RAUHBEIN – Rebellen & Helden

Trackliste:

01. Rausch
02. Meine Bar
03. Mein Kaff
04. C’est la vie
05. Pack schlägt sich
06. Rebellen und Helden
07. Alle
08. Gevatter Tod
09. Tanzt
10. Vagabund
11. Wie Wir
12. Morgen Früh

Spielzeit: 32:10 min – Genre: Folk Rock – Label: Persception Music – VÖ: 03.07.2026 – Page: www.facebook.com/people/Henry-M-Rauhbein/

 

Nachdem Henry das RAUHBEIN Ende 2024 mit dem Album „Adrenalin“ voll abgeräumt hat war es fast schon klar das ich die Rezi zu „Rebellen & Helden“ verfassen werde. Henry haut das nächste heiße Eisen raus, die Texte bewegen sich zwischen persönlicher Geschichten und gesellschaftlichem Blick. Dabei schafft es Henry das sich jeder irgendwie in den Texten wiederfindet oder damit identifizieren kann.

Wer momentan zu Besetzung von RAUHBEIN gehört ist weder im Promotext noch im Internet mit Gewissheit zu finden. Auf dem Album „Adrenalin“ gehörten neben Henry Rauhbein, Godi an Gitarre, Oli an Bass, Justin an Geige, Louis am Schlagzeug. Henry besitzt eine Stimme die nicht nur tief ist, sondern auch rau und dreckig klingt, mit so einer Stimme kann man nur Deutsch Rock oder wie eben RAUHBEIN Folk Rock mit deutschen Texten vertonen. Henry passt einfach wie das Auge auf die Faust, oder der Deckel auf den Arsch. Die Gitarren sorgen für eine angenehme Härte ohne es dabei zu übertreiben, der Bass macht das für was er gebaut wurde und die Drums treiben alles bis zum Exzess an. Die Geige wirkt als alles andere nur nicht deplatziert, sondern fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein.

RAUHBEIN macht eine Art von Folk Rock die sofort in den Synapsen zündet und sich von dort lange nicht verdrängen lässt. Mit viel Melodie und den Texten macht Henry einfach nur alles richtig, seine Stimme übt natürlich auch ein sehr hohes Maß an Faszination aus. Aber bei RAUHBEIN passt einfach alles zusammen was zusammenpassen soll. Man könnte sogar davon ausgehen das es sich um Deutsch Rock handelt der mit Folk Einflüssen aufgepeppt – oder anders rum – wurde und somit die Genregrenzen auf gekonnte Weise verschiebt. Mit viel Charme und auch Augenzwinkern wurde ein Album eingetütet das es verdient hat gehört zu werden. Am besten passt ein Vergleich aus einer Mixtur aus FIDDLERS GREEN und härteren D’ARTAGNAN mit sehr melodischen Songs.

Leider gibt es einen Kritikpunkt der sich negativ auf die Bewertung auswirkt, nach gerade mal 32 Minuten ist die Party vorbei.

„Rausch“ ein cooler Rocker zum Einstieg, „Meine Bar“ ein Song der jede Party in noch mehr Schwung versetzt. „Mein Kaff“ wow fast schon Comedy in rauhbeinsche Leichtigkeit verpackt, „C’est la vie“ gibt eine sehr gute Figur ab. „Pack schlägt sich“ Folk Rock trifft auf Speed Punk das richtige zum Pogen, „Rebellen und Helden“ einen dicken Melodic Happen hat Henry da am Haken. „Alle“ flott marschiert das Dingens nach vorne, „Gevatter Tod“ warum muss ich hier an die EAV aus Austria denken. „Tanzt“ passt nicht nur vom Text auf die Tanzfläche, „Vagabund“ ein Symbiont aus Folk und Shanty Rock. „Wie Wir“ der Titel um die Gläser in gemütlicher Runde zu erheben, „Morgen Früh“ bei der ruhigen Nummer muss ich an CITY denken.

Balle

DOUBLE CRUSH SYNDROME – Until One Of Us Dies

Trackliste:

01. It’s A Trap
02. Rome
03. Death Disco
04. Mercury In Retrogade
05. Until One Of Us Dies
06. Mover And Shaker
07. Ain’t It Funny
08. Mi Corazon Slavaje
09. Free Hugs For Dictators
10. Off With Her Head

 

Spielzeit: 33:34 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 05.06.2026 – Page: www.facebook.com/doublecrushsyndrome/

 

Nach langer Zeit auf Eis melden sich DOUBLE CRUSH SYNDROME mit ihrem neuen Album „Until One Of US Dies“ sehr lautstark zurück. Das Trio zeigt sich auf dem Album mit einer Spielfreude die nur so aus Energie zu bestehen scheint.

Zur Besetzung gehören Andy Brings an Mikrofon und Gitarren, Slick Prolidol die zweite Stimme und Bass, sowie Markus Herzog am Schlagzeug. Andys Stimme übt eine gewisse Faszination aus, nicht unbedingt von der Tonlage, sondern durch seine freche und vorlaute Art zu singen. Diese Art passt sehr gut zum Bandsound und brauch sich nicht vor anderen verstecken. Mir fällt beim hören immer wieder Bill Itch der Münchner Kult-Band THE ROXX ein, obwohl Andy mehr drauf hat als Bill. Die Gitarren sorgen für Alarm und eine Härte die der Band sehr gut steht. Der Bass agiert wie die Gitarren aus der ersten Reihe und Markus an den Drumsticks ackert wie ein Berserker. Die Produktion weist kleinere Schönheitsfehler auf, die aber wenig ins Gewicht fallen, da die Band rau, dreckig, leicht versaut und roh klingt und dies mal eine willkommene Abwechslung zu einer hochglanzpolierten Schmalzproduktion ist. Bei DOUBLE CRUSH SYNDROME wünscht man sich genau diesen Sound und nicht bis ins kleinste Detail ausgefeilte Klangoptimierungen.

DOUBLE CRUSH SYNDROME verwischen die Genre Grenzen zwischen Rock N Roll, Hard Rock und Punk Rock zu einem explosiven Gemisch das sofort zündet und eine Energie ausstrahlt die mehr Musiker als ein Trio vermuten lassen. Ich kenne nur noch zwei Trios die so eine Energie besitzen und in etwas die gleiche Mucke machen, dass wären zuerst die Heavy Rocker von NITROGODS und zweitens das oberbayrische Rock N Hard Roll Trio HEADSTONE die ähnlich energisch vorgehen und diese Kraft entwickeln können. Vergleichen kann man das Album am ehesten noch mit den RAMONES, DIE ÄRZTE, softere NITROGODS mit einer Schlagseite hin zu sehr melodischen MOTÖRHEAD mit vernünftiger Stimme und dem Debütalbum von THE ROXX.

Eine mehr als willkommene Abwechslung die von DOUBLE CRUSH SYNDROME geliefert wird, so macht das Hören von Hard Rock mit einer nicht perfekten Produktion einfach nur Spaß. Abzug gibt es in der B-Note nur durch den Umstand das die Party nach nur 33.5 Minuten viel zu schnell vorüber ist.

„It’s A Trap“ ein moderner Rocker mit leichter Punk Attitüde, „Rome“ lässt sich gut hören. „Death Disco“ ein grooviger Rocker mit geilem Basslauf der auf ganzer Linie überzeugt und reinhaut wie Sau, „Mercury In Retrogade“ geht mit dem Kopf voran durch jede noch so dicke Wand. „Until One Of Us Dies“ trotz des Titels eine gute Laune Nummer, „Mover And Shaker“ eine eingängige Nummer die im Refrain traumhaft zulegen kann. „Ain’t It Funny“ hier kann Slick beweisen das er nicht nur den Bass beherrscht sondern auch ganz gut singen kann, „Mi Corazon Slavaje“ ein saugeiler Rocker mit spanischem Text. „Free Hugs For Dictators“ ein flotter Punk Rocker, „Off With Her Head“ hier geht der Bass volle Kanone durch die Schädeldecke.

Balle

RITCHIE NEWTON – Higher Power

Trackliste:

01. Higher Power
02. Come Give Me Your Love
03. Crying In The Summer Rain
04. I Lost My Faith In You
05. Glory Harleylujah
06. Saxana
07. King Of The Night
08. When Children Cry
09. Goodbye My Little Boy
10. Winds Of Destiny
11. Woman In Doubt

Spielzeit: 51:11 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: NRT-Records – VÖ: 01.05.2026 – Page: www.facebook.com/ritchie.newton.2024

 

Der gebürtige Straubinger RITCHIE NEWTON veröffentlicht mit „Higher Power“ ein Rockalbum über Hoffnung, Verlust und innere Stärke. Das bedeutet das es sich um ein sehr persönliches Album handelt, da RITCHIE schon einige Schicksalsschläge verkraften musste scheint es einer Wiederbelebung zu ähneln. Genau das bringen die Texte zum Ausdruck, also RITCHIE lass mal hören, was du im Jahr 2026 für ein musikalisches Statement setzten kannst.

Nicht nur RITCHIE ist ein bekannter Name, er konnte auch einige namhafte Gastmusiker für Songwriting und an den Instrumenten auf dem Album vereinen. Zum Line-Up zählen neben RITCHIE am Mikro noch Ivan May an Gitarre, Layphan Reyphare an Keyboards, Dodi an Bass und Dandy am Schlagzeug. Als Gastmusiker sind Hans Ziller, Frank Pané, Armin Sabol und Markus Pfeffer an den Gitarren; Dave Slaat an Keyboards; Boris Matakovic an Saxofon und Jimmy Katone an den Drums zu hören. Für das Songwriting waren neben RITCHIE noch Ivan May, Dave Slaat, Armin Sabol, Hans Ziller, Frank Pané, Markus Pfeffer, Jimmy Katone, Boris Matakovic, Marco Mendoza und Tobias Dorner am Notenblatt tätig.

RITCHIE der auch dafür bekannt ist stimmlich einen sehr guten ELVIS zu können zeigt auf „Higher Power“ das mehr als ein ELVIS-Imitator in ihm steckt. Er bestitzt eine sehr coole Rockröhre, die mit viel Rauch ausgestattet ist und somit bestens geeignet für Melodic Hard Rock oder Hard Rock. Er kann nicht nur rau und kräftig, sondern beherrscht auch die gefühlvolle und zurückhaltende Seite. Die Gitarren fahren volle Griffbrett Arbeit auf ohne es zu übertreiben oder sich in Selbstbeweihräucherung zu verlieren. Die Gitarristen, egal ob Band oder Gast spielen ihre Instrumente songdienlich ohne ausufernde Sperenzchen. Die Keys bilden mit den Saitenhexern eine Einheit um RITCHIEs Stimme die beste Unterstützung zu bieten, kommen auch schon mal im Old-School Orgel Stil. Der Bass kann sich gut durchsetzen und die Drums treiben von Hinten alles nach vorne. Das Saxofon bildet einen sehr guten Kontrastpunkt und bietet Abwechslung.

Man merkt an der Mucke, die sich von den Wurzeln sehr stark in den 80ern befindet, dass er mit den selben Bands wie ich Groß und Reif geworden ist. Vergleichen kann man den Stil von „Higher Power“ mit den alten DOMAIN, softere TRANCE, BONFIRE, TRANS AM, härter DOMINOE und ein wenig SCORPIONS. Eigentlich eine sehr delikate und interessante Mischung, wobei ein gewisses Maß des Charmes RITCHIEs Stimme ausmacht. So hat der auf den Philippinen lebende Niederbayer ein sehr gutes und cooles Werk an den Start gebracht. Die Melodien sind bei jedem Song sehr gut geraten und wurden mal mit mehr oder weniger Gefühl stark umgesetzt.

RITCHIE NEWTON stellt mit „Higher Power“ sein versiertes Können als Songschreiber und Musiker unter Beweis und legt mit seiner Crew ein Album vor das verdammt geile und persönliche Songs enthält.

„Higher Power“ legt gleich am Anfang die Messlatte sehr hoch an, „Come Give Me Your Love“ ein melodisches Schmankerl zum dahinschmelzen. „Crying In The Summer Rain“ ein catchy Melodic Rocker der mit Classic Rock Note kommt, „I Lost My Faith In You“ eine kräftige und sehr angenehme Powerballade. „Glory Harleylujah“ der Kirchendauerbrenner wird hier mit Steroiden friesiert, „Saxana“ ein gefühlvolles Stück Musik, dass mit einer traumhaften Melodie glänzt. „King Of The Night“ das Dingens hätte in den 80ern das Zeug zum Top Ten Hit gehabt, „When Children Cry“ bewegt sich mit Gefühl und Melodie irgendwo zwischen Ballade und Rocker. „Goodbye My Little Boy“ ein sehr trauriger Song der von Verlust handelt, „Winds Of Destiny“ bei dem Hit wird mit einem Auge über den Atlantik geschielt, „Woman In Doubt“ und es wird auch mal der Blues mit eingebracht.

Balle

ELLI BERLIN – Elli Berlin

Trackliste:

01. Lebensretter
02. Bang Bang
03. Zu wahr um schön zu sein
04. Lieder unserer Zeit
05. Wer bist Du
06. Aus der Asche
07. Gefallene Engel
08. Mutterherz
09. Hall Of Fame
10. Tief in die Dunkelheit

 

Spielzeit: 41:11 min – Genre: Modern Metal – Label: Metalville Records – VÖ: 24.04.2026 – Page: www.facebook.com/elliberlinnullpositiv

 

ELLI BERLIN betritt mit ihrem gleichnamigen Debütalbum die Spielwiese der harten Klänge. ELLI gründete 2015 die Band NULL POSITIV und fing 2021 mit der Arbeit an eigenem Material welches seit 2024 Live auf Konzerten zum Einsatz kommt. Die Songs wurden größten Teils von 2021 bis 2023 schon auf ihren EPs veröffentlicht.

Zur Besetzung gehören neben ELLI BERLIN am Mikro noch Martin Kotte an den Gitarren, Johannes Dill an Bass, Flo Schnabl an den Drums, sowie Juliane Köbe und Sarah Schulze an den Backing Vocals. Wer die Tasten bediente ist im Pressetext nicht ersichtlich. ELLIs Stimme kann von Klargesang bis hin zu rauen Passagen bis zu tiefsten Growls alles was das Herz begehrt. Wenn sie Hoch geht könnte man fast meinen Helene Fischer hätte diese Stellen übernommen, wenn sie sich im normalen Bereich befindet hat man das Gefühl bei manchen Stellen DORO zu hören und wenn es ganz Krass kommt dann gibt es nur die Black und Death Metal Shouter als Vergleich. Die Gitarren sorgen für amtlichen Alarm an der Gehörfront und geizen nicht mit Riffgewittern die alles umhauen was nicht fest im Sattel sitzt. Die Tasten bilden mit den Gitarren das Gerüst auf dem ELLIs Stimme thront. Der Bass agiert unauffällig, die Drums hauen dafür voll rein.

Normalerweise bin ich kein Freund von zu modernem Metal Gedöhns, allerdings gibt es da auch einige Ausnahmen. DYMYTRY oder wie sie jetzt heißen DYMYTRY PARADOX sind selbst für mich eine willkommene Abwechslung und nun gehört auch ELLI BERLIN dazu. Bei RAMMSTEIN und Co. Passe ich immer noch, warum kann ich nicht sagen. Allerdings gehen auch Ausnahmen wie die oben erwähnten. Als sehr groben Vergleich kann man RAMMSTEIN, EISZEIT wenn es um die Härte geht und die Eingängigkeit von DYMYTRY PARADOX nehmen, mit DORO ähnlicher Stimme. So schafft es ELLI irgendwie den richtigen Ton zu treffen um selbst mich als einen der größten Kritiker des Alternative / Industrial Metals überzeugen zu können, dass auch dieses Genre mit sehr guter Musik bedient werden kann.

Ein geiles, gelungenes und sehr interessantes Debütalbum das ELLI BERLIN hier vorlegt, auch wenn einige der Songs schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben wirkt das Album wie aus einem Guss.

„Lebensretter“ ein sehr guter Einstieg ins Album – Ein Rocker der überzeugt, „Bang Bang“ kommt fast schon mit Dancefloor ähnlichem Beat. „Zu wahr um schön zu sein“ eine Powerballade die im Refrain voll an Fahrt aufnimmt, „Lieder unserer Zeit“ ein kräftiger Brecher der in den Strophen das Gaspedal lupft und im Refrain durch das Bodenblech drückt. „Wer bist Du“ eine Ballade die mit viel Drama kommt, „Aus der Asche“ ein Nackenbrecher der in der Bridge mit NDW Flair überrascht. „Gefallene Engel“ ein starker Song gemeinsam mit Teufel im Duett, „Mutterherz“ kann mit seiner Melodieführung punkten. „Hall Of Fame“ erinnert mich mit seinen Ausführung an einen experimentellen FALCO auf der NDH Welle, „Tief in die Dunkelheit“ zum Schluss kommt nochmal viel Gefühl ins Spiel, mit traumhaft schönem Refrain.

Balle

SIDEBÜRNS – Beer Füeled Bastard

Trackliste:

01. All In
02. Not What Used To Be
03. Lifestyle
04. Hit The Ground
05. Whiskey Driven Beer Fueled Bastard

 

 

 

 

Spielzeit: 20:47 min – Genre: Speed Rock N Punky Hard Roll – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 10.04.2026 – Page: www.facebook.com/sideburnsrock

 

Als ich den Bandnamen in der Redaktionsliste gelesen habe dachte ich doch fast schon das die Schweizer Riff Rocker von SIDEBURN nach ihrer Best Of mit einem neuen Werk zurück sind. Beim genauen Hinsehen sah ich dann den Unterschied, hier handelt es sich um eine EP des Weimarer Rock-Trios SIDEBÜRNS. Ich kannte diese Band noch nicht, und da ich mich gerne überraschen lasse übernahm ich die EP, Überraschungen sind etwas Tolles und können in jede Richtung gehen, entweder es ist ein Volltreffer oder eine Enttäuschung.

SIDEBÜRNS besteht aus Ralf Sideburn an Mikrofon und Gitarre, Katja BAroneSS an Mikrofon und Bass sowie Ronny G. Hämmer an den Drums. Dann lasst mal hören, was der abgefüllte Bastard reißen kann. Ralfs Stimme ist rau und klingt derb nach sehr viel Dreck und Lungentorpedos, nahe zu ideal für den Rock N Hard Roll der Band. Die Gitarren sind alles was man von Haudrauf Mucke erwartet nur nicht leise und zurückhaltend, mit Vollgas werden die Akkorde laut angeschlagen. Der Bass kommt sehr gut durch und kann sich gegen das Riffgewitter behaupten. Die Drums treten mit aller Gewalt in den Hintern. Die Produktion klingt so wie der Bandsound, furztrocken wie der Sand in der Sahara.

Der Sound ist von sehr deftiger und wilder Natur, die absolut trockene Produktion passt sehr gut dazu. Es gibt verschiedene Einflüsse zu hören, was wiederum zu komischen Vergleichen führt. Diese Vergleiche setzen sich aus MOTÖRHEAD, SUPERSUCKERS, MORORJESUS und BEASTÖ BLANCÖ auf einem schnellen Punk Trip trifft es wohl am besten. Denn die Songs sind nicht für Leute geeignet die sich beim Autofahren dadurch ertappen die Geschwindigkeit wie bei den Songs zu erhöhen, das könnte zu teuren Passbildern führen, wenn der Gaudikasten am Straßenrand steht. Für alle anderen die sich angesprochen fühlen, einfach mal reinhören ob SIDEBÜRNS dem eigenen Geschmack entspricht und diese Band unterstützen.

Alles nicht schlecht geboten, allerdings auch zu kurz, zu wenig für eine Spitzenbewertung in der oberen Skalaeinteilung. Dafür ist die Mucke zu unruhig, schnell und man kann es schlecht einordnen wo die Reise hingehen soll. Geht sie hin zum Rock N Roll oder Speed Punk mit Rock N Roll Elementen. Irgendwie ist es unklar was die Band dem Zuhörer vermitteln möchte.

„All In“ ein schneller, derber und deftiger Rocker zum Einstieg, „Not What Used To Be“ und es geht weiter wie es angefangen hat, schnell eine Spur düsterer. „Lifestyle“ lässt den Zuhörer bei gedrosseltem Tempo durchatmen, „Hit The Ground“ das Tempo geht wieder nach oben, „Whiskey Driven Beer Fueled Bastard“ hier geht es voll in Richtung MOTÖRHEAD mit ROSE TATTOO Vibes.

Balle

NEVERLAND TRAIN – Alive In Hell

Trackliste:

01. End Of The Night
02. Not Alone
03. Still Alive
04. So Far Away
05. Somewhere In This Universe
06. Learn To Live
07. Pride
08. Ignorance
09. Better
10. In Heaven Now
11. Tonight Is What It Means To Be Young

Spielzeit: 67:22 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/NeverlandTrain

 

NEVERLAND TRAIN ist eine Homage an Jim Steinman, der die Musik mit Theatralik und Drama auf ein neues Level gehoben hat und Musiker wie MEAT LOAF, BONNIE TYLER und noch einige mehr mit Hits aus seiner Feder versorgte die teilweise um die Welt gingen und Erfolge verbuchen konnten. NEVERLAND TRAIN wurde vom Bochumer Jens Faber aus diesem Grund ins Leben gerufen um Steinman zu Ehren. Das Projekt oder vielleicht auch heranwachsende Band besteht aus Marco Pastorino an den Vocals, Jens Faber an Backing Vocals, Gitarren, Bass, Keyboards und Piano sowie Patrick Klose an den Drums. Als Gastsängerinnen für den letzten Song sind Jeantette Scherff und Aeva Maurelle zu hören.

Jens ist / war bei DAWN OF DESTINY und LEGIONS OF THE NIGHT, Maco bei TEMPERANCE und FALLEN SANCTUARY, Patrick kennt man von IRON SAVIOR, alles Kombos die sich der härteren Gangart verschrieben haben – da kann man mehr als gespannt sein wo die Reise hingeht und wie diese aussieht. Die Info erwähnt für Fans von MEAT LOAF, BONNIE TYLER und die unvergessene Soundtrackcrew aus den 1980ern FIRE INC.. Was als erstes auffällt ist die Laufzeit von über 67 Minuten bei elf Songs, einer bewegt sich bei vier Minuten, der Rest geht von fünf bis über sieben Minuten. Das bedeutet das es in MEAT LOAF Regionen geht.

Marco besitzt eine sehr angenehme Stimme die sich in Tonlagen bewegt die mehr als nur annehmbar sind. Die Gitarren kommen zwar mächtig böse aus den Boxen, drängen sich dabei aber auf keinen Fall in den Vordergrund, sondern bilden mit den Tasteninstrumenten die als Keyboard, Orgel oder Piano ausgeführt wurden ein spitzbübisches Duo. Weder Gitarren noch die Tasten sind zu dominant, beide gehen eine gleichberechtigte Partnerschaft ein die ein festes und bombastisches Fundament für die Stimme darstellen. Der Bass spielt ein wenig den Nebendarsteller, dafür hauen die Drums besser rein. Das Klangbild präsentiert sich harmonisch und sehr verspielt.

Zu hören gibt es neben dem von Jim Steinman geschriebenen und vom Streets Of Fire stammenden „Tonight Is What It Means To Be Young“ – lief damals auf Dauerrotation in den Discos, verdammt starken Melodic Rock der von der Ausführung an MEAT LOAF und auch BONNIE TYLERs Welthits erinnert. Man kann sogar noch eine kleine Portion MAGNUM und AVANTASIA mit dazu nehmen. Nur eben mit einer sehr kleinen aber feinen Metal Note, ohne in den Metal abzudriften, was man an den Gitarren hören kann. Viele Parallelen zu Jim Steinman sind natürlich auch zu jeder Zeit hörbar. Jetzt könnte man behaupten das dies nicht sonderlich Ideenreich ist, sicher könnte man das ohne Probleme so sehen. Man kann aber auch ein sehr großes Veto einwerfen, da es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von MEAT LOAF und Jim Steinman keine neue Musik mehr geben wird ist NEVERLAND TRAIN da um diese Lücke füllen zu können. Denn egal wie man zu MEAT LOAF und Jim Steinman steht, man muss neidlos anerkennen das es sich um sehr gute Mucke handelt die Steinman geschrieben und von MEAT LOAF umgesetzt wurde. Genau diesen Geist, Energie, epische Theatralik und Drama bieten NEVERLAND TRAIN auf einem sehr hohem Niveau ohne dabei als Klone oder Abklatsch zu wirken. Hier machen drei Musiker Melodic Rock der Extraklasse, die jeden Test von Zeit und Qualität bestehen wird.

Jungs bitte mehr davon, ihr seid mit NEVERLAND TRAIN eine wahre Bereicherung im Melodic Rock. Wer auf Melodic Rock mit Dramarama steht sollte bei NEVERLAND TRAIN mehr als nur ein Ohr riskieren und sich das Album mit einem guten Glas Wein vornehmen.

„End Of The Night“ eine epische Rock Hymne wie sie auch im Lehrbuch stehen könnte, „Not Alone“ glänzt mit Tempowechseln und fast schon Metal-artigem Riffing. „Still Alive“ ein flotter Rocker der voll auf die 12 geht, „So Far Away“ eine Ballade die irgendwo zwischen den oben erwähnten Künstlern, MAGNUM und AVANTASIA wandelt. „Somewhere In This Universe“ hier gibt es alles für das Steinman geliebt oder gehasst wird / wurde, Drama ohne Ende, epische Abschnitte, Chöre die einfach nur reinhauen und Tempowechsel – sogar stellenweise sehr rauen Gesang, „Learn To Live“ fängt eher unspektakulär an – auch in den Strophen, bis der Refrain kommt der on Top ist und die spanisch angehauchte Gitarre nach dem Refrain. „Pride“ hier Rockt und Rollt es im Gebälk, „Ignorance“ hier gibt es wieder alles von Drama, Tempowechsel bis Epic, wie ein Thriller der die Spannung auf die Spitze treibt und sich dann mit aller Energie entlädt. „Better“ ein Rocker der sehr hohes Potential besitzt, „In Heaven Now“ eine Ballade die die Taschentuchfraktion bestens bedient, „Tonight Is What It Means To Be Young“ eine sehr gelungene Version des Songs vom Streets Of Fire Soundtrack.

Balle

WÜSTENBERG – The King’s Gambit

Trackliste:

01. The King’s Gambit
02. Call Me A Fool
03. Hold On To
04. Trading Manners For The Madness
05. Man With No Baggage
06. Paradox Of Love
07. Good People
08. Revenge Is For The Weak

 

 

Spielzeit: 29:07 min – Genre: Folk Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.facebook.com/wuestenbergmusic

 

Auf einmal tauchte WÜSTENBERG in unserer Liste auf, ich dachte mir wer das wohl sein wird und wie die Mucke klingen wird, also habe ich mich für dieses Album eingetragen. Den Umstand das es sich um Folk Rock handelt fand ich interessant, da ich bis jetzt nie oft Berührungspunkte mit diesem Genre hatte. Ich kannte Diverse Songs von Irisch Pubs oder gelegentlich bis eher selten aus dem Radio, und fand diese Art Musik immer entschleunigend und entspannend, ohne Hektik gehen die Melodien runter wie Öl.

Zur Besetzung gehören Franz Wüstenberg an Gesang, Akustik- und Elektrogitarre,
Simon Scherer an Banjo und Mandoline, Béatrice Wissing an Geige, Catherine Kuhlmann an Klavier und Orgel, Torben Richter an Elektrogitarre, Alexander Lauer an Bass, Phil-Jonathan Kämpflein an den Drums. Die Stimme von Franz übt eine besondere Faszination aus die mit den Instrumenten einen Klang erzeugen der als Wohlfühlmucke bezeichnet werden kann. Bei den Instrumenten sticht keines heraus, auf der anderen Seite geht auch keines unter. Die Produktion ist so ausgeführt das jeder der Darsteller seine Bühne besitzt und mit der Stimme eine feste Einheit bildet. Der Klang der Produktion wirkt sich extrem positiv auf diese Einheit aus.

Na WÜSTENBERG dann lasst mal Hören wie Euer Debütalbum mundet. Zu hören gibt es wunderschön verpackte Melodien, um es in genauen Worten auszudrücken, wenn man sich Folk Rock vorstellt, sollte er genau so sein. Weder zu kolossal noch zu fein, WÜSTENBERG hat genau den goldenen Weg gefunden ihren Sound ins rechte Licht zu rücken. Dieses Licht scheint ziemlich Hell, mit Songs wie „The King’s Gambit“, „Call Me A Fool“, „Trading Manners For The Madness“, „Paradox Of Love“ und „Revenge Is For The Weak“ hat WÜSTENBERG gewaltige Ohrwürmer am Start. Aber nicht nur die Ohrwürmer haben die Fähigkeit zu überzeugen, auch die anderen Songs sind von sehr hoher Qualität.

Schade das sich auf diesem vorzüglichen Debütalbum nur acht Songs befinden und die Party nach knappen 30 Minuten zu Ende ist. Die hätte ruhig und gern noch eine halbe Stunde länger gehen können.

„The King’s Gambit“ der Opener geht gleich ohne Umwege in die Gehörgänge, „Call Me A Fool“ ein flotter und melodischer Feger. „Hold On To“ glänzt mit Tempowechsel, „Trading Manners For The Madness“ wäre mit seinem Tempo sehr gut für die Tanzfläche geeignet, mit dem Banjo kommt sogar ein wenig Südstaaten Stimmung auf. „Man With No Baggage“ ein cooler Rocker, „Paradox Of Love“ hier erzeugen die Tempowechsel mit sanften und rockigeren Tönen einen speziellen Charme. „Good People“ eine sympathische E-Gitarre liefert sich mit dem Banjo gelegentliche Duelle und formen so einen Song mit Pfiff, „Revenge Is For The Weak“ zum Schluss kommt noch ein Sahneteil zum Zug.

Balle

STURMS FÄHRMANN – Alles echt

Trackliste:

01. Alle Mann an Deck
02. Chemie
03. Alles Echt
04. Pur und ohne Filter
05. 1000 Mal von vorn
06. Auf welchem Weg
07. Dieb
08. Niemals zurück
09. Asche auf mein Haupt
10. Durch den Sturm
11. Kein Morgen mehr
12. Wir bleiben einfach hier

Spielzeit: 41:47 min – Genre: Deutsch Rock – Label: Visualsound.Media – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.facebook.com/sturmsfaehrmann

 

STURMS FÄHRMANN wer soll denn das schon wieder sein, hört sich nach Shanti und Seemannsgarn an. Aber nicht vom Bandnamen ablenken und täuschen lassen, denn hier gibt es Deutsch Rock auf die Glocke, von Seemannsgarn so weit entfernt wie die Menschheit vom Mond. Und genau diese mir bis jetzt unbekannte Band haut ihr viertes Album unters Volk.

Zu den Bandmitgliedern gehören Yannick Lickfeldt an Gesang, Jochen Sturm und Mickes Sebastian an den Gitarren, Thorben Gust an Bass und die Drumsticks schwingt Tim Schwarz. Yannicks Stimme bewegt sich sehr vorlaut in den Mittleren bis in die Hohen Lagen, und passt mit seinem vorlauten Ton sehr gut zum Testosteron geschwängerten Deutsch Rock ohne sich einen Schnitzer zu erlauben. Die beiden Saitenschwinger hauen die Riffattacken raus als wenn es der letzte Song ist den sie im Leben spielen würden. Der Bass steht leider nicht so weit vorne und ist nicht so bewusst wahrzunehmen, wenn die Gitarren mal pausieren kann man den Bass sehr gut hören. Die Drums sind weder auffällig noch zurückhaltend ausgeführt, sondern irgendwie in einem guten Zwischenmaß. Die Produktion hat Dampf, könnte bei den Becken ein wenig mehr Klarheit vertragen, ansonsten alles im grünen Bereich.

Der Stil haut mit Gitarren ganz schön rein, aber nicht nur die Gitarren machen Mobil, auch die Melodien sind sehr fein ausgeführt und tragen so zu einem extrem positiven Bild bei. Der Härtegrad geht voll in Ordnung, härter sollte es auf keinen Fall sein, denn nur so kommt melodischer Deutsch Rock bestens an. Vergleiche kann man mit meinen lieblingsvergleichen BÖHSE ONKELZ, DIMPLE MINDS, MAERZFELD, GRENZENLOS, ARTEFUCKT, UNANTASTBAR und EIZBRAND um nur einige erwähnt zu haben. Alle Vergleiche versprühen auf ihre eigene Art viel Charme und da bilden STURMS FÄHRMANN keine Ausnahme. So, und zwar genau so sollte und muss anständiger Deutsch Rock klingen und reinhauen. Wer da nicht mit dem Fuß im Takt mit wippt ist nicht mehr zu helfen, der ist entweder Taub oder was weiß ich was bei so einem schief läuft. Mit der Laufzeit ist auch alles im grünen Bereich, also Jungs alles Richtig gemacht, weiter so und zwar genau so. Für Volle Punkte fehlt ein Mü, ich denke mit der nächsten Veröffentlichung reißt die Band volle Hütte.

„Alle Mann an Deck“ holla die Waldfee, da rennt die Hexe mit brennenden Haaren ums Kackhauseck, „Chemie“ und es folgt gleich der zweite Hit. „Alles Echt“ ein Vollgasrocker der mit viel Drive die eben angesprochene Hexe ums Kackhauseck treibt, „Pur und ohne Filter“ und noch so ein Melodic Schmankerl das beim ersten Hören sitzt. 1000 Mal von vorn“ in den Strophen mit Drama angereichert und im Refrain wird’s ein Superhit, „Auf welchem Weg“ bei den ersten Takten und immer wieder eingesprenkelt kommt Chaos auf – bis der endgeile Refrain kommt und seine Faszination auf dem ersten Durchgang entfaltet. „Dieb“ hier muss ich an die Titelmelodie der TV-Serie The Munsters denken – nur noch mit mehreren Umdrehungen und mehr Konfusion, „Niemals zurück“ hier muss ich an die Schwaben von ANGUS COURT denken, unwiderstehliche Hooks und Eingängigkeit – ein Hit. „Asche auf mein Haupt“ WOW was für ein Melodic Happen – besser geht es wirklich nicht – kommt mit leichten AC DC Vibes, „Durch den Sturm“ ich will mich nicht wiederholen, aber schon wieder ein Song der als Hit durchgeht. „Kein Morgen mehr“ upps und noch ein Highlight das sofort im Ohr bleibt, „Wir bleiben einfach hier“ am Ende haben sie es nochmals getan, hauen ein Highlight raus.

Balle

BEYOND THE BLACK – Break The Silence

Trackliste:

01. Rising High
02. Break The Silence
03. The Art Of Being Alone
04. Let There Be Rain
05. Ravens
06. The Flood
07. Can You Hear Me
08. (La Vie Est Un) Cinéma
09. Hologram
10. Weltschmerz

 

Spielzeit: 37:34 min – Genre: Symphonic / Melodic Metal – Label: Nuclear Blast Records – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/beyondtheblackofficial

 

BEYOND THE BLACK haben ihr sechstes Studioalbum mit dem Titel „Break The Silence“ an den Start gebracht und befinden sich gerade noch auf der Album Tour. Ich konnte BEYOND THE BLACK letzten Dienstag Live in München sehen und habe irgendwie noch die grandiose Show vor Augen, sowie die Songs im Ohr. Zur momentanen Besetzung gehören Jennifer Haben an Gesang und Tasteninstrumente, Chris Hermsdörfer und Stefan Herkenhoff an den Gitarren, Linus Klausnitzer am Bass und Kai Tschierschky an den Drums. In wie weit die Angaben stimmen kann ich nicht mit Bestimmtheit bestätigen, da weder auf Homepage der Band Angaben, noch im Internet verlässliche Quellen zu finden sind.

Jennifer hat schon seit dem Debütalbum ein Organ das auf internationaler Ebene mit allem Mithalten kann das sich Sängerin nennt, egal ob es sich um einen bekannten oder unbekannten Namen handelt – Jenny kann da spielerisch mithalten und sehr viele Akzente setzen. Die Gitarristen versetzen die 6-saitige in wohlige Schwingungen die jedem Anhänger von Symphonic und Melodic Metal bestens munden sollte, weder zu heftig noch zu soft werden die Saiten angeschlagen um die Stimme von Jenny bestens in Szene zu setzen. Die Keyboards sind mal vordergründiger oder als dezente Unterstützung im Hintergrund, egal wie sie gerade im Song eingesetzt werden passt es sehr gut zur Stimmung. Der Bass kann sich nicht ganz so stark durchsetzen wie die Gitarren, dafür spielt das Schlagzeug auffällig den Arschtreter. Die Produktion ist auf höchstem Niveau ausgeführt und gibt keinen Grund auch nur einmal den Zeigefinger belehrend zu heben.

BEYOND THE BLACK beweisen aufs Neue das sie nicht nur auf eine sehr Gutaussehende Frontfrau beschränkt werden sollten, sondern musikalisch auch seit dem Debüt in der Oberliga beheimatet sind. Auch auf ihrem Konzeptalbum „Break The Silence“ setzt die Band die nationale – wenn nicht sogar internationale – Messlatte für Symphonic / Melodic Metal sehr weit nach oben, wer die Band kennt sollte mit dem Album mehr als zufrieden sein. Wer die Band nicht kennt, es gibt einen Mix aus Symphonic und Melodic Metal der es verdammt nochmal gewaltig in sich hat und das nicht nur im Studio, auch Live reißt die Band die Bühne ab. Dezente Vergleiche kann man Bands wie AMARANTHE, BATTLE BEAST und NIGHTWISH ziehen – oder auch nicht, dass kann man nie so genau sagen!

Gibt es einen Kritikpunkt? Ja, leider einen kleinen, der weder was mit den Songs noch der Ausführung zu tun hat, die ist auf einem Top Level und gibt in keiner Weise den Grund zum Unken. Der Kritikpunkt ist das das Album nach gerade mal 37,5 Minuten zu Ende ist und das ist nun mal nicht mehr wirklich Up-To-Date. Das gibt einen leichten Punktabzug.

„Rising High“ ein Groove Monster das mit afrikanischem Einfluss gleich mal perfekt ins Album startet, mit „Break The Silence“ folgt ein fettes Highlight. „The Art Of Being Alone“ ein geiles mit Drama angereichertes Duett mit Chris Harms, „Let There Be Rain“ ein melodisches Schmankerl das wieder mit afrikanisch anmutenden Chören von The Mystery Of The Bulgarian Voices kommt. „Ravens“ ein Ballade die durch das fast schon exorbitante Drama glänzt, „The Flood“ ein für die Band typischer Stampfer mit viel Melodie nur müsste die Verzerrung der zweiten Stimme nicht sein. „Can You Hear Me“ hier wird ein wenig aufs Gas getippt, „(La Vie Est Un) Cinéma“ ein Traum von einem Song, die Ausführung hätte nicht besser gemacht werden können. „Hologram“ erinnert mich an AMARANTHE – geht mit viel Schmackes durch die Wand, „Weltschmerz“ eine sehr traurige Ballade die die Taschentücher nass werden lässt.

Balle

FIREBORN – Dreamcatcher

Trackliste:

01. Dancing With The Villain
02. Set The World On Fire
03. Point Of No Return
04. Likes For A Life
05. Pull The Trigger
06. Little Wanderer
07. Crisis Of Youth
08. Dreamcatcher
09. Flashlight
10. Out Of The Edges
11. Human

Spielzeit: 43:19 min – Genre: Heavy Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Firebornofficial/

 

FIREBORN bitte wie, wer, wo, was soll das sein. FIREBORN eine deutsche Band die sich mit ihrem Debütalbum einen Status erspielen konnte und mit diesem Album „Dreamcatcher“ in den Olymp aufsteigen möchte. Ich kannte die Band im Vorfeld nicht und bin erst mit diesem Album auf die Truppe aufmerksam geworden. Mit den ersten klängen kam auch ein lautes Oha über meine Lippen, das klingt Fett und mit Bomben Stimme die sofort im Ohr hängen bleibt. Also lasst Mal hören was ihr so drauf habt, ob ihr den Aufstieg in den Olymp jetzt schaffen könnt. Im Promotext wird FIREBORN für Fans von HALESTORM und ALTER BRIDGE empfohlen mit dem Zusatz Classic Rock & Metal. Kopfkratz im Zusammenhang von HALESTORM und ALTER BRIDGE Classic Rock zu erwähnen ist schräger als total schief gewickelt. Beide Bands passen weder zu Classic Rock noch zu Metal, also herrscht von Anfang an ein wenig chaotische Erwartungshaltung was mich erwartet, wird es ein Bringer oder totaler Brechdurchfall?

Zu FIREBORN gehören die nicht nur wahnsinnig Fette Stimme von Jenny Gruber sondern auch die Saiten-Hexer Rick Götze und Dennis Weber, Bassist Christian Lehr und der Drumstick-Schwinger Raphael Singh. Jennys Stimme ist sehr variabel, die kann von zuckersüß bis bitter-böse gehen und einem dabei den Hintern versohlen. Am besten mundet diese Stimme, wenn sie voll loslegt und mit viel Dreck und Rauch raunzt, faucht und singt wie eine wildgewordene Löwin die ihre Jungen verteidig, allerdings überzeugt sich auch wenn es dezentere Zurückhaltung von ihr gibt. Dabei bewegt sich die Stimme irgendwo zwischen Jennifer Crush, Darby Mills, Janet Gardner oder Noora Louhimo wenn die Druck macht. Die Gitarren sorgen für Riffwände die sich vor dem Hörer aufbauen ohne dabei einen Deut nachzugeben. Die Ausführung der Gitarren wechselt zwischen 80er a‘ la ACCEPT bis ins jetzt zu ALTER BRIDGE, EVANECENCE ohne es dabei in keine Richtung zu übertreiben. Wenn es Modern wird bleibt es für Traditionalisten immer noch erträglich ohne dabei das Gefühl zu entwickeln die Skip Taste zu betätigen. Der Bass ist kein Leisetreter, hat aber seine liebe Mühe gegen die Stimme, Riffbretter und Drums anzukommen. Das Schlagzeug befindet sich meistens in der modernen Ausführung und klingt leider ein wenig blechern, nach Samples, leider vermatschen die runterkomprimierten MP3s die Becken zu einem kastrierten sonst etwas nur nicht Becken. Und da liegt der einzige Kritikpunkt schon auf der Hand, MP3s können mehr Schaden als Nutzen bringen. Der Grund warum ich Streamingdienste meide, MP3 ist kein Format, sondern kastriert Musik. Wave ist das Maß der Dinge.

Der Stil von FIREBORN liegt irgendwo zwischen Tradition und Moderne, aber bei Classic Rock muss sich derjenige der dies im Pressekit angegeben hat verhört haben. Die Gitarren erinnern mich in manchen Momenten an die alten ACCEPT von Mitte bis Ende der 80er aber auch an ALTER BRIDGE oder EVANECENCE, wenn es Modern wird. Dabei schaffen FIREBORN einen Spagat, auf der einen Seite sehr heftig und metallisch auf der anderen Seite den Spirit und Kraft des guten alten Hard Rock wie er in den 80ern angesagt war. Es befindet sich eine Gitarre im Old-School-Hard Rock die andere haut die moderneren Töne raus. Zu heftig wird es eigentlich zu keinem Zeitpunkt, metallisch ja aber das wars dann auch schon. Wie kann man den Stil jetzt am besten einordnen? Ich gebe jetzt mal Modern Heavy Rock an, 60% Moderne, 75% Heavy der Rest ergibt sich dann aus der Bezeichnung Rock. Melodien lässt keiner der elf Songs vermissen, damit geizen FIREBORN auf keinen Fall. Und es hört sich bei weitem besser an als die Beschreibung vermuten lässt. Einfach ein Ohr riskieren und sich von einer talentierten Band überraschen lassen.

Durch das doch komisch anmutende Klangbild in den höheren Tönen ziehe ich einen halben Punkt ab und bin gespannt ob dieser Effekt auch auf Tonträger zu hören ist.

„Dancing With The Villain“ ein brachialer Stampfer zum Einstieg ins Album der irgendwo zwischen Hard Rock und Metal wandelt, „Set The World On Fire“ ein melodisches Schmankerl das von den Gittis an die ollen ACCEPT erinnert. „Point Of No Return“ geht sowas von durch jegliche Wand, egal aus welchem Material die auch sein mag, „Likes For A Life“ die Stimme trifft auf moderne Riffs und einem traumhaften Refrain. „Pull The Trigger“ schwere und tiefe Riffs klingen bedrohlich, „Little Wanderer“ eine Powerballade mit Tiefgang und einer verdammt starken Stimme. „Crisis Of Youth“ ein Moderner Brecher der zwischen softer und heftiger hin und her wandelt, kommt stellenweise mit Growls, „Dreamcatcher“ ein Highlight das alles bietet für das FIREBORN stehen, Hard Rock Wurzeln, Heavy Riffs und eine moderne Auslegung. „Flashlight“ eine klassische Gitarre trifft auf eine Moderne und modernes Drumset, wird mit viel Melodie und Jennys Stimme kombiniert, „Out Of The Edges“ EVANECENCE trifft auf Melodic Hard Rock der alten Schule, das Ergebnis ist ein Traum von einem Song, „Human“ wandelt gewagt zwischen den beiden Welten Tradition und Moderne.

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