt werden um so den Ureigenen GHOST Sound zu schaffen. Schade ist nur der Umstand das die Nameless Ghouls Namenlos bleiben und deren Identität so gut wie nicht bekannt gegeben werden, die aber auch zum großen Erfolg von GHOST beitragen. So hat Mainman Tobias weniger Probleme einen Musiker auszutauschen, da sowieso nicht viel bekannt ist.

Der Papa bietet am Mikrofon einen tadellosen Job und zeigt sich mit seiner gewohnt engelhaften Stimme in Bestform. Die Gitarren machen das was sie sollen, ein Riff nach dem anderen Abfeuern und mit der Tastenabteilung als ein bestens eingeöltes Team ein perfektes Umfeld für den Papa zu schaffen. Der Bass haut die Töne sehr laut raus und das Schlagzeug überzeugt auf ganzer Linie. Die Backing Vocals gehen wie bei GHOST immer voll auf 12. So zeigt sich der Papa mal wieder zur Welt Tour auf einem Niveau das so leicht nicht zu toppen sein wird außer von ihm selbst. Die Produktion befindet sich bei GHOST auch immer auf einem Top Level das es keinen Grund zum Motzen gibt.

Zum Abschluss kann man dem Papa ein Zeugnis mit der Gesamtnote sehr gut ausstellen, so kann es weiter gehen. Obwohl ein Überburner wie „Mary On A Cross“ oder „Dance Macabre“ fehlt überzeugen die Songs. Egal ob jetzt Überburner oder nicht GHOST Songs bestehen aus Hooks für die andere Morden oder einen Vertrag mit dem Höllenfürst persönlich mit Blut unterschreiben und damit ihre Seele Luzifer verkaufen würden.

„Peacefield“ der Opener des Albums und auch Liveshow, fängt mit Kirchenchor an und geht dann in einem Ohrwurm über, „Lachryma“ fängt mit düsterem Riffing an um einen typischen GHOST Rocker abzulassen, mit gelegentlichen Growls wirkt er bedrohlich bis der zuckersüße Refrain ein Highlight draus macht. „Satanized“ ein sehr guter Power Rocker allerdings mit unheiligem Text, „Guiding Lights“ eine sehr coole und melodische Ballade die Kuschelfeeling verbreitet. „De Profundis Borealis“ legt sehr bedacht und gefühlvoll mit Piano Klängen los bis die Gitarren und Drums volle Kanne rein Brettern ab da wird es ein ausgewachsener Gewalt Rocker mit geilen melodischen Gesangsparts, „Cenotaph“ ein cooler Rocker mit Rock N Roll ähnlichem Riffing. „Missilia Amori“ Amors Pfeil besticht mit einem satanistischen Refrain der alles überfährt, „Marks Of The Evil One“ hier werde ich von der Melodie her an FALCOs „Jeanny“ erinnert obwohl beide Songs nicht unterschiedlicher sein können – der Refrain ist endgeil, „Umbra“ der Schatten erhebt sich aus der Asche und wirkt sehr poppig und ebenfalls genialem Refrain, „Excelsis“ zum Schluss werden nochmal mit viel Dramatik die Taschentücher nass gemacht und hätte auch von ABBA zu deren besten Zeiten stammen können

Balle

CIRKUS PRÜTZ – Manifesto

Trackliste:

01. White Knuckle Blues
02. Dringking Muddy Water
03. Handyman Boogie
04. Walking In The Rain
05. The Blues Is The Cure
06. Living Like A God
07. Twenty4Seven Blues
08. Pack Your Bags
09. High Roller
10. Water Into Wine

 

Spielzeit: 37:26 min – Genre: Blues Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 18.04.2025 – Page: www.facebook.com/cirkusprytz

 

JOE BONAMASSA wird am 30. April Live in der Olympiahalle München sein, da Balle dabei ist stimme ich mich heute mit dem vierten Album der Schweden CIRKUS PRÜTZ auf Blues Rock ein. Mal sehen was die Band auf dem vierten Output zu bieten hat. Laut Promoinfo hat sich die Band von Album zu Album steigern können, das kann ich weder belegen noch bestreiten, da ich die Vorgänger Alben nicht kenne. Mir ist fast schon wieder schleierhaft wie sich die Schweden vor mir verstecken konnten ohne auf meinem Radar aufzutauchen.

Zur Band gehören Cristian Carlsson am Mikrofon und Gitarre, Franco Santunione ebenfalls Gitarre, Jerry Prütz am Bass und Per Kohlus an den Drums. Cristians Stimme liegt von der Range irgendwo bei Bruce Brookshire von DOC HOLLIDAY, Danny Joe Brown oder Phil McCormack von MOLLY HATCHET und Billy Gibbons von ZZ TOP und klingt nahezu ideal für diesen Blues Rock den CIRKUS PRÜTZ regelrecht zelebrieren. Die Gitarren und auch der Bass kommen mit viel Schmackes daher, bilden so mit der Stimme den Mittelpunkt von „Manifesto“. Die Drums sind alles andere als Leisetreter allerdings mehr im Hintergrund, da die Stimme klar im Vordergrund über allem thront. Die Produktion klingt sowas von furztrocken und könnte nicht besser für die Mucke ausgeführt sein.

Die Mucke bewegt sich im flotteren und härteren Blues Rock und liegt dabei irgendwo zwischen JOE BONAMASSA und ZZ TOP zu deren harten Blues Zeit. Blues Rock ist alles andere als Happy Feel Good Musik, meist mit schweren Riffen und trauriger Note versehene Rocker können trotzdem für gute Stimmung sorgen. Wie im Fall von CIRKUS PRÜTZ die ein Blues Rock Highlight abgeliefert haben, egal welchen Song man sich raus sucht, es ist jeder ein Treffer fürs Ohr und ein wahrer Trommelfellschmeichler. Egal ob nun mit schweren und traurigen Riffs hier gibt es voll auf die Lauscher. Mit coolen Melodien reiht sich Song an Song und entlockt einem öfters mal ein Oha, wie Geil. Allein schon die Stimme von Cristian hat was magisches und harmoniert perfekt mit Blues Rock, würde sich von der Range aber auch im Southern Rock sehr wohl fühlen ohne dort deplatziert zu wirken. Mit diesem Album legen CIRKUS PRÜTZ auf jeden Fall eine Punktlandung in der oberen Bewertungsskala hin, besser kann man Blues Rock nicht bringen, die Schweden machen mit „Manifesto“ fast alles richtig. Die Bewertung hätte höher sein können wenn mehr als zehn Songs auf dem Album gewesen und die Spielzeit um 45 Minuten ausgefallen wäre. So bleibt eine trotz dieser beiden Umstände immer noch anständige Punktlandung.

„White Knuckle Blues“ macht am Anfang gleich mal Pluspunkte, „Dringking Muddy Water“ könnte auch aus den tiefsten Sümpfen der Südstaaten stammen, der Anfang vergeigt mit verzerrter Stimme – wenn die Spielerei vorbei ist wird ein amtlicher Blues Rotzer draus. „Handyman Boogie“ hier lassen die vier einen flotten Boogie Shaker von der Leine, „Walking In The Rain“ was für eine geile Leadgitarre, hier beweist die Band sehr viel Gefühl. „The Blues Is The Cure“ ein sehr schwerer Blues Rotzer der überzeugt, „Living Like A God“ klingt nicht ganz so düster und zieht seinen unaufhaltsamen Weg in die Trommelfelle. „Twenty4Seven Blues“ das Ding sprengt die Skala, geiles Riffing trifft auf eine Stimme die es in sich hat, „Pack Your Bags“ immer wenn man meint es gibt keine Steigerung verpassen einem die Schweden voll einen Schwinger. „High Roller“ und sie haben es schon wieder gemacht, eine erneute Steigerung zum Song davor und wenn das so weiter geht folgt der Niederschlag und KO, „Water Into Wine“ der finale KO Schwinger bleibt aus, dafür wird es sehr schwermütig und traurig.

Balle

CAPTAIN BLACK BEARD – Chasing Danger

Trackliste:

01. Dreams
02. When It’s Over
03. Chasing Rainbows
04. Shine
05. AI Lover
06. Can’t You See
07. Read Your Mind
08. Piece Of Paradise
09. Where Do We Go
10. In Your Arms

 

Spielzeit: 39:29 min – Genre: Melodic Rock – Label: Mighty Music – VÖ: 04.04.2025 – Page: www.facebook.com/CaptainBlackBeardBand/

 

Die schwedischen Rocker bogen gerade mit dem siebten Studioalbum auf die Zielgerade, war der Band in der Vergangenheit oft nicht klar in welchem Stil sie sich beheimaten sollen. Der Stil variiert stark zwischen Hard Rock, Melodic Hard Rock bis in den stark keyboardschwangeren AOR. Wobei man sagen kann das sie jeden Stil meisterhaft handeln konnten und auf jedem ihrer Alben verdammt coole Songs anzubieten hatten. Gibt es auf Album #7 nun den endgültigen Stil oder wird es wieder eine Gratwanderung der drei Stile den die Band so gut handeln konnte?

Im Jahr 2025 gehören zu CAPTAIN BLACK BEARD neu am Mikrofon Fredrik Vahlgren, Daniel Krabowski an Gitarre, Robert Majd an Bass und dem Stickschwinger Vinnie Strömberg. Ich muss gestehen das der vorherige Shouter Martin Holsner eine sehr gute Figur am Mikro abgab, aber er hat sich 2023 dazu entschieden die Band zu verlassen, das Ende vom Lied ist das Fredrik nun das Mikro übernommen hat.

Yippie-Y-Yeah Schweinebagge, die 80er sind wieder da, das beste Jahrzehnt ist wieder auferstanden, zumindest wenn es nach CAPTAIN BLACK BEARD geht. Die Preise an der Zagfsäule, beim Einfkaufen und ein Fritz der wie seine Vorgänger nur auf sich und die 10%ige Minderheit die mehr als genug hat, der Bevölkerung schaut sprechen leider eine andere Sprache. Also mal kurz aus dem hier und jetzt 30 Jahre in die Vergangenheit geflüchtet und dem neuen CAPTAIN BLACK BEARS Album gelauscht, leider endet die Zeitreise nach knapp unter 40 Minuten schon, und die ungeschönte Wirklichkeit holt einen wieder aus dem Trip in eine Zeit die rosiger war als jetzt.

Neusangesbardinger Fredrik macht seinen Job anständig und gibt keinen Anlass zum Mosern, obwohl ich immer noch Martin im Ohr habe, er passte perfekt zum soften Melodic Hard Rock und AOR Sound der Band. Die Band hat mit Fredrik einen anständigen Ersatz gefunden der von der Tonlage rauer und tiefer liegt als Martin. Die Gitarren verschaffen sich genügend Freiraum um voll durch zu blitzen, die Keyboards sind im typischen 80er Stil mit viel Bombast und oft Fanfarenhaft oder auch mal spacig ausgeführt. Der Bass spielt im Zwischenraum die dritte dezentere Geige hinter der Stimme, Gitarren und Keys. Das Schlagzeug wurde sehr behutsam abgemischt um die drei Frontkämpfer nicht von hinten zu überfahren, so ergibt sich ein Bild das in den 80ern ähnlich sehr oft zu hören war. Die Farbgestaltung des Covers spricht die selbe neongeschwängerte Sprache wie die Mucke, aus einer Zeit stammend die Miami Schweiß Klomatten in der Disco aber auch neonfarbige und quietschebunte Hosenträger, Tops, Stretch-Miniröcke sowie Kutten und Spandexhosen etablierte. Die 80er schwingen in jeder Note und Akkord mit und vermitteln das warme Gefühl dieser angenehmen Zeit – egal ob jetzt wirtschaftlich für die Bevölkerung oder die Anzahl der Discos, dem unbeschwerten Aufstieg der gitarrenlastigen Melodic Mucke bis zu deren Untergang im Jahre 1991, hier swingt einfach ein tolles Jahrzehnt mit. Ob dies nun den Geschmack der breiten Masse findet kann und will ich nicht beurteilen, dass sollte jeder für sich entscheiden ob er dem Gefallen schenkt oder auch nicht. Bei mir werden sehr viel Erinnerungen wach die ich mit diesem Jahrzehnt verbinde, und die Positiven sind da klar mit 90% in der Überzahl.

Wer die 80er Jahre nicht miterlebt hat und wissen will für was diese Jahre stehen sollte sich am besten die Mucke der angesagten Acts von damals bei voller Lautstärke rein pfeifen und sich dem Gefühl von der damaligen Freiheit um die Ohren wehen lassen oder die letzten drei Alben von CAPTAIN BLACK BEARD gönnen und dann den Soundtrack der 80er.

„Dreams“ legt mit einem brachial Riff los um mit einsetzen der 80s Keyboards im AOR zu wildern – beim Tastensolo wird es abgefahren und spacig, „When It’s Over“ ein cooler Rocker kommt mit Saxophon Klängen ob vom Synthy oder real kann ich nicht mit Gewissheit aussagen. „Chasing Rainbows“ ein Highlight das vor 30 Jahren sehr viel Potential hätte entwickeln können, „Shine“ sehr flott mit abgefahrenen Keyboardspasagen. „AI Lover“ erinnert von seiner elektronischen Synthy spielerei an den 80er pseudo Animationsstreifen Tron – wenn das anfängliche geklimper vorbei ist wird es ein anständiger Rocker, „Can’t You See“ ein weiterer flotter Rocker bei dem die Luft knapp wird. „Read Your Mind“ hier werde ich von den Tasten her an MICHAEL CRETU, JEAN MICHELLE JARRE oder MIKE OLDFIELD erinnert, „Piece Of Paradise“ diese Ballade hätte damlas sehr viele Chancen für einen vorderen Platz der Top Ten gehabt. „Where Do We Go“ hier wird wieder unter Volldampf Segel Richtung Disco Rock gesetzt, „In Your Arms“ geiles Metal Anfangsriff bis die Keys dazu donnern und wieder den AOR zurück bringen.

Balle

SACRED Interview

Anlässlich der Veröffentlichung des Debütalbums „Fire To Ice“ der schwedischen Metaller SACRED stand mir Gitarrist Jonatan Hallberg für ein sehr angenehmes Gespräch zur Verfügung es war nicht nur ein Interview sondern irgendwie ein Gespräch unter zwei Musik verrückten Junkies die sich angeregt unterhielten.

RG: Hallo Jonatan, vielen Dank das du mir für dieses Gespräch zur Verfügung stehst. Und vielen dank für das Präsent.

JH: Hi Helmut, bitte bitte aber ich habe für das Interesse und deine Rezis über unser Debütalbum zu danken. Und das du über unsere Musik schreibst.

RG: Die Hauptsache ist das ihr euch mit meinem Review identifizieren könnt.

JH: Ja sicher, wir fühlen uns dabei sehr großartig und sind sehr dankbar, vor allem bei voller Punktzahl.

RG: Wie denkst du über die Idee die ich auf euren Facebook Account über eine gemeinsame Tour mit SIX FOOT SIX und DYNAZTY geschrieben habe?

JH: Ich finde das dies eine coole Idee ist. Ich hatte leider noch keine Zeit mit beiden Bands über diesen Vorschlag zu reden wie sie darüber denken. Aber ich denke das ist eine wirklich guter Einfall, wer weiß vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit das so zu realisieren. Allerdings weiß ich noch nicht wie die Jungs der anderen Bands darüber denken, vielleicht sind sie an so einem Line Up und mit uns auf Tour zu gehen interessiert.

RG: DYNAZTY befinden sich momentan mit NANOWAR OF STEEL und TRICK OR TREAT in Deutschland auf Tour, ich konnte sie schon zwei Mal Live sehen. Einmal waren sie Headliner und das zweite Mal waren sie Special Guest bei KISSIN‘ DYNAMITE. Und beide male waren sie fantastisch.

JH: Wirklich, das ist ja stark.

RG: Wie fallen die Reaktionen zu eurem Album weltweit aus? Hast du da ein paar Infos für mich?

JH: Wir erhalten sehr gute Reaktionen und Reviews. Es gibt keine schlechten Dinge die über das Album berichtet werden. Die Leute sind äußerst erfreut über das Album, genauso wie wir und natürlich über die überwältigenden Reaktionen. Es ist einfach großartig wenn etwas wie unser Album das wir geschaffen haben solchen Anklang findet. Wir bekamen jetzt vom Schweden Rock Magazin eine 9 von 10 und das ist wirklich unglaublich. Die meisten Reviews wie deiner bewegen sich bei Full House oder im Rahmen von 7 bis 10 von 10 Punkten. Man kann sich nicht mehr wünschen als das was wir gerade erfahren.

RG: Habt ihr diese Reaktionen oder hohen Bewertungen erwartet?

JH: Ich persönlich nicht, ich glaube an unsere Musik, an das Album und die Band. In der Zeit bevor das Album veröffentlicht wurde wussten nicht viele Leute von und über uns. Und wir sind sehr happy darüber das das Album so gute Reviews bekommt und auch so viele Schreiber die davon Notiz nehmen. Ich bin auch unserem Label Stormspell Records dankbar da sie einen sehr guten Job machen in Bezug auf Promotion sonst würde unser Album nicht so eine Wirkung haben. Schließlich verschickt das Label die Presskits an die Magazine. Das trägt auch dazu bei das unser Album einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Um ehrlich zu sein, ich schwebe momentan über den Wolken und könnte nicht stolzer sein.

RG: Nicht zu Hoch schweben sonst stoppst du an Wolke 7 bei Lemmy, Dio und Steve Lee.

JH: Nein, Nein jetzt noch nicht, keine Sorge ich arbeite hart daran mit beiden Füßen auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben.

RG: Wie sehen die Reaktionen in eurer Heimat in Schweden so aus?

JH: Wie ich gerade erwähnte den Review vom Schweden Rock Magazin, und wir erhalten Nachrichten von Leuten die noch nie von uns gehört haben und das Album sehr mögen. Es sieht so aus als wenn die meisten Leute in Schweden oder besser gesagt auch der Rest der Welt sind der Meinung das „Fire To Ice“ ein Album im Classic Heavy Metal Sektor ist das eben genau diesen alten Classic Heavy Metal zurückbringt. Ich denke wir haben mit diesem Album den Nagel genau auf den Kopf getroffen und eine Punktlandung hingelegt.

RG: Das kann ich so nur bestätigen. Warum habt ich euch für einen Deal mit dem amerikanischen Label Stormspell Records entschieden? Es gibt doch gerade in Deutschland oder auch den Rest Europas einige sehr gute und große Labels mit sehr vielen Kontakten in der Welt und Vertriebsmöglichkeiten. Ich habe versucht das Album in Amerika beim Label zu bestellen da kommt eine gepfefferte Rechnung auf den Hörer zu, die CD + Versandkosten und auf diesen Betrag fällt dann noch die in Europa fällige Einfuhrabgabe an das macht dann für eine CD 39,- Euro.

JH: Da muss ich dir Recht geben, sicher haben wir mit einigen Kontakt aufgenommen und versucht einen Vertrag zu bekommen. Zu diesem Zeitpunkt war für uns Stormspell Records der Richtige Partner mit dem wir unser Album veröffentlichen wollten. Robin Utbult hat bei AIR RAID mit Stormspell zusammen gearbeitet, also erschien es uns als richtige Entscheidung. Robin meinte das sie gute Arbeit für AIR RAID geleistet haben, also haben wir uns für Stormspell entschieden.

RG: Für den Vertrieb in Europa wäre doch ein europäisches Label besser oder nicht?

JH: Ja sicher. Ich weiß nicht wie offiziell das ist aber wir stehen mit einem deutschen Label wegen eine Veröffentlichung einer Vinyl Version von „Fire To Ice“ (kurz nach dem Gespräch wurde vom Label bekannt gegeben das FHM die Rechte für die Vinyl und CD Auflagen hat) in Kontakt, mehr Infos gibt es bald. Das fühlt sich sehr gut an und wird auch für die Fans eine gute Sache sein. In Anbetracht der Optionen die wir damals hatten war es das Richtige mit Stormspell das Album als CD heraus zu bringen. Unsere Idee ist es momentan das Album als Vinyl über das deutsche Label heraus zu bringen. Das wird eine abgefahrenes Ding unser Album als Vinyl in Händen zu halten.

RG: Wird es eine limitierte Vinyl Auflage oder sind mehrere geplant?

JH: Es wird erst mal eine limitierte Auflage, wie hoch die sein wird weiß ich jetzt nicht, geben und je nachdem wie der Absatz aussieht kann es sein das es eine zweite Auflage geben wird. Vielleicht werden es auch mehr das kann man jetzt noch nicht beantworten, das wird die Zukunft zeigen.

RG: Manche Songs auf „Fire To Ice“ haben echtes Potential für Radio Airplay, hast du da vielleicht Infos wie es mit Radios aussieht?

JH: Ja, eine Station hat uns kontaktiert wann wir das Album veröffentlichen, ich glaube das war Laut.FM, die „Fire To Ice“ spielten. Und es gab jemanden aus Österreich mit einer sehr kleinen Radiostation der Interesse hatte unsere Songs zu spielen. Wie es bei größeren Stationen aussieht kann ich nicht beantworten, da fehlen mir auch die Infos.

RG: Weißt du wie sich das Streaming verhält? Welche Länder spielen da ganz vorne mit?

JH: Das Video vom kompletten Album auf dem NWOTHM (New Wave Of Traditional Heavy Metal) Channel wurde über 16000 Mal angesehen. Auf Spotify sieht die Sache von Song zu Song unterschiedlich aus. „Gateway To The Gods“ ist der Song der am meisten gestreamt wurde, die Zahlen gehen langsam nach oben. Alle Songs bewegen sich über 5000 Streams pro Song, stetig steigend. Auf Spotify entwickelt sich das Album positiv, für uns hat es den Eindruck das die Leute unser Album mögen und das freut uns natürlich.

RG: Kannst du einsehen welches Land führt und wie da die Reihenfolge aussieht?

JH: Die Top Five sind Schweden, USA, Deutschland, Großbritannien und Brasilien, dann folgen noch Italien, Polen. Das Album wird langsam bekannter.

RG: Wie hoch ist der Einfluss von deutschen Heavy Metal Bands, die wie etwa HELLOWEEN, ACCEPT, WARLOCK oder RUNNING WILD einen sehr großen Fußabdruck besitzen?

JH: Wir haben definitiv Einflüsse von diesen Bands, alle in der Band haben viel HELLOWEEN, ACCEPT und RUNNING WILD die großartig sind gehört. Aber auch HEAVENS GATE, ich kann es nicht mit Gewissheit sagen aber meine das die auch aus Deutschland stammen, sagt dir der Bandname etwas?

RG: Ich kenne den Namen, gehört habe ich von ihnen noch nichts.

JH: Es gibt ein bomben Album von HEAVENS GATE ich glaube der Titel lautet „Living In Hysteria“. Uns haben auch andere Bands geprägt wie die SCORPIONS die sich im Hard Rock befinden. Deutsche Bands haben mit Sicherheit einen hohen Einfluss auf SACRED. Ich glaube sogar das Deutschland das Heavy Metal Land überhaupt in Europa ist. Anderseits haben auch die guten alten englischen Bands wie besonders IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST, BLACK SABBATH oder DEEP PURPLE ihre Spuren bei uns hinterlassen.

RG: Ich finde das die Einflüsse nicht zu stark herausstechen.

JH: Wirklich? Sehr interessant. Einige Leute brachten RIOT ins Spiel. Die Vier Bands die den Kern der Einflüsse bilden sind IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST, HELLOWEEN und QUEENSRŸCHE.

RG: Den größten Einfluss den ich hören kann ist QUEENSRŸCHE, ihr habt ja auch die Coverversion von „Queen Of The Reich“ auf dem Album, dass sehr gut gelungen ist.

JH: Oh vielen Dank für das Kompliment. Das freut mich natürlich. Das war ein Heidenspaß den Song aufzunehmen. Wir haben den Song über die Jahre in manchen Shows gespielt und im Proberaum geübt. Für uns stand fest das er sehr nahe an SACRED als Band dran ist und somit der perfekte Song für das Album ist.

RG: Da wäre ich gerne eine Maus in eurem Proberaum.

JH: Die Idee gefällt mir.

RG: Ich hoffe das ihr mal nach Deutschland kommt um Live für Stimmung zu sorgen.

JH: Glaub mir das würden wir sehr gerne machen. Ich habe mit CRYSTAL EYES, wo ich immer noch Mitglied bin, auf dem Truveheim Festival Hallbergmoos-München gespielt, vielleicht ergibt sich da die Möglichkeit, du wohnst ja in der Nähe von München.

RG: Diese Vorstellung gefällt mir, ich bin gespannt ob ich SACRED mal auf diesem Festival sehen kann.

JH: Für dieses Jahr steht das Line Up schon, aber wer weiß vielleicht klappt es nächstes Jahr. Das wäre großartig weil das Truveheim ein sehr cooles Festival ist. Ich liebe und bevorzuge die kleinen und familiären Festivals.

RG: Weißt du vielleicht wie viele Leute sich damals beim Trveheim unter dem Publikum befanden?

JH: Ich schätze als wir dort gespielt haben waren es etwa 700 Leute. Ich mag solche Veranstaltungen am liebsten weil man einfach sehr nahe an den Leuten dran ist und die pure Energie des Publikums spüren kann. Wir werden daran arbeiten das ich mit SACRED wieder auf dem Trveheim spiele aber auch Wacken wäre ein Spektakel. Die Zukunft wird uns die weitere Entwicklung zeigen. Vielleicht greifen wir auch deine Idee mit DYNAZTY und SIX FOOT SIX auf wenn beide auch Lust darauf haben.

RG: Wacken ist bestimmt ein Erlebnis aber für mich einfach zu Groß.

JH: Da gebe ich dir Recht. Wenn man in einer familiären Atmosphäre spielt und den Schweiß der Leute sieht die bei bester Stimmung sind ist schon einmalig. Die Energie zwischen Band und Publikum ist einfach besser als bei einem großen Festival.

RG: Wie sieht es beim Schweden Rock Festival aus? Könnt ihr da spielen?

JH: Vielleicht ergibt sich was, wir sind in Kontakt mit dem Veranstalter. So wie es momentan aussieht steht das Line Up für dieses Jahr fest. Aber wer weiß eventuell nächstes Jahr.

RG: Wie sieht es mit Merch aus? Habt ihr einen eigenen Shop und wo wird das hingeschickt?

JH: Nein, da sich alles im kleinen Rahmen bewegt, der einfachste Weg ist über Messenger auf Facebook. Wir haben eine Firma die Print by Order macht. In etwa eine Firma die nach Eingang der Bestellungen Merch bedruckt und dann auch gleich den Versand tätigt. Momentan bestehen die Artikel aus CD, ein Shirt und Mützen. Der Hauptteil der CDs geht nach Spanien und Deutschland. Bei Stormspell sind es die Staaten und Latein Amerika aber ich bin mir da nicht ganz sicher. Bei uns Schweden, Spanien und Deutschland. Ein paar Leute haben Patches und Shirts geordert, da war ein Typ aus Tonga der ein Shirt bestellte. Ich habe das nie vorher gehört.

RG: Wie hoch waren die Versandkosten nach Tonga?

JH: Wenn ich mich nicht irre genauso hoch wie in andere europäische Länder. Als ich das Paket aufgegeben habe und sagte nach Tonga sagte der Postmitarbeiter 10,- Euro.

RG: Das ist interessant, aber ich halte dich nicht länger auf. Ich danke dir für das nette Gespräch und hoffe euch in Zukunft mal Live in Deutschland sehen zu dürfen.

JH: Ich danke dir für deine Reviews und das Interesse an SACRED.

www.facebook.com/sacredmetalband