SINNER – Boom Bang Goodbye

Trackliste:

01. Dreams Can Come True
02. Wait
03. Leave It All Behind
04. All Night Long
05. Are You Ready
06. Born To Run
07. Hellbreaker
08. Turn The Page
09. Road To Remember
10. Under The Moonlight
11. Power

Spielzeit: 43:00 min – Genre: Hard Rock – Label: REINING PHOENIX MUSIC – VÖ: 31.07.2026 – Page: www.facebook.com/SinnerBand

 

Es gibt Leute, die erscheinen spät zur Party. Und dann gibt es noch Leute, die für ihre Rezension zum ersten Mal SINNER hören, und dann ist es aber die Rezension zum letzten Album vor Beendigung der Band. Cool. Dann wiederum sieht Mat Sinner auf dem Cover eigentlich noch ziemlich fresh aus und hat über 45 Jahre 21 Alben veröffentlicht und mit unzähligen krassen Rock- und Metal-Persönlichkeiten gearbeitet. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und prophezeie, dass da noch was geht.
Aber okay, für den Moment geht es jetzt um das letzte Album der Band, betitelt mit „Boom Bang Goodbye“. Und Boom und Bang macht zuallererst mal der Sound, für dessen Produktion Mat und sein Gitarrist Axel sowie Mixer und Masterer Jacob Hansen verantwortlich sind. Dicker, saftiger Hard-Rock-Sound – so und nicht anders muss das sein.
Meckern darf ich aber immerhin beim Cover, bei dem KI zumindest eine Rolle gespielt hat, wenn auch eher in der Nachbearbeitung. Und apropos KI, man kann es an der Stelle echt so sagen: „Boom Bang Goodbye“ ist die Art von Rock, die viele Leute mit KI so gerne zu simulieren versuchen, dabei aber in Sachen geil sein kläglich scheitern.
Nicht so SINNER. Zuerst einmal beherrscht jeder Beteiligte hier astrein sein Handwerk, was auch nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass hier Leute wie Magnus Karlsson, Michael Bormann und Ronnie Romero am Werk sind. Diese Truppe hat fetten melodischen Hard Rock durchgespielt und harmoniert hervorragend miteinander.
Dazu kann man es nicht anders sagen: Mat Sinner ist eine Chorus-Maschine, und auch sonstiges Melodie-Writing ist sehr stark. Grob kann man dabei „Boom Bang Goodbye“ in zwei Arten von Songs einteilen. Auf der einen Seite sind die Rocker, die man beim Motorrad fahren und anschließend in der holzverkleideten Bar hört. Auf der anderen Seite sind die Songs, bei denen es in Sachen Melodien etwas emotionaler wird, mit positivem Grundspirit aber ebenso nachdenklich-melancholisch.
Kann sein, dass der Mann das auf jedem Album so macht (müsst Ihr einen Experten für fragen), auf „Boom Bang Goodbye“ funktioniert das im Kontext des finalen SINNER-Albums aber auf jeden Fall großartig und macht die Platte zu einem Werk einer Musikers, der dankbar aber auch ein wenig wehmütig in die Vergangenheit und hoffnungsvoll aber auch mit Ungewissheit auf die Zukunft schaut.
Das kommt geil und authentisch und zumindest für mich zünden diese Tracks noch einmal anders als die klassischen „Yeah, Rock’n Roll, Party!“-Songs.
Verwunderlich auch, dass man mit einem musikalisch relativ unemotionalen Track dieses Album beendet, das einen so wichtigen Punkt in der Geschichte von SINNER markiert.

Fazit:
Ja cool, dann mag ich jetzt wohl auch SINNER. Besser spät als nie, hm? Daumen werden leise für ein Comeback gedrückt. Für SINNER-Fans endet mit „Boom Bang Goodbye“ eine Reise, und ich muss Euch als Neuling wohl nicht erzählen, ob und dass die Platte in Euren Schrank gehört. Wer dieses Projekt bislang auch irgendwie übersehen hat: „Boom Bang Goodbye“ ist Hard Rock auf extrem hohem Niveau und dürfte für viele Rock-Garage-Leser ein Kleinster-gemeinsamer-Nenner-Album sein!

Anspieltipps:
„Wait“, „Leave It All Behind“, „Turn The Page“ und „All Night Long“

Jannis

HARSH – FEELS

Trackliste:

01. Break Your Way
02. All I Ever Wanted
03. Fuel To The Fire
04. Offer You A Rome
05. Don’t Mess With Me
06. Forever Yesterday
07. Maniac
08. Back To Life
09. Losing My Mind
10. Dancing Dancing
11. Never Gonna See Me Fall
12. When We’re Together

Spielzeit: 48:38 min – Genre: Hard Rock – Label: Fireflash Records – VÖ: 03.07.2026 – Page: www.facebook.com/bandHARSH

 

Das nenne ich mal wagemutig, HARSH werden als die neuen aufstrebenden Shooting-Stars der Hard Rock Szene angekündigt. Das will was heißen, und befindet sich im Grenzland zwischen gesundem Selbstvertrauen, Wagemut, Arroganz oder riesigen Dummheit eine noch unbekannte Band so anzukündigen, also mal sehen was die Pariser drauf haben.

Zur Besetzung gehören Albert Arnold an Mikrofon und Gitarre, Séverin Piozzoli an Gitarre, Julien Martin an Bass und Léo Löwenthal an den Drums. Die Backing Vocals wurden von der Truppe übernommen und gemischt sowie gemastert wurde „Feels“ von Hannes Braun (Kissin’ Dynamite). Alberts Stimme erinnert an eine Mixtur aus Michael Hutchence, Hannes Braun und Jess Harnell, was sehr gut zur Mucke von HARSH passt. Die Gitarren sorgen für die richtige Härte in den Gehörgängen und geizen weder mit Riffeinlagen noch mit Akzenten. Der Bass lässt die tiefen Töne beeindruckend ab und die Drums treiben wie Sau.

Die Franzosen zelebrieren Hard Rock der alten Schule, wie er ab der zweiten Hälfte der 1980er auch von ganz großen Namen geboten wurde, durch Mitwirkung von Hannes schwingen auch KISSIN’ DYNAMITE Vibes im Sound mit. Die Band lässt nichts vermissen, es ist alles da was da sein sollte. Es gibt eine coole Stimme, Melodien, den richtigen Härtegrad, eine versierte Instrumentierung, eine Produktion die Druck besitzt und dies ergibt ein verdammt geiles Gesamtkonzept. Also übertrieben war das mit aufstrebenden Shooting-Stars in der Einleitung nicht wirklich. Vergleichen kann man mit Hard Rock Kombos ab Mitte der 80er bis in die frühen 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Als direkte Vergleiche kann man bedingt AEROSMITH, BABYLON A.D., BEAU NASTY, BLACK N BLUE, BLUE TEARS, BURN, HARDLINE und von der Gitarrenarbeit vielleicht ein kleiner Blick hin zu AC DC nehmen um nur ein paar zu nennen wo die Reise hingeht. Alles keine schlechten Bands die ihre Erfolge vorzuweisen haben, mal sehen ob HARSH auch mal im Zusammenhang mit den Bands in einem Atemzug genannt werden. Das Potential haben sie auf jeden Fall.

„Break Your Way“ wird von einem Intro eingeleitet, wenn das beendet ist geht die Post ab, „All I Ever Wanted“ ein melodisches Highlight zum mit grölen. „Fuel To The Fire“ kommt mit Rock N Roll Vibes, „Offer You A Rome“ das nächste Highlight kündigt sich mit viel Melodie an. „Don’t Mess With Me“ und es folgt mit diesem Rocker gleich der nächste Hit in Folge, „Forever Yesterday“ ein Rocker der mit viel Gefühl kommt. „Maniac“ ob dieser alte Schinken unbedingt sein muss der schon X-1000 Mal verwurstelt wurde, „Back To Life“ kommt mit angefunkter Gitarre was sich in der ersten Bridge und Refrain aber auflöst. „Losing My Mind“ wirkt chaotisch und schlecht zugänglich, „Dancing Dancing“ es wird wieder eine Spur eingängiger. „Never Gonna See Me Fall“ fängt ruhig und behutsam an ab dem ersten Refrain wird ein ausgewachsener Rocker draus, „When We’re Together“ zum Abschluss gibt es noch ein Schmankerl als Zugabe.

Balle

TRAGIK – Propaganda Elite

Trackliste:

01. Bushwacked
02. Nothin’ Left But Time
03. After All
04. Shot Down
05. Outlaw (Don’t Forget My Name)
06. In The Pantomime
07. Threw It All Away
08. Ego Trip
09. Joy To The World
10. Earl Of Canterbury
11. Not For Me
12. Perception Lost

Spielzeit: 56:51 min – Genre: Hard Rock – Label: Rock Company – VÖ: 24.06.2026 – Page: www.facebook.com/phil.vincent.9

 

TRAGIK kommen mit ihrem sage und schreibe vierzehnten Album aus dem Studio, der Name war mir zwar schon lange ein Begriff, aber bewusst gehört habe ich noch nichts von der Band. Viel Infos gibt das Promosheet nicht her außer einen Satz: „Don’t be fooled bei heavy opener „Bushwacked“!“ Der Song ist leider so beknackt das er fast schon wieder als genial bezeichnet werden könnte.

Zu TRAGIK gehören Phil Vincent an Mikro, Gitarren, Piano, Synthis und Orgel, Damian D’Ercole an Bass und Dirk Phillips an den Drums. Als Gast ist Vince O’Regan an der Lead Klampfe zu hören. Phil geistert schon sehr lange Zeit im Hard Rock Sektor rum und hat schon vor langer Zeit beweisen können was er kann. Seine Stimme besitzt eine Färbung die sehr angenehm klingt und sich von der Range in einer Wohlfehlzone bewegt. In manchen Momenten hat er Ähnlichkeit mit Kip Winger. Die Gitarren hauen die Riffe raus ohne den Härtegrad zu überspannen, in genau der richtigen Härte werden die sechs Saiten angeschlagen. Mit den Tasteninstrumenten bilden die Gittis ein stark harmonierendes Grundgerüst das von Bass und Drums zur Höchstleistung angetrieben wird.

Vom Stil her befinden sich TRAGIK irgendwo im Mittelfeld zwischen Melodic Hard Rock und reinrassigem Hard Rock der viel Schmackes aufweisen kann. Vergleichen kann man TRAGIK bedingt mit TESLA, DOKKEN, SHARK ISLAND, WINGER und ANATOMIC. TRAGIK machen es weder besser noch viel schlechter als die Vergleiche, ein gewisser Abstand zu den genannten ist vorhanden aber der befindet sich auf einem verschwindend niedrigem Niveau.

TRAGIK kommen mit einem Abwechslungsreichen Album das nicht von der Stange stammt, und bestimmt auch nicht im Baukasten nach Schema F entstanden ist.

„Bushwacked“ wollen die Jungs jemanden verarschen, was für ein beknackter Opener für eine Hard Rock Band, „Nothin’ Left But Time“ hier wird es schon versöhnlicher. „After All“ und schon ist der erste Song vergessen, hier regiert Harmonie und Melodie, „Shot Down“ hier wird Hard drauf los gerockt. „Outlaw (Don’t Forget My Name)“ ein Rocker mit Wendungen, „In The Pantomime“ es wird wieder melodisch drauf los gerockt – ein Highlight. „Threw It All Away“ hier überzeugt der Refrain mit Dramatik, „Ego Trip“ kräftiges Riffing trifft auf Phils Stimme. „Joy To The World“ hier ist die Luft in den Strophen raus, die im Refrain zurück kommt, „Earl Of Canterbury“ irgendwie fällt mir hier ein Mix aus WINGER und Kip Solo ein. „Not For Me“ zum Schluss hin werden noch ein paar Schippen drauf gelegt, „Perception Lost“ fängt balladesk an um der Gitarre in den letzten etwa 1.5 Minuten vollen Freilauf zu lassen.

Balle

ROCK JUSTICE – You’ve Been Served

Trackliste:

01. My Worst Enemy
02. Rocker’s Confession
03. You Know Better
04. I Just Wanna Make Love To You
05. The Rest Of The World
06. Shape Up Or Ship Out
07. Chicks Can’t Rock
08. First In Line

 

 

Spielzeit: 30:27 min – Genre: Hard Rock – Label: Fireflash Records – VÖ: 26.06.2026 – Page: www.facebook.com/rockjustice.band

 

Mit ROMEO und ROCK JUSTICE habe ich mir zwei Newcomer ausgesucht, die sich einen Namen im Rockcircus machen möchten. ROCK JUSTICE stammen aus den Niederlanden und ist das Baby von Sängerin Maggy Luyten (bekannt von AYREON, BEAUTIFUL SIN und noch ein paar mehr) und Gitarrist Bas Maas (u.a. DORO, AFTER FOREVER). Das Debütalbum ist das Ergebnis eines lange geplanten Traums von Bas Maas der in Maggy Luyten die Partnerin fand um die Idee von ROCK JUSTICE in die Tat umzusetzen.

Neben Maggy und Bas gehören noch Nick McGrath an Bass und Misch Aussems am Schlagzeug zu Besetzung um ROCK JUSTICE zu komplettieren. Maggy hat ein raues Organ das sie effektvoll einzusetzen weiß, diese Stimme ist genau das Richtige für die Mucke von ROCK JUSTICE. Die Range und Art kommt mir von wo anders bekannt vor, mir fällt beim besten Willen nicht ein bei wem. Die Gitarren reizen die Bandbreite des Genres voll aus und hauen ein Riff nach dem anderen raus. Die Gitarren lassen öfter Gedanken an SANTERS zu. Der Bass gibt Vollgas und steht knapp hinter den Gitarren, das Schlagzeug kann mächtig Eindruck schinden und gibt mit Energie den Takt vor.

Im Promoinfo steht über die musikalische Ausrichtung von ROCK JUSTICE, das es sich um Rock N Roll handelt, Alles zwischen Hard Rock und Metal. Bei den beiden erst genannten gehe ich mit, bei Metal streike ich, dafür ist die Mucke nicht wild genug. Der Stil bewegt sich im Hard Rock mit einer Schlagseite in die goldenen 1980er Jahre. Wenn man unbedingt meint kann man bis in den Heavy Rock reingehen, aber nur mit sehr viel gutem Willen. Ansonsten wird Hard Rock geboten der sich irgendwo bei DOKKEN, BABYLON A.D., DARXON auf Hard Rock, ein wenig ältere SANTERS, SPEEDY, XYZ und fast der Eingängigkeit von BLACK PAISLEY einpendelt.

Ein sehr gutes Debüt Album das alle Facetten des Hard Rocks abdeckt, leider nur mit acht Songs und einer Laufzeit von nicht Mal 30.5 Minuten, was einen Punktabzug zur Folge hat. Leute bitte beim nächsten Album zwei bis drei Songs mehr die dann 10 Minuten mehr auf der Uhr ergeben.

„My Worst Enemy“ ein kräftiger Rocker der gefühlvolle Momente hat gibt die Marschrichtung für das Album vor, „Rocker’s Confession“ hier wird gerockt bis der Arzt kommt. „You Know Better“ kräftig, energisch und eingängig grüßen die 80er, „I Just Wanna Make Love To You“ die Eingängigkeit ist abhanden gekommen, der braucht mehrere Anläufe. „The Rest Of The World“ irgendwie denke ich an die EAGLES auf Dope und Gefühl im Hard Rock wildernd, „Shape Up Or Ship Out“ hier soll der Geschwindigkeitsrekord gebrochen werden, schnell und wuchtig prasselt das Dingens auf den Hörer ein. „Chicks Can’t Rock“ sie machen es erneut – rocken eingängig mit viel Schmackes drauf los, „First In Line“ ein geiles Duett mit DORO haben sich ROCK JUSTICE für den Schluss aufgehoben.

Balle

RASH PANZER – Mexican Mysteries

Trackliste:

01. A I, I Wanna Be Your Lover
02. Who You Wanna Be
03. Can’t Lose You
04. Freedom
05. Mexican Mysteries
06. Wild Fire
07. Waiting
08. Calling For Answers
09. Put Your Words Into Action
10. Dragon’s Heart

 

Spielzeit: 37:15 min – Genre: Hard Rock – Label: 7Hard – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/rashpanzer

 

Mit der Schweizer Band RASH PANZER tritt eine Band in mein Leben, die es schon seit 1979 gibt und die es erfolgreich geschafft hat sich 47 Jahren vor mir zu verstecken. OK 47 Jahre sind es jetzt nicht ganz kommt dem aber sehr nahe, weil ich zu dieser Zeit noch nicht dem Hard Rock verfallen war. Was weiß man über Bands aus der Schweiz, tja, es gibt einige die dem Riffrock der härteren Klänge zelebrieren und diese auch aus dem FF beherrschen. Man nehme die alten Recken von KROKUS, GENOCIDE aus denen SIDEBURN wurde, GOTTHARD und SHAKRA um nur vier bzw. fünf der großen Namen zu nennen, die sich eine große Fanbase erspielen konnten. Ob RASH PANZER die selbe Hörerschaft bedienen kann wird sich in den folgenden 37 Minuten zeigen.

RASH PANZER veröffentlichen mit „Mexican Mysteries“ ihr sechstes Album, leider kann ich keine verlässliche Quelle über die Bandmember finden. Was sich finden lässt (falls diese nicht stimmt bitte ich um Berichtigung), J.Jay Guertchakoff am Mikro, Sam Bredy und Renato Dani an Gitarren, Renato di Paolo an Bass und Popof an der Schießbude. Die Stimme des Shouters ist sehr eigenwillig und eigenständig, bewegt sich in den mittleren Tonlagen und geht gelegentlich höher rauf, kann aber auch die tiefen Lagen bedienen. Mit dem Bandsound kann die Stimme harmonieren, einzig die Verzerrung in manchen Songs hätte nicht sein müssen. Beide Gitarren geizen weder mit Härte noch Riffsalven, der Bass kommt als gleichberechtigter Partner der 6-saitigen rüber. Die Drums sind sehr auffällig und mit viel Energie ausgeführt.

RASH PANZER spielen riffbetonten Hard Rock der sehr viel Energie mitbringt und sich dabei nicht verstecken muss. Man merkt der Band die Jahrzehnte lange Erfahrung an und die kann mit einigen guten bis sehr guten Songs glänzen. Gewisse parallelen zu den oben erwähnten Bands sind durchaus vorhanden, die selbe Klientel kann auch problemlos bespaßt werden. RASH PANZER befinden sich zwar nicht auf dem selben Level wie die Vergleiche, sind aber auch nicht sehr weit entfernt und spielen mit ihrer Art des Hard Rocks fast in der selben Liga mit.

Jungs erlaubt mir die Frage: Warum ist die Party im 21. Jahrhundert nach nur 37 Minuten zu Ende? Im digitalen Zeitalter sollten über 40 Minuten ohne Problem realisierbar sein. Für die kurze Laufzeit gibt es einen leichten Punkt Abzug.

„A I, I Wanna Be Your Lover“ das Album beginnt beschwingt, „Who You Wanna Be“ wow es hagelt Riffexplosionen am laufenden Band, im Solo herrscht ein kleines Chaos – beim Mastering muss was schiefgelaufen sein, mein Kopfhörer rauscht und brummt am Ende wie Sau. „Can’t Lose You“ sie können auch melodische und eingänge Hits – hier stört nur die verzerrte Stimme, „Freedom“ ein cooler Rocker mit Potential für Dauerrotation im Radio. „Mexican Mysteries“ es wird mit sehr viel Melodie gearbeitet, „Wild Fire“ hier ist die Luft ein wenig raus. „Waiting“ der Anfang gelingt eher holprig bis zum ersten Refrain, ab da wird es runder, „Calling For Answers“ hier schimmern die frühen 80er voll durch. „Put Your Words Into Action“ ein deftiger Rock N Roller, „Dragon’s Heart“ zum Schluss gibt es eine Ballade mit epischen Momenten.

Balle

THE CARBURETORS – We Ride At Night

Trackliste:

01. Intro
02. Down In Flames
03. Let You Down
04. I Wanna Rock N Roll
05. Rock N Roll Never Dies
06. Shot At Dawn
07. You Need It Loud
08. Electric Shock
09. Sharpen The Blades
10. Who Likes To Boogie

 

Spielzeit: 32:29 min – Genre: Hard Rock – Label: Fast Forward Records – VÖ: 19.06.2026 – Page: www.facebook.com/thecarburetorsffrr/

 

THE CARBURETORS aus Norwegen haben von 2004 bis jetzt fünf Alben und eine Best Of veröffentlicht und haben den Ruf die gefährlichste Rock N Roll Band auf dem Planet zu sein. Ich habe bis jetzt noch nichts von THE CARBURETORS gehört oder kannte Band vorher auch nicht. Irgendwie schaffte es die Band sich vor mir zu drücken.

Zur aktuellen Besetzung gehören Sänger Eddie Guz, die Gitarristen Chris Marchand und Phillie Obuskovic, Bassist King O Men und Drummer Chris Nitro. Eddie besitzt eine coole und raue Stimme, die er richtig einzusetzen weiß. Er befindet sich dabei in einer tieferen Tonlage in der er auch bleibt und zeigt wie man Rock N Roll richtig am Mikrofon auslebt. Die beiden Gitarren hauen mit den Riffs um sich als wenn es das letzte wäre was sie machen bevor das unausweichliche Ende naht. Der Bass wummert neben den Gitarren her und die Ausführung der Drums weist eine Punk Attitüde auf. Die Produktion hört sich trocken und ohne viele Spielereien an.

Der Stil ist irgendwie sonnenklar aber auch wieder nicht, die Band steckt Rock N Roll, Hard Rock und vom Tempo her Punk Rock in einen Mixer und drückt auf Start. Heraus kommt eine köstliche Mischung aus den drei Zutaten die nicht nur attraktiv scheint sondern auch so klingt. Dabei gibt es Ähnlichkeiten zu KISS, BEASTÖ BLANCÖ, THE RAMONES, BIG BALLS, BALLS GONE WILD hier und AC DC da zu entdecken. Und fertig ist der THE CARBURETORS Sound, der auf keinen Fall von der Stange kommt, sondern aus einer Mixtur besteht die nicht nur eine Schublade bedient.

Ein cooles Album das auf einem Biker Treffen für Stimmung sorgen sollte, Abzug gibt es wegen der doch arg kurzen Laufzeit.

„Intro“ ein futuristisches Intro mit Hubschrauber Geräusch, „Down In Flames“ hier wird Rock N Roll mit einer Geschwindigkeit, die schwindelig macht, großgeschrieben. „Let You Down“ ein sehr kräftiger und melodischer Hard Rocker, „I Wanna Rock N Roll“ der Titel ist Programm, hier geht die Rock Post nach Roll ab. „Rock N Roll Never Dies“ das Ding rockt wie Sau und macht dabei nicht nur ein Fass auf, „Shot At Dawn“ das Tempo bleibt sehr hoch und geht intensiv nach vorne – hier zeichnet sich ein kleiner Hit ab. „You Need It Loud“ siehe da, sie können auch eingängig und gefällig, „Electric Shock“ Rock N Roll mit Testosteron auf Speed auf einem LSD Farbentrip. „Sharpen The Blades“ die Oktanzahl wird hoch gehalten, „Who Likes To Boogie“ zum Abschluss gibt es einen ELVIS auf Steroiden.

Balle

DOUBLE CRUSH SYNDROME – Until One Of Us Dies

Trackliste:

01. It’s A Trap
02. Rome
03. Death Disco
04. Mercury In Retrogade
05. Until One Of Us Dies
06. Mover And Shaker
07. Ain’t It Funny
08. Mi Corazon Slavaje
09. Free Hugs For Dictators
10. Off With Her Head

 

Spielzeit: 33:34 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 05.06.2026 – Page: www.facebook.com/doublecrushsyndrome/

 

Nach langer Zeit auf Eis melden sich DOUBLE CRUSH SYNDROME mit ihrem neuen Album „Until One Of US Dies“ sehr lautstark zurück. Das Trio zeigt sich auf dem Album mit einer Spielfreude die nur so aus Energie zu bestehen scheint.

Zur Besetzung gehören Andy Brings an Mikrofon und Gitarren, Slick Prolidol die zweite Stimme und Bass, sowie Markus Herzog am Schlagzeug. Andys Stimme übt eine gewisse Faszination aus, nicht unbedingt von der Tonlage, sondern durch seine freche und vorlaute Art zu singen. Diese Art passt sehr gut zum Bandsound und brauch sich nicht vor anderen verstecken. Mir fällt beim hören immer wieder Bill Itch der Münchner Kult-Band THE ROXX ein, obwohl Andy mehr drauf hat als Bill. Die Gitarren sorgen für Alarm und eine Härte die der Band sehr gut steht. Der Bass agiert wie die Gitarren aus der ersten Reihe und Markus an den Drumsticks ackert wie ein Berserker. Die Produktion weist kleinere Schönheitsfehler auf, die aber wenig ins Gewicht fallen, da die Band rau, dreckig, leicht versaut und roh klingt und dies mal eine willkommene Abwechslung zu einer hochglanzpolierten Schmalzproduktion ist. Bei DOUBLE CRUSH SYNDROME wünscht man sich genau diesen Sound und nicht bis ins kleinste Detail ausgefeilte Klangoptimierungen.

DOUBLE CRUSH SYNDROME verwischen die Genre Grenzen zwischen Rock N Roll, Hard Rock und Punk Rock zu einem explosiven Gemisch das sofort zündet und eine Energie ausstrahlt die mehr Musiker als ein Trio vermuten lassen. Ich kenne nur noch zwei Trios die so eine Energie besitzen und in etwas die gleiche Mucke machen, dass wären zuerst die Heavy Rocker von NITROGODS und zweitens das oberbayrische Rock N Hard Roll Trio HEADSTONE die ähnlich energisch vorgehen und diese Kraft entwickeln können. Vergleichen kann man das Album am ehesten noch mit den RAMONES, DIE ÄRZTE, softere NITROGODS mit einer Schlagseite hin zu sehr melodischen MOTÖRHEAD mit vernünftiger Stimme und dem Debütalbum von THE ROXX.

Eine mehr als willkommene Abwechslung die von DOUBLE CRUSH SYNDROME geliefert wird, so macht das Hören von Hard Rock mit einer nicht perfekten Produktion einfach nur Spaß. Abzug gibt es in der B-Note nur durch den Umstand das die Party nach nur 33.5 Minuten viel zu schnell vorüber ist.

„It’s A Trap“ ein moderner Rocker mit leichter Punk Attitüde, „Rome“ lässt sich gut hören. „Death Disco“ ein grooviger Rocker mit geilem Basslauf der auf ganzer Linie überzeugt und reinhaut wie Sau, „Mercury In Retrogade“ geht mit dem Kopf voran durch jede noch so dicke Wand. „Until One Of Us Dies“ trotz des Titels eine gute Laune Nummer, „Mover And Shaker“ eine eingängige Nummer die im Refrain traumhaft zulegen kann. „Ain’t It Funny“ hier kann Slick beweisen das er nicht nur den Bass beherrscht sondern auch ganz gut singen kann, „Mi Corazon Slavaje“ ein saugeiler Rocker mit spanischem Text. „Free Hugs For Dictators“ ein flotter Punk Rocker, „Off With Her Head“ hier geht der Bass volle Kanone durch die Schädeldecke.

Balle

FEMME FATALE – Femme Fatale (Deluxe Edition) (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. Waiting For The Big One
02. Falling In And Out Of Love
03. My Baby’s Gun
04. Back In Your Arms Again
05. Rebel
06. Fortunge And Fame
07. Touch And Go
08. If
09. Heat The Fire
10. Cradle’s Rockin’
11. It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)
12. Chains
13. Lady In Waiting
14. Till It’s Shot

Spielzeit: 56:47 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: MCA Records – VÖ: 1988 – Page:

Man schrieb das Jahr 1988 und eine Femalefronted Melodic / Hard Rock Band aus den USA stellten sich an die Welt zu erobern. Dieses Unterfangen gelang auf mittlerer Ebene, in manchen Kreisen konnten FEMME FATALE einen gewissen Status erreichen, für den ganz großen Megaseller reichte es allerdings nicht.

FEMME FATALE brachte es auf einige Singles und zwei veröffentlichten Alben, wobei Album #2 aus Demos und Live Aufnahmen aus dem letzten Jahrhundert besteht, auf dem der Sound ein unter utopisches Niveau erreicht und besser in irgend welchen Archiven verschwunden wäre. Angeführt wurden FEMME FATALE von dem blonde Schnuckelchen Lorraine Lewis am Mikrofon, dazu kamen noch Bill D’Angelo an der Leadgitarre, Mazzi Rawd an Gitarre und Keyboards, Bassist Rick Rael und Drummer Boby Murry. Die Backing Vocals übernahmen die Bandmitglieder, von denen mir nach FEMME FATALE nichts mehr bekannt ist, außer von Lorraine die sich eher mäßig an einer Solokarriere versuchte und einige Jahre Frontfrau bei den Mädels von VIXEN war. Aus dem Schnuckel von damals ist im Laufe der Jahre eine Reife Frau mit knappen 70 Jahren geworden und der Glanz der Vergangenheit ist verblasst. Und man weiß ja wie verrückt die OP-Manie in den USA ist, vielleicht haben die eine oder andere OP mehr geschadet als genutzt. Aussehen ist ja bekanntlich Geschmackssache, aber es ist eine Genugtuung zu sehen das es nicht nur Normalos mit dem altern so geht sondern auch bekanntere Musiker*innen genauso. Also widmen wir uns der Mucke von FEMME FATALE. Lorraine hat eine sehr kräftige Stimme die eine gehörige Portion Dreck mitbringt und dadurch sehr gut mit dem Sound der Band harmoniert. Die Gitarren geizen nicht mit Riffsalven, verlieren sich aber nicht in unnötiger Selbstbeweihräucherung und spielen äußerst Sachdienlich. Die Keys spielen im Vergleich zu den Gitarren eine Nebenrolle und sind nur in ruhigen Momenten voll auszumachen. Der Bass zieht seine Bahnen in der zweiten Reihe und die Drums spielen zwar auffällig auf ohne sich dabei aufzudrängen. Die Produktion könnte Feintuning vertragen, ansonsten alles paletti.

FEMME FATALE kamen zu einer Zeit in der anständige Rockmusik noch nicht verbannt war, und das kann man deutlich hören, ab und an gibt es mal einige Experimente und Koketierungen um die Genregrenzen zu verschieben. Dies gelang auch auf eine ordentliche Weise, so wurden auch Elemente aus Glam und Sleaze Rock in den Stil eingebracht. Vergleichen kann man FEMME FATALE mit damals angesagten Bands aus dem selben Genre wie, HEART, LEE AARON, VIXEN, DEVAY, BON JOVI, HELIX, kräftigere HONEYMOON SUITE, ALIAS, RATT, ASPHALT BALLET ohne Bikerfeeling, AXE, BATON ROUGE, BEGGARS & THIEVES, BRIGHTON ROCK, CINDERELLA, DANGER DANGER und wie sie sich nicht alle nannten. Das gleichnamige Debütalbum von FEMME FATALE bediente die selbe Klientel wie die erwähnten Vergleiche nicht mehr und nicht weniger.

FEMME FATALE brachten 1988 mit ihrem Debüt ein für damals zeitgemäßes Album auf den Markt, dass weder Vergleiche scheuen noch sich hinter den ganz großen Namen verstecken musste.

„Waiting For The Big One“ ein cooler Melodic Rocker mit viel Potential, „Falling In And Out Of Love“ eine Hymne mit dem meisten Kick in den Hintern, wurde auch mit einem Major Label Video belohnt – hätte auf den vorderen Plätzen der Charts landen können. „My Baby’s Gun“ ein kräftiger Hard Rocker, „Back In Your Arms Again“ geht mit viel Melodie sehr gut ins Ohr. „Rebel“ eine für diese Zeit typische Ballade die es in die Charts schaffen sollte, „Fortunge And Fame“ ein Hard Rocker der alles plättet was nicht auf Seite geht. „Touch And Go“ es wird melodisch drauf los gerockt, „If“ die nächste Hymne die mit traumhaft geilen Gesangharmonien kommt. „Heat The Fire“ Hard Rock in seiner reinsten Form, „Cradle’s Rockin’“ geht die Sache wieder harmonischer an. „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock And Roll)“ AC DC mal mit dicken Eiern einer Frau, „Chains“ ein Melodic Rocker der auch auf dem Soundtrack zum Film Don’t Tell Mom The Babysitter’s Dead zu finden ist. „Lady In Waiting“ ein mehr schlecht als recht klingender Hard Rocker, „Till It’s Shot“ bei dem Demo zeigte sich die Qualität von FEMME FATALE.

Balle

JOSEPH THOLL – It Might Be Art

Trackliste:

01. New Dawn
02. Oh The Madness
03. I’m In A Darkness
04. Invocation Of The Evening Star
05. Walking
06. It Might Be Art
07. I Syrenens Tid
08. Rebirth
09. On Velvet Waves
10. The Burial

 

Spielzeit: 33:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: High Roller Records – VÖ: 12.06.2026 – Page: www.facebook.com/joseph.tholl.5

 

JOSEPH THOLL mag der ein oder andere unserer trueren Leser schon aus seiner Zeit bei ENFORCER kennen, die sich mit zunehmender Fanbase dem rohen klassischen Heavy Metal verschrieben haben. Inzwischen macht Joseph aber sein eigenes Ding, und das mit „It Might Be Art“ nunmehr bereits zum zweiten Mal in Albumlänge.
Okay, knapp unter 35 Minuten ist jetzt nicht wirklich „Länge“, aber im besten Fall ein kurzweiliges Hörerlebnis, und zweifelsohne, das ist es. Ordentlich Arbeit steckt für Joseph auch in dem Ding, schließlich hat er Gesang, Gitarre, einen Großteil der Bassparts, zudem Synths und Pianos selbst eingespielt. Kann er sich schon mal für auf die Schulter klopfen, anders als für den Kompliment-fischenden Albumtitel (Ja, Joseph, das ist Kunst, und das weißt Du auch ganz gut selber!).
Hat er vor allem auch alles sehr tholl gemacht. Die Stimme ist ausdrucksstark und seine Instrumente beherrscht der Mann auch komplett.
Aber was hat JOSEPH THOLL denn da jetzt eigentlich gemacht? Nun, das Genre ist insgesamt das, was man als New Wave of Swedish Great Rock Music bezeichnen könnte. Die melodische, ihren Fokus auf Musikalität legende, eingängige Art, die man so insbesondere von GHOST kennt, in letzter Zeit aber auch von REACH gehört hat. Dem gibt Tholl noch einen individuellen Indie/Alternative-Anstrich – Ihr wisst, mit so leicht andistorteten Vocals und so, und alter Schwede, macht der Mann das gut.
Die Melodiearbeit auf „It Might Be Art“ ist hervorragend, nahezu jeder Song hat das ein oder andere Motiv, das sich schon nach dem ersten Hören ins Gehirn eingebrannt hat. Dann gibt es die vielen kleinen Details wie Pauken-Rolls, Shaker, Orgel, mehrstimmige Vocals oder schön ausgewählte Synthsounds, die das Entertainment-Level der Platte weiter erhöhen. Die Gitarrenmotive und -Riffs sind mit viel Herzblut in die Songs eingegossen worden. Und kompositorisch gibt man den Songs genug Individualität, um sie auf dem Album unverwechselbar zu machen, mit poppigen Tracks, ruhigen oder straighter-rockigen. Dass dabei einige Tracks selbst an der Drei-Minuten-Hürde scheitern, ist gar kein Drama. Die 2,5 Minuten reichen, um die geile Songidee auszuerzählen, die in ihnen steckt, und ja, „It Might Be Art“ hat dank dieser Herangehensweise wirklich gar keine Längen. Und genau genommen auch nichts Kritikwürdiges.

Fazit:
„It Might Be Art“ ist ein Album für Leute, die Musik mögen. Und für Leute, die nochmal Bock darauf haben, ein Album zu hören, dessen zweiter Hördurchlauf als Non-Stop-Aneinanderreihungen von „Aaaah, richtig, das war auch geil!“ ausfällt. Mein erstes Festival des Sommers ist keinen Monat mehr entfernt und JOSEPH THOLL hat gerade rechtzeitig noch einen großen Beitrag für die Campingplatzplaylist geleistet!

Anspieltipps:
„I’m In A Darkness“, „New Dawn“, „I Syrenens Tid“ und „The Burial“

Jannis

ELEGANT WEAPONS – Evolution

Trackliste:

01. Evil Eyes
02. Generation Me
03. Bridges Burn
04. Holy Roller
05. Come Back To Me
06. The Devil Calls
07. Thrown to the Wolves
08. Shooting Shadows
09. Rupture
10. Mercy of the Fallen
11. Keeper of the Keys

Spielzeit: 54:15 min – Genre: Heavy Metal/Rock – Label: Exciter Records – VÖ: 24.04.2026 – Page: www.facebook.com/elegantweaponsband

 

2022 ins Leben gerufen, hat sich die Band ELEGANT WEAPONS rund um Mastermind Richie Faulkner (JUDAS PRIEST) mit ihrem 2023 erschienenen Debüt-Album „Horns For A Hallo“ schnell einen Namen in der Metalszene gemacht. Nun kehrt die Band mit ihrem neuen Album „Evolution“ wieder zurück, um das ordentliche Debütalbum zu toppen.
Leider gibt es ein paar Besetzungswechsel zu vermelden, denn mit Mastermind Ritchie Faulkner und Sänger Ronnie Romero (RAINBOW) sind nur noch zwei vom Debütalbum dabei. Neu an Bord sind nun Bassist Dave Rimmer (URIAH HEEP) und Drummer Christopher William (ACCEPT) die wie ihre Vorgänger ebenfalls keine Unbekannten im Metalkosmos sind.
Und auch das Label ist neu, man ist nicht mehr beim Branchenschwergewicht Nuclear Blast sondern beim amerikanischen Label Exciter Records.
Nachdem das Debütalbum bei mir auch ganz ordentlich angekommen war, aber für mich noch Luft nach oben hatte war ich sehr gespannt auf den neuen Diskus.

Und in den horchen wir nun direkt einmal rein nämlich mit dem Opener „Evil Eyes“ der gleich zeigt, wo der Hammer hängt. Rockige Riffs und ein satter Groove zerlegen mal direkt eure Boxen. Die Nummer bahnt sich direkt den Weg in eure Gehörgänge, kein Wunder das das Teil eine der Videosingles geworden ist.
Als Opener also perfekt gewählt!
Noch etwas erdiger ist das folgende „Generation Me“ geworden. Hier ist das Glanzstück auf jeden Fall der Refrain geworden der sich ebenfalls wieder metertief in den Gehörgängen festsetzt das es eine wahre Freude ist.
Mit der nächsten Videosingle „Bridges Burn“ geht es direkt weiter. Rockig, satt und wieder absolut eingängig kommt die Nummer aus den Boxen. Ronnie Romero singt gnadenlos, die Riffs von Ritchie sitzen wie angegossen und die Ryhtmusfraktion sorgt für den notwendigen Punch. Sehr schön!
Der Mittelteil hält dann sehr unterschiedliche Songs bereit, da hätten wir den Rocker „Holy Roller“, die vor Blues Einflüssen nur so strotzende Ballade „Come Back to Me“ und die nächste Ohrbombe „The Devil Calls mit schöner Keyboardunterstützung“.
Passend zum kommenden Sommer und den langen Autofahrten, am Besten mit Fenster runter ist dann „Thrown to the Wolves“ und bei „Shooting Shadows“ gibt es ein paar schöne, epische Melodiebögen die auch wieder in einen geilen Ohrwurmchorus münden.
Nach dem instrumentalen „Rupture“ gibt es mit „Mercy of the Fallen“ erneut einen straighten Rocker auf die Ohren bevor wir mit dem mit ordentlichen Hammond Orgel gewürzten „Keeper of the Keys“ einen würdigen weiteren Abschlusshit haben der ein Album beschließt was ich so stark nicht erwartet hätte!

Das Debütalbum von ELEGANT WEAPONS ließ mich noch etwas unbefriedigend zurück, bei den starken Musikern hatte ich mir wesentlich mehr im Endergebnis erwartet. Beim aktuellen, zweiten Album waren meine Erwartungen niedriger, und vielleicht war das genau die richtige Herangehensweise wobei ich auch sagen muss das hier die Songs wesentlich zielsicherer treffen und es hier nur so von Rockhits wimmelt!
Ein bockstarkes, zweites Album von sehr erfahrenen Musikern denen man zu jeder Sekunde ihre Erfahrung anmerkt.
Eines der Rock Highlights in diesem Jahr, da lege ich mich jetzt schon fest! Ein Muss und absolute Kaufempfehlung für den gepflegten Heavy/Hard Rocker mit der entsprechenden Top Note!

Julian