GLORY – 2 Forgive Is 2 Forget (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. 2 Forgive Is 2 Forget
02. Miracles
03. What Can We Do
04. Tonight
05. Doctor Of The Blues
06. Love Never Lasts
07. Stand Up And Shout
08. Can’t Hide Your Tears
09. Taking It Day By Day
10. Tease N Please
11. Bourreè

Spielzeit: 42:17 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: Victor Musical Industries Japan – VÖ: 1991 – Page:

Im Jahr 1989 veröffentlichte eine schwedische Band mit dem Namen GLORY ihr AOR / Melodic Rock Debütalbum „Danger In This Game“. Mit diesem Debütalbum konnte die Truppe ordentlich Staub aufwirbeln, leider ist dieses Album mittlerweile schwer gesucht und rar, mit Glück treibt man eine gebrauchte CD zu einem erträglichen Preis auf. Diese Band kam zwei Jahre später mit einem Nachfolger „2 Forgive Is 2 Forget“ aus dem Studio, der Unterschied zum Debüt bestand darin das die Jungs mit einem Mann weniger nur noch mit vier Mitgliedern ohne festen Keyboarder kamen und einer Ausrichtung des Sounds der sich im Melodic / Hard Rock bewegte. Auch dieses Album ist rar geworden und schwer aufzutreiben.

Zur damaligen Besetzung gehörten Peter Eriksson am Mikro, Jan Granwick an den Gitarren, Andy Loos am Bass und Matt Driver an den Drums. Als Keyboarder werden im Booklet Mats Lindfors, Pelle Blom und Shouter Peter Eriksson angegeben. Peters Stimme befindet sich in den mittleren Tonlagen und kann bei Bedarf auch rau und böse klingen. Stimmlich liegt er einem Jon Bon Jovi sehr nahe, dem er auch problemlos das Wasser reichen kann. Die Gitarren kommen sehr knackig, mit viel Biss aus den Lautsprechern, und lassen dabei nichts aber auch rein gar nichts vermissen. Mich erinnern die trockenen Riffeinlagen an Trond Holter vom Debütalbum der Norweger DREAM POLICE. Die Keys sind dezent und stehen als Unterstützung hinter den Gitarren. Der Bass steht gut und wohldosiert im Raum. Die Drums sind sehr Auffällig und zeigen einen Drummer der mit sehr viel Energie die Bespannung bearbeitet.

Gegenüber dem Debütalbum gehen GLORY den zweiten Output knackiger und kerniger, wenn nicht sogar eine Spur aggressiver an und haben sich vom AOR des Debüts verabschiedet. Die neu Auslegung wirkte sich nicht auf die Qualität der Songs und deren Ausführung aus. GLORY agierten immer noch auf einem traumhaft hohem Level und spielten mit Leichtigkeit ein Album für die einsame Insel ein. Auf diesem Album befindet sich auch der erste Song den ich von GLORY gehört habe, „Tonight“ ein Song für die Ewigkeit und jede Lebenslage der alles besitzt, Melodie, traumhafte Instrumentierung und eine Stimme die alles bügelen kann was Rang und Namen hat. Auf „2 Forgive Is 2 Forget“ wird Melodic / Hard Rock von einem anderen Stern geboten, vergleichen kann man mit Bands wie DREAM POLICE, EUROPE, EVENRUDE, und sehr viel 220 VOLT zu „Eye To Eye“ Zeiten, STAGE DOLLS, BAI BANG mit „Ridin’ Hight“ und BOYCOTT. GLORY setzten auf ihren ersten beiden Alben die Messlatte verdammt hoch, die nicht oft gerissen wurde, außer von den genannten Vergleichen die auf dem selben Niveau agierten und ähnlich starkes Material veröffentlicht haben. Mit GLORY ging 1989 ein heller Stern auf, der mit dem Nachfolger noch heller strahlen konnte obwohl sich beide Alben auf Augenhöhe befinden.

Es folgten von 1993 bis 2000 noch drei Alben, die mir unbekannt sind und ich auch keine Aussage tätigen kann ob sich der Sound weiter entwickelt hat oder zum Debüt zurück ging. Die ersten beiden GLORY Alben gehören zum Pflichtprogramm jedes Hard Rockers und in jede anständige Sammlung. Hier gibt es leider nur geile Mucke mit Melodie und einer perfekten Umsetzung um die Songs für die Ewigkeit auf Tonträger zu konservieren.

„2 Forgive Is 2 Forget“ ein kräftiger Hard Rocker stimmt auf das Album ein, „Miracles“ bissig und melodiös geht es weiter. „What Can We Do“ ein cooler Hard Rocker mit allem was es braucht, „Tonight“ ein Superhit den nur Skandibands zustande bringen, besser kann man Melodic Rock nicht präsentieren. „Doctor Of The Blues“ knackiger Hard Rock mit Drive, „Love Never Lasts“ noch so ein Highlight im Stil von „Tonight“ nur flotter. „Stand Up And Shout“ ein Hard Rocker mit starkem Refrain, „Can’t Hide Your Tears“ sie können sogar Blues mit ihrem Sound kombinieren. „Taking It Day By Day“ es wird flott und unbeschwert drauf los gerockt, „Tease N Please“ hier riskieren die Jungs mehr als nur ein Auge in Richtung Nordamerika, „Bourreè“ ein mit Akustikgitarre gespieltes kurzes Outro.

Balle

TURN BACK TIME – Maybe Tomorrow

Trackliste:

01. Dancing In The Rain
02. Turn Back Time
03. Maybe Tomorrow
04. Faith
05. Into The Light
06. Jennie In Love
07. High
08. Girl Goodbye
09. Don’t Offend Me
10. Josephine

 

Spielzeit: 47:36 min – Genre: AOR – Label: Good Time Music – VÖ: 29.05.2026 – Page: www.facebook.com/Turnbacktimemusic

 

TURN BACK TIME so What the F.ck ist das schon wieder? Bei TURN BACK TIME handelt es sich um ein schwedische Band deren Mainmen aus Christer Green und Henrik Svedberg bestehen. Beide schrieben zum Großteil die Songs und bedienten die Instrumente auch zum Teil selbst.

Neben Christer an Gitarren, Bass und Keyboards, sowie Henrik an den Keyboards und Vocals bei Song 7 wurden beide von den Sängern Ronnie Hagstedt (Tracks 1, 4, 5, 6, 8, 10), Peder Lundgren (Tracks 2, 3, 7, 9), Morgan Lansford am Bass und Mr. Easy an den Drums unterstützt. Ronnies Stimme befindet sich in den mittleren Lagen, während Peder ein wenig dunkler und rauer klingt und bei Henrik hat man das Gefühl als wenn Peder die Vocals auch übernommen hat, da ist nicht hörbar ob Henrik die Vocals übernommen hat. Die Gitarren machen das was sie sollen und wofür sie gebaut werden, sie sorgen mit ihrem angenehmen Grundton für das richtige Riffing. Die Keys kommen wie man es von AOR Bands gewohnt ist mal als Keyboard, Orgel, Fanfare oder Piano ausgeführt. Der Bass gibt im Hintergrund ordentlich Gas und die Drums halten sich zurück und spielen nicht so auffällig auf.

Da das Songwriting auf die 1980er zurückzuführen ist, Christer und Henrik Live bis in die frühen 90er spielten ist es kein Wunder das die Mucke auch diesen unwiderstehlichen 80er Jahre Touch besitzt und das Feeling von damals problemlos in die Gegenwart transportiert. Zu hören gibt es 80er Like AOR mit skandinavischen Charme und einem schielenden Auge über den Atlantik in die USA und Kanada.

Vergleichen kann man TURN BACK TIME mit TOTO, SURVIVOR, PRISM, 101 SOUTH, sowie den Schweden TOMMY DENANDER, ALIEN, BAD HABIT und WORK OF ART mit einer Extraportion TOTO. Herausgekommen ist ein Album das jeden Anhänger der genannten Bands und Genre gefallen sollte.

Ein solides und gutes Album das TURN BACK TIME an den Start bringen, allerdings besitzen BOYS FROM HEAVEN mehr Biss und sind deshalb auch eine Nasespitze in der Bewertung um einen halben Punkt vorne.

„Dancing In The Rain“ ein flotter Opener der das Album einleitet, „Turn Back Time“ es bleibt flott und melodisch. „Maybe Tomorrow“ hier schimmern die gefühlvollen ALIEN voll durch, „Faith“ das Tempo geht wieder hoch. „Into The Light“ ein erstes richtiges Highlight, „Jennie In Love“ hier gibt es skandi TOTO in Reinkultur. „High“ geht fast als Hit durch, „Girl Goodbye“ hier kommt die volle Dosis TOTO Drama zum Einsatz. „Don’t Offend Me“ geht gut ins Ohr, „Josephine“ besticht in seiner Machart ohne Zweifel zu hinterlassen.

Balle

CONFESS – Metalmorphosis

Trackliste:

01. Colorvision
02. The Warriors
03. Wicked Temptations
04. Metalmorphosis
05. Beat Of My Heart
06. Pursuit Of The Jenny Haniver
07. The Other Side
08. Running To My Death
09. Plague Of Steel
10. Silvermalen

 

Spielzeit: 43:32 min – Genre: Sleaze Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/confessofsweden

 

CONFESS melden sich mit ihrem vierten Album zurück, keines war schlecht, das dritte überflügelte die ersten Beiden und konnte Full House abräumen. Mittlerweile sind die Schweden bei Frontiers Music untergekommen und werden damit sicherlich einen Bekanntheitsschub bekommen. Vor Album #3 waren CONFESS so etwas wie der Geheimtipp im Sleaze Rock Genre, dies änderte sich mit ihrem dritten Album bestimmt und jetzt mit Frontiers Music im Rücken könnte ein weltweiter Durchbruch gelingen. Schade ist nur das die erste EP und beiden Alben so gut wie nicht mehr aufzutreiben sind, außer natürlich auf den Streaming Plattformen, mit dem Nachteil was man sich da anhört gehört einem nicht.

Zur aktuellen Besetzung von CONFESS gehören Sänger John Elliot, die Gitarristen Ludwig Nordlander und Asser Hakala, Bassist Lucky und die Drummachine Samuel Samael. Johns Stimme hat den selben Ausdruck wie auch schon zu Anfangstagen, mit ein wenig Verbesserung, da sie jetzt variabler erscheint. Er kann von sanft über dreckig bis hin zu rau, und bedient diese Palette je nach Bedarf. Seit den ersten Album hat er nicht viel aber er hat dazu gelernt und dies steht den Songs sehr gut. Die Gitarren sorgen immer noch für ein Riffgewitter nach dem Anderen. Der Bass kann auch für Dampf sorgen und die Drums treiben alles vor sich her. Die Keyboards unterstützen den Rest der Band mit ihren dezenten Einlagen. Die Produktion ist dynamisch, gelungen und lässt nichts vermissen.

CONFESS machen auch auf „Metalmorphosis“ das was sie können, sie rocken bis der Arzt kommt. Dabei gibt es gewaltig auf die Lauscher, rotzfrech, vorlaut und mit ihrem schwedischen Augenzwinkern geht es voll nach vorne. Haben die Jungs dabei etwas ausgelassen oder vergessen? Nein, sie haben nichts übersehen, sie rocken so wie man es seit dem Debütalbum „Jail“ von ihnen gewohnt ist, und das keinen Deut schlechter. CONFESS sind wie ein guter Whisky, mit jedem Album steigt die Reife und das können wird immer raffinierter, wenn diese Entwicklung so weiter geht steht einem weltweiten Erfolg nichts mehr im Weg. Der Titel ist leicht irreführend, in den Metal driften sie nicht ab, versuchen sich aber an Riffsalven die an Metal erinnern. Selbst wenn es mal metalisch wird, wird es nicht zu hart, sondern bleibt im gewohnten Sleaze Rock mit einer kleinen Metal Note.

CONFESS kann man am besten als eine Mischung aus CRAZY LIXX, dem Debüt von CRASHDIET, HARDCORE SUPERSTAR sehen, und vielleicht ein winziger Tupfer SVEN GALI. Was spricht also dagegen die nächste Party von CONFESS beschallen zu lassen? Absolut nichts, wer auf dreckigen und versauten Sleaze Rock steht ist bei dieser Band genau an der richtigen Adresse.

Erneut legen CONFESS ein saustarkes Album vor, dass alles mitbringt was es mitbringen soll – diesmal auch über 40 Minuten, dass es keinen Grund gibt ein negatives Wort über das Album zu verlieren.

„Colorvision“ fängt mit einem Intro an was keiner benötigt – allerdings nach dem Intro geht die Treterei in den Hintern mit voller Macht lost, „The Warriors“ erinnert mich an eine dreckigere Version von SVEN GALI. „Wicked Temptations“ hier sind sie die CONFESS die mit ihrer unwiderstehlichen Charme offensive glänzen „Metalmorphosis“ ein flottes Highlight mit viel Druck. „Beat Of My Heart“ eine schöne Ballade die mit einer traumhaften Akustik Gitarre kommt, „Pursuit Of The Jenny Haniver“ hier benutzt die Band das erste Mal Metal artiges Riffing. „The Other Side“ noch so ein charmantes Highlight das einem nicht mehr aus dem Kopf geht, „Running To My Death“ ein Speedattacke die Potential besitzt. „Plague Of Steel“ in Strophen herrscht Chaos – im Refrain Harmonie, „Silvermalen“ am Schluss packen CONFESS nochmal die Melodic-Kelle aus und erinnern an einen Symbiose aus 70ern und CONFESS.

Balle

BULLET – Kickstarter

Trackliste:

01. Kickstarter
02. Caught In The Action
03. Open Fire
04. Keep Rolling
05. Hit The Road
06. Avenger
07. Chained By Metal
08. Spitfire
09. Full Throttle
10. Strike At Night
11. Night Falls Down

Spielzeit: 39:13 min – Genre: Heavy Rock – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/bulletband

 

So es ist jetzt 01:47 Uhr nachts und gerade vom BEYOND THE BLACK Konzert aus München zurückgekehrt. Nun ist die Zeit für die schwedische Krawalltruppe um Hell Hofer mich in andere Sphären zu beamen. Acht Jahre sind seit dem letzten BULLET Album „Dust To Gold“ vergangen, acht lange Jahre mussten die Fans auf neuen Stoff warten, doch das Warten hat nun ein lohnendes Ende, BULLET sind mit elf neuen Songs zurück. Wandelten BULLET auf ihren Alben immer auf einer Gratwanderung zwischen Hard Rock und Heavy Metal, mal mehr von dem oder dem anderen. Ich bezeichnete den BULLET Sound immer als härteren AC DC Sound mit alten Dirkschneider Vocals zu seinen besten ACCEPT Zeiten, liest sich nicht prickelnd, hört sich in Wahrheit aber sehr attraktiv an. Ich konnte längere Zeit nichts mit BULLET anfangen, genauso wie mit AC DC, erst spät entdeckte ich den AC DC Sound für mich, genauso bei BULLET, erst mit dem dritten Album begann BULLET mein Interesse zu wecken. Es gibt gewisse Dinge die erst reifen müssen um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, entweder ist es bei mir mit steigendem Alter oder diese Dinge müssen den richtigen Moment bei mir erwischen um meine Synapsen anzusprechen. Im Fall BULLET dauerte es nur fünf Jahre, bei den Stromrockern dauerte es Jahrzehnte.

Zur Besetzung von BULLET gehören Oberschreihals Hell Hofer am Mikrofon, Hampus Klang und Freddie Johansson an den Gitarren, Gustav Hector an Bass und Gustav Hjortsjö an der Schießbude. Hells Stimme scheidet bestimmt immer noch jegliche Geister in das Lager die schreien „Saugeile“ Röhre, die anderen gehen in Deckung und heulen rum das es sich um „Geschrei“ handelt. Sicher haben beide Lager in einer Art und Weise recht, entweder man kann mit der Stimme oder eben nicht. Hell raunzt, grunzt und schreit sich durch die Songs wie damals unser guter alter Udo zu seinen besten ACCEPT Zeiten. Damals gab es bei ACCEPT auch zwei Lager, die einen die es geil fanden, die anderen die damit nichts anfangen konnten. Allerdings gibt der riesige Erfolg von ACCEPT eben dieser deutschen Band recht, die ihre übergroßen Fußabdrücke im Heavy Metal hinterlassen haben. Vorbild für 100000 von Bands die ihnen Nacheifern. Ob BULLET einmal diesen Status erlangen werden wird die Zukunft bringen, allerdings sind sie auf einem sehr guten Weg dorthin ihre Duftmarke sehr hoch zu setzten. Ob nun Hellboy Hofer oder Udo das Organ mit mehr Kraft oder Ausdrucksstärke besitzt kann und will ich nicht entscheiden, dass soll jeder für sich alleine ausmachen. Auf jeden Fall gibt es so eine Stimme wie die von Hell kein wirklich zweites Mal und ist ein sehr großes Merkmal der Band, bei Bedarf gibt es mehrstimmige Chöre. Das zweite Merkmal sind die beiden Gitarristen die sich meist vom Riffing her in klassischen Gewässern bewegen, und sich dabei in den späten 70ern bis in die Mitte der 80er befinden. Egal ob man die Lead- oder Rhythmusgitarre anhört, beide befinden sich von der Ausführung sehr weit in der Vergangenheit. Ist dieser Umstand ein Nachteil? Nöö, mit Sicherheit nicht! Der Bass macht alles andere aber er gibt sich nicht damit zufrieden hinter den Gittis zu stehen, sondern bewegt sich auf demselben Niveau wie die Axtschwinger. Wer die Band kennt weiß wie intensiv die Drums sind, die spielen den Antreiber der mit Vollgas, brachial und ohne Gnade in jeden Hintern tritt bis der blau und blutig ist.

Neben Hellboy und der klassischen Gitarrenausführung gibt es noch eine Bandeigenschaft, dass sind die Melodien die in keinem Song zu kurz kommen. Mit der Treffsicherheit eines „The Nuke“ Luke Littler bei der Darts WM treffen BULLET mit ihren Songs immer in die tripple 20 und holen so das Maximum raus. Die Melodien scheinen zwar schon seit Urzeiten ausgenuddelt und zu einer früheren Zeit ähnlich gehört, zeigen aber eine Wirkung die sofort ins Ohr geht und nicht mehr so schnell in Vergessenheit geraten. Ist das ausgenuddelte innovativ oder wegweisend? Bestimmt nicht, aber wie im Fall von BULLET knallt und bumst es in jedem Song an allen Ecken das es eine wahre Freude ist. Das Rad erfinden die Schweden auch nicht neu, nur ist der Sound äußerst attraktiv und catchy wie Sau. Der Sound von BULLET schreit eines förmlich heraus, wie dick die Eier sind, nicht halbstark oder unklar wo der Weg hinführen soll, sondern erwachsen mit den dicksten Klöten im Business.

Leider befindet sich die Laufzeit des Albums knapp unter den magischen 40 Minuten und ergaunert sich dadurch und die fehlende Innovation einen Minuspunkt in der Bewertung. Nicht falsch auffassen, das Album hat es in sich nur die zwei negativ Punkte ergeben einen leichten Punktabzug der kaum ins Gewicht fällt.

„Kickstarter“ und schon die ersten Takte verraten Wer, Was, Wo sich im Player dreht, was für ein Arschtreter zum Start, „Caught In The Action“ ein cooler Rocker der auch gut in eine Disco passen würde. „Open Fire“ ein typischer BULLET Brecher zum abfeiern, „Keep Rolling“ ein Charmebolzen der voll in die Offensive geht und beim ersten Hören sitzt wie eine Stretch Jeans. „Hit The Road“ der Song für eine freie Autobahn und über 250 Sachen auf der Nadel, „Avenger“ nähert sich auch wie der Vorgänger mit Speed der Schallmauer. „Chained By Metal“ der nächste Nackenbrecher für gewaltige Schmerzen in den Halswirbeln, „Spitfire“ es wird das Gaspedal gelupft und ein Stampfer taucht im Gehörgang auf der Potential besitzt. „Full Throttle“ ein Gewaltrocker für die Disco oder Radio, „Strike At Night“ ein Schmankerl für jede Party, „Night Falls Down“ den schwersten Rocker und Highlight haben sich die Jungs für den Schluss aufgehoben.

Balle

MÄRVEL – Brain Drain Diaries

Trackliste:

01. Look! It’s Rock N Roll
02. A Beautiful Corpse
03. Brain Drain
04. Take A Stand
05. How Much Can I Wait
06. Biding My Time
07. Lord Of The Gilded Cage
08. Time Has A Way
09. Butt To The Head
10. Steal The Night

 

Spielzeit: 33:47 min – Genre: Great Rock N Roll – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 05.12.2025 – Page: www.facebook.com/marveltheband

 

Das schwedische Trio MÄRVEL schließt das Jahr 2025 mit einem neuen Album ab, dass Album hört auf den Titel „Brain Drain Diaries“. Nachdem ich das 2022er Album und die Best Of von 2023 durch den Kakao gezogen habe (die mich überzeugen konnten), folgt nun das elfte, und mein drittes Date, Album von MÄRVEL verbal durchzukauen. Leider ist es mir nicht möglich den gesamten Backkatalog durchzuhören, da mir Accounts bei Stream Diensten fehlen, warum? Ich bezahle nicht für etwas das mir am Ende nicht Mal gehört und in einer schlechteren Soundqualität als auf Tonträger ankommt. Ja ich weiß es gibt bei einigen Anbietern einen HD Stream, den ich auch ausprobiert habe und mit dem Ergebnis was bei mir am Ohr ankam in keiner Weise zufrieden war. Also ist für mich nur eins der Gewinner und das sind Tonträger auf Vinyl oder CD, Old-School – aber das ist einfach der beste Weg vernünftig Musik genießen zu können.

Bei den maskierten Rockern immer noch in Lohn und Brot sind The King an Mikrofon und Gitarre, The Burgher an Bass und The Vicar an den Drums. Die Vocals erinnern mich immer noch an eine Light Version von Paul Stanley oder auch Redboy von STARMEN. Diese Stimme kann aufs Neue beweisen was in ihr steckt und wie perfekt sie mit dem Bandsound harmoniert. Gibt es bei The King einen Grund zum Meckern, Nein in keinster Weise, weder am Mikro noch an der 6-saitigen. Die Gitarrenarbeit ist für MÄRVEL typisch energisch, mit viel Drive ausgeführt und sprüht nur so vor Agilität. Der Bass haut auch den Hörer aus den ausgelatschten Turnschuhen aus den 80ern. Die Drums sind von der brutalen Art und sorgen wie immer für Glanzpunkte. Die Produktion besitzt genügend Druck um selbst eine skinny-elasto Jeans zum Flattern zum Bringen. Jungs da habt ihr wieder einen an den Start gebracht, mein Wunsch wäre ein Album mit einer Laufzeit von über 40 Minuten!?!

Das sympathisch-chaotische Trio zeigt eindrucksvoll wie geil Rock Mucke aus Schweden ist, skandinavische Musiker haben sowieso ihre eigenen Regeln, Art und Weise wie sie Musik angehen, dass kann man in jeder Note hören und spüren. MÄRVEL bilden da keine Ausnahme, die Jungs müssen mindestens in meinem Alter sein, denn die Einflüsse die ich raushören kann ist genau die Mucke die ich früher in den 70ern und bis etwa dreiviertel der 80er im Radio hören konnte, und dann noch mit Skandi Charme versehen. Wenn ich den Sender Radio M1, damals bei mir leider nur mit viel rauschen und in Mono empfangbar dazu nehme dann konnte man diese Mucke noch länger genießen. Wie setzt sich der Stil von MÄRVEL zusammen? Sagen wir mal eine riesige Portion Great Fu**ing Rock N Roll gemixt mit einem drittel Classic Wurzeln und Glam Faktor, und in manchen Momenten mit einer winzigen Punk Note versehen. Liest sich zwar wie eine Katastrophe, hört sich aber weder beschießen noch abgefahren, sondern einfach nur geil an. Ich beschrieb in meiner ersten Rezi zu einem MÄRVEL Album, „KISS, ein leichter Schuss Bombast von URIAH HEEP, viel STARMEN und leichten THE CLASH Vibes“, man kann auch noch SWEET, die schwedischen Landmänner FREEDOM und THE HELLACOPTERS dazunehmen – und fertisch ist der MÄRVEL Sound.

Genau so muss das klingen, so und nicht anders geht Rock N Roll, Da ich immer versuche Fair und objektiv zu bleiben, ziehe ich bei diesem Album auch einen Punkt ab – weil die Laufzeit deutlich unter 40 Minuten bleibt und das im digitalen Zeitalter einfach nicht mehr Up-To-Date ist. Ansonsten haben MÄRVEL wieder ein heißes Eisen aus der Schmiede geformt das auf Anhieb überzeugen kann.

„Look! It’s Rock N Roll“ zeigt gleich wo die Richtung hingeht, in die typische MÄRVEL Ecke für die sie geliebt werden, „A Beautiful Corpse“ hier geizt das Trio nicht mit geilen Melodieführung, ein Highlight vor dem Herrn. „Brain Drain“ SWEET Gesangslines treffen auf MÄRVEL und fabrizieren einen Hit, „Take A Stand“ der dritte im Bunde – die Melodien einfach nur zum niederknien und verneigen. „How Much Can I Wait“ sie können es nicht lassen noch einen Hit vor den Latz zu knallen, „Biding My Time“ hier geht das Level geringfügig um ein paar Prozentpunkte runter. „Lord Of The Gilded Cage“ das Niveau geht wieder Steil nach oben Richtung 110%, „Time Has A Way“ ein geiler Classic Rocker der guten Laune. „Butt To The Head“ ein dämlicher Songtitel – der sich allerdings sehr gut entwickelt, „Steal The Night“ zum Abschluss gibt es noch mal voll auf Zwölf.

Balle

STARMEN – Starmenized II

Trackliste:

01. Trouble
02. Born To Rock
03. 15 Minutes Of Pain
04. The Once
05. Shark In The Dark
06. Five
07. One World
08. Shame On You
09. Not Your Enemy
10. Waiting On A Heartbreak

 

Spielzeit: 39:32 min – Genre: Hard Rock – Label: Melodic Passion Records – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.facebook.com/starmen.se/

 

STARMEN aus einer fernen Galaxy, auch Schweden genannt, stammend sind mit ihrem fünften Album zurück um die Welt zu erobern. 2018 als High-Energie Tribute Band der geschminkten Kult Truppe KISS gegründet und seit 2020 mit eigenem Material ihr Unwesen treibend hauen die vier erneut einen raus. Wurden schon drei Alben der Sternenmänner von mir durch den Fleischwolf gedreht, wobei mir ein Album durch die Lappen ging, verwurstele ich nun auch das fünfte Album mit dem Titel „Starmenized II“. Waren die ersten beiden Rundlinge noch durchwachsen aber überzeugend, der vierte Silberling war schon um einiges besser, also mal sehen ob die STARMEN sich nochmals steigern können.

Zu STARMEN gehören Red Starmen an Mikrofon und Gitarre, Purple Starman an Gitarre, Gold Starman an Bass und Silver Starman an den Drums. Wer die herrlichen Old-School Orgeln übernommen hat ist im Promotext nicht ersichtlich, auf jeden Fall passen die sehr gut zum Bandsound und machen die Sache sehr rund. Redboys Stimme ist immer noch sehr nahe an der von Paul Stanley von KISS dran, und hört sich an wie dessen kleiner Bruder der zu viel geraucht hat. Die Gitarren hauen ihre Riffattacken raus wie nichts und sorgen für die richtige Härte in den Gehörgängen. Nicht zu weit in den Vordergrund drängend bilden die Gitarren mit den Drums das ideale Gerüst für Redboys Gesang. Der Bass befindet sich zwei Schritte hinter den Gitarren und kommt nicht so deutlich durch. Die Drums hauen voll drauf allerdings nicht mit roher Gewalt um Gitarren und Gesang zu überfahren. Die Produktion klingt vollkommen in Ordnung, bei den MP3s die ich zur Verfügung habe fehlen durch die Komprimierung die Höhen am oberen Ende.

Der Sound ist wie soll es anders sein, typisch STARMEN und ist somit sehr KISS Vibes angehaucht, nicht nur durch die Stimme von Redboy, auch die Kompositionen sind mit sehr vielen KISS Vibes angereichert. Ist dieser Umstand schlimm? Manche sagen bestimmt ob denen nichts Besseres einfällt, das andere Lager freut sich das es weiterhin coole KISS ähnliche Mucke gibt da von der Kult Band lange nichts mehr veröffentlicht wurde und die gefühlt 100.000ste Best Of existiert mit immer wieder denselben Songs darauf. Also kommen die Sternenmänner für KISS Fans gerade rechtzeitig um für frisches Futter zu sorgen. Wenn sich das Futter auf solch hohem Niveau befindet macht das Hören doppelt Spaß. Die Songs auf „Starmenized II“ sind Überbleibsel vom Vorgängeralbum und das keinen Deut schlechter. Die Entscheidung welche Songs auf das Vorgänger Album kommen sollten muss bei der Anzahl an sehr gut hörbaren Titeln immens schwer gewesen sein, es wäre Schade gewesen, wenn die Songs von „Starmenized II“ in irgendwelchen Schubladen Staub angesetzt hätten. Gut das STARMEN diese Songs noch veröffentlicht haben, die sind zu gut um ungehört zu bleiben.

Erneut ein sehr gutes Album der schwedischen Hard Rocker, die unbeirrt ihren Weg gehen, und das ist auch gut so. Mal klingen die STARMEN mehr nach KISS ein anderes Mal nicht so dafür aber eigenständig.

„Trouble“ bietet mit viel Drama den perfekten Einstieg in das Album, „Born To Rock“ ein Vollgas Rocker der mit der Wucht eines Panzers einschlägt. „15 Minutes Of Pain“ ein energiegeladener Song der viel Charme versprüht, „The Once“ wildert ohne Scham im Melodic Rock, ein cooles Teil. „Shark In The Dark“ könnte deren Vorbilder auch nicht besser bringen, „Five“ eine Hymne die überall sehr gut ankommen sollte. „One World“ wildert erneut sehr gut im Melodic Rock, „Shame On You“ ein intensiver Rocker mit coolen Strophen, im Refrain wird es schräg. „Not Your Enemy“ ein sehr eingängiger Rocker der überzeugt, „Waiting On A Heartbreak“ schlägt zum Abschluss mit der klassischen Kelle zu.

Balle

NIGHTHAWK – Six Three O

Trackliste:

01. Hard Rock Warrior
02. Wrong Side Of Desire
03. Home Tonight
04. Angel Of Mine
05. Can’t Say Goodbye
06. I Am The Night
07. Losing My Mind
08. Too Good To You
09. Cut You Loose
10. Turn To Me
11. Man On The Silver Mountain

Spielzeit: 33:55 min – Genre: Classic Hard Rock – Label: Mighty Music – VÖ: 01.08.2025 – Page: www.facebook.com/nighthawkrocknroll

 

Meinen ersten Berührungspunkt mit NIGHTHAWK hatte ich im Frühjahr mit dem Vorgängeralbum „Vampire Blues“ welches bei Pride & Joy Music veröffentlicht wurde und mittlerweile zum Nice Price im Labelshop angeboten wird. Das Album brillierte mit klassisch angehauchten Hard Rock mit leichter Blues Note und machte ordentlich Spaß.

Zu NIGHTHAWK gehören im Jahr 2025 Björn Strid (u.a. GATHERING OF KINGS und THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA) am Mikrofon, Robert Majd (u.a. CAPTAIN BLACK BEARD und FANS OF THE DARK) an den Gitarren, John Lonmyre (CAPTAIN BLACK BEARD) an den Tasten, Rasmus Ehrnborn (u.a. AUTUMN’S CHILD und MIKAEL ERLANDSSON) an Bass und Magnus Ulfstedt (u.a. AMMUNITION, ECLIPSE, GRAND DESIGN, NORDIC UNION) am Schlagzeug.

Björns Stimme geht sowas von ins Ohr, kein Nervfaktor, keine zu Hoch gezogenen Kastraten Töne, in einer sehr angenehmen Lage shoutet er sich durch die Songs. So stellt man sich eine Stimme vor die in allen Lagen glänzen kann ohne dabei in eine Richtung über die Stränge zu schlagen. Die Gitarren klingen sehr klassisch wie in der guten alten Zeit ab Anfang der 1980er bis zum Jahr 1991, entweder wurden die genial durch einen Profiler ala Kemper gejagd oder ganz antik am Röhrenamp abgenommen, Bei den Klampfen sitzt jedes Riff oder Finger auf dem Griffbrett ohne großes rumgewichse. Die Tastenfraktion scheint irgendwo aus Mitte der 1970er mit einem endgeilen Orgel- oder Hammondthema mit einer Zeitmaschine ins hier und jetzt gebeamt worden zu sein, das weckt viele sehr feine, gute und angenehme Erinnerungen vor dem geistigen Auge. Wer auf alte Orgelklänge steht wird hier vor Freude feuchte Augen bekommen. Der Bass ist zwar voll da, könnte sich für meinen Geschmack aber in tieferen Frequenzen befinden, wenn die Orgel volles Brett fährt ist geht der Tieftöner leider fast unter. Das Schlagzeug befindet sich nicht so klar im Vorfeld wie Gesang, Gitarren und Orgel, kann aber trotzdem viele Momente für sich verbuchen ohne dabei zu Auffällig zu agieren.

Der Hard Rock von NIGHTHAWK fügt sich zu einem sehr wohl, retro und fast schon vintage klingenden positiven Gesamtbild zusammen. Die Schweden legen trotz der klassischen Töne auch auf sehr viel Wert auf Melodie und können nicht nur klanglich sondern auch von den Songs selber überzeugen. Einen weiteren Pluspunkt stellen die Orgeltöne dar, die so was von klassisch sind das man vor Ehrfurcht „fünf Vater unser“ betet wenn man die ersten Tastentöne hört. Diese Art Orgel hört man heutzutage nicht mehr sehr oft. Am besten kann man sich NIGHTHAWK vorstellen, wenn man sehr viel RAINBOW mit eine wenig BAD COMPANY, AC DC, DEEP PURPLE und BLACK PAISLEY in einen Topf schmeißt alles unter ordentlich rühren stundenlang weich kocht und dann zum trocknen aufhängt. Das Ergebnis wird NIGHTHAWK heißen und nur so nicht anders, einfach nur NIGHTHAWK mit frechem skandinavischem Charme ausgestattet.

Einen Abzug gibt es in der B-Note da leider die Retro Party nach knappen 34 Minuten sein Ende findet. Leute wir sind im 21 Jahrhundert der digitalen Revolution, Classic Rock hin oder her, über 40 Minuten sollten drin sein.

„Hard Rock Warrior“ ein sauberer klassischer Rocker mit viel Energie und Melodie „Wrong Side Of Desire“ geht flott ins Ohr. „Home Tonight“ hier kommt mir die Melodie irgendwie bekannt vor, nur fällt mir nicht ein von wem oder wo – trotzdem ein cooler Classic Rocker, „Angel Of Mine“ hier holen NIGHTHAWK die schnelle grobe Keule raus. „Can’t Say Goodbye“ ein Melodic Monster mit sehr starken Gesangsmomenten und Leadgitarre, „I Am The Night“ flott und einfach nur NIGHTHAWK. „Losing My Mind“ das nächste Schmankerl mit Melodie und starken Gesangslinien, „Too Good To You“ noch so ein Rocker der ab dem ersten Hören im Ohr und Hirnwindungen bleibt, „Cut You Loose“ hier habe ich wieder ein Gefühl der Vertrautheit die mich mal mehr oder weniger über das Album begleitet – ein Rocker wie er sein soll, „Turn To Me“ hier denke ich an RAINBOW und TONY CAREY Solo, „Man On The Silver Mountain“ und hier ist er auch schon der RAINBOW Klassiker im NIGHTHAWK Gewand, macht sich eigentlich ganz gut, wenn es da nicht das Original mit RONNIE JAMES DIO und Ritchie Blackmore geben würde.

Balle

DEGREED – The Leftovers Volume 1

Trackliste:

01. If It Wasn’t For Me
02. Good Enough
03. Love Your Enemy
04. Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)
05. Get Up
06. Hard To Be Human
07. This Is Love (Synthwave Version)
08. Falling Down (Accoustic Version)
09. Hear Me Out (Previously Unreleased)

 

 

Spielzeit: 33:38 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/degreedmusic

 

Die Schweden DEGREED haben es BROTHER FIRETRIBE gleichgetan und eine EP mit dem Titel „The Leftovers Volume 1“ veröffentlich, die Vermutung liegt nahe das es eine Fortsetzung geben soll. Seit 2022 und zwei Alben im Stall von Frontiers Music beheimatet legen die smarten Jungs nun diese EP vor.

Zu DEGREED gehören nach wie vor noch Robin Eriksson an Mikrofon und Bass, Daniel Johansson an Gitarren, Mikael Blanc an Keyboards und Mats Eriksson an den Drums. Ich konnte Anfangs nicht viel mit DEGREED anfangen, bis zu dem Zeitpunkt als die Boys aus Skandinavien auf dem letzten H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftraten, ab da dachte ich mir „Hola die sind ja gar nicht schlecht.“, und besorgte mir alle Alben bis auf „Dead But Not Forgotten“ das leider vergriffen ist. Die Band äußerte mal auf Facebook das sie eine Wiederveröffentlichung planen, wie es da jetzt aussieht weiß ich nicht. Wenn ihr diese Zeilen lest bitte ein signiertes Exemplar falls als Re-Release kommt für mich reservieren.

Robins Stimme ist immer noch auf eine Niveau das andere vor Neid erblassen lässt, ohne Nervfaktor, Gekreische oder schräge Töne shoutet sich der Frontmann wie gewohnt durch die 9 Songs. Die Gitarren machen auch im ureigenen Bandstil auf sich aufmerksam und werden ideal in Szene gesetzt. Die Keyboards werden effektvoll eingesetzt und geben keinen Anlass auch nur einmal mit erhobenen Zeigefinger auf die Band zu zeigen. Der Bass wummert dezent aber vorhanden vor sich hin und die Drums treiben ohne auch nur einen Deut nach zu lassen oder vom Gas zu gehen. Die Produktion bewegt sich auf einem Level das keine Wünsche offen lässt.

Angefangen hat DEGREED als Modern Hard Rock Band, im laufe der Zeit und mit jedem Album näherte sich die Band dem reinrassigen Melodic Hard Rock der besten Sorte. Diese EP macht da keine Ausnahme oder spielt den Ausreißer nach unten. Wie auch schon auf den drei oder sogar vier Vorgängeralben rockt DEGREED alles aus den Latschen was nicht standfest auf beiden Beinen steht. Mit viel Energie und Melodie zeigt die Band was bis jetzt nicht veröffentlicht wurde aber schon aufgenommen wurde. Wenn man die sieben bis jetzt unveröffentlichten Songs hört die sich in der Karriere angesammelt haben hört man das kleine Genie heraus das in jedem skandinavischen Musiker zu stecken scheint. Nahtlos fügen sich die Songs ins DEGREED Geflecht der sehr guten Songs ein und zeigen eine Band auf mehr als nur einem Höhepunkt ihres Schaffens.

Mir ist allerdings schleierhaft das es die Songs vorher nie auf ein Album geschafft haben, die wären zu gut um auf irgendeinem Band oder einer Festplatte bis zum St. Nimmerleinstag auf eine VÖ zu warten die dann doch niemals statt findet. Gut so, dass die Songs doch noch ans Tageslicht kommen und es nicht fürchten müssen. Viel mehr muss die Konkurrenz DEGREED fürchten da sie im Begriff sind den etablierten und renommierten Vortänzern des Rockzirkuses den Rang abzulaufen.

Einmal mehr beweisen skandinavische Musiker was sie zu Leisten vermögen, besser geht es wirklich fast nicht mehr. Außer über 40 Minuten zu kommen damit es keinen Punktabzug gibt, allerdings sind 9 Songs für eine EP recht amtlich. So will der Hörer und nur SO DEGREED sehen und hören.

„If It Wasn’t For Me“ fängt mit einem stimmigen Keyboardthema und balladesk an bis der Song zu einem Melodic Schmankerl mutiert, „Good Enough“ ein Flotter Feger mit viel Melodie. „Love Your Enemy“ wildert im WHITESNAKE Wasser mit sehr viel Skandi-Charme und Flair, „Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)“ flott, energisch, hart, melodisch was braucht man mehr? Nichts – außer DEGREED! „Get Up“ hört sich nach den Anfangstagen an, „Hard To Be Human“ eine wunderschöne Ballade mit allen Merkmalen der Band. „This Is Love (Synthwave Version)“ was wurde da nur für eine komischer Substanz konsumiert – das Ding wildert in den poppigsten Gefilden, too much for me, „Falling Down (Accoustic Version)“ eine Akustikballade mit Pianothema, „Hear Me Out (Previously Unreleased)“ fängt sehr ruhig und unhektisch an um ab ca. 1:05 an Intensität und Drama zuzulegen, eine Ballade die in den Strophen dramatische Spannung aufbaut und im Refrain teilweise abbaut – so stellt die Ballade ein abschließendes Highlight dar.

Balle

ROULETTE – Go!

Trackliste:

01. Answer To My Prayers
02. Fire In Your Eyes
03. We Remember You
04. Strangers
05. What Are We Looking For
06. Take Me As I Am
07. Brand New Start
08. Don’t Be Sorry
09. She Can’t Hide
10. Better Walk Away

 

Spielzeit: 35:53 min – Genre: Melodic Rock – Label: Black Lodge Records – VÖ: 25.07.2025 – Page: www.facebook.com/RouletteSwe

 

Die Schweden von ROULETTE kommen mit ihrem dritten Album „Go!“ aus dem Studio, ich habe das 2019 Album mit dem Titel „Now!“ im Schrank stehen und bin der Mucke von ROULETTE nicht abgeneigt. Vor einiger Zeit schrieb mich ein Bekannter an ob mir ROULETTE bekannt sind da er gerade deren Album „Better Late Than Never“ hört. Er meinte das die Mucke nicht schlecht klingt, ich ihm daraufhin antwortete das es sich um eine Band aus Schweden handelt und die Songs von dem Album meines Wissens aus den späten 1980ern und frühen 1990er stammen. Mein Bekannter dann deshalb gefalle ihm die Musik der Schweden so gut weil es sich eben um Skandi Rock aus seiner Sturm und Drang Zeit handelt. Das „Now!“ Album ist ja auch nicht von schlechten Eltern und kann überzeugen.

Das Line Up von ROULETTE ist erfreulich konstant und hatte noch keine Wechsel an einer Position. Zu ROULETTE gehören immer noch Thomas Lundgren am Mikrofon, Magnus Nelin an Gitarren, Hansi Fellbrink an Bass und Mats Nelin an den Drums. Thomas‘ Stimme ist filigran und trotzdem besitzt er eine gewisse Kratzigkeit oder Rauheit die das gewisse etwas mitbringt. Man kann seine Stimme mit einer tieferen und raueren Stimme von Jim Jidhed von ALIEN oder in manchen Momenten mit TERRY BROCK vergleichen. Die Gitarren hauen einem die Flausen und noch so düsteren Gedanken aus der Birne. Die Gitarren versprühen auch ein wenig 1980er Charme, wie auch immer, wo 1980er drin stecken ist fast immer ein Burner. Der Bass steht nicht so deutlich im Raum wie die Gitarren. Die Tastenabteilung muss auch mal in den Zeittopf gefallen sein, mal hört es sich 80s Like oder sogar 70s Like an wenn der Hammond Sound angeschlagen wird. Einzig die Drums hören sich für mich nach Samples und Computer an, ob es nun der Fall ist oder nicht kann ich nicht aussagen, ich habe nur so ein komisches Gefühl beim hören.

Der Sound von ROULETTE bewegt sich im qualitativ sehr hohem Melodic Rock, so wie man das von etwa 97% von skandinavischen Bands gewohnt ist. Beim hören kommt sofort ein Zusammengehörigkeitsgefühl auf als ob man sich schon ewig kennen würde. Vom Stil her kann man mit allen hochkarätigen Bands vergleichen die auch aus dem hohen Norden stammen. So fallen mir folgende Beispiele ein: ALIEN, ACES HIGH, AGE OF REFLECTION, dass ALFONZETTI Debüt, ALYSON AVENUE, ANGELINE, ARCTIC RAIN, BAD HABIT, AUTUMN’S CHILD, BALTIMOORE, und noch sehr viele mehr die mir bitte verzeihen mögen weil ich sie nicht erwähne. Der Sound hat außerdem sehr viel 1980er Gene die zum gelingen von ROULETTE beitragen können.

Ein geiles Melodic Rock Album aus Skandinavien – nur und nur so sollte es klingen – mit nur einem Fehler der leider einen Abzug in der Bewertung bekommt, die Spielzeit ist unter 40 Minuten und das ist für mich nicht mehr zeitgemäß. Im Hier und Jetzt sollten Minimum 40 Minuten drin sein! Ansonsten eine echte Sahneschnitte die die Schweden da servieren.

„Answer To My Prayers“ ein Auftakt nach Maß und geht voll an den Fan von gepflegtem Skandi Rock, „Fire In Your Eyes“ hier schwingen die glorreichen 1980er mit. „We Remember You“ ein Highlight das in einer Zeitmaschine seinen Weg in die Gegenwart gefunden hat, „Strangers“ kommt mit geilem Hammond Thema, göttlicher Melodieführung und Refrain. „What Are We Looking For“ ein weiteres Sahneteil der Schweden, „Take Me As I Am“ wo holen die Jungs nur diese geilen Songs raus? „Brand New Start“ ein guter Rocker der allerdings gegenüber den Vorgängern abfällt, „Don’t Be Sorry“ hier gehen die Skandi Gene voll durch, mir ist wirklich schleierhaft wo die Jungs die Ideen hernehmen. „She Can’t Hide“ der nächste Superhit steht vor der Tür – besser geht es nicht, „Better Walk Away“ fällt auch wieder ein wenig gegen die anderen Songs ab aber immer noch im grünen Bereich.

Balle

GHOST – Skeletá

Trackliste:

01. Peacefield
02. Lachryma
03. Satanized
04. Guiding Lights
05. De Profundis Borealis
06. Cenotaph
07. Missilia Amori
08. Marks Of The Evil One
09. Umbra
10. Excelsis

 

Spielzeit: 46:49 min – Genre: Heavy Rock – Label: Loma Vista Recordings – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/thebandghost

 

Da ich die letzten beiden Alben von GHOST „Impera“ 2022 und das Live-Album „Rite Here Rite Now“ 2024 reviewte war für mich klar das ich auch im Jahr 2025 den Live Bericht und das Album „Skeletá“ übernehmen werde. Nachdem ich GHOST am 24.04.2025 Live in der Olympiahalle in München gesehen habe war ich noch gespannter auf das neue Album „Skeletá“ des schwedischen Phänomens GHOST. Live kamen vier Songs vom neuen Album zum Einsatz, „Peacefield“, „Lachryma“, „Satanized“ und „Umbra“, die sich sehr gut in das Live Set einfügten. Bleibt die Frage ob Tobias Forge alias Papa Emeritus sich seines eingeschlagenen Weges treu bleibt oder etwas ändert. Damit meine ich den Stilwechsel weg vom harten Heavy Metal mehr in die Heavy Rock / Hard Rock Ecke hin. Ob er den noch weiter fortsetzt oder wieder in die Metalecke hinein driftet.

Der Weg führt Papa Emeritus in die Heavy Rock Ecke die im Grundton mal durch dunkle Riffsalven und Growls ein wenig heftiger werden kann, ansonsten wird im melodischen Heavy Rock auf sich aufmerksam gemacht. Balladen kommen auch mal zum Einsatz die sich im GHOST Gewand auch sehr gut anfühlen. Man kann zum Image des Satanismus und die unheiligen Texte stehen wie man will, aber GHOST ist da ein extremes Phänomen um das im laufe der Jahre ein regelrechter Hype entstanden ist, sie Füllen weltweit die größten Arenen und spielen dort vor zig tausenden von Leuten. Das selbe was sie Live auf der Bühne zeigen spiegelt sich auch irgendwie auf den Tonträgern. Es wird theatralisch mit viel Drama ein Album der Extraklasse eingetütet. Vergleichen lassen sich GHOST dabei schlecht da es bis jetzt nichts derartiges gegeben hat. Ich versuche mal eine vorsichtige Umschreibung von ABBA Grundtönen die mit dem Bombast von Queen zu einem eigenen Sound und dem Satan Image vermengt werden um so den Ureigenen GHOST Sound zu schaffen. Schade ist nur der Umstand das die Nameless Ghouls Namenlos bleiben und deren Identität so gut wie nicht bekannt gegeben werden, die aber auch zum großen Erfolg von GHOST beitragen. So hat Mainman Tobias weniger Probleme einen Musiker auszutauschen, da sowieso nicht viel bekannt ist.

Der Papa bietet am Mikrofon einen tadellosen Job und zeigt sich mit seiner gewohnt engelhaften Stimme in Bestform. Die Gitarren machen das was sie sollen, ein Riff nach dem anderen Abfeuern und mit der Tastenabteilung als ein bestens eingeöltes Team ein perfektes Umfeld für den Papa zu schaffen. Der Bass haut die Töne sehr laut raus und das Schlagzeug überzeugt auf ganzer Linie. Die Backing Vocals gehen wie bei GHOST immer voll auf 12. So zeigt sich der Papa mal wieder zur Welt Tour auf einem Niveau das so leicht nicht zu toppen sein wird außer von ihm selbst. Die Produktion befindet sich bei GHOST auch immer auf einem Top Level das es keinen Grund zum Motzen gibt.

Zum Abschluss kann man dem Papa ein Zeugnis mit der Gesamtnote sehr gut ausstellen, so kann es weiter gehen. Obwohl ein Überburner wie „Mary On A Cross“ oder „Dance Macabre“ fehlt überzeugen die Songs. Egal ob jetzt Überburner oder nicht GHOST Songs bestehen aus Hooks für die andere Morden oder einen Vertrag mit dem Höllenfürst persönlich mit Blut unterschreiben und damit ihre Seele Luzifer verkaufen würden.

„Peacefield“ der Opener des Albums und auch Liveshow, fängt mit Kirchenchor an und geht dann in einem Ohrwurm über, „Lachryma“ fängt mit düsterem Riffing an um einen typischen GHOST Rocker abzulassen, mit gelegentlichen Growls wirkt er bedrohlich bis der zuckersüße Refrain ein Highlight draus macht. „Satanized“ ein sehr guter Power Rocker allerdings mit unheiligem Text, „Guiding Lights“ eine sehr coole und melodische Ballade die Kuschelfeeling verbreitet. „De Profundis Borealis“ legt sehr bedacht und gefühlvoll mit Piano Klängen los bis die Gitarren und Drums volle Kanne rein Brettern ab da wird es ein ausgewachsener Gewalt Rocker mit geilen melodischen Gesangsparts, „Cenotaph“ ein cooler Rocker mit Rock N Roll ähnlichem Riffing. „Missilia Amori“ Amors Pfeil besticht mit einem satanistischen Refrain der alles überfährt, „Marks Of The Evil One“ hier werde ich von der Melodie her an FALCOs „Jeanny“ erinnert obwohl beide Songs nicht unterschiedlicher sein können – der Refrain ist endgeil, „Umbra“ der Schatten erhebt sich aus der Asche und wirkt sehr poppig und ebenfalls genialem Refrain, „Excelsis“ zum Schluss werden nochmal mit viel Dramatik die Taschentücher nass gemacht und hätte auch von ABBA zu deren besten Zeiten stammen können

Balle