FEMME FATALE – Femme Fatale (Deluxe Edition) (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Waiting For The Big One
02. Falling In And Out Of Love
03. My Baby’s Gun
04. Back In Your Arms Again
05. Rebel
06. Fortunge And Fame
07. Touch And Go
08. If
09. Heat The Fire
10. Cradle’s Rockin’
11. It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)
12. Chains
13. Lady In Waiting
14. Till It’s Shot

Spielzeit: 56:47 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: MCA Records – VÖ: 1988 – Page:

Man schrieb das Jahr 1988 und eine Femalefronted Melodic / Hard Rock Band aus den USA stellten sich an die Welt zu erobern. Dieses Unterfangen gelang auf mittlerer Ebene, in manchen Kreisen konnten FEMME FATALE einen gewissen Status erreichen, für den ganz großen Megaseller reichte es allerdings nicht.

FEMME FATALE brachte es auf einige Singles und zwei veröffentlichten Alben, wobei Album #2 aus Demos und Live Aufnahmen aus dem letzten Jahrhundert besteht, auf dem der Sound ein unter utopisches Niveau erreicht und besser in irgend welchen Archiven verschwunden wäre. Angeführt wurden FEMME FATALE von dem blonde Schnuckelchen Lorraine Lewis am Mikrofon, dazu kamen noch Bill D’Angelo an der Leadgitarre, Mazzi Rawd an Gitarre und Keyboards, Bassist Rick Rael und Drummer Boby Murry. Die Backing Vocals übernahmen die Bandmitglieder, von denen mir nach FEMME FATALE nichts mehr bekannt ist, außer von Lorraine die sich eher mäßig an einer Solokarriere versuchte und einige Jahre Frontfrau bei den Mädels von VIXEN war. Aus dem Schnuckel von damals ist im Laufe der Jahre eine Reife Frau mit knappen 70 Jahren geworden und der Glanz der Vergangenheit ist verblasst. Und man weiß ja wie verrückt die OP-Manie in den USA ist, vielleicht haben die eine oder andere OP mehr geschadet als genutzt. Aussehen ist ja bekanntlich Geschmackssache, aber es ist eine Genugtuung zu sehen das es nicht nur Normalos mit dem altern so geht sondern auch bekanntere Musiker*innen genauso. Also widmen wir uns der Mucke von FEMME FATALE. Lorraine hat eine sehr kräftige Stimme die eine gehörige Portion Dreck mitbringt und dadurch sehr gut mit dem Sound der Band harmoniert. Die Gitarren geizen nicht mit Riffsalven, verlieren sich aber nicht in unnötiger Selbstbeweihräucherung und spielen äußerst Sachdienlich. Die Keys spielen im Vergleich zu den Gitarren eine Nebenrolle und sind nur in ruhigen Momenten voll auszumachen. Der Bass zieht seine Bahnen in der zweiten Reihe und die Drums spielen zwar auffällig auf ohne sich dabei aufzudrängen. Die Produktion könnte Feintuning vertragen, ansonsten alles paletti.

FEMME FATALE kamen zu einer Zeit in der anständige Rockmusik noch nicht verbannt war, und das kann man deutlich hören, ab und an gibt es mal einige Experimente und Koketierungen um die Genregrenzen zu verschieben. Dies gelang auch auf eine ordentliche Weise, so wurden auch Elemente aus Glam und Sleaze Rock in den Stil eingebracht. Vergleichen kann man FEMME FATALE mit damals angesagten Bands aus dem selben Genre wie, HEART, LEE AARON, VIXEN, DEVAY, BON JOVI, HELIX, kräftigere HONEYMOON SUITE, ALIAS, RATT, ASPHALT BALLET ohne Bikerfeeling, AXE, BATON ROUGE, BEGGARS & THIEVES, BRIGHTON ROCK, CINDERELLA, DANGER DANGER und wie sie sich nicht alle nannten. Das gleichnamige Debütalbum von FEMME FATALE bediente die selbe Klientel wie die erwähnten Vergleiche nicht mehr und nicht weniger.

FEMME FATALE brachten 1988 mit ihrem Debüt ein für damals zeitgemäßes Album auf den Markt, dass weder Vergleiche scheuen noch sich hinter den ganz großen Namen verstecken musste.

„Waiting For The Big One“ ein cooler Melodic Rocker mit viel Potential, „Falling In And Out Of Love“ eine Hymne mit dem meisten Kick in den Hintern, wurde auch mit einem Major Label Video belohnt – hätte auf den vorderen Plätzen der Charts landen können. „My Baby’s Gun“ ein kräftiger Hard Rocker, „Back In Your Arms Again“ geht mit viel Melodie sehr gut ins Ohr. „Rebel“ eine für diese Zeit typische Ballade die es in die Charts schaffen sollte, „Fortunge And Fame“ ein Hard Rocker der alles plättet was nicht auf Seite geht. „Touch And Go“ es wird melodisch drauf los gerockt, „If“ die nächste Hymne die mit traumhaft geilen Gesangharmonien kommt. „Heat The Fire“ Hard Rock in seiner reinsten Form, „Cradle’s Rockin’“ geht die Sache wieder harmonischer an. „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)“ AC DC mal mit dicken Eiern einer Frau, „Chains“ ein Melodic Rocker der auch auf dem Soundtrack zum Film Don’t Tell Mom The Babysitter’s Dead zu finden ist. „Lady In Waiting“ ein mehr schlecht als recht klingender Hard Rocker, „Till It’s Shot“ bei dem Demo zeigte sich die Qualität von FEMME FATALE.

Balle

ASPHALT VALENTINE – Strip Rock Roll

Trackliste:

01. Never Lose It
02. Dirty Little Secret
03. It’s Not Me
04. Hard Life
05. Love & Gone
06. Don’t Come Easy
07. Be Your Drug
08. Strip Rock Roll
09. Down To The Aces
10. On That Line
11. Bombshell

Spielzeit: 46:58 min – Genre: Hard Rock – Label: Chavis Records // Jamsync Music – VÖ: 2009 // 2010 – Page: www.facebook.com/asphaltvalentine/

Man schrieb das Jahr 2009 und das Debütalbum von ASPHALT VALENTINE erblickte über Chavis Records das Licht der Welt, ein Jahr später folgte noch eine Veröffentlichung auf Jamsync Music mit einem zusätzlichen Song drauf. Die Band brachte es 2013 noch auf eine EP „Into The Red“ und ein Album „Twisted Road“ 2020.

Zur Besetzung gehörten damals Joe Flynt am Mikrofon, Brett Ciaramella und Chris Meyer an den Gitarren, Scott Clark an Bass und Scozzy Valentine an den Drums. Die Backing Vocals wurden von Joe, Chris und Scott übernommen. Joes Stimme befindet sich in einer Tonlage die nicht nur ideal für Hard Rock ist, sondern auch sehr angenehm anzuhören ist, selbst wenn er mal hochgeht, er besitzt auch eine gute Portion Dreck in den Stimmbändern. Die Gitarren sorgen mit ihrer trockenen Spielweise für den richtigen Ton und setzen dabei nicht nur einen Glanzpunkt. Der Bass lässt sich nicht in den Hintergrund drängen sondern sorgt für eine dezent geniale Stimmung. Die Drums sind sehr energisch und brachial ausgeführt um die Band vor sich her zu jagen. Die Produktion klingt sehr trocken dabei aber nicht undynamisch.

Die fünf US Boys machten mit ihrem Debütalbum ein gewaltiges Fass auf, dieses Fass hat melodischen Hard Rock als Inhalt, der auf jeder Biker Party für Stimmung sorgen könnte und auch auf jeder normalen Party mit Rock Mucke. Die Jungs klingen zwar dreckig aber für Sleaze Rock nicht versaut genug, obwohl die Texte eher für Erwachsene gedacht sind. Um einen groben Vergleich zu ziehen nimmt man ASPHALT BALLET, BACKBONE SLIDE, BAD4GOOD, BUCKCHERRY, geht über CINDERELLA zu der COMPANY OF WOLVES, DIRTY RHYTHM, KICKIN VALENTINA, SCARECROW nach SHANGHAI, fliegt über die SHARK ISLAND und landet schlussendlich bei SKIN & BONES. Alles Kombos die verdammt geile Songs auf ihren Alben veröffentlicht haben aber nie die große Anerkennung dafür einheimsen konnten. Leider auch im Fall von ASPHALT VALENTINE, die ein geiles Debüt an den Start brachten aber nicht aus dem Quark kamen.

ASPHALT VALENTINE veröffentlichten ein Debüt das es in sich hatte und alles mitbrachte was es für ein anständiges Hard Rock Album brauchte.

„Never Lose It“ ein cooler Einstieg mit viel Druck und Drive, „Dirty Little Secret“ ein rotzfrecher Abgehrocker der auf jeder Party für beste Laune sorgen sollte. „It’s Not Me“ ein melodischer Rocker der auf den Putz haut, „Hard Life“ flott geht die Party weiter. „Love & Gone“ hier ist er, der ultimative Superhit, der einem einen kalten Schauer den Rücken runter jagt, die Gitarren rasieren hier alles was im Weg steht, „Don’t Come Easy“ der nächste Rocker der dem Hörer einen Tritt versetzt. „Be Your Drug“ das Gaspedal nähert sich dem Bodenblech, „Strip Rock Roll“ Charme trifft auf Dreck. „Down To The Aces“ und es geht munter weiter mit der treterei, „On That Line“ es wird mit Blues Note gerockt und rollt, „Bombshell“ zum Abschluss hauen einem ASPHALT VALENTEIN noch die Klüsen eckig.

Balle

KUF – Chapter 1

Trackliste:

01. Cosmic Cowboy
02. Dance Of Deceit
03. Final Descent
04. I’m Not Dead
05. Quicksand Serenade
06. Final Descent (Radio Edit)

 

 

 

Spielzeit: 27:07 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 27.02.2026 – Page: www.facebook.com/kufband

 

Die vier Köpfige US-Hard Rock Band KUF hat Ende Februar ihre EP mit dem Titel „Chapter 1“ veröffentlicht. Die im Jahr 2000 gegründeten KUF besteht aus Shouterin Twilly, Bandgründer und Gitarrist Todd, Bassist Dan und Drummer Kirk. Das Leitmotto von KUF besteht aus: „Keine Masken, keine Filter. Nur die Wahrheit in verzerrter Form“. Das sollte im Klartext heißen, dass keine KI zum Einsatz kommt, die momentan überall Einzug hält und man nicht mehr wirklich aussagen kann ob KI angewendet wurde oder nicht. Die Band hat bis jetzt ein Album 2001 und seit 2024 einige Singles veröffentlicht. „Chapter 1“ enthält diese Singles, eine in zwei Versionen sowie den vor kurzem veröffentlichten Song „Quicksand Serenade“.

Twillys Stimme passt wie Arsch auf Eimer zum Band Sound, und bringt eine gewisse Portion Dreck und Rauheit mit, die sehr gut mit dem Hard Rock harmoniert. Die Gitarren reißen dem Hörer mit ihren Riffattacken gewaltig den Hintern auf, und kommen um Abwechslung ins Spiel zu bringen auch mal tief und bedrohlich gestimmt aus den Boxen geraucht. Der Bass sorgt mit seinen tiefen Tönen für Druck und die Drums stehen den Gitarren in nichts nach und sorgen für den richtigen Takt beim Hintern aufreißen. Die Produktion kann als gelungen bezeichnet werden und gibt keinen Anlass den Finger zu heben.

Vom Stil her bewegen sich KUF im groovigen Hard Rock mit sehr viel Drive, der mit einem modernem Anstrich aufgepeppt wurde. So schafft es die Band auf eine sympathische Art und ihrer eigenen Weise Tradition und Moderne zu einem interessanten Hard Rock zu verbinden. Dabei übergehen KUF nicht den Hard Rock der Vergangenheit oder driften zu stark in den Alternative Rock ab. Das Ganze hört sich dann fast wie eine Art Symbiose aus 80er DOKKEN und modernen HALESTORM und THE PRETTY RECKLESS an. Leider gibt es auch zwei kleinere Negativpunkte die sich leicht in der Bewertung bemerkbar machen. Nach leider gerade mal 27 Minuten und fünf Songs + einem Edit ist die Party vorbei.

Eine sehr gute Vorstellung von KUF, die bei einer Laufzeit von über 40 Minuten und ein paar Songs von dieser Qualität mehr um einen halben bis einen Punkt mehr einfahren könnte. Ansonsten gibt es keinen Grund zu Meckern.

„Cosmic Cowboy“ ein eingängiger Gewalt Rocker mit coolem Refrain, „Dance Of Deceit“ sehr Modern mit klassischen Wurzeln und Twillys geiler Röhre. „Final Descent“ hier wurde mit viel Drama ein bockstarker Song aufgewertet, „I’m Not Dead“ Energie trifft auf KUF trifft auf Twilly trifft auf leichtes Drama und ergibt ein Monster, „Quicksand Serenade“ hier geht der Punk voll ab, in den Strophen mit Gefühl, in der Bridge wird es Modern und im Refrain wird eingängig drauf los gerockt.

Balle

JOHN CORABI – New Day

Trackliste:

01. New Day
02. That Memory
03. Faith, Hope And Love
04. When I Was Young
05. One More Shot
06. 1969
07. Laurel
08. Good To Be Back Here Again
09. Love That’ll Never Be
10. Cosi‘ Bella
11. Your Own Worst Enemy
12. Everyday People

Spielzeit: 48:20 min – Genre: Classic Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 24.04.2026 – Page: www.facebook.com/JohnCorabiMusic

 

JOHN CORABI Frontman von THE DEAD DAISIES und auch vor sehr langer Zeit von THE SCREAM sowie auf einigen Alben von MÖTLEY CRÜE beehrt die Hörerschaft mit einem Soloalbum mit ausschließlich eigenen Songs. Über die stimmliche Qualität eines JOHN CORABI braucht man nicht zu diskutieren, die befindet sich immer auf einem sehr hohem Niveau, was er auch Live mit THE DEAD DAISIES mehrfach beweisen konnte.

Neben JOHN an Mikro und Gitarre sind noch folgende Musiker beteiligt: Richard Fortus und Charlie Starr an den Gitarren, Marti Frederiksen für Produktion, Gitarren und Piano verantwortlich, Paul Taylor an Orgel und Piano und Evan Frederiksen an Orgel, Gitarre, Bass und Drums. JOHNs Stimme hat eine ganz besondere Färbung die alles mitbringt was für Rock gebraucht wird. Dazu gehört die tiefe Tonlage und Rauch was der Musik besonders gut steht. Die Gitarren geizen nicht mit Riffeinlagen und bilden mit den unterstützenden Tasteninstrumenten das perfekte Fundament für JOHNs Stimme. Der Bass ist nicht so auffällig umgesetzt, ist trotzdem sehr gut vorhanden. Die Drums gehen besser als der Bass ins Ohr, hören sich aber auch wenn ich mich jetzt irre künstlich an. Die Produktion ist trocken aber dynamisch ausgeführt und hat Biss.

Der Stil befindet sich klar im melodischen Classic Rock der besseren Sorte und erinnert oft an die ganz Großen die Ende der 70er Jahre angesagt waren und einen Hit nach dem anderen landeten. Um nicht nur beim Classic Rock zu bleiben und Abwechslung ins Spiel zu bringen wurden einige Songs mit einer sehr feinen Blues Note aufgewertet. So bewegt sich das Album auf alten Pfaden von den späten 70er bis in die frühen 80er Jahre. Vergleichen kann man mit SMOKIE, SUZI QUATRO, SWEET ohne Glam Faktor, NAZARETH, FLEETWOOD MAC, FOREIGNER und RAINBOW mit herrlichem georgel, AEROSMITH, wenn es bluesig wird mit softeren THE DEAD DAISIES aber auch die BEATLES sind als Einfluss enthalten.

Ein sehr starkes Stück Classic Rock das JOHN CORABI veröffentlicht hat, so kann es mit JOHN Solo weiter gehen.

„New Day“ ein toller Rocker der an den Classic Rock der späten 70er Jahre erinnert, „That Memory“ ein cooler Rocker mit bluesigen Touch. „Faith, Hope And Love“ eine vom Blues getragene Ballade mit Drama angereichert, „When I Was Young“ hier kommen Erinnerungen an die damals angesagten SMOKIE auf. „One More Shot“ ein kräftiger Rocker der Potential hat, „1969“ ein Song für die Tanzfläche mit Südstaaten Flair. „Laurel“ besticht mit einer traumhaften Melodieführung, „Good To Be Back Here Again“ eine schwere und dramatische Ballade. „Love That’ll Never Be“ ein Rocker der mit einer traurigen Note versehen ist, „Cosi‘ Bella“ hört sich an als ob SMOKIE und die BEATLES ein Kind zur Welt gebracht hätten. „Your Own Worst Enemy“ der Rocker kommt mit leichter Funk, Soul und großer Blues Note, „Everyday People“ ein Classic Rocker der mit Boogie und Reggae Note gewaltig aus den Socken springt.

Balle

MARC BROUSSARD – Chance Worth Taking

Trackliste:

01. You’ll Be Sorry
02. Trying To Do Right
03. I’m Going Home
04. No More
05. Fever
06. Chance Worth Taking
07. Let Me Take You Out Tonight
08. Sweet Love
09. These Walls
10. Satisfaction Guaranteed
11. Blame
12. Whispers
13. Laissez Street Parade Intro
14. Laissez Les Bons Temps Rouler

Spielzeit: 60:35 min – Genre: Blues – Label: KTBA Recrods – VÖ: 17.04.2026 – Page: www.facebook.com/marcbroussard

 

Der aus Louisiana stammende MARC BROUSSARD hat ein neues Album mit dem Titel „Chance Worth Taking“ am Start. Mit diesem Album veröffentlicht MARC ausschließlich selbst geschriebenes Blues Material, dass von Joe Bonamassa, Josh Smith und Calvin Turner produziert wurde. Was kann man schon falsch machen wenn ein Joe Bonamassa an der Seite eines Blues Musikers ist? Eigentlich nichts!

Leider steht über die Besetzung der Instrumente nichts im Pressetext, also ist nur MARC selbst als Sänger bekannt und vielleicht sogar noch Gitarre, und Joe ist mit Beiträgen an der Gitarre bei 10 Songs zu hören und hat beim Songwriting ausgeholfen. MARC verfügt über eine sehr soulige Stimmfärbung die bei Bedarf durch mehrstimmige Chöre unterstützt wird. Die Stimmfärbung erinnert von der Tonlage an einen sehr soften und nicht so rauen JOE COCKER, die sehr gut mit Blues Rock harmoniert ohne sich dabei in die Quere zu kommen. Die Gitarre ist für Blues (Rock) typisch schwer und mit traurigem Unterton ausgeführt. Die Tastenabteilung geht es mit herrlichem Old-School georgel an. Der Bass kann sich sehr gut durchsetzen, die Drums geben den Takt sehr intensiv vor. Angereichert wird das Ganze mit mehrstimmigen Backing Vocals, Streicher- und Bläserarrangements. So schafft es MARC eine Soundkulisse zu erzeugen, bei der sehr viel passiert.

Beim Stil kommt Blues (Rock) mal heftiger oder softer, Boogie Töne und alles mit einer souligen Note versehen. Vergleichen kann man wie soll es anders sein mit JOE BONAMASSA und den BLUES BROTHERS mit ausgeprägtem Südstaaten Charme. Das Album ist auf jeden Fall nichts um mal schnell reinzuhören, sondern benötigt sehr viel Zeit um sich alle Feinheiten auf der Zunge zergehen zu lassen. Denn nur wenn man sich die Zeit nimmt, hört man alles genauestens raus, beim schnellen drüber fliegen entgehen dem Hörer die besten Stellen. Wenn Bläser oder Streicher hinzu kommen wird es abgefahren und interessant. Ich habe es im Normalfall nicht mit Soul aber auf diesem Album ist die soulige Note eine Bereicherung für die Stimmung.

MARC hat mit seinen Helfern ein höchst interessantes Blues (Rock) Album geschaffen, dass mit allem kommt was man erwartet und zusätzlich einigen Bonüssen.

„You’ll Be Sorry“ ein perfekter Sumpf-Blueser der als Soundtrack für jedes Bayou BBQ geradezu prädestiniert ist, „Trying To Do Right“ es wird sehr schwer mit geilem Orgelspiel. „I’m Going Home“ hier steht sehr viel Positives im Raum, „No More“ eine Ballade die schwerer als schwer wirkt. „Fever“ die Bläser machen es hier runder, „Chance Worth Taking“ es wird balladesk und soft zu Werke gegangen. „Let Me Take You Out Tonight“ das Tempo steigt an und befindet sich im Boogie, „Sweet Love“ die Schwere nimmt wieder zu. „These Walls“ trotz langsamen Tempo sehr eingängig und cool. „Satisfaction Guaranteed“ noch so ein geiler Blues Sumpfer aus dem Bayou, „Blame“ man könnte meinen der Song stammt aus einem Mafiastreifen – wenn der Pate gerade seine Macht spielen lässt, „Whispers“ die Taschentücher werden ein letztes Mal mit Tränen benetzt. „Laissez Street Parade Intro“ das Intro besteht aus Bläsern und könnte sehr gut in New Orleans als Saloon Nummer herhalten, „Laissez Les Bons Temps Rouler“ der Blueser klingt nach New Orleans und Bayou.

Balle

OUTLAW BLOOD – Outlaw Blood

Trackliste:

01. Tower Of Love
02. Body And Soul
03. Last Act
04. Sink My Teeth
05. Every Day I Die
06. Soul Revival
07. I’m N Shock
08. Red Hot N Blue
09. Slave To Love
10. Fall Thru The Cracks
11. Hollywood Babylon

Spielzeit: 46:29 min – Genre: Hard Rock – Label: ATCO / Bad Reputation – VÖ: 1991 / 2024 – Page:

Man schrieb das Jahr 1991 und eine Kombo aus den USA machte sich auf den großen Wurf mit ihrem einzigen gleichnamigen Album zu landen. Ich kenne das genaue Datum nicht, aber da der erhoffte Erfolg ausblieb denke ich mal dass das Album nach NIRVANAs „Nevermind“ Album veröffentlicht wurde. Dieses Album ging leider – wie so viele andere – durch NIRVANAs neuen Sound der ab „Nevermind“ angesagt war unter, den dann jeder hören wollte und der Markt für traditionellen Hard Rock über Nacht zu Grabe getragen wurde. Trotzdem wurden noch sehr viele starke Alben im Bereich AOR / Melodic / Hard Rock in die Läden gebracht, nur fanden die damals kaum einen Käufer. Dieser Umstand ist sehr schade da sehr talentierte Musiker nicht die Anerkennung bekamen, die sie verdient hätten und ein Dasein im Schatten fristeten. Dieses Schattendasein traf auch OUTLAW BLOOD, allerdings gab es letztes Jahr einen Re-Release vom französischen Label Bad Reputation und das Album erfuhr eine Wiederauferstehung aus dem dunklen Schatten von damals.

Zu den fünf Musikern gehörten Marc McCoy am Mikrofon, Marti Frederiksen und Rick Harchol an den Gitarren, den Tieftöner bediente Nick Parise und die Drumsticks schwang Larry Aberman. Produziert wurde das Album von der Band und keinem geringerem als JEFF PARIS, was für einen Trockenen aber duften Sound sorgte. Außer Frederiksen und Aberman trat keiner der Musiker meines Wissens mehr in Erscheinung. Beide wirkten bei unterschiedlichen mehr oder weniger bekannten Acts mit. Marc besitzt eine Stimme die wie gemacht für Hard Rock zu sein scheint. Von der Range bewegt er sich irgendwo zwischen Steven Tyler, Michael Anthony Franano von THE FRONT die ich auch schon vorgestellt habe, Richard Black (SHARK ISLAND) und in manchen Momenten bei BILLY IDOL. Auf jeden Fall bringt die Stimme herrlich viel Dreck mit und durch Marcs vorlaute Art zu singen ergibt es einen Volltreffer. Die Gitarren sparen nicht mit Riffsalven, genau in der richtigen Härte geht es voran. Der Bass könnte ein wenig mehr Schmackes vertragen, aber nur wenn man penibel ist. Die Drums geben alles was die Bespannung hergeben bevor sie von der Belastung verursacht die weiße Fahne schwenken. Die Produktion klingt trocken und ohne viel Spielerein, genau das Richtige für dreckigen Hard Rock. Das Cover-Artwork passt wie es nur wenige tun zum Inhalt des Albums.

Vergleichen kann man OUTLAW BLOOD am besten mit ROADHOUSE, AEROSMITH, CATS IN BOOTS, ASPHALT BALLET, BACKBONE SLIDE, BLONZ, BROTHER CANE, SHARK ISLAND, DIRTY BLONDE, DIRTY LOOKS, ELECTRIC SUICIDE, THE FRONT, HEAVY BONES, JESSE STRANGE und noch sehr viele mehr die leider bis auf ein paar Ausnahmen nie über einen Insider, Geheimtipp Status oder Mundpropaganda hinausgekommen sind. OUTLAW BLOOD schaffte es mühelos gegen die ganz großen im Biz anzustinken ohne dabei als Loser hervor zu gehen. Das Album hat alles was ein Hard Rock Album ausmacht, geile Songs, Melodien, eine dreckige und vorlaute Stimme, geniale Instrumentierung und eine Top Produktion. Leider veränderte NIRVANA 1991 über Nacht das Musikgeschäft grundlegend und nicht zum Vorteil für die die gute Rock oder Hard Rock Mucke hören wollten. Als Kopie der genannten Vergleiche sollte man OUTLAW BLOOD nicht sehen, aber sie machen genau diese Art von Musik wie auch die Vergleiche mach(t)en. Das Album hält problemlos den Test der Zeit stand und ist in 35 Jahren kein Stück gealtert.

Ein Album das damals alles mitbrachte was der Rocker hören wollte, nur eben um ein paar Jahre zu Spät veröffentlicht. Wäre dieses Album in den 80ern erschienen hätte OUTLAW BLOOD eine ernst zu nehmende Konkurrenz für AEROSMITH und Co dargestellt. Also eine gerechtfertigte Vorstellung in der RG-Zeitmaschine. Wer sich angesprochen fühlt, schnell zum Plattendealer des Vertrauens gesprintet und OUTLAW BLOOD besorgt.

„Tower Of Love“ ein sehr guter Start ins Album mit einem kleinen Hit, „Body And Soul“ der nächste Hit bahnt sich an, mit traumhaft geilem Refrain. „Last Act“ fängt an als wenn Blues den Southern Rock geküsst hätte und eine Verbindung mit Hard Rock eingegangen wäre, „Sink My Teeth“ es wird flott drauf los gerockt und rollt. „Every Day I Die“ eine traumhafte Powerballade die in den 80ern die vorderen Plätze der Top 10s gestürmt hätte, „Soul Revival“ ein sehr flotter Rock N Roller im besten ASPHALT BALLET Stil. „I’m N Shock“ ein weiteres Highlight, „Red Hot N Blue“ die Jungs konnten es einfach nicht lassen einen Kracher nach dem anderen einzutüten. „Slave To Love“ und noch so ein verdammt geiler Rocker der in den 80ern die Hitparaden blockiert hätte – die unangefochtene #1 des Albums, „Fall Thru The Cracks“ und noch so ein eingängiger Rocker der alles umreißt was im Weg steht, „Hollywood Babylon“ zum Schluss gibt es noch einen schnellen Rock N Roller.

Balle

BLACK STONE CHERRY – Celebrate

Trackliste:

01. Celebrate
02. Neon Eyes
03. Caught Up In The Up Down
04. I’m Fine
05. Deep
06. What You’re Made Of
07. Don’t You (Forget About Me) feat. Tyler Connolly

 

 

 

Spielzeit: 25:17 min – Genre: Hard Rock – Label: Mascot Records – VÖ: 06.03.2026 – Page: www.facebook.com/blackstonecherry/

 

Etwa drei Jahre nach dem letzten Album „Screamin‘ At The Sky“ kehren die aus Kenntucky stammenden Hard Rocker BLACK STONE CHERRY mit der EP „Celebrate“ zurück. Seit 2003 veröffentlichten BLACK STONE CHERRY neun starke Alben die sich alle im Hard Rock bewegen mal mit mehr oder weniger Blues, Southern Rock Anteil oder leichtem modernem Anstrich in ihrem Sound. Egal wo die Reise hinging, die Hard Rocker trafen auf jedem Album genau ins Schwarze.

Auf „Celebrate“ waren Chris Robertson an Mikro und Gitarre, Ben Wells Gitarre, Steve Jewell Jr. An Bass und John Fred Young an den Drums beteiligt. Steve meiner Recherche zum ersten Mal als Bassist bei BLACK STONE CHERRY dabei. Die Stimme von Chris hat im Laufe der Jahre nichts an Ausstrahlung und Kraft verloren, er singt immer noch wie ein junger Gott ohne dabei schwächen zu zeigen. Die Gitarren klingen wie bei der Band gewohnt, wenn sie loslegen düster und bedrohlich, allerdings nicht so Depri wie im Alternative oder Nu Rock. Die Gitarren sind irgendwie, trotz der Bedrohlichkeit passend ausgeführt und matchen einfach sehr gut mit den Kompositionen. Der Bass kann bei genauem Hinhören beim Wummern lokalisiert werden. Der Drummer verhaut die Felle nach Strich und Faden, ohne Gnade prügeln die Sticks auf die Bespannungen ein. Die Produktion klingt trocken, dies passte schon immer zum Sound von BLACK STONE CHERRY, steril oder klinisch würde sich im Bandsound schlimm anfühlen.

BLACK STONE CHERRY machen das was sie am besten können – und das seit über 20 Jahren, ohne Rücksicht auf Trends oder was gerade In ist, drauf los rocken. Kein Blick geht nach Links oder Rechts, einfach straight geradeaus wie ein sehr guter Kenntucky Whiskey, kein billig Fusel, sondern der richtig gute Stoff, denn genau danach klingt der Bandsound. Hard Rock mit hier und da modern angehauchten Riffen, Blues, Southern und Roots Anteile finden sich auch zur genüge, so dass die Band einen sehr coolen Sound entwickelt hat der auf Anhieb gefallen findet und überzeugend wirkt. Die einzigen beiden Kritikpunkte die ich finden konnte, leider nur sieben Songs und eine Laufzeit von 25:17 Minuten und an manchen Stellen die Verzerrung der Stimme, ansonsten gibt es rein nichts an der EP auszusetzen.

Kenntucky’s Finest haben wieder mal gewaltig einen aus dem Sack geholt und rocken was das Mikro und die Instrumente hergeben. Und außerdem besitzt die Band riesige Klöten aus „Don’t You (Forget About Me)“ im Südstaaten Style aufzunehmen.

„Celebrate“ ein für die Band typischer Hard Rocker mit Schmackes, „Neon Eyes“ düster und bedrohlich, dabei aber cool gemacht. „Caught Up In The Up Down“ ein Highlight mit dem rohen Kenntucky Touch der Band, „I’m Fine“ erinnert vom Riffing an eingängige NIRVANA und FOO FIGHTERS. „Deep“ ein starker Rocker der mit Drama und zusätzlicher Akustikgitarre kommt, „What You’re Made Of“ kommt wieder ein wenig moderner aus den Socken, „Don’t You (Forget About Me)“ wow wie cool ist das den der SIMPLE MINDS Klassiker im Kenntucky BBQ Südstaaten Style, ich kenne mehrer Coverversionen dieses Songs, aber diese zählt mit zu den geilsten.

Balle

LOUD & CLEAR – Loud & Clear (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Make It Loud
02. Love Waits
03. Hold On
04. I Wanna Rock With You
05. Rhythm & Booze
06. Ride Into The Moonlight
07. Waiting For The Roar
08. Ghosts Of Summer
09. Baby Wants To Rock
10. Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore
11. Goodbye Eyes
12. Candle In The Window

Spielzeit: 48:05 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 1997 – Page:

Man schrieb das Jahr 1997, sechs Jahre nach dem NIRVANA Erdbeben veröffentlichten vier Melodic Rock Musiker ihr gleichnamiges Debütalbum in Eigenregie. Der Zeitpunkt war für diese Art Musik nicht mehr der Beste, und so ist LOUD & CLEAR nie wirklich über einen Geheimtipp oder Insider hinausgekommen. 2002 kam zwar noch ein zweites Album mit dem Titel „Disc-Connected“ bei MTM heraus, danach wurde das Kapitel LOUD & CLEAR geschlossen. Bis zum Jahr 2010 als die Band ROCK SUGAR mit ihrem ersten Mash-Up Album auftauchte und mit den beiden Masterminds von LOUD & CLEAR Jess Harnell und Chuck Duran wieder im Rampenlicht erschien.

Zur Besetzung von LOUD & CLEAR gehörten damals Jess Harnell am Mikrofon, Chuck Duran an den Gitarren, Mark Allardyce an Bass und Craig Shaw an den Drums. Jess besitzt eine sehr kräftige und aussagefähige Stimme die sich in den mittleren bis in die höheren Töne bewegt, zu dieser Tonlage gesellt sich eine gewisse Portion Rauch die dem Ganzen eine besondere Faszination verleiht. Die Gitarren machen keine Gefangenen, sind mal härter oder softer ausgeführt, je wie es der Song gerade erfordert. Der Bass kann bei genauem Hinhören wahrgenommen werden. Die Drums sind dezent ausgeführt und nicht so auffällig wie bei anderen Bands ausgefallen. Die Produktion kann den Standard der Songs leider nicht ganz mitgehen, da müssen Abstriche in Kauf genommen werden.

Der Stil befindet sich, wenn es um AOR geht im SURVIVOR und JOURNEY Fahrwasser, wenn es mal intensiver Richtung Melodic Rock geht kann man DEF LEPPARD mit „HYSTERIA“ oder BB STEAL als groben Vergleich sehen. Auf diesem Debütalbum bewiesen LOUD & CLEAR welch hohes Potential und Genialität in ihnen steckte, was sie auch auf Album #2 von 2002 unter Beweis stellen konnten. Leider war die Zeit für solche Musik lange vorbei und LOUD & CLEAR schafften es nicht den großen Wurf zu landen. Die enthaltenen Songs ließen großes hoffen, was sich leider nicht bewahrheitete und nach 2002 verschwand die Band bis 2010 um als ROCK SUGAR mit Mash-Up Versionen von erfolgreichen Pop und Rock Songs für aufsehen zu sorgen. Trotz des ausbleibenden Erfolges tut dies dem sehr guten Debütalbum keinen Abbruch und zeigt eine Band die wusste was sie wollte, leider um Jahre zu spät.

Mit den drei Melodic Rock Perlen „Ride Into The Moonlight“, „Waiting For The Roar“ oder „Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore“ wäre der Band in den späten 80ern ein Megaseller geglückt.

„Make It Loud“ ein flotter Einstieg ins Album, mit „Love Waits“ folgt eine AOR Perle. „Hold On“ eine Ballade die überzeugen kann, „I Wanna Rock With You“ hier kommt ein stampfender Rocker der voll nach vorne geht. „Rhythm & Booze“ bewegt sich zwischen Powerballade und Rocker, „Ride Into The Moonlight“ ein geniales Highlight das es in den 80er weit hätte bringen können. „Waiting For The Roar“ ein Brecher und weiteres Schmankerl das sogar heute noch den Test der Zeit übersteht, „Ghosts Of Summer“ ein Song mit traumhaft geilem Refrain für den andere Bands töten würden. „Baby Wants To Rock“ hier gibt es flotten AOR mit leichten Rock N Roll Vibes, „Doesn’t Anybody Fall In Love Anymore“ die Band geizt nicht mit eingängigen und melodischen Songs, auch dieser bietet eine überzeugende Leistung. „Goodbye Eyes“ diese Ballade ist in den Strophen fast schon lahm, im Refrain explodiert der Song regelrecht, „Candle In The Window“ zum Schluss wird nochmals richtig drauf los gerockt.

Balle

BAD MOON RISING – Bad Moon Rising (RG – Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Hands On Heaven
02. If It Ain’t Dirty
03. Without Your Love
04. Full Moon Fever
05. Lie Down
06. Old Flames
07. Built For Speed
08. Dark Side Of Babylon
09. Sunset After Midnight
10. Wayward Son

 

Spielzeit: 44:58 min – Genre: Hard Rock – Label: Pony Canyon Inc. – VÖ: 1991 – Page:

Man schrieb das Jahr 1991, die Hard Rock Band LION um Sänger Kal Swan und Gitarrist Doug Aldrich war Geschichte. In diesem Jahr veröffentlichen die beiden Musiker unter dem Namen BAD MOON RISING das gleichnamige Hard Rock Album, dass erste von drei Alben bis 1995. Bis Doug Aldrich dann im Jahr 1999 mit der Band BURNING RAIN im selben Genre wieder für Aufsehen sorgte.

Neben Kal am Mikrofon und Akustikgitarre und Doug Aldrich an Gitarren waren folgende Musiker am BAD MOON RISING Debütalbum beteiligt, Michael Schenker an Leadgitarre bei „Built For Speed“, Rick Serrate und Fred Mandel an Keyboards, Chuck Wright an Bass und Ken Mary an den Drums. Neben Kal und Doug trugen noch drei bekannte Musiker ihren Teil zum Debüt bei, Rick und Fred sind mir unbekannt.

LION war wie oben schon geschrieben Geschichte also präsentierten sich Kal und Doug erneut in Form von BAD MOON RISING der Musikwelt um diese zu erobern. Kal besitzt eine sehr raue und derbe Stimmfärbung die mit sehr viel Dreck glänzt und zu dem rohen und ungeschliffenen Hard Rock sowohl von LION als auch BAD MOON RISING passt. Vergleichen lässt sich das Organ schlecht da er seine eigene Art hat zu singen, deshalb ist er auch unter tausenden heraus zu hören. Die Gitarren von Doug verpassen dem Hörer eine Ohrfeige nach der anderen, weder zu hart noch zu soft haut er die Riffe raus. Das Keyboard wird sehr dezent eingesetzt und schwirrt im Hintergrund rum ohne groß aufzufallen. Der Bass von Chuck haut einem den Draht aus der Mütze, leise oder dezent sind Fremdwörter für den Tieftonakrobaten. Ken war noch nie ein zurückhaltender Drummer, sondern eher von der auffälligeren Sorte und dies stellt er auch auf diesem Album wieder unter Beweis. Die Produktion klingt wie der Hard Rock, roh, rau und nicht auf schön getrimmt, könnte allerdings ein wenig mehr Dynamik vertragen.

Wer die 80er Band LION und BURNING RAIN kennt sollte jetzt mit der Zunge schnalzen, denn genau auf dieser Schiene agieren auch BAD MOON RISING. Will für diejenigen die beide Bands nicht kennen heißen, es kommt roher ungeschönter Hard Rock nordamerikanischer Prägung auf den Teller. Angereichert mit ausgeprägten und erfrischenden Blues Vibes, die das Ganze sehr interessant wirken lassen. Vergleichen kann man eben mit LION und BURNING RAIN, sowie mit BADLANDS, 20/20 BLIND, BLACK BAMBI, BABYLON A.D., SHARK ISLAND, dem ASPHALT BALLET Debüt, wenn es balladesk wird dem SKID ROW Debüt und noch vielen mehr. Trotz der genannten Vergleiche waren BAD MOON RISING unvergleichlich und trugen deutlich die Handschrift von Kal und Doug. Egal ob es die Stimme von Kal oder das Gitarrenspiel von Doug ist, beides ist von einer verdammt hohen Qualität, das Songwriting trägt natürlich auch dazu bei.

Sehr Schade das nach drei Alben 1995 auch mit BAD MOON RISING Schluss war, wer die Musiklandschaft ein wenig verfolgt weiß das Doug Mitglied der Supergroup THE DEAD DAISIES ist und dort sehr gute Arbeit leistet. BAD MOON RISING hätten das Potential gehabt ganz oben zu landen, leider traf diese äußerst talentierte Band damals dasselbe Schicksal wie viele andere Bands. Durch das auskotzen von NIRVANA und Co war anständiger Hard Rock über Nacht Out und aus dem Radio verbannt, jeder wollte nur noch Deprimucke hören und kaufen, außer man nannte sich SCORPIONS, ALICE COOPER, OZZY OSBOUNRE, AC DC oder noch ein paar wenige. Alle drei Alben von BAD MOON RISING sind nicht leicht zu finden und können unter Umständen ein sehr tiefes Loch in die Haushaltskasse reißen, also ist beim Suchen Geduld gefragt.

„Hands On Heaven“ ein sehr intensiver Einstieg in das Album, „If It Ain’t Dirty“ bei diesem Stampfer kommt herrliches Old School Keyboard mit ins Spiel. „Without Your Love“ eine coole Ballade mit geiler Akustikklampfe, „Full Moon Fever“ geht wieder mächtig Böse nach vorne. „Lie Down“ verbreitet sehr gute Laune, das Ding bricht durch jede noch so harte Wand, „Old Flames“ in den Strophen Softrocker während der Refrain rockt. „Built For Speed“ ein flotter Rocker der Hummeln im Hintern hat, „Dark Side Of Babylon“ fängt sehr soft und zurückhaltend in den ersten Strophen an bis zur 55 Sekunde, ab da geht das Dingens ab wie ein Hund der von einer Katze eine richtige Gescheuert bekommen hat. „Sunset After Midnight“ und noch so ein Rocker mit sehr viel Potential aber nie Gehör bekam, „Wayward Son“ diese Ballade erinnert mich an die ersten beiden W.A.S.P. Alben.

Balle

NORWAY – Night Dreams (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Heartbeat
02. Every Little Thing
03. Night Dreams
04. Give You My Love
05. Destination Unknown
06. Love On The Line
07. Never Gonna Fall In Love Again
08. Bad Boys
09. Love Is Strong Enough
10. Surrender

 

Spielzeit: 41:51 min – Genre: AOR – Label: Pier-San Records – VÖ: 1997 – Page: www.facebook.com/Norway

Im Laufe des Jahres 1997 oder 1998 hörte ich den Song „Heartbeat“ der US-Band NORWAY auf einem Sampler des englischen Magazins Hard Roxx, der Song ging gleich runter wie sehr gutes Speiseöl. Als ich kurz darauf bei Hang Loose Records bestellte meinte mein Gegenüber am Telefon ob ich NORWAY kennen würde, als ich sagte den oben erwähnten Song zu kennen, meinte man das gesamte Album ist ein Burner. Also orderte ich das Album bei dieser Bestellung mit. Und ja mein Gegenüber sollte Recht behalten, das Album zündete sofort beim ersten Durchgang.

Zur Band gehörten auf dem Debüt Glenn Pierson an Mikrofon und Keyboards, Jim Santos an Gitarren, Joe Slattery an Bass und Marty Brasington am Schlagzeug. Glenn hat eine verdammt gute Stimme, die sich meist in den oberen Tönen rumtreibt, dass allerdings ohne den Nervfaktor anzusprechen. Bei Bedarf kommt auch eine Portion Dreck hinzu um das Ganze abwechslungsreich zu gestalten. Dabei bewegt sich die Stimmfärbung in etwa bei Chris Ousey (HEARTLAND) und Jess Harnell (Loud & Clear, Rock Sugar). Die Gitarren, egal ob akustisch oder elektrisch kommen immer genau auf den Punkt und sind beim Einsatz immer präsent ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Die Tastenabteilung hört sich sehr 80er Lastig an und steht einen Schritt hinter den Gitarren um das Fundament für Glenns Stimme zu bilden. Der Bass bewegt sich unspektakulär im Raum ohne den großen Macker raushängen zu lassen. Das Schlagzeug ist der einzige Kritikpunkt, denn das hört sich nach Samples und Blechkasten an, wurde dabei aber sehr gut ausgeführt um alles vor sich herzutreiben. Die Produktion klingt für eine Eigenveröffentlichung noch annehmbar, könnte in allen Frequenzen aber noch Dynamik vertragen.

Der Musikstil von NORWAY ist sehr tief in den 1980ern verwurzelt, was man in jeder Note oder Akkord hören und spüren kann. Stellt sich dieser Umstand als Nachteil für die Band heraus? Ich antworte mit einem sehr deutlichen Nein! Wer es schafft den Spirit und das damalige Gefühl so prägnant und stark auszudrücken hat nichts falsch gemacht, vielmehr alles an die Richtige Stelle gesetzt. Die meisten der Songs sind derart gefühlvoll ausgeführt das man meint das das Drama nicht mehr getoppt werden kann, auf der anderen Seite harmoniert dieses gefühlvolle sehr gut mit NORWAY. Die Jungs schafften es auf ihrem Debüt den 80er Arena und AOR Rock wieder auf Konserve zu bringen, dass auf einem Level das viele nicht mal ansatzweise erreichen oder ran schmecken können. NORWAYs Sound kann man am ehesten mit dem von 8084, SURVIVOR, LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, JOURNEY und NIGHT RANGER vergleichen. Der Sound ist sowas von US-Arena Rock, mehr geht nicht.

Leider war meines Wissens nach Album #3 „Rising Up From The Ashes“ aus dem Jahr 2007, ohne Glenn Pierson, Schluss mit Veröffentlichung. Was sehr Schade ist, da sehr großes Potential in der Band steckte oder immer noch steckt. Es gibt noch einen aktiven Facebook Account auf dem hier und da mal ein Beitrag erscheint.

„Heartbeat“ geht gleich am Anfang mit Genuss ins Ohr, „Every Little Thing“ ein cooler Rocker mit Gefühl. „Night Dreams“ ein Highlight mit sehr viel Potential – in den 80ern wäre die Band mit so einen Hit groß rausgekommen und Dauergast im Radio, „Give You My Love“ hier kommt 80er Dramatik zum Einsatz. „Destination Unknown“ ein Rocker der mehr als nur Spaß macht, „Love On The Line“ lebt von den ups and downs von Glenns Stimme. „Never Gonna Fall In Love Again“ kommt mit sehr geiler Akustik-Gitarre, „Bad Boys“ das nächste eingängige Highlight und bestes Tanzflächen- oder Radiofutter, mit auffälliger Tastenbelegung. „Love Is Strong Enough“ Gefühl trifft auf NORWAY trifft auf Glenns engelsgleicher Stimme, „Surrender“ zum Abschluss zeigen die US-Boys nochmals wo der Arena Rock Hammer hängt, nämlich bei NORWAY in Reinkultur.

Balle