THE LUNAR EFFECT – Fortune’s Always Hiding

Trackliste:

01. Feed The Hand
02. Watchful Eye
03. Five And Two
04. My Blue Veins
05. Stay With Me
06. Settle Down
07. I Disappear
08. A New Moon Rising
09. Scotoma
10. Nailed To The Sky
11. Tomorrow Comes Too Soon (Digital only Bonus Track)

Spielzeit: 44:24 min – Genre: Classic Rock – Label: Svart Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/TheLunarEffect/

 

So WALTER TROUT mit seinem Blues Rock ist im Kasten, jetzt ist Classic Rock dran, dann wollen wir mal sehen wie sich THE LUNAR EFFECT auf ihrem dritten Album macht und gibt. In der Redaktionsliste steht als Genre Classic Rock, auf der Facebook Seite der Jungs wird Psychedelic Rock and Stoner Noise angegeben, bei Psychedelic bin ich sehr wählerisch, bei Stoner gehe ich gerne je nach Ausführung mit. Da bin ich mehr als gespannt wie sich der Bandsound anhört. Einen Pluspunkt gibt es schon mal, weil der digital Bonus Track „Tomorrow Comes Too Soon“ im Promopaket enthalten ist.

Die britische Band setzt sich aus den beiden Brüdern und Gründern Jon an Gitarre und Dan Jefford an Drums zusammen, die später um dem Sänger Josh Neuwford und Bassisten Brett Halsey erweitert wurde. Die Stimme von Josh hat was Faszinierendes das sich schlecht beschreiben lässt, entweder liegt es schon in der Stimme oder es wurde noch gewaltig an den Reglern nachgeholfen. Ich gehe mal im Zweifelsfall für den Angeklagten aus und sage es liegt schon in der Stimme. Die Gitarren kommen bis auf wenige Ausnahmen sehr tief und bedrohlich aus den Boxen, wissen sich dabei aber sehr gut in Szene zu setzten ohne es zu übertreiben. Dem Bass gehen oft die Pferde durch, der steht immer voll im Raum ohne als Verlierer zu wirken. Das Schlagzeug beackert die Bespannungen und Metallbecken nach Herzenslust und stellt sich da als wahrer Künstler heraus.

Soundtechnisch bewegen sich THE LUNAR EFFECT im oben beschriebenen Psychedelic Rock mit Stoner Vibes, oder einfach nur kräftigen Classic Rock auf Dope. Bei Psychedelic bin ich normal sehr zurückhaltend, allerdings hat die Band auf ihrem dritten Album ein gewaltiges Pfund an Board das einen sämtliche Flausen aus der Rübe katapultiert. Mit schierer Gewalt aber auch dezenten Balladen Tönen rocken sich die Briten überzeugend durch ihre elf Songs. Die tief gestimmten Gittis, und klassischen Orgel oder Piano Töne machen was her und verbreiten einen Charme wie er in den 60ern zum Beginn der Beat (den Anfängen des Psychedelic Rock) Zeit bis in die Classic Rock Zeit die 70er hinein reicht.

„Feed The Hand“ geht mal sowas von nach vorne – kommt mit Orient Touch, „Watchful Eye“ ein kräftiger und epischer Rocker der sich voll in den 60ern bis in die frühen 70ern befindet. „Five And Two“ ein Rocker fürs Lehrbuch – das Riffing erinnert mich an GARY MOORE, „My Blue Veins“ kommt schleppend und schwer daher, wenn die Härte nicht wäre könnte man meinen einer Ballade zu lauschen. „Stay With Me“ und hier ist sie auch schon eine Ballade mit Piano Klängen und normal gestimmter Gitti, „Settle Down“ der erinnert mich sehr in der Klassik befindlichen NIRVANA, alles nur nicht NIRVANA! „I Disappear“ die Taschentücher werden erneut gezückt, „A New Moon Rising“ hier kommt das volle Psychedelic-Stoner Brett aus dem Sack. „Scotoma“ ein cooler Song der mich an THE WHO auf LSD in bunten Farbenrausch erinnert, „Nailed To The Sky“ hier wird der ohnehin schon obercoole Song von der geilen Röhre von Josh auf ein riesiges Podest gehievt, „Tomorrow Comes Too Soon“ geil die BEATLES auf DOPE – eine Verneigung vor den Pilzköpfen.

Balle

GLENN HUGHES – Chosen

Trackliste:

01. Voice In My Head
02. My Alibi
03. Chosen
04. Heal
05. In The Golden
06. The Lost Parade
07. Hot Damn Thing
08. Black Cat Moan
09. Come And Go
10. Into The Fade

 

Spielzeit: 50:52 min – Genre: Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/glennhughesonline

 

Ich muss zugeben nie ein großer Fan von GLENN HUGHES gewesen zu sein, allerdings muss ich zugeben das er ein verdammt guter und erfolgreicher Musiker ist. Seine Beteiligungen bei einigen der ganz großen Big Names im Buisness und auch Solo sprechen für seine Qualitäten. Seine Ausflüge bei THE DEAD DAISIES waren nicht von schlechten Eltern, obwohl John Corabi mit seiner rauchigen Stimme besser passt, und der Song „Empty Heart“ vom zweiten Album der Gänseblümchen der ultimative Top Hit ist bei dem sich Marco Mendoza und John Corabi die Vocals teilen.

Als ich GLENN dieses Jahr bei Rock Meets Classic Live auf der Bühne sah machte es Klick und ich dachte mir das es höchste Zeit ist mir GLENN mal genauer anzuhören. Ich kannte GLENN durch seine Mitwirkung bei DEEP PURPLE, PHENOMENA, VOODOO HILL, HEAVEN & EARTH, BRAZON ABBOT und noch vielen mehr, allerdings genauer hingesehen habe ich nicht was seine Vita hergibt. Als dann das neue Soloalbum von GLENN in unserer Redaktionsliste auftauchte war es mal an der Zeit das GLENN und ich ein festes und intensives Date miteinander haben. Also ist jetzt der Zeitpunkt für mich, mich mal genauer auf GLENN einzulassen und genau hinzuhören.

Neben GLENN am Mikrofon und ich gehe auch vom Bass aus, sind noch Soren Andersen an Gitarre, Bob Fridzema an den Tasten und Ash Sheehan an den Drums von der Partie. Die Stimme von GLENN hat trotz seines Alters immer noch Kraft und ist nahezu ideal für Blues und Hard Rock. Die Tonlage erinnert mich in manchen Momenten wenn er hoch geht an JEAN BEAUVOIR, obwohl es anders herum ist da GLENN der Älter von beiden ist. Die Gitarren hauen einen Riff nach dem anderen raus und sorgen so für ein feines Grundgerüst, Die Tasten halten sich dafür zurück und bilden mit den Gitarren ein Fundament für GLENNs Stimme. Der Bass ist sehr auffällig ausgeführt und kein Hintergrundakteur, der Tieftöner hört sich wie der gleichberechtigte Partner der Gitarre an und wirkt dabei sehr tough. Die Drums hauen einem entweder die Grütze aus der Mütze oder den Gips aus den Backen.

GLENN steht wie viele andere seiner Generation für Rock, und das hört man mit jeder Note. Es kommt klassischer Hard Rock der 80er Jahre mit Einflüssen aus den 70ern auf den Teller, mal mit mehr oder weniger Drama und Blues Rock Vibes ausgeführt. So rocken sich GLENN und seine Gang durch das Album das für jeden Hard Rock Fan bestens geeignet ist, sowie für Leute die einen sehr prägnanten Bass mögen. Hat GLENN irgendeinen Fehler auf „Chosen“ begangen, ich antworte mit einem sehr lauten und bestimmenden NEIN, die Stimme zeigt weder Schwächen noch Abnutzungserscheinungen, an den Instrumenten befinden sich Leute die sie voll im Griff haben. Jeder Song glänzt durch Melodie und jeder ist catchy wie Sau, Hooks so weit die Lauscher hören können, also hat GLENN alles richtig gemacht und rockt immer noch laut drauf los. Die Produktion drückt ohne Ende und hat Schmackes.

„Voice In My Head“ ein klassischer Hard Rocker der auch aus den 80ern stammen könnte, „My Alibi“ in den Strophen mit viel Gefühl und Blues Note – im Refrain wird voll drauf los gerockt. „Chosen“ zeigt sich in den Strophen nachdenklich um im Refrain dann einen Orkan zu erzeugen, „Heal“ ein Hard Rocker mit Tempowechseln. „In The Golden“ ein obercooler Rocker mit geilem Riffing, „The Lost Parade“ ein mit herrlichem Drama ausgestatteter Rocker. „Hot Damn Thing“ hier zeigt sich die Wandlungsfähigkeit von GLENNs Stimme – ein Highlight das heraussticht, „Black Cat Moan“ besitzt coole Blues Vibes. „Come And Go“ eine Ballade die Tränen kullern lässt, „Into The Fade“ hier stellt GLENN unter Beweis das er mit zum besten gehört was der Rock zu bieten hat – ein weiteres Highlight.

Balle

TIMSON AOR – The Next Level

Trackliste:

01. The Wind Whispers
02. One Step Ahead
03. Nevermore
04. Starlight
05. Be True To Yourself
06. From The Ashes
07. Wake The Night
08. The Last Ride
09. Where The Sun Meets The Sea
10. Midnight Radio
11. Farewell

Spielzeit: 42:46 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 28.02.2025 – Page: www.facebook.com/TimsonAOR

 

Vorgestern Nacht kontaktierte mich Bandchef und Namensgeber von TIMSON AOR Mark Timson mit der Frage ob ich nicht das zweite Album reviewen könnte, allerdings ist das Album fast schon ein dreiviertel Jahr veröffentlicht. Also fragte ich Garagen Oberhäuptling Julian ob er etwas dagegen hätte, wenn ich ein Album reviewe was schon eine gewisse Zeit erhältlich ist und nicht wirklich in die Zeitmaschine passt. Julian gab sein Ok also here we go, let the music speak for itself. Als mich Mark kontaktierte war mir der Name geläufig, befindet sich das Debütalbum „Forever’s Not Enough“ aus dem letzten Jahr unter meinen Tonträgern. Zugelegt habe ich mir das Debüt als ich im Angebot von Schmankerl Records die Eigenschaften gelesen hatte die der Inhaber Dieter Lanzl zum Album geschrieben hatte. Die Eigenschaften lauteten: „Fantastisches 2024er A.O.R. / Melodic Rock Album des britischen Multiinstrumentalisten Mark Timson & Sänger Lukky S, das Mark komplett in Eigenregie veröffentlicht hat“, also dachte ich mir damals das könnte genau meine Kragenweite sein und bestellte die CD. Bei der Beschreibung vom Inhaber Dieter Lanzl verhält es sich genau wie damals in den Katalogen von Hang Loose Records, wenn etwas als gut oder sehr gut bezeichnet wurde/wird dann stimmt das auch in 95-98% der Fälle überein. Als die CD eintraf wurde gleich mal die Soundmaschine an geschmissen und rein gehört. Das Fazit zum Debüt, dass kann was, ist cooler und sehr guter 80er Jahre Stoff der sich im Melodic Rock bewegt. Und dieser Herr Timson nahm mit der Bitte eines Reviews Kontakt mit mir auf. Und wenn ich so nett gebeten werde lasse ich mich nicht lumpen und komme der Bitte sehr gerne nach. Es entwickelte ich eine kleine und nette Chatrunde in der herauskam das Mark und ich die selben Einflüsse besitzen, damals in den 70er und 80er Jahren die gleichen Bands und Songs hörten mit einem Unterschied, Mark ist ein paar Jahre älter als ich aber immer noch fast in einer Generation mit den selben Werten und Einstellung.

Zu TIMSON AOR gehören das Multitalent Mark Timson der sich für alle Instrumente verantwortlich zeigt und dem chilenischen Sänger Lukky S. Die Stimme von Lukky hat eine gewisse Ausstrahlung (in etwa wie ein kleiner Bruder von Knut Erik Ostgard von RETURN) die perfekt zum Melodic Rock von TIMSON AOR passt und eine gewisse Rauchigkeit mitbringt die Rockmusik mehr als nur gut steht. Mark spielt schon seit über 50 Jahren Gitarre und lässt die sechs Saiten wie von selbst schwingen ohne dabei den Egomanen raus hängen zu lassen, die Gitarren sind songdienlich eingesetzt wie der Rest der Instrumente. Die Tasten halten sich gegenüber den Gitarren ganz leicht zurück aber immer noch genug im Spotlight um wirkungsvoll mit mischen zu können. Der Bass kommt nicht so klar durch und ist nur bei genauem hinhören lokalisierbar. Bei den Drums kann ich nicht mit Bestimmtheit behaupten ob ein echtes Schlagzeug oder Samples verwendet wurde. Die machen auf jeden Fall druck und sind voll da. Die Produktion ist gut ausgefallen ohne das man etwas Nachteiliges darüber berichten könnte.

Mark beschloss nach 50 Jahren Gitarrenspiel, dass es höchste Zeit ist Musik im besten 1980er Jahr Stil zu machen, den Geist, dass Feeling und die damalige Leichtigkeit in den Songs zurück zu bringen. Genau das ist ihm und Lukky auch voll und ganz gelungen, mehr 1980er geht einfach nicht. Die Songs sind zwar nicht unbedingt Tanzflächen tauglich, allerdings für die sommerliche Grillfeier, einer 80er Retroparty oder Radio tauglich sind alle auf dem Album enthaltenen Songs. Wenn ich beim hören die Augen schließe werde ich sofort in dieses so geile Jahrzehnt zurückversetzt und es kommen all die angenehmen Erinnerungen hervor für die diese Zeiten stehen, die ich miterleben und in vollen Zügen genießen durfte. Es gibt Melodien fast schon von einem anderen Stern oder Universum, eine passende Instrumentierung dazu und mit Lukky den perfekten Sänger der die Storys mit seiner Stimme erzählt. Wie auch schon bei der MASON Rezi nenne ich die gleichen Bands als Vergleich, die da wären, LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, GARY O‘, WHITE VISION, JOURNEY, 8084, ADRENALIN und SURVIVOR bei den reinen AOR Vertretern muss man sich nur ein wenig lautere Gitarren vorstellen und dann passt es auch für TIMSON AOR. Das Mark ein Brite ist hört man an der Mucke nicht, diese orientiert sich mehr am Arena Rock der US und Kanada Bands der 80er. Britische Einflüsse kann man nicht wirklich ausmachen, auch die Auslegung der Produktion ist so wie in die nordamerikanischen Bands pflegten. Haben Mark und Lukky alles Richtig gemacht? Ich beantworte diese Frage mit einem klaren und lauten Ja, besser kann man 80er Jahre Mucke nicht rüber bringen. Wenn TIMSON AOR den eingeschlagenen Weg beibehalten wächst eine kleine Sensation heran die es zwar nicht bis zum großen Erfolg bringen kann (jedem sollte die Politik der Plattenfirmen bekannt sein), wie die Bands damals, allerdings unter Rock Fans sollten sie eine Menge Staub aufwirbeln und aus dem Schatten der vielen sehr guten Bands die leider um Jahrzehnte zu Spät dran sind heraustreten können.

Wer die 80er nicht miterlebt hat, wissen will für was dieses Jahrzehnt musikalisch steht und was damals für Mucke erfolgreich war sollte sich die beiden TIMSON AOR Alben anhören, die atmen genau diesen Geist von damals ein und aus. Beide Daumen hoch für das zweite Album.

„The Wind Whispers“ ein cooles Meldoic Schmankerl für den Einstieg. „One Step Ahead“ und es geht gleich so weiter, wieder bestes Melodic Rock Futter. „Nevermore“ ein ruhiger und gefühlvoller Softrocker mit göttlicher Melodie, „Starlight“ kommt sehr cool an, „Be True To Yourself“ es wird flott und locker drauf los gerockt bis die Schwarte kracht. „From The Ashes“ eine Ballade die das Drama auf die Spitze treibt, „Wake The Night“ es wird wieder auf sehr hohem Niveau melodisch drauf los gerockt. „The Last Ride“ der nächste knackige Rocker mit Schmackes, „Where The Sun Meets The Sea“ es kommt wieder mehr Gefühl zur Melodie hinzu. „Midnight Radio“ ein Highlight der Extraklasse mit angedeuteten Westcoast Vibes und Potential für die Tanzfläche, „Farewell“ zum Abschluss werden die Taschentuchfans nochmals bedient.

Balle

FM – Brotherhood

Trackliste:

01. Do You Mean It
02. Living On The Run
03. Coming For You
04. Raised On The Wrong Side
05. Love Comes To All
06. Just Walk Away
07. Don’t Call It Love
08. Time Waits For No One
09. Because Of You
10. Chasing Freedom
11. The Enemy Within

Spielzeit: 52:37 min – Genre: AOR – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/FMofficial

 

Album #4 von FM welches ich für die Rock-Garage reviewen darf, vor 2019 hätte ich nie im Leben gedacht auch nur ein Album solcher hochkarätigen Musiker wie z.B. FM, IRON MAIDEN, D-A-D, GOTTHARD, JOE BONAMASSA, GHOST oder gar einen Live Bericht über JOE BONAMASSA, GHOST, GOTTHARD, D-A-D oder mal aushilfsweise für ein anderes Magazin JUDAS PRIEST verfassen zu dürfen. Ja die Wirklichkeit sieht genau so aus das ich diese Dinge machen durfte, und irgendwie ist das ein stranges Gefühl wenn auf Facebook Beiträge mit meinem Worten zum Teil weltweit geteilt werden und dort auf anklang treffen oder sich sogar Musiker für meine Worte und unfachmännische Einschätzung ihrer Mucke bedanken. Vor Herbst 2019 hätte ich dies niemals für möglich gehalten, aber ja doch ich durfte es tun, jetzt schon seit fast sechs Jahren, fünf Jahre für ein weiteres Online Magazin und habe im Laufe der Jahre einige sehr nette Musiker kennen lernen dürfen. Das sind alles positive Dinge die ich mit dem Schreiben verbinde, aber es gibt noch einen weiteren positiven Aspekt, man kommt als Redakteur eines Musikmagazins teilweise weit vor VÖ Datum eines Albums in den Genuss dieses Probehören zu können. Allerdings ist der beste Punkt am Redakteur sein, dass man sehr viel verdammt starke und geile Mucke zu hören bekommt, und zu denen gehörte heute um Mitternacht die neue MONO INC. Scheibe und jetzt kurz vor 2:00 Nachts kommt das 15. Album in der Bandgeschichte von FM dran. In meiner bescheidenen Ansammlung von ein paar wenigen Alben befinden sich die Vorgängeralben und ich muss zugeben das sich nicht ein schlechtes darunter oder gar schlechter Song darauf befindet.

Ich brauchte in den 90ern einige Zeit bis ich mich mit der Musik von FM angefreundet habe, ich besaß damals das Vinyl der 89er Scheibe „Tough It Out“ und das brauchte sehr viele Anläufe bis es gesessen hat. Als es dann was mit der Freundschaft zwischen FM und mir wurde saugte ich jedes Album, jeden Song in mein Gehör und mir wurde auf einmal klar das ich es mit einer der besten britischen Melodic Rock Bands zu tun hatte. Sicher gibt es sehr viele Bands auf der Kanalinsel und Irland, aber FM sind da schon eine der besseren, ich vergleiche sie jetzt mal dezent mit MAGNUM, DARE, THIN LIZZY, THE SWEET, NAZARETH, URIAH HEEP, ASIA, der Held meiner Jugend RUSS BALLARD und noch sehr viele mehr. Alle haben auf ihre Art und Weise verdammt starkes Material mehr oder weniger erfolgreich veröffentlicht. Wobei ASIA, NAZARETH, RUSS BALLARD, MAGNUM, DARE, URIAH HEEP, THE SWEET und auch FM zu den beständigsten Künstlern gehören, die seit sehr langer Zeit ihr Unwesen treiben. Leider war es mir bis jetzt noch nicht möglich FM Live zu sehen, Jungs wenn ihr das lest kommt bitte mal in den tiefsten Südosten Bayerns, von München bis Passau, Landshut bis Traunstein oder Regensburg damit ich Euch auch mal Live sehen kann. Und nun geht es los mit „Brotherhood“ und ich bin mehr als gespannt was man zu hören bekommt.

Zu FM zählen immer noch der Sangesbarde mit der auffällig-markanten Stimme Steve Overland und an der Gitarre, der zweite Gitarrist Jim Kirkpatrick, Keyboarder Jem Davis, Bassist Merv Goldsworthy und Taktschläger Pete Jupp. Eine weitere Konstante im Haus FM, dass Line-Up ist seit dem Album „Metropolis“ aus dem Jahr 2010 unverändert und auf Erfolgskurs wird der Acker gepflügt ohne auch nur einen Anfall von Schwäche aufkeimen zu lassen. Steves unaufdringliche und markante Stimme bedarf normalerweise keiner Worte, für die die FM noch nicht kennen Steve hat einen heiseren Unterton und Rauheit in seiner Stimme die es so kein zweites Mal gibt und eines der Aushängeschild von FM darstellt. Die Gitarren setzen jeden Anschlag der Seiten punktgenau und sind niemals zu heftig oder hart eingesetzt. Vielmehr tragen die Gitarren, dabei spielt es keine Rolle ob elektrisch oder akustisch, die Stimme von Steve auf Händen. Die Tastenabteilung bildet den richtigen Gegenpart zu den Gitarren und hebt somit die Stimme auf ein sehr feines, filigranes und hohes Podest. Der Bass ist deutlich vorhanden und die Drums geben Gas und den Takt gemeinsam mit dem Tieftöner vor. Die Produktion hätte ein wenig mehr Dynamik vertragen können, ist aber jammern auf hohem Niveau.

Stilistisch sind FM im eigentlichen Sinn unvergleichlich, sie stehen für sich und das bedeutet ein großes F und dahinter ein großes M. Wie ich schon in einer meiner vorangegangenen Rezis schrieb stehen FM für sehr gute melodische Rockmucke die sich irgendwo zwischen AOR und Melodic Rock bewegt, die sofort ins Blut geht und sehr lange den Blutdruck hoch hält und somit bestimmt. Radiotauglich ist jeder Song der Briten, aber leider wird diese Art Rockmusik nicht in Massenmedien gespielt sondern beschränkt sich auf Internetstationen die die Flaggen der härteren Klänge mit sehr viel Enthusiasmus hoch halten. Was macht also neben Steves Stimme und der melodischen Mucke das Flair von FM aus? Ganz einfach das Gesamtpaket passt auf jedem ihrer Alben, und das besteht eben aus dem perfekten Zusammenspiel aller beteiligten Musiker, dass Vermögen catchy Songs zu kreieren und diese dann auch auf Kunststoff zu bringen. Vergleichen kann man mit viel gutem Willen und sehr weltoffen mit FOREIGNER ab Mitte der 80er Jahre mit britischen Wurzeln. Ansonsten anhören genießen und sich überzeugen lassen das FM einzigartig sind und unvergleichlich sind.

„Do You Mean It“ ein Arena Rocker der mit beiden Augen über den Atlantik schielt, „Living On The Run“ ein eingängiger und melodischer Rocker wie man ihn von FM kennt. „Coming For You“ ein sehr stimmiger Rocker der sich gut im Radio anhören würde, „Raised On The Wrong Side“ uff ein FM Schmankerl nach Maß. „Love Comes To All“ ein gute Laune Rocker und Top Ten Futter, „Just Walk Away“ eine Zentner schwere Ballade mit Drama. „Don’t Call It Love“ und sie haben es schon wieder gemacht, ein Highlight eingespielt, wo kommen die Songs nur her, „Time Waits For No One“ hier trifft Lässigkeit auf leicht angefunktes Riffing. „Because Of You“ ein Schmachtbroken der als Rocker getarnt kommt, „Chasing Freedom“ wow ein verdammt starkes Teil mit Akustik- und E-Gitarre, „The Enemy Within“ zum Abschluss gibt es noch voll auf die Zwölf, dass Dingens geht ab wie Speedy Arriba! ¡Arriba! ¡Ándale! ¡Ándale Roadrunner.

Balle

WELSH WOLF – A Voyeur’s Dream

Trackliste:

01. When You Cry
02. Anti-Social Butterfly
03. Follow The Fear
04. Scene Of The Crime
05. Wreck
06. The Promise

 

 

 

Spielzeit: 21:03 min – Genre: Rock – Label: Welsh Wolf – VÖ: 06.06.2025 – Page: www.facebook.com/welshwolfmusic

 

Heute Abend kommt mal was ganz anderes als ich sonst gewohnt bin in den Player. Es handelt sich um die Solo Debüt-EP von WELSH WOLF mit dem Titel „A Voyeur’s Dream“, hinter WELSH WOLF steckt der britische Songwriter und Rock-Multiinstrumentalist Paul Freeman. Freeman kann auf seine Erfahrungen als Songwriter für Künstler wie MEAT LOAF und JAMES BLUNT sowie Musiker bei JAMES BLUNT und ELTON JOHN zugreifen. Die Mucke auf der EP hat nur mit einem der genannten Künstler etwas gemeinsames, dass ist Rock in der Grundform mit MEAT LOAF, mit den Anderen gibt es wenig Berührungspunkte.

In seinem Heimstudio streifte Paul der Blitz und der Song „Wreck“ entstand aus dem Nichts. Das überwältigte Paul das spontan etwas Neues, elektrisierendes und unverwechselbares aber dennoch vertrautes entstanden ist. „Wreck“ rief Erinnerungen an Musik aus Pauls Kindheit wach, seine Wurzeln und weckte seine ursprüngliche Leidenschaft für Musik. Das schnell erzählte Ende dieser Leidenschaft liegt in Form von „A Voyeur’s Dream“ vor und dreht sich gerade in meinem Player.

Paul Freeman bewegt sich mit WELSH WOLF ganz weit entfernt von Kommerz und den Top Tens dieser Welt, was auch mal zur Abwechslung eine Wohltat sein kann. Mit viel Easy Listening Charme hat Paul eine EP geschaffen die sich sehr gut hören lässt ohne dabei auf Krawall oder Steroide zu setzen. Trotzdem können die sechs Titel ihr volles Potential ab dem ersten Hördurchgang voll entfalten und animieren nach dem letzten Ton auf Wiederholung am Player zu drücken und sich nochmal in eine Welt weit weg von Sorgen und Hektik versetzen zu lassen.

Die Stimme ist ein Volltreffer und harmoniert perfekt mit der locker-leicht-flockigen Rockmucke. Die Gitarren wurden in der richtigen Dosierung eingesetzt, die Tasten halten sich dezent im Hintergrund und überlassen der Stimme und den Gitarren die Führung als Hauptdarsteller. Bass und Schlagzeug agieren auch aus der zweiten Reihe um das Frontduo nicht zu überfahren.

Der Musikstil bewegt sich im Rock bis in den Indie Rock, mal softer oder ein wenig intensiver ausgeführt und weist Ähnlichkeiten zu den Britpop Größen auf, die werden dezent mit sehr feinen und wunderschönen Melodien die sich im reinrassigen Rock befinden kombiniert. Das ganze hört sich dann nach einem Mix aus ANGUS COURT, softer DAUGHTRY bis hin zu einem THE CULT Gefühl, was sich sehr kompliziert liest hört sich verdammt stark an und hätte in einer anderen Zeit von vor ca. 30 Jahren die Hitparaden stürmen können. Tanzbar sind auch drei Titel auf der EP, also Herz was willst du mehr. Nichts außer ein komplettes Album von WELSH WOLF mit an die 60 Minuten Laufzeit.

Paul Freeman alias WELSH WOLF setzt dem Hörer hier einen verdammt coolen und starken ersten Höreindruck vor. „Wreck“ könnte mit genügend Radioeinsatz sehr viel Staub aufwirbeln und für einen Bekanntheitsschub für WELSH WOLF sorgen. So macht Musik abseits des Massenradios sehr viel Spaß, mit mehr Songs und über 40 Minuten klappt es auch mit einer sehr hohen Bewertung.

„When You Cry“ der Song lässt am Anfang gleich mal aufhorchen – geht sofort ins Ohr, „Anti-Social Butterfly“ der Song geht noch besser ins Ohr. „Follow The Fear“ ein cooler Rocker der mit vielen Ohhohhhs und mehrstimmigen Chören kommt, „Scene Of The Crime“ kommt mit tiefgestimmten Riffeinlagen und Drama aus dem Eck katapultiert, „Wreck“ hier dachte ich von der Gitarre erst das THE CULT einen neuen Song am Laufen haben – endgeil schleicht sich der Song als Highlight in die Gehörgänge, „The Promise“ eine dramatische Ballade mit tiefgang.

Balle

STAR CIRCUS – From The Wreckage

Trackliste:

01. Over & Over
02. Chained To You
03. The Wreckage
04. One Hit Wonder
05. Turn The Tide
06. Destiniy’s Door
07. Masquerade
08. Floodlights
09. Last Dance
10. Tow Odds Make An Even

 

Spielzeit: 48:39 min – Genre: Hard Rock – Label: Renaissance Records – VÖ: 13.06.2025 – Page: www.facebook.com/StarCircusBand

 

Bei STAR CIRCUS handelt es sich um eine aus London stammende Rock Band die laut Infos von Classic Rock Bands wie QUEEN, THIN LIZZY, CHEAP TRICK, DEF LEPPARD und ALICE COOPER beeinflusst wird. Das sind aber mal so große Fußstapfen die bestätigt werden müssen. Wer solche große Namen als Einflüsse erwähnt und damit wirbt muss auch eine gewisse Qualität in Band und Kompositionen haben oder gewaltige Klöten besitzen, damit es nicht als Rohrkrepierer endet.

Zur Band gehören im Jahr 2025 auf dem zweiten Album Dave Winkler an Mikrofon, Gitarren und Syntis; Sophie Aurelia Young an Bass, Backing Vocals und Lead Vocals auf Song 7; William Robertson an Gitarren, Keyboards und Backing Vocals; Reuben O’Donoghue an den Drums. Die Produktion klingt von den Gitarren her ein wenig altbacken geht aber in Ordnung, nur sind wie bei MP3 Promos immer der Fall ist die Höhen kastriert. Ansonsten gibt es nicht viel Anlass zu Unken.

Dave hat eine angenehm klingende Stimme die sich in einer Range bewegt die keinen Nervfaktor aufkommen lässt und sehr gut mit Hard Rock harmoniert. Auch dann nicht wenn er Hoch geht und in die höheren Lagen vordringt. Auch Sophie kann überzeugen und befindet sich stimmlich in etwa bei Steffi Brill von SCARLET ROSE und erinnert mich dadurch sehr stark an die deutschen Rocker. Die Backing Vocals sind mal stärker ausgeprägt oder werden dezenter ausgeführt. Die Gitarren klingen wie schon erwähnt altbacken und hauen teils schräge Riffs raus, diese schrägen Riffs hören sich aber weder deplatziert noch fremdartig an, sondern als wie es einfach sein sollte. Die Keyboards kommen mal spacig, Fanfarenhaft oder im Hammond Gewand aus den Lautsprechern, was auch den einen oder anderen Kontrastpunkt neben den schrägen Riffs darstellt. Der Bass geht ein wenig im Soundgewitter der Vortänzer unter und ist nur da wenn man sich darauf konzentriert. Die Drums hauen den Putz von den Wänden, obwohl die sich weiter hinten befinden aber deshalb noch lange nicht leise und unspektakulär. So bildet sich ein gewisses Soundbild ab das bei den Gitarren vielleicht mehr Dynamik vertragen könnte, aber sonst gut rüber kommt.

Der Opener erinnert an CHEAP TRICK und lässt eine gewisse Vertrautheit zu, nur eben ein wenig härter als der günstige TRICK. Beim zweiten Song könnte man mit viel guten Willen einen Ansatz von frühen DEF LEPPARD erkennen, für QUEEN ist die Mucke nicht abgehoben und experimentell genug, da stehen CATS IN SPACE schon auf einigen Stufen höher in Richtung QUEEN. Ein wenig ALICE COOPER ist auch hörbar, aber sonst gibt es groovigen Hard Rock der seinen Charme besitzt. Bei manchen Refrains könnte man meinen das MAGNUM Pate gestanden haben, oder in manchen Momenten kann man auch parallelen zu IZENGARD feststellen.

Nicht von dem düsteren Cover täuschen lassen, denn die Mucke von STAR CIRCUS hat nichts mit Depri, Prog oder Düster Mucke zu tun. Hier gibt es anständigen Hard Rock zu hören. Die knappen 50 Minuten Spielzeit vergehen wie im Flug, es kommt nie ein Moment auf an dem Langeweile herrscht, es geht über die gesamte Zeit interessant und attraktiv zu. STAR CIRCUS ist für jeden geeignet der gerne Hard Rock mit ausgerägtem britischer Akzent hört und offen für manche Schrägen Riffs ist.

„Over & Over“ hört sich nach härteren CHEAP TRICK auf Anabolika an, „Chained To You“ ein charmanter Rocker mit Potential. „The Wreckage“ ein cooler Hard Rocker ohne Schnörkel, „One Hit Wonder“ wieder ein wenig coole CHEAP TRICK auf Steroiden mit MAGNUM Refrain. „Turn The Tide“ ein von der Gitarre zum Leben erwecktes unwiderstehliches Highlight das beim Riffing über den Atlantik schielt, „Destiniy’s Door“ hier muss ich an ein Kind von NAZARETH und PRAYING MANTIS denken. „Masquerade“ der Anfang lässt aufhorchen das ein weiteres Highlight ansteht – durch Sophies Stimme werde ich an die besten Seiten von SCARLET ROSE erinnert, „Floodlights“ hiermit werde ich nicht warm erinnert mich an IZENGARD. „Last Dance“ wow das Ding geht von Anfang an nach vorne – erinnert wieder an die Anfänge der LEPPARDs, „Tow Odds Make An Even“ dieses Melodic Schmankerl erinnert an STRANGEWAYS auf Dope.

Balle

AFTER THE FIRE – 80-F (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. 1980-F
02. Love Will Always Make You Cry
03. Can You Face It
04. Who’s Gonna Love You (When You Old And Fat And Ugly)
05. Starflight
06. Wild West Show
07. Billy, Billy
08. It’s High Fashion
09. Why Can’t We Be Friends
10. Joanne

 

Spielzeit: 35:48 min – Genre: Rock – Label: Epic – VÖ: 1980 – Page: www.afterthefire.co.uk/

Heute geht es sehr weit in der Zeit zurück, ins Jahr 1980 als die britische Band AFTER THE FIRE ihr drittes Album mit dem Titel „80-F“ veröffentlichte. Die Älteren können sich bestimmt noch an die ZDF Fernsehsendung „Na Sowas“ erinnern, in der Thomas Gottschalk seine TV Anfänge machte. Die Sendung lief von 1982 bis 1987 und wurde von Günther Jauch übernommen, und genau die Titelmusik dieser Sendung stammte von dem erwähnten Album von AFTER THE FIRE. Ich kaufte mir das Album irgendwann mal so um 1984 oder 1985 rum, und ich muss jeden enttäuschen der CDs sammelt, dieses Album gibt es nur auf Vinyl und genau so klingt es auch. Nicht schlecht sondern es versprüht den Charme von Röhrenverstärkern und ohne digitale Spielerein. Gegründet wurde AFTER THE FIRE um 1971 rum, das Debütalbum erschien 1978, ich kann über die anderen Alben nichts berichten da ich nur „80-F“ besitze und sonst nur die englische Version des FALCO Hits „Der Kommissar“ den die Band 1982 veröffentlichte kenne.

Damals gehörten Andy Piercy am Mikrofon und Bass, John Russel an Gitarre, Memory Banks an Keyboard und Pete King an den Drums zur Besetzung von AFTER THE FIRE. Andy Piercy besitzt ein sehr markante Stimme die sich in der mittleren Tonlage befindet, sehr melodisch ist und gut zum Sound auf „80-F“ passt. Die Backing Vocals werden gerne mal mehrstimmig und effektiv eingesetzt. Die Gitarre hat genügend Schmackes um sich deutlich vom Pop abzuheben und dadurch eindeutig im Rock befindet obwohl das Keyboard recht poppige Töne spukt und auch gerne mal so wie die 80er kommt, nämlich quitschebunt oder spacig. Allerdings sorgen dann Gitarre und Bass dafür das sich der Sound im Rock befindet und mit dem Keyboard eine Einheit bildet um die Stimme ins rechte Licht zu rücken. Die Drums könnten nicht auffälliger ausgeführt sein, was Pete King damals mit den Sticks zauberte ist schon aller Ehren wert.

Der Stil von AFTER THE FIRE ist auf dem Album irgendwie einzigartig, ich habe auf jeden Fall bis jetzt nichts ähnliches gehört. Der Rock wilder durch das Keyboard im Pop und auch wieder nicht wenn man die Gitarre und den Bass hört. Ich würde behaupten das etwa 70% Anteil an Rock und 30% Pop im Sound stecken. Der beste Vergleich haut mit dem ROGER DALTREY Album „Can’t Wait To See The Movie“ hin oder wenn bei den 80er Songs von RUSS BALLARD das Keyboard die Führung übernimmt. So verrückt wie sich diese Vergleiche lesen, so geil kommt der Sound in Wirklichkeit rüber. Wer die 80er nicht miterlebt hat kann sich schlecht vorstellen was dieses Jahrzehnt ausmachte, vielleicht ein klein wenig wenn man die Mucke genauer betrachtet. Denn da steckte sehr viel Herzblut, Schweiß und Liebe drin, was heute auch noch der Fall zu sein scheint aber die 80er waren in Sachen Musik einzigartig und AFTER THE FIRE leiteten mit „80-F“ genau dieses Jahrzehnt mit einem riesigen Knall ein. Schon allein der analoge Sound spricht für sich selber, die Wärme die von Röhrenverstärkern im Klangbild ausgeht ist einzigartig, wenn dann noch die Melodie und ausgefeilte Songs dazu kommen ist das ganze ein Volltreffer wie im Fall AFTER THE FIRE. Tanzbar waren und sind immer noch der Großteil der Songs auf „80-F“ und außerdem äußerst attraktiv und hörbar. Das knacksen meines alten Vinyls weckt Erinnerungen an dieses Jahrzehnt das so viel zu bieten hatte.

„1980-F“ ein cooles Instrumental und die Titelmelodie von Na Sowas, „Love Will Always Make You Cry“ ein Retro Rocker den nur die 80er hervor bringen konnten „Can You Face It“ flott und mit viel Charme, „Who’s Gonna Love You (When You Old And Fat And Ugly)“ cooler Text trifft auf Tempowechsel und AFTER THE FIRE in voller Pracht. „Starflight“ ein flotter Rocker mit endgeilem Keyboard und Backing Vocals, „Wild West Show“ ein sehr starker Rocker mit geilem Riffing. „Billy, Billy“ ein Melodic Monster und Hit, „It’s High Fashion“ hier traf britische Lebensfreude auf vier junge Typen die daraus einen Song formten. „Why Can’t We Be Friends“ die Gitarre schielt hier ein wenig in Richtung USA und Rock N Roll, „Joanne“ zum Abschluss eine dramatische Ballade.

Balle

JOANNE SHAW TAYLOR – Black & Gold

Trackliste:

01. Hold Of My Heart
02. All The Things I Said
03. Black & Gold
04. Who’s Gonna Love Me Now
05. I Gotta Stop Letting You Let Me Down
06. Summer Love
07. Grayer Shade Of Blue
08. Hell Of A Good Time
09. Look What I’ve Become
10. What Are You Gonna Do Now
11. Love Lives Here

Spielzeit: 48:19 min – Genre: Blues Rock – Label: Journeyman Records – VÖ: 06.06.2025 – Page: www.facebook.com/joanneshawtaylor/

 

Nach dem düster, schaurigen und doch attraktiven Gothic / Doom Metal Debütalbum von SKRYLLS kommen diese Nacht zwei Alben dran die sich dem Blues Rock verschrieben haben. Das erste Album für heute Nacht stammt von JOANNE SHAW TAYLOR, eine Künstlerin die sich seit ihrem Debütalbum „White Sugar“ von 2009 einen Namen in der Musikindustrie machen konnte geht mit ihrem zehnten Album „Black & Gold“ an den Start. Ich hatte bis jetzt noch keine Berührungspunkte mit der Britin, wieso kann ich nicht wirklich beantworten, ich kann zwar seit etwa 25 – 30 Jahren etwas mit Blues Rock anfangen, wird aber von mir genau wie Deutsch Rock etwas Stiefmütterlich behandelt. Dieser Umstand ist von mir nicht beabsichtigt aber auch den Veröffentlichungen geschuldet die sich stilistisch meist im AOR / Melodic / Hard Rock und sämtlichen Varianten des Metals befinden und die beiden erst erwähnten Genres eher eine Nebenrolle in der Redaktionsliste spielen. Was sehr schade ist da es gerade auch auf dieser Spielwiese sehr gute Künstler und Alben gibt die dadurch leider in den unverdienten Hintergrund rücken. Also kommen in dieser Nacht zwei Alben in meinen Player die sich im Blues Rock befinden und deshalb auf meinem Radar aufgetaucht sind. Dieses Album von JOANNE SHAW TAYLOR sowie das von MARC AMACHER haben schon ohne das ich auch nur einen Takt oder eine Note gehört habe einen Bonuspunkt verdient, wenn diese Eigenschaft auf einem Album fehlt egal ob es befreundete Musiker von mir sind oder ich Fan vom Schaffen eines Künstlers bin ziehe ich Punkte ab wenn ein Album unter der magischen Grenze von 40 Minuten dauert. JOANNA befindet sich näher an den 50 Minuten als bei 40, und das ist eine Hausnummer bei elf Songs eine Laufzeit von 48 Minuten. So nun genug ausgekotzt, jetzt geht es los mit dem Album „Black & Gold“!

JOANNE besitzt eine Stimme die einen hohen Wiedererkennungsfaktor besitzt und fühlt sich im Blues Rock sehr wohl. Das Gitarrenspiel ist für Blues Rock ausgelegt und kommt teils mit dreckigen Licks daher. Wenn es nicht dreckig zugeht bewegen sich die Gitarren irgendwo zwischen Blues-, Country-, Indie- und Pop-Rock, dieser Mix macht sich sehr gut mit JOANNEs Stimme. Der Bass bekommt nicht die breite Bühne wie die Gitarren die mit der Stimme im Vordergrund stehen. Die Drums machen dezent Druck ohne sich dabei aufzudrängen. Es wird auch schon mal Violine oder Geige, Pianoklänge und dezente Tasteninstrumente verwendet die nicht als Fremdkörper sondern wie als perfekte zu Stimmung passenden Symbiose wirken. Die Produktion ist auf einem Top Niveau wirkt allerdings sehr modern, ein leichter Retroanstrich hätte sich bestimmt auch sehr gut mit dem Stilmix von JOANNE vertagen.

Der Musikstil auf „Black & Gold“ hat weder Hektik noch Stress zu bieten, es wird relaxt drauf los gerockt. Das auf einem sehr hohen Level und ist sehr weit entfernt von dem was ich sonst so reviewe. Zur Abwechslung mal was positiv anderes und entspannendes das alles um einen herum entschleunigt und die Sorgen die einen plagen für eine dreiviertel Stunde in den Hintergrund schieben. JOANNE verbreiten mit „Black & Gold“ Good Mood Vibes die zum positiven Denken anregen und an eine Zeit erinnert als die Zukunft noch nicht von einer Greta mit der letzten Generation terrorisiert wurde, gigantische Preissprünge nach oben, ein Discobesuch noch keinen Monatslohn ausmachte, medialen Overkill, Klimawandel (für mich das (Kunst)Unwort das nie hätte kreiert werden dürfen) – die Erde machte in Milliarden von Jahren schon immer Klimaveränderungen von Eiszeiten bis Warm- oder Heißzeiten und umgekehrt durch, Messerstechereien, Verbrenner Verbot und Reiche noch reicher machend geprägt war. In der sich kein Kanzler und sein Linnemann hinstellten und behaupteten die Rentner würden zu wenig arbeiten, gerade diejenigen die ein Arbeitsleben mit über 40 Jahren hinter sich haben, aber ja doch, genau richtig ihr habt ja so was von recht. Als ein Liter Benzin noch nicht die ganze Tanke ausmachte eine Packung Lungentorpedos noch 3 stabile Deutsche Mark und keine 10 Teuronen kostete, als ein BMW 325i noch zu einem vernünftigen Neuwagenkurs zu haben war, man für ein Bier im Wirtshaus noch nicht einen Tag arbeiten musste. Genau an diese gute alte Zeit erinnert mich die Mucke von JOANNE, wenn man die Augen schließt vollzieht man eine Zeitreise in die Vergangenheit die mit sehr vielen positiven Erinnerungen verbunden ist.

JOANNE SHAW TAYLOR befindet sich vom Genre her in einem Umfeld aus Blues Rock, Country Rock und Pop Rock, vergleichen kann man vielleicht mit einer Mischung aus TRACY CHAPMAN und MELISSA ETHERIDGE Vibes mit JOE BONAMASSA Riffs und einer Wilderer Attacke im Pop Rock. Hört sich verstörend wild an, ist aber attraktiver als es sich liest, und schon alleine die positiven Erinnerungen die vor meinem geistigen Auge auftauchen kann man als Genial bezeichnen.

„Hold Of My Heart“ ein cooler Rocker der zwischen Blues und Country Rock wandelt, „All The Things I Said“ hier treffen dezente Blues Töne auf Country Vibes mit Pop Rock Stimmung. „Black & Gold“ erinnert ein wenig an sehr softe THUNDER, „Who’s Gonna Love Me Now“ ein relaxter Song der irgendwo zwischen Ballade und Normalo angesiedelt ist. „I Gotta Stop Letting You Let Me Down“ hier sind sie die dreckigen Licks auf den 6-saitigen ein echter Rotzer, „Summer Love“ ein Happy Feel Good Rocker der gute Laune verbreitet. „Grayer Shade Of Blue“ ein Soft Rocker ala MELISSA ETHERIDGE, „Hell Of A Good Time“ und nochmals dreckige Licks auf der Gitti, die Spaß machen – die hatte ich in den 80ern. „Look What I’ve Become“ hier wird es schwer, schräg und dreckig, „What Are You Gonna Do Now“ flott mit Rock N Roll Vibes, „Love Lives Here“ zum Schluss wird es dramatisch schön.

Balle

RUSS BALLARD – Songs From The Warehouse + The Hits Rewired

Trackliste:

CD 1

01. Resurrection
02. Courageous
03. Journey Man
04. The One Who Breathes Me
05. The Wild
06. Charlatan
07. Soul Music
08. Sleepwalking
09. Last Man Standing
10. Make Believe World
11. The Family Way
12. Fearless
13. The Last Amen

CD 2

01. Since You’ve Been Gone (RUSS BALLARD / RAINBOW uwm.)
02. Winning (RUSS BALLARD / SANTANA)
03. God Gave Rock And Roll To You (ARGENT / KISS)
04. Voices (RUSS BALLARD)
05. New York Groove (HELLO / ACE FREHLEY)
06. You Can Do Magic (AMERICA)
07. Liar (THREE DOG NIGHT / GRAHAM BONNET)
08. I Know There’s Something Going On (FRIDA (ex ABBA))
09. I Surrender (RAINBOW / HEAD EAST)
10. No More The Fool (ELKIE BROOKS)
11. So You Win Again (HOT CHOCOLATE)
12. Free Me (ROGER DALTREY)
13. On The Rebound (RUSS BALLARD / URIAH HEEP)

Spielzeit: 98:58 min – Genre: Rock – Label: Frontiers Music – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/RussBallardMusicOfficial

 

Fünf Jahre war es still um RUSS BALLARD, nachdem ich RUSS vor etwa zwei bis zweieinhalb Jahren Live in München gesehen habe und er der Held meiner Jugend ist kehrt er mit neuem Album zurück. Warum er mein Held war und irgendwie noch ist, Songs wie „Since You’re Been Gone“, „Voices“, „The Fire Still Burns“, „Dream On“, „A Woman Like You“, „I Can’t Hear You No More“, „In The Night“, „On The Rebound“ und den Oberburner mit seinem geilen Anfang „Searching“ begleiteten mich ab den frühen 1980ern bis jetzt. Ich höre diese Songs immer noch gerne und wenn ich alleine bin lasse ich meine Endstufe bei diesen Songs gehörig unter Last ausatmen. Aber nicht nur die Songs die er selber veröffentlicht hat können überzeugen, auch die zahlreichen Songs die er für anderen Künstler geschrieben hat und oder er selbst mit seiner Band ARGENT, Solo oder von anderen auf Kunststoff gepresst wurden beweisen das sehr große Talent von RUSS BALLARD. Egal wie man zu ihm steht muss man neidlos anerkennen das er es drauf hat Hits zu liefern. Nur hatte er selber nicht den riesigen Erfolg wie Songs die von anderen veröffentlicht wurden. Trotzdem gehört RUSS zu den besten Rock Musikern die es gibt und in Zukunft geben wird. Wenn RUSS mal die Notenblätter an den Nagel hängen wird hinterlässt er eine gewaltige Lücke die nicht zu füllen ist. Dies nur zum Schaffen von RUSS BALLARD falls ihn bis jetzt jemand noch nicht kennen sollte. Sein Disco Renner „Voices“ kam sogar in den 80ern in der Yuppie Serie Miami Vice zum Einsatz. Und ja ich habe mir RUSS am 01.05.2025 in München nochmals angesehen, denn der Musiker wird dieses Jahr 80 Jahre alt und wer weiß ob es ihm in Zukunft nochmal möglich ist auf Tour zu gehen – ein Konzertbericht folgt nächste Woche.

Wer die Trackliste aufmerksam gelesen hat, hat bestimmt einige bekannte Namen in Klammern auf CD 2 lesen können, für diese Künstler hat er diese Songs geschrieben, oder an diese ausgeliehen, denn manche hat er mit ARGENT oder Solo auch veröffentlicht. Darunter befinden sich große Namen die mit diesen Songs Hits landen konnten, ich weiß ehrlich gesagt nicht ob er selber mal einen Hit hatte, die Qualität hätte die Mehrzahl der Songs auf jeden Fall. In den 80er war RUSS in Bayern ein gerne gesehener Gast im Radio oder besetzte sehr oft den Plattenspieler der Discos.

Wenn man das Gesamtbild des BALLARD Sounds ansieht hat sich ab seinem Comeback im Jahr 2006 mit dem Album „Book Of Love“ der Sound ein wenig modernisiert. Ich sage jetzt nicht verschlechtert, aber da RUSS ein Multitalent an den Instrumenten ist und er sehr viel selber einspielt, und die Drums sich verdächtig nach Computer anhören liegt der Verdacht nahe das er die selbst mit einer Soundmaschine ein gezimmert hat. Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt den ich anführen kann, dass die Drums sich künstlich und nach Blechkasten anhören, sonst hat Balle nichts zu motzen.

Am Mikrofon liefert RUSS immer noch eine tadellose Leistung, an der Gitarre war er schon immer ein unüberwindbare Wand die zu überzeugen wusste. Wer ihn auf dem Album unterstützt hat ist in der Info nicht ersichtlich aber der Bass kommt sehr gut durch, die Keys sind wie bei RUSS gewohnt immer Songdienlich eingesetzt. Das einzige das wie ein Fremdkörper wirkt ist das künstlich klingende Schlagzeug. Die Produktion ist auf einem sehr hohen Niveau und lässt keine Wünsche offen.

Die Bewertung bezieht sich nur auf CD 1, CD 2 bleibt außen vor da es sich um eine Art Best Of handelt, die allerdings auch verdammt gut geraten ist, mit einer Ausnahme wenn die Stimme durch den Verzerrer gejagt wurde.

Die neuen Songs haben immer noch ein hohes Maß an Attraktivität, und die beiden Haupteigenschaften ziehen sich wie ein Roter Faden durch die Diskographie von RUSS und das sind die Stimme mit einem sehr hohen Wiedererkennungsfaktor und das starke Gitarrenspiel von RUSS. Ich habe sieben Alben ab der 1979er Veröffentlichung „Barnet Dogs“ in meiner Tonträgerkollektion und wurde bis jetzt auf keinem von RUSS enttäuscht. Sicher befinden sich mal mehr oder weniger Hits auf den Alben von RUSS aber ist das nicht bei anderen Künstlern genauso das sich mal mehr oder weniger gute Songs auf den Tonträgern befinden. Nur ist ein nicht so guter BALLARD Song immer noch für eine vordere Platzierung in den Top Ten geeignet was man von vielen anderen nicht behaupten kann. Und dieser Umstand zieht sich genauso wie alle anderen Eigenschaften durch die von BALLARD veröffentlichten Tonträger. Egal welchen Song man jetzt nimmt, dass Ding rockt wie Sau und kann überzeugen, ob nun besser oder von der Qualität leicht abfallend, der Song besitzt BALLARDs Trademarks die unüberhörbar sind.

Vergleichen kann man BALLARD mit niemanden sonst, da er einzigartig ist und dies auch ewig bleiben wird. Der Stil ist einfach mehr oder wenig tanzbarer Rock der ins Herz geht und für gute Laune sorgt. Ob es nochmal so einen talentierten Musiker wie RUSS geben wird kann niemand beantworten, zumindest in den letzten 40 Jahren ist mir nichts vergleichbares untergekommen.

Auf der zweiten CD befinden sich Songs aus der Feder von BALLARD, und auf dieser CD hat er seine Songs auch zu seinen gemacht, teils leicht umarrangiert, anders instrumentiert oder die Betonung auf ein andere Tonart oder Instrument gelegt. Dieses Album bietet einen RUSS BALLARD der die Vergangenheit mit seinen Songs geprägt hat wie kaum ein anderer und auf der anderen Seite den neuen und modernen RUSS. Ich kann mit beiden Leben, wie es beim Hörer aussieht muss jeder für sich alleine entscheiden. Keine vernünftigen Tonträgerkollektion kommt ohne BALLARD aus, egal ob alt oder neu. Der Mann weiß einfach was er tut, und kann nebenbei auf ein erfülltes Musikerleben seit den späten 1960ern ohne reue zurückblicken.

„Resurrection“ kommt in der ersten Strophe mit viel Drama um im Refrain regelrecht zu explodieren, „Courageous“ besitzt in den Strophen auch wieder dieses dramatische Feeling das RUSS auszeichnet. „Journey Man“ kommt mit einer verzerrten Gitarre am Anfang die Orient Flair besitzt – hoffentlich ist die Reise von RUSS noch lange nicht zu Ende – der Refrain ist ein typischer BALLARD, besser geht es nicht. „The One Who Breathes Me“ ein düsterer Rocker der mich an sein gleichnamiges Album und den Song „Voices“ erinnert, „The Wild“ ein modernisierter BALLARD mit typischer Old School Gitarre und seinen Trademarks. „Charlatan“ mit Piano und Akustikgitarren sehr dramatisch inszeniert. „Soul Music“ ein Song der sofort hängen bleibt und geht mit seinern Hammond Sound in die Classic Ecke „Sleepwalking“ reiht sich nahtlos in die Klassiker ein. „Last Man Standing“ dieser Song hätte sich mit normalem Schlagzeug auch gut auf „Barnet Dogs“ gemacht „Make Believe World“ ein sehr guter Rocker der vom Riffing her auffällt. „The Family Way“ hier treibt RUSS das Drama auf die Spitze, „Fearless“ es geht wieder in die Vergangenheit von RUSS zurück, „The Last Amen“ hier bekommt das Wort Drama eine neue Bezeichnung die mit RUSS beginnt und auf BALLARD endet.

Balle

THOSE DAMN CROWS – God Shaped Hole

Trackliste:

01. Dancing With The Enemy
02. Glass Heart
03. Fake
04. Dreaming
05. Let’s Go Psycho
06. No Surrender
07. The Night Train
08. Turn It Around
09. Spit & Choke
10. Still

 

Spielzeit: 40:23 min – Genre: Modern Hard Rock – Label: Earache Records / Edel – VÖ: 11.04.2025 – Page: www.facebook.com/thosedamncrows

 

THOSE DAMN CROWS aus dem British Empire sind mit ihrem vierten Studioalbum zurück auf der Spielwiese die sich Hard Rock nennt. Nachdem ich vor etwa zwei Jahren das dritte Album „Inhale / Exhale“ reviewte haben mich die verdammten Krähen so stark beeindruckt das ich mir alle Alben zugelegt habe, bei jedem war eine Steigerung zu hören. Mal sehen ob es da auch zwischen Album #3 und 4 auch wieder zu einer Steigerung kommt, die es nicht braucht waren die Briten auf dem Vorgänger schon verdammt stark aufgestellt aber man weiß ja nie.

Der Opener rast mit Lichtgeschwindigkeit in die Synapsen um sich dort als Dauerschleife einzunisten. Boah fängt das Teil stark an. Zur Band gehören die geile Stimme von Shane Greenhall, beide Gitarristen Ian Thomas, David Winchurch, Bassist Lloyd Wood und Drummer Ronnie Huxford. Das Cover zeigt sich düster farbenfroh und verbreitet eine Stimmung die sich schlecht beschreiben lässt.

Wenn es nach den ersten beiden Songs geht erwartet den Hörer ein Hit-Album, aber wir wissen alle das die Realität düsterer aussieht und THOSE DAMN CROWS nicht wirklich in den deutschen Mainstream-Medien zu finden sein werden. Aber der Umstand ist egal, es kann sich jeder den Tonträger besorgen oder THOSE DAMN CROWS auf den einschlägigen Streaming Plattformen anhören. Und dieser Umstand ist auch gut so, völlig schleierhaft ist allerdings warum diese Art Musik die einfach nur gute Laune verbreitet seit so vielen Jahren aus dem Mainstream verbannt ist. Der Grund ist doch total einfach, genau wie in der Politik nicht die Medien oder Politiker schaffen an sondern die Plattenriesen oder Konzerne und Berater im Hintergrund schaffen an und das ist wie uns die letzten dreißig bis vierzig Jahre gezeigt haben alles andere als ein positiver Zustand. Aber hier geht es nicht um Machtspielchen oder Politik sondern um das vierte Album von THOSE DAMN CROWS die sogar im Sommer für ein paar Shows zu uns kommen.

Und zum Glück hat sich nichts geändert, weder in die eine noch die andere Richtung, auf vom Vorgänger gewohnt hohem Niveau geht es bei den Krähen ab. Shane kann mit seiner geilen Stimme immer noch Akzente setzen und überzeugen. Die beiden Gitarren fahren volles Rohr auf und Watschen den Hörer regelrecht ab. Der Bass kann sich durchsetzen und die Drums sorgen für einen positiven Wirbelsturm.

Die Produktion bläst alles weg was nicht Niet- und Nagelfest ist, wenn ich meine Endstufe ausatmen lasse hüpfen die Standboxen im Takt.

Der Sound kann am besten mit NICKELBACK, 3 DOORS DOWN und VOLBEAT verglichen werden, dies allerdings mit einem gehörigen Anteil THOSE DAMN CROWS und vielleicht seit dem ich das Material von der KRIS BARRAS BAND kenne mit denen. Simpel gesagt grooviger modern angehauchter Hard Rock mit viel Drive und Melodie kommt aus den Lautsprechern und wenn man die Highlights ansieht die sehr hohes Potential für die Tanzflächen und Radio hätten aber dort wenig Abnehmer finden wird. Warum dies, weil anständige Rock Discos in Deutschland Mangelware geworden sind, und im Radio andere anschaffen nicht die Programmdirektoren oder Redakteure. Leider gibt es dieses Ungleichgewicht das weder für die Musik noch die Künstler Positiv ist. Aber zum Glück lassen sich so junge Wilde wie die von mir in dieser Rezi aufgeführten Künstler und auch die Krähen nicht entmutigen und machen verdammt geile Mucke die auf Anklang treffen und seine Fans finden sollte.

Auf einem Level mit dem Vorgänger mit einigen Knallerhits und einem Rest der andere weit in den Schatten stellt und weit hinter sich lässt.

„Dancing With The Enemy“ sprengt jeden Rahmen mit seiner eindringlichen Melodie und auch Refrain, „Glass Heart“ und sie haben es wieder getan, ein Highlight eingezimmert. „Fake“ braucht ein paar Durchgänge bis er sitzt, „Dreaming“ ein gefühlvoller fast schon Softrocker. „Let’s Go Psycho“ ein cooler Rocker der sich Luft macht. „No Surrender“ würde ohne Gitarren einen Pop Top Ten Hit darstellen. „The Night Train“ kommt mit einem Mix aus Orient und Southern Feeling ums Eck, „Turn It Around“ geht mit seinem Orient Charme sofort ins Ohr. „Spit & Choke“ will mit dem Kopf durch die dickste Betonwand, „Still“ eine abschließende Ballade die eine gewisse Anziehung versprüht.

Balle