LOUD & CLEAR – Loud & Clear (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Make It Loud
02. Love Waits
03. Hold On
04. I Wanna Rock With You
05. Rhythm & Booze
06. Ride Into The Moonlight
07. Waiting For The Roar
08. Ghosts Of Summer
09. Baby Wants To Rock
10. Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore
11. Goodbye Eyes
12. Candle In The Window

Spielzeit: 48:05 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 1997 – Page:

Man schrieb das Jahr 1997, sechs Jahre nach dem NIRVANA Erdbeben veröffentlichten vier Melodic Rock Musiker ihr gleichnamiges Debütalbum in Eigenregie. Der Zeitpunkt war für diese Art Musik nicht mehr der Beste, und so ist LOUD & CLEAR nie wirklich über einen Geheimtipp oder Insider hinausgekommen. 2002 kam zwar noch ein zweites Album mit dem Titel „Disc-Connected“ bei MTM heraus, danach wurde das Kapitel LOUD & CLEAR geschlossen. Bis zum Jahr 2010 als die Band ROCK SUGAR mit ihrem ersten Mash-Up Album auftauchte und mit den beiden Masterminds von LOUD & CLEAR Jess Harnell und Chuck Duran wieder im Rampenlicht erschien.

Zur Besetzung von LOUD & CLEAR gehörten damals Jess Harnell am Mikrofon, Chuck Duran an den Gitarren, Mark Allardyce an Bass und Craig Shaw an den Drums. Jess besitzt eine sehr kräftige und aussagefähige Stimme die sich in den mittleren bis in die höheren Töne bewegt, zu dieser Tonlage gesellt sich eine gewisse Portion Rauch die dem Ganzen eine besondere Faszination verleiht. Die Gitarren machen keine Gefangenen, sind mal härter oder softer ausgeführt, je wie es der Song gerade erfordert. Der Bass kann bei genauem Hinhören wahrgenommen werden. Die Drums sind dezent ausgeführt und nicht so auffällig wie bei anderen Bands ausgefallen. Die Produktion kann den Standard der Songs leider nicht ganz mitgehen, da müssen Abstriche in Kauf genommen werden.

Der Stil befindet sich, wenn es um AOR geht im SURVIVOR und JOURNEY Fahrwasser, wenn es mal intensiver Richtung Melodic Rock geht kann man DEF LEPPARD mit „HYSTERIA“ oder BB STEAL als groben Vergleich sehen. Auf diesem Debütalbum bewiesen LOUD & CLEAR welch hohes Potential und Genialität in ihnen steckte, was sie auch auf Album #2 von 2002 unter Beweis stellen konnten. Leider war die Zeit für solche Musik lange vorbei und LOUD & CLEAR schafften es nicht den großen Wurf zu landen. Die enthaltenen Songs ließen großes hoffen, was sich leider nicht bewahrheitete und nach 2002 verschwand die Band bis 2010 um als ROCK SUGAR mit Mash-Up Versionen von erfolgreichen Pop und Rock Songs für aufsehen zu sorgen. Trotz des ausbleibenden Erfolges tut dies dem sehr guten Debütalbum keinen Abbruch und zeigt eine Band die wusste was sie wollte, leider um Jahre zu spät.

Mit den drei Melodic Rock Perlen „Ride Into The Moonlight“, „Waiting For The Roar“ oder „Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore“ wäre der Band in den späten 80ern ein Megaseller geglückt.

„Make It Loud“ ein flotter Einstieg ins Album, mit „Love Waits“ folgt eine AOR Perle. „Hold On“ eine Ballade die überzeugen kann, „I Wanna Rock With You“ hier kommt ein stampfender Rocker der voll nach vorne geht. „Rhythm & Booze“ bewegt sich zwischen Powerballade und Rocker, „Ride Into The Moonlight“ ein geniales Highlight das es in den 80er weit hätte bringen können. „Waiting For The Roar“ ein Brecher und weiteres Schmankerl das sogar heute noch den Test der Zeit übersteht, „Ghosts Of Summer“ ein Song mit traumhaft geilem Refrain für den andere Bands töten würden. „Baby Wants To Rock“ hier gibt es flotten AOR mit leichten Rock N Roll Vibes, „Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore“ die Band geizt nicht mit eingängigen und melodischen Songs, auch dieser bietet eine überzeugende Leistung. „Goodbye Eyes“ diese Ballade ist in den Strophen fast schon lahm, im Refrain explodiert der Song regelrecht, „Candle In The Window“ zum Schluss wird nochmals richtig drauf los gerockt.

Balle

BAD MOON RISING – Bad Moon Rising (RG – Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Hands On Heaven
02. If It Ain’t Dirty
03. Without Your Love
04. Full Moon Fever
05. Lie Down
06. Old Flames
07. Built For Speed
08. Dark Side Of Babylon
09. Sunset After Midnight
10. Wayward Son

 

Spielzeit: 44:58 min – Genre: Hard Rock – Label: Pony Canyon Inc. – VÖ: 1991 – Page:

Man schrieb das Jahr 1991, die Hard Rock Band LION um Sänger Kal Swan und Gitarrist Doug Aldrich war Geschichte. In diesem Jahr veröffentlichen die beiden Musiker unter dem Namen BAD MOON RISING das gleichnamige Hard Rock Album, dass erste von drei Alben bis 1995. Bis Doug Aldrich dann im Jahr 1999 mit der Band BURNING RAIN im selben Genre wieder für Aufsehen sorgte.

Neben Kal am Mikrofon und Akustikgitarre und Doug Aldrich an Gitarren waren folgende Musiker am BAD MOON RISING Debütalbum beteiligt, Michael Schenker an Leadgitarre bei „Built For Speed“, Rick Serrate und Fred Mandel an Keyboards, Chuck Wright an Bass und Ken Mary an den Drums. Neben Kal und Doug trugen noch drei bekannte Musiker ihren Teil zum Debüt bei, Rick und Fred sind mir unbekannt.

LION war wie oben schon geschrieben Geschichte also präsentierten sich Kal und Doug erneut in Form von BAD MOON RISING der Musikwelt um diese zu erobern. Kal besitzt eine sehr raue und derbe Stimmfärbung die mit sehr viel Dreck glänzt und zu dem rohen und ungeschliffenen Hard Rock sowohl von LION als auch BAD MOON RISING passt. Vergleichen lässt sich das Organ schlecht da er seine eigene Art hat zu singen, deshalb ist er auch unter tausenden heraus zu hören. Die Gitarren von Doug verpassen dem Hörer eine Ohrfeige nach der anderen, weder zu hart noch zu soft haut er die Riffe raus. Das Keyboard wird sehr dezent eingesetzt und schwirrt im Hintergrund rum ohne groß aufzufallen. Der Bass von Chuck haut einem den Draht aus der Mütze, leise oder dezent sind Fremdwörter für den Tieftonakrobaten. Ken war noch nie ein zurückhaltender Drummer, sondern eher von der auffälligeren Sorte und dies stellt er auch auf diesem Album wieder unter Beweis. Die Produktion klingt wie der Hard Rock, roh, rau und nicht auf schön getrimmt, könnte allerdings ein wenig mehr Dynamik vertragen.

Wer die 80er Band LION und BURNING RAIN kennt sollte jetzt mit der Zunge schnalzen, denn genau auf dieser Schiene agieren auch BAD MOON RISING. Will für diejenigen die beide Bands nicht kennen heißen, es kommt roher ungeschönter Hard Rock nordamerikanischer Prägung auf den Teller. Angereichert mit ausgeprägten und erfrischenden Blues Vibes, die das Ganze sehr interessant wirken lassen. Vergleichen kann man eben mit LION und BURNING RAIN, sowie mit BADLANDS, 20/20 BLIND, BLACK BAMBI, BABYLON A.D., SHARK ISLAND, dem ASPHALT BALLET Debüt, wenn es balladesk wird dem SKID ROW Debüt und noch vielen mehr. Trotz der genannten Vergleiche waren BAD MOON RISING unvergleichlich und trugen deutlich die Handschrift von Kal und Doug. Egal ob es die Stimme von Kal oder das Gitarrenspiel von Doug ist, beides ist von einer verdammt hohen Qualität, das Songwriting trägt natürlich auch dazu bei.

Sehr Schade das nach drei Alben 1995 auch mit BAD MOON RISING Schluss war, wer die Musiklandschaft ein wenig verfolgt weiß das Doug Mitglied der Supergroup THE DEAD DAISIES ist und dort sehr gute Arbeit leistet. BAD MOON RISING hätten das Potential gehabt ganz oben zu landen, leider traf diese äußerst talentierte Band damals dasselbe Schicksal wie viele andere Bands. Durch das auskotzen von NIRVANA und Co war anständiger Hard Rock über Nacht Out und aus dem Radio verbannt, jeder wollte nur noch Deprimucke hören und kaufen, außer man nannte sich SCORPIONS, ALICE COOPER, OZZY OSBOUNRE, AC DC oder noch ein paar wenige. Alle drei Alben von BAD MOON RISING sind nicht leicht zu finden und können unter Umständen ein sehr tiefes Loch in die Haushaltskasse reißen, also ist beim Suchen Geduld gefragt.

„Hands On Heaven“ ein sehr intensiver Einstieg in das Album, „If It Ain’t Dirty“ bei diesem Stampfer kommt herrliches Old School Keyboard mit ins Spiel. „Without Your Love“ eine coole Ballade mit geiler Akustikklampfe, „Full Moon Fever“ geht wieder mächtig Böse nach vorne. „Lie Down“ verbreitet sehr gute Laune, das Ding bricht durch jede noch so harte Wand, „Old Flames“ in den Strophen Softrocker während der Refrain rockt. „Built For Speed“ ein flotter Rocker der Hummeln im Hintern hat, „Dark Side Of Babylon“ fängt sehr soft und zurückhaltend in den ersten Strophen an bis zur 55 Sekunde, ab da geht das Dingens ab wie ein Hund der von einer Katze eine richtige Gescheuert bekommen hat. „Sunset After Midnight“ und noch so ein Rocker mit sehr viel Potential aber nie Gehör bekam, „Wayward Son“ diese Ballade erinnert mich an die ersten beiden W.A.S.P. Alben.

Balle

NORWAY – Night Dreams (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Heartbeat
02. Every Little Thing
03. Night Dreams
04. Give You My Love
05. Destination Unknown
06. Love On The Line
07. Never Gonna Fall In Love Again
08. Bad Boys
09. Love Is Strong Enough
10. Surrender

 

Spielzeit: 41:51 min – Genre: AOR – Label: Pier-San Records – VÖ: 1997 – Page: www.facebook.com/Norway

Im Laufe des Jahres 1997 oder 1998 hörte ich den Song „Heartbeat“ der US-Band NORWAY auf einem Sampler des englischen Magazins Hard Roxx, der Song ging gleich runter wie sehr gutes Speiseöl. Als ich kurz darauf bei Hang Loose Records bestellte meinte mein Gegenüber am Telefon ob ich NORWAY kennen würde, als ich sagte den oben erwähnten Song zu kennen, meinte man das gesamte Album ist ein Burner. Also orderte ich das Album bei dieser Bestellung mit. Und ja mein Gegenüber sollte Recht behalten, das Album zündete sofort beim ersten Durchgang.

Zur Band gehörten auf dem Debüt Glenn Pierson an Mikrofon und Keyboards, Jim Santos an Gitarren, Joe Slattery an Bass und Marty Brasington am Schlagzeug. Glenn hat eine verdammt gute Stimme, die sich meist in den oberen Tönen rumtreibt, dass allerdings ohne den Nervfaktor anzusprechen. Bei Bedarf kommt auch eine Portion Dreck hinzu um das Ganze abwechslungsreich zu gestalten. Dabei bewegt sich die Stimmfärbung in etwa bei Chris Ousey (HEARTLAND) und Jess Harnell (Loud & Clear, Rock Sugar). Die Gitarren, egal ob akustisch oder elektrisch kommen immer genau auf den Punkt und sind beim Einsatz immer präsent ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Die Tastenabteilung hört sich sehr 80er Lastig an und steht einen Schritt hinter den Gitarren um das Fundament für Glenns Stimme zu bilden. Der Bass bewegt sich unspektakulär im Raum ohne den großen Macker raushängen zu lassen. Das Schlagzeug ist der einzige Kritikpunkt, denn das hört sich nach Samples und Blechkasten an, wurde dabei aber sehr gut ausgeführt um alles vor sich herzutreiben. Die Produktion klingt für eine Eigenveröffentlichung noch annehmbar, könnte in allen Frequenzen aber noch Dynamik vertragen.

Der Musikstil von NORWAY ist sehr tief in den 1980ern verwurzelt, was man in jeder Note oder Akkord hören und spüren kann. Stellt sich dieser Umstand als Nachteil für die Band heraus? Ich antworte mit einem sehr deutlichen Nein! Wer es schafft den Spirit und das damalige Gefühl so prägnant und stark auszudrücken hat nichts falsch gemacht, vielmehr alles an die Richtige Stelle gesetzt. Die meisten der Songs sind derart gefühlvoll ausgeführt das man meint das das Drama nicht mehr getoppt werden kann, auf der anderen Seite harmoniert dieses gefühlvolle sehr gut mit NORWAY. Die Jungs schafften es auf ihrem Debüt den 80er Arena und AOR Rock wieder auf Konserve zu bringen, dass auf einem Level das viele nicht mal ansatzweise erreichen oder ran schmecken können. NORWAYs Sound kann man am ehesten mit dem von 8084, SURVIVOR, LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, JOURNEY und NIGHT RANGER vergleichen. Der Sound ist sowas von US-Arena Rock, mehr geht nicht.

Leider war meines Wissens nach Album #3 „Rising Up From The Ashes“ aus dem Jahr 2007, ohne Glenn Pierson, Schluss mit Veröffentlichung. Was sehr Schade ist, da sehr großes Potential in der Band steckte oder immer noch steckt. Es gibt noch einen aktiven Facebook Account auf dem hier und da mal ein Beitrag erscheint.

„Heartbeat“ geht gleich am Anfang mit Genuss ins Ohr, „Every Little Thing“ ein cooler Rocker mit Gefühl. „Night Dreams“ ein Highlight mit sehr viel Potential – in den 80ern wäre die Band mit so einen Hit groß rausgekommen und Dauergast im Radio, „Give You My Love“ hier kommt 80er Dramatik zum Einsatz. „Destination Unknown“ ein Rocker der mehr als nur Spaß macht, „Love On The Line“ lebt von den ups and downs von Glenns Stimme. „Never Gonna Fall In Love Again“ kommt mit sehr geiler Akustik-Gitarre, „Bad Boys“ das nächste eingängige Highlight und bestes Tanzflächen- oder Radiofutter, mit auffälliger Tastenbelegung. „Love Is Strong Enough“ Gefühl trifft auf NORWAY trifft auf Glenns engelsgleicher Stimme, „Surrender“ zum Abschluss zeigen die US-Boys nochmals wo der Arena Rock Hammer hängt, nämlich bei NORWAY in Reinkultur.

Balle

BANGALORE CHOIR – Rapid Fire Succession On Target Part II

Trackliste:

01. How Does It Feel
02. Driver’s Seat
03. Love And War
04. I Never Meant To
05. I’m Headed For
06. Bullet Train
07. Swiming With The Shark
08. The Light
09. Prisoner
10. The Beauty
11. Sail On
12. Trouble With The Truth
13. Still The Same
14. Blinded By Fire In The Sky
15. Rock Of Ages
16. Mending Fences

Spielzeit: 66:52 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: BraveWords Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/people/David-Reece-Bangalore-Choir/

 

David Reece meldet sich mit seinem Baby BANGALOR CHOIR und einem neuen Album im Gepäck zurück. Wer kennt nicht das verdammt starke Debütalbum „On Target“ aus dem Jahr 1992 das leider zwei Jahre zu spät erschien um den Erfolg den es verdient hätte einfahren zu können. Es folgten dann noch vier weiter Alben mit mehr oder weniger neuen Songs, die sich von der Qualität nur einige Schritte hinter dem Debüt befanden. Also mal hören was David im Jahr 2025 mit neuen Songs noch so drauf hat und ob er immer noch überzeugen kann.

Neben David am Mikrofon sind noch folgende Musiker on Board: Diego Pires, Eric Juris, Andy Susemihl und Mario Percudani an den Gitarren, Riccardo Demarosi an Bass und Nello Savinelli an den Drums. Als Gastmusiker konnte David Jimmy Waldo und Ferdy Doernberg an den Keyboards gewinnen.

Bei Davids Stimme gibt es nur zwei Lager, dass eine das die Stimme mag, liebt oder vergöttert und das zweite das überhaupt nicht damit kann und sie hasst oder meidet, dazwischen gibt es nicht viel. Diese Stimme besitzt alles Nötige für die harten Töne, eine deutliche Aussprache, ein Timbre zum niederknien und eine gewaltige Portion Dreck. Die Tonlage gehört mit zu den angenehmsten im Rockbereich, obwohl es noch die eine oder andere gibt die noch besser matcht, allerdings gehört David zu den besten seines Faches, egal ob man ihn mag oder nicht. Die Gitarren machen genau das was sie sollen, einen auf dicke Hose aber nicht zu dolle. Mit der genau richtigen Härte und Lautstärke schlagen und zupfen sich die Griffbrettakrobaten durch die Songs und bilden ein ideales Grundgerüst für Davids Stimmbänder. Die Tasteninstrumente halten sich vornehm zurück, es gibt keine ausufernden endlos Tasteneinlagen, sondern dezente Unterstützung der Gitarren die klar die Vormacht haben. Die Ausführung des Basses geht voll in Ordnung, nur ist der bei vollem Gittibrett nicht mehr so deutlich hörbar, ansonsten ist beim Tieftöner alles im grünen Bereich. Die Drums drängen sich nicht so in den Vordergrund, sondern ziehen hinter den Gitarren und Stimme mit ihrer auffälligen Spielweise ihre deutlich wahrnehmbaren Runden. Die Produktion hat Druck und gibt keinen Anlass zum Meckern oder sonst wie negatives abzulassen.

Der Stil auf „Rapid Fire Succession – On Target Part II“ kann an das Debüt Anknüpfen, waren die beiden „Cadence“ und „Metaphor“ schon nicht schlecht – mit einer Auslegung des BANGALORE CHOIR Sound eine Spur moderner, so ist „On Target Pt. II“ eine volle Rückbesinnung auf die alten Tugenden der Band. Man hört die Wurzeln des Debütalbums so deutlich raus wie noch nie, diese Wurzeln bestehen aus bestem End 80er Melodic Hard Rock US-amerikanischer Prägung der sofort ins Ohr geht und dort einfach nicht mehr weichen möchte. Die Songs bestechen mit ihren simplen aber effektiven Melodien die sofort sitzen und Erinnerungen an frühere Jahre aufkeimen lassen, Zeiten die besser für Rockmusiker waren. Näher war David nie am Debüt dran als jetzt, es passt einfach alles zusammen was zusammengehört, Melodien soweit die Ohren tragen, eine vernünftige Instrumentierung und Davids Organ das über allem schwebt und das letzte aus den Songs rausholt was man rausholen kann. Als besten Vergleich kann man das Debütalbum nehmen, wer dieses nicht kennt kann sich grob an HURRICANE, NIGHT RANGER, DOKKEN, ACES WILD, ADRIAN GALE, das ASPHALT BALLET Debüt, STATION und noch einige andere orientieren.

Da hat David ein gewaltig glühendes Eisen in der Esse, das Ding verbrennt so einige Möchtegerns schon im Ansatz. Das Album hätte auf „On Target“ folgen sollen, dann wäre vielleicht mehr als nur ein Geheimtipp bei BANGALORE CHOIR rausgesprungen. Wenn auf dem Debütalbum nicht die beiden Songs „Loaded Gun“ und „Angel In Black“ enthalten wären hätte ich volle Punkte vergeben.

„How Does It Feel“ geht gleich mal so los wie „On Target“ endete – mit einem lauten Statement für Melodic / Hard Rock, „Driver’s Seat“ kommt sehr flott und melodisch daher. „Love And War“ besticht mit seiner Melodie und Umsetzung, „I Never Meant To“ bewegt sich irgendwo zwischen heftiger Ballade und fast schon Softrocker mit einer traumhaften Melodieführung. „I’m Headed For“ ein Highlight das beim gesamten Aufbau überzeugen kann, „Bullet Train“ geht als Highlight durch. „Swimming With The Shark“ ein Rocker mit geil gestimmten Saiten und Riffing, „The Light“ eine schmachtende Ballade mit allem was es braucht. „Prisoner“ was für ein Song, in dieser Version noch eine Spur besser als damals von ACCEPT, „The Beauty“ und hier kommt er wieder aus der Kiste, der typische Charme von BANGALORE CHOIR. „Sail On“ klingt mit seinen schrägen Riffeinlagen nicht so rund wie der Rest, „Trouble With The Truth“ hier wird mit Gewalt durch jede Wand gerockt. „Still The Same“ eine unaufhaltsame Dampfwalze die über den Hörer hinweg rollt, „Blinded By Fire In The Sky“ die Melodie übernimmt das Kommando wieder. „Rock Of Ages“ David und seine Gang in ihrem Element des Melodic Hard Rock, mit der Ballade „Mending Fences“ wird das Licht ausgemacht.

Balle

HARDER! FASTER! – Have A Nice Life! (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Sun Goes Down
02. Walk On Water
03. Anymore
04. Lost In Yesterday
05. Tired Eyes
06. Rain
07. Take Me As I Am
08. Midnite
09. Sweet Talking Evil
10. Devils Moon

 

Spielzeit: 47:35 min – Genre: Hard Rock – Label: Lustyland Music – VÖ: 1994 – Page:

Heute kommt ein Exot aus dem Jahr 1994 in der Zeitmaschine zum Zug, wann ich mir das Album zulegte weiß ich nicht mehr. Einzig die Beschreibung des Albums als, „coole US Melodic / Hard Rock Band“ animierte mich das Album im Shop des Vertrauens zu ordern. Über die Band HARDER! FASTER! konnte ich damals nichts in Erfahrung bringen da Internet noch nicht in Reichweite war, jetzt lässt sich auf die Schnelle auch nichts finden. Also begnüge ich mich auf das spärliche Booklet und die Musik. Auf dem Streamingdienst mit dem grünen Logo ist das Album auf jeden Fall nicht zu finden.

Zur Band gehörten auf dem Album, Michael James am Mikrofon, Ronn Chick an Gitarren, Johnny Stanford II und Drummer Mike Collins. Das Label Lustyland Music sagt mir auch nichts, könnte sich um eine Angabe der Band handeln um das Album ein wenig offizieller klingen zu lassen. Michaels Stimme hat was Besonderes das man schlecht in Worte fassen kann. Die Range bewegt sich in einem Rahmen, der sehr gut hörbar ist, zudem verfügt er über eine extra Portion Dreck und Rauch die sehr gut mit dem Hard Rock harmoniert. Michael wird bei Bedarf mit mehrstimmigen Vocals im Hintergrund unterstützt. Die Gitarren hauen die Riffs trocken und ansatzlos raus das es eine wahre Freude ist. Der Bass macht alles andere aber nicht den in den Hintergrund gedrängten Nebenbuhler, der bekommt sogar mal in einem Solo Auslauf spendiert. Die Drums machen einen auf Steroiden geschwängerten Arni unter Volldampf und sorgen für mehr als ein Highlight. Die Produktion könnte ein bisschen mehr Dynamik vertragen, geht aber noch in Ordnung und rückt die Mucke immer noch ins rechte Licht.

Der Stil ist da schon spezieller, als ich das Album das erste Mal anhörte war ich enttäuscht, weil ich nichts von der Beschriebenen Coolness hören konnte. Auch ein zweiter und dritter Hördurchgang änderte nichts an meiner damaligen Einstellung zum Album. Mir war damals die Mucke zu unharmonisch, chaotisch, wirr und konfus, ich konnte ehrlich gesagt noch nichts mit HARDER! FASTER! anfangen. Erst sehr viele Jahre später, mehr als zehn waren es bestimmt kramte ich das Album mal wieder aus der Kiste um mir das Ding noch mal genauer zur Brust zu nehmen. Erst ab da hörte ich bewusster und nicht so oberflächlich zu, auf einmal entfaltete sich ein Bild in meinem Gehör das mir mit jedem Hören mehr zusagte. Irgendwann nach einigen Durchläufen mehr machte es dann gewaltig Klick und es kam besser an und die Coolness war da. Von jetzt auf gleich war mir bewusst, dass es sich bei „Have A Nice Life!“ um einen rohen und ungeschliffenen Diamanten handelt der leider kaum Beachtung fand und nur über den Importweg zu bekommen war. Der Hard Rock von HARDER! FASTER! wurde mit leichter Blues Note versehen um alles noch interessanter zu machen. Die Melodien brauchen etwas Zeit bis die sitzen, da es sich um eine sehr spezielle Songschreiberei handelt die man so kein zweites Mal mehr finden wird. Vergleichen kann man bedingt mit Bands wie 20/20 BLIND, ANIMAL BAG, BABYLON A.D., BAD4GOOD, BADLANDS, BLACK BAMBI, BLONZ, CATS IN BOOTS, CHILD’S PLAY, CITY OF FAITH, CRYSTAL ROXX und JAILHOUSE um nur einige zu nennen die auch diese Art von Hard Rock veröffentlicht haben. Nur stellen HARDER! FASTER! in der Aufzählung eine Ausnahme dar, denn die teils schrägen Riffeinlagen hauen schon rein und könnten für Verwirrung beim Hörer sorgen.

Wem sein Interesse geweckt wurde und das Album günstig erstehen kann, könnte allerdings einige Zeit benötigen es zu einem vernünftigen Tarif zu finden, sollte sich nicht von den ersten Durchläufen entmutigen lassen. Das Album brauchte bei mir auch sehr lange bis ich bereit für diesen Hard Rock war.

„Sun Goes Down“ ein intensiver und nicht gewohnter Einstieg in ein Album – trotzdem handelt es sich um einen Hit, „Walk On Water“ der nächste Hit. „Anymore“ sehr gefühlvoll und balladesk, „Lost In Yesterday“ kommt mit schrägen Riffen aus den Boxen gejagt. „Tired Eyes“ mit endgeilem Bass Lauf und Rockt wie Münchhausen auf der abgehenden Kanonenkugel, „Rain“ hier kommt sehr viel Drama zum Einsatz. „Take Me As I Am“ hier sorgt Michael mit seiner Stimme für Gänsehaut Momente, „Midnite“ eine Abgehnummer wie eine Dampframme. „Sweet Talking Evil“ der Song der von Anfang an am eingängigsten ist, „Devils Moon“ intensiv, chaotisch und wirr wird mit dem letzten Song das Licht ausgemacht.

Balle

WALTER TROUT – Sign Of The Times

Trackliste:

01. Artificial
02. Blood On My Pillow
03. Sign Of The Times
04. Mona Lisa, Smile
05. Hurt No More
06. No Strings Attached
07. I Remember
08. Hightech Woman
09. Too Bad
10. Struggles To Believe

 

Spielzeit: 49:09 min – Genre: Blues Rock – Label: Provogue Records – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/waltertroutband/

 

Der US-Amerikaner WALTER TROUT ist mir schon seit einer gefühlten Ewigkeit ein Begriff, allerdings habe ich mich nie intensiv mit seinem Schaffen beschäftigt. Ich kann nicht mal behaupten aus Zeitmangel, sondern auch weil ich erst sehr spät meine Vorliebe für den Blues Rock entdeckt habe. Also habe ich dieses Genre für sehr lange Zeit gemieden, weil mir Blues Rock früher zu anstrengend war, ich konnte mich nicht wirklich auf die Feinheiten einlassen und habe deshalb einen weiten Bogen um diesen Stil gemacht. Sicher kenne ich einige Blues Rock Songs von den damaligen Discos, aber so richtig an den Blues rangetraut habe ich mich als ich den Übersong von JOE BONAMASSA „Driving Towards The Daylight“, ab diesen Moment war ich Feuer und Flamme für den Blues Rock. Und ab da an konnte ich mich auf diesen Stil einlassen und nahm mir die Zeit beim Hören, um alle Feinheiten der Songs aufzusaugen. Ein Bekannter von mir meint ich solle mir mal Aynsley Lister anhören, der könnte mir gefallen, leider vergesse ich dies öfter oder habe schlicht weg keine Zeit alles anzuhören. Die Magazin Dinge erledige ich immer spät in der Nacht bis in die frühen Morgenstunden da meine Chefine zu dieser Zeit schläft, ich mich mit dem Kopfhörer ohne Ablenkungen und komplett auf die Musik die ich reviewe konzentrieren kann. Diese Nacht ist nicht anders, ich hatte mal wieder Bock auf Blues Rock und danach ist der Classic Rock angesagt.

WALTER TROUT hat im Laufe seiner langen Karriere bei Künstlern und Bands wie unter anderem CANNED HEAT, JOHN LEE HOOKER oder JOHN MAYALL mitgewirkt. Solo oder besser gesagt mit der WALTER TROUT BAND kann er eine beachtliche Vita vorweisen. Also widme ich mich diese Nacht dem neuen Album „Sign Of The Times“ des Musikers. Unterstützt wurde er bei den Texten von seiner Frau Marie, neben ihm an Mikrofon und Gitarre sind noch dabei Teddy Andreadis an Keyboards, John Avila an Bass und Schlagzeuger Michael Leasure.

WALTER besitzt eine eigentümliche Stimme und Aussprache die ihren Reiz entfalten kann. In einigen Momenten erinnert er an JIMMY BARNES von COLD CHISEL oder auch JON BON JOVI. Das Gitarrenspiel ist fast schon von göttlicher Natur, obwohl sich WALTER schon in einem Alter befindet in dem sich viele im Ruhestand befinden. Aber nicht so WALTER, er lässt seine Stimmbänder immer noch schwingen und die sechs Saiten nach seinen Vorstellungen schwingen und klingen. Die Gitarren hören sich natürlich und nach Röhren Amp an, aber man kann heute vieles digitale nach klassischen Röhren Verstärkern klingen lassen. Aber alleine die Gedanken an warmen analogen Sound verbreiten ein lächeln. Die Tastenabteilung kramt ordentlich in der Zeitmaschine und holt die Hammond und Orgelklänge der 70er wieder aus dem Zauberhut, oder lassen das Piano raushängen, gemeinsam mit der Gitarre bilden sie eine Zeitreise zurück in eine Zeit in der Hektik für viele ein Fremdwort war, allein schon der Verkehr der nicht so verstaut war wie heutzutage. Genau an diese Zeiten wird man unweigerlich beim Genuss von „Sign Of The Times“ erinnert. Der Bass ist fast ein gleichberechtigter Partner der Gitarre, wenn nur einen Schritt dahinter, aber im Gesamtbild immer voll präsent. Das Schlagzeug haut einen nach dem anderen raus und überzeugt ohne Wenn und Aber.

Man merkt mit jeder Note die gespielt wird das es sich bei WALTER TROUT um einen Musiker handelt der genau weiß wohin er will, wie die Songs aufgebaut sein sollen um das möglichst höchste Potential zu erreichen. Mit seiner Stimme haucht er den Songs die von den Instrumenten schon verdammt stark sind noch mal eine extra Dosis Leben ein. Dabei wandelt WALTER TROUT gekonnt im Blues Rock, es werden auch mal sehr düstere psychedelische Riffs abgelassen die dem Sound eine Intensität verleiht und so noch muskulöser und potenter wirken. Der Blues Rock bewegt sich dabei irgendwo in der Mitte zwischen Südstaaten und Chicago Blues vielleicht auch noch andere Regionen der US of A. Ist der Blues Rock langweilig? Hat der Blues Rock seine Berechtigung verloren? NEIN, wenn es nach WALTER TROUT und auch dem Star der Szene JOE BONAMASSA geht bestimmt noch lange nicht.

„Artificial“ was für ein kraftvoller Blueser mit allem was dazu gehört, „Blood On My Pillow“ ein schwerer und schleppender Song der seine Qualitäten besitzt. „Sign Of The Times“ wow das Dingens kommt mit psychedelischen Gitarrensound – aber trotzdem ein Song für die höheren Plätze in der Hitparade, „Mona Lisa, Smile“ ein balladesker Schmachtfetzen vom Feinsten, kommt mit Southern Rock Vibes. „Hurt No More“ verdammt noch mal, was für ein geiler Song – hier wird der Blues gewaltig zurückgeschraubt – ich muss an eine Mischung aus SWEET, SMOKIE und THE WHO mit klassischen Wurzeln in die Moderne teleportiert denken. „No Strings Attached“ und er ist zurück der schwere Blues Rock – erinnert an eine Kreuzung aus JIMI HENDRIX und DEEP PURPLE, „I Remember“ ein geiler leichtfüßiger Südstaaten Blueser der an JIMMI BARNES erinnert. „Hightech Woman“ der Saloon Blues ist hier Programm, der Soundtrack für einen Mississippi Dampfer, „Too Bad“ die Sümpfe leben und geben auf geile Weise ein solches Zeichen ab, „Struggles To Believe“ hier muss ich an die BLUES BROTHERS denken die in den Südstaaten eine Party feiern.

Balle

THE FRONT – The Front (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Fire
02. Sunshine Girl
03. Pain
04. Sweet Addiction
05. Ritual
06. Le Motion
07. Sister Moon
08. In The Garden
09. Violet World
10. Sin

 

Spielzeit: 46:36 min – Genre: Hard Rock – Label: Columbia – VÖ: 1989 – Page: www.facebook.com/TheFrontBand/

So Donnerstagnacht und ich habe Bock auf ausgefallene 80er Jahre Mucke die sich im Hard Rock bewegt. Und da kommt das Album von THE FRONT gerade recht für eine Vorstellung in der Rock-Garagen Zeitmaschine. Irgendwann mal, den genauen Zeitraum weiß ich nicht mehr, im Plattenladen von Nebenan viel mir das Cover vom Einzigen mir bekannten gleichnamigen Album der US-Amerikaner THE FRONT auf. Durch das knallige Gelb und den dunkelblauen Tönen fühlte ich mich angezogen und kaufte das Vinyl. Als ich das Album das erste Mal anhörte war ich enttäuscht, um genauer zu sein es gefiel mir nicht auf Anhieb. Erst viele Jahre später als ich die LP wieder auflegte machte es Boom und auf einmal fand ich gefallen an dem Hard Rock der so anders ist als das was viele andere Bands auf Tonträger gepresst hatten.

THE FRONT starteten Mitte der 1980er Jahre und stammten aus Kansas City, wie es hat den Anschein hat ist die Band noch aktiv ist. Es gibt eine Internetpräsenz mit Bio, Merchandise, Lyrics, etc. und einen aktiven Facebook Account.

Zur THE FRONT Besetzung gehörten Michael Anthony Franano am Mikrofon und Gitarre, Mike Greene ebenfalls Gitarre, Bobby Franano an Keyboards, Randy Jordan an Bass und Shane an den Drums. Michaels Stimme strotzt gerade nur so vor Kraft und Ausdrucksstärke. Von der Tonlage liegt Michael irgendwo zwischen Michael Hutchence, Ian Astbury und Billy Idol. Diese Stimme bringt auch eine sehr raue Färbung mit die dem Hard Rock von THE FRONT sehr gut zu Gesicht steht. Die Gitarren sind genau richtig abgemischt ohne dass sie zu laut rüberkommen, eine perfekte Dosis und bilden mit den einen Ticken leiseren Keyboards ein starkes Rückardt um die Stimme so besser zur Geltung zu bringen. Der Bass kommt nicht so klar durch, den kann man aber sehr gut bei genauem hinhören wahrnehmen. Die Drums sind auch nicht ganz so laut, dafür aber sehr auffällig eingesetzt. Die Produktion klingt sehr gut, wie bei Major Label der 1980er gewohnt, mit viel Dampf und reichlich Dollars im Rücken produziert.

Der Bandsound ist reinrassiger Hard Rock und erinnert an THE CULT, HAND OF FATE mit leichtem Hang zum Wave der 80er. Durch die Stimme von Michael kommt auch hier und da INXS Stimmung mit mehr Testosteron auf. So ergibt sich eine geile Mischung aus den Vergleichen und dem Hard Rock von THE FRONT bei dem weder Eingängigkeit noch Melodie zu kurz kommen. Jetzt viele Jahre später muss ich zugeben das THE FRONT ein verdammt starkes Teil auf der Haben Seite haben und in allen belangen Punkten können.

Wer auf nicht kommerziellen Hard Rock, der nicht von der Stange stammt, steht sollte sich diese Band mit ihrem gleichnamigen Album unbedingt mal genauer anhören. Nicht vom Cover abschrecken lassen, der Inhalt ist bei weitem Besser als das Cover vermuten lässt.

„Fire“ fängt an wie ein Popansiger Mischmasch mit Synthi Intro, aber nur bis die die Drums einen aus der Lethargie reißt, mit den Gitarren ein Fass aufmachen und einen Hit daraus formen, „Sunshine Girl“ macht gleich da weiter wo der Vorgänger aufhörte, kommt mit geilen Keyboardklängen. „Pain“ kommt mit viel Drama aus der Kiste, „Sweet Addiction“ erinnert vom geilen Groove und den Drums an „Indian Reservation“ auf Dope. „Ritual“ ein mit jugendlichem Charme ausgestatteter Drama Rocker, „Le Motion“ hier schimmern THE CULT voll durch. „Sister Moon“ ein Hit der mit einem Schlagzeugspiel kommt das jeden nass macht, „In The Garden“ es wird flott mit Rock N Roll Vibes drauf los gerockt. „Violet World“ geht als Hybrid aus THE CULT und HAND OF FATE durch, „Sin“ zum Schluss noch so ein cooler Rocker der Band.

Balle

WHISKEY MYERS – Whomp Whack Thunder

Trackliste:

01. Time Bomb
02. Tailspin
03. I Got To Move
04. Rowdy Days
05. Icarus
06. Midnight Woman
07. Break These Chains
08. Born To Do
09. Rock N Roll
10. Ramblin‘ Jones
11. Monsters

Spielzeit: 46:49 min – Genre: Country / Southern Rock – Label: Wiggy Thump Records – VÖ: 26.09.2025 – Page: www.facebook.com/whiskeymyers/

 

Welch Ankündigung für ein Album: „WHISKEY MYERS neues Album „Whomp Whack Thunder“ ist so heiß, wie der Sommer gern wäre!“ – Wow was für eine Wortwahl. Mal abwarten ob die Vorschusslorbeeren auch verdient werden können. Eine feste Größe im Southern Rock Sektor die WHISKEY MYERS kommen mit einem neuen Album über den Atlantik gerauscht und wollen für mehr Stimmung und heiße Spätsommer – Herbst Abende sorgen als der versauteste Sommer seit Anbeginn der Zeitrechnung.

Also ab geht die wilde Fahrt in den Süden der US of A, nach der Ankündigung folgen noch folgende Worte: „Entstanden ist das Machwerk in den Pinienwäldern von Ost-Texas und ist geprägt von der Seele Nashvilles während eines intensiven dreiwöchigen Aufenthalts mit dem renommierten Produzenten Jay Joyce“. Die Rede ist von Machwerk und Ost-Texas, das ließt sich schon mal wie ein Volltreffer, da darf man gespannt sein was den Hörer erwartet.

Was also erwartetet den Hörer auf dem Album mit dem Titel „Whomp Whack Thunder“? Es gibt eine Whiskey getränkte Stimme die ideal zum Southern Sound passt, außer sie wird verzerrt ober mit Hall und Echo in die Enge getrieben. Die Stimme hat auch ohne die Spielereien genug Power und diese Fisimatenten nicht nötig. Die beiden Griffbrett Hexer verstehen ihr Handwerk und sorgen für Druck bis zur letzten Haarspitze an Stellen wo die Sonne nicht hinkommt, es sei denn man ist Freikörper Kultureller Anhänger. Die Tasten sind entweder im Orgel, Hammond oder Piano Stil ausgeführt und lassen das Ganz klassisch und wirklich Southern like aussehen. Die Drums sind genau das was sie sein sollen und spielen den in den Hintern tretenden Antreiber ohne Gnade.

Die MYERS haben mit „Whomp Whack Thunder“ eine astreine Punktlandung im Southern Rock hingelegt, ohne große Umwege zu gehen hauen die Jungs Riffsalven nach dem anderen raus um die Melodien fast schon göttlich wieder zu geben. Bei jedem Song ist die Melodie sofort ab dem ersten Akkord da und verbreitet ein breites Lächeln auf den Lippen. Vergleichen kann man die MYERS mit diesem Album am besten mit den leider in die ewigen Jagdgründe abgetauchten und göttlichen DOC HOLLIDAY, THE GEORGIA THUNDERBOLTS, MOLLY HATCHET und der Legende schlecht hin LYNYRD SKYNYRD. Die MYERS schlagen genau in die selbe Kerbe des Kavallerie Säbels, und das ist auch gut so, das dieses Genre weiter lebt und nicht wie DOC HOLLYDAY in die ewigen Jagdgründe entschwindet.

Ein Album für eine Grillparty mit Motto Southern, Biker oder Swamp Rock der besten Sorte, bei Biker Treffen sollte das Dingens sehr viel Anklang finden.

„Time Bomb“ ein cooler Einstieg in das Album, nur die verzerrte Stimme müsste nicht sein, „Tailspin“ geht sehr schnell ins Ohr und bleibt lange drin. „I Got To Move“ was für ein geiler Song ein Highlight vor dem Herrn, bestens fürs Radio geeignet, „Rowdy Days“ eine Ballade die mir seltsam bekannt vorkommt. „Icarus“ erinnert in den Strophen an KIDD ROCK – bis der Refrain kommt, ab da geht das Ding sofort ab wie eine Chilischote in der Arschritze, „Midnight Woman“ macht Laune, ein weiteres Highlight mit geilem Blues Riffing. „Break These Chains“ ein weiterer Geniestreich unter der Rebellenflagge, „Born To Do“ eine Südstaaten Ballade nach Mass. „Rock N Roll“ der Anfang hört sich nach indigenem Kriegstanz an – und mutiert im Refrain zum starken Rocker während die Strophen mit Drama an Spannung aufbauen „Ramblin‘ Jones“ ein Rocker wie er im Lehrbuch stehen sollte, „Monsters“ ein coole Ballade die ein wenig an CAT STEVENS erinnert.

Balle

ROBERT JON & THE WRECK – Heartbreaks & Last Goodbyes

Trackliste:

01. Sittin‘ Pretty
02. Ashes In The Snow
03. Highway
04. Old Man
05. Dark Angel
06. Long Gone
07. Better Of Me
08. I Wanna Give It
09. Heartbreak & Last Goodbye
10. Keep Myself Clean

 

Spielzeit: 40:53 min – Genre: Southern Rock – Label: Journeyman Records – VÖ: 22.08.2025 – Page: www.facebook.com/robertjonandthewreck

 

Die Überschrift der Promo Info lautet „Southern Rock mit neuer Tiefe“, da bin ich gespannt ob dies zutrifft und ob der Southern Rock von ROBERT JON & THE WRECK munden kann. Nach den Newcomern von THE GEORGIA THUNDERBOLTS und dem in den USA lebenden Südafrikaner VERN DAYSEL kommt mit ROBERT JON mal wieder ein wenig Leben in den verwaisten Southern Rock Sektor. Ich kannte die Band vorher nicht und bin umso überraschter das mir alle Vorgängeralben nicht aufgefallen sind, also ist Album #11 mein erstes Date mit den Rockern aus Kalifornien.

Seit Gründung der Band im Jahr 2011 wurden zehn Studioalben veröffentlicht, gibt mir zu denken das mir der Southern Rock Act nicht schon eher aufgefallen ist. Aufmerksam wurde ich vor etwa vier Monaten durch das Video zu „Highway“ das mir mal mehr aus Zufall unterkam. Also dachte ich mir, mal sehen ob nicht eine Albumveröffentlichung ansteht um mich um dieses Album zu kümmern. Ich höre dieses Genre oft und sehr gerne, vorzugsweise die Helden meiner Jugend LYNYRD SKYNYRD, MOLLY HATCHET, DOC HOLLIDAY und BLACKFOOT, aber auch neuere Vertreter wie ALLIGATOR STEW, 1880, ALLIGATOR JACKSON, THE GEORGIA THUNDERBOLTS und VERN DAYSEL kommen öfter mal in meiner Playlsit im Auto vor oder landen im Player. Irgendwie übt dieses Mucke eine gewisse Faszination auf den Hörer aus, ich könnte mir vorstellen das dies durch die Lässigkeit, Unbeschwertheit und das Feeling das von der Musik ausgeht kommt. Wenn man mal die Anfänge mit LYNYRD SKYNYRD ansieht hat das ganze eine gewisse Anziehungskraft bis zum heutigen Tag erhalten können, eine Kraft der man sich schlecht oder gar nicht entziehen kann. Also mal sehen ob ROBERT JON & THE WRECK da mithalten können und die Rebellenflagge hoch halten und überzeugen können.

Das Quintett besteht aus Robert Jon Burrison an Lead Vocals und Gitarre, Henry James Lead Gitarre, Jake Abernathie an Keyboards, Warren Murrel an Bass und Andrew Espantman an den Drumsticks. Die Stimme von Robert erinnert mich an eine ganz bestimmte mir bekannte Stimme mir fällt beim besten Willen der Name nicht ein – hoppla ich habs, mir kommt gerade Bruce Brookshire in den Sinn und die Stimme von THE RODS aus dem Soundtrack zu „Band Of The Hand“. Ist egal, Robert hat eine sehr gut zum klassisch ausgeführten Retrosound passende Stimme. Die beiden Gitarren kommen so was von Retro und Vintage aus den Boxen gedonnert das einem die Freudentränen im weiten Bogen aus den Glubschis schießen. Ich habe schon sehr lange Zeit keine solch auf Retro getrimmte Gitarren mehr gehört. Die Tasten kommen nur noch daher georgelt, entweder als klassische Orgel, Piano oder noch besser im Hammond Sound mit der Gitarre eine perfekte Einheit bildend. Der Bass ist voll da obwohl einen Schritt hinterher laufend und die Drums machen alles platt, hören sich allerdings komisch und nicht so auf alt gemacht an. Die Produktion die nach alten und warmen Röhren Amps klingt ergibt mit der Bandsound einen Volltreffer der es im Genre weit bringen könnte.

Der Sound geht schon sehr stark in Richtung Southern Rock, allerdings wird noch ein wenig Westcoast Lässigkeit rein gemixt, was dem ganzen wie oben angegeben Tiefe verleiht. Egal ob jetzt Southern Rock von ROBERT JON und seiner Gang, den von mir zitierten Vergleichen Hauptsache Southern Rock mit oder ohne Stilmix. Entweder Southern Rock oder Blues Rock aus den tiefsten Sümpfen der Südstaaten, beides ergibt ein Match das nicht mal Tinder und Co hinbekommen könnten. Aber nicht nur der Sound spielt eine große Rolle, nein auch die Melodien und das Südstaaten Flair von weiten und geraden Highways mit der Harley oder Corvette oder Cowboys und Viehtrecks im 1900 Jahrhundert bevor die industrielle Revolution alles aus dem Ruder laufen ließ.

ROBERT JON und seine Gang haben ein Genre Highlight ein gezimmert das fast volle Punktzahl abgeräumt hätte.

„Sittin‘ Pretty“ kommt mit klassischem Gitarrensound und lässt die Ohren aufhorchen, „Ashes In The Snow“ wow das Ding versprüht eine Charme offensive die auf offene Ohren treffen sollte. „Highway“ ein Hit, eine Granate, ein Ding das beim ersten hören sitzt und für gute Stimmung sorgt – der erste Song den ich von der Band gehört habe und Liebe auf der ersten Note war, „Old Man“ hier wird es schleppend und bluesig. „Dark Angel“ der Song geht so was von in Highspeed in die Synapsen das alles zu spät ist – ein weiteres Highlight, „Long Gone“ besser kann man Drama nicht aufbauen und in einen Song aus dem Süden packen. „Better Of Me“ ein typischer Southern Rocker der im Saloon gut ankommen könnte, „I Wanna Give It“ fängt schon gut an und geht noch besser weiter, besser kanns keiner. „Heartbreak & Last Goodbye“ Drama, Ballade trifft auf ROBERT und Gang = Volltreffer, „Keep Myself Clean“ zum Schluss kommt noch ein cooler Rocker.

Balle

WELSH WOLF – A Voyeur’s Dream

Trackliste:

01. When You Cry
02. Anti-Social Butterfly
03. Follow The Fear
04. Scene Of The Crime
05. Wreck
06. The Promise

 

 

 

Spielzeit: 21:03 min – Genre: Rock – Label: Welsh Wolf – VÖ: 06.06.2025 – Page: www.facebook.com/welshwolfmusic

 

Heute Abend kommt mal was ganz anderes als ich sonst gewohnt bin in den Player. Es handelt sich um die Solo Debüt-EP von WELSH WOLF mit dem Titel „A Voyeur’s Dream“, hinter WELSH WOLF steckt der britische Songwriter und Rock-Multiinstrumentalist Paul Freeman. Freeman kann auf seine Erfahrungen als Songwriter für Künstler wie MEAT LOAF und JAMES BLUNT sowie Musiker bei JAMES BLUNT und ELTON JOHN zugreifen. Die Mucke auf der EP hat nur mit einem der genannten Künstler etwas gemeinsames, dass ist Rock in der Grundform mit MEAT LOAF, mit den Anderen gibt es wenig Berührungspunkte.

In seinem Heimstudio streifte Paul der Blitz und der Song „Wreck“ entstand aus dem Nichts. Das überwältigte Paul das spontan etwas Neues, elektrisierendes und unverwechselbares aber dennoch vertrautes entstanden ist. „Wreck“ rief Erinnerungen an Musik aus Pauls Kindheit wach, seine Wurzeln und weckte seine ursprüngliche Leidenschaft für Musik. Das schnell erzählte Ende dieser Leidenschaft liegt in Form von „A Voyeur’s Dream“ vor und dreht sich gerade in meinem Player.

Paul Freeman bewegt sich mit WELSH WOLF ganz weit entfernt von Kommerz und den Top Tens dieser Welt, was auch mal zur Abwechslung eine Wohltat sein kann. Mit viel Easy Listening Charme hat Paul eine EP geschaffen die sich sehr gut hören lässt ohne dabei auf Krawall oder Steroide zu setzen. Trotzdem können die sechs Titel ihr volles Potential ab dem ersten Hördurchgang voll entfalten und animieren nach dem letzten Ton auf Wiederholung am Player zu drücken und sich nochmal in eine Welt weit weg von Sorgen und Hektik versetzen zu lassen.

Die Stimme ist ein Volltreffer und harmoniert perfekt mit der locker-leicht-flockigen Rockmucke. Die Gitarren wurden in der richtigen Dosierung eingesetzt, die Tasten halten sich dezent im Hintergrund und überlassen der Stimme und den Gitarren die Führung als Hauptdarsteller. Bass und Schlagzeug agieren auch aus der zweiten Reihe um das Frontduo nicht zu überfahren.

Der Musikstil bewegt sich im Rock bis in den Indie Rock, mal softer oder ein wenig intensiver ausgeführt und weist Ähnlichkeiten zu den Britpop Größen auf, die werden dezent mit sehr feinen und wunderschönen Melodien die sich im reinrassigen Rock befinden kombiniert. Das ganze hört sich dann nach einem Mix aus ANGUS COURT, softer DAUGHTRY bis hin zu einem THE CULT Gefühl, was sich sehr kompliziert liest hört sich verdammt stark an und hätte in einer anderen Zeit von vor ca. 30 Jahren die Hitparaden stürmen können. Tanzbar sind auch drei Titel auf der EP, also Herz was willst du mehr. Nichts außer ein komplettes Album von WELSH WOLF mit an die 60 Minuten Laufzeit.

Paul Freeman alias WELSH WOLF setzt dem Hörer hier einen verdammt coolen und starken ersten Höreindruck vor. „Wreck“ könnte mit genügend Radioeinsatz sehr viel Staub aufwirbeln und für einen Bekanntheitsschub für WELSH WOLF sorgen. So macht Musik abseits des Massenradios sehr viel Spaß, mit mehr Songs und über 40 Minuten klappt es auch mit einer sehr hohen Bewertung.

„When You Cry“ der Song lässt am Anfang gleich mal aufhorchen – geht sofort ins Ohr, „Anti-Social Butterfly“ der Song geht noch besser ins Ohr. „Follow The Fear“ ein cooler Rocker der mit vielen Ohhohhhs und mehrstimmigen Chören kommt, „Scene Of The Crime“ kommt mit tiefgestimmten Riffeinlagen und Drama aus dem Eck katapultiert, „Wreck“ hier dachte ich von der Gitarre erst das THE CULT einen neuen Song am Laufen haben – endgeil schleicht sich der Song als Highlight in die Gehörgänge, „The Promise“ eine dramatische Ballade mit tiefgang.

Balle