ROMEO – Deja Vu Letters

Trackliste:

01. Frankfurt Lights
02. Italian Guy
03. True Confessions
04. Romeo (A Loyal Borderline)
05. Soul Staller
06. No More Chances
07. I Need To Know
08. What’s Going On
09. Decadent Man

 

 

Spielzeit: 31:47 min – Genre: Classic Rock – Label: Street Symphonies Records – VÖ: 29,05.2026 – Page: www.facebook.com/Romeo.theband/

 

Mit ROMEO und ihrem Debütalbum betritt eine junge italienische Band die Spielfläche um ihre Musik vorzustellen. Die Band gibt selber an, das ihr Debüt ihre tragische, romantische sowie bittersüße Essenz einfängt. Dabei orientieren sich ROMEO, obwohl sie diese Ära nicht miterlebt haben, an den frühen 80er Jahren. Im Promosheet wird ROMEO mit folgenden Worten angekündigt: „ROMEO ist eine Loud & Proud-Rock-’n’-Roll-Band, Inspiriert vom legendären Vintage-Sound der Mitte der 70er und frühen 80er Jahre, lässt ROMEO den Geist von Künstlern wie THIN LIZZY, UFO und CHEAP TRICK aufleben. Ihr Ziel war es stets, Musik zu erschaffen, die zwar raffiniert wirkt, aber zugleich darauf ausgelegt ist, den Saal zum Kochen zu bringen.“! Upps das klingt spannend, und fast als unmögliches Unterfangen, aber wer weiß, vielleicht schaffen es ROMEO ja den Geist der guten alten Zeit wieder aufleben zu lassen.

Zur Besetzung zählen Max Colliva an Mikro und Gitarre, Andrea Zanolli ebenfalls Gitarre, Ruby B am Bass und Luke Cocchieri an den Drums. Max besitzt eine vorlaute Art zu singen und erinnert dadurch an die Glam Zeit der späten 70er Jahre. Die Gitarren nutzen die komplette Palette die der Classic Rock der angegebenen Zeitspanne hergibt. Der Bass hält sich gegenüber den Gitarren eine Spur zurück, ist aber voll da wenn es sein muss. Die Drums sind nicht so weit nach vorne gemischt, können aber trotzdem Akzente setzten.

Wo liegen nun ROMEO stilistisch? Ich würde mal sagen im Classic / Hard Rock der guten alten Schule, die tief in den späten 70er und frühen 80er Jahre verwurzelt ist. Es wird nie zu heftig ausgeteilt, sondern ROMEO bewegen sich im gemäßigten Fahrwasser das sehr bekömmlich ist. Dabei bietet die Band eine Art Mixtur aus TOM PETTY, CHEAP TRICK, THE HELLACOPTERS, MÄRVEL und STARMEN ohne KISS im Sound, mit einem sehr langem Blick auf die britische Insel. Keines der Instrumente drängt sich in den Vordergrund, sondern unterstützt Max am Mikrofon mit voller Kraft ohne ihn dabei alt aussehen zu lassen.

Wie schon bei ROCK JUSTICE eine sehr gute erste Vorstellung, nur im Classic Rock, die leider auch weit unter der magischen 40 Minuten Grenze bleibt, was einen Punktabzug ergibt. Bitte bei Album #2 die Party länger gehen lassen.

„Frankfurt Lights“ ein cooler Rocker der neugierig auf das kommende macht, „Italian Guy“ könnte auch von einer UK Band stammen. „True Confessions“ macht einfach nur Spaß der Song, „Romeo (A Loyal Borderline)“ wurde nach britschem Vorbild geformt. „Soul Staller“ klassischer geht fast nicht mehr, „No More Chances“ die Gitarren machen hier den besonderen Charme aus. „I Need To Know“ leider ist bei diesem TOM PETTY Cover die Luft ein wenig dünn geworden, „What’s Going On“ die Luft kehrt wieder mit einer gehörigen Portion Drama zurück, „Decadent Man“ kommt mit Bläsereinsatz.

Balle

DAN BYRNE – This Is Where The Show Begins

Trackliste:

01. Saviour
02. She’s The Devil
03. Praise Hell
04. Sober
05. Cherry & Leather
06. Death Of Me
07. Temple
08. Pulling Me Under
09. Hat Me
10. Home

 

Spielzeit: 39:55 min – Genre: Classic / Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/danbyrneofficial

 

Heute erscheint das Solodebüt von einem der heißesten Eisen im Feuer der britischen Sangesbarden DAN BYRNE. Ich kenne DAN vom letzten gleichnamigen MARTY AND THE BAD PUNCH Album auf dem er seine Stimmbänder in Schwingungen versetzt hat, dort im PUNCH hat er einen fabelhaften Job abgeliefert. MARTY sollte schauen das DAN weiterhin zu seiner Crew gehört, denn was dort zu hören ist, ist schon aller Ehren Wert.

Leider ist im Promosheet nicht ersichtlich wer DAN auf dem Album unterstützt hat, im Internet lässt sich auch nicht aussagekräftiges finden also belassen wir es mit DAN am Mikro. Vielleicht einige Frontiers Hausmusiker oder woran ich nicht denken möchte das sogar KI im Spiel ist. Musik ist eine Gefühlssache und sollte dies auch bleiben und nicht durch kalte Nullen und Einser Algorithmen erzeugt werden. Musik soll von einem genialen Kopf aus Fleisch und Blut geschaffen werden und nicht von Programmen. Im Zweifel für den Angeklagten, also gehen wir mal von echten Musikern hinter den Tönen aus. DAN besitzt eine Stimme die alles andere ist, nur nicht unangenehm, er befindet sich meist in der mittleren Tonlage, geht auch schon mal höher ohne den Nervfaktor zu aktivieren. Er beherrscht auch raue und dreckige Töne, was er eindrucksvoll zeigt. Die Vocals werden auch in den richtigen Momenten von mehrstimmigen Backing Vocals unterstützt. Die Gitarren machen es interessant, entweder voll auf Krawall aus, oder gefühlvoll, hier gibt es alles was Spaß macht. Die Tastenabteilung ist sehr dezent am Start und kommt nur in den Vordergrund wenn sich die Gittis zurück halten. Piano Klänge gibt es auch schon mal was Abwechslung mit bringt. Der Bass ist weder Hintergrundbeschallung noch Rabauke, die Drums sind dafür auffälliger und sorgen für das Taktgefühl. Die Produktion schwächelt an den Becken ein wenig, da könnte mehr Dynamik drin stecken, ansonsten nichts zu Meckern.

Der Stil auf „This Is Where The Show Begins“ wandelt zwischen gefühlvollen Classic / Hard Rock über leicht dreckigen Hard Rock bei dem aufs Gaspedal gedrückt wird bis hin zum Modernen Rock. Eine echt köstliche Mischung von Songs die DAN vorlegt, seine Stimme macht dabei viel vom Reiz des Albums aus. Vergleichen kann man mit MARTY AND THE BAD PUNCH, modernen BAD COMPANY, D-A-D von der Nordseeinsel mit Tasten, härtere FM, LONERIDER und KING KING ohne Blues Anteil. Eine sehr frische Tinktur die mehr kann als es sich liest.

Abzug gibt es in der B-Note, da sich das Album unterhalb – nur knapp aber immer noch darunter – der 40 Minuten Marke befindet. Ansonsten anständige Rock Mucke die nicht unbedingt für die Tanzfläche geeignet ist, sich aber sehr gut anhört und Klassik mit der Moderne verbindet.

„Saviour“ ein recht kräftiger Einstieg, „She’s The Devil“ ein saugeiler catchy Rocker. „Praise Hell“ hier fährt DAN auf der Classic Rock Schiene, „Sober“ in den Strophen atmosphärisches Gefühlsmonster, während im Refrain der Punk abgeht. „Cherry & Leather“ ein Hard Rocker der im Refrain mit dunklen Gitarren Drama erzeugt, „Death Of Me“ fängt fast wie ADELEs „Hello“ an, bringt aber einen kleinen Schuss Blues mit, der Refrain ist von kräftiger Natur und erinnert dabei an Alternative Mucke. „Temple“ das Gefühl übernimmt in den Strophen die Oberhand bis das Ganze in einem gigantischen energiegeladenen Refrain gipfelt, „Pulling Me Under“ wildert im 80er Hard Rock mit modernen Elementen vermischt. „Hat Me“ ein Monstersong der sofort überzeugt und viel Potential mitbringt, „Home“ glänzt mit epischen Momenten.

Balle

JOHN CORABI – New Day

Trackliste:

01. New Day
02. That Memory
03. Faith, Hope And Love
04. When I Was Young
05. One More Shot
06. 1969
07. Laurel
08. Good To Be Back Here Again
09. Love That’ll Never Be
10. Cosi‘ Bella
11. Your Own Worst Enemy
12. Everyday People

Spielzeit: 48:20 min – Genre: Classic Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 24.04.2026 – Page: www.facebook.com/JohnCorabiMusic

 

JOHN CORABI Frontman von THE DEAD DAISIES und auch vor sehr langer Zeit von THE SCREAM sowie auf einigen Alben von MÖTLEY CRÜE beehrt die Hörerschaft mit einem Soloalbum mit ausschließlich eigenen Songs. Über die stimmliche Qualität eines JOHN CORABI braucht man nicht zu diskutieren, die befindet sich immer auf einem sehr hohem Niveau, was er auch Live mit THE DEAD DAISIES mehrfach beweisen konnte.

Neben JOHN an Mikro und Gitarre sind noch folgende Musiker beteiligt: Richard Fortus und Charlie Starr an den Gitarren, Marti Frederiksen für Produktion, Gitarren und Piano verantwortlich, Paul Taylor an Orgel und Piano und Evan Frederiksen an Orgel, Gitarre, Bass und Drums. JOHNs Stimme hat eine ganz besondere Färbung die alles mitbringt was für Rock gebraucht wird. Dazu gehört die tiefe Tonlage und Rauch was der Musik besonders gut steht. Die Gitarren geizen nicht mit Riffeinlagen und bilden mit den unterstützenden Tasteninstrumenten das perfekte Fundament für JOHNs Stimme. Der Bass ist nicht so auffällig umgesetzt, ist trotzdem sehr gut vorhanden. Die Drums gehen besser als der Bass ins Ohr, hören sich aber auch wenn ich mich jetzt irre künstlich an. Die Produktion ist trocken aber dynamisch ausgeführt und hat Biss.

Der Stil befindet sich klar im melodischen Classic Rock der besseren Sorte und erinnert oft an die ganz Großen die Ende der 70er Jahre angesagt waren und einen Hit nach dem anderen landeten. Um nicht nur beim Classic Rock zu bleiben und Abwechslung ins Spiel zu bringen wurden einige Songs mit einer sehr feinen Blues Note aufgewertet. So bewegt sich das Album auf alten Pfaden von den späten 70er bis in die frühen 80er Jahre. Vergleichen kann man mit SMOKIE, SUZI QUATRO, SWEET ohne Glam Faktor, NAZARETH, FLEETWOOD MAC, FOREIGNER und RAINBOW mit herrlichem georgel, AEROSMITH, wenn es bluesig wird mit softeren THE DEAD DAISIES aber auch die BEATLES sind als Einfluss enthalten.

Ein sehr starkes Stück Classic Rock das JOHN CORABI veröffentlicht hat, so kann es mit JOHN Solo weiter gehen.

„New Day“ ein toller Rocker der an den Classic Rock der späten 70er Jahre erinnert, „That Memory“ ein cooler Rocker mit bluesigen Touch. „Faith, Hope And Love“ eine vom Blues getragene Ballade mit Drama angereichert, „When I Was Young“ hier kommen Erinnerungen an die damals angesagten SMOKIE auf. „One More Shot“ ein kräftiger Rocker der Potential hat, „1969“ ein Song für die Tanzfläche mit Südstaaten Flair. „Laurel“ besticht mit einer traumhaften Melodieführung, „Good To Be Back Here Again“ eine schwere und dramatische Ballade. „Love That’ll Never Be“ ein Rocker der mit einer traurigen Note versehen ist, „Cosi‘ Bella“ hört sich an als ob SMOKIE und die BEATLES ein Kind zur Welt gebracht hätten. „Your Own Worst Enemy“ der Rocker kommt mit leichter Funk, Soul und großer Blues Note, „Everyday People“ ein Classic Rocker der mit Boogie und Reggae Note gewaltig aus den Socken springt.

Balle

STARQUAKE – Brawls & Witches

Trackliste:

01. Beautiful Dystopia
02. God Is An Atheist
03. Still Loving You, Baby
04. Memento Mori
05. Can’t Sing The Blues

 

 

 

 

Spielzeit: 40:07 min – Genre: Progressive Rock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 10.04.2026 – Page: www.facebook.com/starquakerock

 

STARQUAKE – eines dieser beeindruckenden Projekte, wo irgendein heftiger Musiknerd (im besten Sinne) in seinem Studio mehr oder weniger im Alleingang ein komplettes Prog/Classic-Rock-Album zusammenschraubt, und das auch noch in gut.
STARQUAKE, das ist Mikey Wenzel, und „Brawls & Witches“ ist sein viertes richtiges Studioalbum. Aufgrund des Umfangs von gerade einmal fünf Songs darauf kann man das im ersten Moment für eine EP halten, aber wir sind hier immer noch in progressiven Gefilden unterwegs, also ist das Ding trotzdem 40 Minuten lang – Wobei der Opener beinahe die Hälfte davon in Anspruch nimmt.
Auf diesem Album gibt es all das zu hören, was man sich von einem nostalgischen (Prog)Rock-Album erwartet. Zuerst einmal gibt es die schöne Stimme von Mikey, die so eine beruhigende Grundstimmung innehat und zumeist auch schön produziert ist; immer wieder auch mehrstimmig.
Dann gibt es da – Überraschung – Bass, Drums und Gitarre, die allesamt gekonnt bedient werden. Beim Instrumental „Memento Mori“ dann auch mal in jazzigerer Spielweise, besonders die Drums, und überzeugend in ruhigen wie in härteren Passagen. Dann kommen je nach Bedarf noch die sexy E-Orgel als Klangteppich oder Soloinstrument dazu, Klavier, oder auch mal ein wenig Orchester mit Kirchenorgel.
Und das alles ergibt dann coole Songs mit hohem Melodiefaktor, dem ein oder anderen feierlichen Part, ein wenig Poppigkeit und eher geringer Grundhärte.
Das war dann jetzt alles mehr oder weniger über die letzten vier Tracks, die angenehm zu hören und schön retro sind und nicht groß unterschiedliche Meinungen hervorrufen werden.
Und dann ist da noch die erste Hälfte des Albums, „Beautiful Dystopia“, an der sich die Geister ein wenig scheiden dürften. Das Ding ist 19 Minuten lang und es hat, grob zusammengefasst, alles. Zuerst einmal hat es einen sehr leisen Start, also tut Euren Boxen/Ohren/Nachbarn den Gefallen und wartet erstmal ab, wie laut es bei Einsatz der „Band“ wird. Weiterhin hat es Klavier, ZWEI Orgeln, Orchester, HARDSTYLE-Elemente, Growls, einen Barbershop-Part, mehrere Breaks mit komplettem Stimmungswechsel, Soldatengleichschritt-Geräusche mit Trommeln und, und, und.
Kann man drüber streiten. Es mag schon progressive sein, den Hörern etwas zu bieten, womit sie nicht rechnen und Abwechslungsreichtum ist oft eine gute Sache bei Musik. Bei „Beautiful Dystopia“ vermisse ich allerdings den roten Faden und eine musikalische Rechtfertigung für diese krassen Brüche, die Songteile miteinander verbinden, die gefühlt nichts miteinander zu tun haben. Der Track wirkt, als wollte man den Hörer sechsmal durch absurde Brüche entertainen, die aber eben nur deswegen auf diese Weise entertainen, weil sie musikalisch keinen Sinn ergeben.
Die Anspruchshaltung mag hier für jeden Fan von langen Prog-Songs eine andere sein, aber mich hat die Struktur des Songs davon abgehalten, wirklich in ihn einzutauchen, obwohl ich die Absurdität und Vielseitigkeit an sich schon wertschätzen kann.

Fazit:
Mit mindestens der Hälfte von „Brawls & Witches“ macht man als Freund von Classic/Prog-Rock (mit Fokus eher auf Classic) gar nichts falsch. „Beautiful Dystopia“ ist im mindesten mal was anderes und ich sehe gute Gründe sowohl dafür als auch dagegen, den Song zu mögen. Kann auf jeden Fall nicht schaden, mal auszutesten, zu welcher Fraktion Ihr gehört!

Anspieltipps:
„God Is An Atheist“, „Can’t Sing The Blues“ und dann halt irgendwie auch „Beautiful Dystopia“

Jannis

DAN LUCAS – Age Is Just A Number

Trackliste:

01. An Angel
02. Age Is Just A Number
03. Losing Myself
04. I Never Wanna Say Goodbye
05. JP’s Bar
06. The World Is Broken
07. For A Smoke
08. Lost In The Shadows
09. What About Tomorrow
10. True Love
11. Life Is Kind Of Rock’n Roll

Spielzeit: 40:28 min – Genre: Classic Rock – Label: PRIDE & JOY MUSIC – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.danlucas.de

 

Es gibt so Leute, die findet man überall da, wo Musik gemacht wird. DAN LUCAS ist so jemand. Gewinner von „The Voice Of Germany – Senior“, Banderfahrung seit 1988, Soloalben, Soundtrack für einen Mäcces-Werbespot, und inzwischen ist er noch als Musical-Darsteller unterwegs. Das ist eine ganze Menge, und seit 2021 ist Dan dazu bei PRIDE & JOY MUSIC und veröffentlicht dort nun sein neues Album „Age Is Just A Number“. Das ist in Zeiten der Veröffentlichung der Epstein-Akten der schlimmste Titel, den man sich vorstellen kann, geht bei DAN LUCAS aber natürlich in die Richtung von „Man ist nur so alt, wie man sich fühlt“. Etwas ungeschickt trotzdem.
Elf Songs gibt es auf „AIJAN“, keiner über 4:30 Minuten. Das reicht auch vollkommen, Dans Songs sagen in ihrer Kürze alles, was sie müssen. Längen hat die Platte schonmal nicht.
Musikalisch ist das Ding irgendwas zwischen Classic Rock und AOR. Sehr melodisch, mit dem ein oder anderen Klavier, ein paar Synths und dazu Dans leicht rauchig-belegte Stimme, die sehr gut zur Musik passt und in die Dan ohne Frage beim Singen eine Menge Herz legt.
Herz findet sich auch in vielen der Melodien. Okay, die Strophe von „The World Is Broken“ erinnert an zehn andere bekannte Songs und der Chorus ist AVANTASIAs „Shelter From The Rain“, aber gerade in den Refrains auf „AIJAN“ steckt doch fast immer eine gewisse Größe und Emotion und ein Gespür für gute Melodien im Genre.
Ich meine, seien wir ehrlich und nehmen zum Beispiel „Losing Myself“: Das ist einfach ein schöner Song, der sich richtig anfühlt und als ganz angenehmer Ohrwurm funktioniert, und von solchen Songs gibt es doch einige auf der Platte.
Andere, wie „Life Is Kind Of Rock’n Roll“ oder „What About Tomorrow“ sind eher netter Durchschnitt, aber dennoch, ich fühle die Liebe.
Die ist in der Produktion und in den Arrangements leider weniger spürbar. „Age Is Just A Number“ ist okay aber sehr routiniert produziert und wirkt, beispielsweise in den Drums, recht seelenlos-digital. Und die einzelnen Instrumente vermitteln doch oft den Anschein, als seien sie von Leuten eingespielt worden, die offenkundige Profis sind, aber auch nur das nötigste an Kreativität in die Sache investiert haben. In dem Aspekt fehlt dem Album leider Leben, was die Vocals von Dan aber erfreulicherweise ein Stück weit wieder wettmachen.

Fazit:
Ein paar mehr schlaflose Nächte beim Komponieren im Proberaum und Aufnehmen im Studio hätten „Age Is Just A Number“ gut getan. Das ändert aber nichts daran, dass das Ding ein schön gesungenes Stück Classic Rock/AOR von einem Underground-Urgestein ist, der seiner Sache immer noch mit Begeisterung und Talent folgt.

Anspieltipps:
„Losing Myself“, „JP’s Bar“ und „Lost In The Shadows“

Jannis

AUTUMN’S CHILD – Melody Lane

Trackliste:

01. Heartbreak Boulevard
02. Pray For The King
03. Fight To Love Again
04. Singalong
05. A World Without Love
06. Highway To The Sky
07. Headlines
08. Lovesong
09. Melody
10. Rock Of Empathy
11. Dead Cold

Spielzeit: 46:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Mikaelerlandssontheone

 

Mikael Erlandsson ist einer von denen, die sich im Melodic Rock, Classic Rock und AOR an allen Ecken mal blicken lassen. Als Frontmann bei SECRET SERVICE, in LAST AUTUMNS DREAM mit Mitgliedern von EUROPE und FAIR WARNING, und, und, und.
Und dann singt er noch bei AUTUMN’S CHILD, die inzwischen auch schon sechs Alben am Start haben, rechnet man denn ihr neustes Werk „Melody Lane“ mit dazu, über das wir heute reden. Ach ja, und Gitarre und Keyboards spielt er hier auch.
Ein sehr schönes Cover hat die Platte schonmal, gute handgemachte Retro-Optik. Der Sound stimmt auch soweit. Da könnte man sich an einigen Stellen wünschen, die hohen Frequenzen wären ein wenig präsenter, und Mikaels Vocals hätten etwas mehr Reverb vertragen können, aber an sich klingt „Melody Lane“ klar, gibt den einzelnen Instrumenten genug Raum und traut sich auch Dynamik.
Was die Musik angeht, ist „Melody Lane“ ein nettes kleines Wohlfühlalbum für Fans des Obergenres „Melodic Rock“. Da finden sich die Prototyp-AOR-Songs wie „Heartbreak Boulevard“, die komplette „Died In Your Arms Tonight“-80es-Rock-Bedienung („Fight To Love Again“) und der gut gelaunte beschwingte Rock’n’Roll-Song („Singalong“).
Mit „A World Without Love“ darf es dann auch mal ganz emotional-intensiv und dick aufgetragen werden – aber genau das wollen wir ja auch bei so einem Album, ne? Da kommen dann die dicken Drums, das Klavier und die flötige Classic-Rock-Orgel (oder die orgelige Classic-Rock-Flöte? Egal, Ihr wisst, was ich meine) dazu, sehr edles Ding.
Aber natürlich darf auch ein gewisser Hard-Rock-Faktor nicht fehlen, auf „Melody Lane“ mit „Headlines“ und „Rock of Empathy“ gegeben.
Das ergibt alles in allem schonmal ein Album, dessen Songs durch die Bank eigenen Charakter haben, was bei den normaleren Bands dieses Genres leider weiß Gott nicht immer gegeben ist. Und kleine Features wie nette Synth-Sounds und -Soli, Klavier, Orgel, Streicher, mehrstimmige Vocals oder einfach mal eine Strophe, die klanglich aus der Reihe fällt, geben „Melody Lane“ zusätzlichen Entertainment-Wert.
Was das Album doch häufiger machen dürfte, ist knallen. „Rock Of Empathy“ beispielsweise hat schon eine angenehme Menge Wumms hinter der Binde. Den dürfte man bei Songs wie „Highway To The Sky“ mit seinen Ooooheehooooh-Stadion-Vocals oder im Chorus von „Singalong“ auch erwarten, oder beim finalen „Dead Cold“. Einige Songs sind an Momenten, an denen sie Druck benötigen würden, dann doch eher kraftlos, aber die Momente gehen auch vorbei.

Fazit:
Abwechslungsreiches Ding haben AUTUMN’S CHILD da geschaffen. „Melody Lane“ überschreitet keine Genregrenzen, ist aber auch eines der Alben, bei denen es gar keine Experimente braucht, wenn man doch gar nicht die Zukunft schaffen sondern die Memory Lane entlangwandern möchte. Und das machen AUTUMN’S CHILD professionell und mit Liebe zum Detail Gebrauch. Für Melodic-Rock-Fans ist die Platte einfach ein Wohlfühl-Album.

Anspieltipps:
„A World Without Love“, „Melody“, „Rock Of Empathy“ und „Singalong“

Jannis

GREYSTONE CANYON – Something Borrowed…Something New

Trackliste:

01. Doctor, Doctor (UFO Cover)
02. Just Got Paid (ZZ TOP Cover)
03. Drives Us
04. Imigrant Song (LED ZEPPELIN Cover)
05. Friend Of The Fox (Instrumental)
06. Suicide (THIN LIZZY Cover)
07. Hey Hey, My My (Into The Black) (NEIL YOUNG Cover)
08. AAF
09. Stealing Our Freedom

 

Spielzeit: 32:40 min – Genre: Hard Rock – Label: Rockshot Records – VÖ: 05.12.2025 – Page: www.facebook.com/greystonecanyon/

 

Rockshot Records, wo auch die drei sympatieträger aus Italien SANDNESS unter Vertrag stehen kommen mit einem neuen Album der australischen Band GREYSTONE CANYON in die Läden. Der Titel lautet „Something Borrowed…Something New“ und will heißen das auf dem Album fünf Coverversionen von bekannten Songs aus der Rockszene und zwei eigene – Plus zwei Instrumentals und Intro enthalten sind. Über Sinn oder Unsinn von Coverversionen lässt sich sicher mehr als nur ein Streitgespräch führen. Aber Hey warum nicht eine toll gemachte Coverversion von einem älteren Song, wie von UFO das in den 70ern aufgenommen wurde und auf dem original Album klanglich nicht wirklich überzeugend rüberkommt. Warum nicht ein Cover das reinhaut und gute Laune mitbringt, allerdings sind fünf bei 3,5 eigenen ein paar Zuviel, also mal sehen wie sich das Album anhört, vielleicht ist es nicht so düster wie das Papier spricht.

Ich kannte GREYSTONE CANYON vor diesem Album nicht, deshalb kann ich nicht viel über diese Band berichten außer das was mir das Album zeigt. Zur Band gehören Darren Cherry am Mikro und Gitarren, Richard Vella an Gitarren und Keyboards, David Poulter an Bass und Sham Hughes an Drums und Keyboards. Als ich die ersten Strophen von Darren hörte dachte ich die Stimme kommt mir seltsam bekannt und vertraut vor, ab dem zweiten Song viel mir ein von wo ich so eine Stimmfärbung kenne, an keinen geringeren als Jess Harnell von LOUD & CLEAR und ROCK SUGAR wurde ich erinnert. Nur das Darren seine Stimme nicht so oft in die hohen Regionen Jagd wie Jess, sondern mehr in den mittleren Lagen bleibt. Stimmlich ist also alles im Lot. Die Gitarren hauen die Riffs raus wie Sau und machen dies in der richtigen Härte ohne es dabei zu überreizen. Die Tasteninstrumente wurden sehr dezent und zurückhaltend eingesetzt und ziehen im Hintergrund ihre Bahnen. Der Bass haut einem die Noten mit voller Wucht um die Ohren und das Schlagzeug überzeugt ohne Wenn und Aber.

Geboten wird Classic und Hard Rock mit zeitgemäßem Klang und Produktion, die Coverversionen kommen knackig rüber und können auch überzeugen. Wenn man ehrlich ist die Stimmen eines Phil Mogg, Billy Gibbons, Robert Plant, Phil Lynott oder Neil Young sind schon einzigartig und prägend für die Rock Musik, und haben ihre riesige Spuren hinterlassen, aber Darren macht da einen echt guten Job. Ähnlich wie Jess mit ROCK SUGAR wirken die Songs im ersten Moment fremd, bis man sich an die Stimme gewohnt hat, dann kommen die Songs schon geil rüber. Die Eigenkompositionen besitzen viel Potential das die Band es nicht nötig hätte auf Coversongs zurück zu greifen. Nur wenn es der Band ein Bedürfnis war diese Songs in ihrem Gewand zu veröffentlichen, dann ist ihnen das sehr gut gelungen. Die eignen Songs sind im Hard Rock der späten 80er ausgeführt und schauen dabei sehr weit nach Osten über den Pazifik in Richtung USA und Kanada. Denn so hören sich die Songs an, die könnten durchaus auch von einer US- oder Kanada-Band stammen.

Einziger richtiger Wermutstropfen ist die doch sehr kurze Laufzeit von nicht mal 33 Minuten, da ziehe ich wie bei allen die unter 40 Minuten bleiben einen Punkt in der Wertung ab. Ansonsten eine sehr gute Vorstellung der Australier. Beim nächsten Album eigene Songs mit dem Potential der Zwei von diesem und über 40 Minuten dann lüppt es auch mit einer höheren Wertung.

„Doctor, Doctor“ mit Schmackes und geilem Basslauf geht es in die erste Runde, „Just Got Paid“ Heavy Blues Rock der was kann. „Drives Us“ ein geiler und cooler Rocker aus eigener Freder, erinnert an Ron Keels Material nach KEEL, „Imigrant Song“ der Song ist im Original der Burner, dass Cover geht voll in Ordnung. „Friend Of The Fox“ ein stimmiges Instrumental das mit Akustikgitarre glänzt, „Suicide“ anständig umgesetzt, allerdings besitzt die Version von LIZZY mehr Charme. „Hey Hey, My My (Into The Black)“ ich kenne da nur eine Liveversion von NEIL YOUNG und die hört sich nicht so prickelnd an, da hat die Version von GREYSTONE CANYON klanglich die Nase vorne obwohl es eine Ballade bleibt, „AAF“ müssen solche kurzen Intermezzos sein, nein, „Stealing Our Freedom“ hier zeigt sich die Band ein weiteres Mal von ihrer besten Seite, das Ding haut rein und signalisiert das Potential von GREYSTONE CANYON.

Balle

PILEDRIVER – First Nations Rock

Trackliste:

01. Light Years From Here
02. Riding
03. We’ll Be Rockin‘ On
04. First Nations Rock
05. Another Treason
06. Comin‘ Home
07. To The Edge Of The World
08. All Through The Night
09. Fire
10. There Comes A Time
11. The World’s On Fire
12. I Still Can’t Say Good-Bye
13. Back To Back
14. Shout It Out

Spielzeit: 57:25 min – Genre: Classic Rock – Label: Rockwall Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/PILEDRIVER.Germany/

 

Die Band PILEDRIVER ist mir bis jetzt nicht bekannt gewesen und kommt schon mit ihrem fünften Album aus dem Studio. Naja man kann schließlich nicht alles kennen was so durch die Musiklandschaft streift. Aber das Genre mit Classic Rock angegeben und der Umstand das es sich um eine deutsche Band handelt macht sehr neugierig. Zu Pildriver gehören die Stimme und Gitarrist Michael Sommerhoff, Peter Wagner an Gitarre, Tom Frerich an Keyboard, Jens Heisterhagen an Bass und Dirk Sengotta an den Drums.

Als ich die ersten Strophen hörte dachte ich erst der Sänger wäre ein Kind von Klaus Opree von TRANS AM und Alge Algermissen von THE HEAT, beides ebenfalls deutsche Bands die in den 80er und 90ern aktiv waren und Leon Goewie von VENGEANCE. Mit viel Rauch, Dreck und Ausdruck geht Michael die Vocals an und überzeugt dabei ohne Zweifel aufkommen zu lassen. Die Gitarren hauen die Riffs raus als wenn es keinen Morgen geben würde und dies die letzten Glanztaten der Gittis sein. Was vorteilhaft für die Songs ist, dass die Gitarren nicht so deutlich in den Vordergrund rücken um alles anderen zu überfahren, genau in der richtigen Dosis und Härte wurden die Gitarren abgemischt. Die Tasten bewegen sich vom klassischen Hammond Sound bis zu Orgelklängen aus den frühen 80ern, was genau das Richtige für Classic Rock ist und bildet so mit den Gitarren das Fundament für Michaels Stimme. Der Bass wird nicht ganz so deutlich in Szene gesetzt, der ist zwar da aber nicht so eindeutig wie die Gittis. Das Schlagzeug sorgt für einige Oha Effekte und kommt sehr auffällig aus der Anlage. Die Produktion klingt leider ein wenig steril dabei aber nicht schlecht, sondern fein und fast schon dezent.

Der Stil bewegt sich im klassischen Hard Rock wie in viele deutsche Bands damals vor sehr vielen Jahren auch gespielt haben. Aber nicht nur deutsche Bands, sondern auch eine sehr bekannte niederländische Band kommt zum Zug, die Rede ist von VENGEANCE. Von den deutschen Vertretern kann man bedingt STRAIGHT SHOOTER, die ersten Alben von TRANCE, THE HEAT, TRANS AM und die ersten drei Alben von DOMAIN nehmen. Wer diese Bands abfeierte und immer noch abfeiert liegt bei PILEDRIVER genau und vollkommen richtig. Wer auf sehr gut gemachten klassischen Hard Rock deutscher Prägung steht wird PILEDRIVER lieben und damit glücklich werden. 14 Songs, knappe 60 Minuten, und das ohne Durchhänger oder schlechter zu werden verdient zumindest einen Probedurchgang.

„Light Years From Here“ geht doch gleich mal in die richtige Richtung, „Riding“ ein gewalt Rocker der mehr als Spaß macht. „We’ll Be Rockin‘ On“ ich glaube ich habe einen Hörfehler, sind etwa VENGEANCE in original Besetzung zurück, „First Nations Rock“ schielt mit deutschen Wurzeln Richtung USA. „Another Treason“ ein melodisches Highlight das abgeht wie Nachbars Lumpi, „Comin‘ Home“ kommt mit Country Vibes. „To The Edge Of The World“ es wird wieder mit Inbrunst drauf los gerockt, „All Through The Night“ und noch so ein Rocker der gute Laune verbreitet. „Fire“ Classic Rock in Reinkultur, „There Comes A Time“ eine Ballade die mich an SMOKIE denken lässt. „The World’s On Fire“ wurde mit einer göttlichen Melodie ausgestattet, „I Still Can’t Say Good-Bye“ eine zweite Ballade mit Drama. „Back To Back“ und hier sind sie wieder die PILEDRIVER mit dicken Eiern, „Shout It Out“ durch den orientalischen Touch kommt sehr viel Drama in den Rocker.

Balle

THE LUNAR EFFECT – Fortune’s Always Hiding

Trackliste:

01. Feed The Hand
02. Watchful Eye
03. Five And Two
04. My Blue Veins
05. Stay With Me
06. Settle Down
07. I Disappear
08. A New Moon Rising
09. Scotoma
10. Nailed To The Sky
11. Tomorrow Comes Too Soon (Digital only Bonus Track)

Spielzeit: 44:24 min – Genre: Classic Rock – Label: Svart Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/TheLunarEffect/

 

So WALTER TROUT mit seinem Blues Rock ist im Kasten, jetzt ist Classic Rock dran, dann wollen wir mal sehen wie sich THE LUNAR EFFECT auf ihrem dritten Album macht und gibt. In der Redaktionsliste steht als Genre Classic Rock, auf der Facebook Seite der Jungs wird Psychedelic Rock and Stoner Noise angegeben, bei Psychedelic bin ich sehr wählerisch, bei Stoner gehe ich gerne je nach Ausführung mit. Da bin ich mehr als gespannt wie sich der Bandsound anhört. Einen Pluspunkt gibt es schon mal, weil der digital Bonus Track „Tomorrow Comes Too Soon“ im Promopaket enthalten ist.

Die britische Band setzt sich aus den beiden Brüdern und Gründern Jon an Gitarre und Dan Jefford an Drums zusammen, die später um dem Sänger Josh Neuwford und Bassisten Brett Halsey erweitert wurde. Die Stimme von Josh hat was Faszinierendes das sich schlecht beschreiben lässt, entweder liegt es schon in der Stimme oder es wurde noch gewaltig an den Reglern nachgeholfen. Ich gehe mal im Zweifelsfall für den Angeklagten aus und sage es liegt schon in der Stimme. Die Gitarren kommen bis auf wenige Ausnahmen sehr tief und bedrohlich aus den Boxen, wissen sich dabei aber sehr gut in Szene zu setzten ohne es zu übertreiben. Dem Bass gehen oft die Pferde durch, der steht immer voll im Raum ohne als Verlierer zu wirken. Das Schlagzeug beackert die Bespannungen und Metallbecken nach Herzenslust und stellt sich da als wahrer Künstler heraus.

Soundtechnisch bewegen sich THE LUNAR EFFECT im oben beschriebenen Psychedelic Rock mit Stoner Vibes, oder einfach nur kräftigen Classic Rock auf Dope. Bei Psychedelic bin ich normal sehr zurückhaltend, allerdings hat die Band auf ihrem dritten Album ein gewaltiges Pfund an Board das einen sämtliche Flausen aus der Rübe katapultiert. Mit schierer Gewalt aber auch dezenten Balladen Tönen rocken sich die Briten überzeugend durch ihre elf Songs. Die tief gestimmten Gittis, und klassischen Orgel oder Piano Töne machen was her und verbreiten einen Charme wie er in den 60ern zum Beginn der Beat (den Anfängen des Psychedelic Rock) Zeit bis in die Classic Rock Zeit die 70er hinein reicht.

„Feed The Hand“ geht mal sowas von nach vorne – kommt mit Orient Touch, „Watchful Eye“ ein kräftiger und epischer Rocker der sich voll in den 60ern bis in die frühen 70ern befindet. „Five And Two“ ein Rocker fürs Lehrbuch – das Riffing erinnert mich an GARY MOORE, „My Blue Veins“ kommt schleppend und schwer daher, wenn die Härte nicht wäre könnte man meinen einer Ballade zu lauschen. „Stay With Me“ und hier ist sie auch schon eine Ballade mit Piano Klängen und normal gestimmter Gitti, „Settle Down“ der erinnert mich sehr in der Klassik befindlichen NIRVANA, alles nur nicht NIRVANA! „I Disappear“ die Taschentücher werden erneut gezückt, „A New Moon Rising“ hier kommt das volle Psychedelic-Stoner Brett aus dem Sack. „Scotoma“ ein cooler Song der mich an THE WHO auf LSD in bunten Farbenrausch erinnert, „Nailed To The Sky“ hier wird der ohnehin schon obercoole Song von der geilen Röhre von Josh auf ein riesiges Podest gehievt, „Tomorrow Comes Too Soon“ geil die BEATLES auf DOPE – eine Verneigung vor den Pilzköpfen.

Balle

WUCAN – AXIOMS

Trackliste:

01. Spectres Of Fear
02. Irons In The Fire
03. Wicked, Sick And Twisted
04. KTNSAX
05. Holz auf Holz
06. Pipe Dreams
07. Axioms
08. Fountain Of Youth

 

 

Spielzeit: 43:44 min – Genre: Classic (Progressive) Rock – Label: Long Branch Records – VÖ: 29.08.2025 – Page: www.facebook.com/wucanmusic

 

WUCAN waren mir mit ihren bis August drei Alben nicht bekannt, irgendwo habe ich mal was über die Band gelesen und das sie sich im Classic Rock Bereich befinden solle. Also habe ich mich für deren viertes Album in unserer Redaktionsliste eingetragen, da ich immer auf der Suche nach neuen Bands und Mucke bin und mich dabei gerne, wie meistens positiv überraschen lasse. Also steht heute Nacht WUCAN auf dem Stundenplan. Laut Promo Info wird der Stil von WUCAN wie folgt beschrieben: „Neben den erprobten Querverweisen an Hard-, Kraut- und Ost-Rock und Metal-Einflüssen kennzeichnet die aktuellen acht Songs eine zusätzliche Einfärbung von Progressive Rock“, was sich sehr interessant ließt und auch anhören könnte.

Zur Band gehören Francis Tobolsky an Mikrofon, Gitarre, Flöte, Theremin; Tim George an Gitarre und Keyboard; Alexander Karlisch an Bass und Philip Knöfel an den Drums. Die Stimme von Sängerin Francis hat eine sehr angenehme Färbung und erinnert an die Stimmen von Sue Willetts von DANTE FOX mit einer raueren Note. Diese Stimmfärbung verträgt sich sehr gut mit dem Classic Rock von WUCAN. Die Gitarren kommen sehr gut rüber ohne dabei zu hart zu werden. Die Tastenabteilung wird in den meisten Fällen sehr klassisch mit Hammond oder alten Orgel Klängen ausgeführt und fügt sich aus diesem Grund bestens in den Classic Rock ein. Der Bass ist weder zu leise noch zu laut, einfach gesagt es gibt die richtige Dosis Tieftöner. Die Drums sind unspektakulär aber dennoch auffällig und geben den Takt vor. Die Flöte hinterlässt auch einen sehr guten Eindruck. Bei Theremin kommen Elektronik Spielereien mit rein die das ganze spacig werden lassen.

Der Stil von WUCAN bewegt sich im Classic Rock der mit Hard-, Kraut- und Prog-Rock angereichert wurde um dem Ganzen mehr tiefe zu verleihen – nicht zu vergessen das Spiel mit Elektronik Einflüssen der späten 70er Jahre. Der Progressive und Elektronik Anteil kommt sehr dezent und bewusst zum Einsatz, sodass der Classic Rock noch klar im Vordergrund steht. Als ganz grobe Vergleiche kann man die klassischen URIAH HEEP, DEEP PURPLE, NAZARETH, STRAIGHT SHOOTER und durch die Hinzunahme der Flöte mit JETHRO TULL sehen. Mit viel Melodie, untypischen Instrumenten und einer kräftigen Stimme geht die Band voll nach vorne.

Ein sehr interessantes Werk das mit mehreren Stilrichtungen einen einzigartigen Stilmix erzeugt und durch die Auslegung des Sounds an die Vergleiche erinnert. Und mich zu guter Letzt in die 70er Jahre beamt.

„Spectres Of Fear“ fängt mit einem düsteren Keyboard oder Theremin Intro an und geht dann in einen flotten Classic Prog Rocker über, „Irons In The Fire“ das Dingens hat Potential in allen Lagen. „Wicked, Sick And Twisted“ der Song bracht mehrere Anläufe – weil Jazz und Funk mit eingearbeitet wurden, „KTNSAX“ hier denke ich an moderne STRAIGHT SHOOTER mit weiblicher Stimme. „Holz auf Holz“ ein kräftiger Hard Rocker mit deutschem Text. „Pipe Dreams“ ein Classic Rocker der mich von der Machart an „Indian Reserveration“ erinnert, „Axioms“ lässt mich URIAH HEEP denken, „Fountain Of Youth“ fängt als Ballade mit Akustik Gitarre an bis die E-Gitti reinbrettert ab da geht es straight nach vorne.

Balle