DUST & BONES – Mission Back To The Fobidden Planet

Trackliste:

01. Mission Start
02. UR R’N‘R
03. Move
04. Remedy
05. Out On That Road
06. Feel Good
07. Earth Stood Still Today
08. For All The Good And The Bad
09. Electrcity
10. Planet 5
11. People Strange
12. This Is Not The End

Spielzeit: 42:04 min – Genre: Rock N Hard Punk Roll – Label: El Puerto Records – VÖ: 26.01.2024 – Page: www.facebook.com/DustAndBonesBand

 

Ich dachte erst es handelt sich um ein neues Album einer gleichnamigen Band aus den USA, deshalb habe ich mich für dieses Album gemeldet. Es handelt sich nicht um die US Band sondern um die deutschen DUST & BONES mit dem Undzeichen. Also mal reinhören was die so zu bieten haben, zum Linup gehören Vöhri am Mikro, Bernd und Dirk an den Gitarren, Thorsten an Mikro und Bass sowie Jarle an den Drumsticks.

Die Schwaben sind zurück um Spaß zu haben, mal sehen ob der Hörer auch Spaß an den Rabauken hat wie sie selber. Eingeleitet wird die Chose von einem Intro in der Machart wie ein Raketen Launch der NASA gefolgt von Hochprozentigem Rock N Hard Roll oder dreckiger Ass Kickin‘ Hard Rock.

Beide Stimmen machen ihre Sache gut, nur hört man einen minimalistischen deutschen Akzent heraus, die Gitarren fahren volles Brett auf, der Bass ist nur bei genauem hinhören zu vernehmen, und die Drums spielen den gnadenlosen Antreiber. Soweit so gut, die Band haut gewaltig auf den Putz und liefert ein Partyalbum für 80er Rock- oder Bikerpartys, der eine oder andere Song sollte bei jeder Festlichkeit oder in den letzten verbliebenen Rockclubs für steigende Umsätze an den Bars sorgen können. Songs wie „Move“ oder „Remedy“ besitzen einen ganz eigenen Charme der mich an eine Verschmelzung aus alten ACCEPT, U.D.O. mit den SCORPIONS und einer gesalzenen Portion Rock N Punk Roll und dreckigen Hard Rock erinnert, genau das richtige für Anhänger von AC DC, ROSE TATTOO hier, MOTÖRHEAD, MÖTLEY CRÜE da, woanders dann ACCEPT und U.D.O. mit punkiger Note versehen und fertisch ist die schwäbische Soundschmiede auch genannt DUST & BONES. Dieses Album ist geeignet für jeden der gerne Luftgitarren Hero spielt, manche Songs für pogende Tanzflächen, die anderen sind coole Trinklieder und ein oder zwei Songs sind gut für normale Tanzflächen. Hier wird so einfach sich das liest nur härter gepunk-rockt & rollt und wer aufgeschlossen ist kann hier sehr viel Spaß haben wie die Band es auch beim einspielen hatte und auf der Bühne haben werden. Ein frisches Album das das Rad nicht neu erfindet, aber sind wir ehrlich, will das noch einer, ich habe beim Hören Spaß, es ist jetzt kein Überflieger aber einen Platz im gehobenen Mittelfeld kann man diesem Rundling ohne schlechtes Gewissen auf jeden Fall attestieren.

„Mission Start“ leitet das Ganze ein, „UR R’N‘R“ legt gleich mal mit purer Rock N Roll Energie los. „Move” ein Partysong wie er jedem schmecken sollte egal ob nüchtern oder besoffen, „Remedy“ der richtige Song für volle pogende Tanzflächen. „Out On That Road” ein schwermütiger Vollgas Rocker mit Tiefgang, „Feel Good” geht im Bandeigenem Rock N Hard Punk Roll Charme auf die Zwölf. „Earth Stood Still Today” der nächste melancholische Vollgasrocker, “For All The Good And The Bad” überzeugt während die RAMONES mit MOTÖR AC Rotten TATTOO DC und einer Prise CROSSON kollidieren um in Down Under zu bleiben. “Electrcity” eine rotzfreche Persiflage an den Punk und Rock N Hard Roll geht ab wie eine Katze der man auf den Schwanz tritt, “Planet 5” LEMMY trifft auf die RAMONES. “People Strange” erinnert wieder mehr an die Aussie Rockerfraktion und kann dabei was, “This Is Not The End” tritt zum Schluss nochmal gewaltig in den Hintern.

Balle

DORO – Conqueress – Forever Strong And Proud

Trackliste:

01. Children Of The Dawn
02. Fire In The Sky
03. Living After Midnight
04. All For You
05. Lean Mean Rock Machine
06. I Will Prevail
07. Bond Unending
08. Time For Justice
09. Fels in der Brandung
10. Love Breaks The Chains
11. Drive Me Wild
12. Rise
13. Best In Me
14. Heavenly Creatures
15. Total Eclipse Of The Heart
16. Warlocks And Witches (Bonus Track)
17. Horns Up High (Bonus Track)
18. True Meta Maniacs (Bonus Track)
19. Heart In Pain (Bonus Track)
20. The Four Horsemen (Bonus Track)

Spielzeit: 77:06 min – Genre: Heavy Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 27.10.2023 – Page: www.facebook.com/DoroPeschOfficial

 

Das gefühlt 100ste Album der deutschen Heavy Metal Queen DORO steht an, mit dabei sind Bas Maas an Gitarre; Johnny Dee an den Drums; Adreas Bruhn an Gitarre, Bass, Keys und Programming; Rudy Kronenberger an Gitarren, Bass und Drums; Carsten Steffens an Keys, Bass und Drums und noch ein paar Gästen.

Ich muss an Songs wie „True As Steel“, „Mr. Gold“, den damaligen Discorenner der 80er „All We Are“, „Metal Tango“ oder das erste Album unter der Flagge DORO „Force Majeure“ denken die von mir immer wieder gerne gehört werden. Und auch niemals in Vergessenheit geraten. Also mal hören was DORO auf ihrem aktuellen Silberling noch drauf hat.

Unsere Queen des Metal macht mal wieder klar warum sie solange im Geschäft ist, die Stimme hört sich fast noch immer wie zu WARLOCK Zeiten an, entweder man mag sie oder eben nicht. Der Erfolg sollte den zahlreichen Fans recht geben die über den ganzen Erdball verteilt sind und jedem neuen Output mit Spannung entgegenfiebern. Rob Halford schaute auch für zwei Gastspiele bei Coverversionen von PRIEST und BONNIE TAYLOR vorbei. Die Frage ob DORO Cover nötig hat soll jeder für sich selber entscheiden, ich enthalte mich diesbezüglich einer ernsthaften Beurteilung.

Die Gitarren hauen die Riffs nur so raus und geben gekonnt mit brachialer Griffbrettbearbeitung den Ton an, die so klar wie DORO’s Stimme für eben DORO stehen. Der Bass haut einem auch die Noten voll gegen die Nuschel, die Keys spielen meistens eine kleine Nebenrolle ohne groß aufzufallen. Die Drums hauen einem dafür wieder die Hucke voll und treiben alles vor sich her.

Die Songs klingen typisch nach DORO und WARLOCK, so wie man DORO kennt, kein bisschen Leise, nein sondern so laut wie Eh und Jeh. Hier auf diesem Album ist DORO Loud und kann Proud auf das gebotene sein. Sollte sich DORO in den Ruhestand begeben, ja aber das hat noch einige Jahre Zeit, besonders wenn so ein Album wie dieses produziert wurde und DOROs Stimme noch nicht schlapp macht. DORO hat meine Erwartungen übertroffen, ich dachte das mich Durschnittsware erwartet, doch weit gefehlt hier kommt mit ein paar wenigen Ausnahmen sehr guter Metal Made by DORO auf den vorweihnachtlichen Gabentisch, so kann es weiter gehen.

„Children Of The Dawn“ ein melodischer Ohrwurm mit epischen Momenten der bestes Discofutter darstellt, „Fire In The Sky“ ein Nackenbrecher im typischen DORO/WARLOCK Stil. „Living After Midnight“ mit Rob Halford not bad aber für mich bitte das Original von PRIEST, „All For You“ der nächste Nackenbrecher. „Lean Mean Rock Machine“ DORO wie man sie kennt eingängig wie Sau, „I Will Prevail“ ein Metal Song mit leichtem Modern Touch. „Bond Unending“ kommt mit Pop und SISTERS OF MERCY Vibes würde sich gut im Radio oder Disco machen, „Time For Justice“ geht mit PRIEST Feeling gut ins Ohr. „Fels in der Brandung“ die Ballade mit ganz oder teilweise deutschen Texten die nicht fehlen darf, „Love Breaks The Chains“ kommt mit coolem Riffing ums Eck gerauscht und findet seinen Höhepunkt im Refrain. „Drive Me Wild“ hier grüßen PRIEST erneut ansonsten ein geiler Rocker, „Rise“ kommt wieder mit coolen Riffs und genialem Refrain. „Best In Me“ geht leider an mir vorbei, hier ist für mich die Luft raus. „Heavenly Creatures“ entschädigt mich für den lahmen Vorgänger, „Total Eclipse Of The Heart“ nicht wirklich mein Geschmack nicht mal das Original kann bei mir punkten. „Warlocks And Witches (Bonus Track)“ ein kurzes Intro mit gesprochenen und gesungenen Strophen, „Horns Up High (Bonus Track)“ hier denke muss ich spontan an die Metal Freibeuter von RUNNING WILD, „True Meta Maniacs (Bonus Track)“ hört sich wie ein Rough Mix an der mit amtlichen Sound mehr Punkte einfahren würde, „Heart In Pain (Bonus Track)“ geht auch als sehr gut durch allerdings nicht die Soundqualität der Albumtitel, „The Four Horsemen (Bonus Track)“ ein durchschnittlicher Song mit „Sweet Home Alabama“ ähnlicher Riffeinlage in der Mitte.

Balle

SURRENDER THE CROWN – IV – The Healing

Trackliste:

01. Let The World Adjust
02. Bad Light
03. Shatter Me
04. Amor Down
05. Not Here Forever
06. Over The Drama
07. Stand In My Way
08. Born From Defeat
09. Wells Of Change
10. Shadows With Fangs
11. The Healing

Spielzeit: 43:13 min – Genre: Moderner Heavy Rock – Label: F.A.M.E. – VÖ: 29.09.2023 – Page: www.facebook.com/surrenderthecrown/

 

So jetzt habe ich es mal wieder getan, ich habe mich für SURRENDER THE CROWN eingetragen obwohl mir diese Band bis jetzt ein unbeschriebenes Blatt war.

SURRENDER THE CROWN wurde ursprünglich 2011 als reines Studioprojekt konzipiert, entwickelte sich dann aber im Laufe der Zeit zu einer ernst zu nehmenden Band. Über die Besetzung der aus Saarbrücken stammenden Rocker lässt sich nicht wirklich viel im WWW finden. Für die Richtigkeit der Namen die ich finden konnte übernehme ich keine Verantwortung, Mathias Sander, Patrick Meyer, Matthias Schmidt, Matthias Braun und Oliver Quinten, wer für welchen Job verantwortlich ist ließ sich nicht in Erfahrung bringen. Da mir die Quellen alle nicht wirklich aktuell sind lasse ich Vermutungen über wer was machte.

So nun zur Mucke, was bietet die Saarbrücker Band, ich sag mal so sehr Modernen Heavy Rock. Der Rock wird mit sehr tief gestimmten Gitarren auf brachiale Weise aus der Boxen katapultiert, aber nicht nur brachiale Gewalt sondern auch mit verdammt geilen Melodien und einer starken Instrumentierung. Ein weiterer „Haben Punkt“ ist die coole Stimme des Shouters der sich irgendwo zwischen Myles Kennedy von ALTER BRIDGE und Kristoffer Göbel von SIX FOOT SIX bewegt und seinen Job perfekt erledigt. Die Gitarren sind meistens sehr tief gestimmt und kommen mit Hochdruck aus den Lautsprechern. Der Bass kommt gut durch und die Drums spielen mit Gewalt den Arschtreter.

Die Band zeigt sich aufgrund der Gitarren von einer Modern angehauchten Seite, bei der ich normaler Weise in Deckung gehe, aber auch zugebe das es einige Künstler und Bands drauf haben selbst mich zu überzeugen. Zu diesen gehören die mittlerweile sehr kommerziellen NICKELBACK, THOSE DAMN CROWS die dieses Jahr ein Klasse Album vorgelegt haben, THE GROUND SHAKER, ALTER BRIDGE, dass diesjährige POP EVIL Album war auch nicht übel. Und genau in dieselbe Richtung gehen SURRENDER THE CROWN mit diesem vierten Album, mit dem Zusatz das hier durch die Stimmfärbung des Shouters noch ein wenig SIX FOOT SIX mitspielt. Aber es ist nicht nur ein Vergleich mit bekannte Namen, nein dafür ist SURRENDER THE CROWN viel zu gut, und ziehen dabei ihr Ding knallhart durch. Nicht nur mit roher Gitarrengewalt sondern auch mit intelligentem Songwriting das mit geilen Melodien nicht geizt, ebensolcher Instrumentierung und einer verdammt starken Stimme einen Orkan in den Trommelfellen veranstalten. Jungs so kann es weiter gehen und einer langanhaltenden Beziehung zwischen Musikern und Hörern steht nichts im Wege. Ich habe Euch ab jetzt auf dem Radar. Mir bleibt keine andere Wahl als Volle Hütte als Bewertung zu vergeben.

„Let The World Adjust“ geht aber mal sowas von ab das man meint es mit einem Heavy Metal Song zu tun hat, aber nöö es ist ein stampfender Hard oder Heavy Rocker irgendwo zwischen Hard Rock und Heavy Metal mit einem eindeutigen Hang zu dramatischen Melodie. „Bad Light“ kommt sehr Modern rüber, kann aber einiges reißen, „Shatter Me“ gibt den Düster Rocker in den Strophen und im Refrain wird es ein Ohrwurm. „Amor Down“ ein moderner Heavy Rocker mit viel Melodie, „Not Here Forever“ haut einem die Hucke voll. „Over The Drama“ der Titel ist Programm, eine wunderschöne mit viel Drama versehenen Ballade die ab ca. Minute 3 mit voller Energie aus den Boxen brüllt. „Stand In My Way“ geht voll auf die Zwölf, „Born From Defeat“ ein Stampfer der gut kommt mit geilem Solo. „Wells Of Change“ geht auch sehr schnell und gut ins Ohr. „Shadows With Fangs“ haut einem wieder sämtliche Flausen aus der Birne, „The Healing“ fängt als Softi an und ab Minute 2:29 Mutiert das Ding zu einem Oberaffengeilen Schweine Rocker mit einer Traumhaften Melodie.

Balle

JEZEBEL’S TOWER – Like Every Mother’s Son (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. As A Fool
02. Crucified
03. We Got It
04. Cut Along
05. You Are Always On Mind
06. Like Every Mother‘s Son
07. She´s My Sister
08. Coming Home
09. Don‘t You Dare
10. Don‘t Cry
11. Think About Tomorrow

Spielzeit: 50:17 min – Genre: Melodic Prog Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 1994 – Page: www.facebook.com/JezebelsTower

Auf die Band JEZEBEL’S TOWER wurde ich irgendwann so gegen 1997 oder 1998 durch den Sampler „Let’s Get Rocked Vol. 1 – Best Of Unsigned Hard Rock“ aufmerksam. Auf diesem Sampler befanden sich zwei Songs „Like Every Mother’s Son“ und „Don’t Care“ von diesen talentierten Musikern. Die Band bestand damals aus Charly Weibel am Mikrofon, Ralf Jung an den Gitarren, Andreas Wurm an den Keys, Jerry Schäfer am Bass und Manfred Kuhnle am Schlagzeug. Diese Songs gefielen mir damals schon sehr gut, und so dauerte es einige Zeit bis ich das Album das in Eigenregie veröffentlicht wurde aufgetrieben habe. Und was soll ich sagen, dass gesamte Album ist ein Burner.

Das Album bietet alles was den Rock Fan ansprechen sollte, hier handelt es sich weder um reinen Prog Rock noch Melodic Rock, sondern um eine sehr pfiffige und gekonnte Vermählung aus beiden die nicht nur Proggis gefallen sollte. Es ist zu jeder Zeit ein gehöriger Anteil Melodic Rock vorhanden der mit feinen Prog Elementen intelligent verfeinert wurde. Die Breaks halten sich in Grenzen, die Verschachtelungen die ein Hören kompliziert machen würden sind auf „Like Every Mother’s Son“ nicht vorhanden. Hier und da kommt mal ein Griff in die Saiten und oder Break die klar machen das man hier mit Prog Anteil arbeitet. Das Material ist in jedem Augenblick nachvollziehbar und nicht zu schräg geraten. Die Länge der Songs bewegt sich im Durchschnitt bei 4,5, einer reißt die 6, und zwei die 3 Minuten und knapp drüber, also keine ausufernde Instrumenten Beweihräucherung oder Griffbrettmalträtierung. Einfach für den Hörer der auch mal auf ausgefallenen Melodic Rock oder zart melodischen Prog Rock steht ein 6er im Lotto sein könnte. Ich lehne mich jetzt mal sehr weit aus dem Fenster und beschreibe den Stil als wunderschön dramatisch und inszenierten Hard Rock, der nicht wirklich in eine Schublade passt und mit viel Tiefgang ausgestattet wurde und somit eine Faszination ausstrahlt die ihres Gleichen sucht.

Der Sound bewegt sich dabei irgendwo bei alten DOMAIN, ein wenig DIO zur Anfangszeit, SCORPIONS und DOKKEN in den 80ern mit der Krönung einem Hang hin zur Dramatik von QUEENSRYCHEs „Operation: Mindcrime“ und FATES WARNINGs „Perfect Symmetry“ und „Inside Out“. Ich bin kein Freund von Prog Musik, allerdings muss ich dazu sagen dass es einige Scheiben gibt die mir extrem gut gefallen wie von QUEENSRYCHE oder FATES WARNING und noch eine Hand voll mehr, dieses Album von JEZEBEL’S TOWER hat einen Ehrenplatz in meiner Sammlung bekommen da es sich sehr weit weg vom Kommerz befindet. Genau so sollte Musik sein die fesselt und einen Wow Effekt erzeugt, diese ist zwar weit weg von jeglicher Radioplaylist aber dafür mehr als Interessant für den Hörer der sich die Zeit nimmt um die ganze Magie der Songs entfalten lässt. Genau für diesen Hörer ist dieses Album gemacht, für den Hörer der auch mal was hören möchte das nicht alltäglich im Player landet oder nach 0815 auf Nummer sicher Baukasten gekloppe klingt.

Die Stimme von Charly ist in den höheren Tonlagen angesiedelt und liegt dabei zwischen Jonathan K. von Q5, Geoff Tate von QUEENSRYCHE und Lothar Antoni von TRANCE. Die Gitarren fahren volles Brett egal ob Lead oder Rhythmus die Riffs sitzen und machen Druck. Die Keys sind mal im Piano, Cembalo oder einfach als Keyboard ausgeführt und legen somit immer einen genialen Teppich über die Songs. Der Bass haut einem die Hucke voll und ist kein Hintergrund Schlürfer. Die Drums wurden mit sehr viel Energie eingespielt und machen aus dem positiven Gesamtbild eine harmonische Einheit.

Mit „As A Fool“ und einprägenden melodischen Riffeinlagen startet das Album vielversprechend in der Mitte kommt ein gekonnter Break nur mit Cembalo und Streicher Einlage um dann mit dem Solo wieder zum Rocker zu mutieren. „Crucified“ zieht mit einem Anfangsriff eine Schneise der Verwüstung durchs Trommelfell, ein ausgewachsener Rocker und bestätigt den Eindruck der durch den Opener entstanden ist. „We Got It“ haut einem die Riffbreitseite voll ins Gebälk, „Cut Along“ eine dramatische Powerballade in den Strophen zart und nachdenklich, im Refrain geht der Punk ab und es wird drauf los gerockt damit es in den Strophen wieder dramatisch schön zu Werke geht. „You Are Always On Mind“ hier wird das Drama mit Pianoklängen auf die Spitze getrieben. „Like Every Mother‘s Son“ ein verdammt starker Titelsong bei dem alles Stimmt, geile Riffs, Melodie und Charlys Stimme beim göttlichen Refrain. „She´s My Sister“ ein cooler Rocker, „Coming Home“ eine sehr starke Powerballade mit simplem aber traumhaftem Refrain. „Don‘t You Dare“ ein kräftiger Riffakrobat, bei „Don‘t Cry“ wird wieder mit Dramatik großes Kino geboten, „Think About Tomorrow“ melancholisch mit Akustikklampfe und reichlich Chören im Refrain.

Balle

STONEMILLER INC. – Welcome To The Show

Trackliste:

01. The Face I Reflect
02. Die Young
03. Rain Song
04. Broken
05. We Stay United
06. Revolution
07. Sad Wings Of An Angel
08. Welcome To The Show
09. Seven Seas
10. Crying With The Wolves

 

Spielzeit: 42:10 min – Genre: Hard Rock – Label: Massacre Records – VÖ: 06.10.2023 – Page: www.facebook.com/stonemillerinc

 

STONEMILLER INC. aus Deutschland wasn das? Muss man der/die/das kennen? Das wird sich herausstellen! Ein Negativpunkt springt mir als erstes ins Auge, dass MP3 Promo Material liegt in einer Komprimierung von 192kbps vor, dass bleibt und hört sich einfach nicht Toll an und kann einem den Spaß am Hören vermiesen. Das geht ja mal nicht so prickelnd los und verheißt nichts wirklich Gutes.

Zu STONMILLER INC. gehören Francis Soto am Mikro, Tilen Sapac und Olli Fuhlhage an den Gitarren, Ingmar Viertel an Bass und Charly Agüero am Schlagzeug. Für die Backing Vocals half Gianbattista Jan Manenti (THE UNITY) bei einigen Songs aus, Corvin Bahn übernahm die Synthis und Orgel und noch Mennana Ennaouii bei den Vocals für „Sad Wings Of An Angel“.

Francis ist mir von SUBWAY und CRIME ein Begriff, Tilen für mich unbekannt, Olli sagt mir auch nichts, genau wie Ingmar und Charly. Obwohl mir vier Mitgleider unbekannt sind macht die Band Eindruck, Francis‘ Stimme ist bestimmt nicht jedermanns Fall, ich kann gut mit der Stimme leben, da sie gut zum Power Hard Rock passt.

Neben Francis der seinen Job sehr gut erledigt und sich anhört wie eine heisere fauchende Raubkatze fahren die Gitarren volles Brett und feuern Riffsalven ab. Der Bass ist hörbar nicht nur im Hintergrund vorhanden, die Drums böllern dezent aber akzentuiert. Die Keys sind Retro auf 80er Orgel getrimmt und passen herrlich gut zu den Gitarren. Der Härtegrad geht in Ordnung.

Mit Wem oder Was kann man STONEMILLER INC. am besten vergleichen? Ich stelle jetzt mal folgende Behauptung auf das STONEMILLER INC. eine lustige Mixtur aus 80er DEEP PURPLE mit deutschen Wurzeln, Retro SUBWAY, DOMAIN bis „Crack In The Wall“, Oldschool PLACE VENDOME, PINK CREAM 69 und ganz viel DAVID READMAN verkörpern, da Francis nicht nur eine ähnliche Stimmfärbung besitzt sondern die Band auch vom Sound her in dieselbe Kerbe schlägt. Diesen delikaten Eintopf würze man mit einer Prise Classic Rock ala TOPAS, verfeinert es mit einer Messerspitze Krautrock, den ersten vier Alben von TRANCE Menge viele Melodien hinzu und lasse Miraculix das ganze fünfmal gegen den Uhrzeigersinn rühren – fertisch ist das Sound der durch STONEMILLER INC. zum Leben erweckt wird. Es ist nicht alles Perfekt was man hört aber muss es immer die Perfektion sein – ich sage jetzt mal nein den Spaß macht das Album allemal und überzeugt dabei sogar mit einigen starken Songs die was reißen können.

Die Songs haben es drauf nur der Sound der Promos schwächelt ein klein wenig und trübt das Gesamtbild. Bleibt abzuwarten wie das Endprodukt auf Tonträger klingt!

„The Face I Reflect“ legt gleich mal einen Opener vor der sich gewaschen hat, „Die Young“ wurde mit viel Gefühl für Melodien und geilem Bass eingespielt. „Rain Song“ geht gut ins Ohr mit 80er Orgelklängen und geilem Refrain, „Broken“ ein Stampfer der es in sich hat. „We Stay United“ fällt ganz leicht vom Niveau ab, „Revolution“ mit Retro Hammond Sound. „Sad Wings Of An Angel“ das Ding rockt wie Sau und kann als Highlight bezeichnet werden, Francis und Mennanas Stimmen ergänzen sich perfekt. „Welcome To The Show“ READMAN trifft auf TOPAS Riffing, „Seven Seas“ kommt mir bekannt vor, liegt aber Jahr(zehnte)e zurück und fällt mir momentan nicht ein von Wem, „Crying With The Wolves“ fällt leicht ab.

Balle

SINCE APRIL – Bury The Mask EP

Trackliste:

01. Bury The Mask
02. The Light
03. In The Dark
04. Not My Grave
05. Turn The Hourglass

 

 

 

 

Spielzeit: 21:08 min – Genre: Melodic Metal – Label: Superlife Promo – VÖ: 11.08.2023 – Page: www.facebook.com/sinceaprilofficial

 

Im Jahr 2017 begannen fünf junge Münchner Boys damit einen Feldzug in der Musikszene zu starten. Diese fünf Jungs sind Sänger Umut Uysaler, die Gitarristen Manu Satzger und Marin Kostek, Bassist Gonzalo Urgel Tendero und Drummer Robert Merkl. Nach drei Singles veröffentlichte die Band 2019 das Debütalbum mit dem Namen „Escape“ das sehr gute Resonanzen bekam. Die Ende 2019 Anfang 2020 aufkeimende Pandemie unterbrach den Feldzug von SINCE APRIL bis 2022 als sie einige Shows mit anderen Bands spielten. Im Frühjahr diesen Jahres als mit „The Light“ eine weitere Single veröffentlicht wurde und mir der Song ganz gut gefällt ist die Band auf meinem Radar aufgetaucht. Als sie dann im Frühjahr im Backstage in München mit BLOODRED HOURGLASS und dem ebenfalls aus Oberbayern stammenden MAX ROXTON einen verdammt geilen Set hinlegten und ich das Debütalbum von SINCE APRIL ergattern konnte kann ich das durchweg positive Feedback bestätigen. Die Band ist auf Konserve sowie Live eine energiegeladene Powermaschine die ihren Platz ohne viel Schnörkel gefunden hat.

Hier handelt es sich um das zweite Album der Band das laut Auskunft der Band als Zweiteiler in Form von zwei EPs veröffentlicht wird.

Den Hörer erwarten harte Riffs die ohne Gnade im Positiven auf einen einprügeln, die Riffs sind nicht sinnlos und mit Gewalt eingespielt nein vielmehr kommen sie mit sehr ausgefeilten und zuckersüßen Melodien aus den Boxen gezaubert. Die Stimme von Umut ist gefühlvoll und setzt mehr als nur Akzente, er hat richtig Gold in den Stimmbändern und erinnert mich entfernt an eine in höheren Lagen befindlichen Version von Jeff Scott Soto, zwar von der Färbung her höher aber genauso rau und dreckig. Einzig wenn die Stimme verzerrt wird ist nicht mein Fall, ansonsten kann Umut bei mir Punkten ohne Schwächen zu zeigen. Die beiden Gitarristen machen auch eine mehr als nur sehr gute Figur. Der Bass hört sich nicht wirklich nach Nebendarsteller an, der kommt voll durch und wummert voll drauf los. Die Drums treiben ohne Ende mit einer Gewalt wie die Schlachtentrommler die ihre Parteien noch härter anspornen.

Die Mucke liegt irgendwo zwischen coolem melodischem Hard Rock und geilem Melodic Metal mit einem leichten Hang zum Prog Metal ohne dabei den Hörer zu überfordern. Die Songs sind wie auch schon auf dem Debüt mit starken und prägnanten Melodien ausgestattet die sehr schnell ins Gehör gehen und dort sehr lange Zeit verweilen ohne Langeweile zu verbreiten oder abgedroschen zu klingen. Man kann SINCE APRIL sehr grob mit einer moderneren Version von SAVATAGE mit „GUTTER BALLET“, QUEENSRYCHE mit „Operation: Mindcrime“, ein wenig THE UNITY, TURBOKILL und AXEL RUDI PELL vergleichen. Der Metal wird modern geboten ohne dabei zu Modern zu klingen sondern man vereint gekonnt Tradition und Moderne zu einem sehr guten Gesamtbild das sich hinter niemandem verstecken muss, sondern mit den alten Hasen mithalten kann. Es ist einfach nur traumhaft wie Umuts tolle und genial melodische Stimme mit den Melodien und den Riffgewittern harmoniert.

Als Fazit kann ich nur sagen, weiter so ich will mehr davon hören, bei der Bewertung halte ich noch einen Punkt zurück weil es sich nur um eine EP mit fünf Titeln handelt.

Mit „Bury The Mask“ machem die Jungs gleich mal einen auf doppelt dicke Hose und ziehen mit Riffattacken in die Schlacht, „The Light“ ein melodisches Highlight voll mit Spannungsbögen. „In The Dark“ eine sehr gelungene Mischung aus Stampfer und Powerballade mal wird drauflos gerockt um sich mit gefühlvollen Passagen abzuwechseln, „Not My Grave“ ein ebenfalls sehr melodischer Song und kommt mit coolen Growls als Kontrastpunkt. „Turn The Hourglass“ ein sehr guter brachialer Nackenbrecher der nicht ganz das Niveau der Vorgänger halten kann.

Balle

GRENZENLOS – AntiXtrem

Trackliste:

01. AntiXtrem
02. Grüße gehen raus
03. Libertas
04. Ich gebe nicht auf
05. 1000 Gründe für ein ja
06. Allgäuer Jungs
07. Geteilt, vereint
08. 20zehn
09. Totaler Amoklauf
10. Contenance
11. Alles wird gut
12. Deutschrock stirbt nie

Spielzeit: 37:23 min – Genre: Deutsch Rock – Label: RebelHeart Records – VÖ: 26.05.2023 – Page: www.facebook.com/GrenzenLos.Rock

 

Wer nicht auf BÖHSE ONKELZ, DIMPLE MINDS, KNEIBENTERRORISTEN und Co kann sollte diese Rezi überspringen und zur nächsten wechseln. Zur Band gehören laut Wikipedia Martin Kaun Gesang und Gitarre, Marco Oppeld an Gitarre, Martin Thannheimer an Bass und Johannes Oswald am Schlagzeug.

Hier liegt mir schon das sechste Album vor und ich muss zu meiner Schande gestehen das mir die Band bis jetzt kein Begriff war, dass ändert sich auf jeden Fall. Die Allgäuer machen einen auf dicke Hose und rocken sich munter durch ihre 12 Songs ohne dass ein Ausreißer nach untern vorkommt.

Vergleichen kann man GRENZENLOS mit den auch schon von mir reviewten MAERZFELD und VOLTWECHSEL sowie BÖHSE ONKELZ, DIMPLE MINDS, DIE ÄRZTE ohne Punkanteil und all die halb- oder ganzstarken Vertreter des Deutsch Rock. Mit viel Energie und starken Melodien gehen die vier die Sache unter Volldampf an und überzeugen nicht nur an den Instrumenten sondern auch mit ihren Texten, die allesamt einen ernsten Hintergrund und Aussage besitzen. Die Band schreit förmlich mit Gewalt ihre Meinung zu manchen Themen die die Welt bewegen raus, ohne geschönt zu werden und ohne Zensur voll auf die Zwölf, die Texte sind sehr kritisch und drücken dabei an manchen Stellen genau das aus was wirklich auf dem Planeten schief läuft und im Argen ist. Wer auf ONKELZ Sound mit ehrlichen Texten die die Wahrheit wiedergeben steht ist hier bei GRENZENLOS an der richtigen Adresse und kommt voll auf seine Kosten.

Wenn die Laufzeit länger ausgefallen wäre hätte ich volle Hütte gezogen, so bleibt beim nächsten Album noch Luft nach oben, besonders bei der Länge.

„AntiXtrem“ ein cooler Rocker mit viel Melodie und geilem Refrain der Text hat eine Aussage, „Grüße gehen raus“ geht auch gut ins Ohr, ebenfalls mit Aussage. „Libertas“ ein Rocker im Fahrwasser der Böhsen Os, „Ich gebe nicht auf“ ein starker Vollgas Rocker, „1000 Gründe für ein ja“ viel Gefühl trifft auf Softi Rhythmus. „Allgäuer Jungs“ geht sehr gut ins Ohr, flott mit cooler Melodie, „Geteilt, vereint“ wäre 1989 beim Mauerfall ein Evergreen und Vereinigungshymne geworden. „20zehn“ ein sehr guter Rocker, „Totaler Amoklauf“ erinnert mich von der Machart an Die ÄRZTE mit einem Statement gegen den Krieg. „Contenance“ geht flott durch die Wand der Text trifft genau den Nerv der Zeit, „Alles wird gut“ erinnert mich an eine rockende Version von FALCO, „Deutschrock stirbt nie“ eine Hymne für Deutsch Rock.

Balle

DA OIDE SCHLOG – Aufn 12er

Trackliste:

01. Aufn 12er
02. Prachtweib
03. Magda – Der Stern Von Weiden
04. Klosterschwester
05. Pumuckl
06. Kinder
07. Faschingsprinz
08. Nachtschicht
09. Landsknecht
10. Amawanz
11. Woipatinger
12. Da Traum
13. Mei Heisl

Spielzeit: 52:26 min – Genre: Rock N Boarisch – Label: Eigenproduktion – VÖ: irgendwann Anfang 2023 – Page: www.facebook.com/daoideschlogmusik

 

Als ich DA OIDE SCHLOG in der Redaktionsliste sah dachte ich erst „Was is den Des“ und hab mich für die Rezi eingetragen. Dann nach dem Erhalt der Promos auf die Titelliste geschaut und gedacht da kommt nichts Vernünftiges bei Raus. Fast trifft die Befürchtung zu, aber wirklich nur fast.

Als erstes von einem Bayern zum anderen „Buam da hobts ma wirkle oan ei gschenkt!“ Ze Fix das Ding geht ab und wie, wie ein Chilitorpedo im Hintern. Die Songs haben Hummeln im Hintern und beweisen das Mundart Rock auf bayerisch eigentlich ganz gut klingen kann.

Aber erst mal von Anfang an, beim letztjährigen und soviel ich weiß auch das letzte LA Rocks Festival in Landshut traten die Jungs auf, und damals hörte ich nur mit einem Ohr zu und achtete nicht wirklich auf die Buam, sondern wartete auf MICHAEL BORMANN’s JADED HARD. Aber jetzt nach dem Genuss des Albums ist ein zweites Ohr angebracht. Zu den aus Landshut stammenden Comedy Lederhosenrocker gehören Stefan Breu am Mikro, Bass, Tenorsax und Pauke, Stefan Kolbeck ebenfalls Mikro, Gitarre und Trompete, Fabian Vicedom an Gitarre und Alexander Ritzler am Schlagzeug.

Die Chaoten Lederhosenrocker nehmen sich selber nicht wirklich ernst, die Texte sind voll von Klischees, über Landleben in der Provinz, Frauen und Saufgelage, alles mit einem Augenzwinkern und auf Gaudi getrimmt. Über Sinn oder Unsinn der Texte lässt sich bis in alle Ewigkeit diskutieren aber irgendwie sind sie Witzig und erzeugen unzählige Lacher beim Genuss. Wer auf nicht ernst gemeinte Texte die teilweise voll und ganz Sinnfrei sind und auf den bayerischen Dialekt steht ist hier genau richtig und kommt sowas von auf seine Kosten. Mich erinnert der Sound an eine Mischung aus nicht ganz so rollige SPIDER MURPHY GANG, härteren HANS SÖLLNER, HEADSTONE mit bayerisch Texten die auch ohne Probleme von der EAV stammen könnten. Im Gegensatz zur EAV gehen die Jungs rockiger zu Werke und mischen alles mit Bläser und sehr viel guter Laune.

Es wird auch an allen Ecken und Enden zitiert, oder es kommt mal der Pumuckl, die kleine Wanze oder der Landsknecht in der eigenen Interpretation dran, wie oben schon geschrieben alles mit einem Augenzwinkern sehen und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Einfach zuhören und Genießen. Den Vogel schießt die Band aber mit da „Klosterschwester“ ab.

Da Balle vergibt den Status eines Geheimtipps für DA OIDE SCHLOG!

„Aufn 12er“ geht mit einem Riff los was Laune macht, der Opener ist flott und cool geworden, in dem sich die Band und den Song energisch vorstellt. „Prachtweib“ Schmarrn Text trifft auf Bläser und harte Gitarren. „Magda – Der Stern Von Weiden“ wäre ein Trinklied fürs Oktoberfest, „Klosterschwester“ was für ein Song auf den Text muss man erst mal kommen. „Pumuckl“ Meister Eder und sein Klabautergnom auf Dope, „Kinder“ geht voll nach vorne. „Faschingsprinz“ hier muss ich an „Märchenprinz“ von der EAV denken, „Nachtschicht“ mit viel Bläsern, passt erstaunlich gut zum Grundsound der Bayern. „Landsknecht“ hier wird eine Mittelalterklassiker gekonnt ins Hier und Jetzt geklont, können andere auch nicht besser, „Amawanz“ auf der Mauer auf der Lauer, ja genau richtig gelesen der olle Schulkalauer wird hier mit harten Riffs zum Besten gegeben. Und was darf in Bayern auf keinen Fall fehlen, dass Nationalheiligtum der „Woipatinger“ Gitarren und Bläser komisch aber Geil. Bei „Da Traum“ beweisen die Boys noch Gefühl und das sie nicht nur Krawall und Laut können, ich bin mir nicht sicher ob mit „Mei Heisl“ und den Bläsern nicht ein wenig in Richtung Stefan Mross, der im Nachbarlandkreis Mühldorf beheimatet ist, geschossen wird.

Balle

FRONT ROW WARRIORS – Wheel Of Fortune

Trackliste:

01. 2022-Intro
02. Chasing Shadows
03. Fantastic
04. Love Is Not A Game
05. Deadly Sins
06. Damnation – Intro
07. Hell Invaders
08. Wheel Of Fortune
09. Hell Awaits
10. Dystopian Time
11. The Hunter
12. Wasted Life

Spielzeit: 48:19 min – Genre: Hard Rock / Melodic Metal – Label: ROAR – VÖ: 09.06.2023 – Page: www.facebook.com/FRW.official

 

Die 2019 in Stuttgart gegründeten FRONT ROW WARRIORS bestehen aus Elkie Gee am Mikrofon, Sorin Badin und Stef Binning-Gollub an den Gitarren, Richie Seibel an den Keyboards, Timo Michels am Bass und Jay-G an den Drums. Hier handelt es sich um das Debütalbum der Stuttgarter Hard Rocker, den die Band sehr effektiv in Szene gesetzt hat. Es wird mal mit Uptempo voll drauf los gerockt der voll auf die Nuss geht oder Rocker im Midtempo die sehr gut und eingängig aus den Boxen kommen. Das Cover Artwork ist eine Mixtur aus Harry Potter, Wheel Of Time und Herr Der Ringe und könnte eine Härter Marschrichtung vermuten, was aber nicht der Fall ist.

Der Hard Rock ist stimmig, melodiös und mit starken weiblichen Vocals ausgeführt, und kratzt auch mal am Melodic Metal. Die Gitarren ziehen auffällig Riffbetont messerscharf ihre Runden. Das Keyboard unterstütz mit voller Kraft ohne dabei nervig zu werden, der Bass ist deutlich zu vernehmen und hält sich nicht wirklich dezent im Hintergrund auf. Die Drums sind sehr markant und stechen hervor, Jay-G haut einem die Felle um die Ohren das man meint es geht um alles.

FRONT ROW WARRIORS kann man am besten als eine Mischung aus ERIKA in manchen Momenten, BAD SISTER, softere WARLOCK mit ihrem letzten beiden Alben und softere ZED YAGO auf deren beiden Klassikern, aber auch ein wenig AXEL RUDI PELL und SCORPIONS hier oder FAIR WARNING da sehen. Die Stimme von Elkie hört sich mal an wie Erika, Petra Degelow von BAD SISTER oder mal bei manchen Tönen wie Jutta Weinhold. Von den Gitarren her kann man verschiedene Bands wie die SCORPIONS, JADED HEART und noch ein paar mehr hören. Die Keys sind zurückhaltender als bei AXEL RUDI PELL, die Drums erinnern in der Art und Weise wie sie mit viel Power gespielt wurden an Mike Terrana oder Bobby Rondenelli.

Für ein Debüt eine mehr als anständige Geburt, hier wird der Hard Rock zwar nicht neu erfunden, dies stört aber nicht im Geringsten da die Mucke sehr eingängig und harmonisch produziert wurde und zumindest mich voll und ganz überzeugt.

Nach dem Intro geht es mir „Chasing Shadows“ unter Volldampf mit einer Hymne los wie eine Horde Büffel in der Prärie, „Fantastic“ geht eingängig mit viel Melodie sehr gut ins Ohr und markiert ein Highlight. „Love Is Not A Game“ ein Melodic Rocker der mit feiner Melodie daherkommt, „Deadly Sins“ ein flotter und straighter Abgehrocker, nach einem Intro wie aus einem Horrorfilm geht es mit „Hell Invaders“ wieder voll auf die Glocke irgendwo zwischen Hard Rock und Melodic Metal angesiedelt. „Wheel Of Fortune“ ein weiteres Highlight flott mit viel Melodie und auffälligem Keyboard Solo, „Hell Awaits“ wurde mit viel Drama und Gefühl eingetütet. „Dystopian Time“ ein geiler Song für die Tanzfläche, „The Hunter“ in den Strophen sehr zurückhaltend im Refrain geht dann voll die Post ab, „Wasted Life“ eine Powerballade die vor Solo bis kurz vor Schluss zu einen ausgewachsenen Rocker übergeht.

Balle

DEVICIOUS Interview

Nach Veröffentlichung des aktuellen DEVICIOUS Albums „Code Red“ stand mir Band Leader Alex Frey für eine Fragenstunde zur Verfügung und beantwortete mir ein paar Fragen über die Band, Liveaktivität und was in nächster Zeit geplant ist.

RG: Hi Alex, danke das du dir die Zeit nimmst, wie ist DEVICIOUS entstanden, wie habt ihr zueinander gefunden?

AF: Hi Balle, das war 2016 als ich einen Freund besucht habe, Gisi den Gitarristen aus der Original Besetzung des Debütalbums der nur kurz bei DEVICIOUS war. Als wir damals am Strand auf Teneriffa gesessen haben sagte ich zu ihm: „Wenn wir jetzt Rockstars werden wollen müssen wir uns mal beeilen“. Daraus ist dann die Idee der Band entstanden und ich habe mich darauf hin ins Studio begeben und angefangen Songs zu schreiben. Ich hatte bis dahin ca. 30 Jahre davor keine Musik gemacht, ich habe erst mal Geld verdienen müssen und wusste auch nicht ob es finanzierbar ist und dann gings so einfach es klingt los und unser Debüt wurde veröffentlicht. Und genau durch so eine Schnappsidee sind wir zusammengekommen.

RG: Also wart ihr schon im Vorfeld miteinander befreundet?

AF: Ja, wir kennen uns alle mittlerweile schon seit etwa 35 Jahren. Der Lars unser Drummer hat vorher bei CHRISTINE gespielt, die hatte ich damals gemanagt. Die anderen Jungs kenne ich auch noch von damals, die Karlsruher Region ist nicht sehr groß, immer wenn die Band Konzerte gespielt hat haben sich die Wege gekreuzt. Radivoj war in seinem jungen Alter von 16 Jahren schon ein begnadeter Gitarrist, dass war phänomenal was er damals geleistet hat und den wollte ich unter allen Umständen in der Band haben. Und alle haben gleich ja gesagt als ich angefragt habe. Die Suche nach einem Sänger war nicht so einfach, wir hatten erst einen aus Karlsruhe probiert, der hatte weder die Ambitionen noch die Stimme, sodass wir dann Zoran aus Serbien geholt haben. Und so fing die Reise mit DEVICIOUS an.

RG: Wie sehen die Verkaufszahlen in Eurem Shop aus, ist der Absatz zufriedenstellend?

AF: Ich kann dir natürlich keine Zahlen nennen, der Absatz ist sehr hoch. Wir haben von Anfang an unseren eigenen Shop kultiviert mit Ticket-, Tonträgerverkäufen und Merchandising. Wir waren da immer Zuverlässig, ich drücke es jetzt mal vorsichtig optimistisch aus, ich glaube es gibt wenige Bands die dieselbe Musik machen die unsere Absatzzahlen haben aber genau weiß das natürlich niemand. Auch global gesehen wir verkaufen sehr viel das ist den Labels auch bekannt, über die Verkäufe können wir uns nicht beschweren. Als Beispiel wenn ich die Vorbestellungen verpacke bin ich eine Woche damit beschäftigt und das den ganzen Tag.

RG: Wie sieht es mit den Streaming Zahlen bei den bekannten Anbietern aus, wo liegt der Hauptanteil der Hörer? Gibt es einen Unterschied zwischen Nord- und Süddeutschland?

AF: Ich kann nur gesamt Deutschland und dann Länderbezogen einsehen. Für das neue Album sind die Zahlen in der Reihenfolge Deutschland, USA, Österreich, Schweiz, England, Schweden, Spanien, Italien, Niederlande.

RG: Also fest in europäischer Hand.

AF: Die USA sind an zweiter Stelle und das mit nicht mal so geringem Anteil, die USA befinden sich vom Anteil der Streams knapp hinter Deutschland.

RG: Doch ein so hoher Anteil in den USA?

AF: Ja wir werden da sehr oft im Radio gespielt, da gibt es diese Art der europäischen Rockmusik nicht. Die streamen ordentlich und wir befinden uns in den Staaten auf etlichen Playlisten. Das Land was von den Zahlen am schlechtesten abschneidet ist Georgien.

RG: Wie sieht dein Musikgeschmack aus? Bist du nicht auf Melodic Rock festgelegt?

AF: Ich bin da ganz offen und der Geschmack geht Querbeet was mir gefällt, da gibt es für mich keine Grenze.

RG: Auch Hip Hop?

AF: Sicher es gibt da auch richtig tolle Songs, heute zwar nicht mehr so aber früher gabs da sehr gute Vertreter der Zunft. Ich selber habe auch schon Hip Hop Alben produziert, da steckt teilweise mehr Können dahinter als die Leute vermuten. Gerade was so Jungs wie Eminem gemacht haben, aus der Situation heraus ohne viel Geld, sich über kleine Clubs hochgespielt wie es sich gehört. Genau da steckt brutal viel Talent drin, man muss erstmal den Rhythmus haben den die damals hatten, heute hat das nichts mehr mit Rhythmus oder Musik zu tun das besteht nur aus Computer generierte Audiofiles. Die Rapper von früher hatten sehr viel drauf, die hatten auch gutes Hitpotential und haben richtig gute Musik gemacht. Das war eine Mischung aus RNB, Soul und Hip Hop. Auch von den Texten und Aussagen, es gibt nicht nur dummen Gangster Rap, da wurde auch viel auf die Probleme in den USA Hingewiesen. Da kann man schon mal zuhören, gerade den Film „Straight Out Of Compton“ über die Rapper damals wie deren Weg aussah, da kann man ein wenig mehr Respekt entgegenbringen. Das nur weil es einem nicht gefällt als Mist abstempeln das wird in Deutschland viel zu oft praktiziert, oder was einen nicht interessiert als unwichtig bezeichnen. Das war damals auch wichtig die Dinge öffentlich zu machen, dass hat Leben gerettet oder auch neue Kulturen geschaffen, und den Rassismus in den Staaten wenn auch nur ein klein wenig gemildert aber es hat etwas bewirkt. Die Künstler von damals sind nicht aufgetreten um Weltstars zu werden sondern weil sie was zu sagen hatten und auf Missstände aufmerksam machen wollten. Also warum nicht da zuhören, es gibt auch gute Popsongs die mir gefallen wenn sie gut produziert wurden und nicht aus dem Computerbaukasten kommen habe ich keine Schmerzgrenze, nur Schlager die muss ich nicht haben.

RG: Wie sehen eure Pläne für Liveauftritte aus, gibt es die Möglichkeit auf einen Festival zu spielen?

AF: Auf Tour gehen wollen alle, du musst wissen wo du spielst und wir Publikum haben und wo nicht. Mittlerweile wissen wir ein paar Orte wo wir nicht mehr Auftreten brauchen weil das Publikum fehlt. Fehlt das Publikum machen wir Verluste, je weiter wir in den Süden kommen umso höher wird die Anzahl der Besucher. Da noch keine Verträge unterschrieben sind kann ich zu der Möglichkeit noch keine Aussage machen.

RG: Wo kommen die Song Ideen her, aus dem Leben oder Situationen?

AF: Ideen hole ich mir aus dem Leben wie mir gerade der Schnabel wächst, da limitiere ich mich nicht. Zu erst entsteht das Lied und dann der Text, ich versuche mich dann anhand der Stimmung inspirieren zu lassen. Ich erzähle was aus dem Leben mit der Ex-Freundin oder motivierende Texte. Beim „Black Heart“ haben wir es anders gemacht, da wurden Phantasietexte verwendet, dass war ein ganz andere Nummer und hat auch anders geklungen. Jetzt wieder über Liebe, das Leben, Tragik oder Drama, Baol schreibt mittlerweile die Songs mit, übernimmt Ideen von mir, oder lässt Dinge aus seinem Leben mit einfließen und er genießt alle Freiheiten. „Stuck In Paradise“ beruht auf seinen Erfahrungen die er mit TNT gemacht hat.

RG: Wie ist der Kontakt zu Baol zustande gekommen oder wie seit ihr auf Baol als neuer DEVICIOUS Frontman gekommen?

AF: Wir haben ihn gefragt, und er hat ja gesagt. Es war in der Corona Zeit, Antonio hat die „Black Heart“ gerade eingesungen und ist dabei sehr hoch gegangen. Michael Bormann der uns immer bei den Harmonien bei den Backing Vocals hilft kann viel aber so hoch kommt selbst Michael nicht, da ist mir gleich der Baol eingefallen weil er es bei TNT können muss. Er schickte mir innerhalb von zwei Tagen die Spuren zurück, als ich wusste das Antonio nicht mehr in der Band bleiben wird schrieb ich ihm wie es aussieht ob er Zeit für so und soviel Konzert und Lust hat bei DEVICIOUS einzusteigen. Eine halbe Stunde später erhielt ich die Antwort das er mitmacht. Obwohl wir jetzt den dritten Sänger haben sind wir irgendwie eine Art Familie da das Grundgerüst schon seit Anfang an existiert, wir sind langjährige Freunde. Alle Streitigkeiten die es mal gab sind gestritten, wir wissen alle das wir dankbar sein müssen sowas in unserem Alter noch erleben zu dürfen. Er hatte auch Lust ein Teil davon zu sein, bei TNT war es für ihn nicht einfach Tony Harnell zu ersetzten.

RG: Wie wichtig sind Alben reviews, ist das eine Unterstützung in Bezug auf Verkaufszahlen?

AF: Ich finde die sind schon wichtig, bei Online Magazinen kann ich das aufgrund des Bestell- und Veröffentlichungsdatums des Reviews abgleichen, ich sehe es an den Bestellung nachdem ein Review Online gegangen ist. Ich kann es auch nachvollziehen wenn wir in einer Radiosendung vorgestellt wurden, ich sage mal soviel das sie nicht schaden.

RG: Wie sehen die Zukunftspläne aus, was ist in den kommenden Monaten bei euch geplant?

AF: Wir werden alle mal das eine oder andere Projekt machen die wir hintenangestellt haben, für die nächsten vier Wochen noch das Album fertig promoten. Live wird es dieses Jahr wahrscheinlich nichts mehr, nächstes Jahr ein paar Festivals und wir werden denke ich mal zwei bis drei Jahre Pause machen, wir wollten ein Album mit dem neuen Sänger machen und das haben wir. Wenn wir keinen neuen Sänger gebraucht hätten wäre die Pause schon früher gekommen.

RG: Zum Abschluss wo würdest du DEVICIOUS in den 80ern sehen?

AF: Ganz an der Spitze, in den 80ern wären wir mit der Musik die wir machen steinreich geworden. Da bin ich arrogant genug um das zu sagen, wir sind stolz darauf das wie keine Alben machen bei denen die ersten drei Lieder gut sind und der Rest fällt dann rapide ab. Wir versuchen immer 10 bis 11 sehr gute Songs zu machen, ich glaube das uns das für unseren Geschmack auf jeder Platte gelungen ist. Wären wir in den 80er am Start gewesen,, hätten wir keine finanziellen Probleme und sehr viele Groupies gehabt.

www.facebook.com/deviciousband