NEUROTOX – Könige Der Nacht

Trackliste:

01. Nichts zu verlieren
02. Sorgenkind
03. Könige der Nacht
04. Bock auf Streit
05. Nichts Gutes
06. Lebendig
07. Mama hat gesagt
08. Herzen in Beton
09. Schwarz zu Blau
10. Wie ich dich
11. Versprochen ist Versprochen
12. Scherben Pech und Dreck

Spielzeit: 38:09 min – Genre: Deutsch / Punk Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 01.08.2025 – Page: www.facebook.com/NeurotoxBand/

 

Upps, NEUROTOX kommen schon mit ihrem siebten Studioalbum in den Handel, da hab ich mal wieder sechs verschlafen, übersehen oder einfach nicht beachtet. Warum ich mich für dieses Album in unsere Liste eingetragen habe, weil in der Liste Deutsch Rock als Genre angegeben wurde, und genau das ist meine Kragenweite, obwohl ich da noch auf dem Stand der 90er Jahre bin als eine Exfreundin versuchte mich damals an die ONKELZ und DIMPLE MINDS heranzuführen, erst Jahre nach dem Beziehungsaus merkte ich wie gut diese Spielwiese sein kann. Leider habe ich in den 2000 und 2010ern das Genre ein wenig aus den Augen und Fokus verloren da ich mich mehr auf englisch-sprachigen Rock, Blues Rock über Melodic / Hard Rock bis zum Melodic und Power Metal konzentrierte, meine alten ONKELZ und MINDS Scheiben kamen in dieser Zeit etwas zu kurz. Erst seit ich mit dem Schreiben angefangen habe rückte der Deutsch und Punk Rock langsam wieder in meine Sichtfeld. NEUROTOX waren mir bis zu diesem Album weder vom Namen noch musikalisch ein Begriff oder Bekannt, also in die Liste eingetragen und sehen oder besser gesagt hören ob es eine Positive oder Negative Überraschung wird. Die Spielzeit knapp über 38 Minuten ist schon mal ein kleiner Negativ Punkt aber bei Punk Rock ja absolut im Rahmen und Salonfähig.

Das Album wird mit folgenden Worten angepriesen: „“Könige der Nacht“ ist mehr als nur Musik – es ist ein Lebensgefühl. Ein Aufschrei gegen Resignation und eine Ode an die, die sich nachts auf die Suche nach sich selbst machen“. Das ist doch mal eine Aussage, die in der heutigen Zeit mehr als nur aktuell ist. Resignation ist für mich ein Fremdwort, und auf der Suche nach mir selbst nicht wirklich, aber immer auf der Suche nach einem Club, Lokal, Disco oder Konzert das/die man für ein paar Stunden besuchen kann um für einige Zeit aus dem Alltag aus zu brechen. Selbstfindung, dass sollte jeder für sich persönlich beantworten oder beurteilen ob er auf der Suche nach seinem Ich ist. Wer den Tieftöner bedient ist in der Promo Info nicht ersichtlich. Also ab mit der Mucke und sehen ob die angepriesenen Eigenschaften auch so hinkommen.

Zu NEUROTOX gehören Benny Götzken an Mikrofon und Gitarre, Marius Stark ebenfalls Gitarre und Alex Schuller an den Drums. Benny besitzt ein Organ das mal an Farin Urlaub von den oder auch mal an Campino erinnert und besitzt genügend Überzeugungskraft um die volle Wirkung zu zeigen. Außerdem besitzt die Stimme eine gute Portion Dreck die sich im punkigen Deutsch Rock sehr wohl zu fühlen scheint. Die Gitarren sorgen für Druck aus den Verstärkern und sorgen für einen Frontalangriff auf die Trommelfelle, dezent ist für die beiden Griffbrettverwüster ein Fremdwort. Wer für die Tastenabteilung verantwortlich ist lässt sich aus der Info nicht entnehmen, die gehen eine dezente und zurückhaltende Partnerschaft mit den Gittis ein ohne dabei zu stark in Erscheinung zu treten. Der Stickschwinger macht dies mit einer Gewalt und Intensität das einem beim zuhören schwindelig wird. Der Typ hat nicht mehr alle Schrauben am Zaun oder Latten in der Krone. Die Produktion geht in Ordnung nur die Becken klingen unnatürlich, ob es produktionsbedingt oder vom runter komprimieren kommt kann ich nicht beantworten da mir nur die MP3s und keine Wave Files vorliegen.

NEUROTOX machen keinen Hehl daraus für wenn oder was ihr Herz schlägt, der punkige Deutsch Rock, von den teils genialen Melodien her auf jeden Fall im Deutsch Rock, von der Geschwindigkeit und kürze der Songs im Punk. Der Stil reiht sich dabei irgendwo zwischen den ÄRZTEN, TOTEN HOSEN, ONKELZ und MINDS ein. Weder schlechter noch besser, sondern auf ihre eigene Art und Weise auf einem sehr angenehmen Niveau gehen NEUROTOX die Sache an und können dabei selbst den größten Kritiker überzeugen.

Hier beweisen NEUROTOX wie attraktiv deutsch-sprachige Rock Mucke egal ob jetzt mit Punk oder ohne diese Note sein kann. Zu den Alben dieses Genres die ich als Schreiber schon reviewte passt „Könige der Nacht“ sehr gut rein und macht sich sehr gut neben Bands wie VOLTWECHSEL, MAERZFELD und Co. die ich reviewen durfte. Jungs beim nächsten Album bitte ein paar Songs mehr und über 45 Minuten Vollgasparty. Es heißt zwar in der Kürze liegt die Würze, hier gibt es leichten Abzug in der B-Note, weil die Party zu schnell vorbei ist.

„Nichts zu verlieren“ ein cooler Start in das Album mit geilem Refrain, „Sorgenkind“ flott, melodisch, cool und wirkungsvoll. „Könige der Nacht“ ein Highlight und bestes Disco Futter für volle Tanzflächen oder zum Leute auf der Fläche herumschubsen, „Bock auf Streit“ der nächste Song für einen Platz in den Top Tens und Discos. „Nichts Gutes“ ein flottes melodisches Schmankerl mit charmanter Überzeugung, „Lebendig“ in den Strophen Ballade im Refrain eine Powerballade mit bitter bösem Text. „Mama hat gesagt“ ein Duett mit einer nicht angegebenen Dame – ein Rocker der Spaß macht, „Herzen in Beton“ und noch so ein Disco Hit – ich sehe vor dem geistigen Auge Leute im hohen Bogen von der Tanzfläche fliegen. „Schwarz zu Blau“ datt Ding geht voll auf die Zwölf, „Wie ich dich“ kommt mit nostalgischen 80s Keyboardklängen. „Versprochen ist Versprochen“ noch eine Ballade die mich an die ONKELZ erinnert, „Scherben Pech und Dreck“ mit Vollgas über die Autobahn.

Balle

NASTY REPUTATION – After All It´s Rock´n Roll

Trackliste:

01. Slut Machine
02. Line Of Fire
03. Riot In Hell
04. Suicide
05. After All It´s Rock´n Roll
06. Wild At Heart
07. Hit On You
08. These Times
09. Freeride
10. Hell Outta You

 

Spielzeit: 38:21 min – Genre: Sleaze Metal, Hardrock – Label: Naked Hollywood Records – VÖ: 06.06.2022 – Page: www.facebook.com/therealnastyreputation

 

Bereits seit 2007 treiben sich die norwegischen Sleaze/Punk/Hardrocker NASTY REPUTATION in verschiedensten Line-Ups in der heimischen Szene herum. Erst jetzt kommen Tommy Gun (vocals, guitars), Lars The Heat (guitars), Billy McBarbie (bass) und Cpt. Baard (drums) – so die aktuelle Besetzung – mit ihrem Debütalbum um die Ecke. Darauf zu finden sind zehn Songs, die zwischen 2015 und 2021 aufgenommen wurden, aber auch schon teilweise vorher in diversen Demoversionen existierten. Jetzt wollen es die Norweger aber endgültig wissen und bündeln ihre ganz Kreativität auf diesem Album, das ungefilterten Underground verkörpert. Der Sound ist dementsprechend weder glattpoliert, noch besonders audiophil. Aber das geht voll in Ordnung.

Mit der vor einigen Monaten ausgekoppelten Single „Slut Machine“ starten NASTY REPUTATION dann auch recht ansprechend. Parylaune garantiert – also gleich mal ein Bier aufgerissen. Doch schon beim folgenden „Line Of Fire“ offenbart sich eins der größten Mankos dieser Platte – zumindest für mich: ich kann mit dem Gesang von Tommy Gun absolut nix anfangen. Das gipfelt bei langsameren Stücken wie „Suicide“ oder „These Times“ darin, dass sich der Zeigefinger unweigerlich im Skip-Modus befindet. Aber mit „After All It´s Rock´n Roll“ oder dem schmissigen „Wild At Heart“ haben die Norweger dennnoch durchaus cooles Material zu bieten.

Drei oder vier gute Songs sind in Summe aber einfach zu wenig, um bei all der großen Konkurrenz bestehen zu können. Es tut mir auch fast schon ein wenig Leid für die Jungs, denn ich mag Norwegen als Land, all die netten Menschen von dort und auch den Rock´n Roll „Made In Norway“ sehr, aber „After All It´s Rock´n Roll“ ist nun mal nicht der große Wurf, auch wenn man live sicher seinen Spaß haben kann bei den oben genannten Anspieltipps.

Stefan

POISON BOYS – Don’t You Turn On Me

Band: Poison Boys
Album: Don’t You Turn On Me
Spielzeit: 37:31 min
Stilrichtung: Rock N Punknroll
Plattenfirma: Riot Records
Veröffentlichung: 29.10.2021
Homepage: www.facebook.com/poisonboys/

 

Die POISON BOYS sind mir bis jetzt kein Begriff, das ändert sich aber nach diesem Album. Im noch frühen Jahr 2014 dachten sich die beiden langjährigen Freunde Matt Dudzik und Mike Lippman das nicht genügend Rock N Roll Bands existieren besonders in der Gegend um Chicago. Also wurde kurzer Hand eine Band gegründet, Demos aufgenommen und begonnen Live zu spielen. Im laufe des Sommers 2014 stieg die Anzahl der Anhänger, tragischerweise verstarb Mike im Herbst 2014 an einer Überdosis. Zu Ehren und Anerkennung ihrer langen Freundschaft beschloss Matt mit POISON BOYS weiter zu machen.

Zum aktuellen Lineup gehören Matt Dudzik Vocals und Gitarre, Steve Ellfinger an Gitarre, Nico Bones an Bass und Matt Chaney an Drums. Auf die Ohren gibt es Hard Rock N Punkroll, mit sehr viel Gitarren und dreckigen Vocals von Matt. Bass und Schlagzeug treiben aus dem Hintergrund alles vor sich her. Die Vocals sind derb, rau und dreckig und bilden mit der Instrumentierung ein Bollwerk das zum Eroberungszug gewaltig den Marsch bläst. Die US Boys machen so simpel es klingt Spaß, selten so eine Mischung aus Rock N Roll und Punk gehört. Gut das Matt sich nach Mikes Tot entschlossen hat weiter zu machen, wäre schade um die Songs gewesen. Aber Leute 12 Songs und nur 37 Minuten Party, da müsste mehr gehen.

Der Sound geht in etwa die Richtung von Sleazern CONFESS, CRASHDIET, THE DOGS D’AMOUR, LOVE/HATE über Hard Rocker wie UPPER LIP, DUCKWALK CHUCK und den QUIREBOYS mit THE RAMONES Punknote. Eine durchaus sehr hörenswerte Angelegenheit, ich bin gespannt auf die Jungs was da noch kommt.

“Don’t You Turn On Me” Rollt was die Gitarren hergeben, “Living On The Edge Of A Knife” dreckiger Rock mit Punkvibes. “Day By Day” geht voll nach vorne, bei “Little Speedway Girl” muss ich an die Oberposer der End70er THE TEENS denken. “Keep Knocking” Rock N Hard Roll, “Dick In The Dirt” ein Groove Monster. “Can’t Get You Out Of My Mind” geiler Rock N Roll, mit “Nothing But Darkness” soll ein neuer Geschwindigkeitsrekord auf gestellt werden. “She’s Nowhere” macht was her, “Sweet Marie” der ideale Song für einen Abend im Salon. “I Was Cryin’” die BEATTLES auf Dope, “Take A Chance” lässt zum Schluß hin nochmal die Sau raus.

Fazit:

Versautes aus den Staaten, frech, vorlaut, dicke Hosenmucke kommt auf eine Bewertung von 7.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Don’t You Turn On Me
02. Living On The Edge Of A Knife
03. Day By Day
04. Little Speedway Girl
05. Keep Knocking
06. Dick In The Dirt
07. Can’t Get You Out Of My Mind
08. Nothing But Darkness
09. She’s Nowhere
10. Sweet Marie
11. I Was Cryin‘
12. Take A Chance

Balle