AUTUMN’S CHILD – Melody Lane

Trackliste:

01. Heartbreak Boulevard
02. Pray For The King
03. Fight To Love Again
04. Singalong
05. A World Without Love
06. Highway To The Sky
07. Headlines
08. Lovesong
09. Melody
10. Rock Of Empathy
11. Dead Cold

Spielzeit: 46:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Mikaelerlandssontheone

 

Mikael Erlandsson ist einer von denen, die sich im Melodic Rock, Classic Rock und AOR an allen Ecken mal blicken lassen. Als Frontmann bei SECRET SERVICE, in LAST AUTUMNS DREAM mit Mitgliedern von EUROPE und FAIR WARNING, und, und, und.
Und dann singt er noch bei AUTUMN’S CHILD, die inzwischen auch schon sechs Alben am Start haben, rechnet man denn ihr neustes Werk „Melody Lane“ mit dazu, über das wir heute reden. Ach ja, und Gitarre und Keyboards spielt er hier auch.
Ein sehr schönes Cover hat die Platte schonmal, gute handgemachte Retro-Optik. Der Sound stimmt auch soweit. Da könnte man sich an einigen Stellen wünschen, die hohen Frequenzen wären ein wenig präsenter, und Mikaels Vocals hätten etwas mehr Reverb vertragen können, aber an sich klingt „Melody Lane“ klar, gibt den einzelnen Instrumenten genug Raum und traut sich auch Dynamik.
Was die Musik angeht, ist „Melody Lane“ ein nettes kleines Wohlfühlalbum für Fans des Obergenres „Melodic Rock“. Da finden sich die Prototyp-AOR-Songs wie „Heartbreak Boulevard“, die komplette „Died In Your Arms Tonight“-80es-Rock-Bedienung („Fight To Love Again“) und der gut gelaunte beschwingte Rock’n’Roll-Song („Singalong“).
Mit „A World Without Love“ darf es dann auch mal ganz emotional-intensiv und dick aufgetragen werden – aber genau das wollen wir ja auch bei so einem Album, ne? Da kommen dann die dicken Drums, das Klavier und die flötige Classic-Rock-Orgel (oder die orgelige Classic-Rock-Flöte? Egal, Ihr wisst, was ich meine) dazu, sehr edles Ding.
Aber natürlich darf auch ein gewisser Hard-Rock-Faktor nicht fehlen, auf „Melody Lane“ mit „Headlines“ und „Rock of Empathy“ gegeben.
Das ergibt alles in allem schonmal ein Album, dessen Songs durch die Bank eigenen Charakter haben, was bei den normaleren Bands dieses Genres leider weiß Gott nicht immer gegeben ist. Und kleine Features wie nette Synth-Sounds und -Soli, Klavier, Orgel, Streicher, mehrstimmige Vocals oder einfach mal eine Strophe, die klanglich aus der Reihe fällt, geben „Melody Lane“ zusätzlichen Entertainment-Wert.
Was das Album doch häufiger machen dürfte, ist knallen. „Rock Of Empathy“ beispielsweise hat schon eine angenehme Menge Wumms hinter der Binde. Den dürfte man bei Songs wie „Highway To The Sky“ mit seinen Ooooheehooooh-Stadion-Vocals oder im Chorus von „Singalong“ auch erwarten, oder beim finalen „Dead Cold“. Einige Songs sind an Momenten, an denen sie Druck benötigen würden, dann doch eher kraftlos, aber die Momente gehen auch vorbei.

Fazit:
Abwechslungsreiches Ding haben AUTUMN’S CHILD da geschaffen. „Melody Lane“ überschreitet keine Genregrenzen, ist aber auch eines der Alben, bei denen es gar keine Experimente braucht, wenn man doch gar nicht die Zukunft schaffen sondern die Memory Lane entlangwandern möchte. Und das machen AUTUMN’S CHILD professionell und mit Liebe zum Detail Gebrauch. Für Melodic-Rock-Fans ist die Platte einfach ein Wohlfühl-Album.

Anspieltipps:
„A World Without Love“, „Melody“, „Rock Of Empathy“ und „Singalong“

Jannis

GREYSTONE CANYON – Something Borrowed…Something New

Trackliste:

01. Doctor, Doctor (UFO Cover)
02. Just Got Paid (ZZ TOP Cover)
03. Drives Us
04. Imigrant Song (LED ZEPPELIN Cover)
05. Friend Of The Fox (Instrumental)
06. Suicide (THIN LIZZY Cover)
07. Hey Hey, My My (Into The Black) (NEIL YOUNG Cover)
08. AAF
09. Stealing Our Freedom

 

Spielzeit: 32:40 min – Genre: Hard Rock – Label: Rockshot Records – VÖ: 05.12.2025 – Page: www.facebook.com/greystonecanyon/

 

Rockshot Records, wo auch die drei sympatieträger aus Italien SANDNESS unter Vertrag stehen kommen mit einem neuen Album der australischen Band GREYSTONE CANYON in die Läden. Der Titel lautet „Something Borrowed…Something New“ und will heißen das auf dem Album fünf Coverversionen von bekannten Songs aus der Rockszene und zwei eigene – Plus zwei Instrumentals und Intro enthalten sind. Über Sinn oder Unsinn von Coverversionen lässt sich sicher mehr als nur ein Streitgespräch führen. Aber Hey warum nicht eine toll gemachte Coverversion von einem älteren Song, wie von UFO das in den 70ern aufgenommen wurde und auf dem original Album klanglich nicht wirklich überzeugend rüberkommt. Warum nicht ein Cover das reinhaut und gute Laune mitbringt, allerdings sind fünf bei 3,5 eigenen ein paar Zuviel, also mal sehen wie sich das Album anhört, vielleicht ist es nicht so düster wie das Papier spricht.

Ich kannte GREYSTONE CANYON vor diesem Album nicht, deshalb kann ich nicht viel über diese Band berichten außer das was mir das Album zeigt. Zur Band gehören Darren Cherry am Mikro und Gitarren, Richard Vella an Gitarren und Keyboards, David Poulter an Bass und Sham Hughes an Drums und Keyboards. Als ich die ersten Strophen von Darren hörte dachte ich die Stimme kommt mir seltsam bekannt und vertraut vor, ab dem zweiten Song viel mir ein von wo ich so eine Stimmfärbung kenne, an keinen geringeren als Jess Harnell von LOUD & CLEAR und ROCK SUGAR wurde ich erinnert. Nur das Darren seine Stimme nicht so oft in die hohen Regionen Jagd wie Jess, sondern mehr in den mittleren Lagen bleibt. Stimmlich ist also alles im Lot. Die Gitarren hauen die Riffs raus wie Sau und machen dies in der richtigen Härte ohne es dabei zu überreizen. Die Tasteninstrumente wurden sehr dezent und zurückhaltend eingesetzt und ziehen im Hintergrund ihre Bahnen. Der Bass haut einem die Noten mit voller Wucht um die Ohren und das Schlagzeug überzeugt ohne Wenn und Aber.

Geboten wird Classic und Hard Rock mit zeitgemäßem Klang und Produktion, die Coverversionen kommen knackig rüber und können auch überzeugen. Wenn man ehrlich ist die Stimmen eines Phil Mogg, Billy Gibbons, Robert Plant, Phil Lynott oder Neil Young sind schon einzigartig und prägend für die Rock Musik, und haben ihre riesige Spuren hinterlassen, aber Darren macht da einen echt guten Job. Ähnlich wie Jess mit ROCK SUGAR wirken die Songs im ersten Moment fremd, bis man sich an die Stimme gewohnt hat, dann kommen die Songs schon geil rüber. Die Eigenkompositionen besitzen viel Potential das die Band es nicht nötig hätte auf Coversongs zurück zu greifen. Nur wenn es der Band ein Bedürfnis war diese Songs in ihrem Gewand zu veröffentlichen, dann ist ihnen das sehr gut gelungen. Die eignen Songs sind im Hard Rock der späten 80er ausgeführt und schauen dabei sehr weit nach Osten über den Pazifik in Richtung USA und Kanada. Denn so hören sich die Songs an, die könnten durchaus auch von einer US- oder Kanada-Band stammen.

Einziger richtiger Wermutstropfen ist die doch sehr kurze Laufzeit von nicht mal 33 Minuten, da ziehe ich wie bei allen die unter 40 Minuten bleiben einen Punkt in der Wertung ab. Ansonsten eine sehr gute Vorstellung der Australier. Beim nächsten Album eigene Songs mit dem Potential der Zwei von diesem und über 40 Minuten dann lüppt es auch mit einer höheren Wertung.

„Doctor, Doctor“ mit Schmackes und geilem Basslauf geht es in die erste Runde, „Just Got Paid“ Heavy Blues Rock der was kann. „Drives Us“ ein geiler und cooler Rocker aus eigener Freder, erinnert an Ron Keels Material nach KEEL, „Imigrant Song“ der Song ist im Original der Burner, dass Cover geht voll in Ordnung. „Friend Of The Fox“ ein stimmiges Instrumental das mit Akustikgitarre glänzt, „Suicide“ anständig umgesetzt, allerdings besitzt die Version von LIZZY mehr Charme. „Hey Hey, My My (Into The Black)“ ich kenne da nur eine Liveversion von NEIL YOUNG und die hört sich nicht so prickelnd an, da hat die Version von GREYSTONE CANYON klanglich die Nase vorne obwohl es eine Ballade bleibt, „AAF“ müssen solche kurzen Intermezzos sein, nein, „Stealing Our Freedom“ hier zeigt sich die Band ein weiteres Mal von ihrer besten Seite, das Ding haut rein und signalisiert das Potential von GREYSTONE CANYON.

Balle

PILEDRIVER – First Nations Rock

Trackliste:

01. Light Years From Here
02. Riding
03. We’ll Be Rockin‘ On
04. First Nations Rock
05. Another Treason
06. Comin‘ Home
07. To The Edge Of The World
08. All Through The Night
09. Fire
10. There Comes A Time
11. The World’s On Fire
12. I Still Can’t Say Good-Bye
13. Back To Back
14. Shout It Out

Spielzeit: 57:25 min – Genre: Classic Rock – Label: Rockwall Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/PILEDRIVER.Germany/

 

Die Band PILEDRIVER ist mir bis jetzt nicht bekannt gewesen und kommt schon mit ihrem fünften Album aus dem Studio. Naja man kann schließlich nicht alles kennen was so durch die Musiklandschaft streift. Aber das Genre mit Classic Rock angegeben und der Umstand das es sich um eine deutsche Band handelt macht sehr neugierig. Zu Pildriver gehören die Stimme und Gitarrist Michael Sommerhoff, Peter Wagner an Gitarre, Tom Frerich an Keyboard, Jens Heisterhagen an Bass und Dirk Sengotta an den Drums.

Als ich die ersten Strophen hörte dachte ich erst der Sänger wäre ein Kind von Klaus Opree von TRANS AM und Alge Algermissen von THE HEAT, beides ebenfalls deutsche Bands die in den 80er und 90ern aktiv waren und Leon Goewie von VENGEANCE. Mit viel Rauch, Dreck und Ausdruck geht Michael die Vocals an und überzeugt dabei ohne Zweifel aufkommen zu lassen. Die Gitarren hauen die Riffs raus als wenn es keinen Morgen geben würde und dies die letzten Glanztaten der Gittis sein. Was vorteilhaft für die Songs ist, dass die Gitarren nicht so deutlich in den Vordergrund rücken um alles anderen zu überfahren, genau in der richtigen Dosis und Härte wurden die Gitarren abgemischt. Die Tasten bewegen sich vom klassischen Hammond Sound bis zu Orgelklängen aus den frühen 80ern, was genau das Richtige für Classic Rock ist und bildet so mit den Gitarren das Fundament für Michaels Stimme. Der Bass wird nicht ganz so deutlich in Szene gesetzt, der ist zwar da aber nicht so eindeutig wie die Gittis. Das Schlagzeug sorgt für einige Oha Effekte und kommt sehr auffällig aus der Anlage. Die Produktion klingt leider ein wenig steril dabei aber nicht schlecht, sondern fein und fast schon dezent.

Der Stil bewegt sich im klassischen Hard Rock wie in viele deutsche Bands damals vor sehr vielen Jahren auch gespielt haben. Aber nicht nur deutsche Bands, sondern auch eine sehr bekannte niederländische Band kommt zum Zug, die Rede ist von VENGEANCE. Von den deutschen Vertretern kann man bedingt STRAIGHT SHOOTER, die ersten Alben von TRANCE, THE HEAT, TRANS AM und die ersten drei Alben von DOMAIN nehmen. Wer diese Bands abfeierte und immer noch abfeiert liegt bei PILEDRIVER genau und vollkommen richtig. Wer auf sehr gut gemachten klassischen Hard Rock deutscher Prägung steht wird PILEDRIVER lieben und damit glücklich werden. 14 Songs, knappe 60 Minuten, und das ohne Durchhänger oder schlechter zu werden verdient zumindest einen Probedurchgang.

„Light Years From Here“ geht doch gleich mal in die richtige Richtung, „Riding“ ein gewalt Rocker der mehr als Spaß macht. „We’ll Be Rockin‘ On“ ich glaube ich habe einen Hörfehler, sind etwa VENGEANCE in original Besetzung zurück, „First Nations Rock“ schielt mit deutschen Wurzeln Richtung USA. „Another Treason“ ein melodisches Highlight das abgeht wie Nachbars Lumpi, „Comin‘ Home“ kommt mit Country Vibes. „To The Edge Of The World“ es wird wieder mit Inbrunst drauf los gerockt, „All Through The Night“ und noch so ein Rocker der gute Laune verbreitet. „Fire“ Classic Rock in Reinkultur, „There Comes A Time“ eine Ballade die mich an SMOKIE denken lässt. „The World’s On Fire“ wurde mit einer göttlichen Melodie ausgestattet, „I Still Can’t Say Good-Bye“ eine zweite Ballade mit Drama. „Back To Back“ und hier sind sie wieder die PILEDRIVER mit dicken Eiern, „Shout It Out“ durch den orientalischen Touch kommt sehr viel Drama in den Rocker.

Balle

THE LUNAR EFFECT – Fortune’s Always Hiding

Trackliste:

01. Feed The Hand
02. Watchful Eye
03. Five And Two
04. My Blue Veins
05. Stay With Me
06. Settle Down
07. I Disappear
08. A New Moon Rising
09. Scotoma
10. Nailed To The Sky
11. Tomorrow Comes Too Soon (Digital only Bonus Track)

Spielzeit: 44:24 min – Genre: Classic Rock – Label: Svart Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/TheLunarEffect/

 

So WALTER TROUT mit seinem Blues Rock ist im Kasten, jetzt ist Classic Rock dran, dann wollen wir mal sehen wie sich THE LUNAR EFFECT auf ihrem dritten Album macht und gibt. In der Redaktionsliste steht als Genre Classic Rock, auf der Facebook Seite der Jungs wird Psychedelic Rock and Stoner Noise angegeben, bei Psychedelic bin ich sehr wählerisch, bei Stoner gehe ich gerne je nach Ausführung mit. Da bin ich mehr als gespannt wie sich der Bandsound anhört. Einen Pluspunkt gibt es schon mal, weil der digital Bonus Track „Tomorrow Comes Too Soon“ im Promopaket enthalten ist.

Die britische Band setzt sich aus den beiden Brüdern und Gründern Jon an Gitarre und Dan Jefford an Drums zusammen, die später um dem Sänger Josh Neuwford und Bassisten Brett Halsey erweitert wurde. Die Stimme von Josh hat was Faszinierendes das sich schlecht beschreiben lässt, entweder liegt es schon in der Stimme oder es wurde noch gewaltig an den Reglern nachgeholfen. Ich gehe mal im Zweifelsfall für den Angeklagten aus und sage es liegt schon in der Stimme. Die Gitarren kommen bis auf wenige Ausnahmen sehr tief und bedrohlich aus den Boxen, wissen sich dabei aber sehr gut in Szene zu setzten ohne es zu übertreiben. Dem Bass gehen oft die Pferde durch, der steht immer voll im Raum ohne als Verlierer zu wirken. Das Schlagzeug beackert die Bespannungen und Metallbecken nach Herzenslust und stellt sich da als wahrer Künstler heraus.

Soundtechnisch bewegen sich THE LUNAR EFFECT im oben beschriebenen Psychedelic Rock mit Stoner Vibes, oder einfach nur kräftigen Classic Rock auf Dope. Bei Psychedelic bin ich normal sehr zurückhaltend, allerdings hat die Band auf ihrem dritten Album ein gewaltiges Pfund an Board das einen sämtliche Flausen aus der Rübe katapultiert. Mit schierer Gewalt aber auch dezenten Balladen Tönen rocken sich die Briten überzeugend durch ihre elf Songs. Die tief gestimmten Gittis, und klassischen Orgel oder Piano Töne machen was her und verbreiten einen Charme wie er in den 60ern zum Beginn der Beat (den Anfängen des Psychedelic Rock) Zeit bis in die Classic Rock Zeit die 70er hinein reicht.

„Feed The Hand“ geht mal sowas von nach vorne – kommt mit Orient Touch, „Watchful Eye“ ein kräftiger und epischer Rocker der sich voll in den 60ern bis in die frühen 70ern befindet. „Five And Two“ ein Rocker fürs Lehrbuch – das Riffing erinnert mich an GARY MOORE, „My Blue Veins“ kommt schleppend und schwer daher, wenn die Härte nicht wäre könnte man meinen einer Ballade zu lauschen. „Stay With Me“ und hier ist sie auch schon eine Ballade mit Piano Klängen und normal gestimmter Gitti, „Settle Down“ der erinnert mich sehr in der Klassik befindlichen NIRVANA, alles nur nicht NIRVANA! „I Disappear“ die Taschentücher werden erneut gezückt, „A New Moon Rising“ hier kommt das volle Psychedelic-Stoner Brett aus dem Sack. „Scotoma“ ein cooler Song der mich an THE WHO auf LSD in bunten Farbenrausch erinnert, „Nailed To The Sky“ hier wird der ohnehin schon obercoole Song von der geilen Röhre von Josh auf ein riesiges Podest gehievt, „Tomorrow Comes Too Soon“ geil die BEATLES auf DOPE – eine Verneigung vor den Pilzköpfen.

Balle

WUCAN – AXIOMS

Trackliste:

01. Spectres Of Fear
02. Irons In The Fire
03. Wicked, Sick And Twisted
04. KTNSAX
05. Holz auf Holz
06. Pipe Dreams
07. Axioms
08. Fountain Of Youth

 

 

Spielzeit: 43:44 min – Genre: Classic (Progressive) Rock – Label: Long Branch Records – VÖ: 29.08.2025 – Page: www.facebook.com/wucanmusic

 

WUCAN waren mir mit ihren bis August drei Alben nicht bekannt, irgendwo habe ich mal was über die Band gelesen und das sie sich im Classic Rock Bereich befinden solle. Also habe ich mich für deren viertes Album in unserer Redaktionsliste eingetragen, da ich immer auf der Suche nach neuen Bands und Mucke bin und mich dabei gerne, wie meistens positiv überraschen lasse. Also steht heute Nacht WUCAN auf dem Stundenplan. Laut Promo Info wird der Stil von WUCAN wie folgt beschrieben: „Neben den erprobten Querverweisen an Hard-, Kraut- und Ost-Rock und Metal-Einflüssen kennzeichnet die aktuellen acht Songs eine zusätzliche Einfärbung von Progressive Rock“, was sich sehr interessant ließt und auch anhören könnte.

Zur Band gehören Francis Tobolsky an Mikrofon, Gitarre, Flöte, Theremin; Tim George an Gitarre und Keyboard; Alexander Karlisch an Bass und Philip Knöfel an den Drums. Die Stimme von Sängerin Francis hat eine sehr angenehme Färbung und erinnert an die Stimmen von Sue Willetts von DANTE FOX mit einer raueren Note. Diese Stimmfärbung verträgt sich sehr gut mit dem Classic Rock von WUCAN. Die Gitarren kommen sehr gut rüber ohne dabei zu hart zu werden. Die Tastenabteilung wird in den meisten Fällen sehr klassisch mit Hammond oder alten Orgel Klängen ausgeführt und fügt sich aus diesem Grund bestens in den Classic Rock ein. Der Bass ist weder zu leise noch zu laut, einfach gesagt es gibt die richtige Dosis Tieftöner. Die Drums sind unspektakulär aber dennoch auffällig und geben den Takt vor. Die Flöte hinterlässt auch einen sehr guten Eindruck. Bei Theremin kommen Elektronik Spielereien mit rein die das ganze spacig werden lassen.

Der Stil von WUCAN bewegt sich im Classic Rock der mit Hard-, Kraut- und Prog-Rock angereichert wurde um dem Ganzen mehr tiefe zu verleihen – nicht zu vergessen das Spiel mit Elektronik Einflüssen der späten 70er Jahre. Der Progressive und Elektronik Anteil kommt sehr dezent und bewusst zum Einsatz, sodass der Classic Rock noch klar im Vordergrund steht. Als ganz grobe Vergleiche kann man die klassischen URIAH HEEP, DEEP PURPLE, NAZARETH, STRAIGHT SHOOTER und durch die Hinzunahme der Flöte mit JETHRO TULL sehen. Mit viel Melodie, untypischen Instrumenten und einer kräftigen Stimme geht die Band voll nach vorne.

Ein sehr interessantes Werk das mit mehreren Stilrichtungen einen einzigartigen Stilmix erzeugt und durch die Auslegung des Sounds an die Vergleiche erinnert. Und mich zu guter Letzt in die 70er Jahre beamt.

„Spectres Of Fear“ fängt mit einem düsteren Keyboard oder Theremin Intro an und geht dann in einen flotten Classic Prog Rocker über, „Irons In The Fire“ das Dingens hat Potential in allen Lagen. „Wicked, Sick And Twisted“ der Song bracht mehrere Anläufe – weil Jazz und Funk mit eingearbeitet wurden, „KTNSAX“ hier denke ich an moderne STRAIGHT SHOOTER mit weiblicher Stimme. „Holz auf Holz“ ein kräftiger Hard Rocker mit deutschem Text. „Pipe Dreams“ ein Classic Rocker der mich von der Machart an „Indian Reserveration“ erinnert, „Axioms“ lässt mich URIAH HEEP denken, „Fountain Of Youth“ fängt als Ballade mit Akustik Gitarre an bis die E-Gitti reinbrettert ab da geht es straight nach vorne.

Balle

MARTY AND THE BAD PUNCH – Marty And The Bad Punch

Trackliste:

01. The Time Is Now
02. Keep Pushin‘ On
03. Dream In The Dark
04. Have Faith
05. Heart Attack
06. Deadwood
07. In Deep Water
08. Don’t Bother Me
09. The Little Things
10. Streets Of Belfast

 

Spielzeit: 51:03 min – Genre: Classic Hard Rock – Label: Enghard Media / Bad Punch Records – VÖ: 14.03.2025 – Page: www.facebook.com/martyandthebadpunch

 

Als ich am 01. Mai vor dem RUSS BALLARD Konzert in München an der Abendkasse anstand kam ich mit einem jünger aussehenden Mann ins Gespräch. Im Laufe des Gespräches kam auf das es sich um MARTY PUNCH von MARTY AND THE BAD PUNCH handelt und er gerade vorher ein Interview mit Herrn BALLARD gemacht hatte. Als sich aufgeklärt hat das ich als Redakteur für Magazine arbeite verriet mir MARTY das er Mitte März sein drittes Album veröffentlicht hat. Also fragte er mich ob ich nicht Lust hätte eine Rezi über das gleichnamige Album schreiben wolle, ich sagte natürlich zu und so bin ich bei MARTY und seiner Truppe die aus einigen Namhaften Musikern besteht gelandet.

MARTY ist ein Gitarrist und Songschreiber aus meiner Landeshauptstadt München, und zeichnet sich für die Songs und das Gitarrenspiel auf diesem Album aus, unterstützt wurde er auf dem Album von Dan Byrne am Mikro, Tommy Denander an Gitarre und Keyboards, Tony Franklin an Bass und Josh Devine am Schlagzeug. Keine wirklich unbekannten Namen die MARTY für sich gewinnen konnte, Live ist der Gitarrenhero Frank Panè mit an Board. Diese Namen sprechen eine deutliche Sprache und die hört auf Erfolg. Kleine Erfolge konnte er schon mit Preisen einheimsen, wenn ich mir die Mucke so anhöre auch zu Recht. Das was MARTY da auf dem dritten Album am Start hat ist feine Rock Mucke. Ich muss zu meiner Schande zugeben das mir der Name vorher zwar bekannt war aber ich MARTY und seine Musik irgendwie nicht auf dem Radar hatte. Aber wie der Zufall einem so oft in die Quere kommt so musste ich am 01. Mai einfach mit MARTY ins Gespräch kommen, für beide Seiten ein Gewinn, ich schreibe eine Rezi über das Album und ich lerne die Musik eines talentierten Musikers und Songwriters kennen.

Dan hat eine sehr feine und gefühlvolle Stimme die trotz der höheren Lage auch nach längerem Hören nicht nervig wird, in etwa so wie die von Richard Andemyr von RIAN ohne den Dreck in der Stimme oder Sebastian Ross von MISS BEHAVIOUR und kann dabei überzeugen. Die beiden Gitarristen feuern im Dienst der Songs ihre Riffs ab ohne dabei zu aufdringlich oder dezent zu wirken. Irgendwie in einer richtigen Dosis die gefallen findet und dabei voll und ganz im Sinne der Songs sind ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Der Bass von Tony versteckt sich nicht im Hintergrund, sondern macht sehr deutlich auf sich aufmerksam. Die Tastenabteilung ist im 80er Jahre Stil oder auch mal als Piano ausgeführt, dass ohne auch nur einmal zu verspielt oder als KlimBim zu wirken. Die Drums gehen voll auf die Zwöif und können dementsprechend ihre Wirkung voll entfalten. Die Produktion hört sich amtlich und mit Druck an, einzig die Becken erscheinen mir ein wenig kraftlos, ansonsten ist alles im grünen Bereich.

Der Sound bewegt sich auf einer Gratwanderung zwischen Classic und Hard Rock ohne dabei in eines der beiden Genres abzudriften, die Beschreibung als Classic Hard Rock trifft es wohl am besten. Ich bin mal gespannt wie sich die Songs Live auf der Bühne machen wenn die Gang mal für eine Show in meiner Gegend vorbei kommt. Vergleichen kann man mit vielen ich wage jetzt mal vorsichtig eine Mixtur aus europäische THE BRANDOS, THIN LIZZY, WHITESNAKE, BAD COMPANY, AFTER HOURS, AIRKRAFT, STAGE DOLLS, GARY MOORE (pre Blues Phase) und ein wenig TRIUMPH. Nur um einen groben Anhaltspunkt zu setzten wer auf die erwähnten Bands kann wird mit MARTY AND THE BAD PUNCH sehr schnell warm und glücklich werden. Trotz der Vergleiche beweisen die Songs einen roten Faden der sich durch alle Songs zieht und der besteht aus feinsten Melodien und deren Umsetzung für die Aufnahmen. Irgendwie habe ich das Gefühl als wenn MARTY und mein Schweizer Kumpel BEN SOLLBERGER das selbe Feeling für Songs besitzen, immerhin sind die Beiden fast im selben Alter.

Balle vergibt hier das Prädikat besonders hörbar und eingängig. Wer einen talentierten Musiker im mittleren Alter unterstützen möchte einfach mal rein hören ob es ein Match ist. MARTY wenn die Tendenz so weiter geht dann freue ich mich schon auf dein nächstes Album. Schon alleine „Deadwood“ spricht für das gesamte Album obwohl das den Super-Hit auf dem Album darstellt – die Hinzunahme der Panflöte setzt einen extra geilen Kontrastpunkt der voll ins Schwarze trifft. Die Verneigung vor PHIL LYNOTT „Streets Of Belfast“ ist der zweite Hit der in den 80ern als es in Irland noch rundging auch eine Fiedens-Hymne ala „Sunday Bloody Sunday“ von U2 oder „Out In The Fields“ von GARY MOORE und PHIL LYNOTT hätte werden können. Wo nimmt MARTY nur diese Ideen her.

„The Time Is Now“ zeigt straight die Richtung an auf die man sich die nächsten 51 Minuten einstellen kann – ein flotter und cooler Rocker, „Keep Pushin‘ On“ geht voll in die Classic Schiene ohne dabei zu weit zurück zu blicken. „Dream In The Dark“ kommt mit geiler Melodie die sofort ins Ohr geht und da nicht mehr rauskommt, „Have Faith“ eine Ballade die diese Bezeichnung auch verdient und ihren Charme ausübt. „Heart Attack“ ein Rocker der durch die Gitarren überzeugt, „Deadwood“ lebt von Dans Stimme und der Melodieführung, die Flöte am Anfang hat ihren Reiz – in den 80ern hätte das eine Erfolgs-Single sein können. „In Deep Water“ kommt mit einer guten Portion Drama und leichtem westcoastigem Südstaaten Feeling aus der Ecke, „Don’t Bother Me“ erinnert mich an die STAGE DOLLS – das liegt nicht am Songtitel. „The Little Things“ ein weiterer Rocker der Potential besitzt, „Streets Of Belfast“ hier kann man das Gleiche wie bei „Deadwood“ anwenden, der Song hat einfach Gefühl, keltischen Klängen und ist ein glatte 11 aus 10!

Balle

BLENDED BREW – Roll The Dice

Trackliste:

01. Roll The Dice
02. Traveling Song
03. Burning Soul
04. Corner Of Trust
05. Grateful Moment
06. Weirdo
07. Crossing Craziness
08. Intervene
09. King Confidence

 

 

Spielzeit: 36:56 min – Genre: Classic Rock – Label: Mighty Music – VÖ: 28.03.2025 – Page: www.facebook.com/Blendedbrew

 

Mighty Music kommen mal wieder mit etwas für mich Unbekanntes, BLENDED BREW aus Dänemark, noch nie gehört oder wo stehen gesehen. Allein der Umstand das Mighty Music als Label fungiert und in der Redaktionsliste Hard Rock angegeben wurde verdankt das Album das ich mich darum kümmere. Kurz auf einem Streamingdienst nachgesehen und mit „Roll The Dice“ handelt es sich um das dritte Album der Band – allerdings sind die Songs schon älter und stammen aus der Session des Debütalbums von vor zehn Jahren. Und nun eine Dekade nach dem Debüt hauen die Dänen die neun Songs in Form von „Roll The Dice“ raus.

Im Promotext steht das die Songs etwas für Fans von DEEP PURPLE, AC DC und RIVAL SONS sein soll. Boah Menno das sind große Namen die nicht unterschiedlicher sein könnten, den Beweis muss das Album auf jeden Fall antreten. Zu BLENDED BREW gehören Jimmy Månsson am Mikrofon und Gitarre, Lord Sebastian Groset an Piano, Orgel und Blues Harp sowie Christoffer Beck an den Drums. Allein der Vergleich mit DEEP PURPLE und AC DC ist schon rotzfrech und muss es voll bringen, sonst ist Schicht im Schacht. Skandinavien steht normal für mich für exorbitant gute Hard N‘ Heavy Mucke und da macht Dänemark keine Ausnahme. Ich bin gespannt ob die BLENDED BREW ein Blender oder Bringer ist.

Der Albumopener schreit mich an, „Hallo du da am Lautsprecher ich bin da, huhu ich bins der Opener“. Ich denke mir ganz nett für den Anfang und was als nächstes kommt. Und mit Song #2 wird es sogar sehr gut, ein Rocker der Charme und Raffinesse besitzt. Allerdings gibt es jeweils nur eine Ähnlichkeit mit DEEP PURPLE (hier sind es die eingesetzten Tasteninstrumente) und AC DC (die Gitarren sind teilweise wie bei den Stromrockern gestimmt), bin ich über diese Aspekte enttäuscht? Ich schreib mal nein, da ich mir so etwas schon fast gedacht hatte, ist deshlab die Mucke von BLENDED BREW schlecht oder mies? Nein nicht im geringsten, die Mucke ist sehr attraktiv und cool allerdings von Hard Rock Meilenweit entfernt, auf „Roll The Dice“ wird mehr lässig drauf los gerockt wie bei einer coolen Jamsession. Die BLENDED BREW wildert voll und ganz im Classic Rock der sehr gut ankommt. Die Gitarren kommen ab und zu RIVAL SONS mäßig aus den Boxen gebrüllt was sich als Kontrast sehr gut macht.

Jimmys Stimme übt eine gewisse Faszination aus und kann dabei voll überzeugen. Die Gitarren machen auch alles richtig und bilden mit den Piano oder Orgelklängen ein Fundament für Jimmys Stimme. Christoffer hält sich dezent zurück um nicht die filigranem Frontkämpfer zu überfahren. Der Einsatz der Blues Harp bringt nochmal Abwechslung und Kontrastpunkte in den Sound.

In jedem Song steckt sehr viel Melodie die mit den Instrumenten fein und zum Teil richtig geil umgesetzt wurden. Allerdings kann ich die Vergleiche auf diesem Album nicht bestätigen. Ich würde da eher den Ansatz wie BAD COMPANY, LED ZEPPELIN, THE HELLACOPTERS und sehr viel von den Schweden FREEDOM und MÄRVEL wählen. Diese passen besser zum Bild von „Roll The Dice“. Wenn man genau hinhört kommen mal ganz dezent angedeutete DEEP PURPLE oder AC DC durch, aber nur wenn man sich genau mit den Songs beschäftigt.

Ein echt mehr als interessantes Album, welches das Trio abgeliefert hat und sollte jedem Anhänger von gepflegtem Classic Rock gefallen. Ich gönne „Roll The Dice“ auf jeden Fall noch so einige Runden in meinem Player.

„Roll The Dice“ haut einem gleich mal das volle Brett Classic Rock um die Ohren „Traveling Song“ ein sehr guter Classic Rocker. „Burning Soul“ eine Ballade mit Spannungsbögen und Höhepunkten, „Corner Of Trust“ hier schwingen DEEP PURPLE ganz dezent angedeutet mit. „Grateful Moment“ hier muss ich an MANFRED MANN’S EARTH BAND mit geiler Hammond denken, „Weirdo“ hier wird es wilder als wild, das Ding bläst sogar Zombies aus den Latschen falls die noch welche an haben. „Crossing Craziness“ hier denke ich an den ollen Schinken „Indian Reservation“ von PAUL REVERE & THE RAIDERS. „Intervene“ hier kommt sehr cooles D-A-D feeling auf, „King Confidence“ zum Schluss wird es nochmal dramatischer als dramatisch.

Balle

JETHRO TULL – Curious Ruminant

Trackliste:

01. Puppet And The Puppet Master
02. Curious Ruminant
03. Dunsinane Hill
04. The Tipu House
05. Savannah Of Paddington Green
06. Stygian Hand
07. Over Jerusalem
08. Drink From The Same Well
09. Interim Sleep

 

 

Spielzeit: 50:39 min – Genre: Classic Rock – Label: InsideOut Music – VÖ: 07.03.2025 – Page: www.facebook.com/officialjethrotull

 

Wer kennt nicht die beiden Immergrünen Oldies mit dem Titeln „Aqualung“ und „Lokomotive Breath“ aus dem Jahr 1971. Wer die beiden Titel nicht kennt hat gewaltig etwas verpennt und kennt nicht mal einen der Discotheken Renner der schon seit Jahrzehnten für volle Tanzflächen sorgt und einen Dauerbrenner im Radio darstellt. Die Rede ist von JETHRO TULL aus Großbritannien die schon seit den späten 1960 Jahren im Musikzirkus unterwegs sind und dabei unbeirrt ihren Weg gehen. Die Band die für einen Querflöter der auf einem Bein steht und seit knappen 60 Jahren existiert bekannt ist veröffentlicht im Jahr 2025 ein neues Album. Es gibt Bands die sind einfach nicht klein zu bekommen, auch wenn man denkt die wurden schon lange eingestampft kommt ein neues Album raus. Es gibt nicht viele Bands die so lange existent sind dazu gehören die ROLLING STONES, BLACK SABBATH, NAZARETH, DEEP PURPLE, URIAH HEEP und THE SWEET. Da ich vor kurzem schon ein aktuelles Album von THE SWEET reviewen durfte, was schon fast einem Ritterschlag gleich kommt, das IRON MAIDEN Album „Senjutsu“ eines von NAZARETH durfte ich auch machen kommt jetzt noch eins von JETHRO TULL dazu. Kann man sich als Schreiberling etwas anderes wünschen, ich sag jetzt mal nein. Vier Alben vonBands reviewen die mich seit meiner Kindheit im Radio, Disco und Tonträger durch Dick und Dünn, Freud und Leid begleiten, das sind einfach Highlights egal wie gut oder schlecht ein Album von so alten Hasen ist. Also los geht es mit den Rock Dinos von JETHRO TULL und dem Album „Curious Ruminant“

JETHRO TULL im Jahr 2025 besteht aus Ian Anderson an Mikrofon, Gitarre und Flöte, Jack Clark an Gitarre, John O’Hara an den Tasteninstrumenten, David Goodier am Bass und Scott Hammond am Schlagzeug. Wenn man die Augen schließt und Ian mit seiner magisch eingesetzten Stimme zuhört meint man es mit einem Kumpel von Gandalf zu tun zu haben, so in etwa ist die Wirkung von Ians Gesang. Ian hat in all den Jahren nichts an Faszination verloren die er seit den glorreichen 1970er Jahren hatte, die Wirkung besitzt er auch heute noch. Seit Anfangszeiten gehört die Flöte nach wie vor zum Sound von JETHRO TULL und gegen jeden ach so großen Widerspruch passt dieses Instrument perfekt in das Gesamtbild der Band und wirkt auf keinen Fall als deplatziert oder unpassend. Die Gitarren haben sehr viel Biss und sind perfekt in Szene gesetzt ohne das sie zu hart rüber kommen, sondern eine perfekte Ehe mit Classic Rock eingehen. Wohldosiert und immer passend gesetzte Griffe in die Saiten sorgen für viele Glanzpunkte. Die Tastenfraktion gefällt am besten wenn sie im Hammond Look aufheult und ein wunderbar warmes Gefühl verbreitet. Gelegentlich kommt auch mal das Akkordeon zum Einsatz das Shanty Feeling aufkommen lässt. So erzeugt die Band mit ihren exotisch anmutend eingesetzten Instrumenten sehr viel starke Kontrastpunkte die sich sehr gut vereinen lassen und in keiner Weise in die Quere kommen. Wie sang FALCO einst „Drah die nett um, da Kommissar geht um“, und genau das trifft auf den Bass zu, der wandert zwischen den anderen Darstellern hin und her ohne dabei als stiller Statist zu wirken. Das Schlagzeug setzt für sich gesehen sehr viel Höhepunkte ohne dabei die anderen Protagonisten zu bügeln.

Das Soundgewand wird von Ians Stimme und den Instrumenten in ein perfektes Licht gerückt und strahlt so hell wie in vergangenen Zeiten. Von angesetzten Staub oder Altersschwäche ist nichts zu hören. Allerdings weiß man auch nicht wie oft ein Take erfolgte oder wie stark im Studio digital nachgeholfen wurde. Ich gehe mal davon aus das hier nicht nachgeholfen wurde und JETHRO TULL das Album komplett ohne Spielerei aufgenommen hat. JETHRO TULL schaffen es den Hörer mit jedem Song zu überraschen und fesseln, jeder Song trägt den Stempel und die faszinierende Stimme von Ian als Markenzeichen. Mit Melodien so weit die Lauscher hören können. Die Band bewegt sich im sehr guten Classic Rock mal gefühlvoller, mal mit mehr Dampf mit Wurzeln aus Großbritannien und angedeuteten keltischen Einflüssen. Zu all dem eh schon sehr cool klingendem Sound kommt noch eine ganz dezente und unterschwellige Prog Note die das Ganze noch auf eine andere Stufe hebt. Vergleichen sollte man ein Band wie JETHRO TULL nicht mit anderen aber für diejenigen die JETHRO TULL nicht kennen sollte am besten die Vergangenheit und Anfänge der Band ansehen oder auch URIAH HEEP. Ich ziehe aber auch MAGNUM heran, den so genial wie MAGNUM ihre Geschichten verpackten, genauso genial hört sich der jetzt Rock von JETHRO TULL in einer softeren Version mit exotisch anmutenden Instrumenten an.

„Puppet And The Puppet Master“ ich sag jetzt mal ein typischer Classic Rocker den man von JETHRO TULL erwarten kann, „Curious Ruminant“ kommt mit sehr vielen dramatischen Momenten die sich effektvoll aufbauen und entladen. „Dunsinane Hill“ erinnert an die Anfänge der Band oder URIAH HEEP, „The Tipu House“ ein geiler und flotter Rocker der gute Laune verbreitet. „Savannah Of Paddington Green“ so stellt man sich einen Classic Rocker Made in UK vor, „Stygian Hand“ ein weiteres magisches Zauberstück der Dions. „Over Jerusalem“ ein Rocker mit vielen Wendungen und Überraschungen, „Drink From The Same Well“ ein Song der aus sehr vielen Einzelstücken besteht die sehr gut harmonieren, „Interim Sleep“ sehr soft, nachdenklich mit rhythmisch gesprochenen Text.

Balle

ROOK ROAD – II

Trackliste:

01. Falling
02. Killing the Giant
03. Lucky Man
04. Sisters and Brothers
05. World of Betrayal
06. Hocus Pocus
07. Not the End
08. Heart of the Sea
09. Stare into the Darkness
10. Blood Sale
11. Lost the Leaves
12. Control

Spielzeit: 62:58 min – Genre: Classic Rock – Label: LuckyBob Records – VÖ: 21.03.2025 – Page: https://rookroad.com

 

Für ihr Ende 2022 erschienenes, selbst betiteltes Debütalbum haben die Jungs von ROOK ROAD viel Lob in der Musikszene eingeheimst. Auch von mir! Der Classic Rock der Jungs war erstklassig gelungen und nach erfolgreichen Tourneen mit NAZARETH und GLENN HUGHES machte man sich 2024 an das Nachfolgealbum „II“ welches nun dieser Tage das Licht der Welt erblickt.
Vollgepackt mit 12 neuen Classic Rock Perlen, personell unverändert und stimmlich angeführt von Sänger Patrick Jost möchte man uns beweisen das das starke Debütalbum keine Eintagsfliege war.

Der erste Beweis dafür ist direkt der treibende Opener „Falling“. Schöne DEEP PURPLE Vipes direkt zu Beginn versetzen den geneigten Classic Rock Fan sofort in Ekstase. Die Nummer groovt sich direkt mächtig in die Gehörgänge und ist somit sofort das erste dicke Ausrufezeichen der neuen Scheibe. Und es werden noch einige folgen, soviel sei direkt schon mal verraten!
Etwas erdiger und epischer geht es dann beim anschließenden „Killing the Giant zur Sache. Der musikalische Stilwechsel im Refrain ist ein Kniff der der Nummer direkt etwas besonderes gibt.
Über das etwas ruhigere „Lucky Man“ geht es dann zur nächsten Videosingle und Highlight „Sisters and Brothers“. Hier wird wieder gerockt und gegroovt was das Zeug hält, und somit haben wir hier den nächsten absoluten Ohrwurm der Scheibe!
Und nun folgt ein Mittelteil der es echt in sich hat.
Hier reiht sich Hit an Hit, angefangen vom epischen „World of Betrayal“, über den melodisch Rocker „Hocus Pocus, mit einem mega Chorus, der Ballade „Not the End bis hin zu dem Groover „Heart of the Sea“. Man greift hier ständig ins oberste Regal des Classic Rocks und bedient sich aus diesem in vollen Zügen, sehr stark!
Im Vergleich dazu fällt der klassische Rocker „Stare into the Darkness“ im Anschluss etwas ab.
Das bügelt man aber direkt wieder mit dem epischen „Blood Sale“ aus und die Ballade „Lost the Leaves“ sowie das abschließende „Control“ beschließen dann ein abwechslungsreiches, neues ROOK ROAD Album.

Classic Rock mit ordentlich Abwechslung wird hier erneut geboten. Untermalt von toller Hammond Orgel und mit Patrick Jost als Sänger, der absolut internationales Format hat, das sei hier mal erwähnt, spielt man sich erneut bis in die obersten Punkteränge vor und unterstreicht wieder eine der führenden Bands zu sein wenn es um Classic Rock aus Deutschland geht!
Absolut verdiente 9 Punkte erneut, Classic Rock Fans sollten hier ihre helle Freude dran haben!

Julian

 

SPIDERS – Sharp Objects

Trackliste:

01. Rock N‘ Roll Band
02. Sweet Boy
03. What’s Your Game (Miss Insane)
04. Fun In The Sun
05. Schizoid
06. Mess With My Emotions
07. Too Hard For You
08. Valentines
09. Life Mission
10. Love Yourself To Death
11. Would You Miss Me

Spielzeit: 34:13 min – Genre: Classic Glam N Roll – Label: Wild Kingdom Records – VÖ: 14.02.2025 – Page: www.facebook.com/wearespiders

 

In der Redaktionsliste tauchte das neue Album „Sharp Objects“ der schwedischen Rock Band SPIDERS auf, veröffentlicht wird es auf dem schwedischen Label Wild Kindom Records. Mir waren beide völlig unbekannt, in der Liste wurde das Genre als Rock angegeben – wie jeder weiß kann das Prog, Punk, Avantgarde oder sonst welche Unterart des Rock sein. Also fragte ich beim Garagenoberguru Julian nach ob es sich um normalen Rock oder irgendeine Spielart handelt, der Link zum Video den ich bekam sagte aus das es sich um meine Kragenweite handelt, also trug ich mich ein.

Zur Band, die ihr viertes Album in den Startlöchern hat, gehören Ann-Sofie Hoyles an Mikrofon und Mundharmonika, John Hoyles an Mikrofon und ebenfalls mit Rickard Hellgren an den Gitarren, Olle Griphammar an Bass und Oskar Brindmark an den Drums. Also los geht es und gecheckt ob es ein Schwedenhappen ist oder in eine andere Richtung geht. Ich als bekennender Anhänger schwedischer Rock bis Melodic Metal Musik bin mehr als gespannt auf den Output von den SPIDERS.

Als erstes fällt die kräftige Stimme von Ann-Sofie auf, die zu jedem Zeitpunkt überzeugt und weiß wo sie sich befindet. Die Stimmlage befindet sich auf einem Level das weder nervt noch sonst irgendwie störend in Erscheinung tritt. Die beiden Gitarren hauen die Riffs ohne jegliches Schamgefühl raus, in etwa so wie in den 70er Jahren. Der Bass ist Produktionsbedingt nicht so deutlich hörbar. Das Schlagzeug ist weder Auffällig noch Dezent ausgeführt und setzt hier und da mal Glanzpunkte. Allerdings ist die Produktion eher mitten- und höhenlastig, der Bass findet fast nicht statt, leider ist dieser Umstand schade da mit mehr Schmackes in den unteren Frequenzen das ganze noch besser klingen würde. So reiht sich die Produktion in die klassische Ausführung des Sounds ein.

Der Classic Rock von den SPIDERS orientiert sich sehr stark an die Rock Szene der 1970er bis in die Mitte der 1980er Jahre und vermischt dabei Classic Rock mit Rock N Roll und Glam Note. Das Ganze geht in etwa die Richtung SUZIE QUATRO, HELEN SCHNEIDER, THE RUNAWAYS, GIRLSCHOOL, ADAM ANT AND THE ANTS aber auch neuere Vertreter wie die Schweden THE HELLACOPTERS, FREEDOM oder JANINA JADE. Bei der Ähnlichkeit zu den US und UK Künstlern muss man bemerken das die Skandiwurzeln überwiegen und deutlich wird das man ein skandinavische Band hört die sich im Classic Rock austobt und dabei eine mehr als anständige Figur abgibt. Ab und zu lassen die Gitarren auch mal psychedelische Riffs ab die aber nicht störend wirken sondern Abwechslung bieten.

Wer auf Classic Rock steht, der zudem mit Rock N Roll und Glam vermischt wurde und das ganze nicht zu eng sieht wird mit dem Album „Sharp Objects“ von den SPIDERS mehr als nur glücklich werden. Wer einfach Mucke bevorzugt die weder hektisch noch konventionell ist wird bei den Schweden ebenfalls fündig. Wenn die Produktion ein dynamischeres Frequenzbild hätte wären mehr Punkte drin gewesen, so ziehe ich einen ab.

„Rock N‘ Roll Band“ haut einem gleich mal die Riffs um die Ohren, „Sweet Boy“ geht voll an die SUZIE QUATRO Fraktion – hört sich dabei ganz gut an. „What’s Your Game (Miss Insane)“ hier muss ich an SHAKIN‘ STEVENS und seiner Ausführung des Rock N Roll denken – nur das sich die SPIDERS mehr im Rock den im Pop befinden, „Fun In The Sun“ ein klassischer Rocker mit Glam Note aufgewertet. „Schizoid“ zieht den Hörer gleich in eine positive hypnotische Dauerschleife, „Mess With My Emotions“ ich glaube ich sitze in einer Zeitmaschine die mich ins Jahr 1977 zurück versetzt hat. „Too Hard For You“ hier gibt es wieder Classic Glam N Roll auf die Ohren, „Valentines“ hier denke ich an eine SMOKIE Version aus Schweden. „Life Mission“ wow was für ein frecher Classic Rocker – das Ding hat sehr viel Potential „Love Yourself To Death“ geht sofort ins Ohr und verbreitet dabei sehr gute Vibes „Would You Miss Me“ der Song der am schwersten zu verdauen ist, wenn man ihm die Gelegenheit gibt entfaltet sich sein volles Potential sehr schnell.

Balle