FIREBORN – Dreamcatcher

Trackliste:

01. Dancing With The Villain
02. Set The World On Fire
03. Point Of No Return
04. Likes For A Life
05. Pull The Trigger
06. Little Wanderer
07. Crisis Of Youth
08. Dreamcatcher
09. Flashlight
10. Out Of The Edges
11. Human

Spielzeit: 43:19 min – Genre: Heavy Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Firebornofficial/

 

FIREBORN bitte wie, wer, wo, was soll das sein. FIREBORN eine deutsche Band die sich mit ihrem Debütalbum einen Status erspielen konnte und mit diesem Album „Dreamcatcher“ in den Olymp aufsteigen möchte. Ich kannte die Band im Vorfeld nicht und bin erst mit diesem Album auf die Truppe aufmerksam geworden. Mit den ersten klängen kam auch ein lautes Oha über meine Lippen, das klingt Fett und mit Bomben Stimme die sofort im Ohr hängen bleibt. Also lasst Mal hören was ihr so drauf habt, ob ihr den Aufstieg in den Olymp jetzt schaffen könnt. Im Promotext wird FIREBORN für Fans von HALESTORM und ALTER BRIDGE empfohlen mit dem Zusatz Classic Rock & Metal. Kopfkratz im Zusammenhang von HALESTORM und ALTER BRIDGE Classic Rock zu erwähnen ist schräger als total schief gewickelt. Beide Bands passen weder zu Classic Rock noch zu Metal, also herrscht von Anfang an ein wenig chaotische Erwartungshaltung was mich erwartet, wird es ein Bringer oder totaler Brechdurchfall?

Zu FIREBORN gehören die nicht nur wahnsinnig Fette Stimme von Jenny Gruber sondern auch die Saiten-Hexer Rick Götze und Dennis Weber, Bassist Christian Lehr und der Drumstick-Schwinger Raphael Singh. Jennys Stimme ist sehr variabel, die kann von zuckersüß bis bitter-böse gehen und einem dabei den Hintern versohlen. Am besten mundet diese Stimme, wenn sie voll loslegt und mit viel Dreck und Rauch raunzt, faucht und singt wie eine wildgewordene Löwin die ihre Jungen verteidig, allerdings überzeugt sich auch wenn es dezentere Zurückhaltung von ihr gibt. Dabei bewegt sich die Stimme irgendwo zwischen Jennifer Crush, Darby Mills, Janet Gardner oder Noora Louhimo wenn die Druck macht. Die Gitarren sorgen für Riffwände die sich vor dem Hörer aufbauen ohne dabei einen Deut nachzugeben. Die Ausführung der Gitarren wechselt zwischen 80er a‘ la ACCEPT bis ins jetzt zu ALTER BRIDGE, EVANECENCE ohne es dabei in keine Richtung zu übertreiben. Wenn es Modern wird bleibt es für Traditionalisten immer noch erträglich ohne dabei das Gefühl zu entwickeln die Skip Taste zu betätigen. Der Bass ist kein Leisetreter, hat aber seine liebe Mühe gegen die Stimme, Riffbretter und Drums anzukommen. Das Schlagzeug befindet sich meistens in der modernen Ausführung und klingt leider ein wenig blechern, nach Samples, leider vermatschen die runterkomprimierten MP3s die Becken zu einem kastrierten sonst etwas nur nicht Becken. Und da liegt der einzige Kritikpunkt schon auf der Hand, MP3s können mehr Schaden als Nutzen bringen. Der Grund warum ich Streamingdienste meide, MP3 ist kein Format, sondern kastriert Musik. Wave ist das Maß der Dinge.

Der Stil von FIREBORN liegt irgendwo zwischen Tradition und Moderne, aber bei Classic Rock muss sich derjenige der dies im Pressekit angegeben hat verhört haben. Die Gitarren erinnern mich in manchen Momenten an die alten ACCEPT von Mitte bis Ende der 80er aber auch an ALTER BRIDGE oder EVANECENCE, wenn es Modern wird. Dabei schaffen FIREBORN einen Spagat, auf der einen Seite sehr heftig und metallisch auf der anderen Seite den Spirit und Kraft des guten alten Hard Rock wie er in den 80ern angesagt war. Es befindet sich eine Gitarre im Old-School-Hard Rock die andere haut die moderneren Töne raus. Zu heftig wird es eigentlich zu keinem Zeitpunkt, metallisch ja aber das wars dann auch schon. Wie kann man den Stil jetzt am besten einordnen? Ich gebe jetzt mal Modern Heavy Rock an, 60% Moderne, 75% Heavy der Rest ergibt sich dann aus der Bezeichnung Rock. Melodien lässt keiner der elf Songs vermissen, damit geizen FIREBORN auf keinen Fall. Und es hört sich bei weitem besser an als die Beschreibung vermuten lässt. Einfach ein Ohr riskieren und sich von einer talentierten Band überraschen lassen.

Durch das doch komisch anmutende Klangbild in den höheren Tönen ziehe ich einen halben Punkt ab und bin gespannt ob dieser Effekt auch auf Tonträger zu hören ist.

„Dancing With The Villain“ ein brachialer Stampfer zum Einstieg ins Album der irgendwo zwischen Hard Rock und Metal wandelt, „Set The World On Fire“ ein melodisches Schmankerl das von den Gittis an die ollen ACCEPT erinnert. „Point Of No Return“ geht sowas von durch jegliche Wand, egal aus welchem Material die auch sein mag, „Likes For A Life“ die Stimme trifft auf moderne Riffs und einem traumhaften Refrain. „Pull The Trigger“ schwere und tiefe Riffs klingen bedrohlich, „Little Wanderer“ eine Powerballade mit Tiefgang und einer verdammt starken Stimme. „Crisis Of Youth“ ein Moderner Brecher der zwischen softer und heftiger hin und her wandelt, kommt stellenweise mit Growls, „Dreamcatcher“ ein Highlight das alles bietet für das FIREBORN stehen, Hard Rock Wurzeln, Heavy Riffs und eine moderne Auslegung. „Flashlight“ eine klassische Gitarre trifft auf eine Moderne und modernes Drumset, wird mit viel Melodie und Jennys Stimme kombiniert, „Out Of The Edges“ EVANECENCE trifft auf Melodic Hard Rock der alten Schule, das Ergebnis ist ein Traum von einem Song, „Human“ wandelt gewagt zwischen den beiden Welten Tradition und Moderne.

Balle

Y

J.B.O. – Haus Of The Rising Fun

Trackliste:

01. Ma Ma Ma Metal
02. Haus Of The Rising Fun
03. Vito, wir machen Krach
04. I Kissed A Girl
05. Stinkefinger
06. Ka-Fump
07. Power sucht Wolf
08. Nur für euch
09. Weißt schon, was ich meine
10. Bussi
11. Ein sehr gutes Lied
12. Woke On The Smater
13. Mein Arsch

Spielzeit: 44:01 min – Genre: Fun Metal – Label: Perception Music – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/kickersofass

 

Frei nach Ilja Richter in seiner damaligen Musiksendung „disco“: „Licht an, Spot aus“ … nein, nein, heute muss das heißen: „Licht aus, pinken Plüsch-Chaos-Spot an“! Hilfe die vier fränkischen Gaudi Barden sind wieder unterwegs. Mir ist die Band J.B.O. schon seit einer Ewigkeit ein Begriff, allerdings habe ich mich bis jetzt nie an einen Song rangetraut, warum kann ich nicht sagen. Jetzt als Schreiberling nach über 30 Jahren im fortgeschrittenen Alter habe ich mich endlich mal an ein Album getraut und lass mich entweder Negativ oder Positiv überraschen.

Zur Pink Chaos Truppe gehören Hannes Holzmann an Mikrofon und Gitarre, Vito C. an Gitarre, Ralph Bach an Bass und Wolfram Kellner an den Drums. Die Stimme von Hannes hat was, besitzt Dreck und passt einfach nahezu perfekt zum Sound von J.B.O.. Besser hätte man es mit der Stimme nicht treffen können. Die Gitarren hauen mit einer wahren Freude die Riffs raus und machen dabei keine Gefangenen. Nie zu hart, sondern genau wie es der Song gerade benötigt gehen die 6-saitigen an den Start. Der Bass verschafft sich genügend Raum um neben den Gittis glänzen zu können. Der Stick-Schwinger macht das was er soll, er lässt die Sticks fliegen wie Sau. Die Produktion hat Dampf und sorgt für ein wohliges Gefühl beim Hören. Über Sinn oder Unsinn der Texte lässt sich streiten.

Man muss der Welt für alles Danken, selbst für vier Chaoten Franken! Im Falle von J.B.O. trifft das so ziemlich den Nagel auf den Kopf. Es kommen geile Coverversionen, Metal-Hymnen oder Heavy Rockkracher zum Einsatz. Die Songs werden mit viel fränkischem Charme und chaotischen Texten vorgetragen die beim Hören kein Auge vor lauter lachen trocken lassen. Aber sind wir mal ehrlich, so richtiger Blödel-Metal ist doch auch mal was anderes und zur Abwechslung genau richtig. Die Texte tragen ihren Teil zum Erfolg von J.B.O. bei, genau wie die Songs die Mal frech geklaut oder angelehnt sind und im Heavy Stil aus den Boxen kommen. So schaffen es die Franken selbst mit dem größten Blödsinn überzeugend rüberzukommen. Sicher erfinden J.B.O. weder den Metal neu noch sind die Texte ernst, aber es knallt, bumst und kracht im Karton. Außerdem muss man gewaltige Klöten im Sack haben sich an den Songs zu versuchen ohne dabei als Loser dazu stehen – dies gelingt J.B.O. ja schon seit über 30 Jahren. Metal goes Frankonia! Schluss, Aus, habe fertig. Prost Buam aof de naxt’n dreis’g Joar!

„Ma Ma Ma Metal“ Metal in Reinkultur mit mehr als nur zwei Augenzwinkerern, „Haus Of The Rising Fun“ eine geile heavy Version des 60er Jahre THE ANIMALS Songs. „Vito, wir machen Krach“ eine Hymne für die Tanzflächen der Rockdiscos, „I Kissed A Girl“ Hey Buam, hat’s ez net scho z’oid um a Girl ob zum bussln? Nee im Ernst der Song kommt mit Riffsalven sehr gut rüber. „Stinkefinger“ der Song zum Pogen und Leute durch die Discos zu pfeffern, „Ka-Fump“ vier kleine Franken im Wald auf der Suche nach der Feierabend-Hopfenbrause mit Schaumkrone. „Power sucht Wolf“ auf diese Idee muss man erst mal kommen, „Nur für euch“ ze’fix das Ding rockt wie Sau. „Weißt schon, was ich meine“ nach Genuss des Songs weiß jeder was gemeint ist – kommt mit göttlicher Melodie und chaotischem Intermezzo, „Bussi“ oas, zwoa g’suffa, hier wird alles durch den Kakao gezogen was die Gang hergibt. „Ein sehr gutes Lied“ ein kurzes Intro mit einem gut gemeinten Hinweis, „Woke On The Smater“ ich hätte es Wissen müssen, dass hier DEEP PURPLE auf die Schippe genommen werden, „Mein Arsch“ hier VERARSCHEN die Vier „Voyage, Voyage“ mit ihrem ureigenem Charme im Hard N Heavy Style, die erste Version des Songs die ich mir komplett anhören kann.

Balle

SINCE APRIL – Rebirth

Trackliste:

01. From The Ashes (Intro)
02. The Light
03. Salvation
04. Blind
05. Root Of Evil
06. In The Dark
07. Not My Grave
08. Left Outside Alone
09. Make It Count
10. Not Worth Saving Pt. II
11. Bury The Mask
12. The Inner Voice

Spielzeit: 44:523 min – Genre: Melodic Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/sinceaprilofficial

 

Als ich irgendwann 2023 ein Musik-Video von SINCE APRIL sah dachte ich mir, die sind ja gar nicht mal so schlecht. Im selben Jahr konnte ich mich von der Livequalität der aus München stammenden Band überzeugen und im Sommer die EP „Bury The Mask“ verbal verwursteln. Bei der Live-Show konnte ich eine CD des Debüts ergattern das auch überzeugend rüber kommt. Nachdem Sänger Umut bei der Casting Chose The Voice Of Germany teilnahm war kurze Zeit später seine Zeit bei SINCE APRIL abgelaufen und jetzt zwei Jahre später kommen die jungen Musiker mit neuer Stimme zurück um ihre Qualität erneut unter Beweis zu stellen.

Zu SINCE APRIL gehören neben neu Sänger Johnny Mack noch das Stammpersonal bestehend aus den beiden Gitarristen Manu Satzger und Marin Kostek, Bassist Gonzalo Urgel Tendero (auch bei ROXTON aktiv) und Drummer Robert Merkl. Hat sich außer der Stimme noch etwas bei SINCE APRIL getan? Dies kann man mit einem klaren Nein beantworten, vielleicht wenn man penibel ist, dass die Songs eine kleine Spur düsterer rüberkommen. Johnnys Stimme hat eine feine Färbung die an VLAD IN TEARS und ERIC GRÖNWALL erinnert und sehr gut zum Sound der Band passt. Vermisst der Hörer Umut, höchstens wenn er ein Die Hard Fan von Umut ist, nicht falsch verstehen, Umut war auch ein klasse Sänger und Johnny füllt die Lücke perfekt aus. Die Beiden Saitenschwinger Manu und Marin haben es immer noch drauf die Axt mit Können und Kraft fliegen zu lassen. Das Riffing ist auch hier wie Live, dem Debüt und der EP (deren Songs hier mit Johnny am Mikro enthalten sind) sehr stark ausgefallen und teilweise sehr gefühlvoll. Gonzalo am Bass weiß genau wie er seinen Tieftöner bestens in Szene setzen kann, er befindet sich dabei hinter der Mauer der Elektroäxte. Robert kann seine Stickschwingenden Skills eindrucksvoll freien Lauf lassen und so für Zig Highlights sorgen. Die Produktion hat Dynamik, Kraft und bläst gewaltig aus den Membranen. Bei den Becken geht ein wenig die Luft aus, dies kann durchaus durch die Kastration der Audiodatein in MP3 kommen.

Geboten wird die komplette Palette des Melodic Metals der hier und da mit Growls, Shouts sowie Elementen aus Modern, Progressive und Power Metal angereichert wurde. Wie schon auf dem Debüt und der EP geben sich die Musiker keine Blöße, neu erfinden die Jungs den Metal mit Sicherheit auch nicht da der Drops schon länger gelutscht ist. So kommt sehr guter Melodic Metal mit Anspielungen in andere Genres auf den Speisenteller der sehr gut mundet.

„From The Ashes (Intro)“ ein futuristisches Intro mit elektronischer Spielerei, „The Light“ und hier sind sie auch schon, die SINCE APRIL die mit ihrem Melodic Metal für Aufsehen sorgen konnten. „Salvation“ geht voll auf die Zwölf, „Blind“ ein kräftiger und melodischer Metal Brecher. „Root Of Evil“ kommt mit Breaks und leichten modernen Ausführungen, „In The Dark“ hier beweist die gesamte Band wie gefühlvoll sie einen Song gestalten können. „Not My Grave“ der nächste Banger kündigt sich unheilvoll an und geht durch Mark und Bein, „Left Outside Alone“ der am modernsten klingende Song, ein echter Genickbrecher. „Make It Count“ fängt wie ein Happy Metal Song an bis und das nur in der Bridge und Refrain Drama dazu kommt, „Not Worth Saving Pt. II“ Gefühl und Metal geben sich gegenseitig im Wechsel die Klinke in die Hand. „Bury The Mask“ ein Melodic Happen der voll reinhaut, „The Inner Voice“ der intensivste und härteste Song.

Balle

BLACKYARD RIOT – It Might Get Loud

Trackliste:

01. Rollin Thunder
02. All Known Man
03. It Might Get Loud
04. Higher
05. The Wolf
06. (Not The One To) Blame
07. It’s All Right
08. Poor Man
09. Light Em Up
10. Hell On Wheels

 

Spielzeit: 43:48 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/blackyard.riot/

 

Es wird laut, sehr laut, der Hard Rock kehrt zurück in den Player und das auf eine Art und Weise die eigentlich jedem schmecken sollte. Zu BLACKYARD RIOT gehören die Musiker Dersim Tugal an Mikrofon und Gitarre, Nico Keener an Gitarre, Patrik Apel an Bass, Lars Lunova an den Drums und als Gastsänger bei mehreren Songs kam kein geringerer als Porty Portner von den ollen Riffsocken SIN CITY vorbei. Musiker die sich unter anderem bei SIN CITY und BLACKBIRD schon ausgetobt haben.

Dersim besitzt eine fein definiert und klingende Stimme und beherrscht es die Stimmbänder richtig und vernünftig schwingen zu lassen. Durch diese Färbung passt diese Stimme einfach nur wie ein sechser im Lotto zu BLACKYARD RIOT, wenn er mal richtig loslegt könnten so einige neidisch werden. Porty war schon bei SIN CITY kaputter als kaputt und passt deshalb bestens zum Riffrock. An den Gitarren herrscht Hard Rock Riffing in Reinkultur, na wer die beiden angegebenen Bands kennt weiß in welche Richtung der Sound geht, für die Anderen, dass verrate ich allerdings erst im nächsten Absatz. Der Bass kann mit seinen überdicken Klöten im zu engen Sack sowas von punkten, der Tieftöner ist Potenter als jemand der 10 Viagras eingeschmissen hat. Mit den Drums schießen die Jungs aber den Vogel vollends ab, was Lars da mit den Sticks abfeuert ist nicht nur ein Feuerwerk, sondern eine Kampfansage an die Konkurrenz, wer da mithalten kann sollte sich in Lauerstellung begeben. Die Produktion klingt sowas von Furztrocken das statt zu Bremsstreifen nur zu einer riesigen Staubentwicklung kommt.

Wie die Band selber angibt, lieben sie AC DC, AIRBOURNE, BACKYARD BABIES und BUCKCHERRY, ich werfe noch zwei unbedeutende Bands ins Rennen. Diese beiden Bands hören auf die Namen RHINO BUCKET und ROSE TATTOO, denn genau in die Richtung der angegebenen Bands geht der Bandsound. Ist das ein Fehler sich an solche Größen ranzutrauen? Dies kann unter Umständen nach Hinten losgehen, aber wer auf diese Bands steht und dem SIN CITY und BLACKBIRD gefallen hat wird nicht um BLACKYARD RIOT rumkommen und mit dem Album sowas von einem Volltreffer landen.

Einen Innovations-Oscar gewinnen BLACKYARD RIOT mit „It Might Get Loud“ auf keinen Fall, aber sie Lieben das Was und Wie sie es machen mit einer unbeugsamen Hingabe. Frech und mit Charme wird bei den ganz Großen im Biz abgekupfert das sich nicht nur die Balken verbiegen, sondern auch die Membranen platzen. Jungs wie wäre es mit einer Quattro-Headliner Tour zusammen mit den Oberpfälzern GOD’S GIFT, Oberbayern HEADSTONE und Schweizern VOLTAGE ARC, dieses Line-Up wäre der ideale Party-Smasher?!?

„Rollin Thunder“ ein fast schon zu perfekter Einstieg in das Album, „All Known Man“ der Song der jede Party aus dem Stimmungstief holt. „It Might Get Loud“ der Titelsong ist Programm, dass wäre damals der Renner in den Rock Discos geworden, „Higher“ ein Highlight das mit Charme und Melodie überzeugen kann. „The Wolf“ hätten AC DC auch nicht besser hinbekommen – was für ein geiler Stampfer, „(Not The One To) Blame“ und sie schieben noch ein Highlight nach, geiler als geil. „It’s All Right“ bluesiger Hard Rock der besten Sorte, „Poor Man“ das Dingens für eine versoffenen Club Nacht mit anschließendem Superkater. „Light Em Up“ hier verblassen sehr viele vor Neid nicht selber so einen Song auf die Beine stellen zu können, „Hell On Wheels“ zum Abschluss gibt es noch ein fettes Schmankerl das alles klar macht.

Balle

PILEDRIVER – First Nations Rock

Trackliste:

01. Light Years From Here
02. Riding
03. We’ll Be Rockin‘ On
04. First Nations Rock
05. Another Treason
06. Comin‘ Home
07. To The Edge Of The World
08. All Through The Night
09. Fire
10. There Comes A Time
11. The World’s On Fire
12. I Still Can’t Say Good-Bye
13. Back To Back
14. Shout It Out

Spielzeit: 57:25 min – Genre: Classic Rock – Label: Rockwall Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/PILEDRIVER.Germany/

 

Die Band PILEDRIVER ist mir bis jetzt nicht bekannt gewesen und kommt schon mit ihrem fünften Album aus dem Studio. Naja man kann schließlich nicht alles kennen was so durch die Musiklandschaft streift. Aber das Genre mit Classic Rock angegeben und der Umstand das es sich um eine deutsche Band handelt macht sehr neugierig. Zu Pildriver gehören die Stimme und Gitarrist Michael Sommerhoff, Peter Wagner an Gitarre, Tom Frerich an Keyboard, Jens Heisterhagen an Bass und Dirk Sengotta an den Drums.

Als ich die ersten Strophen hörte dachte ich erst der Sänger wäre ein Kind von Klaus Opree von TRANS AM und Alge Algermissen von THE HEAT, beides ebenfalls deutsche Bands die in den 80er und 90ern aktiv waren und Leon Goewie von VENGEANCE. Mit viel Rauch, Dreck und Ausdruck geht Michael die Vocals an und überzeugt dabei ohne Zweifel aufkommen zu lassen. Die Gitarren hauen die Riffs raus als wenn es keinen Morgen geben würde und dies die letzten Glanztaten der Gittis sein. Was vorteilhaft für die Songs ist, dass die Gitarren nicht so deutlich in den Vordergrund rücken um alles anderen zu überfahren, genau in der richtigen Dosis und Härte wurden die Gitarren abgemischt. Die Tasten bewegen sich vom klassischen Hammond Sound bis zu Orgelklängen aus den frühen 80ern, was genau das Richtige für Classic Rock ist und bildet so mit den Gitarren das Fundament für Michaels Stimme. Der Bass wird nicht ganz so deutlich in Szene gesetzt, der ist zwar da aber nicht so eindeutig wie die Gittis. Das Schlagzeug sorgt für einige Oha Effekte und kommt sehr auffällig aus der Anlage. Die Produktion klingt leider ein wenig steril dabei aber nicht schlecht, sondern fein und fast schon dezent.

Der Stil bewegt sich im klassischen Hard Rock wie in viele deutsche Bands damals vor sehr vielen Jahren auch gespielt haben. Aber nicht nur deutsche Bands, sondern auch eine sehr bekannte niederländische Band kommt zum Zug, die Rede ist von VENGEANCE. Von den deutschen Vertretern kann man bedingt STRAIGHT SHOOTER, die ersten Alben von TRANCE, THE HEAT, TRANS AM und die ersten drei Alben von DOMAIN nehmen. Wer diese Bands abfeierte und immer noch abfeiert liegt bei PILEDRIVER genau und vollkommen richtig. Wer auf sehr gut gemachten klassischen Hard Rock deutscher Prägung steht wird PILEDRIVER lieben und damit glücklich werden. 14 Songs, knappe 60 Minuten, und das ohne Durchhänger oder schlechter zu werden verdient zumindest einen Probedurchgang.

„Light Years From Here“ geht doch gleich mal in die richtige Richtung, „Riding“ ein gewalt Rocker der mehr als Spaß macht. „We’ll Be Rockin‘ On“ ich glaube ich habe einen Hörfehler, sind etwa VENGEANCE in original Besetzung zurück, „First Nations Rock“ schielt mit deutschen Wurzeln Richtung USA. „Another Treason“ ein melodisches Highlight das abgeht wie Nachbars Lumpi, „Comin‘ Home“ kommt mit Country Vibes. „To The Edge Of The World“ es wird wieder mit Inbrunst drauf los gerockt, „All Through The Night“ und noch so ein Rocker der gute Laune verbreitet. „Fire“ Classic Rock in Reinkultur, „There Comes A Time“ eine Ballade die mich an SMOKIE denken lässt. „The World’s On Fire“ wurde mit einer göttlichen Melodie ausgestattet, „I Still Can’t Say Good-Bye“ eine zweite Ballade mit Drama. „Back To Back“ und hier sind sie wieder die PILEDRIVER mit dicken Eiern, „Shout It Out“ durch den orientalischen Touch kommt sehr viel Drama in den Rocker.

Balle

PHOENIX BARDE – Lieder Aus Der Dunkelheit – Part II

Trackliste:

01. Prolog 2
02. Unter dem Eis
03. Schöpfer
04. Ich bin Bereit
05. Am Lagerfeuer
06. Zirkus Paradox
07. Zaubertrank
08. Unbändig
09. Der Weg des Barden
10. Wahnsinn

 

Spielzeit: 34:35 min – Genre: Deutsch Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/phoenixbardeband/

 

PHOENIX BARDE ist das Projekt von Singer / Songwriter Marcel, dass mittlerweile zu einer Band umgeformt wurde. Marcel fand schnell talentierte Musiker die ihn auf seinem Weg des PHOENIX BARDE begleiten. Seit 2014 geistert der PHOENIX BARDE rum, ab 2022 wurde das Projekt zu einer kompletten Band um arrangiert und das Debütalbum mit dem Titel „Lieder aus der Dunkelheit – Part I“ trat aus dem Dunkel heraus. Ich kannte die Band im Vorfeld nicht, allein der Umstand das als Genre in unserer Liste Deutsch Rock angegeben wurde veranlasste mich dieses Album zu übernehmen. Also begleiten wir uns mal den BARDE auf seiner fantastischen Reise, die mit Schicksal gepflastert ist sowie dem alten Bösen und neuem Guten.

Zur Band gehören neben Marcel am Mikrofon noch die Gitarristen Diego und Didi, Bassist Bernie und Drummer Fabian. Marcel hat eine sehr eigentümliche Stimme und eine sehr eigene Art zu singen. Die Tonlage ist in den mittleren Regionen angesiedelt und wechselt dabei gekonnt mal nach oben oder unten. Die Art des Gesangs wirkt am Anfang fremd und komisch, wenn man genauer hinhört wirkt er aber sehr harmonisch mit dem Dark angehauchten Sound. Die Gitarren hauen die Riffsalven trocken raus und versehen diese auch mal mit schrägen Einlagen die dann mit Marcels Stimme ein rundes Bild erzeugen. Der Tieftöner befindet sich hinter den Gitarren und macht nicht so auf Krawall wie die 6-Saiten. Dafür haut das Schlagzeug ein Highlight nach dem Anderen raus, mich erinnert die Art an einen modernen klassischen Drummer wie Bobby Rondinelli oder Mike Terrana nur eben modern. Die Produktion wirkt rund obwohl die Gitarren ein wenig quakend rüberkommen, der Bass könnte eine Spur weiter nach vorne gemischt sein, ansonsten geht sie voll in Ordnung.

Der Sound lässt sich so gut wie kaum in ein Genre einsortieren, da es sich irgendwie um einen Stilmix handelt aber auch wieder nicht. So deutlich werden die Grenzen von der Band nicht gezogen, dafür ist einfach zu viel vorhanden. Man kann deutlich die Deutsch Rock Wurzeln wahrnehmen, nur werden diese Wurzeln mit einem unterschwelligen Dark Rock Anstrich versehen wurde, der allerdings sehr dezent ausgeführt wurde das sich die Wurzeln in der Überzahl befinden. Am besten passt der Vergleich zu den BÖHSEN ONKELZ und DIMPLE MINDS mit einem leichten Hang auf die dunkle Art. Die Texte sind dabei aber meilenweit von voll derb in die Fresse entfernt wie man sie von den ONKELZ und MINDS gewohnt ist. Die Stimme ist dabei auch sehr weit von den beiden Deutsch Rock Veteranen entfernt, was aber nicht als Nachteil gemeint ist.

Ein durchaus attraktives Album das sich dem Deutsch Rock mit recht harten Riffeinlagen verschrieben hat, wen die Fantasy Texte nicht stören sollte sich das Album mal genauer anhören. Es gibt viele Attraktive Punkte auf der haben Seite, allerdings gibt es Punktabzug da sehr deutlich unter 40 Minuten Laufzeit.

„Prolog 2“ fängt mit Windgeräuschen und Krähenschreien an bis die Instrumente langsam eingeblendet werden und im Sprechgesang eine Einleitung folgt, „Unter dem Eis“ ein Rocker mit teils schrägen Riffing. „Schöpfer“ geht aber sowas von mit lächerlicher Geschwindigkeit in die Gehörgänge, „Ich bin Bereit“ erinnert mich an schräge ONKELZ mit Dark Rock Ambitionen. „Am Lagerfeuer“ ein kurzes Instrumental mit eben wie der Titel aussagt Romantik dazu, „Zirkus Paradox“ holt einen sofort mit Riffgewittern und einem Gewaltschlagzeug aus der Romantik, ein cooler Rocker der voll nach vorne geht. „Zaubertrank“ hier wird die Stimme durch ein Effektgerät gejagt was nicht sein müsste – oder es ist etwas bei der Aufnahme in die Hose gegangen, „Unbändig“ fängt gefühlvoll an, aber nur bis die E-Gitti reinbrettert ab da geht der Song ab wie der Lumpi vom Nachbarn, gehört auch zu den coolen Songs in dem die Gitarre die Hauptrolle übernommen hat. „Der Weg des Barden“ eine Ballade mit geiler Akustik-Gitti, „Wahnsinn“ hier kommen die vollen ONKELZ Gene zu tragen.

Balle

SAINTED SINNERS – High On Fire

Trackliste:

01. Crown Of Thorns
02. Out Of The Blue
03. Night After Night
04. Sunshine
05. Empty Days Of Wonder
06. World’s On Fire
07. Down In A Hole
08. Hide In The Dark
09. Sweet Sweet Addiction
10. Lost In A Storm
11. Who Are You

Spielzeit: 47:07 min – Genre: Hard Rock – Label: ROAR – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/SaintedSinners

 

Die HEILIGEN SÜNDER melden sich mit neuem Album zurück, „High On Fire“ lautet der Titel des fünften Rundlings diesmal. Seit dem dritten Album von 2020 ist die Besetzung relativ stabil, einzig der Posten am Bass wurde bei jedem Album neu vergeben. Zur Besetzung im Jahr 2025 gehören Jack Meille am Mikrofon, Frank Panè an den Gitarren, Ernesto Ghezzi an den Tasten, Samy Saemann an Bass und Berci Hirlemann an den Drums. Wobei Frank und Berci den harten Kern der Band seit dem Debüt bilden, und bei jedem Album von der Partie waren.

Jack besitzt eine der Stimmen die zwar hoch gehen kann dabei aber in keiner Weise nervt, ansonsten wenn er sich in normalen Regionen bewegt ist sie fast schon ideal für diese Art von klassischen Hard Rock, außer sie wird verzerrt. Die Gitarren von Frank sind auf einem Top Level, nicht von Show-Einlagen oder Egomanen Momenten durchzogen, sondern werden immer songdienlich ausgeführt. Egal ob dezent oder auf dicke Hose machend, die Gitarren passen perfekt zum und in den Song. Die Tasten von Ernesto sind aller erste Sahne, dabei spielt es keine Rolle ob sie moderner, orgeln oder im Hammond Stil kommen, die gehen voll in Ordnung. Der Bass kann sich gut behaupten, steht aber leicht nach hinten versetzt im Bild. Das Schlagzeug wurde dezent abgemischt, dass soll nicht heißen das es unauffällig wäre, ganz im Gegentum, der Taktgeber haut voll rein.

Der Sound von SAINTED SINNERS war schon immer ein wenig speziell, dies ändert sich auf „High On Fire“ ehrlich gesagt auch nicht. Es kommt wie gewohnt sich im Classic Rock befindlicher Hard Rock auf den Teller. Die 1980er sind bei den SAINTED SINNERS immer allgegenwärtig und werden mit den genannten Einflüssen zu einem perfekten Ganzen vermengt. Als grobe Vergleiche kann man die Vorgängeralben im Mix mit RAH BAND, DIO, frühe DEF LEPPARD, RAINBOW, DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN und SCORPIONS nehmen und wenn ich mich nicht so richtig verhört habe meine ich leichte Eigenschaften des BANGALORE CHOIR Debüts wahrgenommen zu haben.

Da hat Frank Panè mit seiner Gang fast einen Geniestreich abgeliefert, ein zweites oder drittes „Down In The Hole“ und es hätte Full House gegeben. Wenn es der Wahrheit entsprechen sollte was mir zugetragen wurde, dass die SAINTED SINNERS mal in der oberbayrischen Provinz im Landkreis Altötting in einem Gasthaus einer sehr kleinen Ortschaft gespielt haben, bitte nochmal mit dem neuen Album hinkommen, dann bin ich mit einem Bericht zu jeder Schandtat bereit.

„Crown Of Thorns“ geht das Album sehr klassisch mit geilem georgel an, „Out Of The Blue“ ein eingängiger Rocker mit Drive. „Night After Night“ kommt mit einer unwiderstehlichen Melodieführung obwohl der Refrain leicht unrund wirkt, „Sunshine“ hier wird die Gitarre, sowie die Stimme, extrem 70s Like verzehrt und erinnert an alte US-Krimi Serien – die mit Blues Rock Vibes aufgehübscht werden, mit abgefahrenen spacigen Keys, so versprüht der Song irgendwie die Leichtigkeit des lässigen Seins bei Sonnenuntergang. „Empty Days Of Wonder“ einer der geilsten Classic Rocker der letzten Zeit, „World’s On Fire“ es wird wieder sehr eingängig gerockt bis die Socken qualmen. „Down In A Hole“ ein Highlight mit endgeiler Melodie – wäre was für die Tanzfläche, „Hide In The Dark“ ein eingängiger Rocker der Spaß macht. „Sweet Sweet Addiction“ ein flotter Fuß Wipper von der besseren Sorte, „Lost In A Storm“ ein heftiger Rocker mit Hammond Sound und viel Drama, „Who Are You“ erinnert mich an eine härte Version von der Melodie die beim demaskieren von The Masked Singer eingespielt wird – kommt mit coolen Piano Klängen

Balle

ROXTON – My Name Is Rock

Trackliste:

01. All In Vain
02. My Name Is Rock
03. Bottom Up
04. Heavy
05. Sooner Or Later
06. 21st Century Radio
07. Moments
08. Get It Up
09. Crisis Or Game
10. Crazy Life
11. The Groove – The Sound
12. Revival

Spielzeit: 42:11 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Roxton Records – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/Roxton

 

Es war mal in den 1990ern ein kleiner Matze mit Namen Maxe, der gerade dem Windelpupansen Alter entfleucht war und sich damals auf MTV nicht satt sehen konnte. Zu dem gesehenen gehörte NIRVANA und Co, die ihn so beeindruckten, dass er schon früh beschlossen hatte Musiker zu werden. Heute im ausgewachsenen und erwachsenen Alter ist vom kleinen Maxe nicht mehr viel übrig, sondern es ist jetzt ein gestandener Max ROXTON der aus seinem Soloding eine Band machte und insgesamt heute das zweite Album an den Start bringt. Ich habe ROXTON bis jetzt dreimal gesehen, zweimal unter Strom und einmal Unplugged, bei allen drei Shows konnte mich die Band überzeugen, und der ehemalige Windelpopans hat sich auf der Bühne zu einer echten Rampensau entwickelt, der sein Ding durchzieht.

Bei den meisten Songs hat Max neben dem Gesang die Instrumente selbst eingespielt, ausgeholfen haben mal Gonzo Urgel am Bass und Jo Apfel an den Gitarren, an den Backing Vocals ist Lizzy Schmittlein zu hören. Hier schicke ein kurzes vielen Dank an Lizzy für die Promos die mir im Wave Format vorliegen, will heißen die Dateien sind nicht Verlust behaftet und genau so wie sie sich auf meiner Festplatte befinden auch auf CD. Max besitzt eine äußerst attraktive Stimme die weder nervt noch überzogen klingt, einfach in der richtigen Tonlage um sich im Bandsound pudelwohl zu fühlen. Ein wenig dreckiger Rauch und Rauheit befinden sich auch in seinem Organ, die den Songs verdammt gutstehen. An der Gitarre ist Max auch ein Mann der es versteht die 6-Saitige richtige in Schwingungen zu versetzen damit was Gutes bei raus kommt. Der Bass kann sich gut durchsetzen, wenn sich die Gitarren zurückhalten, wenn die allerdings voll auf Angriff gehen muss man ein wenig besser hinhören um den Tieftöner zu orten. Jetzt kommt der einzige Kritikpunkt den ich gefunden habe, die Drums wirken wie aus dem PC, ob jetzt ein echtes Drumset oder der PC verwendet wurde kann ich nicht mit Bestimmtheit aussagen, es wirkt gefühlt ein wenig künstlich. Vielleicht kann mich Max da bitte aufklären ob es sich um ein echtes Drumset handelt oder aus der Kiste stammt. Die Backing Vocals und Chöre sind sehr gut vorhanden, aber nicht zu viel, dass die alles bügeln würden, die Dosis macht es und die haben ROXTON genau getroffen. Die Produktion drückt mächtig an der Gehörfront und bietet in allen Frequenzen genug Saft für jeden Geschmack.

Der Stil lässt sich schlecht in Schubladen stecken, da muss man bei ROXTON mit allem rechnen, es streuen sich viele Einflüsse in den Sound. Zu den Einflüssen gehören guter klassischer Hard Rock der Helden ab Mitte der 1980er Jahre, FOO FIGHTERS, ein klein wenig NIRVANA, aber auch mal eine klitzekleine Prise CLAWFINGER, H-BLOCKX und Co. Vom Feeling her würde ich sogar ein wenig 3 DOORS DOWN und LINKIN PARK ohne Rap Einlagen hinzunehmen. Aber auch mal der Stil von DEEP BLUE SOMETHING und den KAISER CHIEFS ist auszumachen. Und fertig ist der ROXTON Sound der alle konventionellen Grenzen verschiebt und sprengt, bei all der Moderne trotzdem tief in den 80ern verwurzelt ist.

Und nein ich schreibe jetzt nicht: „Wenn sie nicht ….“, denn es ist eine deutliche Steigerung zum Debütalbum auszumachen, wenn ROXTON so weiter machen könnte unter Umständen mehr als ein Achtungserfolg rausspringen. So macht modern angehauchter Hard Rock Spaß ohne auch nur einen Anflug des Zweifels aufkeimen zu lassen.

„My Name Is Rock“ ist mehr als nur ein Album, es ist ein Statement wie man Klassik und Moderne attraktiv vereinen kann ohne dabei abzulosen und auch für anständig gemachte Rock Mucke.

„All In Vain“ ein kräftiger Einstieg ins Album mit anleihen an CLAWFINGER, „My Name Is Rock“ ein eingängiger Stampfer der den Dampf aus der Windel bläst. „Bottom Up“ kommt mit schrägem Blues Unterton, macht sich sehr gut als Kontrast, „Heavy“ der Titel ist Programm, es geht voll nach vorne und erinnert mich an einen in die Moderne katapultierten Klassiker aus den 80ern. „Sooner Or Later“ ein cooler gute Laune Rocker geht in Richtung End 80er meets Britpop, „21st Century Radio“ hier geht es um den kleinen Windelpupser Maxe wie er zum ausgewachsenen Max mutierte, und das mit einem fantastischen Rocker. „Moments“ überzeugt als Halbballade mit viel Gefühl, „Get It Up“ ein Highlight und bestes Tanzflächenfutter. „Crisis Or Game“ legt mit markerschütternden Schreien und CLAWFINGER klängen auf klassischem Riffing los und geht so weiter, „Crazy Life“ die Gitti kommt hier geil im cleanen Bereich rüber, ansonsten ein mehr als anständiger Song. „The Groove – The Sound“ kommt wieder mit schrägem Riffing um die Ecke, die aber alles andere als deplatziert wirken, „Revival“ eine Hymne vor dem Herrn.

Balle

VOGELFREY – Make Mittelalter Great Again

Trackliste:

01. Make Mittelalter Great Again
02. Nein, Mann!
03. Alle sagen das
04. Trollwut
05. Nacht über Leben
06. How Much Is The Fish
07. Gott Mensch
08. Mittelalter Dance Metal
09. Dr. Met
10. Kloppt euch doch
11. Dunkelheit

Spielzeit: 43:12 min – Genre: Folk Metal – Label: Metalville Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/Vogelfrey/

 

VOGELFREY bringen ihr 7. Album raus, na da habe ich wieder mal einige verschlafen, um genauer zu sein sechs. Irgendwie ist VOGELFREY bis jetzt nicht auf meinem Radar aufgetaucht, ob sich dies ändern wird, zeigt sich in den kommenden spannenden Minuten. In der Redaktionsliste wird dieses Album als Folk Metal geführt, im Infoflyer wird Mittelalter Rock angegeben, und da gehe ich bei keinem der beiden angegebenen Genres mit, dazu führe ich später weiter aus. Zu VOGELFREY gehören die Stimme Jannik Schmidt, Dennis Walkusch an Gitarre, Cristopher Plünnecke an Bass, Johanna Heesch an Cello, Alexander Suck an Violine und Dominik Christiansen an den Drums.

Die Stimme von Jannik kann überzeugen, egal ob sie sich in normalen Gefilden befindet oder wenn er Gas gibt, gibt’s nichts zu meckern. Die Gitarren geben alles, aber gehen fast neben den sich im Electronic befindlichen Tasten unter, die mehr Power erzeugen als die E-Axt. Der Bass kann nur bei genauem hinhören geortet werden, das Cello kommt hier und da, wenn die anderen zurückfahren seine Momente, genau wie die Violine die auch nur da ist, wenn Gitarre und Tasten pausieren. Das Schlagzeug ist voll da obwohl es sich nicht im Vordergrund befindet. Die Produktion ist kraftvoll und mit Power.

Puh nun kommt der Stil dran, weder Mittelalter Rock (dafür ist die Gitarre zu heftig), weder Folk Metal (dafür fehlen die folkigen Ansätze), was also nun? Ich sag es mal so, VOGELFREY befinden sich im Rahmen der Neuen Deutschen Härte mit Industrial und Hardcore Attitüde, dass trifft es wohl am besten. Wenn es um die Tasten geht kommt sogar noch Electronic oder Trance ähnliche Klangfärbung hinzu. Die Songs besitzen Melodie und ihren Reiz, der aber fast von den Keyboards überfahren wird und das gesamte Klangbild irritiert. Am besten kann man mit RAMMSTEIN, EISBRECHER und Co vergleichen. Wen das nicht abschreckt wird mit „Make Mittelalter Great Again“ sehr viel Freude haben, wer nicht auf die Beiden erwähnten kann sollte einen weiten Bogen um VOGELFREY machen.

Leider kommt mir zu viel bei den Songs bekannt vor, dass Bekannte war vor Jahrzehnten schon mal da und wurde damals weitaus besser hörbar geboten. Mit Great Again wird es so nichts!

„Make Mittelalter Great Again“ erinnert mich an eine Kreuzung aus DAFs „Der Mussolini“ und RAMMSTEIN, „Nein, Mann!“ das Gesülze der Frauenstimmen kommt nicht gut rüber. „Alle sagen das“ wirkt wie ein Techno Song mit gelegentlichem Gitarren Auslauf, „Trollwut“ fährt volles Härte Brett auf, „Nacht über Leben“ kommt mit vielen mir bekannten Passagen und Abschnitten. „How Much Is The Fish“ kenne ich von den Niederländern BOTS als „Sieben Tage Lang“ – und da gibt es nur eine Version und das ist die von BOTS, „Gott Mensch“ bewegt sich im Mittelalter Stil in sehr Modern. „Mittelalter Dance Metal“ kommt geil mit dem Cello und der Violine, vergeigt mit dem Electronic Gedöns total, „Dr. Met“ erinnert mich an einen Shanti Rocker. „Kloppt euch doch“ wow hier kommt das volle moderne Metalgedöns auf den Hörer zu, „Dunkelheit“ eine Ballade macht das Licht aus.

Balle

DIE APOKALYPTISCHEN REITER – Freie Republik Reitermania

Trackliste:

01. Der Freiheit Vaterland
02. Rache an der Wirklichkeit
03. Weiße Pferde
04. Ich bin dein Freund
05. wir sind, weil ihr seid
06. Danke
07. Die Sonne scheint (Remix)
08. Das kleine Spießerlein
09. Erhelle meine Seele (Akustik)
10. Komm (Akustik)
11. Es wird schlimmer (Live in Hamburg)
12. Terre Nola (Live Akustik)
13. Es wird schlimmer (Live Akustik)
14. Wo es dich gibt (Live Akustik)
15. Die Leidenschaft (Live Akustik)
16. Ein liebes Lied (Live Akustik)
17. Ein leichtes Mädchen (Live Akustik)
18. Das Paradies (Live Akustik)
19. Friede sei mit dir (Live Akustik)
20. Ghostriders In The Sky (Live Akustik)
21. Dschingis Khan (Live Akustik)

Spielzeit: 87:09 min – Genre: Folk Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 31.10.2025 – Page: www.facebook.com/Reitermania/

 

Um DIE APOKALYPTISCHEN REITER hatte ich bis jetzt immer einen weiten Bogen gemacht, vielleicht aus dem Grund das ich nicht wusste wie ich Folk Metal einzuordnen habe. Seit ich mir ein paar Scheibletten aus diesem Genre angehört und auch reviewt habe muss ich gestehen das Folk Metal ein sehr interessanter Stil ist und sich auch gut hören lässt. Also habe ich mich für das Jubiläums-Album „Freie Republik Reitermania“ von DIE APOKALYPTISCHEN REITER eingetragen um mir die mal genauer anzuhören.

Im Infoflyer steht folgendes zum Album: „30 Jahre Die Apokalyptischen Reiter – Freie Republik Reitermania. Vier Kapitel. Eine Republik. 100 % Reiter. „Freie Republik Reitermania“ ist mehr als ein Jubiläum – es ist ein Manifest. Mit epischen neuen Hymnen, verschollenen Archivjuwelen, einem intimen Akustikset und dem längsten Track ihrer Geschichte feiern DIE APOKALYPTISCHEN REITER im Sturmritt durch ihr erschaffenes Universum. Die streng limitierte Fanbox (500 Exemplare) ist ein Gesamtkunstwerk: 4 LPs mit ausfaltbarem XXL-Artwork, das sich zu einem monumentalen Brettspiel entfaltet – inklusive handgefertigter Zinnfiguren der biblischen Reiter“! Na das hört sich doch hervorragend an und lässt die Ohren spitzen.

Zu den REITERn gehören Fuchs am Mikrofon, Titus Maximus an Gitarren und Keyboards, Volk-Man an Bass und Rohgarr an den Drums. Fuchs‘ Stimme hat ein Timbre das mit seiner Rauheit sehr gut zum Metal passt aber auch Deutsch / Hard Rock passen würde, die holt den Hörer voll ab der ersten Silbe ab. Kann eine Stimme besser matchen, sicher gibt es viele die perfekt zur Mucke der jeweiligen Band in ihrem Genre passen, aber Fuchs haut mit seinem Organ eine Schneise in die Trommelfelle, die sich nach einmaligem Genuss nicht so schnell wieder schließt. Die Gitarren fahren entweder auf einem Gleis mit viel Gefühl und Dezent, oder hauen volles Riffbrett mit gnadenlosen Salven raus. Je nach Bedarf geht die Gitti zu werke und hinterlässt einen Eindruck der nicht besser sein könnte. Die Keyboards halten sich zwei Schritte hinter den Gitarren auf und kommen den 6-Saiten nicht in die Quere, wenn mal Piano Klänge angeschlagen werden kommt die Tastenfraktion ein Stück näher ans Rampenlicht. Der Bass steht gut im Hörraum, geht beim vollen Brett allerdings leicht gegen die Gittis unter. Die Drums setzen dem Ganzen die Krone auf und sind in der perfekten Dosis ausgeführt um den großen Zampano zu geben und alles zu bügeln was nicht rechtzeitig in Deckung gehen kann. Die Produktion bläst alles weg was vor den Membranen rumtanzt, mit Volldampf in allen Pegelbereichen und Frequenzen haut der Sound voll rein.

Schon allein der Opener „Der Freiheit Vaterland“ geht mit knapp 11 Minuten und einer eindrucksvollen Botschaft an den Start, und wird während der gesamten Zeit nicht einen Moment Langweilig. Die Tempo- und Härtewechsel sowie die Gefühlvollen, Metal und Epic Passagen im Wechsel verbreiten sehr viel Charme der beim ersten Hören sitzt. Was auffällt ist die Ausführung der Vocals, die sehr oft episch wird, mit dem Einsatz des Pianos wirkt das Ganze dann noch größer und breiter, dass sich eine gigantische Bühne vor dem Hörer aufbaut. Die Songs sind ohne Ausnahme Ohrwürmer die sofort zünden und den Hörer nicht mehr so schnell loslassen. Es kommen Songs mit Gefühl oder mit vollem Metalbrett zum Einsatz, oder es wechseln sich eben die genannten Passagen in den Songs ab, dieses Wechselspiel bringt Abwechslung ins Spiel und lässt zu keinem Zeitpunkt auch nur den kleinsten Anflug an Öde aufkeimen. Auch wenn Fuchs mal fast ins Growling abschweift überzeugt er mit seinem Organ. „Weiße Pferde“ erinnert mich an ACHIM REICHELs „Aloha Heja He“ nur epischer und härter, mit dem gleichen Gespür für Melodie und Drama entstand mit „Weiße Pferde“ ein Hit. Bei „Ich bin dein Freund“ werden sogar Saxophon ähnliche Töne angeschlagen die sich sehr gut als Kontrast machen. „Danke“ erinnert mich an eine sehr Funky Version von SPLIFF, ich musste beim ersten Hören an die 70er Krimi Serie „Auf Den Straßen von San Francisco“ denken, Die Gitti ist genauso angefunkt. „Die Sonne scheint“ könnte mit ihrem Trance-Beat deplatziert sein. „Das kleine Spießerlein“ entschädigt für den Vorgänger und erinnert an Kindervers 10 kleine Jägermeister. Die Akustik Songs im 3. Kapitel haben was das überzeugt. Das 4. Kapitel mit dem Acoustic Set machen sich prächtig in der Vita der Band.

Ein überzeugendes Feierwerk zum 30-Jubiläum der Band mit einer beachtlichen Laufzeit, Aufmachung, Bonus Material und Hits on Board.

Balle