BACKWOOD SPIRIT – Fresch From The Can

Band: Backwood Spirit
Album: Fresh From The Can
Spielzeit: 56:36 min
Stilrichtung: Blues Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 23.04.2021
Homepage: www.facebook.com/backwoodspirit

 

Bei den ersten Tönen wird klar hier regiert Classic Blues Rock, und als die Vocals einsetzten war mir ohne Promoflyer klar das kann nur Göran Edman am Mikro sein, und genau so ist es auch. BS wurde 2014 von Gitarrist und Songschreiber Kent Engström gegründet, als genügend Songs verfasst waren, war die Zeit reif diese Songs auf Band ein zu spielen. Also tat sich Engström mit Drummer Joje Lindskoog zusammen, und schnappten sich Edman, Niclas Boson am Bass, Tobias Aslund an den Keys der später durch Peter Emilson ersetzt wurde.

2017 wurde das Debüt eingespielt, vier Jahre später folgt nun das zweite Album, zu hören gibt es klassischen Blues Rock der leicht in den Hard Rock tendiert. Der Sound kann mit BLACK PAISLEY, BIGFOOT, DEAD DAISIES und ZEPPELIN Vibes verglichen werden, alles stimmig und gut bis sehr gut hörbar. Über die Stimme von Edman braucht man normal nichts schreiben, der Mann steht für Qualität, die restlichen Mitgleider können auch mit ihren Instrumenten umgehen, das Songwriting geht in Ordnung, der Sound kommt sehr Retro aus den Boxen, passt aber sehr gut zu der Art des Rocks.

Den Anfang macht “Catch Your Fire” ein flotter Bluser würde sich bestens auf einem Mississippi Dampfer oder in einem Saloon machen, “Rainbow (Fool Circle) kommt in bester Bluestradition aus den Boxen. “Celebration” ein sehr schwermütiger Song Durchschnitt, “Sweet In The Evening (Lullaby)” eine tottraurige Ballade. “Witchwood” hört sich an als wenn die Bewohner aus den Sümpfen der Südstaaten ein BBQ abhalten würden, “Leavin’” lässt mich an HENDRIX denken. “On Through The Night” ein langsames Highlight, “Something About You” geht wieder besser ab, “Mayflower” kommt wieder schwermütig aus den Lautsprechern.

Fazit:

Leute nicht falsch verstehen das Ding ist nicht schlecht aber auch kein Überflieger und ich befürchte das der Stoff in der Flut Sauguter Veröffentlichung untergeht und übersehen wird. Ich vergebe eine Bewertung von 7,5 Sternen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Catch Your Fire
02. Rainbow (Fool Circle)
03. Celebration
04. Sweet In The Evening (Lullaby)
05. Witchwood
06. Leavin‘
07. On Through The Night
08. Something About You
09. Mayflower

Balle

THE QUILL – Earthrise

Band: The Quill
Album: Earthrise
Spielzeit: 47:27 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Metalville Band & Label Pool
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.facebook.com/thequillsweden

Es ist einer der großen Vorteile des Motorradfahrens durch schöne Landschaften, dass es ein absolut vernachlässigbares Infektionsrisiko mit sich bringt. THE QUILL liefern dafür erfreulicherweise den perfekten Soundtrack, mit ihrem nunmehr neunten Album “Earthrise”. Die Schweden sind bereits seit den 90ern aktiv und machen klassischen Hard Rock der handgemachten Sorte, mit allem drum und dran. Das bedeutet konsequenterweise auch eine entsprechende Produktion, die bei “Earthrise” schön erdig und natürlich ausfällt, dabei klar und druckvoll. Dazu gehört außerdem ein astrein agierender Sänger namens Magnus Ekwall, dessen Stimme wunderbar zum Genre passt und die bluesig-doomigeren SABBATH-Parts ebenso bereichert wie die schnelleren und straighteren Songs.
“Earthrise” ist eines dieser Alben, die man auf der einen Seite perfekt nebenher hören kann, bestens geeignete Autofahr- oder Campingplatz-Mucke, in seiner Gesamtheit jedoch auch vielseitig genug, um einem konzentrierteren Hörprozess standzuhalten. Davon überzeugt direkt der Opener “Hallucinate”, der alle Trademarks eines gelungenen Hard-Rock-Openers beinhaltet, inklusive Schellenkranz, sympathischerweise. “Keep On Moving” keept on moving mit etwas angezogenerem Tempo und simpel-effizienter Riffarbeit und der Über-sieben-Minüter “Dwarf Planet” bietet einen schönen balladigen Anfangspart, den einige solcher Bands leider öfter mal vernachlässigen, und wird anschließend dunkler und recht dicht.
Apropos Balladen: Am ehesten ginge noch “Dead River” als eine solche durch, beendet das Album ziemlich entspannt und soweit drumfrei, ebenso der Anfang von “Evil Omen”, das anschließend auf edle kratzig-trockene Gitarren setzt, einen Prototyp-Strophenaufbau zum besten gibt und allgemein ziemlich harmonieorientiert ausfällt. Der Titeltrack kommt mit MAIDENiger Strophe (inklusive Glocke am Anfang, macht jeden Song besser) und SABBATH-Spirit und “21th Century Sky” ist auf der Drumebene ziemlich zappelig und macht ebenso Spaß wie das treibende “The Zone”.
Hard-Rock-Alben dieser Sorte können sehr schnell langweilig werden, einfach weil gerade in dieser klassischen Form die einzelnen Bestandteile und Melodien doch limitiert sind. Dass Langeweile bei “Earthrise” nicht eintritt, liegt zuerst einmal daran, dass die Truppe offensichtlich Hard Rock isst, trinkt und darin badet und schläft. THE QUILL wissen, wie man ihr Genre professionell umsetzt, gewähren jedoch auch die kleinen Besonderheiten, die das damit bereits sehr anständige Album einfach noch ein wenig aufpeppen. Die ruhigen Parts sind sinnvoll, stimmig und willkommene Abwechslungen, kleine Keyboard-Akzente in wenigen der Tracks gießen ein bisschen wohldosierten Zuckerguss über das (im positiven) trockene Grundgerüst, einige Blues- und Stoner-Elemente erweitern die Grenzen des Genres und kleine Cowbell- oder Schellenkranz-Elemente reichern den Sound hintergründig an.

Fazit:
Bei der Menge an Erfahrung, die THE QUILL mitbringen, kann man von einem professionellen Ergebnis ausgehen. Und “Earthrise” ist nicht nur das, es ist im Rahme der selbstgesteckten Grenzen auch subtil vielseitig, vermittelt die gewollte Atmosphäre und weckt hundertprozentig die Sehnsucht nach Festivals aufs Neue.

Anspieltipps:
„Dwarf Planet“, „Hallucinate“ und „Evil Omen“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hallucinate
02. Keep On Moving
03. Dwarf Planet
04. Left Brain Blues
05. Earthrise
06. Evil Omen
07. 21th Century Sky
08. The Zone
09. Dead River

Jannis

MOTHER ROAD – II

Band: Mother Road
Album: II
Spielzeit: 44:23 min
Stilrichtung: Bluesy Hard Rock
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 19.02.2021
Homepage: www.facebook.com/themotherroad

 

Mother Road wurden 2013 gegründet und veröffentlichen im Februar ihr zweites Album, dass erste hatte ich bis jetzt noch nicht auf dem Radar aber dies ändert sich. MR benannten sich nach der legendären US Straße der Route 66, und so legandär diese Route ist so hört sich das gebotene Material an, Bluesy Hard Rock eingängig, melodiös, hart, bluesy wie aus dem tiefsten Süden der Staaten mit starken Vocals. Mit an Board sind am Mikro Keith Slack (STEELHOUSE LANE, MSG), Chris Lyne (SOUL DOCTOR) an der Gitarre, Barry Sparks (DOKKEN, MSG, TED NUGENT) und Zacky Tsoulas (SOUL DOCTOR) am Schlagzeug.

Wie oben schon geschrieben wird Bluesy Hard Rock von der Leine gelassen der laut Label irgendwo zwischen FREE, BAD COMPANY, HUMBLE PIE und JOE BONAMASSA liegt. Ich würde noch WHITESNAKE, sehr bluesige BURNING RAIN und eine kleine Prise THUNDER dazu nennen, Keith Slack hört sich hier an wie eine Mischung aus Ron Keel, Steve Newman, David Reece und Keith St. John was sehr gut mit dem Gesamtsound harmoniert. Die Songs hören sich durch die Blusenote sehr schwermütig und schleppend an aber dabei sehr eingängig und melodiös. Wie in etwa die Vergleiche, können nebenbei noch voll und ganz überzeugen und zaubern ein Dauergrinsen ins Gesicht.

Das erste Ausrufezeichen setzt “Fools Gold” schnell, stark, eingängig und intensiv wie eine Dampflok die mit Volldampf durch den Wilden Westen heizt, ein Testosteron Monster. “Sticks And Stones” geht es langsamer an aber keinen Deut schlechter als der Vorgänger, “Spread It All Around” ein Sumpfblueser der Spietzenklasse. “Matter Of Time” genial wie die Gitarre mit den Riffs aus den Boxen faucht, “Without You” ein schwermütiger langsamer Song man spürt regelrecht den Herzschmerz. “Side To Side” nimmt wieder unter Volldampf fahrt auf und faucht Riff um Riff aus den Boxen, “Cold Heat” kommt zu funky rüber, nicht wirklich mein Fall. “Ain’t Got The Blues” beste langsame Blues kost, “The One You Keep” geht wieder voll ab stark. “Southland” setzt die Schlussnote ein gute Laune Blueser.

Fazit:

Ein starkes Langeisen, mit nur einem Durchhänger welches MR eingezimmert haben, gehört mit Sicherheit zu den besseren Blusescheiben, mit einem Sänger der eine dreckige Note nach der Anderen aus den Stimmbändern lässt. Ich vergebe eine 9 für diesen fauchenden Rundling.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fools Gold
02. Sticks And Stones
03. Spread It All Around
04. Matter Of Time
05. Without You
06. Side To Side
07. Cold Heat
08. Ain’t Got The Blues
09. The One You Keep
10. Southland

Helmut

ALLIGATOR STEW – A First Taste Of Alligator Stew

Band: Alligator Stew
Album: A First Taste Of Alligator Stew
Spielzeit: 49:22 min
Stilrichtung: Bluesy Southern Rock
Plattenfirma: Hogleg Records / Halycon Music
Veröffentlichung: 2000 / 2001
Homepage: www.facebook.com/gary.jeffries.12

 

Zu ALLIGATOR STEW gehörten Ausnahmesänger Gary Jeffries (ASPHALT BALLET, THE REGULATORS, GROUCHY ROOSTER, THE SOUTHERN THUNDER PROJEKT, STITCHPIG REVIVAL und Solo) am Mikro, Gitarren und Harmonica. John Andrews (GROUCHY ROOSTER, GARY JEFFRIES) an der Gitarre. Doug Richardson (GROUCHY ROOSTER, GARY JEFFRIES) am Bass, T.C. Markle am Schlagzeug und Dan Beirne (THE SKIP CASTRO BAND, RYAN BURNS & THE VOCAL GHOSTS, KINGDOM OF MUSTANG) am Piano.

AC veröffentlichten im Jahr 2000 über Hogleg Records für den US Markt und 2001 über Halycon Music für Europa, ihr leider einziges Studioalbum. 2003 folgte dann noch das Live Album “Welcome To Monticello … Live” danach war dann Schluß. Auf der Europaversion sind zwei Bonustracks enthalten. Schade da die Band ein Saugeiles Album am Start hatte. Leider blieb es bei dem ersten Geschmack von AC, einige der Musiker machten dann bei GROUCHY ROOSTER und den ersten beiden Solo Alben von Gary Jeffries mit die in die selbe Richtung gehen, groovig angebluester Southern Rock, der von keiner Band besser gemacht werden kann. Mit GJ hatten AC einen Ausnahmesänger an Board, wie ich schon in meinem Review zum Debüt von STITCHPIG REVIVAL schrieb, den Dreck in der Stimme hat und als Kind in den Sumpf gefallen sein muss, als Erwachsener wieder rausgekommen ist und mit dieser Stimme einige erstklassige Alben veredelte. Vergleichen kann man AC nur mit GJ Solo und STITCHPIG REVIVAL ansonsten sind AC unvergleichlich, nebenbei eingängig und Schweinegeil dabei.

Den Anfang macht “Luisiana Man” groovt wei Sau, ein Song aus dem Bayou, dann kommt “Shiner” ein starker schleppender Hit mit kräftiger Blues Note. “Doesn’t Really Matter” ein flotter Feger, gefolgt vom tottraurigen Melodiemonster “Blood Money” eine Rock Hymne für die Ewigkeit und die Stimme von GJ, Gänsehaut verbreitend aber Geil. “Four Winds” ein umarrangierter Rocker der vom ASPHALT BALLET Debüt stammt und auch auf den GJ Soloalben zu finden ist. “One Time Too Long” der richtige Song für einen Western der auf einem Mississippi Dampfer spielt, geil und groovy, “Two Wheels” kräftig, intensiv stark. Es folgt die zweite Hymne für den Rock “Rose Thorn Bed” eingängig, melodiös, ein Traum, einfach nur großes Kino. “Voodoo Spell” wieder ein kräftiger Bayou Rocker, “California Cowboy” wieder bestes Werstern Soundtrack Futter. “You Gotta Give By” ein kräftiger Blueser, “Mad Dog Saloon” eine weiter Hymne. “Blood Money” in der Akustikversion, noch trauriger wie die gestromte Version, aber Geil setzt die Schlußnote.

Fazit: Nun kommt das schwierigste an diesem Album, das Fazit, mir gehen die Superlativen aus, ich muss dazu gestehen das ich ein großer Fan der Stimme von GJ bin, schlechte Kost hat der Ausnahmekünstler noch nie abgeliefert. Vielmehr ist GJ ein Aushängeschild für stark in Szene gesetzte Rockmusik. In Bands oder Projekten an denen er beteiligt war/ist stehen für Qualität, genauso auch Solo. Für diesen Südstaaten Blueser kann es nur eine 10 geben. Ein Album mit NUR Highlights und Hymnen kann nur die 10 bekommen. Ich träume von einem weitern Hitalbum von AS. So nun genug gesabelt und das Dingens gelobt, nochmal gehört und an eine Zeit erinnert werden in der uns Corona noch nicht eingeschränkt hat und die Veranstaltungsbranche zum nichts tun verdammt hat und der FC B noch keine Obergurkenhanshimbeerkaschperl Trupper war.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Louisiana Man
02. Shiner
03. Doesn’t Really Matter
04. Blood Money
05. Four Winds
06. One Time Too Long
07. Two Wheels
08. Rose Thorn Bed
09. Voodoo Spell
10.California Cowboy
11. You Gotta Give By
12. Mad Dog Saloon
13. Blood Money (Akustik Version)

Helmut

TALENTSCHMIEDE: Mulberry Sky

Band:
Mulberry Sky

Gegründet:
Februar 2019

Herkunft:
Bruckmühl, Oberbayern

Mitglieder:
Dom Raygun (Gitarre), Lucky Lerchl (Bass), Simon Petrosa (Drums), Catherine van Bruce (Vocals)

Stil:
Blues-getränkter Rock

Veröffentlichungen:
Knock, Knock! (EP, April 2020); Golden Suit Problems (Single, Oktober 2020)

Einflüsse:
Das ist tatsächlich total schwer zu sagen. Da kommt vieles zusammen, da wir vier auch ganz unterschiedliche Musik hören – und das auch noch ganz breit gefächert. Das fängt irgendwo bei den Rolling Stones an, wandert über Led Zeppelin, Jimi Hendrix, Michael Jackson und Queen bis hin zu John Mayer, Stone Sour, In Flames oder Linkin Park (nur ein Auszug). Wir versuchen alle, unsere eigenen Einflüsse möglichst so zu filtern, dass wir sie später vereinen können – möglichst ohne, dass es sich zusammengewürfelt anhört oder unnatürlich wirkt.

Natürlich ist da viel Rock dabei, aber nicht unbedingt nur Blues Rock sondern durchaus auch modernere Produktionen. Unsere Musik entsteht sehr intuitiv, wir nennen das gern unsere „Magic Moments“ – und da sind wir erstmal offen für alles (oder vieles).

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Den Soundtrack für einen Tarantino liefern! (Man wird ja noch träumen dürfen…)

Klar ist, dass wir sehr ehrgeizig sind und in unserer Musik voll aufgehen. Für 2020 war das Ziel, mindestens zehn Konzerte zu spielen. Für eine komplett neue und unbekannte Band gar nicht so ohne! Im März hatten wir schon sieben feste Zusagen – alles wirklich tolle Gigs, auf die wir uns sehr gefreut haben. Leider hat uns dieses Corona dann ein Schnippchen geschlagen. Das hat aber auch zur Folge, dass wir nur „noch mehr“ auf die Bühne wollen. Ziel ist also auf jeden Fall, so oft wie möglich live zu spielen und uns eine Fanbase aufzubauen.

Wir produzieren unsere Musik selbst, haben unsere EP „Knock, Knock!“ komplett in Eigenregie aufgenommen, gemixt, gemastert und auch das Artwork selbst gestaltet. Fünf Songs haben es auf die CD „geschafft“ – aber es gibt noch so viele mehr! Daher werden wir uns nun auch an die Produktion eines Albums machen. Dafür haben wir zwar schon einige Songs fertig, wollen aber nochmal Feder und Papier zücken, um noch ein paar weitere „Magic Moments“ einzufangen.

Für die nächsten fünf Jahre wollen wir weiter auf uns aufmerksam machen, noch tiefer in den Ozean des Musikbusiness eintauchen und so viele Erfahrungen – live als auch im Studio – wie möglich sammeln. Wenn Fortuna dann noch ein bisschen mitspielt, wer weiß, was sich dann ergibt…

Was als nächstes kommt:
Gerade haben wir unsere neue Single „Golden Suit Problems“ veröffentlicht und arbeiten an einer weiteren Single, die voraussichtlich im Januar erscheinen wird. Man darf gespannt sein! Ab sofort schreiben wir auch neue Songs für unser Album, für dessen Produktion wir uns dann im Jahr 2021 Zeit nehmen wollen. Was dann als nächstes kommt? Who knows.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Erstmal ist jeder Release – egal ob EP oder Single – etwas ganz Besonderes und wahnsinnig aufregend. Wir haben so tolles Feedback für unsere Musik bekommen und wissen oft gar nicht, wohin mit unseren Emotionen. Eine ganz tolle Erfahrung: Trotz Corona durften wir im Backstage Werk in München ein „Abstandskonzert“ spielen. Unser dritter Gig ever, im Backstage München. Wir sind immer noch ganz schön geflasht und hoffen, dort bald nochmal spielen zu können. Aftermovie: https://youtu.be/-irCBJvk4n4

Unser peinlichster Moment:
Eigentlich ist uns so gut wie nichts peinlich. Wir sind vier Menschen, die sich alle nicht so ganz ernst nehmen – das macht das gemeinsame Werkeln an Songs sehr angenehm und ist auch immer wieder witzig. Mal sehen, ob uns mal etwas richtig Peinliches passiert, wenn wir mehr live spielen. Da kann einfach am meisten schief gehen! Sängerin Catherine hatte bei unserem Gig im Backstage in München einen schwarzen Rock mit Schleppe an und hätte beinahe einen Bauchplatscher gemacht, als sie sich selbst mit ihren Schuhen darin verfangen hatte. Hat aber keiner gemerkt. Das wäre dann wohl etwas peinlich – bzw. schwer zu vertuschen – gewesen.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Wir trinken tatsächlich total gern Bierchen. Am liebsten mit uns und unseren Liebsten, also Family & Friends. Bestimmt wären aber auch ein, zwei Bier mit den Rolling Stones mal ganz witzig.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Ganz egal! Hauptsache live spielen!

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Der Spaß, die gute Laune, das Vergessen der Welt um uns herum. Da gibt’s erstmal nur uns und die Musik, wenn wir proben – und das ist wunderbar!

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Wenn man zu wenig Zeit für die Band hat. Immerhin haben wir alle einen „richtigen“ Job, eine Familie, Freunde. Da muss man viel organisieren, damit man sich gleichzeitig Zeit für Proben und Songwriting nehmen kann. Zum Glück stehen unsere Familien, Partner/innen und Freunde/innen da komplett und geschlossen hinter uns und halten uns den Rücken frei.

Online:

www.mulberry-sky.com
www.facebook.com/mulberryskyband
www.instagram.com/mulberryskyofficial

 

Musik:

Spotify: www.open.spotify.com/artist/1TB6zbRi5QGU9cN6qi9MID?si=W7TgT_rbRPC2WaANNyVYrg

Youtube: www.youtube.com/channel/UC0Wxw6ZIUO_-B5vlvFB6A8Q

Live-Dates: www.mulberry-sky.com/termine

THUNDERMOTHER – Heat Wave

Band: Thundermother
Album: Heat Wave
Spielzeit: 49:19 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 31.07.2020
Homepage: www.thundermother.com, www.facebook.com/thundermother

Wie man anhand meiner bisherigen Reviews vermutlich schon bemerkt hat, Hardrock ist eher nicht so mein Ding. Mich drängt es dann doch – wie mein Chefredakteur so schön sagt – zum Ochsengekloppe. Aber selbst ich und mein doch sehr eingeschränkter Musikgeschmack kommen an THUNDERMOTHER einfach nicht vorbei.
Letztes Jahr bin ich zum ersten Mal auf die High-Voltage Girls aufmerksam geworden, als ich das Glück hatte die schwedischen Überflieger auf dem Reload Festival zu sehen. Und ich muss sagen, die Girls haben so viel Spaß und gute Laune verbreitet, das müssen gestandene Bands der Combo erstmal nachmachen. Mein lauter Ausruf „Das sind ja fünf DOROs *hierherzcheneinsetzen*“ wurde natürlich gleich mit „Das sind aber nur vier“ korrigiert. Aber was solls? THUNDERMOTHER rocken auch mit nur vier Mädels wie fünf DOROs, ich war sofort verliebt (inkl. Bandshirt-Kauf und wochenlanger Schwärmerei).

Und mit ihrem vierten Album (dem zweiten nach der kompletten Neugründung) legen THUNDERMOTHER auch noch eine Schippe drauf und hauen „Heat Wave“ passend zur beginnenden Hitzewelle raus. Das so etwas nach der beinahe Auflösung im Jahr 2017 überhaupt möglich war, damit hat vermutlich keiner gerechnet. Vermutlich noch nicht einmal Gründerin, Treiberin und Gitarren-Göttin Filippa Nässil (die sich biertrinkend und dabei Gitarre spielend durch die Menge tragen lässt).
Doch mit dem neuen Line-up ist ihr ein echter Glücksgriff gelungen. Die bluesgetränkte Stimme von Fronterin Guernica Mancini verleiht den Songs einen einmaligen und frischen Touch. Komplettiert werden THUNDERMOTHER von Majsan Lindberg am Bass und Drummerin Emlee Johansson, die Vier haben zusammen ihre Rocklinie und ihre Balance gefunden.
Erstmals seit der Bandgründung haben alle Bandmitglieder am Album mitgewirkt und mit viel Liebe zum Detail die Lyrics und Songs arrangiert. Unterstützt wurden sie dabei von Soren Andersen, dem Hitlieferanten und erfahrenen Producer aus Dänemark (u.a. GLENN HUGHES, DAVE MUSTAINE). Das perfekte Zusammenspiel zwischen den Schwedinnen und ihrem Producer wird in jeder Faser von „Heat Wave“ hörbar. Das Album ist ein frischer Mix aus AC/DC, MOTÖRHEAD, Blues und Rock. Die Mädels wollen nicht weniger als die Welt erobern „… unser Ziel ist kein geringeres als: Rock’n’Roll World Domination!“ und mit „Heat Wave“ sind sie auf sehr gutem Weg dahin. Schon der Opener „Live and Loud“ und das lässige und bereits vorab als Videoauskopplung veröffentlichte „Dog from Hell“ zeigen die Spiel- und Sangesfreude des Quartetts. Das sollte sogar den zuletzt ziemlich einfallslosen AIRBOURNE, der einstige Rock’n’Roll-Hoffnung, zu denken geben.
Und mit den beiden genannten Songs haben THUNDERMOTHER ihr Pulver noch lange nicht verschossen. Das Titelgebende „Heat Wave“, das ebenfalls vorab veröffentliche „Driving in Style“ mit seinem leichten Ska Punk Einschlag oder Filippa Nässils Lieblingssong „Free Ourselves“, welcher neben seinem energiegeladenen Sound auch mit einer politischen Botschaft aufwarten kann, sind nur ein paar prägnante Beispiele auf dem tatsächlich erst vierten Album der Band. Und auch die leisen Töne liegen den Mädels. Selbst die leicht ins Kitschige abtrudelnde Power-Ballade „Sleep“ und das ruhige JOAN JETTige „Purple Sky“ heben sich vom Rock’n’Roll Einheitsbrei vieler satter Bands ab. Die 13 Tracks auf „Heat Wave“ haben allesamt Ohrwurmpotenzial.

Fazit: THUNDERMOTHER kommen mit einer fast 50-minütigen Hitzewelle aus durchweg starken Songs über uns und wirkliche Ausreißer nach unten hat das Album nicht. Es gibt immer irgendwo Verbesserungspotenzial oder ein Stellschräubchen, an dem gedreht werden kann, aber was die ständig unter Strom stehenden Schwedinnen hier raushauen, ist so frisch und energiegeladen, kleinere Ausschläge nach unten werden hier einfach weggerockt. Für Rock’n’Roller, Bluesrock-Liebhaber und alle, die mit spritziger Musik etwas anfangen können, ein absolutes Muss und definitiv eines der Highlights in diesem Jahr!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Loud And Alive
02. Dog From Hell
03. Back In ‘76
04. Into The Mud
05. Heat Wave
06. Sleep
07. Driving In Style
08. Free Ourselves
09. Mexico
10. Purple Sky
11. Ghosts
12. Somebody Love Me
13. Bad Habits

Tänski

„Driving in Style“ von den schwedischen High-Voltage Girls:

 

 

ELECTRIC MOB – Discharge

Band: Electric Mob
Album: Discharge
Spielzeit: 47:55 min
Stilrichtung: Bluesy Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 12.06.2020
Homepage: www.electricmob.com.br/

Das neueste signing von Frontiers hört auf den Namen ELECTRIC MOB und kommt aus Brasilien, und ja bluesiger Hard Rock so wie in EM hier abfeuern kann auch aus Südamerika kommen. EM besteht aus Renan Zonta (v.), Ben Hur Auwarter (g.), Yuri Elero (b.) und Andrè Leister (d.). Zonta ist kein unbeschriebenes Blatt, durch seine teilnahme bei The Voice Brasil, mehr als 3 Millionen Aufrufen seiner YouTube Videos und die Beteiligung bei dem neuem Album von MAGNUS KARLSSON’S FREE FALL sprechen für die Qualität Zontas.

Los geht es mit einem Intro “Awaken” gefolgt vom Südstaaten Bluesrock Song “Devil You Know” der klingt als wenn eine Band aus den Sümpfen Lousianas eine Jamsession abhalten würden, das Ding groovt wie Sau. “King’s Ale” ist ein flotter Song mit interessantem Refrain. “Got Me Runnin’” erinnert an die frühen WHITESNAKE ist eingängig mit starker Melodieführung. “Far Off” ein schneller Hard Rock Song, “Your Ghost” ist eine bluesige Ballade die man sich nicht entgehen lassen sollte. “Gypsy Touch” klingt wie eine Mischung aus WHITESNAKE und RED HOT CHILI PEPPERS auf Blues herrlich schräg aber geil gemacht. “1 2 3 Burn” kommt schleppend rüber nicht übel aber auch nichts besonderes. “Upside Down” gibt wieder Vollgas leider mit 2:38 Minuten zu kurz geraten, der Song rockt gewaltig. “Higher Than Your Heels” in den Strophen eher belanglos aber der Refrain hat es in sich. “Brand New Rope” ein kräftiger Hard Rock Song nicht schlecht, “We Are Wrong” ist wieder ein echtes Highlight bester Hard Rock hätte besser in die Mitte gepasst.

Für ein Debütalbum das man nicht im geringsten nach Brasilien stecken würde kein schlechter Wurf und macht neugirig auf das was folgt, wenns eine Fortsetzung geben sollte, was ich doch stark annehme bei dem Debüt.

Fazit:

Bluesy Hard Rock den man eher aus den Sümpfen der Südstaaten erwarten würde als aus Brasilien mit einem starken Shouter der eine lange Karriere vor sich haben kann. Der Sound ist irgendwo zwischen WHITESNAKE, RAINBOW, DEEP PURPLE und Südstaatenblues ein zu ordnen mit ab und an RED HOT CHILI PEPPER oder FAITH NO MORE Klängen im Sound. Für alle die sich angesprochen fühlen gönnt euch einen Durchlauf es lohnt sich. Ich vergebe eine 8,5 für diesen Discus.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Awaken
02. Devil You Know
03. King’s Ale
04. Got Me Runnin‘
05. Far Off
06. Your Ghost
07. Gypsy Touch
08. 1 2 3 Burn
09. Upside Down
10. Higher Than Your Heels
11. Brand New Rope
12. We Are Wrong

Helmut