CONFESS – Metalmorphosis

Trackliste:

01. Colorvision
02. The Warriors
03. Wicked Temptations
04. Metalmorphosis
05. Beat Of My Heart
06. Pursuit Of The Jenny Haniver
07. The Other Side
08. Running To My Death
09. Plague Of Steel
10. Silvermalen

 

Spielzeit: 43:32 min – Genre: Sleaze Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/confessofsweden

 

CONFESS melden sich mit ihrem vierten Album zurück, keines war schlecht, das dritte überflügelte die ersten Beiden und konnte Full House abräumen. Mittlerweile sind die Schweden bei Frontiers Music untergekommen und werden damit sicherlich einen Bekanntheitsschub bekommen. Vor Album #3 waren CONFESS so etwas wie der Geheimtipp im Sleaze Rock Genre, dies änderte sich mit ihrem dritten Album bestimmt und jetzt mit Frontiers Music im Rücken könnte ein weltweiter Durchbruch gelingen. Schade ist nur das die erste EP und beiden Alben so gut wie nicht mehr aufzutreiben sind, außer natürlich auf den Streaming Plattformen, mit dem Nachteil was man sich da anhört gehört einem nicht.

Zur aktuellen Besetzung von CONFESS gehören Sänger John Elliot, die Gitarristen Ludwig Nordlander und Asser Hakala, Bassist Lucky und die Drummachine Samuel Samael. Johns Stimme hat den selben Ausdruck wie auch schon zu Anfangstagen, mit ein wenig Verbesserung, da sie jetzt variabler erscheint. Er kann von sanft über dreckig bis hin zu rau, und bedient diese Palette je nach Bedarf. Seit den ersten Album hat er nicht viel aber er hat dazu gelernt und dies steht den Songs sehr gut. Die Gitarren sorgen immer noch für ein Riffgewitter nach dem Anderen. Der Bass kann auch für Dampf sorgen und die Drums treiben alles vor sich her. Die Keyboards unterstützen den Rest der Band mit ihren dezenten Einlagen. Die Produktion ist dynamisch, gelungen und lässt nichts vermissen.

CONFESS machen auch auf „Metalmorphosis“ das was sie können, sie rocken bis der Arzt kommt. Dabei gibt es gewaltig auf die Lauscher, rotzfrech, vorlaut und mit ihrem schwedischen Augenzwinkern geht es voll nach vorne. Haben die Jungs dabei etwas ausgelassen oder vergessen? Nein, sie haben nichts übersehen, sie rocken so wie man es seit dem Debütalbum „Jail“ von ihnen gewohnt ist, und das keinen Deut schlechter. CONFESS sind wie ein guter Whisky, mit jedem Album steigt die Reife und das können wird immer raffinierter, wenn diese Entwicklung so weiter geht steht einem weltweiten Erfolg nichts mehr im Weg. Der Titel ist leicht irreführend, in den Metal driften sie nicht ab, versuchen sich aber an Riffsalven die an Metal erinnern. Selbst wenn es mal metalisch wird, wird es nicht zu hart, sondern bleibt im gewohnten Sleaze Rock mit einer kleinen Metal Note.

CONFESS kann man am besten als eine Mischung aus CRAZY LIXX, dem Debüt von CRASHDIET, HARDCORE SUPERSTAR sehen, und vielleicht ein winziger Tupfer SVEN GALI. Was spricht also dagegen die nächste Party von CONFESS beschallen zu lassen? Absolut nichts, wer auf dreckigen und versauten Sleaze Rock steht ist bei dieser Band genau an der richtigen Adresse.

Erneut legen CONFESS ein saustarkes Album vor, dass alles mitbringt was es mitbringen soll – diesmal auch über 40 Minuten, dass es keinen Grund gibt ein negatives Wort über das Album zu verlieren.

„Colorvision“ fängt mit einem Intro an was keiner benötigt – allerdings nach dem Intro geht die Treterei in den Hintern mit voller Macht lost, „The Warriors“ erinnert mich an eine dreckigere Version von SVEN GALI. „Wicked Temptations“ hier sind sie die CONFESS die mit ihrer unwiderstehlichen Charme offensive glänzen „Metalmorphosis“ ein flottes Highlight mit viel Druck. „Beat Of My Heart“ eine schöne Ballade die mit einer traumhaften Akustik Gitarre kommt, „Pursuit Of The Jenny Haniver“ hier benutzt die Band das erste Mal Metal artiges Riffing. „The Other Side“ noch so ein charmantes Highlight das einem nicht mehr aus dem Kopf geht, „Running To My Death“ ein Speedattacke die Potential besitzt. „Plague Of Steel“ in Strophen herrscht Chaos – im Refrain Harmonie, „Silvermalen“ am Schluss packen CONFESS nochmal die Melodic-Kelle aus und erinnern an einen Symbiose aus 70ern und CONFESS.

Balle

MICHAEL MONROE – Outerstellar

Trackliste:

01. Rockin´ Horse
02. Shinola
03. Black Cadillac
04. When The Apocalypse Comes
05. Painless
06. Newtro Bombs
07. Disconnected
08. Precious
09. Pushin´ Me Back
10. Glitter & Dust
11. Rode To Ruin
12. One More Sunrise

Spielzeit: 43:58 min. – Genre: Hardrock, Sleaze Rock – Label: Silver Lining Music – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.michaelmonroe.com/web

 

MICHAEL MONROE ist ein Rockstar! So viel steht fest. Seit über 45 Jahren fegt er über die Rock´n Roll Bühnen dieses Planeten. Zuerst mit den göttlichen HANOI ROCKS, die 1984 aus bekannten Gründen ein jähes Ende fanden, er initiierte in den Neunzigern tolle Bandprojekte wie DEMOLITION 23 oder JERUSALEM SLIM, die stets seine Handschrift trugen und seit 1985 ist er auch unter seinem guten Namen unterwegs. Alleine sein 1989er Werk „Not Fakin´ It“ ist ein feuchter Traum für alle Genrefans. Seit dem Neustart im Jahr 2010 liefert er moderne Glam/Punk/Hardrock-Alben erster Güte ab – und zwar immer wieder aufs Neue.

Dass MONROE aber nicht die einzige Koryphäe in der Band ist, zeigt ein Blick auf die übrigen Mitwirkenden. Aktuell stehen da Steve Conte (guitars) und Sami Yaffa (bass) von den späten NEW YORK DOLLS, Rich Jones (guitars) – Ex-GINGER WILDHEART, der in die Fußstapfen von Dregen trat und Karl Rockfist (drums), der schon bei STEEL PROPHET oder DANZIG die Stöcke schwang. Mr. MONROE schart quasi eine All-Star-Band um sich.

Mit „Outerstellar“ steht das mittlerweile dreizehnte Soloalbum in den Startlöchern. Die erste Single „Rockin´ Horse“ war etwas – anders. Das Video dazu war inspiriert von den klassischen Slapstick-Clips der Achtziger von DAVID LEE ROTH oder MÖTLEY CRÜE, der Song dazu punkig, ohne große Melodiebögen. Aber das ist MICHAEL MONROE – man weiß nie was passiert. Überhaupt ist die neue Platte sehr abwechslungsreich und überhaupt nicht vorhersehbar. Zumindest teilweise. Songs wie „Disconnected“, „Shinola“ oder „Pushin´ Me Back“ sind geradeheraus, haben diesen melodischen MONROE-Charme – das sind Songs die man am ehesten erwarten dürfte. Dann gibt es eben eine etwas verrückte Abteilung mit Stücken wie „Rockin´ Horse“ oder „Precious“. Und auch ruhige Momente wie bei „Glitter & Dust“ oder „One More Sunrise“ dürfen nicht fehlen. „Black Cadillac“ ist eine Hommage an den unvergessenen JOHNNY THUNDERS während „Painless“ fast schon an OASIS erinnert.

„Outerstellar“ ist also wieder einmal ein bunter Strauß an Glam/Punk/Hardrock Melodien geworden. Und ein Album das man hören sollte, nein muss. Egal ob wegen MICHAEL MONROE selbst und seiner großartigen Band oder wegen der Songs.

Stefan

MIDNITE CITY – Bite The Bullet

Trackliste:

01. Live Like Ya Mean It
02. Worth Fighting For
03. It´s Going To Be Alright
04. Heaven In This Hell
05. Running Back To Your Heart
06. Lethal Dose Of Lose
07. Archer´s Song
08. Seeing Is Believing
09. No One Wins
10. Hang On Til Tomorrow
11. When The Summer Ends

Spielzeit: 46:01 min. – Genre: Melodic Rock, Hair Metal – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/midnitecityuk

 

Großbritannien war in den Achtzigern nicht die Übermacht in Sachen Sleaze und Hair Metal. Dennoch brachte das vereinigte Königreich einige durchaus erfolgreiche Vertreter wie TIGERTAILZ oder Underground-Legenden wie WRATHCHILD hervor. Im neuen Jahrtausend war diese Art von Musik quasi nicht existent, erst mit einzelnen neuen Bands wie CRASHDIET wurde wieder über diese Art von Musik gesprochen, was einige alte Recken wieder ans Tageslicht beförderte. So auch TIGERTAILZ, die sich 2012 neu aufstellten – mit einem gewissen Rob Wylde an der Gitarre. Fünf Jahre später gründete dieser seine eigene Combo MIDNITE CITY, bei der er auch den Gesang übernahm. Der Rest ist Geschichte, vier Alben haben die Jungs seither auf dem Kerbholz, von denen „There Goes The Neighbourhood“ wohl das beliebteste war. Zeit also um kräftig nachzulegen. Seit ihrem letzten Werk „In At The Deep End“ haben die Keyboards von Shawn Charvette ordentlich an Präsenz hinzugewonnen. Der Sound hat einen kräftigen Schub in Richtung AOR bekommen.

Das haben die Briten auf ihrem neuen Album „Bite The Bullet“ beibehalten. Hinter dem Mischpult saß erneut der Schwede Chris Laney. Er hat MIDNITE CITY einen Sound auf den Leib gezaubert, der vom Debüt der amerikanischen Kollegen DANGER DANGER gar nicht so weit entfernt ist. Auch in Sachen Melodien können die Songs auf „Bite The Bullet“ mithalten. Und doch ist die Platte natürlich kein bloßer Abklatsch sondern songtechnisch eines der stärksten Outputs der Briten und es tönt natürlich ganz klar nach MIDNITE CITY.

Die Retroschiene wird momentan sehr stark befahren – egal im klassischen Heavy Metal, Melodic Rock oder Thrash- bzw Death Metal Bereich – alles ist auf retro getrimmt. Unzählige (gute) neue Bands sprießen aus dem Boden. Nur gut, dass MIDNITE CITY schon einiges vorzuweisen haben, sonst wäre das Risiko groß, die Band im Veröffentlichungs-Dschungel zu übersehen.

Nun aber endlich zu den Songs: Los geht’s mit dem großartigen „Live Like Ya Mean It“. Ein Refrain voller Melodie, Power und jeder Menge Vitalität – so muss ein Opener klingen. Vollgestopft mit positiver Energie legt „Worth Fighting For“ das Level vor, das über die gesamte Spielzeit locker gehalten wird. „It´s Going To Be Alright“ nimmt das Tempo etwas raus bevor „Heaven In This Hell“ mit ALICE COOPER Gedächtnis-Riff an die seligen „Trash“-Zeiten erinnert. „Lethal Dose Of Love“ könnte auch gut und gerne auf einem aktuellen Album von CRAZY LIXX stehen. Das soll allerdings weniger als Vergleich denn als Gütesiegel zu werten sein. Nach dem Instrumental „Archer´s Song“ folgt mit „Seeing Is Believing“ ein hochkarätiger Midtempo-Stampfer, der die Mädels in den Rock Discotheken der Republik früher auf die Tanzfläche gelockt hätte. Und mit „When The Summer Ends“ haben die Briten ein letztes Highlight an das Ende dieser rundum gelungenen dreiviertel Stunde Melodic/Sleaze Rock gesetzt.

MIDNITE CITY bleiben sich selbst treu, machen was die Fans von ihnen erwarten und was sie lieben. Nämlich hochmelodischen Hardrock, der wie eingangs erwähnt nicht selten an das fabulöse Debüt der amerikanischen Kollegen von DANGER DANGER erinnert. Ein Sommeralbum erster Güte, das natürlich auch jetzt zum VÖ prächtig funktioniert! Erhältlich als CD und limitierte gelbe LP. Get it while it´s hot!

Stefan

REPTILE SMILE – Mark III

Trackliste:

01. Self Righteous Bastard
02. Stay Tuned To My Station
03. Minding My Own Business
04. Holiday In The City *
05. Push Has Come To Shove *
06. Automatic Cool *
07. 2000 Miles *
08. Shove `Em Down *
09. Hush Hush +
10. Senorita Lucy +
11. Rattlesnake Valley +
12. Pour `Em Right Up
13. Freight Train

* – taken from „Automatic Cool“ 1990
+ – taken from „Who Makes The Rules“ 1991

Spielzeit: 48:22 min. – Genre: Hardrock, Sleaze Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 29.11.2024 – Page: www.facebook.com/ReptileSmile

 

Mit REPTILE SMILE rückt eine Band zurück ins Rampenlicht, die zu ihrer ersten Blütezeit zum Ausgang der klassischen Hardrock- und Sleaze-Zeit Anfang der Neunziger allenfalls gutplatziert in der dritten Liga spielen konnte. Was nicht heißen soll, dass ihre beiden Alben „Automatic Cool“ 1990 und „Who Makes The Rules“ 1991 schlecht waren. Nur eben ungünstig, weil die Band wie tausende anderer ähnlich gestrickter Formationen zu spät in die Szene drückten und nur noch ein kleines bisschen ihres Feenstaubs verteilen konnten.

Dabei hatten Peter Shapiro (vocals), Martin Karlegard (guitars), Jan Lissnils (guitars), Jake Snake (bass) und Michel Maiden (drums) mit ihrem leicht bluesigen aber durchaus treibenden Hardrock eigentlich alle Voraussetzungen, um durchzustarten. Dass das nicht mehr geklappt hat, zeigen die Geschichtsbücher. Und so war es lange ruhig im Bandlager, nur der engste Kreis hat die Kleinstbeben mitbekommen – z.B. dass sich bereits 2010 die Idee zu einigen Neuaufnahmen alter Klassiker entwickelte, die erst jetzt mit „Mark III“ Wirklichkeit wurde bzw. das Licht der Welt erblickt.

Aber nicht alles auf „Mark III“ ist altbekannt. Insgesamt acht Songs wurden in neues Gewand gekleidet. Das restliche Material war für eine dritte Platte vorgesehen, die angeblich 1994 aufgenommen aber nie veröffentlicht wurde. Long story short: hier liegt sie also vor Euch – die dritte Platte der schwedischen Hardrocker REPTILE SMILE. Neben den Originalmitgliedern Shapiro/Karlegard/Maiden kommt Andreas Karlegard am Bass in die Band, Jan Lissnils und Fredrik Björk sind für viele Gitarrenbeiträge genannt.

Lassen wir doch mal die Musik sprechen: Mit „Self Righteous Bastard“ startet die Platte riffbetont und durchaus mit einem Ausrufezeichen. Der klassische Rock´n Roller „Minding My Own Business“ macht ordentlich Spaß. Warum aber dann die beiden doch recht ähnlich klingenden Songs „Holiday In The City“ und „Push Has Come To Shove“ für eine zweites Leben ausgewählt wurden und nicht Klassiker wie „Wild Life“ oder das coole „Get Down (Get With It)“, wirft Fragen auf.

Die Neuaufnahmen fügen sich allesamt perfekt ein – die Platte klingt wie aus einem Guss. Natürlich sind „Automatic Cool“, „2000 Miles“ oder „Senorita Lucy“ auch heute noch großartige Songs, die ehrlicherweise immer noch die Highlights auf Mark III darstellen. Mit „Poor ´Em Right Up“ und „Freight Train“ endet das Album gutklassig mit zwei Songs, die Mitte der 2010er bereits als Single veröffentlicht wurden.

REPTILE SMILE klingen heute natürlich komplett anders als Anfang der Neunziger. Das gibt den alten Songs einen interessanten Anstrich und lassen sie nicht wie eine billige Eigenkopie wirken. „Mark III“ ist eine schöne Reise in die Vergangenheit und irgendwie doch nicht, da das Songmaterial hier so klingt wie es heute klingen soll. Für Fans der Band eine wirklich coole Sache, für Neueinsteiger eine ebenso interessante Geschichte mit der Gefahr, das alte Material vielleicht mit anderen Augen zu sehen.

Stefan

NIGHT LASER – Call Me What You Want

Trackliste:

01. Bittersweet Dreams
02. Way To The Thrill
03. No More Changes
04. Don’t Call Me Hero
05. Law Of The Vulture
06. Laser Train
07. Travelers In Time
08. Captain Punishment
09. Fiddler On The Roof
10. Thin Ice (Bonus Track)
11. Über-Alman (Bonus Track)

Spielzeit: 52:16 min – Genre: Glam / Sleaze Rock – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 24.05.2024 – Page: www.facebook.com/nightlaserofficial/

 

Nachdem ich NIGHT LASER als Vorband von FREEDOM CALL Live sehen konnte dachte ich mir passt da ich deren neues Album „Call Me What You Want“ reviewen werde. Live waren die Jungs nicht übel, allerdings nur mit einer Gitarre auf der Bühne, durch diesen Umstand fehlte ein wenig Druck im Sound, ansonsten war es ein anständiger Auftritt. Eines vorweg ich kannte NIGHT LASER bis zur Live Show nur vom Namen, irgendwie bin ich nie dazu gekommen mir die Mucke von den Hamburgern anzuhören. Im Mai kam es zum unausweichlichen Date zwischen NIGHT LASER und mir.

Zu NIGHT LASER gehören Benno Hankers am Mikrofon, Felipe Zapata und Vincent Hadeler an den Gitarren, Robert Hankers am Bass und Ingemar Oswald an den Drums. Bei der Liveshow in München die ich sehen konnte kam mir Bennos Stimme arg dünn vor, hier auf Konserve macht er eine bei weitem besser Figur, aber die hohen Screams sollte er lieber dem King of Screams der 80er Jahre Ron Keel, Micha Kieske oder Justin Hawkins von THE DARKNESS überlassen die kommen weiter hoch und da klingt es nicht so schräg wie bei Benno, in manchen Momenten gibt es eine Ähnlichkeit zu Micha Kieske. Ansonsten wenn er nicht soweit hoch geht hört sich die Sache amtlich an. Am wohlsten fühlt er sich in den tiefen und mittleren Lagen und da gibt es keinen Anlass zu mosern. Die beiden Gitarren gehen aufs Ganze obwohl auf Konserve hören sich die Jungs softer und braver an als Live. Nicht vom Stil sondern die Gitarren kommen auf Konserve dezenter eingesetzt und nicht so auf dicke Hose wie Live. Der Bass haut voll durch und spielt das halbstarke Stinktier auf Stänker Tour. Der Drummer gibt alles was die Sticks und Felle zulassen aber dies dezenter als andere Vertreter der Zunft.

Da ich die Vorgänger nicht kenne kann ich nur für dieses Album sprechen und da geht die Mucke in Richtung WINGER der 80er, RATT, CINDERALLA, KEEL, POISON, W.A.S.P., MÄDHOUSE, ein wenig DAD und wie sie sich alle nennen oder nannten. Mal vorlauter dann wieder gemäßigter aber immer voll auf die Glocke. Mit viel Melodie geht die Band ihren Weg der irgendwo zwischen Melodic / Glam / Sleaze und Hard Rock liegt und gelegentlich die Grenze zum Metal überschreitet. Dann kommen noch effektvoll eingesetzte Oooohooohhoooos zum Einsatz die das Ganze mit fetten Backroundvocals runder machen. NIGHT LASER scheuen sich auch nicht davor jedes altbekannte Klischee zu bedienen und so einen Blick auf die Erfolge der 80er zu werfen. Die Kompositionen sind auf jeden Fall auf Nummer sicher gestaltet, was ja auch nicht verkehrt sein muss, mit den Klischees die bedient werden lässt die Band die Vergangenheit nochmal aufleben. Da meint man im Jahre 2024 der 1980er Jahre Drops ist schon dermaßen ausgelutscht da kommt dann NIGHT LASER ums Eck und haut einem die volle Salve 80er ins Gebälk.

Als Fazit kann man den Jungs ein gutes bis sehr gutes Zeugnis ausstellen, allerdings mit einem kleinen aber, die hohen Screams wollen nicht so recht, dafür der Rest umso mehr.

„Bittersweet Dreams“ ein Song der neugierig macht, ganz nett mit einer coolen Bridge und Refrain in den Strophen harkt es ein wenig, „Way To The Thrill“ kann als Highlight bezeichnet werden, der Song hat alles was es braucht um zu zünden. „No More Changes“ in den Strophen sehr gutes Mittelmaß im Refrain steigt die Qualität wieder hörbar an, „Don’t Call Me Hero“ klingt deutlich besser als der Vorgänger. „Law Of The Vulture“ hier kommen epische Metalelemente zum Einsatz, „Laser Train“ irgendwo zwischen genial und kitsch angesiedelt mit Bluesriffing im Solo. „Travelers In Time“ eine Ballade die erst zum Schluss hin Fahrt aufnimmt, „Captain Punishment“ verwischt wieder die Grenze zwischen Hard Rock und Metal. „Fiddler On The Roof“ ein 9 Minuten Song der fast zu lang geraten ist und irgendwie an IRON MAIDEN erinnert, „Thin Ice (Bonus Track)“ geht als ausgewachsener Hard Rocker mit eingängigem Refrain durch, „Über-Alman (Bonus Track)“ was das Ding soll weiß nur die Band, hier werden die HOSEN und ÄRZTE mit Blues Note zitiert.

Balle

PUSSY SISSTER – Here Are The Pussys

Trackliste:

01. On The Run
02. Love Is Gone
03. Here Are The Pussys
04. Girls In Bed
05. Black Sheep (Of The Family)
06. Circus Of The Dark
07. Song For Mum And Dad
08. World Of Tomorrow
09. Humanity 2023
10. Brotherhood

 

Spielzeit: 36:26 min – Genre: Sleaze Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 10.05.2024 – Page: www.pussysisster.com

 

Geht es um Sleaze-Rock, schweift der Blick erst einmal nach Skandinavien oder über den großen Teich. Dass es aber auch hierzulande durchaus interessante Vertreter dieser Zunft gibt, bleibt oft unbeachtet. Klar, man muss schon etwas unter der Oberfläche graben, aber das ist den USA schon lange ähnlich. OK, es ist später Sonntag nachmittag, ich hab mir grade den dritten Wild Turkey pur eingegossen und lausche ein weiteres Mal dem neuen Dreher von PUSSY SISSTER. Das mittlerweile fünfte Album hatte eine lange Wartezeit von neun Jahren, da dürfte es vielen Fans nicht mehr so leicht fallen, der Band die (Striptease-) Stange zu halten. Leider ist das Promo-Info äußerst mager ausgefallen, aber Gründe warum es denn so lange gedauert hat, sind ja wohl auch zweitrangig. Fakt ist, es wird wieder gerockt im Hause PUSSY SISSTER und die Attitüde ist immer noch die gleiche: es wird wild, es wird heiß, es wird schlüpfrig – die PUSSY SISSTERs sind zurück!

Und man mag es kaum glauben, sie knüpfen nahtlos an ihre letzten beiden Alben „Pussy Sisster“ (2010) und „Arrogance“ (2015) an. Man hat mal wieder das Personal an den Drums (Janis Hiemesch) und der Gitarre (Harry LaFroce) getauscht, mit Bassist Coma und Sänger Chris Nad sind aber weiterhin zwei Protagonisten aus den Anfangstagen dabei. Chris Nad war von Anfang an an Bord, Coma stieß beim zweiten Demo „Hot Like Hell“ (2006) dazu.

Mit „On The Run“ startet die neue Platte nicht so stark, wie ich es erwartet hatte. Aber „Love Is Gone“ ist da schon aus anderem Holz geschnitzt. Cooler Groove, cooles Riff, coole Vocals. „Here Are The Pussys“ geht nach vorne, „Girls In Bed“ ist ein schleppendes, dreckiges Stück Rock´n Roll. Und wer glaubt, „Humanity 2023“ ist die Neuaufnahme eines alten Stücks, hat sich geschnitten. Der Song ist durchaus nachdenklich, was die aktuelle Situation in unserer Gesellschaft wohl ziemlich genau wiederspiegelt. Aber es gibt natürlich weitere Party-Songs: „Circus Of The Dark“ zum Beispiel. Und warum das wirklich tolle „Brotherhood“ an den Schluss der Platte verbannt wurde, weiß wohl kein Mensch. Ein absolutes Highlight dieses fünften Langspielers.

Summa summarum liefern PUSSY SISSTER ein kurzweiliges Album ab, das mit jeder Menge Partyattitüde und guter Laune gesegnet ist. Der nasale Gesang von Alex Nad ist auch heute noch Geschmackssache – zu einer Sleaze-Band passt er halt wie Arsch auf Eimer. Da gibt es viele weitere prominente Beispiele. „Here Are The Pussys“ war nie darauf ausgelegt, ernst zu klingen. Wobei mit „Humanity 2023“ oder „Song For Mum And Dad“ textlich durchaus gehaltvolles Material vorhanden ist. PUSSY SISSTER machen einfach das, was sie am besten können – Party!

Stefan

LYPSWITCH – World Of Sin

Trackliste:

01. World Of Sin
02. American Song
03. Somewhere Someplace
04. Watch Me Live
05. Carry Me Away
06. Rock N Roll Ain’t Pretty
07. Thirst
08. Domination
09. Rattlesnake Skin
10. Fever – Psychedelic
11. Sexx In The Sun
12. Razorblade Slide
13. Kiss In The Dark
14. Get Out – Run
15. Out Of Control
16. Man In The Middle
17. Dave’s Song

Spielzeit: 65:31 min – Genre: Sleaze Rock – Label: Eönian Records – VÖ: 29.03.2024 – Page: www.facebook.com/Lypswitch

 

Das US Label Eönian Records glänzt mit einer Vielzahl an Bands und Veröffentlichungen die alle gut bis sehr gut sind, allerdings mit einem sehr großen Aber. Dieses Aber bezieht sich auf die in 90% der Fälle unterirdische Soundqualität der Aufnahmen die in den meisten Fällen wahrscheinlich mit einem Einspur-Tape oder was weiß ich für ein Magnetmedium in irgendeinem Keller zusammengeschustert wurden. Schlecht ist das Material auf keinen Fall nur befindet sich der Sound in dem Rahmen der 90% in der Kategorie Körperverletzung und man verliert nach dem ersten Hören des ersten Songs das Interesse weil einem die Lust darauf vermiest wird.

Also mal mein Wissen über die Qualität des Sounds von Eönian Records Alben beiseitegeschoben und ein Blick auf LYPSWITCH mit dem Album „World Of Sin“ werfen. Leider befinden sich keine Infos im Promopaket, das einzige ist das Cover und ein paar Fotos der Band, und die zeigen Jungspunde die gerade dem Pickel, Akne oder Hormonstau Alter entflohen sind. Wann die Bilder entstanden sind erschließt sich durch fehlende Infos nicht. Aber ich denke mal wie bei der Mehrheit der Eönian Veröffentlichungen von Ende der 80er bis in die Mitte der 1990er Jahre, egal ob jetzt die Bilder oder Aufnahmen. Genau meine Vermutung wird durch die Vorstellung auf der Homepage des Labels bestätigt, die Jungs stammen aus LA und LYPSWITCH wurde 1987 zum Leben erweckt.

Zur Band gehören Danny Whaley am Mikrofon, Mick O’Brien an Gitarre, David Love an Bass und Kevin Agosta haut in die Drums. Mir ist keiner der Sunnyboys bekannt, weder die Namen noch die Bilder sagen mir etwas. Und nachdem die Fakten gecheckt sind kommt die Mucke, entweder ein Totaldurchfall oder wer weiß, vielleicht gibt es ja eine Überraschung. Bei den ersten beiden Songs kann der Sound keinen hinter dem Sofa hervorlocken, aber gegenüber anderen VÖs von Eönian kann man die Songs anhören ohne befürchten zu müssen das die Ohren eine sehr schnelle Variante von Speedkrebs bekommen und auf der Stelle abfallen.

Danny hat eine wirklich coole Stimme die mich an eine Mixtur aus David Wanless (SVEN GALI), Steve Philbrook (Brass Kitten), Tim Thompson (Aces Wild), Jamie Rowe (ADRIAN GALE) und ein wenig SEBASTIAN BACH erinnert. Die Gitarren treiben einem sämtliche Flausen aus dem Kopf, der Bass und die Drums geben Volldampf und machen alles klar.

Die Band bewegt sich mit ihrem Sleazey Hard Rock irgendwo im Niemandsland zwischen SKID ROW, SVEN GALI, RATT, HANOI ROCKS, VAIN, DANGEROUS TOYS und den Rest der Testosteron Rocker im Portfolio von Eönian Records. Man kann allerdings auch Spurenelemente von ASPHALT BALLET, STREETHEART, VON GROOVE, HURRICANE, BON JOVI, WARRANT sowie POISON und Poser Mucke finden. Die Songs sind voll aufs Zentrum des Kinns gehende Abgehnummern die nur so vor Klischees schreien und eine versaute-schlüpfrige Party mit typischen Anspielungen der LA Szene feiern. Die Songs machen ordentlich was her, nur trübt der Sound den Genuss in der B-Note, und vielleicht die doch sehr einfach aufgebauten Songs die stark vorhersehbar sind. Ansonsten eine Anständige Vorstellung der pupertären Hormonjunkies auf dem Kriegspfad die alle Sleaze Eigenschaften bedienen.

Balle

BLACKRAIN – Hot Rock Time Machine

Trackliste:

01. Overloaded
02. Baby Shot Me Down
03. Wild, Wild, Wild
04. She’s In Love
05. Nobody But You
06. Dancing On Fire
07. Young Blood
08. Shining Down On You
09. Revolution
10. Dead Boy

 

Spielzeit: 38:05 min – Genre: Rotz Sleaze Rock – Label: Single Bel – VÖ: 12.04.2024 – Page: www.facebook.com/BlackRainRock

 

Eineinhalb Jahre nach dem letzten ungezähmten Arschtritt Werk „Untamed“ kehren die Franzosen von BLACKRAIN mit ihrem achten Album, das Neuaufnahmen und Wiederveröffentlichungen von alten Songs enthält, zurück auf die Spielwiese. Da sich keine Infos bei den Promofiles befinden muss ich auf andere Quellen im Internet zurückgreifen. Zur aktuellen Besetzung gehören Swan Hellion an Mikro und Gitarre, Max 2 an Gitarre, Matthieu de la Roche am Bass und mit Franky Costanza ein neuer Name an den Drums.

Die erste Frage die beantwortet werden will ist ob sich etwas bei den vorlauten Rotzrockern geändert hat?!? Ich sage ein ganz klares Nein! Es hat sich nicht viel im Vergleich zum bockstarken Vorgänger verändert, einzig die Laufzeit ist mit 38 Minuten doch mager ausgefallen. Bei der Qualität die BLACKRAIN seit einer gefühlten Ewigkeit auf Konserve verbricht ist es auch kein Wunder.

Die Jungs rocken immer noch mit einer sehr dreckigen Note munter und frisch drauf los, als wenn es kein Morgen geben würde. Die Franzosen gehen die Sache gewohnt eingängig, laut, frech und unbeschwert an, wie schon auf den Vorgängern wechseln sich Arschtreter mit eingängig dreckigen Melodic Perlen ab. Mit „Hot Rock Time Machine“ setzten BLACKRAIN erneut ein positives und erfreuliches Ausrufezeichen. Sicher erfinden BLACKRAIN das Rad nicht neu, aber auf ihre eigene sympathische Art und Weise gehen die Songs sofort ins Ohr und lassen einen alles um sich herum vergessen. Egal welcher Schuh gerade auf welches Hühnerauge drückt, man lege BLACKRAIN auf und die Songs schieben den Druck ganz weit weg.

Hellions Stimme ist immer noch vorlaut wie von einem pubertären Trotzkopf auf Hormonstau und gibt sich dabei in keinster Weise auch nur einen kleinen Ansatz von Blöße. Die Gitarren pfeifen auch wieder aus den Boxen und spielen die unaufhaltsame Abrissbirne auf dem Weg zur Zerstörung. Der Bass wummert sich wie ein roter Faden durch die Songs und ist kein bisschen leise. Die Drums hauen einem die Matte von der Birne und sorgen für viele Höhepunkte. Wären BLACKRAIN damals ab Mitte der 80er schon unterwegs gewesen, hätten sie in derselben Liga wie MÖTLEY CRÜE, ALICE COOPER, TWISTED SISTER, TESLA, WARRANT, RATT, BONFIRE, KIX, DOMAIN und BON JOVI gespielt und hätten dabei eine sehr gute Figur abgegeben. Es gibt nicht weniges was schlechter aber sehr wenig was besser als BLACKRAIN ist. Die Rocker spielen in einer Top Liga und können das mit jedem Album problemlos unter Beweis stellen.

BLACKRAIN liefern erneut, BLACKRAIN steht für Qualität, BLACKRAIN bedeutet Rotzrock der besseren Sorte, BLACKRAIN haben es einfach drauf Top Alben zu veröffentlichen. Wenn jemand fragen sollte was coole Rock Mucke ist, soll er sich einfach mal BLACKRAIN reinziehen dann weiß er wo es lang geht.

„Overloaded“ geht am Anfang voll nach vorne und haut den Hörer gleich mal um, „Baby Shot Me Down“ ein melodischer Hit der auf Anhieb sitzt und einfach nicht mehr aus dem Gedächtnis will. „Wild, Wild, Wild“ kurz, intensive, cool und eingängig, „She’s In Love“ spielt den Symbionten aus 70er Glam Rock und dreckigen Sleaze der Neuzeit. „Nobody But You“ ist ein Hybrid aus Power Ballade und Rocker, „Dancing On Fire“ ein geiler Rocker mit teilweise flehenden Gesangseinlagen von Hellion. „Young Blood“ entpuppt sich als Highlight mit vielen Ooohos, „Shining Down On You“ ein verträumter Rocker mit Hitpotential. „Revolution“ kommt mit geilem Western Flair, „Dead Boy“ zeigt am Schluss nochmal eindrucksvoll was eine Harke ist.

Balle

CRAZY LIXX – Two Shots At Glory

Trackliste:

01. Two Shots At Glory
02. Fire It Up (´23)
03. Invincible
04. Lights Out! (´23)
05. Sword And Stone
06. Whiskey Tango Foxtrot (´23)
07. Ain´t No Rest In Rock´n Roll (´23)
08. In The Night (´23)
09. Only The Dead Know (´23)
10. Sympathy (´23)
11. Church Of Rock (´23)
12. Riot Avenue (´23)

Spielzeit: 49:06 min – Genre: Hardrock, Sleaze Rock – Label: Frontiers Records – VÖ: 16.02.2024 – Page: www.facebook.com/crazylixx

Ohne Wertung

Über zwei Jahre mussten die Fans von CRAZY LIXX auf neues Material ihrer Helden warten. Im November 2021 erschien mit „Street Lethal“ das letzte Alben von Danny Rexon und seinen Kumpanen. Wer ewas mit der Szene vertraut ist, dürfte um das Engagement Rexon´s bei der britischen Rockröhre CHEZ KANE wissen. Und auch so kann sich der bekennende 80´s Freak nicht über Langeweile beklagen.

Jetzt steht er mit seiner Stammcombo wieder mit einem neuen Album in den Startlöchern. Dass es sich hier aber „nur“ um eine Art Best-Of handelt, wird erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Zwar haben CRAZY LIXX in den letzten Monaten immer wieder neu eingespielte Versionen älterer Songs mit coolen Videoclips bei Youtube veröffentlicht, die DNA von „Two Shots At Glory“ wird spätestens mit einem genaueren Blick auf das Albumcover klar, auf dem es heißt „Old, New & Borrowed“ – und natürlich mit einem weiteren Blick auf die Tracklist. Dort prangt bei 9 von 12 Songs der Zusatz (´23) – somit wird sofort klar, dass es sich hier um Neueinspielungen handelt.

Aber wollen wir auch noch kurz auf die dazugehörigen sogenannten UST-Videos zu sprechen kommen. Seit November 2022 gibt es in regelmäßigen Abständen Songs von CRAZY LIXX gepimpt mit Filmhits speziell aus den Achtzigern und Neunzigern zu sehen. Den Anfang machte seinerzeit „Break Out“ mit Ausschnitten des Kampfstreifens „Best Of The Best“ von 1989. 22 (!!!) weitere folgten, darunter Adaptionen von „Airheads“, „Tango & Cash“, „Detroit Rock City“, „Nightmare On Elm Street“, „Rocky IV“, „Freitag der 13.“ usw. Natürlich wurden nicht alle Songs neu eingespielt – nur die hier vertretene Songauswahl. Das tut dem Filmvergnügen aber keinen Abbruch.

Aber zurück zu „Two Shots At Glory“: Neben den 9 bereits bekannten Stücken gibt es 2 neue Songs („Invincible“ und den Titeltrack) und eine Coverversion von „Sword And Stone“, deren Version von BONFIRE sicher noch vielen im Gedächtnis ist. Diese kam beim Horrorstreifen „Shocker“ zum Einsatz und wurde von Paul Stanley, Bruce Kulick (beide KISS) sowie Hitfabrikant Desmond Child geschrieben.

Es ist schön zu sehen, dass CRAZY LIXX mit dieser Compilation nicht nur auf ihre bekanntesten Nummern setzen sondern durchaus auf Songs aus der zweiten Reihe zurückgreifen. Allerdings sind auch Songs aus der zweiten Reihe bei CRAZY LIXX oft großes Kino – und mit ihrem Konzept der dazugehörigen Videos ist „Two Shots At Glory“ eine coole Sache. Einzig der ziemlich glattgebügelte Sound vermasselt ein bisschen das Hörvergnügen.

Alles in allem könnte „Two Shots At Glory“ ein perfekter Filmsoundtrack aus den Achtzigern sein. Ich denke, das wollten die Schweden damit auch ausdrücken. Angefangen hat sicherlich alles mit dem Song „Silent Thunder“ aus ihrem 2019 Album „Forever Wild“, wo die Fans schon nach einem Soundtrack-Beitrag zum damals anstehenden zweiten Teil von TOP GUN gelechzt hatten. Leider ist dieser Wunsch seinerzeit nicht in Erfüllung gegangen. Egal, machen wir halt unser eigenes Ding, dachten sich die Schweden. Und here we go: „Two Shots At Glory“ ist geboren.

Stefan

ANGELS IN VEIN – Long Time Coming

17Trackliste:

01. No One Gets Out Alive
02. With Me Tonight
03. Bang A Gong (T-Rex Cover)
04. Ready To Roll
05. 1973
06. If Only
07. Don´t Want Love
08. Just Like You
09. Don´t You (Forget About Me) (Simple Minds Cover)
10. Black Blossom
11. Trip Of A Lifetime

Spielzeit: 39:40 min – Genre: Hardrock, Sleaze Metal – Label: Perris Records – VÖ: 07.04.2023 – Page: www.facebook.com/angelsinvein

 

„Long Time Coming“ ist der Titel des Erstlingswerks von ANGELS IN VEIN. Und dieser ist auch passend gewählt – immerhin wurde die Band in 2015 gegründet. Der Weg bis hierhin war also steinig, die Weltsituation der letzten drei Jahre haben die Umstände sicher nicht vereinfacht. Aber jetzt stehen Sänger Chris VanDahl (CHERRY ST., L.A. GUNS), Gitarrist Stacey Blades (L.A. GUNS), Gitarrist Bryan Todd Anthony (ROXX GANG, L.A. GUNS), Bassist Adam Kury (u.a. LEGS DIAMOND) und Schlagzeuger Troy Patrick Farrell (WHITE LION, ENUFF Z´NUFF) in den Startlöchern und sind ready to fight.

Und wie es sich für eine anständige amerikanische Rotzrock-Kapelle gehört, erscheint ihre Platte über Perris Records. Bereits 2016 stand mit „1973“ ein erster praktisch fertiger Song fest (siehe Video weiter unten), warum es so lange gedauert hat, bis jetzt diese Sammlung an Songs das Licht der Welt erblickt, wissen nur die Götter. Mit „No One Gets Out Alive“ startet das Album dann auch ziemlich angepisst und mit modernem Anstrich. Diesen setzt „With Me Tonight“ auch fort. Mit dem T-REX Cover „Bang A Gong (Get It On)“ ändert sich allerdings die Großwetterlage. Denn mit „Ready To Roll“ und „1973“ hält der sleazige Rock´n Roll Einzug. Das macht noch mehr Spaß als die ohnehin starken beiden ersten Songs. „If Only“ schlägt erstmals softere Klänge an – eine klassische Powerballade. Auch das modern glamige „She Is“ kann sich hören lassen. Nach der zweiten Coverversion der SIMPLE MINDS´ „Don´t You (Forget About Me)“ rotzen uns die Amis noch „Black Blossom“ vor die Füße, einer der wenigen Songs, der mich nicht sonderlich gepackt hat. Ganz anders der Rausschmeißer „Trip Of A Lifetime“, der den Kreis zu den ersten beiden Nummern des Albums schließt.

ANGELS IN VEIN könnten als Supergroup bezeichnet werden, alle Bandmitglieder haben ihre Sporen in verschiedensten Inkarnationen bekannter Bands verdient. Aber im Grunde sind ANGELS IN VEIN einfach eine coole Rock´n Roll Combo, die mit „Long Time Coming“ nun endlich eine komplette Scheibe vorzuweisen hat, die Ihr als geneigter Fan der o.g. Bands unbedingt antesten solltet

Stefan