CHAOS MAGIC – Furyborn

Band: Chaos Magic
Album: Furyborn
Spielzeit: : 46.11 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock /Symphonic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 14.6.2019
Homepage: www.caterinanix.com

Chaos Magic – Von Nix kommt nix stimmt so nicht!

Timo Tolkki, seines Zeichens Ex-Gitarrist von Stratiovarius hat auf einer Südamerikatournee relativ zufällig einen nicht nur sehr ansehnlichen wie talentierten Klangkörper entdeckt. Das Goldkehlchen mit Namen Caterina Nix und ordentlichen Wumms in der Stimme, kam nicht nur auf seiner zweiten „Avalon“ Rock Oper zu Sangesehren, nein, er schrieb ihr auch das Debüt „CHAOS MAGIC“ auf den wohlgeformten Leib.

Nach vier Jahren kommt dieses Projekt, diesmal ohne Tolkki, zu seinem Nachfolger.

„Furyborn“ wildert vornehmlich im Bereich Melodic Metal und das Beuteschema setzt sich in erster Linie aus Fans von Within Temptation, Evergrey und vergleichbaren Größen zusammen.

Der Sound basiert auf breit angelegte, fette Gitarrenriffs, mit teils sehr technischen, kühl und modern arrangierten Elementen. Das Aushängeschild dieses Projekt war und ist aber weiterhin Caterina Nix auch, wenn jetzt der ebenfalls aus Chile stammende Nasson federführend das Kompositionszepter schwingt.

„Furyborn“ setzt allerdings nicht allein auf die Stimmgewalt der Südamerikanerin, sondern wartet mit der interessanten Tatsache auf, dass sich in vielen der insgesamt elf Stücken des Albums ein Duett Partner hinzugesellt. Die daraus erzielten musikalischen Farbtupfer geben der Scheibe eine Extraportion Vielschichtigkeit

Songs wie der Opener „You Will Breathe Again“ und „Throw Me To The Wolves“ leben in erster Linie von der ordentlich hart eingespielten Gitarre und dem schnell ins Ohr gehenden Refrain, wo hingegen „ Furyborn“ selbst seine Außergewöhnlichkeit durch den Duett Partner Tom Englund erhält. Der grandiose Evergrey Shouter überzeugt auf ganzer Linie und macht den Titeltrack zu einer Besonderheit auf einer an guten Songs nicht armen Platte.

„Like Never Before“ belegt eindrucksvoll, wie man mit einer guten Produktion, interessant eingestreuten Keybordsounds sowie überraschenden Vocodereinsatz einen an für sich schon guten Song nochmal aufwerten kann. Das musikalische Kleinod stampft herrlich durch die vier Minuten.

Auch weiß CHAOS MAGIC wie abwechslungsreiches Songwriting funktioniert, nimmt bei der großartigen Powerballade gekonnt das Tempo heraus und Gastkeyborder Mistheria (Bruce Dickinson, Rob Rock) holt sich eindrucksvoll seine Credits ab. Auch hier zeigt die Female Voice, dass sie sich auf verschiedenen Ebenen zu Hause fühlt.

Im folgenden „Falling again“ reicht es dem chilenische Songschreiber des Projektes, Nasson, nicht, sämtliche Gitarren, zahlreiche Keyboards und einige Bassparts einzuspielen, übernimmt er hier noch den Duett Teil des Gesangs.

Auch „Bravely Beautiful“ zeigt mit seinem sehr eingängigem Refrain kein Abknicken im Spannungsbogen dieses Albums. Female fronted Metal par excellence, jeder Song trägt viel Eigenständigkeit und hohem Wedererkennungswert in sich.

Caterina Nix verwandelt die bezaubernde Akustikballade „I´d Give It All“ mit ihrer engelsgleichen Stimme zu etwas ganz Besonderem. Befreit von jeglicher zuvor genutzter Technik, hören wir einen ausgesprochen warmherzigen, aufs Wesentliche reduzierten Song, wie er so auch nicht alle Tage geschrieben wird.

Das unwiderrufliche Highlight auf „Furyborn“,folgt mit dem sagenhaften „Path Of The Brave“. Grandioser Powermetal der besonderen Art. Hier wird das chilenische Dreamteam zum Triumvirat, gesellt sich der aktuelle Rainbow und CoreLeoni Sänger, Ronnie Romero hinzu. Selten gelingt ein Duett auf diesem Niveau, selten verbinden sich zwei Stimmen so sehr.

„Furyborn“ legt hohes Augenmerk aufs Programming, was dem Ganzen einen etwas kühlen, technischen Touch gibt, der gekonnte Kontrast gelingt aber durch die jederzeit gefühlvolle Stimme Caterina Nix. Die brillante, glasklare Produktion mit all ihrer Detailverliebtheit sowie der erneut geniale Mix durch die dänische Mischer Ikone Jacob Hansen schaffen eine abwechslungsreiche Melodic Metalscheibe, die auch im Artwork des Covers zu überzeugen weiß.

WERTUNG:

Trackliste:

 

01. You Will Breathe Again
02. Furyborn ( feat. Tom Englund)
03. Like Never Before
04. Beware Of Silent Water ( feat. Mystheria)
05. Falling Again (feat. Nasson)
06. Bravely Beautiful (feat. Ailyn Gimenez)
07. Throw Me To The Wolves
08. I´d Give It All
09. Path Of The Brave (feat. Ronnie Romero)
10. My Affliction
11. I´m Your Cancer

Rüdiger König

Link zu “Like Never Before” :

HARDLINE – Life

Band: Hardline
Album: Life
Spielzeit: 51.01 min
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.hardlinerocks.com

HARDLINE- LIFE

Das HARDLINE Reviews traditionell häufig mit einem Rückblick auf die „Double Eclipse“ von 1992 beginnen, hat seinen Grund alleinig in der Ausnahmestellung, den das unerreichte Debüt der Kollaboration von Gitarrist Neal Schon (Journey) und Sänger Johnny Gioeli (Axel Rudi Pell) durch seine Klasse eingenommen hat.

Auch das mittlerweile siebte Album in der HARDLINE Ära, „Life“ wird sich somit nicht mit dem etwas schwächer ausgefallenen Vorgänger „Human Nature“ messen müssen, sondern mit dem Referenzwerk, der mittlerweile runderneuerten Band. Einzig verbliebendes Originalmitglied Johnny Gioeli steuert sein AOR Schiff mit dem frisch angeheuerten Gitarristen Mario Percudani so gekonnt ins „Double Eclipse“ Fahrwasser, wie es seit Neal Schon Zeiten kein Gitarrist der Band geschafft hat.

„Place To Come Home“ als Opener überzeugt nicht nur mit fast schon ungewohnter melodischer Härte, sondern zeigt sich auch soundtechnisch um ein Vielfaches besser gemischt, als die Vorgängeralben. Auch das folgende ‚„‘Take a Chance“ ließe sich ohne Qualitätseinbussen aufs Debüt platzieren. Überhaupt scheint die Zeit keinen großen Tribut von Gioeli eingefordert zu haben.

Im treibenden „Helio´s Sun“ gibt Tastenmann Alessandro del Vecchio ein klasse Hammond Orgel Solo zum Besten, bevor er dann mit der starken Klavierballade „Page Of Your Life“ sentimentalere Töne anschlägt. Hier kann man dann die Variabilität im Stimmumfang Gioelis bestaunen, die klassische Power Ballade mit dem nötigen Pathos zu veredeln, liegt ihm einfach.
Etwas weniger Strahlkraft besitzt „Handful of Sand“, hier von einem Albumfüller zu reden, wäre aber zu weit hergeholt, wo hingegen mit der zweiten Ballade „This Love“ erneut auf Sicherheit gegangen wird und auch dieser Trumpf sticht

Über den Versuch Queens Göttersong „Who wants to live forever“ als Cover aufzuarbeiten, darf man in einer Review nicht hinweggehen. Ungeachtet des interessanten Aspektes, mal reinzuhören, wie eine Gesangsinstitution wie Gioeli mit diesem unerreichten Klassiker gesanglich umgeht, kann und ist dieser Versuch leider punktezehrend gescheitert. Nicht dass der Song hier schlecht dargeboten wird, aber die unermessliche Tiefe des Originals ist unendlich schwer zu reproduzieren und die reduzierte Instrumentierung verhindert die nötige Emotionalität.

Eben diese Emotionalität besitzt hingegen der abschließende Song „My Friend“. Der nur mit Akustikgitarre begleitete Gioeli weiß die Botschaft des Liedes gekonnt zu übermitteln.

Man wird in der HARDLINE Diskografie kein wirklich schlechtes Album finden, mit „Life“ werfen sie aber ohne Frage ihr zweitbestes in den Ring. Viel näher kommt man wohl ans Original nicht mehr ran. Intelligentes Songwriting gepaart mit der außergewöhnlichen, abwechslungsreichen Stimme Gioelis, sowie der extrem passenden Gitarrenarbeit von Percudani, lassen hoffnungsvoll in die Hardline Zukunft schauen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Place To Come Home
02. Take A Chance
03. Helio´s Sun
04. Page Of Your Life
05. Out Of Time
06. Hold On To Right
07. Handful Of Sands
08. This Love
09. Story Of My Life
10. Chameleon
11. My Friend

Link zu “Take A Chance” : 

Link zu “Page Of Your Life” : 

Rüdiger König

TNT – Encore: Live in Milano (Kurz Review)

Band: TNT
Album: Encore: Live in Milano
Spielzeit: – min
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 11.01.2019
Homepage: www.facebook.com/TNTtheband

TNT – Encore: Live in Milano
Nicht wenige Fans dürften erfreut abgehorcht haben als TNT im Jahre 2016 eine erneute Liaison mit Stammshouter Tony Harnell bekannt gegeben haben. Dessen kurzzeitiges Engagement bei Skid Row nahm das bekannte Ende und somit war der Weg frei, es erneut, zum mitterweile vierten Mal mit TNT zu versuchen. Die Hoffnung auf ein langfristiges Zusammenwirken nahm allerdings traditionell erneut ein schnelles Ende.
Das Label Frontiers beschert uns dieser Tage ein Live Album der wenigen Liveaktivitäten der Band mit Harnell am Mikro aus dieser kurzen Schaffensphase. 15 Songs, aufgenommen auf dem Frontiers Festival in Milano, sollten für echte Fans ein interessantes Dokument darstellen. Mit „Far as the eye can see“, Desperate Nights“, Northern Lights“ und dem immer noch grandiosen „10.000 Lovers“ sind die Eckpfeiler einer an Highlights nicht armen Karriere natürlich ebenso vertreten, wie ein leider auch überflüssiges, siebenminütiges Gitarrensolo von Ronnie LeTekro, an dessen Ende man glücklich aufatmet, wenn es in „Forever Shine On“ übergeht.
Encore: Live in Milano wartet mit dem fast komplett gespielten dritten Studioalbum „Tell no Tales“ Album auf und kommt als CD/ DVD Päckchen.
Gut eingefangene Live Atmo kann man der Scheibe genau sowenig absprechen, wie die Tatsache, dass Tony Harnell immer noch ein richtig guter Sänger ist, da ändern auch die altersbedingten Verschleißerscheinungen nichts dran.
„Encore: Live in Milano“ wird zu Recht den Weg vieler Fans ins Plattenregal finden, allen anderen nutzt die Scheibe als gelungener Querschnitt der Norweger.

WERTUNG:

 

 

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Rüdiger König

RAIN OR SHINE (Kurz Review)

Band: Rain Or Shine
Album: The Darkest Part Of Me
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Perris Records
Veröffentlichung: 11.01.2019

Schon etwas zurück liegt das Release des zweiten Albums des griechischen Duo´s RAIN OR SHINE.
Der Infotext verspricht uns Melodic Rock im Stile von Bon Jovi, Europe, Winger und Nickelback. Besagte Bands begründen ihren Erfolg aber neben dem aussergewöhnlichen Songwriting auch auf gut produzierte Outputs und leider ist man beim Öffnen des ersten mp3 files der Griechen nicht vom Song, sondern vielmehr vom Sound schon etwas enttäuscht, es scheppert schon ordentlich.
Der Eröffnungstrack “Darkest Part Of Me“ selber ist eine ordentlich zündende Midtemponummer und gleichzeitig Namensgeber des Albums.
Sänger, Gitarrist, Basser und Keyboarder Steve S.R. und sein trommelnder Bandkollege Andy R. McComick gelingt es mit interessant gestalteten Nummern wie „Back on Track“, „Where Are you Now“ und dem knallenden „Shot of Live“, die alle durch ihre catchy Hooklines leben, ein größtenteils gelungenes Melodic Rock Album anzubieten, welches allerdings auch mit einigen Füllern, wie “We All Back Down“ und „We Only Live Once“ leben muss.
Am Ende überzeugen RAIN OR SHINE nicht auf ganzer Linie, aber ganz gewiss hat die Scheibe mehr Licht als Schatten.
Der Mix aus skandinavischem und amerikanischen Radiorock hat durchaus seine Momente.

WERTUNG:

 

 

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Rüdiger König

DEVICIOUS – Reflections

Band: DeVicious
Album: Reflections
Spielzeit: 60:35 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Metalapolis Records / Soulfood
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.deviciousband.com

Nach dem großen Erfolg des Debütalbums „Never Say Never“, ließ die aus Karlsruhe stammende Formation DEVICIOUS nicht viel Zeit verstreichen, um die Produktion des Nachfolgers mit Namen „Reflections“ auf den Weg zu bringen..
Erste Ideen waren bereits vorhanden und nach Beendigung der Tournee mit AMMUNITION und XTASY , nutzte Bandleader Alex Frey jede freie Minute das Ganze umzusetzen, trotz weiterer Tour Daten unter anderem mit HARDLINE.
Ein straffer Zeitplan, für diesen zielgerichteten Musiker jedoch eine scheinbar leichte Übung. „Fortschritt“ ist das, was sich Alex Frey als Priorität gesetzt hat und man kann es vorweg nehmen, dieses Unterfangen darf zu 100 % als gelungen bewertet werden.
„Long Way Home“ belegt diese These gleich sehr eindrucksvoll. Eine ‚Up-Tempo‘ Nummer mit viel ‚Drive‘, einer einprägsamen Melodie, nebst einer druckvollen Produktion. „Never Let You Go“ ein Duett mit Àge Sten Nilsen von AMMUNITION/WIG WAM, hat ohne Zweifel Potential ein Airplay Hit zu werden, inklusive „Earkiller Hookline“, aber auch alle weiteren Songs wissen zu überzeugen. Zwar agiert man sehr variabel, ohne jedoch die typischen DEVICIOUS Trademarks außen vor zu lassen. Ein Unterfangen, was längst nicht jeder Band gelingt.
Mit „Manhatten Memories“ wird gleichwohl ein Bonus Track in bester Westcoast Manier angeboten, großartig. Sänger Zoran Sandorov kann sein Können durchweg eindrucksvoll unter Beweis stellen
Fazit: Eine Scheibe, die das Prädikat „wertvoll“ verdient hat. Ein großer Schritt nach vorne für die Band, die sich ohne Zweifel auf den Weg in die Champions League des Sektors befindet. „Zugreifen“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01 Long Way Home
02 Never Let You Go (Feauring Àge Sten Nilsen)
03 Understand
04 Desire
05 Hungarian Girl
06 Flying
07 Saturday Night
08 We’re Dying
09 Run Together
10 Feel The Heat
11 Manhatten Memories
12 Never Let You Go (Feauring Àge Sten Nilsen, Radio Edit)

Bonne

Video:

MAD MAX – 35

Band: Mad Max
Album: 35
Spielzeit: 45:34 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Steamhammer / SPV
Veröffentlichung: 10.08.2018
Homepage: www.madmaxofficial.de

35 Jahre erfolgreich im Sektor tätig zu sein, ein Kunststück, was längst nicht jeder Band vergönnt war. Mad Max um Mastermind Michael Voss, kann auf eine entsprechende Zeit zurückblicken. Hier und da gab es einen Besetzungswechsel zu verzeichnen, aber mittlerweile agiert man fast wieder in Originalbesetzung, also mit Jürgen Breforth und Schlagwerker Axel Kruse. Lediglich Thom „Hutch“ Bauer gilt als Mad Max Neuling, wobei auch er schon seit geraumer Zeit den Bass bedient. Umso origineller, dass man ihm mit „The Hutch“, quasi einen Song auf dem neuen Rundling gewidmet hat. „Beat Of The Heart“, die erste Single belegt einmal mehr die Qualitäten der Band auch Anno 2018. Melodisch aber mit gut arrangierten Instrumental Parts, nebst der markanten Stimme von Herrn Voss. Ganz zu schweigen vom sehr stilvoll produziertem Video zu besagten Song. Verlust an Spielfreude, nicht bei Mad Max. Sehr variabel ausgefallen ist das gesamte Material auf „35“. Mal druckvoll, dann wiederrum sehr melodisch, also alles was Mad Max über die Jahre ausgezeichnet hat, zeigt sich auch auf diesem Rundling in reichlicher Form vorhanden. Ohne Zweifel auch eine der großenStärken der Band, während der gesamten Band Historie. Als krönender Abschluss wurde der „Dokken“Klassiker „Paris is Burning“ gekonnt in Szene gesetzt. Ein sehr aussagekräftiges Album mit Anspruch auf einer der besten Silberlinge des Jahres 2018. Mit einem Wort „Pflichtkauf“, sowohl für Anhänger der seichten, wie auch etwas härteren Klänge im Melodic Sektor.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Hutch
02. Running To Paradise
03. Beat Of The Heart
04. D.A.M.N.
05. Snowdance
06. Thirty 5
07. Already Gone
08. False Freedom
09. Goodbye To You
10. Rocky Road
11. Paris is Burning

Bonne

MASS – When 2 Worlds Collide

Band: Mass
Album: When 2 Worlds Collide
Spielzeit: 54:09 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Escape Music / H‘ART
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.facebook.com/masstheband

Die Bostoner Formation MASS, kann auf viele Jahre Erfahrung im Sektor zurückgreifen. Konstanz herrscht auch in Sachen Line-Up.
Letztlich Dinge, die sich auch auf ihrem neuesten Output auszahlen. Einmal mehr ist man im Melodic Hard Rock Sektor unterwegs. Hier und da tauchen auch etwas härtere Elemente auf. Trotz allem zeichnet diesen Rundling auch das Gespür für gute Melodien aus, welches sich die Band um Sänger „Lou“ St. August erhalten konnte.
Qualitativ, gibt es hier kaum etwas zu bemängeln. Scheinbar hat die Band es geschafft, diverse Trends im Rock Sektor zu überleben, um weiterhin ihrem Stil treuzubleiben.
Nicht jeder Band gelingt dies und verleiht diesem Silberling das Prädikat „wertvoll“.
Beide Daumen hoch und eine klare Empfehlung für dieses Album. Anspieltipp „Stand Alone“ mit STRYPER Frontmann Michael Sweet als Gastmusiker.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Just Can’t Deny
02. Only A Dream
03. Falling In Love
04. Alive
05. Second Hand Rose
06. Turn It Over
07. Revenge For The Maiden
08. Some Things Ago
09. Stand Alone
10. Time Marches On
11. When 2 Worlds Collide

Bonne

TNT – XIII

Band: TNT
Album: XIII
Spielzeit: 46:10 min
Stilrichtung: Hard Rock, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 08.06.2018
Homepage: www.tnttheband.com

Die Norweger TNT haben in den 80ern mit „Knights of the New Thunder“ (1984) und „Tell No Tales“ (1987) starke Alben vorgelegt und mit „10,000 Lovers (In One)“ einen kleinen Genre-Hit für die Ewigkeit geschrieben. Die Jungs haben sich schon immer von der Konkurrenz durch ein eigenwilliges Songwriting sowie die kreative Gitarrenarbeit von Ronni Le Tekro abgesetzt. Umso gespannter war ich als das neue Album der Truppe über Frontiers Records angekündigt wurde – ein Label, das eigentlich für gleichförmige Massenware bekannt ist und weniger für Bands die aus der Reihe fallen. Das von Tommy Hansen abgemischte „XIII“ ist, wer hätte das gedacht, das 13. Album der Band und zeigt mal wieder wie wichtig TNT für die Szene sind.

Das Doppel aus „We’re Gonna Make It“ und „Not Feeling Anything“ eröffnet das Album mit unorthodoxen Arrangements, fetten Chören, einer kreativen Produktion und geilen Hooklines. Man weiss sofort, dass man es mit TNT zu tun hat und nicht mit der x-ten Aufwärmung des üblichen Hardrock Breis den man sonst immer vorgelegt bekommt. Neuentdeckung Baol Bardot Bulsara aus Spanien am Mikrofon (der den kürzlich ausgeschiedenen Tony Harnell ersetzt) macht seine Sache hervorragend, beherrscht sowohl die hohen Töne (ohne jemals nervig zu werden) als auch die tieferen Register und packt eine gute Melodie nach der anderen raus (Anspieltipp „People, Come Together“). Bei „It’s Electric“ wird dann das Experimentieren mit Queen-beeinflussten Chören und beschwingten Rhythmen auf die Spitze getrieben. Dieses Verspielte bringt der Platte eine Menge Abwechslung ein, kann aber auch mal in die Hose gehen wie z.B. bei dem langweiligen Rocker „Fair Warning“. Die gute-Laune „Hits“ („Get Ready For Some Hard Rock“) überwiegen aber in der Summe und machen aus „XIII“ zwar nicht das beste Album in der Karriere der Norweger, aber immerhin ein Album, dass der Hardrock Fan auf dem Zettel (bzw. im Regal) stehen haben sollte.

Fett und zeitgemäss produziert, eine Menge guter Songs, tolle (ungewohnte) Arrangements, eine frische/hungrige Stimme und die nach wie vor einzigartige Gitarrenspuren von Bandgründer von Ronni Le Tekro machen aus „XIII“ ein gutes Stück zeitlosen Hardrocks. Zwar kein Überfliger, aber Genrefans zum Antesten empfohlen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. We’re Gonna Make It
02. Not Feeling Anything
03. Fair Warning
04. It’s Electric
05. Where You Belong
06. Can’t Breathe Anymore
07. Get Ready For Some Hard Rock
08. People, Come Together
09. Tears In My Eyes
10. 17th Of May
11. Catch A Wave
12. Sunshine

Mario

HARTMANN – Hands on the Wheel

Band: Hartmann
Album: Hands On The Wheel
Spielzeit: 63:07
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Sonic 11 Records / Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 18.05.2018
Homepage: www.oliverhartmann.com

OLIVER HARTMANN zählt seit Jahren zu den fleißigsten Musikern des Sektors. Beteiligungen bei Avantasia oder einstmals At Vance sind nur 2 Stationen, die hier genannt werden dürfen.
Zwischendurch nimmt er sich aber auch regelmäßig Zeit um seine eigene Band voran zu bringen. Es ist bekannt dass es auf den Alben von ihm doch wesentlich ruhiger zur Sache geht und so sind auch diesmal keine brachialen Metal Klänge zu erwarten. Viel eher dominieren Anklänge im Rock und Pop Bereich, versehen mit guten Melodien, eingängigen Hooklines und einer ordentlichen Produktion.
Eines der Highlights bildet hierbei das Duett mit Mr Big-Frontmann Eric Martin.
Aber auch die restlichen Titel wissen zu überzeugen.
Wer sich in diesem Jahr mit einem Rundling der etwas ruhigeren Art beglücken möchte, liegt hier genau richtig.
Es bleibt abzuwarten wo in Zukunft die Prioritäten von Herrn Hartmann liegen. Dieser Rundling bekommt unsere klare Empfehlung

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Don’t Want Back Down
02. Your Best Excuse
03. Cold As Stone
04. Simple Man feat Eric Martin
05. Last Plane Out
06. Soulmates
07. The Harder They Come
08. Dream World
09. I Remember
10. Lost In Translation
11. The Sky Is Falling
12. Heart Of Gold

Bonne

VOLSTER – Perfect Storm

Band: Volster
Album: Perfect Storm
Spielzeit: 52:20 min.
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: ROAR Rock Of Angles
Veröffentlichung: 20.04.2018
Homepage: www.volsterband.com

Der Sommer steht vor der Tür, die Harley/Das Moped/Das Fahrrad in der Garage scharrt ungeduldig mit den runden Hufen, der Highway ruft. Der Soundtrack fehlt.
Stop. Der Soundtrack fehlt nicht mehr, denn VOLSTER haben ihr erstes Album “Perfect Storm” veröffentlicht, und das ist rock’n’rolliger Hard Rock in Reinform, dessen Wurzeln bestes Wasser aus dem stonigen Grund der Siebziger und Achtziger saugen.
Produziert wurde das Album von niemand Geringerem als Max Norman, der schon bei OZZYs “Bark At The Moon” seine Finger am Regler hatte. Dementsprechend klingt “Perfect Storm”, wie zu erwarten, recht tiefenlastig, gerade in den Gitarren, kompensiert dies jedoch durch den recht höhenlastigen Gesang. Der Sound ist somit für heutige Verhältnisse leicht gewöhnungsbedürftig, für das Konzept und in Anbetracht der Einflüsse von VOLSTER jedoch bestens geeignet – und leistet dem Album zweifelsohne einen guten Dienst.
Was die Schweden um den Ex-Gitarristen und Ex-Bassisten der Ex-MASQUERADE so machen, klingt erst einmal nach eingängigem Hard Rock mit Fokus auf eingängigen Melodien und hörbarer Rock’n’Roll-Ästhetik. “King Of The Hill” und “Heaven Or Hell”, die beiden ersten Tracks des Albums, ziehen gradlinig voran, sind nicht besonders komplex und halten ein paar feine Melodien parat, die, wie man es von derart erfahrenen Leuten im Biz erwarten darf, absolut angemessen umgesetzt wurden.
Dass VOLSTER auch anders können, zeigt sich im weiteren Verlauf der Platte, die in ihrem stilistischen Rahmen doch erfreulich vielseitig ist. “Easier Said Than Done”’s Drums arbeiten schön tom-orientiert und vervollständigen die Dur-durchzogene Gitarrenarbeit und die feine Melodieline zu einem stimmungsvollen Lagerfeuer’n’Leather-Song, Breathless kommt mit einem Killerrefrain, dessen Sahnehäubchen die Backing Vocals ausmachen, und der letzte Track, “Ends With Me” (schöne Idee), überzeugt mit amtlicher Härte, die dem melodischen Refrain seine Wirkung nicht nimmt.
Stark insbesondere auch “Drifting Away” und “Babylon”. Während erstgenannter Song mit loungiger E-Orgel, Rasseln und unkonventionellen Harmonien Freude bereitet, verteilt “Babylon” runde Sonnenbrillen und ein wenig Marihuana an seine Hörer. Der Track ist stark im Stoner Rock angesiedelt, ist sich Gott sei Dank auch nicht für ein Sitar-Solo zu schade und karrt extra für die letzten zehn Sekunden während des Ausfadens noch ein paar Bongos ran. So lobe ich mir das.
Sonst noch erwähnenswerte Songs? Ja, im Endeffekt hat jeder Song auf “Perfect Storm” seine Eigenart und Berechtigung, auch wenn einige subjektiv mehr als andere unterhalten. Aber ob “Games Of War”, das im Endeffekt eine Art “No More Tears” ist, oder “I Don’t Care” mit seinem krassen Kontrast zwischen dem wuchtigen Sound der Band und dem bewusst dünnen Riff – Spaß machen die Tracks alle. Insbesondere jedoch folgende…

Anspieltipps:
“Drifting Away”, “Easier Said Than Done”, “Babylon” und “Breathless”

Fazit:
Ich schäme mich schon etwas, in letzter Zeit immer nur so positive Rezensionen rauszuhauen. Aber was will man machen? VOLSTERs Debut ist ein geiles melodisches Hard-Rock-Album im Stil der Größen der Siebzieger/Achtziger geworden. Mein volster Respekt dafür.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. King Of The Hill
02. Heaven Or Hell
03. Perfect Storm
04. Breathless
05. Still In Love
06. Babylon
07. Hero
08. Games Of War
09. Easier Said Than Done
10. I Don’t Care
11. Drifting Away
12. Ends With Me

Jannis