DELTA METAL MEETING Interview

Mit dem Delta Metal Meeting versucht sich ein neues Indoor Festival auf Deutschlands Metallandkarte zu etablieren. Da dieses genau in der regionalen Nähe des Headquarters der Rock-Garage stattfinden soll, war es selbstverständlich dem Organisator Jochen Mayer ein paar Fragen zu stellen.

J.P: Wie kamt ihr darauf in Mannheim, was nicht unbedingt für seine Rock und Metalsezene bekannt ist, ein Festival auf die Beine zu stellen?

J.M: Genau mit dieser Frage, hast Du alles perfekt beantwortet …

Das Rhein-Neckar-Delta hat eine riesige, treue Metal-Szene, der lediglich eine eigene, identifizierbare, greifbare Plattform fehlt. Deshalb steht Mannheim (vorerst) stellvertretend für das komplette Rhein-Neckar-Dreieck … fürs DELTA.

Die Idee, der Name, die Vision „Delta METAL Meeting“ ist eine Marke, um unter einem einzigen, gleichbleibenden „Banner“, Metal-Festivals im DELTA auf die Beine stellen zu können. LU, MA, SP oder auch HD.

J.P: Warum habt ihr euch letztlich für die Location „MS Connexion Complex“ entschieden?
Erzähl doch noch ein bisschen über die Location, was bekommt der Besucher dort alles geboten und was habt ihr alles auf dem Festival geplant? Sind vielleicht irgendwelche Specials ala Meet und Greet oder so geplant? Merchandise, Gastronomie etc.?

J.M: Der MS Connexion Complex, speziell die „Kolbenhalle“, ausgestattet mit aktuellster Licht- und Tontechnik, gilt seit vielen Jahren als erste Anlaufstelle im Rhein-Neckar-Delta, wenn es um aussergewöhnliche Konzerte nationaler und internationaler Rock- und METAL-Bands geht. In der Vergangenheit gefeierter Veranstaltungsort für ausverkaufte SAXON, EXTREME, AXEL RUDI PELL, SONATA ARCTICA oder EUROPE – Shows, stehen aktuell u.a. Events mit BATTLE BEAST, PAIN, MAYHEM oder THE BIRTHDAY MASSACRE auf dem Spielplan.

Beste ÖPNV-Anbindung, kostenlose Parkplätze direkt vor der Tür, ein grosser, liebevoll gestalteter CHILL-OUT Aussenbereich mit FOOD-AREA, sowie weitläufige Fächen für unseren METAL-MARKET, machen den MS Connexion Complex zum perfekten Heimathafen für unser Meeting.

Unter dem zusätzlichen Slogan: „Metal-Market + Food-Area + Chill-Out“, möchten wir – um den Nachmittag und Abend für unsere Besucher so angenehm wie möglich zu gestalten – alles das anbieten, was wir auch bei anderen Festivals schätzen gelernt haben und selbst gerne vorfinden: Eine Begegnungsstätte für gleichgesinnte Metal-HEADS … LPs/CDs, Klamotten, Essen, Getränke und grossartige Live-Musik.

Es wird in den nächsten Monaten an unserem Verhandlungsgeschik liegen, inwieweit wir die Bands zu „Meet & Greets“/signing sessions überreden können. Aber ganz ehrlich? Alle Bands dieses Abends sind für ihre Fan-Nähe und Sympathie bekannt … Und nur im backstage-Bereich rumzuhängen, ist langweilig …

J.P: Euer Bandpackage liest sich ja recht amtlich! Wie fand die Auswahl der Bands statt und welches Publikum wollt ihr denn ansprechen?

J.M: Für mich, ist das „Package“, das Line-Up bei jeder Show, nicht nur bei Festivals, immens wichtig. „Sexy“ muss es sein … Immer. Als Teil der hiesigen METAL-Szene, bin ich auch stets den lokalen Bands verpflichtet (HAMMER KING). Dazu kommen dann Bands, die – meines Erachtens – eine tolle Zukunft haben und eine grössere Plattform geboten bekommen sollen (BURNING WITCHES). FREEDOM CALL, BRAINSTORM und MYSTIC PROPHECY, alle drei beliebte und geschätzte Bands der ersten deutschen METAL-Liga, sind einfach *live* pure Energie und enttäuschen nie.

Auch wenn die Planungen für zukünftige – mitunter mehrtägige Festivals – eine breiteres Spektrum des METAL beinhalten, so ist es doch wichtig, dass die Premiere ein Erfolg wird. Und dabei, sollte diese Ausrichtung für 2018 helfen.

J.P; Thema Zukunft, was habt ihr alle in Planung bezüglich des Delta Metal Meetings? Wollt ihr dieses zum Beispiel nun jedes Jahr statt finden lassen, immer an einem bestimmten Termin oder gibt es noch andere Gedankenspielchen was ihr schon im Kopf habt?

J.M: Richtig! Mindestens einmal im Jahr, Mitte April. Über weitere Ideen für 2019, die uns bereits im Kopf rumspuken, reden wir dann beim Festival 2018.

Julian

CORNERSTONE Interview

Vienna Calling! Die Melodic-Rock/AOR-Formation Cornerstone aus Wien veröffentlichte 2016 ihr drittes Studiowerk REFLECTIONS. Es war daher höchste Eisenbahn, mal wieder Kontakt mit meinem Buddy Michael Wachelhofer, Bassist und Hauptsongwriter der Band, aufzunehmen und ihm einige Infos zum aktuellen Album und dem Status Quo von Cornerstone zu entlocken. Obwohl Michael am Interviewtag Geburtstag hatte, gewährte er mir Audienz.  

M.S.: Servus Mike und erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Ich verzichte an dieser Stelle darauf ein Ständchen zu singen. Ich möchte dir den Tag schließlich nicht versauen …

M.W.: Hallo Marc. Danke, das ist sehr rücksichtsvoll von dir, haha!

M.S.: Nix zu danken, haha. Los geht's: Euer aktuelles Album REFLECTIONS ist seit dem Spätherbst 2016 auf dem Markt. Seid Ihr zufrieden mit der bisherigen Resonanz seitens der Fachpresse?

M.W.: Sehr zufrieden! Wir haben durchweg positive Resonanz bekommen, speziell aus England. Interessanterweise auch aus Belgien, wo wir bislang kaum etwas gemacht haben. Natürlich war auch das eine oder andere negative Review dabei, ganz klar. Es ist halt so: Wenn man Kunst macht und mit der Kunst an die Öffentlichkeit geht, muß man damit rechnen, dass es manchen Menschen nicht gefällt. Ich nehme jede Kritik an, solange sie begründet und konstruktiv ist. Es gab z.B. ein Review… sorry… aber das war ein Haufen Scheiße. Der Rezensent kann uns – und mich im speziellen – offensichtlich nicht leiden und hat nur Müll geschrieben. Sowas nehme ich dann nicht mehr ernst. Aber wenn Kritikpunkte begründet werden, muss und kann man als Künstler damit leben, das gehört dazu.

M.S.:  Was mir bei REFLECTIONS – im Vergleich zu euren ersten beiden Alben – auffiel, ist, dass ihr euren finalen Sound und Stil gefunden zu haben scheint.

M.W.:  Dem schließe ich mich an. Das ist auch der Zusammenarbeit mit Harry Hess (u.a. Harem Scarem) zuzurechnen, der das Album gemeinsam mit uns in Kanada produziert hat. REFLECTIONS klingt im Vergleich zu den Vorgängern fokussierter, einheitlicher, mehr wie aus einem Guss. Das ist durchaus auch Harrys Einfluss geschuldet, der versucht hat, alles auf eine Linie zu bekommen. Der einzige stilistische "Ausreisser" auf dem neuen Album ist "Whatever", eine Ballade mit Klavier und großem Orchester. Das übrige Material von REFLECTIONS hingegen hält eine gute Balance aus Gitarren und Keyboards.

M.S.: Obgleich das Album abwechslungsreich ausgefallen ist, bewegt Ihr Euch offenkundig in einem klar abgesteckten Rahmen, den ich jetzt mal als AOR/Melodic Rock bezeichnen würde. Das war nicht immer so.

M.W.: Genau. Als wir um das Jahr 2000 herum gestartet sind, waren wir eine Alternative Band. Damals waren Acts wie Soul Asylum oder R.E.M. angesagt und natürlich haben wir auch ein wenig wie diese Gruppen geklungen. Unser Debüt HEAD OVER HEELS war das Resultat aus all diesen Einflüssen, eindeutig ein Alternative-Album. Aus Spass haben wir zudem noch drei AOR-Nummern mit auf das Album gepackt, weil wir auch diese Art Musik mögen. Und witzigerweise sind es gerade diese drei Songs, die wir auch heute noch auf unseren Konzerten spielen. Auf SOMEWHERE IN AMERICA haben wir das Verhältnis dann umgedreht, also überwiegend AOR-Nummern und vereinzelte Indie-/Alternative-Songs. Das neue Album hingegen geht eindeutig in Richtung AOR, weil dieser Stil beim Publikum am besten ankommt. Das hat auch mit der persönlichen Reife zu tun. Wir möchten jetzt einfach ausgereiftere, ausgefeiltere Musik machen. REFLECTIONS ist das Resultat dieses Entwicklungsprozesses.

M.S.:  Steve (Wachelhofer, Gitarrist) und du, ihr seid die Gründungsmitglieder und Hauptsongwriter von Cornerstone. Welchen Anteil haben die übrigen Mitglieder der Band am Sound und der musikalischen Richtung?

M.W.: Natürlich sind Steve und ich das Herzstück der Band. Solange wir die Songs schreiben, wird es daher wie Cornerstone klingen. Aber: den Song "Whatever" vom neuen Album habe ich mit Alina (Peter, Leadvocals, Anm. d. Verf.) geschrieben. Und der Song klingt definitiv anders. Die Stimme von Alina ist ein sehr relevanter Teil von Cornerstone, weil die meisten Hörer eine Band über die Stimme identifizieren.

Unsere vormalige Sängerin Patricia (Hillinger, Anm. d. Verf.) war über 6 Jahre bei uns. Sie hat sich sehr für die Band engagiert, letztendlich hat es aber nicht mehr funktioniert. Daher haben wir uns von ihr getrennt. Das war vor 2 ½ Jahren und seitdem ist Alina bei uns. Alina hat andere Stärken als Patricia. Sie kann Instrumente spielen und verfügt über eine absolute Charakterstimme. Aber wie das halt so ist bei Charakterstimmen, manchen gefällt es, manchen nicht. Das gute an solchen Stimmen ist der Wiedererkennungsfaktor.

M.S.: Wäre für dich die Kombination Cornerstone/Männerstimme überhaupt denkbar?

M.W.: Ich weiß nicht. Möglich ist alles. Wir haben auch schon mal darüber nachgedacht, den einen oder anderen Song von Steve oder mir singen zu lassen. Aber eigentlich ist für uns nur weiblicher Leadgesang vorstellbar. Damals, als die Band gegründet wurde, wollte unser damaliger Drummer unbedingt eine weibliche Stimme haben. Und das haben wir beibehalten. Ich könnte mir das auch gar nicht mehr anders vorstellen, muss ich gestehen.

M.S.: Ich habe gelesen, dass für das aktuelle Album auch Beau Hill (Produzent/u.a. Ratt, Winger) als Produzent im Gespräch war.

M.W.: Beau Hill war für das letzte Album SOMEWHERE IN AMERICA im Gespräch. Er war in der Schweiz und hat dort ein Projekt geleitet. Im Anschluss daran hätte er das Cornerstone-Album produzieren können. Wir haben uns beraten, einige Sachen angehört, die er produziert hat, uns dann aber letztendlich gegen ihn entschieden, weil sein Sound nicht zu Cornerstone gepasst hat. Anschließend haben wir probehalber mit Dennis Ward (u.a. Pink Cream 69, Anm. d. Verf.) zwei Demos aufgenommen. Das hat ebenfalls nicht funktioniert. Es hat nicht geklungen, wie es sollte. Dennis Ward steht für – und das meine ich jetzt nicht negativ – aufgeblasene, große Produktionen. Der Sound von Cornerstone hingegen ist intimer, persönlicher. Und da kam dann irgendwann Harry Hess ins Gespräch. Allerdings haben wir unsere Zeitpläne damals nicht unter einen Hut bekommen.

M.S.: Nun, letztendlich ist es ja doch noch zu einer Zusammenarbeit zwischen Euch und Harry Hess gekommen.

M.W.:  Richtig. Für das aktuelle Album hatten wir eine Planungsphase von über einem Jahr, das war also diesmal kein Problem. Wir haben drei Monate für die Produktion veranschlagt, gedauert hat es schließlich 5 ½ Monate. Letztlich ist das Ganze dann doch wieder unter enormen Zeitdruck vonstatten gegangen, da unsere Toningenieure während der Produktion erkrankt sind, so dass ich zeitweise selbst die Aufnahmen habe leiten müssen. Am Ende ist aber alles gutgegangen und vom Sound her ist das Album auch sehr gut geworden.

M.S.: Definitiv. Wichtig bei einer Albumproduktion ist aber eben auch, dass es menschlich zwischen Künstler und Produzent passt.

M.W.: Ganz genau. Was Harry Hess angeht, kann ich nur das Beste sagen. Der Mann ist ein Profi, da sitzt jeder Handgriff. Er hat seinen eigenen Stil in die Produktion eingebracht. Man muß sich aber auch erst einmal einander annähern. Ich kann mich noch genau an den ersten Mix von "Last Night" erinnern, der geklungen hat wie eine Disconummer, haha. Wir haben uns dann aber zusammengesetzt, verschiedene Sounds ausprobiert, Sachen geändert und letztlich eine gute Mischung gefunden.

M.S.: "Nothing To Lose" ist meines Erachtens der perfekte Albumopener. Schön rockig, geradeaus, das geht gleich richtig gut nach vorne.

M.W.:  Ganz genau. Steve hat sofort gesagt, dass die Nummer an den Anfang gehört. Das war uns auch sehr wichtig, weil -wie du ja weißt- wir Anfang 2014 mit "Smalltown Boy" (ein Bronski Beat-Cover, Anm. d. Verf.) eine Maxi-EP veröffentlicht haben, was ich im Nachhinein als Fehler bezeichnen würde. Das war unser Ausflug in die Popwelt. Und mit "Nothing To Lose" wollten wir den Leuten gleich zu Beginn zeigen, dass wir eine Rockband sind.

M.S.: Was mich immer wieder verblüfft ist folgendes: Ihr seid eine österreichische Melodic Rock-Band, steht bei einem amerikanischen Label unter Vertrag und feiert ausgerechnet in England eure größten Erfolge, haha.

M.W.: Haha, stimmt, das ist eine schräge Mixtur. Wir arbeiten jetzt schon seit 2008 mit ATOM Records zusammen, einem kleinem aber feinem Label. Wir haben absolute künstlerische Freiheit. 2010 haben wir – parallel zu dem Vertrag mit ATOM – für den Europavertrieb mit Sony Music zusammengearbeitet. Das war mir eine Lehre. Bei Sony waren wir nur irgendeine Nummer. Bei ATOM hingegen sind wir Cornerstone, da bin ich der Michael, der ab und an anruft und etwas möchte. Dort wird engagiert und gut gearbeitet, sie stellen uns die Vertriebswege zur Verfügung, sorgen dafür, dass unsere Platten in den Läden stehen etc. Und das erwarten wir von einem guten Label. Mehr kann man auch nicht erwarten, denn die Zeiten, in denen man einen Bundlevertrag ausgehandelt oder ein Gehalt von einem Label bezogen hat, sind lange vorbei.

M.S.: Zum Abschluss des Interviews bitte ich dich um einen kleinen Ausblick. Gibt es bereits konkrete Planungen für 2018, ein nächstes Album, eine neue Tournee etc.?

M.W.: Nachdem 2016 ein richtig anstrengendes Jahr war, Albumproduktion, Promotion, Konzerte usw., lassen wir es dieses Jahr etwas ruhiger angehen. 2018 geben wir allerdings wieder Vollgas. Wir werden eine UK-Tour, möglicherweise auch eine US-Tour machen. Die Gespräche laufen derzeit, da sich einiges geändert hat, seit wir das letzte Mal in den USA waren. Stichwort Trump und neue Einreisebestimmungen. Wir möchten uns auch auf dem deutschen Markt mehr engagieren, ein wichtiger Markt in Europa. Wir haben bereits einige Konzerte bei euch gespielt und es war toll. Die Resonanz vom deutschen Publikum ist großartig. Ich denke auch, dass die Deutschen sehr treue Fans sind. Wenn man die Herzen einmal erobert hat, dann bleiben sie einem auch treu.


M.S.: Das kann ich so bestätigen. Womit du aber noch nicht gesagt hast, wann wir mit einem neuen Album rechnen dürfen.

M.W: Haha, stimmt. Entweder 2019 oder 2020. Ich denke, es wird eher 2020. Wir haben mit REFLECTIONS unser bislang bestes Album auf den Markt gebracht. Und wir wollen den Standard definitiv halten. Das braucht halt seine Zeit. Harry Hess hat aber bereits verlauten lassen, dass er wieder mit uns arbeiten möchte.

M.S.: Tja, Mike, das war's schon wieder einmal. Ich darf mich für das nette und informative Gespräch bedanken. Das Schlusswort darf ich dir überlassen. Zudem bitte ich um deine Top 5-Alben für die einsame Insel.

M.W.: Vielen Dank für das Interview, danke fürs Lesen! Falls ihr noch mehr Infos zu Cornerstone haben wollt, schaut doch bei unserer Homepage www.cornerstone.co.at oder bei www.facebook.com/cornerstoneaustria vorbei! Unser Album „Reflections“ ist bei Amazon und iTunes erhältlich. Stay tuned!

Meine fünf Alben für die einsame Insel (Reihenfolge beliebig):

R.E.M. – Fables Of The Reconstruction
The Cure – Disintegration
Alanis Morrisette – Jagged Little Pill
Alan Parsons Project – Vulture Culture
Cornerstone – Reflections

Marc Schipper

AXEL RUDI PELL – Interview

Der symphatische, deutsche Gitarrist AXEL RUDI PELL samt Band haben ein neues Album in den Regalen stehen. Es ist mal wieder Balladenzeit und so steht uns „The Ballads V“ ins Haus. Mit freundlicher Genehmigung unsere Kooperationspartner  Rock the Nation – Die Metalradiosendung dürften wir euch hier nun die Audiospuren des Interviews mit Axel Rudi Pell aus einer der letzten Sendungen der Rock The Nations Jungs präsentieren! Ein Novum in der Rock-Garage Geschichte. Wir hoffen ihr habt Spaß daran und könnt auch einen kleinen Einblick in die tolle Radiosendung unseres Kooperationspartners bekommen, die alle 2 Wochen Montag Abends läuft.

THE UNITY Interview

Michael Ehre und Henjo Richter sind zwei ganz alte Hasen des deutschen Melodic Metal Geschäfts. Kaum verwunderlich das sich die Beiden nun auch mal zusammen gefunden haben um mit THE UNITY eine neue Band zu gründen. Die restliche Mannschaft besteht aus den Mitgliedern von Michaels anderer Spielwiese LOVE.MIGHT.KILL um die es merklich still geworden ist. Grund genug mich erneut ein wenig mit Bandgründer und Schlagzeuger Michael Ehre zu unterhalten.

J.P: Hallo Michael, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurer neuen Band THE UNITY und zu eurem Debütalbum beantwortest. 

Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die Bandhistory.

 

M.E: Als ich 2012 fest bei GAMMA RAY eingestiegen bin, haben Henjo und ich schnell gemerkt, daß wir die gleichen musikalischen Roots haben und beschlossen, eigene Songs aufzunehmen. Uns war klar, daß die Ideen, die uns so vorschwebten nicht wirklich zu Gamma Ray passen würden, also „mussten“ wir was Eigenes auf die Beine stellen. Als wir diese Idee immer mehr vertieften, kam uns die Idee meine Kollegen von LMK zu fragen, ob sie nicht Bock hätten, dabei zu sein. Anschließend haben wir alle Ideen ausgetauscht und in Form gebracht. Das Ergebnis ist jetzt auf unserem Debütalbum zu hören.

J.P: Bevor wir näher auf euer neues Album eingehen, gilt es noch kurz die Personalie zu klären bzw. die Vergangenheit etwas aufzuarbeiten. Deine andere Band LOVE.MIGHT.KILL scheint inaktiv zu sein, gibt es sie überhaupt noch? Noch dazu da ja eigentlich fast die gesamte restliche Band aus ehemaligen LMK Mitgliedern besteht, außer Gitarrist Christian Stöver sind alle mit an Bord. Also wie steht es in Sachen LMK und was ist mit Christian passiert?

Ich denke nicht nur ich interessieren mich sehr für diese Antwort 🙂 

M.E: Wir haben 2012 das zweite LMK-Album „2 Big 2 Fail“ veröffentlicht. Im Anschluss daran bin ich fest bei GAMMA RAY eingestiegen, mit denen ich fast drei Jahre am Stück viel unterwegs war. Das bedingte, daß wir mit LMK nicht allzuviel machen konnten. Darüber hinaus hat uns dann Christian verlassen müssen, weil er sich ausschließlich auf seinen „richtigen“ Job konzentrieren musste und wollte. Er ist Lehrer und hat zu dem Zeitpunkt die Leitung einer Schule übernommen, was man nicht mal eben nebenbei erledigt. Weil er uns nicht im Wege stehen wollte, hat er seinen Platz geräumt. Als Henjo und ich wie gesagt planten, eine Spielwiese neben Gamma Ray zu eröffnen, war es nur allzu logisch, meine verbliebenen Freunde von LMK zu fragen, ob sie nicht Bock hätten mitzumachen.

J.P:  Personalie Nummer Zwo ist natürlich Bandmitgründer Henjo Richter! Der Gute ist ja sonst nur bei GAMMA RAY aktiv und man kann sich gar nicht vorstellen das er auch mal etwas anderes macht. Wie kam es denn nun dazu, bzw. wie konntest du Henjo überzeugen mit dir zusammen THE UNITY zu gründen?

M.E: Naja, im Prinzip lief´s so ab, wie ich bereits gesagt habe. Unsere gemeinsame Vorliebe für Bands wie Whitesnake, Rainbow, Black Sabbath und DIO hat uns zusammengebracht, hahaha…da diese Idee von uns ausging musste ich ihn auch nicht davon überzeugen.

J.P:  Euer Debüt Album ist euch ja hervorragend gelungen, wie lief denn der Aufnahmeprozess ab? Von wann bis wann ist denn das Album entstanden? 

M.E: Wir haben insgesamt bestimmt 2,5 Jahre an dem Album gearbeitet. Es ging mit dem Austausch von Ideen los. Da wir alle in der Band schreiben kannst Du Dir sicher vorstellen, daß wir schnell aus einem riesigen Pool schöpfen konnten, an dem wir dann weitergarbeitet haben. Es konnte z.B. sein, daß ein cooles Gitarrenriff als Ausgangspunkt für einen Song gedient hat oder eine Gesangsmelodie. Es kam auch vor, daß ein Song schon in Demoform so geil war, daß wir kaum noch dran arbeiten mussten. Nachdem wir die Songs alle in Demoform hatten, haben wir sie aufgenommen. Ab und zu haben wir dann trotzdem noch weitere Veränderungen vorgenommen, wir haben uns sowieso alles in allem bewusst sehr viel Zeit gelassen und uns nicht unter Druck gesetzt. Wir wollten das Optimum liefern, egal wie lange es dauert.

J.P: Wer zeichnet sich für die tolle, druckvolle Produktion verantwortlich?

M.E: Wir alle! Alle waren in die Entstehung des Albums eingebunden. Das ist zwar mitunter ein anstrengender Prozess, weil sehchs Leute auch sechs verschiedene Meinungen haben können, aber das Ergebnis war es wert. 

J.P: In dem Zusammenhang, gibt es ein gewisses Konzept beim Album, also eine Art roter Faden der sich durch die Songs zieht?

M.E: Nein, gibt es nicht. Das hätte den Prozess noch einmal schwieriger gestaltet. Uns war nur bei den Texten wichtig, daß sie ein aktuellen Bezug haben. 

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „The Unity“ ein. Für mich sind “Rise and Fall ”, “No more Lies”, “Always just You ” und “The Wishing Well” die hervorstechenden Songs um mal nur rein paar zu nennen. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album? 

M.E: Es ist für mich persönlich immer schwer, einzelne Songs aus einem Album, an dem ich beteiligt bin, herauszuheben. Ich bin unmittelbar an der Entstehung der Songs beteiligt und auch mit verantwortlich dafür, daß sie so sind wie sie nun einmal sind. Das wiederum bedeutet, daß sie auch so geworden sind, wie ich sie gerne hätte, deshalb mag ich jeden einzelnen Track und habe keine Favoriten. Was mir an diesem Album so gefällt ist, daß wir es geschafft haben, eine gewisse Bandbreite zu liefern, trotzdem klingt alles wie aus einem Guss. „The Wishing Well“ ist übrigens eine Covernummer. Sie stammt von Stefans ehemaliger Band CROSSROADS und wurde bereits auf deren Album „The Wild One“ 1991 veröffentlicht. Ich war immer ein großer Fan dieser Band, weshalb ich besonders stolz darauf bin, daß wir von ihnen ein Track auf dem Album haben. 

J.P: Teilweise tönen die Songs, ein wenig nach deiner alten Band LMK, was ja aufgrund der fast gleichen, handelnden Personen nicht verwunderlich ist. Trotzdem finde ich klingt das Ganze doch wesentlich heavier! Würdest du mir das zustimmen?  Oder was glaubst du sind die größten Unterschiede?

M.E: Du hast prinzipiell Recht. Würde ich genauso so sehen. Wir haben zu LMK-Zeiten ja schon nicht mit unseren Vorbildern hinter´m Berg gehalten, hahaha. THE UNITY sind sicherlich ein wenig heavier, trotzdem war uns immer wichtig mit guten Melodien zu punkten, wie eben damals auch. Wir haben aber definitiv nicht bewusst entschieden, daß THE UNITY eine härtere Version von LMK werden sollen. Das hat sich einfach so entwickelt.

J.P: Habt ihr vielleicht auf Songideen von LMK zurückgegriffen oder sind hier alles komplett neue Songs zu hören? Wer schreibt eigentlich bei euch die Songs?

M.E: Wir schreiben alle, der eine mehr, der andere weniger, hahaha…Im Prinzip sind auf dem Album, bis auf „The Wishing Well“ nur neue Songs gelandet. Die Ideen, die als Grundlage dienten waren aber zum Teil schon älter. Das Mainriff von „Rise And Fall“ z.B. lag schon länger auf meinem Rechner und hätte auch auf dem letzten GAMMA RAY-Album landen können, doch leider ist uns während der Produktion des „Empire Of The Undead“-Albums unser Studio abgebrannt, wodurch leider auch das Riff keine Verwendung mehr gefunden hat.

J.P: Noch eine persönliche Frage zu dir. Du bist ja unter anderem auch noch bei der Band STARCHILD aktiv? Dort ist seit geraumer Zeit ein neues Album angekündigt auf das denke ich nicht nur ich sehnsüchtigst warte! Kannst/darfst du uns hier vielleicht ein, zwei Sachen dazu verraten?

M.E: Kann ich leider nicht, weil ich nicht mehr bei STARCHILD bin. Durch meine Aktivitäten mit GAMMA RAY und THE UNITY war einfach keine Zeit mehr, um mich angemessen STARCHILD widmen zu können. Soweit ich weiß arbeitet Sandro aber gerade mit Hochdruck an einem neuen Album und hat auch schon eine neue Mannschaft zusammen.

J.P: Michael wie geht es denn jetzt genau bei THE UNITY weiter? Eine Tour ist doch bestimmt schon in Planung, oder?

M.E: Ja, wir werden genau eine Woche nach der VÖ unseres Albums mit SINNER auf Tour gehen, im Anschluss daran spielen wir eine eigene CD-Release-Show in der Nordenham Jahnhalle und anschließend geht’s zum Metalfest nach Tschechien und zum Bang Your Head-Festival nach Balingen. Dabei soll und wird es in diesem Jahr aber nicht bleiben. Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an weiteren Optionen für dieses Jahr. Ich denke, daß es erst richtig losgeht, sovald die CD erschienen ist. Die Booker müssen erst einmal richtig auf uns aufmerksam werden…

J.P: Vielen Dank Michael für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir. 

M.E: Ich danke Dir für das Interview! Wir können die Veröffentlichung unseres Albums kaum erwarten und hoffen, möglichst bald Euch alle auf Tour begrüßen zu dürfen!

Julian

NIGHT LASER Interview

Für dieses Interview haben sich Hannes und Benno von NIGHT LASER die Zeit genommen, ein paar Fragen zu beantworten. Lest gern auch die Review zu ihrem Album „Laserhead“ und checkt euren Kalender, ob ihr die Jungs bei einem ihrer Gigs live erleben könnt unter www.nightlaser.de/shows/
Viel Spaß beim Lesen!

L.C: Euer Album ist jetzt seit kurzem erhältlich, wie war denn so das Feedback? Seid ihr zufrieden damit?

Benno: Das Feedback war durch die Bank weg gut! Wir haben gute Reviews und Bewertungen erhalten und viel Lob für unsere Arbeit geerntet. 

Hannes: Ja, viele Leute haben uns schon positive Rückmeldungen zu den neuen Songs gegeben, die alle auch live sehr gut funktionieren. Außerdem ist auf „Laserhead“ eine gesunde Weiterentwicklung seit unserem Erstwerk „Fight for the Night“ auszumachen.

L.C: Wie geht ihr mit Kritik bzw. Verbesserungsvorschlägen um? Freut ihr euch darüber oder geht es euch sogar auf die Nerven?

Hannes: Das kommt drauf an, was und wie man uns das sagt. Vernünftige und differenzierte Kritik ist immer willkommen! Wenn es aber heißt „ey seid mal mehr wie die und die Band!“ nehmen wir das lediglich höflich zur Kenntnis. Wir haben eine recht genaue Vorstellung von unserem Stil, und von dem, was da passt und was nicht. Dennoch kommen manchmal Anregungen von außen, die zu uns passen, die wir aber nicht auf dem Schirm hatten – sowas kann z.B. ein guter Produzent.

L.C: Erzählt ein bisschen vom Entstehungsprozess des Albums. Wer schreibt die Songs? Wie war die Atmosphäre im Studio? Wer hat außer der Band noch Einfluss auf die Songs? 

Benno: Die musikalischen Fäden laufen bei Hannes zusammen. Er ist, wenn man so will, unsere musikalische Leitung.

Hannes: Der Song an sich entsteht bei mir zuhause und ist eigentlich soweit fertig, wenn ich ihn der Band vorstelle, aber die Feinarbeit machen wir dann alle zusammen, z.B. das finale Arrangement und so weiter. Die Texte schreiben meist Benno und ich, mal alleine, mal zusammen. 

L.C: Wie laufen bei euch Entscheidungsprozesse ab, z.B. beim Albumcover oder Auswahl der Songs. Hat einer die Hosen an oder wird demokratisch abgestimmt?

Hannes: Abgestimmt wird eigentlich nie. Wenn wir nicht einer Meinung sind, wird so lange diskutiert und nachgedacht bis eine Lösung zustande kommt mit der alle einverstanden sind. Grundsätzlich hat bei uns jeder eine Stimme.

L.C: Steht hinter ein paar der Songs ein bestimmtes Ereignis über das ihr darin schreibt?

Benno: Bread And Circus wäre hier ein gutes Beispiel. Mir ist eines Tages aufgefallen, dass die Kombination aus Arbeitslosengeld und TrashTV eigentlich nichts anderes ist, als die Brot-und-Spiele-Politik im römischen Reich. Das kann einen ziemlich aufregen.
Hannes: Nicht hinter jedem Song steht auch ein Ereignis, manchmal ist es nur ein Gefühl, dass man beschreiben will, oder ein Thema, zu dem man etwas zu sagen hat.

L.C: Vor einiger Zeit habe ich euch mal in Berlin spielen sehen, damals noch als Nightlife. Was hat sich außer dem Namen und Line-up seitdem bei euch verändert/verbessert/verschlechtert?

Benno: Ich würde sagen unsere gesamte Arbeit ist seit dem noch professioneller und effektiver geworden.

Hannes: Vieles hat sich verändert. Wir sind mit der Band nach Hamburg umgezogen, sind viel besser vernetzt, und fokussierter denn je. Wir haben uns in jeder Hinsicht verbessert, wäre ja auch traurig, wenn es anders wäre. Unser Stil ist eigentlich der gleiche geblieben, aber wir bringen alles noch besser auf den Punkt. Das gesamte Band-Konzept ist stimmiger geworden.

L.C: Ihr seid eine Hamburger Band. Kommt ihr ursprünglich von dort oder habt ihr euch erst später dort versammelt? 

Benno: Naja, also drei von uns kommen eigentlich aus Braunschweig, wo wir auch ein paar Jahre lang geprobt haben.

Hannes: In Hamburg haben wir Ende 2014 als Band unser Lager aufgeschlagen. Hier hat man diverse Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln und Gleichgesinnte zu finden. Wir kommen aber regelmäßig nach Braunschweig zurück um dort für  unsere treue Fangemeinschaft immer einige der besten Konzerte des Jahres zu spielen.

L.C: Eure Einflüsse von Bands wie Motley Crue etc. hört man relativ deutlich heraus, habt ihr auch Vorbilder aus anderen Musikrichtungen, Film/Fernsehen oder sonstigen Bereichen?

Benno: Auf jeden Fall! Ich mag zum Beispiel Reinhard Mey, Toby Keith oder Rainald Grebe und Jackie Chan. 

Hannes: Ich höre mir alles an, was mir gefällt, und bin da sehr unabhängig von irgendwelchen Genre-Grenzen. Alles was man gut findet, prägt einen natürlich auch mehr oder weniger, aber nicht jeder Einfluss ist immer auch direkt in der eigenen Musik wahrnehmbar.

L.C: Was hält die Zukunft für Night Laser bereit? Was ist schon geplant, was wünscht ihr euch noch? Geht es vielleicht mal für ein paar Shows ins Ausland?

Benno: Wir planen schon den nächsten Studioaufenthalt, und es liegen viele Gigs an, bei denen wir unser neues Album „Laserhead” im ganzen Land präsentieren.

Hannes: Eine kleine England Tour steht auch an, und mit Glück sind wir dieses Jahr noch mit einer größeren Band unterwegs.

L.C: Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt für dieses Interview und viel Erfolg für die Zukunft! Ein paar letzte Worte, die ihr gerne loswerden möchtet?

Benno: Party on!

ECLIPSE Interview

Am 21.03. war es endlich so weit: mein erstes Interview stand an und ich war mächtig aufgeregt. Was für ein Glück, dass meine ersten Interviewpartner Erik Mårtensson und Magnus Henriksson von Eclipse waren! Die zwei netten Schweden haben mir meinen Job denkbar einfach gemacht und so war es letzten Endes ein sehr angenehmes Gespräch im Herzen Berlins, genauer im Hard Rock Café. Nun könnt ihr also auf den nächsten Seiten unter anderem nachlesen, wie das Album entstand, wovon einige Texte inspiriert sind, was das musikalische Erbe der Band sein soll und warum so viele tolle Bands aus Schweden kommen. Viel Spaß!

L.C: Erst einmal danke für ein weiteres tolles Album! Ihr habt wohl bemerkt, dass es fast nur positives Feedback gibt, würdet ihr euch nicht auch mal Verbesserungsvorschläge wünschen?

E.M: Ganz einfach, such’ einfach nach schwedischen Reviews, da sind eine Menge Verbesserungsvorschläge drin! Aber ja, wir haben tatsächlich das Privileg vieler guter Reviews.

M.H: Ich schätze es auf jeden Fall wenn jemand eine Meinung zur Musik hat, auch wenn er/sie sie nicht mag. Ich höre es gerne, aber natürlich kann es auch nicht jeder mögen.

E.M: Jeder hat verschiedene Meinungen bei jedem Album und nicht jeder kann jedes Album lieben. Sogar die Jungs in der Band haben verschiedene Meinungen, aber man kann es halt nicht jedem Recht machen. 

L.C: War der Entstehungsprozess bei diesem Album anders als bei den anderen?

E.M: Nicht übermäßig, ich bin von Stockholm aufs Land gezogen und habe dort ein neues Studio gebaut, das ist die größte Veränderung. Anstatt ein unterirdisches Studio zu haben ist es jetzt überirdisch, wir können also die Sonne sehen. Dieses Album ist also wie wir uns anhören, wenn wir Sonnenlicht haben.

L.C: Also wart ihr alle etwas glücklicher wegen der Sonne?

M.H: Absolut, das schlägt sich in der Stimmung nieder. Ich erinnere mich an dein (Eriks) alten Keller, nach einer Weile musst du einfach raus, weil du nichts siehst außer der Wände. 

E.M: Und wenn du ein Studio in Stockholm hast ist es immer im Keller, die anderen sind zu teuer und du kannst keinen Lärm machen. Ich musste also immer ‚runter‘ laufen um Musik zu machen, jetzt gehe ich einfach nur ‚rein‘. 

L.C: Als ihr mit dem Album angefangen habt, hattet ihr da eine klare Version davon was ihr haben wolltet oder kam das währenddessen? 

E.M: Nicht wirklich. Man kann es auch zu sehr überdenken. Es dreht sich einfach alles um die Songs. Man beginnt Songs zu schreiben und die, die gut sind kommen auf das Album. Wenn du dann 6 oder 7 gute Songs hast, fängst du an ein Muster zu sehen wie sich das Album anhören wird. Also wir planen nicht wirklich, sondern die Songs an sich sind immer der Fokus bei uns. 

M.H: Jedes Mal, wenn wir versuchen zu planen, funktioniert es nicht. Wir versuchen nie es in eine bestimmte Richtung gehen zu lassen, es funktioniert nicht, du musst es einfach fließen, einfach aus dir raus kommen lassen. 

L.C: Gibt es jemanden außerhalb der Band, der direkten Einfluss auf die Songs hat oder macht ihr alles selbst?

E.M: Nein, es gibt noch andere. Da sind zwei Typen mit denen wir zusammen gearbeitet haben, einer ist Johan Becker und der andere heißt Michael, mit dem wir schon lange zusammen geschrieben haben, mindestens seit den letzten drei Alben. Sie gehören zwar nicht zur Band, sind aber durchaus ein Teil des Songwritings. 

M.H: Das sind die Typen zu denen wir gehen, wenn wir feststecken. 

E.M: Es ist immer gut Leute von außen dabei zu haben, weil du sonst immer wieder dieselben Songs schreiben würdest und wenn du mit jemand anderem schreibst, bringt derjenige wieder etwas anderes rein. Und letzten Endes wird es weder ein Song wie seiner sein, noch wie deiner, sondern irgendetwas dazwischen. 

L.C: Ok, das heißt also, dass auch wenn ihr schon eine ganze Weile Musik schreibt, seid ihr immer noch offen für Vorschläge von außen.

E.M: Natürlich, mehr und mehr. Wenn du alles selbst schreibst und deine Songs am Ende nicht gut genug sind, hast du verloren. Es ist besser Einflüsse und Inspiration von außen zu bekommen. Die Fans interessiert es nicht wer das Album geschrieben hat, sondern ob die Songs gut sind oder nicht. Ich denke, viele Bands vergessen das manchmal und es geht mehr um Egos und die Show. 

L.C: Für mich vermitteln viele eurer Songs eine sehr ermutigende „Was dich nicht umbringt, macht dich härter“-Einstellung, ist das Absicht oder denkt ihr da gar nicht drüber nach?

E.M: So bin ich als Person einfach…

L.C: Kommt also ganz natürlich…

E.M: Ich denke schon. Weiß nicht…wie sieht’s bei dir aus? (an Magnus) Oder bist du eher so ein „Wenn es mich umbringt, bringt’s mich eben um“-Typ?

M.H: Hm, ich war nicht so sehr ins Texte schreiben eingebunden, aber ich würde sagen, da wird schon viel von Erik und Michael reflektiert, die die Texte geschrieben haben.

E.M: Manche Songs sind wirklich dunkel und manche sind so wie du sagst, aber das ist einfach das was du tun solltest. Wenn etwas passiert, stehst du wieder auf und gehst weiter. Man gewinnt nichts mit Rumsitzen und Selbstmitleid. So ist das Leben und es geht immer weiter. 

M.H: Manchmal kann es auch ein Trost sein, sich einen Song anzuhören von jemandem, dem es viel schlechter geht als einem selbst. Wenn du niedergeschlagen bist willst du nicht immer einem Gewinner zuhören und dir denken „Ok, so werde ich niemals sein“, das ist kein Trost. 

E.M: David Coverdale hat dauernd ein total gebrochenes Herz, es gibt niemanden mit einem gebrochenerem Herz als ihn, aber wenn du ihn siehst, sieht der gar nicht danach aus.

M.H: Nein, der sieht eigentlich ganz glücklich aus.

L.C: Wollte ihr eure Fans zu irgendetwas inspirieren, wenn sie eure Musik hören oder bei euren Shows sind?

E.M: Nein, nicht wirklich. Ich hab da keine Ambitionen, wir machen die Musik, aber ansonsten…

M.H: Ich hoffe sie verlassen unsere Show mit einem positiven, glücklichen Gefühl und etwas Energie der Show. Den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu bringen ist das worum es geht. Unterhaltung, Spaß zusammen haben…

L.C: Gibt es ein bestimmtes Erlebnis oder eine Erfahrung, die euch zu einem der Songs auf dem neuen Album inspiriert hat?

E.M: Ja, ich denke viele Songs sind von etwas inspiriert über das ich schreiben möchte, aber ein bestimmtes Ereignis…welche Songs sollten das sein?

M.H: Es gibt einen Song auf dem Album namens ‚Downfall Of Eden‘, der zeitgleich zu den Wahlen in den USA entstand. Das war die schmutzigste Kampagne überhaupt und der Song ist davon etwas inspiriert. „The king is just a court jester, the king ain’t nothing but a fool (…) The queen is selling you a nightmare, the queen says anything to win…”, das kann man mit Hillary und Donald verbinden. 

E.M: …und ‘Hurt’, die Ballade, ist darüber jemanden zu sehen, der gerade jemanden sehr nahestehenden plötzlich verliert, darüber demjenigen die schlimmste Nachricht überhaupt zu überbringen. Also jeder Song hat seine Inspiration, anders würde es weder für einen selbst noch für den Zuhörer Sinn ergeben. Wir sind eben keine Band, die über Party und Mädchen singt…

L.C: Was am Musiker sein bzw. in einer Band sein gefällt euch am meisten und was am wenigsten?

E.M: Gute Frage. Am meisten ist es das Live-Spielen und überhaupt die Liebe zur Musik. 

M.H: Wenn du selbst spielst ist das der beste Job der Welt, denn wenn wir zur Arbeit gehen bekommen wir Applaus, sofortige Anerkennung und Belohnung…der Typ, der bei 7/11 arbeitet bekommt keinen Applaus – ein bisschen unfair, weil jeder sollte Applaus bekommen. Und wir reisen viel, das ist auch eine große Belohnung. 

E.M: Die Kehrseite für mich ist das Musikbusiness. Ich mag die Musik aber nicht das Business. Außerdem streitet man sich innerhalb der Band und hat verschiedene Meinungen darüber, was richtig und falsch ist, also ist es schwierig als Team zu arbeiten. Wir kommen schon seit einigen Jahren damit klar, aber es hat trotzdem seine Hochs und Tiefs. Die Sonnenseite ist aber auf jeden Fall die Musik.

M.H: Auf der anderen Seite ist es sehr schön die vielen Erfahrungen als Team zu teilen. Ich meine, Elvis muss sich ziemlich einsam gefühlt haben als super mega Star, aber immer alleine ohne Bandkollegen mit denen er den Erfolg teilen kann. 
…und wir sind außerdem gute Freunde, also haben wir Spaß auf Tour.

E.M: Und wenn mal was nicht so läuft, teilen wir das auch und dann fühlt es sich besser an, es ist wie eine zweite Familie mit der man Gutes und Schlechtes teilt.

L.C: Ihr sagt ihr mögt das Live-Spielen und das Reisen. Ihr wart ja schon in einigen Ländern unterwegs, könnt ihr vielleicht mal zwei komplett gegensätzliche Publika beschreiben?

E.M: Ja, klar. Wenn du zum Beispiel einen spanischen Fan nimmst, hört der sich an wie 10 Schweden. Spanier singen mit uns haben Spaß, während Schweden mit verschränkten Armen einfach nur dastehen. 

M.H: Ja, die sind etwas zurückhaltender und es dauert eine Weile um sie aufzuwärmen während Spanien von Anfang an der reine Karneval ist. Die können jeden Text, jedes Riff…

E.M: Spanien ist sehr einfach zu spielen, während in Schweden die Leute erstmal im Hintergrund stehen, was mich dazu animiert noch besser zu sein, so nach der Art “Den Arschlöchern zeige ich jetzt mal, dass ich gut bin.“ Normalerweise ist es dann am Ende des Konzerts ok, sie müssen nur erstmal aufgewärmt werden.

L.C: Gab es schon einmal Missverständnisse oder lustige Situationen aufgrund kultureller Unterschiede als ihr auf Tour wart?

E.M: Nicht mit dem Publikum, die üblichen Probleme gibt es mit den Organisatoren. Die Abläufe bei jedem Konzert sind eigentlich sehr standardisiert: du kommst an, du gehst Backstage, du hast die Crew, es funktioniert überall gleich.

M.H: Manche Länder sind schwieriger als andere. In Finnland, Deutschland und Japan läuft alles wie ein Uhrwerk, es ist sehr gut organisiert. Italien zum Beispiel ist eine einzige Katastrophe. Die Fans sind super, aber nichts funktioniert. Auch Spanien kann ziemlich anstrengend sein. 

E.M: Ja, in Deutschland hast du einen Techniker, der alles weiß und es zum Laufen bringt, in Spanien oder Italien hast du 6 Techniker und keiner weiß irgendwas, sogar der einfachste Job wird zum Alptraum. 

M.H: In Schweden wird die Band wie das letzte Glied der Nahrungskette behandelt…

E.M: Ja, der Techniker ist der Star…denkt er zumindest.

L.C: Ok, dann sind wir schon fast bei der letzten Frage. Ihr habt sicher bemerkt, dass die letzten Jahre einige Künstler verstorben sind. War einer dabei, dessen Tod euch besonders nahe ging?

M.H: Ja, es war ein bisschen traurig als Lemmy starb, er war ja immer da und es ist schwer sich eine Welt ohne Lemmy vorzustellen. Dass diese ganzen Leute sterben macht dir bewusst, dass wir alle sterblich sind. 

E.M: Es ist noch niemand gestorben, der einen riesigen Einfluss auf mich hatte…außer Chuck Berry…aber er war wirklich alt. Ich denke die meisten dachten „Was, der lebt noch?“. Also war noch keiner meiner großen Helden dabei, aber wenn Leute wie Angus Young etc. anfangen zu sterben wird das ein echtes Problem.

L.C: Wenn man auf Leute wie Prince oder George Michael guckt, die ja viel Musik geschrieben haben, denkt ihr deren Abwesenheit wird die Musikwelt verändern?

M.H: Die hatten sicher einen großen Einfluss auf die weltweite Musikszene, vor allem Prince…

E.M: Ich denke aber nicht, dass sie noch einen so großen Einfluss auf die Zukunft gehabt hätten, den hatten sie schon vorher.

M.H: Die haben ja die letzten Jahre nicht so viel veröffentlicht, also da waren sie schon nicht mehr auf dem Gipfel ihres Erfolgs.

E.M: Wir sind fast da, wir sind jetzt auf dem Gipfel!

L.C: Ok, dann hoffen wir mal es dauert noch bis ihr dran seid, aber was würdet ihr denn gerne zurücklassen? Was soll euer musikalisches Erbe sein?

E.M: Ich glaube nicht, dass ich ein Erbe hinterlasse.

M.H: Wenigstens ein Lied, dass in den Gesangsbüchern von Schulkindern steht. Das wäre cool. Zu Hause in Schweden singen wir viele Volkslieder in der Schule, sehr alte Lieder, also das wäre die größte Errungenschaft. 

E.M: Das wird dann aber wohl kein Eclipse-Song sein…

M.H: Nein, da müsste man schon gezielt ein Lied für die Gesangsbücher schreiben.

L.C: Oder ein weiteres Trinklied…

E.M: Das würde dir ewiges Leben garantieren.

L.C: Nein, aber ich denke auf jeden Fall, dass ihr etwas hinterlassen werdet. Eure Fans spielen ja auch in Bands und sind von euch beeinflusst, also das ist das was von euch bleibt.

E.M: Das ist cool! Ich habe mal eine Band aus Finnland gehört. Die haben eine Single rausgebracht, die genau wie ein W.E.T. –Song klang. (Anm.: Erik und Magnus wirken beide bei W.E.T. mit). Es war fast eine Kopie. Das war wirklich lustig und es ist eine tolle Sache, dass jemand so inspiriert war, dass er einen meiner Songs kopiert. Ein großartiges Kompliment, Gott weiß wie viele Songs ich selbst kopiert habe bevor ich mein eigenes Ding anfing.

L.C: Also hast auch du Sachen kopiert?

E.M: Klar, jeder fängt mit kopieren an! Jeder Künstler, jeder Maler, sogar jeder Schreiner…du kopierst einfach das, was andere vor dir gemacht haben und dann lernst du irgendwie es auf deine Art zu machen. Manche sind 19 und haben ihren eigenen Stil, andere finden ihn später und manche niemals.

L.C: Hat es bei dir lange gedauert?

E.M: Eine Weile…vielleicht mit 25…oder 30…

M.H: Es ist schwierig, vor allem in der Melodic Rock Szene.

E.M: Ja, zu Beginn der 2000er wurdest du ausgelacht, wenn du diese Musik gespielt hast, weil es einfach so altmodisch war. Jüngere Bands heute können sich das gar nicht mehr vorstellen, weil sie es nicht mitbekommen haben, aber du warst ein verdammter Idiot, wenn du diese Musik gespielt hast. Das hat es wirklich schwer gemacht deinen eigenen Stil zu finden, denn du hast versucht Musik zu schreiben, die anderen gefällt, nicht dir selbst. Später haben wir das aufgegeben und es auf unsere Weise gemacht und dann kam auch der Erfolg.

L.C: Warum kommen so viele Bands aus diesem Genre ausgerechnet aus Schweden?

E.M: Naja, es geht mit einem los und dann kommen die nächsten und sagen “Wenn die das können, können wir das auch”. Wenn du eine Band aus den USA siehst, kannst du dich nicht damit identifizieren, es ist wie Fiktion, aber wenn du dann eine Band aus deiner Heimatstadt siehst, die die Musik macht, die du magst, kannst du dich damit identifizieren und denkst du könntest das auch. Und dann verbreitet es sich wie ein Virus…oder eher etwas Gutes. Es wird zum Wettbewerb und zur Inspiration für alle. Also hast du Eclipse und dann H.E.A.T und vorher waren es Treat und Europe und jetzt gibt es Art Nation…

M.H: Wir können alle diese Bands zu Europe rückverfolgen, inklusive uns selbst. Und wir haben eine tiefe musikalische Tradition in Schweden, mit Volksmusik und Melodien, du kannst umsonst Musikunterricht nehmen wenn du möchtest, es gibt einfach viele Optionen, wenn du Musik machen willst.
 

EMERALD Interview

EMERALD aus der schönen Schweiz sind nach einer längeren Pause wieder zurück auf der Bildfläche und präsentiert etwas rund erneuert uns das neue Album „Reckoning Day". Gitarrist Michael Vaucher stand mir im Zuge der Veröffentlichung für ein paar Fragen parat.
 
J.P: Hallo Michael, schön dass es mit der „Interviewverabredung" geklappt hat! Obwohl wir bei uns schon eure letzten Alben besprochen haben, hatte es noch nie geklappt mit einem Interview! Das holen wir jetzt nach : ). Bevor wir zu eurer aktuellen Situation kommen, erzähl doch mal rückblickend, wie zufrieden seit ihr mit eurem letzten Album „Unleashed" und wie war die Zeit danach so?
 
M.V: Also mit „Unleashed" sind wir nach wie vor sehr zufrieden. Wir spielen immer noch einige Songs davon live an unseren Konzerten und die kommen super an, von dem her haben wir sicher vieles richtig gemacht auf dem Album. Das Beste an der Zeit danach war die gemeinsame Europatournee mit Helstar. Das war ein ganz grosses Highlight für uns und eine extrem geile Zeit. Leider ist nach dieser Tour unser Sänger Thomas Winkler ausgestiegen, um bei Gloryhammer mitzumachen. Unser Gitarrist Manuel Werro verliess die Band fast gleichzeitig aus gesundheitlichen Gründen und der Bassist Adriano Troiano verlor immer mehr die Motivation und wollte sich auf sein Solo-Projekt konzentrieren (Distant Past). Wir mussten also die halbe Band erneuern, was viel Zeit und Kraft kostete.
 
J.P: Apropos Situation, ihr hattet ja im Vorfeld mit einigen Besetzungswechseln zu kämpfen gehabt, der problematischste war wohl der auf der Sängerposition. Nach dem Weggang eures langjährigen Sängers Thomas L Winkler, warum ist er eigentlich gegangen?, der ja mittlerweile mit GLORYHAMMER recht erfolgreich ist, hatte George Call den Posten, aber auch mit ihm klappte es nicht so und zum guten Abschluss habt ihr nun mit Mace Mitchell anscheinend endlich den Richtigen gefunden! Erzähl uns doch mal ein bisschen über eure Sängersuche, die Umstände und wie ihr dann schlussendlich auf Mace gekommen seit?
 
M.V: Thomas Winkler ist wie oben gesagt ausgestiegen, weil er mit Gloryhammer eine Band gefunden hatte, die musikalisch wie optisch genau sein Ding war. Und natürlich auch, weil er sich dort viel mehr Erfolg versprach, was ja auch schnell Realität wurde. Wir hatten schon eine Weile erfolglos einen guten neuen Sänger gesucht, als George Call (ex OMEN, nun ASKA und CLOVEN HOOF) uns von sich aus die Zusammenarbeit anbot. Wir hatten ja bereits in der Vergangenheit mal für einen Song zusammen gearbeitet („Eye Of The Serpent" vom „Unleashed" Album) und wussten, dass wir vom Stil und Songwriting her super zusammen passen würden. Die Idee wäre eigentlich gewesen, im 2014 ein neues Album aufzunehmen und zu veröffentlichen und danach mit George eine Europatournee zu machen. Wir nahmen dann das neue Emerald Album im Herbst 2014 komplett auf (ohne Gesang) und schickten alles in die USA für die Gesangsaufnahmen. Leider bekamen wir von George nach über einem Jahr Wartezeit gerade mal 2 Songs zurück. Wir mussten also irgendwann die Sache beenden, um vor lauter Frust über das ewige Warten nicht die Band zu gefährden. Mace entdeckten wir durch ein Konzert mit seiner Iron Maiden-Coverband Eddie's Beast. Wir waren sowas von froh, endlich einen fähigen und auch menschlich tollen Sänger gefunden zu haben. So konnten wir dann endlich das bereits 2 Jahre lang auf der Halde liegende neue Album im Herbst 2016 fertigstellen…
 
J.P: Sehr interessant finde ich auch, dass aus der Ära George Call zwei Songs auf dem Album gelandet sind. Finde ich erstmal sehr toll dass die Arbeit gewürdigt wird! Wer kam denn auf die Idee und wie kam es denn dazu?
 
M.V: Ja, George hatte nach eineinhalb Jahren dann schlussendlich drei Songs abgeliefert, welche wir natürlich auch sehr gelungen fanden und es wäre schade gewesen, die nicht zu verwenden (ein Song davon ist auf der Limited Edition CD und LP Version als Bonustrack vorhanden). Wir wollten auch diese Phase von Emerald dokumentieren und sind weiterhin mit George befreundet, es gibt kein böses Blut zwischen uns.
 
J.P: Um die Personalien abzuschließen, ihr habt auch jemand Neues am Bass. Endlich mal eine weibliche Note bei EMERALD : ). Vania Truttmann ist neu dabei. Wie kamt ihr auf sie?
 
M.V: Vania war die Schwester der damaligen Freundin unseres Gitarristen Julien. So war sie sehr schnell bei uns im Gespräch für den Posten am Bass. Es hat sich als sehr gute Wahl herausgestellt denn sie ist für Emerald definitiv eine riesige Bereicherung.
 
J.P: Von wann bis wann wurde denn aufgenommen, kannst du etwas zum Aufnahmeprozess und zur Entstehung des Albums erzählen?
 
M.V: Wir hatten alles bis auf die Vocals im November 2014 im Little Creek Studio bei V.O. Pulver (Poltergeist, Gurd, Destruction) aufgenommen. Wie oben beschrieben passierte dann leider über ein Jahr lang fast nichts. Von George erhielten wir dann irgendwann mal 2 Tracks mit Gesang (später noch ein Dritter). Nachdem Mace eingestiegen war, konnten wir im Sommer 2016 bei V.O. Pulver die Gesangsaufnahmen abschliessen. Er hat dann das Album auch gemischt und gemastert. Danach folgten noch Vertragsmodalitäten und die ganze Sache mit dem Artwork, welche uns auch nochmals ein paar Monate kostete. Aber wir wollten unbedingt ein Artwork von Hervé Monjeaud (Iron Maiden, Gamma Ray u.a.) haben. Die Geduld hat sich aber ausgezahlt, wir sind extrem glücklich mit dem Artwork.
 
J.P: Das Album ist mit 14 bzw. 15 Songs recht mächtig ausgefallen! Hattet ihr so viele Ideen oder hatte sich einfach so viel angesammelt?
 
M.V: Ohne Sänger hatten wir für eine lange Zeit keine Konzerte, weshalb wir uns mit Songwriting die Zeit vertrieben. Es stehen bereits jetzt schon wieder 7 Songs für das nächste Album… Man muss das aber noch relativieren. Auf „Reckoning Day" sind eigentlich 11 Songs drauf. Da die zweite Hälfte des Albums ein Konzept vertont, gibt es da noch einige Intros resp. kurze Songs, welche das Konzept mit Leben füllen. Aber volle Metalsongs sind 11 enthalten, was heutzutage eigentlich normal ist für ein Album.
 
J.P: Gibt es denn aus dieser Fülle an Songs ein paar die sich für dich etwas hervorzuheben sind und vielleicht eine Art Anspieltipp darstellen? Ich persönlich fand es sehr schwer dort ein paar auszuwählen, da alle sehr ordentlich sind!
 
M.V: Danke für das Kompliment. Ich denke, wir haben diesmal eine grosse Bandbreite erschaffen an verschiedenen Stimmungen und Richtungen innerhalb des Emerald-Sounds. Da gibt es einige Songs, die sehr heavy und straight ausgefallen sind wie „Black Pyramid", „Evolution in Reverse" oder „Ridden By Fear", aber auch einige sehr melodiöse und epische Sachen wie den Titelsong, „Reign Of Steel" oder „Signum Dei", welche ein Konzept über Schweizer Mittelalter-Geschichte vertonen. Und auch eine Ballade ist wieder dabei („Beyond Forever"), um die grösstmögliche Abwechslung zu erreichen aber auch, weil das Ding am Schluss einfach zu gut geworden war, um sie nicht aufs Album zu nehmen.
 
J.P: Über den Albumtitel „Reckoning Day" müssen wir noch sprechen. Klingt sehr mächtig! Was steckt hinter dem Titel, gibt es vielleicht eine Art Konzept zum Album, oder woher kommt der Titel?
 
M.V: Es ist wie oben schon erwähnt tatsächlich so, dass die ersten 7 Stücke des Albums für sich stehen und dann die zweite Hälfte der Platte ein Konzept vertont. Unser Keyboarder Thomas ist ja auch Schriftsteller und sein historischer Roman „Der Löwe von Burgund" bildet die Grundlage für dieses Konzept. Es geht in dem Buch um die Burgunderkriege, welche sich in der Schweiz im Mittelalter abspielten. Ein Thema, welches sich natürlich sehr gut eignet für Heavy Metal Songs. Im Booklet zur CD wird das Konzept und die Bedeutung der jeweiligen Songs jeweils kurz erklärt.
 
J.P: Ein Wort zum Label. Ihr seit so etwas wie die alten Hase bei Pure Steel Records und ich finde ihr passt dort auch perfekt hin! Beschreib doch mal die Zusammenarbeit mit dem Label und ich hoffe doch ihr habt dort noch länger vor zu bleiben und fühlt euch dort wohl?
 
M.V: Ja, wir sind eigentlich fast seit der Gründung des Labels dabei. Das Schöne bei Pure Steel ist, dass wir, also Band und Label gut befreundet sind und uns schon ewig kennen. Die Leute dort sind Idealisten und machen das Ganze aus Überzeugung. Sie sind also auch Fans der Band und das ist sehr viel Wert heutzutage, wo sich fast alles nur noch um Geld und Wachstum etc. dreht. Die Zusammenarbeit funktioniert jedenfalls sehr gut und wir fühlen uns da sehr wohl.
 
J.P: Zum Abschluss die Frage nach der Zukunft. Was steht bei euch denn als Nächstes auf den Programm? Seit ihr vielleicht live zu sehen und was habt ihr für Pläne?
 
M.V: Ja, wir buchen gerade viele Konzerte fürs 2017. Zur Zeit ist für fast jeden Monat im 2017 bereits etwas gebucht, allerdings bis jetzt nur innerhalb der Schweiz. Wir hoffen sehr, dass wir auch noch einige Konzerte in Deutschland spielen können. Zudem wäre eine Europatournee natürlich eine tolle Sache, aber das ist auch immer eine Frage der Finanzierung. Wir haben aber jetzt wieder einen Vertrag mit einer deutschen Booking-Agentur abgeschlossen, was uns sicher einige gute Möglichkeiten dazu bringen wird. Wir haben zudem für das nächste Album bereits 7 fertige Songs zusammen und könnten eigentlich ohne Probleme im Herbst bereits die Aufnahmen beginnen. Leider ist auch das aber immer eine Kostenfrage und wir müssen jetzt erst einmal viele Konzerte spielen und Merchandise verkaufen, um uns die Aufnahmen zum nächsten Album einigermassen finanzieren zu können.
 
J.P: Vielen Dank Michael für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interviews! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

M.V: Ein grosses Danke für diese Unterstützung ! Und an die Leser und Fans: unter www.emerald.ch könnt ihr unsere Videos anschauen oder unsere Musik an checken. Wir sehen uns auf Tour !

© Stéphane Schmutz / STEMUTZ.COM

 

Julian

HAMMER KING Interview

Nach dem tollen Debütalbum „Kingdom of the Hammer King“ der Jungs von HAMMER KING welches von der Presse und den Fans tierisch abgefeiert wurde kommt nun schon der zweite Silberling mit dem klangvollen Namen „King is Rising“ um die Ecke. Ich sprach mit Gitarrist und Sänger Titan Fox (Patrick Fuchs) um mehr über die zurückliegenden Jahre und die neuste Veröffentlichung zu erfahren.

J.P: Hallo Titan, vielen Dank das du mir Frage und Antwort stehst zu der Veröffentlichung eures neuen Albums! Lass uns doch mal kurz zurückblicken auf eure ersten Jahre bzw. auf das Debütalbum. Wie ist es für euch gelaufen, wie zufrieden seid ihr mit dem ersten Album rückblickend?
 
T.F.: Hi Julian, schön mit Dir zu sprechen! Es ist eine schlimme Angewohnheit, dass alle Musiker immer behaupten, wie großartig alles läuft. Aber ich habe keine Möglichkeit, etwas anderes zu sagen, denn der Hammer King zwingt mich dazu. Nach vielen Jahren in einigen Bands ist es eine super Erfahrung, einfach die Musik zu spielen, die eben ganz natürlich zu uns und mir passt. Und dann waren eben die Reaktionen auch sehr stark – und durch die polarisierende Ausrichtung eben niemals beiläufig. Das hat sehr geholfen, die Band zu starten. Und nun, mit "King Is Rising" wird scheinbar bemerkt, dass wir sehr ernsthafte Musik machen. Wir sind sehr zufrieden, die Konzerte mehren sich, wir waren nun auch bereits ein paarmal im Ausland, was absolut großartige Shows waren!


J.P: Personell ist die Band ja glaube ich unverändert geblieben oder? Wie bist du eigentlich an deine Mitmusiker gekommen? Ich denke gerade ein K.K Basement ist ja nicht gerade um die Ecke und ich hätte auch eher damit gerechnet das du vielleicht ein paar alte Mitglieder von ROSS THE BOSS am Start hast?

T.F.: Das Line-Up ist unverändert, genau. Glücklicherweise ist das so, denn die Routine und Erfahrung hat uns auf der Bühne, aber auch im Studio besser gemacht. "King Is Rising" sagt man häufig nach, sie sei besser als "Kingdom Of The Hammer King", was immer dem Feeling zugeschrieben wird. Ich kann das nachempfinden, denn die "Rising" klingt losgelöster und zugleich selbstbewusster. Ich gebe auch gerne zu Protokoll, dass bisher kein Album meiner Beteiligung so gut vorbereitet war. Das Demo war sehr detailiert und jeder wusste eben genau, was im Studio zu tun ist. Von zwei, drei Gesangsparts oder Solopassage abgesehen gab es daher auch keinerlei nachträgliche Änderung nach den initialen Sessions. K.K. Basement kommt zwar sprichwörtlich "from out of nowhere", lebt aber eben tatsächlich hier in der Region. Dass es keine ROSS THE BOSS Musiker in HAMMER KING gibt ist natürlich verwunderlich, hat sich aber tatsächlich ganz einfach so ergeben. Und die Legende besagt ja, dass der König die Musiker selbst gewählt hat – da kann ich also gar nichts machen.


J.P: Apropos ROSS THE BOSS, kurze Zwischenfrage dazu, die Band existiert glaube ich nicht mehr oder? Ross ist mit DEATH DEALER glaube ich tierisch unterwegs und du hast jetzt mit HAMMER KING eine neue Band, oder gibt es noch Hoffnung für die ROSS THE BOSS Fans das es auch dort wieder neues Material gibt?

T.F.: Doch, die ROSS THE BOSS Band existiert wieder, allerdings mit komplett anderen Musikern aus den USA. Sie waren beim Keep It True aufgetreten und habe bisher ausschließlich Manowar-Coversets gespielt. Das macht auf eine Art auch Sinn, denn der Sänger ist super und klingt brachial nach Eric Adams, hat mit Ross' ursprünglicher Intention, sich von den Manowar-Songs zu lösen, wenig zu tun. HAMMER KING haben gerade das Angebot erhalten, für ROSS THE BOSS zu openen – was ich mir natürlich nicht entgehen lassen mag!


J.P: So, jetzt blicken wir aber mal auf euer neues Album „King is Rising“. Der Albumtitel lässt auf ein Konzept oder eine Geschichte dahinter vermuten. Was hat es mit dem Titel auf sich und von was handeln die Stücke? Ist es eine Fortführung der Geschichte vom Debütalbum?

T.F.: Das Debüt "Kingdom Of The Hammer King" stellte den Hammer King in der Trilogie "The King With The Sword And The King" zuerst einmal vor. "King Is Rising" ist vom Cover bis zu den Songs deutlich düsterer und behandelt die Kriegsgeschichten des Königs. Es schlägt somit auch einen gewissen Bogen von historischen Schlachten zu aktuelleren politischen Spannungen. Natürlich ist es somit trotzdem eine Art Fortsetzung des Debütalbums.
Zeichner Timo Wuerz hat den Königskriegern auf dem Cover die Uniformen gegeben, die wir auch live tragen.


J.P: Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? War es eine Gemeinschaftsarbeit im Studio oder haben auch einige Mitglieder ihre Parts im stillen Kämmerlein eingesungen?

T.F.: Wir haben die "Kingdom" seinerzeit im Studio Greywolf aufgenommen und die Chemie mit Charles Grewolf war einfach unschlagbar. Zum ersten Mal hatte ich eine Atmosphäre, die total locker und gleichzeitig motivierend war. Auch menschlich knallt das mit Charles unglaublich, daher war es uns absolut wichtig, "King Is Rising" auch dort aufzunehmen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich von Platten, die jeder in seiner Kammer aufnimmt, nicht überzeugt bin. Die erste ROSS THE BOSS war aus zwei Studios und die war sehr gut. Die zweite hingegen wurde an vier Orten aufgenommen und so klingt sie auch. Führerlos. Diesen Fehler gibt es bei HAMMER KING nicht, wie diskutieren im Proberaum, ich überwache das Demo und wir diskutieren zur Not noch einmal. Im Studio weiß dann jeder exakt, was zu tun ist und Charles ist dann der Mann, der die Performance bestmöglich und den Kaffee in Mengen macht. Davon bin ich überzeugt und wir werden die dritte HAMMER KING definitiv wieder im Studio Greywolf aufnehmen.


J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „King is Rising“ ein. Für mich sind „King is Rising“, „Last Hellriders”, „For God and the King“ „Kill the Messenger“ und “The Hammer is the King” die hervorstechenden Songs. Das gesamte Album ist euch aber hervorragend gelungen! Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

T.F.: Vielen Dank für die Blumen! Ich finde es faszinierend, dass scheinbar jeder andere Favoriten hat. Meine wechseln nach wie vor ein wenig, "For God And The King" und "Kill The Messenger" sind aber definitiv darunter. "Battle Gorse" und "Eternal Tower Of Woe" auch. Letztendlich fahre ich auch sehr auf "Viva 'La King" ab, es hat einen sehr plumpen, aber höchsteffektiven Drive! Der Test Of Time wird auf der Bühne erfolgen, da zeigen Lieder ja ihre wahre Stärke – wir brauchen allerdings langam eine recht lange Show, um alles zu spielen, was sich anbietet.


J.P: Vergleich doch mal bitte das neue Album mit eurem Debüt. Was glaubst du ist anders, bzw. was wolltet ihr verbessern? Ich finde ja das neue Album klingt irgendwie etwas runder und kompakter.

T.F.: Das fällt mir extrem schwer! "King Is Rising" bekommt durch die Bank bessere Bewertungen, als "Kingdom Of The Hammer King". Wir hören oft, dass das Album "reifer und stärker" klingt – ich bin ganz ehrlich nach wie vor zu nah an der Musik und zu nah an den Alben, um das beurteilen zu können. Ich denke, dass "King Is Rising" einfach losgelöster und dadurch emotionaler wirkt. Wir hatten keinen Plan, etwas gezielt zu verbessern, sondern wollten einfach wieder ein bestmögliches und starkes Metal Album aufnehmen. Der einzige Vorsatz war, mindestens zwei schnellere Songs aufzunehmen, da "We Are The Hammer" vom Debüt live immer voll eingeschlagen ist und damals der einzige Speedtrack war.
Die gundsätzliche Marschrichtung bleibt aber für die Zukunft bestehen: Keine Keyboards, keine Samples, keine falschen Chöre.


J.P: Ihr seid ja in einem stilistischen Fahrwasser unterwegs den viele nur belächeln. True Metal mit den üblichen Klischees hat ja mit MANOWAR berühmte Urväter und ich denke mal euch ist es vollkommen wurscht was andere über eure Songs und deren Texte denken oder?

T.F.: Im Großen und Ganzen: JA. Es ist aber in der Tat überraschend, wie stark doch gehasst oder geliebt wird – und wie wenig es dazwischen zu geben scheint. Wir bekommen zeitgleich in einem Magazin eine hervorgehobene Review und im anderen sind wir am Ende der Richterskala. Aber wer will schon im Mittelfeld unbeachtet untergehen? Live hatten wir hingegen nie Probleme, selbst vor dem Deutschrock-Publikum schlug die Musik gut ein. Und ja, wenn wir spielen, an neuen Songs arbeiten oder aufnehmen, dann ist es tatsächlich scheißegal, was jemand denken könnte. Songs wie "For God And The King" strotzen eben nur so vor Leidenschaft und sind absolut Metal, sonst zählt nichts.


J.P: Direkt nach der Veröffentlichung des Albums seit ihr ja auf eine lokale Tour gegangen. Ich wollte auch nach Kaiserslautern kommen, da ich nicht so weit weg wohne, daher auch als Daheimgebliebener die Nachfrage, wie war denn die Tour so für euch? Heutzutage gehen ja viele Bands gar nicht mehr in kleinere Clubs weil es sich für die nicht mehr lohnt, wie siehst du das?

T.F.: Es gab auf der ganzen Tour nur einen Gig, den ich nicht wirklich passend fand, wo der war, sag ich natürlich fairerweise nicht. Aber wenn denn trotz massiger Korrespondenz jegliche Equipment-Belange ignoriert werden, dann macht das eine gute Show sehr schwer. Es gab viele tolle Shows, gleich das erste Open-Air im Regen war sensationell, haben tolle Clubshows gespielt, eine Argentinische Folk-Metalband supportet, bei der ein ehemaliger Ross The Boss Live-Drummer spielt, haben ein ausgewiesenes Deutschrock-Festival bezwungen und letztlich wurden wir auf der finalen Show in Österreich wahrlich königlich gefeiert, wie wir es nicht erwartet hätten. Und vor allem konnten wir viel wachsen und Erfahrungen machen.


J.P: AC/DC scheinen kurz vorm Karriereende zu stehen, von MANOWAR gibt es seit Jahren die gleiche VÖ Ankündigungen und x Live Scheiben, GUNS N ROSES sind wieder da und Facebook scheint den Bach runterzugehen. Was meinst du was hält die Zukunft so für euch bzw. uns so parat?

T.F.: Bei AC/DC kann man nur hoffen, dass sie nichts mehr machen. Wer will denn nach all den Jahren mit quasi stabiler Besetzung nun eine komplett andere Band sehen? Egal wie gut das ist oder wird, das ist einfach bedauerlich im Hinblick auf die ganze Bandgeschichte.
Manowar hingegen haben für mich mehrere Stufen: Die ersten vier Alben sind Göttergaben, die ersten sechs insgesamt sehr stark, Triumph Of Steel war trotzdem gut, Louder Than Hell war ok, ab Warriors Of The World wurde es im selben Muster immer eine Stufe bizarrer und schwächer. Man sollte eine Tour mit Ross machen und dann für immer verschwinden – leider sieht es konsequent nach dem Gegenteil davon aus.
Die Zukunft kann niemand vorhersagen – nicht einmal Doc Emmet Brown. Ich mache mir allerdings keine Sorgen und bleibe vehement in der Spur. Nach dem Album ist vor dem Album, wir werden Anfang 2017 jedenfalls die neuen Songs des Kings sichten und läuten dann euphorisch die nächste Runde ein!


J.P: Wo bist du denn aktuell noch aktiv bzw. was hast du noch für musikalische Eisen im Feuer? Oder konzentrierst du dich aktuell nur auf HAMMER KING?

T.F.: Die Legende besagt, dass der Hammer King ein eifersüchtiger Herrscher ist, der keine anderen Herrscher neben sich duldet. Eine Ausnahme macht er allerdings doch, er lässt mich mit sehr guten Freunden bei LORD VIGO spielen. Diese Epic-Doom-Band war eine vollkommen ungeplante Sache und läuft ebenfalls sehr gut an, wobei ich dort neben der reinen musikalischen Arbeit absolut nichts mache. Eine Fulltime-Band ist genug – und wenn es dann doch plötzlich zwei sind, dann muss ich eben wirtschaftlich sein.


J.P: Vielen Dank Patrick/Titan für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

T.F.: Ich danke Dir, Julian. Melde Dich, wenn Du zu einer Show kommen magst, dann trinken wir ein King's Brew zusammen. Danke für die Unterstützung und das sehr fundierte Interview! God bless the King, may the King bless you!


Julian

HERMAN FRANK Interview

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Nachdem sich der deutsche Gitarrenaltmeister Herman Frank von ACCEPT verabschiedet hat widmet er sich nun wieder endlich seiner Soloband. Unter dieser Fahne erscheint nun das dritte Album „The Devil Rides Out“. Dies und auch seine Zeit bei ACCEPT waren natürlich Grund genug dem guten Herman wieder ein wenig auf den Zahn zu fühlen.

J.P: Hallo Herman, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu deinem neuen Album und zu deiner Zukunft selbst beantwortest. Als erstes müssen wir leider nochmal kurz das Thema ACCEPT abarbeiten. Oder möchtest du dazu nichts mehr sagen? Ich habe schon ein, zwei Interviews mit dir gelesen wo du gemeint hast das Thema ist endgültig durch und es ist zu viel vorgefallen! Ähnliche Töne lässt auch immer wieder Udo Dirkschneider fallen wenn er darauf angesprochen wird, scheint also wirklich etwas schwieriger zu sein?

H.F: Also für mich wurde es immer mehr eine Einbahnstraße. Es ist halt Wolfs Projekt und man steht dabei und es ist etwas unbefriedigend weil es einfach schwierig ist sich einzubringen. Man bietet es gerne an, aber da kommt nichts. Du musst ja nur mal in die Bandgeschichte zurückblicken es gab irgendwie 8 Wechsel an der Gitarre, das spricht denke ich für sich.
Mehr braucht man dazu nicht zu sagen, da kann sich jeder seinen Teil dazu denken.
Ich bin selbst schon seit 30 Jahren Musiker und Komponist und hatte immer meine Bands und so war es klar das ich jetzt wo ich wieder Zeit hatte mit meiner Soloaband weiter mache.
Wenn du Teil von ACCEPT bist hast du einfach keine Zeit mehr nebenher und das war vielleicht auch ein Grund für den Ausstieg.

J.P: Ich hatte ja eigentlich erwartet, da ja auch Schlagzeuger Stefan Schwarzmann mit dir zusammen gegangen ist, das er wieder bei dir mitwirkt, dem ist aber nicht so. Weißt du was er aktuell macht bzw. habt ihr noch Kontakt? Mit Andre Hilgers hast du natürlich einen perfekten Ersatz dem die Spielfreude geradezu anzumerken ist. Wie kamst du auf und an ihn?

H.F: Also zu Stefan habe ich gar keine Kontakt aktuell ich weiß also gar nicht was er macht. Andre kenne ich auch schon sehr lange und wir haben uns immer wieder auf Festivals oder Konzerten getroffen und immer wieder gesagt wir müssen mal was zusammen machen. Er steht auch total auf meine Art Mucke und hat auf der Platte echt eine geile Performance hingelegt! Es passt einfach wie die Faust aufs Auge, das hat er auch während der Aufnahmen gezeigt die er in grandiosen 1 ½ Tagen abgeschlossen hatte. Der Wahnsinn! Er ist einfach ein Glücksgriff.
Ich wollte einfach auch eine komplett neue Besetzung die stabil genug ist um vielleicht auch ein paar Alben zusammen zu machen.

J.P: Mit Michael Müller gibt es einen neuen Basser. Erzähl mal wie kam der Kontakt zu Stande und stand dein alter Bassmann nicht für die Aufnahmen zur Verfügung?

H.F: Michael kannten wiederum Rick und Andre und sie haben ihn mir ans Herz gelegt. Er spielt richtig klasse, sieht dazu noch sehr gut aus, was will man mehr : – ) . Er ist auch ungefähr in dem Alter das er auch noch die Art von Musik erlebt hat die wir spielen, das ist denke ich ganz wichtig.

J.P: Um die Personalien abzuschließen. War Rick Altzi sofort wieder Feuer und Flamme für ein neues Album mit dir? Der Gute passt wie ich finde perfekt zur Mucke!

H.F: Ja wir haben ja schon länger immer wieder Kontakt gehabt und gesagt wir wollen wieder eine neue Scheibe zusammen machen. Er hat ja nach unserem letzten Album das Angebot bekommen bei MASTERPLAN einzusteigen, ich war zu dem Zeitpunkt bei ACCEPT und er hat mich dann gefragt. Ich habe dann zu ihm gesagt er soll das auf jeden Fall machen!
Als dann klar war das ich bei ACCEPT weg bin, hat er aber sofort wieder gesagt ok bei der nächsten Scheibe bin ich auch wieder dabei!

 J.P: Ist es eigentlich nach wie vor bei dir so das die Sänger die Lyrics schreiben? Du erwähntest das beim letzten Interview schon.
 
H.F: Ja das ist auch dieses Mal so und wird vermutlich auch immer so bleiben bei mir! Natürlich bringe ich meine Ideen und Vorstellungen ein, die Rick auch sehr gut aufgenommen hat, aber ich schreibe ihm nicht vor wie er das ganze Stück zu singen hat. Das soll er alleine entscheiden. Natürlich habe ich eine Gesamtvorstellung, aber die Details arbeitet er aus.
Ich singe ja immer die Demos ein, das klingt natürlich lange nicht so gut wie bei Rick, etwas brutaler und er nimmt die Vorlage dann und verfeinert sie.

J.P: Kommen wir  nun aber mal zum neuen Album „The Devil Rides Out“. Wie lief denn der Aufnahmeprozess ab? Von wann bis wann ist denn das Album entstanden?


H.F: Also Anfang des Jahres habe ich angefangen zu schreiben. Ich entwickel die Songideen immer aus Riffs die mir beim üben gut gefallen. Dann habe ich da ein bisschen was zusammengebastelt, eingepackt und bin dann im Januar direkt zu Rick nach Göteborg gefahren. Danach habe wir die Sachen dann ausgearbeitet und als sie grob fertig waren bin ich wieder heim gefahren. So entstand halt ein Song nach dem anderen. Anschließend schicke ich dann immer die Urfassung an die anderen Bandmitglieder und als Mülli und Andre die Sachen bekamen konnten sie sich schon mal einen ersten Eindruck davon machen. Danach ging es zu mir ins Studio wo wir dann noch ein bisschen daran gearbeitet und rumgejammt haben.
Die Aufnahmen gingen dann auch recht schnell von statten und wir waren ungefähr im Mai fertig. Dann musste ich aber auf Charlie Bauerfeindt warten, der die Platte unbedingt mischen sollte, da ich mit ihm schon bei VICTORY und MOON DOC zusammen gearbeitet habe. Ich wollte einfach wieder etwas mehr Back to the Roots! Heutzutage bekommst du immer zig Sachen von Bands über Facebook und ähnliches geschickt die sich soundtechnisch alle gleich anhören.
Charlie ist halt noch von der alten Schule der diese Art von Mucke gut mischen kann. Was jetzt nicht heißt das er das neue Zeug nicht auch drauf hat, das beherrscht er auch tadellos!

J.P: Wenn du die neue Platte mit den beiden vorherigen Alben vergleichst, worin siehst du die größten Unterschiede?

H.F: Also ich finde das die neue Scheibe vielleicht etwas erwachsener, gereifter klingt. Wenn man das noch in meinem Alter behaupten kann : – ). Sie klingt einfach rund, nicht langweilig sondern einfach nur eine coole, runde Scheibe die einfach den Drive hat den ich wollte.

J.P: Einzelne Songs hervorzuheben ist mal wieder sehr schwer bei der geilen Qualität auf dem neuen Album! Aber die Single „Ballhog Zone“ sticht natürlich etwas hervor. Einfach ein purer, simpler Metalsong voll auf die Zwölf zu dem es auch noch ein cooles Video gibt. Erzähl uns doch mal etwas über den Song und über die Entstehung des Videos?

H.F: Die Idee kam natürlich von mir und vom Regisseur. Die Plattenfirma hat einfach gesagt komm macht doch ein Video und ich dachte mir Oh Gott was nehmen wir da für einen Song und wie machen wir das!
Schnell viel dann die Wahl auf eben „Balhog Zone“. Ein Balhog ist jemand der absolut kein Teamspieler ist und alles an sich reißt. Kann man also auf den Sport wie auch auf den Beruf übertragen. Und wie das halt immer so ist kann man natürlich in ein paar Minuten Video nicht immer die komplett Geschichte unterbringen, man will ja von der Band auch was zeigen. Daher war die Grundstory von dem Video eigentlich eine andere, Rick kommt aus dem Knast und der „Gegner“ im Video hat ihm quasi alles weggenommen, Auto, Frau, einfach Alles. Für ihn ist Rick auch in den Knast gekommen. Im Endeffekt muss er dann das Autorennen bestreiten um alles wieder zu bekommen. Eine simple Sache halt, man muss natürlich auch einfach ein paar Rock N Roll Klischees bedienen.

J.P: Es gibt vermutlich kein wirkliches Konzept hinter dem Album, oder? Das tolle Cover, wer hatte denn Idee dazu, lässt so etwas zwar vermuten, aber so wie ich dich kenne sind die Lieder zusammenhanglos oder?

H.F: Nein gibt es nicht, ich steh einfach nicht auf die Konzeptsachen die unglaublich komplex sind. Ich möchte einfach einen Song erzählen und AC/DC, JUDAS PRIEST oder RAINBOW haben das auch nicht gebraucht. Ich meine meine Zuhörer sollten die Songs ja auch begreifen können und dann nicht mit dem Rechenschieber da vorsitzen. Das Cover war meine Idee und ich finde es passt super zum Albumtitel und der Message die dahinter steckt.

J.P: Mit AFM Records hast du ein neues Label. Warum der Weggang von Metal Heaven? Du hattest mir ja noch bei unserem letzten Interview zu „Right in the Guts“ noch gesagt wie toll du die Zusammenarbeit findest. Natürlich ist AFM Records, zumindestens für mich, eines der besten deutschen Labels die eine ganz tolle Arbeit abliefern, aber die Gründe für den Labelwechsel würde mit Sicherheit nicht nur mit brennend interessieren? 🙂
Wie kam denn eigentlich der Kontakt zu AFM zu Stande?

H.F: Eigentlich wollte Jochen Richert (Chef bei AFM Records) schon die letzte Scheibe haben, aber da war ich halt noch unter Vertrag bei Metal Heaven und Georg Siegl. Und ich halte mich an Verträge und stehe zu meinem Wort. Es war aber klar das der Vertrag bei Metal Heaven endlich ist, denn ist halt nun mal ein kleines Label was einfach nicht die ganz großen Möglichkeiten hat. Als Jochen das gehört hat, hat er gesagt komm vorbei und unterschreib sofort den Vertrag. So kam es dann auch. Die Firma macht einfach einen tollen Job und es geht dort einfach sehr familiär zu. Deshalb habe ich auch für mehrere Scheibe unterschrieben.

J.P: Ebenfalls beim letzten Interview mit dir fragte ich schon nach deiner Familienband POISON SUN, die du zusammen mit deiner Frau Martina ins Leben gerufen hast. Gibt es an dieser Front aktuell Aktivitäten, ist da nun vielleicht ein weiteres Album geplant?

H.F: Aktuell absolut nein, meine Frau macht momentan ganz andere Musik, so eher Singer Songwriter Sachen und es ist eh generell immer schwierig familiär zusammen Musik zu machen.
Das Einzige was ich noch neben HERMAN FRANK mache ist VICTORY. Da bastel ich gerade an einer Livescheibe. Ansonsten zählt nur meine Soloband!

J.P: Herman wie geht es denn jetzt genau bei HERMAN FRANK weiter? In der Promoinfo war zu lesen das du mächtig stolz auf das neue Line Up bist und sogar das erste Mal von einer richtigen Band sprichst die auch endlich live richtig durchstarten kann! Können wir uns also auf Liveaktivitäten im nächsten Jahr freuen? Passt das denn mit den Terminkalendern von Rick und Michael, die beiden sind ja meines Wissen aktuell die einzigen die noch bei anderen Bands aktiv sind, oder?

H.F: Also ich denke das wir so ab Februar im nächsten Jahr spielen werden, mit den Terminkalendern von Rick und Michael ist das ohne Probleme zu vereinbaren. Denn so viel machen die aktuell nicht mit ihren anderen Bands. Es war mir wie gesagt ganz wichtig bei der Wahl des neuen Line Ups das die Jungs auch verfügbar sind damit wir live viel spielen können.
Man kann sich also auf jeden Fall auf Liveauftritte von uns freuen!

J.P: Vielen Dank Frank für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

H.F: Vielen Dank auch dir, ich muss leider schon weiter ins nächste Interview, aber ich bin mir ziemlich sicher wir hören uns dann bei der nächsten Platte wieder!

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Julian

 

EDEN’S CURSE Interview

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Dieser Tage erscheint mit „Cardinal“ das fünfte Album der Melodic Metaller von EDEN‘S CURSE. Die Band hat  ja schon eine recht bewegte Vergangenheit mit einigen personellen Besetzungswechseln, so auch dieses Mal. Denn mit John Clelland und Christian Pulkkinen gab es einen neuen Schlagzeuger und Keyboarder.
Dies alles waren natürlich genug Gründe um Gitarrist Thorsten Koehne ein paar Fragen zu stellen. Lest nun seine ausführlichen und interessanten Antworten.

J.P: Hi Thorsten, vielen Dank das ich dir ein paar Fragen zu dir, EDEN'S CURSE und eurem neuen Album stellen kann. Zuerst einmal wie geht es dir und wo erwische ich dich gerade?

T.K: Hi Julian, ich danke Dir und mir geht´s bestens! Bin zuhause und bereite mich auf unsere UK Headliner Tour im November vor, d.h. Setlist proben, Pedalboard programmieren, Solos üben etc.. Im Prinzip muß man alles im Schlaf spielen können und das bedarf einiges an Vorbereitung.

J.P: Bevor wir auf die aktuellen Entwicklungen und die neue Scheibe eingehen, lass uns doch nochmal einen Blick zurück werfen. Wie zufrieden seit ihr im Nachhinein mit eurem letzten Album „Symphony of Sin“? Wie nahmen die Fans das Album so an? Man hört ja das es eines der erfolgreichsten der Bandgeschichte war?

T.K: Oh absolut! SOS war zum damaligen Zeitpunkt das beste Album daß wir machen konnten und wir waren extrem zufrieden damit und sind es auch heute noch. Generell würden wir nie etwas aufnehmen und geschweige denn veröffentlichen mit dem wir nicht 100% zufrieden sind. Unsere Prämisse war immer uns mit jedem Album zu verbessern und zu steigern wobei das natürlich in vieler Hinsicht passieren kann. SOS hat fantastische Songs auf die wir nach wie vor stolz sind und unsere Fans lieben das Album. Ich glaube viele Songs sprachen den Leuten einfach aus der Seele und hatten eine emotionale Tiefe die es vielleicht so vorher von uns noch nicht zu hören gab. SOS war ein songwriterisch gereiftes Album und somit ein voller Erfolg für uns als Musiker.

J.P: Kommen wir zu erst mal auf die neuen Personalien zu sprechen. Denn es hat sich mal wieder etwas an eurer Bandbesetzung geändert. Mit John Clelland und Christian Pulkkinen gibt es neue Leute am Schlagzeug und den Keys. Erzähl mal warum kam es dort zu einer Änderung, wie lief die Trennung ab und wo habt ihr die neuen Spitzenjungs gefunden?

T.K: Vielen Dank, die Jungs sind wirklich spitze! Nun, John Clelland ist ja nicht mehr ganz so neu und war ja bereits auf unserem letztjährigen Live Album "Live With The Curse" zu hören. Unser erster Drummer Pete Newdeck verließ damals EC um sich mehr auf seine eigene Band Tainted Nation und seine Tätigkeit als Produzent zu konzentrieren was wir auch völlig nachvollziehen konnten und so gab es auch keine Probleme beim Split. Wir kannten John schon länger als exzellenten Drummer der Band Code Of Silence die Paul Logue damals produzierte und somit war er unsere erste Wahl als es darum ging einen Nachfolger für Pete zu finden. Die Trennung von unserem SOS Keyboarder Steve Williams verlief ähnlich. Er wollte sich mehr auf die Re-Union seiner ehemaligen Band Power Quest konzentrieren die auch musikalisch mehr das war worauf er Lust hat. Auch bei Ihm gab es keine Probleme und wir sind nach wie vor befreundet. Wie haben dann aber länger nach einem neuen Mann gesucht und sind eher durch Zufall über´s Internet auf Christian "Chrism" Pulkkinen aus Finnland gestoßen. Wir sahen verschiedene YouTube Videos von ihm und waren begeistert von seinem technischen Können und haben ihn dann einfach mal kontaktiert um zu sehen ob er Lust hätte bei uns mitzumachen. Er war wiederum begeistert von unseren Alben und Songs und wir merkten auch das er persönlich gut zu uns passt also mussten wir dann nicht mehr lange überlegen.

J.P: Um das Thema Personalien abzurunden lass uns noch auf euren Sänger Nikola kurz eingehen. Er gab ja auf dem letzten Album seinen Einstand und aus meiner Sicht scheint er nun so richtig in der Band angekommen zu sein und auch die Fans scheinen richtig warm mit ihm geworden zu sein. Wir beurteilst du seine Rolle in der Band und seine Entwicklung?

T.K: Nik ist ein unglaublich guter Sänger und er hat soviele Facetten in seiner Stimme und kann wirklich alles singen, was bei einer Band wie EC mit ihren vielen verschiedenen Einflüssen auch wichtig ist. Als Frontmann steht er natürlich im Zentrum des Geschehens auf der Bühne und deswegen ist es wichtig das er auch optisch und als Performer gut rüber kommt. All diese Sachen schafft Nik mit Bravour und er versteht es das Publikum mitzureißen. Von seiner Entwicklung her hat er sich, wie ich finde, auf dem neuen Album nochmal gesteigert und seine Gesangsperformance ist absolute Weltklasse. Es kommt dazu das wir inzwischen auch gemeinsam getourt und so einiges erlebt haben und er sich wirklich vollkommen in die Band integriert hat.

J.P: Kommen wir jetzt mal zu eurem neuen Album „Cardinal“. Im Vergleich zum letzten Album wo siehst du hier die Unterschiede? Zu lesen war ja schon das ihr technisch nochmal was drauf packen wolltet.

T.K: Oh ja, die technische Seite ist mit Sicherheit ein Aspekt und zum anderen ist "Cardinal" auch einfach heavier und mehr "Metal" als sein Vorgänger. Das war auch etwas daß wir für´s neue Album von Anfang an so wollten. Es sollte auf jedenfall härter werden als alles was wir vorher gemacht haben., einfach weil wir selber auch Bock drauf hatten. Der technische und etwas progressive Einschlag kam dann im Laufe der Produktion mehr und mehr dazu. Ich habe im Vorfeld sehr viel an den Demos gearbeitet und da ich als Gitarrist selber auf die etwas frickligeren Sachen stehe habe ich die auch wo es passte mit eingebaut. Alles natürlich immer im Hinblick darauf das wir die Sachen live auch noch reproduzieren können. Was denke ich geblieben ist sind die eingängigen Hooks und Melodien für die wir bekannt sind und ohne die ein Song auch nur halbsoviel Wert ist. Das ist es was im nachhinein den Leuten im Kopf bleibt. Ich glaube wir haben eine gute Mischung aus Melodie, Härte und technischer Verspieltheit gefunden und das Album wird nie langweilig.

J.P:  Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? Geht bei euch viel über das Internet vom Songwriting und von den Aufnahmen her, oder wie läuft bei euch genau das Songwriting ab?

T.K: Insgesamt haben wir so ungefähr 2 Jahre an den Songs gearbeitet, aber immer wieder auch mit Unterbrechungen dazwischen. Ich kann mich erinnern das Paul und ich schon während der SOS UK Tour im Mai 2014 erste Ideen für neue Songs ausgetauscht haben. Die letzten Aufnahmen waren dann so im April/Mai diesen Jahres zu Ende, also fast genau 2 Jahre. Dazu muß man sagen das Paul, ich und auch Pete ständig an irgendwelchen neuen Ideen basteln. Vieles kommt dann erstmal in die Schublade und bei passender Gelegenheit vielleicht wieder zum Vorschein. Auch für "Cardinal" gibt es viele Songs die wir nicht genommen haben, die aber eventuell auf zukünftigen Alben landen könnten. Bedingt dadurch das wir alle in verschiedenen Teilen der Welt leben passiert vieles natürlich über´s Internet, also e-mail, Facebook oder Skype. Wir haben glücklicherweise alle eigene Studios zuhause in denen wir arbeiten können. Meist hat also jemand eine Grundidee für einen Song und gemeinsam wird dann daran weitergearbeitet indem wir mp3s oder WAV Dateien austauschen. Das geht solange bis wir eine finale Demoversion eines Songs haben mit der wir alle glücklich sind und die dann quasi nur noch "richtig" aufgenommen werden muß. Bis es soweit ist fliegt da aber schon so einiges durchs Netz.


J.P: Richtig stark finde ich die Eröffnungssongs „Prophets of Doom“, „Sell your Soul“, und „The Great Pretender“. Lange habe ich nicht mehr eine so überzeugende Albumeröffnung gehört! Willst du uns ein bisschen was über diese Songs erzählen? Hast du auch Songfavoriten auf dem neuen Album?

T.K: Hey vielen Dank! Wir denken ja immer noch im Sinne eines Albums d.h. die Reihenfolge der Songs von Anfang bis Ende ist uns sehr wichtig. Sie muss einen Spannungsbogen erzeugen und einen gewissen "flow" haben die den Hörer auf eine Reise nimmt, wie bei einem guten Film. Gerade die ersten 3 Nummern sind sehr wichtig um den Hörer sofort mitzureißen und zu zeigen was ihn erwartet. POD war natürlich unser "wir sind zurück" Metal-Song und musste richtig abgehen, deswegen auch die konstante Doublebass von den Drums und ein super speedy Gitarrensolo. SYS dann als Kontrast fast schon ein Pop-Song aber mit einer unglaublich starken Ohrwurm Melodie im Refrain und dem ersten Gitarre/Keyboard Duell von mir und Christian. TGP dann als Mid-Tempo Heavy Track mit einem der, wie ich finde, besten Gitarren Riffs in der Geschichte von EC und einem weiteren Ohrwurm Refrain aus dem Hause Logue/Newdeck. Was einen Songfavoriten betrifft ist das natürlich immer schwer zu sagen. Gerade auf Cardinal finde ich alle Songs wirklich gleich stark. In Hinblick aber auf unsere anstehende Tour freue ich mich schon besonders "Find My Way" live zu spielen. Einer unserer besten Songs überhaupt.

J.P: Laut der Promoinfo hat euer ehemaliger Drummer Pete Newdeck ja auch seinen Anteil am Album geleistet. Finde ich eine sehr interessante Kombi, er spielt nicht mehr bei euch, ist aber weiterhin im Hintergrund für euch aktiv. Wie kam es denn dazu?

T.K: Pete war und ist ein sehr großer Bestandteil vom EC Sound. Er ist nicht nur ein sehr guter Drummer sondern auch ein fantastischer Songwriter und Sänger. Was viele z.B. nicht wissen von ihm sind jast alle Chor Arrangements und Backing Vocals auf den meisten unserer Songs. Gerade was das schreiben von Refrains und eingängigen Melodien betrifft ist er absolute Weltklasse und es haut mich immer um mit was für tollen Ideen er auf den Demos ankommt. Es gab während und auch nach seinem Ausscheiden aus der Band nie Probleme mit ihm und wir sind nach wie vor beste Freunde. Paul, Pete und ich waren immer das EC Songwriting Team und das haben wir auch nach Pete´s Split so weiter geführt. Außerdem macht es Pete, genauso wie uns, einfach Spaß an guten Songs zu arbeiten, egal ob die für EC oder seine eigene Band sind.

J.P: Thorsten wie geht es denn jetzt bei EDEN'S CURSE weiter? Ist eine Tour in Planung?  Was steht für dich persönlich als Nächstes an, bist du vielleicht noch in anderen Bands aktiv, die demnächst etwas Neues raus bringen?

T.K: Yep, es wird auf jeden Fall Tourneen und Live Shows geben! Wir haben mit "Cardinal" unser bisher stärkstes Album im Gepäck und das wollen wir natürlich soviel es geht live präsentieren. Eine UK Headliner Tour Ende November ist bereits fest und die Dates sind raus. Desweiteren sind wir gerade dabei eine größere Tour für Februar 2017 zu planen. Sobald alles in trockenen Tüchern ist gibt´s auch da die genauen Dates. Darüber hinaus wollen wir 2017 soviele Festival Shows wie möglich spielen. Was mich selber betrifft gibt es tatsächlich noch 2 weitere Projekte in die ich ab Dezember dieses Jahr involviert bin, doch ist es im Moment noch etwas zu früh um mehr zu verraten. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig, das ist sicher! 🙂

J.P: Vielen Dank Thorsten für deine Zeit und für die interessanten Antworten! Ich wünsche euch für die Zukunft nur das Beste. Die letzten Worte gehören natürlich dir.

T.K: Hey lieben Dank Julian. und beste Grüße von mir an´s Rock Garage Team und an unsere fantastischen Fans die das hier lesen! Ich bin sicher Euch wird unser neues Album gefallen und ich hoffe viele von Euch auch bald live und auf Tour zu sehen…Stay Cursed !!

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