THE WEIGHT – The Weight

Band: The Weight
Album: s/t
Spielzeit: 46:19 min
Stilrichtung: Psychedelic Rock
Plattenfirma: Heavy Rythm & Roll Records
Veröffentlichung: 17.11.2017
Homepage: theweightrock.com

Wer der Rock Garage fleißig folgt, hat schon vor ein paar Tagen das Interview mit THE WEIGHT gelesen. Allen anderen sei dies hiermit noch einmal wärmstens ans Herz gelegt. Ansonsten sehen wir uns heute an, was Tobias Jussel (Gesang, Orgel, Piano, Michael Boebel (Gitarre), Patrick Moosbrugger (Bass) und Andreas Vetter (Drums) mit ihrer selbstbetitelten Eigenproduktion gezaubert haben.
Ihren Musikstil bezeichnen die Jungs als Heavy Rythm & Roll, was es auch auf den Punkt trifft. Wer sich darunter nichts vorstellen kann: Psychedelic Rock mit dreckig harten und bluesigen Gitarrenriffs, hartem Bass, massiven Drums und on top noch eine kräftige Stimme.
All das bekommt man von der ersten bis zur letzten Sekunde. „Hard Way“ groovt einen schon einmal mit einem Drum-Intro ein und schraubt sich mit dem simplen und kraftvollen Gitarrenriff ins Gehirn. Bei „Trouble“ wird so langsam die Orgel ausgepackt, hier sei auch das preisgekrönte Video zu erwähnen, in dem THE WEIGHT ihren Vorbildern Attribut zollen. „Rich Man’s Pride“ tropft ganz herrlich vor rotzigem Blues, „A Good Thing“ ist ein ruhiger Prilblumen-Gute-Laune-Song und „Money Ain’t For Keeping“ zieht das Tempo wieder ein bisschen an. „Hammer, Cross & Nail“ dehnt sich auf über acht Minuten, in denen viel Zeit für diverse Spielereien in bluesiger Verpackung ist. „Jam“ ist eine THE DOORS-mäßige Nummer und mit „Get Some“ wird es etwas schmutziger und sehr unterhaltsam. Der letzte Song, „Plenty Of Nothing“ verbreitet eine tolle Wärme und ist gleichzeitig tanzbar und groovy.

Fazit: Was für ein Debut! Sicher bin ich beim Schreiben der Review noch etwas von der erstklassigen Live-Darbietung beeinflusst, aber man muss sagen, dass es das Album schafft einen in diese fröhlich-warme Sommer-Live-Stimmung zu versetzen. Gleichzeitig schafft es die Band mit jedem Song ein kleines Kunstwerk zu erstellen, welches bei aller Leichtigkeit immer etwas komplex ist und Interpretationsraum lässt. Für mich ein mehr als empfehlenswertes Album, vor allem für Fans der 70er á la THE DOORS, LED ZEPPELIN, URIAH HEEP, DEEP PURPLE, PINK FLOYD etc.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Hard Way
02. Trouble
03. Inside
04. Rich Man’s Pride
05. A Good Thing
06. Money Ain’t For Keeping
07. Hammer, Cross & Nail
08. Jam
09. Get Some
10. Plenty Of Nothing

Lotta

INGLORIOUS – II

Band: Inglorious
Album: II
Spielzeit: 46 min
Stilrichtung: Classic Rock, Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers
Veröffentlichung: 12.05.2017
Homepage: www.inglorious.com


Der 12-Tracker mit dem 80er-Cover, den wir uns heute ansehen, kommt von INGLORIOUS und hat den einfachen Titel „II“ – ihr werdet es euch denken, es ist das zweite Album der Briten. Aufgenommen wurde es in den Parr Street Studios Liverpool, gemastert von Tony Draper und gemixt von Kevin Shirley. Für den Aufnahmeprozess wünschte sich Sänger Nathan James, dass die ganze Band, neben ihm bestehend aus Lead-Gitarrist Andreas Eriksson, Gitarrist Will Taylor, Bassist Collin Parkinson und Schlagzeuger Phil Beaver, zusammen in einem Raum aufgenommen wird. So geschah es dann auch – ohne Click Tracks, Autotune oder Overdubs. Das Ergebnis ist ein Classic Rock Monster, welches sich sehen lassen kann!

Der erste Song „I Don’t Need Your Loving“ geht mit einem langen Gitarren Intro los, geht groovy weiter und klingt dann langsam aus. „Tell Me Why“ beginnt mit schleichender Melodie und wird dann zum mitreißenden Arena Rocker. Bei „Read All About It“ wird das eingängige Gitarrenriff vom Bluespiano unterstützt (oder eher umgekehrt das Piano von der Gitarre), „Change Is Coming“ ist eine bluesige Ballade. Bevor es mit dem akkustischen, Southern angehauchten „Faraway“ weitergeht kommt noch das dunkle „Black Magic“. Das Schlusslicht bildet „High Class Woman“ mit hervorragenden Drumparts und eingehendem Gesang.

Einen richtig schwachen Song gibt es auf diesem Album nicht, eher gehen bei Knallersongs wie „I Don’t Need Your Loving“, „Making Me Pay“ und „High Class Woman“ andere ein bisschen unter obwohl sie separat angehört großartig sind. Freunde von DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, WHITESNAKE oder auch BAD COMPANY sollten sich INGLORIOUS nicht entgehen lassen. Überhaupt, Freunde der gepflegten Unterhaltung, merkt euch diese Band!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01.  I Don’t Need Your Loving
02. Taking The Blame
03. Tell Me Why
04. Read All About It
05. Change Is Coming
06. Making Me Pay
07. Hell Or High Water
08. No Good For You
09. I Got A Feeling
10. Black Magic
11. Faraway
12. High Class Woman

Lotta

SAINTED SINNERS – Sainted Sinners

Band: Sainted Sinners
Album: Sainted Sinners
Spielzeit: 56:42 min
Stilrichtung: Classic Rock
Plattenfirma: El Puerto Records  
Veröffentlichung: 24.02.2017
Homepage: www.saintedsinners.com

Gemeinsam  die  “pure  Essenz  des  Rock’n’Roll”  zu  zelebrieren  und  auszudrücken,  lautete  die Zielsetzung, die fünf erfahrene Musiker Anfang 2016 zusammenbrachte, um gemeinsam die Musik zu spielen die sie so lieben. Die  Liebe  für Rock  Legenden  wie DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, RAINBOW, WHITESNAKE, UFO, BLACK SABBATH oder  VAN HALEN bildete somit den Grundstein des neu gegründeten Quintetts SAINTED SINNERS. 
Von  der  charismatischen  Stimme  des  amerikanischen  Sängers  David Reec (Ex-ACCEPT, Ex BONFIRE) und dem Gitarristen  Frank Pane (BONFIRE) angeführt, werden  SAINTED SINNERS  von dem Keyboarder  Ferdy Doernberg (AXEL  RUDI  PELL)  und  der  dynamischen  Rhythmussektion um die beiden ehemaligen PURPENDICULAR  Mitglieder Malte Frederik Burkert (Bass) und den ungarischen Schlagzeuger Berci Hirleman vervollständigt.
Die Namen zeugen also hier schon mal von hoher Qualität, schauen wir mal ob das bei der Musik ebenfalls so ist und widmen uns mal dem Opener „Knight of the Long Knives“. Dieser geht direkt flott mit der vollen Dröhnung aller Instrumente los! 
Es entwickelt sich ein Midtemposong der sehr gut die Brücke zwischen Classic/ Southern Rock und Metal schlägt und über einen angenehmen Chorus verfügt. David Reece‘s Stimme passt wie ich finde perfekt zur Mucke und man fragt sich warum der Mann nicht schon längst mal in solchen Gefilden unterwegs war!
Beim folgenden „Beauty in the Beast“ wird das Tempo nochmal spürbar angezogen, ansonsten ist man aber ähnlich melodisch und eingängig wie beim Opener unterwegs. Schön ist hier die Orgel die wesentlich präsenter ist als beim Vorgängersong.
Der nächste Volltreffer erwartet uns beim Quasititeltrack „We‘re all Sainted Sinners“. Schön abwechslungsreich und größtenteils im Midtempobereich gehalten groovt man sich hier durch die Nummer die auf jeden Fall direkt im Gedächtnis haften bleibt!
Nochmal eine Spur mehr Richtung Southern Rock ist man mit dem folgenden „Blue Lightning Man“ unterwegs, wenn wir uns mal die Stimme wegdenken könnte man meinen man hört hier eine Art MOLLY HATCHET Song. Ebenfalls ein absoluter Volltreffer das Stück!
Es gibt natürlich hier auch Songs die nicht direkt zünden, die Halbballade „This love that i have found“, „Maybe she‘s got Balls“ oder „ sind solche Beispiele, aber insgesamt ist man auch im weiteren Verlauf schön kompakt und im oberen Qualitätslevel unterwegs. Am Ehesten hervorstechen tun hier noch „Evangeline“ und „Shine Diamond Girl“. Abschließend ein tolles Debüt einer interessanten, neuen Band.

Anspieltipps:

Hier solltet ihr euch auf jeden Fall “Knight of the Long Knives”, “Beauty in the Beast”, “We’re all Sainted Sinners”, “Blue Lightning Man”, “Evangelin” sowie “Shine Diamond Girl” direkt reinziehen

Fazit :

Ganz klar, SAINTED SINNERS sind mit ihrer Mischung aus Southern Rock und Heavy Metal eine willkommene Abwechslung in der heutigen Zeit! Mit hervorragenden und erfahrenden Musikern ausgestattet weiß man natürlich zu jeder Zeit was man tut und insgesamt ist das Debütalbum der Band für die angesprochene Zielgruppe eine absolut lohnende Anschaffung für die es die passende Benotung und eine Kaufempfehlung gibt!
Hoffen wir mal das dieses Album keine Eintagsfliege bleiben wird und wir noch mehr von dieser tollen Band zu hören bekommen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Knight of the Long Knives
02. Beauty in the Beast
03. Maybe she‘s got Balls
04. We‘re all Sainted Sinners
05. Blue Lightning Man
06. The Love that i have found
07. Did you
08. In Need
09. Evangeline
10. Shine Diamond Girl
11. Truth is a Lie

Julian

APOLLO – Waterdevils

Band: Apollo
Album: Waterdevils
Spielzeit: 52:53 min
Stilrichtung: Classic Rock / Hard Rock
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 18.11.2016
Homepage: www.de-de.facebook.com/ApolloPapathanasio/

Der aus Schweden stammende frühere Firewind Frontmann Apollo Papathanasio, jetzt bei den Spiritual Beggars aktiv, veröffentlicht mit "Waterdevils" dieser Tage seine erste Soloscheibe. Das Songmaterial auf "Waterdevils" ist im klassischen Hardrock der 70er und frühen 80er Jahre beheimatet, was man ganz klar am immer wieder durchschimmernden typischen Sound der Hammond Orgel festmachen kann. Somit dürften Fans von Deep Purple, Rainbow und den frühen Whitesnake hier durchaus auf Ihre Kosten kommen.

Die kräftige Stimme von APOLLO passt hervorragend zu den Songs. Wie variabel er als Sänger ist zeigt die Vielfältigkeit des Longplayers, denn zwischen kernigen Hardrockern wie dem Opener "Revolution For The Brave" oder dem flotten "Liberate Yourself gibt es mit dem fast popigen "Power" und dem relaxt ums Eck kommenden "Fallen Endlessly" einige Farbtupfer aus dem AOR und Melodic Rock Sektor. Das fast funkig aus den Boxen schallende "I Need Rock N Roll" fügt sich ebenfalls hervorragend in den Gesamt Kontext ein.

Mit "Stop", einer Coversion vom 1987er PHENOMENA Album "Dreamrunner" hat er sich aus meiner Sicht, allerdings keinen Gefallen getan, denn durch den leicht metallischen Anstrich, hat er der Nummer jeden Charme des Originals genommen. Das ist daher auch mein einziger Kritikpunkt, da sonst alles sehr stimmig auf "Waterdevils" ist.  


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Revolution For The Brave
02. Liberate Yourself
03. Buried In A Flame
04. Safe And Sound
05. Fallen Endlessly
06. Crossing The Lines
07. Power
08. Rise Up
09. I Need Rock N Roll
10. Chasing Shadows
11. Through The Fire
12. Stop (Phenomena Cover)

Heiko Füchsel