BEN SOLLBERGER PROJECT Interview

 

Der Schweizer Ben Sollberger hat mit seinem Debütalbum bewiesen, dass er sehr gute Mucke schreiben und auch einspielen kann. Er stand mir für eine Fragestunde zur Verfügung. Ich hatte das Glück Ben recht gut kennengelernt zu haben, durch meinen Review seines Albums entstand ein sehr netter dauerhafter Kontakt der in Stundenlangen Chatverläufen bis spät in die Nacht gehen kann. In all den Stunden Chatten konnte ich feststellen, dass Ben ein bodenständiger netter Typ und Musiker ist der sogar dabei ist ein Buch zum Thema Glücklichsein zu schreiben. Er besitzt einen Doktor-Titel der Psychologie, den er aber aus dem privaten Umfeld fast raus hält außer wir kommen auf ein Thema z. B. über eine Studie, die er im Oktober an der Uni Bern durchgeführt hat. Er ist auch ein sehr netter Gesprächspartner da wir fast im gleichen Alter sind haben wir doch sehr viel Gemeinsamkeiten, wie etwa die Erinnerungen an die 1970er bei mir noch ausgeprägter da ich ein wenig älter bin. Und das vollständige Miterleben der 1980er mit allem was das Jahrzehnt brachte angefangen bei dem Aufstieg der Melodic Heroes DEF LEPPARD, BON JOVI, EUROPE, DOKKEN, VAN HALEN und IRON MAIDEN um nur einige zu nennen, und dem nicht so prickelndem Gau in Tschernobyl 1986. Aber was uns beiden am meisten verbindet ist doch die Liebe zur Rock Musik. Ben ist Mitglied von zwei Bands DISTANT PAST und SKRYLLS als Gitarrist und er spielt mit dem Gedanken, gerade aus seinem Soloprojekt eine Band zu formen. Er verfolgt das politische Geschehen und deren Berichterstattung, genau wie den Umgang mit Corona in den Medien und Politik mit offenen und durchaus kritischen Augen, aber Hauptsache er ist ein sehr sympathischer Zeitgenosse und angenehmer Gesprächs- und Chatpartner. Also wurde es Zeit ihn zu löchern wie einen Schweizer Käse.

BS: Hallo, wie geht’s bei Euch?

RG: Hallo Ben, danke gut stell dich doch bitte mal kurz vor.

BS: Ich bin Ben Sollberger aus Bern, mache seit knapp 30 Jahren Musik. Ich habe in dieser Zeit in verschiedenen Bands gespielt, aktuell bin ich ein Mitglied der beiden Bands SKRYLLS und DISTANT PAST. Mein eigenes Ding das BEN SOLLBERGER PROJEKT hat sich im Laufe der Zeit ergeben, ich denke so vor ca. zwei Jahren hatte ich die Inspiration Songs zu schreiben. Ich habe einfach mal angefangen Zuhause in meinem kleinen Homestudio Songs zu machen und es hat sich dann ergeben, dass im ich Laufe der Zeit genug Songs für ein Album zusammen hatte.

RG: War das ein Plan von dir oder einfach Just For Fun „Ich schau mal, was ich auf die Beine stellen kann?“

BS: Keins von beiden, mit der Zeit wurden es immer mehr Songs. Bei mir ist es so, wie wahrscheinlich bei den meisten Künstlern das ich kreative Phasen habe, dann gibt es auch wieder Phasen in denen ich nicht kreativ bin. Ich mache mir da aber auch keinen Stress dann schreibt man halt in dieser Phase keine Songs, sondern macht etwas anderes. Als ich dann merkte das das Material wirklich gut ist, habe ich mit den Aufnahmen begonnen, und dann war auch Fabrizio Egger von Glowsound Productions sehr wichtig. Er hat die Aufnahmen gemastert und gemischt.

RG: Also ich für meinen Teil kann sagen, dass Fabrizio bei deinem Album einen Top Job gemacht hat, das Ding hat dafür, dass du es Zuhause eingespielt hast einen guten Sound. Ich habe schon Material gehört das unterste Schublade war und die Songs wurden in einem Studio aufgenommen, was mit erheblichen Kosten verbunden waren.

BS: Ja ich sehe es selber auch so, weißt du das spielt eben auch eine Rolle, dass ich menschlich einen guten Draht zu Fabrizio habe, die Chemie stimmt einfach. Es kam bei einzelnen Songs vor, dass er mir drei Mixe geschickt hat bis ich damit zufrieden war. Wir haben uns auch schon öfter persönlich getroffen, ich war bei ihm im Studio oder wir haben uns in Bern zum Essen getroffen. Ich habe mit ihm darüber gesprochen, dass es bestimmt Leute gibt denen er zehn oder zwanzig Mixe anbieten muss, er meinte ja das kann unter Umständen vorkommen. Von daher passt das sehr gut, ich denke wir haben ähnliche Vorstellungen wie sich das Endprodukt im Idealfall anhören soll.

RG: Ehrlich Fabrizio hat einen Sau guten Job gemacht.

BS: Ja ich denke auch das er einen sehr guten Job gemacht hat. Neben Gitarren, Bass den programmierten Drums kommen noch die anderen Midi Sachen wie die Keyboards und Streicher und solche Dinge bei denen ich denke, dass es sich qualitativ auf einem guten Level befindet. Ich habe ein günstiges Mikrofon für die Vocals, dass ich aber durchaus sehr gut finde. Für die Technikcracks zu den Gitarren und Bässen, für die verschiedenen Profile benutze ich einen Kemper Profiler. Es gibt für Gitarren und Bässe auch Plugins, die man im Aufnahmeprogramm nutzen kann, die hören sich fett an und funktionieren sehr gut. besser als das Schlagzeug.

RG: Die Keys, Gitarren und Bässe kommen amtlich aus den Lautsprechern.

BS: Das denke ich auch, aber ich denke auch, dass Fabrizio da eine wichtige Rolle gespielt hat, er meinte zu mir: „Du hast jetzt sieben oder acht Songs, eigentlich könntest du ein ganzes Album daraus machen.“ Zuerst habe ich die Songs auf YouTube hochgeladen und somit weltweit veröffentlicht, ich war auch anfangs sehr zufrieden damit. Da hat er schon auch in gewisser Weise eine Rolle gespielt, dass es zu diesem Album gekommen ist.

RG: Gut, dass Du die Songs veröffentlicht hast, die wären zu schade um in einer Schublade zu verstauben.

BS: Oh danke für die Blumen. Wir beide haben schon öfter darüber diskutiert, ich habe einen Job und das ist auch gut so, aber es ist schön, wenn man selber Freude an dem Produkt hat, wie weit man damit kommt und wie andere Leute darüber denken oder wie viele man damit erreichen kann. Vielleicht wird dieses Einmann-Projekt früher oder später zu einer Band heranwachsen, da sich mit Band mehr Möglichkeiten bieten, vor allem wenn ich an Liveauftritte denke und um mehr Leute zu erreichen.

RG: Eine Band im Rücken kann beim Aufnahmeprozess bestimmt auch von Vorteil sein, wenn jeder einen Gedanken oder Idee „Das könnte so oder so besser klappen“ hat, kann sich damit einbringen, allerdings alleine bist du Dein eigener Herr und mit Band kann es zu Konflikten kommen.

BS: Ja da hast du vollkommen recht, ich bekomme das bei DISTANT PAST und SKRYLLS mit. Es ist dort so, wenn man im Übungsraum einen neuen Song angeht, dass ich dort als Gitarrist meinen Input einbringe. Aber ich denke jetzt bei meinem Projekt, dass es geplant ist, dass ich das zweite Album noch im Alleingang machen werde. Und dass die Band Live Songs des ersten und vielleicht auch des zweiten Albums spielt und hört, wie meine Vorstellung ist. Mir schwebt auch vor, dass wenn wir zusammen im Übungsraum jammen ich den Leuten sage „Bringt auch eure persönliche Note mit ein“.

RG: Was sagen Deine möglichen zukünftigen Bandkollegen über Dein Debüt, oder wie denken sie darüber, dies würde mich interessieren. Das Feedback, welches du bis jetzt erhalten hast ist durch die Bank positiv.

BS: Zum Beispiel der Schlagzeuger mit dem wir in Zukunft vielleicht jammen wollen, er ist auch der Drummer von SKRYLLS, der findet das Debüt super, er kommt auch mit einem Aber, ihm gefällt nicht jeder Song gleich gut. Vielleicht bin ich der einzige Mensch auf der Welt, aber mir gefallen alle Songs (Anm. Balle das wäre schlimm, wenn Dir selber nicht alle gefallen würden), aber ich sage auch aus der Sicht des Künstlers was manchmal das Problem ist: Ich veröffentliche als Künstler nur die Songs die mir extrem gut gefallen. Nicht weil sie meinem persönlichen Geschmack treffen, was auch der Fall ist, sondern aus Sicht des Künstlers.

RG: Stell Dir mal vor du veröffentlichst Songs die dir nicht gefallen, Du musst ja zu 100% hinter den Songs stehen und als Künstler auch zufrieden mit dem Endprodukt sein.

BS: Ja klar, so ist es ja auch. Der andere ist der zweite Gitarrist mit dem ich früher schon in anderen Bands zusammengespielt habe. Der ist cool, als ich ihn letztens getroffen habe meinte er, er habe das Album jetzt mehrmals gehört. Und er kann mir nicht sagen, was er in Bezug auf Arrangements und Instrumentierung anders gemacht hätte. Das finde ich ist ein schönes Kompliment, es zeigt aber auch zwei Meinungen, und dass die Geschmäcker eben verschieden sind.

RG: Ich muss jetzt Deine beiden Kollegen unterstützen, denk mal an das positive Feedback was du bekommen hast. Das Feedback muss Dir als Musiker doch Recht geben, dass du soweit alles richtig gemacht hast?

BS: Ja sicher, natürlich da ist man mit einer Band im Vorteil, da kann man im Übungsraum in die Runde fragen „Was meint ihr, wie denkt ihr darüber?“ Ich habe die Demos meines Debüts verschiedenen Leuten geschickt, um deren Feedback zu erhalten, was man noch optimieren kann.

RG: Ich für meinen Teil sage mal so, außer den Drums und die Refrains die mit fetteren Chören ausgeführt werden könnten und die Drums nicht mit Computer, sondern real fehlt nicht wirklich viel beim Material. Dies ist meine Meinung.

BS: Ja, bei AGE OF DISCLOSURE habe ich die Gitarren zuhause aufgenommen, der Bassist von DISTANT PAST hat die Bässe auch bei sich im Studio eingespielt. Die Gesangsspuren wurden dann auch bei ihm im Studio aufgenommen. Das Schlagzeug wurde bei einem anderen Kollegen aufgenommen, das Material wurde dann zum Mixen nach Deutschland geschickt. Einerseits kann es sich lohnen, die Drums live im Studio einzuspielen, aber dies ist dann für mich wieder mit Aufwand und natürlich auch mit Kosten verbunden.

RG: Das ist sicherlich so, aber das würde Deinem Sound noch eine richtig fette Note verleihen. Der Gesamtsound wäre voller und hätte mehr Dampf.

BS: Ich sage mal so, ich kann es mir ja noch überlegen. Ich weiß genau was Du meinst, wir haben schon über das Thema gechattet. Jeder hat seinen ureigenen Musikgeschmack und hört dadurch auch die Songs und den Sound anders. Ich glaube ich habe die Tendenz Musik relativ Gesamtheitlich zu hören. Ich höre mir einen Song an und überlege mir ist es ein guter Song. Mir ist auch bewusst, sei es bei dem Drum- oder Gitarrensound, jeder hat seine eigene Art wie er das Instrument spielt und es klingen soll. Ich benutze einen Kemper Profiler für den es mittlerweile um die 18000 Soundprofile gibt, die frei und legal abrufbar sind. Ein Kollege meinte als ich mir den Kemper zugelegt habe, so etwas kommt für ihn nicht in Frage. Er meinte dann, dass er Jahre damit verbringen würde den Sound zu testen, um irgendwie etwas Gutes zu finden. Da habe ich einen anderen Ansatz, ich sage mir der Song ist das Wichtige, wenn ich den Grundcharakter des Songs definiert habe weiß ich auch ungefähr, was ich Sound mäßig suche. Mit dem Kemper hast du über das Internet in einer Suchleiste die verschiedenen Profile wie Marshall, Orange, Vox und was das Herz noch begehrt. Innerhalb von ein paar Minuten hast du Profile, mit denen sich die Gitarren anhören wie mit deinem Lieblingsverstärker oder mit dem du meinst, dass sich deine Songs am besten anhören. Bei manchen Songs – nicht bei allen, aber zum Beispiel bei „Beautiful Dream“ – hören sich die Gitarren an, als ob sie aus einem Verstärker kommen würden der in etwa 5000 Euro kostet. Oder der genutzte Amp beim rockigen Zwischenteil von MICHAEL JACKSONS „Black Or White“ kostet ca. 4000 Euro, und da kauft man sich so einen Kemper und hat das Glück, dass sich mal jemand die Muhe gemacht hat, diese Soundprofile zu erstellen und zur Verfügung zu stellen. Und ich kann dann Zuhause das Profil ganz legal abrufen, und ab geht’s.

RG: Wie willst Du da in Bezug Verstärker Live vorgehen? Die Songs hören sich doch Live dann nicht so sagen wir mal Fett an da die dafür nötige Hardware nicht vorhanden ist?

BS: Das ist eine spannende Frage, ich habe darüber schon mit Kollegen gesprochen und ich bin auch der Meinung, das könnte man jetzt vielleicht falsch auffassen, aber ich glaube Live ist der Sound nicht sooo wichtig, oder sagen wir mal, den Gitarren- oder Basssound sollte man als Musiker selbst nicht überbewerten. Wenn du Zuhause ein Album auf einer vernünftigen Anlage hörst und wenn du auf einem Konzert bist, gibt es eine perfekt gemischte Band? Du hast die Leute im Publikum die zum Teil miteinander reden. Nicht falsch verstehen, ich habe coole Amps die ich spiele, aber es war für mich immer klar, dass ich den Kemper niemals als Verstärker benutzen werde, und deshalb von Anfang an nur die Head Unit ohne Verstärker genutzt. So dass mir rein nur die Technologie zur Verfügung steht, damit man Studioaufnahmen machen kann. Ich sehe es von dem Aspekt, dass ich einen Laney Ironheart Verstärker habe, der jetzt nicht gerade teuer, aber trotzdem ein sehr guter Verstärker ist. Oder ich nutze auch noch einen kleinen Randall Diavlo, weil ich ja in zwei Bands spiele und in zwei Übungsräumen Verstärker benötige. Das sind zwei Top Amps und die sind gut genug. Ich habe mir nie lange Gedanken darüber gemacht was ist das Beste. Wenn ich etwas gefunden habe was mir gut genug war, war es auch OK. Für mich ist der Song der Hauptdarsteller somit das zentrale Element des Ganzen.

RG: Wirken die Songs mit entsprechendem teurerem Equipment und somit der Sound nicht ganz anders als mit einem preisgünstigeren?

BS: Ja natürlich, das meine ich auch. Es gibt eine Schwelle oder Level, wenn man diese erreicht hat, dann ist auch für einen selbst der Sound Ok. Es gibt auch Amps die ein Bruchteil eines teuren Gerätes kosten und die haben auch einen sehr guten Sound. Und was auch noch einen weiteren Punkt darstellt ist der des persönlichen Geschmackes. Was ich damit sagen will, ich schreibe die Songs nicht nur sondern spiele die Instrumente selber ein und arrangiere sie, deshalb brauche ich nicht so viel mit Effekten arbeiten. Oder wenn ich da an den zweiten Gitarristen bei DISTANT PAST denke, der ein super Typ und Musiker ist, wenn er im Übungsraum an seinen Effekten herumschraubt, hier und dort noch ein wenig verstellt, und ich habe einfach meinen Amp und der wird einfach benutzt.

RG: Also bist Du eher mit weniger zufrieden und der zweite Gitarrist quetscht das letzte Müh aus den Reglern?

BS: Ja, ich habe dort im Übungsraum einfach meinen Laney Amp mit einem Cleanen Kanal und dann noch einen zweiten verzerrten Lead Kanal wo ich die Lautstärke ca. 3 Dezibel anheben kann. Der zweite Kanal ist für Auftritte, wenn das Solo an der Reihe ist. Zusätzlich habe ich noch einen Hall drin und ein Delaypedal, und der Bandkollege hat eine Rieseneffekttechink und da kommt das von weiter oben zum Ansatz wie der persönliche Anspruch aussieht. Braucht man viel Technik oder kommt man auch mit weniger Technik aus. Ich bin zufrieden mit meinen beiden Kanälen, dem Hall und dem Delaypedal.

RG: Also bist Du eher puristisch veranlagt, kein Hightech Freak?

BS: Genauso ist es. Was ich damit ausdrücken möchte ist, wenn ich meine Ansprüche höher ansetzten würde, hätte ich die elf Songs nicht in eindreiviertel Jahre aufnehmen, zum mastern und mixen geben können, sondern würde die kommenden zwei Jahre noch mit den Songs beschäftigt sein. Wenn ich der Meinung bin der Song ist gut, dann reicht das für mich auch im Normalfall.

RG: Die Songs sind wirklich sehr gut geworden, angefangen beim Einspielen bis zum finalen Mix, die Songs haben ein sagen wir mal so riesiges 80er Feeling.

BS: Danke, das freut mich natürlich zu hören. Ich denke, wir haben auch schon darüber gechattet, wenn man das Album anhört gibt es gewisse Songs die stilistisch einen Kontrast darstellen. Und bei der Reihenfolge hat mir Fabrizio Egger sehr geholfen. Ich denke was die Tracklist betrifft, dass die Reihenfolge der Songs funktioniert. Man könnte mit guten Songs auch eine Tracklist so auswählen, dass das Album als Ganzes nicht mehr so gut funktioniert. Das ist auch so ein Punkt, den man nicht unterschätzen darf.

RG: Mir fällt vermehrt auf, dass auf Alben am Schluss noch mal ein bis zwei richtige Hits rausgehauen werden, meiner Meinung nach war das früher nicht der Fall. Da kamen am Anfang gleich mal ein bis zwei und dann noch so ab Titel fünf bis sechs noch mal zwei Hits und zum Schluss kamen die Songs dran, die nicht ganz mit den Brechern mithalten konnten.

BS: Zum Thema Tracklist, wie denkst Du über meine Tracklist? Wie findest du die Anordnung der Songs? Hättest Du da eine andere Reihenfolge verwendet? Das ist für mich ein spannendes Feedback von Deiner Seite.

RG: Das ist jetzt schlecht zu beantworten, ich finde es vom Gesamtbild, wenn man es komplett durchhört sehr gut geraten. So wie es aufgenommen, gemixt, gemastert, die Reihenfolge der Songs, der Grundstimmung des Sounds und die stilistischen Eigenschaften der Titel ist es in meinen Augen sehr gut geworden. Schon allein der Ohrwurm „I Hate To Say“, das ist einfach ein echter Hit. Der Titel ist zwar düster aber dennoch ein Ohrwurm. Der Song gehört mit zu den stärksten die ich seit langem gehört habe.

BS: Das freut mich. Das ist dann auch immer die Frage, du kennst ja den Hintergrund von dem Song. Aber ich hatte von DEPECHE MODE den Song „Enjoy The Silence“ im Kopf und die Idee, davon eine härtere Version zu machen. Und ich denke auch, dass bei diesem Song der Einfluss von QUEENSRYCHE zu hören ist. Und wenn du die beiden miteinander Vermählst und dann noch das Glück hast wie die Gitarrenmelodie am Anfang des Songs als Einfall zu haben, schon ist der Song fertig. Es ist auch so, wenn du schreiben willst, dir aber nichts wirklich Gutes einfällt, dann hörst du deinen absoluten Lieblingssong an, und nimmst dir da ein kleines Element raus das dir (gerade) gefällt. Das nimmst du dann als Ansatz und modifizierst es nach deiner Vorstellung, so dass niemand mehr hört, was das Original war. Und dann hast du eine gute Basis, auf die man aufbauen kann. Es hört sich zwar so an aber es ist nicht geklaut, sondern einfach als Ansatz genommen und dann modifiziert.

RG: Ich finde, dass du bei dem Song mit Deiner Stimme fast schon eine hypnotisierende Wirkung auf den Hörer hast. War das beabsichtigt von dir oder Zufall, oder siehst du das anders?

BS: Nun, ich habe natürlich schon versucht, mich wie immer beim Einsingen in die Rolle desjenigen hineinzuversetzen, der eine Geschichte erzählt. Dass dies bei diesem Song einen speziellen Effekt bewirkte, kann schon so beurteilt werden.

RG: Ich will mir da jetzt kein Urteil bilden, denn wenn man ehrlich ist, kann man in der Musik das Rad nicht neu erfinden. Ich höre bei „I Hate To Say“ auch noch ein wenig die Stimmung von THE SISTERS OF MERCY und THE HUMAN LEAGUE, wie denkst du darüber?

BS: Ja, es hat auch diesen Beat, wie drücke ich es am besten aus, der Song besitzt einfach die 80er Jahre Gene.

RG: Zu viel 80er?

BS: Für Deinen Geschmack oder wie meinst Du das jetzt?

RG: Ich habe nichts gegen die 80er. Ich meine überhaupt das Gesamtbild des Albums hat doch eine sehr starke 80er Färbung. Da ich dieses Jahrzehnt in vollen Zügen genossen habe, höre ich da starke 80er Vibes raus.

BS: Ich merke es immer wieder, wenn ich von dir einen Link geschickt bekomme, das war eine schöne oder sagen wir geile Zeit. Du bist ziemlich von diesem Jahrzehnt geprägt, genau wie ich auch, da wir ja fast gleich alt sind. Aber ich finde eben auch die 70er richtig geil. Auf den Demos, die ich dir für mein zweites Album geschickt habe, schwingen die 80er mit, aber auch zum Teil die 70er. Ich finde, dass das auch eine ganz coole und geile Zeit war. Ich denke da jetzt an die Hammondorgel Sounds und die zum Teil verschachtelte Songstrukturen.

RG: Da gebe ich dir vollkommen recht, aber die Produktionen von damals klingen auch dem entsprechend ziemlich Retro.

BS: Meinst du jetzt bei mir?

RG: Nein ich meine die Produktionen aus den 70ern. Wenn ich jetzt die Produktion von LED ZEPPLIN oder KISS, SLADE und auch NAZARETH anhöre, stehen Welten von der Klangqualität zwischen den 70er und 80er Jahren.

BS: Ja natürlich.

RG: Wenn ich jetzt mal als Beispiel das Gleichnamige Album von DIRE STRAITS nennen darf, der Song „Sultuns Of Swing“ hat ja wohl einen Bomben Sound bekommen, ganz im Gegensatz zu anderen Produktionen aus dieser Zeit.

BS: Da hast Du zu 100% recht, es gibt große Unterschiede. Die BEATLES sind auch interessant, wenn man sich mal auch die älteren Songs anhört. Da könnte man auch argumentieren die Produktion sei nicht so toll, aber es spielt keine Rolle, weil die Songs derart zeitlos gut sind.

RG: Ja die BEATLES waren einmalig und waren, wenn man genauer hinsieht der Wegbereiter für die ganzen anderen Rockbands, sei es DEEP PURPLE, DEF LEPPARD, URIAH HEEP und die schon weiter oben von mir erwähnten Bands. Zwar haben den Rock eigentlich BILL HALEY und ELVIS ins Rollen gebracht, die Pilzköpfe haben das noch perfektioniert und waren so Wegbereiter für Hard Rock und Heavy Metal in all seinen Variationen.

BS: Wenn wir gerade bei den BEATLES sind: Bei meinem Song „Beautiful Dream“ ab dem zweiten Refrain hört man im Backround „La La La La“ und das finde ich hört sich sehr nach BEATLES an. Ich denke die BEATLES sind eine Band, die auch heute noch irgendwie in viele Sounds hineinfließen, wenn es um Gesänge und Chöre geht.

RG: Ich sage jetzt mal so, die BEATLES werden häufiger im Radio gespielt als alles andere. Ich meine damit LED ZEPPLIN oder BLACK SABBATH und Co.

BS: Die BEATLES sind kommerzieller als LED ZEPPLIN und CO, was ich gerade zum Ausdruck bringen wollte ist, dass die BEATLES mit dem was sie geschaffen haben, was die Leute heute noch im Radio oder auf Tonträger hören können, noch sehr viele Künstler beeinflussen und inspirieren. Aber nicht nur das.

RG: Mir fällt da zum Beispiel von den BEATLES beeinflussten Künstlern der leider nicht mehr lebende TOM PETTY ein. Meiner Meinung nach hat TOM viel von den BEATLES gehabt. Oder auch die Traveling Wilberys, wo kein geringerer als George Harrison ein Mitglied war.

BS: Ja natürlich, ich sag jetzt mal im härteren Sound es ist nicht bei jeder Band so, z. B. KINGS X oder GALACTIC COWBOYS hört man meiner Meinung nach den Einfluss der BEATLES extrem raus. Obwohl sie vom Sound her härter sind, gerade bei den mehrstimmigen Vocallines, da swingen die BEATLES mit.

RG: Aber nun wieder zu dir, was kannst du mit über die Songs des Albums erzählen, welche Geschichte steckt dahinter?

BS:
Titel 01 „Too Hot To Hold“:
Auf die Idee bin ich durch YouTube gekommen, und da findet man so manchen Schatz. Ich habe mir da ein paar ältere Videos von Fußballspielen aus den 60er und 70er Jahren der englischen Cup-Finalspiele angesehen. Und in einem Video sieht man einen sehr harten und platzierten Torschuss und der Torhüter wehrt diesen Schuss ab, fangen war bei dem nicht möglich. Und dann sagt der englische Kommentator trocken „That Was Too Hot To Hold“ und ich habe mir gedacht das ist ein cooler Songtitel. Ich hatte dann die Melodie im Kopf, ich habe dann um die Akkorde den Refrain geschrieben, man braucht natürlich auch eine Geschichte darum. Das ist eine fiktive Geschichte, dass ich schon als Kind ein Draufgänger war und auf nichts Rücksicht genommen habe, habe aber im Leben irgendwann mal festgestellt das ist „Too Hot To Hold“, das Risiko ist zu groß, und hab da gelernt die Dinge vorsichtiger an zu gehen. Das ist die Text-Idee hinter dem Song.

Titel 02 „Whenever There Is Love“:
Hier ist es ähnlich, ich hatte zuerst den Titel „Whenever There Is Love“, und von H.I.M. den Song „You Are The One“ als Refrain im Hinterkopf. Wenn man sich die beiden Songs anhört, kann man eine gewisse Ähnlichkeit feststellen. Und ich würde sagen beim Refrain drücken H.I.M. durch und in den Strophen und Prechorus hört man viel QUEENSRYCHE heraus gerade bei den Gitarren. Der Synthysound den man hier hören kann ist derselbe wie bei „I Hate To Say“, den ich vorher geschrieben habe, ich fand den Synthysound geil und hab den nochmal übernommen. Vom Text geht es um einen Menschen, der die große Liebe sucht aber nicht finden kann. Der Text ist fiktiv aber auch real, wieviel suchen vergeblich die große Liebe, die ich um den Refrain geschrieben habe?

Titel 03 „I Hate To Say“:
Wer beim Text genau hinhört, kann sich vielleicht ausmalen, worum es da ging. Und musikalisch dachte ich an meine Vision des DEPECHE MODE Titels „Enjoy The Silence“.

Titel 04 „Legends Never Really Die“:
Das war definitiv als ich die Nachricht von Eddy Van Halens Tot bekommen habe, was mich emotional ziemlich stark berührt hat. Und daraus ist dann der Song entstanden, hier hatte ich auch wieder zuerst den Refrain im Kopf und habe erst dann die Gitarre genommen und den Rest des Songs darum geschrieben.

Titel 05 „I Couldn’t Care Less“:
Ist wie „Information War“ relativ spät entstanden. Und beide haben sehr viel mit Corona zu tun, was während Corona passiert ist, gerade auch zwischenmenschlich. Ich habe seit dem der Mist so richtig ins Rollen kam mit mehreren Leuten aus meinem Umfeld, die mir eigentlich sehr wichtig sind, keinen Kontakt mehr. Das Gute daran ist, dass es so auch zu keinem Streit kommen kann. Ich bin der Meinung wir brauchen mehr Klarheit, wir leben gerade in einer Zeit in der sich die Ereignisse regelrecht überschlagen, es komisch läuft und irgendwie sehr Vieles unklar ist.

Titel 06 „Information War“:
Thematisch geht es um die Zeit in der wir jetzt leben. Was ich hier noch spannend finde ist musikalisch hat mich BAD COMPANY beeinflusst. Ich hatte da den Song „No Smoke Without A Fire“ im Kopf. Die haben meines Erachtens zwei Grundkategorien von Songs: Die Songs mit einer fröhlichen Stimmung und die mit dramatischer Stimmung, wie „Smoke Without A Fire“, und der Song hat mich inspiriert.

Titel 07 „Lost In Translation“:
Ist in dem Sinn lustig, dass ist der erste Song bei dem ich wieder die Idee hatte ein paar Songs zu schreiben. Ohne Zwänge in welche Richtung es gehen soll, ob nun Metal, Hard Rock oder wie auch immer. Dies war der erste Song, den ich für das Album gemacht habe, und da geht es um eine zwischenmenschliche Begegnung, auch um Fiktion und ein wenig autobiographisch. Es gibt den Film mit dem Titel „Lost In Translation“, in dem sich eine Frau und ein Mann begegnen. Er ist viel älter als sie und es steht von Anfang an fest, dass da nichts daraus werden kann. Beide sind unglücklich verheiratet, ich finde den Film super spannend und mit dem Motiv des Films in dem Song zu spielen. Im Chorus kommt ja „Catch Me If You Can“ vor, was ein weiterer Filmtitel ist.

Titel 08: „Breaking Free“:
Da hat mich LED ZEPPELIN mit dem Song „Heartbreaker“, den ich in einer Disco gehört hatte und vorher nicht kannte, mir aber verdammt gut gefiel, und auch LENNY KRAVITZ beeinflusst. Einige Leute haben mich aber darauf angesprochen, dass Breaking Free nach LIVING COLOUR klingt.

Titel 09 „Beautiful Dream“:
Der Song ist schon 10 Jahre alt, aber es war noch eine andere Phase. Es gab früher noch eine Art Unplugged Version von dem Song. Fast schon poppig und jetzt ist es eine Version geworden, bei der ich sagen könnte, dass man viel VAN HALEN und die BEATLES hört. Vom Text her finde ich es noch witzig, damals vor rund 10 Jahren ging eine Beziehung auseinander und dann habe ich einige mal geträumt, dass ich mit dieser Frau nochmal zusammenkomme, und das war die Inspiration für den Titel. Und was soll ich sagen, wir sind nochmal zusammengekommen, zwar nur kurz aber dieser „Beautiful Dream“ wurde kurz nochmal wahr.

Titel 10 „It’s A Sunny Day“:
Hinter dem Titel steckt, dass als ich eines morgens das Fenster geöffnet habe, habe ich gesehen, dass es ein sonniger Tag ist. Und da habe ich mir gedacht, dass dies ein cooler Songtitel wäre, und dies ist ein Song bei dem ich erst den Refrain geschrieben habe und dann den restlichen fiktiven Text um diesen herum schrieb. Die harmonische Veränderung von den Strophen zum Refrain hin ist von MÖTLEY CRÜE mit „Home Sweet Home“ inspiriert, ich hatte die Idee zu dieser Modulation, die nicht geklaut, sondern modifiziert wurde. Manche behaupten der Übergang zum Refrain ist super, aber keiner stellt fest, dass es von „Home Sweet Home“ inspiriert ist.

Titel 11 „Wish“:
Ist auch wieder ein älterer Song, auch so etwa vor 10 Jahren entstanden. Der Song wurde erst mal richtig für das Projekt AGE OF DISCLOSURE aufgenommen, erst habe ich noch einen Sänger für diesen Song gesucht, dann habe ich selber versucht ihn einzusingen. Und vor ein paar Monaten dachte ich, ich nehme den nochmal für mein Debütalbum auf. Es war schon alles aufgenommen, ich spiele auch schon lange genug Gitarre und auch auf der Bühne. Aber ich schätze es sehr, Zuhause alles einspielen und singen zu können und es so einzuspielen, dass ich damit zufrieden bin. Ich bin ja im eigentlichen kein Sänger, und wenn man dann im Studio eines anderen ist, ist es auch wenn man diesen anderen sehr gut kennt ein wenig komisch. Deshalb bin ich froh, dass ich das selber Zuhause machen kann.
Wir haben ja auch schon darüber gesprochen, man hat dann nicht das Feedback oder das sich einbringen von Bandmitgliedern. Aber ich kann mir meine Aufnahmen ja so oft ich will anhören und beurteilen, ob es passt.

RG: Interessante Fakten, wie manche Dinge im Leben assoziiert werden, und was hinter mancher Idee steckt.

BS: Ja das ist es, und das faszinierende daran ist, dass die Ideen entweder auf der Musik, der Ausdrucksweise, Stimmung, dem Text oder eben auf allen genannten Aspekten basieren.

RG: Du bist dein eigener Herr?

BS: Genau, sicher ist Feedback ob nun positiv oder negativ wichtig, aber so kann ich es so machen wie ich meine, dass es für mich Ok ist. Andererseits hat man mit einer Band so einen gewissen Druck, wenn es gerade überhaupt nicht läuft. Und ich kann einfach Zuhause alles machen, wann ich will und wie ich will.

RG: Es gibt auch die Möglichkeit, auch in einer Band, seinen Part für sich einzuspielen und diesen dann über das Internet mit der Band zu teilen und zu hören, was die anderen Mitglieder dazu zu sagen haben.

BS: Ja sicher kann man das auch. Da hast du vollkommen recht. Meinst du damit Songs, die zum Mischen und mixen gemacht wurden, die dann veröffentlicht werden?

RG: Nein nicht nur, du hast eine Idee die spielst du ein und Bandmitglieder geben ihren Senf dazu.

BS: Das ginge schon, aber weißt du, ich meine jetzt eine Gesangsspur die gut genug ist, dass man diese mischen lässt. Ich bin der Meinung, dass ich hier für mich alleine bin, da kann ich mir alles leisten, selbst die kleinsten Fehler. Und niemand bekommt etwas mit, wie ich einsinge, vollkommen egal. Ich kann so lange einsingen, bis ich damit zufrieden bin. Ich denke gerade an den Gesang, dass ist das persönlichste Instrument von allen. Und vor anderen zu Singen könnte eine hemmende Wirkung haben.

RG: Unter persönliches Instrument würde ich jetzt nicht nur den Gesang meinen, sondern auch den Text noch dazu nehmen, denn mit dem Text verarbeitest du Themen, die dir persönlich am Herzen liegen.

BS: Das ist schon richtig, aber der Text ist kein Instrument. Was ich meine ist, was in das Aufnahmegerät reingeht, das kann die Gitarre, der Bass oder die Stimme sein.

RG: Was sagen deine Familienmitglieder zu deinem Album?

BS Ich war letztens mit meiner Schwester Essen und ihr gefällt das Album auch sehr gut. Da habe ich zu ihr gesagt, ich finde das faszinierend, manche Malen oder machen wie ich Musik, und wenn man einen Punkt gefunden hat, an dem sich fast alles wie von alleine ergibt, ist das eine schöne Sache. Aber es ist auch nicht einfach alles in Worte fassen zu können, aber wenn man mal diesen Punkt gefunden hat, tut man sich leicht mit dem, was man macht.

RG: Was ist, wenn ich jetzt nicht Punkt, sondern Stil behaupte. Stell die mal vor KISS würden Musik machen die sich nach U2 anhört oder anders herum. Das würde doch vorne und hinten nicht zusammenpassen, weil eben jeder seinen Stil hat. Nur so funktionieren diese Künstler und sind erfolgreich.

BS: Um Gottes Willen, bloß nicht. Damit hast du vollkommen recht. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, was du meinst. Ich habe das auf einer Ebene angeschaut die zu dem passt wie du es meinst. Aber es hat auch verschiedene Ebenen, ich sage jetzt mal auf der Ebene der Akkordfolgen. Wie komme ich von einer Strophe in einen Prechorus, und von da in den Chorus, wenn ich erst die Strophe habe. Manchmal frage ich mich, wie bin ich jetzt darauf gekommen bin. Ab und zu habe ich das Gefühl, dass es so sein muss und so funktioniert. Du sagst wahrscheinlich dazu das ist mein Ausdruck als kreatives Wesen oder mein Stil, Talent wie auch immer man das nennen mag, am Ende läuft es auf dasselbe hinaus.

RG: In welcher Stilrichtung fühlst du dich als Musiker, Musikschaffender und natürlich als Hörer am wohlsten, im Heavy Metal, im gemäßigtem Hard Rock oder im Progressive Rock?

BS: Ich würde meinen eher im gemäßigtem Hard Rock, falls du DISTANT PAST kennst das ist traditioneller Heavy Metal und ich bin gerne dort Mitglied der Band. Aber wenn ich meine eigenen Songs mache, bewege ich mich im Hard Rock, der Grund dafür könnte sein, dass meine Wurzeln bei KISS, VAN HALEN etc. liegen, und mein älterer Bruder hat BEATLES, QUEEN, SAGA, U2 und noch viele mehr gehört. Das hat meinen Musikgeschmack sehr geprägt.

RG: Ich denke mal die ganzen Sachen die ich auch gehört habe.

BS: So gesehen fühle ich mich in der Musik, was fast logisch ist, die ich mache Zuhause. Aber DISTANT PAST als Beispiel finde ich cool, dort spielen wir Songs die ich im Moment nicht selber schreiben möchte, aber ich mag die Band und auch die Bandmitglieder sind coole Leute. Demnächst stehen wir mit DISTANT PAST wieder Live auf der Bühne.

RG: Wie findest du die Sache, dass GOTTHARD nach Steve Lees tragischem Tot mit neuem Sänger weitergemacht haben, er war doch schon ein deutliches Aushängeschild der Band? Es ist klar das Leben geht weiter, egal wer oder was stirbt, die Zeit bleibt deshalb nicht stehen, sondern geht weiter.

BS: Das ist so eine Geschichte, Steve Lee ist eigentlich nicht ersetzbar, aber auf der anderen Seite finde ich es super, dass die Band weiter gemacht hat. Ich besitze keine Alben von GOTTHARD, diese Art Hard Rock ist nicht so mein Ding, obwohl er Saugut gemacht ist. Von daher kann ich gut nachvollziehen, dass sie nach diesem tragischen Unfall weiter gemacht haben, und der Erfolg gibt ihnen Recht.

RG: Wie denkst du über meine Aussage, dass Ronnie Romero die bessere Alternative für GOTTHARD als sagen wir mal Nachfolger, denn ersetzen kann Steve niemand, für Steve wäre? Nic Maeder ist kein schlechter Frontmann, aber Ronnie wäre für mich die bessere Wahl.

BS: Das will ich nicht beurteilen, das müssen GOTTHARD selber für sich entscheiden, mit wem sie als Frontmann weiter machen. Aber ich muss sagen, dass Ronnie eine Bomben Stimme hat und ich ihm gerne zuhöre. Ronnie erinnert durch seine Stimmfärbung an zwei große des Rock, zum einen DIO und zum anderen an Steve. Im Hard Rock bis hin zum Melodic Metal ist es grandios, wenn man so eine geniale Stimme wie Ronnie besitzt und als Band so einen Sänger in der Band hat.

RG: Ronnie hat für mich drei Stimmen vereint, DIO, Steve Lee und Johnny Gioeli und diese Stimme weiß er einzusetzen, um überzeugen zu können. Für mich bringt Ronnie alle drei starken Stimmen in einer zusammen.

BS: Wenn wir gerade bei Frontmännern sind, fällt mir da DREAM THEATER ein, ich bin schon lange der Meinung, dass Ray Alder von FATES WARNING die bessere Wahl für DREAM THEATER wäre. Ich habe vor einiger Zeit einen Liveauschnitt von denen gesehen und muss sagen, dass LaBrie stimmlich am Ende ist, oder er hatte einen verdammt schlechten Tag erwischt.

RG: Interessanter schwenk, LaBrie ist kein schlechter Sänger aber nicht wirklich mein Favorit, Ray wäre da schon eher mein Fall. Ich habe von beiden Alben und muss dir recht geben, Ray ist auch für mich der angenehmere Sänger.

BS: FATES WARNING gehen zwar in dieselbe Richtung aber nicht ganz so Progressive wie DREAM THEATER, und meiner Meinung nach würde Ray als Sänger beim Theater deren Sound aufwerten. Wie gefällt dir Ray Alder?

RG: Normal sollte ich dir die Fragen stellen (Grins). Ich finde Ray sehr gut, bin persönlich jetzt nicht der Fan von so hohen Stimmen, obwohl Ray geht. Wenn ich jetzt an YES, REO SPEEDWAGON, RUSH, die BEE GEES oder PETER CETERA denke finde ich die hohen Stimmen sind nicht mein Ding. Es gehen ein bis zwei Songs am Stück, danach brauch ich wieder eine dunklere Stimme. Ich finde Stimmen wie die von Ronnie, DIO, Johnny Gioeli, Steve Lee, aber auch Kenny McGee und vor allem David Kincaid von den BRANDOS und Gary Jeffries vom ASPHALT BALLET Debüt, ALLIGATOR STEW, THE STICHTPIG REVIVAL und Solo, die für mich zu den besten Sängern im Geschäft zählen. Es gibt viele sehr gute Sänger, aber David und Gary gehören mit den ersten drei aufgezählten zu meinen Lieblingen. Um wieder zum Thema FATES WARNING zurückzukommen: Für mich sind die näher an QUEENSRYCHE als an DREAM THEATER dran, nicht so proggy und kompliziert verschachtelt.

BS: Gary kenne ich durch dich und da muss ich dir recht geben, der Mann hat was Besonderes in der Stimme. Diejenigen die ich nicht kenne, muss ich mir mal anhören. QUEENSRYCHE gehen ja auch in eine Progressive Richtung.

RG: Sicher, aber eben nicht so kompliziert wie das Traum Theater.

BS: Da hast du Recht. Ich meine einfach wegen LaBrie und Alder haben eine ähnliche Stimme und ich finde es eigentlich schade, dass Ray nicht beim Theater singt. Das ist mir spontan eingefallen, als du wegen Steve gefragt hast.

RG: LaBrie gefällt mir bei WINTER ROSE, falls du die kennst ein Melodic Hard Rock Band / Projekt aus dem Jahr 1989, besser als bei DREAM THEATER. Wie gefallen dir die beiden Bands BEYOND THE MIRROR und TINDRUM die ich dir empfohlen habe?

BS: Die gefielen mir recht gut, obwohl ich bei TINDRUM mit dem Sänger meine Probleme hatte.

RG: Das wundert mich jetzt, beim zweiten TINDRUM Album steht kein geringerer als Dag Ingebrigtsen hinterm Mikro. Ich helfe dir jetzt mal auf die Sprünge, der gute Dag war mal der Sänger von TNT auf deren Debüt. Und der Drummer von TINDRUM ist kein geringerer als Diesel Dahl von ja auch TNT.

BS: Ach jetzt verarscht du mich aber, ist das wirklich wahr? Das ist wirklich funny.

RG: Das erste Album von TINDRUM wurde noch von der Sängerin Tove eingesungen, das zweite Album und die Best Of wurden dann von Dag gesungen.

BS: Das ist wirklich spannend, was du mir jetzt gesagt hast.

RG: Um nochmal auf dein Album zu kommen, mir viel Mal im Zusammenhang mit deinem Synthysound von „I Hate To Say“ der Filmemacher und Komponist John Carpenter mit seiner selbst geschriebenen Filmmusik zu „Assault On Precinct 13“ und „Die Klapperschlange“ ein.

BS: Wow das ist mir neu, hat bis jetzt noch niemand bemerkt.

RG: Moment, ich spiele dir mal ein paar Noten vor.

BS: Das ist der typische 80s Sound der auf meinem Album sehr präsent ist, bei „Beautiful Dream“ habe ich von VAN HALENs „Jump“ den Synthysound als Vorlage verwendet. Ich habe aber auch noch gegooglet und mit meiner Soundsoftware verschiedene Sounds miteinander kombiniert. Das ist schon erstaunlich, wie schnell man etwas im Internet gefunden hat und wie schnell man in Bezug auf Musik verschiedene Dinge vermischen kann.

RG: Verstehst du nun was ich mit der Ähnlichkeit zu John Carpenter meine?

BS: Ja, weil es sich um einen typischen 80er Jahre Synthysound handelt. Eben genau wie bei „Jump“ und aus derselben Zeit aus Anfang der 80er stammt. Das ist auch irgendwie wieder lustig, wenn man die Sache genauer betrachtet. Beim Synthysound ist es bei mir wie bei der Gitarre mit dem Kemper, ich probiere nicht tausende Einstellungen durch, sondern habe eine Vorstellung von dem was ich suche. Irgendwann findet man mal ein Profil das genau dem entspricht, was man sich selber vorstellt, und schon hat man den Sound, den man unbedingt verwenden möchte.

RG: Oder es erinnert mich auch ein wenig an eine 80er Ikone RUSS BALLARD, der es auch wie kein zweiter verstand starke Songs zu schreiben, und diese mit viel Gitarren und Keyboard oder Synthysounds einzuspielen. Nebenbei hat der gute Mann einige der besten Rocksongs verfasst und eingespielt.

BS: Das sind eben die 80er, die sind nicht spurlos an uns beiden vorbei gegangen. Es war einfach eine tolle Zeit.

RG: Das ist fast ein sehr schönes Schlusswort, es ist jetzt knapp drei Uhr morgens, was steht für dich als Nächstes an, was können wir von dir noch erwarten?

BS: Das Buch demnächst veröffentlichen, dann mein zweites Album und aus dem Soloprojekt vielleicht eine Band formen. Aber wann das oder das sein wird weiß ich noch nicht, das lasse ich auf mich zukommen. Aber das mindeste wäre, dass die Songs für das zweite Album genauso gut werden wie auf meinem Debütalbum.

RG: Besteht auch die Möglichkeit dich mit Band Live auf der Bühne in Deutschland zu sehen, sobald es die Corona Lage erlaubt?

BS: Das ist jetzt ein wenig Zukunftsmusik, wenn wir mal als Band spielen würden, dann zuerst im Raum Bern und dann könnte man mal schauen, wie oder wo man noch Live spielen könnte. Aber im Grunde würde ich jetzt mal sagen warum nicht.

RG: Hast du noch irgendetwas was du den Hörern sagen möchtest?

BS: Ja, ich bin mir bewusst, dass der Musikmarkt extrem mit sehr gutem aber auch sehr viel Mist übersättigt ist, da es so viel Auswahl gibt. Aber ich sage auch für Leute, die sich für härtere Rockmusik interessieren, die meiner Meinung nach auch tanzbar ist: Hört doch mal in mein Album rein!

RG: Ich danke dir für dieses nette Gespräch und wünsche dir viel Erfolg mit dem Debüt, aber auch mit dem kommenden Album und natürlich mit deinem Buch.

 

 

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Balle

THOMSEN Interview

Rene Thomsen ist ein umtriebiger Mensch. Er ist nicht nur Metalgitarrist mit Leib und Seele, nein er ist auch Geschäftsmann und Besitzer von Backline Rental Service. Das beides unter einen Hut zu bekommen ist manchmal nicht leicht, umso erstaunlicher ist es das er mit seiner Band THOMSEN mittlerweile schon das dritte Album am Start hat. Ich sprach mit Rene via Skype über seine Arbeit und das neue Album und es entstand ein locker 2,5 Stunden Plausch!

J.P: Hallo Rene, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu THOMSEN selbst beantwortest.
Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die bisherige Bandhistory.

R.T: 2007 gab es den Startschuß bei Herman Frank im Studio und er hat das erste Album produziert ( Lets get Ruthless ) was im Mai 2009 veröffentlich wurde . . . in 2012 habe ich dann mit „Unbroken angefangen und die Musiker der Live Show und wieder viele Gäste eingeladen mitzumachen – 2014 wurde das Album dann veröffentlicht.
(Unbroken war tatsächlich mehr ein Projekt als eine Band… Das ist nun anders)
Ich selbst bin eigentlich Quereinsteiger in Sachen Musik und haben mir das Gitarre spielen eigentlich selbst als Autodidakt beigebracht. Ich bin jetzt nicht der begnadete Leadgitarrist, an der Rhythmusgitarre mache ich mich ganz gut.
Viel beeinflusst hat mich Mathias Don Dieth der mir auch viel beigebracht hat und wo ich mir viel abgeschaut habe. Für mich war das Ganze schon immer mehr eine Passion als ein Job!

J.P: Bevor wir näher auf deine Band THOMSEN eingehen möchte ich bei einem Metaller mit deiner Vita etwas mehr auf dich eingehen. Du bist ja nicht nur Gitarrist, sondern eigentlich in erster Linie Besitzer deiner Firma Backline Rental Service. Wenn man sich ein bisschen mit dir beschäftigt kommt man schnell dahinter das du auch mal Roadie und Tour Manager angefangen hast. Klingt sehr interessant. Erzähl doch mal, wie ist dein Werdegang und beschreib uns mal etwas deine Firma.

R.T: Es ging schon früh los (mit ca. 17) habe ich in einer Großraumdisco in Hannover angefangen und neben sauber machen / an der Garderobe Dienst leisten auch die LKW der Livebands ausgeladen und mitgeholfen auf & abzubauen ( der klassische Stagehand ) dann ging es schnell und ich fand mich als „Backliner“ bei diversen deutschen Metal- Bands auf Tour . . . „Running Wild – Sinner – Grave Digger – Helloween . . . Mitte der 80er habe ich auch viele Touren in Europa mit Joe Cocker gemacht – Und dann ging es zu U.D.O und somit auch in die Welt hinaus.
Parallel hatte mich einer der Tourmanager gefragt ob ich mir vorstellen könnte als technischer Tourleiter zu arbeiten – so kam ich zu dem deutschen Konzertveranstalter „Peter Rieger“ und blieb für viele viele Jahre . . . In den 90er Jahre habe ich auch verstärkt angefangen bei den Scorpions zu arbeiten und bin heute noch immer wieder mal als Aushilfe tätig . . . Mit den Scorpions haben wir wirklich viel getourt . . . Aber BRS verlangte immer mehr Aufmerksamkeit – so habe ich versucht das Touren runter zu fahren und nur noch als Ersatz oder Aushilfe bei der Band zu arbeiten – mit Erfolg : )

J.P: Bezüglich deiner Firma muss natürlich aktuell leider die Nachfrage kommen wie es dort aktuell Corona bedingt ausschaut, vermutlich verehrend habe ich Recht?
Als sehr stark betroffener was würdest du dir von der Regierung wünschen?

R.T: Ich selbst bzw. meine Firma ist eigentlich ganz gut durch die Pandemie durchgekommen, was, aber auch daran liegt das ich einiges an Reserven aufgebaut hatte und auch die ein oder andere gute Unterstützung bei der Regierung beantragt und dann auch bewilligt bekommen habe.
Von nichts kommt aber auch nichts, d.h. wir hatten natürlich auch dementsprechend gearbeitet und z.B. eine Jennifer Lopez Tour weltweit, außer Nordamerika, mit Equipment versorgt und gesteuert. Die ganzen Festivals natürlich und ich habe auch so einige ausländische Stammkunden, die wir uns auch hart erarbeitet haben, die immer wieder zu uns kommen. Da kommt natürlich auch ein bisschen was bei rum.

Ich würde mir aber wünschen das die Politik deutlich entschiedener ist. In so ziemlich allen Belangen gelangen was diese Pandemie anbelangt . . .

J.P: Anschlussfrage zu deiner Firma. Erklär uns doch mal ein bisschen eure Arbeit dort, was macht ihr und wie?

R.T: Wir als Dienstleister in Sachen Instrumente (Backline) stellen unseren Kunden alles zur Verfügung an Equipment was er für eine gute Show oder ein Konzert braucht. Vom Garderobenschrank – bis hin zur vollständigen Backline incl. aller Kleinigkeiten.
Unsere Kunden wollen Bauschmerzfrei bedient werden, d.h. da geht es nicht immer nur um den Preis, sondern man muss da einfach verlässlich sein!
So haben wir uns einfach auch einen guten Kundenstamm erarbeitet über die Jahre die aus unseren reichhaltigen Fundus auswählen können.
Wir machen ja auch div. TV Shows wo ich sehr stolz drauf bin wie: Bambi, Echo, Award, Grand Prix Party etc.

Ein paar Zahlen und Fakten zur Firma:

• Ca. 100 komplette Schlagzeugmodelle
• Ca. 100 Keyboards oder E Pianos
• Ca. 120 Gitarren und Bässe
• Unzählige Gitarren und Bassverstärker
• Orchesterinstrumente und Zubehör
• Unmengen an sonstigen Zubehör: 110 Volt Trafos – Bodeneffekte etc.
• 600 qm reine Lagerfläche

Anmerkung: Es gibt nun eine kleine Roomtour durch den Aufnahmeraum und eine Erklärung der angrenzenden Räume. Alles größer als es definitiv im ersten Moment ausgeschaut hat : ) !

J.P: Wann und warum kam dann die Entscheidung auch etwas mehr als Musiker in Erscheinung zu treten? Bist du nicht eigentlich recht ordentlich mit deiner Firma ausgelastet?

R.T: Die Firma ist ja kein Ladengeschäft, es ist schon möglich alles so zu planen das für das Hobby Musik genug Zeit übrigbleibt. Mit dem eigenen Studio den Ruthless Rooms innerhalb meiner Firma sind die Möglichkeiten etwas aufzunehmen natürlich deutlich einfacher geworden. Thomsen III ist komplett hier produziert worden.
Ich bin Frühaufsteher also um ca. 6 Uhr beginnt bei mir der Tag, um 9 Uhr kommen meinen Mitarbeiter hier und dann geht das so bis 13:30 und dann zieh ich mich etwas zurück um an anderen Sachen zu arbeiten oder einfach Chefsachen zu erledigen ; ) die Mitarbeiter kommen ja auch ohne mich klar!

J.P: Euer Debütalbum „Let`s get Ruthless” erschien ja schon 2009 mit einer Scharr an Musikergästen, unter anderem Nibbs Carter, Herman Frank oder Neil Murray. Über euer zweites Album und dann nun das dritte Album ist daraus eine beständige Band geworden. Ich vermute mal das es gar nicht geplant war eine richtige Band draus zu machen und mehrere Alben zu schreiben, oder?

R.T: Doch es war jetzt genau an der Zeit eine spielfertige Band zu haben.
Es ist einfacher mit den Musikern, mit denen Du aufnimmst, auch Konzerte zu spielen – Und genau das ist uns ja auch gelungen . . .
Naja, bis Covid 19 kam – auf der Generalprobe zu den Festivals auf die wir 2020 gebucht waren – kam der Anruf mit den Absagen.

J.P: Nun aber mal zu eurem neuen Album „III“. Es gab ordentlich personelle Bewegung in der Band. Vom letzten Album ist nur dein, mittlerweile, kongenialer Partner Mike Pesin übriggeblieben. Erzähl mal warum sind z.B. Robert und Ingo nicht mehr in der Band?

R.T: Ach / Naja ich denke über Besetzungswechsel zu sprechen kann immer nur nach hinten los gehen – egal was man sagt – es wird doch immer falsch ausgelegt . . . Robert wohn zu weit weg – Der Drummer Andre Hilger ist viel zu beschäftigt – Jetzt kommen alle aus Hannover und unser Drummer Michael Kolar der aus Bielefeld kommt ( dem ist kein weg zu viel oder zu weit )

J.P: Anschlussfrage, wie kam es dann zum Wiedereinstieg von Jürgen Wulfes, der ja schon auf deinem Debüt zu hören war? Und vor allem warum war er damals nicht auf deinem zweiten Album zu hören, wäre ja eine weitere Konstante gewesen ; )

R.T: Das zweite Album war wohl mehr oder weniger ein Experiment –
Das ja von Helge Engelke (ein super Solo und Leadgitarrist, muss hier mal erwähnt werden) zu einem super Ende gebracht wurde.
Aber mit der Besetzung war an eine Zukunft vernünftigerweise nicht zu denken.
Das Debütalbum war ja auch eher ein Zusammenschluss von vielen befreundeten und vor allem ausländischen Musikern, die größtenteils zufälligerweise oder geplant gerade in Deutschland waren, und die ich dann zusammengetrommelt habe.

Der Kontakt zu Jürgen bracht nach dem Debütalbum irgendwie etwas ab und beim zweiten Album war ja mehr oder weniger alles ein Experiment.
Irgendwann haben wir uns dann quasi wiedergefunden und der Kontakt war besser denn je! Er ist einfach auch ein fantastischer Sänger, der so ziemlich auf Alles singen kann, von daher war er natürlich für die neue Scheibe meine erste Wahl, da ich ja an Ruthless anknüpfen wollte und und das soll jetzt auch so bleiben!
Es gab aber nie Streit oder so zwischen uns, das muss auch mal klar gesagt werden.

Auf jeden Fall ist die Besetzung so wie sie jetzt ist meine Wunschbesetzung, mit der ich auch zukünftig die Alben machen möchte oder auf Tour gehen möchte!

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „III“ ein. Für mich sind der Opener “Rise”, „Nightfall“, “Salvation”, “Passion” und „Turn on the Light“ die hervorstechenden Songs. Obwohl das ganze Album wirklich sehr stark ist! Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

R.T: Der Titel des Albums soll eigentlich ausdrücken das es keine Favoriten gibt. Für mich hat das Album keine Lückenfüller – jeder Song hat seine Berechtigung auf dem Album. Die Songreihenfolge kam auch erst nach dem Mix bei Charlie Bauerfeind.
Rise ist für eine Metal CD ein echter Reißer, der an den Anfang gehört – Turn on the Light ist von mir gesungen und um die Leute nicht zu verwirren war klar, dass er ans Ende gehört. Die anderen Songs sind nach dem persönlichen Empfinden der Dramaturgie gesetzt – ich meine wer will denn alle Reißer nacheinander und dann die etwas gemäßigten Stampfer hinterher . . . eintönig.

J.P: Wenn man aufmerksam hinhört erkennt man das du bei „Turn on the Light“ selbst singst. Wie kam es dazu? Klingt übrigens gar nicht übel! ; )

R.T: In dem Song geht es um Situation der Live Musik / Touring Branche … Jürgen und ich waren der Meinung das es mit meiner Vita gar nicht schlecht wäre etwas darüber zu machen. Wir haben beide zu Hause überlegt und dann floss mit Turn on the Light einfach so aus den Fingern / nebst den Vocals . . . Jürgen sagte mir dann – Las mal so – das ist so schlecht nicht! Zack, Fertig!
Der Song ist eigentlich aus Fragmenten von zwei anderen, älteren Songs entstanden.

J.P: Was noch auffällt, der Song „Passion“ hat beim Video den Titel „Passion and Warfare“ auf dem Backcover steht aber nur noch „Passion“. Das musst du uns mal erklären?

R.T: Das war ein Fehler meinerseits : ) !

J.P: Auf dem Album gibt es einen Hidden Track, den aufmerksame Hörer vermutlich längst entdeckt haben. Warum der Track?

R.T: Um zu sehen wer es mitbekommt ; ) Das Stück landet vielleicht als separater Track auf dem nächsten Album!

J.P: Du hast alle deine Alben über Artist Station veröffentlich und bist promotechnisch bei CMM-Online angesiedelt. Wie sind denn deine Erfahrungen da so und bist du zufrieden?
Ein großes Label hast du nicht im Rücken, richtig?

R.T: Weißt du Julian ein ordentlich Promoagentur zu haben und einen ordentlichen Vertrieb sind einfach sehr sehr wichtig, vor allem in meinem Fall da ich ja die gesamte Scheibe aus eigener Tasche finanziere!
Daher bin ich auch bei allen Alben immer bei der gleichen Promoagentur geblieben und ich schätze einfach die Arbeit von Marco (Linke, Chef der Promoagentur CCM Consulting for music and media) sehr. Er und sein Team arbeiten einfach zügig und qualitativ absolut hochwertig!
Da werden im Angebot zur Kampagne Ross und Reiter genannt, was nicht überall in der Branche so üblich ist und es werden keine Unterschiede gemacht ob du eine große oder kleine Band bist. Das schätze ich sehr!

Ob ich in Zukunft auch mal in einem größeren oder kleineren Label zusammenarbeite, weiß ich noch nicht. Das kommt auf sehr viele Faktoren an!

J.P: Wie geht es denn jetzt für dich persönlich und THOMSEN weiter? Ich habe gesehen ihr schreibt schon fürs nächste Album, hoffentlich ist die Wartezeit nicht so lang : ) ? Habt ihr Liveauftritte geplant, wenn sie möglich sind?

R.T: In der Tat sind wir am nächsten Album dran – Es gibt schon weit voran geschrittene Demos von 8/9 Song ( Ein Song wird mit neuen Vocals Re-Recorded) Wer weiß vielleicht singe auch wieder einen Song selber! Das muss man sehen along the progress . . .
Wir haben 4 Show´s Rock Harz – Metal Diver – Rock am Stück und eine Show in Hannover auf die wir gebucht sind – mal sehen was da noch kommt.

Anmerkung: Hier rollt Rene zum Mischpult und spielt mir tatsächlich einen ersten Track des neuen Albums vor mit dem aktuellen Arbeitstitel „Spread your Wings“! Mein lieber Gesangsverein, wenn das die Maßgabe des neuen Albums ist, können wir uns wahrlich auf was gefasst machen!! : )

J.P: Vielen Dank Rene für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

R.T: Danke, hat Spaß gemacht viel Erfolg für die Rock-Garage!

Julian

 

EYES (SE) Interview

 

Nach meinem Review zum EYES (SE) Album „Perfect Vision 20/20“ bekam ich von Björn H. Lindbäck das Angebot für ein Interview, dieses Angebot wurde von mir gerne angenommen. Die Band EYES (SE) wurde 1981 als Fünf Mann Band in Malmö gegründet, wurden dann 1991 aber auf Eis gelegt. Von 1991 bis 2004 machten Bandmitglieder unter dem Namen ACES HIGH weiter und veröffentlichten drei sehr gute Alben, das erste von 1994 „Ten ‚N Out“ ist das Highlight der drei Alben obwohl die beiden Alben zwei und drei auch sehr gut geraten sind. Im Gegensatz zu Album eins war die Ausrichtung der zwei folgenden Scheiben mit einem leichten modernem Anstrich versehen. 2013 wurde dann wieder unter dem Banner EYES (SE) weiter gemacht. Seit Gründung 1981 wurden Songs komponiert und aufgenommen, darunter befinden sich zwei Demo Tapes von 1984/85, ein Song für einen schwedischen Rock Sampler 1989, eine Ep von 2013 und den vorher nicht veröffentlichten Song „Permanent Picture“ als Single 2014, 2020 folgte noch die EP „Left 20/“ und 2021 die Single „This Is Us“ vom aktuellen Album. Nachdem ich mit Björn den Interview Termin ausgemacht hatte kam eine sehr lockere Gesprächsrunde mit Björn und David Rickard zustande, es war mehr ein Gespräch wie unter Freunden als ein Interview und beide waren bestens aufgelegt und standen mir gerne Rede und Antwort.

RG: Hallo Björn und David

Björn: Hallo Helmut, ist es möglich das du aus der Nähe von Frankfurt bist?

RG: Nein, ich bin im südöstlichsten Teil Bayerns zwischen München und Passau zuhause.

Björn: Da muss ich gleich an das Oktoberfest in München denken. Uns verbindet sehr viel mit Deutschland. Viele Gigs in Norddeutschland und mein Besuch eines fabelhaftes Konzertes einer deutsche Toto-Cover Band die im Englischen Garten in München spielte. Leider haben wir in der Vergangenheit nie in Süddeutschland gespielt, wir haben vor dies aber zu ändern wenn die Lage es zulässt.

RG: Ja, wirklich eine kostspielige Sache das Oktoberfest mit sehr hohen Preisen für Essen und Getränke.

Björn: Vor etlichen Jahren war ich sehr viel in Deutschland, und während dieser Zeit war ich drei Wochen in München und auf dem Oktoberfest, ich hatte eine sehr schöne Zeit dort.

RG: Das Oktoberfest ist ein Spektakel aber leider sehr teuer.

Björn lachend: Das nennt man Inflation. Ich hoffe wir machen es mit sehr guter Musik besser?

RG: Euer Album ist wirklich sehr gut was könnt ihr mir darüber berichten?

Björn: Ich bin froh das es dir gefällt. Wir hatten einiges an Rückmeldungen und was die Leute mögen und was nicht. Wir schreiben und machen die Songs die wir selber gerne hören wollen. Unsere Musik ist einfach unser Baby und kommt von Herzen.

RG: Ich denke Ihr müsst so vorgehen. Wenn ich das Beispiel Frontiers Music in Italien heran ziehe, da hört sich vieles nach deren Haussongschreiber und Produzenten Alessandro Del Vecchio an. Del Vecchio ist ein guter Musiker und Songschreiber aber es hört sich doch vieles nach seiner Handschrift an. Die Frage ist ob es nicht in naher Zukunft zu einer Übersättigung kommt wenn er zu viele Songs schreibt? Da ist Euer Album eine willkommene Abwechslung.

Björn: Del Vecchio ist ein sehr guter Musiker und Songschreiber aber leider drückt Del Vecchio meiner Meinung nach jeder Band, jedem Projekt seinen Stempel auf. Ich denke öfter das es nicht mehr viel mit dem Künstler zu tun hat.

RG: In nicht all zu ferner Zukunft könnte sich Langeweile ausbreiten. Weil sein Stempel zu oft vorkommt.

Björn: Wenn wir mit einem Produzenten arbeiten, denken wir oft darüber nach das zum Beispiel das Gitarrenspiel und die Spieltechnik davon abweicht von dem was ursprünglich unsere Idee war und klingt deshalb nicht so wie wir dies geplant haben.

RG: Ich finde dieses EYES Album hat den selben Touch und das Feeling wie das Debütalbum von ACES HIGH was ich immer wieder gerne höre. Wie denkt Ihr darüber?

David: Ich kann dem zustimmen und ich denke ich weiß was Du mit dem Feeling meinst.

RG: Wenn ich das EYES Album anhöre spüre ich das gleiche wie auf dem ACES HIGH Debüt.

David: Wow das ist richtig cool dies zu hören, Danke für dieses Kompliment.

Björn: Was Interessant ist, das je wie man die Musik empfindet, ob glücklich, traurig, aufputschend oder stärkend genau das ist das was man mit Musik erreichen will. Die meisten Songs wurden von David und Joakim unserem Gitarristen geschrieben, und genau das war auch damals bei ACES HIGH der Fall.

RG: Mir gefällt das erste ACES HIGH „Ten ‚N Out“ Album auch sehr gut.

David: Danke für das Kompliment. Ich fühle mich geehrt das zu hören. Mir gefällt es immer noch wenn ich es von Zeit zu Zeit höre. Ich kann in meinen eigenen Worten nur sagen das ich der Meinung bin das das Debüt von ACES HIGH ein großartiges Album ist. Ich bin sehr stolz ein Teil von diesem Album zu sein.

RG: Ich finde es ist ein Stück Rockgeschichte.

David: Ich denke genauso wie Du, danke für diese Meinung.

Björn: Helmut unsere Plattenfirma GMR Music denkt aus kommerzieller Sicht darüber nach die drei ACES HIGH Alben neu auf zu legen. Aus Sicht des heutigen digitalen Zeitalters ergeben sich mehrere Möglichkeiten.

RG: Das wäre ein gute Sache, da das Debüt schwer auf zu treiben ist und die beiden anderen Alben auch immer seltener werden. Ich hätte auf Spotify nach Songs von ACES HIGH gesucht doch leider keinen für meine Playlist gefunden.

David: Sorry dafür das keine Songs von ACES HIGH auf Spotify zu finden sind. Wir konnten damals diesen Schritt nicht gehen, da es damals als das Album erschienen ist Spotify noch nicht gab. Unglücklicherweise haben wir diesen Weg noch nicht eingeschlagen. Ich denke das wir dies in Zukunft ändern können da unser Label GMR Music die Bänder zur Verfügung hat und die Alben wieder auflegen möchte.

RG: Das ist eine sehr gute Sache, ich habe die erste Auflage von Megarock Records.

David: Wirklich, bei der ersten Auflage ist dem Label ein Fehler unterlaufen, im Titel wurde das „Out“ weggelassen. Hast du diese Auflage wirklich?

RG: Das wusste ich bis jetzt auch noch nicht, da muss ich mir das Cover nochmal genauer ansehen. Auf dem Cover sind die vier Asse und im Vordergrund das Pik Ass abgebildet. Ich finde das Songwriting ob nun in der Vergangenheit oder Gegenwart sehr gut. Update für David ich habe die erste Auflage.

David: Wir hielten die Songs auf „Perfect Vision 20/20“ einfach und das wird der Grund dafür sein.

Björn: Um der Band und dem Publikum gerecht zu werden, sind viele Dinge zusammengewachsen oder kamen für „Perfect Vision 20/20“ zusammen. Die Band feuert aus allen Zylindern und die jetzigen technischen Möglichkeiten boten eine optimale Sicht in Bezug auf das, was wir tun und erreichen wollten. Der Unterschied zu früher könnte in ein paar Erklärungen gefunden werden, denke ich. Mit der stetig steigenden Entwicklung in Sachen Musik und Aufnahmetechniken wie nie zuvor konnte die Band Reife und Wiedererkennungswert in allem nutzen, was musikalisch und klanglich wichtig ist. Eine klare Prioritätensetzung zusammen mit Harmonie und Ausgeglichenheit schien genau diesen Effekt auf uns zu haben, uns zu helfen ein großartig Album zu machen, anstatt nur ein gutes.

RG: Ich finde die Songs trotz ihrer Einfachheit sehr gut gelungen und sie haben so ein Feeling der 80er Jahre.

David: Danke, das kann ich bestätigen, dass war das was wir wollten, gute Songs machen.

Björn: Wir sind sehr glücklich mit der Wahl unseres Sängers Peter Andersson das jüngste Mitglied bei EYES kam 2017 zur Band. Wir machten mit ihm einige Auftritte um zu sehen ob er sich als Sänger eignet und ob er zu uns und der Musik von EYES passt. Er hat sich eine sehr breite Range angeeignet.

RG: Peter hat einen sehr guten Job gemacht, er hört sich sehr gut auf dem Album an.

Björn: Peters Lieblingssong ist #10 „Cry Another Day“, ich denke weil dies der härteste Song ist, er denkt wenn er sein Stimme so einsetzt verspürt er ein Erfolgserlebnis. Ihm gefallen eher die härteren Songs auf dem Album. Nach unsere Meinung bei Song #4 „This Is Us“ eine Ballade liefert Peter einen fantastischen Job.

RG: Zwei sehr guter Song, meine Favoriten sind die Songs „Playing To Win“, „Get Out Of My Head“ ein Highlight und „More Than Meets The Eye“ ein cooler Song.

David: Gute Wahl.

Björn: Bei „More Than Meets The Eye“ fängt Joakim mit einer Gitarrentechnik an, die zwei Oktaven umfasst.

David: Das ist eine alte Technik von Ritchie Blackmore, Joakim wollte ausprobieren ob er sie noch kann. Bei dem Song „Rock The City“ vom Album „Ten ‚N Out“ wurde die selbe Technik schon mal angewendet. Nur noch mal kurz zu ACES HIGH welche Songs gefallen dir von Ten ‚N Out“?

RG: „Jungle Of Love“, „Remember“ ein sehr guter Song und „Piece Of The Action“

David: Auch wieder eine sehr gute Wahl.

Björn: Es stand außer Frage, dass nicht jeder mit der Reihenfolge der Songs auf „Perfect Vision 20/20“ zufrieden sein wird. Aber wir wollten mit „Playing To Win“ Anfangen, da dies ein kräftiger Rocker ist, und das Album so mit der richtigen Power los geht.

RG: Der Song hat Drive und groove, wie wenn man mit 270 Sachen über die deutsche Autobahn heizt.

Beide: Lachen und meinen Ja ja die deutsche Autobahn.

RG: Nicht mit 130 sondern mit dem richtigen Auto und Vollgas über den Highway.

Beide: Ok und lachen

David: Hast Du das richtige Auto dafür?

RG: Das bleibt in der Öffentlichkeit mein Geheimnis.

David: Bist Du in der Nähe von Ingolstadt und hast einen Audi?

Björn: Oder bist Du in der Nähe von Stuttgart und fährst Mercedes? Einer der Songs heißt „In The Matrix“ die Rückmeldung eines Fans von EYES, er assoziiert mit den Texten Donald Trump der ins Weiße Haus kommt, ähnelt einer brennenden Matrix aus seiner Zeit als Präsident.

RG: Der ganze Typ steht in Flammen.

Beide Lachen

Björn: Wir flüstern in dem Song „Fake News“, das ist der erste Song den wir für das Album aufgenommen haben als Trump gewählt wurde. Songtexte werden nie dem Zufall überlassen. Mit unserer einzigartigen Zusammensetzung von Bandmitgliedern aus versiedenen Lebensbereichen basieren die meisten auf Lebenserfahrungen, Bestrebungen und Neugier. Wiederkehrende Themen sind oft subtile, immergrüne Variationen wie Junge trifft Mädchen, Suche nach Liebe und Zuneigung, Umgang mit den Schwierigkeiten die im Laufe des Lebens auf einen zukommen, Loyalität und Freundschaft zu belohnen und ähnliches. Aber wenn Du ein wenig genauer hin schaust, wirst Du vielleicht sowohl eine tiefere Bedeutung als auch subjektive und erhabene Interpretationen finden. Der Song „In The Matrix“ ist in Bezug auf die Texte ausnahmsweise progressiv, da wir es selbst nicht glauben konnten, wenn wir überall von Fake News umgeben sind. Dieser Song fordert wirklich Deine Vorstellungkraft heraus „Sei aufmerksam auf das Geschehen um uns herum!“

RG: Sehr interessante Hintergrundinfo.

Björn: Einen der besten Reviews die wir bekamen kommt aus England. Der Verfasser meint: „Ich wippte mit dem Fuß mit als die Musik anfing.“ An solchen Aussagen merkt man wie die Songs wirken und beim Hörer ankommen. Genau das ist was wir wollen und beabsichtigen, dass Musik den Hörer fesselt und Spaß macht.

RG: Ich schreibe vielleicht nicht solche Details in meine Reviews aber dennoch das was ich höre und wie ich die Musik wahrnehme und beschreibe diese dann. Mir gefallen auch viele junge skandinavische Bands wie zum Beispiel CONFESS, und die Jungs machen auch richtig gute Musik.

Beide: Ja absolut, die Jungs sind großartig.

Björn: Es kommen viele neue Bands mit jungen Musikern aus Schweden, meiner Meinung nach orientieren sich einige an den bekannteren Bands wie H.E.A.T., DYNAZTY oder BROTHER FIRETRIBE.

RG: Ich habe viel Material dieser Bands und von anderen wie LEVERAGE, LEVITICUS, TREAT, oder aus Dänemark SKAGARAK, aus Finnland BOYCOTT, aus Norwegen DREAM POLICE.

Björn: Wir haben eine Tradition ich denke seit Mitte bis Ende der 80er als Bands wie EUROPE und YNGWIE MALMSTEENS RISING FORCE in dieser Zeit den internationalen Durchbruch schafften. Dies sorgte für eine große Welle in der neue junge Bands genau diese Art von Musik machten.

RG: Das ist richtig. Aber ich denke jetzt mal an ABBA, dass ist Popmusik aber gute Popmusik und sie waren sehr erfolgreich damit, kann es sein das der Erfolg von ABBA auch ein klein wenig mit dem Erfolg und dem Feeling von Bands aus Schweden oder Skandinavien zu tun haben?

Björn: Ja bestimmt, wir lassen uns öfter mal von den Melodien von ABBA inspirieren.

RG: Oder ROXETTE waren mir ihren Songs auch sehr erfolgreich.

Björn: Absolut

David: Ja das stimmt, sie hatten sehr gute Songs am Start die immer noch sehr gut sind.

RG: Kamen nicht COTTON EYE JOE auch aus Schweden?

David: Lachend, ja aber keine typische Schwedenrock Band. Das ist eine andere Art von Musik, aber der Erfolg hat ihnen recht gegeben.

RG: Wie ist die Lage momentan in Schweden?

Björn: Die Beschränkungen werden nach und nach gelockert. Der Normalzustand kommt langsam wieder zurück. Schweden hatte nie so einen harten Lockdown wie manche europäische Staaten. Wir denken das Konzerte in nächster Zeit mit Publikum wieder möglich sein werden. Wir wollen in unserer Heimatstadt Malmö im November ein Release Konzert spielen, und möglicherweise nächstes Jahr im Frühling einige Open Air Festivals in Schweden, sofern sich die Coronalage entspannt hat.

RG: In Deutschland wurden einige Konzerte angekündigt doch ob die stattfinden steht in den Sternen, Festivals sind bis in den Herbst abgesagt. KISSIN‘ DYNAMITE, TEMPLE BALLS und NAZARETH wollen auftreten.

Björn: Kommt NAZARETH nach Deutschland? Das ist eine gute Nachricht.

RG: Ja wenn die Konzerte durchgeführt werden kommen NAZARETH sogar in meine Gegend ca. 40km von mir entfernt. In eine kleine Stadt nähe Grenze zu Österreich.

Björn: OK, das klingt gut.

David: Lachend Du „Glückspilz“, cool.

RG: Gibt es Pläne das EYES in Deutschland, München, oder auf Festivals wie den Indoor Summer in Hamburg oder das H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftretten? EYES würden sehr gut in der Setlist der Festivals passen.

Björn: Momentan noch nicht, aber das Managment sieht sich nach Möglichkeiten um. Momentan reden wir über einige Auftritte in Großbritannien. Da gibt es einige Bands mit denen wir auf Tour gehen könnten

RG: Wie sieht die Rückmeldung von den Streamingplattformen aus? Habt Ihr da schon Feedback bekommen?

Björn: Die Streamingzahlen von Spotify besagen das Deutschland rasant nach oben geht und ich denke das Dein Review hilfreich ist. Die Zahlen sagen das Deutschland und Großbritannien an zweiter Stelle nach Schweden stehen. Die Orte mit den meisten Streams sind Augsburg, Hamburg, Düsseldorf, Simbach am Inn, Berlin und München holen auch langsam auf. Aus der Schweiz ist Zürich weit oben und aus Österreich kommt Wien auch langsam in die Gänge. Die meisten Probleme haben wir in Südamerika, ich denke mal wir brauchen einen Balle in Südamerika zur Unterstützung. Das Album hört sich im Auto auch sehr gut an.

RG: Der Sound ist wirklich sehr gut geworden.

Björn: Wir sind schon älter und mit dem Radio aufgewachsen. Du reviewst sehr viel Bands und Künstler aus dem Bereich Melodic Rock mit dem Sound der 1980er.

RG: Ja, das stimmt ich bin ein Kind der 1970er und 1980er. Ich bin mit LOVERBOY, DEF LEPPARD, DIO, ACCEPT und QUIET RIOT aufgewachsen.

Björn: Ich vermute du weißt das wir in den 80ern angefangen haben zu spielen, wir hatten die Einflüsse aus unserer Jugend. Zu diesen Einflüssen zählen DEEP PURPLE, RAINBOW, WHITESNAKE die wir mit Arena und Stadion Rock zu guten Melodic Rock Songs kombinieren, geeignet für das Autoradio und Rundfunk.

RG: Euer neues Album hört sich wirklich sehr gut an, ich höre es sehr gerne an. Ich bin mit solchen Songs aufgewachsen.

Björn: Wenn wir im Studio Songs aufnehmen fragen wir uns immer, besitzen die Songs Wiedererkennungsfaktoren oder ob Leute die Songs weiterempfehlen wenn sie diese gehört haben.

RG: Meiner Meinung nach habt Ihr Euren eigenen Sound, sehr amerikanisch aber doch schwedisch.

Björn: Danke für dieses Kompliment. Das ist richtig das kommt von der nördlichen Lage und unserer Tradition wie oben erwähnt.

RG: Gibt es noch etwas was Ihr unseren Lesern sagen möchtet?

Beide: Ja, Danke das Ihr Euch für unsere Musik interessiert und uns unterstützt, habt Spaß beim hören, seht Euch unsere Show an wenn diese wieder möglich sind. Und bleibt Gesund.

RG: Danke für Eure Zeit und die nette Plauderei. Bleibt Gesund und viel Erfolg mit dem Album.

Beide: Wir danken Dir und bleib Gesund.

www.eyesofficial.se/

www.facebook.com/onlyeyes4u

Balle

LIQUID STEEL Interview

LIQUID STEEL sind eine österreichische Heavy Metal Band, die 2009 in Innsbruck gegründet wurde. Mit ihrem klassischen Metal Gesang, Twin-Guitar Harmonien und knallenden Rhythmen halten sie den echten Heavy-Metal-Spirit am Leben. Nach den zwei vorzüglichen Vorgängern sind sie nun mit ihrem dritten Werk „Mountains Of Madness“ am Start. Dieses wurde von mir mit sehr starken 9,5 Punkten bewertet, was Anlass genug war die Burschen zu kontaktieren und nach einem Interview zu fragen. Sänger Fabio und Gitarrist Julle stellten sich meinen Fragen. Viel Spaß damit.

M.S.: Servus Jungs! Erst mal danke, dass ihr euch Zeit für dieses Interview nehmt. Für diejenigen, die euch noch nicht kennen: Stellt Liquid Steel doch mal kurz vor.

Fabio: Hey Rock Garage Leser, hallo Sturmi. Erstmal ein großes Danke für euren Support. Wir sind 5 Kumpels aus Tirol die gerne Heavy Metal machen. Wir haben gerade unser neues Album veröffentlicht und sind sehr happy damit.

Julle: 5 langhaarige Tiroler, die klassischen Heavy Metal spielen. Uns gibt’s seit 2009, wir haben 3 Alben veröffentlicht und das nächste Ziel ist natürlich die Weltherrschaft 😊

M.S.: Das neue Album ist meiner Meinung nach das Abwechslungsreichste und dadurch auch das Beste bis jetzt. Wolltet ihr bewusst vielschichtiger werden, oder ist das einfach beim Songwriting entstanden?

Julle: Glaub gar nicht, dass unsere ersten beiden Platten weniger Abwechslung bieten. Das mit dem „nicht stur in einem Genre gefangen sein“ ist uns interessanterweise beim Songwriting jeder Platte noch passiert. Wir wissen seit 10 Jahren nicht, woran das genau liegt, ist aber schlussendlich egal. Uns gefällt die Mischung.

Fabio: Das würd ich doch gleich unterschreiben. Abwechslung wird bei uns großgeschrieben. Ich finde es toll, wenn Bands das Gaspedal voll durchtreten oder wenn andere Bands so richtig schön langsam doomig dahinschlendern, aber mir persönlich wäre das zu wenig. Ich steh auf die Abwechslung und wir machen genau das worauf wir Bock haben. Mal gehen wir es ein wenig rock n’rolliger an, wie im Song wie City Lights, mal treten wir das Gaspedal durch, wie bei On the Run. Wichtig ist, dass man den roten Faden nicht aus den Augen verliert.

M.S.: So, lasst uns mal kurz vom Standard Interview abweichen. Ich hab‘ 10 Fragen für euch, wir fangen von hinten an, und ihr müsst für jede Fragenummer die gleiche Anzahl an Antworten geben. Und los:

10. Eure Top 10 New Wave Of Heavy Metal Alben?
Julle: Ich misch mal alt und neu:
Diamond Head – Lightning To The Nations
Striker – Play To Win
Iron Maiden – The Number Of The Beast
Night Demon – Curse Of The Damned
Steelwing – Zone Of Alienation
Alpha Tiger – Man Or Machine
Skull Fist – Chasing The Dream
Enforcer – Death By Fire
Judas Priest – British Steel
Saxon – Wheels Of Steel

Fabio: Meine top 10 NWOTHM Alben:
Skull Fist – Head of the Pack
Stallion – Slaves of Time
Visigoth – Conquerer’s Oath
Enforcer – Diamonds
Ambush – Firestorm
Night Demon – Curse of the Damned
Cauldron – In Ruin
Striker – Play to win
Sign of the Jackal – Breaking the spell
Eternal Champion – The armor of ire

M.S.: 09. Ihr veranstaltet ein Metal Festival. Welche 9 Bands bucht ihr (es gelten auch Aufgelöste)?

Fabio: Coole Frage. Ich versuch’s…. Led Zeppelin und Black Sabbath Anfang der 70er. Die Ramones und Rush in Urbesetzung, Thin Lizzy zu Live & Dangerous Zeiten. Manilla Road und Cirith Ungol mit Support von the one and only “The Lord Weird Slough Feg” – die fehlen mir noch auf meiner Live Liste und natürlich würde ich uns dazubuchen, ich will da doch dabei sein 😊

Julle: Wenn das Genre egal ist und Geld keine Rolle spielt, dann wäre das ein Traum-Lineup:
Tool, Gojira, Dream Theater, Metallica, Iron Maiden, Judas Priest, Deep Purple, Extreme und Alkbottle

M.S.: 08. Eure Top 8 Non-Metal Alben?

Julle:
Ashbury – Endless Skies
Status Quo – Whatever You Want
Van Halen – Van Halen
Steve Vai – Alien Love Secrets
Extreme – Pornograffitti
Guthrie Govan – Erotic Cakes
Stevie Wonder – Talking Book
Michael Jackson – Thriller

Fabio:
Tom Petty and the Heartbreakers
Neil Young – Harvest
Johnny Cash – Live Folsom Prison
Billy Idol – s.t.
Heilung – Lifa
Beatles – Abbey Road
Zucchero – Oro incenso e birra
Oasis – What’s the story…

M.S.: 07. Ihr geht am Wochenende hart feiern. Welche 7 Musiker nehmt ihr mit (Verstorbene zählen auch)?

Julle: Nicht nur zum Trinken, vor allem auch zum Quatschen:
Eddie Van Halen, Dimebag Darrell, James Hetfield, Lars Ulrich, Bruce Dickinson, Gary Moore, unseren Martin

Fabio: Boah da würden mir ein paar einfallen. Ich glaub ein Mix aus bekannten/ weniger bekannten wäre cool. Ich sag mal, Onkel Lemmy, Amy Winehouse, Haui von der Band Silius, Kevin von der Band Insanity Alert, Vali von Roadwolf, Nicko McBrain und Joey Ramone. Haha, das wär was.

M.S.:06. Nennt 6 geile Metal Bands aus Österreich, die man kennen sollte?

Julle: Silius, Küenring, Roadwolf, Sensylis, The Sorrow, Insanity Alert

Fabio: Am Schirm haben solltest du auch noch Venator, Ewig Frost, Eisenhand, Into the Tempest, Hard Excess und Madog.

M.S.: 05. Eure Top 5 Konzerte als Besucher, was hat euch am besten gefallen?

Julle: Tool (ohne Worte), Metallica (Vollprofis, wird nie eine bessere Band geben), Extreme (1 Meter vor einem meiner Guitarheroes Nuno Bettencourt, yeah!), Opeth (Heiratsantrag gestellt und ja, sie hat ja gesagt!), Alkbottle (vor allem backstage sehr, sehr lustig)

Fabio: Ich habe das Glück Großteil meiner Heroes gesehen zu haben. Ein unvergessliches Konzert ist für mich immer von verschiedenen Faktoren abhängig. Oft ist es eine spezielle Location, oft ist man einfach mit den richtigen Leuten am richtigen Ort und oft stimmt einfach die Magie. Iron Maiden- Somewhere Back In Time Tour 2008 in Bologna war so etwas Spezielles. Das erste Mal mit dieser geilen Setlist in Europa (Ich sag nur Rime of the ancient mariner- da hatte ich Pipi in den Augen). Thin Lizzy (wenn auch ohne Phil natürlich) mit Scott Gorham und Eric Bell in England zu sehen (ca 2010) war ein Traum. Black Sabbath in Birmingham (Abschiedstour) – da hat einfach alles gepasst! Judas Priest in Linz- nach einer etwas schwächeren Vorstellung ein paar Jahre zuvor haben sie in Linz einfach keine Gefangenen gemacht und eine Setlist mit einer unfassbaren Leidenschaft gespielt. Stellvertretend für die unzähligen geilen Underground Shows wähl ich dann noch Cirith Ungol beim Keep It True. Ohne Worte.

M.S.: 04. Und nun eure Top 4 Gigs als Musiker, was hat euch geflasht?

Julle: Support von Iced Earth – Zuschaueranzahl, professionelle Venue
Support von U.D.O. – erstes Mal vor mehr als 1000 Leuten live spielen hat schon was
Metal in der Lok – Ferdl hat an diesem Abend 5x das selbe Solo gespielt 😊
„Mountains Of Madness“-Festival in Innsbruck – Fabio in Halford-Manier mit Moped auf der Bühne, das war richtig cool!

Fabio: Trveheim Festival vor full House – was für ein tolles Festival und großartige Leute. Iced Earth Support war schon speziell (quasi vor der Haustür mit einer deiner Lieblingsbands). Metalheadz Open Air in Bayern, genauso toll. Super Leute, super Bühne, die Atmosphäre ist genau wie beim Trveheim sehr familiär und man fühlt sich sofort zuhause. Das erste Mal Tschechien spielen. Sagen wir so, Tschechien ist anders. Die sind verrückt da drüben – und ich mein das absolut positiv.

M.S.: 03. Sagt uns eure Top 3 Lieblingssänger?

Julle: Schwierig, da es so viele gute gibt/gab. James Hetfield, Maynard James Keenan, Axl Rose.

Fabio: Neben den üblichen Verdächtigen Dickinson, Dio und Halford, nenn ich noch Joey Ramone und Phil Lynott.

M.S.: 02. Welche 2 Biersorten trinkst ihr am liebsten?

Julle: Gösser, Hacker-Pschorr

Fabio: Tegernseer, Zipfer

M.S.: 01. Ein Außerirdischer landet und ihr habt nur ein Album um ihm Heavy Metal zu erklären und dadurch die Chance die Welt zu retten. Welches nehmt ihr?

Julle: Judas Priest – Painkiller – für mich DIE Definition des Begriffs „Heavy Metal“

Fabio: Black Sabbath – s.t. – beim Einsetzen der Glocke würden die Aliens vor Angst die Flucht ergreifen, spätestens allerdings beim ersten Akkord von Riffmeister Iommi würden sie erstarren.

M.S.: Das war klasse. Zurück zu euch. Was sind eure Pläne für die Zukunft, wenn man auch wieder live Musik erleben kann?

Julle: Mal sehen, was heuer coronabedingt möglich ist. Einige Anfragen haben wir schon, das sollte sich Ende des Sommers ausgehen. Freuen uns natürlich schon riesig, das neue Material unter die Leute zu bringen. Ob es ein viertes Album geben wird, steht noch in den Sternen, reizen würde es mich jetzt schon.

Fabio: Wir freuen uns vor allem wieder live zu spielen. Wer uns haben möchte, kann uns einfach anschreiben.

M.S.: Ich sage danke für dieses Gespräch und für euer richtig geiles Album. Die letzten Worte gehören euch. Was möchtet ihr euren Fans noch unbedingt sagen?

Julle: Danke, Sturmi, für das Interview mit sehr interessanten Fragen und deinen Support! Leute, genießt den Sommer mit viel Bier und viel Heavy Metal!

Fabio: Danke Sturmi – you rock! Genießt die Zeit, lasst euch nicht stressen und legt wieder mal euer Lieblingsalbum auf. Dazu ein kühles Bierchen und einfach genießen. Ich hoffe wir sehen uns bald.

Sturmi

REINFORCER Interview

Nahe meiner alten Heimat, genauer aus Paderborn kommen die Power Metaller von REINFORCER! Dieser Umstand und das Fullenght Debütalbum waren für mich Grund genug dem Lead Gitarristen der Band Niclas Stappert ein paar Fragen zu stellen.

J.P: Hallo Niclas, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu euch und zu eurem Debütalbum beantwortest. Zuerst, für die Leute die euch vielleicht noch nicht so kennen, stell dich und die Band doch einmal kurz vor und erzähle ein bisschen was zu eurem Werdegang?

N.S: Hallo Julian, nichts zu danken, wir stehen natürlich gerne Rede und Antwort. Wir, das sind fünf Jungs aus dem schönen Ostwestfalen-Lippe. Der Grundstein für die Band wurde 2015 von unserem Basser Marvin und mir gelegt. 2017 hatten wir allerdings erst das komplette Line-Up zusammen. Ein relativ langer Zeitraum also, bis wir nach Lasse am Schlagzeug und Tobias an der zweiten Gitarre mit Logan letztendlich auch noch den perfekt passenden Sänger gefunden hatten. Seitdem hat sich am Line-Up nichts mehr verändert, man könnte also sagen, dass sich die Geduld bei der Musikersuche ausgezahlt hat. 2018 haben wir dann auch relativ zügig unsere erste EP „The Wanderer“ rausgebracht, die schon sehr guten Zuspruch bekommen hat und ein halbes Jahr später dementsprechend vom Schweizer Label „Doc Gator Records“ nochmals auf Vinyl und Tape aufgelegt wurde.

J.P: Nach eurer Debüt EP, nun euer erstes komplettes Album. Dieses erscheint auf dem italienischen Label Scarlet Records. Gab es keine guten Angebote von deutschen Labels oder haben sie euch einfach das beste Angebot gemacht? Erzähl vielleicht mal etwas zur Labelsuche und eurer Wahl.

N.S: Unsre Labelsuche ist tatsächlich so abgelaufen, wie sich das vermutlich viele Leute so vorstellen. Nachdem das komplette Album aufgenommen, gemixt und gemastert war, haben wir die Scheibe digital oder per Post an die verschiedensten Labels in ganz Europa verschickt. Da war von den ganz Großen bis zu den ganz Kleinen alles dabei. Wir wollten einfach mal schauen, was so möglich ist und keine Optionen von vornherein ausschließen. Angebote gab es dann auch aus verschiedenen Ländern, wobei aus Deutschland tatsächlich weniger Feedback kam als aus Ländern wie Italien oder Griechenland. Bei Scarlet Records hat das Gesamtpaket dann einfach am besten gepasst. Das Label hat schon eine gewisse Strahlkraft und zeigt mit Bands wie Frozen Crown, dass sie in der Lage sind, aufstrebende Acts wirklich nach vorne zu bringen. So ist beispielsweise der Auftritt im Social Media Bereich super professionell, was nicht zuletzt ihr Youtube-Channel mit 125.000 Followern unter Beweis stellt. Zudem arbeiten sie mit den größten Distributionen zusammen und haben unzählige Kontakte. Neben all diesen Aspekten hat man auch gemerkt, dass die Jungs von Scarlet sich wirklich mit unserem Album befasst haben. In der Begründung, warum sie uns gern signen möchten, war unter anderem ein Kommentar zu jedem Song. In den weiteren Gesprächen hat sich dann auch gezeigt, dass wir eine ähnliche Philosophie verfolgen und so sind wir uns dann relativ schnell einig geworden.

J.P: Wie sind denn die Aufnahmen zu der Platte abgelaufen? Wann habt ihr damit angefangen und wie ist sie entstanden?

N.S: Nachdem Songwriting und Pre-Production abgeschlossen waren, sind wir im Mai 2020 zunächst ins Room89 Studio im heimischen Paderborn, um Gitarren, Bass und Gesang aufzunehmen. Im Room 89 hatten wir schon die EP eingespielt und produzieren lassen. Für Drums, Gitarren-Reamping, Mix und Mastering haben wir uns dann diesmal aber für das renommierte Kohlekeller Studio in Seeheim entschieden. Hier sind regelmäßig Größen wie Powerwolf oder Aborted zu Gast. Vor allem im Death Metal Bereich zählt der Kohlekeller zu einer der besten Adressen. Da hat unser Drummer Lasse dann im August fleißig bei der Arbeit mit Produzent Kai Stahlenberg geschwitzt, während Tobi und ich uns vor allem um den Grill und die Getränke gekümmert haben. Augen auf bei der Instrumentenwahl! 😀 Im September war dann schließlich alles fertig und die bereits erwähnte Labelsuche konnte losgehen. Zwischen Beginn der Recordings und Releasedate liegt also schon ein gutes Jahr.

J.P: Ist bei euch das Songwriting ein Thema für alle in der Band, oder wer übernimmt diesen Job bei euch?

N.S: Bei uns entstehen die Songs grundsätzlich nicht im Proberaum. Überhaupt proben wir gar nicht regelmäßig, sondern eher intensiv direkt vor Auftritten. Die meisten Ideen stammen in der Regel erstmal von mir, wobei sich Tobi mittlerweile mehr und mehr ins Songwriting mit einbringt. Meistens schicke ich dann die ersten Riffs rum und er schickt mir gegebenenfalls seine Ideen. Immer mal wieder treffen Tobi und ich uns aber auch bei mir im Home-Studio und wir arbeiten gemeinsam an Songs. Wenn ein Track weitestgehend fertig arrangiert ist, kommt dann Logan hinzu, der den Großteil der Texte schreibt. Der hat meistens schon irgendeine textliche Idee und ich die ein oder andere Gesangsmelodie im Kopf. Die beiden Teile bringen wir dann irgendwie zusammen und am Ende steht im besten Fall die fertige Songdemo. Lasse und Marvin müssen sich dann mit dem Zeug herumschlagen, das wir uns da wieder zusammengebastelt haben. 😀

J.P: Dazu passend die Frage, gibt es eine Hintergrundgeschichte oder eine Art roter Faden, der sich durch die Songs zieht? Ist das Ganze ein Konzeptalbum oder eher weniger?

N.S: Prince of the Tribes ist kein Konzeptalbum. Jeder Song ist eigenständig und erzählt in irgendeiner Form seine eigene Geschichte. Hierbei wandern wir quer durch die gesamte Historie der Menschheit und erzählen Storys aus verschiedenen Epochen. Das fängt bei der legendären Varusschlacht im Titletrack an, führt über den allseits bekannten Piraten Blackbeard in Black Sails bis hin zum modernen Luftkampf im Song Coup de Grâce. Meistens behandeln die Songinhalte wahre Ereignisse, bei Shieldmaiden oder Hand on Heart handelt es sich aber beispielsweise auch einfach um fiktionale Geschichten, wie sie vielleicht so oder so ähnlich in der Vergangenheit passiert sein könnten.

J.P: Kommen wir jetzt mal zum Album selbst. Einzelne Songs herauszupicken viel mir sehr schwer! Die Platte ist einfach saustark und erzählt eine wunderbare, schwermetallische Fantasy Geschichte. Gibt es für dich ein paar Songs die du vielleicht hervorheben würdest oder die du als besonders charakteristisch für REINFORCER siehst?

N.S: Erstmal danke für das Kompliment. Grundsätzlich setzen wir uns keine Vorgaben, wie ein Reinforcer-Song zu klingen hat, oder versuchen irgendwelchen Schemata zu folgen. Vielleicht trägt das auch ein wenig dazu bei, dass das Album doch schon ein recht abwechslungsreiches Gesamtpaket geworden ist. Als charakteristisch würde ich auf jeden Fall „Allegiance and Steel“ nennen, einfach weil man in ihm so ziemlich alles wiederfindet, was typisch für unsere Musik ist. Viele verschiedene Riffs, zweistimmige Gitarren, mehrere Soli und ein Refrain, der live durchaus zum Mitsingen einlädt. Mit „Black Sails“ bleiben wir uns treu und haben, wie auf der EP auch, wieder einen Piratensong auf die Scheibe gepackt. Mit „Shieldmaiden“ ist diesmal auch ein etwas melancholischeres Stück dabei und beim letzten Song „Z32“ spielen wir nochmal ein wenig mit verschiedenen Tempi und Dynamiken. Der hat irgendwie eine richtig interessante Atmosphäre und gefällt uns daher besonders gut, auch wenn er beim ersten Hören vielleicht ein wenig aus der Reihe fällt. Eine richtige Ballade sucht man auf dem Album allerdings vergeblich, alles in allem geht es schon ordentlich nach vorne würde ich sagen.

J.P: Ich erwähnte es schon, ihr kommt aus der Nähe meiner alten Heimat genauer aus Paderborn. Wie ist denn so die Metallandschaft da oben? Gibt es gute Auftrittsmöglichkeiten in der Nähe und eine gute Metalszene?

N.S: Also die Metalszene im Paderborner Raum ist durchaus intakt würde ich sagen. Sowohl was Fans als auch Bands betrifft. Das Wiederaufleben der Metal-Inferno Konzertreihe in Paderborn spiegelt das sehr gut wider. Aktuell fühlt sich das ganze natürlich sehr weit weg an, aber ich denke, dass das alles nach Corona wieder richtig aufleben wird. Wirklich gute Locations für Auftritte gibt es im direkten Umkreis leider eher wenige würde ich sagen, aber das ist heutzutage natürlich generell schwer, so etwas außerhalb der wirklich großen Städte zu etablieren.

J.P: Zurückblickend auf eure EP, wie zufrieden seid ihr denn damit auch bezüglich des Verkaufes der EP? Ich glaube sie kam damals auch über Doc Gator Records raus, oder? Wäre das nicht auch eine Labelwahl für euch gewesen?

N.S: Mit der EP waren wir auch im Hinblick auf den Verkauf sehr zufrieden. Sie war ursprünglich gar nicht mit einem kommerziellen Gedanken entstanden, sondern sollte einfach dazu dienen, der Metalwelt einen ersten Eindruck von unserer Musik zu verschaffen. Umso erfreuter waren wir natürlich, dass sich direkt ein Label für uns interessiert und die EP nochmal extra in zwei tollen Vinyl-Varianten aufgelegt hat. Die 100 farbigen Exemplare waren dann auch innerhalb eines Tages vergriffen, ein voller Erfolg also für Doc Gator Records und uns natürlich. Über die Jungs von Doc Gator lässt sich auch wirklich nur positives sagen. Eine Gruppe positiv Verrückter, die allesamt mit absolutem Herzblut dabei sind. Das merkt man dann auch in der tollen Aufmachung ihrer Releases. Während die Gators ihr Label ausdrücklich nur hobbymäßig betreiben, hat Scarlet da allerdings eine völlig andere Ausrichtung. Das spiegelt sich, wie schon erwähnt, natürlich auch in den Strukturen wider und wir haben uns nun bewusst für diese Herangehensweise entschieden.

J.P: Tja, Corona ist ja nach wie vor allgegenwertig, wie geht ihr denn damit um bzw. wie hat euch das in der Arbeit zum neuen Album beeinflusst? Können sich die Fans vielleicht noch auf das ein oder andere Video zur Scheibe freuen?

N.S: Besonders bei der Arbeit am Album war natürlich, dass man sich als Band nur sehr sporadisch und eher einzeln gesehen hat. Unsere Proben mit der gesamten Truppe kann man in der Zeit auch wirklich an einer Hand abzählen. Da zahlt sich natürlich aus, dass man in der heutigen Zeit wirklich alles digital austauschen kann und jeder Einzelne sich zu Hause auf die jeweiligen Recordings vorbereiten konnte. Am 11.06., also genau heute, wenn das Interview erscheint, wird auch das Musikvideo zu „Allegiance and Steel“ auf dem Kanal von Scarlet Records veröffentlicht. Also am besten direkt mal reinschauen. Aktuell laufen die Planungen für ein zweites Musikvideo auch noch, aber da müssen wir mal schauen. Ein Video mit ordentlicher Qualität ist immer mit hohen Kosten verbunden und wir wollen da keine Kompromisse eingehen und irgendwas veröffentlichen, was uns im Nachhinein vielleicht nicht mehr gefällt.

J.P: Niclas was steht denn aktuell und in der nächsten Zeit nun für REINFORCER an? Konzertpläne gibt es vermutlich viele, aber in die Glaskugel können wir ja leider nicht schauen!

N.S: Richtig, das ist momentan alles ein wenig schwierig. Wir hoffen natürlich, so schnell und oft wie möglich wieder auf die Bühne zu kommen, das ist doch das, was das Musikerdasein so schön macht. Zwei verschobene Shows stehen auf jeden Fall schon auf der Agenda. Am 27.11.2021 geht es nach Hamm zum Ragers Elite Festival und für April 2022 ist ein Nachholtermin der Heavy Stage Night in Osnabrück geplant.

J.P: Vielen Dank Niclas für deine Zeit und die interessanten Antworten! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft. Die letzten Worte an die Fans da draußen gehören natürlich dir.

N.S.: Vielen Dank, es war mir eine Freude! Wir wünschen einfach allen Metalheads da draußen eine Menge Spaß mit unserem neuen Album. In der aktuellen Zeit ist es schöner denn je, einfach eine Platte aufzulegen und den Stress da draußen ein wenig zu vergessen. Wer Interesse an Vinyl, CD oder auch Merch von uns hat, schaut gerne mal auf www.reinforcer.de in unserem Shop vorbei. Schreibt uns auch gern auf Facebook, wenn ihr irgendetwas signiert haben möchtet oder es sonstige Sonderwünsche gibt. Und dann hoffe ich einfach, dass wir uns bald endlich wieder auf der Bühne oder vor der Theke sehen!

Julian

UPPER LIP Interview

Ein neuer Stern ist in Südeuropa aufgegangen, dieser Stern steht über Gozo, Malta und nennt sich Upper Lip. Die fünf jungen Wilden hauen einen raus, einen Hammer der sich am besten mit „Dirty High-Energy Asskickin‘ Hard Rock“ umschreiben lässt, erinnert positiv an Riffrock Bands wie AC DC, Airbourne, Sideburn und Krokus. Sehr Dankbar beantwortete mir Joseph Azzopardi einige Fragen zur Band und den Songs. Die Band lässt mit dem Debüt auf mehr hoffen, angekündigt hat Joseph das Upper Lip noch einiges vor haben.

RG: Hallo Joseph, dass Debütalbum von Upper Lip ist für ein ganz schöner Brummer, ich würde es mal als „Dirty High-Energy Asskickin‘ Hard Rock“ nennen.

JA: Hallo Helmut, als erstes vielen Dank im Namen der Band für dieses Interview. Wir fühlen uns geehrt und mir gefällt diese Beschreibung unseres Sounds sehr, dies ist genau das was wir machen wollten und unser Ziel war. Seit Gründung der Band 2013 wollen wir Songs schreiben die Abgehen, und mächtig Druck machen. Unserer Meinung nach muss Rockmusik kraftvoll sein, so wie auf diesem Debüt. Trotzdem haben wir auch zwei Balladen „Hide“ und „What Makes You Smile“ aufgenommen, irgendwie waren wir der Ansicht das diese zwei Balladen als Kontrast sehr gut zu den anderen Songs passen würden.

RG: Eure Heimat ist Malta, Euer Sound ist ziemlich nahe an Bands wie AC DC, Airbourne, Sin City (Germany), Krokus und Sideburn (Schweiz) angesiedelt. Kannst du mir etwas über den Sound von Upper Lips erzählen?

JA: Die Ähnlichkeit zu diesen Bands ist wahrscheinlich auf die Stimme unseres Sängers zurückzuführen. Chris hat ein raues Organ, ähnlich wie auch AC DC, Krokus etc.. In der Tat sind einige dieser Bands eine Inspiration für uns. Ich kann jedoch auch sagen das unser Sound musikalisch anders ist. Wir haben auch Elemente im Sound die sich sehr nahe an der Grenze zum Alternative bewegen wie bei „Marble Arch“. Wir haben aber auch Songs deren Wurzeln im Folk oder Country Rock haben wie „Never Lose Hope“ und „What Makes You Smile“.

RG: Sind solche Vergleiche mit den Großen der Rockszene von Vorteil?

JA: Mit solchen fantastischen Bands verglichen zu werden kann auf keinen Fall schlecht sein. Als Künstler bin ich der Meinung das man etwas einzigartiges erschaffen sollte. Dies ist nicht immer Einfach, da jeder unbewusst irgendwie beeinflusst wird. Ich bin mir auch relativ sicher das sich die Band in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird und sich die Hörer damit identifizieren können.

RG: Meine Favoriten sind „Keep Going“, Marble Arch“, „Skinny Jeans“, „Eyes On Fire“ und „Be Free“, was kannst darüber berichten?

JA: Sehr gute Wahl, „Keep Going“ ist der erste Song des Albums, es fängt mit einen fauchenden Riff an, geht dann weiter mit kräftigen, rauen Vocallines und ist mit einem sehr eingängigem Refrain ausgestattet. Der Text handelt von einem spontanen Moment während einer Onlineverbindung zweier Menschen, mit höhen und tiefen.

„Marble Arch“ ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album. Es ist ein sehr persönlicher Song und handelt von dem Schmerz, der bleibt wenn etwas schief ging. Das Girarrensolo besitzt dieses Herzschmerz Feeling und spiegelt das Bild einer vergangenen Beziehung.

„Skinny Jeans“ hat einen Zeppelin inspirierten Sound. Der Song klingt altmodischen nach Rock ‚N‘ Roll. Der Rhythmus und der Groove lassen einem den ganzen Tag Headbangen.

„Eyes On Fire“ handelt von einem Moment voll Magie auf einem besonderen Konzert. Manchmal begegnet man während einer Show allen möglichen Leuten, und hier handelt es sich um ein bestimmtes Mädchen das einen unheimlichen Ausdruck in den Augen hatte, während es über die Dauer des Konzertes mit kreischte. Sie hat die Show genossen und irgendwie war es als ob ihre Augen buchstäblich in Flammen standen.

„Be Free“ erinnert an einige der hymnischen Rocksongs der 80er Jahre. Am Anfang hatte es ein U2 Flair, während der Aufnahmen haben wir uns dann für etwas anderes entschieden. Der Song geht um das Aufstehen nach Misserfolgen, und das Frei machen von Dingen die einen runter ziehen. Die Texte gehen um das Gefühl von Hoffnung und Ermutigung.

RG: Was hat Upper Lip als nächstes vor, was können wir erwarten?

JA: Wir denken über ein zweites Album nach. In der Tat haben wir schon neue Songs die darauf warten aufgenommen zu werden. Abgesehen davon planen wir so viel wie möglich Live zu spielen, es ist mehr als ein Jahr her das wir auf der Bühne standen. Wir sind bereit zurück zu kommen.

RG: Gibt es Pläne das wir Upper Lip Live in Deutschland auf der Bühne zu sehen, sobald es die Coronalage zulässt?

JA: Das hoffen wir wirklich tun zu können. Die Pandemie hat viele Musiker und Künstler
böse, unvorbereitet getroffen und ausgebremst. Es waren viele Live Streams auf den Sozialen Netzwerken zu sehen, aber es gibt nichts vergleichbares das die Reaktionen eines Live Publikums schlagen könnte, dort spielt sich die Magie ab. Wir würden gerne in Deutschland auf der Bühne stehen, und hoffen bald die Gelegenheit zu haben Deutschland Live zu Rocken.

RG: Kannst du mir Bitte etwas über die Band verraten?

JA: Die Band setzt sich aus fünf Leuten zusammen, die eine Vorliebe für Rockmusik haben. Wir fünf sind jeder auf seine Weise ein wenig Verrückt und wir lieben es Musik zu machen. Chris Portelli unser Shouter ist der Mann mit den Rauen Vocals, inspiriert von Robert Plant, Axl Rose, Bon Scott und allen Großen des Rockgeschäftes. Macel Paul Grima unser Bassist, er steht auf Motown Bassiten wie James Jamerson, Geddy Lee, Jaco Pastorius und offensichtlich Lemmy. Er ist normalerweise der erste bei den Proben. Paul Cini der Mann an der Rhythmusgitarre, er mag Alice In Chains und Pearl Jam. Für ihn steht die Band an erster Stelle, und er sorgt dafür das alles läuft. Silvio Cini ist der Drummer und die Stütze der Band. Ein bescheidener Mensch, der mit uns Verrückten auskommen muss. Seine Einflüsse sind von Rammstein, Metallica und Slipknot geprägt. Und dann ist da noch Joseph, ich bin der an der Leadgitarre und Hauptsongschreiber. Ich liebe die Band, die viel Zeit in Anspruch nimmt aber es gibt mir auch ein enormes Gefühl der Zufriedenheit. Ich bin sehr stolz auf Upper Lip und das was wir bisher erreicht haben.

RG: Wie ist die Situation als Rock Band in Malta?

JA: Zur Zeit ist es auf dem Ganzen Planeten schwierig, die Möglichkeiten fehlen momentan und es scheint so als ob Rockmusik von bösem Karma umgeben ist. Versteh mich bitte nicht falsch, wir haben unsere treuen Anhänger und Fans, die uns wirklich ermutigen und unterstützen. Aber wir sind der Meinung das Rockmusik auf unserer Heimatinsel mehr Beachtung finden sollte (anmerk. Balle auf dem ganzen Planeten). Wir spielen mit viel Herzblut, geben eine gute energiegeladene Show. Die Leute lieben es und wir sind stolz darauf, auf unserer Insel an der Spitze zu stehen.

RG: Gibt es noch etwas was Du uns mitteilen möchtest?

JA: Ihr seid es die die Rockmusik am Leben erhaltet, wir bedanken uns für Eure Unterstützung. Hört Euch unser Album „Deep Within“ an, und besucht und auf den sozialen Medien oder unserer Webseite. Danke Fans und danke dir Helmut. Keep On Rocking!

https://www.facebook.com/UpperLipBand

Balle

GARAGEDAYS Interview

Mit dem Album „Something Black“ beendeten Garagedays das Jahr 2020 mit Andy LaRocque (KING DIAMOND) als Co-Produzent. Unter dem neuen Lable El Puerto Records hauen die Jungs nach nur zwei Jahren ein neues Album raus. Marco Kern, Vocals und Gitarre nahm sich die Zeit, sich mit mir ein wenig über „Something Black“ zu sprechen.

Nachdem das Album am 13. November 2020 erschienen ist, hatte es Zeit sich in die Köpfe der Hörer zu brennen. Marco Kern (Vocals und Gitarre): „Die Reaktionen von Fans und Freunden sind grandios. Wir bekommen sehr viele Mails, in denen sich Fans zum Album äußern und wie spitze es gelungen ist.“ Unser Co-Producer Andy sagte es uns schon voraus: „Euer bestes Album!“ Eine solche Reaktion haben die Vier aber auch verdient. Ich meine, wir reden hier von fast 46 Minuten feinstem Rock. Zwischen „Here it comes“ (201 und „Something Black“ liegen nur knapp zwei Jahre und die Österreicher hatten alle Hände voll zu tun. „Sehr viel ist passiert. Zehn neue Songs wurden geboren. Drei neue Musikvideos erschaffen. Auch ein Plattenvertrag wurde unterschrieben. Festivals wurden gerockt und es wurde viel gelacht und getrunken“, so Marco.

Gerade 2020 war kein einfaches Jahr. Eine weltweite Pandemie, mehrere Lockdowns, das kann man auch in der Musikbranche nicht gebrauchen. So konnten Garagedays nicht wie geplant mit David Reece auf Tour gehen, geschweige denn live spielen, doch Marco ist sich sicher: „Es hatte Auswirkungen auf das Live-Spielen, aber auf das Album sicher nicht.“ Und genau dies ist klar zu hören! Zwischen feiern, lachen und Lockdown wurde so an „Something Black“ gearbeitet und gefeilt. “Das waren so 1 1/2 Jahre. Unglaublich, was sich Musiker so alles antun. Also liebe Leser lobet und preiset die Kunst, denn sie ist ein sehr wichtiges Gut in unserer Welt.“ Letztes Jahr war nicht nur das Album ein wichtiger Meilenstein der Band, sie feierten auch 15 Jahre Garagedays mit fesselnden Momenten, die man nicht so schnell vergisst: „Klar haben wir gefeiert, aber warte mal kurz, eigentlich feiern wir jedes Mal wenn wir uns zum Proben treffen. Da sind sehr viele Momente die wir mit ins nasse Grab nehmen werden. Z. B. die allererste Zusammenarbeit für unser Debüt Album „Dark and Cold“ mit Andy LaRocque. Oder die erste Tour mit der Deathmetal Band Master, oder die Tour mit Ex Ozzy Osbourne Gitarrist Jake E Lee, oder die Krasse 3 Monate Monstertour mit U.D.O, die wir komplett selber fuhren (25.000 km), selber Merch verkauften, oder die Tour mit Grave Digger. Geil war auch die Zusammenarbeit mit Metallica Producer Flemming Rasmussen für das Album „Here it Comes“. Wir sind sehr froh, solche Erinnerungen haben zu dürfen.“ Ich muss sagen, das sind ziemlich prägende Ereignisse in 15 Jahren Bandgeschichte, da könnte man fast neidisch werden. Aber zurück zum Album. Zwischen lautstarkem Rock findet man doch den ein oder anderen ruhigeren Song wieder. „To my Soul“ ist mir auch ganz schön im Gedächtnis geblieben. Nicht nur textlich, sondern auch durch ein ziemlich außergewöhnliches Video… oder hat einer von euch schon mal ein Rock-Video mit einer Marionette gesehen? Doch wie kommt man auch auf so eine, nun ja, außergewöhnliche Idee? „Die Idee zum Video hatte ich während wir zusammen den Song komponierten. Zum Glück fand ich einen Marionettenspieler – Prof. Walter Knapp, ehemaliger Musikprofessor an der Uni Innsbruck. Tja der Song hat schon was mit einem gebrochenen Herz zu tun und verlorene Träume, wenn du so willst. Im Grunde genommen geht es darum, dass du dich auf die Suche nach dir machst“, so Marco Kern. Warum ausgerechnet eine Marionette hier Hauptdarsteller wurde, bleibt wohl ungelöst.

Das die Vier aus Österreich starke Balladen spielen und texten können, ist wohl bekannt. Anders als zum Vorgängeralbum ist aber, dass gerade beim Song „Something Black“ ein sehr düsterer Text dahintersteckt. Was es damit auf sich hat, lässt Marco offen: „Keine Ahnung, leider ist Siegmund Freud schon tot. Vielleicht hätte ja er eine Antwort parat.“ Gleichzeitig handelt es sich hier um den Lieblingssong der Band vom gleichnamigen Album.

Von meiner Seite aus heißt es erstmal, herzlichen Dank lieber Marco, für die Antworten und Einblicke auf das Album und die Band. Was jetzt folgt ist laut Marco ganz klar: „Die Welt erobern!“

Ich für meinen Teil bin gespannt, womit uns Garagedays 2021 noch überraschen!

Darleen

WOLVERINE Interview

 

English version below!

Wenn Thomas Jansson von WOLVERINE etwas macht, dann macht er es richtig. Wenn er mit seiner Band ein neues Album rausbringt, investiert er noch unzählige Stunden, um ein audio-visuelles Gesamtwerk daraus zu machen. Wenn man ihm elf Interviewfragen schickt, kommt über dreieinhalb DinA4-Seiten höchst interessante Antworten zurück. Ein Blick hinter die Entstehung von „A Darkened Sun“, dem neuen Film/Album der schwedischen Progressive Metaller (wir berichteten).

Jannis: Hey Thomas, danke, dass Du Dir die Zeit nimmst! Erzähl uns erst einmal etwas über die Entwicklung der Idee, ein audiovisuelles Album zu erarbeiten. War das schon länger ein Traum von Dir oder eher spontan? Und wie fiel die Reaktion der anderen Bandmitglieder aus?

Thomas: Nicht wirklich ein Traum, aber Filmemachen hat mich schon länger fasziniert. Als Marcus dann vor einigen Jahren die Grundstrukturen von ein paar Songs vorlegte, fingen wir an, über ein mögliches dystopisches Konzeptalbum nachzudenken. Und irgendwann dachte ich mir, dass man das ganze als irgendwie seltsamen, halb-abstrakten, futuristischen Kurzfilm gestalten könnte, und hatte Marcus damit direkt an der Angel. Dann haben wir die anderen Bandmitglieder davon überzeugt (auch wenn ich nicht sagen kann, dass sie wirklich so überzeugt waren) und ich hab mich an die Realisierung begeben. Im Endeffekt ist „A Darkened Sun“ nun eben keine futuristische Dystopie, aber eben eine kürzere zeitgenössisch-melancholische Erzählung.

Jannis: Gut, damit warst Du mehr oder weniger verantwortlich für die komplette visuelle Ebene von „A Darkened Sun“. Klingt nach einem Haufen Arbeit für eine Person! Wie viel Geld und Zeit floss denn in den visuellen Part? Und wie kam es zu diesem, nicht nur für kleinere Bands mächtig professionell aussehenden Resultat?

Thomas: Toll zu hören, dass Du die Produktion als professionell wahrnimmst, danke! Die ganze Sache war eigentlich nur ein Experiment und ein Lernprozess über die gesamte Arbeit daran hinweg. Versuch und Irrtum, Erfolg und Scheitern – es finden sich durchaus noch technische Macken, die ich aber nicht beheben konnte, da ich halt auch irgendwann fertig werden musste. Das ist jetzt so und im Großen und Ganzen bin ich doch zufrieden mit dem Resultat, mit einigen Ideen, die besser als gedacht funktioniert haben!

Interesse an der Arbeit mit Bildern, genau gesagt mit Fotografie, hatte ich schon eine lange Zeit und vor Jahren war ich noch mit einer analogen Kamera unterwegs. Vor „A Darkened Sun“ beschränkte sich meine Erfahrung in Sachen Filmproduktion also auf ganz einfache Arbeit mit iMovie. Und man kennt das, YouTube ist ein wertvoller Lehrer! Kann gut sein, dass ich ein gewisses Auge für Bildkomposition und Design im Allgemeinen habe, was schonmal hilfreich war. Dann wiederum bin ich recht stur, setze mir ab und an etwas zu hohe Ziele und arbeite dann so lange an der entsprechenden Sache, bis die Qualität mehr oder weniger meine Erwartungen erfüllt.

Zum Thema Geld und Arbeitszeit: Es war eine Menge Arbeit, das alles als Ein-Mann-Crew zu machen. Keine Ahnung, sicherlich hunderte von Stunden, vielleicht sogar vierstellig. Das war auch die Hauptinvestition in die Produktion: bei null anfangen, ohne wirkliche Erfahrung oder Vorwissen bezüglich Kinematographie, und trotzdem irgendwann vor dem fertigen Resultat stehen.
Das ausgegebene Geld ging hauptsächlich für den Standard-Kram raus, den man braucht, um einen Film zu machen, und den sonst jeder Filmemacher eh schon besitzt. In dem Sinne ist es eigentlich eine No-Budget-Produktion. Ich hatte Ideen, Motivation und ein billiges Dreibeinstativ und ich habe mir im Frühjahr 2020 eine vergleichsweise günstige aber korrekte Kamera angeschafft, dazu ein bisschen weiteres Zubehör, und alles nicht besonders High-End. Ansonsten: Ein paar billige Requisiten, das war’s an Investitionen. Und wir haben unsere Haupt-Schauspielerin Rebecca bezahlt. Dem Rest der Leute müsste man mal ein Mittagessen ausgeben, nach der Pandemie.

Jannis: die Klassikerfrage: die Frage nach den Einflüssen; diesmal aber in Hinsicht auf filmische Einflüsse, nicht auf musikalische. Diese Art von hochstilisierter, metaphorischer und oft abstrakter Film-Noir-Optik sieht man jetzt nicht allzu oft.

Thomas: Erst einmal hat mich Schwarz-Weiß-Optik immer schon gekriegt. Ich mag einen monochromen Stil und minimalistische, blasse Kolorierung. Das hat so etwas Zeitloses und bietet sich für die Erschaffung einer schönen Atmosphäre an. Und, auch wenn Arbeit in Schwarz-Weiß auch Schwierigkeiten mit sich bringt, ist es doch sehr praktisch, um in der Post-Produktion ein ansehnliches Resultat zu erlangen.
Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass andere Werke meine Arbeit als Ganzes beeinflusst haben, unbewusst vermutlich schon. Aus irgendwelchen Gründen kommt mir David Lynch bei einigen Szenen von „A Darkened Sun“ in den Sinn. Und was ich auf jeden Fall sehr mag, ist der Stil von Francis Ford Coppolas „Rumble Fish“. Der ist auch schwarz-weiß gehalten und hat eine sehr Film-Noir-artige Optik und Stimmung. Die Zeitraffer-Wolken in „A Darkened Sun“ sind inspiriert von einigen ähnlichen Szenen in dem Film. Und erwähnenswert wäre noch die Serie „Homeland“, insbesondere das Intro. Das lief auf Dauerschleife und hat mir gerade beim Intro und bei „Phoenix Slain“ geholfen.

Und wo wir beim Thema Film Noir sind: Bei der Arbeit an den Lyrics, und später am Script, zu „The Breach“ hatte ich diese Idee einer Verfolgungsjagd in dunklen, leeren Stadt-Straßen, mit einem Privatdetektiv oder einem Gangster, herumlaufend, gegen die Zeit ankämpfend – sowas, was man eben in einer alten Film-Noir-Produktion aus den 50ern sieht. Die Verwendung dieser Szenen ist metaphorisch und das letztendliche Resultat hat nicht mehr wirklich was mit der Original-Idee zu tun. Nebenbei: Ursprünglich war der Plan, dass alle Bandmitglieder im ersten Akt auf Rebecca treffen sollten, während sie herumläuft. Dann kam bekanntermaßen Corona, und da wir in verschiedenen Teilen von Schweden wohnen und die paar Maßnahmen, die es hier gibt, ernstnehmen, musste ich einen anderen Weg finden, um alle in den Film zu integrieren.

Zu guter Letzt: Die metaphorischen und symbolischen Aspekte sind nötig, um die Story zu erzählen und ernsthafte Tiefe hinzuzufügen. Ich wollte die visuelle Komponente so poetisch und mit den Lyrics einhergehend wie möglich gestalten. Es war schon heftig, 30 Minuten passendes Material zu erschaffen, mit möglichst ausgeprägter visueller Interpretation der Lyrics und ohne jegliche Dialoge. Die Original-Idee hat lediglich einen kleinen Teil davon abgedeckt, was der Hauptgrund für die stilisierten Abschnitte ohne echte Storyline ist.

Jannis: Kannst Du uns einen kleinen Einblick in den Schreibprozess geben?

Thomas: Nun, soweit bin ich bei „A Darkened Sun“ für alles verantwortlich, außer für die Komposition und Audio-Produktion. Da die ganze Geschichte auf meinen Ideen basiert, war ich auch der Mann für die Lyrics. Stefan und Marcus haben die Gesangsmelodien komponiert und ich musste meine Texte darauf anpassen. Ich hab echt viel Zeit für das Texteschreiben der vier Songs gebraucht (Frag mich nicht, warum) und direkt nach der Fertigstellung ging ich an das Drehbuch-artige Ding für den Film. Ich hatte ein paar Ideen, wie ich einige Abschnitte der Texte visualisieren wollte, und einen groben Plan, wie man die Kapitel zu einer linearen Story zusammenfügen kann. Der Rest kam im Verlauf der Arbeit daran.

Jannis: Gehen wir ein bisschen mehr auf die Lyrics ein: Wie sieht es aus mit der Beziehung zwischen Erzähler und Autor?

Thomas: Die Texte geben mehr oder weniger meine eigenen Gedanken, Gefühle und Beobachtungen wieder, aber nicht unbedingt meinen eigenen Geisteszustand oder meine Lebensreise. Man kann sagen, ich bin in den Texten halb Beobachter, halb Erlebender, aber ich wollte die Geschichte durch Herz und Geist einer Person in Verzweiflung und Not erzählen.

Jannis: Die Texte von „A Darkened Sun“ kombinieren psychologische, philosophische und indirekter gesellschaftskritische Aspekte (Korrigier mich, wenn ich falsch liege). Dennoch scheint es ihnen nicht nur darum zu gehen, eine Aussage, eine Bedeutung zu vermitteln. Eher erzählen sie eine Geschichte von einem sehr internen, Emotions-fokussierten Standpunkt aus, beschreiben einen emotionalen Prozess, wenn man so will. Wie hat nun also der perfekte Hörer und Zuschauer, der „A Darkened Sun“ genau so hört, wie beabsichtigt, die Lyrics wahrzunehmen? Rein gefühlsbasiert, interpretierend?

Thomas: Wenn man das Ganze als lineares Narrativ interpretiert, zusammen mit visueller Umsetzung, dann kann man es definitiv als emotionalen Prozess sehen, ja! Das ist zumindest eines der Dinge, die ich mit dem Film vermitteln will, zusammen mit dem Prozess der Veränderung durch Beobachten und Handeln. Ich denke, die Texte lassen viel Spielraum für Interpretation, ebenso wie einige der Visuals. Selbst wenn einige Sachen visuell auf eine bestimmte Weise dargestellt werden, können sie dennoch symbolisch für Anderes stehen. Kurz: Du kannst bei der zentralen Aussage bleiben und womöglich verschiedene Sichtweisen konkreter durch Text und Bild vermittelter Bedeutungen anwenden. Die Bildebene ist nur eine Art, die Texte zu interpretieren, und die Interpretation kann wiederum durch die Augen, Emotionen und Erfahrungen der Zuschauer interpretiert werden.

Auch, dass die Lyrics und die Erzählebene um psychologische, philosophische und soziale Themen kreisen, ist korrekt. Sie beschäftigen sich mit Entfremdung, Identität und verschiedenen Arten von Druck, und wie all das uns als menschliche Wesen beeinflusst – unsere Taten, Entscheidungen, emotionalen Zustände und Beziehungen zu anderen und uns selbst. Vielleicht sollte ich hier aber nicht zu genau werden. Ich wäre überglücklich, wenn „A Darkened Sun“ Menschen dazu inspirieren würde, sich damit auseinanderzusetzen, wer sie sind und warum; was sie dazu veranlasst, auf spezielle Weisen zu denken und zu handeln. Was passiert, wenn du dir deiner Handlungen wirklich bewusst wirst? Halten dich diese Handlungen in einem Zustand, in dem du sein willst oder nicht? Aus eigener Erfahrung denke ich, dass eine genauere und intensive Betrachtung deines Lebens und deiner Handlungen ein entscheidender erster Schritt, um mehr Harmonie und Wahrheiten über dich selbst zu erlangen.

Jannis: Wolverine sind nicht unbedingt einer der Bands, die glauben, sich mit jedem Album neu erfinden zu müssen. Müsst Ihr Euch bei der Komposition zurückhalten, um so stark beim klassischen Wolverine-Sound zu bleiben, oder kommt das einfach von selbst?

Thomas: Wir lassen alles zu, was uns musikalisch in den Sinn kommt. In den letzten Jahren waren hauptsächlich Per und Marcus für die Komposition der Instrumentals verantwortlich, während Stefan die Lyrics und Gesangsmelodien übernahm. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal überlegen mussten, ob dies oder das wirklich nach Wolverine klingt. Aber der Songwriting-Prozess geht normalerweise mit viel Diskutieren einher. Ich denke, das ist eine Art, uns während des Prozesses selbst, wie Du sagst, zurückzuhalten, aber es ist eher eine Sache des Auslotens von Ideen hinsichtlich unserer verschiedenen Vorlieben, und bietet immer Raum für alternative Ideen. Dementsprechend würde ich sagen, wir gehen sehr absichtsreich an unsere Kompositionen, was aber ebenso absichtlich zu einer offenen Entfaltung führt.

Jannis: Weg von der Kunst, hin zum Geschäftlichen: Es ist nicht unbedingt der Standard, ein Album mit so viel hineininvestierter Arbeit gratis verfügbar zu machen, und Ihr wart Euch sicher der Tatsache bewusst, dass optionale Spenden alleine wohl nicht so viel einbringen, wie bezahlte Downloads es täten. Wie kam es zu der Entscheidung?

Thomas: Du hast absolut recht, aber wir sehen eh nicht besonders viel Geld für das, was wir tun. Wir haben uns erst überlegt, das Album gegen eine Spende von mindestens einem Euro zugänglich zu machen, konnten das aber nicht nach unseren Wünschen einrichten. Und die Türen sozusagen offenzulassen, würde hoffentlich immerhin mehr Menschen dazu bewegen, „A Darkened Sun“ zu erleben. Ich denke, wir haben auch gehofft, dass unsere Fans uns nichtsdestotrotz mit ein paar Euro unterstützen würden. Jetzt ist es auf jeden Fall für jeden kostenlos verfügbar und man kann sich eben aussuchen, ob man spenden will oder nicht. Es gibt übrigens dahingehend auch einen nächsten Veröffentlichungs-Schritt in naher Zukunft.

Jannis: Die Spannung steigt! Normal würde ich jetzt nach Tour-Plänen fragen, aber das hat sich ja eh erstmal erledigt. Gibt es vielleicht dennoch Ideen oder Überlegungen, „A Darkened Sun“ live umzusetzen, vielleicht sogar in Kombination der visuellen Ebene mit einem Live-Konzert in einem Kino oder so?

Thomas: Das wäre großartig in so einer Form! Hoffentlich wird das in der Zukunft mal möglich sein, falls Leute daran interessiert sind!

Jannis: Apropos Zukunft: Kannst Du Dir vorstellen, ein solches Projekt noch einmal in Angriff zu nehmen? Oder geht es tendenziell eher wieder in Richtung normale Alben?

Thomas: Ich habe mir fest vorgenommen, nie wieder etwas Vergleichbares zu machen, weil es mit vermutlich einen Zusammenbruch beschert, hehe! Jetzt, wo das gesagt ist: Ich kann nicht beschwören, dass ich nicht doch schwach werde, nochmal ein so arbeitsintensives Projekt anzugehen, falls ich oder jemand anders noch einmal mit einer Idee um die Ecke kommt, die es echt wert wäre. So oder so: Es wird mehr Video-Inhalte von mir geben. Ich bin motiviert für mehr!

Jannis: Mit dem Ausblick setzen wir der Sache nun langsam ein Ende. Danke Dir vielmals für das Interview! Die letzten Worte gehören natürlich Dir, Zeit für schamlose Eigenwerbung!

Thomas: Vielen Dank (auf deutsch)! Und danke Dir für das Interesse an der Band und der Produktion, es ist schön, eine Plattform über den Entstehungsprozess von und die Gedanken hinter „A Darkened Sun“ haben zu dürfen. Ich merke schon, dass das Konzept ein bisschen fordernder für Leute ist als das eines normalen Studioalbums, aber ich würde jeden dazu ermutigen, ihm ein paar mehr Durchgänge zu geben. Ich behaupte mal, wenn die Lyrics etwas vertrauter geworden sind, wird auch die Erfahrung intensiver. Und es gibt einiges an Intertextualität auf visueller Ebene zu entdecken!

Zum kompletten audiovisuellen Album geht es hier!

 

English Version

When WOLVERINE’s Thomas Jansson does something, he does it right. Planning to release a new album? Better invest hundreds of hours to make it an audio-visual experience. Respond to interview questions? Better come back with no less than 3,5 pages of interesting answers! A look behind the production of A Darkened Sun, the latest film/album of the Swedish progressive metal band.

Jannis: Hey Thomas! Thanks for taking your time for this interview and congratulations for the release of A Darkened Sun. Tell us about the origins of your idea to make it an audio-visual experience. Did you realize a long time dream by it, or was it a rather spontaneous idea? And how did the other band members react to the concept?

Thomas: Not a dream at all really, but film-making has had a pull on me for some time. And when Marcus first presented the basic structures of a couple of songs a few years ago, we started to talk about a potential dystopian concept album. At some point I felt that this could be made into some sort of weird semi-abstract futuristic short film, and Marcus took the bait immediately. We convinced the rest of the band (but at that point I’m not sure they were so convinced) and I took it upon myself to make it happen. As it turns out, A Darkened Sun didn’t become a futuristic dystopian movie, but instead a short, contemporary melancholic narrative.

Jannis: So you were more or less the mind behind the visual part of this work, which sounds like a lot of work for one person. How much time and money did you invest in the visuals? And concidering that most bands who try to make a video/movie by themselves are happy getting a result which is (in the best case) okay and not embarassing: When and how did you learn to create this kind of work, which, to be honest, looks more than professional?

Thomas: I’m flattered that you experience the production as being on the professional side, thank you! This whole thing was really just an experiment and it’s been a full learning experience for me throughout the whole process. Trial and error; hits and misses. For example, there are technical mistakes that I have learned to avoid now but couldn’t do anything about if I wanted to ever complete the production. I have to accept this, and on the whole I am pleased with how things turned out, with some ideas unfolding better than expected.

I’ve been interested in photography for a long time and years ago I used to shoot only with an analog camera. Before dedicating my time to making A Darkened Sun I had only done some simple work in iMovie. And like so many of us, I have learned a lot on the way from competent people on YouTube. I guess I am blessed with an eye for composition and design in general, which helps, but I’m also a stubborn person who sometimes sets the bar high and can’t let things go until it has a certain quality to it.

It was a lot of work doing just about everything as a one man crew. I have no idea how much time I spent, certainly hundreds of hours, maybe closing in on or exceeding four digits. The big cost in this production is the time spent going from zero, without much knowledge or experience in cinematography, to finally reaching the finish line.

The money spent mainly went toward the basic stuff I needed to make a movie – stuff that any film maker would already own. In that sense this is pretty much a zero-budget production. I only had my ideas and a strong ambition and didn’t own anything useful apart from a cheap tripod. Early 2020 I bought a comparably cheap but decent mirrorless digital camera and some accessories. None of the camera gear I used is high end, so it’s a true DIY low budget production. So apart from covering the basic must-haves and getting some cheap props for some of the scenes, no real money was spent. We did pay Rebecca for playing the role of the protagonist, and I guess I need to buy our other talents lunch when things have calmed down with the pandemic.

Jannis: Of course, there is always the obligatory question about your influences. This time I would like to ask about your cinematic influences rather than your musical ones because this kind of highly stylized, metaphorical, often a little abstract kind of film noir style we get in your video is not a thing you see very often.

Thomas: First of all, I’ve always been a sucker for black and white photography. I really enjoy a monochrome style and minimalistic, pale coloring. There is something timeless about it, and maybe it lends itself well to create a nice atmosphere? And even though there are challenges working in black and white, it’s quite forgiving in terms of color grading and getting things to look decent enough in post production.

I can’t definitely say I’ve been heavily influenced by other works on the whole, but at the same time I have probably been inspired unconsciously. For some reason I can’t help but thinking about David Lynch when I look at some of the scenes in A Darkened Sun. And one thing I can definitely say is that I really like the style of Francis Ford Coppola’s Rumble Fish. It’s filmed in black and white and has a noir-like look and mood. The time-lapse clouds I used in A Darkened Sun are inspired by some scenes in Coppola’s Movie where there is some of that going on. Another thing I should mention is that I have been quite inspired by the intro to Homeland, the Showtime series. Watching the intro over and over again helped me find ways to put together the intro and first interlude in ”Phoenix Slain”.

And speaking of film noir: When I was writing the lyrics and later worked on the script for ”The Breach” I had this idea of a hunt or a chase taking place in dark, empty city streets, with a private detective or a gangster running around fighting against time – like something you would see in an old film noir production from the 1950s. The way I use these scenes are metaphorical, and the end result doesn’t really match this original idea. And on a side note: My original plan was that all band members were supposed to act in the first part of this chapter and encounter Rebecca, the protagonist, while she’s chasing around. Unfortunately the Covid pandemic came in between. Because we live in different parts of Sweden and everyone in the band, at least, takes the few restrictions we have here seriously, this forced me to find other ways of including everyone in the film.

Finally, the metaphorical and symbolic bits are necessary to tell the story, and they are there to add serious depth. My ambition was to make the visuals as poetic as possible alongside the lyrics. Since I wanted to interpret as much of the lyrics as I could visually, and since this isn’t a movie containing dialogue, it was a painful challenge to invent almost 30 minutes worth of video. My original ideas only covered a minor part of it, which is partly the reason why it holds quite a lot of stylized sections with no real storyline.

Jannis: Can you give us a little insight in the process of writing? Wolverine’s lyrics and composing always go together very well, regarding the mood and the emotions they transport. And now the movie script adds even another layer of depth and meaning to the lyrics, so it’s really interesting, how the process of writing, story telling and composing looked like, as I believe to know that you were also the writer of the movie script, while you weren’t involved that much in the writing of the lyrics.

Thomas: I am actually the person behind everything except the music composition and production of A Darkened Sun. Since we were going to build this on my ideas I was also writing the lyrics. Stefan and Marcus composed the vocal melodies and I had to adapt the lyrics to it. It took me a lot of time to complete the four songs (don’t ask me why) and the second I was done with that I started working on a script-like thing for the movie. I had a few ideas of how I wanted to visualize some sections of the lyrics, and an idea of how to tie the chapters together to make it a linear story. Apart from this, most of it was invented along the way.

Jannis: Now let’s get a little more towards the lyrics: May I ask about the relationship between the narrator and the author? The lyrics really feel like they are representing the feelings of the writer or at least a real person, as they do in other works of yours (I won’t get tired of mentioning the Monday album again).

Thomas: The lyrics more or less reflect my own thoughts, feelings and observations, but they don’t necessarily interpret my own state of mind or journey in life. I guess you could say I am in there partly as experiencer and partly as observer, but I have tried to channel the narrative through the heart and mind of a persona in distress.

Jannis: The lyrics of A Darkened Sun are combining psychological and philosophical aspects, as well as, more indirectly, social criticism (correct me if I’m wrong). Still they don’t seem to be written just to transmit a message or a meaning. Rather, supported by the musical layer, they tell a story from a really internal, mostly emotional point of view, an emotional process if you like to. So, how would the hypothetical listener, who really gets these lyrics in the way you wish they are to be understood, react to them? By feelings, by thoughts, interpreting, just letting them come to him?

Thomas: When interpreted as a linear narrative, together with the visual representation, I think it could definitely be interpreted as an emotional process. At least that’s one of the things I try to convey with the movie, together with the process of change through observation and action. I think the lyrics are fairly open to interpretation, as are some of the visuals. Even if some things are represented in a certain way visually in A Darkened Sun, they could also be seen as symbolizing something else. What I mean is that you can stay with the central message and probably apply various angles in your interpretation of concrete meanings carried by the lyrics and visuals. What you see in the movie is only one way I found to interpret the lyrics, and this interpretation can itself be further interpreted through the viewer’s filter of thoughts, emotions and experiences.

You’re right in pointing out that the lyrics and narrative revolve around psychological, philosophical and social issues. They deal with alienation, identity and pressures of different kinds, and how this affects us as human beings – our actions, choices, emotional states and relations to others and ourselves. Maybe I shouldn’t get too detailed here and just leave things a bit open for now. I would love if A Darkened Sun inspires individuals to ask questions about who they are and why, and what makes them think and act in certain ways. What happens if you carefully observe your actions? Do these actions leave you in a state where you want to be or not? From own experience, I believe a close examination of your own life and actions is a crucial first step to finding more harmony and truths about yourself.

Jannis: Wolverine is, in a good way, one of those bands, that don’t to have to reinvent their style on every release (leaving aside your death metal roots). Is this a result of consideration, do you have to „hold yourself back“ in the process of composing, like sitting together and asking yourself if it would still be Wolverine if you added this cheesy synth solo or that kind of harmonics? Or does this just happen unintentionally?

Thomas: We allow whatever comes out musically to come out. The past years Marcus and Per have been mainly responsible for coming up with music whereas Stefan would usually come up with most lyrics and vocal melodies. I can’t recall that we have ever had to ask ourselves if this or that sounds like Wolverine. But we normally argue through the whole process of putting a new song together. I guess this is a way of ”holding ourselves back” in the process, but it’s more a matter of calibrating things based on our different preferences and open up for alternative ideas along the way. In that respect I would say we are very intentional with our compositions, but this intentionality unfolds in an open landscape.

Jannis: Let’s turn briefly to the the financial aspects: It is at least unusual to give away an album with so much work behind it for free. What brought you to this decision? You must have been aware that you wouldt not get as much money for it through donations than if you sold it by downloads, right?

Thomas: You’re absolutely right, but we rarely see much money in what we do anyway. This time around we first decided to go for a minimum donation of one Euro for the audio-visual album, but we couldn’t set things up the way we wanted. And to leave the doors open, so to speak, would hopefully at least encourage more people to experience A Darkened Sun. I suppose we also hoped our fans still would support us with a few Euros or so. But right now it is free for anyone to enjoy, and it’s up to you if you want to make a donation or not. There will also be a next step in the release of this production in a near future.

Jannis: Normally I would ask about touring plans at this point but I guess that’s not really realistic at this moment and Wolverine live concerts are rather rare. Still, are there any ideas or conciderations about doing A Darkened Sun live one better day? Maybe even combinig a live show with the visual part of the album in some way, in a movie theater or something like that?

Thomas: I think it would be great to do a live act where we run through A Darkened Sun in its entirety with a visual dimension added to it. Hopefully we will be able to do it some day in the future, if people are interested in experiencing it.

Jannis: To check the current status of your future plans: Is this kind of concept something you could imagine to use again, or do you tend to go back to normal audio only albums?

Thomas: I have said to myself to never, ever do anything similar again since it’ll probably break me, hehe! Having said that, however, I’m not sure I could resist the temptation of diving back into the fire to create something that would demand as much work if I or anyone else came up with an idea interesting enough to pursuit. In any case, there will definitely be more video production from my side. I am eager to make more.

Jannis: Thank you really much for the interview! The last words belong to you. Time for shameless self promotion!

Thomas: Vielen Dank! I am thankful for the interest you show in the band and the production, and I appreciate to have been provided with a platform to share part of the story about how A Darkened Sun was made and what thoughts that lie behind it. I realize that it’s a bit demanding for people to sit through a full experience like this compared to listening to a normal audio album, but I would encourage anyone to revisit it a few times. I dare say that once you become more familiar with the lyrics, the experience will also be deeper. And there is also some intertextuality to be discovered in the visuals.

You can find the full version of „A Darkend Sun“ here!

SACRED OUTCRY Interview

Das Debütalbum von SACRED OUTCRY war fast 20 Jahre in der Mache! Das ist eine lange Zeit, welche aber gerechtfertigt scheint wenn man sich dann das erstklassige Endergebnis anschaut, siehe dazu die Rezi bei uns.
Dieser lange Entstehungsprozess, sowie das tolle Endergebnis war Grund genug dem Gründer und Bassist George Apalodimas ein paar Fragen zu stellen.

J.P: Hallo George. vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu euch selbst als Band beantwortest. Da euch viele Leute bestimmt noch nicht kennen, stell dich und die Band doch einfach mal kurz vor und gib uns einen kurzen Überblick über eure Bandgeschichte?

G.A: Hi Julian. Die Freude ist ganz auf meiner Seite! Danke für dein Interesse an der Band und an unserer Musik. SACRED OUTCRY gründeten sich 1998 und wir waren bis 2004 aktiv. 2001 gingen wir ins Studio um unser erstes Album aufzunehmen aber wir waren schlussendlich nicht zufrieden mit dem Endergebnis, konnten dann aber den Mix und das Mastering aus unterschiedlichen Gründen nicht abschließen.
Wir unterscheiden uns dann zu pausieren, die Kräfte neu zu bündeln und weiter Songs zu schreiben. Dann musste unser damaliger Sänger leider in seine Heimat zurück und das war dann erstmal das Ende der Band.
2015 entschieden wir uns dann für einen neuen Anlauf bei den Aufnahmen und nach einer erneut sehr langen Zeit von 5 Jahren sind wir nun am Start!

J.P: Eure Bandzusammensetzung wirft eine große Frage auf! Wie habt ihr es geschafft das mit Yannis Papadopoulos ein absolut vielbeschäftigter und bekannter Musiker/Sänger auf eurem Album mitwirkt?

G.A: Ich nahm Kontakt zu Yannis auf und erzählte ihm von unserer Vision und unseren Gedanken zum Album. Dann schickte ich ihm ein paar unserer Songs und er war sehr begierig darauf „Damned for All Time“ einzusingen.
Was ich noch erwähnen sollte ist vielleicht das Yannis seinen Gesang schon 2018 aufnahm wo er gerade begann mit BEAST IN BLACK die Welt zu erobern. Da war es noch etwas einfacher alles terminlich zu koordinieren als jetzt!

J.P: Glaubst du denn das Yannis ein dauerhaftes Mitglied sein wird und auch auf einem nächsten Album von euch singen wird?

G.A: Nein, nicht wirklich. Ich meine ich habe ihm zwar gesagt das er natürlich unsere erste Wahl wäre für zukünftige Alben, aber Yannis einzige Band ist BEAST IN BLACK. Das hat er uns klar zu verstehen gegeben.
Das war auch ein Grund für uns das wir nicht großartig mit seinem Namen Werbung gemacht haben, um Aufmerksamkeit zu erzeugen!
Wir wollten einfach jemanden der die Songs gesanglich auf ein höheres Level hebt und das hat Yannis definitiv geschafft. Zu keiner Zeit haben wir daran gedacht seinen guten Namen auszunutzen, um damit Werbung zu machen.

J.P: Gehen wir nun mal etwas näher auf euer Debütalbum ein. Kannst du uns etwas über den Aufnahmeprozess sagen? Von wann bis wann habt ihr daran gearbeitet? In den Promoinfos steht das die ersten Arbeiten vor 20 Jahren stattfanden? Erzähl uns dann bitte noch etwas über die Lyrics auf dem Album.

G.A: Korrekt, wie ich dir schon sagte wurde das Album das erste Mal zwischen 2001 und 2003 aufgenommen aber nie veröffentlicht. Wir entschieden dann das Album nochmal aufzunehmen was 2015 begann und dann auch nochmal über 4 Jahre gedauert hat.
Der größte Unterschied zu den ersten Aufnahmen besteht in der Orchestrierung die wir unbedingt machen wollten und die 2017 und 2018 entstanden sind.
Lyrisch geht es viel um Sword & Sorcery und High Fantasy Themen. Aber auch um meine Hauptinspirationsquelle den Büchern von Michael Moorcrock.
Ich versuche immer eine Geschichte in den Songs zu erzählen und die Story muss auch immer zur Musik und zur Atmosphäre der Songs passen.
Alles muss einfach zusammenpassen, die Musik, die Texte, das Cover, das Booklet und so weiter.
Einfach ein großes Gesamtkunstwerk was das Album einfach zu einem Genuss macht.

J.P: Wie würdest du euren Stil beschreiben? Ich denke mal Epic Power Metal trifft es am Besten oder?

G.A: Korrekt ja. Wir sind keine traditionelle Power Metal Band. Das würde mit unserer epischen Ausrichtung auch gar nicht funktionieren!
Wir achten einfach sehr auf die Atmosphäre, dem Songwriting und die Song Struktur. Alles muss einfach einen epischen Touch haben und den Hörer auf eine Fantasy Reise mitnehmen.
Diese Musik ist einfach nichts ohne das Gefühl, man muss sich einfach komplett drauf einlassen und voll darauf fokussieren um auch alles zu erfassen.
Wir hoffen das unsere Fans sich voll darauf einlassen können und es dann komplett genießen können!

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs ein. Für mich sind „Legion of the Fallen“, „Where Ancient Gods are still Hailed“, „Lonely Man“, „Damned for all Time“ und „Farewell“ die hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

G.A: Oh 5 von 8 Songs sind Favoriten, keine schlechte Quote! Wir versuchen beim komponieren immer sehr abwechslungsreich zu sein und uns nicht zu wiederholen in der Songstruktur. Damit es einfach interessant und frisch über das gesamte Album bleibt. Jeder Song soll einfach seinen Platz und seine Berechtigung auf dem Album haben.
„Legion of the Fallen“ ist ein sehr melodischer epischer Midtemposong welcher vielleicht einen unserer besten Refrains auf dem Album hat.
„Where Ancient Gods are still Hailed” ist stark von WARLORD inspiriert und ist ein gutes Beispiel dafür das wir immer versuchen große „Gefühle“ zu transportieren.
„Lonely Man“ ist unser schnellster Song auf dem Album. Ironischerweise war dieser zuerst eine Ballade der sich dann in einem Power Metalsong gewandelt hat.
„Damned for all Time“ ist unser Kronjuwel! Über 14 Minuten Epic Power Metal pur was uns einfach als Band sehr gut wiederspiegelt.
Der Song ist vielleicht etwas riskant, da ja nicht jeder Hörer so lange Songs mag, aber wir mögen einfach diese langen Songs und deren Epic und ich glaube das dies einer unserer besten Songs ist!
„Farewell“ wurde sehr stark von MANOWAR“ inspiriert. Auch sie sind ein großes Vorbild von uns die definitiv Einflüsse auf unsere Art des Songwrtings haben.

Was meine Favoriten betrifft, es ist echt schwer da etwas auszuwählen, was denke ich gut ist. Aber vielleicht ist es „Damned for All Time“ ?
In den vielen Reviews und Meinungen von Freunden der Band gab es sehr viele unterschiedliche Favoriten und das ist doch echt ein gutes Zeichen für uns und die tollste Rückmeldung für uns.

J.P: Bei eurer Stilausrichtung kommt natürlich gleich die Frage ob ihr privat auch auf Fantasy steht? Gibt es da im Buch oder Filmbereich irgendwelche Lieblinge?

G.A: Aber selbstverständlich! Die Arbeiten von J.R.R Tolkien, Robert Howard, Michael Moorcock haben großen Einfluss auf unseren Sound und die Texte. Ich musste mich aber auf etwas konzentrieren und auswählen und ich habe mich dann für die Elric Saga von Michael Moorcock entschieden. Die Bücher habe ich wirklich mehrmals gelesen.
Es gibt ansonsten noch Tonnen von Büchern oder Filmfavoriten wenn ich aber einen Film aussuchen müsste würde ich das Original von „Conan the Barbar“ wählen. Dieser Film hat glaube ich einen der besten Soundtracks überhaupt welcher von Basil Poledouris verfasst wurde.
Dieser Soundtrack hat einen großen Einfluss auf die Art und Weise wie wir unsere Orchestrierung gemacht haben. Ein kleiner Tribut also für die Arbeit von Basil Poledouris

J.P: Gerorge wie geht es denn jetzt genau bei SACRED OUTCRY weiter? Was steht bei dir selbst als nächstes an? Habt ihr schon Ideen fürs nächste Album und müssen die Fans dieses Mal wieder so lange warten?

G.A: Ja ein zweites Album ist schon in Planung! Es gibt zwar noch einige logistische Probleme die wir noch lösen müssen, aber wir haben schon vor mit dem nächsten Album schneller als gedacht wieder da zu sein.
Der Plan dafür ist auf jeden Fall da auch wenn wir noch einiges klären müssen.
Die Songs stehen schon zum großen Teil und hoffentlich sind sie genauso stark wie auf „Damned for all Time“. Aber das zweite Album wird auf jeden Fall anders sein wie unser Debüt, denn ich möchte mich nicht wiederholen. Natürlich werden aber alle Elemente enthalten sein die Fans mögen und auch erwarten.

J.P: Vielen Dank George für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

G.A: Nochmal ein großes Dankeschön für die Chance uns hier als Band zu präsentieren und für die tollen Fragen. Ich hoffe das das Album eine Chance bei vielen Leuten bekommen und ich bin mir sicher das viele es lieben werden.
Wir freuen uns immer über Feedback und Nachrichten von den Fans.
Besucht gerne unsere Bandcamp page (https://sacredoutcry.bandcamp.com/follow_me) für alle Neuigkeiten und Videos. Wir versprechen euch das ihr nicht wieder 20 Jahre auf das zweite Album warten müsst!
Bleibt gesund!

Julian

Englisch Version

J.P: Hi George it’s me Julian from Rock-Garage.com is speaking. Thank you for answering a few questions about your debut album and SACRED OUTCRY itself. For those people who did not know you, can you introduce the band first and show the previous career?

G.A: Hi Julian, pleasure is all mine! Thank you for your interest in the band and our music! Sacred Outcry was formed back in 1998 and we were active until approx 2004 when we disbanded. In late 2001 we entered the Studio to record our first album, but we weren’t happy with the end result and we weren’t able to complete the mix/master due to several reasons. We decided to take a small pause to regroup and continue composing new songs, but unfortunately a while later, our vocalist had to return to his hometown, and that’s was pretty much the end of the band. In 2015 we decided to re-record the full album, another long process that took almost 5 years, so here we are!

J.P: One question comes in my mind when i read your line up. How did you get in contact with Yannis Papadopoulos? He is very busy, so how could you convince him to be a part of SACRED OUTCRY?

G.A:I came in contact with Yannis and explained him our vision and what exactly I had in mind. I also sent him some of our songs to check and he was very eager to sing for „Damned for All Time“.
Be aware that Yannis recorded his parts in 2018 when he was only starting his world domination with Beast In Black, so it was a bit easier to manage his schedule compared to now!

J.P: So, did you expect that Yannis has the time in the future to be the singer of SACRED OUTCRY? I think it will be difficult for him to set the time slots for all of his bands.

G.A:No, not really. I mean I already told him he will have the right of first refusal for all future albums, but Yannis’ only band is Beast in Black. That was one of the reasons we didn’t want to use his name as a marketing trick, we have faith in our material and we wanted someone to take the songs to the next level with his vocals and Yannis did a phenomenal job. At no point did we ever consider using him as a marketing strategy.

J.P: Let us look now closer at your debut album. Can you tell us about the recording process? From when to when you’ve worked? The promo informations said that the first work was done for 20 years, is that right? And please tell us something about the lyrical story.

G.A:Correct, as I told you above, the album was first recorded between 2001-2003, but never officially released. We decided to re-record the full album, except the acoustic parts, we wanted those to work as a bridge between the past and present.
The re-recordings started in late 2015 lasted about 4 years due to several unfortunate circumstances and the biggest difference with the 2001-2003 version is the addittion of the orchestra, which was composed between 2017-2018.
The Lyrical content of the band is mostly Sword & Sorcery and High Fantasy and of course my neverending source of inspiration, Michael Moorcock’s books. I always try to tell some kind of story through the songs and the lyrics have to match the general atmosphere and feeling of the composition. Everything has to work together, the music, the lyrics, the cover, the artwork, towards the biggest picture which is the better immersion and enjoyment of the album.

J.P: How would you describe your music style? I guess Epic Power Metal makes it the best right?

G.A:Yes exactly, we’re not a traditional Power Metal band, because nothing would work without the epic direction we have. We pay very close attention to the atmosphere, the songwriting and the song structures. Everything has to have an Epic feeling , building towards something bigger and to be able to immerse the listener deeper to this world of swords, sorcery, legions and battles.This music would be nothing without the immersion, its not something you can fully enjoy if you’re not focused or you will miss all the subtle hints and nods. We hope people can enjoy it to the fullest.

J.P: Let us look at the songs. For me „Legion of the Fallen“, „Where Ancient Gods are still Hailed“, „Lonely Man“, „Damned for all Time“ and „Farewell“ are the best songs. Can you tell us something about these songs? Are these also your favorite songs on the album?

G.A: 5 out of 8, thats not bad at all! When we were composing we were very careful not to repeat same song structures and styles, so we could keep the album fresh and interesting at any given repeat play. We wanted each song to feel like it had its place on the album, and nothing in here is without its purpose.
Legion of the Fallen is a very melodic mid tempo epic which I believe has one of our best choruses, Where Ancient Gods are still Hailed“ is the most Warlord-ish song we ever wrote, very emotional and a perfect example of that “huge“ feeling we are trying to channel through our songs.
„Lonely Man“is our fastest song, which ironically originally started as a ballad, but was later changed into a power metal dynamite, with Yannis hitting some impossible notes.
„Damned for all Time“ is our crown jewel,a 14.30 minute Epic which actually showcases everything the band is about. Its a bit of a gamble, since people might not be willing to spend 15 minutes for one song, but we always liked these long epics, and I really believe this one has some of our strongest moments in it.
„Farewell“ I believe perfectly captures the feeling of old Manowar which are of course one of our major influences, and serves as the album outro, with its long haunting coda.

Now regarding my favourite, its next to impossible to pick something, and I think thats the beautiful part. Maaaaaaaybe Damned for All Time..?
We had dozens of reviews and many many friends of the band, and pretty much everyone has a different favourite. This is the highest reward for us.

J.P: Depend on your music style, of course, the question came if you like fantasy in your private life too? Are there any book or movie favorites?

G.A:Yes of course! The works of J.R.R. Tolkien, Robert Howard, Michael Moorcock have all played a major role in our sound and our lyrical content. If I have to pick something I’d pick the Elric Saga from Michael Moorcock, I can’t remember how many times I’ve read his books.
Tons of books actually and lots of movie favourites, but again if I have to pick one movie which is „connected“ too the album somehow, I would pick the original Conan The Barbarian, which features one of the most powerful soundtracks ever written by Basil Poledouris. A major influence in the way we composed and handled the orchestra on the album, as we tried to pay a small tribute to him and his work.

J.P: George what comes next for SACRED OUTRCRY? What’s next for yourself? Have you already ideas for the next record? Hopefully the fans must not wait so long for it as for your debut ; )

G.A:A second album of course! There are some logistical problems that have to be solved but the idea is to come back with the follow-up sooner than expected. This of course is subject to a variety of things that have to be in order, but the plan is there. The songs are there, there is a very specific course of action and hopefully we can come with an album worthy of the work we did in „Damned for All Time“. It will be slightly different since I don’t want to repeat the same album, but all the elements that people enjoyed will undoubtedly be there.

J.P: Thank you George for your time, and for the interesting answers! I wish you all the best for the future, the last words, of course are yours.

G.A: Again, can’t thank you enough for your kind words and the chance you’re giving the band to answer some very nice questions. I hope everyone gives the album a chance, I’m sure they will find something they will love in there. We love hearing your feedback and reading your messages,
Feel free to visit our Bandcamp page
https://sacredoutcry.bandcamp.com/follow_me for all our future moves, lots of goodies will be up there eventually.
We promise, you will not wait another 20 years until the second album!
Stay safe and be well!

Julian

 

MEMORIES OF OLD Interview

Epic Symphonic Bombast Metal und England das waren bislang Kombinationen die selten genannt wurden! Mit den Newcomern MEMORIES OF OLD soll sich genau das ändern, denn man möchte zur Speerspitze des genannten Genres aufsteigen und ins Rampenlicht treten!
Die Band bringt dieser Tage ihr erstes Album auf den Markt und das war für uns natürlich Grund genug mal mit dem Bandchef Billy Jeffs ein Gespräch zu suchen und uns über die Band, die Geschichte und die englische Metallandschaft zu unterhalten.

J.P: Hallo Billy. vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu euch selbst als Band beantwortest. Da euch viele Leute bestimmt noch nicht kennen, stell dich und die Band doch einfach mal kurz vor und gib uns einen kurzen Überblick über eure Bandgeschichte?

B.J: Hallo mein Name ist Billy Jeffs. MEMORIES OF OLD ist eine Epic Power Metal Band aus Großbritannien. Ich habe die Band als Solo Projekt gegründet, um einfach die Art der Musik zu machen die ich einfach liebe. Es passte teilweise einfach zu meiner damaligen Band NIGHTMARE WORLD.
Wie auch immer, irgendwann stellte ich fest das MEMORIES OF OLD als Soloprojekt nicht mehr zu stemmen war, deshalb beschloss ich daraus eine komplette Band zu machen, was uns dann zur heutigen Konstellation gebracht hat.

J.P: Eure Bandzusammensetzung wirft eine große Frage auf! Wie habt ihr es geschafft das mit Tommy Johansson ein absolut vielbeschäftigter und bekannter Musiker/Sänger auf eurem Album mitwirkt?

B.J: Der Kontakt zu Tommy entstand direkt in den Anfangstagen von MEMORIES OF OLD als ich begann das Konzept zu „The Zeramin Game“ zu entwickeln und mein eigenes Power Metal Album zu schreiben. Ich war immer ein großer Fan von Tommy und seiner Arbeit und er war eine große Inspiration für mich.
Eines Tages entschloss ich mich ihn einfach auf Facebook zu kontaktieren um zu zeigen was ich bislang erarbeitet hatte und ich schickte ihm daher eine Nachricht mit einem kurzen Videoclip. Ich erwartete eigentlich keine große Antwort, für mich war es schon Erfolg genug das ich mit einem meiner größten Vorbilder meine Musik geteilt hatte.

Aber, eine Woche später, ich war gerade auf dem Heimweg, bekam ich eine Nachricht auf mein Smartphone von Tommy! Ich glaube mein Herzschlag setze darauf hin kurz aus. Sofort fuhr ich an den Rand um herauszufinden was in der Nachricht stand.
Er hatte mir eine lange Nachricht geschickt indem er meine Arbeit lobte und wie sehr man doch die Einflüsse heraushören würde. Es würde ihn freuen auf dem Album zu singen, aber leider wäre er aktuell sehr beschäftigt.
Und ich dachte mir dann okay, jetzt oder nie und schrieb ihm zurück das das Ganze gar keine Eile hat und ich einfach nur stolz und glücklich wäre wenn er in die Band einsteigen würde und den Gesangsposten übernehmen würde!
Danach tauschten wir uns immer wieder aus, wurden Freunde und organisierten alles so das Tommy Zeit hatte für seine Gesangsaufnahmen und so ein Mitglied von MEMORIES OF OLD zu werden.

J.P: Anschlussfrage zu Tommy, die sich ja leider etwas aufdrängt. Aufgrund seiner Auslastung mit SABATON und seiner eigenen Band, glaubst du er schafft es sich die Zeit auch für MEMORIES OF OLD in der Zukunft zu nehmen?

B.J: Wir haben genau über diesen Punkt natürlich gesprochen und klar das ist eine große Herausforderung, besonders weil er ja Teil von SABATON was ihm einfach viel Zeit kostet. Aber ich denke wir bekommen das mit einer guten Planung schon hin.
Auf der anderen Seite ist auch klar sollten wir einfach ein gutes Angebot oder Möglichkeit bekommen live zu spielen und Tommy nicht verfügbar sein, werden wir jemand finden der ihn dort dann ersetzt.
So ist es ja auch gewesen als wir unsere erste Show auf dem Power Metal Quest Fest gespielt haben.
Das würde übrigens auch für jeden von uns gelten. Die Show muss einfach weiter gehen. Aber natürlich versuchen wir es immer möglich zu machen das Tommy immer dabei ist.

J.P: Gehen wir nun mal etwas näher auf euer Debütalbum ein. Kannst du uns etwas über den Aufnahmeprozess sagen? Von wann bis wann habt ihr daran gearbeitet? Erzähl uns bitte noch etwas über die Lyrics auf dem Album.

B.J: Der Aufnahmeprozess begann eigentlich als wir uns entschieden „The Land of Xia“ aufzunehmen und als unsere erste Single zu veröffentlichen. Zwischenzeitlich wollten wir dann weiter am Rest des Albums arbeiten.
Ich schreib also weiter am Album, ging ins Studio und legte den Grundstein dafür das das komplette Album Gestalt annahm, was in unserer zweiten Single „Zera`s Shadow“ mündete.
Das Konzept zum Album war übrigens ein Traum von mir den ich hatte als ich auf meinem Boot auf dem Grand Union Canal eingeschlafen bin. Als ich erwachtet hatte ich noch alles im Kopf, die Geschichte, die Charakter, einfach alles. Also nahm ich schnell Zettel und Stift und schrieb alles auf an was ich mich noch erinnern konnte.
Ich wollte eigentlich auch ein Buch über die ganze Geschichte schreiben, aber es stellte sich nach einem Kapitel heraus das das nicht wirklich eine Stärke von mir ist und so verwarft ich die Idee wieder.
Also nahm ich meine Aufzeichnungen dann und setze diese dann für unsere Debütalbum. Es war irgendwie eine sehr logische und natürliche Entscheidung zum Schluss.

J.P: Wie würdest du euren Stil beschreiben? Ich denke mal Epic Bombast Power Metal trifft es am Besten oder? Etwas ungewöhnlich für eine britische Band oder?

B.J: Vollkommen korrekt was du sagst! Und ja für dieses Genre ist unser Land nicht wirklich bekannt.
Der Power Metal ist eher in so Ländern wie Deutschland, Finnland oder Schweden durch so Bands wie BLIND GUARDIAN, STRATOVARIUS oder HAMMERFALL groß geworden.
Großbritannien ist da eher für den klassischen Heavy Metal bekannt, wie er z.B. von BLACK SABBATH praktiziert wird. Aber es gibt hier auch eine starke Power Metal Szene mit vielen Fans und tollen Bands.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs ein. Für mich sind „The Land of Xia“, „Some Day Soon”, “Across the Seas” und “The Zeramin Game” die hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

B.J: Es ist immer schwer eigene Favoriten auszusuchen wo man doch so hart an den Songs gearbeitet hat. Aber ich denke wenn ich einen Favoriten wählen müsste, wäre das der Titeltrack „The Zeramin Game“.
Dieser ist für mich sehr speziell da er einen guten Überblick über unser Konzept ist und er auch einige musikalische Veränderungen im Laufe der Zeit durch gemacht hat.
Ich habe mir immer vorgestellt wie es ist das Album live als eine Art Show aufzuführen, daher gibt es bei diesem Song auch ein theatralisches Ende welches das Album gut abschließt und so etwas wie das „Fallen des Vorhangs“ ist.
Natürlich ist auch „The Land of Xia“ ein sehr besonderer Track, da er der erste Song war der den Fans präsentiert wurde und den ich Tommy gezeigt hatte.
„Across the Seas“ ist ebenfalls ein sehr spezieller Track für mich da er irgendwie das Schwarze Schaf unter den Songs war, denn irgendwie gefiel er mir nie so richtig und ich wollte immer wieder dies und jenes daran ändern.
Schlussendlich als er fertig war wurde ein Song der absolut überzeugte und sehr gut bei unseren Fans ankam!

J.P: Eine Frage zur Labelsituation. Ihr habt ja vor kurzem einen Vertrag bei Limb Music unterschrieben, wie kam der Kontakt zu Stande? Seid ihr froh bei einem so etablierten deutschen Label gelandet zu sein?

B.J: Wir sind total froh das wir beim Limb Music unterschrieben haben! Ein Label was viel für meine Lieblingsbands wie z.B. RHAPSODY getan hat in der Vergangenheit und welches einfach eine gewichtige Rolle im Power Metal spielt.
Wir sind mit der Wahl absolut zufrieden.
Während der Albumproduktion hat man uns immer unterstützt und viel für uns getan. Wir blicken wirklich sehr zuversichtlich in die Zukunft und auf die Arbeiten an unserem zweiten Album mit ihnen!

J.P: Werfen wir doch mal einen Blick auf die britische Metalszene. Wie ist denn bei euch so die Szene? Gibt es ordentlich Nachwuchs und gibt es genug Möglichkeiten aufzutreten und euch Publikum zu zeigen?

B.J: Wie ich schon zuvor erwähnte ist die Metalszene generell hier bei uns sehr stark und auch die Power Metalszene wächst nach und nach was uns natürlich zu Gute kommt. Zum Beispiel gibt es da die Band FELLOWSHIP, eine großartige Band die eine tolle Debüt EP veröffentlich haben. Mit ihnen würden wir auf jeden Fall gerne man auf Tour geht.
Aber natürlich ist auch eine große Priorität von uns einfach im Rest von Europa bekannt zu werden.

J.P: Bei eurer Stilausrichtung kommt natürlich gleich die Frage ob ihr privat auch auf Fantasy steht? Gibt es da im Buch oder Filmbereich irgendwelche Lieblinge?

B.J: Leider muss ich gestehen dass ich kein großer Fantasy Fan bin! Das dürfte jetzt ziemlich viele überraschen, aber irgendwie war das nie so meins. Die Ausnahme ist hier Harry Potter!
Was ich aber sagen muss ist das ich ein großer Star Wars Fan bin und definitiv hat mich die Story sowie die Filmmusik sehr beeinflusst beim Schreiben unseres Debütalbum.
Aber am meisten haben mich einfach auch die Bands beeinflusst mit denen ich aufgewachsen bin. DREAM THEATER, MEGADETH, HAMMERFALL, FREEDOM CALL und REINXEED um nur einige zu nennen.

J.P: Billy wie geht es denn jetzt genau bei MEMORIES OF OLD weiter? Was steht bei dir selbst als nächstes an? Habt ihr schon Ideen fürs nächste Album?

B.J: Ich habe bereits einige Ideen für unser nächstes Album welche wir hoffentlich bald angehen werden. Dieses Mal wird es mehr eine gesamte Bandarbeiten werden als das Solo Ding nachdem wir unser Lineup gefunden haben.
Aktuell arbeite ich an meinem eigenen Studio wo wir planen viel von unserem zweiten Album zu schreiben und aufzunehmen.
Wir nehmen uns auf jeden Fall die Zeit die wir benötigt um etwas ganz Großes zu erschaffen.
Natürlich müssen wir auch aktuell mit der ganzen COVID 19 Geschichte umgehen und ich denke das nächste was für uns anstehen wird ist es live zu spielen, wenn wir es wieder dürfen!

J.P: Vielen Dank Billy für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

B.J: Das Einzige was ich sagen möchte ist ein großes Dankeschön an unseren treuen Fans da draußen die uns in den letzten Jahren so unterstützt haben! Ohne euch wäre dieses Album nicht das geworden was es geworden ist! Einfach unglaublich was aus 2 Songs geworden ist.

Also vielen vielen Dank und wir können es nicht erwarten wenn wir uns endlich sehen können bei einer Liveshow und wir endlich wieder auf Tour gehen können!

Julian

Englisch Version:

J.P: Hi Billy it’s me Julian from Rock-Garage.com is speaking. Thank you for answering a few questions about your new album and MEMORIES OF OLD itself. For those people who did not know you, can you introduce the band first and show the previous career?

B.J: Hi! My name is Billy Jeffs and Memories Of Old is an epic power metal band from right here in the UK. I started this band as a solo project originally, simply as a creative outlet to write the music I love, which sometimes didn’t fit with my band at the time, NightMare World.
However after things started to develop, it soon became clear to me that I would be doing Memories Of Old a disservice if I didn’t develop it into a full band, so that’s what happened and what led us to where we are today.

J.P: One question comes in my mind when i read your line up. How did you get in contact with Tommy Johansson? He is very busy with SABATON and his own band, so how could you convince him to be a part of MEMORIES OF OLD?

B.J: My contact with Tommy began back in the early days, just after I started to compile my ideas for ‘The Zeramin Game’ with the intent of finally writing and recording my own power metal album. I have been a big fan of Tommy for many years, and he has always been a big inspiration for my music and songwriting.
So, one day I decided that I wanted to show him what I was working on, and send him a message on Facebook alongside a short clip of the start of The Land of Xia, which I was writing at the time. I didn’t really expect a reply or anything, but it was nice to know that I had at least shared my music with one of my biggest inspirations.
Anyway, about a week later, I’m on the road driving home, and I get a notification pop up on my phone that read ‘Tommy Johansson has sent you a message’, and honestly I think my heart skipped a beat, so I immediately pulled over to see what it said.
Basically he sent me a long message praising the music and mentioned he could hear his influence there, and at the end of the message, he mentioned it would be great to sing on the album if he weren’t so busy, and I think at that moment I thought “well, this has to happen!”, so I told him there is no rush, and that it would be an honour if we could make it work.
We carried on talking after that and gradually became good friends, and we managed to work it out so that Tommy could perform for the album and be a full member of Memories Of Old.

J.P: So, did you expect that Tommy has the time in the future to be the singer of MEMORIES OF OLD? I think it will be difficult for him to set the time slots for all of his bands.

B.J: We have spoken about this before, and of course this will be a challenge, especially with such a big name as Sabaton requiring most of Tommy’s time, but I think we can make it work with some careful planning.
On the flip side of course, if an opportunity comes up for us and Tommy is occupied with Sabaton or Majestica already, I think I can safely say that we will still go ahead one way or another, and likely get someone to stand in for Tommy, which is what we did with our first show last year at Power Metal Quest Fest.
It would be exactly the same if any of the rest of us couldn’t play for one reason or another, the show must always go on and it will, but of course we will do our very best to be sure we can perform with Tommy whenever possible if he is available.

J.P: Let us look now closer at your debut album. Can you tell us about the recording process? From when to when you’ve worked? Tell us something about the lyrical story.

B.J: The recording process started when we began working on The Land of Xia, which we planned to record and release as our first single just to get our name out there while we proceeded to work on the rest of the album.
Following that, I continued writing the rest of the album and visiting the studio to lay the groundwork for the rest of the album moving forward, which led to our second single Zera’s Shadow.
In regards to the story of the album, it’s a bizarre but true story how the idea came to me. I was sleeping on a boat on the Grand Union Canal here in the UK, and when I woke up I remembered this very vivid dream, a whole story, characters, setting and everything, so I immediately grabbed a pen and paper and started to write down everything I could recall.
The story in that dream was ‘The Zeramin Game’, of course I filled in a few gaps so that it fully made sense and was interesting from beginning to end, and my original plan for this was to write a book, which I actually did start doing. But after one chapter it became clear that writing a book wasn’t my strongest area, so I put the idea on the shelf, however I never forgot it.
Fast forward to when I started writing a power metal album, I needed something for the lyrics, and telling this story through a concept album just seemed like a very natural decision.

J.P: How would you describe your music style? I guess Epic Bombast Power Metal makes it the best right? Not so typical for a british band, or?

B.J: That sounds about right! And certainly it is a genre that this country is not known for, though I would say that is something that goes back to the early bands that paved the way here and in other countries around the world.
Power metal was never big here in the early days, since it was born in places like Germany, Finland and Sweden with bands like Blind Guardian, Stratovarius, HammerFall and others, while the UK was always leaning towards a more straightforward heavy metal approach, as it the roots here with bands such as Black Sabbath. But there is still a strong power metal scene here, with many dedicated fans and some great bands flying the flag for the genre.

J.P: Let us look at the songs. For me The Land of Xia“, „Some Day Soon”, “Across the Seas” and “The Zeramin Game” are the best songs. Can you tell us something about these songs? Are these also your favorite songs on the album?

B.J: It’s always been hard for me to pick a favourite song from the album, since it works best as a whole, listened to from start to end in one sitting. But I would have to say if I must pick a favourite it would be the title track, ‘The Zeramin Game’.
This track is really a special one since it is the culmination and big final climax of the story, it goes through a lot of changes musically as it progresses and features possibly some of Tommy’s best performances on the entire album. I always felt this album as a stage show and wanted to present it as such, so at the end of this track you have a very theatrical finish which just closes off the whole album perfectly before you listen to ‘Finale’, which then serves as the ‘curtain call’ or ‘end credits’ style track.
Of course though, The Land of Xia is a track that is close to my heart as well, since it was the first one I finished writing, the one that led to Tommy’s involvement, and also the track that introduced most people to us and in a lot of ways still does.
Across The Seas was always an interesting one, during the writing process it was always the black sheep of the songs in a manner of speaking, I was never fully sure about it, and always wanted to change parts here or there, so for a long time it got put on the bench while I was working on finishing the other songs. A great irony since once it did get finished it turned into a real standout track on the album and one that has been very well received by all out fans since the release.

J.P: A question to the label situation. You are now under contract by Limb Music an established label in germany. How satisfied are you with your label choice? How did the contact works?

B.J: We are very happy to be signed with Limb, as a label that has done great things for some of my own favourite bands in the past, such as Rhapsody or Adagio for example, and for being known well for presenting a strong presence of power metal, it was certainly a choice we are very satisfied with.
Over the course of the album’s production, Limb have been very supportive and really have done a lot for us, and we are really looking forward to working on our second album alongside them.

J.P: So, let`s have a look at your metal scene. How is the british metal scene? Are there enough young musicians and are there enough opportunities to act and show you to the public?

B.J: There is certainly a strong metal scene in this country, and as I mentioned earlier the power metal scene has definitely carved out it’s slice quite nicely, so the opportunities for us here are pretty good. Take for example a new upcoming band, Fellowship, these guys recently released their debut EP and it is fantastic, certainly a band we would be very happy to tour with. That said, there is no denying that the power metal scene is a lot bigger across the rest of Europe than here, so getting ourselves out there is a big priority.

J.P: Depend on your music style, of course, the question came if you like fantasy in your private life too? Are there any book or movie favorites?

B.J: In all honesty, I’m not a big fan of fantasy in general as it happens, which might come as a surprise I know, but it’s never really been my thing, aside from maybe Harry Potter. I have to say there are a few influences to mention though, in particular I am a huge fan of Star Wars, and there is no doubt that the storytelling there must have had at least some influence on ‘The Zeramin Game’, even though they are very different things, and the soundtrack to those films and as I mentioned, the Harry Potter films, among others, are certainly present in the music I write.
But for the most part the music is influenced by the bands I have listened to as I have grown and developed as a musician, including Dream Theater, Megadeth, HammerFall, Freedom Call and of course, ReinXeed.

J.P: Billy what comes next for MEMORIES OF OLD? What’s next for yourself? Have you already ideas for the next record?

B.J: I have a lot of ideas for our next album already, yeah, this is something we are very much looking forward to starting, and will certainly be more of a combined band effort and less of a solo thing now that we have an established line-up.
I am actually working at the moment on the construction of our own studio, which is where we are planning to write and record a lot of our second album, so that should be something really great once it’s ready, and will give us a dedicated space to work in as well.
Other than that, we are just monitoring the COVID situation around the world like I’m sure all bands and artists are, since getting out on the road is certainly the next big thing we really need to do, but of course we can’t do that just yet.

J.P: Thank you Billy for your time, and for the interesting answers! I wish you all the best for the future, the last words, of course are yours.

B.J: Thank you. The only other thing I need to say really is just a huge thank you to all of our dedicated fans from all over the world, without you all this album would not have been possible, and the amount of patience you have shown over the last few years has been incredible. Sticking by us with only 2 songs for the most part to listen to is truly wonderful, and it means the world to us.
So a huge thank you, and we can’t wait to be able to meet you all when we can finally hit the road!

Julian