NEUROTOX – Könige Der Nacht

Trackliste:

01. Nichts zu verlieren
02. Sorgenkind
03. Könige der Nacht
04. Bock auf Streit
05. Nichts Gutes
06. Lebendig
07. Mama hat gesagt
08. Herzen in Beton
09. Schwarz zu Blau
10. Wie ich dich
11. Versprochen ist Versprochen
12. Scherben Pech und Dreck

Spielzeit: 38:09 min – Genre: Deutsch / Punk Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 01.08.2025 – Page: www.facebook.com/NeurotoxBand/

 

Upps, NEUROTOX kommen schon mit ihrem siebten Studioalbum in den Handel, da hab ich mal wieder sechs verschlafen, übersehen oder einfach nicht beachtet. Warum ich mich für dieses Album in unsere Liste eingetragen habe, weil in der Liste Deutsch Rock als Genre angegeben wurde, und genau das ist meine Kragenweite, obwohl ich da noch auf dem Stand der 90er Jahre bin als eine Exfreundin versuchte mich damals an die ONKELZ und DIMPLE MINDS heranzuführen, erst Jahre nach dem Beziehungsaus merkte ich wie gut diese Spielwiese sein kann. Leider habe ich in den 2000 und 2010ern das Genre ein wenig aus den Augen und Fokus verloren da ich mich mehr auf englisch-sprachigen Rock, Blues Rock über Melodic / Hard Rock bis zum Melodic und Power Metal konzentrierte, meine alten ONKELZ und MINDS Scheiben kamen in dieser Zeit etwas zu kurz. Erst seit ich mit dem Schreiben angefangen habe rückte der Deutsch und Punk Rock langsam wieder in meine Sichtfeld. NEUROTOX waren mir bis zu diesem Album weder vom Namen noch musikalisch ein Begriff oder Bekannt, also in die Liste eingetragen und sehen oder besser gesagt hören ob es eine Positive oder Negative Überraschung wird. Die Spielzeit knapp über 38 Minuten ist schon mal ein kleiner Negativ Punkt aber bei Punk Rock ja absolut im Rahmen und Salonfähig.

Das Album wird mit folgenden Worten angepriesen: „“Könige der Nacht“ ist mehr als nur Musik – es ist ein Lebensgefühl. Ein Aufschrei gegen Resignation und eine Ode an die, die sich nachts auf die Suche nach sich selbst machen“. Das ist doch mal eine Aussage, die in der heutigen Zeit mehr als nur aktuell ist. Resignation ist für mich ein Fremdwort, und auf der Suche nach mir selbst nicht wirklich, aber immer auf der Suche nach einem Club, Lokal, Disco oder Konzert das/die man für ein paar Stunden besuchen kann um für einige Zeit aus dem Alltag aus zu brechen. Selbstfindung, dass sollte jeder für sich persönlich beantworten oder beurteilen ob er auf der Suche nach seinem Ich ist. Wer den Tieftöner bedient ist in der Promo Info nicht ersichtlich. Also ab mit der Mucke und sehen ob die angepriesenen Eigenschaften auch so hinkommen.

Zu NEUROTOX gehören Benny Götzken an Mikrofon und Gitarre, Marius Stark ebenfalls Gitarre und Alex Schuller an den Drums. Benny besitzt ein Organ das mal an Farin Urlaub von den oder auch mal an Campino erinnert und besitzt genügend Überzeugungskraft um die volle Wirkung zu zeigen. Außerdem besitzt die Stimme eine gute Portion Dreck die sich im punkigen Deutsch Rock sehr wohl zu fühlen scheint. Die Gitarren sorgen für Druck aus den Verstärkern und sorgen für einen Frontalangriff auf die Trommelfelle, dezent ist für die beiden Griffbrettverwüster ein Fremdwort. Wer für die Tastenabteilung verantwortlich ist lässt sich aus der Info nicht entnehmen, die gehen eine dezente und zurückhaltende Partnerschaft mit den Gittis ein ohne dabei zu stark in Erscheinung zu treten. Der Stickschwinger macht dies mit einer Gewalt und Intensität das einem beim zuhören schwindelig wird. Der Typ hat nicht mehr alle Schrauben am Zaun oder Latten in der Krone. Die Produktion geht in Ordnung nur die Becken klingen unnatürlich, ob es produktionsbedingt oder vom runter komprimieren kommt kann ich nicht beantworten da mir nur die MP3s und keine Wave Files vorliegen.

NEUROTOX machen keinen Hehl daraus für wenn oder was ihr Herz schlägt, der punkige Deutsch Rock, von den teils genialen Melodien her auf jeden Fall im Deutsch Rock, von der Geschwindigkeit und kürze der Songs im Punk. Der Stil reiht sich dabei irgendwo zwischen den ÄRZTEN, TOTEN HOSEN, ONKELZ und MINDS ein. Weder schlechter noch besser, sondern auf ihre eigene Art und Weise auf einem sehr angenehmen Niveau gehen NEUROTOX die Sache an und können dabei selbst den größten Kritiker überzeugen.

Hier beweisen NEUROTOX wie attraktiv deutsch-sprachige Rock Mucke egal ob jetzt mit Punk oder ohne diese Note sein kann. Zu den Alben dieses Genres die ich als Schreiber schon reviewte passt „Könige der Nacht“ sehr gut rein und macht sich sehr gut neben Bands wie VOLTWECHSEL, MAERZFELD und Co. die ich reviewen durfte. Jungs beim nächsten Album bitte ein paar Songs mehr und über 45 Minuten Vollgasparty. Es heißt zwar in der Kürze liegt die Würze, hier gibt es leichten Abzug in der B-Note, weil die Party zu schnell vorbei ist.

„Nichts zu verlieren“ ein cooler Start in das Album mit geilem Refrain, „Sorgenkind“ flott, melodisch, cool und wirkungsvoll. „Könige der Nacht“ ein Highlight und bestes Disco Futter für volle Tanzflächen oder zum Leute auf der Fläche herumschubsen, „Bock auf Streit“ der nächste Song für einen Platz in den Top Tens und Discos. „Nichts Gutes“ ein flottes melodisches Schmankerl mit charmanter Überzeugung, „Lebendig“ in den Strophen Ballade im Refrain eine Powerballade mit bitter bösem Text. „Mama hat gesagt“ ein Duett mit einer nicht angegebenen Dame – ein Rocker der Spaß macht, „Herzen in Beton“ und noch so ein Disco Hit – ich sehe vor dem geistigen Auge Leute im hohen Bogen von der Tanzfläche fliegen. „Schwarz zu Blau“ datt Ding geht voll auf die Zwölf, „Wie ich dich“ kommt mit nostalgischen 80s Keyboardklängen. „Versprochen ist Versprochen“ noch eine Ballade die mich an die ONKELZ erinnert, „Scherben Pech und Dreck“ mit Vollgas über die Autobahn.

Balle

VLAD IN TEARS – Hide Inside

Trackliste:

01. The Monster Inside
02. Your Trace
03. Living Nightmare
04. No One Cares
05. Touch Me
06. Let Me Love You
07. Empty
08. I Want This Pain
09. My Wake
10. No More Fear
11. Real
12. The Death Of Me
13. Tomorrow
14. Hide

Spielzeit: 54:13 min – Genre: Dark / Alternative Rock / Metal – Label: Metalville Records – VÖ: 01.08.2025 – Page: www.vladintears.com/

 

Der verweinte Graf VLAD IN TEARS ist nach etwas über einem Jahr mit einem neuen Album zurück. Zu VLAD IN TEARS gehören Christian Miconi am Mikrofon, Alessio Miconi und Puneete Vohra an den Gitarren, Dario Miconi an Bass und Francesco Cosma an den Drums. Laut eigenen Angaben wollte die Band mit „Hide Inside“ das Konzept von Geistern und unsichtbaren Kräften, die unser tägliches Leben beeinflussen, erforschen. Das ist ein Unterfangen mit vielen spekulativen Möglichkeiten die man zur Auswahl hat oder auch der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Chritians Stimme verbreitet seinen ganz speziellen Charme von zarter Zerbrechlichkeit auf der einen Seite und Metal-Shouting auf der anderen. Dieses Wechselspiel der Stimme machte sich auf „Relapse“ schon sehr gut und sorgt auch auf „Hide Inside“ für Gänsehaut Momente. Die Gitarren sind sehr tief gestimmt und verbreiten eine mehr als nur schaurig-gruselige Stimmung. Voll auf den Punkt knallen die Gitarren mit voller Riffbreitseite auf den Hörer ein als wenn es keinen Morgen mehr geben würde. Vereint mit der Stimme kommen die Gitarren mit einer bedrohlichen Note aus den Boxen, die sich mehr als nur gut anhört. Die Tastenabteilung hält sich hinter den Gitarren auf und gibt nur den Nebendarsteller. Der Bass kann bei genauem Hinhören immer genau lokalisiert werden und trägt so mit seinen tiefen Tönen zur bedrohlichen Stimmung bei. Das Schlagzeug zieht eine Schneise der Verwüstung durch den Hörraum, auf ihrem Weg von den Lautsprechern bis zu den Ohren machen die mit ihrem Feuerwerk keine Gefangenen.

Auf dem Vorgängeralbum konnte VLAD IN TEARS bei mir Punkte einfahren da der Sound sehr viele Parallelen mit den SISTERS OF MERCY und auch HIM aufweisen konnte, was auf „Hide Inside“ zwar immer noch vorhanden ist allerdings nicht mehr so ausgeprägt wie auf „Relapse“. Immerhin schaffen es VLAD IN TEARS immer noch Industrial, Alternative Einflüsse mit Dark und Gothic Rock zu einem coolen Bandeigenen Sound zu vermischen. Dieses mal überwiegt nicht der Dark Rock sondern knallharter Alternative und Industrial Anteil, was aber kein Nachteil sein muss. Wie man bei VLAD hört kann dieser Sound durchaus überzeugend klingen, ohne Schnörkel gehen die Songs mit ihrem Groove sofort ins Ohr. Die Melodien kommen bei keinem der 14 Songs zu kurz, immer wieder wird man bei jedem Song aufs neue überrascht. Normal bin ich nicht der Typ für Alternative und Industrial, allerdings muss ich zugeben das es Bands gibt die ich mir mit ihrem Sound anhören kann und da gehören VLAD IN TEARS dazu. So macht selbst modernes Material Spaß, wenn man nicht nur tief gestimmtes Griffbrettgewichse hört das außer Depressionen zu verursachen nicht viel bieten kann, ist VLAD IN TEARS eine mehr als positive Überraschung. Die Stimme von Christian trägt viel dazu bei das die Songs zünden können und bilden mit den Gitarren eine Macht die Mauern einreißen könnte.

Vergleichen lassen sich VLAD IN TEARS schlecht, der große Erfolg ist noch nicht geglückt, also versuche ich mal ca. 25% liegen bei den SISTERS OF MERCY und HIM, dass ganze kommt mit THE RASMUS, FOO FIGHTERS, Alternative und Industrial (da ich auf diesem Gebiet nicht wirklich bewandert gibt es keine Band die mir einfällt) Einflüssen in einen Topf und wird mit dem Melodie Gespür von NICKELBACK vermengt um den VLAD Sound zu kreieren.

Eine mehr als nur gelungene Vorstellung von VLAD IN TEARS, so macht Modern Rock / Metal Spaß.

„The Monster Inside“ geht gleich mal mit ordentlich Alternative Flair und geilem Refrain ins Rennen, „Your Trace“ sehr intensiv und kräftig mit Rap Einlage. „Living Nightmare“ hier kommt ein wenig mehr Dark ins Spiel, „No One Cares“ knallhart mit ober affengeilem Refrain. „Touch Me“ mit melancholischem Drama geht es in 3:30 Minuten um im Refrain nochmal zuzulegen, „Let Me Love You“ der Hit, dass unangefochtene Highlight des Albums, diese Melodie, die Gesangsharmonien – einfach göttlich. „Empty“ eine coole Hymne die überzeugen kann, „I Want This Pain“ geht voll nach vorne – flott und voll auf den Punkt gebracht. „My Wake“ tiefer geht es nur noch wenn man sich in der Hölle befindet, „No More Fear“ noch so ein attraktiver Song der in den Strophen eher soft und verträumt wirkt und im Refrain volle Pulle loslegt. „Real“ kommt mit einem gewissen Charme um die Ecke gedonnert. „The Death Of Me“ hier spielt der Bass in den Strophen neben der Stimme den Hauptdarsteller. „Tomorrow“ geht von Anfang an ab wie Schmitz Katze, „Hide“ eine Ballade die von Christians Stimme und der Akustik-Klampfe getragen wird.

Balle

RELIQUIAE – Paranoia

Trackliste:

01. Paranoia
02. Korinth
03. Himmelsstern
04. Immermorgenland
05. Schwarzes Kleid
06. Mephistopheles
07. Chronos
08. Leere & Chaos
09. Vanitas Vanitatum
10. 10 000 Jahre
11. Frei
12. Wir sind das Ende

Spielzeit: 46;23 min – Genre: Folk / Mittelalter Metal – Label: Metalville Records – VÖ: 20.06.2025 – Page: www.facebook.com/ReliquiaeBand

 

RELIQUIAE kam mir irgendwie sympathisch vor, weshalb ich mich für dieses Album eingetragen habe. Dann kam der Umstand dazu das als Genre Deutsch Rock und Folk Metal angegeben wurde, was auch etwas für mich ist. Ich kannte die Band vorher nicht obwohl sie schon 15 Jahre existent ist und auch schon einige Alben veröffentlicht hat. Irgendwie kam ich mit Mittelalter und Folk Rock / Metal erst seit dem ich schreibe in Berührung, diese Genres wurden von mir vorher nicht sonderlich beachtet, genau wie Deutsch Rock den ich ein wenig vernachlässigte.

Da mir bis zu diesem Zeitpunkt nichts von RELIQUIAE bekannt ist kann ich ganz unbeschwert, vorurteilsfrei und frisch an das neue Album der Band „Paranoia“ rangehen. Zur Band gehören Bastus am Gesang; Scea an Geige, Drehleier und Nyckelharpa; Coluber an Dudelsäcken und Schalmeien; Comatus an Keyboards; Morti an Bass, Breacán an Gitarren und Lasko an den Drums.

Laut Label ist RELIQUIAE: Schneller, härter, besser!? Oder auch nicht. Angekündigt wird dieses Album als das bisher härteste und metallastigste Werk der Band, ok dann mal hören was sich auf diesem Album befindet und ob es schmackhaft ist oder eher etwas für die Tonne.

„Paranoia“ lässt es von den Riffsalven her ganz schön krachen und geht mit dem vollen Metalbrett auf den Zuhörer los. Die Stimme von Bastus hat was, dieses Etwas lässt sich schlecht beschreiben. Die Tonlage passt sehr gut zum Sound von RELIQUIAE, egal ob mit Gefühl oder mal voll heraus die geht immer in Ordnung. Die Gitarren sorgen für den metallischen Grundton der sich in den Strophen gerne auch mal zurückzieht und den Anderen den Vortritt lässt oder grätscht voll mit den Anderen Instrumenten rein. Wie der Erfolg der zahlreichen anderen Bands zeigt harmonieren harte Riffs sehr gut mit klassischen Instrumenten wie Geige, Drehleier, Schalmein oder Dudelsäcken. Wer es nicht glauben möchte einfach mal genauer in „Paranoia“ rein hören, da harmoniert alles bestens ohne das auch nur ein Darsteller als Fremdkörper oder gar Außerirdischer wirkt. Der Bass geht voll auf, die Tasten gehen gegen die anderen Instrumente fast unter. Das Schlagzeug treibt aber so was von nach vorne das man meint der Weltuntergang ist gekommen. Die harten Gitarren im Wechselspiel mit den alten klassischen Instrumenten hat etwas faszinierendes das seinen Reiz schon beim ersten hören entfalten kann. Nicht nur musikalisch können RELIQUIAE überzeugen, wenn man den Texten genauer zuhört bekommen die Songs noch mehr Überzeugungskraft.

„Paranoia“ macht am Anfang gleich mal keine Gefangenen – das Ding zieht eine Schneise der Verwüstelung in die Gehörgänge, „Korinth“ sehr melodisch und attraktiv. „Himmelsstern“ das Ding ist in jeder Situation ein fettes Highlight mit starken Vocalharmonien und absolut perfektem Refrain, „Immermorgenland“ der Song sollte jeder Tanzfläche stehen der räumt voll ab. „Schwarzes Kleid“ in den Strophen balladesk und gefühlvoll um im Refrain voll den Lumpi raus hängen zu lassen, „Mephistopheles“ und gleich noch so ein unwiderstehliches Highlight das voll reinhaut. „Chronos“ cooler Mittelalter Brecher allerdings hätte die Verzerrung der Stimme nicht sein müssen – die ist zu gut aufgestellt für solche spielerein, „Leere & Chaos“ fängt todtraurig an und sollte für Kuschelmomente sorgen können. „Vanitas Vanitatum“ Melodie trifft auf härte und RELIQUIAE – so mut datt sein, „10 000 Jahre“ das Drama findet seinen Höhepunkt auf positive Weise. „Frei“ der nächste Song der jede Tanzfläche zum überkochen bringen sollte, „Wir sind das Ende“ der Abschluss geht voll in Ordnung – eleganter Wechsel der Thematik und Instrumentierung.

Balle

MOTORJESUS – Streets Of Fire

Trackliste:

01. Somewhere From Beyond
02. Back For The War
03. Streets Of Fire
04. They Don’t Die
05. Return To The Badlands
06. New Messiah Of Steel
07. 2.Evil
08. The Driving Force
09. Holy Overdrive
10. City Heat
11. The End Of The Line
12. The Confrontation
13. See You Next Doomsday

Spielzeit: 50:02 min – Genre: Heavy Rock – Label: Reaper Entertainment – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/motorjesus/

 

Wie ich bei der vorherigen Rezi erwähnte sind die beiden heutigen Alben von MÄDHOUSE und MOTORJESUS vorbildlich mit 13 Songs und über knapp über 50 Minuten Laufzeit. Und MOTORJESUS biegen gerade mit ihrem siebten Longplayer auf die Zielgerade, der Impact erfolgt 18. Juli, mal sehen ob es MOTORJESUS noch drauf haben oder sich im Abwärtstrend befinden, nachdem mich der Vorgänger „Hellbreaker“ überzeugen konnte bin ich auf „Streets Of Fire“ gespannt. Der Albumtitel verspricht zumindest mit dem selben Titel wie der US-Film aus den frühen 1980er Jahren, der den Schauspieler Michael Pàre später zum Sexiest Man Alive werden ließ, einen Kracher, ob dem so ist wird sich in der folgenden knappen Stunde zeigen. Die Besetzung hat sich seit dem letzten Album nicht geändert und besteht immer noch aus Chris Birx am Mikrofon, Andy Peters und Patrick Wassenberg an den Gitarren, Dominik Kwasny an Bass und Adam Borosch an den Drums.

Chris besitzt seine prägnante Stimme, wer weiß wie viel Lungentorpedos und Alk die Stimme gekostet hat um so eine Rauheit hinzubekommen. Wie der Topf aufs Auge oder der Arsch auf die Faust passt diese Reibeisen Stimme zum Bandsound wie keine andere es könnte. So ist schon mal ein Merkmal von MOTORJESUS genannt, dass zweite ist die Gitarrenfraktion die mit ihrer Riffzauberei einen nach dem anderen hinlegen und das auf einem Niveau das es fast schon beängstigend ist wo das ganze hinführen soll. Hoffentlich bleibt es so und schlägt nicht in eine andere Richtung aus, denn genauso will man MOTORJESUS hören, weder softer noch härter genau so wie sie klingen. Der Bass geht leider ein wenig neben den Gitarren unter und kommt nur mal durch wenn die Gitarren kurze Riffpausen einlegen. Das Schlagzeug treibt und treibt was die Sticks auf Dope hergeben, So braut sich dann der für MOTORJESUS typische Sound zu einem starken Tropengewitter in den Gehörgängen zusammen.

In der Info steht für Fans von MOTÖRHEAD, TURBONEGRO, JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN und GLUECIFER, dass stimmt bedingt. Wenn man sich den Opener genau anhört dann kommen nur drei der genannten in Frage und das sind MOTÖRHEAD, IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST und nochmals IRON MAIDEN. Oder sagen wir mal so AC DC, RHINO BUCKET und AIRBOURNE mit Steroiden und gedopten Eichhörnchen auf einem riesigen Fass TNT sitzend kommt auch gut hin bei dem sich die Gitarren in metallischen Gefilden befinden. Schleierhaft ist auch der Umstand wo die Jungs die Melodien hervor holen, die sind von göttlicher Natur und scheinen nicht von dieser Welt zu sein. Mit ihren Melodien und den genannten Einflüssen haut der Fünfer einen nach dem anderen raus uns sorgt so für den richtigen Soundtrack für das nächste Stark-Gewitter. Mit dem Movie aus den 1980ern kann das Album spielerisch mithalten ohne dabei als Loser dazu stehen.

Ich bleibe bei meiner Wertung vom Vorgänger, eine sehr gute 9/10 ist immer drin, wenn Melodie auf MOTORJESUS trifft.

Balle

TIFFANY KILLS – World On Fire

Trackliste:

01. I’ll Come Running
02. Star Rider
03. Breathless
04. The Higher They Climb
05. Pulling The Trigger
06. World On Fire
07. Too Young
08. Caught In The Middle
09. Rock My World
10. In And Outta Love

 

Spielzeit: 42:28 min – Genre: Hard Rock – Label: CTM ChrisTones Music – VÖ: 27.06.2025 – Page: www.facebook.com/p/Tiffany-Kills

 

TIFFANY KILLS so what? Wer soll das den sein, ein genauer Blick auf das Line Up offenbart ein paar selbst mir bekannte Namen. Am Mikro befinden sich John Cuijpers, an den Gitarren der gebürtige Leverkusener Christian Tolle und Mathias Dieth, an Bass Tom Baer und Tom Wetzels an den Drums. Außer Christian Tolle und John Cuijpers sagen mir die Namen leider nichts, also mal sehen was sich auf TIFFANY KILLS so tut.

Christian sollte von seinem Project bekannt sein John von PRAYING MANTIS das ist schon mal ein Anhaltspunkt wohin die Reise gehen kann. Also ab und wir lassen das Album starten. Das Albumcover verspricht eine explosive Mischung und der Opener spricht in etwa die selbe Sprache. John lässt seine Stimmbänder schwingen und zeigt dabei wieder mal eindrucksvoll welchen Umfang seine Stimme besitzt. Er wird dabei auch mit mehrstimmigen und harmonierenden Chören unterstützt die das Ganze runder wirken lassen. Die Stimmfärbung ist unvergleichlich, Ähnlichkeiten findet man bei gewissen Tönen mit dem aus dem Nachbarland Belgien stammenden Peter De Wint. Die Gitarren bauen an der Front eine riesige Wand auf die nicht überwindbar scheint. Der Bass hat seine alle Hände voll zu tun um gegen das Riffgewitter der Gittis anzukämpfen, das Schlagzeug wird aber so richtig verdroschen das der Stickschwinger danach in Ohnmacht fallen könnte. Die Produktion hällt sich in den Höhen vornehm zurück um in den Mitten und Tiefen volles Rohr zu fahren.

Der Stil befindet sich im schnörkellosen und ohne Experimenten ausgeführten Hard Rock mit einigen Einflüssen die zu einem Sound vermengt wurden. Dazu gehört Hard Rock deutscher Prägung ab Mitte bis Ende der 1980er Jahre, ein wenig UK und Holland Vibes mit einem schielenden Auge über den großen Teich nach Nordamerika. Dabei kann man als ganz groben Vergleich TRANS AM, SCORPIONS, DOMAIN, SAINTED SINNERS, MICHAEL SCHENKER, MYSTERY, VANDENBERG, WHITESNAKE, REBELSTAR, SLEEZE BEEZ, die melodischen Sachen von VENGEANCE, PRAYING MANTIS, AFTER HOURS. BANGALOR CHOIR, RED DAWN das zweite DARE Album, DOKKEN, TRIUMPH sehen, aber nur als ganz groben damit man weiß in welche Richtung es geht.

Von mir gibt es für das Debüt von TIFFANY KILLS beide Daumen nach oben und hoffen wir das es keine einmalige Veröffentlichung ist sondern noch einige Alben in dieser Qualität folgen werden. Man merkt deutlich das hier Musiker am Werk waren die ihr Handwerk nicht nur verstehen sondern auch Leben. Mit dem Debüt ist es TIFFANY KILLS fast gelungen die Welt im Sturm zu erobern, aber wie wir alle wissen ist und bleibt anständiger Hard Rock oder generell Hard N Heavy Mucke aus dem Mainstream verbannt. Obwohl einige Bands mit ihren Alben die eine oder andere vordere Platzierungen in die Charts einsteigen, wird diese Spielart immer noch von den Mainstream Medien gemieden wie der Teufel das Weihwasser.

„I’ll Come Running“ der perfekte Einstieg in ein Hard Rock Album, „Star Rider“ und hier auch schon das erste Highlight ein Melodic Happen. „Breathless“ ein lässiger Rocker der mit Drama angereichert wurde, „The Higher They Climb“ ein intensiver Hard Rocker der Laune macht. „Pulling The Trigger“ das nächste Highlight das sich aufmacht einen Siegeszug anzutreten, „World On Fire“ ein weiterer kräftiger Hard Rocker der Spaß macht. „Too Young“ kommt mit einem Charme von Melodic Rock und überfährt den Hörer regelrecht wie eine Dampfwalze – kommt mit geilem georgel, „Caught In The Middle“ ein schwerer Rocker der in den Strophen Spannung aufbaut und im Refrain entlädt. „Rock My World“ ein Hard Rocker wie aus dem Lehrbuch, „In And Outta Love“ zum Abschluss kommt noch mal ein Hit dran.

Balle

POWER STATE – Power State

Trackliste:

01. Crash And Burn
02. Bang Bang
03. Titans
04. Rise And Shine
05. Last Men Standing
06. Boomerang
07. The Perfect Lie
08. Crossfire
09. Lucky Strike
10. Lion’s Fight
11. Not My Nation

Spielzeit: 41:20 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/powerstatemusic

 

POWER STATE, mmh, wer issn das, was issn das noch nie von gehört oder was gesehen. Beim ersten Song meinte ich erst das eine skandinavische Band am Werk ist den die Stimme des Sängers hört sich verdammt nach Lars-Ake Nilsson von STORMBURST und KEEN HUE an. Aber das ist nicht der Fall, hier handelt es sich um ein Trio aus Frankfurt ich gehe mal davon aus das in Hessen und die Gründung war 2022. Wie ich an die Band komme, unser Garagen Oberguru Julian fragte ob die einer übernehmen kann, und nachdem ich die Promos angehört hatte stand fest das ich das Debütalbum von POWER STATE übernehme.

Zum Trio gehören Toby Austin Breitenbach für Gesang und Gitarre verantwortlich, den Bass besetzt Pogo und die Drumsticks schwingt Robby Siemens. Mir sagen die Namen nichts alle drei haben in Bands mit den Namen ABSOLUTE und BREITENBACH miteinander die Lauscher durchgerüttelt. Diese beiden Bands sagen mir genauso wenig wie die Musiker, also muss die Mucke für sich sprechen.

In der Redaktionsliste wird der Stil als Modern Rock angegeben, dass kann ich so nicht stehen lassen, ich würde es als Hard Rock bezeichnen mit leichten Modernen Ansätzen ohne dabei den Hard Rock zu verleugnen. Das Cover Artwork sieht eher aus wie ein Bild eines im LSD Farbenrausch befundenen Pop Art Künstlers – hat aber was mit den Neonfarben – wurde wahrscheinlich von einer besoffenen KI erstellt die zu grelle Farben im Speicher hatte.

Tobys Stimme erinnert an den Schweden Lars-Ake Nilsson der im ähnlichen Genre unterwegs ist aber auch an TONY MARTIN, überzeugt mit seiner Darbietung und passt von der Färbung sehr gut zum Hard Rock. Die Gitarren umfassen mit festem Griff die Gehörgänge um diese für lange Zeit nicht loszulassen. Der Bass macht alles andere nur nicht den Nebendarsteller zu spielen. Dann kommt das mit aller Gewalt eingetrommelte Schlagzeug das alles platt macht was nicht in Deckung geht.

Der Stil ist sehr umfangreich und führt das Trio von Deutschland und der Schweiz aus über Skandinavien und Großbritannien bis in die USA und Kanada. Liest sich wie ein Totalschaden, ist es aber nicht, den die Drei schaffen es diese Einflüsse zu einem eigenen Sound zu verbinden ohne das man sich denkt was issn das für ein Mist. Nein so ein Gedanke taucht nicht ein Mal auf. Warum Deutschland und die Schweiz, irgendwie schwingen SURRENDER THE CROWN, ROXTON und GOTTHARD Vibes im Sound mit. Warum Skandinavien, durch die Stimme die an STORMBURST und KEEN HUE und die Auslegung des Sounds die an TALISMAN erinnern. Warum Großbritannien, weil ich an die KRIS BARRAS BAND und THOSE DAMN CROWS denken muss. Warum die USA und KANADA, weil mir hier gemäßigte ALL GOOD THINGS, DAUGHTRY und NICKELBACK einfallen. Eine sehr delikate Mischung die das Trio perfekt beherrscht ohne dabei unter zu gehen. Weder von dem noch von dem zu viel, eine delikate Mischung aus den Eindrücken die sehr attraktiv klingt und überzeugen kann.

Eine gelungene erste Vorstellung des Trios, man darf gespannt sein wo die Reise auf Album #2 hinführt.

„Crash And Burn“ sorgt gleich am Anfang für eine Hab Acht Stellung der Trommelfelle, „Bang Bang“ marschiert durch alles hindurch was sich auf dem Weg befindet. „Titans“ haut alles zu Brei was nicht spätestens bei 1,5 auf den Palmen sitzt, „Rise And Shine“ ein in den Strophen komplizierter Rocker der mit einem endgeilen Refrain aufwarten kann. „Last Men Standing“ fängt schräg und Alternative an bis das saugeile Riffing und ebensolcher Refrain kommt – „Kick My Boots In The Ground, We Still United“ welche geile Textzeile. „Boomerang“ nicht schlecht braucht aber seine Zeit um zu zünden, „The Perfect Lie“ hier regiert das volle Drama. „Crossfire“ der kommt mit Modern Rock N Hard Roll ums Eck, „Lucky Strike“ geht leider vollkommen an mir vorbei ohne einen Eindruck zu hinterlassen. „Lion’s Fight“ der Rocker mit Metalriffing entschädigt für den schwachen Vorgänger Song, „Not My Nation“ hier merkt man das bei den letzten drei Songs die Luft nachgelassen hat.

Balle

TWISTED ROSE – Escape

Trackliste:

01. Broken Glass
02. My Rock
03. Smiling Upside Down
04. Paradise
05. Confusion
06. Escape
07. Addict
08. Mute
09. Tattoo
10. Arms In The Mud
11. Coming Back
12. No Fear
13. Play Me Some Rock
14. Always Me

Spielzeit: 51:12 min – Genre: Hard Rock – Label: 7hard – VÖ: 28.02.2025 – Page: www.facebook.com/TwistedRoseofficial

 

Album #1 ist am frühen Morgen im Kasten, kommt jetzt das zweite Album dran und muss sich meinem kritischen Auge oder auch Ohr stellen. Dann mal ab damit und TWISTED ROSE durch die Mangel drehen. Bei „Escape“ handelt es sich bereits um das dritte Album von TWISTED ROSE, da habe ich ja auch schon wieder zwei verpasst.

Zu den aus Unterfranken stammenden TWISTED ROSE zählen Caro am Mikrofon, Chris Bones der Axtschwinger, AlfRed dem Meister des Tieftons und den Stickschwingenden Sitzarbeiter Luggy.

Wow das nenne ich mal Schreiber freundlich, die Audiofiles liegen im Wave Format mit einer Abtastrate von 48khz vor, besser geht es kaum, ein Nachteil hat die Detailfülle im Sound, es fällt jeder noch so kleine Schnitzer in der Produktion auf. Da gibt es nur einen Negativpunkt, die Becken hören sich künstlich an, so kommen die Live niemals außer vom Band. Ansonsten gibt es nur Druck ohne Ende von den Tiefen bis in die Hohen Frequenzen ist alles da wo es sich befinden soll. Da hat die Verdrehte Rose mal fast alles richtig gemacht. Den Umstand mit den Becken legen wir mal als Schönheitsfehler bei Seite.

Coras Stimme hat einen gewissen Charme der sehr gut rüberkommt, das Volumen der Stimme und deren Färbung sind äußerst interessant – und nein nicht wie bei Bio, wenn der was als Interessant betitelte war es grottig, die Stimme passt sehr gut zum Hochprozentigen Vollgas Hard Rock. Die Gitarren hauen einem mit ihren Riffsalven den Gips aus den Backen und wenn der sich komplett verabschiedet hat kommt die Sülze aus der Oberstube gelaufen und geht aus Angst in Deckung, so haut die Band auf den Putz. Der Bass haut einem die letzten verbliebenen Haar von der Platte und das Schlagzeug sorgt dafür das der Rest des Hörers über den Jordan wandert. Nein so schlimm ist es nicht, die Mucke ist weder zum sterben grottig noch schön, einfach nur was zum genießen. Und das kann man bei „Escape“ sehr gut, das Gedankenkarussell ausschalten, zurücklehnen und einfach nur mal abschalten und sich von TWISTED ROSE besäuseln und einlullen lassen. Denn das kann man mit dem Band-Sound sehr gut tun, aber nicht nur das, auch auf Bikertreffen wäre das Album ein Volltreffer. Manche Songs haben sehr viel Potential fürs Radio und Discos, aber leider gibt es keinen öffentlich-rechtlichen Sender der diese Mucke spielen wird, da kein Plattenfirmenboss das bestimmen würde und Rockdiscos sind auch seit Corona Mangelware geworden, falls sie nicht schon davor die Segel gestrichen hatten.

Die Mucke von TWISTED ROSE ist wie eine Marke aus AC DC, GOD’S GIFT, RHINO BUCKET, AIRBOURNE, KROKUS, GOTTHARD und wie sie alle heißen. Mit sehr vielen Riffattacken geht die Band mit einem Rotzlöffel Charme auf den Hörer los der es in sich hat. Die Mucke hat nichts mit Innovation zu tun, wird dafür auch keinen Preis oder Titel abräumen aber gute Laune verbreitet sie trotzdem, egal ob jetzt mit oder ohne Innovation. Wer sich nicht scheut das eine oder andere schon mal wo gehört zu haben kommt mit der Party Mucke von TWISTED ROSE voll auf seine Kosten und wird sehr viel Spaß daran haben.

„Broken Glass“ legt mit viel Tempo und Spielwitz einen vor, „My Rock“ hätte sehr viel Potential für Radio und Disco. „Smiling Upside Down“ wow was für ein rotzfrecher Rocker – auf einem Bikertreff wäre der ein Umsatzbeschleuniger, „Paradise“ baut in der Bridge einen Spannungsbogen auf der im Refrain perfekt abgebaut wird. „Confusion“ hier wird am Anfang Coras Stimme verzerrt was nicht sein müsste, der Rocker ist zu gut für solche Spielerein, „Escape“ ein langsamer und schwerer Blues Rocker. „Addict“ ein flotter Hard Rocker zum Pogen bestens geeignet. „Mute“ geht ein wenig vom Gas und überzeugt dabei, „Tattoo“ glänzt mit einer unterschwelligen Blues Note. „Arms In The Mud“ ein Hit für die Tanzfläche, „Coming Back“ hier ist sie die Ballade auf die man immer wartet. „No Fear“ braucht sehr lange um zu sitzen „Play Me Some Rock“ hier wird wieder mit der Lichthupe die Linke Spur besetzt „Always Me“ noch ein schwerer Blues Rotzer zum Schluß.

Balle

RAY OF LIGHT – Salute

Trackliste:

01. Falling To Pieces
02. Ray Of Light
03. Alive
04. City Of Angels
05. Stand Up
06. Best Of Me
07. Fallin From Grace
08. Frontline
09. Last Day
10. How Long

 

Spielzeit: 42:21 min – Genre: Hard Rock – Label: Baysis Media – VÖ: 14.02.2025 – Page: www.facebook.com/RayOfLight

 

So nach dem schwedischen Metal Brecher von DYNAZTY erst mal durchatmen und den Fuß mit RAY OF LIGHT vom Gas nehmen. RAY OF LIGHT werden im Promotext als neuer Stern am Himmel angekündigt, boah das sind starke Worte die den Beweis antreten müssen. Also wird sich zeigen ob es ein neuer Stern am Firmament wird der hell strahlt oder nur eine kleine Schnuppe die schnell verglüht.

Zu RAY OF LIGHT gehören Gregg Cormack am Mikro, Jörg Wartmann an Gitarre, Thomas Bauer an Bass und Stephan Bayerlein spielt den Stickschwinger. Robby Boebel war damals als Mitgründer von RAY OF LIGHT ein Teil der Band bis er schwer erkrankte und kurze Zeit später dann verstarb. Ein Schicksalsschlag für die neue Band der erst mal verdaut werden musst und mit dem Gitarristen und Produzenten Jörg Wartmann, dem weiterbestehen von RAY OF LIGHT steht das Debütalbum im Andenken von Robby bereit. Um sich seinen Namen in der Szene zu machen und als heller Stern am Himmel zu leuchten und somit Robby noch ein Stück näher zu sein. FRONTLINE also ist der gemeinsame Nenner von RAY OF LIGHT, da bin ich ja mal gespannt wie sich RAY OF LIGHT präsentieren werden, also auf Play des Players gedrückt und aufmerksam zugehört.

Wenn Gregg seine Stimme das erste mal hören lässt sind gemeinsame Nenner zu FRONTLINE erst mal vom Tisch, den diese Stimme hat nichts mit der von Stephan Kaemmerer zu tun, war Stephans Stimme sehr hoch und filigran so ist Greggs Stimme das genaue Gegenteil. Gregg verfügt über einen Touch der tiefer ist und dazu noch verdammt viel Rauheit und Dreck beinhaltet die an Larry Baud (RED DAWN), John Francis (AFTER HOURS und EDGE OF THE BLADE) und ein wenig an Kal Swan (LION, BAD MOON RISING und DOUG ALDRICH) erinnert. Die Gitarren kommen Hard Rock typisch aus den Boxen und können für Akzente sorgen, mal ein wenig moderner wie beim Opener angehaucht oder traditionell befindet sich alles im grünen Bereich. Die Gitarren kommen mit mehr Schmackes aus den Boxen, die befinden sich weiter im Vordergrund und wirken dadurch härter als bei FRONTLINE der Nenner ist auch futsch. Der Bass geht leider fast unter und spielt nur eine Nebenrolle. Die Drums sorgen dafür für den richtigen Antrieb von hinten und überzeugen wie die Stimme und Gitarren. Wer hier auf Keyboardteppiche wie bei FRONTLINE hofft wird nicht fündig werden, dieser Umstand macht aber rein gar nichts und sagt auch nichts über die Qualität von RAY OF LIGHT aus.

Im Pressetext steht als Vergleich FRONTLINE und PRETTY MAIDS, dem stimme ich so nicht zu, PRETTY MAIDS auf keinen Fall – dafür fehlt der Skandi Touch. Bei FRONTLINE kann man mit viel wohlwollen noch bedingt zustimmen, ich sehe allerdings mehr Parallelen nicht nur durch die Stimme sondern auch bei der Ausführung bei RED DAWN und AFTER HOURS. Wer schon immer auf ein zweites RED DAWN Album gewartet hat, hier ist es in Form von RAY OF LIGHT, ist schon echt krass das ich bei einer fest in deutscher Hand befindlichen Band denke ich habe ein zweites Album der US-Legende RED DAWN im Player. Das sollte jetzt normal fast ein Ritterschlag für RAY OF LIGHT sein, ob dies dann wirklich zutreffend ist soll jeder für sich selber entscheiden, auf jeden Fall ist das Dingens bestens für jeden Hard Rocker geeignet der nicht auf 0815 Hard Rock von der Stange steht. Denn davon sind RAY OF LIGHT um Lichtjahre entfernt und bieten echt sehr guten Hard Rock aus Deutschland.

Den Anfang haben RAY OF LIGHT schon in der Tasche, der Stern steht am Himmel, für das hell leuchten fehlen leider noch so um die 15-20%. Wenn die Band beim zweiten Album diese noch irgendwo raus quetschen und die Produktion dynamischer ausführen kann klappt es mit dem Stern der nicht nur hell strahlt sondern auch blendet wenn man in den Nachthimmel sieht. Ich sage nur Servus „Salute“ wo hast du dich so lange versteckt, dafür gibt es keinen Grund.

„Falling To Pieces“ macht gleich mal einen anständigen Eindruck zum Albumeinstieg „Ray Of Light“ ein cooler Hard Rocker mit viel Melodie und catchy Refrain. „Alive“ geht gleich mal ins Ohr hier kommt viel Feeling mit den Backing Vocals auf, „City Of Angels“ hier arbeiten die Jungs mit viel Drama. „Stand Up“ ein starker Rocker der im Refrain erst so richtig sein Potential entfaltet, „Best Of Me“ schweres Gitarrenbrett mit Greggs geilen Vocals ergibt ein weiteres Match, der Song ist ein Hit. „Fallin From Grace“ der bracht ein paar Anläufe bis er sitzt, „Frontline“ hier werfen die Jungs mit zuckersüßen Melodien um sich, befindet sich noch weit von der Kitschgrenze entfernt. „Last Day“ der passt nicht wirklich ins Bild der anderen Songs, beim Refrain stimmt alles nur in den Strophen klingt es nicht rund, „How Long“ oh welch Wunder, die Keyboards melden sich sehr laut zu Wort, ansonsten ein vernünftiger Rocker der was kann.

Balle

ANDY SUSEMIHL – Mihlstones

Trackliste:

01. The Freakshow
02. King For A Day
03. End Of The Road
04. Breaking The Silence
05. Summertime Blues
06. En Route To Babylon
07. Television Lullaby
08. No Disguise
09. Going Home
10. Higher
11. Your Life
12. Of Fools & Liars
13. Wasteland
14. End Of The Road Slight Return

Spielzeit: 52:17 min – Genre: (Hard) Rock – Label: SM Noise Records – VÖ: 07.02.2025 – Page: www.facebook.com/andy.susemihl

 

Der deutsche Gitarrenvirtuose ANDY SUSEMIHL treibt seit 1987 sein Unwesen in der Rock und Metalszene und war unter anderem im Laufe der Zeit schon für Größen wie SINNER, U.D.O., REECE, BANGALORE CHOIR und auch unbekannteren Bands wie etwa MR. PERFECT und seit 1995 Solo tätig. Mir ist der Name ANDY SUSEMIHL schon länger geläufig, allerdings habe ich es bis zu diesem hier vorliegenden Album nicht geschafft mir ANDY mal genauer anzuhören geschweige den die Zeit genommen einmal in das Material rein zuhören. Wenn ich mir „Mihlstones“ so anhöre keimt in mir der Verdacht auf das ich was verpasst haben könnte. Aus diesem Grund das ich jungfräulich an den Namen ANDY SUSEMIHL herangehe kann ich nicht aussagen ob sich was gegenüber den Vorgängern geändert hat. Ja und es gibt jetzt bestimmt Stimmen die behaupten werden das so was zur Recherche dazu gehört, sicher kann man das so sehen aber da dies ein reines Hobby ist und ich keinen Cent an meiner Schreiberei verdiene kann und will ich im Vorfeld einer Rezi nicht den gesamten Backkatalog eines Künstlers/Band durchackern. Anders sieht es aus wenn sich Alben unter meinen Tonträgern befinden und ich mir die nochmal kurz ins Gedächtnis rufe, nicht so bei ANDY, da lasse ich das ganze Geschehen ohne Vorurteil auf mich zukommen. Ja ich weiß das es seit dem es Streaming gibt sehr einfach ist Alben von Künstlern/Bands anzuhören, nur will ich dafür kein Geld ausgeben für etwas was mir nicht gehört und die Qualität des Sounds bei weitem nicht dem entspricht was man auf Tonträgern hören kann, egal ob MP3 oder HD Streaming, da bin ich Old School, will beim hören etwas in der Hand haben und im Booklet schmökern.

Während ANDY auf den Vorgängeralben mit Gastmusikern aus der Szene arbeitete, wurde „Mihlstones“ komplett von ANDY selbst in Eigenregie und als Personalunion eingetütet. An manchen Stellen gleicht das Album den beiden Soloalben meines Kumpels BEN SOLLBERGER und geht auch vom Sound in die Richtung der späten 1980er bis in die ganz frühen 1990er bis NIRVANA für den Absturz der traditionellen Rockmucke sorgte. Manche Melodiebögen oder Akkordfolgen die ANDY verwendet klingen sehr bekannt aber dabei nicht kopiert sondern irgendwie bekannt ohne genau definieren zu können von wem oder auf welchem Album man das so ähnlich schon gehört hat. Es kommt Songwriting der alten Schule der goldenen Zeit des Rock bis in den Heavy Metal der 1980er Jahre zum Einsatz das selbst den letzten Skeptiker, der meint „Rockmusic Is Dead“, überzeugen sollte. Mich hat das Album ab den ersten Takten in einen Bann gezogen, was kein Wunder ist da ich die 1980er in all seinen Facetten, kunterbunten Farben und allen Ups and Downs mit erleben durfte, und an das ich mich immer wieder gerne erinnere. ANDY schafft es mich über das gesamte Album gedanklich in die 1980er Jahren zu versetzen und das will was heißen, das muss erst mal ein Künstler/Band schaffen das man über 50 Minuten lang an die absolut geilste Zeit denkt die man erleben durfte. Das schaffen heute nicht mehr viele, wenn dann nur wenn ich einen der alten Tonträger oder meine Lieblingsradiostation „Munich’s Hardest Hits“ höre.

Die Einmann Armee ANDY SUSEMIHL hat die Produktion mit einem knackigen allerdings modern und sterilen Sound ausgestattet, dies ist aber der einzige Hinweis das es sich um ein Album der Gegenwart handelt. An den Instrumenten geht alles in Ordnung einzig die Drums hören sich nach Computer an, die Stimme erinnert in manchen Momenten an Fred Hendrix von TERRA NOVA. Den Stil kann man ohne schlechtes Gewissen als Rock über Melodic Hard Rock bis in den reinen Hard Rock bezeichnen. Dieser (Hard) Rock überzeugt ohne einen Anflug eines Zweifels aufkommen zu lassen und bewegt sich irgendwo zwischen deutschem Melodic Hard Rock der Vergangenheit und Bands wie SCORPIONS, SINNER bevor es metallisch wurde, den ersten DOMAIN Alben, ein wenig NL Einfluss von TERRA NOVA, US Einfluss von VAN HALEN, BANGALORE CHOIR da und UK Einfluss der Marke DEEP PURPLE und DEF LEPPARD da aber auch softeren Rock. Diese Einflüsse machen sich in ANDYs Gewand sehr gut und verdammt viel Spaß.

„The Freakshow“ ein intensiver Rocker mit ganz leichtem Prog Einschlag, „King For A Day“ eine Ballade mit sehr viel Gefühl fürs wesentliche. „End Of The Road“ auch mit sehr viel Gefühl und einer geilen und hypermelodischen Leadgitarre die sich während der Strophen im Halbfeld befindet und erst im Refrain etwas lauter wird, „Breaking The Silence“ erinnert mich an eine coole Mixtur aus SCORPIONS, SINNER, KHYMERA und BANGALORE CHOIR. „Summertime Blues“ hier läuft die Gitarre Gefahr der Stimme den Rang abzulaufen – die sechs Saiten hauen mit bekannten Bausteinen aber effektvoll durch bis in die letzte Ecke der Oberstube, „En Route To Babylon“ geht nicht baden wie die antike Stadt im Orient, ein cooler und wieder sehr gefühlvoller Rocker. „Television Lullaby“ ein verträumter Rocker der als Hybrid aus Rocker und Powerballade durchgeht, „No Disguise“ zieht seine auffälligen Bahnen irgendwo in der Stratosphäre. „Going Home“ wieder ein verträumter Rocker mit viel Drama inszeniert, „Higher“ regt zum Nachdenken an ob das alles Richtig ist was auf unserem Planeten und auch in Deutschland gerade abgeht. „Your Life“ ein gemütlicher Rocker der lässig aus der Anlage läuft, „Of Fools & Liars“ ein wenig Blues Riffing gepaart mit leichten Rock N Roll Vibes und ANDYs Charme bringt ein Match. „Wasteland“ hier meinte ANDY er muss den Hörer mit einem Hard Rocker aufwecken (aber ich habe ein Nachricht für ANDY: „Deine Mucke ist weder langweilig noch öde, und du musst den Hörer nicht aufwecken“), „End Of The Road Slight Return“ ein von der Stimmung dramatisches Instrumental – hätte gut zu einer Szene von Miami Vice oder einen Actionfilm in dem der Titelheld einen Heldentod stirbt gepasst.

Balle

BONFIRE, FIRE ROSE und SEVEN LOST HOURS am 25.01.2025 in Obertraubling

BONFIRE befinden sich momentan auf ihrer 40-Jahre BONFIRE Tour durch Europa, am 25.01.2025 machte das deutsche Hard Rock (Metal) Urgestein auch halt in der Eventhall Airport in Obertraubling bei Regensburg. Zur Unterstützung waren aus dem Nürnberger Raum SEVEN LOST HOURS und die aus der Schweiz stammenden FIRE ROSE dabei. Der Abend stand ganz im Zeichen der gitarrenlastigen Mucke und bewegte sich im Hard Rock und Metal. Die Ingolstädter feierten ihr 40-jähriges bestehen mit einem lauten Knall den man weithin hören konnte.

In den Abend startete SEVEN LOST HOURS aus Nürnberg, dass Projekt besteht aus vier Männern im reifen Alter ab Mitte 40 aufwärts. Auf der Bühne befand sich ein Sänger (Michael Dudek), ein Gitarrist (Andreas Thies ), ein Bassist (Edwin Schweiger) und ein Drummer (Bernd Löhr). Leider befand sich nur ein Gitarrist auf der Bühne mit einem zweiten wäre mehr Druck im Sound gewesen, der eine Gitarrist hatte seine liebe Not gegen das übermächtige Schlagzeug anzukämpfen, dementsprechend ging der Bass auch ein wenig unter. Die Band machte keine Fehler, nur wäre der Bandsound mit einem zweiten Gitarrist, Live Keyboarder – die kamen vom Band – und einem Sänger der eine größere Range abdeckt für das Projekt ein Quantensprung der einem Schub von vier Flugzeugtriebwerken gleich kommt. Schlecht war Michael nicht, aber er bewegte sich doch sehr in einem geringen Stimmumfang, ich weiß dabei nicht ob er einen schlechten Tag hatte oder generell über diese Stimme verfügt. Der Sound erinnert mich in manchen Momentan an DEEP PURPLE und härtere PINK FLOYD ohne Prog Anteil. Am auffälligsten war der Drummer, der vermöbelte auf seinem Hocker sein Drumset mit den Sticks das er fast alles von der Bühne aus bügelte ohne durch die Verstärker zu gehen. Ansonsten eine anständige Vorstellung des Projektes. Das Stageacting beschränkte sich sehr stark auf Raumverteitigung am Mikrofonständer, der Bassist machte mal ein paar Schritte nach hinten, in den Beinen vom Gitarristen war am meisten Bewegung und der Sänger fing beim letzten Song an den Mikrofonständer zu schwingen. Alles weder Fisch noch Fleisch, weder Rohrkrepierer noch Topact, einfach etwas in der Mitte und ganz nett aber auch nichts weltbewegendes. Anders hätte es vielleicht mit einer zweiten Klampfe und Keyboarder die Live auf der Bühne für mehr Oha Effekte sorgen hätten können.
www.facebook.com/sevenlosthours

Nach dem Umbau kamen die aus der Schweiz stammenden Heavy Rocker von FIRE ROSE zum Zug. Die Band besteht aus fünf noch jungen Rockern, als sie die Bühne enterten musste ich erst mal grinsen. Der Bassist und einer der Gitarristen kamen mit Baseballkappen auf die Bühne und sahen irgendwie aus wie zwei grün hinter den Ohren gerade aus dem Skatepark gekrochenen junge Hüpferlinge, doch weit gefehlt die beiden Typen hatte ihre Instrumente voll im Griff. Ab den ersten Takten verbreitete FIRE ROSE eine Stimmung in der Halle das es schwer für die folgenden BONFIRE wurde diese Stimmung oben zu halten. Die Band besteht aus Philipp Meier am Mikrofon, den beiden Gitarristen Florian und Simon Giese, Bassist Janick Schaffner und Schlagzeuger Simon Sutter. FIRE ROSE bot einen echt spektakulären Set, ab der ersten Note war die Stimmung auf einem Höchststand und konnte über das Set gehalten werden. Die Bühne würde von allen außer dem Drummer voll ausgenutzt und es war kein Standfußball angesagt sondern Bühnenaction wie man es auch von einem Rock N Roll Act erwartet. Die Mucke bestand aus melodischem Heavy Rock irgendwo zwischen Hard Rock und Melodic Metal und erinnert irgendwie vom Härtegrad an eine Mischung aus AXEL RUDI PELL, VOLTAGE ARC, GOTTHARD, SATROX und TRANSIT nur eben auf die FIRE ROSE Art – ohne eine der genannten Bands zu kopieren. Ich kannte die Band vorher nicht und wurde wie so oft mehr als nur positiv überrascht, FIRE ROSE können was und zeigten einmal mehr das eine Band aus der Schweiz für saucoole und melodische Heavy Rock Mucke steht und das ist auch gut so. Sänger Philipp hat vom Look was von JEFF SCOTT SOTO, zwei drückende Riffakrobaten einem kleinen Bassisten (ja von der Körpergröße aber am Instrument ein ganz großes Arbeitstier). So spielten sich FIRE ROSE mit viel Charme und Sympathie an dem Abend in die Herzen des Publikums.
www.facebook.com/fireroseofficial

Nachdem FIRE ROSE die Bühne von ihrem Equipment befreit hatten kam die Kultband aus Ingolstadt zu ihrem 40-jährigem Bestehen auf die Bühne. Leider befindet sich nur noch ein Urgestein Gitarrist Hans Ziller im Line-Up von BONFIRE, noch dabei sind der Saitenhexer Frank Pané, Dyan Mair am Mikrofon, Ronnie Parkes an Bass und Fabio Alessandro am Schlagzeug. Ich habe vor sehr vielen Jahren irgendwann in den 90er Jahren BONFIRE mal Live in der oberbayrischen Provinz im Landkreis Altötting auf einem Acker zwischen Haiming und Niedergottsau gesehen und dort gefielen mir die damals noch Hard Rocker sehr gut, die damalige Besetzung weiß ich nicht mehr da ich auch nicht mehr weiß zu welchem Zeitpunkt das Open Air war. Ich hörte mir danach alle Alben die ich von der Band in der Sammlung habe in regelmäßigen Abständen immer wieder gerne an, wobei ich ein Riesen Fan der ersten drei Alben und „Fuel To The Flames“ bin. Deshalb war ich skeptisch ob mir die neuen BONFIRE noch zusagen werden, ich meine damit dem neuen Sänger, war doch Claus Lessmann für mich eines der Trademarks von BONFIRE, und zusätzlich die Neuorientierung des Sounds der ins metallische geht. Aus diesem Grund habe ich mich in den letzten Jahren seit dem Weggang von Claus geweigert eine BONFIRE Show zu besuchen. Allerdings machte mein Kumpel und Fotograf Fonse das Konzert in Regensburg klar, also traute ich mich doch mal die neuen BONFIRE anzusehen. Ich konnte keinen Fehler feststellen, die Band haute einen Klassiker nach dem Anderen sowie neue Songs raus, leider für die Neubesetzung am Mikrofon vermisste ich irgendwie Claus da ich die zahlreichen Bandklassiker einfach aus Gewohnheit mit Claus verbinde, dieses Schicksal teilt sich BONFIRE bei mir auch mit GOTTHARD, ich bringe die alten Songs einfach mit den original Sängern in Verbindung obwohl die jetzigen Sänger verdammt gut sind aber mir fehlt einfach was. Frank und Hans an der Gitarre waren sowieso erwartungsgemäß eine Phalanx die alles überfährt was sich ihnen in den Weg stellt. Seine Metime widmete Frank dem kürzlich verstorbenen Gitarrengott JOHN SYKES. Ronnie am Bass sorgte in den Tiefen Frequenzen für Dampf und Fabio an der Schießbude diktierte den Takt vor. Dafür das ich die Klassiker mit Claus verbinde kann BONFIRE nichts, ansonsten ein mehr als anständiges Set den die Profis abgeliefert haben. An die metallische Auslegung der Band muss ich mich noch gewöhnen genau wie die Verknüpfung der Klassiker mit Claus, ob mir das jemals gelingt kann ich nicht beantworten dies wird die Zeit zeigen. Aber BONFIRE sind es immer noch Wert Live anzusehen ob man nun eine Fan der ersten Stunde ist oder nicht, die Klassiker wie „S.D.I.“, „Sweet Obsession“, „Who’s Foolin‘ Who“, „Fantasy“, „Sword And Stone“ und mehr Live zu hören ist schon ein Kracher. So knallten BONFIRE ein paar neuere Songs und die unvergesslichen Klassiker unters Volk und machten dabei alles genau richtig ohne dabei einen Ansatz von Altersschwäche oder Abnutzungen zu zeigen. Egal was man von BONFIRE halten mag, es gibt kaum deutsche Hard Rock Bands die so einen Lebenslauf und Hitdichte vorweisen können wie die Ingolstädter.
www.facebook.com/bonfireofficial

BONFIRE Setlist:

Nostradamus
I Will Rise
S.D.I.
Hot Rock
Sweet Obsession
I Died Tounight
Who’s Foolin‘ Who
Don’t Get Me Wrong
Sword And Stone
Lost All Control
Fantasy
Longing For You
Hard On Me
Don’t Touch The Light
Ready For Reaction
You Make Me Feel
Champion

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber