TEMPLE BALLS – Temple Balls

Trackliste:

01. Flashback Dynamite
02. Lethal Force
03. Tokyo Love
04. There Will Be Blood
05. We Are The Night
06. Hellbound
07. Soul Survivor
08. The Path Within
09. Stronger Than Fire
10. Chasing The Madness
11. Living In A Nightmare

Spielzeit: 38:00 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/templeballsrocks

 

Die finnischen Hard Rock von TEMPLE BALLS kehren nach zweieinhalb Jahren mit ihrem fünften Album zurück. Mit ihrem vierten Album 2023 konnten die Rocker bei mir Punkten, mal sehen ob sich was geändert hat. An der Besetzung hat sich seit dem letzten Output nichts geändert und besteht immer noch aus Arde Teronen am Mikrofon, Jiri Paavonaho und Niko Vuorela an den Gitarren, Jimi Välikangas an Bass und Antii Hissa an den Drums. Ardes Stimme besitzt immer noch den kleinen aber vorlauten Unterton der seinen eigenen Charme verbreitet, Die Gitarren sind auch noch an allen Fronten auf Krawall gebürstet und geizen nicht mit Riffeinlagen. Den Bass kann man gut durchhören und die Drums sind alles anderes als dezent oder leise. Die Produktion hat es in sich und klingt verdammt kräftig.

Der Stil bewegt sich wie von TEMPLE BALLS gewohnt im Melodic Hard Rock, der mit sehr viel Schmackes vorgetragen wird und man meint manchmal ob die Jungs nicht auf Steroiden sind so wie die abgehen. Wie von skandinavischen Musikern immer wieder unter Beweis gestellt wird, ist die Mucke von Bands aus dem hohen Norden in den meisten Fällen exorbitant Gut. So auch im Fall von TEMPLE BALLS die da keine Ausnahme bilden und frisch, froh und heiter drauf los Rocken bis die Schwarte blasen schmeißt. Vergleichen kann man wie ich schon in der letzten Rezi der Band schrieb mit TREAT, CRAZY LIXX, H.E.A.T., ECLIPSE, NESTOR, STEEL RHINO, RETURN, DREAM POLICE (mit Keyboard) und auch ihren Landsmännern von härtere BROTHER FIRETRIBE, den übersehenen BOYCOTT, FREE SPIRIT, ZERO NINE und FIRENOTE. Alles Bands die sich im Melodic Hard Rock pudelwohl fühlen und sich dort erfolgreich ihren Platz erarbeitet haben. TEMPLE BALLS haben jetzt das fünfte Album mit verdammt geiler Mucke am Start und sich auch ihren Platz verdient.

Einziger Kritikpunkt der einen Punkt Abzug kassiert, die Laufzeit ist wieder mal unter der magischen Grenze von 40 Minuten und nicht mehr zeitgemäß. Warum macht ihr so ein Schweinegeiles Album ein wenig damit kaputt das es nicht mal 40 Minuten geh?

„Flashback Dynamite“ ein kräftiger und energischer Einstieg ins Album, „Lethal Force“ flott mit Melodie wird von der Gitarrenarbeit über den Atlantik geschielt. „Tokyo Love“ ein cooles Melodic Schmankerl für die linke Spur, „There Will Be Blood“ das nächste melodische Highlight wird auf den Hörer losgelassen. „We Are The Night“ das Dingens haut mit seinem angedeuteten Saxophon rein wie Sau, „Hellbound“ wow die Jungs können sogar leicht sleazig mit Speed. „Soul Survivor“ der nächste Hit für die Vita, „The Path Within“ und ein Highlight das den Vorgänger vom Thron verdrängt. „Stronger Than Fire“ nicht schlecht was die Finnen da vorsetzen, „Chasing The Madness“ die Strophen sind kräftig während der Refrain im AOR wildert, „Living In A Nightmare“ zum Abschluss gibt’s nochmals kräftigen Melodic Hard Rock der mehr als was reißen könnte.

Balle

DESERTA – Hard Times Ahead

Trackliste:

01. Don’t Let Me Forget
02. I Came For Love
03. She’s The Owner
04. Life Is A Ride
05. Ahead Of My Time
06. Here To Try
07. Nothing I Can Do
08. The Children’s Screams
09. You Looked Into My Dreams
10. Dance (The Song Of Freedom)

 

Spielzeit: 53:07 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.facebook.com/desertaofficial

 

DESERTA da war doch mal was, 2023 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum mit dem Titel „Don’t Dare Stop“, das sich bei mir im Schrank befindet. Das Debüt war voll mit gut hörbarem Melodic / Hard Rock der an die Helden ab Mitte der 80er erinnert. Die aus Brasilien stammenden Rocker kommen dieser Tage mit ihrem zweiten Output „Hard Times Ahead“ über den Atlantik gerauscht, mal hören wie es sich in den Trommelfellen anfühlt.

An der Besetzung hat sich gegenüber dem Debüt nichts geändert und besteht immer noch aus Ully Dolph am Mikrofon, Thirray Priester an Gitarren, Fab Jablonski an den Tasten, Maikon Koroll an Bass und Drummer Renato Hafermann. Ullys Stimme erinnert mich an einen Mix aus Jon Bon Jovi, Craig Csongrady (BB STEAL) und Craig Morrison (De Mont) von keinem der Drei Zuviel sondern irgendwo in der Mitte drin. Die Stimme weißt auch eine gewisse Rauheit auf, die dem Sound sehr gut tut. Die Gitarren machen das wofür sie erfunden wurden, die hauen die Riffsalven raus, und die kommen teilweise sehr trocken rüber. Vom Klang und Ausführung bewegen sich die Gitarren auf dem nordamerikanischen Kontinent der auslaufenden 80er. Die Tastenabteilung hält sich vornehm zurück, und unterstützt die Gitarren aus der zweiten Reihe. Beim Bass muss man genauer hinhören, der kommt wie die Tasten aus der hinteren Ebene. Das Schlagzeug wirkt auch dezenter und nicht so auf Krawall gebürstet wie bei manch anderen Bands, sorgt aber trotzdem für Aufsehen. Die Produktion geht klar, könnte in den tiefen Frequenzen mehr Bumms vertragen.

Den Stil den DESERTA fahren liegt im Melodic Hard Rock, mal härter mal melodischer, aber immer auf den Punkt kommend. Vergleichen kann man in etwa mit BON JOVI, BB STEAL, DE MONT, aber auch mit DREAM POLICE die einen Keyboard spielenden Knallfrosch verschluckt haben mit einem Hang hin zu Furz trockenen Gitarren. Die Melodien sind immer nachvollziehbar oder auch mal schräg wie bei „I Came For Love“. Dann gibt es noch JOVIsches Gitarrenspiel wie bei deren „Wanted Dead Or Alive“ oder wie es bei den DEAD DAISIES zum Einsatz kommt. Im Großen Ganzen ein sehr gelungenes und hörenswertes Album das die Brasilianer vorlegen.

Das zweite Album ist um ein gutes Stück eingängiger als das Debüt, man kann eine Steigerung feststellen, anscheinend haben DESERTA ihren Sound verfeinert und gefunden.

„Don’t Let Me Forget“ ein mehr als gelungener Einstieg – kommt als cooler Stampfer „I Came For Love“ flott und kräftig geht es der zweite Song an. „She’s The Owner“ befindet sich zwischen Ballade und Rocker mit geiler Akustikgitarre, „Life Is A Ride“ ein fettes Highlight was die Band an den Start bringt. Mit „Ahead Of My Time“ kommen mehr Keyboards ins Spiel und die zeigen Wirkung, „Here To Try“ und noch so ein gefühlvoller Song der was von Ballade und Rocker aufweisen kann. „Nothing I Can Do“ ein geiler mit Drama angereicherter Rocker, hier muss ich an die Australier von GREYSTONE CANYON denken, „The Children’s Screams“ die Jungs drücken mit dem Rocker wieder aufs Gaspedal. „You Looked Into My Dreams“ und noch ein balladesker Rocker, „Dance (The Song Of Freedom)“ zum Abschluss kommt noch Rock N Roll Stimmung ins Spiel.

Balle

MAYHEM MAVERICKS – Mayhem Mavericks

Trackliste:

01. Divide
02. Killing Eyes
03. Midnight Crawler
04. With Me
05. I Can Feel The Heartache
06. Eclipse
07. Join The Fight
08. More To Ask
09. Best Of Me
10. One Day In A Lifetime
11. Road With No End

Spielzeit: 45:58 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Street Symphonies Records – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/mayhemmavericks

 

MAYHEM MAVERICKS what the F*ck, wer soll das denn schon wieder sein, noch nie gehört oder irgendwie auf meinem Radar in Erscheinung getreten. Von jetzt auf gleich in der Redaktionslist aufgetaucht unter dem Genre Hard Rock, also dachte ich mir, mal hören was die so zu bieten haben. Die Band erhob sich aus der Asche von ALCHEMY nach deren letztem Album. Dieses Album fand sowohl bei Fans als auch Fachmedien gute Resonanzen, dass sich Marcello Spera und Andrew Trabelsi entschieden eine neue Band zu gründen, was dann die Geburtsstunde von MAYHEM MAVERICKS markierte.

Zur Band gehören Marcello Spera an Mikrofon, Andrew Trabelsi an Gitarren und Keyboards sowie Andrea Oliverio an den Drums. Als Gastmusiker sind die Bassisten*innen Vanessa Odry, Angelo Sasso, Stefania Sarre, Mauro Balestra und Matteo Castelli zu hören, sowie der Gitarrist Cristiano Stefana bei manchen Solos. Marcello besitzt eine coole Stimme, die sich in einer mittleren Tonlage befindet und auch mal weiter Hoch gezogen wird ohne dabei den Nervfaktor zu aktivieren. Ein wenig Rauch befindet sich auch in dieser Stimme und passt sehr gut zu der Art Hard Rock von MAYHEM MAVERICKS und erinnert an eine leicht rauere Version von Michele Luppi. Gitarren und Keyboards wirken wie zwei gleichberechtigte Zwillingsgeschwister, keiner bügelt den anderen, sondern beide unterstützen Marcellos Stimme und bilden ein mit Schwerlastanker festgedübeltes Fundament. Die Tastenabteilung ist von der Ausführung tief in den 80ern beheimatet und kommt gelegentlich auch mal spacig rüber. Die Gitarren geizen nicht wirklich mit Riffeinlagen und machen dabei keine Gefangenen. Der Bass hat seine liebe Mühe gegen das Zwillingspaar anzukommen und geht leider ein wenig unter. Die Drums sind unspektakulär und dezent aufgenommen worden, dabei aber immer voll im Hörraum da. Die Produktion geht voll in Ordnung.

So Hard Rock aus Italien, ich werde scherzhaft von einigen mir Bekannten die von jenseits des Weißwurstäquators stammen immer als Norditaliener betitelt obwohl das nicht der Wahrheit entspricht, aber wenn sie meinen. Wenn so gute Mucke wie etwa von SANDNESS, WHEELS ON FIRE und jetzt auch von MAYHEM MAVERICKS aus Italien kommt, dann bin ich gerne ein Landsmann von den Musikern. Italien ist das Land der Pasta und Pizzas, als Ursprung von guten Hard Rockern eher nicht so. Aber immer wieder kommt eine Überraschung über die Alben geflogen, die voll mit cooler Mucke ist, so auch im Fall von MAYHEM MAVERICKS. Der Sound der Band liegt zwischen Melodic und Hard Rock mit einer leichten Hard Schlagseite. Am meisten Berührungspunkte haben MAYHEM MAVERICKS mit WHEELS ON FIRE und LOS ANGELES die ja auch sehr gute Alben am Start haben. Mit viel Melodie und gleichberechtigten Gittis und Tasten geht die Band die elf melodischen Songs an und liefert nebenbei mal eben so ein sehr gutes Album Musik ab. Italien mausert sich langsam in unregelmäßigen Abständen zum Garant für verdammt starke und gute Hard Rock Mucker. Hätte MAYHEM MAVERICK was besser machen können, vielleicht höchstens an der ein oder anderen Feintuningschraube für volle Punktzahl, ansonsten ein sehr gutes Album das lange nachhallt.

„Divide“ ein sehr guter und flotter Einstieg ins Album, „Killing Eyes“ ein melodischer Rocker der sofort ins Ohr geht. „Midnight Crawler“ es geht flott weiter, „With Me“ eine starke Ballade mit viel Drama und geiler Melodieführung. „I Can Feel The Heartache“ ein Schmankerl das beim Refrain noch einige Schippen drauf legt, „Eclipse“ hier kommt epische Stimmung auf. „Join The Fight“ ein Song für die Linke Spur auf der Autobahn während der rechte Fuß das Bodenblech durch drückt, „More To Ask“ eine weitere Ballade mit Drama und allem was dazu gehört. „Best Of Me“ das nächste Schmankerl das sich ins Gehör einbrennt, „One Day In A Lifetime“ ein Highlight das es in sich hat mit auffälligem Drumming, „Road With No End“ sie könnens nicht lassen, selbst zum Abschluss kommt noch ein Highlight.

Balle

HELL IN THE CLUB – Joker In The Pack

Trackliste:

01. The Devil Won’t Forget Me
02. New Desire
03. Dirty Love
04. Robert The Doll
05. Fairytale
06. The Ocean
07. Magnetars
08. Pretty Little Freak Show
09. Out In The Distance
10. When The Veil Of Night Falls

 

Spielzeit: 39:10 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/hellintheclub/

 

Die italienischen Hard Rocker von HELL IN THE CLUB melden sich mit einem neuen Album zurück. Nachdem ich das 2020er Album reviewte verfolgte ich die Band genauer und hörte mir auch noch öfter mal die Vorgängeralben an. Mit dem Schluss das bei jedem Album eine Steigerung zu hören war, die Band mauserte sich zu einem echten Hard Rock Act und Ex-Sänger Dave konnte sich auch von Album zu Album steigern. So entwickelte sich im Land des Stiefels im Mittelmeer eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die alteingesessenen Rocker. Mal hören was sich im Haus HELL IN THE CLUB so abspielt und ob eine erneute Steigerung erkennbar ist.

Einzige Änderung besteht in der Besetzung, Sänger Dave ist nicht mehr dabei und wurde durch die Schwedin Terese „Tezzi“ Persson ersetzt. Sonst hat sich nichts an der Instrumenten Front geändert, es sind nach wie vor Andrea „Picco“ Prccardi an Gitarren, Andrea „Andy“ Buratto an Bass und Drummer Marco „Mark“ Lazzzarini dabei. Tezzis Stimme bringt eine besondere und raue Färbung mit und machte mich beim ersten hören fast verrückt, da ich diese Stimme kannte und schon mal gehört habe. Nur fiel mir beim besten Willen auf Anhieb nicht ein von wo, als ich den Promotext durchlas war mir klar von INFINITE & DEVINE kannte ich diese Stimme. Und die konnte mich da schon überzeugen, selten das eine Frauenstimme bei mir nur einen Anlauf benötigt um zu sitzen, Tezzi schaffte das aus dem Stehgreif und es war Liebe auf den ersten Ton. Tezzis raues Organ passt perfekt zum Sound von HELL IN THE CLUB obwohl ich immer noch Dave im Hinterkopf habe. Picco haut die Riffs mit einer spielerischen Leichtigkeit raus als wie, wenn er nie etwas anderes gemacht hätte, die sechs Saiten hat er auf jeden Fall voll im Griff. Andy am Bass macht alles andere nur nicht den Statisten im Hintergrund spielen, der lässt den Tieftöner extrem auffällig ausatmen und bildet mit den Gitarren eine eingeschworene Einheit. Mark an den Drums besitzt eine Spielweise die extrem ausgeprägt ist und für manche Höhepunkte sorgen kann. Die Produktion klingt zwar steril mit Feintuning an allen Reglern, besitzt dabei allerdings einen Bumms den viele zu erreichen nicht im Traum in der Lage sind.

Vom Stil hat sich nicht sehr viel getan, es wird immer noch in bester 1980er Jahre Tradition drauf los gerockt das sich die Balken biegen. Der Sleaze Anteil den ich noch 2020 erwähnt habe ist fast ganz verschwunden und kommt nur noch dezent angedeutet durch. Dafür schielt die Band jetzt sehr weit nach Westen über den Atlantik in Richtung Arena Helden der 80er Jahre. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, da die Songs jetzt eingängiger und konservativer rüber kommen ohne dabei zu dreckig zu klingen. Als ganz groben Vergleich kann man immer noch CRAZZY LIXX, QUIET RIOT auf dem Album „QRIII“, TRIUMPH, ECLIPSE, ASPHALT BALLET, härtere H.E.A.T. und einige weitere US-Bands nehmen, die sich dem 1980er Arena Melodic Hard Rock verschrieben haben. Es gibt auf „Joker In The Pack“ eine geile weibliche Stimme, Melodien die es in sich haben mit einer perfekten Umsetzung an den Instrumenten und Reglern im Studio. Wer auf Euro Melodic Hard Rock mit schwerer Schlagseite Richtung Nordamerika steht wird bei HELL IN THE CLUB fündig und wahrscheinlich glücklich mit dem Album. Es ist bei den Songs wieder eine leichte Steigerung erkennbar, bei der Stimme gibt es nichts zu mosern, man darf gespannt sein was das nächste Album von HELL IN THE CLUB für den Hörer bereithält.

Einen Punkt ziehe ich ab da das Album unter 40 Minuten bleibt und die Party leider viel zu schnell zu Ende ist, ansonsten befindet sich auf dem Album alles im grünen Bereich.

„The Devil Won’t Forget Me“ fängt heftig an und entwickelt sich mit einsetzen des Gesangs zu einem Melodic Schmankerl, „New Desire“ flott mit cooler Melodie geht es in die zweite Runde. Runde drei eröffnet „Dirty Love“ mit einem traumhaft eingängigen Refrain mit vielen Ohhohhs, „Robert The Doll“ könnte durchaus von einer US-Band stammen, kommt mit geiler Leadgitarre und Basslauf. „Fairytale“ bildet die fünfte Runde und ein Highlight mit geilem Bass und verdammt geilem Refrain, „The Ocean“ runde sechs nimmt den Fuß vom Gas und kommt als Ballade. „Magnetars“ könnte auch von VIXEN aus den 80ern stammen, „Pretty Little Freak Show“ kommt mit einer Blues Rock Note. „Out In The Distance“ fängt balladesk an, nach dem ersten Refrain wird ein Rocker draus der im epischen Refrain mit Akustikgitarre glänzen kann, „When The Veil Of Night Falls“ geht zum Abschluss noch mal voll durch die Wand.

Balle

BANGALORE CHOIR – Rapid Fire Succession On Target Part II

Trackliste:

01. How Does It Feel
02. Driver’s Seat
03. Love And War
04. I Never Meant To
05. I’m Headed For
06. Bullet Train
07. Swiming With The Shark
08. The Light
09. Prisoner
10. The Beauty
11. Sail On
12. Trouble With The Truth
13. Still The Same
14. Blinded By Fire In The Sky
15. Rock Of Ages
16. Mending Fences

Spielzeit: 66:52 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: BraveWords Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/people/David-Reece-Bangalore-Choir/

 

David Reece meldet sich mit seinem Baby BANGALOR CHOIR und einem neuen Album im Gepäck zurück. Wer kennt nicht das verdammt starke Debütalbum „On Target“ aus dem Jahr 1992 das leider zwei Jahre zu spät erschien um den Erfolg den es verdient hätte einfahren zu können. Es folgten dann noch vier weiter Alben mit mehr oder weniger neuen Songs, die sich von der Qualität nur einige Schritte hinter dem Debüt befanden. Also mal hören was David im Jahr 2025 mit neuen Songs noch so drauf hat und ob er immer noch überzeugen kann.

Neben David am Mikrofon sind noch folgende Musiker on Board: Diego Pires, Eric Juris, Andy Susemihl und Mario Percudani an den Gitarren, Riccardo Demarosi an Bass und Nello Savinelli an den Drums. Als Gastmusiker konnte David Jimmy Waldo und Ferdy Doernberg an den Keyboards gewinnen.

Bei Davids Stimme gibt es nur zwei Lager, dass eine das die Stimme mag, liebt oder vergöttert und das zweite das überhaupt nicht damit kann und sie hasst oder meidet, dazwischen gibt es nicht viel. Diese Stimme besitzt alles Nötige für die harten Töne, eine deutliche Aussprache, ein Timbre zum niederknien und eine gewaltige Portion Dreck. Die Tonlage gehört mit zu den angenehmsten im Rockbereich, obwohl es noch die eine oder andere gibt die noch besser matcht, allerdings gehört David zu den besten seines Faches, egal ob man ihn mag oder nicht. Die Gitarren machen genau das was sie sollen, einen auf dicke Hose aber nicht zu dolle. Mit der genau richtigen Härte und Lautstärke schlagen und zupfen sich die Griffbrettakrobaten durch die Songs und bilden ein ideales Grundgerüst für Davids Stimmbänder. Die Tasteninstrumente halten sich vornehm zurück, es gibt keine ausufernden endlos Tasteneinlagen, sondern dezente Unterstützung der Gitarren die klar die Vormacht haben. Die Ausführung des Basses geht voll in Ordnung, nur ist der bei vollem Gittibrett nicht mehr so deutlich hörbar, ansonsten ist beim Tieftöner alles im grünen Bereich. Die Drums drängen sich nicht so in den Vordergrund, sondern ziehen hinter den Gitarren und Stimme mit ihrer auffälligen Spielweise ihre deutlich wahrnehmbaren Runden. Die Produktion hat Druck und gibt keinen Anlass zum Meckern oder sonst wie negatives abzulassen.

Der Stil auf „Rapid Fire Succession – On Target Part II“ kann an das Debüt Anknüpfen, waren die beiden „Cadence“ und „Metaphor“ schon nicht schlecht – mit einer Auslegung des BANGALORE CHOIR Sound eine Spur moderner, so ist „On Target Pt. II“ eine volle Rückbesinnung auf die alten Tugenden der Band. Man hört die Wurzeln des Debütalbums so deutlich raus wie noch nie, diese Wurzeln bestehen aus bestem End 80er Melodic Hard Rock US-amerikanischer Prägung der sofort ins Ohr geht und dort einfach nicht mehr weichen möchte. Die Songs bestechen mit ihren simplen aber effektiven Melodien die sofort sitzen und Erinnerungen an frühere Jahre aufkeimen lassen, Zeiten die besser für Rockmusiker waren. Näher war David nie am Debüt dran als jetzt, es passt einfach alles zusammen was zusammengehört, Melodien soweit die Ohren tragen, eine vernünftige Instrumentierung und Davids Organ das über allem schwebt und das letzte aus den Songs rausholt was man rausholen kann. Als besten Vergleich kann man das Debütalbum nehmen, wer dieses nicht kennt kann sich grob an HURRICANE, NIGHT RANGER, DOKKEN, ACES WILD, ADRIAN GALE, das ASPHALT BALLET Debüt, STATION und noch einige andere orientieren.

Da hat David ein gewaltig glühendes Eisen in der Esse, das Ding verbrennt so einige Möchtegerns schon im Ansatz. Das Album hätte auf „On Target“ folgen sollen, dann wäre vielleicht mehr als nur ein Geheimtipp bei BANGALORE CHOIR rausgesprungen. Wenn auf dem Debütalbum nicht die beiden Songs „Loaded Gun“ und „Angel In Black“ enthalten wären hätte ich volle Punkte vergeben.

„How Does It Feel“ geht gleich mal so los wie „On Target“ endete – mit einem lauten Statement für Melodic / Hard Rock, „Driver’s Seat“ kommt sehr flott und melodisch daher. „Love And War“ besticht mit seiner Melodie und Umsetzung, „I Never Meant To“ bewegt sich irgendwo zwischen heftiger Ballade und fast schon Softrocker mit einer traumhaften Melodieführung. „I’m Headed For“ ein Highlight das beim gesamten Aufbau überzeugen kann, „Bullet Train“ geht als Highlight durch. „Swimming With The Shark“ ein Rocker mit geil gestimmten Saiten und Riffing, „The Light“ eine schmachtende Ballade mit allem was es braucht. „Prisoner“ was für ein Song, in dieser Version noch eine Spur besser als damals von ACCEPT, „The Beauty“ und hier kommt er wieder aus der Kiste, der typische Charme von BANGALORE CHOIR. „Sail On“ klingt mit seinen schrägen Riffeinlagen nicht so rund wie der Rest, „Trouble With The Truth“ hier wird mit Gewalt durch jede Wand gerockt. „Still The Same“ eine unaufhaltsame Dampfwalze die über den Hörer hinweg rollt, „Blinded By Fire In The Sky“ die Melodie übernimmt das Kommando wieder. „Rock Of Ages“ David und seine Gang in ihrem Element des Melodic Hard Rock, mit der Ballade „Mending Fences“ wird das Licht ausgemacht.

Balle

HARTMAN – Twenty Times Colder

Trackliste:

01. Twenty Times Colder
02. No One But You
03. This Heart
04. Alone
05. Just Fly
06. Don’t Cry
07. Someone Like You
08. The Time Of Your Life
09. Valentine’s Day
10. Heart Over Mind
11. Remember Me

Spielzeit: 48:28 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 19.09.2025 – Page: www.facebook.com/HartmannBand

 

Ja der Oliver ist ist nach fast ziemlich genau drei Jahren Pause back, damit ist der deutsche Sänger mit der rauchigen Stimme und Gitarrist Oliver Hartmann gemeint. Oliver feiert mit seiner Band HARTMANN 20-jähriges Bestehen, im Jahr 2005 wurde das Debütalbum „Out In The Cold“ veröffentlicht, seitdem konnte die Band auf ihren offiziellen sieben Studioalben ordentlich Staub in der Szene aufwirbeln und Erfolge einfahren. Dabei gab es immer Melodic Rock auf die Lauscher der internationales Format besaß, also kann man gespannt sein was HARTMANN zum 20-jährigen für die Fans und Hörer bereit hält.

Zur Besetzung gehören Oliver Hartmann an Mikrofon und Gitarre, Markus Nanz an den Tasten, Armin Donderer an Bass und die Schießbude bedient Markus Kullmann. Was darf man von dieser Partie erwarten? Ich sage mal Melodic Hard Rock der besten und coolsten Art und Weise die auf der einen Seite keine Melodie auslässt, auf der anderen Seite mit Olivers rauen Vocals und feinem Gitarrenspiel aufwarten kann. Die anderen Musiker tragen ihren Teil mit einwandfreien Leistungen bei um HARTMANN ein weiteres Mal glänzen zu lassen. Olivers Stimme hat immer noch das gewisse etwas, Rauch und Kraft ohne Ende der Extraklasse zu bieten. Dabei ist seine Stimme einzigartig mit einem sehr hohen Wiedererkennungsfaktor ausgestattet und mit der raunzt und shoutet er sich in reinster Rocker Manier durch die Songs ohne das der Hörer etwas vermissen müsste. Die Gitarre beherrscht Oliver genauso wie seine Stimme und haut Riff nach Riff raus. Dabei spielt es keine Rolle ob Oliver sich mit der Gitarre im Melodic Rock, Blues Rock befindet oder mit Orient Vibes, softer oder härter daher kommt, die Riffs sitzen wie eine zweite Haut. Die Tastenabteilung wirkt sehr Wandlungsfähig, mal kommen klassische Orgel-, angedeutete Fanfaren- oder auch ganz normale Keyboardklänge zum tragen um mit den Gitarren ein Geniales Lausbuben Duo zu bilden und so Olivers Stimme bestens zu unterstützen. Der Bass macht genau das Richtige dazu, er wummert vor sich hin und spukt die dunklen Töne aus. Die Drums hauen einem den Grips einmal auf Links um einen Moment später dann wieder alles auf die Rechte Seite zu donnern. Die Produktion zeigt sich bei den Becken dumpf, ansonsten liegt alles im grünen Bereich.

Stilistisch hat sich bei HARTMANN nichts getan, die Band frönt immer noch den super catchy Melodic Hard Rock für den sie bekannt ist. Dabei rücken Oliver und Co keinen Millimeter vom auf dem Debüt eingeschlagenen Weg ab. Die Melodien sind von göttlicher Natur, gepaart mit den Bandeigenschaften ergibt erneut einen Volltreffer an der Gehörfront. Man ertappt sich öfter beim anhören die Frage stellen wo die Songs herkommen, ob es schwierig ist solche Songs zu komponieren und vertexten, ob es überhaupt irgend welche widrigen Umstände bei er Entstehung eines HARTMANN Albums gibt. Denn seit dem Debüt meint man das es eine Leichtigkeit ist ein HARTMANN Album entstehen zu lassen. Wer auf endlos geile Melodien, dazu mit Olivers Stimme kein Problem hat, auf coole Riffs steht kommt um HARTMANN nicht herum. In den 1980ern hätte HARTMANN mit so einem Album einen Welthit gelandet. Da Oliver aus meiner Generation stammt, und wahrscheins die gleiche Mucke hörte ist es kein Wunder das die Songs alle, obwohl modern ausgeführt, ihre tieferen Wurzeln eindeutig bei den Helden der 80er Jahre haben, dies kann man in jedem Song hören.

Seit 2005 bereichert HARTMANN in regelmäßigen Abständen den Rockzirkus mit hervorragenden Alben, „Twenty Times Colder“ bildet hier keine Ausnahme und reiht sich nahtlos in die verdammt starken Veröffentlichungen der Band ein. Ein Top Album auf internationalem Niveau, zu dem sehr viele nicht in der Lage sind solche Glanztaten zu vollbringen, aber eine Ewigkeit auf der Suche nach so einem Album sind.

„Twenty Times Colder“ ein fulminanter Einstieg ins Album, wie von Oliver gewohnt eine Abgeh Nummer, „No One But You“ hier kommt ein intensiver Rocker mit ordentlich klassischen Klängen, egal ob man das Riffing oder die Orgel anhört, es wird klassisch. „This Heart“ hier packt HARTMANN die melodische Kelle aus die einen ohne wenn und aber voll abwatscht, „Alone“ ein sehr schwerer und dramatischer Blues Rocker geht vom Gas. „Just Fly“ hier interagiert Orient Flair mit einen Brecher von Rocker, „Don’t Cry“ eine stimmige Ballade die zu Recht diese Bezeichnung verdient. „Someone Like You“ hier liegt viel Gefühl drin, „The Time Of Your Life“ es wird ein wenig langsamer aber auch wieder hypermelodisch. „Valentine’s Day“ Melodie trifft auf HARTMANN in Bestform, „Heart Over Mind“ Gefühl trifft wieder Mal auf Melodie und die Band, „Remember Me“ hier treiben die Jungs das pure Drama auf einen unausweichlichen Höhepunkt hin.

Balle

MICHAEL BORMANN’S JADED HARD am 29.08.2025 im Sugar Shack Club in München

Michael Bormann ist für ein paar Auftritte unterwegs, bei diesen Shows handelt es sich um Unplugged Abende. Einen Abend davon machte Michael Bormann in München im Sugar Shack Club halt, mit im Gepäck hatte er den zweiten Gitarristen Andreas Ripppelmeier und Tastenhexer Chris Ivo. Wer Unplugged jetzt davon ausgeht das die Songs in der stromlosen Version etwas vermissen lassen ist schief gewickelt. Selbst nur mit zwei Akustikgitarren und Chris an den Tasten machten die gebotenen Songs eine Menge Spaß, kamen voller Energie rüber und konnten voll und ganz überzeugen. Zum Zug kamen Songs aus seiner JADED HEART, Solo Zeit, JADED HARD sowie einige Klassiker von TINA TURNER, BON JOVI, BRYAN ADAMS, „Help“ von den Beatles war schon zur JADED HEART Zeit auf einem Album zu finden. Die Unplugged Abende liefen unter dem Thema „Smooth And Easy “ und überzeugten ohne auch nur zu einem Zeitpunkt Langeweile aufkommen zu lassen. Wer Michael Bormann schon mal Live, egal ob jetzt mit JADED HEART, SOLO oder seinem neuen Baby JADED HARD gesehen hat weiß das er einer der besten Rockmusiker ist den Deutschland zu bieten hat. Das selbe trifft auch Unplugged zu, ein guter Song bleibt ein guter Song egal ob unter Strom oder akustisch, die Songs knallen einfach. Die Meisten stammen aus der Feder von Bormann und zeigen die Genialität von Michael sowohl als Songschreiber als auch als Musiker, die Stimme ist über jeden Zweifel erhaben und an der Gitarre ist er auch eine Bank, gleiches gilt für Rippel an der zweiten Gitarre und Hexe am Keyboard. Ließ der Abend ohne E-Gitarren, Bass und Drums etwas vermissen? Nein absolut nicht, dem Publikum gefiel es und die Drei hatten auf der Bühne ihre helle Freude. Michael rief sogar für die zwei Songs „You’re Not My Life“ und „Two Hearts“ seine Frau Katie aus ihrem Debütalbums unter dem Namen IMKT auf die Bühne, selbst diese Songs machten sich sehr gut im Akustikgewand. Wer Michael und seine Rasselbande noch nie Live gesehen hat sollte dies unbedingt nachholen sobald er in der Nähe auftritt, wer es nicht tut verpasst einen der besten Musiker aus dem Rocksektor der ohne jegliche Berührungsängste auf das Publikum zugeht und ein Rockmusiker zum anfassen ist. Ich habe Michael Bormann schon drei Mal gesehen und bei jeder Show lieferte er und seine Band ab.

www.facebook.com/MBJadedHard   www.facebook.com/MichaelBormann  www.facebook.com/IMKT 

It´s Only Physical
Somebody
Dream Is Over
Wanted, Dead Or Alive
Help
Anymore
Summer Of ’69
INKT – You’re Not Living My Life
IMKT – Two Hearts
Nutbush City Limits
Live Your Live
Inside Out
Love Is Magic
Favorite Time
Live & Let Die
Go Going Gone 2025
Never Say Goodbye

Text und Bilder: Balle

DEGREED – The Leftovers Volume 1

Trackliste:

01. If It Wasn’t For Me
02. Good Enough
03. Love Your Enemy
04. Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)
05. Get Up
06. Hard To Be Human
07. This Is Love (Synthwave Version)
08. Falling Down (Accoustic Version)
09. Hear Me Out (Previously Unreleased)

 

 

Spielzeit: 33:38 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/degreedmusic

 

Die Schweden DEGREED haben es BROTHER FIRETRIBE gleichgetan und eine EP mit dem Titel „The Leftovers Volume 1“ veröffentlich, die Vermutung liegt nahe das es eine Fortsetzung geben soll. Seit 2022 und zwei Alben im Stall von Frontiers Music beheimatet legen die smarten Jungs nun diese EP vor.

Zu DEGREED gehören nach wie vor noch Robin Eriksson an Mikrofon und Bass, Daniel Johansson an Gitarren, Mikael Blanc an Keyboards und Mats Eriksson an den Drums. Ich konnte Anfangs nicht viel mit DEGREED anfangen, bis zu dem Zeitpunkt als die Boys aus Skandinavien auf dem letzten H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftraten, ab da dachte ich mir „Hola die sind ja gar nicht schlecht.“, und besorgte mir alle Alben bis auf „Dead But Not Forgotten“ das leider vergriffen ist. Die Band äußerte mal auf Facebook das sie eine Wiederveröffentlichung planen, wie es da jetzt aussieht weiß ich nicht. Wenn ihr diese Zeilen lest bitte ein signiertes Exemplar falls als Re-Release kommt für mich reservieren.

Robins Stimme ist immer noch auf eine Niveau das andere vor Neid erblassen lässt, ohne Nervfaktor, Gekreische oder schräge Töne shoutet sich der Frontmann wie gewohnt durch die 9 Songs. Die Gitarren machen auch im ureigenen Bandstil auf sich aufmerksam und werden ideal in Szene gesetzt. Die Keyboards werden effektvoll eingesetzt und geben keinen Anlass auch nur einmal mit erhobenen Zeigefinger auf die Band zu zeigen. Der Bass wummert dezent aber vorhanden vor sich hin und die Drums treiben ohne auch nur einen Deut nach zu lassen oder vom Gas zu gehen. Die Produktion bewegt sich auf einem Level das keine Wünsche offen lässt.

Angefangen hat DEGREED als Modern Hard Rock Band, im laufe der Zeit und mit jedem Album näherte sich die Band dem reinrassigen Melodic Hard Rock der besten Sorte. Diese EP macht da keine Ausnahme oder spielt den Ausreißer nach unten. Wie auch schon auf den drei oder sogar vier Vorgängeralben rockt DEGREED alles aus den Latschen was nicht standfest auf beiden Beinen steht. Mit viel Energie und Melodie zeigt die Band was bis jetzt nicht veröffentlicht wurde aber schon aufgenommen wurde. Wenn man die sieben bis jetzt unveröffentlichten Songs hört die sich in der Karriere angesammelt haben hört man das kleine Genie heraus das in jedem skandinavischen Musiker zu stecken scheint. Nahtlos fügen sich die Songs ins DEGREED Geflecht der sehr guten Songs ein und zeigen eine Band auf mehr als nur einem Höhepunkt ihres Schaffens.

Mir ist allerdings schleierhaft das es die Songs vorher nie auf ein Album geschafft haben, die wären zu gut um auf irgendeinem Band oder einer Festplatte bis zum St. Nimmerleinstag auf eine VÖ zu warten die dann doch niemals statt findet. Gut so, dass die Songs doch noch ans Tageslicht kommen und es nicht fürchten müssen. Viel mehr muss die Konkurrenz DEGREED fürchten da sie im Begriff sind den etablierten und renommierten Vortänzern des Rockzirkuses den Rang abzulaufen.

Einmal mehr beweisen skandinavische Musiker was sie zu Leisten vermögen, besser geht es wirklich fast nicht mehr. Außer über 40 Minuten zu kommen damit es keinen Punktabzug gibt, allerdings sind 9 Songs für eine EP recht amtlich. So will der Hörer und nur SO DEGREED sehen und hören.

„If It Wasn’t For Me“ fängt mit einem stimmigen Keyboardthema und balladesk an bis der Song zu einem Melodic Schmankerl mutiert, „Good Enough“ ein Flotter Feger mit viel Melodie. „Love Your Enemy“ wildert im WHITESNAKE Wasser mit sehr viel Skandi-Charme und Flair, „Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)“ flott, energisch, hart, melodisch was braucht man mehr? Nichts – außer DEGREED! „Get Up“ hört sich nach den Anfangstagen an, „Hard To Be Human“ eine wunderschöne Ballade mit allen Merkmalen der Band. „This Is Love (Synthwave Version)“ was wurde da nur für eine komischer Substanz konsumiert – das Ding wildert in den poppigsten Gefilden, too much for me, „Falling Down (Accoustic Version)“ eine Akustikballade mit Pianothema, „Hear Me Out (Previously Unreleased)“ fängt sehr ruhig und unhektisch an um ab ca. 1:05 an Intensität und Drama zuzulegen, eine Ballade die in den Strophen dramatische Spannung aufbaut und im Refrain teilweise abbaut – so stellt die Ballade ein abschließendes Highlight dar.

Balle

FRONT ROW WARRIORS – Running out of Time

Tracklist

01. Turn The Tide
02. Theory Of Mind
03. The Holy
04. Cast A Spell
05. New Horizons
06. Running Out Of Time
07. Rise Against
08. Don’t Think The Night Is Over
09. Seems Like Paradise
10. Heartbreaker
11 . FRW

Spielzeit: 49:40 min – Genre: Melodic Hard Rock– Label: Rock Of Angels Records VÖ: 11.07.2025 – Page: https://frontrowwarriors.com/

 

Den vielen positiven Resonanzen nach zu urteilen, durfte man auf Album Nummer zwei der Front Row Warriors sehr gespannt sein. Die deutsche Rock und Pop Musiker Vereinigung, kürte das Debüt gar zum „Hard Rock Album des Jahres 2023“. Für viele neue Bands, erscheint der zweite Rundling oft als Gradmesser für den weiteren Werdegang. Für die Truppe um ihre stimmgewaltige Frontfrau Elkie Gee, jedoch scheinbar ein eher leichtes Unterfangen. Auch auf ihrem Zweitwerk, hat die Band eine gute Mischung aus härteren und melodischen Songmaterial parat, gleichwohl auch der große Pluspunkt dieses Albums. »Running Out Of Time« stellt eine konsequente Weiterentwicklung der Warriors dar. Was nicht wirklich verwunderlich erscheint, zumal sich die Band aus erfahrenen Musikern zusammensetzt. Auch was die Produktion angeht, ist man mit Achim Köhler und Michael Bormann auf Nummer Sicher gegangen. So man qualitativ dieses Level halten kann, darf man in eine mehr als positive Zukunft schauen. Musikalisch ist jede Menge Potenzial vorhanden. Namentlich agiert man bereits in vorderster Front. Darüber hinaus erscheint es nur als eine Frage der Zeit, wann die Front Row Warriors im Ranking bei Fans und Fachpresse einen Spitzenplatz belegt. Gar nicht geizig, gehen die Schwaben mit guten Songs zu Werke und setzen in diesem Bereich ein Ausrufezeichen in Sachen Top Alben des Jahres 2025. Wer auf eine gute Mischung aus Melodie und Härte steht, wird an dieser Scheibe kaum vorbei kommen.

Bonne

HAREM SCAREM – Chasing Euphoria

Trackliste:

01. Chasing Euphoria
02. Better The Devil You Know
03. Slow Burn
04. Gotta Keep Your Head Up
05. World On Fire
06. In A Bad Way
07. Reliving History
08. A Falling Knife
09. Understand It All
10. Wasted Years

 

Spielzeit: 37:11 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/harem.scarem.band

 

HAREM SCAREM sind mit neuem Album zurück, leider fällt gleich zu Anfang etwas negativ auf, die Laufzeit beträgt gerade Mal knapp über 37 Minuten für zehn Songs, das konnte MARTY gerade besser der kommt mit seinen zehn Songs auf über 50 Minuten. Nachdem es fünf Jahre seit dem letzten Album recht Stil um HAREM SCAREM war kommen die Jungs nicht nur mit einen neuen Album über den großen Teich sondern waren auch für ein paar Shows in Deutschland.

Also lassen wir mal Hören ob sich etwas im Hause HAREM SCAREM geändert hat, waren die Kanadier in der Vergangenheit für ihren starken Melodic Rock bekannt und viele Bands und Künstler wurden mit HAREM SCAREM verglichen obwohl sie unvergleichlich sind. Das Bandfoto verrät das die Jungs mittlerweile gereift sind und nicht mehr so knackig aussehen wie noch vor fünf Jahren, aber an keinem geht die Zeit spurlos vorüber. Zu HAREM SCAREM gehören immer noch Harry Hess an Mikrofon und Keyboards, Pete Lesperance an Gitarre und Bass, Creighton Doane an den Drums und Darren Smith an Lead und Backing Vocals.

So nun aber schleunigst von MARTY AND THE BAD PUNCH auf HAREM SCAREM umgeswitcht, und dem neuen HAREM SCAREM Album gelauscht. Die Kanadier konnten mich damals mit ihrem letzten Album noch überzeugen und brachten es immerhin auf einen Laufzeit von 44 Minuten allerdings mit einem Song mehr. Mensch Leute wir sind im Digialalter angekommen, da gibt es kaum Grenzen wie bei Vinyl LPs die aus diesem Grund alle um die 35 Minuten kurz waren. Aber egal hier geht es nicht um Vinyl oder Laufzeit zumindest nicht direkt sondern ob die Band auf ihrem 16. Album mit dem Titel „Chasing Euphoria“ noch für Euphorie sorgen und überzeugen kann.

Der Opener spricht dafür das bei HAREM SCAREM alles beim alten ist, alle Trademarks sind noch vorhanden und zeigen das sich immer noch viele Bands an HAREM SCAREM messen müssen. In ihrem ureigenen Stil zelebrieren die Kanadier ihre Art des Melodic Hard Rock der ihre Fans seit dem ersten Album begleitet. Harrys Stimme hat nichts von ihrer Faszination verloren, ganz im Gegenteil die kann immer noch Höhepunkte setzen genau wie die mehrstimmigen Chöre für die HAREM SCAREM bekannt sind sind auch da. Die Gitarren von Pete setzen ihre eignen Maßstäbe. Der Riffakrobat zeigt eindrucksvoll das er es auch noch voll drauf hat die Elektro-Axt zu schwingen. Der Bass kommt nicht ganz so deutlich durch, die Drums machen einen auf Steroide. Einzig die Produktion hinkt ein wenig hinterher, allerdings weiß ich nicht ob es an den MP3 Promos liegt oder bei der Ausführung ein Schnitzer passiert ist.

Wie ich 2020 schon schrieb sind HAREM SCAREM unvergleichlich und machen ihre eigne Art von Melodic Rock der es einfach kann und überzeugt. Egal welchen Song man aus der langen Karriere nimmt, es ist zu 90% ein Treffer der gefallen findet „Chasing Euphoria“ bildet da keine Ausnahme, es ist alles auf dem Album für das HAREM SCAREM stehen, starke Stimme, messerscharfe Gitarren und eine kraftvolle Instrumentierung. Und so rocken sich die Vier auf gewohnt hohem Niveau durch die zehn Songs. Allerdings ziehe ich einen halben Punkt ab, da mir die Laufzeit mit 37 Minuten einfach zu wenig ist.

„Chasing Euphoria“ ein typischer Einstieg in ein HAREM SCAREM Album, „Better The Devil You Know“ die nächste Perle aus der Feder der Band. „Slow Burn“ der nächste Harem Scarem Songs der nur so von dieser Band stammen kann, „Gotta Keep Your Head Up“ bei diesem coolen Rocker gibt es Darrens Vocals, ein Highlight „World On Fire“ Harry hat das Mikrofon wieder in fester Hand und gibt diesem gefühlvollen Song die richtige Stimme, „In A Bad Way“ sie können es noch Highlights abliefern und das nicht nur einmal. „Reliving History“ ein Sachmachtfetzen ohne dabei eine Ballade zu sein, „A Falling Knife“ kommt mit versteckten Rock N Roll Vibes. „Understand It All“ hier wird in den Strophen Drama groß geschrieben und im Refrain geliefert, „Wasted Years“ zum Abschluss noch ein eindrucksvoller HAREM SCAREM ab geh Rocker.

Balle