THE WEIGHT Interview

Der 19.10. war ein ereignisreicher Tag. Neben dem Interview mit The New Roses hatte ich auch noch die Gelegenheit die Newcomer von The Weight etwas auszufragen. Die Band hieß mich in ihrem Backstagebereich herzlich willkommen und Sänger Tobias und Bassist Patrick beantworteten meine neugierigen Fragen. Ab 17.11. könnt ihr euch das Album der Österreicher zu Gemüte ziehen und habt außerdem dieses Jahr auch noch die Gelegenheit sie live zu erleben.

L.C.: Ihr seid ja noch nicht so lange dabei, wie lang gibt es euch schon?

Tobias: Seit 2014.

L.C.: Euer Album kommt am 17. November raus, dafür seid ihr die letzten Monate schon ganz schön unterwegs gewesen. Wie habt ihr da an eurem Album gearbeitet oder war das schon fertig?

Tobias: Das Album war eigentlich schon fertig. Da haben wir ja Anfang dieses Jahres die Aufnahmen abgeschlossen, dann waren im Frühjahr das Mischen und das Mastern dran und bis jetzt dann die Promotion. Die Tonträger müssen angefertigt werden, Vertrieb muss gecheckt werden und wir haben ein Video gedreht.

L.C.: Seid ihr lieber auf Tour oder lieber im Studio?

Patrick: Eigentlich beides. Es sind zwei komplett unterschiedliche Dinge für mich. Das Live-Spielen ist natürlich eine tolle Gelegenheit das Ganze vor Leuten zu präsentieren. Im Studio es das andere, da kann man sich wirklich Zeit lassen und gemeinsam an den Songs feilen. Man kann auch Dinge ausprobieren, die live einfach nicht möglich sind umzusetzen, allein schon wegen der Besetzung, aber trotzdem vielleicht interessant für den Zuhörer sind.

Tobias: Es ist ein bisschen so, dass wenn man eins der beiden Dinge intensiv macht, dann sehnt man sich immer nach dem anderen. Also wenn man schon sehr lange im Studio ist, dann kann man es nicht erwarten endlich wieder vor Publikum zu spielen. Und wenn du schon eine ziemlich lange Tour hinter dich gebracht hast, freust du dich schon extrem auf das Studio.

L.C.: Auf so einer Tour kommen sicherlich ein paar Anekdoten zusammen, wollt ihr ein paar mit mir teilen?

Tobias: Ja, es ist nicht immer nur so wie man es sich vorstellt. Man wird vor ganz elementare Herausforderungen gestellt. Das fängt beim Schlafplatz an, der kann auf der Bühne sein, und hört beim Essen auf. Das klingt jetzt nicht so spektakulär, aber das sind die wichtigen Fragen des Überlebens, wenn man auf Tour ist.

Patrick: Das geht sogar so weit, dass dann unter Umständen sogar Konzerte unterbrochen werden, wenn es ums Essen geht. Wir hatten da diese Szene in Rimsting im Blues Club. Da ist unser Gitarrist bereits für den ersten Song auf die Bühne und hat sich schon darauf eingestellt loszuspielen. Dann ist der Veranstalter raufgerannt auf die Bühne, weil er festgestellt hat, wir haben die Pizzabestellung noch nicht abgegeben. Dann sind wir quasi nochmal runter von der Bühne, die Leute haben gewartet und wir haben erstmal eine Pizza ausgesucht.

L.C.: Ihr wart nicht nur in Österreich unterwegs, sondern auch in Deutschland. Wie unterscheiden wir uns denn? So was das Publikum und die Organisation angeht, gibt es Unterschiede?

Tobias: Also Publikum, wenn man vor den Leuten steht, da gibt es jetzt keinen so großen Unterschied zwischen Deutschland und Österreich. So im direkten Kontakt, merkt man schon, dass sie so ein bisschen einen anderen Humor haben.

L.C.: Du meinst, dass Österreicher überhaupt Humor haben im Gegensatz zu Deutschen…

Tobias: Das wage ich nicht zu beurteilen. Aber es kommt da zu kulturellen Missverständnissen teilweise. Weil aber Deutschland ein sehr großes Land ist, merkt man, es ist von Region zu Region komplett unterschiedlich. Manchmal stellt sich dann schon heraus, dass das Publikum ein bisschen reservierter oder ein bisschen offener ist. Es kommt auch auf den Club drauf an, nicht nur auf die Region. Wenn du in einem Bluesclub spielst, wo das Stammpublikum da ist, die sind alle sehr musikalisch gebildet und sind erstmal kritisch. Die musst du zuerst gewinnen, aber dann sind sie wirklich Feuer und Flamme.

L.C.: Was erwartet den Zuhörer dann bei eurem Album?

Tobias: Viel. Wir haben unserer Kreativität freien Lauf gelassen und haben uns für eine eher unorthodoxe Produktionsweise entschieden und ich glaube, das wird man auch hören. Unser Ziel war es, etwas zu schaffen, das sich auch von anderen Produktionen abhebt. Es sollte nicht unbedingt nicht den Zeitgeist treffen, aber unserer Meinung nach ist es ein Fehler dem Zeitgeist hinterherzulaufen, weil man ihm ja dann eben hinterherläuft und sowieso immer zu spät ist. Wir haben versucht ein wirklich organisches Album aufzunehmen.

Patrick: Ich würde auch sagen, insgesamt sehr abwechslungsreich. Es ist nicht eine Rockscheibe, auf der jetzt von A-Z Vollgas in schnellem Tempo durchgezogen wird. Es gibt ruhigere Nummern, es gibt nachdenklichere Nummern. Die erste Seite ist eher die bisschen rockigere Seite, die mehr nach vorne geht und die zweite Seite ist dann mehr die verspieltere Seite mit Jam-Nummern und Nummern, wo man sich Zeit lassen kann, die atmen können und schön rausproduziert wurden. Wie Tobi auch schon gesagt hat, teilweise auf unorthodoxe Weise, wie man eigentlich sagt, dass man es nicht macht. Da wollten wir uns zuerst selber überzeugen, dass man es nicht so macht.

L.C.: Was beschäftigt euch dann in euren Songs textmäßig?

Tobias: Das ist eine schwierige Frage, die ich so nicht hundertprozentig beantworten kann, weil es mit selbst nicht immer ganz augenscheinlich ist, um was es sich handelt. Es sind Geschichten, es sind Lebenssituationen. Letzten Endes soll jeder selbst herausfinden, was er herausfinden möchte. Wenn das zu genau definiert wird geht etwas ganz grundsätzliches verloren, nämlich dass der Rezipient ja auch eigentlich Teil des Kunstwerkes sein soll. Und das was der Zuhörer daraus macht ist dann auch das Spannende für mich.

L.C.: Habt ihr alle einen professionellen musikalischen Hintergrund?

Tobias: Nein, wir sind keine ausgebildeten Musiker. Wir haben natürlich teilweise Unterricht oder haben uns selbst gebildet, aber wir sind mehr oder weniger Autodidakten. Da sind wir auch froh drüber.

L.C.: Weil man offener ist?

Tobias: Ja, genau. Man kann das auch kritisch sehen, dass am Konservatorium oder an der Hochschule, unserem Empfinden nach, eine Verschulung stattfindet, die der Musik und auch dem Künstler nicht immer gut tut. Wir kennen das von Freunden, die das gemacht haben und man wird sehr oft in Schubladen hineingesteckt und alles was du dann gelernt hast, musst du zuerst mal wieder verlernen, weil es „falsch“ ist. Moosi [Patrick] hatte da das Beispiel mit der Evolutionstheorie, kannst du das vielleicht ausführen?

Patrick: Angenommen jeder lernt das genau gleich und macht es genau wie man es machen muss. Dann würde es jeder gleich machen. Und in der Evolution, also genetischer Algorithmus zum Beispiel, funktioniert das Ganze so, dass es immer wieder mal zufällige Veränderungen gibt und somit irgendetwas Neues entstehen kann. Ich bin der Meinung, dass wenn man das Ganze unkonventionell macht – zum Beispiel Jimi Hendricks hat die Gitarre umgedreht und die Seiten umgekehrt aufgespannt und mit links gespielt – könnte man dann sagen er ist in gewisser Weise limitiert, auf der anderen Seite ist er so eine Ausnahme von der Regel und hat vielleicht Möglichkeit neue Dinge zu spielen, die davor niemand spielen konnte. Er spielt die Dinge anders und das ist in meinen Augen eine Art von Weiterentwicklung, somit halt eine Evolution.

L.C.: Was sind für euch die Schattenseiten und die Sonnenseiten des Bandlebens?

Tobias: Also die Schattenseiten des Tourlebens haben wir ja schon angesprochen, das sind so Sachen des alltäglichen Lebens, die auf der Tour vielleicht zu kurz kommen. Die Sonnenseiten finden hauptsächlich auf der Bühne statt. Abgesehen davon ist es ein Wahnsinnserlebnis vor Menschen spielen zu können und die mit einem guten Gefühl nach Hause zu schicken. Man sieht auf Tour auch einiges, aber wir würden gerne mehr sehen. Heute sind wir eine Stunde durch die Innenstadt von Nürnberg spaziert und wir versuchen so viel wie möglich aufzusaugen von den Orten, die wir besuchen, deswegen bestärkt uns das nur darin wiederzukommen und sich irgendwann mehr Zeit dafür zu nehmen.

L.C.: Ihr habt vorhin schon kurz euer Video angesprochen, wofür ihr auch einen Preis gewonnen habt.

Patrick: Genau. In Barcelona bei einem Filmfestival haben wir in der Kategorie „Bestes Musikvideo“ gewonnen. Bei weiteren Festivals sind wir noch in der Bewertungsphase.

L.C.: Wie kamt ihr auf die Idee zu dem Video? 

Tobias: Die Idee ist von unserem Manager Jürgen gekommen. Wir haben begonnen uns Gedanken zu machen, wie wir ein Video produzieren können, das möglichst viele Menschen auf uns aufmerksam macht. Also kein Video wo du nach den ersten 10 Sekunden weiterklickst, sondern ein Video, das dich irgendwie dazu bewegt, dir das reinzuziehen, weil du es einfach sehen möchtest. Es ist auch für und eine etwas ironische Auseinandersetzung mit dem Vorwurf, dass nichts Neues kommt. Es ist unsere Antwort auf die Retrobewegung.

Patrick: Ich würde auch dazu sagen, es wiederspiegelt ein bisschen das, was man auch auf unserem Album wiederfindet. Dass unsere Musik bzw. Musikrichtung von sehr vielen Bands beeinflusst ist und nicht wirklich nur aus einem Genre kommt. Die Beatles haben uns beeinflusst, Led Zeppelin hat uns beeinflusst, viele Soulsängerinnen-und Sänger, die teilweise auch in dem Video vorkommen. Deswegen tun wir uns auch sehr schwer unseren Sound zu kategorisieren.

Tobias: Deshalb haben wir den Begriff „Heavy Rythm and Roll“ geschöpft um uns ein bisschen zu widersetzen, bzw. der gängigen Frage nach dem Genre zu entgehen, weil es schwierig zu definieren ist. Und da haben wir gesagt, machen wir einfach unser eigenes um nicht in irgendeine der bekannten Schubladen gesteckt zu werden, sondern selbst eine Schublade zu haben.

L.C.: Solche Entscheidungen über Videos, oder auch Albumcover etc. läuft das demokratisch ab oder hat jemand besonders die Hosen an?

Patrick: Das ist genau auch ein Grund warum wir sehr viel Wert drauf legen, dass wir alles selbst in der Hand haben. Wir haben ein eigenes Label gegründet unter dem wir dieses Album jetzt veröffentlichen. Das soll nicht heißen, dass wir nicht mit großen Partnern zusammenarbeiten, aber zumindest haben wir das immer selbst in der Hand. Wir hatten auch Angebote von Plattenlabels, die wir dann ausgeschlagen haben und uns dafür entschieden haben das selbst zu machen, eben unter diesem „Heavy Rythm and Roll Records“-Label. Das heißt prinzipiell steht uns alles frei, wir können tun und lassen was wir wollen. Was wir machen ist, dass wir, da wir uns schon relativ lange kennen, gut darin sind, Dinge zu finden, die uns allen gefallen. Dann muss das noch mit dem Management abgeklärt werden, ob das für die auch ok ist. Die haben dann auch meistens guten Input, wie man bei dem Video gesehen hat, und dann finden wir eigentlich immer ziemlich schnell eine Lösung.

L.C.: Wollt ihr noch irgendwas an unsere Leser loswerden, die dieses Interview mal lesen werden?

Patrick: Ja! Kommt auf unsere Live-Konzerte, dann spürt ihr die Energie nicht nur akustisch, sondern auch visuell!

THE NEW ROSES Interview

Am 19.10. gaben sich The New Roses zusammen mit ihren beiden Supportbands Stinger und The Weight im Hirsch in Nürnberg die Ehre.
Was für ein spaßiger Abend das aber auch war! Gestartet wurde er mit einem Plauderstündchen mit Sänger Timmy Rough, der u.a. über das harte Leben im Rock’n’Roll, sowie den aufregenden Trip zu unseren Truppen nach Afghanistan berichtet.
Auch später bei der Show gaben Timmy, Norman, Hardy und Urban alles. Genau deshalb solltet ihr ihren letzten Deutschland-Auftritt dieses Jahr in Wiesbaden am 17.11. nicht verpassen! Auch ihre letzte Platte „One More For The Road“, welche im August erschien, sei euch wärmstens ans Herz gelegt.
Nun aber erstmal viel Spaß mit dem Interview!

L.C.: Im August kam euer neues Album raus, inwiefern unterscheidet es sich im Entstehungsprozess von den Vorgängern?

Timmy: Grundsätzlich ist es nach demselben Prinzip entstanden: ich habe einfach wieder Songs geschrieben, Ideen festgehalten, habe sie den Jungs gezeigt, wir haben ausgesucht und uns dann mehr mit den Ideen beschäftigt und Songs draus gemacht. Das haben wir bei den anderen Alben auch so gemacht. Was jetzt allerdings anders war, ist, dass wir konstant auf Tour waren mit dem „Dead Man’s Voice“-Album und ich eigentlich bei den Soundchecks oder in den Garderoben an den Songs gearbeitet habe. Deswegen klingt die Platte, finde ich, sehr aus einem Guss, weil sie eben die ganze Zeit on the road entstanden ist durch das ständige unterwegs sein. Das ist auch der Spirit der Platte. Ich habe den Eindruck, dass man hört, dass in dem Album durchgehend Bewegung drin ist, so eine Unruhe. Deswegen haben wir sie dann auch „One More For The Road“ genannt.

L.C.: Und bei den anderen Alben war das anders?

Timmy: Ja, beim ersten Album ist es natürlich so da hat man sein ganzes Leben Zeit. Auf dem ersten Album sind Songs drauf, die habe ich geschrieben da war ich 17, und ich war ja immerhin schon 27 als das Album rauskam. Deswegen war ich das beim zweiten Album dann überhaupt nicht gewöhnt so auf Druck zu schreiben. Da haben wir aber noch nicht viel getourt, weil wir noch eine ganz unbekannte Band waren. Erst durch das zweite Album dann, das „Dead Man’s Voice“-Album, da war dann „Thirsty“ drauf und das ging dann ins Radio und hat uns, sage ich mal, den Einstieg in die Profiliga ermöglicht. Ab dann haben wir nur noch gespielt. Wir sind jetzt nahtlos aus der „Dead Man’s Voice“-Tour in die „One More For The Road“-Tour übergegangen. Deswegen fanden wir auch „One More For The Road“ ganz passend, weil es ging dann so direkt noch einen weiter.

L.C.: Du hast gesagt, du schreibst die Songs, habt ihr eine bestimmte Rollenverteilung innerhalb der Band? Wer macht was?

Timmy: Es wurde nie so richtig kommuniziert, aber es ist so natürlich alles auf seinen Platz gefallen. Urban, unser Drummer, kümmert sich viel um diese ganzen Business-und Vernetzungsfragen mit dem Management und Plattenfirma. Die anderen haben viel hier on the road zu tun. Jeder macht das, was er am besten kann. Aber ich glaube, wenn alle alles machen, gibt es nur Gewusel.

L.C.: Ich hatte gerade schon nach den anderen Alben gefragt. Wenn ihr jetzt so zurückguckt, was hat sich seitdem verändert, habt ihr euch weiterentwickelt bzw. seid ihr anders geworden?

Timmy: Mit Sicherheit. Als wir das erste Album herausgebracht haben, da hatten wir eigentlich so null Ahnung von gar nichts. Wir haben zwar schon lange Musik gemacht, aber wir hatten noch keine eigenen Songs richtig auf die Straße gebracht. Also Urban und ich kennen uns schon ewig, haben eine Coverband zusammen gehabt, in Ami-Clubs für die ganzen Soldaten gespielt, aber wir hatten halt null Ahnung wie es auf Tour aussieht, wie viel Kraft das kostet und wie die Realität im Rock’n’Roll aussieht. Wenn man das nur aus dem Fernsehen kennt und sieht die DVD von seiner Lieblingsband oder irgendeinen coolen Film über Rockstars, dann stellt man sich das alles so unheimlich aufregend und wild vor – das ist es auch, aber es ist halt eine Komponente dabei, die man nicht so oft sieht, von der man nicht so gerne spricht und auch nicht so gerne was hören will. Es ist eine sehr sehr kraftraubende, langwierige Arbeit so eine Band nach vorne zu bringen und die dann auch dort wachsen zu lassen. Das haben wir so nicht gesehen. Jetzt mit diesem Wissen geht man schon anders ran, versucht natürlich auch gewisse Fehler nicht mehr zu machen. Manches wird leichter, weil man nun schon weiß wie es geht. Man schießt sich auch miteinander ein, das ist wirklich wie ein altes Ehepaar. Ich sehe die Jungs hier wesentlich mehr als meine Familie oder vor allem meine Freunde. Wir hängen ja ständig aufeinander, da lernt man auch viel über sich selbst, wie man den anderen auf den Sack geht mit gewissen Eigenschaften. Oder auch wie man mit Sachen, die einem selbst auf den Sack gehen dann umgehen kann um langfristig überhaupt ein Zusammenleben möglich zu machen.
Also ich glaube man entwickelt sich ständig weiter, wenn man das will. Sonst kracht es auch, und ich glaube, dass uns das von vielen Bands unterscheidet. Wir sind nicht die beste Band, die es gibt, obwohl man ja gerade sagt wir wären die neue Hoffnung des Hard Rock und so… ich glaube wir sind einfach eine Band, die länger durchhält als andere. Durch Geldmangel, Stress und zeitliche Probleme – du musst ja auch irgendwie erstmal zu Geld kommen und das verdient man nicht mit der Band. Die kostet erstmal Geld. Die ersten Jahre haben wir nur privates Geld reingesteckt. Ich habe nachts in einer Zeitungsfabrik gearbeitet, Getränke ausgeliefert, im Baumarkt Beton geschleppt und habe jeden Euro dann direkt in die Band gesteckt und nichts für mich behalten. Das muss man erstmal hinkriegen, dann geht man sich irgendwann auf den Sack, weil man ist ständig on the road, hat kein Geld und schläft im Auto, muss sich im Auto umziehen, weil dir keiner eine Garderobe gibt. Wenn du die letzte scheiß Vorband von der Vorband bist, dann interessiert sich überhaupt keiner. Du bekommst nichts zu essen, nichts zu trinken, das ist wirklich krass. Du musst dir das ganz hart erspielen. Jetzt bei einer Tour wie dieser, spielen wir in Läden, wo wir die ganze Zeit Vorgruppe waren und haben jetzt die Garderoben wo immer die Hauptgruppen drin waren, jetzt können wir was essen, Interviews in einem ruhigen Raum führen und nach der Show duschen, das ist schon was Besonderes. Also ich bin da sehr sehr dankbar, dass wir jetzt mittlerweile auf so einem Level sind.

L.C.: Gab es auf dem Weg so Schlüsselerlebnisse wo ihr gesagt habt „So habe ich mir das aber nicht vorgestellt“ ?

Timmy: Solche und solche. Es gab Momente wo man wirklich dachte „Komm‘, wir lassen es“. Wir haben wirklich mehrfach überlegt, ob wir es einfach sein lassen. Das waren Momente wie zum Beispiel, dass man mehrfach mit Businesspartnern in Streit geraten ist, musste sich vertraglich rausklagen mit Anwälten und vor Gericht usw. Das hat viel Geld, Nerven und Freundschaften gekostet. Da wurde Vertrauen gebrochen, das man in jemanden gesetzt hat und das war sehr schlimm. Es gab aber auch Sachen, die einfach nicht funktioniert haben. Du spielst und spielst und spielst und trotzdem will keine Plattenfirma etwas mit dir zu tun haben. Alle sagen „Ihr seid so geil, aber Rock’n’Roll ist tot und wir wissen nicht, was wir damit anfangen sollen“. Wir haben in den letzten Kellerkneipen gespielt, wo der Schimmel von der Decke hing und es waren nur sechs Leute da und du fragst dich wofür du sechs Stunden gefahren bist. Da gab es schon viel Negatives und Strapaziöses.
Aber es gab dann auch immer wieder Momente, die waren jetzt gar nicht so super glorreich, sondern Momente wo einer sagt, er sei acht Stunden gefahren um uns zu sehen, kommt aus Budapest her oder wenn jemand unser Album sehr bewegt hat. Auch der erste Festival-Gig, wo dann wirklich Party war und dann spielst du da vor 1000 Leuten. Oder der „Sons Of Anarchy“-Soundtrack war auch cool für uns.

L.C.: Wie seid ihr da drangekommen?

Timmy: Das hat sich über unser erstes Management ergeben. Das hat Wind davon bekommen, dass da noch ein Song fehlt.

L.C.: Also habt ihr den extra dafür geschrieben?

Timmy: Nein, ich hatte den schon und das Album war auch so gut wie draußen und hieß auch „Without A Trace“, also wie der Song. Ich wusste immer, dass der perfekt für einen Actionfilm wäre und wir haben den denen dann angeboten und das hat ein paar Wochen gedauert. Das war relativ umständlich, aus Amerika wollten die bei Century Fox dann erst wissen was das für ein Lied ist und dann kamen wir aber mit auf den Soundtrack, das hat uns viel gebracht. Und jetzt letztes Jahr der Gig auf dem Hellfest vor 10 000 Leuten, das war auch echt eine geile Aktion, vor allem weil da kurz danach Aerosmith gespielt hat, das war schon wirklich sehr geil. Auch die „One More For The Road“-Tour ist wirklich auch so ein Moment, wo man merkt, es tut sich etwas im Direktvergleich mit der Tour letztes Jahr. Man kann sagen, es entwickelt sich einfach viel. Es sind viel mehr Leute, viel größere Läden. Die Leute sind auch wesentlich euphorischer dabei, die kennen die Songs in- und auswendig. Ich hoffe mal, dass die Negativseiten jetzt weniger werden, als sie am Anfang waren, aber es wartet natürlich immer etwas.

L.C.: Du hast gerade schon gesagt, ihr habt für Truppen gespielt. War das schon vorher oder war das jetzt in Afghanistan das erste Mal?

Timmy: Ja wir waren in Afghanistan. Das war das erste Mal, dass The New Roses für die Bundeswehr gespielt hat. Urban war vor 15 Jahren mit Hardy schon zusammen in einer Band und die haben da auch schon einmal mit der Bundeswehr zu tun gehabt. Was wir aber früher gemacht haben war, dass wir in Wiesbaden, bei uns, wo die U.S. Army ihr Hauptquartier hat, in den umliegenden Clubs und Bars zu spielen, weil da die ganzen Soldaten hingegangen sind und weil das der einzige Ort im ganzen Rhein-Main-Gebiet war, wo man Rock’n’Roll spielen konnte, Country spielen konnte, Lynyrd Skynyrd spielen konnte und solche Sachen. Da habe ich dann auch die Sprache gelernt und viele viele gute Freunde kennengelernt.

L.C.: Wie seid ihr an den Auftritt in Afghanistan gekommen?

Timmy: Wir haben uns einfach angeboten. Wir haben gesagt, wir würden das gerne machen, haben uns mit der Bundeswehr in Verbindung gesetzt und gesagt „Wir sind The New Roses und wir würden gerne die Truppen besuchen und wenn ihr wollt auch gerne spielen.“. Dann sind wir da hingeflogen und haben ein Konzert gespielt. Das war dann so extatisch und intensiv, dass wir dann nochmal verlängert haben um noch eine zweite Show zu spielen. Wir waren insgesamt eine Woche da und hatten eine richtig coole Zeit. Es war sehr aufschlussreich und wir haben jetzt noch mehr Respekt als wir eh schon hatten bevor wir hingefahren sind, weil die Jungs und Mädels da machen schon einen echt krassen, harten Job in unserem Auftrag.

L.C.: Hattet ihr Angst während ihr da wart?

Timmy: Stellenweise schon. Komisch war es die meiste Zeit. Man ist mit einem mulmigen Gefühl hingereist. Den Flughafen dort kann man natürlich nicht vergleichen mit dem Flughafen hier. Da stehen bewaffnete Leute mit Maschinengewehren. Im Bus, mit dem du über das Flugfeld gefahren wirst, müssen die Lichter aus und Vorhänge zu sein, damit man kein erkennbares Ziel darstellt. Das war schon nervenaufreibend. Wenn man sich überlegt, dass die den ganzen Tag über Monate hinweg in diesem Risiko leben und dann auch noch rausfahren aus der Basis, wo ja noch ein verhältnismäßig großes Sicherheitskonzept besteht, muss man sagen, umso mehr Respekt für die Leute dort. Beim Abflug hatte ich dann nochmal richtig Schiss, muss ich sagen, weil wir da lange an dem Flughafen in Mazar-e Scharif warten mussten. Alle sind angespannt, man merkt, dass die Soldaten alle wirklich wachsam sind und die Waffen auf Anschlag haben und das ist man halt nicht gewohnt. Aber es hat sich gelohnt.

L.C.: Wann fällt dann die Anspannung ab? Erst wenn man mit dem Flugzeug über ruhigeren Ländern ist, oder schon vorher?

Timmy: So richtig entspannt war ich erst als wir in Istanbul abgeflogen sind. Wir hatten dort einen Zwischenstopp, sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise. Das war gerade zu dem Zeitpunkt als viele Deutsche in Untersuchungshaft genommen wurden und wir waren ja auch noch im Auftrag der Bundeswehr unterwegs. Da haben wir auch nochmal befürchtet Probleme zu bekommen. Als wir dann aber in Istanbul abgehoben sind Richtung Köln, da war ich dann selig.

L.C.: Wart ihr selbst in der Bundeswehr (Wehrdienst geleistet etc.)?

Timmy: Ich weiß gar nicht, wie das bei den anderen aussieht, aber ich wurde damals ausgemustert. Ich hatte damals gesundheitliche Probleme, deswegen hatte ich nicht die Gelegenheit mitzumachen.

L.C.: Ihr seid ja nicht nur in Afghanistan unterwegs, sondern generell viel auf Tour, wie bereitet ihr euch darauf vor?

Timmy: Wir proben. Viel weniger als wir müssten, weil wir eigentlich durchgehend auf Tour sind. Man kann halt im Moment noch nicht sagen, dass wir es so machen, wie man es sich vielleicht denkt, dass wir ein halbes Jahr zu Hause sind und proben, uns vorbereiten, die Ansagen vor dem Spiegel üben und dann auf Tour gehen und das präsentieren. Wir sind wirklich von der „Dead Man’s Voice“-Tour, die Ende Juli endete, in die „One More For The Road“, wo die Platte im August rauskam, übergegangen. Also eine richtige Vorbereitung gab es in dem Sinne nicht.

L.C.: Und die vorherige Tour?

Timmy: Das war unsere erste richtige Tour, da war natürlich alles zu tun. Man musste Equipment aufstocken, denn wenn die Läden größer werden, muss man mehr Zeug mitbringen. Man übt, dann haben wir eine Crew zusammengestellt, an der Show gearbeitet. Obwohl wir arbeiten in der Nachbereitung sehr viel. Wir sprechen nach der Show und da wir so viel spielen entwickeln wir das quasi von Gig zu Gig weiter.

L.C.: Gibt es irgendein Land in dem ihr besonders gerne mal spielen würdet?

Timmy: USA glaube ich. Da haben wir noch nicht gespielt. Ich bin zwar schon öfter da gewesen und habe auch viele Songs für die Alben dort geschrieben, aber wir haben jetzt noch nicht mit den Roses dort gespielt. Das ist auch logistisch gar nicht so einfach wie in Europa. Hier kann man überall hinfahren mit seinem Zeug und in die USA muss man das dann irgendwie verschiffen oder dort mieten. Die Entfernungen sind viel größer. Man glaubt das nicht wie viel größer die sind, man fährt da zwischen den Shows 13-14 Stunden hin und her, das muss man auch mit auf dem Schirm haben. Das muss geplant sein, aber es wird definitiv passieren, wir arbeiten schon an dem Plan. Ob nächstes oder übernächstes Jahr…wir sind dran. Und wenn wir uns was vornehmen, dann machen wir das auch.

L.C.: Wollt ihr eure Fans zu irgendwas inspirieren? Wenn sie zu euren Shows gehen, oder eure Alben hören…

Timmy: Ich weiß nicht, wie die anderen über gewissen Sachen denken und will da auch keinem über den Mund fahren, deswegen sag ich es mal wie ich es sehe. Ich finde unsere Message ist, dass man gut leben kann mit dem was man tut, wenn man das gerne macht. Wenn man daran glaubt und sich den Arsch für aufreißt natürlich. Wie gesagt, uns haben alle gesagt Rock’n‘Roll ist tot, lass‘ das einfach sein, mach‘ auf Deutsch, mach‘ bei „Voice Of Germany“ mit. Das waren immer diese typischen Reden und immer dieselben Gespräche. Wir haben es so gemacht, wie wir es wollten, haben alles selbst gemacht, selbst finanziert und jetzt sind wir hier. Man darf auch ruhig man selbst sein. Wir schminken uns ja nicht oder ziehen uns irgendwelche Verkleidungen an, was ja viele Bands mittlerweile machen. Wir sind einfach eine Rock’n’Roll Band, spielen Rock’n’Roll und fertig. Das ist wer wir sind und wenn man jetzt von einer Message reden kann oder irgendetwas Inspirierendem, dann wäre es: Wenn du eine Idee hast von etwas, das du gerne wärst, dann mach‘ das einfach und lass‘ dir nicht reinreden von irgendwelchen Leuten die sagen, es geht nicht. Seit ich 12 bin will ich das machen und bis vor kurzem hat jeder gesagt, dass das nichts bringt. Man darf sich nicht vor Kritik verschließen, man muss zuhören und für sich selbst entscheiden was stimmt und was Quatsch ist. Ich sage das jedem: Du willst eine Weltreise machen? Dann mach‘ es jetzt!

L.C.: Du hast „The Voice“ angesprochen, wäre das eine Option gewesen?

Timmy: Nein, das war noch nie eine Option für mich. Allein der Name hat mich schon immer total abgestoßen. Ich bin doch nicht einfach nur eine Stimme ohne Gesicht, ohne Nachricht, ohne Charakter! Ich bin doch nicht einfach „The Voice Of Irgendwas“, ich bin ich! Ich habe eine Message, ich habe Songs, ich bin, sage ich mal, ein Gesamtkunstwerk. Meine Songs, meine Alben, alles zusammen ergibt ja erstmal meinen Charakter. Und ich habe eine Band bzw. bin Teil einer Band. Die müsste man ja dann einfach da stehen lassen und das gehört auch nicht in meine Idee, zumindest nicht, wenn es mir jemand befiehlt. Dieser ganze Hocus Pocus da, das hat doch mit Musik nichts zu tun! Das ist einfach Quatsch. Und der alltägliche Konsument, der hockt sich doch jetzt auch nicht hin und sucht im Internet oder Plattenläden richtig geile Singer und Songwriter. Der schaltet den Fernseher an und sucht sich aus den fünf mittelmäßig guten Sängern, den raus, den er am schönsten findet. Der stellt das gar nicht in Frage, ob es da noch mehr gibt oder stellt das in Relation zum Rest der Musikwelt. Und wenn du dann noch diese Juroren siehst, das sind alles nette Kerle privat, ich möchte da keinem zu nahe treten, aber die machen sich da ja auch zum Affen im Fernsehen. Die profilieren sich nur selbst und machen Werbung für ihr neues Album. Das hat für mich mit dem Sprit vom Musik machen – also ich schreibe meine Gefühle auf und singe die – nichts zu tun.

L.C.: Gibt es ein bestimmten Gefühl, das du in einem Song verarbeitet hast, also hast du mal ein Beispiel?

Timmy: Alles, klar! „One More For The Road“, der Titelsong vom neuen Album, ist ein Song über das ständige unterwegs sein und diese Zerrissenheit zwischen „Ich finde es voll geil und will gar nicht mehr nach Hause“ und „ Ich muss unbedingt nach Hause, weil ich hier durchdrehe“. „My Own Worst Enemy“ auf dem neuen Album ist ein Song über ebendieses Zerrüttete, in dem man eigentlich innerlich rebellisch ist, bewegt sich aber automatisch in eigengebaute kleine Grenzen und Gefängnisse hinein indem man Beziehungen führt, Verträge unterschreibt, oder sonst irgendwas macht. Da ist man auch ständig hin-und hergerissen und deswegen geht „My Own Worst Enemy“ darüber, dass die eigenen Entscheidungen immer Konsequenzen haben und man damit klar kommen muss. Jedes Gut bringt immer ein Übel mit sich, man bekommt nichts umsonst, man muss immer etwas eintauschen. Auf dem ersten Album, „Without A Trace“, der Titelsong, ist ein Song über einen Soldatenfreund vom U.S. Militär. Der war in Afghanistan stationiert und als es da richtig rund ging, war ich sehr besorgt und habe ihm den Song geschrieben und geschenkt. Erst später – ich wollte den nie veröffentlichen – als die Band gesagt hat, das ist ein Hammer Song, habe ich meinen Kumpel um Erlaubnis gefragt, ob ich den Song benutzen darf. Ich schreibe nicht über pinke Einhörner oder irgendwelche Wikingergeschichten, wie das in manchen Sparten so üblich ist, sondern ich mache mir Gedanken über mein Leben oder Sachen, die ich sehe und schreibe das auf. Eigentlich hat jeder Song mit Sachen zu tun, die man erlebt, weil ich vom Songwriting her eigentlich eher aus der Countrymusik komme. Dieses Storytelling steht bei mir ganz oben, deswegen schreibe ich auch ganz wenig über Party, Women, Whisky and Wine, also diese typischen Rockthemen.

L.C.: …und mit „Life Ain’t Easy“ habt ihr ja einen Song geliefert, der eine Hymne für ungefähr jeden „Boy With Long Hair“ ist.

Timmy: Das ist ein Song über meine Schulzeit. Damals hatte ich aber, muss ich gestehen, nicht wirklich lange Haare, sondern Haare wie Elvis bis ich 15 oder 16 war und hatte auch immer den Kragen hoch gestellt. Als ich in die Grundschule kam, da hatte ich das auch schon so und da kamen gerade die Backstreet Boys raus. Dann ist da jeder so rumgelaufen mit Mittelscheitel und blond gefärbten Haaren. Dieses Milchbubi-Ding war voll in. Mit meiner Elvis-Frisur habe ich da jeden Tag auf die Fresse gekriegt. Aber ich fand das irgendwie cool und habe das weiter durchgezogen. Als ich dann meine erste Band gegründet habe, haben sich auch alle gefragt, ob ich noch ganz sauber bin, weil ich am Wochenende immer weg war. Ich war nie mit auf diesen ganzen Parties wo dann alle hingegangen sind. Ich stand im Proberaum und hatte einfach meinen eigenen Lebensrhythmus. Ich habe natürlich viel gefeiert, aber nicht auf irgendeiner Abi-Party oder sonst irgendwas. Und als dann alle studiert haben, habe ich auch Rock’n’Roll gemacht. Ich habe zwar auch Musik studiert, aber ich war nie auf irgendwelchen Studentenparties. Das was andere gemacht haben, habe ich grundsätzlich nie mitgemacht. Nicht weil ich cooler bin als die anderen, sondern weil ich einfach meinen eigenen Groove hatte. Ich habe immer live gespielt und habe mein Leben da drum gebaut und wurde dafür erstmal ausgelacht. Ich denke, „Life Ain’t Easy“ ist deswegen unser erfolgreichster Song, weil sich viele damit identifizieren können. Es ist nicht nur ein Lied für „Boys With Long Hair“, sondern für alle, die merken „es passt alles nicht so zu mir“ …einfach stumpf ein bestimmtes Smartphone zu holen, weil es alle haben, einfach etwas anzuziehen, weil es alle haben, oder irgendeine Musik zu hören, weil es jeder hört. Wenn man merkt „irgendetwas in mir sagt, ich bin anders“, sollte man sagen „scheiß‘ drauf, ich mach’s einfach“. Damit geht es dir tausend Mal besser, als wenn du mit allen zusammen etwas machst, was dir nicht gefällt. Das ist jetzt auch keine neue, super Erkenntnis, nur nochmal neu in Szene gesetzt und mit ein bisschen Humor (wie auch das Video).

SOULDRINKER Interview

Krachender moderner Metal aus deutschem Lande mit female Vocals? Hier muss einem mittlerweile direkt die Truppe von SOULDRINKER in den Sinn kommen. 2013 kam als erstes Lebenszeichen der Band eine EP auf den Markt und nun hat man das Debütalbum fertig und ich quetschte die sympathische und auskunftsfreudige Frontlady Iris Boanta dazu am Telefon etwas aus.

J.P: Hallo Iris, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem Debüt Album und zu SOULDRINKER selbst beantwortest.
Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die Bandhistory.

I.B: Ja also ich bin die Iris Boanta und bin in wirklich 19 Jahre alt : ) Nein Spaß beiseite, ich bin die Iris und habe mit meinen Jungs 2013 SOULDRINKER zum Leben erweckt und wir haben angefangen zusammen Lärm zu machen. Wir sind nun ganz gespannt auf unser Debütalbum und die Reaktion darauf.

J.P: Du hast die Band 2013 quasi mit aus der Taufe gehoben wie kam es dazu, bzw. erzähl doch mal von den Anfängen, z.B. wie kamt ihr auf den Bandnamen, wie fandet ihr die Mitglieder u.s.w?

I.B: Ja also meine drei Jungs haben schon vorher zusammen in einer eher Death Metal angehauchten Band namens WATCH ME BLEED zusammengespielt mit einem Shouter in ihren Reihen. Die Band hatte dann ein größeres Tourangebot von einem bekannten Label mit einer noch bekannteren Band. Das Label war glaube ich Napalm Records die gemeint haben das sie gerne mit auf Tour gehen können aber bitte nicht mit diesem Gegrunze und den Growls sondern mit weiblichen richtigen Gesang. Dann ging halt das Gesuche los, die Jungs kannten mich teilweise schon von einigen Covergigs und ich bekam mit noch ein paar anderen Kandidatinnen Demosongs zugeschickt auf die ich dann gesungen und das Ganze dann wieder zurückgeschickt habe. Es dauert dann nicht lange und schon saßen wir eigentlich zusammen, haben uns menschlich super verstanden und ich war dabei. Direkt kam dann auch die Frage so ala, nun wir haben jetzt Dezember, was macht du denn im März, wir haben da ein größeres Supporttourangebot? Ach und wir haben schon einen neuen Bandnamen SOULDINKER nämlich und die neuen Songs sind auch schon fertig, wann kannst du sie einsingen? Tja es musste also alles ziemlich schnell gehen und weil ich einfach Bock drauf hatte haben wir das das durchgezogen und ich habe meine Gesangsaufnahmen bei Dennis Ward im Keller aufgenommen : ) .

J.P: 2013 erschien euer erstes Lebenszeichen, die EP „Semper Fidelis“. Warum hat es dann doch so lange gedauert bis wir nun, knapp 4 Jahre später erst das erste komplette Album in den Händen halten können?

I.B: Also als wir dann von der Tour nach Hause kamen, haben wir erstmal so viele weitere Tour oder Showangebote auf dem Tisch gehabt das wir gesagt haben wir nutzen diesen Schub jetzt erstmal aus und wir waren dann eigentlich 2014 und 2015 fast nur in Europa unterwegs. Es war also eigentlich gar keine Zeit da um Songs zu schreiben. Durch das viele Livespielen und die Erfahrungen daraus hat sich dann auch der Stil ziemlich verändert was man jetzt denke ich glaube ich auch im Unterschied zur EP schon gut hört. Vielleicht ist das sogar schon unser ganz eigener Stil, wer weiß. Wir hatten dann leider auch ein paar längere Krankheitsfälle, die die Aufnahmen auch noch verzögert haben, nun sind wir aber alle am Start und manchmal braucht Gut Ding ja auch Weile!

J.P: Das neue Album ist euch ja hervorragend gelungen, wie lief denn der Aufnahmeprozess ab? Von wann bis wann ist denn das Album entstanden?

I.B: Also ich habe eigentlich schon fertige Songs bekommen auf denen ich dann singen sollte. Aber irgendwie haben wir dann das gemacht was eine Band eigentlich niemals macht, nämlich ein Album von hinten aufzunehmen. Zuerst kamen meine Gesangslinien und Vocals dann habe ich das dann den Jungs vorgelegt und gesagt „So jetzt seit ihr dran“ danach folgten dann die anderen Instrumente die sich dann quasi meinen Gesang angepasst haben. Die ganzen Aufnahmen liefen dann alle das ganze Jahr 2016 durch. Und die Scheibe war dann Ende 2016 schon komplett fertig und gemastert, so dass wir dann mit einer komplett fertigen Scheibe auf Labelsuche gegangen sind, was auch unüblich ist.

J.P: Wer zeichnet sich bei euch denn für die Lyrics verantwortlich?

I.B: Also die Lyrics habe ich gemacht, allerdings mit Unterstützung durch unseren Basser Chris. Er ist immerhin der Native Speaker und das ist dann immer besser bei so was! Seine Ideen dazu waren einfach super und sehr hilfreich, er kann zwar nicht besonders gut singen, aber textlich hat er es echt drauf!

J.P: Euer Cover wird erneut von der „Eule“ dominiert. Ich hoffe es ist auch eine Eule? Erzähl mal was ist es genau und was hat das Ganze für eine Bedeutung? Ist es eine Art Maskottchen?

I.B: Ja es ist eine Eule und ist auch unser Maskottchen. Die Eule steht schon in der Indianersprache für Weisheit und Intelligenz und das Ganze soll uns einfach symbolisieren. Wer dieses Symbol sieht weiß er ist bei SOULDRINKER angekommen.

J.P: In dem Zusammenhang, gibt es ein gewisses Konzept beim Album, also eine Art roter Faden der sich durch die Songs zieht? Vom Titel her könnte man das vermuten.

I.B: Nein, also es gibt kein Konzept was sich durchzieht. Die Songs sind alle unterschiedlich auch vom Stil her, mal gibt es etwas mehr Southern Rockeinflüsse von Markus oder mehr Metaleinflüsse von mir. Aber leider handeln viele der Songs textlich vom selben, nämlich vom selben Mist der irgendein Vollidiot auf dieser Erde schon wieder verbrochen hat…man hat ja schon Angst die Nachrichten anzuschalten ohne wieder irgendwelche Horrornews zu sehen. Zum Beispiel der Openersong „Let the King bleed“ der einfach davon handelt das es Krieg gibt aufgrund von Religionen/Glaubensrichtungen. Das gab es zwar schon immer und wird es auch immer geben, das Ganze ist aber leider wieder sehr aktuell geworden. „To the Tick“ ist ebenfalls ein sehr gesellschaftskritischer Song. Bis auf „Promised Land“ und „Souldrinker“ haben alle Songs einen ernsten Hintergrund, was leider die heutige Welt darstellt. Deswegen auch der Albumtitel „War is coming“. Wünscht sich niemand, aber gerade weiß man ja leider nie.

J.P: Gibt es denn von den neuen Songs ein paar die sich für dich etwas hervorzuheben sind und vielleicht eine Art Anspieltipp darstellen? Ich persönlich fand es sehr schwer dort ein paar auszuwählen, da alle sehr ordentlich sind!

I.B: Im Vergleich zur EP, die übrigens aus alten Songs der Band WATCH ME BLEED bestand über denen dann mein Gesang gelegt wurde, sind die Songs auf dem Debütalbum alle echt stark und ich finde die Scheibe insgesamt als einzigen Anspieltipp. Ein kleiner Favorit ist vielleicht „Promised Land“ und noch „Souldrinker“.

J.P: Mal eine Frage zu eurem ersten Videoclip zum Song „Let the King bleed“. Ich dachte erst mein Bildschirm wäre kaputt weil es so unscharf war…von was handelt denn genau das Video eigentlich?

I.B: Also im Prinzip steht The King für den Gott, egal welcher Gott jetzt. Und so lange Menschen zu diesem The King oder Gott hinaufschauen und in seinem Name Kriege anzetteln oder einfach Menschen quälen dann ist das nicht gut. Wenn jetzt aber dieser The King anfangen würde zu bluten und eher menschlich wirken würde, würden die Leute vielleicht zum nachdenken kommen, so ala das kann ja nicht sein und er ist ja dann gar nicht übermenschlich, also muss ich zu ihm nicht hinauf schauen. Schlussendlich sind wir der Meinung gebe es keine Religionen auf der Welt hätte es wesentlich weniger Kriege und Tote gegeben.

J.P: Eine Frage zur Labelsituation. Ihr seid ja jetzt relativ frisch bei El Puerto Records unter Vertrag. Seid ihr zufrieden mit der Wahl? Wie kam es zu dem Vertrag?
Das Label ist ja auch noch nicht soooo alt, schon ein kleines Wagnis oder?

I.B: Uns war natürlich klar dass wir mit unserem kleinen Debütalbum keinen Blumentopf bei so großen Labels wie AFM, Napalm oder Nuclear Blast gewinnen würden. Da sind wir ja schon Realisten. Kleine Labels gibt es wie Sand am Meer, aber die Guten herauszufinden das ist die Kunst. Und bei El Puerto sind keine Frischlinge am Werk die mal eben schnell dachten, „Hopp wir gründen mal fix ein Label“, sondern die Köpfe dort sind schon irre lange im Geschäft vom Vertrieb über die Promo bis hin zur Führung. Und das war dann für uns das ausschlaggebende Argument, zusätzlich natürlich zu den vertraglichen Situationen. Außerdem hat es auch menschlich sehr gut gepasst. Einige kennen sich schon länger, wir sind also keine Fremden.
Sie haben uns einfach tolle Möglichkeiten aufgezeigt und stehen einfach voll hinter uns und wir sind halt nicht eine von zig hunderten Bands.

J.P: Als Fan von dir muss ich natürlich noch die persönliche Frage nach deinen anderen Bands oder Projekten los werden ; ). Gibt es bei THE MYSTERY und deiner AC/DC Coverband etwas Neues oder Interessantes zu berichten?

I.B: Zu THE MYSTERY, also da gibt es leider nichts Neues zu vermelden, da ist ziemliche Funkstille. Mal schauen ob sich da noch was tut. Meine AC/DC Coverband heißt SHE‘S GOT BALL’S ist eine Tributeband aus fünf Mädels, die noch dazu in fünf Bundesländern wohnen. Meine Mitmusikerinnen sind alles professionelle Musiklehrerinnen und wir sind in dieser Formation seit 2015 unterwegs. Vorher hieß das Ganze BLACK THUNDER LADYS und ich bin damals quasi als Sängerin dazu gestoßen, weil man jemanden gesucht hat und mich dann genommen hat : ) . Nach ein paar Besetzungswechseln haben die Schlagzeugerin, die auch Gründerin war, die Rythmusgitarristin und ich dann SHE‘S GOT BALL’S ins Leben gerufen. Aus rechtlichen Gründen durften wir den alten Namen nicht mehr verwenden.
AC/DC waren übrigens nicht meine absoluten Faves, ich habe sie erst damals so richtig kennen und lieben gelernt.
Wir sind live ziemlich gut ausgebucht und in ganz Europa unterwegs, mittlerweile ist es leider schon so dass ich Angebote ablehnen muss, weil ich will ja auch noch mit SOULDRINKER live spielen.
Die Band sieht sich auch eigentlich nur wenn wir live spielen, großartig vorher proben muss man eigentlich nicht wenn man Profis am Start hat.
Besucht uns mal unter www.shesgotballs.de .

J.P: Noch eine Fanfrage. Wirst du eigentlich oft für einen männlichen Sänger gehalten, wenn dich die Zuschauer nicht sehen können? Also mir ging das im ersten Moment so, das darfst du jetzt ruhig als Kompliment ansehen ; )

I.B: Das höre ich natürlich nicht zum ersten Mal, das höre ich eigentlich dauernd. Aber ich kann es nicht ändern! Ich sing so wie ich sing und das ist vermutlich gut so. Ich muss da immer schmunzeln und nehmen das wirklich eher als Kompliment.

J.P: Wie ist denn eigentlich dein gesanglicher musikalischer Werdegang. Mit was hast du angefangen, wo liegen deine Wurzeln?

I.B: Also ich habe nicht direkt mit Metal angefangen, sondern eher normal. Ich wollte auch eigentlich früher ein Klavier haben, aber meine Eltern hatte nicht das Geld dafür und das habe ich natürlich akzeptiert. Aber ich habe immer gesagt, irgendwann kaufe ich mir ein Instrument und das wurde dann mit 14 Jahren die erste E Gitarre, kein Klavier. Dann kamen die ersten Schülerbands mit ein paar Rocksachen wie „Smoke on the Water“ oder „Summer of 69“. Leider hat es bei mir nur für die Rythmusgitarre gereicht und irgendwann habe ich dann die Liebe zum Singen entdeckt und gemerkt das ist doch viel cooler ; ) . Dann ging es halt weiter mit klassischem Gesangsunterricht, denn ich kann ja natürlich auch ganz normal singen und ja ich habe auch mal auf Hochzeiten oder so gesungen, ich brauchte damals das Geld. Aber irgendwann war ich dann eher immer rockig unterwegs und bin es bis heute geblieben, hab mich ja sogar weiter entwickelt zum Metal : ) .

J.P: Iris wie geht es denn jetzt genau bei SOULDRINKER weiter? Ist eine Tour in Planung? Kann man dich mit deinen anderen Bands irgendwo sehen? Vielleicht hier bei uns in der Nähe?

I.B: Also bis Dezember haben wir noch sieben Shows vor uns, für das nächste Jahr wird man sehen, das ist noch nichts Konkretes vereinbart wir sind aber mit verschiedenen Bookern und Argenturen in Kontakt. Lust haben wir natürlich drauf live zu spielen, es muss aber natürlich finanziell und vom Paket her passen.
Checkt dazu gerne unsere Seite http://war.souldrinker.org/ wir sind zum Beispiel demnächst in Mendig, Stuttgart, Oberhausen und in Wien.

J.P: Vielen Dank Iris für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

I.B: Ich möchte mich natürlich für die Interviewmöglichkeit bedanken und einfach nur sagen Leute checkt unser Debütalbum an und kommt zu unseren Shows! Feiert mit uns, trinkt ein Bierchen mit uns und habt einfach Spaß.

Julian

 

SERIOUS BLACK Interview

 

In drei Jahren drei Alben raushauen das schaffen nicht viel Bands! Die Jungs von SERIOUS BLACK haben genau das gemacht und sich somit quasi über Nacht ins obere Drittel der Melodic Metal Hitliste geschlichen, denn die bisherigen Alben waren aller erste Sahne! Nun steht uns das neue Album „Magic“, das erste Konzeptalbum der Band ins Haus und erneut schnappte ich mir Gitarrist Dominik Sebastian um mehr über das zurückliegende Jahr und die neuste Veröffentlichung zu erfahren.

J.P: Hallo Dominik, vielen Dank das du mir erneut Frage und Antwort stehst!
Lass uns doch mal erneut einen Blick in die Vergangenheit werfen. Wie ist es für euch gelaufen, wie zufrieden seit ihr euren ersten beiden Alben rückblickend?

D.S: Wir können absolut mehr als zufrieden sein! Um ehrlich zu sein, habe ich nicht damit gerechnet, dass wir in dieser kurzen Zeit so viel erreichen würden. Zum Debüt „As Daylight Breaks“ gleich auf Europa-Tour mit Hammerfall, später dann noch mit Gamma Ray Europa bereist und mit „Mirrorworld“ schon als Headliner unterwegs – das alles war so nicht abzusehen und ist (gerade heutzutage) sehr ungewöhnlich.

J.P: Das Personal ist dieses Mal Gott sei Dank stabil geblieben. Seit ihr aufgrund der vielen Konzerte und dem engen Albenveröffentlichungsplan nun so richtig zusammen gewachsen und die „Neuen“ sind perfekt integriert?

D.S: Die sogenannten „Neuen“ waren jeweils von Anbeginn voll integriert. Klar ist, dass wir natürlich mit der Zeit zusammengewachsen sind, aber wir haben uns auch besser kennen gelernt, was nicht immer nur gut ist (haha). Spaß beiseite: Wir haben uns natürlich schon im Voraus gegenseitig auf Herz und Nieren geprüft, denn die Chemie muss innerhalb einer Band stimmen.

J.P: Euer Sänger Urban Breed ist schon bei einigen Bands im Einsatz gewesen, aktuell scheint er sich aber voll auf SERIOUS BLACK zu konzentrieren. Man hört so ab und an das er ein etwas spezieller, leicht kauziger Typ ist. Zum Beispiel ist er wohl etwas technikfremd, erklär doch uns mal Urban, was ist er für ein Typ und was macht ihn aus?

D.S: Kauzig, eigenwillig, stur, aber liebenswert. Er ist ein Detailist, der sich sehr wohl mit der Technik auskennt. Schließlich produziert und nimmt er seine Vocals auch selber auf und das in einer erstklassigen Qualität.

J.P: Um die Personalien abzuschließen, habt ihr eigentlich noch Kontakt zu Thomen und Roland? Speziell bei Thomen fragen sich viele Fans bestimmt wie es ihm denn so geht? Roland hat ja vor kurzem erst ein neues MASTERPLAN Album mit HELLOWEEN Coversongs auf den Markt gebracht, schon gehört?

D.S: Ich habe zu beiden überhaupt keinen Kontakt. Die neue Masterplan ist noch nicht zu mir durchgedrungen.

J.P: Blicken wir nun mal auf euer neues Album „Magic“. Laut Promoinfo ist dies euer erstes, richtiges Konzeptalbum. Was hat es mit dem Titel auf sich und von was handeln die Stücke bzw. das Konzept?

D.S: Ganz im Groben handelt die Geschichte von einem Magier, einer Hexe und von verfluchten Kindern.
Das Konzept kann wahrscheinlich nur Urban in all seinen Facetten erklären. Ich hatte auch noch keine Zeit, mich ausführlich damit zu beschäftigen, zumal ich mir die Geschichte erstmal übersetzen muss, damit ich alle Ausdrücke und Redewendungen richtig verstehe.

J.P: Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? War es eine Gemeinschaftsarbeit im Studio oder haben auch einige Mitglieder ihre Parts im stillen Kämmerlein eingesungen?

D.S: Wie bei den letzten beiden Alben „verwerten“ wir in erster Linie Ideen, Riffs oder „fertige“ Stücke, deren Entstehungen mitunter bereits Jahre zurück liegen. Diese werden dann zusammengefügt und/oder mit angepassten Kompositionen ergänzt. Es sind natürlich auch brandneue Kompositionen dabei. Da wir alle ziemlich auf der Erdkugel verstreut sind, geht es kaum anders als dass fast jeder seinen Part alleine im stillen Kämmerlein oder auch im ‚lauten Studio‘ aufnimmt 😉

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „Magic“ ein. Für mich sind “Burn! Witches Burn!“, „Now You’l Never Know”, „I can do Magic“ „Serious Black Magic“ und “Skeleton on Parade” die hervorstechenden Songs. Das gesamte Album ist euch aber hervorragend gelungen! Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

D.S: Ja, „Burn! Witches Burn“ und „Serious Black Magic“ hast du auch bereits genannt. Das diese beiden Songs auch vorab als Singles ausgekoppelt wurden, ist aber reiner Zufall, haha! Innerhalb der Band gibt es natürlich verschiedenen Meinungen, jeder hat da andere Faves. Aber ein Song wie z.B. „Serious Black Magic“ steht bei uns allen Hoch im Kurs.

J.P: Vergleich doch mal bitte das neue Album mit euren beiden letzten Veröffentlichungen. Was glaubst du ist anders, bzw. was wolltet ihr verbessern? Ich finde ja das neue Album nochmal einen Tick stärker und noch runder geworden.

D.S: Im Endeffekt schreiben wir die Songs, wie sie uns einfallen. Von da her kann ich nicht sagen, was wir anders gemacht hätten. Vielleicht hatten wir einfach die „besseren“ Ideen … Ein Album ist immer eine Art Momentaufnahme und daher auch so spannend. Auf jeden Fall war aber der Wunsch da wieder ein Stück ‚härter‘ bzw. mehr heavy zu klingen. Das ist uns gelungen! Wir haben uns im Vorfeld überlegt, dass wir bei 2magic“ alles aus einem Guss haben wollten – ein roter Faden, der sich durch Erstellung von Layouts, Videos bis hin zum Bühnenbild für die Tour zieht.

J.P: Das dritte Album wird ja oft als make it or break it bezeichnet. Was denkst du was wird das neue Album für euch bringen?

D.S: Definitiv make it! Wir sind durch die ersten beiden Alben und die ersten Reaktionen zu “Magic” total darin bestätigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Unsere Konzerte erfahren mehr und mehr Zulauf, auch der Vorverkauft für die kommende Tour läuft sehr gut. Das alles stimmt uns positiv.

J.P: Ihr werdet schon als die neue Melodic Metal Hitmaschine gefeiert und habt euch in drei Jahren einen exzellenten Status erarbeitet. Was denkst du wo steht ihr aktuell und hattet ihr das von Anfang an vor, also so durchzustarten auch was den Veröffentlichungszyklus angeht?

D.S: Durchzustarten war definitiv das erklärte Ziel. Den Zyklus für die Veröffentlichungen wünschte ich mir selbst manchmal etwas ausgedehnter, um unter anderem mehr Zeit für das Feintuning der Songs zu haben.
Allerdings machen offenbar diverse Planungen diesen engen Zeitplan nötig und da wir ja im Team arbeiten, ist die „Last“ auf mehrere Schultern verteilt, das heißt, wir sind nicht von der Inspiration nur einer Person abhängig. Als Musiker möchte man aber natürlich immer das Maximum rausholen und kann sich andererseits schon mal beim Feinschliff verlieren. Die Gefahr, dass das spontane Element abhanden kommt, ist natürlich gegeben, daher gibt es am Ende wohl keine perfekte Arbeitsweise. Für SERIOUS BLACK funktioniert es so ganz gut und wenn du sagst, dass wir als „Melodic Metal Hitmaschine“ bezeichnet werden, so ist das natürlich ein tolles Kompliment und Würdigung unserer Arbeit.

J.P: Wo bist du denn aktuell noch aktiv bzw. was hast du noch für musikalische Eisen im Feuer? Oder konzentrierst du dich aktuell nur auf SERIOUS BLACK?

D.S: SERIOUS BLACK ist meine Hauptband. Bei EDENBRIDGE habe ich nichts mit kompositorischen Arbeiten zu tun.

J.P: Vielen Dank Mario für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

D.S: Besucht uns auf Tour oder Festivals! Danke für euer Interesse und Rock On!

Julian

 

DELTA METAL MEETING Interview

Mit dem Delta Metal Meeting versucht sich ein neues Indoor Festival auf Deutschlands Metallandkarte zu etablieren. Da dieses genau in der regionalen Nähe des Headquarters der Rock-Garage stattfinden soll, war es selbstverständlich dem Organisator Jochen Mayer ein paar Fragen zu stellen.

J.P: Wie kamt ihr darauf in Mannheim, was nicht unbedingt für seine Rock und Metalsezene bekannt ist, ein Festival auf die Beine zu stellen?

J.M: Genau mit dieser Frage, hast Du alles perfekt beantwortet …

Das Rhein-Neckar-Delta hat eine riesige, treue Metal-Szene, der lediglich eine eigene, identifizierbare, greifbare Plattform fehlt. Deshalb steht Mannheim (vorerst) stellvertretend für das komplette Rhein-Neckar-Dreieck … fürs DELTA.

Die Idee, der Name, die Vision „Delta METAL Meeting“ ist eine Marke, um unter einem einzigen, gleichbleibenden „Banner“, Metal-Festivals im DELTA auf die Beine stellen zu können. LU, MA, SP oder auch HD.

J.P: Warum habt ihr euch letztlich für die Location „MS Connexion Complex“ entschieden?
Erzähl doch noch ein bisschen über die Location, was bekommt der Besucher dort alles geboten und was habt ihr alles auf dem Festival geplant? Sind vielleicht irgendwelche Specials ala Meet und Greet oder so geplant? Merchandise, Gastronomie etc.?

J.M: Der MS Connexion Complex, speziell die „Kolbenhalle“, ausgestattet mit aktuellster Licht- und Tontechnik, gilt seit vielen Jahren als erste Anlaufstelle im Rhein-Neckar-Delta, wenn es um aussergewöhnliche Konzerte nationaler und internationaler Rock- und METAL-Bands geht. In der Vergangenheit gefeierter Veranstaltungsort für ausverkaufte SAXON, EXTREME, AXEL RUDI PELL, SONATA ARCTICA oder EUROPE – Shows, stehen aktuell u.a. Events mit BATTLE BEAST, PAIN, MAYHEM oder THE BIRTHDAY MASSACRE auf dem Spielplan.

Beste ÖPNV-Anbindung, kostenlose Parkplätze direkt vor der Tür, ein grosser, liebevoll gestalteter CHILL-OUT Aussenbereich mit FOOD-AREA, sowie weitläufige Fächen für unseren METAL-MARKET, machen den MS Connexion Complex zum perfekten Heimathafen für unser Meeting.

Unter dem zusätzlichen Slogan: „Metal-Market + Food-Area + Chill-Out“, möchten wir – um den Nachmittag und Abend für unsere Besucher so angenehm wie möglich zu gestalten – alles das anbieten, was wir auch bei anderen Festivals schätzen gelernt haben und selbst gerne vorfinden: Eine Begegnungsstätte für gleichgesinnte Metal-HEADS … LPs/CDs, Klamotten, Essen, Getränke und grossartige Live-Musik.

Es wird in den nächsten Monaten an unserem Verhandlungsgeschik liegen, inwieweit wir die Bands zu „Meet & Greets“/signing sessions überreden können. Aber ganz ehrlich? Alle Bands dieses Abends sind für ihre Fan-Nähe und Sympathie bekannt … Und nur im backstage-Bereich rumzuhängen, ist langweilig …

J.P: Euer Bandpackage liest sich ja recht amtlich! Wie fand die Auswahl der Bands statt und welches Publikum wollt ihr denn ansprechen?

J.M: Für mich, ist das „Package“, das Line-Up bei jeder Show, nicht nur bei Festivals, immens wichtig. „Sexy“ muss es sein … Immer. Als Teil der hiesigen METAL-Szene, bin ich auch stets den lokalen Bands verpflichtet (HAMMER KING). Dazu kommen dann Bands, die – meines Erachtens – eine tolle Zukunft haben und eine grössere Plattform geboten bekommen sollen (BURNING WITCHES). FREEDOM CALL, BRAINSTORM und MYSTIC PROPHECY, alle drei beliebte und geschätzte Bands der ersten deutschen METAL-Liga, sind einfach *live* pure Energie und enttäuschen nie.

Auch wenn die Planungen für zukünftige – mitunter mehrtägige Festivals – eine breiteres Spektrum des METAL beinhalten, so ist es doch wichtig, dass die Premiere ein Erfolg wird. Und dabei, sollte diese Ausrichtung für 2018 helfen.

J.P; Thema Zukunft, was habt ihr alle in Planung bezüglich des Delta Metal Meetings? Wollt ihr dieses zum Beispiel nun jedes Jahr statt finden lassen, immer an einem bestimmten Termin oder gibt es noch andere Gedankenspielchen was ihr schon im Kopf habt?

J.M: Richtig! Mindestens einmal im Jahr, Mitte April. Über weitere Ideen für 2019, die uns bereits im Kopf rumspuken, reden wir dann beim Festival 2018.

Julian

CORNERSTONE Interview

Vienna Calling! Die Melodic-Rock/AOR-Formation Cornerstone aus Wien veröffentlichte 2016 ihr drittes Studiowerk REFLECTIONS. Es war daher höchste Eisenbahn, mal wieder Kontakt mit meinem Buddy Michael Wachelhofer, Bassist und Hauptsongwriter der Band, aufzunehmen und ihm einige Infos zum aktuellen Album und dem Status Quo von Cornerstone zu entlocken. Obwohl Michael am Interviewtag Geburtstag hatte, gewährte er mir Audienz.  

M.S.: Servus Mike und erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Ich verzichte an dieser Stelle darauf ein Ständchen zu singen. Ich möchte dir den Tag schließlich nicht versauen …

M.W.: Hallo Marc. Danke, das ist sehr rücksichtsvoll von dir, haha!

M.S.: Nix zu danken, haha. Los geht's: Euer aktuelles Album REFLECTIONS ist seit dem Spätherbst 2016 auf dem Markt. Seid Ihr zufrieden mit der bisherigen Resonanz seitens der Fachpresse?

M.W.: Sehr zufrieden! Wir haben durchweg positive Resonanz bekommen, speziell aus England. Interessanterweise auch aus Belgien, wo wir bislang kaum etwas gemacht haben. Natürlich war auch das eine oder andere negative Review dabei, ganz klar. Es ist halt so: Wenn man Kunst macht und mit der Kunst an die Öffentlichkeit geht, muß man damit rechnen, dass es manchen Menschen nicht gefällt. Ich nehme jede Kritik an, solange sie begründet und konstruktiv ist. Es gab z.B. ein Review… sorry… aber das war ein Haufen Scheiße. Der Rezensent kann uns – und mich im speziellen – offensichtlich nicht leiden und hat nur Müll geschrieben. Sowas nehme ich dann nicht mehr ernst. Aber wenn Kritikpunkte begründet werden, muss und kann man als Künstler damit leben, das gehört dazu.

M.S.:  Was mir bei REFLECTIONS – im Vergleich zu euren ersten beiden Alben – auffiel, ist, dass ihr euren finalen Sound und Stil gefunden zu haben scheint.

M.W.:  Dem schließe ich mich an. Das ist auch der Zusammenarbeit mit Harry Hess (u.a. Harem Scarem) zuzurechnen, der das Album gemeinsam mit uns in Kanada produziert hat. REFLECTIONS klingt im Vergleich zu den Vorgängern fokussierter, einheitlicher, mehr wie aus einem Guss. Das ist durchaus auch Harrys Einfluss geschuldet, der versucht hat, alles auf eine Linie zu bekommen. Der einzige stilistische "Ausreisser" auf dem neuen Album ist "Whatever", eine Ballade mit Klavier und großem Orchester. Das übrige Material von REFLECTIONS hingegen hält eine gute Balance aus Gitarren und Keyboards.

M.S.: Obgleich das Album abwechslungsreich ausgefallen ist, bewegt Ihr Euch offenkundig in einem klar abgesteckten Rahmen, den ich jetzt mal als AOR/Melodic Rock bezeichnen würde. Das war nicht immer so.

M.W.: Genau. Als wir um das Jahr 2000 herum gestartet sind, waren wir eine Alternative Band. Damals waren Acts wie Soul Asylum oder R.E.M. angesagt und natürlich haben wir auch ein wenig wie diese Gruppen geklungen. Unser Debüt HEAD OVER HEELS war das Resultat aus all diesen Einflüssen, eindeutig ein Alternative-Album. Aus Spass haben wir zudem noch drei AOR-Nummern mit auf das Album gepackt, weil wir auch diese Art Musik mögen. Und witzigerweise sind es gerade diese drei Songs, die wir auch heute noch auf unseren Konzerten spielen. Auf SOMEWHERE IN AMERICA haben wir das Verhältnis dann umgedreht, also überwiegend AOR-Nummern und vereinzelte Indie-/Alternative-Songs. Das neue Album hingegen geht eindeutig in Richtung AOR, weil dieser Stil beim Publikum am besten ankommt. Das hat auch mit der persönlichen Reife zu tun. Wir möchten jetzt einfach ausgereiftere, ausgefeiltere Musik machen. REFLECTIONS ist das Resultat dieses Entwicklungsprozesses.

M.S.:  Steve (Wachelhofer, Gitarrist) und du, ihr seid die Gründungsmitglieder und Hauptsongwriter von Cornerstone. Welchen Anteil haben die übrigen Mitglieder der Band am Sound und der musikalischen Richtung?

M.W.: Natürlich sind Steve und ich das Herzstück der Band. Solange wir die Songs schreiben, wird es daher wie Cornerstone klingen. Aber: den Song "Whatever" vom neuen Album habe ich mit Alina (Peter, Leadvocals, Anm. d. Verf.) geschrieben. Und der Song klingt definitiv anders. Die Stimme von Alina ist ein sehr relevanter Teil von Cornerstone, weil die meisten Hörer eine Band über die Stimme identifizieren.

Unsere vormalige Sängerin Patricia (Hillinger, Anm. d. Verf.) war über 6 Jahre bei uns. Sie hat sich sehr für die Band engagiert, letztendlich hat es aber nicht mehr funktioniert. Daher haben wir uns von ihr getrennt. Das war vor 2 ½ Jahren und seitdem ist Alina bei uns. Alina hat andere Stärken als Patricia. Sie kann Instrumente spielen und verfügt über eine absolute Charakterstimme. Aber wie das halt so ist bei Charakterstimmen, manchen gefällt es, manchen nicht. Das gute an solchen Stimmen ist der Wiedererkennungsfaktor.

M.S.: Wäre für dich die Kombination Cornerstone/Männerstimme überhaupt denkbar?

M.W.: Ich weiß nicht. Möglich ist alles. Wir haben auch schon mal darüber nachgedacht, den einen oder anderen Song von Steve oder mir singen zu lassen. Aber eigentlich ist für uns nur weiblicher Leadgesang vorstellbar. Damals, als die Band gegründet wurde, wollte unser damaliger Drummer unbedingt eine weibliche Stimme haben. Und das haben wir beibehalten. Ich könnte mir das auch gar nicht mehr anders vorstellen, muss ich gestehen.

M.S.: Ich habe gelesen, dass für das aktuelle Album auch Beau Hill (Produzent/u.a. Ratt, Winger) als Produzent im Gespräch war.

M.W.: Beau Hill war für das letzte Album SOMEWHERE IN AMERICA im Gespräch. Er war in der Schweiz und hat dort ein Projekt geleitet. Im Anschluss daran hätte er das Cornerstone-Album produzieren können. Wir haben uns beraten, einige Sachen angehört, die er produziert hat, uns dann aber letztendlich gegen ihn entschieden, weil sein Sound nicht zu Cornerstone gepasst hat. Anschließend haben wir probehalber mit Dennis Ward (u.a. Pink Cream 69, Anm. d. Verf.) zwei Demos aufgenommen. Das hat ebenfalls nicht funktioniert. Es hat nicht geklungen, wie es sollte. Dennis Ward steht für – und das meine ich jetzt nicht negativ – aufgeblasene, große Produktionen. Der Sound von Cornerstone hingegen ist intimer, persönlicher. Und da kam dann irgendwann Harry Hess ins Gespräch. Allerdings haben wir unsere Zeitpläne damals nicht unter einen Hut bekommen.

M.S.: Nun, letztendlich ist es ja doch noch zu einer Zusammenarbeit zwischen Euch und Harry Hess gekommen.

M.W.:  Richtig. Für das aktuelle Album hatten wir eine Planungsphase von über einem Jahr, das war also diesmal kein Problem. Wir haben drei Monate für die Produktion veranschlagt, gedauert hat es schließlich 5 ½ Monate. Letztlich ist das Ganze dann doch wieder unter enormen Zeitdruck vonstatten gegangen, da unsere Toningenieure während der Produktion erkrankt sind, so dass ich zeitweise selbst die Aufnahmen habe leiten müssen. Am Ende ist aber alles gutgegangen und vom Sound her ist das Album auch sehr gut geworden.

M.S.: Definitiv. Wichtig bei einer Albumproduktion ist aber eben auch, dass es menschlich zwischen Künstler und Produzent passt.

M.W.: Ganz genau. Was Harry Hess angeht, kann ich nur das Beste sagen. Der Mann ist ein Profi, da sitzt jeder Handgriff. Er hat seinen eigenen Stil in die Produktion eingebracht. Man muß sich aber auch erst einmal einander annähern. Ich kann mich noch genau an den ersten Mix von "Last Night" erinnern, der geklungen hat wie eine Disconummer, haha. Wir haben uns dann aber zusammengesetzt, verschiedene Sounds ausprobiert, Sachen geändert und letztlich eine gute Mischung gefunden.

M.S.: "Nothing To Lose" ist meines Erachtens der perfekte Albumopener. Schön rockig, geradeaus, das geht gleich richtig gut nach vorne.

M.W.:  Ganz genau. Steve hat sofort gesagt, dass die Nummer an den Anfang gehört. Das war uns auch sehr wichtig, weil -wie du ja weißt- wir Anfang 2014 mit "Smalltown Boy" (ein Bronski Beat-Cover, Anm. d. Verf.) eine Maxi-EP veröffentlicht haben, was ich im Nachhinein als Fehler bezeichnen würde. Das war unser Ausflug in die Popwelt. Und mit "Nothing To Lose" wollten wir den Leuten gleich zu Beginn zeigen, dass wir eine Rockband sind.

M.S.: Was mich immer wieder verblüfft ist folgendes: Ihr seid eine österreichische Melodic Rock-Band, steht bei einem amerikanischen Label unter Vertrag und feiert ausgerechnet in England eure größten Erfolge, haha.

M.W.: Haha, stimmt, das ist eine schräge Mixtur. Wir arbeiten jetzt schon seit 2008 mit ATOM Records zusammen, einem kleinem aber feinem Label. Wir haben absolute künstlerische Freiheit. 2010 haben wir – parallel zu dem Vertrag mit ATOM – für den Europavertrieb mit Sony Music zusammengearbeitet. Das war mir eine Lehre. Bei Sony waren wir nur irgendeine Nummer. Bei ATOM hingegen sind wir Cornerstone, da bin ich der Michael, der ab und an anruft und etwas möchte. Dort wird engagiert und gut gearbeitet, sie stellen uns die Vertriebswege zur Verfügung, sorgen dafür, dass unsere Platten in den Läden stehen etc. Und das erwarten wir von einem guten Label. Mehr kann man auch nicht erwarten, denn die Zeiten, in denen man einen Bundlevertrag ausgehandelt oder ein Gehalt von einem Label bezogen hat, sind lange vorbei.

M.S.: Zum Abschluss des Interviews bitte ich dich um einen kleinen Ausblick. Gibt es bereits konkrete Planungen für 2018, ein nächstes Album, eine neue Tournee etc.?

M.W.: Nachdem 2016 ein richtig anstrengendes Jahr war, Albumproduktion, Promotion, Konzerte usw., lassen wir es dieses Jahr etwas ruhiger angehen. 2018 geben wir allerdings wieder Vollgas. Wir werden eine UK-Tour, möglicherweise auch eine US-Tour machen. Die Gespräche laufen derzeit, da sich einiges geändert hat, seit wir das letzte Mal in den USA waren. Stichwort Trump und neue Einreisebestimmungen. Wir möchten uns auch auf dem deutschen Markt mehr engagieren, ein wichtiger Markt in Europa. Wir haben bereits einige Konzerte bei euch gespielt und es war toll. Die Resonanz vom deutschen Publikum ist großartig. Ich denke auch, dass die Deutschen sehr treue Fans sind. Wenn man die Herzen einmal erobert hat, dann bleiben sie einem auch treu.


M.S.: Das kann ich so bestätigen. Womit du aber noch nicht gesagt hast, wann wir mit einem neuen Album rechnen dürfen.

M.W: Haha, stimmt. Entweder 2019 oder 2020. Ich denke, es wird eher 2020. Wir haben mit REFLECTIONS unser bislang bestes Album auf den Markt gebracht. Und wir wollen den Standard definitiv halten. Das braucht halt seine Zeit. Harry Hess hat aber bereits verlauten lassen, dass er wieder mit uns arbeiten möchte.

M.S.: Tja, Mike, das war's schon wieder einmal. Ich darf mich für das nette und informative Gespräch bedanken. Das Schlusswort darf ich dir überlassen. Zudem bitte ich um deine Top 5-Alben für die einsame Insel.

M.W.: Vielen Dank für das Interview, danke fürs Lesen! Falls ihr noch mehr Infos zu Cornerstone haben wollt, schaut doch bei unserer Homepage www.cornerstone.co.at oder bei www.facebook.com/cornerstoneaustria vorbei! Unser Album „Reflections“ ist bei Amazon und iTunes erhältlich. Stay tuned!

Meine fünf Alben für die einsame Insel (Reihenfolge beliebig):

R.E.M. – Fables Of The Reconstruction
The Cure – Disintegration
Alanis Morrisette – Jagged Little Pill
Alan Parsons Project – Vulture Culture
Cornerstone – Reflections

Marc Schipper

AXEL RUDI PELL – Interview

Der symphatische, deutsche Gitarrist AXEL RUDI PELL samt Band haben ein neues Album in den Regalen stehen. Es ist mal wieder Balladenzeit und so steht uns „The Ballads V“ ins Haus. Mit freundlicher Genehmigung unsere Kooperationspartner  Rock the Nation – Die Metalradiosendung dürften wir euch hier nun die Audiospuren des Interviews mit Axel Rudi Pell aus einer der letzten Sendungen der Rock The Nations Jungs präsentieren! Ein Novum in der Rock-Garage Geschichte. Wir hoffen ihr habt Spaß daran und könnt auch einen kleinen Einblick in die tolle Radiosendung unseres Kooperationspartners bekommen, die alle 2 Wochen Montag Abends läuft.

THE UNITY Interview

Michael Ehre und Henjo Richter sind zwei ganz alte Hasen des deutschen Melodic Metal Geschäfts. Kaum verwunderlich das sich die Beiden nun auch mal zusammen gefunden haben um mit THE UNITY eine neue Band zu gründen. Die restliche Mannschaft besteht aus den Mitgliedern von Michaels anderer Spielwiese LOVE.MIGHT.KILL um die es merklich still geworden ist. Grund genug mich erneut ein wenig mit Bandgründer und Schlagzeuger Michael Ehre zu unterhalten.

J.P: Hallo Michael, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurer neuen Band THE UNITY und zu eurem Debütalbum beantwortest. 

Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die Bandhistory.

 

M.E: Als ich 2012 fest bei GAMMA RAY eingestiegen bin, haben Henjo und ich schnell gemerkt, daß wir die gleichen musikalischen Roots haben und beschlossen, eigene Songs aufzunehmen. Uns war klar, daß die Ideen, die uns so vorschwebten nicht wirklich zu Gamma Ray passen würden, also „mussten“ wir was Eigenes auf die Beine stellen. Als wir diese Idee immer mehr vertieften, kam uns die Idee meine Kollegen von LMK zu fragen, ob sie nicht Bock hätten, dabei zu sein. Anschließend haben wir alle Ideen ausgetauscht und in Form gebracht. Das Ergebnis ist jetzt auf unserem Debütalbum zu hören.

J.P: Bevor wir näher auf euer neues Album eingehen, gilt es noch kurz die Personalie zu klären bzw. die Vergangenheit etwas aufzuarbeiten. Deine andere Band LOVE.MIGHT.KILL scheint inaktiv zu sein, gibt es sie überhaupt noch? Noch dazu da ja eigentlich fast die gesamte restliche Band aus ehemaligen LMK Mitgliedern besteht, außer Gitarrist Christian Stöver sind alle mit an Bord. Also wie steht es in Sachen LMK und was ist mit Christian passiert?

Ich denke nicht nur ich interessieren mich sehr für diese Antwort 🙂 

M.E: Wir haben 2012 das zweite LMK-Album „2 Big 2 Fail“ veröffentlicht. Im Anschluss daran bin ich fest bei GAMMA RAY eingestiegen, mit denen ich fast drei Jahre am Stück viel unterwegs war. Das bedingte, daß wir mit LMK nicht allzuviel machen konnten. Darüber hinaus hat uns dann Christian verlassen müssen, weil er sich ausschließlich auf seinen „richtigen“ Job konzentrieren musste und wollte. Er ist Lehrer und hat zu dem Zeitpunkt die Leitung einer Schule übernommen, was man nicht mal eben nebenbei erledigt. Weil er uns nicht im Wege stehen wollte, hat er seinen Platz geräumt. Als Henjo und ich wie gesagt planten, eine Spielwiese neben Gamma Ray zu eröffnen, war es nur allzu logisch, meine verbliebenen Freunde von LMK zu fragen, ob sie nicht Bock hätten mitzumachen.

J.P:  Personalie Nummer Zwo ist natürlich Bandmitgründer Henjo Richter! Der Gute ist ja sonst nur bei GAMMA RAY aktiv und man kann sich gar nicht vorstellen das er auch mal etwas anderes macht. Wie kam es denn nun dazu, bzw. wie konntest du Henjo überzeugen mit dir zusammen THE UNITY zu gründen?

M.E: Naja, im Prinzip lief´s so ab, wie ich bereits gesagt habe. Unsere gemeinsame Vorliebe für Bands wie Whitesnake, Rainbow, Black Sabbath und DIO hat uns zusammengebracht, hahaha…da diese Idee von uns ausging musste ich ihn auch nicht davon überzeugen.

J.P:  Euer Debüt Album ist euch ja hervorragend gelungen, wie lief denn der Aufnahmeprozess ab? Von wann bis wann ist denn das Album entstanden? 

M.E: Wir haben insgesamt bestimmt 2,5 Jahre an dem Album gearbeitet. Es ging mit dem Austausch von Ideen los. Da wir alle in der Band schreiben kannst Du Dir sicher vorstellen, daß wir schnell aus einem riesigen Pool schöpfen konnten, an dem wir dann weitergarbeitet haben. Es konnte z.B. sein, daß ein cooles Gitarrenriff als Ausgangspunkt für einen Song gedient hat oder eine Gesangsmelodie. Es kam auch vor, daß ein Song schon in Demoform so geil war, daß wir kaum noch dran arbeiten mussten. Nachdem wir die Songs alle in Demoform hatten, haben wir sie aufgenommen. Ab und zu haben wir dann trotzdem noch weitere Veränderungen vorgenommen, wir haben uns sowieso alles in allem bewusst sehr viel Zeit gelassen und uns nicht unter Druck gesetzt. Wir wollten das Optimum liefern, egal wie lange es dauert.

J.P: Wer zeichnet sich für die tolle, druckvolle Produktion verantwortlich?

M.E: Wir alle! Alle waren in die Entstehung des Albums eingebunden. Das ist zwar mitunter ein anstrengender Prozess, weil sehchs Leute auch sechs verschiedene Meinungen haben können, aber das Ergebnis war es wert. 

J.P: In dem Zusammenhang, gibt es ein gewisses Konzept beim Album, also eine Art roter Faden der sich durch die Songs zieht?

M.E: Nein, gibt es nicht. Das hätte den Prozess noch einmal schwieriger gestaltet. Uns war nur bei den Texten wichtig, daß sie ein aktuellen Bezug haben. 

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „The Unity“ ein. Für mich sind “Rise and Fall ”, “No more Lies”, “Always just You ” und “The Wishing Well” die hervorstechenden Songs um mal nur rein paar zu nennen. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album? 

M.E: Es ist für mich persönlich immer schwer, einzelne Songs aus einem Album, an dem ich beteiligt bin, herauszuheben. Ich bin unmittelbar an der Entstehung der Songs beteiligt und auch mit verantwortlich dafür, daß sie so sind wie sie nun einmal sind. Das wiederum bedeutet, daß sie auch so geworden sind, wie ich sie gerne hätte, deshalb mag ich jeden einzelnen Track und habe keine Favoriten. Was mir an diesem Album so gefällt ist, daß wir es geschafft haben, eine gewisse Bandbreite zu liefern, trotzdem klingt alles wie aus einem Guss. „The Wishing Well“ ist übrigens eine Covernummer. Sie stammt von Stefans ehemaliger Band CROSSROADS und wurde bereits auf deren Album „The Wild One“ 1991 veröffentlicht. Ich war immer ein großer Fan dieser Band, weshalb ich besonders stolz darauf bin, daß wir von ihnen ein Track auf dem Album haben. 

J.P: Teilweise tönen die Songs, ein wenig nach deiner alten Band LMK, was ja aufgrund der fast gleichen, handelnden Personen nicht verwunderlich ist. Trotzdem finde ich klingt das Ganze doch wesentlich heavier! Würdest du mir das zustimmen?  Oder was glaubst du sind die größten Unterschiede?

M.E: Du hast prinzipiell Recht. Würde ich genauso so sehen. Wir haben zu LMK-Zeiten ja schon nicht mit unseren Vorbildern hinter´m Berg gehalten, hahaha. THE UNITY sind sicherlich ein wenig heavier, trotzdem war uns immer wichtig mit guten Melodien zu punkten, wie eben damals auch. Wir haben aber definitiv nicht bewusst entschieden, daß THE UNITY eine härtere Version von LMK werden sollen. Das hat sich einfach so entwickelt.

J.P: Habt ihr vielleicht auf Songideen von LMK zurückgegriffen oder sind hier alles komplett neue Songs zu hören? Wer schreibt eigentlich bei euch die Songs?

M.E: Wir schreiben alle, der eine mehr, der andere weniger, hahaha…Im Prinzip sind auf dem Album, bis auf „The Wishing Well“ nur neue Songs gelandet. Die Ideen, die als Grundlage dienten waren aber zum Teil schon älter. Das Mainriff von „Rise And Fall“ z.B. lag schon länger auf meinem Rechner und hätte auch auf dem letzten GAMMA RAY-Album landen können, doch leider ist uns während der Produktion des „Empire Of The Undead“-Albums unser Studio abgebrannt, wodurch leider auch das Riff keine Verwendung mehr gefunden hat.

J.P: Noch eine persönliche Frage zu dir. Du bist ja unter anderem auch noch bei der Band STARCHILD aktiv? Dort ist seit geraumer Zeit ein neues Album angekündigt auf das denke ich nicht nur ich sehnsüchtigst warte! Kannst/darfst du uns hier vielleicht ein, zwei Sachen dazu verraten?

M.E: Kann ich leider nicht, weil ich nicht mehr bei STARCHILD bin. Durch meine Aktivitäten mit GAMMA RAY und THE UNITY war einfach keine Zeit mehr, um mich angemessen STARCHILD widmen zu können. Soweit ich weiß arbeitet Sandro aber gerade mit Hochdruck an einem neuen Album und hat auch schon eine neue Mannschaft zusammen.

J.P: Michael wie geht es denn jetzt genau bei THE UNITY weiter? Eine Tour ist doch bestimmt schon in Planung, oder?

M.E: Ja, wir werden genau eine Woche nach der VÖ unseres Albums mit SINNER auf Tour gehen, im Anschluss daran spielen wir eine eigene CD-Release-Show in der Nordenham Jahnhalle und anschließend geht’s zum Metalfest nach Tschechien und zum Bang Your Head-Festival nach Balingen. Dabei soll und wird es in diesem Jahr aber nicht bleiben. Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an weiteren Optionen für dieses Jahr. Ich denke, daß es erst richtig losgeht, sovald die CD erschienen ist. Die Booker müssen erst einmal richtig auf uns aufmerksam werden…

J.P: Vielen Dank Michael für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir. 

M.E: Ich danke Dir für das Interview! Wir können die Veröffentlichung unseres Albums kaum erwarten und hoffen, möglichst bald Euch alle auf Tour begrüßen zu dürfen!

Julian

NIGHT LASER Interview

Für dieses Interview haben sich Hannes und Benno von NIGHT LASER die Zeit genommen, ein paar Fragen zu beantworten. Lest gern auch die Review zu ihrem Album „Laserhead“ und checkt euren Kalender, ob ihr die Jungs bei einem ihrer Gigs live erleben könnt unter www.nightlaser.de/shows/
Viel Spaß beim Lesen!

L.C: Euer Album ist jetzt seit kurzem erhältlich, wie war denn so das Feedback? Seid ihr zufrieden damit?

Benno: Das Feedback war durch die Bank weg gut! Wir haben gute Reviews und Bewertungen erhalten und viel Lob für unsere Arbeit geerntet. 

Hannes: Ja, viele Leute haben uns schon positive Rückmeldungen zu den neuen Songs gegeben, die alle auch live sehr gut funktionieren. Außerdem ist auf „Laserhead“ eine gesunde Weiterentwicklung seit unserem Erstwerk „Fight for the Night“ auszumachen.

L.C: Wie geht ihr mit Kritik bzw. Verbesserungsvorschlägen um? Freut ihr euch darüber oder geht es euch sogar auf die Nerven?

Hannes: Das kommt drauf an, was und wie man uns das sagt. Vernünftige und differenzierte Kritik ist immer willkommen! Wenn es aber heißt „ey seid mal mehr wie die und die Band!“ nehmen wir das lediglich höflich zur Kenntnis. Wir haben eine recht genaue Vorstellung von unserem Stil, und von dem, was da passt und was nicht. Dennoch kommen manchmal Anregungen von außen, die zu uns passen, die wir aber nicht auf dem Schirm hatten – sowas kann z.B. ein guter Produzent.

L.C: Erzählt ein bisschen vom Entstehungsprozess des Albums. Wer schreibt die Songs? Wie war die Atmosphäre im Studio? Wer hat außer der Band noch Einfluss auf die Songs? 

Benno: Die musikalischen Fäden laufen bei Hannes zusammen. Er ist, wenn man so will, unsere musikalische Leitung.

Hannes: Der Song an sich entsteht bei mir zuhause und ist eigentlich soweit fertig, wenn ich ihn der Band vorstelle, aber die Feinarbeit machen wir dann alle zusammen, z.B. das finale Arrangement und so weiter. Die Texte schreiben meist Benno und ich, mal alleine, mal zusammen. 

L.C: Wie laufen bei euch Entscheidungsprozesse ab, z.B. beim Albumcover oder Auswahl der Songs. Hat einer die Hosen an oder wird demokratisch abgestimmt?

Hannes: Abgestimmt wird eigentlich nie. Wenn wir nicht einer Meinung sind, wird so lange diskutiert und nachgedacht bis eine Lösung zustande kommt mit der alle einverstanden sind. Grundsätzlich hat bei uns jeder eine Stimme.

L.C: Steht hinter ein paar der Songs ein bestimmtes Ereignis über das ihr darin schreibt?

Benno: Bread And Circus wäre hier ein gutes Beispiel. Mir ist eines Tages aufgefallen, dass die Kombination aus Arbeitslosengeld und TrashTV eigentlich nichts anderes ist, als die Brot-und-Spiele-Politik im römischen Reich. Das kann einen ziemlich aufregen.
Hannes: Nicht hinter jedem Song steht auch ein Ereignis, manchmal ist es nur ein Gefühl, dass man beschreiben will, oder ein Thema, zu dem man etwas zu sagen hat.

L.C: Vor einiger Zeit habe ich euch mal in Berlin spielen sehen, damals noch als Nightlife. Was hat sich außer dem Namen und Line-up seitdem bei euch verändert/verbessert/verschlechtert?

Benno: Ich würde sagen unsere gesamte Arbeit ist seit dem noch professioneller und effektiver geworden.

Hannes: Vieles hat sich verändert. Wir sind mit der Band nach Hamburg umgezogen, sind viel besser vernetzt, und fokussierter denn je. Wir haben uns in jeder Hinsicht verbessert, wäre ja auch traurig, wenn es anders wäre. Unser Stil ist eigentlich der gleiche geblieben, aber wir bringen alles noch besser auf den Punkt. Das gesamte Band-Konzept ist stimmiger geworden.

L.C: Ihr seid eine Hamburger Band. Kommt ihr ursprünglich von dort oder habt ihr euch erst später dort versammelt? 

Benno: Naja, also drei von uns kommen eigentlich aus Braunschweig, wo wir auch ein paar Jahre lang geprobt haben.

Hannes: In Hamburg haben wir Ende 2014 als Band unser Lager aufgeschlagen. Hier hat man diverse Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln und Gleichgesinnte zu finden. Wir kommen aber regelmäßig nach Braunschweig zurück um dort für  unsere treue Fangemeinschaft immer einige der besten Konzerte des Jahres zu spielen.

L.C: Eure Einflüsse von Bands wie Motley Crue etc. hört man relativ deutlich heraus, habt ihr auch Vorbilder aus anderen Musikrichtungen, Film/Fernsehen oder sonstigen Bereichen?

Benno: Auf jeden Fall! Ich mag zum Beispiel Reinhard Mey, Toby Keith oder Rainald Grebe und Jackie Chan. 

Hannes: Ich höre mir alles an, was mir gefällt, und bin da sehr unabhängig von irgendwelchen Genre-Grenzen. Alles was man gut findet, prägt einen natürlich auch mehr oder weniger, aber nicht jeder Einfluss ist immer auch direkt in der eigenen Musik wahrnehmbar.

L.C: Was hält die Zukunft für Night Laser bereit? Was ist schon geplant, was wünscht ihr euch noch? Geht es vielleicht mal für ein paar Shows ins Ausland?

Benno: Wir planen schon den nächsten Studioaufenthalt, und es liegen viele Gigs an, bei denen wir unser neues Album „Laserhead” im ganzen Land präsentieren.

Hannes: Eine kleine England Tour steht auch an, und mit Glück sind wir dieses Jahr noch mit einer größeren Band unterwegs.

L.C: Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt für dieses Interview und viel Erfolg für die Zukunft! Ein paar letzte Worte, die ihr gerne loswerden möchtet?

Benno: Party on!

ECLIPSE Interview

Am 21.03. war es endlich so weit: mein erstes Interview stand an und ich war mächtig aufgeregt. Was für ein Glück, dass meine ersten Interviewpartner Erik Mårtensson und Magnus Henriksson von Eclipse waren! Die zwei netten Schweden haben mir meinen Job denkbar einfach gemacht und so war es letzten Endes ein sehr angenehmes Gespräch im Herzen Berlins, genauer im Hard Rock Café. Nun könnt ihr also auf den nächsten Seiten unter anderem nachlesen, wie das Album entstand, wovon einige Texte inspiriert sind, was das musikalische Erbe der Band sein soll und warum so viele tolle Bands aus Schweden kommen. Viel Spaß!

L.C: Erst einmal danke für ein weiteres tolles Album! Ihr habt wohl bemerkt, dass es fast nur positives Feedback gibt, würdet ihr euch nicht auch mal Verbesserungsvorschläge wünschen?

E.M: Ganz einfach, such’ einfach nach schwedischen Reviews, da sind eine Menge Verbesserungsvorschläge drin! Aber ja, wir haben tatsächlich das Privileg vieler guter Reviews.

M.H: Ich schätze es auf jeden Fall wenn jemand eine Meinung zur Musik hat, auch wenn er/sie sie nicht mag. Ich höre es gerne, aber natürlich kann es auch nicht jeder mögen.

E.M: Jeder hat verschiedene Meinungen bei jedem Album und nicht jeder kann jedes Album lieben. Sogar die Jungs in der Band haben verschiedene Meinungen, aber man kann es halt nicht jedem Recht machen. 

L.C: War der Entstehungsprozess bei diesem Album anders als bei den anderen?

E.M: Nicht übermäßig, ich bin von Stockholm aufs Land gezogen und habe dort ein neues Studio gebaut, das ist die größte Veränderung. Anstatt ein unterirdisches Studio zu haben ist es jetzt überirdisch, wir können also die Sonne sehen. Dieses Album ist also wie wir uns anhören, wenn wir Sonnenlicht haben.

L.C: Also wart ihr alle etwas glücklicher wegen der Sonne?

M.H: Absolut, das schlägt sich in der Stimmung nieder. Ich erinnere mich an dein (Eriks) alten Keller, nach einer Weile musst du einfach raus, weil du nichts siehst außer der Wände. 

E.M: Und wenn du ein Studio in Stockholm hast ist es immer im Keller, die anderen sind zu teuer und du kannst keinen Lärm machen. Ich musste also immer ‚runter‘ laufen um Musik zu machen, jetzt gehe ich einfach nur ‚rein‘. 

L.C: Als ihr mit dem Album angefangen habt, hattet ihr da eine klare Version davon was ihr haben wolltet oder kam das währenddessen? 

E.M: Nicht wirklich. Man kann es auch zu sehr überdenken. Es dreht sich einfach alles um die Songs. Man beginnt Songs zu schreiben und die, die gut sind kommen auf das Album. Wenn du dann 6 oder 7 gute Songs hast, fängst du an ein Muster zu sehen wie sich das Album anhören wird. Also wir planen nicht wirklich, sondern die Songs an sich sind immer der Fokus bei uns. 

M.H: Jedes Mal, wenn wir versuchen zu planen, funktioniert es nicht. Wir versuchen nie es in eine bestimmte Richtung gehen zu lassen, es funktioniert nicht, du musst es einfach fließen, einfach aus dir raus kommen lassen. 

L.C: Gibt es jemanden außerhalb der Band, der direkten Einfluss auf die Songs hat oder macht ihr alles selbst?

E.M: Nein, es gibt noch andere. Da sind zwei Typen mit denen wir zusammen gearbeitet haben, einer ist Johan Becker und der andere heißt Michael, mit dem wir schon lange zusammen geschrieben haben, mindestens seit den letzten drei Alben. Sie gehören zwar nicht zur Band, sind aber durchaus ein Teil des Songwritings. 

M.H: Das sind die Typen zu denen wir gehen, wenn wir feststecken. 

E.M: Es ist immer gut Leute von außen dabei zu haben, weil du sonst immer wieder dieselben Songs schreiben würdest und wenn du mit jemand anderem schreibst, bringt derjenige wieder etwas anderes rein. Und letzten Endes wird es weder ein Song wie seiner sein, noch wie deiner, sondern irgendetwas dazwischen. 

L.C: Ok, das heißt also, dass auch wenn ihr schon eine ganze Weile Musik schreibt, seid ihr immer noch offen für Vorschläge von außen.

E.M: Natürlich, mehr und mehr. Wenn du alles selbst schreibst und deine Songs am Ende nicht gut genug sind, hast du verloren. Es ist besser Einflüsse und Inspiration von außen zu bekommen. Die Fans interessiert es nicht wer das Album geschrieben hat, sondern ob die Songs gut sind oder nicht. Ich denke, viele Bands vergessen das manchmal und es geht mehr um Egos und die Show. 

L.C: Für mich vermitteln viele eurer Songs eine sehr ermutigende „Was dich nicht umbringt, macht dich härter“-Einstellung, ist das Absicht oder denkt ihr da gar nicht drüber nach?

E.M: So bin ich als Person einfach…

L.C: Kommt also ganz natürlich…

E.M: Ich denke schon. Weiß nicht…wie sieht’s bei dir aus? (an Magnus) Oder bist du eher so ein „Wenn es mich umbringt, bringt’s mich eben um“-Typ?

M.H: Hm, ich war nicht so sehr ins Texte schreiben eingebunden, aber ich würde sagen, da wird schon viel von Erik und Michael reflektiert, die die Texte geschrieben haben.

E.M: Manche Songs sind wirklich dunkel und manche sind so wie du sagst, aber das ist einfach das was du tun solltest. Wenn etwas passiert, stehst du wieder auf und gehst weiter. Man gewinnt nichts mit Rumsitzen und Selbstmitleid. So ist das Leben und es geht immer weiter. 

M.H: Manchmal kann es auch ein Trost sein, sich einen Song anzuhören von jemandem, dem es viel schlechter geht als einem selbst. Wenn du niedergeschlagen bist willst du nicht immer einem Gewinner zuhören und dir denken „Ok, so werde ich niemals sein“, das ist kein Trost. 

E.M: David Coverdale hat dauernd ein total gebrochenes Herz, es gibt niemanden mit einem gebrochenerem Herz als ihn, aber wenn du ihn siehst, sieht der gar nicht danach aus.

M.H: Nein, der sieht eigentlich ganz glücklich aus.

L.C: Wollte ihr eure Fans zu irgendetwas inspirieren, wenn sie eure Musik hören oder bei euren Shows sind?

E.M: Nein, nicht wirklich. Ich hab da keine Ambitionen, wir machen die Musik, aber ansonsten…

M.H: Ich hoffe sie verlassen unsere Show mit einem positiven, glücklichen Gefühl und etwas Energie der Show. Den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu bringen ist das worum es geht. Unterhaltung, Spaß zusammen haben…

L.C: Gibt es ein bestimmtes Erlebnis oder eine Erfahrung, die euch zu einem der Songs auf dem neuen Album inspiriert hat?

E.M: Ja, ich denke viele Songs sind von etwas inspiriert über das ich schreiben möchte, aber ein bestimmtes Ereignis…welche Songs sollten das sein?

M.H: Es gibt einen Song auf dem Album namens ‚Downfall Of Eden‘, der zeitgleich zu den Wahlen in den USA entstand. Das war die schmutzigste Kampagne überhaupt und der Song ist davon etwas inspiriert. „The king is just a court jester, the king ain’t nothing but a fool (…) The queen is selling you a nightmare, the queen says anything to win…”, das kann man mit Hillary und Donald verbinden. 

E.M: …und ‘Hurt’, die Ballade, ist darüber jemanden zu sehen, der gerade jemanden sehr nahestehenden plötzlich verliert, darüber demjenigen die schlimmste Nachricht überhaupt zu überbringen. Also jeder Song hat seine Inspiration, anders würde es weder für einen selbst noch für den Zuhörer Sinn ergeben. Wir sind eben keine Band, die über Party und Mädchen singt…

L.C: Was am Musiker sein bzw. in einer Band sein gefällt euch am meisten und was am wenigsten?

E.M: Gute Frage. Am meisten ist es das Live-Spielen und überhaupt die Liebe zur Musik. 

M.H: Wenn du selbst spielst ist das der beste Job der Welt, denn wenn wir zur Arbeit gehen bekommen wir Applaus, sofortige Anerkennung und Belohnung…der Typ, der bei 7/11 arbeitet bekommt keinen Applaus – ein bisschen unfair, weil jeder sollte Applaus bekommen. Und wir reisen viel, das ist auch eine große Belohnung. 

E.M: Die Kehrseite für mich ist das Musikbusiness. Ich mag die Musik aber nicht das Business. Außerdem streitet man sich innerhalb der Band und hat verschiedene Meinungen darüber, was richtig und falsch ist, also ist es schwierig als Team zu arbeiten. Wir kommen schon seit einigen Jahren damit klar, aber es hat trotzdem seine Hochs und Tiefs. Die Sonnenseite ist aber auf jeden Fall die Musik.

M.H: Auf der anderen Seite ist es sehr schön die vielen Erfahrungen als Team zu teilen. Ich meine, Elvis muss sich ziemlich einsam gefühlt haben als super mega Star, aber immer alleine ohne Bandkollegen mit denen er den Erfolg teilen kann. 
…und wir sind außerdem gute Freunde, also haben wir Spaß auf Tour.

E.M: Und wenn mal was nicht so läuft, teilen wir das auch und dann fühlt es sich besser an, es ist wie eine zweite Familie mit der man Gutes und Schlechtes teilt.

L.C: Ihr sagt ihr mögt das Live-Spielen und das Reisen. Ihr wart ja schon in einigen Ländern unterwegs, könnt ihr vielleicht mal zwei komplett gegensätzliche Publika beschreiben?

E.M: Ja, klar. Wenn du zum Beispiel einen spanischen Fan nimmst, hört der sich an wie 10 Schweden. Spanier singen mit uns haben Spaß, während Schweden mit verschränkten Armen einfach nur dastehen. 

M.H: Ja, die sind etwas zurückhaltender und es dauert eine Weile um sie aufzuwärmen während Spanien von Anfang an der reine Karneval ist. Die können jeden Text, jedes Riff…

E.M: Spanien ist sehr einfach zu spielen, während in Schweden die Leute erstmal im Hintergrund stehen, was mich dazu animiert noch besser zu sein, so nach der Art “Den Arschlöchern zeige ich jetzt mal, dass ich gut bin.“ Normalerweise ist es dann am Ende des Konzerts ok, sie müssen nur erstmal aufgewärmt werden.

L.C: Gab es schon einmal Missverständnisse oder lustige Situationen aufgrund kultureller Unterschiede als ihr auf Tour wart?

E.M: Nicht mit dem Publikum, die üblichen Probleme gibt es mit den Organisatoren. Die Abläufe bei jedem Konzert sind eigentlich sehr standardisiert: du kommst an, du gehst Backstage, du hast die Crew, es funktioniert überall gleich.

M.H: Manche Länder sind schwieriger als andere. In Finnland, Deutschland und Japan läuft alles wie ein Uhrwerk, es ist sehr gut organisiert. Italien zum Beispiel ist eine einzige Katastrophe. Die Fans sind super, aber nichts funktioniert. Auch Spanien kann ziemlich anstrengend sein. 

E.M: Ja, in Deutschland hast du einen Techniker, der alles weiß und es zum Laufen bringt, in Spanien oder Italien hast du 6 Techniker und keiner weiß irgendwas, sogar der einfachste Job wird zum Alptraum. 

M.H: In Schweden wird die Band wie das letzte Glied der Nahrungskette behandelt…

E.M: Ja, der Techniker ist der Star…denkt er zumindest.

L.C: Ok, dann sind wir schon fast bei der letzten Frage. Ihr habt sicher bemerkt, dass die letzten Jahre einige Künstler verstorben sind. War einer dabei, dessen Tod euch besonders nahe ging?

M.H: Ja, es war ein bisschen traurig als Lemmy starb, er war ja immer da und es ist schwer sich eine Welt ohne Lemmy vorzustellen. Dass diese ganzen Leute sterben macht dir bewusst, dass wir alle sterblich sind. 

E.M: Es ist noch niemand gestorben, der einen riesigen Einfluss auf mich hatte…außer Chuck Berry…aber er war wirklich alt. Ich denke die meisten dachten „Was, der lebt noch?“. Also war noch keiner meiner großen Helden dabei, aber wenn Leute wie Angus Young etc. anfangen zu sterben wird das ein echtes Problem.

L.C: Wenn man auf Leute wie Prince oder George Michael guckt, die ja viel Musik geschrieben haben, denkt ihr deren Abwesenheit wird die Musikwelt verändern?

M.H: Die hatten sicher einen großen Einfluss auf die weltweite Musikszene, vor allem Prince…

E.M: Ich denke aber nicht, dass sie noch einen so großen Einfluss auf die Zukunft gehabt hätten, den hatten sie schon vorher.

M.H: Die haben ja die letzten Jahre nicht so viel veröffentlicht, also da waren sie schon nicht mehr auf dem Gipfel ihres Erfolgs.

E.M: Wir sind fast da, wir sind jetzt auf dem Gipfel!

L.C: Ok, dann hoffen wir mal es dauert noch bis ihr dran seid, aber was würdet ihr denn gerne zurücklassen? Was soll euer musikalisches Erbe sein?

E.M: Ich glaube nicht, dass ich ein Erbe hinterlasse.

M.H: Wenigstens ein Lied, dass in den Gesangsbüchern von Schulkindern steht. Das wäre cool. Zu Hause in Schweden singen wir viele Volkslieder in der Schule, sehr alte Lieder, also das wäre die größte Errungenschaft. 

E.M: Das wird dann aber wohl kein Eclipse-Song sein…

M.H: Nein, da müsste man schon gezielt ein Lied für die Gesangsbücher schreiben.

L.C: Oder ein weiteres Trinklied…

E.M: Das würde dir ewiges Leben garantieren.

L.C: Nein, aber ich denke auf jeden Fall, dass ihr etwas hinterlassen werdet. Eure Fans spielen ja auch in Bands und sind von euch beeinflusst, also das ist das was von euch bleibt.

E.M: Das ist cool! Ich habe mal eine Band aus Finnland gehört. Die haben eine Single rausgebracht, die genau wie ein W.E.T. –Song klang. (Anm.: Erik und Magnus wirken beide bei W.E.T. mit). Es war fast eine Kopie. Das war wirklich lustig und es ist eine tolle Sache, dass jemand so inspiriert war, dass er einen meiner Songs kopiert. Ein großartiges Kompliment, Gott weiß wie viele Songs ich selbst kopiert habe bevor ich mein eigenes Ding anfing.

L.C: Also hast auch du Sachen kopiert?

E.M: Klar, jeder fängt mit kopieren an! Jeder Künstler, jeder Maler, sogar jeder Schreiner…du kopierst einfach das, was andere vor dir gemacht haben und dann lernst du irgendwie es auf deine Art zu machen. Manche sind 19 und haben ihren eigenen Stil, andere finden ihn später und manche niemals.

L.C: Hat es bei dir lange gedauert?

E.M: Eine Weile…vielleicht mit 25…oder 30…

M.H: Es ist schwierig, vor allem in der Melodic Rock Szene.

E.M: Ja, zu Beginn der 2000er wurdest du ausgelacht, wenn du diese Musik gespielt hast, weil es einfach so altmodisch war. Jüngere Bands heute können sich das gar nicht mehr vorstellen, weil sie es nicht mitbekommen haben, aber du warst ein verdammter Idiot, wenn du diese Musik gespielt hast. Das hat es wirklich schwer gemacht deinen eigenen Stil zu finden, denn du hast versucht Musik zu schreiben, die anderen gefällt, nicht dir selbst. Später haben wir das aufgegeben und es auf unsere Weise gemacht und dann kam auch der Erfolg.

L.C: Warum kommen so viele Bands aus diesem Genre ausgerechnet aus Schweden?

E.M: Naja, es geht mit einem los und dann kommen die nächsten und sagen “Wenn die das können, können wir das auch”. Wenn du eine Band aus den USA siehst, kannst du dich nicht damit identifizieren, es ist wie Fiktion, aber wenn du dann eine Band aus deiner Heimatstadt siehst, die die Musik macht, die du magst, kannst du dich damit identifizieren und denkst du könntest das auch. Und dann verbreitet es sich wie ein Virus…oder eher etwas Gutes. Es wird zum Wettbewerb und zur Inspiration für alle. Also hast du Eclipse und dann H.E.A.T und vorher waren es Treat und Europe und jetzt gibt es Art Nation…

M.H: Wir können alle diese Bands zu Europe rückverfolgen, inklusive uns selbst. Und wir haben eine tiefe musikalische Tradition in Schweden, mit Volksmusik und Melodien, du kannst umsonst Musikunterricht nehmen wenn du möchtest, es gibt einfach viele Optionen, wenn du Musik machen willst.