BAD SISTER – Where Will You Go

Trackliste:

01. Lose Or Win
02. Feels Like Love
03. Bright Lights
04. Don’t Need Me
05. You’re Gone
06. Couldn’t Do Right
07. Confess You Love Me
08. Could It Be Love
09. Fair Enough
10. She Dosn’t Love You
11. Moon Woman
12. Some Hallelujahs
13. Got Caught

Spielzeit: 58:24 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 25.11.2022 – Page: www.facebook.com/badsisterband

 

Ich wusste nicht das BAD SISTER noch existent sind, nachdem die Band 1989 mit „Heartbreaker“, 1991 mit „Out Of The Business“ zwei verdammt gute Alben veröffentlichten. 2009 folgte noch „Because Rust Never Sleeps“ mit neuer Sängerin am Mikrofon, das Album war auch sehr gut konnte aber mit den beiden Vorgängern nicht mehr ganz mithalten.

Zur aktuellen Besetzung zählen Andrea Löhndorf, an den Gitarren Sven Lange, am Keyboard Andreas Läu, an Bass Jörn Saul und Kai-Ove Kessler an den Drums. Also mal kucken ob BAD SISTER Anno 2022 an die Vorgänger anknüpfen können und ob sie den guten Veröffentlichungen gerecht werden. Vom Label werden BAD SISTER für Fans von SARAYA, FIONA, LAOS und SCARLET ROSE angekündigt das ist eine Hausnummer die erfüllt werden möchte.

Bei den ersten Takten vom Opener fällt auf das die Gitarren wieder volles Brett fahren und die Keyboards stärker in den Vordergrund gerückt sind. Dies sollte nicht als Nachteil aufgefasst werden sondern mehr als Hinweis das hier in die Vollen gegangen wird. Die sehr schwammigen und fast schon kraftlosen Produktionen der drei Vorgänger wurden hier nicht wiederholt, Die Produktion hat genug Power um den Songs richtig Druck zu verleihen.

Bei der Stimmfärbung von Frontröhre Andrea blieb sich die Band Treu den die hat sehr viel Ähnlichkeit mit der von der leider schon verstorbenen ersten Sängerin der beiden ersten Alben Petra Degelow, kann auch am besten mit ihr verglichen werden. Die Gitarren kommen immer noch als Bollwerk aus den Boxen in Verbindung mit den Keys wird so eine Wand erzeugt die unüberwindbar zu sein scheint. Der Bass bügelt von hinten voll nach vorne und die Drums ziehen gnadenlos eine Schneise in die Gehörfront. Vergleichen kann man BAD SISTER am besten mit ihren drei Vorgängern, härtere FIONA, LAOS und SCARLET ROSE. SARAYA würde ich jetzt nicht wirklich in Betracht ziehen, da hier die Keys eine entscheidende Rolle spielen. Die Songs besitzen ohne Ausnahme Melodien, Stimme und nahezu perfekte Instrumentierung. Ich schreibe nahezu da die Geschmäcker unterschiedlich sind, einer mag mehr Gitarren dafür weniger Keys oder umgekehrt, mir gefällt was ich höre und kann mit den weiter nach Vorne gerückten Keys gut leben.

„Lose Or Win“ ein cooler Einstieg in das Album, geile Riffs mit eben solchen Keys, „Feels Like Love“ ein für BAD SISTER typischer Happy Hour Kracher mit viel Melodie. „Bright Lights“ kommt catchy und groovig, „Don’t Need Me“ würde als Abrissbirne selbst die Mauern von Jericho einreißen, „You’re Gone“ überzeugt mit Riffing das cooler als Steve McQueen in seinen Filmen war, weist aber starke Ähnlichkeit mit einem Song vom Debüt auf, „Couldn’t Do Right“ eine Dampfwalze auf Platt Macher Tour. „Confess You Love Me“ fällt vom Level her leicht ab, „Could It Be Love“ das ideale Futter für die Taschentuch Fraktion. „Fair Enough“ gibt wieder Volle Power, bei „She Dosn’t Love You“ wird mit Pianoklängen gerockt und gerollt. „Moon Woman“ sorgt nochmal für feuchte Taschentücher, „Some Hallelujahs“ und „Got Caught“ rocken wieder alles um was sich in den Weg stellt.

Balle

MAGICAL HEART – Heartsonic

Trackliste:

01. Bad Habits
02. Heartsonic
03. My Own Way
04. Waiting For So Long
05. Daydream
06. Magical Star
07. How Will The Story End
08. Free Of Pain
09. It Could Go On (Forever)
10. Take Your Time
11. Raise

Spielzeit: 41:30 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Fastball Music – VÖ: 07.10.2022 – Page: www. facebook.com/magicalheartband

 

MAGICAL HEART ist mir bis jetzt völlig unbekannt, obwohl die Band 2018 ihr Debüt veröffentlicht hat. Die aus Bayern stammende Band besteht aus Christian Urner an Mikro und Gitarre, Patrick Schuster ebenfalls Gitarre, Robert Frenz an Bass und Giuliano-Pepe Müller an den Drums.

Da mir das erste Album nicht bekannt ist gehe ich die Sache jungfräulich an und bin positiv überrascht. Der Süden rockt wie Sau, mir ist schleierhaft wie mir die Band die ganze Zeit nicht aufgefallen ist, stammt diese doch fast unmittelbar aus meiner Nachbarschaft. Mir sind die Musiker kein Begriff und mir liegen über diese so gut wie keine Infos vor, aber egal einfach mal zurückgelehnt und der Mucke gelauscht.

Als erstes fällt die sehr nach Retro und Röhrenverstärker klingende, fast schon warme Produktion auf. Einzig die Becken kommen ein wenig künstlich und übertrieben rüber, der Rest geht voll in Ordnung. Diese Produktion drückt ganz schön aus der Anlage.

Geboten wird Melodic Hard Rock Made in Europe, man kann die Musik am besten mit einem Mix aus SAHARA RAIN hier, DEVICIOUS da, JADED HEART zu Bormann Zeiten da drüben, ein Schuss SHAKRA auf der einen Seite das garniert mit einem kleinen Tupfer GOTTHARD, BLACK DIAMONDS, TANS AM und vielleicht eine Prise bestehend aus VICTORY und TRANCE zur Lothar Antoni Ära. Dies mit kleiner Tendenz in Richtung Norden nach Schweden was sich mehr als gut anhört.

Die Stimme von Christian hat ein besonderes Timbre das sich schlecht beschreiben lässt, dieses Timbre übt eine gewisse Faszination auf mich aus. Die Gitarrenarbeit ist auch wie die Stimme vom Feinsten und überzeugt ohne schwächen. Ab und zu erinnert mich die Gitarre mal an THE BRANDOS oder einen der Vergleiche. Der Bass wummert auffällig vor sich hin, die Drums kloppen alles kurz und klein wie damals die Germanen im Teutoburger Wald die Römer in der Varusschlacht vernichtend geschlagen haben. Genauso einen Siegeszug könnte man das Album auch nennen, weder Langeweile noch Öderei sondern Happy Feelgood Mucke und bestes Partyfutter für den geneigten Hörer. Ich würde es als „Varus Album“ aus dem Süden nennen den die vier hauen einen Raus das es nur so im Karton rappelt, scheppert und kracht.

Als Südstaatler kann ich nur sagen: „Ja Servus, sauba Buam, des hobts guad g’macht“. Bitte weiter so ich will noch mehr von dieser Partydroge. Schon alleine „Magical Star“ wäre in den End 80ern eine Hitsingle geworden und hätte Wochenlang die Spitze der Top 10 von Bayern 3 blockiert.

Mir ist das völlig Wurscht wie andere darüber denken, mir bleibt keine andere Wahl als Full House und damit 10 Sterne zu vergeben. Diese Band zeigt deutlich das Bayern mehr zu bieten hat als Dampfplauderer, oder unsympathische Politiker. Nein den es gibt auch MAGICAL HEART, HEADSTONE (ebenfalls aus Bayern und meiner Nachbarschaft) und noch einige seltene Positive Dinge in Bayern.

„Bad Habits“ ein nach Classic Rock riechender Opener, „Heartsonic“ wie schon der Vorgänger mit viel Classic Rock Attitüde im modernen Gewand mit viel Energie gezockt. „My Own Way“ macht einen mehr als ordentlichen Eindruck, „Waiting For So Long“ ein cooler Vollgasrocker. „Daydream“ lässiger geht’s nicht, „Magical Star“ was für ein atmosphärischer Kracher. „How Will The Story End“ wie Geil die Story geht volle Pulle weiter, „Free Of Pain“ ein sehr cooler Rocker ohne Schnörkel. „It Could Go On (Forever)“ hier geht Nachbars Lumpi wieder steil und die Kakerlaken schütteln die Matte mit dem Hörer um die Wette, „Take Your Time“ klingt modern aber geil, „Raise“ ein würdiger Rausschmeißer.

Balle

THE BRAVE – Battle Cries

Trackliste:

01. All Together Now
02. The Waiting
03. If That Ain’t Love
04. Running All My Life
05. Tears Of A Broken Heart
06. Little Love
07. Never Live Without Your Love
08. Big World
09. Ride With Rhythm
10. Just A Man
11. All Together Now (Studio Mix)
12. Running All My Life (Studio Mix)

Spielzeit: 55:45 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Pakadern – VÖ: 1992 – Page: www.facebook.com/thebravemusicsite

Und wieder geht der Blick zurück in das vergangene Jahrhundert, genauer gesagt ins Jahr 1992. Zu dieser Zeit standen die Veröffentlichung von anständigen Melodic Hard Rock Alben nicht wirklich unter einem guten Stern. Vielmehr machte sich Deprimucke in Radio und auf MTV breit. Und genau in dieser Zeit waren die US-Boys von THE BRAVE mutig genug ihr Debütalbum zu veröffentlich.

Zur Band gehörten damals James Salters am Mikro, Stayce Roberts und Freddie Tierra an den Gitarren und Backing Vocals, Malcolm Paris an Bass und Backing Vocals und Randy Roberts an den Drums und Backing Vocals. Produziert wurde dieser Diamant von John und Dino Elefante, die dem Album einen Glasklaren und Druckvollen Sound verliehen haben.

Auf den Tisch kommt genialer Melodic Hard Rock in etwa wie eine Mischung aus DEF LEPPARD, HURRICANE, BON JOVI, DOKKEN, MASTEDON und wie sie sich damals alle nannten. Die Stimme von James Salters hat Kraft, Volumen und scheint für Hard Rock wie gemacht zu sein. Leider war für James nach dem Album Schluss bei THE BRAVE, er war noch auf dem Album „Ordinary People“ der Band FAITH NATION 1999 zu hören und noch ein Album das mir gerade nicht einfällt. Die Vocals sind teilweise traumhaft Mehrstimmig mit geilen Chören ausgeführt worden. Die Gitarren sind in einer härte gewählt die nicht besser sein könnte, unterstützt von dezenten Keyboard- oder Pianoklängen. Der Bass und die Drums sorgen für den richtigen Druck aus dem Hintergrund. Die Produktion bügelt alles um was vor die Boxen hüpft.

Mit „All Together Now“ wird das Album intensiv und melodiös eröffnet, „The Waiting“ was für ein geiler Schmachtfetzen. „If That Ain’t Love“ ein cooler Rocker. Mit „Running All My Life“ kommt ein absolutes Highlight ein geiler Softrocker, mit „Tears Of A Broken Heart“ folgt gleich das nächste Highlight besser geht Melodic Hard Rock. Für „Little Love“ gilt das Gleiche wie für die direkten Vorgänger angereichert mit Akustikgitarre und einem endgeilen Refrain, „Never Live Without Your Love“ lässt einem ein wenig mehr Luft. „Big World“ flott und sehr gut, „Ride With Rhythm“ gibt noch mehr Gas. Mit „Just A Man“ wird’s nochmal balladesk, die beiden Studio Mixe sind nur mit Gitarren und Keyboards ausgeführt.

Balle

MICHAEL BORMANN’S JADED HARD – Power To Win

Trackliste:

01. Nothing But A Photograph
02. Power To Win
03. Our Sweet Lullaby
04. Heaven
05. When I Look In Your Eyes
06. A Step Away From Heaven
07. Just Wanna Fall In Love
08. Little White Lies
09. Domino
10. When She’s Good
11. Hysteria – Wrong And Right
12. We Must Make A Stand (Duisburg United)

Spielzeit: 53:25 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: RMB Records – VÖ: 28.10.2022 – Page: www.michaelbormannsjadedhard.com

 

Michael Bormann is Back, mit seiner Band JADED HARD rockt er das die Schwarte kracht. Ohne Gnade haut uns der Duisburger mit seinen Jungs Kracher after Kracher um die Ohren. Wie auch schon auf dem Debüt rocken sich die Jungs in unveränderter Besetzung den Arsch ab. Neben Michael an Mikro und Gitarre sind dabei Tommy Dahlem an Gitarre und Backingvox, Chris Ivo an Keys und Backingvox, Christoph Baumeister an Bass und Backingvox und Maikel Müller an den Drums.

Wie oben schon erwähnt hauen einem die Boys gnadenlos einen Kracher nach Kracher mit Hochdruck in die Gehörgänge. Gegenüber dem schon sehr guten Debüt hat sich musikalisch nichts geändert. Jeder Anhänger des Melodic Hard Rocks sollte beim Hören glücklich werden. Die härte ist genau im Richtigen Grad gehalten und die Gitarren im Zusammenspiel mit den Keyboard ergeben mit der Stimme von Michael eine undurchdringbare Mauer die einem regelrecht den Gips aus den Backen bläst. Der Bass und Drums machen gewaltig von hinten Dampf und erschlagen den Zuhörer fast. Die Produktion drückt ohne Ende das meine großen Quadralboxen ordentlich zu schuften haben. Aber scheißegal Hauptsache es knallt ohne Ende und bläst den Staub von den Regalen.

Auf diesem Album schrieb Michael die Songs nicht alleine sondern bekam von Bruno Kraler, Pete Alpenborg, Fredrik Joakimsson und Maikel Müller bei fünf Titeln Unterstützung. Egal ob aus der Feder allein von Michael oder mit Unterstützung das Ding haut rein wie eine Bombe und zerlegt einen ohne Ende. Man findet hier an allen Ecken und Enden Zitate der Großen aus den 80ern oder JADED HEART bis 2004 aber was solls, ich bin wie Michael ein Kind der 70er und 80er und mit der Mucke groß geworden. Hier kommt genau die Mucke aus den Boxen die leider keinen Anklang bei den öffentlichen Radiostationen finden wird. Corona hat auch die meisten Clubs dahingerafft also das Album eingelegt und sich in eine Zeit ohne Corona, Sorgen und Ängste versetzen lassen und eine knappe Stunde dem täglichen Irr- und Wahnsinn entfliehen und einfach die Seele baumeln lassen.

Als Fazit kann man den Boys bestätigen, weiter so, genau so kann es in Zukunft weitergehen. Bitte mehr von der Droge!

„Nothing But A Photograph“ ein typischer Bormann Song mit viel Melodie, Groove und geilem Refrain, mit „Power To Win“ folgt gleich ein nächstes Highlight. „Our Sweet Lullaby“ gehört mit Sicherheit zu den Highlights was für ein obercooler Rocker, bei „Heaven“ regiert Harmonie mit Melodie mit einem Endgeilen Solo. „When I Look In Your Eyes“ ab hier wird es gefährlich, der vierte Kracher in Folge ein Traum von Song, „A Step Away From Heaven“ immer noch keine Pause schon wieder so ein Melodicmonster. „Just Wanna Fall In Love“ eine coole Ballade, „Little White Lies“ wieder ein Highlight. „Domino“ ist keinen Deut schlechter als die Vorgänger, „When She’s Good“ erinnert mich an BON JOVI mit Hammondklängen. „Hysteria – Wrong And Right“ lässt mich an DEF LEPPARD, DOMAIN und eine kleine Prise DIO denken, „We Must Make A Stand (Duisburg United)“ ein politisches Statement verpackt in einen Geilen Rocker ein Projekt von Duisburger Musikern und war ursprünglich nicht für das Album gedacht.

Balle

CHEZ KANE – Powerzone

Trackliste:

01. I Just Want You
02. (The Things We Do) When We’re Young In Love
03. Rock You Up
04. Love Gone Wild
05. Children Of Tomorrow Gone
06. Powerzone
07. I’m Ready (For Your Love)
08. Nationwide
09. Streets Of Gold
10. Guilty Of Love

 

Spielzeit: 50:11 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 21.10.2022 – Page: www.facebook.com/ChezKaneVocalist

 

Die Allianz zwischen CHEZ KANE und Danny Rexon geht in die zweite Runde. Hat sich was gegenüber dem sehr guten Debüt aus dem letzten Jahr geändert, ein großes NÖÖ hat es nicht CHEZ KANE hat noch immer die Trademarks des Debüts. Diese Trademarks bestehen aus einer geilen Stimme und perfekt in Szene gesetzte 80er Jahre Mucke. Die Stimme liegt immer noch bei Ann Wilson, softere Lee Aaron, Jaime Kyle, Janet Gardner und Lita Ford und kann ohne Wenn und Aber überzeugen. Für die Instrumente ist Danny Rexon verantwortlich und auch er erledigt seine Aufgaben mit Bravour. Unterstützt wurden die beiden Hauptakteure von Jesse Molloy am Saxophon.

Die beiden schaffen es Mühelos den Spirit der späten 80er und den damals angesagten Acts wie HEART, LITA FORD, LEE AARON, VIXEN oder den ein wenig später agierenden WITNESS und DEVAY wieder zurück in die Wohnzimmer zu bringen. Der Sound sprüht nur so vor Anekdoten, Anspielungen und Spielart wie die guten alten End 80er und ganz frühe 90er – allerdings mit einem klein bisschen modernerem Touch- bis die Grungewelle die Musikwelt überfuhr. Die Produktion passt zur Mucke und hat den Dampf um die Songs in die Trommelfelle zu jagen.

Vergleichen kann man wie auch schon auf dem Debüt mit H.E.A.T., ECLIPSE, BROTHER FIRETRIBE und den oben erwähnten 80er Front Girlies Truppen mit DEF LEPPARD Vibes. Bei mir werden beim Hören viele Erinnerungen geweckt, von der guten alten Zeit als Rockmusik noch zum guten Ton in den Discos und teilweise im öffentlich-rechtlichen Radio gehörte. An Zeiten in denen man in den Discos viel zum Kucken hatte als die Tanzflächen mit den Mädels voll waren.

Und genau diesen Spirit können Chez und Danny wieder beleben und so für gute Stimmung sorgen, das Album wird auf jeder Retro, 80er, oder einfach nur Rockparty für gute Stimmung sorgen. In jeder Kneipe mit Rock Hintergrund Beschallung sollte das Ding für ordentlich Umsatz sorgen können.

„I Just Want You“ die Vollbedienung für alle HEART Fans, ein sehr guter Einstieg in das Album, „(The Things We Do) When We’re Young In Love“ ein herrlicher Nostalgietropfen. „Rock You Up“ hätte in den Discos für volle Tanzflächen gesorgt, „Love Gone Wild“ VIXEN sind mit einem gewaltigen Weckruf Back on Stage. „Children Of Tomorrow Gone“ das nächste Highlight das an HEART oder VIXEN erinnert, „Powerzone“ geht flott mit viel Power an den Start. „I’m Ready (For Your Love)“ volle Kanne und gnadenlos 80s, „Nationwide“ macht keine Ausnahme, auch wieder volle Tüte 80er zum Schwärmen. „Streets Of Gold“ eine typische geile End 80er Powerballade „Guilty Of Love“ zeigt am Schluß nochmal eindrucksvoll was eine Harke ist.

Balle

WOODSTOCK – Don’t Care! (RG Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Don’t Care
02. Victim Of Love
03. Burned Out
04. Sad To Say
05. Thank You Lord
06. Please Stop To Gamble
07. My Thoughts
08. Give It Back
09. Hold On And Believe
10. Love Me Or Leave Me
11. Help
12. Six Bottles Of Whiskey

Spielzeit: 52:40 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 1993

Diesmal geht es zurück in das Jahr 1993, zwei Jahre nach dem Unfall ausgehend von NIRVANA und MONSTER MAGNET in Seattle die eine Katastrophe in der Musiklandschaft verursacht haben. Man schreibt das Jahr 1993 und fünf junge Wilde Langhaarjunkies denken sich in einem kleinen verschlafenen Ort in der Alpenrepublik Österreich mal eben ein geiles Scheibchen aufzunehmen. Herausgekommen ist ein echter Brocken voll mit coolen Songs, wobei man über das BEATLES Cover „Help“ besser den Mantel des Schweigens hält.

Ich wurde auf die Band ca. 1996 aufmerksam, als sich in einer Hang Loose Records Bestellung ein Demotape des Shops befand. Diese Demotapes waren Kauftipps von den beiden Inhabern von Hang Loose Records Hansi Michel und Jürgen Schaffenrath und zu 90% voll mit totalen Überfliegern. Damals befanden sich neben WOODSTOCK auch noch Songs von THE BRAVE, NO SWEAT, HYTS, THE MEN, ROKO, STEEL BREEZE, OPEN SKYZ, HEAVY BONES und THE LOOK darauf, alle mit bärenstarken Hits. Nachdem ich das Demotape gehört habe die CD telefonisch geordert und mir wurde mitgeteilt das WOODSTOCK in Japan damals ziemlich abgeräumt haben. Als die Bestellung bei mir eingetroffen ist kam die CD gleich zum Einsatz und erstmal Kinnlade nach unten, dass sollen Österreicher sein, niemals. Das konnte ich nicht glauben, denn ich verband damals Österreich mit Mozart, Falco, Opus, Skifahren und Kaiserschmarrn aber Mucke der härteren Art auf keinen Fall.

Die Band brachte es damals auf ein Album und eine EP 1994 in Eigenproduktion. Zur Band gehörten Hanno Pinter am Mikro, Kitchn‘ Mike an Gitarren, Chris Hair an Keyboards, Randy am Bass und Lazy Gerry an den Drumsticks. Der melodische Hard Rock sprüht nur so vor Melodien und geilen Riffattacken, die Keys kommen meist im DEEP PURPLE Stil der 80er Jahre, als Hammonds oder auch mal als Pianoparts ausgeführt. Der Bass ist kräftig wahrnehmbar und die Drums kommen mit einer Macht aus den Boxen das es eine Freude ist.

Vom Härtegrad bewegt sich die Band im klassischen Hard Rock der End 70er und 80er von DEEP PURPLE über VAN HALEN, DOKKEN bis hin zu den GUNS N Roses genauso befindet sich auch der Stil in etwa bei den Vergleichen. Die Vocalarbeit ist sehr gut, ohne Alpenakzent mit einem rauen Organ fehlerlos ausgeführt. Die Keys schielen voll in Richtung Jon Lord von DEEP PURPLE. Der Bass erinnert mich an eine Mischung aus Chuck Wright (HOUSE OF LORDS, QUIET RIOT, etc.) und Jeff Pilson (DOKKEN, DIO, FOREIGNER, etc.). Die Drums kommen intensiv und mit Power wie bei Mike Terrana und lassen sich irgendwie schlecht beschreiben, der Ausdruck Berserker im Blutrausch passt am besten als Umschreibung. Die Produktion ist zwar Staubtrocken aber mit viel Dampf und Kraft.

Die Jungs wissen selber nicht was sie damals für ein Brett am Start hatten, das Ding rockt ohne Gnade und stellt ein Paradebeispiel für eine Geile Rockscheibe da.

Mit „Don’t Care“ starten die Österreicher mit einem Groovestampfer der Güteklasse 1A mit DEEP PURPLE like Keys, „Victim Of Love“ kommt flott mit harten Riffs und Piano, cool gemacht. „Burned Out“ kommt mit SLASH like Riffing und coolen Pianopassagen, bei „Sad To Say“ spielt der Bass fast schon die Hauptrolle, die Gitarre hält sich zurück und das Piano kommt voll zum Tragen. „Thank You Lord“ mit geilem Southern und Blues Touch, der richtige Song für einen verqualmten Saloon, bei der todtraurigen Ballade „Please Stop To Gamble“ kommen die Keys im PURPLE Hammond Stil und im Refrain wird ein Riffgewitter gezündet. „My Thoughts“ ein melancholischer Hard Rocker wie er sein soll mit Piano und geilen Hammonds, „Give It Back“ geht voll nach vorne mit Hammonds ohne Ende. „Hold On And Believe“ am Anfang in den Strophen schwermütig und traurig, ab 1:58 kommt ein Stakkato Einsatz und das Ding mutiert zum richtigen Rocker ein Traum, „Love Me Or Leave Me“ eine Ballade die von der Stimme und Pianos getragen wird. Über „Help“ kann man denken was man will, es gibt nur eine wahres das Originale, bei „Six Bottles Of Whiskey“ spielen Bass und Akustikgitarre die Hauptrolle cool gemacht.

Balle

MAD MAX – Wings Of Time

Trackliste:

01. Too Hot To Handle
02. Days Of Passion
03. A Woman Like That
04. Best Part Of Me
05. Rock Solid
06. The Stage Is For You
07. When It Stops
08. Stormchild Rising
09. Heroes Never Die
10. Miss Sacrifice
11. Freedom

Spielzeit: 44:19 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: ROAR – VÖ: 02.09.2022 – Page: www.facebook.com/madmax.germany.rocks

 

MAD MAX melden sich eindrucksvoll mit ihrem neuem, dem 16 Album zurück. Zwei Jahre nach „Stromchild Rising“ wird wieder drauf los gerockt und in bester Heavy Rock Manier losgezockt. Ich muss gestehen das ich mich bis jetzt noch nicht viel mit MAD MAX beschäftigt habe, ich besitze drei Alben und das wars dann auch schon. Wenn ich mir das Album „Wings Of Time“ so anhöre könnte dies unter Umständen ein Fehler gewesen sein.

Mit dabei waren Neushouter Julian Rolinger, Jürgen Breforth an Gitarren und Backing Vocals, Fabian Ranft an Bass und Backing Vocals und Axel Kruse an der Schießbude.

Was bieten MAD MAX nun mit neuem Sänger, der macht seine Sache hervorragend und überzeugt und liegt irgendwo zwischen Michael Voss und Stefan Kämmerer. Die Gitarren kommen in einer verdammt geilen 80er Weise aus der Anlage gepaart mit ebenfalls 80er geschwängerten Keyboards. Der Bass kommt schön durch und Axel ist gewohnt eine Macht an den Sticks.

Der Stil geht in Richtung MAD MAX, CASANOVA, JOE LYNN TURNER, HURRICANE, ADRIAN GALE wie auch der Härtegrad, der nahezu perfekt ist. Eigentlich ein typisches Album von einer US Band, doch nein das Dingens kommt mit einer Gewalt und das aus Deutschland.

„Too Hot To Handle“ eine Hymne für die Disco, „Days Of Passion“ überzeugt mit Melodie und Chören. „A Woman Like That“ besitzt den in allen Details den Spirit der 80er Jahre ein Highlight, „Best Part Of Me“ was für ein geiler rockiger Schmachtfetzen. „Rock Solid“ erinnert an eine sehr softe Version von „Lonely Is The Hunter“ ohne zu kopieren, „The Stage Is For You“ geht ab wie ein Zäpfchen im Hintern. „When It Stops“ kommt in bester härterer JOURNEY, NELSON und FOREIGNER Tradition daher, „Stormchild Rising“ geht in die Melodic Metal Ecke. „Heroes Never Die“ ein cooler Hard Rocker, „Miss Sacrifice“ erinnert mich an JOE LYNN TURNER, mit der Ballade „Freedom“ endet das Album.

Balle

DAVID READMAN – Medusa

01. Madame Medusa
02. The Fallen
03. Generation Dead
04. Turned To Black
05. Shelter From The Storm
06. Change Of Thunder
07. Mary Jane
08. Children Of Thunder
09. Summer Wine
10. King Who Lost His Throne

 

 

Spielzeit: 46:10 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 05.08.2022 – Page: www.facebook.com/WANNAHEARYOUROCK

 

DAVID READMAN die Stimme von PINK CREAM 69, VOODOO CIRCLE, ROOM EXPERIENCE und noch so einige Bands und Projekte meldet sich mit seinem zweiten Soloalbum eindrucksvoll zurück. David besitzt so ein Organ das man unter tausenden heraushören kann, einfach eine einzigartige und prägnante Stimme. Diese Stimme hat schon mehr Alben als nur bei PINK CREAM 69 veredelt. Ich persönlich habe noch nie ein schlechtes Album gehört an dem David beteiligt war.

Gerade eben durch diese Stimme fallen mir als Vergleich als erstes PINK CREAM 69 ein, man sollte David aber nicht nur auf die Karlsruher Band beschränken, dafür ist er zu gut aufgestellt und unterwegs. Die Songs leben förmlich von der Stimme Davids, er haucht den Songs Leben ein. Man kann aber auch 70er und 80er Hard Rock heraushören, dies im modernen Gewand präsentiert was einen riesigen Spaß beim hören macht. Jeder der auf eingängigen melodischen Hard Rock steht sollte mit diesem Album voll auf seine Kosten kommen.

Die Aufnahmen zum Album begannen Anfang 2021, im Vorfeld wurden drei Songs „Madame Medusa“, „Mary Jane“ und „Generation Dead“ als Singles veröffentlicht, und durch eine Crowdfounding Aktion unterstützt. Mit dabei waren noch Laki Ragazas, Aldo Lonobile und Roland Grapow an Gitarren, Julien Spreutels an Keys, Alex Jansen an Bass sowie Bodo Schopf und John Clelland an den Drums.

Davids Job am Mikro ist eindrucksvoll und fehlerlos, die Gitarren kommen knackig aus der Anlage, die Keys unterstützen die Gitarren ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der Bass kommt voll durch und die Drums treiben ohne Gnade alles vor sich her. Die Mitwirkenden Musiker liefern hier voll ab und so zieht sich ein roter Faden durch das Album der aus nie endenden Melodien und verdammt viel Harmonie besteht. Die Jungs um David haben mit diesem Album ein Pfund ein gezimmert das das schon sehr gute Debüt von David toppt. Die Produktion kommt auch mit Schmackes aus den Membranen und sorgt dafür das der angesetzte Staub mit Gewalt aus der Bude geblasen wird.

Mit „Madame Medusa“ geht es unter Volldampf los, ein Nackenbrecher, „The Fallen“ ein starker Song mit Melodie. Mit „Generation Dead“ folgt das nächste Highlight Melodie und Gitarren ohne Ende, „Turned To Black“ noch so ein typisches David Highlight mit epischen Momenten. „Shelter From The Storm“ ich wiederhole mich aber noch ein Ohrwurm im typischen Readman Stil, „Change Of Thunder“ ein Meloicmonster das im Ohr hängen bleibt. „Mary Jane“ erinnert ein wenig an AEROSMITH mit „Walk This Way“, „Children Of Thunder“ erneut ein kräftiger Rocker. „Summer Wine“ hätten PINK CREAM 69 auch nicht besser hinbekommen, „King Who Lost His Throne“ erinnert mit all seinem Drama ein wenig an MAGNUM mit WHITESNAKE Vibes.

Balle

ALTARIA – Wisdom

Trackliste:

01. Wisdom
02. Diablo Rojo
03. Without Warning
04. Kissed By The Flames
05. Power To Heal
06. Sometimes
07. Victory Of Winter
08. History Of Times To Come (2022)
09. Lost In Time
10. Crimson Rain
11. Kingdom Of The Night (Bonus, 2022)

Spielzeit: 51:15 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Reaper Entertainment – VÖ: 08.07.2022 – Page: www.facebook.com/altariaofficial

 

Von ALTARIA durfte ich bereits vor einiger Zeit den Re-Release ihres 2004er Albums „Divinity“ rezensieren und hatte damals eine ziemlich positive Meinung zu der Angelegenheit – die sich bis heute hält, auch wenn ich bei erneutem Hören der Platte zwei Jahre später vielleicht 0,5 oder einen Punkt weniger gegeben hätte. Dennoch gut, weshalb ich auch die Rezension für „Wisdom“, das sechste Album der Finnen, übernahm.
Als Melodic Metal wird der Stil der Truppe im Promotext verortet. Dem hätte ich bei „Divinity“ noch Recht gegeben, inzwischen muss man hier wohl aber eher von Melodic Hard Rock mit AOR-Einflüssen reden, denn mit Metal hat die Sache nicht mehr wirklich was zu tun. Lediglich „Power To Heal“ und bei freundlicher Einschätzung „History Of Times To Come“ (und das ist ursprünglich vom 2003er „Invitation“-Album) kann man irgendwo über Midtempo verorten, der Rest ist klassisches Midtempo, dessen Geschwindigkeit um nicht mehr als 10 BPM variiert. Was spätestens zu Beginn von Track 4 Ermüdungserscheinungen hervorruft, denn es wirkt schlicht, als käme das Album nicht in die Gänge. Und auch die beiden besagten Songs können nicht darüber hinweghelfen, dass diese Ermüdung auf Albumlänge bleibt.
Melodisch sind die einzelnen Songs allesamt klassischer Synth-unterstützter Hard Rock mit den gängigen Melodiewendungen, die auch praktisch alle für sich funktionieren, in der Menge vergleichbarer Songs auf dem Album jedoch ihre Individualität nicht halten können. Dabei ist auch nicht von Vorteil, dass die Menge an Details und vor allem unterschiedlichen Stimmungen im Vergleich zu „Divinity“ stark nachgelassen hat. Mal ein Song, der außergewöhnlich fröhlich oder im Sinne des Genres klar düster ausfällt, existiert auf „Wisdom“ einfach nicht, was eine emotionale Einfühlung in die Platte verhindert. Müsste ich seine Wirkung auf mich mit einer Phrase beschreiben, wäre es „angenehm für nebenbei“ – und das ist es auf professioneller Basis – aber spannend, unvorhersehbar, fordernd, überraschend ist es kaum. Dafür verlässt man sich zu sehr auf das Lehrbuch, arbeitet zu routiniert und liefert im Endeffekt ein Album ab, bei dem man Mitnicken kann, das eine gute Gesangs- und Instrumentalleistung sowie vertraute Harmonien und klassische Songstrukturen bietet, aber eben auch nur wenig mehr.

Fazit:
Sauber im handwerklichen Sinne, unproblematisch im kompositorischen, aber ansonsten doch die Basic-Variante eines Hard-Rock-Albums: „Wisdom“ beim netten Abend mit ein paar Freunden im Hintergrund auf Spotify anzuschmeißen ist mit Sicherheit nicht falsch. Wer mehr musikalischen Tiefgang, etwas mehr Metal und mehr Inspiration und Leidenschaft möchte, dem sei an dieser Stelle allerdings (da ich nur die beiden Alben der Band kenne) empfohlen, stattdessen auf „Divinity“ zurückzugreifen.

Jannis

SAFFIRE – Taming The Hurricane

Trackliste:

01. Triumph Of The Will
02. Mr. Justified
03. The Rapture
04. Read Between The Lies
05. Taming The Hurricane
06. Silver Eyes
07. Fortune Favors The Bold
08. Wendigo
09. Roses (Electrify)
10. Flight Of A Thousand Wings

 

Spielzeit: 48:23 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Rock Of Angels Records – VÖ: 29.04.2022 – Page: www.facebook.com/saffiresweden

 

(Persönlicher Rant zu Anfang, der keinesfalls die Meinung des Rock-Garage-Teams widerspiegelt) Mit Freude überlasse ich meinen Kollegen traditionell die Alben, die in unserer Promoliste unter Melodic Hard Rock aufgeführt sind, weil ich das Genre irgendwie totgehört habe und von aktuellen Entwicklungen im Hard Rock und AOR, der in meiner Wahrnehmung immer weiteren Standardisierung und Reduzierung der Kreativität zugunsten von Songwriting- und Darbietungsweisen, die eben beim Standardpublikum funktionieren, die Nase etwas zu voll habe. Man weiß halt allzu oft schon genau, wann welche Art von Synthesizer kommen wird (Dicke Polyleads, im mindesten zu Anfang und nach dem Chorus), wann die Stimmung in Dur abdriftet (spätestens im Chorus), welche Harmonien aufeinander folgen (die, die Discount-Wohlfühl-Gänsehaut erzeugen) und wie der Sänger klingt (nämlich genau wie jeder andere Sänger in dem Genre).
Doch ab und zu hört man dann in eine Melodic-Hard-Rock-Promo rein, stößt auf eine E-Orgel, die etwas zu dreckig für solche polierten Alben ausfällt, und auf Melodien, die eben nicht nur Schema F folgen, und dann hat man eventuell die neue SAFFIRE entdeckt und eine richtig gute Zeit. Die machen auf „Taming The Hurricane“ nämlich klassischen, Orgel-lastigen Hard Rock mit wenigen geschmackvoll eingesetzten Lead-Synths, der die Komfortzone nicht unbedingt verlässt aber doch ausreizt. Solchen, der mit den einzelnen Songs unterschiedliche Sachen vorhat, kompositorisch nicht nach 2022er Lehrbuch arbeitet, coole Wendungen, Melodieideen und Arrangements am Start hat und, kurz gesagt, weiß, dass man das Publikum zwar damit zufriedenstellen kann, dass man ihm professionelle Kost anbietet, aber damit halt Bedürfnisse befriedigt, ohne zu begeistern. Also bringt man Songs wie den 6/8er „The Rapture“, der von den aktuellen ACCEPT gecovert auf komische Weise recht passend wäre, den Hit „Fortune Favors The Bold“, das freshe „Taming The Hurricane“ mit flinker Orgelarbeit, schöner Durwendung an unerwarteter Stelle im zündenden Chorus und sehr souveränem Solo, oder das leicht spukige „Wendigo“, das einfach von Anfang bis Ende sehr unterhaltsam geschrieben ist. Oh, und den ruhigeren, beschwingt-melancholischen „Flight Of A Thousand Wings“, der wohl den optimalen Endtrack für dieses Album darstellt und dieses tolle Gefühl von „Es ist so schön gewesen und jetzt unterstützt mich der Track noch bei meiner Melancholie darüber, dass die Reise schon zuende geht“ zu erzeugen weiß.
All das passiert auf dem Produktions- und Darbietungslevel eines aktuellen Hard-Rock-Albums eines bekannten Labels. Vielleicht wird es Zeit, dem Genre und seinen aktuellen Vertretern nochmal ein paar Chancen zu geben.

Fazit:
All das, was man von einem aktuellen klassischen Hard-Rock-Album erwartet und eine Extraportion Liebe, Unterhaltsamkeit und Anspruch an sich selbst: Das bietet „Taming The Hurricane“ und macht damit eine hochgradige Menge an Spaß. Nah dran an einem Blindkauf/Blindstream für Rock-Garage-Leser!

Anspieltipps:
„The Rapture“, „Taming The Hurricane“, „Fortune Favors The Bold“ und „Wendigo“ – „Flight Of A Thousand Wings“ aufheben, wenn man plant, die Platte mal komplett zu hören!

Jannis