SIDEBÜRNS – Beer Füeled Bastard

Trackliste:

01. All In
02. Not What Used To Be
03. Lifestyle
04. Hit The Ground
05. Whiskey Driven Beer Fueled Bastard

 

 

 

 

Spielzeit: 20:47 min – Genre: Speed Rock N Punky Hard Roll – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 10.04.2026 – Page: www.facebook.com/sideburnsrock

 

Als ich den Bandnamen in der Redaktionsliste gelesen habe dachte ich doch fast schon das die Schweizer Riff Rocker von SIDEBURN nach ihrer Best Of mit einem neuen Werk zurück sind. Beim genauen Hinsehen sah ich dann den Unterschied, hier handelt es sich um eine EP des Weimarer Rock-Trios SIDEBÜRNS. Ich kannte diese Band noch nicht, und da ich mich gerne überraschen lasse übernahm ich die EP, Überraschungen sind etwas Tolles und können in jede Richtung gehen, entweder es ist ein Volltreffer oder eine Enttäuschung.

SIDEBÜRNS besteht aus Ralf Sideburn an Mikrofon und Gitarre, Katja BAroneSS an Mikrofon und Bass sowie Ronny G. Hämmer an den Drums. Dann lasst mal hören, was der abgefüllte Bastard reißen kann. Ralfs Stimme ist rau und klingt derb nach sehr viel Dreck und Lungentorpedos, nahe zu ideal für den Rock N Hard Roll der Band. Die Gitarren sind alles was man von Haudrauf Mucke erwartet nur nicht leise und zurückhaltend, mit Vollgas werden die Akkorde laut angeschlagen. Der Bass kommt sehr gut durch und kann sich gegen das Riffgewitter behaupten. Die Drums treten mit aller Gewalt in den Hintern. Die Produktion klingt so wie der Bandsound, furztrocken wie der Sand in der Sahara.

Der Sound ist von sehr deftiger und wilder Natur, die absolut trockene Produktion passt sehr gut dazu. Es gibt verschiedene Einflüsse zu hören, was wiederum zu komischen Vergleichen führt. Diese Vergleiche setzen sich aus MOTÖRHEAD, SUPERSUCKERS, MORORJESUS und BEASTÖ BLANCÖ auf einem schnellen Punk Trip trifft es wohl am besten. Denn die Songs sind nicht für Leute geeignet die sich beim Autofahren dadurch ertappen die Geschwindigkeit wie bei den Songs zu erhöhen, das könnte zu teuren Passbildern führen, wenn der Gaudikasten am Straßenrand steht. Für alle anderen die sich angesprochen fühlen, einfach mal reinhören ob SIDEBÜRNS dem eigenen Geschmack entspricht und diese Band unterstützen.

Alles nicht schlecht geboten, allerdings auch zu kurz, zu wenig für eine Spitzenbewertung in der oberen Skalaeinteilung. Dafür ist die Mucke zu unruhig, schnell und man kann es schlecht einordnen wo die Reise hingehen soll. Geht sie hin zum Rock N Roll oder Speed Punk mit Rock N Roll Elementen. Irgendwie ist es unklar was die Band dem Zuhörer vermitteln möchte.

„All In“ ein schneller, derber und deftiger Rocker zum Einstieg, „Not What Used To Be“ und es geht weiter wie es angefangen hat, schnell eine Spur düsterer. „Lifestyle“ lässt den Zuhörer bei gedrosseltem Tempo durchatmen, „Hit The Ground“ das Tempo geht wieder nach oben, „Whiskey Driven Beer Fueled Bastard“ hier geht es voll in Richtung MOTÖRHEAD mit ROSE TATTOO Vibes.

Balle

NEVERLAND TRAIN – Alive In Hell

Trackliste:

01. End Of The Night
02. Not Alone
03. Still Alive
04. So Far Away
05. Somewhere In This Universe
06. Learn To Live
07. Pride
08. Ignorance
09. Better
10. In Heaven Now
11. Tonight Is What It Means To Be Young

Spielzeit: 67:22 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/NeverlandTrain

 

NEVERLAND TRAIN ist eine Homage an Jim Steinman, der die Musik mit Theatralik und Drama auf ein neues Level gehoben hat und Musiker wie MEAT LOAF, BONNIE TYLER und noch einige mehr mit Hits aus seiner Feder versorgte die teilweise um die Welt gingen und Erfolge verbuchen konnten. NEVERLAND TRAIN wurde vom Bochumer Jens Faber aus diesem Grund ins Leben gerufen um Steinman zu Ehren. Das Projekt oder vielleicht auch heranwachsende Band besteht aus Marco Pastorino an den Vocals, Jens Faber an Backing Vocals, Gitarren, Bass, Keyboards und Piano sowie Patrick Klose an den Drums. Als Gastsängerinnen für den letzten Song sind Jeantette Scherff und Aeva Maurelle zu hören.

Jens ist / war bei DAWN OF DESTINY und LEGIONS OF THE NIGHT, Maco bei TEMPERANCE und FALLEN SANCTUARY, Patrick kennt man von IRON SAVIOR, alles Kombos die sich der härteren Gangart verschrieben haben – da kann man mehr als gespannt sein wo die Reise hingeht und wie diese aussieht. Die Info erwähnt für Fans von MEAT LOAF, BONNIE TYLER und die unvergessene Soundtrackcrew aus den 1980ern FIRE INC.. Was als erstes auffällt ist die Laufzeit von über 67 Minuten bei elf Songs, einer bewegt sich bei vier Minuten, der Rest geht von fünf bis über sieben Minuten. Das bedeutet das es in MEAT LOAF Regionen geht.

Marco besitzt eine sehr angenehme Stimme die sich in Tonlagen bewegt die mehr als nur annehmbar sind. Die Gitarren kommen zwar mächtig böse aus den Boxen, drängen sich dabei aber auf keinen Fall in den Vordergrund, sondern bilden mit den Tasteninstrumenten die als Keyboard, Orgel oder Piano ausgeführt wurden ein spitzbübisches Duo. Weder Gitarren noch die Tasten sind zu dominant, beide gehen eine gleichberechtigte Partnerschaft ein die ein festes und bombastisches Fundament für die Stimme darstellen. Der Bass spielt ein wenig den Nebendarsteller, dafür hauen die Drums besser rein. Das Klangbild präsentiert sich harmonisch und sehr verspielt.

Zu hören gibt es neben dem von Jim Steinman geschriebenen und vom Streets Of Fire stammenden „Tonight Is What It Means To Be Young“ – lief damals auf Dauerrotation in den Discos, verdammt starken Melodic Rock der von der Ausführung an MEAT LOAF und auch BONNIE TYLERs Welthits erinnert. Man kann sogar noch eine kleine Portion MAGNUM und AVANTASIA mit dazu nehmen. Nur eben mit einer sehr kleinen aber feinen Metal Note, ohne in den Metal abzudriften, was man an den Gitarren hören kann. Viele Parallelen zu Jim Steinman sind natürlich auch zu jeder Zeit hörbar. Jetzt könnte man behaupten das dies nicht sonderlich Ideenreich ist, sicher könnte man das ohne Probleme so sehen. Man kann aber auch ein sehr großes Veto einwerfen, da es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von MEAT LOAF und Jim Steinman keine neue Musik mehr geben wird ist NEVERLAND TRAIN da um diese Lücke füllen zu können. Denn egal wie man zu MEAT LOAF und Jim Steinman steht, man muss neidlos anerkennen das es sich um sehr gute Mucke handelt die Steinman geschrieben und von MEAT LOAF umgesetzt wurde. Genau diesen Geist, Energie, epische Theatralik und Drama bieten NEVERLAND TRAIN auf einem sehr hohem Niveau ohne dabei als Klone oder Abklatsch zu wirken. Hier machen drei Musiker Melodic Rock der Extraklasse, die jeden Test von Zeit und Qualität bestehen wird.

Jungs bitte mehr davon, ihr seid mit NEVERLAND TRAIN eine wahre Bereicherung im Melodic Rock. Wer auf Melodic Rock mit Dramarama steht sollte bei NEVERLAND TRAIN mehr als nur ein Ohr riskieren und sich das Album mit einem guten Glas Wein vornehmen.

„End Of The Night“ eine epische Rock Hymne wie sie auch im Lehrbuch stehen könnte, „Not Alone“ glänzt mit Tempowechseln und fast schon Metal-artigem Riffing. „Still Alive“ ein flotter Rocker der voll auf die 12 geht, „So Far Away“ eine Ballade die irgendwo zwischen den oben erwähnten Künstlern, MAGNUM und AVANTASIA wandelt. „Somewhere In This Universe“ hier gibt es alles für das Steinman geliebt oder gehasst wird / wurde, Drama ohne Ende, epische Abschnitte, Chöre die einfach nur reinhauen und Tempowechsel – sogar stellenweise sehr rauen Gesang, „Learn To Live“ fängt eher unspektakulär an – auch in den Strophen, bis der Refrain kommt der on Top ist und die spanisch angehauchte Gitarre nach dem Refrain. „Pride“ hier Rockt und Rollt es im Gebälk, „Ignorance“ hier gibt es wieder alles von Drama, Tempowechsel bis Epic, wie ein Thriller der die Spannung auf die Spitze treibt und sich dann mit aller Energie entlädt. „Better“ ein Rocker der sehr hohes Potential besitzt, „In Heaven Now“ eine Ballade die die Taschentuchfraktion bestens bedient, „Tonight Is What It Means To Be Young“ eine sehr gelungene Version des Songs vom Streets Of Fire Soundtrack.

Balle

WÜSTENBERG – The King’s Gambit

Trackliste:

01. The King’s Gambit
02. Call Me A Fool
03. Hold On To
04. Trading Manners For The Madness
05. Man With No Baggage
06. Paradox Of Love
07. Good People
08. Revenge Is For The Weak

 

 

Spielzeit: 29:07 min – Genre: Folk Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.facebook.com/wuestenbergmusic

 

Auf einmal tauchte WÜSTENBERG in unserer Liste auf, ich dachte mir wer das wohl sein wird und wie die Mucke klingen wird, also habe ich mich für dieses Album eingetragen. Den Umstand das es sich um Folk Rock handelt fand ich interessant, da ich bis jetzt nie oft Berührungspunkte mit diesem Genre hatte. Ich kannte Diverse Songs von Irisch Pubs oder gelegentlich bis eher selten aus dem Radio, und fand diese Art Musik immer entschleunigend und entspannend, ohne Hektik gehen die Melodien runter wie Öl.

Zur Besetzung gehören Franz Wüstenberg an Gesang, Akustik- und Elektrogitarre,
Simon Scherer an Banjo und Mandoline, Béatrice Wissing an Geige, Catherine Kuhlmann an Klavier und Orgel, Torben Richter an Elektrogitarre, Alexander Lauer an Bass, Phil-Jonathan Kämpflein an den Drums. Die Stimme von Franz übt eine besondere Faszination aus die mit den Instrumenten einen Klang erzeugen der als Wohlfühlmucke bezeichnet werden kann. Bei den Instrumenten sticht keines heraus, auf der anderen Seite geht auch keines unter. Die Produktion ist so ausgeführt das jeder der Darsteller seine Bühne besitzt und mit der Stimme eine feste Einheit bildet. Der Klang der Produktion wirkt sich extrem positiv auf diese Einheit aus.

Na WÜSTENBERG dann lasst mal Hören wie Euer Debütalbum mundet. Zu hören gibt es wunderschön verpackte Melodien, um es in genauen Worten auszudrücken, wenn man sich Folk Rock vorstellt, sollte er genau so sein. Weder zu kolossal noch zu fein, WÜSTENBERG hat genau den goldenen Weg gefunden ihren Sound ins rechte Licht zu rücken. Dieses Licht scheint ziemlich Hell, mit Songs wie „The King’s Gambit“, „Call Me A Fool“, „Trading Manners For The Madness“, „Paradox Of Love“ und „Revenge Is For The Weak“ hat WÜSTENBERG gewaltige Ohrwürmer am Start. Aber nicht nur die Ohrwürmer haben die Fähigkeit zu überzeugen, auch die anderen Songs sind von sehr hoher Qualität.

Schade das sich auf diesem vorzüglichen Debütalbum nur acht Songs befinden und die Party nach knappen 30 Minuten zu Ende ist. Die hätte ruhig und gern noch eine halbe Stunde länger gehen können.

„The King’s Gambit“ der Opener geht gleich ohne Umwege in die Gehörgänge, „Call Me A Fool“ ein flotter und melodischer Feger. „Hold On To“ glänzt mit Tempowechsel, „Trading Manners For The Madness“ wäre mit seinem Tempo sehr gut für die Tanzfläche geeignet, mit dem Banjo kommt sogar ein wenig Südstaaten Stimmung auf. „Man With No Baggage“ ein cooler Rocker, „Paradox Of Love“ hier erzeugen die Tempowechsel mit sanften und rockigeren Tönen einen speziellen Charme. „Good People“ eine sympathische E-Gitarre liefert sich mit dem Banjo gelegentliche Duelle und formen so einen Song mit Pfiff, „Revenge Is For The Weak“ zum Schluss kommt noch ein Sahneteil zum Zug.

Balle

STURMS FÄHRMANN – Alles echt

Trackliste:

01. Alle Mann an Deck
02. Chemie
03. Alles Echt
04. Pur und ohne Filter
05. 1000 Mal von vorn
06. Auf welchem Weg
07. Dieb
08. Niemals zurück
09. Asche auf mein Haupt
10. Durch den Sturm
11. Kein Morgen mehr
12. Wir bleiben einfach hier

Spielzeit: 41:47 min – Genre: Deutsch Rock – Label: Visualsound.Media – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.facebook.com/sturmsfaehrmann

 

STURMS FÄHRMANN wer soll denn das schon wieder sein, hört sich nach Shanti und Seemannsgarn an. Aber nicht vom Bandnamen ablenken und täuschen lassen, denn hier gibt es Deutsch Rock auf die Glocke, von Seemannsgarn so weit entfernt wie die Menschheit vom Mond. Und genau diese mir bis jetzt unbekannte Band haut ihr viertes Album unters Volk.

Zu den Bandmitgliedern gehören Yannick Lickfeldt an Gesang, Jochen Sturm und Mickes Sebastian an den Gitarren, Thorben Gust an Bass und die Drumsticks schwingt Tim Schwarz. Yannicks Stimme bewegt sich sehr vorlaut in den Mittleren bis in die Hohen Lagen, und passt mit seinem vorlauten Ton sehr gut zum Testosteron geschwängerten Deutsch Rock ohne sich einen Schnitzer zu erlauben. Die beiden Saitenschwinger hauen die Riffattacken raus als wenn es der letzte Song ist den sie im Leben spielen würden. Der Bass steht leider nicht so weit vorne und ist nicht so bewusst wahrzunehmen, wenn die Gitarren mal pausieren kann man den Bass sehr gut hören. Die Drums sind weder auffällig noch zurückhaltend ausgeführt, sondern irgendwie in einem guten Zwischenmaß. Die Produktion hat Dampf, könnte bei den Becken ein wenig mehr Klarheit vertragen, ansonsten alles im grünen Bereich.

Der Stil haut mit Gitarren ganz schön rein, aber nicht nur die Gitarren machen Mobil, auch die Melodien sind sehr fein ausgeführt und tragen so zu einem extrem positiven Bild bei. Der Härtegrad geht voll in Ordnung, härter sollte es auf keinen Fall sein, denn nur so kommt melodischer Deutsch Rock bestens an. Vergleiche kann man mit meinen lieblingsvergleichen BÖHSE ONKELZ, DIMPLE MINDS, MAERZFELD, GRENZENLOS, ARTEFUCKT, UNANTASTBAR und EIZBRAND um nur einige erwähnt zu haben. Alle Vergleiche versprühen auf ihre eigene Art viel Charme und da bilden STURMS FÄHRMANN keine Ausnahme. So, und zwar genau so sollte und muss anständiger Deutsch Rock klingen und reinhauen. Wer da nicht mit dem Fuß im Takt mit wippt ist nicht mehr zu helfen, der ist entweder Taub oder was weiß ich was bei so einem schief läuft. Mit der Laufzeit ist auch alles im grünen Bereich, also Jungs alles Richtig gemacht, weiter so und zwar genau so. Für Volle Punkte fehlt ein Mü, ich denke mit der nächsten Veröffentlichung reißt die Band volle Hütte.

„Alle Mann an Deck“ holla die Waldfee, da rennt die Hexe mit brennenden Haaren ums Kackhauseck, „Chemie“ und es folgt gleich der zweite Hit. „Alles Echt“ ein Vollgasrocker der mit viel Drive die eben angesprochene Hexe ums Kackhauseck treibt, „Pur und ohne Filter“ und noch so ein Melodic Schmankerl das beim ersten Hören sitzt. 1000 Mal von vorn“ in den Strophen mit Drama angereichert und im Refrain wird’s ein Superhit, „Auf welchem Weg“ bei den ersten Takten und immer wieder eingesprenkelt kommt Chaos auf – bis der endgeile Refrain kommt und seine Faszination auf dem ersten Durchgang entfaltet. „Dieb“ hier muss ich an die Titelmelodie der TV-Serie The Munsters denken – nur noch mit mehreren Umdrehungen und mehr Konfusion, „Niemals zurück“ hier muss ich an die Schwaben von ANGUS COURT denken, unwiderstehliche Hooks und Eingängigkeit – ein Hit. „Asche auf mein Haupt“ WOW was für ein Melodic Happen – besser geht es wirklich nicht – kommt mit leichten AC DC Vibes, „Durch den Sturm“ ich will mich nicht wiederholen, aber schon wieder ein Song der als Hit durchgeht. „Kein Morgen mehr“ upps und noch ein Highlight das sofort im Ohr bleibt, „Wir bleiben einfach hier“ am Ende haben sie es nochmals getan, hauen ein Highlight raus.

Balle

BEYOND THE BLACK – Break The Silence

Trackliste:

01. Rising High
02. Break The Silence
03. The Art Of Being Alone
04. Let There Be Rain
05. Ravens
06. The Flood
07. Can You Hear Me
08. (La Vie Est Un) Cinéma
09. Hologram
10. Weltschmerz

 

Spielzeit: 37:34 min – Genre: Symphonic / Melodic Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/beyondtheblackofficial

 

BEYOND THE BLACK haben ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel „Break The Silence“ an den Start gebracht und befinden sich gerade noch auf der Album Tour. Ich konnte BEYOND THE BLACK letzten Dienstag Live in München sehen und habe irgendwie noch die grandiose Show vor Augen, sowie die Songs im Ohr. Zur momentanen Besetzung gehören Jennifer Haben an Gesang und Tasteninstrumente, Chris Hermsdörfer und Stefan Herkenhoff an den Gitarren, Linus Klausnitzer am Bass und Kai Tschierschky an den Drums. In wie weit die Angaben stimmen kann ich nicht mit Bestimmtheit bestätigen, da weder auf Homepage der Band Angaben, noch im Internet verlässliche Quellen zu finden sind.

Jennifer hat schon seit dem Debütalbum ein Organ das auf internationaler Ebene mit allem Mithalten kann das sich Sängerin nennt, egal ob es sich um einen bekannten oder unbekannten Namen handelt – Jenny kann da spielerisch mithalten und sehr viele Akzente setzen. Die Gitarristen versetzen die 6-saitige in wohlige Schwingungen die jedem Anhänger von Symphonic und Melodic Metal bestens munden sollte, weder zu heftig noch zu soft werden die Saiten angeschlagen um die Stimme von Jenny bestens in Szene zu setzen. Die Keyboards sind mal vordergründiger oder als dezente Unterstützung im Hintergrund, egal wie sie gerade im Song eingesetzt werden passt es sehr gut zur Stimmung. Der Bass kann sich nicht ganz so stark durchsetzen wie die Gitarren, dafür spielt das Schlagzeug auffällig den Arschtreter. Die Produktion ist auf höchstem Niveau ausgeführt und gibt keinen Grund auch nur einmal den Zeigefinger belehrend zu heben.

BEYOND THE BLACK beweisen aufs Neue das sie nicht nur auf eine sehr Gutaussehende Frontfrau beschränkt werden sollten, sondern musikalisch auch seit dem Debüt in der Oberliga beheimatet sind. Auch auf ihrem Konzeptalbum „Break The Silence“ setzt die Band die nationale – wenn nicht sogar internationale – Messlatte für Symphonic / Melodic Metal sehr weit nach oben, wer die Band kennt sollte mit dem Album mehr als zufrieden sein. Wer die Band nicht kennt, es gibt einen Mix aus Symphonic und Melodic Metal der es verdammt nochmal gewaltig in sich hat und das nicht nur im Studio, auch Live reißt die Band die Bühne ab. Dezente Vergleiche kann man Bands wie AMARANTHE, BATTLE BEAST und NIGHTWISH ziehen – oder auch nicht, dass kann man nie so genau sagen!

Gibt es einen Kritikpunkt? Ja, leider einen kleinen, der weder was mit den Songs noch der Ausführung zu tun hat, die ist auf einem Top Level und gibt in keiner Weise den Grund zum Unken. Der Kritikpunkt ist das das Album nach gerade mal 37,5 Minuten zu Ende ist und das ist nun mal nicht mehr wirklich Up-To-Date. Das gibt einen leichten Punktabzug.

„Rising High“ ein Groove Monster das mit afrikanischem Einfluss gleich mal perfekt ins Album startet, mit „Break The Silence“ folgt ein fettes Highlight. „The Art Of Being Alone“ ein geiles mit Drama angereichertes Duett mit Chris Harms, „Let There Be Rain“ ein melodisches Schmankerl das wieder mit afrikanisch anmutenden Chören von The Mystery Of The Bulgarian Voices kommt. „Ravens“ ein Ballade die durch das fast schon exorbitante Drama glänzt, „The Flood“ ein für die Band typischer Stampfer mit viel Melodie nur müsste die Verzerrung der zweiten Stimme nicht sein. „Can You Hear Me“ hier wird ein wenig aufs Gas getippt, „(La Vie Est Un) Cinéma“ ein Traum von einem Song, die Ausführung hätte nicht besser gemacht werden können. „Hologram“ erinnert mich an AMARANTHE – geht mit viel Schmackes durch die Wand, „Weltschmerz“ eine sehr traurige Ballade die die Taschentücher nass werden lässt.

Balle

FIREBORN – Dreamcatcher

Trackliste:

01. Dancing With The Villain
02. Set The World On Fire
03. Point Of No Return
04. Likes For A Life
05. Pull The Trigger
06. Little Wanderer
07. Crisis Of Youth
08. Dreamcatcher
09. Flashlight
10. Out Of The Edges
11. Human

Spielzeit: 43:19 min – Genre: Heavy Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Firebornofficial/

 

FIREBORN bitte wie, wer, wo, was soll das sein. FIREBORN eine deutsche Band die sich mit ihrem Debütalbum einen Status erspielen konnte und mit diesem Album „Dreamcatcher“ in den Olymp aufsteigen möchte. Ich kannte die Band im Vorfeld nicht und bin erst mit diesem Album auf die Truppe aufmerksam geworden. Mit den ersten klängen kam auch ein lautes Oha über meine Lippen, das klingt Fett und mit Bomben Stimme die sofort im Ohr hängen bleibt. Also lasst Mal hören was ihr so drauf habt, ob ihr den Aufstieg in den Olymp jetzt schaffen könnt. Im Promotext wird FIREBORN für Fans von HALESTORM und ALTER BRIDGE empfohlen mit dem Zusatz Classic Rock & Metal. Kopfkratz im Zusammenhang von HALESTORM und ALTER BRIDGE Classic Rock zu erwähnen ist schräger als total schief gewickelt. Beide Bands passen weder zu Classic Rock noch zu Metal, also herrscht von Anfang an ein wenig chaotische Erwartungshaltung was mich erwartet, wird es ein Bringer oder totaler Brechdurchfall?

Zu FIREBORN gehören die nicht nur wahnsinnig Fette Stimme von Jenny Gruber sondern auch die Saiten-Hexer Rick Götze und Dennis Weber, Bassist Christian Lehr und der Drumstick-Schwinger Raphael Singh. Jennys Stimme ist sehr variabel, die kann von zuckersüß bis bitter-böse gehen und einem dabei den Hintern versohlen. Am besten mundet diese Stimme, wenn sie voll loslegt und mit viel Dreck und Rauch raunzt, faucht und singt wie eine wildgewordene Löwin die ihre Jungen verteidig, allerdings überzeugt sich auch wenn es dezentere Zurückhaltung von ihr gibt. Dabei bewegt sich die Stimme irgendwo zwischen Jennifer Crush, Darby Mills, Janet Gardner oder Noora Louhimo wenn die Druck macht. Die Gitarren sorgen für Riffwände die sich vor dem Hörer aufbauen ohne dabei einen Deut nachzugeben. Die Ausführung der Gitarren wechselt zwischen 80er a‘ la ACCEPT bis ins jetzt zu ALTER BRIDGE, EVANECENCE ohne es dabei in keine Richtung zu übertreiben. Wenn es Modern wird bleibt es für Traditionalisten immer noch erträglich ohne dabei das Gefühl zu entwickeln die Skip Taste zu betätigen. Der Bass ist kein Leisetreter, hat aber seine liebe Mühe gegen die Stimme, Riffbretter und Drums anzukommen. Das Schlagzeug befindet sich meistens in der modernen Ausführung und klingt leider ein wenig blechern, nach Samples, leider vermatschen die runterkomprimierten MP3s die Becken zu einem kastrierten sonst etwas nur nicht Becken. Und da liegt der einzige Kritikpunkt schon auf der Hand, MP3s können mehr Schaden als Nutzen bringen. Der Grund warum ich Streamingdienste meide, MP3 ist kein Format, sondern kastriert Musik. Wave ist das Maß der Dinge.

Der Stil von FIREBORN liegt irgendwo zwischen Tradition und Moderne, aber bei Classic Rock muss sich derjenige der dies im Pressekit angegeben hat verhört haben. Die Gitarren erinnern mich in manchen Momenten an die alten ACCEPT von Mitte bis Ende der 80er aber auch an ALTER BRIDGE oder EVANECENCE, wenn es Modern wird. Dabei schaffen FIREBORN einen Spagat, auf der einen Seite sehr heftig und metallisch auf der anderen Seite den Spirit und Kraft des guten alten Hard Rock wie er in den 80ern angesagt war. Es befindet sich eine Gitarre im Old-School-Hard Rock die andere haut die moderneren Töne raus. Zu heftig wird es eigentlich zu keinem Zeitpunkt, metallisch ja aber das wars dann auch schon. Wie kann man den Stil jetzt am besten einordnen? Ich gebe jetzt mal Modern Heavy Rock an, 60% Moderne, 75% Heavy der Rest ergibt sich dann aus der Bezeichnung Rock. Melodien lässt keiner der elf Songs vermissen, damit geizen FIREBORN auf keinen Fall. Und es hört sich bei weitem besser an als die Beschreibung vermuten lässt. Einfach ein Ohr riskieren und sich von einer talentierten Band überraschen lassen.

Durch das doch komisch anmutende Klangbild in den höheren Tönen ziehe ich einen halben Punkt ab und bin gespannt ob dieser Effekt auch auf Tonträger zu hören ist.

„Dancing With The Villain“ ein brachialer Stampfer zum Einstieg ins Album der irgendwo zwischen Hard Rock und Metal wandelt, „Set The World On Fire“ ein melodisches Schmankerl das von den Gittis an die ollen ACCEPT erinnert. „Point Of No Return“ geht sowas von durch jegliche Wand, egal aus welchem Material die auch sein mag, „Likes For A Life“ die Stimme trifft auf moderne Riffs und einem traumhaften Refrain. „Pull The Trigger“ schwere und tiefe Riffs klingen bedrohlich, „Little Wanderer“ eine Powerballade mit Tiefgang und einer verdammt starken Stimme. „Crisis Of Youth“ ein Moderner Brecher der zwischen softer und heftiger hin und her wandelt, kommt stellenweise mit Growls, „Dreamcatcher“ ein Highlight das alles bietet für das FIREBORN stehen, Hard Rock Wurzeln, Heavy Riffs und eine moderne Auslegung. „Flashlight“ eine klassische Gitarre trifft auf eine Moderne und modernes Drumset, wird mit viel Melodie und Jennys Stimme kombiniert, „Out Of The Edges“ EVANECENCE trifft auf Melodic Hard Rock der alten Schule, das Ergebnis ist ein Traum von einem Song, „Human“ wandelt gewagt zwischen den beiden Welten Tradition und Moderne.

Balle

Y

J.B.O. – Haus Of The Rising Fun

Trackliste:

01. Ma Ma Ma Metal
02. Haus Of The Rising Fun
03. Vito, wir machen Krach
04. I Kissed A Girl
05. Stinkefinger
06. Ka-Fump
07. Power sucht Wolf
08. Nur für euch
09. Weißt schon, was ich meine
10. Bussi
11. Ein sehr gutes Lied
12. Woke On The Smater
13. Mein Arsch

Spielzeit: 44:01 min – Genre: Fun Metal – Label: Perception Music – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/kickersofass

 

Frei nach Ilja Richter in seiner damaligen Musiksendung „disco“: „Licht an, Spot aus“ … nein, nein, heute muss das heißen: „Licht aus, pinken Plüsch-Chaos-Spot an“! Hilfe die vier fränkischen Gaudi Barden sind wieder unterwegs. Mir ist die Band J.B.O. schon seit einer Ewigkeit ein Begriff, allerdings habe ich mich bis jetzt nie an einen Song rangetraut, warum kann ich nicht sagen. Jetzt als Schreiberling nach über 30 Jahren im fortgeschrittenen Alter habe ich mich endlich mal an ein Album getraut und lass mich entweder Negativ oder Positiv überraschen.

Zur Pink Chaos Truppe gehören Hannes Holzmann an Mikrofon und Gitarre, Vito C. an Gitarre, Ralph Bach an Bass und Wolfram Kellner an den Drums. Die Stimme von Hannes hat was, besitzt Dreck und passt einfach nahezu perfekt zum Sound von J.B.O.. Besser hätte man es mit der Stimme nicht treffen können. Die Gitarren hauen mit einer wahren Freude die Riffs raus und machen dabei keine Gefangenen. Nie zu hart, sondern genau wie es der Song gerade benötigt gehen die 6-saitigen an den Start. Der Bass verschafft sich genügend Raum um neben den Gittis glänzen zu können. Der Stick-Schwinger macht das was er soll, er lässt die Sticks fliegen wie Sau. Die Produktion hat Dampf und sorgt für ein wohliges Gefühl beim Hören. Über Sinn oder Unsinn der Texte lässt sich streiten.

Man muss der Welt für alles Danken, selbst für vier Chaoten Franken! Im Falle von J.B.O. trifft das so ziemlich den Nagel auf den Kopf. Es kommen geile Coverversionen, Metal-Hymnen oder Heavy Rockkracher zum Einsatz. Die Songs werden mit viel fränkischem Charme und chaotischen Texten vorgetragen die beim Hören kein Auge vor lauter lachen trocken lassen. Aber sind wir mal ehrlich, so richtiger Blödel-Metal ist doch auch mal was anderes und zur Abwechslung genau richtig. Die Texte tragen ihren Teil zum Erfolg von J.B.O. bei, genau wie die Songs die Mal frech geklaut oder angelehnt sind und im Heavy Stil aus den Boxen kommen. So schaffen es die Franken selbst mit dem größten Blödsinn überzeugend rüberzukommen. Sicher erfinden J.B.O. weder den Metal neu noch sind die Texte ernst, aber es knallt, bumst und kracht im Karton. Außerdem muss man gewaltige Klöten im Sack haben sich an den Songs zu versuchen ohne dabei als Loser dazu stehen – dies gelingt J.B.O. ja schon seit über 30 Jahren. Metal goes Frankonia! Schluss, Aus, habe fertig. Prost Buam aof de naxt’n dreis’g Joar!

„Ma Ma Ma Metal“ Metal in Reinkultur mit mehr als nur zwei Augenzwinkerern, „Haus Of The Rising Fun“ eine geile heavy Version des 60er Jahre THE ANIMALS Songs. „Vito, wir machen Krach“ eine Hymne für die Tanzflächen der Rockdiscos, „I Kissed A Girl“ Hey Buam, hat’s ez net scho z’oid um a Girl ob zum bussln? Nee im Ernst der Song kommt mit Riffsalven sehr gut rüber. „Stinkefinger“ der Song zum Pogen und Leute durch die Discos zu pfeffern, „Ka-Fump“ vier kleine Franken im Wald auf der Suche nach der Feierabend-Hopfenbrause mit Schaumkrone. „Power sucht Wolf“ auf diese Idee muss man erst mal kommen, „Nur für euch“ ze’fix das Ding rockt wie Sau. „Weißt schon, was ich meine“ nach Genuss des Songs weiß jeder was gemeint ist – kommt mit göttlicher Melodie und chaotischem Intermezzo, „Bussi“ oas, zwoa g’suffa, hier wird alles durch den Kakao gezogen was die Gang hergibt. „Ein sehr gutes Lied“ ein kurzes Intro mit einem gut gemeinten Hinweis, „Woke On The Smater“ ich hätte es Wissen müssen, dass hier DEEP PURPLE auf die Schippe genommen werden, „Mein Arsch“ hier VERARSCHEN die Vier „Voyage, Voyage“ mit ihrem ureigenem Charme im Hard N Heavy Style, die erste Version des Songs die ich mir komplett anhören kann.

Balle

SINCE APRIL – Rebirth

Trackliste:

01. From The Ashes (Intro)
02. The Light
03. Salvation
04. Blind
05. Root Of Evil
06. In The Dark
07. Not My Grave
08. Left Outside Alone
09. Make It Count
10. Not Worth Saving Pt. II
11. Bury The Mask
12. The Inner Voice

Spielzeit: 44:523 min – Genre: Melodic Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/sinceaprilofficial

 

Als ich irgendwann 2023 ein Musik-Video von SINCE APRIL sah dachte ich mir, die sind ja gar nicht mal so schlecht. Im selben Jahr konnte ich mich von der Livequalität der aus München stammenden Band überzeugen und im Sommer die EP „Bury The Mask“ verbal verwursteln. Bei der Live-Show konnte ich eine CD des Debüts ergattern das auch überzeugend rüber kommt. Nachdem Sänger Umut bei der Casting Chose The Voice Of Germany teilnahm war kurze Zeit später seine Zeit bei SINCE APRIL abgelaufen und jetzt zwei Jahre später kommen die jungen Musiker mit neuer Stimme zurück um ihre Qualität erneut unter Beweis zu stellen.

Zu SINCE APRIL gehören neben neu Sänger Johnny Mack noch das Stammpersonal bestehend aus den beiden Gitarristen Manu Satzger und Marin Kostek, Bassist Gonzalo Urgel Tendero (auch bei ROXTON aktiv) und Drummer Robert Merkl. Hat sich außer der Stimme noch etwas bei SINCE APRIL getan? Dies kann man mit einem klaren Nein beantworten, vielleicht wenn man penibel ist, dass die Songs eine kleine Spur düsterer rüberkommen. Johnnys Stimme hat eine feine Färbung die an VLAD IN TEARS und ERIC GRÖNWALL erinnert und sehr gut zum Sound der Band passt. Vermisst der Hörer Umut, höchstens wenn er ein Die Hard Fan von Umut ist, nicht falsch verstehen, Umut war auch ein klasse Sänger und Johnny füllt die Lücke perfekt aus. Die Beiden Saitenschwinger Manu und Marin haben es immer noch drauf die Axt mit Können und Kraft fliegen zu lassen. Das Riffing ist auch hier wie Live, dem Debüt und der EP (deren Songs hier mit Johnny am Mikro enthalten sind) sehr stark ausgefallen und teilweise sehr gefühlvoll. Gonzalo am Bass weiß genau wie er seinen Tieftöner bestens in Szene setzen kann, er befindet sich dabei hinter der Mauer der Elektroäxte. Robert kann seine Stickschwingenden Skills eindrucksvoll freien Lauf lassen und so für Zig Highlights sorgen. Die Produktion hat Dynamik, Kraft und bläst gewaltig aus den Membranen. Bei den Becken geht ein wenig die Luft aus, dies kann durchaus durch die Kastration der Audiodatein in MP3 kommen.

Geboten wird die komplette Palette des Melodic Metals der hier und da mit Growls, Shouts sowie Elementen aus Modern, Progressive und Power Metal angereichert wurde. Wie schon auf dem Debüt und der EP geben sich die Musiker keine Blöße, neu erfinden die Jungs den Metal mit Sicherheit auch nicht da der Drops schon länger gelutscht ist. So kommt sehr guter Melodic Metal mit Anspielungen in andere Genres auf den Speisenteller der sehr gut mundet.

„From The Ashes (Intro)“ ein futuristisches Intro mit elektronischer Spielerei, „The Light“ und hier sind sie auch schon, die SINCE APRIL die mit ihrem Melodic Metal für Aufsehen sorgen konnten. „Salvation“ geht voll auf die Zwölf, „Blind“ ein kräftiger und melodischer Metal Brecher. „Root Of Evil“ kommt mit Breaks und leichten modernen Ausführungen, „In The Dark“ hier beweist die gesamte Band wie gefühlvoll sie einen Song gestalten können. „Not My Grave“ der nächste Banger kündigt sich unheilvoll an und geht durch Mark und Bein, „Left Outside Alone“ der am modernsten klingende Song, ein echter Genickbrecher. „Make It Count“ fängt wie ein Happy Metal Song an bis und das nur in der Bridge und Refrain Drama dazu kommt, „Not Worth Saving Pt. II“ Gefühl und Metal geben sich gegenseitig im Wechsel die Klinke in die Hand. „Bury The Mask“ ein Melodic Happen der voll reinhaut, „The Inner Voice“ der intensivste und härteste Song.

Balle

BLACKYARD RIOT – It Might Get Loud

Trackliste:

01. Rollin Thunder
02. All Known Man
03. It Might Get Loud
04. Higher
05. The Wolf
06. (Not The One To) Blame
07. It’s All Right
08. Poor Man
09. Light Em Up
10. Hell On Wheels

 

Spielzeit: 43:48 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/blackyard.riot/

 

Es wird laut, sehr laut, der Hard Rock kehrt zurück in den Player und das auf eine Art und Weise die eigentlich jedem schmecken sollte. Zu BLACKYARD RIOT gehören die Musiker Dersim Tugal an Mikrofon und Gitarre, Nico Keener an Gitarre, Patrik Apel an Bass, Lars Lunova an den Drums und als Gastsänger bei mehreren Songs kam kein geringerer als Porty Portner von den ollen Riffsocken SIN CITY vorbei. Musiker die sich unter anderem bei SIN CITY und BLACKBIRD schon ausgetobt haben.

Dersim besitzt eine fein definiert und klingende Stimme und beherrscht es die Stimmbänder richtig und vernünftig schwingen zu lassen. Durch diese Färbung passt diese Stimme einfach nur wie ein sechser im Lotto zu BLACKYARD RIOT, wenn er mal richtig loslegt könnten so einige neidisch werden. Porty war schon bei SIN CITY kaputter als kaputt und passt deshalb bestens zum Riffrock. An den Gitarren herrscht Hard Rock Riffing in Reinkultur, na wer die beiden angegebenen Bands kennt weiß in welche Richtung der Sound geht, für die Anderen, dass verrate ich allerdings erst im nächsten Absatz. Der Bass kann mit seinen überdicken Klöten im zu engen Sack sowas von punkten, der Tieftöner ist Potenter als jemand der 10 Viagras eingeschmissen hat. Mit den Drums schießen die Jungs aber den Vogel vollends ab, was Lars da mit den Sticks abfeuert ist nicht nur ein Feuerwerk, sondern eine Kampfansage an die Konkurrenz, wer da mithalten kann sollte sich in Lauerstellung begeben. Die Produktion klingt sowas von Furztrocken das statt zu Bremsstreifen nur zu einer riesigen Staubentwicklung kommt.

Wie die Band selber angibt, lieben sie AC DC, AIRBOURNE, BACKYARD BABIES und BUCKCHERRY, ich werfe noch zwei unbedeutende Bands ins Rennen. Diese beiden Bands hören auf die Namen RHINO BUCKET und ROSE TATTOO, denn genau in die Richtung der angegebenen Bands geht der Bandsound. Ist das ein Fehler sich an solche Größen ranzutrauen? Dies kann unter Umständen nach Hinten losgehen, aber wer auf diese Bands steht und dem SIN CITY und BLACKBIRD gefallen hat wird nicht um BLACKYARD RIOT rumkommen und mit dem Album sowas von einem Volltreffer landen.

Einen Innovations-Oscar gewinnen BLACKYARD RIOT mit „It Might Get Loud“ auf keinen Fall, aber sie Lieben das Was und Wie sie es machen mit einer unbeugsamen Hingabe. Frech und mit Charme wird bei den ganz Großen im Biz abgekupfert das sich nicht nur die Balken verbiegen, sondern auch die Membranen platzen. Jungs wie wäre es mit einer Quattro-Headliner Tour zusammen mit den Oberpfälzern GOD’S GIFT, Oberbayern HEADSTONE und Schweizern VOLTAGE ARC, dieses Line-Up wäre der ideale Party-Smasher?!?

„Rollin Thunder“ ein fast schon zu perfekter Einstieg in das Album, „All Known Man“ der Song der jede Party aus dem Stimmungstief holt. „It Might Get Loud“ der Titelsong ist Programm, dass wäre damals der Renner in den Rock Discos geworden, „Higher“ ein Highlight das mit Charme und Melodie überzeugen kann. „The Wolf“ hätten AC DC auch nicht besser hinbekommen – was für ein geiler Stampfer, „(Not The One To) Blame“ und sie schieben noch ein Highlight nach, geiler als geil. „It’s All Right“ bluesiger Hard Rock der besten Sorte, „Poor Man“ das Dingens für eine versoffenen Club Nacht mit anschließendem Superkater. „Light Em Up“ hier verblassen sehr viele vor Neid nicht selber so einen Song auf die Beine stellen zu können, „Hell On Wheels“ zum Abschluss gibt es noch ein fettes Schmankerl das alles klar macht.

Balle

PILEDRIVER – First Nations Rock

Trackliste:

01. Light Years From Here
02. Riding
03. We’ll Be Rockin‘ On
04. First Nations Rock
05. Another Treason
06. Comin‘ Home
07. To The Edge Of The World
08. All Through The Night
09. Fire
10. There Comes A Time
11. The World’s On Fire
12. I Still Can’t Say Good-Bye
13. Back To Back
14. Shout It Out

Spielzeit: 57:25 min – Genre: Classic Rock – Label: Rockwall Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/PILEDRIVER.Germany/

 

Die Band PILEDRIVER ist mir bis jetzt nicht bekannt gewesen und kommt schon mit ihrem fünften Album aus dem Studio. Naja man kann schließlich nicht alles kennen was so durch die Musiklandschaft streift. Aber das Genre mit Classic Rock angegeben und der Umstand das es sich um eine deutsche Band handelt macht sehr neugierig. Zu Pildriver gehören die Stimme und Gitarrist Michael Sommerhoff, Peter Wagner an Gitarre, Tom Frerich an Keyboard, Jens Heisterhagen an Bass und Dirk Sengotta an den Drums.

Als ich die ersten Strophen hörte dachte ich erst der Sänger wäre ein Kind von Klaus Opree von TRANS AM und Alge Algermissen von THE HEAT, beides ebenfalls deutsche Bands die in den 80er und 90ern aktiv waren und Leon Goewie von VENGEANCE. Mit viel Rauch, Dreck und Ausdruck geht Michael die Vocals an und überzeugt dabei ohne Zweifel aufkommen zu lassen. Die Gitarren hauen die Riffs raus als wenn es keinen Morgen geben würde und dies die letzten Glanztaten der Gittis sein. Was vorteilhaft für die Songs ist, dass die Gitarren nicht so deutlich in den Vordergrund rücken um alles anderen zu überfahren, genau in der richtigen Dosis und Härte wurden die Gitarren abgemischt. Die Tasten bewegen sich vom klassischen Hammond Sound bis zu Orgelklängen aus den frühen 80ern, was genau das Richtige für Classic Rock ist und bildet so mit den Gitarren das Fundament für Michaels Stimme. Der Bass wird nicht ganz so deutlich in Szene gesetzt, der ist zwar da aber nicht so eindeutig wie die Gittis. Das Schlagzeug sorgt für einige Oha Effekte und kommt sehr auffällig aus der Anlage. Die Produktion klingt leider ein wenig steril dabei aber nicht schlecht, sondern fein und fast schon dezent.

Der Stil bewegt sich im klassischen Hard Rock wie in viele deutsche Bands damals vor sehr vielen Jahren auch gespielt haben. Aber nicht nur deutsche Bands, sondern auch eine sehr bekannte niederländische Band kommt zum Zug, die Rede ist von VENGEANCE. Von den deutschen Vertretern kann man bedingt STRAIGHT SHOOTER, die ersten Alben von TRANCE, THE HEAT, TRANS AM und die ersten drei Alben von DOMAIN nehmen. Wer diese Bands abfeierte und immer noch abfeiert liegt bei PILEDRIVER genau und vollkommen richtig. Wer auf sehr gut gemachten klassischen Hard Rock deutscher Prägung steht wird PILEDRIVER lieben und damit glücklich werden. 14 Songs, knappe 60 Minuten, und das ohne Durchhänger oder schlechter zu werden verdient zumindest einen Probedurchgang.

„Light Years From Here“ geht doch gleich mal in die richtige Richtung, „Riding“ ein gewalt Rocker der mehr als Spaß macht. „We’ll Be Rockin‘ On“ ich glaube ich habe einen Hörfehler, sind etwa VENGEANCE in original Besetzung zurück, „First Nations Rock“ schielt mit deutschen Wurzeln Richtung USA. „Another Treason“ ein melodisches Highlight das abgeht wie Nachbars Lumpi, „Comin‘ Home“ kommt mit Country Vibes. „To The Edge Of The World“ es wird wieder mit Inbrunst drauf los gerockt, „All Through The Night“ und noch so ein Rocker der gute Laune verbreitet. „Fire“ Classic Rock in Reinkultur, „There Comes A Time“ eine Ballade die mich an SMOKIE denken lässt. „The World’s On Fire“ wurde mit einer göttlichen Melodie ausgestattet, „I Still Can’t Say Good-Bye“ eine zweite Ballade mit Drama. „Back To Back“ und hier sind sie wieder die PILEDRIVER mit dicken Eiern, „Shout It Out“ durch den orientalischen Touch kommt sehr viel Drama in den Rocker.

Balle