HELL IN THE CLUB – Joker In The Pack

Trackliste:

01. The Devil Won’t Forget Me
02. New Desire
03. Dirty Love
04. Robert The Doll
05. Fairytale
06. The Ocean
07. Magnetars
08. Pretty Little Freak Show
09. Out In The Distance
10. When The Veil Of Night Falls

 

Spielzeit: 39:10 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/hellintheclub/

 

Die italienischen Hard Rocker von HELL IN THE CLUB melden sich mit einem neuen Album zurück. Nachdem ich das 2020er Album reviewte verfolgte ich die Band genauer und hörte mir auch noch öfter mal die Vorgängeralben an. Mit dem Schluss das bei jedem Album eine Steigerung zu hören war, die Band mauserte sich zu einem echten Hard Rock Act und Ex-Sänger Dave konnte sich auch von Album zu Album steigern. So entwickelte sich im Land des Stiefels im Mittelmeer eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die alteingesessenen Rocker. Mal hören was sich im Haus HELL IN THE CLUB so abspielt und ob eine erneute Steigerung erkennbar ist.

Einzige Änderung besteht in der Besetzung, Sänger Dave ist nicht mehr dabei und wurde durch die Schwedin Terese „Tezzi“ Persson ersetzt. Sonst hat sich nichts an der Instrumenten Front geändert, es sind nach wie vor Andrea „Picco“ Prccardi an Gitarren, Andrea „Andy“ Buratto an Bass und Drummer Marco „Mark“ Lazzzarini dabei. Tezzis Stimme bringt eine besondere und raue Färbung mit und machte mich beim ersten hören fast verrückt, da ich diese Stimme kannte und schon mal gehört habe. Nur fiel mir beim besten Willen auf Anhieb nicht ein von wo, als ich den Promotext durchlas war mir klar von INFINITE & DEVINE kannte ich diese Stimme. Und die konnte mich da schon überzeugen, selten das eine Frauenstimme bei mir nur einen Anlauf benötigt um zu sitzen, Tezzi schaffte das aus dem Stehgreif und es war Liebe auf den ersten Ton. Tezzis raues Organ passt perfekt zum Sound von HELL IN THE CLUB obwohl ich immer noch Dave im Hinterkopf habe. Picco haut die Riffs mit einer spielerischen Leichtigkeit raus als wie, wenn er nie etwas anderes gemacht hätte, die sechs Saiten hat er auf jeden Fall voll im Griff. Andy am Bass macht alles andere nur nicht den Statisten im Hintergrund spielen, der lässt den Tieftöner extrem auffällig ausatmen und bildet mit den Gitarren eine eingeschworene Einheit. Mark an den Drums besitzt eine Spielweise die extrem ausgeprägt ist und für manche Höhepunkte sorgen kann. Die Produktion klingt zwar steril mit Feintuning an allen Reglern, besitzt dabei allerdings einen Bumms den viele zu erreichen nicht im Traum in der Lage sind.

Vom Stil hat sich nicht sehr viel getan, es wird immer noch in bester 1980er Jahre Tradition drauf los gerockt das sich die Balken biegen. Der Sleaze Anteil den ich noch 2020 erwähnt habe ist fast ganz verschwunden und kommt nur noch dezent angedeutet durch. Dafür schielt die Band jetzt sehr weit nach Westen über den Atlantik in Richtung Arena Helden der 80er Jahre. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, da die Songs jetzt eingängiger und konservativer rüber kommen ohne dabei zu dreckig zu klingen. Als ganz groben Vergleich kann man immer noch CRAZZY LIXX, QUIET RIOT auf dem Album „QRIII“, TRIUMPH, ECLIPSE, ASPHALT BALLET, härtere H.E.A.T. und einige weitere US-Bands nehmen, die sich dem 1980er Arena Melodic Hard Rock verschrieben haben. Es gibt auf „Joker In The Pack“ eine geile weibliche Stimme, Melodien die es in sich haben mit einer perfekten Umsetzung an den Instrumenten und Reglern im Studio. Wer auf Euro Melodic Hard Rock mit schwerer Schlagseite Richtung Nordamerika steht wird bei HELL IN THE CLUB fündig und wahrscheinlich glücklich mit dem Album. Es ist bei den Songs wieder eine leichte Steigerung erkennbar, bei der Stimme gibt es nichts zu mosern, man darf gespannt sein was das nächste Album von HELL IN THE CLUB für den Hörer bereithält.

Einen Punkt ziehe ich ab da das Album unter 40 Minuten bleibt und die Party leider viel zu schnell zu Ende ist, ansonsten befindet sich auf dem Album alles im grünen Bereich.

„The Devil Won’t Forget Me“ fängt heftig an und entwickelt sich mit einsetzen des Gesangs zu einem Melodic Schmankerl, „New Desire“ flott mit cooler Melodie geht es in die zweite Runde. Runde drei eröffnet „Dirty Love“ mit einem traumhaft eingängigen Refrain mit vielen Ohhohhs, „Robert The Doll“ könnte durchaus von einer US-Band stammen, kommt mit geiler Leadgitarre und Basslauf. „Fairytale“ bildet die fünfte Runde und ein Highlight mit geilem Bass und verdammt geilem Refrain, „The Ocean“ runde sechs nimmt den Fuß vom Gas und kommt als Ballade. „Magnetars“ könnte auch von VIXEN aus den 80ern stammen, „Pretty Little Freak Show“ kommt mit einer Blues Rock Note. „Out In The Distance“ fängt balladesk an, nach dem ersten Refrain wird ein Rocker draus der im epischen Refrain mit Akustikgitarre glänzen kann, „When The Veil Of Night Falls“ geht zum Abschluss noch mal voll durch die Wand.

Balle

BANGALORE CHOIR – Rapid Fire Succession On Target Part II

Trackliste:

01. How Does It Feel
02. Driver’s Seat
03. Love And War
04. I Never Meant To
05. I’m Headed For
06. Bullet Train
07. Swiming With The Shark
08. The Light
09. Prisoner
10. The Beauty
11. Sail On
12. Trouble With The Truth
13. Still The Same
14. Blinded By Fire In The Sky
15. Rock Of Ages
16. Mending Fences

Spielzeit: 66:52 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: BraveWords Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/people/David-Reece-Bangalore-Choir/

 

David Reece meldet sich mit seinem Baby BANGALOR CHOIR und einem neuen Album im Gepäck zurück. Wer kennt nicht das verdammt starke Debütalbum „On Target“ aus dem Jahr 1992 das leider zwei Jahre zu spät erschien um den Erfolg den es verdient hätte einfahren zu können. Es folgten dann noch vier weiter Alben mit mehr oder weniger neuen Songs, die sich von der Qualität nur einige Schritte hinter dem Debüt befanden. Also mal hören was David im Jahr 2025 mit neuen Songs noch so drauf hat und ob er immer noch überzeugen kann.

Neben David am Mikrofon sind noch folgende Musiker on Board: Diego Pires, Eric Juris, Andy Susemihl und Mario Percudani an den Gitarren, Riccardo Demarosi an Bass und Nello Savinelli an den Drums. Als Gastmusiker konnte David Jimmy Waldo und Ferdy Doernberg an den Keyboards gewinnen.

Bei Davids Stimme gibt es nur zwei Lager, dass eine das die Stimme mag, liebt oder vergöttert und das zweite das überhaupt nicht damit kann und sie hasst oder meidet, dazwischen gibt es nicht viel. Diese Stimme besitzt alles Nötige für die harten Töne, eine deutliche Aussprache, ein Timbre zum niederknien und eine gewaltige Portion Dreck. Die Tonlage gehört mit zu den angenehmsten im Rockbereich, obwohl es noch die eine oder andere gibt die noch besser matcht, allerdings gehört David zu den besten seines Faches, egal ob man ihn mag oder nicht. Die Gitarren machen genau das was sie sollen, einen auf dicke Hose aber nicht zu dolle. Mit der genau richtigen Härte und Lautstärke schlagen und zupfen sich die Griffbrettakrobaten durch die Songs und bilden ein ideales Grundgerüst für Davids Stimmbänder. Die Tasteninstrumente halten sich vornehm zurück, es gibt keine ausufernden endlos Tasteneinlagen, sondern dezente Unterstützung der Gitarren die klar die Vormacht haben. Die Ausführung des Basses geht voll in Ordnung, nur ist der bei vollem Gittibrett nicht mehr so deutlich hörbar, ansonsten ist beim Tieftöner alles im grünen Bereich. Die Drums drängen sich nicht so in den Vordergrund, sondern ziehen hinter den Gitarren und Stimme mit ihrer auffälligen Spielweise ihre deutlich wahrnehmbaren Runden. Die Produktion hat Druck und gibt keinen Anlass zum Meckern oder sonst wie negatives abzulassen.

Der Stil auf „Rapid Fire Succession – On Target Part II“ kann an das Debüt Anknüpfen, waren die beiden „Cadence“ und „Metaphor“ schon nicht schlecht – mit einer Auslegung des BANGALORE CHOIR Sound eine Spur moderner, so ist „On Target Pt. II“ eine volle Rückbesinnung auf die alten Tugenden der Band. Man hört die Wurzeln des Debütalbums so deutlich raus wie noch nie, diese Wurzeln bestehen aus bestem End 80er Melodic Hard Rock US-amerikanischer Prägung der sofort ins Ohr geht und dort einfach nicht mehr weichen möchte. Die Songs bestechen mit ihren simplen aber effektiven Melodien die sofort sitzen und Erinnerungen an frühere Jahre aufkeimen lassen, Zeiten die besser für Rockmusiker waren. Näher war David nie am Debüt dran als jetzt, es passt einfach alles zusammen was zusammengehört, Melodien soweit die Ohren tragen, eine vernünftige Instrumentierung und Davids Organ das über allem schwebt und das letzte aus den Songs rausholt was man rausholen kann. Als besten Vergleich kann man das Debütalbum nehmen, wer dieses nicht kennt kann sich grob an HURRICANE, NIGHT RANGER, DOKKEN, ACES WILD, ADRIAN GALE, das ASPHALT BALLET Debüt, STATION und noch einige andere orientieren.

Da hat David ein gewaltig glühendes Eisen in der Esse, das Ding verbrennt so einige Möchtegerns schon im Ansatz. Das Album hätte auf „On Target“ folgen sollen, dann wäre vielleicht mehr als nur ein Geheimtipp bei BANGALORE CHOIR rausgesprungen. Wenn auf dem Debütalbum nicht die beiden Songs „Loaded Gun“ und „Angel In Black“ enthalten wären hätte ich volle Punkte vergeben.

„How Does It Feel“ geht gleich mal so los wie „On Target“ endete – mit einem lauten Statement für Melodic / Hard Rock, „Driver’s Seat“ kommt sehr flott und melodisch daher. „Love And War“ besticht mit seiner Melodie und Umsetzung, „I Never Meant To“ bewegt sich irgendwo zwischen heftiger Ballade und fast schon Softrocker mit einer traumhaften Melodieführung. „I’m Headed For“ ein Highlight das beim gesamten Aufbau überzeugen kann, „Bullet Train“ geht als Highlight durch. „Swimming With The Shark“ ein Rocker mit geil gestimmten Saiten und Riffing, „The Light“ eine schmachtende Ballade mit allem was es braucht. „Prisoner“ was für ein Song, in dieser Version noch eine Spur besser als damals von ACCEPT, „The Beauty“ und hier kommt er wieder aus der Kiste, der typische Charme von BANGALORE CHOIR. „Sail On“ klingt mit seinen schrägen Riffeinlagen nicht so rund wie der Rest, „Trouble With The Truth“ hier wird mit Gewalt durch jede Wand gerockt. „Still The Same“ eine unaufhaltsame Dampfwalze die über den Hörer hinweg rollt, „Blinded By Fire In The Sky“ die Melodie übernimmt das Kommando wieder. „Rock Of Ages“ David und seine Gang in ihrem Element des Melodic Hard Rock, mit der Ballade „Mending Fences“ wird das Licht ausgemacht.

Balle

HARTMAN – Twenty Times Colder

Trackliste:

01. Twenty Times Colder
02. No One But You
03. This Heart
04. Alone
05. Just Fly
06. Don’t Cry
07. Someone Like You
08. The Time Of Your Life
09. Valentine’s Day
10. Heart Over Mind
11. Remember Me

Spielzeit: 48:28 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 19.09.2025 – Page: www.facebook.com/HartmannBand

 

Ja der Oliver ist ist nach fast ziemlich genau drei Jahren Pause back, damit ist der deutsche Sänger mit der rauchigen Stimme und Gitarrist Oliver Hartmann gemeint. Oliver feiert mit seiner Band HARTMANN 20-jähriges Bestehen, im Jahr 2005 wurde das Debütalbum „Out In The Cold“ veröffentlicht, seitdem konnte die Band auf ihren offiziellen sieben Studioalben ordentlich Staub in der Szene aufwirbeln und Erfolge einfahren. Dabei gab es immer Melodic Rock auf die Lauscher der internationales Format besaß, also kann man gespannt sein was HARTMANN zum 20-jährigen für die Fans und Hörer bereit hält.

Zur Besetzung gehören Oliver Hartmann an Mikrofon und Gitarre, Markus Nanz an den Tasten, Armin Donderer an Bass und die Schießbude bedient Markus Kullmann. Was darf man von dieser Partie erwarten? Ich sage mal Melodic Hard Rock der besten und coolsten Art und Weise die auf der einen Seite keine Melodie auslässt, auf der anderen Seite mit Olivers rauen Vocals und feinem Gitarrenspiel aufwarten kann. Die anderen Musiker tragen ihren Teil mit einwandfreien Leistungen bei um HARTMANN ein weiteres Mal glänzen zu lassen. Olivers Stimme hat immer noch das gewisse etwas, Rauch und Kraft ohne Ende der Extraklasse zu bieten. Dabei ist seine Stimme einzigartig mit einem sehr hohen Wiedererkennungsfaktor ausgestattet und mit der raunzt und shoutet er sich in reinster Rocker Manier durch die Songs ohne das der Hörer etwas vermissen müsste. Die Gitarre beherrscht Oliver genauso wie seine Stimme und haut Riff nach Riff raus. Dabei spielt es keine Rolle ob Oliver sich mit der Gitarre im Melodic Rock, Blues Rock befindet oder mit Orient Vibes, softer oder härter daher kommt, die Riffs sitzen wie eine zweite Haut. Die Tastenabteilung wirkt sehr Wandlungsfähig, mal kommen klassische Orgel-, angedeutete Fanfaren- oder auch ganz normale Keyboardklänge zum tragen um mit den Gitarren ein Geniales Lausbuben Duo zu bilden und so Olivers Stimme bestens zu unterstützen. Der Bass macht genau das Richtige dazu, er wummert vor sich hin und spukt die dunklen Töne aus. Die Drums hauen einem den Grips einmal auf Links um einen Moment später dann wieder alles auf die Rechte Seite zu donnern. Die Produktion zeigt sich bei den Becken dumpf, ansonsten liegt alles im grünen Bereich.

Stilistisch hat sich bei HARTMANN nichts getan, die Band frönt immer noch den super catchy Melodic Hard Rock für den sie bekannt ist. Dabei rücken Oliver und Co keinen Millimeter vom auf dem Debüt eingeschlagenen Weg ab. Die Melodien sind von göttlicher Natur, gepaart mit den Bandeigenschaften ergibt erneut einen Volltreffer an der Gehörfront. Man ertappt sich öfter beim anhören die Frage stellen wo die Songs herkommen, ob es schwierig ist solche Songs zu komponieren und vertexten, ob es überhaupt irgend welche widrigen Umstände bei er Entstehung eines HARTMANN Albums gibt. Denn seit dem Debüt meint man das es eine Leichtigkeit ist ein HARTMANN Album entstehen zu lassen. Wer auf endlos geile Melodien, dazu mit Olivers Stimme kein Problem hat, auf coole Riffs steht kommt um HARTMANN nicht herum. In den 1980ern hätte HARTMANN mit so einem Album einen Welthit gelandet. Da Oliver aus meiner Generation stammt, und wahrscheins die gleiche Mucke hörte ist es kein Wunder das die Songs alle, obwohl modern ausgeführt, ihre tieferen Wurzeln eindeutig bei den Helden der 80er Jahre haben, dies kann man in jedem Song hören.

Seit 2005 bereichert HARTMANN in regelmäßigen Abständen den Rockzirkus mit hervorragenden Alben, „Twenty Times Colder“ bildet hier keine Ausnahme und reiht sich nahtlos in die verdammt starken Veröffentlichungen der Band ein. Ein Top Album auf internationalem Niveau, zu dem sehr viele nicht in der Lage sind solche Glanztaten zu vollbringen, aber eine Ewigkeit auf der Suche nach so einem Album sind.

„Twenty Times Colder“ ein fulminanter Einstieg ins Album, wie von Oliver gewohnt eine Abgeh Nummer, „No One But You“ hier kommt ein intensiver Rocker mit ordentlich klassischen Klängen, egal ob man das Riffing oder die Orgel anhört, es wird klassisch. „This Heart“ hier packt HARTMANN die melodische Kelle aus die einen ohne wenn und aber voll abwatscht, „Alone“ ein sehr schwerer und dramatischer Blues Rocker geht vom Gas. „Just Fly“ hier interagiert Orient Flair mit einen Brecher von Rocker, „Don’t Cry“ eine stimmige Ballade die zu Recht diese Bezeichnung verdient. „Someone Like You“ hier liegt viel Gefühl drin, „The Time Of Your Life“ es wird ein wenig langsamer aber auch wieder hypermelodisch. „Valentine’s Day“ Melodie trifft auf HARTMANN in Bestform, „Heart Over Mind“ Gefühl trifft wieder Mal auf Melodie und die Band, „Remember Me“ hier treiben die Jungs das pure Drama auf einen unausweichlichen Höhepunkt hin.

Balle

MICHAEL BORMANN’S JADED HARD am 29.08.2025 im Sugar Shack Club in München

Michael Bormann ist für ein paar Auftritte unterwegs, bei diesen Shows handelt es sich um Unplugged Abende. Einen Abend davon machte Michael Bormann in München im Sugar Shack Club halt, mit im Gepäck hatte er den zweiten Gitarristen Andreas Ripppelmeier und Tastenhexer Chris Ivo. Wer Unplugged jetzt davon ausgeht das die Songs in der stromlosen Version etwas vermissen lassen ist schief gewickelt. Selbst nur mit zwei Akustikgitarren und Chris an den Tasten machten die gebotenen Songs eine Menge Spaß, kamen voller Energie rüber und konnten voll und ganz überzeugen. Zum Zug kamen Songs aus seiner JADED HEART, Solo Zeit, JADED HARD sowie einige Klassiker von TINA TURNER, BON JOVI, BRYAN ADAMS, „Help“ von den Beatles war schon zur JADED HEART Zeit auf einem Album zu finden. Die Unplugged Abende liefen unter dem Thema „Smooth And Easy “ und überzeugten ohne auch nur zu einem Zeitpunkt Langeweile aufkommen zu lassen. Wer Michael Bormann schon mal Live, egal ob jetzt mit JADED HEART, SOLO oder seinem neuen Baby JADED HARD gesehen hat weiß das er einer der besten Rockmusiker ist den Deutschland zu bieten hat. Das selbe trifft auch Unplugged zu, ein guter Song bleibt ein guter Song egal ob unter Strom oder akustisch, die Songs knallen einfach. Die Meisten stammen aus der Feder von Bormann und zeigen die Genialität von Michael sowohl als Songschreiber als auch als Musiker, die Stimme ist über jeden Zweifel erhaben und an der Gitarre ist er auch eine Bank, gleiches gilt für Rippel an der zweiten Gitarre und Hexe am Keyboard. Ließ der Abend ohne E-Gitarren, Bass und Drums etwas vermissen? Nein absolut nicht, dem Publikum gefiel es und die Drei hatten auf der Bühne ihre helle Freude. Michael rief sogar für die zwei Songs „You’re Not My Life“ und „Two Hearts“ seine Frau Katie aus ihrem Debütalbums unter dem Namen IMKT auf die Bühne, selbst diese Songs machten sich sehr gut im Akustikgewand. Wer Michael und seine Rasselbande noch nie Live gesehen hat sollte dies unbedingt nachholen sobald er in der Nähe auftritt, wer es nicht tut verpasst einen der besten Musiker aus dem Rocksektor der ohne jegliche Berührungsängste auf das Publikum zugeht und ein Rockmusiker zum anfassen ist. Ich habe Michael Bormann schon drei Mal gesehen und bei jeder Show lieferte er und seine Band ab.

www.facebook.com/MBJadedHard   www.facebook.com/MichaelBormann  www.facebook.com/IMKT 

It´s Only Physical
Somebody
Dream Is Over
Wanted, Dead Or Alive
Help
Anymore
Summer Of ’69
INKT – You’re Not Living My Life
IMKT – Two Hearts
Nutbush City Limits
Live Your Live
Inside Out
Love Is Magic
Favorite Time
Live & Let Die
Go Going Gone 2025
Never Say Goodbye

Text und Bilder: Balle

DEGREED – The Leftovers Volume 1

Trackliste:

01. If It Wasn’t For Me
02. Good Enough
03. Love Your Enemy
04. Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)
05. Get Up
06. Hard To Be Human
07. This Is Love (Synthwave Version)
08. Falling Down (Accoustic Version)
09. Hear Me Out (Previously Unreleased)

 

 

Spielzeit: 33:38 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/degreedmusic

 

Die Schweden DEGREED haben es BROTHER FIRETRIBE gleichgetan und eine EP mit dem Titel „The Leftovers Volume 1“ veröffentlich, die Vermutung liegt nahe das es eine Fortsetzung geben soll. Seit 2022 und zwei Alben im Stall von Frontiers Music beheimatet legen die smarten Jungs nun diese EP vor.

Zu DEGREED gehören nach wie vor noch Robin Eriksson an Mikrofon und Bass, Daniel Johansson an Gitarren, Mikael Blanc an Keyboards und Mats Eriksson an den Drums. Ich konnte Anfangs nicht viel mit DEGREED anfangen, bis zu dem Zeitpunkt als die Boys aus Skandinavien auf dem letzten H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftraten, ab da dachte ich mir „Hola die sind ja gar nicht schlecht.“, und besorgte mir alle Alben bis auf „Dead But Not Forgotten“ das leider vergriffen ist. Die Band äußerte mal auf Facebook das sie eine Wiederveröffentlichung planen, wie es da jetzt aussieht weiß ich nicht. Wenn ihr diese Zeilen lest bitte ein signiertes Exemplar falls als Re-Release kommt für mich reservieren.

Robins Stimme ist immer noch auf eine Niveau das andere vor Neid erblassen lässt, ohne Nervfaktor, Gekreische oder schräge Töne shoutet sich der Frontmann wie gewohnt durch die 9 Songs. Die Gitarren machen auch im ureigenen Bandstil auf sich aufmerksam und werden ideal in Szene gesetzt. Die Keyboards werden effektvoll eingesetzt und geben keinen Anlass auch nur einmal mit erhobenen Zeigefinger auf die Band zu zeigen. Der Bass wummert dezent aber vorhanden vor sich hin und die Drums treiben ohne auch nur einen Deut nach zu lassen oder vom Gas zu gehen. Die Produktion bewegt sich auf einem Level das keine Wünsche offen lässt.

Angefangen hat DEGREED als Modern Hard Rock Band, im laufe der Zeit und mit jedem Album näherte sich die Band dem reinrassigen Melodic Hard Rock der besten Sorte. Diese EP macht da keine Ausnahme oder spielt den Ausreißer nach unten. Wie auch schon auf den drei oder sogar vier Vorgängeralben rockt DEGREED alles aus den Latschen was nicht standfest auf beiden Beinen steht. Mit viel Energie und Melodie zeigt die Band was bis jetzt nicht veröffentlicht wurde aber schon aufgenommen wurde. Wenn man die sieben bis jetzt unveröffentlichten Songs hört die sich in der Karriere angesammelt haben hört man das kleine Genie heraus das in jedem skandinavischen Musiker zu stecken scheint. Nahtlos fügen sich die Songs ins DEGREED Geflecht der sehr guten Songs ein und zeigen eine Band auf mehr als nur einem Höhepunkt ihres Schaffens.

Mir ist allerdings schleierhaft das es die Songs vorher nie auf ein Album geschafft haben, die wären zu gut um auf irgendeinem Band oder einer Festplatte bis zum St. Nimmerleinstag auf eine VÖ zu warten die dann doch niemals statt findet. Gut so, dass die Songs doch noch ans Tageslicht kommen und es nicht fürchten müssen. Viel mehr muss die Konkurrenz DEGREED fürchten da sie im Begriff sind den etablierten und renommierten Vortänzern des Rockzirkuses den Rang abzulaufen.

Einmal mehr beweisen skandinavische Musiker was sie zu Leisten vermögen, besser geht es wirklich fast nicht mehr. Außer über 40 Minuten zu kommen damit es keinen Punktabzug gibt, allerdings sind 9 Songs für eine EP recht amtlich. So will der Hörer und nur SO DEGREED sehen und hören.

„If It Wasn’t For Me“ fängt mit einem stimmigen Keyboardthema und balladesk an bis der Song zu einem Melodic Schmankerl mutiert, „Good Enough“ ein Flotter Feger mit viel Melodie. „Love Your Enemy“ wildert im WHITESNAKE Wasser mit sehr viel Skandi-Charme und Flair, „Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)“ flott, energisch, hart, melodisch was braucht man mehr? Nichts – außer DEGREED! „Get Up“ hört sich nach den Anfangstagen an, „Hard To Be Human“ eine wunderschöne Ballade mit allen Merkmalen der Band. „This Is Love (Synthwave Version)“ was wurde da nur für eine komischer Substanz konsumiert – das Ding wildert in den poppigsten Gefilden, too much for me, „Falling Down (Accoustic Version)“ eine Akustikballade mit Pianothema, „Hear Me Out (Previously Unreleased)“ fängt sehr ruhig und unhektisch an um ab ca. 1:05 an Intensität und Drama zuzulegen, eine Ballade die in den Strophen dramatische Spannung aufbaut und im Refrain teilweise abbaut – so stellt die Ballade ein abschließendes Highlight dar.

Balle

FRONT ROW WARRIORS – Running out of Time

Tracklist

01. Turn The Tide
02. Theory Of Mind
03. The Holy
04. Cast A Spell
05. New Horizons
06. Running Out Of Time
07. Rise Against
08. Don’t Think The Night Is Over
09. Seems Like Paradise
10. Heartbreaker
11 . FRW

Spielzeit: 49:40 min – Genre: Melodic Hard Rock– Label: Rock Of Angels Records VÖ: 11.07.2025 – Page: https://frontrowwarriors.com/

 

Den vielen positiven Resonanzen nach zu urteilen, durfte man auf Album Nummer zwei der Front Row Warriors sehr gespannt sein. Die deutsche Rock und Pop Musiker Vereinigung, kürte das Debüt gar zum „Hard Rock Album des Jahres 2023“. Für viele neue Bands, erscheint der zweite Rundling oft als Gradmesser für den weiteren Werdegang. Für die Truppe um ihre stimmgewaltige Frontfrau Elkie Gee, jedoch scheinbar ein eher leichtes Unterfangen. Auch auf ihrem Zweitwerk, hat die Band eine gute Mischung aus härteren und melodischen Songmaterial parat, gleichwohl auch der große Pluspunkt dieses Albums. »Running Out Of Time« stellt eine konsequente Weiterentwicklung der Warriors dar. Was nicht wirklich verwunderlich erscheint, zumal sich die Band aus erfahrenen Musikern zusammensetzt. Auch was die Produktion angeht, ist man mit Achim Köhler und Michael Bormann auf Nummer Sicher gegangen. So man qualitativ dieses Level halten kann, darf man in eine mehr als positive Zukunft schauen. Musikalisch ist jede Menge Potenzial vorhanden. Namentlich agiert man bereits in vorderster Front. Darüber hinaus erscheint es nur als eine Frage der Zeit, wann die Front Row Warriors im Ranking bei Fans und Fachpresse einen Spitzenplatz belegt. Gar nicht geizig, gehen die Schwaben mit guten Songs zu Werke und setzen in diesem Bereich ein Ausrufezeichen in Sachen Top Alben des Jahres 2025. Wer auf eine gute Mischung aus Melodie und Härte steht, wird an dieser Scheibe kaum vorbei kommen.

Bonne

HAREM SCAREM – Chasing Euphoria

Trackliste:

01. Chasing Euphoria
02. Better The Devil You Know
03. Slow Burn
04. Gotta Keep Your Head Up
05. World On Fire
06. In A Bad Way
07. Reliving History
08. A Falling Knife
09. Understand It All
10. Wasted Years

 

Spielzeit: 37:11 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/harem.scarem.band

 

HAREM SCAREM sind mit neuem Album zurück, leider fällt gleich zu Anfang etwas negativ auf, die Laufzeit beträgt gerade Mal knapp über 37 Minuten für zehn Songs, das konnte MARTY gerade besser der kommt mit seinen zehn Songs auf über 50 Minuten. Nachdem es fünf Jahre seit dem letzten Album recht Stil um HAREM SCAREM war kommen die Jungs nicht nur mit einen neuen Album über den großen Teich sondern waren auch für ein paar Shows in Deutschland.

Also lassen wir mal Hören ob sich etwas im Hause HAREM SCAREM geändert hat, waren die Kanadier in der Vergangenheit für ihren starken Melodic Rock bekannt und viele Bands und Künstler wurden mit HAREM SCAREM verglichen obwohl sie unvergleichlich sind. Das Bandfoto verrät das die Jungs mittlerweile gereift sind und nicht mehr so knackig aussehen wie noch vor fünf Jahren, aber an keinem geht die Zeit spurlos vorüber. Zu HAREM SCAREM gehören immer noch Harry Hess an Mikrofon und Keyboards, Pete Lesperance an Gitarre und Bass, Creighton Doane an den Drums und Darren Smith an Lead und Backing Vocals.

So nun aber schleunigst von MARTY AND THE BAD PUNCH auf HAREM SCAREM umgeswitcht, und dem neuen HAREM SCAREM Album gelauscht. Die Kanadier konnten mich damals mit ihrem letzten Album noch überzeugen und brachten es immerhin auf einen Laufzeit von 44 Minuten allerdings mit einem Song mehr. Mensch Leute wir sind im Digialalter angekommen, da gibt es kaum Grenzen wie bei Vinyl LPs die aus diesem Grund alle um die 35 Minuten kurz waren. Aber egal hier geht es nicht um Vinyl oder Laufzeit zumindest nicht direkt sondern ob die Band auf ihrem 16. Album mit dem Titel „Chasing Euphoria“ noch für Euphorie sorgen und überzeugen kann.

Der Opener spricht dafür das bei HAREM SCAREM alles beim alten ist, alle Trademarks sind noch vorhanden und zeigen das sich immer noch viele Bands an HAREM SCAREM messen müssen. In ihrem ureigenen Stil zelebrieren die Kanadier ihre Art des Melodic Hard Rock der ihre Fans seit dem ersten Album begleitet. Harrys Stimme hat nichts von ihrer Faszination verloren, ganz im Gegenteil die kann immer noch Höhepunkte setzen genau wie die mehrstimmigen Chöre für die HAREM SCAREM bekannt sind sind auch da. Die Gitarren von Pete setzen ihre eignen Maßstäbe. Der Riffakrobat zeigt eindrucksvoll das er es auch noch voll drauf hat die Elektro-Axt zu schwingen. Der Bass kommt nicht ganz so deutlich durch, die Drums machen einen auf Steroide. Einzig die Produktion hinkt ein wenig hinterher, allerdings weiß ich nicht ob es an den MP3 Promos liegt oder bei der Ausführung ein Schnitzer passiert ist.

Wie ich 2020 schon schrieb sind HAREM SCAREM unvergleichlich und machen ihre eigne Art von Melodic Rock der es einfach kann und überzeugt. Egal welchen Song man aus der langen Karriere nimmt, es ist zu 90% ein Treffer der gefallen findet „Chasing Euphoria“ bildet da keine Ausnahme, es ist alles auf dem Album für das HAREM SCAREM stehen, starke Stimme, messerscharfe Gitarren und eine kraftvolle Instrumentierung. Und so rocken sich die Vier auf gewohnt hohem Niveau durch die zehn Songs. Allerdings ziehe ich einen halben Punkt ab, da mir die Laufzeit mit 37 Minuten einfach zu wenig ist.

„Chasing Euphoria“ ein typischer Einstieg in ein HAREM SCAREM Album, „Better The Devil You Know“ die nächste Perle aus der Feder der Band. „Slow Burn“ der nächste Harem Scarem Songs der nur so von dieser Band stammen kann, „Gotta Keep Your Head Up“ bei diesem coolen Rocker gibt es Darrens Vocals, ein Highlight „World On Fire“ Harry hat das Mikrofon wieder in fester Hand und gibt diesem gefühlvollen Song die richtige Stimme, „In A Bad Way“ sie können es noch Highlights abliefern und das nicht nur einmal. „Reliving History“ ein Sachmachtfetzen ohne dabei eine Ballade zu sein, „A Falling Knife“ kommt mit versteckten Rock N Roll Vibes. „Understand It All“ hier wird in den Strophen Drama groß geschrieben und im Refrain geliefert, „Wasted Years“ zum Abschluss noch ein eindrucksvoller HAREM SCAREM ab geh Rocker.

Balle

SANDNESS – Vertigo

Trackliste:

01. Per Aspera Ad Astra (vc. Robby Luckets)
02. The Match (vc. Mark Denkley)
03. Draw The Line (vc. Robby Luckets)
04. From Zero To Hero (vc. Mark Denkley)
05. Back For More (vc. Mark Denkley)
06. Midnight Dance (vc. Robby Luckets)
07. Rock N‘ Roll High (vc. Mark Denkley)
08. Not Your Dog
09. Neverending Road (vc. Robby Luckets)
10. Train Of Time (vc. Mark Denkley)

 

Spielzeit: 34:28 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Rockshots Records – VÖ: 16.05.2025 – Page: www.facebook.com/Sandnessband/

 

Das Warten hat ein Ende, am 16. Mai veröffentlichen die drei sympathischen Italo Melodic Rocker von SANDNESS ihr fünftes Album mit dem Titel „Vertigo“. Dies ist das dritte Album das ich von SANDNESS reviewen darf, im Laufe der Zeit traf ich die Musiker ein paar mal und muss gestehen das es sehr nette und sympathische Leute sind. Sie stammen aus der Gardasee Region und haben mit jedem Album einer Steigerung erkennen lassen. Mal sehen ob sich dieser positive Trend bei „Vertigo“ fortsetzt.

Zur Band gehören immer noch Robby Luckets Lead Vocals und Gitarre, Mark Denkley ebenfalls Lead Vocals und Bass sowie Meetyou ToMeetYou an den Drums. Produziert wurde das Album vom ehemaligen Haus und Hof Produzenten von Frontiers Music Alessandro Del Vecchio, der dem Album einen dynamischen Sound verpasst hat.

„Vertigo“ markiert ein neues Kapitel von SANDNESS, geschrieben wurde das Album während einer Phase des Wandels. In der sich die Band weit entfernt hat, es geht nicht um die Freundschaft der Drei sondern Sänger und Gitarrist Robby zog nach Deutschland um sich hier eine Existenz aufzubauen, aus diesem Grund musste die Band sich überlegen wie das Songschreiben und auch der Austausch von statten gehen soll, gemeinsame Abende im Übungsraum zum jammen waren damit nicht mehr so einfach zu bewerkstelligen. Trotz dieses Umstandes schaffte es das Trio ein Album mit 10 frischen und neuen Songs zu schreiben.

Eines der Markenzeichen von SANDNESS ist das sich mit Robby und Mark zwei starke Stimmen in der Band befinden. Beide wissen zu überzeugen und machen aus den Songs ein Erlebnis. Während Robby stimmlich eher der brave Schuljunge ist allerdings an der Gitarre die Sau rauslässt, so ist Mark für die dreckigen und rauen Töne verantwortlich. Im Grunde ist es egal wer von den Beiden die Leadvocals ausgeführt hat, beide agieren auf ihre Art und Weise perfekt und können mehr als nur ihre Instrumente spielen. Dieses Markenzeichen zieht sich wie ein roter Faden durch die Alben und steigerte sich im Laufe der Jahre zu einem Niveau das sich hinter niemanden verstecken muss. Vielmehr schafft es das Trio mühelos melodische und catchy Songs zu schreiben und auch auf eine charmante Weise auf Tonträger zu brignen. Ein weiteres Markenzeichen sind die hypermelodischen Songs seit Album #3 mit dem Titel „Unchained“, mit zuckersüßen Melodien gehen die Titel sofort ins Ohr um sich dort für sehr lange Zeit festzusetzen. Das Gitarrenspiel von Robby kann sich auch hören lassen und zeigen das Talent der Musiker, am Bass ist Mark eine Wand die man nicht so einfach überwinden kann. Meety an den Drumsticks gibt alles und spielt den Antreiber auf einer Galeere auf Kriegspfad. Wenn es die Situation im Song erfordert werden mehrstimmige Chöre angestimmt um die Leadvocals auf sehr gute Weise zu unterstützen. Alessandro hat bei Produktion, Mix und Mastering alles richtig gemacht und gibt keinen Grund auch nur ein kritisches Wort abzulassen.

SANDNESS haben es mit „Vertigo“ geschafft ein Album trotz räumlicher Trennung aufzunehmen das wie aus einem Guss klingt. Ohne Zwänge haben die Drei ihren Gefühlen freien Lauf gelassen und herausgekommen ist „Vertigo“. Das Album kann SANDNESS ihrer Vita als Highlight hinzufügen und bestätigt das verdammt hohe Level des Vorgängeralbums „Play Your Part“. Vergleichen lassen sich SANDNESS nicht so gut, aber man kann als groben Querschnitt BLACK DIAMONDS, ECLIPSE, CRAZY LIXX und von der Wildheit ein wenig D-A-D nehmen. Von den Vocals her kann man auch ein wenig BEATTLES, SWEET, SMOKIE und SLADE Harmonien hören.

Auf „Vertigo“ gibt es nicht viel zu motzen, einzig die magere Spielzeit von nicht mal 35 Minuten wirkt sich ein wenig auf die Bewertung aus und bringt einen halben Punkt Abzug. Ansonsten haben SANDNESS alles richtig gemacht und ein weiteres Highlight des melodischen Hard Rocks abgeliefert.

„Per Aspera Ad Astra“ fängt sehr kräftig mit Robbys Gesang an und zeigt die Marschrichtung für das Album – die steht voll auf Rock mit Bock, „The Match“ ein echtes Sahneteil mit uhuuus und einem catchy Refrain. „Draw The Line“ ein Melodic Rocker der es in den 1980ern sehr weit hätte bringen können, „From Zero To Hero“ ein flotter Gewalt Rocker mit Rock N Roll Feeling. „Back For More“ wird durch Marks Stimme in den Strophen mit einer leichten Sleaze Note versehen während im Refrain Robby voll loslegt – kommt auch mit Rock N Roll Vibes und Piano Parts, „Midnight Dance“ ein weiterer Ohrwurm, ich hoffe das der Song in die Live Setlist aufgenommen wird. „Rock N‘ Roll High“ hier holt Mark den richtigen Dreck aus seiner Stimme – das Ding Rockt alles um was vor die Flinte kommt, „Not Your Dog“ hier teilen sich Robby und Mark die Vocals, ich muss an D-A-D denken „Neverending Road“ ein verdammt geiler Rocker dessen Refrain einfach hängen bleibt, „Train Of Time“ der Song baut ein 1980er Feeling auf und kommt mit fast poppigen Klängen im Refrain.

Balle

WHEELS OF FIRE – All In

Trackliste:

01. Fool’s Paradise
02. Under Your Soul
03. End Of Time
04. Resonate
05. 99 Lies
06. Neverland
07. EmpTV
08. 9.29
09. Invisible
10. Walking On The Wire
11. Heaven Is Sold Out
12. Staring Out The Window

Spielzeit: 52:06 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Art Of Melody Music – VÖ: 21.03.2025 – Page: www.facebook.com/wheelsoffireband 

 

Ich wurde vor vielen Jahren durch den Song „Scratch That Bitch“ von WHEELS OF FIRE auf die Band aufmerksam, der Titel stammt vom dritten Album „Begin Again“ aus dem Jahr 2019. Also besorgte ich mir die drei Alben der Band die mit guten bis sehr guten Songs aufwarten konnten. Nun im Jahr 2025 folgt das vierte Album mit dem Titel „All In“, also bin ich umso gespannter ob sich nach sechs Jahren Pause etwas an WHEELS OF FIRE geändert hat.

An der Besetzung hat sich nicht viel geändert mit dabei nach wie vor noch Bandgründer Davide Barbieri an Mikrofon und Keyboards, Stefano Zeni an den Gitarren und Fabrizio Uccellini an den Drums. Neu dazu gekommen ist der Bassist Simon Dredo.

Das heißt jetzt los geht es mit den italienischen Melodic Rockern auf eine Reise die knapp über 52 Minuten geht. Davides Stimme hat in der langen Pause nichts von ihrer Faszination verloren und überzeugt immer noch ohne einen Zweifel aufkeimen zu lassen. Die Gitarren kommen scharf und volle Power aus den Boxen, frei nach Asterix wie er schon 50 v. Ch. sagte die Spinnen die Italiener. Die Keyboards sind dezenter als die Gitarren ausgeführt und gestalten das ganze Bild interessanter ohne dabei in die Softrock Ecke ab zu driften. An manchen Stellen darf Davide an den Tasten mal kurz in den Vordergrund rücken um ein paar Noten Vorlaut abzulassen. Ansonsten bewegen sich die Gitarren vor den Tasten. Der Bass macht laut auf sich aufmerksam und wummert cool vor sich hin. Die Drums sorgen für mehr als nur einen Goose Bumps Moment. Das Gesamtbild mit der Stimme, Instrumente und Produktion bläst mit voller Inbrunst aus den Lautsprechern, egal ob mit Kopfhörer oder über mein vier Wegesystem der Marke Quadral wenn ich meine Endstufe richtig unter Last ausatmen lasse. WHEELS OF FIRE sorgen für Alarm an den Trommelfellen, und das auf sehr hohem Niveau.

Die Melodien sind sehr gut verpackt, bei der Ausrichtung der Gitarrenarbeit lässt sich ein Blick hin in die USA oder Kanada nicht übersehen. Das harmoniert allerdings sehr gut mit den europäisch ausgeführten Keyboardklängen. Mit dem lauten Bass und vorlauten Drums macht das Album sehr viel Spaß. Davides Stimme hebt dann das eh schon sehr gute Gesamtbild auf eine noch höhere Stufe. So ist den italienischen Rockern ein verdammt geiler Schuss gelungen der die drei Vorgängeralben mit spielerischer Leichtigkeit und mühelos Toppen kann. Mit einem Album in dieser Qualität kann WHEELS OF FIRE einen großen Schritt Richtung Spitze der Hard Rock Bands in Europa hinlegen und befindet sich von der Distanz in Schlagweite zu den Top Acts.

Vergleichen kann man WHEELS OF FIRE mit den drei Vorgängeralben mit mehr PS unter der Haube, oder US Riffing mit Eurokeyboards auf einem Paarungstripp und das entstandene Kind daraus nennt sich dann WHEELS OF FIRE. Ich vermisse auf „All In“ irgendwie nur eines, einen Aufreißer wie beim Vorgängeralbum in Form von „Scratch That Bitch“, der Song hat damals bei mir voll reingehauen, und so einen vermisse ich hier.

„Fool’s Paradise“ Italien voll auf Krawall gebürstet das Ding geht ab wie eine Katze auf nem Farbentrip, „Under Your Soul“ ein starker Rocker mit coolen Tasten und Drums. „End Of Time“ ein Melodic Rocker der Extraklasse, „Resonate“ die Ballade auf die jeder wartet. „99 Lies“ hier muss ich an die Italo Pop Giganten (nur mit vollem Gitarrenbrett) der 80er Jahre denken – aber auch irgendwie an STAGE mit ihren beiden All Time Hits „Ocean Of Crime“ und „Voodoo Dance“, „Neverland“ ein cooles Anfangsriff ist hier Trumpf, der Rest vom Song kann auch überzeugen „EmpTV“ hier wird das Thema Video kill the Radio Stars aufgegriffen und in einen Hard Rocker verpackt, „9.29“ ein flotter und stimmiger Melodic Rocker. „Invisible“ eine zweite Ballade die Potential fürs Radio hätte, „Walking On The Wire“ macht deutlich klar das Davide und seine Gang keine Softis sind. „Heaven Is Sold Out“ ein traumhafter Power Rocker der besten Art – ein Highlight, „Staring Out The Window“ ein Drama Rocker mit Pianoklängen.

Balle

STELLAR VEIL – Calling The Hearts Of The World

Trackliste:

01. Safely Chained
02. To Mend A Broken Heart
03. Diamonds To Dust
04. Feel The Pain
05. A Thousand And One Night
06. Sign Of Times
07. Cross The Line
08. Calling The World
09. Final Stand

 

 

Spielzeit: 38:34 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 31.03.2025 – Page: www.facebook.com/StellarVeil

 

STELLAR VEIL stammen aus der griechischen Hauptstadt Athen und wurde 2021 gegründet. Mir ist weder der Bandname noch einer der Musiker bekannt. Aber was ich über Griechenland weiß ist das es auf der Insel Rhodos mal einen geilen Club gab – mit Namen Colorado – in dem es coole Live Mucke aus dem Rockbereich gab. Einer der besten deutschen Musiker Michael Bormann verbrachte früher die Sommermonate auf der Sonneninsel und trat damals regelmäßig im Colorado auf. Dann Stammen noch einige Bands aus dem Land mit den vielen Inseln, dazu zählen im AOR und Hard Rock Bereich Bands wie CYANIDE 4, DANGER ANGEL, DOUGLAS, FARRADAY, HIDEAWAY, ODYSSEY DESPERADO, RAINE OR SHINE, RAW SILK, REDRUM, WILD ROSE und WILD SOULS und noch einige mehr. Einer der besten Gitarristen die momentan auf dem Planeten ihr Unwesen treiben Gus G. stammt aus Griechenland und auch einige Metal Bands. Und aus diesem von der Sonne geküssten Land am und im Mittelmeer stammen STELLAR VEIL, mal sehen ob sie mit den Landsmännern mithalten können.

Zu STELLAR VEIL gehören Jon Soti am Mikro, Dimitris Paloudis an den Gitarren, Peter Papadimatos an den Keyboards, John Kontos am Bass und Harris Freeman an den Drumms. Die Band verdankt meinen kritischen Blick zwei Umstände, erstens das Label Lions Pride Music hat in den letzten Jahren einige Diamanten veröffentlicht. Zweitens wurde in der Redaktionsliste als Genre Melodic Rock / Heavy Rock angegeben, da denkt sich klein Balle doch gleich das die Scheibe was für mich sein könnte, also in der Liste eingetragen und die Promo runter geladen.

Zwei kleine Minuspunkte fährt das Album leider schon vor dem ersten hören ein, nur neun Songs mit einer Laufzeit von 38,5 Minuten, dass mag in den 80ern für Vinyl LPs ideal gewesen sein, aber jetzt in der digitalen Zeit ist bei weitem mehr möglich und ein Album mit 11 bis 13 Songs und einer Laufzeit von über 45 Minuten sollte ohne große Probleme zu realisieren sein. Ja und jetzt kommen wieder Stimmen warum ein Album mit Füllern zu müllen, nicht jeder Füller ist schlecht oder unter dem Albumschnitt, ich habe verdammt gute Songs gehört die es wegen fehlender Qualität nicht auf ein Album geschafft haben. Nur waren das richtig geile Songs die es da nicht auf Alben geschafft hatten.

Aber gut dann nehme ich mir jetzt die vorhandenen neun Songs zu Brust und gleich der Opener macht einen sehr guten Eindruck. Das Ding rockt los wie die Oma die im Hühnerstall auf dem Moped neue Rekorde im Kreisfahren aufstellt. Die Stimme von Jon erinnert ein wenig an Geoff Tate von QUEENSRŸCHE, überzeugt dabei und passt sehr gut zum Hard Rock von STELLAR VEIL. Mal gehen die Gitarren weit vor dem Keyboard auf den Hörer los, mal sind beide Gleichberechtigt und sorgen für das Stimmungsbild der Songs. Der Bass wirkt nicht so deutlich hörbar mit sondern zieht im halb Hintergrund seine Fäden, die Drums machen einen auf Steroiden geschwängerten Halbstarken auf Stunktour. So greift bei STELLAR VEIL ein Rad in das andere und zeigt dem Hörer klar das mit Hard Rock Made in Greece zu rechnen sein darf.

Allerdings gibt auf dem Album auch einiges was man von wo anders schon irgendwie in der Form oder in leicht veränderter Form gehört zu haben meint. Der Drops im melodischen Hard Rock Bereich ist eben schon gelutscht und da mit Innovation oder was Neuem zu kommen ist fast schon unmöglich, da eben alles schon mal da war. Das kann man jetzt als Kritikpunkt sehen oder nicht das muss jeder für sich selber feststellen und beurteilen. Auf jeden Fall gefällt die Mucke auf dem Album und das ist der Hauptpunkt der zählt, selbst wenn etwas schon mal wie gehört wirkt aber dementsprechend verpackt wurde kann da dran nicht wirklich viel verkehrt sein. Ich motze hier und da mal über nicht innovative Mucke, allerdings wenn die nur halbherzig und lustlos erscheint ist da keine Vorteil zu sehen. Anders verhält es sich bei STELLAR VEIL, hier wirkt alles wie aus einem Guss und mit viel Lust und Freude eingespielt.

Vergleichen lässt sich STELLAR VEIL schlecht, da eben vieles ganz entfernt bekannt vorkommt, aber eine härtere Version von RAW SILK, mit DANGER ANGEL und ODYSSEY DESPERADO Vibes im traditionellen Hard Rock wildernd passt am besten. Wer meint kann auch noch OUTLOUD und andere die sich einen Namen gemacht haben hören. Die Gitarrenarbeit kommt mir bei allen Songs vertraut vor, mir fällt aber beim besten Willen gerade nicht ein welcher Virtuose da Pate gestanden hat und Dimitris am meisten beeinflusst hat. Beim Gesang liegt dieser Ball wohl bei Geoff Tate.

„Safely Chained“ hier legen die Griechen gleich mal ein amtliches Highlight zum Start vor, dass Riffing kommt mir bekannt vor aber mir fällt nicht ein von wo, „To Mend A Broken Heart“ hier wird es einen Deut softer und die Keyboards sorgen für reichlich Stimmung. „Diamonds To Dust“ ein cooler Gewaltrocker mit einem noch geilerem Keyboardthema, „Feel The Pain“ noch so ein cooler Rocker der von der Stimme und Schlagzeug getragen wird. „A Thousand And One Night“ ausufernde Keyboardteppiche mit scharfen Riffen aus den sechs Saiten (auch hier kommt mir das Riffing bekannt vor) und Jons Stimme dazu bringt ein perfektes Match, „Sign Of Times“ hier wird beim gesamten Song über den großen Teich in Richtung Nordamerika geschielt mit Fanfaren Keyboard. „Cross The Line“ baut in den Strophen einen Spannungsbogen auf der sich in der Bridge zu entladen beginnt und dann im Refrain gnadenlos zuschlägt, „Calling The World“ fängt sehr soft und balladesk an um ab der 48 Sekunde zu einem Symbiont aus Rocker und Powerballade zu mutieren – und ab Minute drei noch Mal volles Gefühl zu zeigen, „Final Stand“ zeigt zum Abschluss noch eindrucksvoll die rockende Seite von STELLAR VEIL.

Balle