GLORY – 2 Forgive Is 2 Forget (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. 2 Forgive Is 2 Forget
02. Miracles
03. What Can We Do
04. Tonight
05. Doctor Of The Blues
06. Love Never Lasts
07. Stand Up And Shout
08. Can’t Hide Your Tears
09. Taking It Day By Day
10. Tease N Please
11. Bourreè

Spielzeit: 42:17 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: Victor Musical Industries Japan – VÖ: 1991 – Page:

Im Jahr 1989 veröffentlichte eine schwedische Band mit dem Namen GLORY ihr AOR / Melodic Rock Debütalbum „Danger In This Game“. Mit diesem Debütalbum konnte die Truppe ordentlich Staub aufwirbeln, leider ist dieses Album mittlerweile schwer gesucht und rar, mit Glück treibt man eine gebrauchte CD zu einem erträglichen Preis auf. Diese Band kam zwei Jahre später mit einem Nachfolger „2 Forgive Is 2 Forget“ aus dem Studio, der Unterschied zum Debüt bestand darin das die Jungs mit einem Mann weniger nur noch mit vier Mitgliedern ohne festen Keyboarder kamen und einer Ausrichtung des Sounds der sich im Melodic / Hard Rock bewegte. Auch dieses Album ist rar geworden und schwer aufzutreiben.

Zur damaligen Besetzung gehörten Peter Eriksson am Mikro, Jan Granwick an den Gitarren, Andy Loos am Bass und Matt Driver an den Drums. Als Keyboarder werden im Booklet Mats Lindfors, Pelle Blom und Shouter Peter Eriksson angegeben. Peters Stimme befindet sich in den mittleren Tonlagen und kann bei Bedarf auch rau und böse klingen. Stimmlich liegt er einem Jon Bon Jovi sehr nahe, dem er auch problemlos das Wasser reichen kann. Die Gitarren kommen sehr knackig, mit viel Biss aus den Lautsprechern, und lassen dabei nichts aber auch rein gar nichts vermissen. Mich erinnern die trockenen Riffeinlagen an Trond Holter vom Debütalbum der Norweger DREAM POLICE. Die Keys sind dezent und stehen als Unterstützung hinter den Gitarren. Der Bass steht gut und wohldosiert im Raum. Die Drums sind sehr Auffällig und zeigen einen Drummer der mit sehr viel Energie die Bespannung bearbeitet.

Gegenüber dem Debütalbum gehen GLORY den zweiten Output knackiger und kerniger, wenn nicht sogar eine Spur aggressiver an und haben sich vom AOR des Debüts verabschiedet. Die neu Auslegung wirkte sich nicht auf die Qualität der Songs und deren Ausführung aus. GLORY agierten immer noch auf einem traumhaft hohem Level und spielten mit Leichtigkeit ein Album für die einsame Insel ein. Auf diesem Album befindet sich auch der erste Song den ich von GLORY gehört habe, „Tonight“ ein Song für die Ewigkeit und jede Lebenslage der alles besitzt, Melodie, traumhafte Instrumentierung und eine Stimme die alles bügelen kann was Rang und Namen hat. Auf „2 Forgive Is 2 Forget“ wird Melodic / Hard Rock von einem anderen Stern geboten, vergleichen kann man mit Bands wie DREAM POLICE, EUROPE, EVENRUDE, und sehr viel 220 VOLT zu „Eye To Eye“ Zeiten, STAGE DOLLS, BAI BANG mit „Ridin’ Hight“ und BOYCOTT. GLORY setzten auf ihren ersten beiden Alben die Messlatte verdammt hoch, die nicht oft gerissen wurde, außer von den genannten Vergleichen die auf dem selben Niveau agierten und ähnlich starkes Material veröffentlicht haben. Mit GLORY ging 1989 ein heller Stern auf, der mit dem Nachfolger noch heller strahlen konnte obwohl sich beide Alben auf Augenhöhe befinden.

Es folgten von 1993 bis 2000 noch drei Alben, die mir unbekannt sind und ich auch keine Aussage tätigen kann ob sich der Sound weiter entwickelt hat oder zum Debüt zurück ging. Die ersten beiden GLORY Alben gehören zum Pflichtprogramm jedes Hard Rockers und in jede anständige Sammlung. Hier gibt es leider nur geile Mucke mit Melodie und einer perfekten Umsetzung um die Songs für die Ewigkeit auf Tonträger zu konservieren.

„2 Forgive Is 2 Forget“ ein kräftiger Hard Rocker stimmt auf das Album ein, „Miracles“ bissig und melodiös geht es weiter. „What Can We Do“ ein cooler Hard Rocker mit allem was es braucht, „Tonight“ ein Superhit den nur Skandibands zustande bringen, besser kann man Melodic Rock nicht präsentieren. „Doctor Of The Blues“ knackiger Hard Rock mit Drive, „Love Never Lasts“ noch so ein Highlight im Stil von „Tonight“ nur flotter. „Stand Up And Shout“ ein Hard Rocker mit starkem Refrain, „Can’t Hide Your Tears“ sie können sogar Blues mit ihrem Sound kombinieren. „Taking It Day By Day“ es wird flott und unbeschwert drauf los gerockt, „Tease N Please“ hier riskieren die Jungs mehr als nur ein Auge in Richtung Nordamerika, „Bourreè“ ein mit Akustikgitarre gespieltes kurzes Outro.

Balle

RITCHIE NEWTON – Higher Power

Trackliste:

01. Higher Power
02. Come Give Me Your Love
03. Crying In The Summer Rain
04. I Lost My Faith In You
05. Glory Harleylujah
06. Saxana
07. King Of The Night
08. When Children Cry
09. Goodbye My Little Boy
10. Winds Of Destiny
11. Woman In Doubt

Spielzeit: 51:11 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: NRT-Records – VÖ: 01.05.2026 – Page: www.facebook.com/ritchie.newton.2024

 

Der gebürtige Straubinger RITCHIE NEWTON veröffentlicht mit „Higher Power“ ein Rockalbum über Hoffnung, Verlust und innere Stärke. Das bedeutet das es sich um ein sehr persönliches Album handelt, da RITCHIE schon einige Schicksalsschläge verkraften musste scheint es einer Wiederbelebung zu ähneln. Genau das bringen die Texte zum Ausdruck, also RITCHIE lass mal hören, was du im Jahr 2026 für ein musikalisches Statement setzten kannst.

Nicht nur RITCHIE ist ein bekannter Name, er konnte auch einige namhafte Gastmusiker für Songwriting und an den Instrumenten auf dem Album vereinen. Zum Line-Up zählen neben RITCHIE am Mikro noch Ivan May an Gitarre, Layphan Reyphare an Keyboards, Dodi an Bass und Dandy am Schlagzeug. Als Gastmusiker sind Hans Ziller, Frank Pané, Armin Sabol und Markus Pfeffer an den Gitarren; Dave Slaat an Keyboards; Boris Matakovic an Saxofon und Jimmy Katone an den Drums zu hören. Für das Songwriting waren neben RITCHIE noch Ivan May, Dave Slaat, Armin Sabol, Hans Ziller, Frank Pané, Markus Pfeffer, Jimmy Katone, Boris Matakovic, Marco Mendoza und Tobias Dorner am Notenblatt tätig.

RITCHIE der auch dafür bekannt ist stimmlich einen sehr guten ELVIS zu können zeigt auf „Higher Power“ das mehr als ein ELVIS-Imitator in ihm steckt. Er bestitzt eine sehr coole Rockröhre, die mit viel Rauch ausgestattet ist und somit bestens geeignet für Melodic Hard Rock oder Hard Rock. Er kann nicht nur rau und kräftig, sondern beherrscht auch die gefühlvolle und zurückhaltende Seite. Die Gitarren fahren volle Griffbrett Arbeit auf ohne es zu übertreiben oder sich in Selbstbeweihräucherung zu verlieren. Die Gitarristen, egal ob Band oder Gast spielen ihre Instrumente songdienlich ohne ausufernde Sperenzchen. Die Keys bilden mit den Saitenhexern eine Einheit um RITCHIEs Stimme die beste Unterstützung zu bieten, kommen auch schon mal im Old-School Orgel Stil. Der Bass kann sich gut durchsetzen und die Drums treiben von Hinten alles nach vorne. Das Saxofon bildet einen sehr guten Kontrastpunkt und bietet Abwechslung.

Man merkt an der Mucke, die sich von den Wurzeln sehr stark in den 80ern befindet, dass er mit den selben Bands wie ich Groß und Reif geworden ist. Vergleichen kann man den Stil von „Higher Power“ mit den alten DOMAIN, softere TRANCE, BONFIRE, TRANS AM, härter DOMINOE und ein wenig SCORPIONS. Eigentlich eine sehr delikate und interessante Mischung, wobei ein gewisses Maß des Charmes RITCHIEs Stimme ausmacht. So hat der auf den Philippinen lebende Niederbayer ein sehr gutes und cooles Werk an den Start gebracht. Die Melodien sind bei jedem Song sehr gut geraten und wurden mal mit mehr oder weniger Gefühl stark umgesetzt.

RITCHIE NEWTON stellt mit „Higher Power“ sein versiertes Können als Songschreiber und Musiker unter Beweis und legt mit seiner Crew ein Album vor das verdammt geile und persönliche Songs enthält.

„Higher Power“ legt gleich am Anfang die Messlatte sehr hoch an, „Come Give Me Your Love“ ein melodisches Schmankerl zum dahinschmelzen. „Crying In The Summer Rain“ ein catchy Melodic Rocker der mit Classic Rock Note kommt, „I Lost My Faith In You“ eine kräftige und sehr angenehme Powerballade. „Glory Harleylujah“ der Kirchendauerbrenner wird hier mit Steroiden friesiert, „Saxana“ ein gefühlvolles Stück Musik, dass mit einer traumhaften Melodie glänzt. „King Of The Night“ das Dingens hätte in den 80ern das Zeug zum Top Ten Hit gehabt, „When Children Cry“ bewegt sich mit Gefühl und Melodie irgendwo zwischen Ballade und Rocker. „Goodbye My Little Boy“ ein sehr trauriger Song der von Verlust handelt, „Winds Of Destiny“ bei dem Hit wird mit einem Auge über den Atlantik geschielt, „Woman In Doubt“ und es wird auch mal der Blues mit eingebracht.

Balle

DEGREED – Curtain Calls

Trackliste:

01. One Helluva Ride
02. Holding On To Yesterday
03. Believe
04. Guiding Light
05. My Blood
06. Curtain Calls
07. The Rambler
08. Matter Of The Heart
09. Broken Dreams
10. Promise Me

 

Spielzeit: 38:54 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 24.04.2026 – Page: www.facebook.com/degreedmusic

 

Das schwedische Erfolgsquartett DEGREED melden sich mit ihrem achten Album zurück. DEGREED besteht noch aus der Besetzung die energiegeladenen eingängigen Melodic Hard Rock auf höchstem Niveau zelebriert.

Zur Besetzung zählen Robin Eriksson Gesang und Bass, Daniel Johansson an Gitarren, Mikael Blanc an Keyboards und Mats Eriksson an den Drums. Robin shoutet sich wie auf den Vorgängeralben souverän durch die 10 Songs. Die Gitarren sorgen für die nötige Härte ohne es zu übertreiben. Die Tasten werden sehr variabel eingesetzt, entweder als 80s Keyboard oder als 70er Hammond und Classic Orgel, was als Kontraste sehr gut ankommt. Der Bass macht genau das für was er geschaffen wurde, er wummert in den tiefen Lagen vor sich hin. Die Drums spielen mit Intensität den Antreiber. Die Produktion ist wie bei DEGREED nicht anders zu erwarten war kraftvoll und mit viel Druck ausgeführt.

DEGREED gingen die ersten Jahre ihrer Karriere irgendwie an mir vorbei, obwohl ich das gleichnamige Album von 2017 im Schrank stehen hatte. Ich dachte mir anfangs klingt alles ganz nett, aber Überflieger hätte ich damals nicht ausgesagt. Erst als ich die Jungs 2019 Live gesehen habe machte es Klick und ich wusste, dass DEGREED mehr können als nur nett klingen. Also wurde nochmals genauer hingehört und der Eindruck den ich Live von der Band hatte bestätigte sich auch auf Konserve. Die letzten beiden Alben und EP wurden von mir durchgekaut, also war es fast schon meine Pflicht „Curtain Calls“ auch zu übernehmen. DEGREED setzen auf dem neuen Album genau da an wo sie mit dem letzten Album „Public Address“ 2013 und der EP „The Leftovers Volume 1“ vom letzten Jahr aufgehört haben. Es gibt auch auf dem achten Album wieder Melodic Hard Rock Made in Scandinavia, mal mit einer kleinen modernen Ausrichtung oder ganz klassisch gehalten. Die 10 Songs kommen wie aus einem Guss aus den Boxen gerauscht um gute Laune zu verbreiten. Vergleiche kann ich nur wieder die von den vorangegangenen Rezis auflisten, DREAM POLICE wenn die Gitarre trockener als trocken ausgeführt ist, ECLIPSE, NORDIC UNION, TREAT, H.E.A.T., CAPTAIN BLACKBEARD, wenn es modernen wird HINDER und NICKELBACK. Alles keine schlechten Bands und auch Vertreter des gepflegten Melodic Rock. Die Songs besitzen ausnahmslos traumhafte Melodien und starke Refrains, wie man es von einer skandi Band erwartet – so wird auch geliefert.

Einziger Kritikpunkt ist die Laufzeit die deutlich unter 40 Minuten bleibt, ein bis zwei Songs mehr und 45 Minuten oder mehr Laufzeit sollten im Normalfall kein Problem darstellen.

„One Helluva Ride“ ein energiegeladener Rocker mit Orgelsound, „Holding On To Yesterday“ der erste melodische Happen den die Band vorsetzt. „Believe“ ein Highlight mit viel Melodie und Gefühl, „Guiding Light“ ein Rocker der was kann, mit schrägem Solo. „My Blood“ bewegt sich zwischen Powerballade und Rocker, „Curtain Calls“ es wird wieder kräftig drauf los gerockt. „The Rambler“ mir kommen Passagen sehr bekannt vor – in einer ähnlichen Art schon mal bei einem anderen Song gehört, trotzdem ist der Song ein Burner, „Matter Of The Heart“ die Boys haben hier eine Zeitreise in die 80er gemacht und deren Geist aufgesogen. „Broken Dreams“ Drama und Gefühl sorgen bei dem Rocker für die richtige Stimmung, „Promise Me“ zum Schluss gibt es noch eine traurige Ballade.

Balle

CHEZ KANE – Reckless

Trackliste:

01. Reckless
02. Personal Rock N‘ Roll
03. Night Of Passion
04. Strip Me Down
05. Tongue Of Love
06. Love Tornado
07. Bad Girl
08. Street Survivor
09. Too Dangerous
10. Bodyrock

 

Spielzeit: 41:22 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/ChezKaneVocalist

 

Die junge britische Rockerin CHEZ KANE geht in die dritte Runde, wieder dabei an ihrer Seite ist Danny Rexon. Wie ich auch schon beim Vorgänger fragte: Hat sich was am Sound geändert? Und wieder gibt es ein klares und lautes NÖÖ, es hat sich nichts geändert. Das Duo schafft es wieder den Spirit ab Mitte der 80er bis in die frühen 90er zurück zu bringen. Die bekannten Trademarks der Vorgänger sind nach wie vor noch auf „Reckless“ vorhanden, die aus der Stimme und perfekt in Szene gesetzten 80er Jahre Spirit bestehen. Diese Stimme hört sich immer noch nach Ann Wilson, softere Lee Aaron, Jaime Kyle, Janet Gardner und Lita Ford an. Der Spirit setzt sich aus eingängigen Arena Rock zusammen, wie er damals zu Hauf von bekannten und unbekannten Musikern für die perfekte musikalische Untermalung in den Discos und auch damals noch teilweise im Radio sorgte.

Die Mucke besitzt die Gene von HEART, LITA FORD, LEE AARON, VIXEN oder den später agierenden WITNESS und DEVAY, die mit starken weiblichen Stimmen bei den ersten vier genannten für Megaseller verantwortlich waren. Genau wo diese Musikerinnen aufgehört haben, setzten CHEZ KANE und Danny Rexon an und schaffen es, genau dieses Gefühl von damals in die Gegenwart zu adaptieren, um so ein Album auf die Beine zu stellen, dass der eine lieben wird und vom anderen auf der anderen Seite gehasst wird. Einige Passagen kommen bekannt vor, als ob man die schon mal so oder in einer ähnlichen Art gehört hat, dieser Umstand stört nur am Rand, nur wenn man sich daran aufhängt und unbedingt das Haar in der Suppe sucht und es finden möchte.

Neben der Stimme gibt es knackige Gitarren, sowie Saxophon Einlagen, die sich sehr gut in den Titeln machen. Der teilweise Einsatz von Synthesizern die an 80er Italo Pop erinnern wirken auch nicht wirklich deplatziert, da deren Einsatz zu den 80ern und Mucke die an diese Zeit erinnert passend ist, wie damals neonfarbene Stretch Minis oder Hosenträger. Vergleichen kann man die Mucke immer noch mit H.E.A.T., ECLIPSE, BROTHER FIRETRIBE oder Kombos mit weiblichen Leadvocals aus dem ausgehenden letzten Jahrhundert.

Einmal mehr hauen CHEZ und Danny einen Hammer raus, fast schon zu perfekt, aber dennoch stark und hörenswert. CHEZ wird als Covergirl von Mal zu Mal aufreizender und freizügiger. Wer die beiden Vorgänger mochte, wird auch Album #3 mögen.

„Reckless“ fängt doch genau so an, wie der Vorgänger aufgehört hat, ein 80er angehauchter Rocker mit Saxophon Solo, „Personal Rock N‘ Roll“ ein flotter Rocker der sofort zündet. „Night Of Passion“ so ein für das Duo typischer Rocker der einfach passgenau sitzt, „Strip Me Down“ das Tempo bleibt hoch. „Tongue Of Love“ das Tempo geht runter und die Tasten orgeln sich einen während der Bass in den Strophen die erste Geige spielt – Top gemacht, „Love Tornado“ ein Rocker der durch die Wand geht. „Bad Girl“ der Titel passt zum Frontcover, „Street Survivor“ ein Highlight das diese Bezeichnung verdient. „Too Dangerous“ zum Schluss hin wird nochmal aus allen Rohren gefeuert, „Bodyrock“ noch ein Highlight als Schlusslicht.

Balle

NEVERLAND TRAIN – Alive In Hell

Trackliste:

01. End Of The Night
02. Not Alone
03. Still Alive
04. So Far Away
05. Somewhere In This Universe
06. Learn To Live
07. Pride
08. Ignorance
09. Better
10. In Heaven Now
11. Tonight Is What It Means To Be Young

Spielzeit: 67:22 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/NeverlandTrain

 

NEVERLAND TRAIN ist eine Homage an Jim Steinman, der die Musik mit Theatralik und Drama auf ein neues Level gehoben hat und Musiker wie MEAT LOAF, BONNIE TYLER und noch einige mehr mit Hits aus seiner Feder versorgte die teilweise um die Welt gingen und Erfolge verbuchen konnten. NEVERLAND TRAIN wurde vom Bochumer Jens Faber aus diesem Grund ins Leben gerufen um Steinman zu Ehren. Das Projekt oder vielleicht auch heranwachsende Band besteht aus Marco Pastorino an den Vocals, Jens Faber an Backing Vocals, Gitarren, Bass, Keyboards und Piano sowie Patrick Klose an den Drums. Als Gastsängerinnen für den letzten Song sind Jeantette Scherff und Aeva Maurelle zu hören.

Jens ist / war bei DAWN OF DESTINY und LEGIONS OF THE NIGHT, Maco bei TEMPERANCE und FALLEN SANCTUARY, Patrick kennt man von IRON SAVIOR, alles Kombos die sich der härteren Gangart verschrieben haben – da kann man mehr als gespannt sein wo die Reise hingeht und wie diese aussieht. Die Info erwähnt für Fans von MEAT LOAF, BONNIE TYLER und die unvergessene Soundtrackcrew aus den 1980ern FIRE INC.. Was als erstes auffällt ist die Laufzeit von über 67 Minuten bei elf Songs, einer bewegt sich bei vier Minuten, der Rest geht von fünf bis über sieben Minuten. Das bedeutet das es in MEAT LOAF Regionen geht.

Marco besitzt eine sehr angenehme Stimme die sich in Tonlagen bewegt die mehr als nur annehmbar sind. Die Gitarren kommen zwar mächtig böse aus den Boxen, drängen sich dabei aber auf keinen Fall in den Vordergrund, sondern bilden mit den Tasteninstrumenten die als Keyboard, Orgel oder Piano ausgeführt wurden ein spitzbübisches Duo. Weder Gitarren noch die Tasten sind zu dominant, beide gehen eine gleichberechtigte Partnerschaft ein die ein festes und bombastisches Fundament für die Stimme darstellen. Der Bass spielt ein wenig den Nebendarsteller, dafür hauen die Drums besser rein. Das Klangbild präsentiert sich harmonisch und sehr verspielt.

Zu hören gibt es neben dem von Jim Steinman geschriebenen und vom Streets Of Fire stammenden „Tonight Is What It Means To Be Young“ – lief damals auf Dauerrotation in den Discos, verdammt starken Melodic Rock der von der Ausführung an MEAT LOAF und auch BONNIE TYLERs Welthits erinnert. Man kann sogar noch eine kleine Portion MAGNUM und AVANTASIA mit dazu nehmen. Nur eben mit einer sehr kleinen aber feinen Metal Note, ohne in den Metal abzudriften, was man an den Gitarren hören kann. Viele Parallelen zu Jim Steinman sind natürlich auch zu jeder Zeit hörbar. Jetzt könnte man behaupten das dies nicht sonderlich Ideenreich ist, sicher könnte man das ohne Probleme so sehen. Man kann aber auch ein sehr großes Veto einwerfen, da es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von MEAT LOAF und Jim Steinman keine neue Musik mehr geben wird ist NEVERLAND TRAIN da um diese Lücke füllen zu können. Denn egal wie man zu MEAT LOAF und Jim Steinman steht, man muss neidlos anerkennen das es sich um sehr gute Mucke handelt die Steinman geschrieben und von MEAT LOAF umgesetzt wurde. Genau diesen Geist, Energie, epische Theatralik und Drama bieten NEVERLAND TRAIN auf einem sehr hohem Niveau ohne dabei als Klone oder Abklatsch zu wirken. Hier machen drei Musiker Melodic Rock der Extraklasse, die jeden Test von Zeit und Qualität bestehen wird.

Jungs bitte mehr davon, ihr seid mit NEVERLAND TRAIN eine wahre Bereicherung im Melodic Rock. Wer auf Melodic Rock mit Dramarama steht sollte bei NEVERLAND TRAIN mehr als nur ein Ohr riskieren und sich das Album mit einem guten Glas Wein vornehmen.

„End Of The Night“ eine epische Rock Hymne wie sie auch im Lehrbuch stehen könnte, „Not Alone“ glänzt mit Tempowechseln und fast schon Metal-artigem Riffing. „Still Alive“ ein flotter Rocker der voll auf die 12 geht, „So Far Away“ eine Ballade die irgendwo zwischen den oben erwähnten Künstlern, MAGNUM und AVANTASIA wandelt. „Somewhere In This Universe“ hier gibt es alles für das Steinman geliebt oder gehasst wird / wurde, Drama ohne Ende, epische Abschnitte, Chöre die einfach nur reinhauen und Tempowechsel – sogar stellenweise sehr rauen Gesang, „Learn To Live“ fängt eher unspektakulär an – auch in den Strophen, bis der Refrain kommt der on Top ist und die spanisch angehauchte Gitarre nach dem Refrain. „Pride“ hier Rockt und Rollt es im Gebälk, „Ignorance“ hier gibt es wieder alles von Drama, Tempowechsel bis Epic, wie ein Thriller der die Spannung auf die Spitze treibt und sich dann mit aller Energie entlädt. „Better“ ein Rocker der sehr hohes Potential besitzt, „In Heaven Now“ eine Ballade die die Taschentuchfraktion bestens bedient, „Tonight Is What It Means To Be Young“ eine sehr gelungene Version des Songs vom Streets Of Fire Soundtrack.

Balle

WHITE SKIES – Shouting At The Hurricane

Trackliste:

01. If This Is It (Get Ready)
02. 88 Crash
03. Money To Burn
04. I Can’t Make This Alone
05. The Girl’s In Love
06. Shouting At The Hurricane
07. Those Days
08. One Life
09. Righteous Zone
10. Control
11. So Sweet
12. I Kissed The Rain

Spielzeit: 53:10 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Metalapolis Records – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/whiteskiesband

 

Britischer Melodic Hard Rock die zweite Scheibe für heute Nacht, WHITE SKIES kommen mit ihrem zweiten Album über dem Ärmelkanal gerauscht. Nachdem ich schon das Debütalbum verbal behandelte, ist es fast schon Pflicht für mich den Nachfolger auch durch den Kakao zu ziehen oder loben. An der Besetzungsfront gab es keine Änderungen und besteht noch aus Mick White am Mikro, Ray Callcut an Gitarren, Pete Lakin an den Tasten, Rob Naylor an Bass und dem Stickschwinger Daz Lamberton. Als Gastmusiker fungierte Jake T. White an den Backing Vocals bei „88 Crash“ und „Money To Burn“.

Wie auch beim Cover-Artwork von DARK HEART dominieren hier dunkle Farbtöne, dies wird der Musik nicht gerecht und die Band könnte unter Umständen in ein anderes Genre eingeordnet werden. Mark besitzt eine raue Stimme die sehr gut zum Sound von WHITE SKIES passt. Man kann sie bedingt mit John Francis von AFTER HOURS oder Larry Baud von RED DAWN vergleichen. Die Gitarren sind so trocken wie ein Wüstenwind ausgeführt und klingen nach Rock N Roll, die Härte geht voll in Ordnung. Die Keys sind Fanfarenhaft, als Orgel oder im Pianostil ausgeführt, was sehr viel Abwechslung bringt. Der Bass steht knapp in der zweiten Reihe, dafür geben die Drums ordentlich Gas.

WHITE SKIES machen mit dem Zweitling ernst und geben Gas was das Pedal hergibt. Nicht von der Geschwindigkeit, sondern von den Songs und deren Ausführung die als sehr gut bezeichnet werden kann. Einige der Titel wären in den 80ern in den Discos auf Dauerrotation gelaufen. Die Band mischt in ihren britisch charmanten Sound eine gut angehauchte Portion US- und Kanada Stadion Rock. Stört dies in irgendeiner Weise? Nicht wirklich, so kommt ein Stil zustande der weder nach Nordamerika noch Großbritannien klingt, sondern sich auf halbem Weg im Atlantik trifft. Vergleichen kann man am besten mit AFTER HOURS hier, RED DAWN dort, auf der anderen Seite bei BLUE TEARS da und BLOOD RED SAINTS oder CHANGE OF HEART da drüben, wobei auch mal Ähnlichkeiten zu ANDY TAYLOR und POWERSTATION auftauchen. So schaffte es WHITE SKIES einen Stil zu entwickeln der sich sehr attraktiv und eingängig anhört.

„If This Is It (Get Ready)“ ein kräftiger Rocker am Anfang, „88 Crash“ ein eingängiger Rocker der beim ersten Hördurchgang sitzt – würde sich gut in einer Disco machen. „Money To Burn“ das tanzbare und melodische Highlight erinnert an ANDY TAYLOR oder POWERSTATION in Härter, „I Can’t Make This Alone“ eine sehr gute Powerballade. „The Girl’s In Love“ eine flotte Abgehnummer, „Shouting At The Hurricane“ ein Hit der mit Pianoklängen kommt. „Those Days“ ein cooler Rocker der mehr als nur Potential besitzt, „One Life“ eine weitere starke Powerballade die von Akustikgitarre, Piano und Micks rauer Stimme getragen wird. „Righteous Zone“ hier wird flott drauf los gerockt und -rollt – mit geilem Refrain, „Control“ bewegt sich zwischen Ballade und gefühlvollem Softrocker – mit sehr gutem episch anmutenden Refrain. „So Sweet“ dieser Rocker hört sich an wie DEF LEPPARD auf US-Steroiden, „I Kissed The Rain“ hier wird das gefühlvolle auf die Spitze getrieben.

Balle

DARK HEART – Evolution

Trackliste:

01. Light The Flame
02. Cold Winter
03. End Of Tomorrow
04. Hands Of Fate
05. Spread Your Wings
06. Ride The Highway
07. You And I
08. Life To Crucify
09. Eyes Of Light
10. Mortality
11. Burned

Spielzeit: 58:02 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/DARKHEART.ROCK

 

Die ehemalige NWOBHM Kombo DARK HEART kehrt nach zwei Jahren Pause mit einem neuen Album zurück. Die Abkehr vom NWOBHM soll einfach nur bedeuten das DARK HEART den Sound auf den neuesten Stand brachte und die Reife des Songwritings widerspiegelt. Zu DARK HEART gehören immer noch, wie beim Vorgänger, dass einzig verbliebene Gründungsmitglied Alan Clark am Mikrofon und Keys, Nick Catterick an Gitarren und Keys, Josh Williams an Bass und Pete Newdeck an den Drums. Wie auch schon beim Vorgängeralbum dominieren beim Cover-Artwork die dunklen Farbtöne, aber Leute lasst Euch nicht von dem Cover täuschen, hier gibt es keine Depri-Mucke, sondern reinen Melodischen Hard Rock.

Alan Clark besitzt immer noch diese Stimme, die mit ihren Harmonien sofort im Ohr hängen bleibt und sehr markant ist. Der Stempel den Alan mit seiner Stimme hinterlässt ist an Positivität nicht zu überbieten. Alan wird bei Bedarf von einem mehrstimmigen Chor der gesamten Band unterstütz. Die Gitarren sind mit viel Drive und Kraft ausgeführt, allerdings nicht mehr ganz so hart wie auf dem 2024er Album. Die Keys kommen sehr cool, fast schon Old-School rüber und bilden mit den Gitarren eine gleichberechtigte Partnerschaft um das perfekte Fundament für Alans Stimme zu bilden. Der Bass bewegt einen Schritt hinter den Gitarren und Keys, steht dabei gut im Raum. Die Drums von Pete sind wie man es von ihm gewohnt ist mit viel Energie ausgeführt worden. Pete führte auch die Produktion aus, gemastert wurde das Album von Harry Hess. Der Sound muss sich nicht vor irgendjemandem verstecken, die besitzt Druck.

Die Briten zeigen auf dem dritten Band Album was in ihnen steckt, dass wäre eine verdammt geile Stimme, coole Gitarren und Keys, eine energische Rhythmus Fraktion und sehr gute Songs im Gepäck. DARK HEART sind von der Heavy Schiene komplett auf das melodisch Hard Rockende Gleis gewechselt, was ihnen sehr gutsteht. Obwohl der Sound sehr tief in den 1980er Jahren verwurzelt ist, ist er weder antiquiert oder von einer Staubschicht umgeben. Der Vorgänger war schon stark, mit diesem Album können die Jungs nochmal einen halben Punkt mehr verbuchen. Vergleichen kann man mit CHANGE OF HEART, MIDNITE CITY, VEGA und kräftigeren NEWMAN sowie HEARTLAND. Die auch von der großen Insel in der Nordsee stammen und auch diesen positiven britischen Einschlag in ihrer Musik haben.

DARK HEART bieten das perfekte Gesamtpaket aus Stimme, Hooks, Melodie, Härte und Instrumentierung. Wenn so die Zukunft des britischen Melodic Hard Rock aussieht, so kann es weitergehen und sehr gerne mehr davon. So sollte und muss das klingen, so und nicht anders.

„Light The Flame“ ein Melodic Happen zum Einstieg, „Cold Winter“ ein sehr kräftiger Rocker der Durchsetzungsvermögen beweist. „End Of Tomorrow“ kommt mit viel Drama und leichten Prog Elementen aus dem Sack, „Hands Of Fate“ wow, was für eine Melodie – ein Highlight. „Spread Your Wings“ wildert fast schon im coolen AOR, „Ride The Highway“ besitzt keltischen Charme und erinnert ein wenig an MOORE und LYNOTTs „Out In The Fields“. „You And I“ und noch ein eingängiger Rocker zum Genießen, „Life To Crucify“ traumhafte Keyboardteppiche mit starker Riffarbeit und dem Gesang von Alan = einen Volltreffer. „Eyes Of Light“ das nächste Highlight – mit superben Refrain, „Mortality“ ein Melodisches Schmankerl mit viel Drama, „Burned“ zum Abschluss gibt es noch einen Hit, der schon auf dem dritten CHANGE OF HEART Album zum Einsatz kam.

Balle

TEMPLE BALLS – Temple Balls

Trackliste:

01. Flashback Dynamite
02. Lethal Force
03. Tokyo Love
04. There Will Be Blood
05. We Are The Night
06. Hellbound
07. Soul Survivor
08. The Path Within
09. Stronger Than Fire
10. Chasing The Madness
11. Living In A Nightmare

Spielzeit: 38:00 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/templeballsrocks

 

Die finnischen Hard Rock von TEMPLE BALLS kehren nach zweieinhalb Jahren mit ihrem fünften Album zurück. Mit ihrem vierten Album 2023 konnten die Rocker bei mir Punkten, mal sehen ob sich was geändert hat. An der Besetzung hat sich seit dem letzten Output nichts geändert und besteht immer noch aus Arde Teronen am Mikrofon, Jiri Paavonaho und Niko Vuorela an den Gitarren, Jimi Välikangas an Bass und Antii Hissa an den Drums. Ardes Stimme besitzt immer noch den kleinen aber vorlauten Unterton der seinen eigenen Charme verbreitet, Die Gitarren sind auch noch an allen Fronten auf Krawall gebürstet und geizen nicht mit Riffeinlagen. Den Bass kann man gut durchhören und die Drums sind alles anderes als dezent oder leise. Die Produktion hat es in sich und klingt verdammt kräftig.

Der Stil bewegt sich wie von TEMPLE BALLS gewohnt im Melodic Hard Rock, der mit sehr viel Schmackes vorgetragen wird und man meint manchmal ob die Jungs nicht auf Steroiden sind so wie die abgehen. Wie von skandinavischen Musikern immer wieder unter Beweis gestellt wird, ist die Mucke von Bands aus dem hohen Norden in den meisten Fällen exorbitant Gut. So auch im Fall von TEMPLE BALLS die da keine Ausnahme bilden und frisch, froh und heiter drauf los Rocken bis die Schwarte blasen schmeißt. Vergleichen kann man wie ich schon in der letzten Rezi der Band schrieb mit TREAT, CRAZY LIXX, H.E.A.T., ECLIPSE, NESTOR, STEEL RHINO, RETURN, DREAM POLICE (mit Keyboard) und auch ihren Landsmännern von härtere BROTHER FIRETRIBE, den übersehenen BOYCOTT, FREE SPIRIT, ZERO NINE und FIRENOTE. Alles Bands die sich im Melodic Hard Rock pudelwohl fühlen und sich dort erfolgreich ihren Platz erarbeitet haben. TEMPLE BALLS haben jetzt das fünfte Album mit verdammt geiler Mucke am Start und sich auch ihren Platz verdient.

Einziger Kritikpunkt der einen Punkt Abzug kassiert, die Laufzeit ist wieder mal unter der magischen Grenze von 40 Minuten und nicht mehr zeitgemäß. Warum macht ihr so ein Schweinegeiles Album ein wenig damit kaputt das es nicht mal 40 Minuten geh?

„Flashback Dynamite“ ein kräftiger und energischer Einstieg ins Album, „Lethal Force“ flott mit Melodie wird von der Gitarrenarbeit über den Atlantik geschielt. „Tokyo Love“ ein cooles Melodic Schmankerl für die linke Spur, „There Will Be Blood“ das nächste melodische Highlight wird auf den Hörer losgelassen. „We Are The Night“ das Dingens haut mit seinem angedeuteten Saxophon rein wie Sau, „Hellbound“ wow die Jungs können sogar leicht sleazig mit Speed. „Soul Survivor“ der nächste Hit für die Vita, „The Path Within“ und ein Highlight das den Vorgänger vom Thron verdrängt. „Stronger Than Fire“ nicht schlecht was die Finnen da vorsetzen, „Chasing The Madness“ die Strophen sind kräftig während der Refrain im AOR wildert, „Living In A Nightmare“ zum Abschluss gibt’s nochmals kräftigen Melodic Hard Rock der mehr als was reißen könnte.

Balle

DESERTA – Hard Times Ahead

Trackliste:

01. Don’t Let Me Forget
02. I Came For Love
03. She’s The Owner
04. Life Is A Ride
05. Ahead Of My Time
06. Here To Try
07. Nothing I Can Do
08. The Children’s Screams
09. You Looked Into My Dreams
10. Dance (The Song Of Freedom)

 

Spielzeit: 53:07 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.facebook.com/desertaofficial

 

DESERTA da war doch mal was, 2023 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum mit dem Titel „Don’t Dare Stop“, das sich bei mir im Schrank befindet. Das Debüt war voll mit gut hörbarem Melodic / Hard Rock der an die Helden ab Mitte der 80er erinnert. Die aus Brasilien stammenden Rocker kommen dieser Tage mit ihrem zweiten Output „Hard Times Ahead“ über den Atlantik gerauscht, mal hören wie es sich in den Trommelfellen anfühlt.

An der Besetzung hat sich gegenüber dem Debüt nichts geändert und besteht immer noch aus Ully Dolph am Mikrofon, Thirray Priester an Gitarren, Fab Jablonski an den Tasten, Maikon Koroll an Bass und Drummer Renato Hafermann. Ullys Stimme erinnert mich an einen Mix aus Jon Bon Jovi, Craig Csongrady (BB STEAL) und Craig Morrison (De Mont) von keinem der Drei Zuviel sondern irgendwo in der Mitte drin. Die Stimme weißt auch eine gewisse Rauheit auf, die dem Sound sehr gut tut. Die Gitarren machen das wofür sie erfunden wurden, die hauen die Riffsalven raus, und die kommen teilweise sehr trocken rüber. Vom Klang und Ausführung bewegen sich die Gitarren auf dem nordamerikanischen Kontinent der auslaufenden 80er. Die Tastenabteilung hält sich vornehm zurück, und unterstützt die Gitarren aus der zweiten Reihe. Beim Bass muss man genauer hinhören, der kommt wie die Tasten aus der hinteren Ebene. Das Schlagzeug wirkt auch dezenter und nicht so auf Krawall gebürstet wie bei manch anderen Bands, sorgt aber trotzdem für Aufsehen. Die Produktion geht klar, könnte in den tiefen Frequenzen mehr Bumms vertragen.

Den Stil den DESERTA fahren liegt im Melodic Hard Rock, mal härter mal melodischer, aber immer auf den Punkt kommend. Vergleichen kann man in etwa mit BON JOVI, BB STEAL, DE MONT, aber auch mit DREAM POLICE die einen Keyboard spielenden Knallfrosch verschluckt haben mit einem Hang hin zu Furz trockenen Gitarren. Die Melodien sind immer nachvollziehbar oder auch mal schräg wie bei „I Came For Love“. Dann gibt es noch JOVIsches Gitarrenspiel wie bei deren „Wanted Dead Or Alive“ oder wie es bei den DEAD DAISIES zum Einsatz kommt. Im Großen Ganzen ein sehr gelungenes und hörenswertes Album das die Brasilianer vorlegen.

Das zweite Album ist um ein gutes Stück eingängiger als das Debüt, man kann eine Steigerung feststellen, anscheinend haben DESERTA ihren Sound verfeinert und gefunden.

„Don’t Let Me Forget“ ein mehr als gelungener Einstieg – kommt als cooler Stampfer „I Came For Love“ flott und kräftig geht es der zweite Song an. „She’s The Owner“ befindet sich zwischen Ballade und Rocker mit geiler Akustikgitarre, „Life Is A Ride“ ein fettes Highlight was die Band an den Start bringt. Mit „Ahead Of My Time“ kommen mehr Keyboards ins Spiel und die zeigen Wirkung, „Here To Try“ und noch so ein gefühlvoller Song der was von Ballade und Rocker aufweisen kann. „Nothing I Can Do“ ein geiler mit Drama angereicherter Rocker, hier muss ich an die Australier von GREYSTONE CANYON denken, „The Children’s Screams“ die Jungs drücken mit dem Rocker wieder aufs Gaspedal. „You Looked Into My Dreams“ und noch ein balladesker Rocker, „Dance (The Song Of Freedom)“ zum Abschluss kommt noch Rock N Roll Stimmung ins Spiel.

Balle

MAYHEM MAVERICKS – Mayhem Mavericks

Trackliste:

01. Divide
02. Killing Eyes
03. Midnight Crawler
04. With Me
05. I Can Feel The Heartache
06. Eclipse
07. Join The Fight
08. More To Ask
09. Best Of Me
10. One Day In A Lifetime
11. Road With No End

Spielzeit: 45:58 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Street Symphonies Records – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/mayhemmavericks

 

MAYHEM MAVERICKS what the F*ck, wer soll das denn schon wieder sein, noch nie gehört oder irgendwie auf meinem Radar in Erscheinung getreten. Von jetzt auf gleich in der Redaktionslist aufgetaucht unter dem Genre Hard Rock, also dachte ich mir, mal hören was die so zu bieten haben. Die Band erhob sich aus der Asche von ALCHEMY nach deren letztem Album. Dieses Album fand sowohl bei Fans als auch Fachmedien gute Resonanzen, dass sich Marcello Spera und Andrew Trabelsi entschieden eine neue Band zu gründen, was dann die Geburtsstunde von MAYHEM MAVERICKS markierte.

Zur Band gehören Marcello Spera an Mikrofon, Andrew Trabelsi an Gitarren und Keyboards sowie Andrea Oliverio an den Drums. Als Gastmusiker sind die Bassisten*innen Vanessa Odry, Angelo Sasso, Stefania Sarre, Mauro Balestra und Matteo Castelli zu hören, sowie der Gitarrist Cristiano Stefana bei manchen Solos. Marcello besitzt eine coole Stimme, die sich in einer mittleren Tonlage befindet und auch mal weiter Hoch gezogen wird ohne dabei den Nervfaktor zu aktivieren. Ein wenig Rauch befindet sich auch in dieser Stimme und passt sehr gut zu der Art Hard Rock von MAYHEM MAVERICKS und erinnert an eine leicht rauere Version von Michele Luppi. Gitarren und Keyboards wirken wie zwei gleichberechtigte Zwillingsgeschwister, keiner bügelt den anderen, sondern beide unterstützen Marcellos Stimme und bilden ein mit Schwerlastanker festgedübeltes Fundament. Die Tastenabteilung ist von der Ausführung tief in den 80ern beheimatet und kommt gelegentlich auch mal spacig rüber. Die Gitarren geizen nicht wirklich mit Riffeinlagen und machen dabei keine Gefangenen. Der Bass hat seine liebe Mühe gegen das Zwillingspaar anzukommen und geht leider ein wenig unter. Die Drums sind unspektakulär und dezent aufgenommen worden, dabei aber immer voll im Hörraum da. Die Produktion geht voll in Ordnung.

So Hard Rock aus Italien, ich werde scherzhaft von einigen mir Bekannten die von jenseits des Weißwurstäquators stammen immer als Norditaliener betitelt obwohl das nicht der Wahrheit entspricht, aber wenn sie meinen. Wenn so gute Mucke wie etwa von SANDNESS, WHEELS ON FIRE und jetzt auch von MAYHEM MAVERICKS aus Italien kommt, dann bin ich gerne ein Landsmann von den Musikern. Italien ist das Land der Pasta und Pizzas, als Ursprung von guten Hard Rockern eher nicht so. Aber immer wieder kommt eine Überraschung über die Alben geflogen, die voll mit cooler Mucke ist, so auch im Fall von MAYHEM MAVERICKS. Der Sound der Band liegt zwischen Melodic und Hard Rock mit einer leichten Hard Schlagseite. Am meisten Berührungspunkte haben MAYHEM MAVERICKS mit WHEELS ON FIRE und LOS ANGELES die ja auch sehr gute Alben am Start haben. Mit viel Melodie und gleichberechtigten Gittis und Tasten geht die Band die elf melodischen Songs an und liefert nebenbei mal eben so ein sehr gutes Album Musik ab. Italien mausert sich langsam in unregelmäßigen Abständen zum Garant für verdammt starke und gute Hard Rock Mucker. Hätte MAYHEM MAVERICK was besser machen können, vielleicht höchstens an der ein oder anderen Feintuningschraube für volle Punktzahl, ansonsten ein sehr gutes Album das lange nachhallt.

„Divide“ ein sehr guter und flotter Einstieg ins Album, „Killing Eyes“ ein melodischer Rocker der sofort ins Ohr geht. „Midnight Crawler“ es geht flott weiter, „With Me“ eine starke Ballade mit viel Drama und geiler Melodieführung. „I Can Feel The Heartache“ ein Schmankerl das beim Refrain noch einige Schippen drauf legt, „Eclipse“ hier kommt epische Stimmung auf. „Join The Fight“ ein Song für die Linke Spur auf der Autobahn während der rechte Fuß das Bodenblech durch drückt, „More To Ask“ eine weitere Ballade mit Drama und allem was dazu gehört. „Best Of Me“ das nächste Schmankerl das sich ins Gehör einbrennt, „One Day In A Lifetime“ ein Highlight das es in sich hat mit auffälligem Drumming, „Road With No End“ sie könnens nicht lassen, selbst zum Abschluss kommt noch ein Highlight.

Balle