HEAVY STAR – Ride On

Trackliste:

01. My Lady Firefly
02. Razor Blade
03. Lexi Love
04. Rock N’ Roll Again
05. Horizon High
06. Ride On
07. Blame It On Love
08. Round And Round
09. Just Like Madness
10. Lifeline
11. Invisible Enemy
12. As The Wind Blows

Spielzeit: 52:45 min – Genre: Hard Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 28.06.2024 – Page: www.facebook.com/HShardrock

 

HEAVY STAR aus Bella Italia stehen mit dem zweiten Album vor der Tür und klopfen gewaltig heftig an. Das erste Album „Electric Overdrive“ aus dem Jahr 2016 ist an mir vorbei gerauscht ohne das ich es beachtet hätte. Also kümmere ich mich um Album #2 mit dem Titel „Ride On“. HEAVY STAR im Jahr 2024 sind Corrado Quoiani am Mikrofon, Marco Kace an den Gitarren, Daniele Papale an Bass und Adriano Merico am Schlagzeug.

Die stimme von Corrado macht sich ganz gut im Hard Rock und kann Akzente setzen, die Gitarren sorgen auch für ordentlich Alarm im Gehör, der Bass spielt eher den Nebendarsteller, nur hören sich die Drums leider künstlich an, kann sein das es am MP3 Gedöns liegt das mir zur Verfügung steht.

Bei Song #1 kommt mir der Anfang so bekannt vor nur fällt mir auf die Schnelle nicht ein von wo und bei wem ich das schon gehört habe. Und leuchtet gleich von Anfang an ein das es HEAVY STAR hart mögen, und sich im Hard Rock der 80er Jahre bewegen. Man hört die Neigung zu KISS heraus aber auch BLUE MURDER, HURRICANE, WHITE LION, DOKKEN, WHITESNAKE, VAN HALEN und RATT kommen zum Zug ohne das die Band deren Qualität erreicht. Es wirkt alles eher nach einer Light Version oder einem kleinen Bruder der 80er Größen. Alles nicht schlecht was die Jungs bieten, egal ob von der Stimme oder der Umsetzung der Instrumente es passt eigentlich alles. Aber ich habe immer das Gefühl da müsste noch etwas kommen, irgendein Schupp der das gewisse Etwas mitbringt, doch kommt dieser leider nicht. Dann kommt noch das Gefühl alles schon von wo anders und aus der Vergangenheit zu kennen. Die Melodien sind in der Art von den oben erwähnten Einflüssen verpackt und geben ein Gefühl der Bekanntheit, ob man dies jetzt als Vorteil oder Nachteil sehen soll kann ich nicht beurteilen, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir kommt alles vertraut und bekannt vor, was als Fremdkörper im Sound der Band wirkt ist der Funk Anteil in Song #1 der an die RED HOT CHILI PEPPERS erinnert. Ab dem zweiten Song wird in 80er Jahre Tradition drauf los gerockt bis es raucht.

„Ride On“ bewegt sich irgendwo zwischen Gut und Böse, weder zu viel des einem noch des anderem, und es wechselt zwischen Licht und Schatten hin und her. So bleibt als Fazit ganz nett und kann angehört werden, wird sich aber sehr schwer tun gegen die übermächtige Konkurrenz anstinken zu können.

„My Lady Firefly“ der Anfang kommt mir sehr bekannt vor, mir fällt nur nicht ein von wo, ein straighter Rocker der im Refrain an die Roten Pfeffer Rocker erinnert. „Razor Blade“ kommt mit rauchenden Gitarren aus den Boxen gequalmt, „Lexi Love“ WHITESNAKE mal anders. „Rock N’ Roll Again“ ein ganz netter Rocker, „Horizon High“ spielt das erste Highlight. „Ride On“ erinnert mit seinen wilden und schrägen Riffeinlagen an WHITE LION, „Blame It On Love“ wird durch seine schrägen Riffs zum coolen Rocker. „Round And Round“ klingt wie das ausgetragene Kind von WHITE LION und RATT, „Just Like Madness“ nach einem chaotischen Anfang geht es mit den Strophen Top weiter, erinnert an HURRICANE. „Lifeline“ KISS trifft auf schräge Riffs von BLUE MURDER und die beiden treffen auf leichten Funk, „Invisible Enemy“ geht auch als Highlight durch. „As The Wind Blows“ fängt episch an, geht dann fast in eine Powerballade über und ist mit einem hymnischen Refrain ausgestattet.

Balle

DEZPERADOZ – Moonshiner

Trackliste:

01. Evil Wayz
02. Runnin‘ Shine
03. Straight Between The Eyes
04. Moonshine
05. Mexican Border
06. Man Of Constant Sorrow
07. River
08. Lawless
09. My Lucky Graveyardboots
10. Angels‘ Share
11. A Gunmans Trail
12. Never Stop To Start Again

Spielzeit: 55:25 min – Genre: Heavy Southern Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 21.06.2024 – Page: www.facebook.com/DEZPERADOZ/

 

Die DEZPERADOZ sind seit sage und schreibe 25 Jahren aktiv und kommen mit ihrem sechsten Album aus dem Studio das einen in die Zeit der Prohibition entführt. In dieser Zeit als Schmuggler, Schwarzbrenner und Al Capone in den USA zu den größten Staatsfeinden gezählt wurden, entführen die DEZPERADOZ den Hörer.

Die Outlaws bestechen schon seit Album #1 mit einem Sound der sich in mehreren Genres heimisch fühlt und irgendwo zwischen Metal, Southern Rock, harten Country Tönen und Hard Rock bewegt. Die Band geht da ganz unkonventionell an die Sache ran und schert sich nicht im Geringsten was angesagt ist oder nicht, es wird einfach drauf los gerockt ohne dabei auf Grenzen zu achten. Der Hauptanteil des Sounds besteht aus Southern Rock Riffs der Marke RON KEEL BAND, LYNYRD SKYNYRD, DOC HOLLYDAY, MOLLY HATCHET oder THE GEORGIA THUNDERBOLTS mit mehr Druck, dass ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange den die Band geht die Sache von den Gitarren knallhart an und haut einem die Riffsalven nur so in die Fresse. Wobei mich die Gitarren von der Ausführung öfters an die Riffrocker von AC DC, RHINO BUCKET und AIRBOURNE erinnern, nur das sich die eben im Southern Heavy Rock befinden und nicht im Hard Rock. Es kommen auch mal so kleine Details wie Mundharmonika Sound zum Einsatz die sich dann sehr gut mit dem Rest der Band vertragen, einfach mal „Moonshine“ mit höherer Lautstärke anhören. „Moonshine“ besitzt einen einzigartigen Charme und hätte das Potential für Airplay im Radio und Discos, bei Biker Treffen wäre der Song der Burner. Das ist den DEZPERADOZ immer noch nicht genug, denn die Jungs spielen auch gekonnt in der Italo Western Liga und würden sich auf jedem Soundtrack dieser Streifen sehr wohl fühlen. Und genauso spielt die Band die gesamte Bandbreite des Heavy Southern Rock aus ohne dabei irgendwie einen Fehlgriff zu machen.

Am besten steht den DEZPERADOZ allerdings der reine und echte Southern Rock ohne dabei zu Heavy zu werden. In diesen Momenten kommt Lagerfeuerromantik, Western und Prärie Feeling auf, vor dem geistigen Auge baut sich ein Ritt auf der Harley durch die Südstaaten auf. Da die Vertreter der anständigen Südstaaten Mucke leider nicht mehr so aktiv oder weit verbreitet wie noch vor 30 bis 40 Jahren sind kann man sich die DEZPERADOZ mal genauer ansehen. Wer auf den Sound des US-Südens steht kommt momentan nicht um die DEZPERADOZ rum, denn auf „Moonshiner“ befindet sich der Soundtrack für die nächste Sommerparty.

„Evil Wayz“ marschiert gleich mal sowas von nach vorne, „Runnin‘ Shine“ geht mit viel Südstaaten Vibes und Charme an den Start. „Straight Between The Eyes“ ein wilder Stier auf einem Pfad der Zerstörung, „Moonshine“ stellt sich als Highlight vor, das Ding geht ab wie Sau. „Mexican Border“ das Instrumental für einen Italo Western wie „Spiel mir das Lied vom Tod“, „The Good, The Bad And The Ugly“ oder Django Streifen, „Man Of Constant Sorrow“ hätten die Southern Rock Heroes oder auch THE BOSS HOSS auf keinen Fall besser hinbekommen. „River“ Südstaaten Rock wie er sein sollte, mit einer gesalzenen Portion Drama, „Lawless“ Schnappesschmuggler schwingt euch in eure Hot Rods und ab durch die dunkle Nacht. „My Lucky Graveyardboots“ ich verneige mich denn die Zeit bis zum zweiten THE GEORGIA THUNDERBOLTS Album durch die DEZPERADOZ um ein sehr großes Stück verkürzt wurde, „Angels‘ Share“ hier kommt Hillbilly Stimmung auf, die Jungs spielen selbst die Hillbilly Karte aus. „A Gunmans Trail“ METALLICA auf einem Südstaaten Trip, „Never Stop To Start Again“ hier zeigt die Band nochmal eindrucksvoll was anständige Südstaaten Mucke mit viel Drama ist.

Balle

HUMAN ZOO – Echoes Beyond

Trackliste:

01. Gun 4 A While
02. In My Dreams
03. To The Ground
04. Ghost In Me
05. Daddy You’re A Star
06. Hello! Hello!
07. Echo
08. Heartache
09. Forget About The Past
10. Waiting ‘Til The Dawn
11. Ready 2 Rock
12. Forget The Past (Acoustic Version)

Spielzeit: 45:50 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Fastball Music – VÖ: 14.06.2024 – Page: www.facebook.com/HumanZooOfficial

 

20 Jahre und HUMAN ZOO sind mit ihrem fünften Album kein bisschen leise, ich bin jetzt nicht wirklich mit den Alben der Band vertraut und dachte mir mal das ich mich doch wieder auf Melodic Rock aus Deutschland einlassen könnte. Zu HUMAN ZOO gehören Thomas Seeburger an Mikrofon, Ingolf Engler an Gitarre, Zarko Mestrovic am Keyboard, Ralf Grespan an Bass, Boris Matakovic am Saxophon und Matthials Amann spielt den Arschtreter.

Für das erste richtige Date zwischen HUMAN ZOO und mir, ich höre das erste Mal ein Album im Ganzen von der Band, muss ich zugeben das ich diese Jungs bis jetzt übersehen habe ohne genauer hingehört zu haben. Dieser Umstand ändert sich ab jetzt, ich werde mir die Vorgängeralben auch mal genauer ansehen. Ist mir schleierhaft das die ZOO Alben bis jetzt irgendwie an mir vorbei gerauscht sind. Denn was sich hier auf dem Rundling befindet ist ganz großes Rock Kino das verdammt gut schmeckt und auch leicht verdaulich ist. Die Songs bestechen ausnahmslos aus unwiderstehlichen Melodien und fast schon im Perfektionswahn inszenierten Bögen die einen einlullen und mit einem Charme umgarnen der einfach nur als Burner bezeichnet werden kann. Die Stimme von Thomas erinnert mich an einen Klon der die Gene von MEAT LOAF, OLIVER HARTMANN, TOBIAS SAMMET, NICK WORKMAN ein wenig BOB CATLEY in einem kleinen Magier vereint. Die Stimme wird sehr oft und gerne mit fetten Chören unterstützt um so noch besser zu Geltung gebracht zu werden. Die Gitarren zünden sofort beim ersten Durchgang und überzeugen auf ganzer Linie, die Tastenabteilung haut genau in eben diese und erzeugt mit den Gitarren ein Bühne um mit der Unterstützung der anderen Darsteller wie Bass und Saxophon eine Runde Sache daraus werden zu lassen. Das Schlagzeug kommt richtig auffällig auf seine Kosten um einen Akzent nach dem anderen setzten zu können.

Vergleichen kann man ein wenig mit SUBWAY, CRAAFT, HARTMANN eine kleine Prise AMMUNITION, ANGELINE aber auch VEGA ohne diese kopieren zu wollen. Durch die Hinzunahme des Saxophons kommen oft parallelen zu härteren QUARTERFLASH, den ollen Italo Discorockern von STAGE, dem Soundtrack zum Film The Lost Boys und GERRY RAFFERTYs „Baker Street“ zu Stande. Das aberwitzige dabei ist das das Saxophon weder deplatziert noch als Fremdkörper wirkt sondern sich sehr gut im Sound und Bandgefüge macht. Die Produktion ist auf Hochglanz poliert, in Verbindung mit dem Saxophon hätte der Charme eines Röhrenverstärkers einen Volltreffer ergeben können, aber die Produktion drückt, böllert und kracht an allen Ecken und Enden und hat Dampf in allen Frequenzen.

Ein Sahneschnittchen aus Deutschland, mal sehen ob es bei der EM mit der Nationalmannschaft auch so eine Punktlandung mit dem Titel wird wie mit diesem Album. HUMAN ZOO zeigen hier ein eindrucksvolles Beispiel für geile Rock Mucke Made in Germany. Jungs ich habe Euch ab jetzt auf meinem Radar!

„Gun 4 A While“ geht gleich mal locker und flockig ins Gehör und bleibt mit seiner Melodie sehr lange Zeit im Gedächtnis und durch den Einsatz des Saxophons ein cooler Kontrastpunkt entsteht, „In My Dreams“ kommt mit einer zuckersüßen Melodieführung. „To The Ground“ kommt mit Hymnencharakter, dem nicht als Fremdkörper wirkenden Saxophon zudem kommt durch die Backing Vocals epische Stimmung auf, „Ghost In Me“ in den Strophen fast schon bedenklich ruhig und im Refrain auf dicke Eier machend. „Daddy You’re A Star“ eine energiegeladene Ballade, „Hello! Hello!“ geht mit einer Sirene los um einen dann mit voller Wucht und Glamfaktor zu überfahren. „Echo“ ein abgeh Rocker oder auch Obersahneschnitte, „Heartache“ ein flotter Rocker wie er nicht besser sein könnte. „Forget About The Past“ wildert im AOR aber leider Geil, „Waiting ‘Til The Dawn“ geilo wie die Gittis hier volles Brett fahren und im Southern Rock wildern was der Peacemaker hergibt. „Ready 2 Rock“ haut einem noch mal alles um die Ohren was geht, „Forget The Past (Acoustic Version)“ ich kann nicht beantworten welche Version besser ist, gestromt oder stromlos.

Balle

BEAU NASTY – Dirty, But Well Dressed (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Shake It
02. Goodbye Rosie
03. Gimme Lovin’
04. Paradise In The Sand
05. Dirty, But Well Dressed
06. Love To The Bone
07. Gemini
08. Piece Of The Action
09. Make A Wish
10. Love Potion #9

 

Spielzeit: 40:21 min – Genre: Hard Rock – Label: CBS/WTG – VÖ: 1989 – Page:

Man schrieb das letzte Jahr meines Lieblings Jahrzehnts in Zahlen ausgedrückt 1989 und eine unbekannte Band zog aus um die Welt im Sturm zu erobern. Leider misslang dieses Unterfangen und BEAU NASTY fristen mit ihrem einzigen Album „Dirty, But Well Dressed“ ein Schattendasein als Geheimtipp, wenn man sich die Preisentwicklung des Albums in der Vergangenheit ansieht ging die steil nach oben, bis das französische Label Bad Reputation 2022 auf die Idee kam dem Album einen Release zu spendieren. Ob die Bad Reputation Veröffentlichung besser klingt kann ich nicht bewerten da ich nur die original CD von damals im Schrank stehen habe, die Tracklisten unterscheiden sich jedenfalls nicht.

Zur Band gehörten Anno 1989 Mark Anthony Fretz am Mikro, George Bernhardt und Brian Young an den Gitarren, Doug Baker am Bass und kein geringerer als das Biest Mike Terrana an den Drums. Was macht also BEAU NASTY mit diesem Album zum Klassiker der es Wert ist in die Zeitmaschine zu kommen. Ich sage mal so, hier wird dem Hörer einfach der Hintern nach Strich und Faden versohlt das er vier Wochen nicht sitzen kann. Will heißen die Jungs rockten das die Schwarte krachte, in bester nordamerikanischer Art und Weise wurde im 80er Stil voll auf die Glocke gezielt und dabei auch mehr als ins Schwarze getroffen.

Die stimme von Mark klingt sowas von kaputt, kaputter geht fast nicht mehr außer man heißt Lemmy The Kilmister, aber diese Stimme ist schon mehr als nur kaputt, passt aber gerade deshalb ideal zum Dirty Hard Rock von BEAU NASTY. Die Stimme liegt irgendwo zwischen Lemmy, Brad Sinsel (TKO, WAR BABIES), Tom Kiefer (CINDERELLA), Vicki James Wright (JOHNNY CRASH) und mit Kreide benetzte Stimmbänder eines Schweins das sich laut quiekend beschwert. Und genau aus dieser Mixtur besteht Marks markante und einzigartige Stimme, vorlaut und frech singt, schreit, raunzt und was weiß ich was sonst noch, sich Mark durch die Songs ohne dabei auch nur ein Dezibel an Kraft zu verlieren. Die Gitarren hauen die Riffs raus, ohne Gnade wird Riff auf Riff aus den Boxen gejagt um sämtliches Ungeziefer aus der Bude zu vertreiben, ein Kammerjäger wird bei solcher Mucke überflüssig, es sei denn man hat Kutten tragende Headbanger unter den Untermietern. Der Bass hat kraft und gibt bestimmend den Takt vor, Mike war damals schon ein Biest an den Sticks und verhaut die Felle mit einer Intensität die nicht viele Schlagzeuger aufweisen können.

Mit sehr viel Energie und auch der nötigen Melodie geht Song um Song sofort als zündende Pershing Rakete ins Gehör um dort eine gewaltige Klangexplosion zu erzeugen. Am besten passt ein Vergleich von BEAU NASTY mit WAR BABIES, CINDERELLE, SAINTS & SINNERS, JESSE STRANGE, JOHNNY CRASH die neueren Alben von RON KEEL und dem Debüt von ASPAHALT BALLET. Als Klon oder Kopie der genannten Bands kann man BEAU NASTY auf keinen Fall bezeichnen dafür ist Marks Stimme zu auffällig und die Band einfach zu stark. Die Songs bekommen durch eben Marks Stimme einen sehr dreckigen und versauten Anstrich der auch auf jedem Motorrad, US-Car Treffen, in Rockdiscos und auf 80er Partys für die beste Stimmung sorgen würde. Für mich der ideale Soundtrack für eine Grillparty unter Rockmaniacs und Beispiel was die 80er Außergewöhnliches zu bieten hatten.

Als Fazit kann man nur bedauern das BEAU NASTY nach dem Debütalbum nichts mehr veröffentlicht haben, wer weiß zu welchen Glanztaten die Jungs noch fähig gewesen wären. Kleiner Tipp, nicht auf das total beknackte Cover reinfallen!

„Shake It“ verpasst einem gleich am Anfang einen Magenschwinger der gesessen hat, „Goodbye Rosie“ spielt den zweiten Hinternaufreißer. „Gimme Lovin’“ macht mit den Tritten in den Hintern gleich mal weiter, „Paradise In The Sand“ eine starke Powerballade mit allem was dazu gehört. „Dirty, But Well Dressed“ rotzfrecher Hard Rock voll auf die Nuss gehend, „Love To The Bone“ cooler geht fast nicht, hätten CINDERELLA auch nicht besser hinbekommen. „Gemini“ was für eine Bombe die sofort im Gehör in die Luft geht und jede Skala sprengt, ein Hit, Tanzflächenfüller einfach ein Aushängeschild für Hard Rock aus den 80ern, „Piece Of The Action“ kein bisschen schlechter als der direkte Vorgänger. „Make A Wish“ eine sehr coole Ballade, wurde 1992 von JESSE STRANGE auf deren Debütalbum erneut veröffentlicht, „Love Potion #9“ haut dem Hörer noch mal alles entgegen was die Band aufzubieten hat.

Balle

GOTTHARD, ECLIPSE und THE NEW ROSES auf dem Rock Antenne Open Air am 15.06.2024 in München

Am 15.06.2024 lud Rock Antenne zum Open Air in München auf dem Gelände des Showpalastes ein, im Angebot hatte die Radiostation keine geringeren als die Schweizer Rocker von GOTTHARD, die schwedischen Melodic Rocker von ECLIPSE und die deutschen Rock N Hard Roller von THE NEW ROSES. Das Gelände ist ideal für so eine Veranstaltung und bietet für eine normale Anzahl von Besuchern mehr als ausreichend Platz. Der Ticketpreis von 60,– Euro war in Ordnung, nur die Getränkepreise waren ein wenig bis gut drüber. Eine Goasn 0,4 Liter für 8,– Euro ist mehr als deutlich über den Oktoberfest Preisen. Auf die Preise der Imbisstände habe ich nicht geschaut und kann darüber weder Positiv noch Negativ berichten, aber 8,– Euro für eine 0,4er Goasn ist doch ein bisschen arg Hoch. Das war es eigentlich schon mit den Kritikpunkten. Ich traf mich auf dem Open Air mit den beiden Musikern Mark Denkley und Robby Luckets von den italienischen Rockern SANDNESS die meinten zu den Getränkepreisen das die in Italien in dieser Höhe bei Konzertveranstaltungen Standard sind. Der Sound war kraftvoll mit Druck um einem die Ohren durch zu blasen, für dieses Open Air war der Sound fast ideal dazu später mehr.

Den Auftakt machten die Schweden ECLIPSE die ich schon im September letzen Jahres auf ihrer Double Headliner Tour mit H.E.A.T. in München sehen konnte. Genau wie letztes Jahr hauten ECLIPSE dem Publikum mit ihrem Melodic Hard Rock sämtliche Flausen aus der Birne. Mit sehr guter Laune rockten sich Erik und Co durch ihren sehr gut gewählten Set und hatten damit das Publikum sofort in der Hand. Mit idealem Sound konnten ECLIPSE ihre Extraklasse unter Beweis stellen und konnten eindrucksvoll demonstrieren das sie in ihrer eigenen Liga spielen und unterwegs sind. Wie von den meisten schwedischen Acts gewohnt hat das Songmaterial ein gewisses Etwas und kann auf ganzer Linie sowohl im Studio wie auch Live überzeugen, und wenn man mit so einem Bombensound unterstützt wird macht das Ganze natürlich noch mehr Spaß. Mit sehr viel guter Laune bei der Band und den Zuschauern ging dieser Gig leider viel zu schnell zu Ende. Funfact am Rand während des GOTTHARD Auftritts begegnete mir Erik ganz allein auf der Suche nach seiner Band die im in München abhandengekommen war.

www.facebook.com/EclipseSweden

Setlist ECLIPSE

Apocalypse Blues
Got It
Falling To My Knees
The Storm
The Hardest Part Is Lovsing You
Anthem
Saturday Night (Hallelujah)
Black Rain
Battlegrounds
The Downfall Of Eden
Runaways
Twilight
Viva La Victoria

Nach der Umbauphase kam das unausweichliche was schon seit vielen Jahren überfällig war, die Rock N Hard Roller THE NEW ROSES und ich trafen aufeinander. Und dieses Date war ein voller Erfolg, obwohl Timmy Rough ein wenig zu leise rüberkam war es wie schon bei ECLIPSE ein perfekter Auftritt. Auch hier ging die Setliste ohne Anlass zum Meckern voll in Ordnung und sollte jedem Anhänger dieser Spielart geschmeckt haben. THE NEW ROSES waren genau das was sie auf Konserve auch sind, rau, dreckig, rockig, rollig, einfach die perfekte Beschallung für eine Grillparty oder Motorrad Treffen. Mit dem Sound den der Tonmann aus der PA-Anlage zauberte, mit einer wirklich nur kleinen Beanstandung das Timmy ein wenig zu leise war, kam Live die Mucke von THE NEW ROSES noch dreckiger als auf Tonträger rüber und hat mich noch mehr überzeugt. Die Ideale Tour bestehend aus THE NEW ROSES, HEADSTONE und SKULLBOOGEY wäre ein Siegeszug für deutsche Rock N Hard Roll Bands und wären das Ideale für jeden Rocker.

www.facebook.com/TheNewRoses

Setlist The New Roses

Pretty Woman
The Usual Suspects
The Lion In You
It’s A Long Way
Nothing But Wild
All I Ever Needed
1st Time For Everything
Rockin’ In The Free World
Gimme Your Love
Glory Road
Warpaint
Forever Never Comes
Down By The River
Every Wild Heart
Thirsty

Danach kam auch meine erste Liveshow von GOTTHARD, ich habe früher immer irgendwie eine Ausrede dafür gefunden nicht zu einem GOTTHARD Konzert die in beiden Richtungen ca. 140 KM nach München oder Regensburg zu fahren. Es ist irgendwie schade das ich GOTTHARD niemals mit Steve Lee Live gesehen habe. So ist die Situation jetzt nun mal und GOTTHARD besteht weiterhin mit Nic Maeder am Mikrofon und er macht seinen Job wirklich hervorragend, obwohl ich immer noch auf die Stimme von Steve eingeschossen bin. Ich hatte immer das Gefühl Steve kommt gleich auf die Bühne und fängt ein Duett mit Nic an. Der Sound war auch bei den Schweizern aller erste Sahne, zielte einem mit voller Wucht voll auf die Glocke und man merkte allen drei Bands an diesem vom Wetter durchwachsenen Abend das sie verdammt viel Spaß hatten und das Publikum ab den ersten Noten voll im Griff hatten. Die Setlist war voll gespickt mit Klassikern die Live gleich mal sowas von krass waren das ich mir in den Hintern hätte beißen können GOTTHARD nicht schon viel früher zu einem Tänzchen gebeten habe. Aber so ist das mit der Zeit nun mal, einmal verpasst kann sie nicht mehr nachgeholt werden und man kann nur im hier und jetzt leben was die Zukunft bringt ist noch unklar. Kann man GOTTHARD ein schlechtes Zeugnis ausstellen, irgendwie mosern oder sonst etwas Negatives ablassen? Ich beantworte diese Frage mit einem sehr großen NEIN, denn die Jungs sind dafür zu lange im Musikzirkus unterwegs, haben Weltweit Konzerte gespielt und wer weiß wie viele Tonträger verkaufen können die generierten Streams auf den gängigen Plattformen, wenn GOTTHARD nicht den Begriff eines Rockstars definieren wer sonst. Es gibt natürlich noch andere Riffschwingende Künstler die immer noch mehr oder weniger erfolgreich unterwegs sind, die weltweit verteilten Fans von GOTTHARD sprechen für die Qualität der Band. Meine bessere Hälfte meinte nur sie hat sehr viele bekannte Songs gehört ohne vorher gewusst zu haben das sie von GOTTHARD stammen, die früher bei uns in den Discos liefen. Und so spielten sich GOTTHARD souverän, mit viel Freude und Lust durch ihre sehr lange und erfolgreiche Karriere die einfach zu Schweizer Riffrockern passt und auch Daseinsberechtigung hat. GOTTHARD bewiesen auch Live das sie Rocken können und nicht nur im Studio, Live mal Songs wie „Hush“, „Top Of The World“ „Remember It’s Me“, „Mountain Mama“, „Lift U Up“, „Anytime, Anywhere“ oder den Klassiker „The Mighty Quinn“ zu hören, dabei die Band agieren sehen ist schon ein Highlight und sollte von jedem Hard Rock Fan mal gesehen worden sein. Wenn man so etwas verpasst wie ich in den Jahren vorher, man kann es nicht mehr nachholen nachdem sich GOTTHARD in den Ruhestand begeben haben, was aber noch Jahre warten kann. So bleibt nur die Aussage über GOTTHARD, ein Erlebnis Live dabei gewesen zu sein.

www.facebook.com/Gotthard

Setlist Gotthard

Every Time I Die
Hush
Bang
Feel What I Feel
Top Of The World
What You Get
Master Of Illusion
Let It Rain
One Lie, One Soul
Remember It’s Me
Sweet Little Rock ‘N’ Roller
Starlight
Mountain Mama
Lift U Up
Heaven
Anytime, Anywhere
The Mighty Quinn

Text: Balle / Bilder: Fonse Demmelhuber

NIGHT LASER – Call Me What You Want

Trackliste:

01. Bittersweet Dreams
02. Way To The Thrill
03. No More Changes
04. Don’t Call Me Hero
05. Law Of The Vulture
06. Laser Train
07. Travelers In Time
08. Captain Punishment
09. Fiddler On The Roof
10. Thin Ice (Bonus Track)
11. Über-Alman (Bonus Track)

Spielzeit: 52:16 min – Genre: Glam / Sleaze Rock – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 24.05.2024 – Page: www.facebook.com/nightlaserofficial/

 

Nachdem ich NIGHT LASER als Vorband von FREEDOM CALL Live sehen konnte dachte ich mir passt da ich deren neues Album „Call Me What You Want“ reviewen werde. Live waren die Jungs nicht übel, allerdings nur mit einer Gitarre auf der Bühne, durch diesen Umstand fehlte ein wenig Druck im Sound, ansonsten war es ein anständiger Auftritt. Eines vorweg ich kannte NIGHT LASER bis zur Live Show nur vom Namen, irgendwie bin ich nie dazu gekommen mir die Mucke von den Hamburgern anzuhören. Im Mai kam es zum unausweichlichen Date zwischen NIGHT LASER und mir.

Zu NIGHT LASER gehören Benno Hankers am Mikrofon, Felipe Zapata und Vincent Hadeler an den Gitarren, Robert Hankers am Bass und Ingemar Oswald an den Drums. Bei der Liveshow in München die ich sehen konnte kam mir Bennos Stimme arg dünn vor, hier auf Konserve macht er eine bei weitem besser Figur, aber die hohen Screams sollte er lieber dem King of Screams der 80er Jahre Ron Keel, Micha Kieske oder Justin Hawkins von THE DARKNESS überlassen die kommen weiter hoch und da klingt es nicht so schräg wie bei Benno, in manchen Momenten gibt es eine Ähnlichkeit zu Micha Kieske. Ansonsten wenn er nicht soweit hoch geht hört sich die Sache amtlich an. Am wohlsten fühlt er sich in den tiefen und mittleren Lagen und da gibt es keinen Anlass zu mosern. Die beiden Gitarren gehen aufs Ganze obwohl auf Konserve hören sich die Jungs softer und braver an als Live. Nicht vom Stil sondern die Gitarren kommen auf Konserve dezenter eingesetzt und nicht so auf dicke Hose wie Live. Der Bass haut voll durch und spielt das halbstarke Stinktier auf Stänker Tour. Der Drummer gibt alles was die Sticks und Felle zulassen aber dies dezenter als andere Vertreter der Zunft.

Da ich die Vorgänger nicht kenne kann ich nur für dieses Album sprechen und da geht die Mucke in Richtung WINGER der 80er, RATT, CINDERALLA, KEEL, POISON, W.A.S.P., MÄDHOUSE, ein wenig DAD und wie sie sich alle nennen oder nannten. Mal vorlauter dann wieder gemäßigter aber immer voll auf die Glocke. Mit viel Melodie geht die Band ihren Weg der irgendwo zwischen Melodic / Glam / Sleaze und Hard Rock liegt und gelegentlich die Grenze zum Metal überschreitet. Dann kommen noch effektvoll eingesetzte Oooohooohhoooos zum Einsatz die das Ganze mit fetten Backroundvocals runder machen. NIGHT LASER scheuen sich auch nicht davor jedes altbekannte Klischee zu bedienen und so einen Blick auf die Erfolge der 80er zu werfen. Die Kompositionen sind auf jeden Fall auf Nummer sicher gestaltet, was ja auch nicht verkehrt sein muss, mit den Klischees die bedient werden lässt die Band die Vergangenheit nochmal aufleben. Da meint man im Jahre 2024 der 1980er Jahre Drops ist schon dermaßen ausgelutscht da kommt dann NIGHT LASER ums Eck und haut einem die volle Salve 80er ins Gebälk.

Als Fazit kann man den Jungs ein gutes bis sehr gutes Zeugnis ausstellen, allerdings mit einem kleinen aber, die hohen Screams wollen nicht so recht, dafür der Rest umso mehr.

„Bittersweet Dreams“ ein Song der neugierig macht, ganz nett mit einer coolen Bridge und Refrain in den Strophen harkt es ein wenig, „Way To The Thrill“ kann als Highlight bezeichnet werden, der Song hat alles was es braucht um zu zünden. „No More Changes“ in den Strophen sehr gutes Mittelmaß im Refrain steigt die Qualität wieder hörbar an, „Don’t Call Me Hero“ klingt deutlich besser als der Vorgänger. „Law Of The Vulture“ hier kommen epische Metalelemente zum Einsatz, „Laser Train“ irgendwo zwischen genial und kitsch angesiedelt mit Bluesriffing im Solo. „Travelers In Time“ eine Ballade die erst zum Schluss hin Fahrt aufnimmt, „Captain Punishment“ verwischt wieder die Grenze zwischen Hard Rock und Metal. „Fiddler On The Roof“ ein 9 Minuten Song der fast zu lang geraten ist und irgendwie an IRON MAIDEN erinnert, „Thin Ice (Bonus Track)“ geht als ausgewachsener Hard Rocker mit eingängigem Refrain durch, „Über-Alman (Bonus Track)“ was das Ding soll weiß nur die Band, hier werden die HOSEN und ÄRZTE mit Blues Note zitiert.

Balle

INTELLIGENT MUSIC PROJECT – VIII Miracles Beyond

Trackliste:

01. Intro
02. Thunder
03. Days Rollin’
04. For You
05. Real
06. Expecting You
07. Miracles Beyond
08. Then I Knew
09. Anyway
10. Right I Said
11. Believe In Love
12. A New Day
13. Walls
14. Shine For You

Spielzeit: 53:43 min – Genre: AOR / Hard Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 15.05.2024 – Page: www.facebook.com/IntelligentMusicProject

 

Das INTELLIGENT MUSIC PROJECT kommt mit Album #8 mit dem Titel „VIII – Miracles Beyond“ aus dem Studio und will sich Gehör verschaffen. Das aus Bulgarien stammende von Milen Vrabevski gegründete Musikprojekt ist zu einer festen Größe im Rockgeschäft herangewachsen, acht Alben wollen erst mal mit guter Mucke gefüllt werden, damit hat das INTELLIGENT MUSIK PROJECT absolut keine Mühe, denn alle acht Alben haben es in sich und wandeln zwischen AOR und Hard Rock. Millen hat es auch geschafft etablierte Musiker aus dem Bereichen des AOR und Hard Rock für sein Projekt zu gewinnen, alle Musiker tragen zum positiven Gesamtbild und Erfolg des Musik Projekts bei.

Diesmal mit dabei sind Joseph Williams, John Payne, Carl Santance, Richard Grisman und Slavin Slavchev an den Vocals. Biser Ivanov an den Gitarren, Ernest Tibbs am Bass, für die Tasteninstrumente waren Ivo Stefanov, Yasen Velchev und Samuel Eftimov verantwortlich. Die Drums hat Simon Phillips übernommen und für das Orchesterfeeling sorgt das Intelligent Music Strings Orchestra via Quarto Quartet.

Wie schon auf den Vorgängeralben kommt sehr starker und abwechslungsreicher AOR bis Hard Rock aus den Boxen, vergleichen kann man mit den Vorgängern aber auch TOTO, ASIA, SURVIVOR, KANSAS meets RAINBOW, NAZARETH und URIAH HEEP. Nicht nur durch die Stimmen von Williams und Payne kommt die Ähnlichkeit zu TOTO und ASIA, auch der Sound geht phasenweise in die Richtung der beiden Bands nur ein wenig frischer und härter. Jeder der Sänger kann für sich Akzente setzten und überzeugen, ein weiterer Pluspunkt ist das oft verwendete Piano das sehr gut ins Gesamtbild passt, genau wie die Streicher die nicht nur im Hintergrund agieren sondern wenn es der Song erfordert voll da sind. Die Gitarren, Keyboards, Bass und Drums sind wie es sich für ein anständiges Musikprojekt gehört auch vorhanden und dass nicht zu knapp.

Beim INTELLIGENT MUSIC PROJECT gibt es nichts was es nicht gibt, AOR Hymnen oder Hard Rock Stampfer befinden sich auf einem gewohnt sehr hohem Niveau. Um ehrlich zu sein habe ich von diesem Project noch keine 0815- oder Durchschnittsnummern gehört. Sicher ist Musik Geschmackssache aber was das INTELLIGENT MUSIC PROJECT bietet ist schon sehr großes Kino und auf einem sehr hohen Level und man meint bei jedem Album das das Ende der Skala erreicht wäre. Aber das Musik Projekt überrascht auf jedem Album mit verdammt cooler Rockmucke die wirklich nicht alltäglich ist und unter allen Umständen genossen werden sollte.

Das INTELLIGENT MUSIC PROJECT beweist erneut das das INTELLIGENT nicht sinnlos und umsonst im Namen steht.

Balle

GUN – Hombres

Trackliste:

01. All Fired Up
02. Boys Don’t Cry
03. Take Me Back Home
04. Fake Life
05. Falling
06. You Are What I Need
07. Never Enough
08. Don’t Hide Your Fears Tonight
09. Lucky Guy
10. A Shift In Time
11. Coming back To You (Deluxe Edition Bonus Track)
12. Wrong To Be Right (Deluxe Edition Bonus Track)
13. Pride (Deluxe Edition Bonus Track)

Spielzeit: 47:08 min – Genre: Hard Rock – Label: Cooking Vinyl – VÖ: 12.04.2024 – Page: www.facebook.com/gunOfficialUK

 

Im April kehrten die britischen Rocker von GUN mit ihrem neunten Studioalbum zurück. Wenn es um GUM geht muss ich an deren ersten drei Alben „Taking On The World (1989)“, „Gullus (1992)“ und dem Überalbum „Swagger (1994)“ denken. GUN tauchten im Jahr 1994 auf meinem Radar auf, lief damals deren Smash Hit und CAMEO Cover „Word Up“ in ihrer charmanten Art auf Dauerrotation bei MTV, Radio und Discos, also besorgte ich mir damals das Album „Swagger“ und war gleich mal sehr erstaunt. Bot dieses dritte Album nicht nur „Word Up“ sondern fast jeder Song war ein Brecher und Hit, am meisten stechen auch Heute noch „Finde My Way“, „Don’t Say It’s Over“, „The Only One“ und der Hammersong „Seems Like I’m Losing You“ heraus. Erst Jahre später legte ich mir die beiden ersten Alben zu, die zwar auch Top waren aber nicht an das Dritte ran schnuppern konnten. Leider verlor ich die Band im Laufe der Jahre aus den Augen, erst als GUN bei uns in der Redaktionsliste auftauchten trug ich mich dafür ein um zu sehen was GUN im Jahr 2024 35 Jahre nach dem Debüt noch in Petto haben.

GUN im Jahr 2024 besteht aus Dante Gizzi am Mikrofon, Jools Gizzi und Tommy Gentry an den Gitarren, Andy Carr am Bass und Paul McManus am Schlagzeug. Man merkt das GUN schon eine gefühlte Ewigkeit im Musikzirkus unterwegs sind, die Songs wirken wie aus einem Guss und können überzeugen.

Gleich beim Opene „All Fired Up“ stellt sich eine Vertrautheit ein, kommt mir doch ungemein seit 30 Jahren bekannt vor und begleitet mich seit 1994 von Zeit zu Zeit wenn mal ein Song von GUN per Zufallswidergabe im Autoradio, der HIFI Anlage oder einfach eine CD auflegt, aus den Boxen bläst. Und dieser Opener macht eins deutlich klar, man hat es mit der britischen Institution zu tun, die es mühelos schafft coole Songs zu produzieren. Als ersten macht sich die Produktion bemerkbar, diese klingt in den Höhen künstlich, die Mitten und der Bass gehen voll in Ordnung. Auf „Hombres“ kommen trotzdem die Tugenden von GUN voll zum Tragen, die Boys von der großen Nordsee Insel haben es noch drauf und sind verdammt hungrig darauf zu rocken und dem Hörer etwas zu bieten.

Sollte jemand GUN nicht kennen, unbedingt mit dem dritten Album „Swagger“ anfangen und dann mit Album #1, #2 und wer will die zwischen dem dritten bis zum neunten, ich habe die anderen übersprungen was ich unbedingt nachholen muss. Denn was GUN auf „Hombres“ bringen ist nicht von schlechten Eltern, nicht das Level wie „Swagger“ aber sehr nahe dran. Die Produktion trägt zum positiven Eindruck bei, die Höhen hören sich zwar nicht sauber an, die Mitten und der Bass drücken dafür um so mehr. Und so meint man das „Hombres“ der direkte Nachfolger von „Swagger“ sein könnte.

Sind GUN im Jahr 2024 schlechter, ich würde nein sagen, die Band hat sich irgendwie weiterentwickelt. Die Jungs gehen nicht mehr mit einem jugendlichen Leichtsinn und Unbeschwertheit wie zu Anfang ihrer Karriere zu Werke, es hört sich alles mehr durchdacht, mit mehr Köpfchen und nicht nach der wilden Brechstange an. Schlecht waren GUN so wie es den Anschein hat nie, zumindest hinterlässt „Hombres“ diesen und dabei einen verdammt guten Eindruck. Die drei Bonüsse der Deluxe Edition haben es in sich.

„All Fired Up“ geht voll in die na ihr wisst schon was ich meine, bei „Boys Don’t Cry“ kommen sehr hohe Backing Vocals zum Einsatz die einen guten Kontrast bringen. „Take Me Back Home“ hier packen die Jungs die Rock N Roll Keule aus dem Sack, die Chöre erinnern an STATUS QUO, „Fake Life“ ein Rocker der sich gewaschen hat, erinnert mich an die ollen 70er Jahre. „Falling“ ein cooles Highlight, geht es besser, mmh fast nicht, „You Are What I Need“ erinnert wiederum an den Classic Rock der 1970er. „Never Enough“ ein Rocker wie er nur von GUN stammen kann, kommt mit viel Drama, „Don’t Hide Your Fears Tonight“ macht Spaß das Ding. „Lucky Guy“ hier muss ich irgendwie an IGGY POP denken, „A Shift In Time“ GUN fast auf einen Balladen Trip, cooler Song. „Coming back To You“ Rock N Roll wie er sein sollte, „Wrong To Be Right“ und wieder das Gefühl der 1970er Glamzeiten, „Pride“ ein typischer GUN Song der eingängig wie Sau ist.

Balle

THE TREATMENT – Wake Up The Neighbourhood

Trackliste:

01. Let’s Wake Up This Town
02. Back To The 1970’s
03. When Thunder And Lightning Strikes
04. This Fire Still Burns
05. Man On The Highwire
06. I Can’t Wait No Longer
07. Don’t Make No Difference
08. Fire Me Up
09. Free Yourself
10. Kick You Around
11. I‘ve Got My Mind Made Up

Spielzeit: 39:49 min – Genre: Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 10.05.2024 – Page: www.facebook.com/TheTreatmentOfficial/

 

Die britischen Hard Rocker THE TREATMENT sind mit ihrem sechsten Album zurück. „Wake Up The Neighbourhood“ ist das zweite Album in der jetzigen Besetzung die aus Tom Rampton am Mikrofon, Tagore Grey und Tao Grey an den Gitarren, Andy Milburn am Bass und Dhani Mansworth an den Drumsticks besteht.

Hat sich was bei THE TREATMENT geändert? Nein nicht wirklich, den THE TREATMENT sind ein Band die für groovigen Hard Rock steht, mit mehr oder weniger Blues und Drama in er Umsetzung. Konnten die Vorgänger überzeugen, ja das konnten sie. Also ist es kein Wunder das Album #6 auch kein Druchfall sondern ein sehr gut hörbares Teil ist.

Die Band macht einfach nur das was sie am besten kann, mit viel Druck und Können ins Studio gehen und ein Album eintüten das es faustdick hinter den nicht mehr grünen Ohren hat. Ab den ersten Takten ist man wach und man ist gespannt was als nächstes auf einen zurollt oder was für ein Truck einen voll über den Haufen fährt. Denn genau so ist die Musik von THE TREATMENT, ein Truck rollt unaufhaltsam auf einen zu und man kann nur gebannt zusehen wie der Truck immer näher kommt und einen dann überrollt ohne das man sich dagegen zur Wehr setzen kann. Langeweile gibt es hier nicht, man kann das Haar in der Suppe suchen, tut sich dabei aber genauso schwer wie die Nadel im Heuhaufen finden zu können. THE TREATMENT stehen seit dem Debüt für Rockmucke Made in Britain und genauso verhält es sich auf „Wake Up The Neighbourhood“, hier kommt bester Hard Rock mit viel Drive aus dem Player und macht alles platt was im Weg steht.

Man greift blind in einen Stapel CDs von THE TREATMENT, nimmt sich ohne hinsehen ein Album und legt es in den Player, matcht einfach. „Wake Up The Neighbourhood“ reiht sich nahtlos in die Vita der Band ein, es ist nicht schlechter oder besser als die Vorgänger, sondern Band typisch ein Treffer ins schwarze. Mir kommt die Spielart seltsam vertraut vor, ich kann aber nicht auf Anhieb sagen an wenn mich das Album erinnert. Normal fällt mir zu 95% auf Anhieb ein an wenn mich was erinnert, ich weiß auch nicht warum aber mir fällt nur THE HELLACOPTERS ein, am besten höre ich auf mir Gendanken darüber zu machen warum mir das Album so vertraut ist sondern drehe den Lautstärkeregler Richtung rechter Anschlag, Augen zu und genießen.

„Let’s Wake Up This Town“ wenn man nicht wach ist, spätestens ab den ersten Noten ist man hellwach, „ Back To The 1970’s “ ein cooler Blues Rocker. „When Thunder And Lightning Strikes“ kommt mit vielen Ooohooos und wird dadurch fast zum Superhit, „This Fire Still Burns“ der Song geht mit über 250 Sachen voll durch die Decke. „Man On The Highwire“ der Meilenfresser kommt näher und näher, „I Can’t Wait No Longer“ hier hat der Hörer das erste mal die Möglichkeit Luft zu holen. „Don’t Make No Difference“ cool, cooler am coolsten, „Fire Me Up“ der Song für die nächste Grillfeier. „Free Yourself“ ein Blues Rotzer nach meinem Geschmack, „Kick You Around“ wäre auch für die Party oder das Radio, “I‘ve Got My Mind Made Up” zum Abschluss wird nochmal der Nachbrenner gezünet.

Balle

LYPSWITCH – World Of Sin

Trackliste:

01. World Of Sin
02. American Song
03. Somewhere Someplace
04. Watch Me Live
05. Carry Me Away
06. Rock N Roll Ain’t Pretty
07. Thirst
08. Domination
09. Rattlesnake Skin
10. Fever – Psychedelic
11. Sexx In The Sun
12. Razorblade Slide
13. Kiss In The Dark
14. Get Out – Run
15. Out Of Control
16. Man In The Middle
17. Dave’s Song

Spielzeit: 65:31 min – Genre: Sleaze Rock – Label: Eönian Records – VÖ: 29.03.2024 – Page: www.facebook.com/Lypswitch

 

Das US Label Eönian Records glänzt mit einer Vielzahl an Bands und Veröffentlichungen die alle gut bis sehr gut sind, allerdings mit einem sehr großen Aber. Dieses Aber bezieht sich auf die in 90% der Fälle unterirdische Soundqualität der Aufnahmen die in den meisten Fällen wahrscheinlich mit einem Einspur-Tape oder was weiß ich für ein Magnetmedium in irgendeinem Keller zusammengeschustert wurden. Schlecht ist das Material auf keinen Fall nur befindet sich der Sound in dem Rahmen der 90% in der Kategorie Körperverletzung und man verliert nach dem ersten Hören des ersten Songs das Interesse weil einem die Lust darauf vermiest wird.

Also mal mein Wissen über die Qualität des Sounds von Eönian Records Alben beiseitegeschoben und ein Blick auf LYPSWITCH mit dem Album „World Of Sin“ werfen. Leider befinden sich keine Infos im Promopaket, das einzige ist das Cover und ein paar Fotos der Band, und die zeigen Jungspunde die gerade dem Pickel, Akne oder Hormonstau Alter entflohen sind. Wann die Bilder entstanden sind erschließt sich durch fehlende Infos nicht. Aber ich denke mal wie bei der Mehrheit der Eönian Veröffentlichungen von Ende der 80er bis in die Mitte der 1990er Jahre, egal ob jetzt die Bilder oder Aufnahmen. Genau meine Vermutung wird durch die Vorstellung auf der Homepage des Labels bestätigt, die Jungs stammen aus LA und LYPSWITCH wurde 1987 zum Leben erweckt.

Zur Band gehören Danny Whaley am Mikrofon, Mick O’Brien an Gitarre, David Love an Bass und Kevin Agosta haut in die Drums. Mir ist keiner der Sunnyboys bekannt, weder die Namen noch die Bilder sagen mir etwas. Und nachdem die Fakten gecheckt sind kommt die Mucke, entweder ein Totaldurchfall oder wer weiß, vielleicht gibt es ja eine Überraschung. Bei den ersten beiden Songs kann der Sound keinen hinter dem Sofa hervorlocken, aber gegenüber anderen VÖs von Eönian kann man die Songs anhören ohne befürchten zu müssen das die Ohren eine sehr schnelle Variante von Speedkrebs bekommen und auf der Stelle abfallen.

Danny hat eine wirklich coole Stimme die mich an eine Mixtur aus David Wanless (SVEN GALI), Steve Philbrook (Brass Kitten), Tim Thompson (Aces Wild), Jamie Rowe (ADRIAN GALE) und ein wenig SEBASTIAN BACH erinnert. Die Gitarren treiben einem sämtliche Flausen aus dem Kopf, der Bass und die Drums geben Volldampf und machen alles klar.

Die Band bewegt sich mit ihrem Sleazey Hard Rock irgendwo im Niemandsland zwischen SKID ROW, SVEN GALI, RATT, HANOI ROCKS, VAIN, DANGEROUS TOYS und den Rest der Testosteron Rocker im Portfolio von Eönian Records. Man kann allerdings auch Spurenelemente von ASPHALT BALLET, STREETHEART, VON GROOVE, HURRICANE, BON JOVI, WARRANT sowie POISON und Poser Mucke finden. Die Songs sind voll aufs Zentrum des Kinns gehende Abgehnummern die nur so vor Klischees schreien und eine versaute-schlüpfrige Party mit typischen Anspielungen der LA Szene feiern. Die Songs machen ordentlich was her, nur trübt der Sound den Genuss in der B-Note, und vielleicht die doch sehr einfach aufgebauten Songs die stark vorhersehbar sind. Ansonsten eine Anständige Vorstellung der pupertären Hormonjunkies auf dem Kriegspfad die alle Sleaze Eigenschaften bedienen.

Balle