LAZARUS DREAM – Alive

Lazarus Dream – Alive – Album-Cover

Band: Lazarus Dream
Album: Alive
Spielzeit: 72:44 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 13.11.2020
Homepage: www.facebook.com/lazarusdream

 

LAZARUS DREAM aus Deutschland besteht aus Carsten Lizard Schulz am Mikrofon und Markus Pfeffer an Gitarre, Bass, Keys und als Gast Markus Kullmann am Schlagzeug. Ordentlich Value for Money bietet dieser erste Rundling von LD, satte 72 Minuten und einige Sekunden voll mit melodischem Hard Rock. Der Sound könnte besser sein, die Höhen hören sich künstlich an kurz vor oder im Klipping, ich gehe mal davon aus das dies am MP3 Material in 192 kBit/s liegt, wäre schade um das Material wenn das Endprodukt auch so blechern klingt.

Genug gemotzt nun zum Hauptprotagonisten der Musik, die kann sich hören lassen, bewegt sich im Hard Rock mit viel Melodie ausgestattet. Die Stimmbänder von CLS sind wie gewohnt bestens aufgelegt und überzeugen, die Instrumentierung gibt sich keinerlei blöße. Als Vergleich kann man JADED HEART, DOMAIN, EVIDENCE ONE, PINK CREAM 69, DOKKEN und ein kleiner Blick nach Bochum zu Herrn PELL mit einer gewaltigen Portion 80s aufgemotzt heranziehen.

Mit “Dawn Of Time” gelingt der perfekte Einstieg mit knapp siebeneinhalb Minuten, das Solo, die Art des Solos und die Länge des Tracks sind von ARPELL beeinflusst, kommt aber mit Schmackes aus den Lautsprechern. “House Of Cards” ein melodischer Rocker der überzeugt, genau wie der folgende Song “Wings Of An Eagle”. “Can’t Take My Soul” ein Straighter Rocker der auf die Zwölf geht, wie sich der wohl mit besserem Sound anhören könnte, bei “Listen” wird experimentiert, die Gitarre kommt mit leichter Funk und Blues Note. “Fleshburn” kommt mit einer Mischung aus ZEPPLIN und PURPLE aus den Boxen nicht wirklich mein Fall, “The Healing Echoes” ist wieder besser und eingängiger, bester Melodic Hard Rock. “Desert Mind” fast schon wieder AOR geiler Song, “Visions And Sins” eine starke Powerballade (lässt mich an CROWN OF THORNS denken). “Stream” ein kräftiger Rocker nichts für mich, “Don’t Blame Me” ein sehr guter Rocker, die Gitarren klingen wie bei BEGGARS & THIEVES oder ENUFF Z’NUFF irgenwie schräg aber geil. Mit “Hotel Overload” werde ich im Refrain nicht warm, dafür der letzte Song “Days Of Darkness And Rain” genau nach meinem Geschmack.

Fazit:

Ein sehr gutes Lebenszeichen zeigen die beiden auf Alive, von mir gibt es eine 8 als Bewertung, eine 8,5 wäre es mit besserem Sound und eine 9 wenn es die drei Songs nicht geben wurde die mich kalt lassen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dawn Of Time
02. House Of Cards
03. Wings Of An Eagle
04. Can’t Take My Soul Away
05. Listen
06. Fleshburn
07. The Healing Echoes
08. Desert Mind
09. Visions And Sins
10. Steam
11. Don’t Blame Me
12. Hotel Overload
13. Days Of Darkness And Rain

Helmut

HELL IN THE CLUB – Hell Of Fame

Band: Hell In The Club
Album: Hell Of Fame
Spielzeit: 44:39 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 04.09.2020
Homepage: www.facebook.com/hellintheclub/

 

Die Italorocker von HITC schauen mal wieder über die Alpen bei uns vorbei, im Gepäck haben sie ihr fünftes Album “Hell Of Fame”. Mit dabei sind Dave am Mikro, Picco an Gitarren, Andy am Bass und Mark am Schlagzeug. Geboten wird wie schon auf den vier Vorgängern eingängiger Hard Rock mit ab und zu leichter Sleaze Note aber immer sehr viel Melodie und eingängig wie Sau, ähnlich intensiv wie die Labelkollegen von CRAZZY LIXX, ein kleiner Spritzer QUIET RIOT, nicht ganz so sleazige CONFESS oder CRASHDIET, mit der Eingängigkeit von TREAT, H.E.A.T. oder ECLIPSE.

Der Mikroakrobat Dave hat seit dem Debüt hörbar an Reife und Erfahrung dazu gewonnen und erledigt seinen Job mit bravur, die Rhytmusfraktion leistet sich keinerlei Fehler und glänzt mit geilen Songs auf dem Album.

Den Einstieg macht “We’ll Never Leave The Castle” ein melodischer schneller Song ein Highlight, “Worst Case Scenario” kommt fast poppig rüber, genial gemacht auch ein Highlight. “Here Today, gone Tomorrow” ein Flotter Rocker mit geilem Refrain, “Joker” das dritte Highlight kann voll überzeugen. “Last Of An Undying Kind” ein Paradebeispiel für einen geilen Song, “Nostalgia” gibt wieder mächtig Gas gut und flott. Bei “Lullaby For An Angel” werden die Taschentücher aus gepackt eine gelungene Ballade, mit “Mr. Groucho” werde ich nicht warm. “No Room In Hell” holt die Elektroaxt wieder hervor und rockt gewaltig. Mit “Tokyo Lights” kommt wieder ein Highlight geiler Song, “Lucifer’s Magic” geht auch wieder bestens ins Ohr, der Refrain setzt sich fest und kommt nicht mehr so schnell raus.

Fazit:

Ein geiles Stück Musik, die Zukunft der Rockmucke ist mit solchen Hochkarätern wie HITC und den anderen jungen Wilden in Europa auf alle Fälle gesichert, den nur so macht Musikhören spaß. Aus diesem Grund vergebe ich eine 9, für mich das bis jetzt beste der fünf Alben der Italorocker.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. We’ll Never Leave The Castle
02. Worst Case Scenario
03. Here Today, Gone Tomorrow
04. Joker
05. Last Of An Undying Kind
06. Nostalgia
07. Lullaby For An Angel
08. Mr. Groucho
09. No Room In Hell
10. Tokyo Lights
11. Lucifer’s Magic

Helmut

ARTIC RAIN – The One

Band: Artic Rain
Album: The One
Spielzeit: 44:49 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 07.08.2020
Homepage: www.facebook.com/arcticrainband/

 

ARTIC RAIN die neue Melodic Hard Rock Sensation aus Schweden im Italo Stall von Frontiers, was die Jungs für ein Pfund raushauen ist nicht von schlechten Eltern und kann überzeugen. Zu ARTIC RAIN gehören Tobias Jonsson (v.), Magnus Berglund (g.) Gert Daun (b.), Pete Alpenborg (k.) und Jonas Jönsson (d.), zu hören gibt es stark in Szene gesetzten Melodic Hard Rock aus Skandinavien wie ihn auch Bands wie TREAT, TALISMAN, ONE DESIRE, ECLIPSE, NORDIC UNION und HOUSE OF SHAKIRA zelebrieren angereichert mit einem kleinen Schluck STRANGEWAYS, DEF LEPPARD und WHITESNKAKE.
Im Mittelpunkt stehen starke Melodien mit ebenso starken Vocals und Instrumentierung, die Songs zünden sofort ein Feuerwerk in den Gehörgängen und man lauscht fasziniert den Klängen die aus den Boxen kommen, einen auf Anhieb verzaubern und gute Laune verbreiten.
Den Anfang macht “Love Of My Life” ein flotter Rocker kommt gut am Anfang, “Lost” kommt mit geiler Melodieführung aus den Lautsprechern. “Friends” läst es ein wenig langsamer angehen aber dennoch intensiv genug, mit “Night After Night” kommt das erste Highlight ein geiler Song langsame und flotte Passagen im Wechsel, “Free My Mind” das nächste Highlight könnte von dem 87er Megaseller der Schlange oder aus dem gleichen Jahr der LEPPS stammen geilster Rock. “Give Me All Of Your Love” kann wieder auf ganzer Linie überzeugen, “Lift Me Up” ein gute Laune Rocker. “The One” hört sich an als wenn die LEPPS ein zweites “Animal” veröffentlichen würden geile Nummer, “Breakout” ein schneller Rocker durchschnitt. “Madeleine” kommt wieder besser rüber als der Vorgänger, zum Schluß noch ein Highlight “Take Me To Your Heart”.
Die Stimme von Jonsson hat in den höheren Lagen eine Ähnlichkeit mit Terry Brock, in den unteren Lagen besitzt sie genügend Eigenständigkeit um voll zu überzeugen.

Fazit: Ein Saugeiles Debüt von den Schweden das man sich nicht durch die Lappen gehen lassen sollte, bleibt abzuwarten ob die Jungs diesen Standart halten können, wenn ja kommt das nächste große Ding bei Frontiers raus. Ich vergebe eine 9,0 da ein Durchschnitts Song enthalten ist und der Sound, vielleicht durch das MP3 Promo 0815 Gedöns verursacht, mal kucken obs auf der CD auch so klingt, hat noch viel Luft nach oben. Wenns am MP3 Material liegt, wird dies den Bands in keinster Weise gerecht da sich manche Sachen mit besserem Sound gleich mal um einen Punkt besser anhört.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Love Of My Life
02. Lost
03. Friends
04. Night After Night
05. Free My Mind
06. Give Me All Of Your Love
07. Lift Me Jp
08. The One
09. Breakout
10. Madeleine
11. Take Me To Your Heart

Helmut

AFTER HOURS – After Hours (RG Zeitmaschine)

Band: After Hours
Album: After Hours
Spielzeit: 43:00 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Global Satellite
Veröffentlichung: 1992
Homepage:

Schauen wir zurück in das Jahr 1992 als das zweite Album der UK Rocker AFTER HOURS auf den Markt kam. AH bestand damals aus John Francis (v.) der sich in etwa anhört wie eine Mischung aus Larry Baud (RED DAWN) und Chris Cade (Melidian) einmal meint man man hört einen Song von RD ein anders mal meint man es mit einem M Song zu tun zu haben, Tim Payne (g.), Martin Walls (b.), Andy Nye (k.) und Mark Addison (d.). Die Ausrichtung ist auch eine Schnittmenge aus RD und M, britscher Melodic Hard Rock mit US einflüssen, und das Ding geht gewaltig gut in die Ohren und will nicht mehr so schnell Platz machen.

Wie ich oben schon erwähnte, spielen AH sehr gut hörbaren Melodic Hard Rock, leider zu spät auf den Markt gekommen, 1991 wurde die Musikwelt von einem Erdbeben der Stärke “Schiess Mich Tot” ausgehend von Seattle US of As erschüttert. Der Zeitpunkt war nicht der Beste und so verstaubte dieses kleine Juwel in den Regalen was schade ist/war da das Album klasse besitzt und durchaus mit den ganz großen des Biz mithalten konnte und auch Heute noch kann. Das hier gebotene Material ist Zeitlos und hätte mehr Aufmerksamkeit verdient, es finden sich straighte Abgehrocker, Balladen und gute Laune Rocker auf dem Dreher.

Zu den straighten Rockern zählen “Wild Woman”, “Girl Like You” und “It’s Only Love”, zu den Balladen “Samantha” und “Tommy’s Song”. Zu den gute Laune Songs gehören “You’re Never Alone”, “Love Games”, “Heartache” und “It’s Only Love”. Mit “Blood On Silver” und “Goin‘ Surfin’” haben sich zwei Totalausfälle auf die CD gemogelt, dafür entschädigt die restlichen Songs die mit Melodie, der richtigen Härte und genialen Vocals aus den Boxen kommen.

Fazit: Zeitlose Songs die zu Spät veröffentlicht wurden, kommen bei mir auf eine Wertung von 8,5 Punkten, wenn die zwei Füller nicht wären hätte es eine 9 gegeben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Wild Woman
02. Girl Like You
03. You’re Never Alone
04. Samantha
05. Love Games
06. Heartache
07. It’s Only Love
08. Blood On Silver
09. Goin‘ Surfin‘
10. Tommy’s Song

Helmut

TONY MITCHELL – Church Of A Restless Soul

Band: Tony Mitchell
Album: Church Of A Restless Soul
Spielzeit: 60:03 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 28.08.2020
Homepage: www.facebook.com/tony.mitchell.3762

He is Back, TONY MITCHELL ist wieder da. Mit neuem Album im Gepäck verirrte sich der Musiker nach Niederbayern. TM war beim gleichnamigen KISS OF THE GYPSY Album als Sänger und Songwriter beteiligt, bei RICK WAKEMANN übernahm er das Mikro auf dem Album “Return To The Centre Of The Earth”, am Mikro und Gitarre bei ALICE COOPER, JON ANDERSON, ALAN PARSONS PROJECT, TONY HADLEY & IT BITES auf der “British Rock Symphony” Südamerika Tour im Jahr 2000.

2016 erschien das Album “Down & Dirty” von DIRTY WHITE BOY mit Mitchell als Antreiber und 2018 dann das Soloalbum “Beggars Gold” die beide gut ins Ohr gehen. 2020 TM veröffentlicht ein weiteres Soloalbum über AOR Heaven, unterstützt wurde er von Paul Hume (g.), Tim Manford (g.), Nigel Bailey (b.), Josh Tabbie Williams (b.), Shawn Charvette (k.), Neil Odgen (d.) und Danny Vaughn.

Geboten wird kräftiger Ass Kicking Melodic Hard Rock, in etwa einer Schnittmenge aus KOTG, DWB, dem 2018er TM Album und TYKETTO.

Den Anfang macht “Church Of A Restless Soul” mit Kirchenorgel Intro um dann richtig die Post abgehen lassen, ein moderner schneller Rocker, “Living On The Run” kommt mit TOM PETTY Vibes auf Hard Rock rüber. “In & Out Of Love” kommt mit brachial Riffs mit geiler Melodieführung ums Eck, “The Mighty Fall” im Duett mit Danny Vaughn der beste Song des Albums könnte durchaus von TYKETTO stammen geiler Song. Bei “Electric” standen GOTTHARD mit “Lift U Up” als Paten auf der Agenda nicht übel, “I Believe In Angels” eine Herzschmerz Ballade für die Stunden zu zweit. “Killing Me To Love You” fängt mit Kirchenchor an und hat dann ein Riff raus das einem schwindelig wird schnell und hart ein Füller, “Never Wanted Love” fast schon Pop wenn nicht die Stromgitarren wären stark umgesetzt. “One Good Reason” braucht ein paar Durchgänge bis er zündet, “Sacrifice” noch eine Herzschmerz Ballade gut hörbar. “Shattered Dreams” mit geilem Riffing die Gitarre kommt hier am geilsten raus, mit “Evil Woman” kommt ein Totalausfall müsste nicht sein, “Heaven Is Falling” entschädigt für den Vorgänger.

Fazit: Ein modernes Melodic Hard Rock Album mit höhen und zwei Totalausfällen die nicht zu den anderen Songs passen wollen, wer auf die Vergleiche kann hört mal rein ich vergebe eine 8,0 da zwei Füller und nur eine Bombennummer mit DV am Start sind.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Church Of A Restless Soul
02. Living On The Run
03. In & Out Of Love
04. The Mighty Fall
05. Electric
06. Believe In Angels
07. Killing Me To Love You
08. Never Wanted Love
09. One Good Reason
10. Sacrifice
11. Shattered Dreams
12. Evil Woman
13. Heaven Is Falling

Helmut

SHINING BLACK Feat. Boals&Thosen – Shining Black

Band: Shining Black Feat. Boals & Thosen
Album: Shining Black
Spielzeit: 47.53 min
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 10.07.2020
Homepage: www.facebook.com/ShiningBlackband

Man mag sie leid sein, diese immer wiederkehrenden Frontiers Projekte in allen möglichen Musikerkonstellationen, aber Treffer wie die diesjährigen ALLEN/OLZEN oder Karlsson’s FREEFALL Alben lassen sich nur erzielen, wenn man es versucht.

Eine auf Qualität basierende höhere Punktzahl kann man dem nächsten Versuch des Labels mit dem von Mark Boals (Malmsteen, Ring of Fire, Royal Hunt) und Olaf Thorsen gefeaturten Projekt SHINING BLACK bescheinigen.

Gute, abwechslungsreiche Songs vom LABYRINTH und VISION DIVINE Gitarristen Olaf Thorsen, fett produziert mit klasse Gesang und mehr als ordentlicher Gitarrenarbeit. Weniger verspielt als in seinen Hauptbands geht es hier zur Sache. Der melodisch Hardrock der 80er Jahre steht eindeutig Pate, also das Genre in dem Mark Boals seine erfolgreichsten Zeiten feierte.

Das von Thosen ursprünglich als Soloprojekt geplante Album startet mit „The House Of The Fallen Souls“ und das vielversprechend. Coole Hookline, interessanter mit guten Keyboards aufgewerteter Mittelteil lässt er auf ein gelungenes Album hoffen.
Doublebass dominiert bei „In My Life“ und „The Carousel“ und zeigt, dass das Projekt nicht nur melodiös, sondern auch mit der nötigen Power ausgestattet ist.

Das folgende „A Sad Song“ setzt den Kontrastpunkt und ist sicherlich eine der besten Balladen des Jahres 2020, hymnischer geht’s kaum. Nicht nur die gefühlvoll jammernde Gitarre, auch Boals Gesang erinnert hier frappierend an Scorpions und dem Mann mit der Mütze. Wenn sie sich hier nur nicht das extrem emotionsgeladene und mehr als gelungene Stück mit einem unüberlegten Mittelteil selber zerschossen hätten.

Das titelgebende „Shining Black“ hält sich an den roten Faden, ist aber ob seiner Austauschbarkeit ebenso wie „Just Another Day“ sicher kein Highlight des Albums
.
Die nötige Härte bringt die Gitarre nicht nur in Stücken wie das in der Strophe etwas an Dio erinnernde „Where are your Gods“ und „The Carousel“ ins Spiel, es bleibt auch immer noch Platz für virtouse Finessen, um den einzelnen Songs den nötigen Wiedererkennungswert zu verpassen. Speziell in den Soloparts kann Thorsen sein Progherz oft nicht leugnen, findet aber häufig einen Weg, diese passend zu arrangieren und es nicht zum Bruch kommen zu lassen.

Mit „The Day We Said Goodbye“ sind SHINING BLACK die vielleicht schmalzigsten fünf Minuten der letzten Jahre geglückt, Klavier-begleitete Singgitarre auf höchstem Niveau, und ein Mark Boals in Monsterform. Das unumstrittene Highlight der Scheibe und sicherlich ein heißer Anwärter auf den Song des Jahres.
„We Fall“stellt eine perfekte, musikalische Zusammenfassung dar und beschließt eine rundum geglückte, abwechslungsreiche Melodic Rock Produktion, der ärgerlicherweise wohl nie eine Live Premiere vergönnt sein wird.

Klar ist SHINING BLACK ein typisches Projektding, aber ganz sicher eines der sinnmachenden und interessanteren Sorte, die es gerne ein weiteres Mal versuchen sollten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The House Of The Fallen Souls
02. The Boogeyman
03. My Life
04. A Sad Song
05. Shining Black
06. Just Another Day
07. Where Are Your Gods
08. The Carousel
09. The Day We Said Goodbye
10. We Fall

Link zu “Just Another Day” :

Rüdiger König

LEVITICUS – Knights Of Heaven (RG Zeitmaschine)

Band: Leviticus
Album: Knights Of Heaven
Spielzeit: 39:23 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Royal Music Production
Veröffentlichung: 01.01.1989
Homepage: www.facebook.com/pages/category/Musician-Band/Leviticus

Mal Wieder das Geilste Jahrzehnt überhaupt, die 80er. Ursprung von knallig Neonfarbenen Stretch Oberteilen und Minis bei den Damen, und Hosenträgern bei den Jungs, Spanndex Jeans Cowboyletten, Kutten und ja nicht zu vergessen Miami Vice Klomatten, eine Goasn war noch bezahlbar der Durchbruch von DEF LEPPARD, DOKKEN, EUROPE, TREAT usw., nachdem SABBATH, ZEPPELIN und PURPLE den Weg für diese Art von Musik gezeigt haben. Ich wurde auf die Straße und die Menschheit losgelassen.

Aber nun zu LEVITICUS, die Jungs aus Schweden kamen 89 mit ihrem fünten Album aus dem Studio, für mich das eingängigste und beste von den Schweden. Dabei waren damals Peo Petterson am Mikro und Keys, Björn Stigsson an Gitarre und Backingvocals, Niklas Frannklin am Bass und Backingvocals, Kjell Andersson an den Drums, sowie noch John und Dino Elefante als Produzenten.

Gegenüber den ersten vier Alben die nicht so eingängig und sperrig waren wird Grooviger Melodic Hard Rock mit christlichen Texten geboten, wen das nicht stört hat viel spass an dem Album. Es wird kräftig drauf los gerockt das es eine wahre Freude ist. Peo ist bestens bei Stimme und macht seinen Job grandios, Björn gibt der Gitarre genug auslauf, die Keys sind in der richtigen Dosis vorhanden.

Den Anfang macht “Born Again” ein geiler flotter Rocker könnte von TREAT stammen, “The World Goes Round” ein starker Melodic Song. “Isn’t It Love” ist ein Highlight mit richtigem Tempo und Groove, setzt sich sofort im Ohr fest, DALTON grüßen. “Oh, Lord” eine Herzschmerz Ballade die zum Nachdenken anregt, mit “Feel So Good” kommt Rock N Roll Feeling auf. “Strong Love” ist wieder ein starker Rocker der leider beim Refrain ein wenig schwächelt. “Messiah” wieder ein Fettes Highlight das Ding groovt von vorne bis hinten, für “Over The Hills” gillt das gleiche wie für den Vorgänger. “For Once In My Life” eine Ballade für die Kuschelfraktion, “Love On Fire” ein kräftiger Rocker der gut ins Ohr geht.

Fazit:

Ein starkes Stück Musik das man gehört haben sollte, wer sich nicht an den christlichen Texten mit ihren Botschaften stört sollte hier bestens bedient werden. Für alle die auf Geilen Melodic Rock stehen hört euch das Dingens an, von mir gibts eine 9,5 für diesen Klassiker der genauso alt ist wie mein alter Ford Escort RS Turbo von 89.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Born Again
02. The World Goes Round
03. Isn’t It Love
04. Oh, Lord
05. Feel So Good
06. Strong Love
07. Messiah
08. Over The Hills
09. For Once In My Life
10. Love On Fire

Helmut

LIONHEART – The Reality Of Miracles

Band: Lionheart
Album: The Reality Of Miracles
Spielzeit: 55:09 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 31.07.2020
Homepage: www.lionheart-music.com/

Heute wird das dritte Album seit Bandgründung 1980 veröffentlicht, zum Lineup gehören Lee Small am Mikro, Dennis Stratton an Gitarre und Backingvocals, Steve Mann an Gitarre und Backingvocals zusätzlich noch Produktion und Mastering, Rocky Newton am Bass und Backingvocals, Phil Lanzon am Keyboard, Clive Edwards Drums. Das erste Album war noch eher AOR, das zweite Melodic Hard Rock von der Kanalinsel ganau so auch das dritte. Als Vergleich könnte man PRAYING MANTIS auf dem Komerztrip heran ziehen, aber auch härtere PHENOMENA oder auch DARE irgendwo zwischen “Out Of The Silence” und “Blood From Stone”

“Salvation” ein Intro macht den Anfang, gefolgt von “Thine Is The Kingdom” ein Paradebeispiel für einen geilen Song, “High Planis Drifter” ein flotter Rocker stark gemacht. “The Reality Of Miracles” kommt leicht AORig aus den Boxen sehr gut umgesetzt, “Fire Tribes” ein schneller Hard Rocker fällt leider durch. “Behind The Wall” entschädigt für den Vorgänger ein Saugeiler Vertreter, bei “All I Want Is You” könnte man fast annehmen das sich FM mit PRAYING MANTIS gepaart hätten und dieser Song ist das Kind der beiden welches bei der Gedanklichen Vorstellung das Licht der Welt erblickt hat , geile Nummer. “Widows” geht wieder gut ins Ohr FM auf Hard Rock, “Kingdom Of The East” könnte ein Kind von PM sein Saugut. “Outlaws Of The Western World” würde man nicht vermissen. “Overdrive” hebt ab mit AOR Feeling, “The First Man” kommt gut erinnert mich an eine Mischung aus GARY MOORE vor der Blues Zeit und PM. “Still It Rains On Planet Earth” eine Ballade für zärtliche Stunden.

Fazit:

Ein solides Album von den alten Hasen von der anderen Seite des Kanals in der Nordsee, erinnert an PRAYING MANTIS, PHENOMENA und DARE zu Anfangszeiten keine schlechte Mischung. Von mir gibt es 8,5 Punkte da sich doch zwei Ausfälle eingeschlichen haben, der Rest ist sehr gut hörbar und mancht Laune.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Salvation
02. Thine Is The Kingdom
03. High Plains Drifter
04. The Reality Of Miracles
05. Five Tribes
06. Behind The Wall
07. All I Want Is You
08. Widows
09. Kingdom Of The East
10. Outlaws Of The Western World
11. Overdrive
12. The First Man
13. Still It Rains On Planet Earth

Helmut

GLASGOW – Zero Four One (RG Zeitmaschine)

Band: Glasgow
Album: Zero Four One
Spielzeit: 41:15 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Zero 4 1 Records
Veröffentlichung: 1987

Dieses mal geht es zurück ins Jahr 1987, dem goldenen Zeitalter von Hard Rock, Melodic Rock und auch Heavy Metal. Mir kommen gedanken an SURVIVOR, FOREIGNER, DEF LEPPARD, DOKKEN, ACCEPT, RUNNING WILD, MANOWAR, HELLOWEEN etc, könnte man beliebig mit Bands aus dieser Zeit fortsetzen würde aber den Rahmen sprengen.

Hier geht es um die schottische Band GLASGOW die mit diesem Album ihr einziges Lebenszeichen am Start hatten, was schade ist bei dem Material welches sich auf diesem Album befindet. GLASGOW hatten talent und bewiesen dies mit diesem Klassiker. Das Album ist voll mit Geilen Melodien, starken Hooks und Vocals die sich teilweise flehent anhören aber immer stark in Szene gesetzt. Die beteiligten an dem Rundling waren damals Michael Boyle (v.), Archie Dickson (g.), Neil Russell (b.), Gavin Povey und Don Airey (k.) und Paul McManus (d.). Es befinden sich leider nur acht Songs auf dem Plastik, doch diese acht haben es in sich, kein Ausfall oder Lückenfüller bringen es auf eine Spielzeit von knapp über 41 Minuten. Geboten wird eine Karussellfahrt in der First Class der Lufthansa, das Rezept besteht aus geilen Melodien, sehr guten Vocals, lauten Gitarren die melodisch aus den Boxen kommen, Keyboardteppiche die das ganze unterstützen und Drums die alle zur Höchstform antreiben. Vergleiche fallen mir keine ein, GLASGOW machen Melodic Hard Rock britischer Prägung, der mitten auf die Zwölf geht.

Den Anfang macht “We Will Rock” die richtige Hymne für eine Rockdisco oder eine Rockparty, Melodie, Power und ein Refrain zum Mitgrölen, das Ding Rockt gewaltig und verbreitet nebenbei noch gute Laune. “Secrets In The Dark” geht es langsamer an, wurde schon von ERIC MARTIN auf dessen Solodebüt verbraten. “Back On The Run” ein Powersong der langsam anfängt und sich vom Keyboard anhört als hätte sich BRONSKI BEAT mit “Small Town Boy” im Hard Rock geübt, schräg aber geil und ab 2:44 geht das Ding ab wie Schmitz Katze. “My Heart Is Running With The Night” ein flotter gute laune Rocker, “Meet Me Halfway” kommt in den Strophen ein wenig schräg rüber, bringt aber Abwechslung. “Under The Lights” hört sich an wie ein harter AOR Song, sehr gut und flott, “No More Lonely Nights” eine starke Powerballade. “Breakout” läutet das Ende ein, ein kräftiger Melodic Hard Rock Song.

Fazit:

Leider nur ein Lebenszeichen, leider nur acht Songs und leider nur knapp über 41 Minuten Melodic Hard Rock. Wer die Möglichkeit hat das Dingens günstig zu erstehen zugreifen von mir gibt es eine 9, weil eben nur acht Highlights und nach der kurzen Spielzeit die Zeitreise vorbei ist.

WERTUNG:

 

Trackliste:

01. We Will Rock
02. Secrets In The Dark
03. Back On The Run
04. My Heart Is Running With The Night
05. Meet Me Halfway
06. Under The Lights
07. No More Lonely Nights
08. Breakout.

Helmut

AXEL RUDI PELL – Sign of Times

Band: Axel Rudi Pell
Album: Sign Of The Times
Spielzeit: 43.51 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Steamhammer / SPV
Veröffentlichung: 08.5.2020
Homepage: www.axel-rudi-pell.de

Der Zwei-Jahre Rhythmus ist eine der vielen Verlässlichkeiten des Ruhrpott-Gitarristen AXEL RUDI PELL. In diesem Abstand veröffentlichte er die meisten seiner bisher achtzehn Studioalben, von denen er die letzten vier alle unter die Top 20 der deutschen Charts platzieren konnte.
„Sign Of The Times“ betitelt das aktuelle Output des Bochumers und es hört sich an, als könne er dem stetig wachsenden Erfolg ein weiteres Puzzleteilchen hinzufügen. Das Songwriting an sich sei ihm diesmal etwas lockerer, und schneller von der Hand gegangen. Von der permanent auf Handy gesammelten Songidee bis zum ausgefeilten Endprodukt war es ein schneller, flüssiger Prozess.
Den Anfang macht nach dem klassischen Pell Intro „The Black Seenade“ mit „Gunfire“ eine schöne, treibende Doublebass Nummer mit neuer Textattitüde, glasklarem und druckvoll abgemischtem Sound in klassischer Rainbow Manier.
Das fünfminütige „Bad Reputation“ lässt keinen Zweifel daran, wessen neue Scheibe sich gerade in die Gehörgänge windet, traditionelle ARP Stuff mit starkem Riff in hoher Güteklasse.
Danach baut sich langsam der siebenminütig Spannungsbogen des Titelstücks auf. In etwas verschlepptem Tempo und in der Intensität variierend schwingt sich „Sign of The Times“ zum ersten Highlight der neuen AXEL RUDI PELL Scheibe auf. Die Riff Idee kam ihm, nicht ganz unüblich spontan während eines Soundchecks.
Geschmacksache ist sicherlich „The End Of The Line“, für einen Albumfüller ist es sicherlich zu gut, aber das hohe Level kann er nicht ganz halten.
Dass der Bochumer einfach ein perfekt funktionierendes Gespür für gute Melodien hat, beweist er mit der Ballade „As Blind As A Fool Can Be“ aufs neue, und das er für diese Aufgabe einen der besten Sänger des Genres am Mikro hat, belegt Johnny Gioeli eindrucksvoll. Auf diesem Spielfeld, von fetter Orgel mitgetragen, fühlt sich der Blondschopf einfach zuhause und punktet auf ganzer Linie.
Schönen, zeitlosen Hardrock der immer noch lebt und in dieser Form keine Abnutzungserscheinungen zeigt, bieten „WingsOf The Storm“ und „Waiting For Your Call“ auf erwartetem Terrain.
Mehr als verwundet die Ohren reiben wird sich der langjährige Pell Fan bei den ersten Tönen zu „Living A dream“, waschechter Reggaeeinstieg zu einem sich stetig steigerndem Song des Altmeisters, der hier beweist, dass die immer wieder angebrachte Floskel, der Gitarrero bewege sich nur noch im Kreis, so nicht stimmt. Eine gradlinige Songstruktur beschert uns einen echten Pell Klassiker, der seine Live Premiere sicher bestehen wird.
Da ja gerne das Beste zum Schluss kommt, schwingt sich „Into The Fire“ schön stampfen zu einem letzten Höhepunkt des aktuellen Silberlings auf. Auch hier ein weiters mal eher unkonventionelle Gitarrenarbeit gepaart mit neben bekannten Orgelsounds, ungewöhnlichen Keyboards Sounds. Hier zeigt sich explizit, wie wichtig und eingespielt mittlerweile die Rhythmussektion um Volker Krawzcak und Bobby Rondinelli ist. Treibend und punktgenau wird geliefert, was sein muss.
Extrem abwechslungsreich kommt „Signs of the Times“ auf seinen zehn Songs daher, überrascht stellenweise sogar mit eher ARP untypischen Arrangements, die allesamt zünden. Den ab und an angebrachten Vorwurf, seine Gitarrensoli in der Länge überzustrapazieren unterfütter er auf seinem Neuling in keinster Weise.
Bei all den inflationär eingespielten Projekt Scheiben zieht AXEL RUDI PELL ganz eindeutig auch den Bandjocker. Alles klingt gewachsen, denn seine langjährigen Wegbegleiter wissen hörbar Axels Ideen umzusetzen.
Die hohen Erwartungen seiner Fanbase dürfte er mit seinem Neuling nicht nur erfüllt, sondern zum größten Teil noch übertroffen haben.
Wer ihn zum alten Eisen zählen möchte, wird es schwer haben, seine Ansicht mit diesem Album zu unterfüttern.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Black Serenade (Intro)
02. Gunfire
03. Bad Reputation
04. Sign Of The Times
05. The End Of The Line
06. As Blind As A Fool Can Be
07. Wings Of The Storm
08. Waiting For A Call
09. Living In A Dream
10. Into The Fire

Link zum Video „ Gunfire“ :

Rüdiger König