DAN BYRNE – This Is Where The Show Begins

Trackliste:

01. Saviour
02. She’s The Devil
03. Praise Hell
04. Sober
05. Cherry & Leather
06. Death Of Me
07. Temple
08. Pulling Me Under
09. Hat Me
10. Home

 

Spielzeit: 39:55 min – Genre: Classic / Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/danbyrneofficial

 

Heute erscheint das Solodebüt von einem der heißesten Eisen im Feuer der britischen Sangesbarden DAN BYRNE. Ich kenne DAN vom letzten gleichnamigen MARTY AND THE BAD PUNCH Album auf dem er seine Stimmbänder in Schwingungen versetzt hat, dort im PUNCH hat er einen fabelhaften Job abgeliefert. MARTY sollte schauen das DAN weiterhin zu seiner Crew gehört, denn was dort zu hören ist, ist schon aller Ehren Wert.

Leider ist im Promosheet nicht ersichtlich wer DAN auf dem Album unterstützt hat, im Internet lässt sich auch nicht aussagekräftiges finden also belassen wir es mit DAN am Mikro. Vielleicht einige Frontiers Hausmusiker oder woran ich nicht denken möchte das sogar KI im Spiel ist. Musik ist eine Gefühlssache und sollte dies auch bleiben und nicht durch kalte Nullen und Einser Algorithmen erzeugt werden. Musik soll von einem genialen Kopf aus Fleisch und Blut geschaffen werden und nicht von Programmen. Im Zweifel für den Angeklagten, also gehen wir mal von echten Musikern hinter den Tönen aus. DAN besitzt eine Stimme die alles andere ist, nur nicht unangenehm, er befindet sich meist in der mittleren Tonlage, geht auch schon mal höher ohne den Nervfaktor zu aktivieren. Er beherrscht auch raue und dreckige Töne, was er eindrucksvoll zeigt. Die Vocals werden auch in den richtigen Momenten von mehrstimmigen Backing Vocals unterstützt. Die Gitarren machen es interessant, entweder voll auf Krawall aus, oder gefühlvoll, hier gibt es alles was Spaß macht. Die Tastenabteilung ist sehr dezent am Start und kommt nur in den Vordergrund wenn sich die Gittis zurück halten. Piano Klänge gibt es auch schon mal was Abwechslung mit bringt. Der Bass ist weder Hintergrundbeschallung noch Rabauke, die Drums sind dafür auffälliger und sorgen für das Taktgefühl. Die Produktion schwächelt an den Becken ein wenig, da könnte mehr Dynamik drin stecken, ansonsten nichts zu Meckern.

Der Stil auf „This Is Where The Show Begins“ wandelt zwischen gefühlvollen Classic / Hard Rock über leicht dreckigen Hard Rock bei dem aufs Gaspedal gedrückt wird bis hin zum Modernen Rock. Eine echt köstliche Mischung von Songs die DAN vorlegt, seine Stimme macht dabei viel vom Reiz des Albums aus. Vergleichen kann man mit MARTY AND THE BAD PUNCH, modernen BAD COMPANY, D-A-D von der Nordseeinsel mit Tasten, härtere FM, LONERIDER und KING KING ohne Blues Anteil. Eine sehr frische Tinktur die mehr kann als es sich liest.

Abzug gibt es in der B-Note, da sich das Album unterhalb – nur knapp aber immer noch darunter – der 40 Minuten Marke befindet. Ansonsten anständige Rock Mucke die nicht unbedingt für die Tanzfläche geeignet ist, sich aber sehr gut anhört und Klassik mit der Moderne verbindet.

„Saviour“ ein recht kräftiger Einstieg, „She’s The Devil“ ein saugeiler catchy Rocker. „Praise Hell“ hier fährt DAN auf der Classic Rock Schiene, „Sober“ in den Strophen atmosphärisches Gefühlsmonster, während im Refrain der Punk abgeht. „Cherry & Leather“ ein Hard Rocker der im Refrain mit dunklen Gitarren Drama erzeugt, „Death Of Me“ fängt fast wie ADELEs „Hello“ an, bringt aber einen kleinen Schuss Blues mit, der Refrain ist von kräftiger Natur und erinnert dabei an Alternative Mucke. „Temple“ das Gefühl übernimmt in den Strophen die Oberhand bis das Ganze in einem gigantischen energiegeladenen Refrain gipfelt, „Pulling Me Under“ wildert im 80er Hard Rock mit modernen Elementen vermischt. „Hat Me“ ein Monstersong der sofort überzeugt und viel Potential mitbringt, „Home“ glänzt mit epischen Momenten.

Balle

MAMMOTH – Mammoth (RG-Zeitmaschine)

Trackliste:

01. All The Days
02. Fatman
03. Can’t Take The Hurt
04. 30 Pieces Of Silver
05. Dark Star
06. I Bet You Wish
07. Long Time Coming
08. Bad Times
09. Home From The Storm
10. None But The Brave (Tonight) (CD Bonus Track)

 

Spielzeit: 48:44 min – Genre: AOR – Label: Jive / Zomba – VÖ: 1989 – Page:

Man schrieb das Jahr 1989 und eine britische Band mit Namen MAMMOTH trat ans Tageslicht um ihre Musik zu verbreiten. Von dieser Band erschienen drei Studioalben, zwei Best Of Zusammenstellung und eine Handvoll Singles. Ich selber stieß erst sehr spät auf die Band und sicherte mir das gleichnamige Debütalbum, das immer wieder Play Time bekommt.

Zur damaligen Besetzung zählten Nicky Moore am Mikro und Keyboards, Mac Baker an den Gitarren, John McCoy an Gitarren und Bass und Vinnie Reed an den Drums. Als zusätzliche Musiker wurden Bernie Torme und Kenny Cox an Gitarren, Rob Fisher an Keyboards sowie Dave Lloyd und Mark Williams an den Backing Vocals gelistet. Nickys Stimme war sehr rau und bewegte sich in den mittleren und tieferen Tonlagen, Vergleichen könnte man mit einer tieferen Version von John Francis von AFTER HOURS. Diese Stimme schafft allein schon die halbe Miete um dieses Album in der RG- Zeitmaschine vorzustellen. Die Gitarren brettern volles Rohr drauf los, wenn sie ein wenig lauter abgemischt wären, wurden die ohne Probleme und Änderungen im Hard Rock durchgehen. Die Gitarren erinnern auch sehr oft an die Hard Rock Heroes der 1980er Jahre, ohne dabei als Kopie zu wirken, deren Ausführung ist Hard Rock like. Die Keyboards stehen auf derselben Stufe wie die Gitarren, wurden aber nicht so auffällig eingespielt wie die Gitarren. Gittis und Keys bilden ein sehr gutes Grundgerüst für Nickys Stimme und den Sound des Albums. Der Bass kann sich sehr gut behaupten und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Die Drums kommen punktgenau und mit viel Drive. Mit den fetten Backing Vocals ergibt sich ein für AOR verdammt gut aufgestelltes Gesamtbild, die gelungene Produktion trägt zum positiven Bild bei.

MAMMOTH befinden sich auf ihrem Debüt im reinrassigen AOR ohne viel Schnörkel legten die Jungs von der großen Nordseeinsel ein Debüt vor das es in sich hatte – und immer noch hat, und mit den damals angesagten AOR Vertreten mithalten konnte. Dabei klingt der AOR nicht mal wirklich nach einer europäischen Band, sondern vereint mehrere einfließende Spielarten des Genres. MAMMOTH vermischten europäischen AOR mit dem aus Nordamerika und als Ergebnis gibt es ein Album das nicht nach Links oder Rechts sieht, sondern die Positiven Eigenschaften sowohl aus Europa und Nordamerika miteinander verband. Vergleichen kann man MAMMOTH am besten mit JOURNEY, SURVIVOR, PRISM, DUKE JUPITER, 8084, MICHAEL STANLEY BAND, BREATHLESS und HONEYMOON SUITE aus Nordamerika – und BITE THE BULLET, FM, WALK ON FIRE, AFTER HOURS, CHARLIE heftigere AFTER THE FIRE, ANDROIDS, ANGELS OR KINGS, CHANGE OF HEART und HEARTLINE aus Europa, sprich Großbritannien. Herausgekommen ist ein sehr attraktives Album mit einem Genre Mix des räumlich durch den Atlantik getrennten AOR.

„All The Days“ ein starker und eingängiger Opener, der Lust auf mehr macht, „Fatman“ ein kräftiger Rocker der auf Anhieb sitzt. „Can’t Take The Hurt“ ein Highlight, ab Mitte der 80er hätte es Potential für einen Welthit gehabt, „30 Pieces Of Silver“ ein leichtfüßiger und flotter AOR Rocker. „Dark Star“ nun wird mit Drama Spannung erzeugt, „I Bet You Wish“ hier kommt Rock N Roll Stimmung mit kräftigem Riffing auf. „Long Time Coming“ es wird intensiv drauf los gerockt, „Bad Times“ ein perfekter AOR Song der an einen Symbionten aus MICHAEL STANLEY BAND und CHARLIE erinnert. „Home From The Storm“ ein mit Drama angereicherter Rocker, „None But The Brave (Tonight)“ zum Schluss wird nochmals richtig eingängig abgerockt.

Balle

KING KING mit BLÄCK TRAIN am 22.03.2026 im VAZ Burglengenfeld

KING KING machten mit BLÄCK TRAIN am 22.03.2026 im VAZ Burglengenfeld halt. Die Schotten um den charismatischen Sänger / Gitarristen Alan Nimmo touren gerade durch Europa und spielten auch im kleinen Burglengenfeld bei Regensburg, um die Bühne zum Wackeln zu bringen. Als Vorband war BLÄCK TRAIN dabei.

BLÄCK TRAIN existiert seit 2016, wo genau die Band her stammt konnte ich nicht in Erfahrung bringen, der gesprochene bayerische Dialekt hörte sich nach Grengebiet irgendwo zwischen Oberpfalz, Ober- und Niederbayern an. Die Bandmitglieder bestehen aus Markus Henschel am Mikro und Gitarre, Stefan Ott an Gitarre, Bat Koller an Bass und Alex Schmid an den Drums. Von der Mucke her gab es Classic-, Blues- und Heavy-Rock bis in den Metal aus den 70er und 80er Jahre. BLÄCK TRAIN spielen bekanntere sowie unbekanntere Coversongs von STATUS QUO, RORY GALLAGHER über DEEP PURPLE, BLACK SABBATH bis hin zu JUDAS PRIEST und ACCEPT. Auf der Bühne gaben die Musiker eine anständige Figur ab und spielten sich durch ihren Set. Vom Gesang bis zur Instrumentierung war alles in Ordnung, der Sound war auch druckvoll und hatte Biss. Der Gig fand sein Highlight beim ACCEPT Dauerbrenner „Princess Of The Dawn“, ansonsten gab es anständig gespielte Cover aus den 1970ern bis in die 1980er.

www.facebook.com/groups/BläckTrain

Nach der Umbauphase kam es dann zum Rendezvous zwischen KING KING und meiner Wenigkeit, ich besitze das 2017er Album „Exil & Grace“ der Band und wollte mir die Jungs schon lange Live ansehen. Die Truppe besteht momentan aus dem Frontmann und Gitarristen Alan Nimmo, seinem Bruder Stevie Nimmo an der zweiten Gitarre, Keyboarder Jonny Dyke, Bassist Zander Greenshields und Drummer John Lodge. Über Alan kann man nur eins aussagen, ein begnadeter Sänger und Gitarrist, seine Stimme war an dem Abend in Topform und an der Gitarre war Alan eine Bank. Seine Bühnenpräsenz ist als gigantisch zu bezeichnen und erinnert nicht nur durch die Statur an JOE COCKER. Alan besitzt das gleiche Charisma wie JOE COCKER, ohne dass dabei der Rest der Band zu kurz kommt. Sein Bruder Stevie ist ihm an der Gitarre ebenbürtig und beide sorgten mit ihrer Riffarbeit für die richtige Härte. Von den Tasten waren es Orgeln und eine Hammond von den Beiden, mit denen ein wunderbar warmer Klangteppich erzeugt wurde und mit den Gitarren eine gleichberechtigte Partnerschaft bildeten. Der Bass konnte sich sehr gut behaupten und sorgte mit den Drums lautstark für den richtigen Takt. Der Sound war Bombe und gab keinen Anlass auch nur eines kritischen Punktes, der haute rein wie Sau. Der Gig bestand nur aus Highlights, aber der Oberhammer war als die beiden Nimmo Brüder ein kleines gleichzeitiges Doppelsolo an ihren Gitarren zelebrierten. Die Songauswahl umfasste von den bis jetzt fünf veröffentlichten Studioalben vier, „Exil & Grace“ kam leider nicht zum Zug, dennoch war die Songauswahl sehr gut gewählt und man bekam einen sehr guten Überblick von dem Schaffen der Schotten. An dem Abend erklärte sich auch die Auszeichnungen die KING KING abgeräumen konnten, besser geht Heavy Blues Rock einfach nicht. Man muss neidlos anerkennen das KING KING zu den Momentan besten Bands auf dem Planeten zählen, und dies voll und ganz verdient. Um KING KING sowie die KRIS BARRAS BAND kommt man zurzeit nicht vorbei, wenn es um die besten Bands im Heavy Blues- und Hard-Rock geht. Beide sind auf ihren Alben und auch Live derart stark aufgestellt das man sich um die Zukunft der Harten Töne auf der Insel im Ärmelkanal keine Sorgen machen muss. Wer meinen Worten nicht glaubt, einfach mal reinhören und Live ansehen, es könnte eine fette Überraschung sein und Liebe auf den ersten Takt werden.

www.facebook.com/kingkingband/

Setlist KING KING

More Than I Can Take
Let Love In
Waking Up
Strong
Lose Control
A Long History Of Love
Hurricane
Lay With Me
Your Stopped The Rain
Whatever It Takes To Survive
I Will Not Fall
When My Winter Comes
Stranger To Love

Text & Bilder: Balle

WHITE SKIES – Shouting At The Hurricane

Trackliste:

01. If This Is It (Get Ready)
02. 88 Crash
03. Money To Burn
04. I Can’t Make This Alone
05. The Girl’s In Love
06. Shouting At The Hurricane
07. Those Days
08. One Life
09. Righteous Zone
10. Control
11. So Sweet
12. I Kissed The Rain

Spielzeit: 53:10 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Metalapolis Records – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/whiteskiesband

 

Britischer Melodic Hard Rock die zweite Scheibe für heute Nacht, WHITE SKIES kommen mit ihrem zweiten Album über dem Ärmelkanal gerauscht. Nachdem ich schon das Debütalbum verbal behandelte, ist es fast schon Pflicht für mich den Nachfolger auch durch den Kakao zu ziehen oder loben. An der Besetzungsfront gab es keine Änderungen und besteht noch aus Mick White am Mikro, Ray Callcut an Gitarren, Pete Lakin an den Tasten, Rob Naylor an Bass und dem Stickschwinger Daz Lamberton. Als Gastmusiker fungierte Jake T. White an den Backing Vocals bei „88 Crash“ und „Money To Burn“.

Wie auch beim Cover-Artwork von DARK HEART dominieren hier dunkle Farbtöne, dies wird der Musik nicht gerecht und die Band könnte unter Umständen in ein anderes Genre eingeordnet werden. Mark besitzt eine raue Stimme die sehr gut zum Sound von WHITE SKIES passt. Man kann sie bedingt mit John Francis von AFTER HOURS oder Larry Baud von RED DAWN vergleichen. Die Gitarren sind so trocken wie ein Wüstenwind ausgeführt und klingen nach Rock N Roll, die Härte geht voll in Ordnung. Die Keys sind Fanfarenhaft, als Orgel oder im Pianostil ausgeführt, was sehr viel Abwechslung bringt. Der Bass steht knapp in der zweiten Reihe, dafür geben die Drums ordentlich Gas.

WHITE SKIES machen mit dem Zweitling ernst und geben Gas was das Pedal hergibt. Nicht von der Geschwindigkeit, sondern von den Songs und deren Ausführung die als sehr gut bezeichnet werden kann. Einige der Titel wären in den 80ern in den Discos auf Dauerrotation gelaufen. Die Band mischt in ihren britisch charmanten Sound eine gut angehauchte Portion US- und Kanada Stadion Rock. Stört dies in irgendeiner Weise? Nicht wirklich, so kommt ein Stil zustande der weder nach Nordamerika noch Großbritannien klingt, sondern sich auf halbem Weg im Atlantik trifft. Vergleichen kann man am besten mit AFTER HOURS hier, RED DAWN dort, auf der anderen Seite bei BLUE TEARS da und BLOOD RED SAINTS oder CHANGE OF HEART da drüben, wobei auch mal Ähnlichkeiten zu ANDY TAYLOR und POWERSTATION auftauchen. So schaffte es WHITE SKIES einen Stil zu entwickeln der sich sehr attraktiv und eingängig anhört.

„If This Is It (Get Ready)“ ein kräftiger Rocker am Anfang, „88 Crash“ ein eingängiger Rocker der beim ersten Hördurchgang sitzt – würde sich gut in einer Disco machen. „Money To Burn“ das tanzbare und melodische Highlight erinnert an ANDY TAYLOR oder POWERSTATION in Härter, „I Can’t Make This Alone“ eine sehr gute Powerballade. „The Girl’s In Love“ eine flotte Abgehnummer, „Shouting At The Hurricane“ ein Hit der mit Pianoklängen kommt. „Those Days“ ein cooler Rocker der mehr als nur Potential besitzt, „One Life“ eine weitere starke Powerballade die von Akustikgitarre, Piano und Micks rauer Stimme getragen wird. „Righteous Zone“ hier wird flott drauf los gerockt und -rollt – mit geilem Refrain, „Control“ bewegt sich zwischen Ballade und gefühlvollem Softrocker – mit sehr gutem episch anmutenden Refrain. „So Sweet“ dieser Rocker hört sich an wie DEF LEPPARD auf US-Steroiden, „I Kissed The Rain“ hier wird das gefühlvolle auf die Spitze getrieben.

Balle

DARK HEART – Evolution

Trackliste:

01. Light The Flame
02. Cold Winter
03. End Of Tomorrow
04. Hands Of Fate
05. Spread Your Wings
06. Ride The Highway
07. You And I
08. Life To Crucify
09. Eyes Of Light
10. Mortality
11. Burned

Spielzeit: 58:02 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/DARKHEART.ROCK

 

Die ehemalige NWOBHM Kombo DARK HEART kehrt nach zwei Jahren Pause mit einem neuen Album zurück. Die Abkehr vom NWOBHM soll einfach nur bedeuten das DARK HEART den Sound auf den neuesten Stand brachte und die Reife des Songwritings widerspiegelt. Zu DARK HEART gehören immer noch, wie beim Vorgänger, dass einzig verbliebene Gründungsmitglied Alan Clark am Mikrofon und Keys, Nick Catterick an Gitarren und Keys, Josh Williams an Bass und Pete Newdeck an den Drums. Wie auch schon beim Vorgängeralbum dominieren beim Cover-Artwork die dunklen Farbtöne, aber Leute lasst Euch nicht von dem Cover täuschen, hier gibt es keine Depri-Mucke, sondern reinen Melodischen Hard Rock.

Alan Clark besitzt immer noch diese Stimme, die mit ihren Harmonien sofort im Ohr hängen bleibt und sehr markant ist. Der Stempel den Alan mit seiner Stimme hinterlässt ist an Positivität nicht zu überbieten. Alan wird bei Bedarf von einem mehrstimmigen Chor der gesamten Band unterstütz. Die Gitarren sind mit viel Drive und Kraft ausgeführt, allerdings nicht mehr ganz so hart wie auf dem 2024er Album. Die Keys kommen sehr cool, fast schon Old-School rüber und bilden mit den Gitarren eine gleichberechtigte Partnerschaft um das perfekte Fundament für Alans Stimme zu bilden. Der Bass bewegt einen Schritt hinter den Gitarren und Keys, steht dabei gut im Raum. Die Drums von Pete sind wie man es von ihm gewohnt ist mit viel Energie ausgeführt worden. Pete führte auch die Produktion aus, gemastert wurde das Album von Harry Hess. Der Sound muss sich nicht vor irgendjemandem verstecken, die besitzt Druck.

Die Briten zeigen auf dem dritten Band Album was in ihnen steckt, dass wäre eine verdammt geile Stimme, coole Gitarren und Keys, eine energische Rhythmus Fraktion und sehr gute Songs im Gepäck. DARK HEART sind von der Heavy Schiene komplett auf das melodisch Hard Rockende Gleis gewechselt, was ihnen sehr gutsteht. Obwohl der Sound sehr tief in den 1980er Jahren verwurzelt ist, ist er weder antiquiert oder von einer Staubschicht umgeben. Der Vorgänger war schon stark, mit diesem Album können die Jungs nochmal einen halben Punkt mehr verbuchen. Vergleichen kann man mit CHANGE OF HEART, MIDNITE CITY, VEGA und kräftigeren NEWMAN sowie HEARTLAND. Die auch von der großen Insel in der Nordsee stammen und auch diesen positiven britischen Einschlag in ihrer Musik haben.

DARK HEART bieten das perfekte Gesamtpaket aus Stimme, Hooks, Melodie, Härte und Instrumentierung. Wenn so die Zukunft des britischen Melodic Hard Rock aussieht, so kann es weitergehen und sehr gerne mehr davon. So sollte und muss das klingen, so und nicht anders.

„Light The Flame“ ein Melodic Happen zum Einstieg, „Cold Winter“ ein sehr kräftiger Rocker der Durchsetzungsvermögen beweist. „End Of Tomorrow“ kommt mit viel Drama und leichten Prog Elementen aus dem Sack, „Hands Of Fate“ wow, was für eine Melodie – ein Highlight. „Spread Your Wings“ wildert fast schon im coolen AOR, „Ride The Highway“ besitzt keltischen Charme und erinnert ein wenig an MOORE und LYNOTTs „Out In The Fields“. „You And I“ und noch ein eingängiger Rocker zum Genießen, „Life To Crucify“ traumhafte Keyboardteppiche mit starker Riffarbeit und dem Gesang von Alan = einen Volltreffer. „Eyes Of Light“ das nächste Highlight – mit superben Refrain, „Mortality“ ein Melodisches Schmankerl mit viel Drama, „Burned“ zum Abschluss gibt es noch einen Hit, der schon auf dem dritten CHANGE OF HEART Album zum Einsatz kam.

Balle

FRANCIS ROSSI – The Accidental

Trackliste:

01. Much Better
02. Go Man Go
03. Push Comes To Shove
04. Back On Our Home Ground
05. Dead Of Night
06. Going Home
07. Bye My Love
08. Something In The Air (Stormy Weather)
09. Picture Perfect
10. November Again
11. Things Will Get Better
12. Oh So Good
13. Beautiful World
14. Time To Remember

Spielzeit: 56:05 min – Genre: Rock N Roll – Label: earMusic – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/francisrossiofficial

 

FRANCIS ROSSI geboren, laut angaben im Internet, am 29. Mai 1949, also schon sage und schreibe 76 Jahre auf dem Buckel ist immer noch nicht Müde Musik zu machen. Mit „The Accidental“ veröffentlicht der Brite sein viertes Studio-Soloalbum, mit seiner Band STATUS QUO, seit 1968 über 30 Alben. Das ist eine Benchmark die nicht viele Musiker vorweisen können, es sei den man gehört zu den Dinos im Musikgeschäft und ist Mitglied bei den ROLLING STONES oder DEEP PURPLE. Herr ROSSI sorgte mit STATUS QUO für eine beachtliche Anzahl an Welthits, die damals wie auch Heute noch im Radio oder anständigen Rock Discos laufen. Während Herr ROSSI auf seinen bisherigen Soloalben eher eine Vorliebe für die dezenten Töne entwickelte schlägt er mit „The Accidental“ einen anderen Weg ein und nähert sich dem Sound seiner erfolgreichen Band STATUS QUO an. Wer STATUS QUO nicht kennt, es gibt die Vollbedienung in Sachen Rock N Roll. Also mal sehen ob er Solo auch so überzeugend ist wie mit seiner Gang.

Neben FRANCIS ROSSI an Mikrofon, Gitarre, Piano und Keys waren noch Hiran Ilangantilike und Andy Brook an Gitarren, John Edwards und Jules Eccleston an Bass, Paul Hirsch und Andy Brook an Piano und Keys, Leon Cave an den Drums, Amy Newhouse-Sith und Fursey Rossi an den Backing Vocals mit von der Partie. Herrn ROSSIs Stimme kann selbst in seinem Alter noch überzeugen und hört sich so an wie zu seinen Anfangszeiten mit STATUS QUO. Weder schlechter noch besser, Herr ROSSI singt so wie man es von ihm gewohnt ist, mit seinem ureigenem Stil und Charme verbreitet die Stimme ein Gefühl von Verbundenheit. Die Gitarren machen das für das sie Gedacht sind, sie hauen Riff after Riff in bester Rock N Roll Manier raus. Die Tastenabteilung kommt als Piano, herrlichen Old-School Orgel Hammond Sound, mal als Fanfare oder mit angedeuteten Bläsereinsatz ausgeführt, was die ganze Sache sehr Rund erscheinen lässt. Der Bass ist von der auffälligen Sorte obwohl er einen Schritt hinter den Gitarren steht, geht der auf keinen Fall unter. Die Drums sind trotz dezenter Spielweise auffällig genug um den Hörer aufhorchen zu lassen. Die Backing Vocals mit den weiblichen Stimmen setzten weitere Akzente. Die Produktion klingt furztrocken und passt zu Herrn ROSSI wie die Faust auf den Eimer oder Arsch auf Deckel.

FRANCIS ROSSI bietet auf „The Accidental“ alles was der Rock N Roller erwartet und hören möchte. Es wird klassisch gerockt, gerollt, geblused, geboogied bis der Arzt kommt und die Füße blutig vom mitwippen sind. Da die Gene von Herrn ROSSI nur eines hergeben, und dass wäre einzig und allein Rock N Roll in all seinen Formen und Spielrichtungen. Herr ROSSI scheut sich nicht mal seinen Blick in den tiefsten Süden der USA hin zum Southern Blues zu wenden, wo er sich auch Pudelwohl fühlt. Die Mehrzahl der Songs bewegt sich bei STATUS QUO was auch kein Wunder oder Nachteil ist. Hätte Herr ROSSI irgendetwas besser oder anders machen sollen? Die Antwort besteht aus einem klaren Nein! Wer STATUS QUO mal Live gesehen hat weiß für was diese Band steht, und genau das Bedient Herr ROSSI auch auf „The Accidental“ nach Strich und Faden.

Ein Album das ROCK N ROLL mit jeder Note lebt und ausatmet, ich konnte sehr lange nichts mit STATUS QUO oder FRANCIS ROSSI anfangen, dies legte sich mit den Jahren, genau wie ich mit den Jahren reifte so reifte auch der typische Sound von STATUS QUO in meinem Gehör, also kann man Herrn ROSSI ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausstellen. Die alten Hasen haben es wieder mal getan, sie haben den Jungspunden gezeigt wie Rock N Roll geht.

„Much Better“ ein cooler Stampfer zum Einstieg, mit „Go Man Go“ kommt der Boogie rockig und vorlaut aus den Boxen gerauscht. „Push Comes To Shove“ ein Hook-Monster das an die BEATLES oder QUO erinnert, „Back On Our Home Ground“ befindet sich im slow Blues mit Schmackes. „Dead Of Night“ ein gute Laune Rocker der mehr als nur Spaß macht, „Going Home“ würde sich auch auf einem Mississippi Dampfer sehr wohl fühlen, Südstaaten Blues aus dem Südosten. „Bye My Love“ simpel gehaltener Rock N Roll mit Effekt und Wirkung, „Something In The Air (Stormy Weather)“ ein weiterer Stampfer der mit Drama angereichert wurde. „Picture Perfect“ flotter Rocker der im Auto für neue Passbilder sorgen könnte, „November Again“ befindet sich irgendwo zwischen Folk und Südstaaten Drama Blues. „Things Will Get Better“ hier schimmert STATUS QUO wieder voll durch, „Oh So Good“ hier muss ich ein ein Kind von SMOKIE mit zu viel STATUS QUO Genen und leichtem Einschlag zu den EAGLES denken. „Beautiful World“ Herr ROSSI hat mit STATUS QUO ein BBQ im Süden der US of As abgehalten, „Time To Remember“ ein Ballade zum Licht löschen.

Balle

DANNY BRYANT – Nothing Left Behind

Trackliste:

01. Tougher Now
02. Not Like The Others
03. Enemy Inside
04. Swagger
05. Redemption
06. Three Times As Hard
07. Nothing Man
08. Missing You
09. Lover Like You
10. Just For You
11. Heatwave Heartbreak

Spielzeit: 48:13 min – Genre: Blues Rock – Label: Jasshaus Records / In Akustik – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/dannybryantband

 

Der Brite DANNY BRYANT war bis zu diesem Zeitpunkt ein weißer Fleck in meiner Vita, aber als ich in der Redaktionsliste als Genre Blues Rock gelesen habe überkam mich ein Zwang, nimm mich, nimm mich, ach machs kurz und trag dich ein. So kam es das ich das erste Mal DANNYs Musik für mich entdeckte. Das mittlerweile achte Studioalbum „Nothing Left Behind“ erblickt das Licht der Welt und möchte für Aufsehen sorgen.

Zu den Mitwirkenden neben DANNY BRYANT an Mikro und Gitarren, gehören noch Marc Ranner an Gitarren und Keyboards, Jamie Pipe an Piano und Hammond, Artjom Feldtser an Bass und Alex Hinz am Schlagzeug. DANNY hat was besonderes in seiner Stimme, es steckt sehr viel Dreck oder Rauch drin was dem Blues Rock hörbar guttut und steht. Dabei befindet er sich von der Färbung die sich bei manchen Tönen mal wie JAMES BROWN anhört oder wie meistens Tapani „Tanna“ Tikkanen von PRAYER. Sowohl BROWNs als auch Tannas Stimmfärbungen sind nahezu perfekt für Blues Rock, und wenn dann noch der Dreck und Rauch von DANNY dazu kommt wird eine Punktlandung daraus. Die Gitarren geizen weder mit Riffsalven noch mit Intensität oder Agilität, das Riffing ist Blues typisch teilweise sehr schwer. Das schwere der Gitarren wird durch den Einsatz von Hammond Sound fast immer kompensiert und lässt es verdaulicher erscheinen, egal wieviel Drama sich im Song befindet. Der Bass wummert wie Sau und immer mit viel Energie vor sich hin ohne dabei auch nur den Ansatz des Losers gegen die Gittis zu geben. Das gewummer hört sich in Verbindung mit den Gittis und Hammond einfach geil an. Das Schlagzeug wirkt vom Klang künstlich und könnte durchaus auch aus dem gesampelten Computer stammen. Die Produktion ist voll auf Effekt ohne Hascherei ausgelegt und zeigt Wirkung im Ohr.

DANNY schafft es auf eine sehr angenehme Weise alte Einflüsse aus den Anfängen der Beat Zeit Ende der 60er Jahre mit teilweise leichter psychedelischer Anlehnung, Blues und Country seinen Sound in der Gegenwart zu manifestieren. Dieses Manifest hat Charme und zeigt ein hohes Maß an Wirkung, gemeinsam mit der Produktion wurde ein gewaltig rundes Ding eingespielt. Vergleich lässt sich DANNYs Stil schlecht mit anderen, man nehme ein wenig BONAMASSA da, alten Blues hier und vermengt diese Tinktur auch mal mit düster gestimmter Psyschedelic Gitarre dort oder auch mal sehr leichten Country bei dem einen oder anderen Song und fertig ist der BRYANT Sound.

„Tougher Now“ ein flotter Rotzer der an JAMES BROWN erinnert – allerdings müsste die Verzerrung der Stimme nicht sein, „Not Like The Others“ das Reggae Feeling von THE POLICE auf einem Blues Trip mit sehr heftigen Gitarren macht einen Hit draus. „Enemy Inside“ eine gefühlvolle Ballade die überzeugt, „Swagger“ volles Riffbrett und Hammond Sound sorgen für Gänsepelle. „Redemption“ ein sehr schwerer und langsamer Blueser der im Refrain, wenn ich mich nicht verhört habe die Tonart wechselt und fröhlicher wirkt, „Three Times As Hard“ die Hammond haut voll rein und der Rest befindet sich fast im psychedelischen Fahrwasser. „Nothing Man“ ein geiler Rocker der mich an einen Song erinnert der mir beim besten Willen nicht einfallen will, „Missing You“ hier fallen mir die Finnen von PRAYER auf einem Country / Blues Trip ein, „Lover Like You“ dreckiger geht Blues Rock fast nicht. „Just For You“ eine sehr schwere Ballade die durch DANNYs Gitarrenspiel noch an Gewicht zulegt, „Heatwave Heartbreak“ ein Zehntner schweres Instrumental ohne viel Spielerei.

Balle

THE LUNAR EFFECT – Fortune’s Always Hiding

Trackliste:

01. Feed The Hand
02. Watchful Eye
03. Five And Two
04. My Blue Veins
05. Stay With Me
06. Settle Down
07. I Disappear
08. A New Moon Rising
09. Scotoma
10. Nailed To The Sky
11. Tomorrow Comes Too Soon (Digital only Bonus Track)

Spielzeit: 44:24 min – Genre: Classic Rock – Label: Svart Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/TheLunarEffect/

 

So WALTER TROUT mit seinem Blues Rock ist im Kasten, jetzt ist Classic Rock dran, dann wollen wir mal sehen wie sich THE LUNAR EFFECT auf ihrem dritten Album macht und gibt. In der Redaktionsliste steht als Genre Classic Rock, auf der Facebook Seite der Jungs wird Psychedelic Rock and Stoner Noise angegeben, bei Psychedelic bin ich sehr wählerisch, bei Stoner gehe ich gerne je nach Ausführung mit. Da bin ich mehr als gespannt wie sich der Bandsound anhört. Einen Pluspunkt gibt es schon mal, weil der digital Bonus Track „Tomorrow Comes Too Soon“ im Promopaket enthalten ist.

Die britische Band setzt sich aus den beiden Brüdern und Gründern Jon an Gitarre und Dan Jefford an Drums zusammen, die später um dem Sänger Josh Neuwford und Bassisten Brett Halsey erweitert wurde. Die Stimme von Josh hat was Faszinierendes das sich schlecht beschreiben lässt, entweder liegt es schon in der Stimme oder es wurde noch gewaltig an den Reglern nachgeholfen. Ich gehe mal im Zweifelsfall für den Angeklagten aus und sage es liegt schon in der Stimme. Die Gitarren kommen bis auf wenige Ausnahmen sehr tief und bedrohlich aus den Boxen, wissen sich dabei aber sehr gut in Szene zu setzten ohne es zu übertreiben. Dem Bass gehen oft die Pferde durch, der steht immer voll im Raum ohne als Verlierer zu wirken. Das Schlagzeug beackert die Bespannungen und Metallbecken nach Herzenslust und stellt sich da als wahrer Künstler heraus.

Soundtechnisch bewegen sich THE LUNAR EFFECT im oben beschriebenen Psychedelic Rock mit Stoner Vibes, oder einfach nur kräftigen Classic Rock auf Dope. Bei Psychedelic bin ich normal sehr zurückhaltend, allerdings hat die Band auf ihrem dritten Album ein gewaltiges Pfund an Board das einen sämtliche Flausen aus der Rübe katapultiert. Mit schierer Gewalt aber auch dezenten Balladen Tönen rocken sich die Briten überzeugend durch ihre elf Songs. Die tief gestimmten Gittis, und klassischen Orgel oder Piano Töne machen was her und verbreiten einen Charme wie er in den 60ern zum Beginn der Beat (den Anfängen des Psychedelic Rock) Zeit bis in die Classic Rock Zeit die 70er hinein reicht.

„Feed The Hand“ geht mal sowas von nach vorne – kommt mit Orient Touch, „Watchful Eye“ ein kräftiger und epischer Rocker der sich voll in den 60ern bis in die frühen 70ern befindet. „Five And Two“ ein Rocker fürs Lehrbuch – das Riffing erinnert mich an GARY MOORE, „My Blue Veins“ kommt schleppend und schwer daher, wenn die Härte nicht wäre könnte man meinen einer Ballade zu lauschen. „Stay With Me“ und hier ist sie auch schon eine Ballade mit Piano Klängen und normal gestimmter Gitti, „Settle Down“ der erinnert mich sehr in der Klassik befindlichen NIRVANA, alles nur nicht NIRVANA! „I Disappear“ die Taschentücher werden erneut gezückt, „A New Moon Rising“ hier kommt das volle Psychedelic-Stoner Brett aus dem Sack. „Scotoma“ ein cooler Song der mich an THE WHO auf LSD in bunten Farbenrausch erinnert, „Nailed To The Sky“ hier wird der ohnehin schon obercoole Song von der geilen Röhre von Josh auf ein riesiges Podest gehievt, „Tomorrow Comes Too Soon“ geil die BEATLES auf DOPE – eine Verneigung vor den Pilzköpfen.

Balle

GLENN HUGHES – Chosen

Trackliste:

01. Voice In My Head
02. My Alibi
03. Chosen
04. Heal
05. In The Golden
06. The Lost Parade
07. Hot Damn Thing
08. Black Cat Moan
09. Come And Go
10. Into The Fade

 

Spielzeit: 50:52 min – Genre: Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/glennhughesonline

 

Ich muss zugeben nie ein großer Fan von GLENN HUGHES gewesen zu sein, allerdings muss ich zugeben das er ein verdammt guter und erfolgreicher Musiker ist. Seine Beteiligungen bei einigen der ganz großen Big Names im Buisness und auch Solo sprechen für seine Qualitäten. Seine Ausflüge bei THE DEAD DAISIES waren nicht von schlechten Eltern, obwohl John Corabi mit seiner rauchigen Stimme besser passt, und der Song „Empty Heart“ vom zweiten Album der Gänseblümchen der ultimative Top Hit ist bei dem sich Marco Mendoza und John Corabi die Vocals teilen.

Als ich GLENN dieses Jahr bei Rock Meets Classic Live auf der Bühne sah machte es Klick und ich dachte mir das es höchste Zeit ist mir GLENN mal genauer anzuhören. Ich kannte GLENN durch seine Mitwirkung bei DEEP PURPLE, PHENOMENA, VOODOO HILL, HEAVEN & EARTH, BRAZON ABBOT und noch vielen mehr, allerdings genauer hingesehen habe ich nicht was seine Vita hergibt. Als dann das neue Soloalbum von GLENN in unserer Redaktionsliste auftauchte war es mal an der Zeit das GLENN und ich ein festes und intensives Date miteinander haben. Also ist jetzt der Zeitpunkt für mich, mich mal genauer auf GLENN einzulassen und genau hinzuhören.

Neben GLENN am Mikrofon und ich gehe auch vom Bass aus, sind noch Soren Andersen an Gitarre, Bob Fridzema an den Tasten und Ash Sheehan an den Drums von der Partie. Die Stimme von GLENN hat trotz seines Alters immer noch Kraft und ist nahezu ideal für Blues und Hard Rock. Die Tonlage erinnert mich in manchen Momenten wenn er hoch geht an JEAN BEAUVOIR, obwohl es anders herum ist da GLENN der Älter von beiden ist. Die Gitarren hauen einen Riff nach dem anderen raus und sorgen so für ein feines Grundgerüst, Die Tasten halten sich dafür zurück und bilden mit den Gitarren ein Fundament für GLENNs Stimme. Der Bass ist sehr auffällig ausgeführt und kein Hintergrundakteur, der Tieftöner hört sich wie der gleichberechtigte Partner der Gitarre an und wirkt dabei sehr tough. Die Drums hauen einem entweder die Grütze aus der Mütze oder den Gips aus den Backen.

GLENN steht wie viele andere seiner Generation für Rock, und das hört man mit jeder Note. Es kommt klassischer Hard Rock der 80er Jahre mit Einflüssen aus den 70ern auf den Teller, mal mit mehr oder weniger Drama und Blues Rock Vibes ausgeführt. So rocken sich GLENN und seine Gang durch das Album das für jeden Hard Rock Fan bestens geeignet ist, sowie für Leute die einen sehr prägnanten Bass mögen. Hat GLENN irgendeinen Fehler auf „Chosen“ begangen, ich antworte mit einem sehr lauten und bestimmenden NEIN, die Stimme zeigt weder Schwächen noch Abnutzungserscheinungen, an den Instrumenten befinden sich Leute die sie voll im Griff haben. Jeder Song glänzt durch Melodie und jeder ist catchy wie Sau, Hooks so weit die Lauscher hören können, also hat GLENN alles richtig gemacht und rockt immer noch laut drauf los. Die Produktion drückt ohne Ende und hat Schmackes.

„Voice In My Head“ ein klassischer Hard Rocker der auch aus den 80ern stammen könnte, „My Alibi“ in den Strophen mit viel Gefühl und Blues Note – im Refrain wird voll drauf los gerockt. „Chosen“ zeigt sich in den Strophen nachdenklich um im Refrain dann einen Orkan zu erzeugen, „Heal“ ein Hard Rocker mit Tempowechseln. „In The Golden“ ein obercooler Rocker mit geilem Riffing, „The Lost Parade“ ein mit herrlichem Drama ausgestatteter Rocker. „Hot Damn Thing“ hier zeigt sich die Wandlungsfähigkeit von GLENNs Stimme – ein Highlight das heraussticht, „Black Cat Moan“ besitzt coole Blues Vibes. „Come And Go“ eine Ballade die Tränen kullern lässt, „Into The Fade“ hier stellt GLENN unter Beweis das er mit zum besten gehört was der Rock zu bieten hat – ein weiteres Highlight.

Balle

TIMSON AOR – The Next Level

Trackliste:

01. The Wind Whispers
02. One Step Ahead
03. Nevermore
04. Starlight
05. Be True To Yourself
06. From The Ashes
07. Wake The Night
08. The Last Ride
09. Where The Sun Meets The Sea
10. Midnight Radio
11. Farewell

Spielzeit: 42:46 min – Genre: AOR / Melodic Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 28.02.2025 – Page: www.facebook.com/TimsonAOR

 

Vorgestern Nacht kontaktierte mich Bandchef und Namensgeber von TIMSON AOR Mark Timson mit der Frage ob ich nicht das zweite Album reviewen könnte, allerdings ist das Album fast schon ein dreiviertel Jahr veröffentlicht. Also fragte ich Garagen Oberhäuptling Julian ob er etwas dagegen hätte, wenn ich ein Album reviewe was schon eine gewisse Zeit erhältlich ist und nicht wirklich in die Zeitmaschine passt. Julian gab sein Ok also here we go, let the music speak for itself. Als mich Mark kontaktierte war mir der Name geläufig, befindet sich das Debütalbum „Forever’s Not Enough“ aus dem letzten Jahr unter meinen Tonträgern. Zugelegt habe ich mir das Debüt als ich im Angebot von Schmankerl Records die Eigenschaften gelesen hatte die der Inhaber Dieter Lanzl zum Album geschrieben hatte. Die Eigenschaften lauteten: „Fantastisches 2024er A.O.R. / Melodic Rock Album des britischen Multiinstrumentalisten Mark Timson & Sänger Lukky S, das Mark komplett in Eigenregie veröffentlicht hat“, also dachte ich mir damals das könnte genau meine Kragenweite sein und bestellte die CD. Bei der Beschreibung vom Inhaber Dieter Lanzl verhält es sich genau wie damals in den Katalogen von Hang Loose Records, wenn etwas als gut oder sehr gut bezeichnet wurde/wird dann stimmt das auch in 95-98% der Fälle überein. Als die CD eintraf wurde gleich mal die Soundmaschine an geschmissen und rein gehört. Das Fazit zum Debüt, dass kann was, ist cooler und sehr guter 80er Jahre Stoff der sich im Melodic Rock bewegt. Und dieser Herr Timson nahm mit der Bitte eines Reviews Kontakt mit mir auf. Und wenn ich so nett gebeten werde lasse ich mich nicht lumpen und komme der Bitte sehr gerne nach. Es entwickelte ich eine kleine und nette Chatrunde in der herauskam das Mark und ich die selben Einflüsse besitzen, damals in den 70er und 80er Jahren die gleichen Bands und Songs hörten mit einem Unterschied, Mark ist ein paar Jahre älter als ich aber immer noch fast in einer Generation mit den selben Werten und Einstellung.

Zu TIMSON AOR gehören das Multitalent Mark Timson der sich für alle Instrumente verantwortlich zeigt und dem chilenischen Sänger Lukky S. Die Stimme von Lukky hat eine gewisse Ausstrahlung (in etwa wie ein kleiner Bruder von Knut Erik Ostgard von RETURN) die perfekt zum Melodic Rock von TIMSON AOR passt und eine gewisse Rauchigkeit mitbringt die Rockmusik mehr als nur gut steht. Mark spielt schon seit über 50 Jahren Gitarre und lässt die sechs Saiten wie von selbst schwingen ohne dabei den Egomanen raus hängen zu lassen, die Gitarren sind songdienlich eingesetzt wie der Rest der Instrumente. Die Tasten halten sich gegenüber den Gitarren ganz leicht zurück aber immer noch genug im Spotlight um wirkungsvoll mit mischen zu können. Der Bass kommt nicht so klar durch und ist nur bei genauem hinhören lokalisierbar. Bei den Drums kann ich nicht mit Bestimmtheit behaupten ob ein echtes Schlagzeug oder Samples verwendet wurde. Die machen auf jeden Fall druck und sind voll da. Die Produktion ist gut ausgefallen ohne das man etwas Nachteiliges darüber berichten könnte.

Mark beschloss nach 50 Jahren Gitarrenspiel, dass es höchste Zeit ist Musik im besten 1980er Jahr Stil zu machen, den Geist, dass Feeling und die damalige Leichtigkeit in den Songs zurück zu bringen. Genau das ist ihm und Lukky auch voll und ganz gelungen, mehr 1980er geht einfach nicht. Die Songs sind zwar nicht unbedingt Tanzflächen tauglich, allerdings für die sommerliche Grillfeier, einer 80er Retroparty oder Radio tauglich sind alle auf dem Album enthaltenen Songs. Wenn ich beim hören die Augen schließe werde ich sofort in dieses so geile Jahrzehnt zurückversetzt und es kommen all die angenehmen Erinnerungen hervor für die diese Zeiten stehen, die ich miterleben und in vollen Zügen genießen durfte. Es gibt Melodien fast schon von einem anderen Stern oder Universum, eine passende Instrumentierung dazu und mit Lukky den perfekten Sänger der die Storys mit seiner Stimme erzählt. Wie auch schon bei der MASON Rezi nenne ich die gleichen Bands als Vergleich, die da wären, LOVERBOY, HONEYMOON SUITE, GARY O‘, WHITE VISION, JOURNEY, 8084, ADRENALIN und SURVIVOR bei den reinen AOR Vertretern muss man sich nur ein wenig lautere Gitarren vorstellen und dann passt es auch für TIMSON AOR. Das Mark ein Brite ist hört man an der Mucke nicht, diese orientiert sich mehr am Arena Rock der US und Kanada Bands der 80er. Britische Einflüsse kann man nicht wirklich ausmachen, auch die Auslegung der Produktion ist so wie in die nordamerikanischen Bands pflegten. Haben Mark und Lukky alles Richtig gemacht? Ich beantworte diese Frage mit einem klaren und lauten Ja, besser kann man 80er Jahre Mucke nicht rüber bringen. Wenn TIMSON AOR den eingeschlagenen Weg beibehalten wächst eine kleine Sensation heran die es zwar nicht bis zum großen Erfolg bringen kann (jedem sollte die Politik der Plattenfirmen bekannt sein), wie die Bands damals, allerdings unter Rock Fans sollten sie eine Menge Staub aufwirbeln und aus dem Schatten der vielen sehr guten Bands die leider um Jahrzehnte zu Spät dran sind heraustreten können.

Wer die 80er nicht miterlebt hat, wissen will für was dieses Jahrzehnt musikalisch steht und was damals für Mucke erfolgreich war sollte sich die beiden TIMSON AOR Alben anhören, die atmen genau diesen Geist von damals ein und aus. Beide Daumen hoch für das zweite Album.

„The Wind Whispers“ ein cooles Meldoic Schmankerl für den Einstieg. „One Step Ahead“ und es geht gleich so weiter, wieder bestes Melodic Rock Futter. „Nevermore“ ein ruhiger und gefühlvoller Softrocker mit göttlicher Melodie, „Starlight“ kommt sehr cool an, „Be True To Yourself“ es wird flott und locker drauf los gerockt bis die Schwarte kracht. „From The Ashes“ eine Ballade die das Drama auf die Spitze treibt, „Wake The Night“ es wird wieder auf sehr hohem Niveau melodisch drauf los gerockt. „The Last Ride“ der nächste knackige Rocker mit Schmackes, „Where The Sun Meets The Sea“ es kommt wieder mehr Gefühl zur Melodie hinzu. „Midnight Radio“ ein Highlight der Extraklasse mit angedeuteten Westcoast Vibes und Potential für die Tanzfläche, „Farewell“ zum Abschluss werden die Taschentuchfans nochmals bedient.

Balle