THE QUILL – The Quill / Silver Haze (Re-Releases)

Band: The Quill
Album: The Quill / Silver Haze (Re-Releases)
Spielzeit: 62:14 min / 72:59 min
Stilrichtung: Retro Rock
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.thequill.se

Die schwedische Retro/Stoner Band THE QUILL haben seit 1995 in unregelmässigen Abständen insgesamt 8 Alben veröffentlicht, und sich dabei einen guten Namen in der Szene erarbeitet. Das mag zum einen daran liegen, dass sie innerhalb der schwedischen Szene, die eine ganze Reihe ähnlich orientierter Bands (wie z.B. den Spiritual Beggars) aufzuweisen hat, als eine der Initiatoren der Bewegung waren. Es liegt aber wohl auch ganz einfach daran, dass die Truppe konstant gute bis sehr gute Alben veröffentlicht hat. Den guten Ruf haben sich THE QUILL schon früh, will sagen, mit den ersten beiden Alben erspielt. Und genau diese beiden Leckerbissen legen nun in einer feinen Neuauflage, mit Remastering, Bonustracks und in schönen Digipacks vor.

The Quill (1995)

Gleich das Debüt der Jungs ist in der Szene eingeschlagen wie eine Bombe. Und das zurecht, denn hier ist wirklich mit das Beste aus dem harten Rock der 80er vertreten: in „Gleam“ erinnert da ganze mal latent an frühe Alice in Chains, der Opener „Jet Of Water“ fegt wie ein ungestümer Love/Hate Song aus den Boxen und immer wieder wird man an die ersten Pearl Jam oder gar Mother Love Bone Scheiben erinnert. Dreh- und Angelpunkt der Scheibe ist Sänger Magnus Ekwall, der mit vollem Elan und einem feinen Gefühl für Melodien den relativ simpel gehaltenen Groove-Tracks den nötigen Dreh gibt. Wer den Werdegang der Berliner Selig etwas mitverfolgt hat, der mag hier durchaus Parallelen erkennen. Beide Bands zelebrierten auf ihren Erstlingswerken recht zügellosen, oft pure Spontanität atmenden Groove-Rock, mit tief liegenden bluesigen Einflüssen und einer wunderbaren Affinität zu grossen Melodien die man in den Fuzz-Riffs beinahe nicht vermuten würde. Ein herrliches Beispiel auf „The Quill“ ist hierfür „From Where I Am“ bei dem der Refrain den Song auf ein völlig neues Level hebt. Und immer wieder diese geniale Stimme von Fronter Ekwall, an dem ich mich auf dieser Scheibe einfach nicht satt hören kann. Ganz grosses Kino was der Herr hier an Emotionen und Energie freisetzte.

Silver Haze (1999)

Dass THE QUILL nicht zu den Bands gehören würden, die im Jahrestakt Alben raushauen wurde dem geneigten Fan bereits früh klar gemacht. Ganze 4 Jahre dauerte die Pause zwischen dem Debüt und dem nicht minder starken Zweitwerk „Silver Haze“. Personell gb es lediglich den Verlust von Keyboarder Anders Haglund zu vermelden, dessen Posten dann auch gleich ganz gestrichen wurde. Da auf dem Erstling das Keyboard gegen die fetten Gitarren eh keinen wirklichen Stich bekommen hatte, war diese Entscheidung nur konsequent. Entsprechend fokussiert und um einiges fuzziger riffen sich THE QUILL dann auch durch Tracks wie „Evermore“ oder „Under A Vow“. Das klingt öfters nach Black Sabbath als noch auf dem Debüt, was der Band ebenfalls gut steht. Denn über allem thront auch auf „Silver Haze“ die eindringliche Stimme von Sänger Ekwall. Es dauerte nach diesem überzeugenden 2ten Album dann weitere 3 Jahre bis 2002 mit „Voodoo Caravan“ das nächste Album in die Läden kam …

Wer in den 90ern musikalisch sozialisiert wurde, der wird bei der erstmaligen Einfuhr dieser beiden Perlen das Gefühl haben, sich in eine Zeitmaschiene gesetzt zu haben. Da sind sie wieder, diese Momente die man genoss als man zum ersten Mal Alice in Chains, Black Sabbath oder Pearl Jam hören konnte. Mir persönlich waren THE QUILL bisher tatsächlich durch die Lappen gegangen und ich bin heilfroh das Versäumte anhand dieser feinen Re-Releases (vor allem „Silver Haze“ wurde mit einigen interessanten Bonustracks aufgewertet) nachgeholt zu haben. Beide Alben sind auch heute noch eine Entdeckung wert. Beide Daumen hoch.

WERTUNG: (keine Wertung)

Trackliste:

The Quill

01. Jet Of Water
02. Dry
03. Lodestar
04. Homespun
05. From Where I Am
06. The Flood
07. In My Shed
08. Gleam
09. Not A Single Soul
10. In The Sunlight I Drown
11. I Lost A World Today
12. Sweetly
13. Shovel Goal (Bonus Track)

Silver Haze

01. Evermore
02. Grand Canyon
03. Freedom Mountain
04. Under A Vow
05. Stirring Times Ahead
06. Mercury
07. Into The Volcano (I Fly)
08. Universal Treehouse
09. Who’s Crying
10. Aeroplane
11. Rockets Collide
12. Unbroken (Bonus Track)
13. Silver Haze (Bonus Track)
14. Sparrow (Bonus Track)
15. Where The Lovelight Shines (Bonus Track)

Mario

MIKE TRAMP – Stray from the Flock

Band: Mike Tramp
Album: Stray from the Flock
Spielzeit: 41:54 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Target Group (Soulfood)
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.miketramp.dk

Mike Tramp – Stray from the Flock Easywriter überzeugt

Aufgerissene Wolkendecke, goldgelbes Getreidefeld bis zum Horizont, ein abgestelltes Bike dessen Fahrer zurückblickt auf die bisher gefahrene Strecke.
Der erste Eindruck des Covers von Mike Tramp´s neuer CD „Stray from the Flock“, könnte vermuten lassen, der Ex Sänger der nicht ganz unerfolgreichen Truppe WHITE LION schaue ein wenig wehmütig in die Vergangenheit.
Das ist nicht so und das belegen die Stücke seines neuen Albums mehr als eindeutig. Tramp ist mit sich im Reinen, ist dankbar für das, was er erleben durfte, und glücklich mit dem, was er macht.
Der charismatische Songwriter mit der unverwechselbaren Stimme mag es einfach und ohne Bombast und genau in diesem Stil sind die zehn Stücke seines Albums gehalten.
Er möchte ganz simpel seine Geschichten in einen guten Song packen und das gelingt ihm auf „Stray from the Flock“ hervorragend. Instrumentiert ist das Ganze gitarrenlastig und die Band weiß sich an den richtigen Stellen einzubringen oder zurückzunehmen.
Eröffnet wird das Album mit dem optimistischen „Best Days of my Life“, und man kann schon erahnen, dass Melancholie nicht das Fundament des Werkes sein wird.
Das folgende „Dead End Ride“ bestätigt diesen Eindruck, wir hören, was Tramp am besten kann, eine Geschichte in schöne, eingängige Melodien verpacken. Der Mann kann perfekt reduzieren.
Auch die ersten Strophen von „Die with a Smile on your Face“, werden nur vom E-Piano untermalt und setzen voll auf die tragende Stimme Tramps, der hier mehr erzählt, denn singt.
Den getragenen Songs „Homesick“ und „No Closure“ wohnt einfach eine Magie inne, der man sich einfach nicht entziehen kann. Süßlich fließt die Melodie, ohne auch nur im Ansatz kitschig zu wirken.
Die eigentliche Perle des Albums ist aber „Messiah“, viel einfacher kann ein guter Song kaum sein.
Im folgenden „No End to War“ gelingt es Mike Tramp mit unbeschreiblicher Leichtigkeit die Spannung über acht Minuten hochzuhalten.
Das selbst die beiden etwas schwächeren Nummern „One Last Mission“ und das extrem groovende „You ain´t free anymore“ den grandiosen Gesamteindruck nicht schmälern können beschreibt den hohen Qualitätslevel hinreichend.
Mike Tramp und seiner Band of Brothers gelingt es, den etwas schwächeren Vorgänger „Maybe Tomorrow“ vergessen zu machen und nahtlos an die Qualität von „Museum“ anzuschließen.
Fazit: Ein guter Song ist ein guter Song, auch wenn die Trackliste der Bemusterung leider eine andere ist als auf der Original CD. Dieses Album macht einfach zum Tramper!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. No End To War
02. Dead End Ride
03. Homesick
04. You Ain´t Free No More
05. No Closure
06. One Last Mission
07. Live It Out
08. Messiah
09. Best Days oOf My Live
10. Die With A Smile On Your Face

Link zu “Dead End Ride “ :

Rüdiger König

TESLA – Shock

Band: Tesla
Album: Shock
Spielzeit: 44:19 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Universal
Veröffentlichung: 08.03.2019
Homepage: www.teslabandshop.com

Nicht wenige Fans dürften sich irritiert am Kopf gekratzt haben als die Neuigkeit die Runde machte, dass das neue TESLA Album vom Def Leppard Gitarristen Phil Collen produziert würde. Dass beide Bands seit Ewigkeiten freundschaftlich verbunden sind und schon mehrere gemeinsame Tourneen absolviert haben ist bekannt. Ob eine solche Allianz aber auch auf kreativer Ebene funktioneren würde war fraglich. Nun, jetzt wissen wir es immerhin. Meine ganz persönliche Meinung zumindest lautet „nur bedingt“. Aber ganz so krass wie es sich liesst ist das Endergebnis dann doch nicht ausgefallen.

Wenn man mal von den inflationär vorhandenen balladesken Tönen absieht, dann haben TESLA auf „Shock“ tatsächlich ein paar gute Songs versteckt. Die beiden Rocker „You won’t take my alive“ und „Taste like“ machen schonmal aufgrund des breitwandig angelegten Sounds schnell klar, dass „Shock“ als die komplette Anti-These zu dem 2014er Album „Simplicity“ zu verstehen ist. Im Gegensetz zu dem auf dem mauen Vorgänger zelebrierten backtotheroots-Ansatz schlägt das Produktionspendel also diesmal bedrohlich in den Kitsch-Bereich. Will sagen: es gibt das ein oder andere Elektro-Drums Sperenzchen („Shock“) und mega-fette Chöre zu bestaunen. Besagte Chöre klingen dabei so verdammt nach „Hysteria“, dass es einem schon manchmal die Sprache verschlägt. Allerdings wurde die Platte nicht damit zugekleistert sondern das Ganze eher dezent als Stilmittel eingesetzt. Aber alles klingt halt schon relativ „produziert“. Immerhin ist es Collen nicht gelungen auch die Gitarren komplett glattzubügeln. Die rocken bei Tracks wie „The Mission“ oder „Tied to the Tracks“ immer noch schön dreckig aus den Boxen. Ob man auf einer TESLA Scheibe aber typische Def Leppard/Mutt Lange Chöre wie bei „Comfort Zone“ braucht sei mal dahingestellt. Nicht jeder Song ist ein zwingender Volltreffer. Besonders im Mittelteil der Platte gibt es mit „California Summer Song“ und „Forever loving you“ absolut verzichtbare Belangslosigkeiten zu hören. Unterm Strich macht mir „Shock“ tatsächlich aber mehr Laune als der hüftsteife Vorgänger. Das bereits erwähnte „You won’t take my alive“ z.B. ist ein feiner, straighter Gute-Laune Kracher, der knackig aus dem Autoradio kracht. Bei einer Spielzeit von knapp unter einer Dreiviertelstunde und insgesamt 12 Songs haben wir es einfach mit einer ordentlich produzierten, am Reisbrett entworfenen und (TESLA-typisch) kompetent eingespielten Rockplatte zu tun, die niemandem weh tut und wahrscheinlich auch recht schnell wieder vergessen ist.

Ganz so übel wie es zu befürchten stand ist „Shock“ zum Glück nicht geworden. Im Gegenteil, über weite Strecken können TESLA (wieder) überzeugen, auch wenn ich mir etwas mehr eigenes Profil und weniger Def Leppard Puderzucker gewünscht hätte. Da liegt wohl dann auch die Krux für die meisten Fans, denn es gibt auf „Shock“ durchaus Pasagen bei denen man schwören könnte Phil Collen’s Stammband zu hören … Ob man gewillt ist sich darauf einzulassen sollte jeder selbst entscheiden. An die ersten drei Klassiker der Band reicht das hier zwar nicht heran. Nach einigen Durchläufen findet man aber genügend gute Tracks die sich lohnen in die Playlist zu schaufeln.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. You won’t take my alive
02. Taste like
03. We can rule the World
04. Shock
05. Love is a Fire
06. California Summer Song
07. Forever loving you
08. The Mission
09. Tied to the Tracks
10. Afterlife
11. I want everything
12. Comfort Zone

Mario

TUG OF WAR – Soul Fire

Band: Tug of War
Album: Soul Fire
Spielzeit: 51:00 min
Stilrichtung: Hardrock/AOR
Plattenfirma: Escape Records
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage:-

TUG OF WAR – Die schwedisch-kanadische Symbiose debütiert auf hohem Level
Der schwedische Gitarrist, Songwriter und Produzent Tommy Denander ist ohne Frage sehr umtriebig, erst gegen Ende Jahres 2018 gelang es ihm durch seine Mitarbeit, die hochgelobte „Outlaw Son“ von Jerome Mazza in viele „Best of“ Platzierungen zu hieven, und nun startet er mit TUG OF WAR am Anfang dieses Jahres gleich einen neuen Versuch. Der Mann fühlt sich musikalisch in der Nähe von Toto am wohlsten und das hört man auf „Soul Fire“ stellenweise sehr wohl. Sein gehobenes Songwriting lässt ihm allerdings die Möglichkeit, weitere musikalische Einflüsse spielerisch einzubringen, ohne seine eigene Identität zu vernachlässigen.
Wie wichtig nicht nur im Sport, sondern auch in der Musik ein ordentliches „Scouting“ ist, beweist die gesangliche Neuentdeckung BK Morrison. Der Kanadier war ein komplett unbeschriebenes Blatt, überzeugt aber auf „Soul Fire“ auf ganzer Linie. Extrem an die Stimmungslage des jeweiligen Songs angepasst, klingt er mal nach Coverdale, Bob Seeger oder Lou Gramm, aber immer unverkennbar nach Morrison.
Neben den Erwähnten fanden sich eine illustre Schar an hochdekorierten Gastmusikern im berühmten, altehrwürdigen EMI/ Abbey Roadstudio Stockholm ein um gemeinsam ein außerordentliches Rockalbum zu produzieren.
Chris Ousey (Heartland / Snakecharmer), Joseph Williams (Toto), Bill Champlin (Chicago) bereichern das Album mit ihrem Backgroundgesang während sich Brian Anthony (Steve Walsh) neben dem Bassspiel auch für den Mix und das Mastering verantwortlich zeigt.
Leicht und locker startet das exzellente Album mit „Before I Will Know“ und BK Morrison lässt hier direkt schon erahnen, auf was für ein hohes Level wir uns bei den folgenden Nummern freuen dürfen.
Klassischen AOR/ Hardrock amerikanischer Prägung mit ordentlich Gitarren und dezenten Bläserarrangement bietet „Bullet With Your Name“ .
Die Mitempo Nummer „Come Home“ erinnert ein wenig an Giant, „ Confess To Your Dreams“ swingt auf einer fröhlich positivem Art durch seine gut vier Minuten.
Wie sehr sich Denanders Gitarrenarbeit mit BKs Gesang in einer starken Symbiose verbindet, hört man extrem auf „I Won´t Surrender“, einem darüber hinaus noch großartigem Song.
Bluesig und etwas getragener wird’s auf „My Soul is A Ghost Town“ die das enorme Spektrum dieser Produktion aufzeigt.
Etwas schwächer gelungen ist „Somewhere In The Past“ und muss für den „Album Füller“ herhalten, bevor das insgesamt gut gelungene Album mit dem Background Vocals geprägten „Full Of Sh**t“ ausklingt.
Fazit: Auch das leider stellenweise etwas ausgelutscht daherkommende AOR Genre lässt einem noch die Gelegenheit, ein Album frisch und ungehört zu produzieren und genau das ist TUG OF WAR gelungen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01 Before I Will Know
02 Bullet With Your Name
03 Come Home
04 Confess To Your Dreams
05 Fade To Black
06 I Won´t Surrender
07 Have Mercy
08 My Soul Is A Ghost Town
09 On The Other Side
10 Somewhere In The Past
11 Walk It Like A Man
12 Full Of S**T

Rüdiger König

Link zu : Before I will know:

KANE ROBERTS – The New Normal

Band: Kane Roberts
Album: The New Normal
Spielzeit: 41:56 min
Stilrichtung: Hard Rock, Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 25.01.2019
Homepage: www.facebook.com/kane.roberts2

KANE ROBERTS ist nicht gerade das, was man eine Koryphäe auf seinem Instrument nennt. Das, was der ehemalige Alice Cooper Gitarrist spielt ist solide, aber nie beeindruckend. Dieses Adjektiv war schon immer für die imposante physische Präsenz des Bodybuilders reserviert. Dennoch haben mir seine vergangenen Soloalben, allen voran „Saints and Sinners“ (1991) gut gefallen. Als im Vorfeld der neuen Veröffentichung die Info die Runde machte, dass ROBERTS alter Kumpel Kip Winger beim Songwriting seine Hände mit im Spiel hatte (und davon versteht der gute Herr Winger bekanntermassen einiges), so war die Vorfreude gross.

Leider kann „The New Normal“ die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Als erstes schlägt mir der Klang der Scheibe sauer auf: Erzwungen auf modern getrimmt, bollern vor allem die Drums reichlich gewöhnungsbedürftig durch die Produktion. Auch an anderen Stellen hat man das Gefühl, die Suche nach dem Gesamtsound des Albums wäre nie ganz bis zu Ende gekommen. Dass Roberts in den Jahren seiner Abstinenz von der Musik wie durch ein Wunder nun zum begnadeten Saitenakrobaten gewachsen wäre hat wohl niemand erwartet. Entsprechend hölzern tönen die Soli wie z.B. in „Wrong“ aus den Boxen. Richtig gut sind ROBERTS und seine zahlreichen Mitstreiter meistens dann, wenn relativ straight nach vorne gerockt wird. So ist das von einem Nita Strauss Solo veredelte „King Of The World“ ein klassischer Rocker der alten Schue. Auch der Opener „Above And Beyond“, welcher zusammen mit Kip Winger, Paul Taylor (Winger) and Ken Mary (u.a. Fifth Angel, House of Lords) eingespielt wurde ist ein brauchbarer Song. Leider gibt es auf „The New Normal“ aber zuviele Experimente zu hören. Während „Beginning Of The End“ mit Alica Cooper und Alissa White-Gluz (Arch Enemy) noch seine Momente hat (wenn das Ganze auch etwas verwooren daher kommt), so hat man bei Tracks wie „Leave Me In The Dark“ oder „Who We Are“ immer das Gefühl als wenn vergessen wurde die Handbremse zu lösen. Aber, und das nötigt mir bei einem solch „alten“ Haudegen Respekt ab, die Scheibe ist abwechslungsreich und traut sich was. Was unterm Strich dann doch noch einiges rausreisst.

Tja. Das grösste Problem an „The New Normal“ ist die ziemlich wirre Stilitsik des Materials. Auch wenn es mich eigentlich freut festzustellen, dass auf dem Frontiers Label mal endlich eine Scheibe erscheint, die so was von gar nicht ins typische Frontiers Muster passt, so ist das Resultat doch ernüchternd. Man kann sich die Scheibe durchaus schönhören. Das braucht aber einige Umdrehungen und leider sind die starken Tracks zwischen zuviel Füllern versteckt. Schade, da wäre noch mehr drin gewesen

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Above And Beyond
02. Beginning Of The End
03. Who We Are
04. Wrong
05. Forever Out Of Place
06. King Of The World
07. Leave Me In The Dark
08. Wonderful
09. Leave This World Behind
10. The Lion’s Share

Mario

INGLORIOUS – Ride to nowhere

Band: Inglorious
Album: Ride to nowhere
Spielzeit:- min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 25.1.2019
Homepage: www.inglorious.com

Nachdem die Rock-Garage bei der Bewertung des letzten INGLORIOUS Albums mit 9,5 euphorischen Punkten die Messlatte sehr hochgelegt hat, widmen wir uns nun dem Nachfolgewerk „Ride to Nowhere“.
Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Band in der Form, in der sie die Platte eingespielt hat, nicht mehr existent ist. Sänger Nathan James und seine gesamte Gitarrenfraktion, haben sich während der Produktionsphase entschieden, diese gemeinsam durchzuziehen, und anschließend getrennte Wege zu gehen.
Nicht nur unter diesem Aspekt ist die Qualität von „Ride to Nowhere“ außergewöhnlich gut. Erneut gelingt der Band um einen der charismatischsten Sänger des Genres ein sehr persönliches Album, welches insbesondere vom Songwriting lebt.
Die Briten arbeiten sehr schnell, vom vorgeschlagenen Riff bis zum kompletten Song vergeht nicht viel Zeit.
Das neue Werk klingt anders, ohne auf die klassischen Trademarks des britischen Hardrocks zu verzichten, es klingt reifer und härter.
Der Opener „Where are you know“ glänzt mit einer interessanten Strophe, bevor es im Refrain abgeht, wie das oft zitierte Zäpfchen.
„Never alone“ kommt etwas schleppender und ziemlich schnörkellos daher, wobei der Bombast Anteil im allgemeinen recht überschaubar ist.
Punkten kann auch das treibende „Liar“, die Akkordstruktur ist hier „very british“ angelegt und wird erneut vom glänzend aufgelegten James gepushed und getragen.
Etwas uninspiriert wirkt dagegen ‚Time to go‘, vielleicht der schwächste Song des Albums, der aber direkt durch das folgende,ruhigere “I dont know“ mit seinen überraschenden Tempiwechsel ausgeglichen wird.
Sehr interessant und abwechslungsreich im Songaufbau gelingt der Titeltrack „Ride to nowhere“, mit über sechs Minuten auch der längste auf der Scheibe. Hier werden INGLORIOUS dem Anspruch als Retter des britischen Hardrock sehr gerecht.
Recht spärlich instrumentiert lebt „Glory days „alleine davon, dass es ein genialer Song ist, wie ihn selbst INGLORIOUS nicht alle Tage schreiben.
Am Ende bleibt die Frage, Quo vadis, Inglorious?
Mittlerweile hat Mastermind Nathan James mit Vinnie Colla (Bass), Dan Stevens (Gitarre) und Danny Dela Cruz (Gitarre) schnellstmöglich die Mitstreiter gefunden, welche ihm helfen sollen, das Standing zu erreichen, an dem er so hart arbeitet und „Ride to Nowhere“ ist sicher kein Rückschritt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01 Where Are You Now?
02 Freak Show
03 Never Alone
04 Tomorrow
05 Queen
06 Liar
07 Time To Go
08 I Don´t Know You
09 While She Sleeps
10 Ride To Nowhere
11 Glory Days

Rüdiger König

STARBREAKER – Dyphosia

Band: Starbreaker
Album: Dyphosia
Spielzeit: – min
Stilrichtung: Hardrock/ Melodic Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 25.01.2019
Homepage: www.facebook.com/starbreakerofficial

Eine elfjährige Pause hat sich das Projekt STARBREAKER gegönnt, um nach dem fantastischen „Love´s dying Wish“ nun mit „Dysphoria“ Album Nummer drei zu präsentieren. In dieser Zeit sind speziell Tony Harnell´s Kurzzeitintermezzi bei seiner langjährigen Stammband TNT und SKID ROW im Gedächtnis geblieben, die seinen zahlreichen Fans eine ziemliche Achterbahnfahrt beschert haben. Alles Geschichte und soll hier nicht Grundlage der Review sein.
Zum ersten Mal hat sich der Kreativprozess ihres Albums über einen längeren Zeitraum erstreckt, aber man hört den beiden Hauptakteuren Tony Harnell und Magnus Karlsson (Primal Fear) die erneute Lust auf Fortführung ihres Projekts jederzeit an.
Großartige Gitarrenarbeit gepaart mit einer immer noch herausragenden Stimme. Harnell verwechselt man nicht, sondern man verfällt ihm.
Das STARBREAKER in der Lage sind hervorragende Songs zu schreiben, haben sie hinlänglich bewiesen, hier bestätigen sie es erneut. Jeder einzelne Track hat einen hohen Wiedererkennungswert und zündet ohne große Qualitätseinbußen auf hohem Niveau.
Dysphoria fehlt der Bombast zum Vorgängeralbum, ist straffer komponiert und somit etwas zugänglicher. Ein Album,von dem der Sänger behauptet, es wäre“ hübsch traurig und unendlich hoffnungsvoll“
Tony Harnell scheint erneut keine Tonlage fremd, und brilliert auf einem sehr songdienlich instrumentierten Grundgerüst.
„Pure Evil“ startet extrem heavy und versetzt den Hörer direkt wieder ein wenig in die seligen „The knights of the new Thunder /TNT Zeiten.
Etwas düstere Gitarren bekommen wir in „Wild Butterflies“, bevor es in den schmachtenden, schönen Refrain übergeht. Karlsson weiß sein Können punktgenau einzusetzen, sei es im Riffing oder im Soli.
Ob „How many more goodbyes „sich textlich doch mit Harnells traditionellen Bandwechseln beschäftigt, bleibt wohl sein Geheimnis, ein klasse Song ist es allemal.
Zum ersten Mal merklich ruhiger und tief emotional wird’s auf der Klavierballade „Beautiful One“, wo hingegen „Bright Star blind me“ wie die Blaupause des typischen Starbreaker Songs klingt, etwas getragener mit dezentem Piano im background, auf dem der Gesang sich austoben kann
„Fire away“ ist im Mittempo unterwegs und lebt von seinem schön arrangierten Melodiebogen im Chorus
Erneut in härteren Gefilden unterwegs ist das abschließende, kompromisslos gelungene Judas Priest Cover „Starbreaker“ ,auf dem Harnell nochmals sein Facettenreichtum beweisen kann.
Der Sound des Albums drückt ordentlich, die Band, die neben Harnell und Karlsson aus aus dem neuen Drummer Anders Köllerfors und Bassisten Jonny Lightfoot besteht sind präzise auf dem Punkt und Simone Mularoni (DGM) hat dem Ganzen den verdienten Sound gemischt.

Auf allen zehn abwechslungsreichen und gut umarrangierten Tracks wird Dysphoria ihrem Titel mal so gar nicht gerecht. Das Album wird ihre Fans sicher nicht enttäuschen und dürfte am Ende des Jahres zu den besseren Veröffentlichungen zu zählen sein.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Pure Evil
02. Wild Butterflies
03. Last December
04. How Many More Goodbyes
05. Beautiful Ones
06. Dysphoria
07. My Heart Belongs To You
08. Fire Away
09. Bright Star Blind Me
10. Starbreaker

Rüdiger König

Link “ Pure Evil” :

MAGNUM – Live at the Symphony Hall

Band: Magnum
Album: Live at the Symphony Hall
Spielzeit: – min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: SPV/Steamhammer
Veröffentlichung: 18.01.2019
Homepage: www.magnumonline.co.uk

Welcome to an evening with ….MAGNUM !
„Live at the Symphony Hall“ in Birmingham die neue Live CD der britischen Hardrock-Dauerbrenner.
MAGNUM touren gerne und erfolgreich und, soviel darf man vorwegnehmen, das hört man der authentischen Aufzeichnung des Abschlusskonzerts zur 42 Städte umfassenden Konzertreise auch an.
Ich durfte die Band letztes Jahr zweimal live erleben, Freunde großer Setlistveränderungen sind sie nicht, da sind die Briten eher Gewohnheitstiere. Wer allerdings genauer hinhört, entdeckt den Variantenreichtum insbesondere bei der Darbietung der bekannten Klassiker, sei es im Tempo oder Arrangement des Songs.
Dass was sie spielen sitzt, nimmt das Auditorium mit und diese Liveatmosphäre wird auf dem Album deutlich. Man spürt, die Band wird von ihren Fans verehrt. Sie sind nicht gekommen, um irgendwelchen Altrockern ein letztes Mal zu huldigen, sondern um einige ihrer Lieblingssongs gemeinsam mit der Band abzufeiern, egal ob neueren oder älteren Datums.
Wenn auf „Lost on the Road of Eternity“, dem Titelstück der letzten Studioarbeit, Tobi Sammet (Avantasia) zum Duett erscheint erreicht die Stimmung auch in Rille gepresst, zum ersten Mal ihren Höhepunkt.
Das Bob Catley mittlerweile 72 Jahre alt ist und einen großen Teil davon auf Tour verbracht hat, hört man seiner Stimme an, die fehlenden hohen Töne macht der charismatische Sänger aber durch seine immense Erfahrung allemal wett.
Auch die Integration der nicht mehr ganz neuen Bandmitglieder Rick Benton (keys) und Lee Morris.(drums) ist erfolgreich abgeschlossen und lässt MAGNUM auch live frischer klingen, was nicht zuletzt eine zehnminütige Version von „How far Jerusalem“ vom Storytelleralbum belegt.
Darüber hinaus sind „Show me your hands“, „All England’s Eyes“ und nicht zuletzt „Don´t wake the lion“ allesamt Songs, über deren Livewirkung man keine großen Worte verlieren muss.
Das ganze Werk macht Spaß und hat eigentlich nur einen Fehler, es ist leider nur eine CD und kein filmischer Blu-ray Mitschnitt, verkürzt aber sicherlich die Zeit, bis wir uns über ein neues Studioalbum freuen dürfen.

WERTUNG:

keine Wertung

Trackliste:

CD 1

01. When we were younger
02. Sacred Blood `Devine`Lies
03. Lost On The Road To Eternity
04. Crazy Old Mothers
05. Without Love
06. Your Dreams Won´t Die
07. Peaches And Cream
08. How Far Jerusalem

CD 2

01. Les Morts Dansant
02. Show Me Your Hands
03. All England´s Eyes
04. Vigilante
05. Don´t wake The Lion
06. The Spirit
07. When The World Comes Down

Rüdiger König

THE SCREAM – Let it scream (Re-Release)

Band: The Scream
Album: Let it scream (Re-Release)
Spielzeit: 79:54 min
Stilrichtung: Hard Rock, Sleaze Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 07.12.2018
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Die „Unplugged“ Scheibe von Sänger John Corabi war eine der ersten Platten, die ich für die Rock Garage besprechen durfte. Gücklicherweise sind seitdem noch ein paar weitere gute Scheiben hinzugekommen, auf denen Corabi seine Stimmbänder schwingt und die ich mir intesiv anhören konnte (von der neuen Heimat des Barden, den Dead Daisies, siehe hier und hier). In meiner Besprechnung von „Unplugged“ erwähnte ich damals (das ist bereits über 6 Jahre her), dass eine Neuauflage des Debüt Albums der Corabi Band THE SCREAM in der Mache sei, inklusive Live-Bonus Tracks … man sollte die Hoffnung nie aufgeben, denn was lange währt wird endlich gut: Nun liegt er also vor, der erwähnte Re-Release dieses Klassikers, den der Stefan bereits im Zuge seiner „Klassiker der Woche“ Kolumne ausführlich vergestellt und angepriesen hatte (nachzulesen hier).

Daher möchte ich an dieser Stelle nicht nochmals auf die Vorgeschichte und den wirklich erstklassigen musikalischen Inhalt der Scheibe eingehen. Daran hat sich natürlich auch auf der aktuellen Rock Candy Neuveröffentlichung nichts geändert. Als Kaufargument lockt, wie bei diesem feinen Label üblich, zum einen das gewohnt informative Booklet, in dem Corabi ausführlich zu Worte klommt und die Platte reflektiert. Zum anderen sind die Bonus Tracks und das Remastering zu erwähnen. Während letzteres durchaus Geschmacksache ist und ziemlich laut ausgefallen ist, stellen die Live Songs einen wirklichen Mehrwert dar, der es Fans der Truppe eigentlich unmöglich machen dürfte hier nicht zuzugreifen. Neben dem okayen Non-Album Track „Yound and Dumb“, welches der Betrag der Jungs zum Hollywood Streifen „Encino Man“ (deutscher Titel: „Steinzeit Junior“) war, sind da noch 6 Live Aufnahmen aus dem Jahr 1992 zu bestaunen. Die Aufnahmen sind keine audiophile Offenbarung, haben aber den Vorteil die Band ungeschminckt und ungekünstelt zu präsentieren. Hier klingen THE SCREAM schön rauh und hungrig und Hammer wie das treibende „Catch Me If You Can“ gewinnen in der Live Darbietung nochmals ungeheuren Charme. Es ist wirklich eine Schande, dass Corabi von Mötley Crüe angeheuert wurde. Wer weiss, was aus dieser vielversprechenden Truppe noch hätte werden können?

Wer „Let it scream“ noch nicht im CD-Regal stehen hat, sollte, nein, muss hier zugreifen. Selten wurden handwerkliches Können, starkes Songwriting und eine zeitlose, kraftvolle Produktion (dank Mischpult-Legende Eddie Kramer, Kiss, Jimi hemdric und Led Zeppelin) so eindrucksvoll in Szene gesetzt wie hier.

WERTUNG: (Keine Wertung)

Trackliste:

01. Outlaw
02. I Believe In Me
03. Man In The Moon
04. Father, Mother, Son
05. Give It Up
06. Never Loved Her Anyway
07. Tell Me Why
08. Loves Got A Hold On Me
09. I Don’t Care
10. Every Inch A Woman
11. You Are All I Need
12. Catch Me If You Can
13. Young And Dumb (Bonus Track)
14. Outlaw (live 1992) (Bonus Track)
15. Give It Up (live 1992) (Bonus Track)
16. I Believe In Me (live 1992) (Bonus Track)
17. Father, Mother, Son (live 1992) (Bonus Track)
18. Catch Me If You Can (live 1992) (Bonus Track)
19. Lick And A Promise (live 1992) (Bonus Track)

Mario

EUROPE – Out of this World (Re-Release)

Band: Europe
Album: Out of this World (Re-Release)
Spielzeit: 47:55 min
Stilrichtung: Hard Rock, Melodic Metal
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.europetheband.com

Als John Norum, ein in Kollegen- und Fankreisen hoch geschätzter Gitarrist, nach dem phänomenalen Erfolg der 3. Scheibe „The Final Countdown“ bei den schwedischen Hardrockern EUROPE seinen Platz räumte war das schon ein beachtlicher Schritt. Die Differenzen bezüglich der musikalischen Ausrichtung waren angeblich zu gross. Während Norum einen rockigeren Sound verfolgte, hatten Sänger Joey Tempest und der Rest der Mannschaft kein Problem damit sich noch mehr an seichterem Mainstream zu orientieren. Die Lücke, die Norum hinterließ war nicht gerade klein. Mit der Verpflichtung des Landsmanns Kee Marcello machten EUROPE aber genau den richtigen Griff zur richtigen Zeit. So grundlegend essentiell Norums Riffs und Licks auch für den Erfolg der Truppe bis dahin waren. Was Marchello auf seinem Einstand „Out of this World“ abfeuerte war schlichtweg grandios und gilt auch heute noch als Meilenstein des melodischen Solospiels im Rock-Genre (man höre sich nur mal das wahnwitzige Solo in „Just The Beginning“ oder die geschmacksicheren Moldiefeuerwerke in Superstitious“ an).

Die Marschrichtung war klar: den gewohnten/bekannten Hardrock der Band durch ein Optimum an massenkompatiblen Glitzer für die Weltherrschaft herausputzen. Das ist den Jungs, mit tatkräftiger Unterstützung Ron Nevison (u.a. UFO und Survivor) an den Reglern, auch verdammt gut gelungen. Ohrwürmer der Marke „Superstitious“, „Let the Good Times Rock“ oder die aufpolierte Neufassung der Power-Ballade „Open Your Heart“ (ursprünglich auf der Scheibe „Wings of Tomorrow“ vertreten) klingen auch heute noch, dank der fantastischen Produktion, räumlich, druckvoll und referenzverdächtig. Ganze 6 Singles wurden aus „Out of this world“ ausgekoppelt und doch schnitt die Platte nicht so gut ab wie der übermächtige Vorgänger. Auf dem nachfolgenden „Prisoners in Paradise“ wurde der Bombast etwas heruntergefahren, was den Abstieg der Band aber auch nicht retten konnte und in der zeitweisen Auflösung von EUROPE endete. Aber das ist eine andere Geschichte …

Jepp, „Out of the world“ ist definitiv das poppigste Album der Schweden im Gesamtkatalog der Jungs. Allerdings ist die Scheibe auch sehr gut gealtert und kann sich auch heute noch hören lassen. Die Fangemeinde mag ein wenig gespalten sein ob der glattgebügelten Ausrichtung und seit der Reunion fährt die Truppe ja einen konsequent entgegengesetzten Weg. Das ändert aber nichts daran, dass wir es hier mit einer tolle Scheibe zu tun haben, die in der vorliegenden Rock Candy Fassung (inkl. einem ordentlichen Remastering und tollen Linernotes) eine wertige Investition in die CD Sammlung darstellt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Superstitious
02. Let The Good Times Rock
03. Open Your Heart
04. More Than Meets The Eye
05. Coast To Coast
06. Ready Or Not
07. Sign Of The Times
08. Just The Beginning
09. Never Say Die
10. Lights And Shadows
11. Tower’s Calling
12. Tomorrow

Mario