IGNORE THE SIGN – A Line to Cross

Band: Ignore The Sign
Album: A Line To Cross
Spielzeit: 59:55 min.
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 23.02.2018
Homepage: www.ignorethesign.com

Was 2012 als Soloprojekt von Produzent, Multiinstrumentalist und Stadionsänger (Hannover 96) Oswald „Ossy“ Pfeiffer begann, hat sich zwischenzeitlich zu einer richtigen Band gemausert. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Sängerin/Gitarristin Anca Graterol (Rosy Vista), Gitarrist Steve Mann (MSG, The Sweet), Bassist Lars Lehmann (UFO), Drummer Kristof Hinz (Eloy) und Percussionist Momme Boe hat Pfeiffer ein Debütalbum eingenagelt, das klang- und songtechnisch kaum Wünsche offen lässt und die handwerkliche Kompetenz der Beteiligten kongenial bündelt.

A LINE TO CROSS punktet mit seiner stilistischen Offenheit und dem hohen Grad an Musikalität, die dem Hörer hier offeriert wird. Dementsprechend umfasst das Portfolio von Ignore The Sign neben breitbeinigem Stadion-Rock („Saviours Of Rock“) auch popaffinen Melodic-Rock/AOR im Fahrwasser von Toto/Survivor etc. („A Line To Cross“, Looking Into The Sun“), energetischen Hard Rock reinsten Wassers („Can’t Find The Door“, „Days Of Thunder“), groovigen Classic Rock mit dezenter Black Country Communion/Purple-Schlagseite („The Story Isn’t Over“, „God With A Million Faces“) sowie einfühlsame Pop-Balladen („Brother“, When Words Ain’t Enough“). Wobei die Balladen – drei an der Zahl – meiner Meinung nach überrepräsentiert sind und den Hörfluss immer dann bremsen, wenn einem eigentlich nach einer weiteren Brettnummer gelüstet. Anyway, das fällt unter die Kategorie „Jammern auf ganz hohem Niveau“.

Letztendlich ist es Ossy Pfeiffer & seinen Mitstreitern ganz hervorragend gelungen, den Spagat zwischen Härte und Gefühl auf spannende und höchst unterhaltsame Art und Weise über beinahe die gesamte Spielzeit zu halten. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn A LINE TO CROSS weitestgehend unbemerkt im Äther verpufft. Dafür sind die Songs schlichtweg zu stark. Chapeau!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Saviors Of Rock
02. A Line To Cross
03. No Way Home
04. Brother
05. The Story Isn’t Over
06. When Words Ain’t Enough
07. God With A Million Faces
08. Sweet Lady
09. Days Of Thunder
10. Behind The Wall
11. Can’t Find The Door
12. Silver Wind
13. Looking In The Sun

Marc Schipper (Gastredakteur)

FOO FIGHTERS – Concrete And Gold

Band: Foo Fighters
Album: Concrete And Gold
Spielzeit: 48:17 min
Stilrichtung: Alternative Rock, Rock
Plattenfirma: RCA
Veröffentlichung: 15.09.2017
Homepage: www.foofighters.com

Nicht wirklich neu, was uns Dave Grohl da präsentiert. „Concrete And Gold“ ist zwar ein gutes, aber leider nicht überragendes Werk der FOO FIGHTERS. Das mit wirklich fettem Sound unterlegte neunte Studioalbum klingt an vielen Stellen leider doch etwas zu belanglos. Gemildert wird diese Aussage durch die gezielt eingesetzte Gesellschaftskritik und durch einige wirklich gute Songs, aber insgesamt verschwindet die Platte im Rock/Pop-Mainstream. Vorbei sind die Zeiten des ehemaligen Nirvana Drummers, der mit Spielfreude, Witz, Ironie und vielen neuen Ideen aus dem Schatten des übermächtigen Kurt Cobain heraustritt. Man hat beim Hören von „Concrete And Gold“ immer das Gefühl, dass da noch mehr kommen müsste. Vieles klingt wie Songs vorheriger Scheiben, auch wenn sich einige frische Ideen in das neueste Werk des Quartetts um Dave Grohl verirrt haben. An Gastmusikern fehlt es der Scheibe definitiv nicht, von Paul McCartney bis Justin Timberlake sind einige Größen des Rock/Pop-Business vorhanden, die entweder die Backing Vocals oder Instrumente beisteuern. Aber von der lang ersehnten Garage Rock Scheibe ist „Concrete And Gold“ weit entfernt.
Der erste Song „T-Shirt“, der die Antrittsrede Donald Trumps als US-Präsident thematisiert, zeigt zwar – wie das ganze Album – seine soundtechnische Erstklassigkeit, kann mit seinem balladesken Anfang und Ende aber nicht wirklich überzeugen. Und so geht es mit den nächsten Songs weiter. Die Hommage an die 70er oder an Bands wie DIRE STRAITS („Dirty Water“) oder LED ZEPPELIN („La Dee Da“) ist nicht zu überhören, aber auch das ist nicht wirklich neu, sondern wurde schon von vielen anderen Bands vor den FOO FIGHTERS versucht (bei vielen davon allerdings mit deutlich weniger Erfolg oder Können).
Die nach dem zwar beschaulich startendem aber doch sehr rockigem „Run“ zweite Singleauskopplung ist „The Sky Is A Neighborhood“. Dieser Song ist absolut radiotauglich und zeigt Dave Grohls musikalisch gut umgesetzte Angst vor der Zukunft der Menschheit. Mit „La Dee Da“ kommen die FOO FIGHTERS Grohls Wurzeln trotz des ZEPPELIN Riffs am Nähesten. Mit punkartigen Einlagen und Hardcore-Geschrei im Refrain für mich einer der besten Songs der Platte. Wogegen der Titeltrack „Concrete And Gold“ eher sanft dahindümpelt und sehr in die Länge gezogen wirkt. 5:32 Minuten sind dann doch etwas zu lang.
„Happy Ever After“ erzeugt mit dezenten Chören und Streichern eine Beatles-Atmosphäre und ist eines der ruhigen Stücke auf „Concrete And Gold“. Trotzdem ist Grohls Aussage, er habe mit dieser Platte eine „Motörhead­Version von ‚Sgt. Pepper‘ “ erschaffen wollen, doch sehr sehr sehr weit hergeholt und lässt vermutlich viele Motörhead Fans aufschreien.

Ja, „Concrete And Gold“ ist auf Platz 1 der Billboard Charts gelandet, aber das bestätigt nur, wie sehr sich die FOO FIGHTERS von Ihren Ursprüngen, von Ihrem wildem Rock, von Ihrem Rotz entfernt haben. Das ist nach 25 Jahren natürlich erlaubt und man will von seiner Musik schließlich auch leben können. Und wer die FOO FIGHTERS bisher ignoriert hat, ist mit „Concrete And Gold“ definitiv nicht falsch beraten. Das Album entbehrt nicht eines gewissen Charmes, ist aber stellenweise einfach zu sanft und zu seicht geraten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. T-Shirt
02. Run
03. Make It Right
04. The Sky Is A Neighborhood
05. La Dee Da
06. Dirty Water
07. Arrows
08. Happy Ever After (Zero Hour)
09. Sunday Rain
10. The Line
11. Conrete And Gold

Tänski

THE WEIGHT – The Weight

Band: The Weight
Album: s/t
Spielzeit: 46:19 min
Stilrichtung: Psychedelic Rock
Plattenfirma: Heavy Rythm & Roll Records
Veröffentlichung: 17.11.2017
Homepage: theweightrock.com

Wer der Rock Garage fleißig folgt, hat schon vor ein paar Tagen das Interview mit THE WEIGHT gelesen. Allen anderen sei dies hiermit noch einmal wärmstens ans Herz gelegt. Ansonsten sehen wir uns heute an, was Tobias Jussel (Gesang, Orgel, Piano, Michael Boebel (Gitarre), Patrick Moosbrugger (Bass) und Andreas Vetter (Drums) mit ihrer selbstbetitelten Eigenproduktion gezaubert haben.
Ihren Musikstil bezeichnen die Jungs als Heavy Rythm & Roll, was es auch auf den Punkt trifft. Wer sich darunter nichts vorstellen kann: Psychedelic Rock mit dreckig harten und bluesigen Gitarrenriffs, hartem Bass, massiven Drums und on top noch eine kräftige Stimme.
All das bekommt man von der ersten bis zur letzten Sekunde. „Hard Way“ groovt einen schon einmal mit einem Drum-Intro ein und schraubt sich mit dem simplen und kraftvollen Gitarrenriff ins Gehirn. Bei „Trouble“ wird so langsam die Orgel ausgepackt, hier sei auch das preisgekrönte Video zu erwähnen, in dem THE WEIGHT ihren Vorbildern Attribut zollen. „Rich Man’s Pride“ tropft ganz herrlich vor rotzigem Blues, „A Good Thing“ ist ein ruhiger Prilblumen-Gute-Laune-Song und „Money Ain’t For Keeping“ zieht das Tempo wieder ein bisschen an. „Hammer, Cross & Nail“ dehnt sich auf über acht Minuten, in denen viel Zeit für diverse Spielereien in bluesiger Verpackung ist. „Jam“ ist eine THE DOORS-mäßige Nummer und mit „Get Some“ wird es etwas schmutziger und sehr unterhaltsam. Der letzte Song, „Plenty Of Nothing“ verbreitet eine tolle Wärme und ist gleichzeitig tanzbar und groovy.

Fazit: Was für ein Debut! Sicher bin ich beim Schreiben der Review noch etwas von der erstklassigen Live-Darbietung beeinflusst, aber man muss sagen, dass es das Album schafft einen in diese fröhlich-warme Sommer-Live-Stimmung zu versetzen. Gleichzeitig schafft es die Band mit jedem Song ein kleines Kunstwerk zu erstellen, welches bei aller Leichtigkeit immer etwas komplex ist und Interpretationsraum lässt. Für mich ein mehr als empfehlenswertes Album, vor allem für Fans der 70er á la THE DOORS, LED ZEPPELIN, URIAH HEEP, DEEP PURPLE, PINK FLOYD etc.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Hard Way
02. Trouble
03. Inside
04. Rich Man’s Pride
05. A Good Thing
06. Money Ain’t For Keeping
07. Hammer, Cross & Nail
08. Jam
09. Get Some
10. Plenty Of Nothing

Lotta

H.E.A.T. – Into The Great Unknown

Band: H.E.A.T
Album: Into The Great Unknown
Spielzeit: 44:42 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: earMUSIC
Veröffentlichung: 22.09.2017
Homepage: www.heatsweden.com

Dieses Jahr feiern H.E.A.T. ihr 10-jähriges Jubiläum und bringen gleich den Nachfolger zum 2014 erschienenen „Tearing Down The Walls“ heraus. „Into The Great Unknown“ heißt das gute Stück und wurde in Thailand mit Produzent Tobias Lindell aufgenommen. Während der Aufnahmen zog sich die Band bewusst zurück, um sich auf das Songschreiben konzentrieren zu können. Nachdem Eric Rivers die Band nach der letzten Tour verließ, kam zur großen Freude und Überraschung der ehemalige Gitarrist Dave Dalone, welcher jetzt unter dem Namen Sky Davis unterwegs ist, wieder zurück. Ansonsten bleibt das Line-up wie gewohnt Erik Grönwall (Gesang), Jona Tee (Keyboard), Jimmy Jay (Bass) und Crash (Schlagzeug).

Was die Sonne Thailands dem Quintett alles entlockt hat, kann man sich ab dem 22. September zu Gemüte führen. Vorab gab es schon die ersten drei Singles in Form des recht experimentellen „Redefined“, „Time On Our Side“ – keine Ballade, jedoch trotzdem emotional und mit elektronischen discoartigen Akzenten, sowie die Ballade „Eye Of The Storm“.
Mit „Bastards Of Society“, dem pop-rockigen Opener des Albums, kann man sich schon einmal eintanzen. Nach den ungewohnten Tönen von „Redefined“ begibt man sicher wieder in bekanntere Gefilde mit „Shit City“: rotziger, frecher, frischer Rock’n’Roll. „Best Of The Broken“ baut sich langsam auf. Es startet mit einer Country-artigen Melodie, dann setzt die groovige Strophe ein und dann wird richtig abgerockt. „Blind Leads The Blind“ ist wohl der härteste Song des Albums, während „We Rule“ mit einem Streicherintro beginnt und stellenweise fast klassisch anmutet. In „Do You Want It?“ wurde eine Geschichte verarbeitet, in der der Soundtechniker der Band an eine ganz besondere Dame in Thailand geriet. Als diese sich als Prostituierte entpuppte, wollte besagter Techniker Preisverhandlungen eröffnen, was sie wiederum mit einer Demonstration ihrer Kampfkünste ahndete. Zum Glück kam er nicht zu Schaden, so dass er die Anekdote der Band erzählen konnte – das Ergebnis lässt sich hören!
Schlusslicht bildet der Titelsong „Into The Great Unknown“. Eine epische Nummer mit Soundtrackqualität für den nächsten Abenteuer-Blockbuster. Es ist gleichzeitig der längste Song des Albums (7 min) und hat somit Platz für viel Melodien, Gitarrenspielereien und einen Bass-Part in der Mitte.

„Into The Great Unknown“ hat die Fans schon bei den ersten drei Singles gespalten. Keine Frage, dieses Album ist anders als alle anderen H.E.A.T.-Alben und lässt sich genretechnisch wegen seiner vielen verschiedenen Elemente nicht klar definieren. Ein mutiger und m.M.n. mehr als gelungener Sprung ins kalte Wasser, bei dem die fünf Schweden einmal mehr ihre Kreativität, ihr Können und ihr Talent unter Beweis stellen. Es zeugt von wahrer Rock’n’Roll Attitüde sich nicht von Erwartungen und Genregrenzen einschränken zu lassen!
Hier einen Anspieltip zu geben ist schwierig, denn jeder Song ist auf seine Art empfehlenswert. Wem die experimentelle Seite des Albums noch etwas suspekt ist, der hört sich am besten „Best Of The Broken“ und „Shit City“ an. Wer schon etwas mutiger ist, könnte sich an „Into The Great Unknown“ und „Do You Want it?“ erfreuen.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:
01. Bastards Of Society
02. Redefined
03. Shit City
04. Time On Our Side
05. Best Of The Broken
06. Eye Of The Storm
07. Blind Leads The Blind
08. We Rule
09. Do You Want It?
10. Into The Great Unknown

Lotta

 

TALENTSCHMIEDE: Sustained Fire

Band: Sustained Fire

Gegründet: 2012

Herkunft: Ruhrgebiet

Mitglieder:
Heiner Berger – Vocals
Katja Kivelitz – Vocals
Matthias Kemper – Drums
Fred Dragon – Gitarre
Holger Beckmann – Gitarre
Martin Balzer – Bass, Gesang

Stil: Hardrock

Veröffentlichungen: “Sustained Fire” (2013), “Bullet Proof” (EP 2014), “The Mainstreet Files” (2017)

Einflüsse:
Die Klassiker wie Sabbath und Led Zeppelin genauso wie Kiss und viele Bands der NWOBHM. Aber auch Moderne wie Tool oder Five Finger Death Punch.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Weiterhin viele schöne Gigs spielen, neue Songs Machen und wieder ins Studio gehen. Sehr schön wäre es auch mal, ein paar Shows außerhalb des Ruhrgebiets zu spielen (Wir baggern gerade an einer Auftrittsmöglichkeit in Hamburg) oder mal im benachbarten Ausland aufzutreten

Was als nächstes kommt:
Bis zum Oktober dieses Jahres stehen noch einige Gigs an. Dazwischen versuchen wir immer wieder, unser Programm zu aktualisieren – also Songwriting.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Sicherlich die Produktion von “The Mainstreet Files” aber auch die Dreharbeiten zu unseren Videos im vergangenen Jahr

Unser peinlichster Moment:
An dem arbeiten wir noch 😉

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Wir trinken keinen Alkohol in der Band, von daher wird es wohl eher Kaffee oder Tee sein oder ein Weizenbier ohne Alk… Aber die Getränke trinken wir mit jedem, der sympathisch und nett ist. Also ist die Frage nach dem warum geklärt. Das “Wer?” ist schon schwieriger, weil wir da einen oder zwei rauspicken müßten…

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Natürlich mit allen großen Acts, aber wenn wir uns für eine deutsche Band entscheiden müßten, wären vielleicht die Beatsteaks ganz cool.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Zusammen kreativ zu sein und für die Leute zu spielen und dabei zu sehen, daß man für gute Laune sorgt, ist einfach geil. Und wenn man das auch noch gemeinsam mit solchen Typen wie in unserer Band macht…

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Man verwendet viel Zeit darauf. Aber das ist eigentlich kein Punkt, der stört. Eigentlich gibt es keinen schlechten Aspekt daran, in einer Band zu spielen. Wenn es den gäbe, würden wir und all die anderen das bestimmt nicht machen – jedenfalls nicht freiwillig.

Online: 
Website
Facebook 

Musik:
YouTube „Legendary Love“
YouTube „Prisoners Of Ourselves“
„The Mainstreet Files“ CD Teaser

Live-Dates:
21.10.2017 Essen, Dat Links, Armstr. 16 – 18, Metal for Mercy e.V.

TALENTSCHMIEDE: Tyler Leads

Band: TYLER LEADS

Gegründet: 2016

Herkunft: Recklinghausen

Mitglieder:
Johnny Kovacs (Gesang)
Soyan Osman (Gesang, Gitarre)
Freddy Kovacs (Gitarre)
Julius Keller (Bass)
Christian Paternoga (Schlagzeug)

Stil: Heavy Rock

Veröffentlichungen: BURNING SMOKE (Demo), STAY UGLY (EP)

Einflüsse: AC/DC, Led Zeppelin, Deep Purple, Crobot, Monster Truck

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Mehr Konzerte spielen und vor allem auf Festivals abrocken, die wir geil finden und vom Muckemachen leben können.

Was als nächstes kommt:
Ein paar Konzerte und das Booking für 2018.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Der geilste Moment war, als Soyan damals im Backstagebreich vom Hellfest Michael Schøn Poulsen, dem Sänger von Volbeat, auf dem Fuß stand. Neenee, tatsächlich war das eher langweilig. Die Releaseshow war hammergeil. Und das MüDiWa in Neckargemünd, das Mitten im Nirgendwo in einem alten Elektrizitätswerk stattfindet. Wir sind dort hin ohne große Erwartungen. Und plötzlich war der Laden brechend voll und alle sind mitgegangen. Das war einer der geilsten Momente.

Unser peinlichster Moment:
Richtig peinlich ist uns fast nichts. Das Schamgefühl der Band geht schon gegen Null. Aber es ist schon ein scheiß Gefühl, wenn man auf einem Konzert nicht so abgeliefert hat, wie man gerne hätte. Wobei so etwas dann eher einfach Scheiße ist, aber nicht peinlich.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Monster Truck und Crobot. Die feiern wir schon extremst ab. Mit Lemmy hätten wir auch gerne ein Bier getrunken, wobei es mit ihm wohl eher Jackie Cola geworden wäre. Aber das geht ja leider nicht mehr.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Rolling Stones, weil die das größte Publikum haben 🙂

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
In einer Band sein ist eigentlich voll Scheiße. Da ist nichts toll dran. Geht lieber zur Schule und lernt was Ordentliches. Nee, Spaß. Man muss schon sagen, dass es nichts Besseres gibt als live zu spielen und zu sehen, wie die Leute auf die eigene Mucke abgehen.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Wenn man im Proberaum einfach über irgendwas quatschen möchte und einer zockt wieder einmal dazwischen. Und der eigene Kontostand natürlich.

Online:
Website
Facebook
Instagram

Musik:
Soundcloud
YouTube
Spotify
Deezer

Live-Dates:
11.08.17 Hilter am Teutoburger Wald, Hengelrock
08.09.17 Essen, Essen Original 2017 (Willy-Brandt-Platz)
13.10.17 Bergkamen, Yellowstone
22.10.17 Köln, MTC Cologne
01.06.18 Rage Against Racism Open Air

MIRRORPLAIN – Path Of Salvation

Band: Mirrorplain
Album: Path Of Salvation
Spielzeit: 50 min
Stilrichtung: Rock, Alternative
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 08.09.2017
Homepage: mirrorplain.de

Erst am Montag wurde MIRRORPLAIN bei unserer Talentschmiede vorgestellt, nun gibt es schon die Review zu ihrem Debutalbum „Path Of Salvation“. Die Band aus Finnentrop besteht aus Christian Döring, Jeremy Vollmert, Sascha Drendel, Kevin Ax, Nikolas Hoffmann und als Live Support Jan Ackerschott. Das Album besteht aus neun Songs mit einer Spielzeit von 50 Minuten und wurde von Hilton Theissen produziert.
Mit “Fortune” gelingt ein epischer Start bevor eine Orgelspur den bandbenannten Song „Mirrorplain“ einleitet und auch über den Rest des Songs begleitet. „Salvation“ ist eine weitere großspurige Nummer, zu der es auch schon ein super Video gibt. „Eternal Jack“ ist eine Ballade mit emotionaler Einlage, der Anfang von „Reparation“ erinnert etwas an „Behind Blue Eyes“ in der Version von LIMP BIZKIT. Mit „Unsought“ kommen wir in die etwas härteren Gefilde und „Angel Without Wings“ scheint eine gefühlvolle Powerballade mit Streichereffekten und Piano zu sein. Einen Bonustrack gibt es in Form von „Jerz Off“ ebenfalls.
Musikalisch handelt es sich hierbei um alternativen heavy Rock mit progressiven Zügen. Der Sound des Albums kann sich auf jeden Fall sehen lassen, genauso wie die einfallsreichen und variierenden Songideen. Dass wir es hier mit ein paar kreativen Köpfen zu tun haben sieht man auch an den schon bestehenden Videos zu „Salvation“ oder auch „Fortune“. Mir persönlich fehlt etwas die Eingängigkeit, wirklich festsetzen tun sich die Songs nämlich nicht und auch gesanglich ist aus der an sich sehr schönen rauen und gleichzeitig einfühlsamen Stimme noch mehr rauszuholen. Ein Song wie „Reparation“ lässt sich guten Gewissens als Anspieltipp empfehlen, genauso das härtere und ernste „Fortune“.
Insgesamt kein perfektes Album, aber auf jeden Fall eine junge Band mit Potential, die man sich merken sollte, wenn man auf alternativen Rock steht!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fortune
02. Mirrorplain
03. Salvation
04. Eternal Jack
05. Reparation
06. Unsought
07. Angel Without Wings
08. Tower Of Babel
09. Jerz Off (Bonus Track)

Lotta

THE ASTROPHONIX – X

Band: The Astrophonix
Album: X
Spielzeit: 41:38 min.
Plattenfirma: Sunny Bastards
Veröffentlichung: 10.02.2017
Homepage: www.theastrophonix.com

Das 2003 von Sänger und Gitarrist Simone di Maggio gegründete Trio aus dem schönen Florenz legt mit X sein bereits viertes Studiowerk vor. Der ansprechende Mix aus zeitgemäßem Indie-Rock , 50er-Jahre Rock'n'Roll/Rockabilly, angereichert mit Surf-/Punk Rock-Elementen, verbreitet launige Vibes und lässt zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen.

Das Album klingt, als wäre in einem Genlabor das Erbmaterial von Therapy?, den Stray Cats und  Dick Dale kombiniert worden … also schlichtweg großartig! Der famose Stampfer "Are You Alive" groovt einem den Arsch ab und punktet zudem mit punkiger Attitüde und fettem Riffing. Nummern wie "Fighter", "Sons Of Universe" oder "Rage" hingegen tönen, als würde der legendäre Brian Setzer hier höchstselbst seine Gretsch bearbeiten. Das geht in die Beine und lässt das Stimmungsbarometer in den roten Bereich aufsteigen. Handwerklich ist das ebenfalls allerhöchstes Niveau, chapeau! "DB: Negative" sowie "I See Your Face" rocken straight drauflos und laden zum abhotten und Kopfschütteln ein, bis einer heult.

X macht schlicht und ergreifend tierisch Laune und dürfte Genre-Afficiandos daher ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubern. Daher nicht über Los gehen, keine 500 € einstreichen, sondern schnurstracks in die ungewaschene Röhrenjeans gezwängt, die Frise mit Pomade in windschnittige Form gebracht, Lederjacke an und ab auf die Tanzfläche. Wer hier ruhig sitzen bleibt, sollte schleunigst seine Vitalwerte checken lassen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01 Invasion
02 Are You Alive
03 Fighter
04 DB: Negative
05 Rage
06 Moonlight Perfume
07 Sons Of Universe
08 The Prison Wihout Walls
09 I See Your Face
10 Per Aspera Ad Astra
11 The Other Side Of Madness

Marc Schipper (Gastredakteur)

IMPERIAL STATE ELECTRIC – All Through The Night

Band: Imperial State Electric
Album: All Through The Night
Spielzeit: 32:04 min.
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: Psychout Records
Veröffentlichung: 23.09.2016
Homepage: www.imperialstateelectric.se 

Gerade mal ein Jahr nach dem letzten Album „Honk Machine“ kommen die schwedischen Rocker IMPERIAL STATE ELECTRIC schon wieder mit neuem Material ums Eck. So schnell, dass wir den Release von „All Through The Night“ voll verpennt haben. Vielleicht ging es Euch ja auch so, deshalb reichen wir die Rezension für das immer noch brandaktuelle, fünfte Werk der Herrschaften um Chefdenker Nicke Andersson nach. Abermals auf eine gute halbe Stunde kommen die zehn neuen Tracks insgesamt. Das bisherige Rezept wird also fortgesetzt – nur ein paar Sekunden länger war der Vorgänger. Dafür haben IMPERIAL STATE ELECTRIC aber nicht einmal die Hälfte der Zeit gebraucht wie zwischen den beiden letzten Releases. Andersson´s Erklärung ist ganz simpel: „Wir spielen Rock´n Roll. Wenn es vier Jahre dauert, um eine neue Platte zu machen, dann hast Du definitiv zu viel analysiert und rumprobiert. Das Gefühl muss passen und für mich hat es das“. 

Das Gefühl des Hörers wird schon nach ein paar Sekunden auf eine harte Probe gestellt. Denn der Opener „Empire Of Fire“ tönt richtig stark aus den Boxen. Allerdings machen IMPERIAL STATE ELECTRIC hier absolut keinen Hehl daraus, wie sehr sie die KISS der Siebziger lieben. Böse Zungen könnten auch behaupten, die Jungs klauen jede einzelne Note bei Gene Simmons und Co. Aber „Empire Of Fire“ ist eine dermaßen coole Nummer, dass man dem Quartett zu keiner Sekunde böse sein kann. Danach feuern IMPERIAL STATE ELECTRIC das gewohnte Feuerwerk zwischen den BEATLES und eben KISS ab. Egal, ob der lockere Titeltrack, das wütend stampfende „Remove Your Doubt“ oder ein Country-Song wie „Break It Down“. Der harte Rock´n Roller „Get Off The Boo Hoo Train“ ist ebenso hörenswert wie das an THIN LIZZY angelehnte „Bad Timing“ oder der ruhige Rausschmeißer „No Sleeping“. 

Wer IMPERIAL STATE ELECTRIC bisher gut fand, wird „All Through The Night“ lieben. Die Platte knüpft praktisch nahtlos an das letzte Album „Honk Machine“ an und kann dessen Klasse durchaus wiederholen. Nicht nur wegen der kurzen Spielzeit eine äußerst kurzweilige Veranstaltung. 

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

1.    Empire Of Fire
2.    All Through The Night
3.    Remove Your Doubt
4.    Break It Down
5.    Over And Over Again
6.    Bad Timing
7.    Read Me Wrong
8.    Get Off The Boo Hoo Train
9.    Would You Lie
10.    No Sleeping

Stefan

SPITEFUEL – Sleeping with Wolves

Band: Spitefuel
Album: Sleeping With Wolves
Spielzeit: 13:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal / Hardrock
Plattenfirma: MDD
Veröffentlichung: 2.12.2016
Homepage: www.spitefuel.bandcamp.com

SPITEFUEL sind die Nachfolgeband der Heilbronner Truppe Strangelet und setzten mit Ihrer EP "Sleeping With Wolves" ein erstes Ausrufezeichen, was für das im Frühjahr 2017 erscheinende Debütalbum "Second To None" weitere Großtaten erwarten lässt.

Der Titelsong "Sleeping With Wolves" ist ein melodischer Hardrocker der allerersten Güteklasse und macht einfach Lust auf mehr. Das folgende "Never Surrender" ist ein Groove Monster und war das erste Lebenszeichen von SPITEFUEL und wurde für die EP nochmals Neu aufgenommen.

Der dritte und letzte Track der EP ist eine Orchestrale Instrumental Version des Titelsongs, die eine fast Filmmusikartige Stimmung erzeugt. Davon eine lange Version mit Gesang und Nightwish und Konsorten können einpacken.
Gänsehaut pur!


WERTUNG:

 


Tracklist

01. Sleeping With Wolves
02. Never Surrender
03. Sleeping With Wolves (Orchestral Version)


Heiko Füchsel