TOJA – V

Band: ToJa
Album: V
Spielzeit: 45:01 min 
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Pure Rock Records
Veröffentlichung: 14.07.2017
Homepage: www.toja-rock.com

Gut, Kreativität bezüglich des Bandnamens und des Titels ihres aktuellen Albums sucht man bei TOJA vergeblich. Während die Band schlicht nach den Anfangsbuchstaben der Namen der Gründungsmitglieder Tommy und Jan benannt ist, betont der Albumtitel “V“, dass es sich um den fünften Release der Mühlheimer handelt. 
Die Musik der vier Jungs ist hingegen um einiges kreativer. Melodischer Hard Rock steht auf dem Programm und TOJA arbeiten dieses Programm mit viel Liebe zum Detail ab. Schon der Opener, „Tears Of Fire“, beginnt genau so, wie man es erwartet. Drumintro: check. Gitarre drauf: check. Gitarre doppeln: check. Alle an Bord? Ab geht’s. Dabei wandeln TOJA gerne auf gewohnten Hard-Rock-Pfaden, mit dezenten Gitarren während der Strophe, einem druckvollerem Prechorus und einem Chorus, der aus drei Wörtern besteht und/oder amtliche Backing Vocals auffährt. Dazu ein Solo, Klischeetexte („I got a six string on my back“) und vielleicht ein paar Keyboards im Hintergrund. So weit, so vertraut, so sechs Punkte Gesamtwertung. 
Doch zeigt sich immer wieder, dass TOJA mehr sind, als nur irgendsoeine Hard-Rock-Band. So startet „She's A Rebel“ mit freshen (Verzeihung, ein anderes Wort fiel mir dazu nicht ein) Keyboards, um anschließend während der Strophen trotz des eher langsamen Tempos mit spaßig-zappeliger Drumarbeit positiv zu verwirren.
„Forever Rock“ stampft, leicht an „Operation Mindcrime“ erinnernd, aus den Boxen und würde wohl vor allem live dank des Mitsing-Refrains erfreuen. „Run For Cover“ atmet Hard Rock durch jedes geeignete Loch, inklusive Schellenkranz im Chorus. Und „Don't Let Me Go“ ist eine absolut gelungene Stadion-Rock-Halbballade, die man so in der Art auch auf ALICE COOPERS „The Last Temptation“ hätte erwarten können.
Klar, nicht jeder Song auf „V“ ist ein Volltreffer. „Ballad For A Friend“ ist eine nette Ballade mit respektablem gefühlvollen Gesang, dudelt aber wie auch das Instrumental „Senza Cantata“ eher unspektakulär am Hörer vorbei. Aber nicht so schlimm. Hat man sich mit der partiell eher etwas kraftlosen Produktion angefreundet, kann man mit „V“ durchaus seine nostalgische Freude haben.

Anspieltipps: 
„Love Is Like A Sin“, „Where's My Home“, „Run For Cover“, „Ashes To Ashes“ und „Don't Let Me Go“

Fazit:
Ja, „V“ hat ein paar (wenige) schwächere Tracks. Ja, „V“ ist auch eher mäßig produziert worden. Ja, die Tracks sind oft sehr ähnlich aufgebaut. Und es gibt keine Cowbell. Wer vergisst bei so einem Album die Cowbell? (Korrigiert mich, wenn Ihr eine findet.)
Aber im Ernst: Abgesehen von diesen kleinen Kritikpunkten haben TOJA ein echt nettes Genre-Buffet zubereitet. Was man von einem Hard-Rock-Album erwartet, ist drin, und noch ein bisschen mehr. Wenn beim nächsten Release die Produktion besser ist, dann wird „VI“, sollte es denn so heißen, seine 8,5 von mir gerne bekommen. An der Musik an sich wird es nicht scheitern!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Tears Of Fire
02. She's A Rebel
03. Forever Rock
04. Love Is Like A Sin
05. Modern Times
06. Ballad Of A Friend
07. Where's My Home
08. Run For Cover
09. Don't Let Me Go
10. Senza Cantata
11. Ashes To Ashes

Jannis

Talentschmiede: BACK TO EDEN

Band: Back to Eden

Gegründet: 2016

Herkunft: Melbourne, Australien

Mitglieder:  Im Studio:
Edan Hoy: Gitarre/Bass/Songwriter 
Aliz Bin Kasim: Gesang 
(+ Special Guests) 
Enzo Almanzi: Gitarrensolos 
Greg Fawcett: Gitarrensolos
Paul Jones: Gitarrensolos
Weitere Musiker, sowie das Line-Up für Live-Shows TBA.

Stil: Traditioneller Hard Rock/Heavy Metal, Melodic Metal

Veröffentlichungen: Temptation (Single) Devil in Disguise (Single) Imperative Music Compilation Volume 13 

Einflüsse: Judas Priest, Metallica

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten: Da haben wir keine richtigen Erwartungen. Natürlich würden wir gerne auf irgendeine Art und Weise Erfolg haben, aber was passiert, passiert. Wir haben einfach Spaß am Musik machen und genießen es. 

Was als nächstes kommt: Wir gehen bald wieder ins Studio und werden gegen September eine weitere Single veröffentlichen, sowie eine Debut EP Anfang 2018. Dann werden wir auch eine Live-Band zusammenstellen und einige Shows spielen. 

Unsere beste Erfahrung bis jetzt: Das Aufnehmen und Veröffentlichen unserer ersten Single.

Unser peinlichster Moment: Keiner (noch nicht!).

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum: Ozzy Osbourne. Mit dem ein paar Bierchen zu trinken liefert sicher einige “interessante” Geschichten, nicht wahr?!! Auch mit Lemmy wäre es cool gewesen, wenn er noch bei uns wäre. Er schien ein wirklich aufrichtiger, am Boden gebliebener, lustiger Typ zu sein. Ich war einiger Male im Rainbow Bar and Grill, aber habe ihn leider nie dort gesehen.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen: Wer auch immer uns haben will…haha! Die damaligen Motley Crue wären ziemlich krass gewesen! Auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich so eine Tour überlebt hätte.

Das Beste daran in einer Band zu spielen: In einer Band zu spielen.

Das Schlimmste daran in einer Band zu spielen: In einer Band zu spielen.

 

Online:
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Reverbnation

Musik: 
Devil In Disguise (YouTube)
Temptation (YouTube)
Downloads (CDBaby.com)

Live-Daten:  TBA

 

LILLIAN AXE – Lillian Axe / Love + War (Re-Releases)

Band: Lillian Axe
Album: Lillian Axe / Love + War (Re-Releases)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.lillianaxe.com

Die US Amerikaner LILLIAN AXE haben mit Ihrem eigenständigen (Melodic) Metal / Hard Rock schon immer zwischen allen Stühlen gesessen. Warum sie es, trotz starker Songs, handwerklichem Können und einem ansprechenden Drum Herum nie wirklich geschafft haben eine internationale Karriere zu starten, kann der geneigte Hörer anhand der nun vorliegenden Neuveröffentlichungen Ihrer ersten beiden Alben vielleicht selber nachprüfen. Denn den Hairmetal Fans war das Ganze wohl nicht poppig/kitschig genug, den harten Jungs nicht dreckig genug und überhaupt hat man bei der Truppe ständig das Gefühl, dass sie sich nicht wirklich viel um Erwartungshaltungen und Genrekonventionen scher(t)en …

Lillian Axe (1988)

Das Debüt der Truppe um den Mastermind Steve Blaze (Gitarre) wurde immerhin von keinem geringeren als dem Ratt Gitarristen Robbin Crosby produziert. Und obschon dies Crosby´s erste Platte als Produzent war und er in diesen Dingen noch reichlich grün hinter den Ohren war, hat er mit dem selbstbetitelten Erstling von LILLIAN AXE eine mehr als ordentliche Arbeit abgeliefert. Immerhin hatte er einem gewissen Beau Hill beim Aufnehmen der eigenen Ratt Glanzleistungen auf die Finger schauen können, und, gemessen am Klang von „Lillian Axe“, hatte Crosby seine Hausaufgaben gemacht. Ob es an der Heimat von LILLIAN AXE in New Orleans lag, der speziellen Vision von Blaze für seine Musik oder was auch immer der Grund gewesen sein mag – die Songs, die allesamt aus der Feder von Steve Blaze stammten, waren durch die Bank weg hochklassig und ungewöhnlich zugleich. Ob das durch ein Intro eingeleitete „Dream of a Lifetime“, der bärenstarke Track und Bandklassiker „Vision in the Night“ oder das rockige „Misery Loves Company“ – richtige Lückenfüller sucht man vergeblich. Leider fehlte ein echter, massenkompatibler Hit. Und so wurden LILLIAN AXE von ihrer Plattenfirma schnell auf Seite geschoben (wohl auch weil man keinen richtigen Zugriff auf das Songmaterial hatte und nicht wusste wie die Band zu vermarkten war) um das Glück mit dem nächsten Album zu versuchen. Es ist eine Schande, dass ein solch gutes Album, das zudem zur richtigen Zeit und am richtigen Ort (Los Angeles) auf die Szene losgelassen wurde, nicht mehr Beachtung erhielt.

Love + War (1989)

Das sollte mit dem nur ein Jahr später nachgeschobenen Album „Love + War“ nachgeholt werden. Dass Management und Label noch optimistisch waren, zeigt sich an der Auswahl des Produzenten: Veteran Tony Platt hatte zu diesem Zeitpunkt immerhin bereits an AC/DC´s „Back in Black“ und „4“ von Foreigner mitgewerkelt. Der Engländer wusste also was (zumindest soundtechnisch) zu tun war, und so klingt „Love + War“ erkennbar erwachsener. Auffallend zudem die Tatsache, dass die Band sich noch mehr als schon auf Ihrem streckenweise nicht um Experimente verlegenen Erstling, Mühe gab „anders“ zu klingen. Der Opener und absolute Ohrwurm „All's Fair in Love and War“ geht gleich zu Beginn mit knapp 6 Minuten über die Ziellinie und die Band ist sich nicht zu schade so richtig cheesy zu klingen, wenn der Song es denn verlangt („She Likes It on Top“). Auf „Love + War“ gelang den Jungs ein ziemlich einmaliger Mix aus ruhigen Tracks und Rockern und in beiden Metiers konnte man überzeugen. Dass LILLIAN AXE dabei nie seicht oder wirklich kommerziell klangen, war unter anderem dem sowohl eigenwilligen wie auch gewieften Songwriting von Steve Blaze geschuldet. Mit dem Song "My Number" von der britischen Combo Girl sollte womöglich noch ein Hit erzwungen werden. Aber auch Album Nummero 2, das zumindest heute, nach all den Jahren, einen regelrechten Kultstatus unter Genrefans erreicht hat, wurde das Schicksal des Vorgängers zuteil und ging ohne viel Erfolg unter.

Hard Rock Freunden, die bisher noch nicht das Vergnügen hatten sich mit dieser hervorragenden Band auseinander zu setzen, seien diese beiden Rock Candy Records Neuveröffentlichungen ans Herz gelegt. Vor allem „Love + War“ ist ein unterschätzter Klassiker, dessen Hymnen auch heute noch ganz vortrefflich funktionieren. Das Remastering beider Scheiben ist gut, Bonustracks gibt es leider keine. Aber die Fotos und Linernotes (mit Interviews) sind wie immer eine echte Bereicherung.

WERTUNG:

Lillian Axe

 

 

Love + War

 

 

Trackliste:

Lillian Axe

01. Dream of a Lifetime
02. Inside Out
03. Vision in the Night
04. Picture Perfect
05. The More That You Get
06. Misery Loves Company
07. Nobody Knows
08. Hard Luck
09. Waiting in the Dark
10. Laughing in Your Face

Love + War

01. All's Fair in Love and War
02. She Likes It on Top
03. Diana
04. Down on You
05. The World Stopped Turning
06. Ghost of Winter
07. My Number
08. Show a Little Love
09. Fool's Paradise
10. Letters in the Rain

Mario

 

JORN – Life On Death Road

Band: Jorn
Album: Life On Death Road
Spielzeit: 01:06:07 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 02.06.2017
Homepage: www.jornlande.com


Für sein neuntes Studioalbum „Life On Death Road“ hat sich das norwegische Gesangs-Schwergewicht JORN LANDE eine neue Besetzung an Land gezogen: Alex Beyrodt an der Gitarre (Primal Fear, Voodoo Circle), Mat Sinner am Bass (Primal Fear, Sinner, Kiske/Somerville), Alessandro Del Vecchio an den Keyboards (Hardline, Revolution Saints), auch verantwortlich für die Produktion, und Francesco Iovino (Primal Fear) am Schlagzeug. Mehrere Monate dauerte es die Songs für dieses Album zu schreiben. Bei der Qualität des Albums wollte Jorn keine Abstriche machen, es sollte nicht nur irgendein weiteres Album sein, sondern das bestmögliche und somit dauerte es fast zwei Jahre bis zur Fertigstellung. 
In einigen der Songs wird das Beste der verschiedenen harten Musikgenres unter einen Hut gebracht. Ein bisschen Metal Flair gemischt mit Hard Rock, immernoch kompatibel mit AOR, so z.B. beim heavy „Insoluble Maze“, „Devil You Can Drive“ und „Man Of The 80’s“, welches die nicht nur musikalisch einschneidenden Erlebnisse eines in den 80ern lebenden Menschen beschreibt. „The Optimist“ und „Dreamwalker“ sind Balladen, „The Optimist“ mit ruhiger akkustischer Gitarre und klarem Gesang sowie Streichern im Hintergrund, „Dreamwalker“ bombastischer mit etwas Piano und epischem Chorus. „I Walked Away“ ist eine bluesige Nummer und erinnert etwas an DEEP PURPLE und WHITESNAKE. Auch bei „Blackbirds“ findet man Einschläge altbekannter Ikonen wie DIO und eventuell THIN LIZZY und auch wieder WHITESNAKE. 

„Life On Death Road“ überzeugt mit Vielseitigkeit, sowohl was den Gesang betrifft, also auch verschiedene Musikstile. Mal härter, mal mehr Metal, mal mehr Blues…Vor allem „Man Of The 80’s“ beinhaltet viel Nostalgiepotential für die unter euch, die die 80er erleben durften. Meine persönlichen Favoriten sind „I Walked Away“ oder auch „Blackbirds“, Hard Rock der alten Schule mit einer guten Portion Blues. Ein tolles Album, auch wenn der richtige Ohrwurm fehlt.


WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Life On Death Road
02. Hammered To The Cross (The Business)
03. Love Is The Remedy
04. Dreamwalker
05. Fire To The Sun
06. Insoluble Maze (Dreams In The Blindness)
07. I Walked Away
08. The Slippery Slope (Hangman’s Rope)
09. Devil You Can Drive
10. The Optimist
11. Man Of The 80ies
12. Blackbirds

Lotta

 

SECRET SPHERE – The Nature Of Time

Band: Secret Sphere
Album: The Nature Of Time
Spielzeit: 56:27 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock/Metal
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 02.06.2017
Homepage: www.secretsphere.org

Seit mittlerweile 20 Jahren gibt es SECRET SPHERE und das muss gefeiert werden: Mit ihrem neunten Studioalbum “The Nature Of Time“. Seit 2012 hat die ohnehin schon glänzend besetzte Band (Aldo Lonobile – Gitarre, Andrea Buratto – Bass, Gabriele Ciaccia – Keyboard, Marco Lazzarini  – Schlagzeug) auch noch Sänger Michele Luppi, Keyboarder und Backgroundsänger bei Whitesnake, an Board. 
Mit dem neuen Album zeigt die Band die ganze Palette ihrer kompositorischen Fähigkeiten, was auch einen längeren Prozess im Songwriting mit sich führte und ein neues Kapitel im Leben jedes der Bandmitglieder aufschlägt. 
Es handelt sich bei „The Nature Of Time“ um ein Konzeptalbum, das in drei Teile geteilt ist und die Reise durch das Leben mit all seinen Facetten beschreibt. Los geht es mit dem ersten Kapitel „Genesis“ mit der Intermission und dem Song „The Calling“. Weiter geht es mit dem nächsten Kapitel „The Seven Virtues“, welches mit dem extrem gesangslastigen „Love“ anfängt. Mehr up-tempo und mit viel Drive geht es weiter mit „Courage“, welches mittendrin von einer Streichereinlage unterbrochen wird. „Kindness“ fängt mit einem kurzen Gitarrensolo an während der nächste Song „Honesty“ ein ganzes Stück rotziger daherkommt. Nach einem epischen Übergang zu „Faith“ kommt „Reliance“ in voller Geschwindigkeit. „Commitment“ hat einen langen Instrumental-Teil, der vor allem am Anfang ziemlich jazzig/funkig ist. Es folgt das dritte Kapitel „The New Dawn“ mit dem Song „The Awakening“. Hier wartet ein langes Intro mit Streichern und epischen Drums. Das letzte Kapitel „The Way“ mit „The New Beginning“ beginnt mit einem ruhigen Piano/Gitarren-Intro und steigert sich dann, dem Name gerecht, in einen positiven Song in totaler Aufbruchsstimmung. 

„The Nature Of Time“ ist ein Album mit aufwändigen und raffinierten Kompositionen, in dessen Konzept sich sicherlich viele Hörer inhaltlich wiederfinden können. Tolle Soli, epische Einlagen während und zwischen der Songs und die der eindringliche Gesang Michele Luppis machen das Album zu einem richtigen Erlebnis. Jeder Song ist ein Teil einer größeren Geschichte, deshalb ist es am besten sich das Album im Ganzen aufmerksam anzuhören. Zum nebenbei anhören ist es nicht unbedingt geeignet, da durch die vielen Tempo-und Stilwechsel, Texte und Übergänge, welche nach einiger Zeit für etwas Reizüberflutung sorgen, das Konzept des Albums verloren gehen würde. 


WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intermission
02. The Calling
03. Love
04. Courage
05. Kindness
06. Honesty
07. Faith
08. Reliance
09. Commitment
10. The Awakening
11. The New Beginning

Lotta

 

TEMPLE BALLS – Traded Dreams

Album: Traded Dreams
Spielzeit: 41:20 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Ranka Kustannus/Soulfood
Veröffentlichung: 05.05.2017
Homepage: www.templeballsrocks.com

Arde (Gesang), Jiri (Gitarre), Santeri (Gitarre), Jimi (Bass) und Antti (Drums) aus Oulu bilden das Hard Rock-Quintett TEMPLE BALLS, dessen Debutalbum uns hier vorgestellt wird. Die Finnen gründeten ihre Band schon 2009, im zarten Alter von 14 Jahren, doch bis zur heutigen Formation dauerte es bis 2014. Untätig waren die Jungs jedoch in all den Jahren nicht: Sowohl bei zahlreichen Festivals wie Qstock, Provinssi, South Park und Jalometalli wurde sie schon gefeiert, also auch als Support für namenhafte Bands wie Queen, Deep Purple und Uriah Heep.
Nun ist der nächste Schritt also das Debutalbum „Traded Dreams“, welches von Tobias Lindell (H.E.A.T., MUSTASCH, EUROPE) in den Karma Sound Studios in Thailand produziert wurde. 
Gleich der Opener „Off The Grid“ bläßt in dasselbe Horn wie ihre Landsmänner SANTA CRUZ. Energiereich geht es auch mit „Freek Flag“ weiter, „Hell And Feelin‘ Fine“ wird von groovigen Strophen angetrieben bevor es weiter geht mit „We Stand Tall“ erinnert stellenweise an HANOI ROCKS. „Mad“ beginnt mit melodischer Bassline und lässt mich irgendwie an BUCKCHERRY denken und das Riff und auch die Gesangsspur von „Hang On“ an BACKYARD BABIES. „Six Ways To Sunday“ ist ein fröhlicher Partysong und die Ballade „Under My Feet“ lässt das Album ausklingen und ist ein super Katersoundtrack.

Insgesamt finde ich „Traded Dreams“ ein solides Allbum. Nicht alles bleibt einem im Kopf, aber negativ auffallen tut auch nichts, im Gegenteil, „Off The Grid“ und „Hell And Feelin‘ Fine“ haben hard rockendes Ohrwurmpotential.
Ein junges, spritziges Hard Rock Album mit einem überzeugenden Sound, mitsingbaren Refrains, melodiösen Gitarrensolos und mitreißenden Riffs. 


WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Off The Grid
03. Freek Flag
04. Hell And Feelin‘ Fine
05. We Stand Tall
06. Mad
07. Let’s Get It On
08. Hang On
09. Ride Along
10. Six Ways To Sunday
11. Under My Feet

Lotta

 

 

 KINGS OF BROADWAY – Kings Of Broadway

Band: Kings Of Broadway
Album: Kings Of Broadway
Spielzeit: 40:24 min
Stilrichtung: Melodic Modern Hard Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.facebook.com/kingsdonotobey

Mit ein wenig Verspätung stellen wir Euch nun das Debüt der Italiener KINGS OF BROADWAY vor, die vom Gitarristen Aldo Lonobile (u.a. Secret Sphere, Civilization One und Shadowspell) bereits 2011 mit dem Ziel gegründet wurde, sich einen Herzenswunsch zu erfüllen und eine echte Hard Rock Band zu gründen. Seitdem hat der gute Aldo 6 Jahre gebraucht um die richtigen Musiker zu finden (was sich vor allem bzgl. des Postens am Mikro als nicht so einfach herausstellte) und die Songs zu schreiben. 6 Jahre ist eine lange Zeit und da kann man eigentlich erwarten, dass das Endprodukt entsprechend überzeugend ausfällt. Leider liegt bei den KINGS OF BROADWAY aber noch einiges im Argen …

Der Opener "First Day Of My Life" lässt gleich vorweg keine Zweifel daran, dass die Jungs hier versuchen auf Biegen und Brechen den Megasellern Nickelback nachzueifern – der Track ist wirklich eine 1zu1 Kopie der Erfolgsrezepte des kanadischen Quartetts. Leider kann weder die Komposition, noch der etwas hüftsteife Sound oder die Stimme von Tiziano Spigno mit den Vorbildern mithalten. Da liegen Welten dazwischen. Akzeptieren wir also, dass eine kleine No-Name Band auf einem Spartenlabel wohl kaum das soundtechnische Ergebnis einer Major-Label-Mutt-Lange-Produktion erreichen kann und konzentrieren uns auf das Wesentliche, nämlich die Songs. Da bleibt festzuhalten, so einige der Tracks gar nicht so verkehrt sind: herzhafte Rocker wie "Berzerk" oder "Shallow Ground" haben durchaus ihre Momente. So richtig kicken tut das Ganze aber auch nicht. Und das liegt weniger an dem durchschnittlichen 08/15-Sound, sondern an der Tatsache, dass man das alles schon 100mal (besser) gehört hat. Den KINGS OF BROADWAY fehlt es einfach an der eigenen, unverkennbaren Note oder zumindest an wirklich fesselnden Hooklines. So bleiben Songs wie die blutarme Ballade "Through It All" oder das vermurkste, völlig überflüssige OneRepublic Cover "Counting Stars" leider auf der Strecke und hinterlassen einen etwas faden Beigeschmack.

Das erklärte Ziel (zumindest laut Promo Info) ist es mit den Rock Giganten der Szene mithalten zu können. Von diesem Vorsatz, oder nennen wir es (vorerst) einmal Wunschdenken, sind KINGS OF BROADWAY allerdings noch ein ganzes Stück entfernt.

WERTUNG: 

 


Trackliste:

01. First Day Of My Life
02. Berserk
03. Shallow Ground
04. Quantum Leap
05. Never Enough
06. Iron Lady
07. Dancing On The Edge Of Time
08. Through It All
09. Hit The Ground
10. Counting Stars

Mario

 

INGLORIOUS – II

Band: Inglorious
Album: II
Spielzeit: 46 min
Stilrichtung: Classic Rock, Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 12.05.2017
Homepage: www.inglorious.com


Der 12-Tracker mit dem 80er-Cover, den wir uns heute ansehen, kommt von INGLORIOUS und hat den einfachen Titel „II“ – ihr werdet es euch denken, es ist das zweite Album der Briten. Aufgenommen wurde es in den Parr Street Studios Liverpool, gemastert von Tony Draper und gemixt von Kevin Shirley. Für den Aufnahmeprozess wünschte sich Sänger Nathan James, dass die ganze Band, neben ihm bestehend aus Lead-Gitarrist Andreas Eriksson, Gitarrist Will Taylor, Bassist Collin Parkinson und Schlagzeuger Phil Beaver, zusammen in einem Raum aufgenommen wird. So geschah es dann auch – ohne Click Tracks, Autotune oder Overdubs. Das Ergebnis ist ein Classic Rock Monster, welches sich sehen lassen kann!

Der erste Song „I Don’t Need Your Loving“ geht mit einem langen Gitarren Intro los, geht groovy weiter und klingt dann langsam aus. „Tell Me Why“ beginnt mit schleichender Melodie und wird dann zum mitreißenden Arena Rocker. Bei „Read All About It“ wird das eingängige Gitarrenriff vom Bluespiano unterstützt (oder eher umgekehrt das Piano von der Gitarre), „Change Is Coming“ ist eine bluesige Ballade. Bevor es mit dem akkustischen, Southern angehauchten „Faraway“ weitergeht kommt noch das dunkle „Black Magic“. Das Schlusslicht bildet „High Class Woman“ mit hervorragenden Drumparts und eingehendem Gesang.

Einen richtig schwachen Song gibt es auf diesem Album nicht, eher gehen bei Knallersongs wie „I Don’t Need Your Loving“, „Making Me Pay“ und „High Class Woman“ andere ein bisschen unter obwohl sie separat angehört großartig sind. Freunde von DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, WHITESNAKE oder auch BAD COMPANY sollten sich INGLORIOUS nicht entgehen lassen. Überhaupt, Freunde der gepflegten Unterhaltung, merkt euch diese Band!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01.  I Don’t Need Your Loving
02. Taking The Blame
03. Tell Me Why
04. Read All About It
05. Change Is Coming
06. Making Me Pay
07. Hell Or High Water
08. No Good For You
09. I Got A Feeling
10. Black Magic
11. Faraway
12. High Class Woman

Lotta

DAYS OF JUPITER – New Awakening

Band: Days Of Jupiter
Album: New Awakening
Spielzeit: 47:58 min
Stilrichtung: Hard Rock / Metal
Plattenfirma: Metalville Records
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.reverbnation.com/daysofjupiter


Die 2010 gegründete Band DAYS OF JUPITER sind fünf Schweden – Janne Hilli (Gesang), Jörgen Hellström (Gitarre), Marcus Lindman (Gitarre), Janne Karlsson (Bass) und Magnus Larsson (Schlagzeug) – die mit “New Awakening” nun ihr drittes Album veröffentlichen. Die Aufnahmen begannen im Sommer 2016 in den Leon Music Studios (Mustasch, Sister Sin, Steelwing), veröffentlicht wird es bei Metalville. 
Ihr Stil verbindet amerikanischen Metal mit klassischem Hard Rock aus Europa. Diese Mischung scheint anzukommen, denn schon seit ihrem Debutalbum 2012 gibt es begeisterte Kritiken, die der Band Auftritte auf diversen Festivals ermöglichten, wie z.B. Sweden Rock Festival, Live At Heart, Nordic Rock und Rock Out Wild. 

Mit „New Awakening“ wollen sie nun also die Musikwelt (weiter) erobern. Den Anfang macht hier „We Will Never Die“ mit Kinderchor. Heavy und mit eingängigem sowie gefühlvollem Refrain geht es später weiter mit „Wasted Years“, „Erase“ lässt es etwas ruhiger angehen. Bei „Insane“ wird das Tempo nochmal ordentlich angezogen, genauso wie im Refrain zu „Awakening“. „If I Were God“ und „Inglorious“würde ich als druckvolle Balladen bezeichnen, während „Favorite Waste“ sich als emotionale Mid-Tempo-Nummer zeigt.

Ingesamt finde ich „New Awakening“ ein sehr gelungenes Album, bei dem die meisten Songs mit irgendwelchen Details auftrumpfen, die sie interessant machen. Auch den schnellen und härteren Songs mangelt es nicht an Gefühl und Melodie. Selbst wenn DAYS OF JUPITER als Hard Rock Band beworben werden würde ich sie eher als Alternative/Modern Metal/Rock Band sehen. Obwohl man keine größeren Innovationen auf dem Album finden wird, macht es auf jeden Fall Spaß es anzuhören, auch aufgrund der starken Produktion. Meine persönlichen Favoriten aufgrund der Eingängigkeit bzw. Originalität sind  „Wasted Years“ und „We Will Never Die“. Fans von Bands wie AVENGED SEVENFOLD, DISTURBED und CORRODED sollten sich dieses Album nicht entgehen lassen. 

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. We Will Never Die
02. I Am Stone
03. My Tradgedy, My Curse
04. Wasted Years
05. Erase
06. Awakening
07. If I Were God
08. Insane
09. Give In To Me
10. Favorite Waste
11. Inglorious

Lotta

ECLIPSE – Monumentum

Band: Eclipse
Album: Monumentum
Spielzeit: 42:25 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music srl
Veröffentlichung: 24.03.2017
Homepage: www.eclipsemania.com

Nach dem letzten ECLIPSE-Album “Armageddonize” kommt nun nach zwei Jahren Nachschub in Form von „Monumentum“. ECLIPSE ist einer der Bands bei der man mit jedem Album eine deutliche Entwicklung nachvollziehen kann. Haben sie 2001 noch mit simplem AOR angefangen, haben sie mit dem 2008 erschienenen Album „Are You Ready To Rock“ ihren ganz eigenen Sound gefunden und geben die perfektionierte Version davon im aktuellen Album zum Besten. 
Es ist der energiegeladene Melodic Hard Rock-Wolf im metallischen, aber trotzdem noch AOR-Pelz, der einem hier geboten wird. Erik Mårtenssons klarer Gesang, eingebettet in harmonische Backgroundvocals, dazu harte und gleichzeitig eingängige Gitarren-Riffs und astreine Solo-Arbeit von Magnus Henriksson, das alles auf dem groovigen Rythmusteppich von Bassist Magnus Ulfstedt und Drummer Philip Crusner.

Ein powervoller Einstieg gelingt gleich mit „Vertigo“, welches auch schon vorher als Single erschien. „Never Look Back“ kommt mit Mainstream geeignetem Chorus, der aber trotzdem noch recht heavy rockt, was man von „Killing Me“ nicht sagen kann. Hier kann man beim Härtegrad eher von einem modernen Lüftchen sprechen. Das epische, hymnenartige „Downfall Of Eden“ und die darauffolgende einfühlsame, dennoch druckvolle Ballade „Hurt“ sind meine Favoriten, vielleicht auch weil Erik und Magnus mir im Interview die Inspiration hinter den beiden Songs näher erläutert haben. „Born To Lead“ und „For Better Or For Worse“ sind zwei weitere Hard Rocker, wobei ersterer im Chorus ein bisschen mehr von den 80ern geküsst wurde. „No Way Back“ gibt nochmal Vollgas bevor „Night Comes Crawling“ so eclipsig daher kommt, dass es raucht. Das Schlusslicht bildet das bombastische „Black Rain“, die wohl härteste ECLIPSE-Nummer überhaupt, die trotz der Heaviness nichts an Eingängigkeit und Harmonie verliert. 

Fazit: „Monumentum“ legt im Vergleich zum letzten Album nochmal eine deutliche Schippe drauf und zementiert den ECLIPSE-eigenen Stil: das fein abgestimmte Zusammenspiel der Instrumente in einer Kombination aus Melodie, Harmonie, Groove und Härte. Für Freunde des eher soften AOR dürfte ECLIPSE schon seit den letzten Alben zu hart sein, vielleicht auch manchmal zu mainstreamig, aber ECLIPSE machen eben genreübergreifende Musik, die sich nicht in eine Ecke drängen lässt. Mir persönlich ist das Wurst, ich steh‘ drauf, in diesem Fall vor allem auf „Downfall Of Eden“, „Hurt“ und „Black Rain“.
 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Vertigo
02. Never Look Back
03. Killing Me
04. The Downfall Of Eden
05. Hurt
06. Jaded
07. Born To Lead
08. For Better Or For Worse
09. No Way Back
10. Night Comes Crawling
11. Black Rain

Lotta