TALENTSCHMIEDE: Mulberry Sky

Band:
Mulberry Sky

Gegründet:
Februar 2019

Herkunft:
Bruckmühl, Oberbayern

Mitglieder:
Dom Raygun (Gitarre), Lucky Lerchl (Bass), Simon Petrosa (Drums), Catherine van Bruce (Vocals)

Stil:
Blues-getränkter Rock

Veröffentlichungen:
Knock, Knock! (EP, April 2020); Golden Suit Problems (Single, Oktober 2020)

Einflüsse:
Das ist tatsächlich total schwer zu sagen. Da kommt vieles zusammen, da wir vier auch ganz unterschiedliche Musik hören – und das auch noch ganz breit gefächert. Das fängt irgendwo bei den Rolling Stones an, wandert über Led Zeppelin, Jimi Hendrix, Michael Jackson und Queen bis hin zu John Mayer, Stone Sour, In Flames oder Linkin Park (nur ein Auszug). Wir versuchen alle, unsere eigenen Einflüsse möglichst so zu filtern, dass wir sie später vereinen können – möglichst ohne, dass es sich zusammengewürfelt anhört oder unnatürlich wirkt.

Natürlich ist da viel Rock dabei, aber nicht unbedingt nur Blues Rock sondern durchaus auch modernere Produktionen. Unsere Musik entsteht sehr intuitiv, wir nennen das gern unsere „Magic Moments“ – und da sind wir erstmal offen für alles (oder vieles).

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Den Soundtrack für einen Tarantino liefern! (Man wird ja noch träumen dürfen…)

Klar ist, dass wir sehr ehrgeizig sind und in unserer Musik voll aufgehen. Für 2020 war das Ziel, mindestens zehn Konzerte zu spielen. Für eine komplett neue und unbekannte Band gar nicht so ohne! Im März hatten wir schon sieben feste Zusagen – alles wirklich tolle Gigs, auf die wir uns sehr gefreut haben. Leider hat uns dieses Corona dann ein Schnippchen geschlagen. Das hat aber auch zur Folge, dass wir nur „noch mehr“ auf die Bühne wollen. Ziel ist also auf jeden Fall, so oft wie möglich live zu spielen und uns eine Fanbase aufzubauen.

Wir produzieren unsere Musik selbst, haben unsere EP „Knock, Knock!“ komplett in Eigenregie aufgenommen, gemixt, gemastert und auch das Artwork selbst gestaltet. Fünf Songs haben es auf die CD „geschafft“ – aber es gibt noch so viele mehr! Daher werden wir uns nun auch an die Produktion eines Albums machen. Dafür haben wir zwar schon einige Songs fertig, wollen aber nochmal Feder und Papier zücken, um noch ein paar weitere „Magic Moments“ einzufangen.

Für die nächsten fünf Jahre wollen wir weiter auf uns aufmerksam machen, noch tiefer in den Ozean des Musikbusiness eintauchen und so viele Erfahrungen – live als auch im Studio – wie möglich sammeln. Wenn Fortuna dann noch ein bisschen mitspielt, wer weiß, was sich dann ergibt…

Was als nächstes kommt:
Gerade haben wir unsere neue Single „Golden Suit Problems“ veröffentlicht und arbeiten an einer weiteren Single, die voraussichtlich im Januar erscheinen wird. Man darf gespannt sein! Ab sofort schreiben wir auch neue Songs für unser Album, für dessen Produktion wir uns dann im Jahr 2021 Zeit nehmen wollen. Was dann als nächstes kommt? Who knows.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Erstmal ist jeder Release – egal ob EP oder Single – etwas ganz Besonderes und wahnsinnig aufregend. Wir haben so tolles Feedback für unsere Musik bekommen und wissen oft gar nicht, wohin mit unseren Emotionen. Eine ganz tolle Erfahrung: Trotz Corona durften wir im Backstage Werk in München ein „Abstandskonzert“ spielen. Unser dritter Gig ever, im Backstage München. Wir sind immer noch ganz schön geflasht und hoffen, dort bald nochmal spielen zu können. Aftermovie: https://youtu.be/-irCBJvk4n4

Unser peinlichster Moment:
Eigentlich ist uns so gut wie nichts peinlich. Wir sind vier Menschen, die sich alle nicht so ganz ernst nehmen – das macht das gemeinsame Werkeln an Songs sehr angenehm und ist auch immer wieder witzig. Mal sehen, ob uns mal etwas richtig Peinliches passiert, wenn wir mehr live spielen. Da kann einfach am meisten schief gehen! Sängerin Catherine hatte bei unserem Gig im Backstage in München einen schwarzen Rock mit Schleppe an und hätte beinahe einen Bauchplatscher gemacht, als sie sich selbst mit ihren Schuhen darin verfangen hatte. Hat aber keiner gemerkt. Das wäre dann wohl etwas peinlich – bzw. schwer zu vertuschen – gewesen.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Wir trinken tatsächlich total gern Bierchen. Am liebsten mit uns und unseren Liebsten, also Family & Friends. Bestimmt wären aber auch ein, zwei Bier mit den Rolling Stones mal ganz witzig.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Ganz egal! Hauptsache live spielen!

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Der Spaß, die gute Laune, das Vergessen der Welt um uns herum. Da gibt’s erstmal nur uns und die Musik, wenn wir proben – und das ist wunderbar!

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Wenn man zu wenig Zeit für die Band hat. Immerhin haben wir alle einen „richtigen“ Job, eine Familie, Freunde. Da muss man viel organisieren, damit man sich gleichzeitig Zeit für Proben und Songwriting nehmen kann. Zum Glück stehen unsere Familien, Partner/innen und Freunde/innen da komplett und geschlossen hinter uns und halten uns den Rücken frei.

Online:

www.mulberry-sky.com
www.facebook.com/mulberryskyband
www.instagram.com/mulberryskyofficial

 

Musik:

Spotify: www.open.spotify.com/artist/1TB6zbRi5QGU9cN6qi9MID?si=W7TgT_rbRPC2WaANNyVYrg

Youtube: www.youtube.com/channel/UC0Wxw6ZIUO_-B5vlvFB6A8Q

Live-Dates: www.mulberry-sky.com/termine

THUNDERMOTHER – Heat Wave

Band: Thundermother
Album: Heat Wave
Spielzeit: 49:19 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 31.07.2020
Homepage: www.thundermother.com, www.facebook.com/thundermother

Wie man anhand meiner bisherigen Reviews vermutlich schon bemerkt hat, Hardrock ist eher nicht so mein Ding. Mich drängt es dann doch – wie mein Chefredakteur so schön sagt – zum Ochsengekloppe. Aber selbst ich und mein doch sehr eingeschränkter Musikgeschmack kommen an THUNDERMOTHER einfach nicht vorbei.
Letztes Jahr bin ich zum ersten Mal auf die High-Voltage Girls aufmerksam geworden, als ich das Glück hatte die schwedischen Überflieger auf dem Reload Festival zu sehen. Und ich muss sagen, die Girls haben so viel Spaß und gute Laune verbreitet, das müssen gestandene Bands der Combo erstmal nachmachen. Mein lauter Ausruf „Das sind ja fünf DOROs *hierherzcheneinsetzen*“ wurde natürlich gleich mit „Das sind aber nur vier“ korrigiert. Aber was solls? THUNDERMOTHER rocken auch mit nur vier Mädels wie fünf DOROs, ich war sofort verliebt (inkl. Bandshirt-Kauf und wochenlanger Schwärmerei).

Und mit ihrem vierten Album (dem zweiten nach der kompletten Neugründung) legen THUNDERMOTHER auch noch eine Schippe drauf und hauen „Heat Wave“ passend zur beginnenden Hitzewelle raus. Das so etwas nach der beinahe Auflösung im Jahr 2017 überhaupt möglich war, damit hat vermutlich keiner gerechnet. Vermutlich noch nicht einmal Gründerin, Treiberin und Gitarren-Göttin Filippa Nässil (die sich biertrinkend und dabei Gitarre spielend durch die Menge tragen lässt).
Doch mit dem neuen Line-up ist ihr ein echter Glücksgriff gelungen. Die bluesgetränkte Stimme von Fronterin Guernica Mancini verleiht den Songs einen einmaligen und frischen Touch. Komplettiert werden THUNDERMOTHER von Majsan Lindberg am Bass und Drummerin Emlee Johansson, die Vier haben zusammen ihre Rocklinie und ihre Balance gefunden.
Erstmals seit der Bandgründung haben alle Bandmitglieder am Album mitgewirkt und mit viel Liebe zum Detail die Lyrics und Songs arrangiert. Unterstützt wurden sie dabei von Soren Andersen, dem Hitlieferanten und erfahrenen Producer aus Dänemark (u.a. GLENN HUGHES, DAVE MUSTAINE). Das perfekte Zusammenspiel zwischen den Schwedinnen und ihrem Producer wird in jeder Faser von „Heat Wave“ hörbar. Das Album ist ein frischer Mix aus AC/DC, MOTÖRHEAD, Blues und Rock. Die Mädels wollen nicht weniger als die Welt erobern „… unser Ziel ist kein geringeres als: Rock’n’Roll World Domination!“ und mit „Heat Wave“ sind sie auf sehr gutem Weg dahin. Schon der Opener „Live and Loud“ und das lässige und bereits vorab als Videoauskopplung veröffentlichte „Dog from Hell“ zeigen die Spiel- und Sangesfreude des Quartetts. Das sollte sogar den zuletzt ziemlich einfallslosen AIRBOURNE, der einstige Rock’n’Roll-Hoffnung, zu denken geben.
Und mit den beiden genannten Songs haben THUNDERMOTHER ihr Pulver noch lange nicht verschossen. Das Titelgebende „Heat Wave“, das ebenfalls vorab veröffentliche „Driving in Style“ mit seinem leichten Ska Punk Einschlag oder Filippa Nässils Lieblingssong „Free Ourselves“, welcher neben seinem energiegeladenen Sound auch mit einer politischen Botschaft aufwarten kann, sind nur ein paar prägnante Beispiele auf dem tatsächlich erst vierten Album der Band. Und auch die leisen Töne liegen den Mädels. Selbst die leicht ins Kitschige abtrudelnde Power-Ballade „Sleep“ und das ruhige JOAN JETTige „Purple Sky“ heben sich vom Rock’n’Roll Einheitsbrei vieler satter Bands ab. Die 13 Tracks auf „Heat Wave“ haben allesamt Ohrwurmpotenzial.

Fazit: THUNDERMOTHER kommen mit einer fast 50-minütigen Hitzewelle aus durchweg starken Songs über uns und wirkliche Ausreißer nach unten hat das Album nicht. Es gibt immer irgendwo Verbesserungspotenzial oder ein Stellschräubchen, an dem gedreht werden kann, aber was die ständig unter Strom stehenden Schwedinnen hier raushauen, ist so frisch und energiegeladen, kleinere Ausschläge nach unten werden hier einfach weggerockt. Für Rock’n’Roller, Bluesrock-Liebhaber und alle, die mit spritziger Musik etwas anfangen können, ein absolutes Muss und definitiv eines der Highlights in diesem Jahr!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Loud And Alive
02. Dog From Hell
03. Back In ‘76
04. Into The Mud
05. Heat Wave
06. Sleep
07. Driving In Style
08. Free Ourselves
09. Mexico
10. Purple Sky
11. Ghosts
12. Somebody Love Me
13. Bad Habits

Tänski

„Driving in Style“ von den schwedischen High-Voltage Girls:

 

 

ELECTRIC MOB – Discharge

Band: Electric Mob
Album: Discharge
Spielzeit: 47:55 min
Stilrichtung: Bluesy Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 12.06.2020
Homepage: www.electricmob.com.br/

Das neueste signing von Frontiers hört auf den Namen ELECTRIC MOB und kommt aus Brasilien, und ja bluesiger Hard Rock so wie in EM hier abfeuern kann auch aus Südamerika kommen. EM besteht aus Renan Zonta (v.), Ben Hur Auwarter (g.), Yuri Elero (b.) und Andrè Leister (d.). Zonta ist kein unbeschriebenes Blatt, durch seine teilnahme bei The Voice Brasil, mehr als 3 Millionen Aufrufen seiner YouTube Videos und die Beteiligung bei dem neuem Album von MAGNUS KARLSSON’S FREE FALL sprechen für die Qualität Zontas.

Los geht es mit einem Intro “Awaken” gefolgt vom Südstaaten Bluesrock Song “Devil You Know” der klingt als wenn eine Band aus den Sümpfen Lousianas eine Jamsession abhalten würden, das Ding groovt wie Sau. “King’s Ale” ist ein flotter Song mit interessantem Refrain. “Got Me Runnin’” erinnert an die frühen WHITESNAKE ist eingängig mit starker Melodieführung. “Far Off” ein schneller Hard Rock Song, “Your Ghost” ist eine bluesige Ballade die man sich nicht entgehen lassen sollte. “Gypsy Touch” klingt wie eine Mischung aus WHITESNAKE und RED HOT CHILI PEPPERS auf Blues herrlich schräg aber geil gemacht. “1 2 3 Burn” kommt schleppend rüber nicht übel aber auch nichts besonderes. “Upside Down” gibt wieder Vollgas leider mit 2:38 Minuten zu kurz geraten, der Song rockt gewaltig. “Higher Than Your Heels” in den Strophen eher belanglos aber der Refrain hat es in sich. “Brand New Rope” ein kräftiger Hard Rock Song nicht schlecht, “We Are Wrong” ist wieder ein echtes Highlight bester Hard Rock hätte besser in die Mitte gepasst.

Für ein Debütalbum das man nicht im geringsten nach Brasilien stecken würde kein schlechter Wurf und macht neugirig auf das was folgt, wenns eine Fortsetzung geben sollte, was ich doch stark annehme bei dem Debüt.

Fazit:

Bluesy Hard Rock den man eher aus den Sümpfen der Südstaaten erwarten würde als aus Brasilien mit einem starken Shouter der eine lange Karriere vor sich haben kann. Der Sound ist irgendwo zwischen WHITESNAKE, RAINBOW, DEEP PURPLE und Südstaatenblues ein zu ordnen mit ab und an RED HOT CHILI PEPPER oder FAITH NO MORE Klängen im Sound. Für alle die sich angesprochen fühlen gönnt euch einen Durchlauf es lohnt sich. Ich vergebe eine 8,5 für diesen Discus.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Awaken
02. Devil You Know
03. King’s Ale
04. Got Me Runnin‘
05. Far Off
06. Your Ghost
07. Gypsy Touch
08. 1 2 3 Burn
09. Upside Down
10. Higher Than Your Heels
11. Brand New Rope
12. We Are Wrong

Helmut