DIVINER Interview

Griechische Power Metal Bands gibt es ja nicht unbedingt wie Sand am Meer. FIREWIND, INNERWISH, CRYSTAL TEARS und EMERALD SUN sind vielleicht die bekanntesten Vertreter. 2015 war die Geburtstunde der Jungs von DIVINER. Ihr Mix aus Power und Melodic Metal auf ihrem Debütalbum war wirklich aller erste Sahne. Nun haben die Jungs rund um den charismatischen Frontman Yiannis Papanikolaou ein neues Album am Start. Grund genug dem guten Yiannis mal genauer auf den Zahn zu fühlen.

J.P: Yiannis. vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu euch selbst als Band beantwortest. Es soll ja Leute geben die euch noch nicht so gut kennen, daher stell dich und die Band doch einfach mal kurz vor und gib uns einen kurzen Überblick über eure Bandgeschichte?

Y.P: Hallo Julian, vielen Dank, dass du mir die Gelegenheit gegeben hast, mit den Anhängern von Rock Garage zu sprechen.
Diviner ist eine Heavy-Metal-Band aus Griechenland mit klassischem Metal-Ursprung, aber mit modernem Sound. Wir haben uns 2011 gegründet und unser Debütalbum erschien am 20. November 2015 über Ulterium Records. Es war eine wirklich starke Veröffentlichung, die vom ersten Moment an einen sehr guten Eindruck beim Underground-Metal-Publikum hinterlassen hat. Wir haben eine Reihe von Shows in griechischen Festivals und Städten sowie in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden gegeben, um das Album zu promoten, und ich denke, wir haben viele Fans gewonnen. Wir haben Anfang 2017 einige notwendige Änderungen an der Bandzusammensetzung vorgenommen und uns auf den nächsten Schritt vorbereitet.

J.P: Dieser Tage bringt ihr euer neues Album „Realms of Time“ heraus. Kannst du uns etwas über die Entstehung des Albums erzählen?

Y.P: Wir hatten beschlossen, dass wir von der ersten Veröffentlichung an einen Schritt nach vorne machen mussten, weil wir uns musikalisch nicht wiederholen wollten. Der Songwriting-Prozess für das neue Album hatte also statt des heftigen Riffing auch einen stimmgetriebenen Ansatz und ich denke, wir haben die richtige Richtung gewählt. Die Aufnahmen waren wirklich cool, aber ich muss zugeben, dass wir uns etwas verspätet haben. Wir wollten die Aufnahmen im April 2018 abschließen und dann wurde es doch Ende November. Insgesamt klingt das Ergebnis aber großartig.

J.P: Wenn ich richtig gelesen haben, sind die zwei ehemaligen INNERWISH Musiker Gitarrist Thimios Krikos (Mitbegründer der Band) sowie Schlagzeuger Fragiskos Samoilis die auf dem Debüt zu hören waren nicht mehr mit an Bord. Ist das korrekt? Wie kam es zu dem Wechsel?

Y.P: Ja, es ist richtig, dass Thimios die Band verlassen hat. Thimios ist ein langjähriger Freund und Musikpartner, aber leider musste er die Band 1 Jahr nach der ersten Veröffentlichung wegen persönlichen Zeit und Terminproblemen verlassen, aber er ist immer noch eine großartige helfende Hand und ein wahrer Bruder. Fragiskos blieb in der Band und half viel bei der Entstehung von „Realms of Time“, sowohl beim Songwriting als auch bei einigen visuellen Aspekten der Veröffentlichung.

J.P: Was kannst du uns denn zu den neuen Mitgliedern erzählen? Wie sind sie zu euch gekommen und wie kam der Kontakt zu Stande?

Y.P: Nun, Thimios wurde durch Kostas ersetzt, der ein bekannter und talentierter Musiker aus der lokalen Szene ist. Er war ein Freund unseres Gitarristen George, der ihn vorgeschlagen hatte, und es war nur eine Frage der Zeit, ihn in die Band aufzunehmen.

J.P: Es war längere Zeit ruhig um euch, kannst du uns erzählen warum es mit dem neuen Album etwas länger gedauert hat?

Y.P: Nun, es hat wirklich dreieinhalb Jahre gedauert, bis wir zurückgekehrt sind. Aber es gab einige schwerwiegende Gründe. Zunächst haben wir es genossen, unser Debütalbum live zu spielen, weswegen wir uns nicht auf den nächsten Schritt konzentrieren mussten. In der Zwischenzeit hatten wir einen Besetzungswechsel, sodass unser neues Mitglied einige Zeit brauchte, um sich an die Band zu gewöhnen. Außerdem hat sich der Aufnahmevorgang etwas verzögert, daher halte ich die lange Wartezeit unter diesen Umständen für absolut nachvollziehbar.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „Realms of Time“ ein. Für mich sind “Against the Grain”, “Heaven Falls”, “The Earth The Moon and the Sun” und “Stargate” die hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

Y.P: Vielleicht bin ich für diese Frage nicht der richtige Ansprechpartner, weil ich die ganze Platte liebe. Auf der anderen Seite hat dieses Album eine erstaunliche Vielfalt, die viele verschiedene musikalische Vorlieben abdeckt und es so besonders macht. Ich denke, es gibt keine Filler darauf, aber ich kann verstehen, warum du diese 4 Songs am meisten magst. Sie sind auch einige meiner persönlichen Favoriten. „Against The Grain“ ist der richtige Album-Opener, heavy, roh, aggressiv und melodisch zugleich. „Heaven Falls“ hat sich als die beste Wahl für eine Videosingle erwiesen. Es ist eine sehr direkte, eingängige, stolze und herrliche Metal-Hymne, die einem vom ersten Moment an in Erinnerung bleibt. „The Earth, The Moon, The Sun“ … nun, es ist ein sehr schwerer, epischer, lyrischer Song mit einigen der besten Texte dieses Albums und natürlich einem großartigen Refrain. Ich liebe die Nummer.
„Stargate“ ist ein weiterer großartiger Song, der unsere melodischere und emotionalere Seite offenbart. Der beste Abschluss, den wir für dieses Album wählen konnten.
Ich glaube auch, dass „Beyond The Border“ einer unserer besten Songs ist, er hat die richtigen die Riffs, die Atmosphäre und ist auch melodisch und düster. Meiner Meinung nach einer der herausragenden Titel dieser Platte. Ich würde auch „King Of Masquerade“, „Set Me Free“ und „Time“ wählen. Ok, nun höre ich aber auf.

J.P: Wenn du das neue Album mit dem Vorgänger „Fallen Empires“ vergleichst, was glaubst du ist der größte Unterschied zwischen den beiden Platten?

Y.P: Ich denke, dass „Realms Of Time“ eine ausgewogene Vielfalt zwischen den Songs hat und melodischer, eingängiger ist, ohne an Heavyness zu verlieren. „Fallen Empires“ ist aggressiver, wilder und gitarrengetrieben. Ich würde sagen, es ist ein direkteres Heavy Metal Album als unser Vorgänger.

J.P: Wirf doch mal einen Blick zurück auf eure und auch auf deine bisherige Bandkarriere. Was würdest du/ihr heute anders machen und was genauso?

Y.P: Um ehrlich zu sein, würde ich überhaupt nichts ändern. Denn was ich in der Vergangenheit getan habe, selbst das, was ich falsch gemacht habe, hat dazu beigetragen was ich heute bin. Ich bin jemand der nicht zurückschaut. Ich mache einfach mit all meinen Erfahrungen und versuche von Tag zu Tag besser zu werden.

J.P: Was sind denn deine größten musikalischen Vorbilder? Welche CD’s stehen bei dir so im Plattenschrank?

Y.P: Ich bin mit all diesen großartigen Rock / Metal-Monstern der 70er und 80er Jahre aufgewachsen, wie IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST, BLACK SABBATH, PINK FLOYD, OZZY OSBOURNE, DIO, LED ZEPPELIN, METALLICA, MANOWAR, SLAYER, MEGADETH, SAVATAGE, QUEENSRYCHE, ACCEPT, MOTORHEAD, BLIND GUARDINA, HELLOWEEN und vielen andere. Nun habt ihr eine ungefähre Vorstellung davon was in meinem Plattenschrank so steht.
Aber ich habe mich auch an einige der neuesten Helden der 90er und 00er orientiert. AMON AMARTH ist einer von ihnen, aber ich kann sagen, dass ich definitiv ein verrückter IRON MAIDEN Fan bin. Das werde ich sein bis ich sterbe. Sie sind bei weitem meine Lieblingsband!

J.P: Yiannis wie geht es denn jetzt genau bei euch weiter? Was ist als nächstes mit der Band geplant? Gibt es vielleicht die Chance euch mal live zu sehen, auch in Deutschland?

Y.P: Wir haben vor einem Jahr in Deutschland gespielt und werden natürlich wiederkommen. Daran gibt es keinen Zweifel. Momentan proben wir hart, um für die Livesaison bereit zu sein.

J.P: Vielen Dank Yiannis für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

Y.P: Ich danke dir auch vielmals. Es war toll, dein Interviewgast zu sein.
Ich hoffe, du wirst „Realms Of Time“ genauso genießen und lieben wie wir! Viele Grüße an alle eure Leser. Bis bald irgendwo da draußen!

Julian

English Version:

J.P: Hi Yiannis, Julian from Rock-Garage.com is speaking. Thank you that you answer me a few questions about your new album and DIVINER itself.
For those people who did not know you, can you introduce the band first and show the previous career?

Y.P: Hi Julian and thanks for giving me the chance to speak to Rock Garage followers.
Diviner is a heavy metal band from Greece with classic metal origins but with modern sound. We formed back in 2011 and our debut album came out on the 20th of November 2015 under Ulterium Records. It was a really strong release that from the first moment made a very good impression to the underground metal audience. We gave a number of shows in greek festivals and cities and also in Germany, Switzerland and in The Netherlands to support it, and I feel we gained a good following. Going through some needed line-up changes in the beginning of 2017, we prepared for the next step.

J.P: So your new record “Realms of Time” is quit near before the release. Can you tell us something about the „birth“ of the record? How were the recording sessions?

Y.P: Actually we decided that we had to step forward from the first release because we didn’t want to repeat ourselves musically. So the new album songwriting process, instead of the heavy riffing, had also a vocal driven approach and I think that we’ve chosen the right direction. The recording sessions were really cool but I must admit we delayed a bit. We strated them on April 2018 and completed on late November. But overall the result sounds great.

J.P: If I have read correctly, the two former INNERWISH musicians guitarist Thimios Krikos (co-founder of DIVINER) as well as drummer Fragiskos Samoilis who were heard on the debut record were no longer part of the band. Is that correct? How did the changes happen?

Y.P: Yes it’s correct that Thimios left the band. Thimios is a long time friend and music partner but unfortunately he had to leave the band 1 year after the first release due to personal heavy schedule but he is still a great helping hand and a true brother. Fragiskos stayed in the band helping a lot in the making of „Realms of Time“, both in the songwriting and in some of the visual aspects of the release.

J.P: What can you tell us about the new members? How did they come to you and how did you get contact with them?

Y.P: Well, Thimios was replaced by Kostas who is a well known and talented musician from the local scene. He was a friend of our guitarist George who suggested him and it was a matter of time to hook him in the band.

J.P: For a long time there will be silence around DIVINER. What have you done while the last years? Why did it take so much time to recording your second record “Realms of Time”?

Y.P: Well, it really took us 3 years and a half to return which is quite a long term indeed. But it happened for some serious reasons. First of all we enjoyed a lot playing live our debut album, so we weren’t in a hurry for the next step.In the meanwhile we had a line-up change so our new member needed some time to adjust to the band. Besides that we delayed a little bit on the recording process so in these conditions I think it makes absolute sense.

J.P: Let us look at the songs of “Realms of Time”. For me “Against the Grain”, “Heaven Falls”, “The Earth The Moon and the Sun” and “Stargate” are the best songs. Can you tell us something about these songs? Are these also your favorite songs on the album or what favorites did you have?

Y.P: Maybe I’m not the right person to answer because I love the whole record. On the other hand this album has an amazing diversiry that covers many different musical preferences and that makes it so special.I think there are no filler tracks in it but I can understand the reason you like these 4 songs most. They are also some of my personal favourites. „Against The Grain“ is the right album opener, heavy, raw, aggressive and melodic at the same time. „Heaven Falls“ has proven as the best choice for a video single, it’s a very direct, catchy, proud and glorious metal anthem that stucks in your mind from the first listening. „The Earth, The Moon, The Sun“…Well it’s a very heavy, epic, lyrical song with some of the best lyrics written in this album and of course a great chorus. I love it. „Stargate“ is another great song that reveals our more melodic and emotional side. The best closer we could have for this album. I also believe that „Beyond The Border“ is one of our best songs, it has the riffs, the atmosphere and it’s also melodic and dark. In my opinion one of the stand out tracks of this record. I would also choose „King Of Masquerade“, „Set Me Free“ and „Time“. Ok, I stop it here.

J.P: What is the main difference between your debut record “Fallen Empires” and your new record “Realms of Time” in your opinion?

Y.P: I think that „Realms Of Time“ has a balanced diversity between the songs and it’s more melodic,catchy without losing it’s heaviness. „Fallen Empires“ is more aggressive, wild and more guitar driven. I would say it’s a straight forward heavy metal album.

J.P: When you look back at your band and your personal career what things where things which you did wrong or which would you do different today?

Y.P: Well to be honest I wouldn’t change anything at all. Because what I’ve done in the past, even the things that I’ve done wrong defined what I am today. I’m the kind of person that dosen’t look back, I just move on with all my experiences trying to be better day by day.

J.P: What are your music Heroes? What kind of records did you have in your record desk?

Y.P: I grew up listening to all these great rock/metal monsters of the 70’s, 80’s like Maiden, Priest, Sabbath,Floyd, Ozzy, Dio, Purple ,Zeppelin, Metallica, Manowar, Slayer, Megadeth,Savatage, Queensryche,Accept,Motorhead, Blind Guardian, Helloween and many others so you can imagine what happens in my record desk. But I also stuck with some latest heroes of the 90’s and 00’s as well. Amon Amarth is one of them but I can say that I will definitely remain a crazy Iron Maiden fan till the day I die. They are by far my favourite band ever.

J.P: Yiannis what comes next for the band? What’s next for yourself? Are there any tour plans especially for Germany?

Y.P: We played in Germany a year ago and of course we will return. No doubt about that. As for now we are rehearsing hard to be ready for battle.

J.P: Thank you Yiannis for your time, and for the interesting answers! I wish you all the best for the future, the last words, of course are yours.

Y.P: Thank you too. It was great to be your guest.
I hope you’ll enjoy „Realms Of Time“ as we do. Cheers to all your readers. See you soon somewhere out there.

Julian

 

ETERNITYS END Interview

Nach dem tollen Debütalbum „The Fire Within“ aus dem Jahre 2016 der Jungs von ETERNITY`S END welches von der Presse und den Fans tierisch abgefeiert wurde kommt nun der zweite Silberling mit dem Namen „Unyelding“ um die Ecke. Ich sprach mit Gitarrist und Mastermind Christian Muenzner um mehr über die zurückliegenden Jahre und die neuste Veröffentlichung zu erfahren.

J.P: Hallo Christian, vielen Dank das du mir Frage und Antwort stehst zu der Veröffentlichung eures neuen Albums!
Lass uns doch mal kurz zurückblicken auf das Debütalbum. Wie ist es für euch gelaufen, wie zufrieden seid ihr mit dem ersten Album rückblickend vor allem nach dem ersten Labelärger, euer erstes Label Power Prog ging ja glaube ich insolvent oder?

C.M.: Musikalisch bin ich mit dem ersten Album nach wie vor sehr zufrieden und würde eigentlich nichts daran ändern wollen, es war genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt machen wollte, auch wenn es sich stilistisch etwas von unserem neuen Album unterscheidet. Lediglich die Produktion ist mir aus heutiger Sicht etwas zu steril und trocken bzw. zu modern. Die Situation mit dem Label war aber in der Tat sehr unglücklich. Der Besitzer des Labels hatte damals einen akuten Burn Out und ist knapp 2 oder 3 Monate nach der Veröffentlichung des Albums untergetaucht und war nicht mehr aufzufinden, hat weder auf e-mails noch Whats App geantwortet und ist auch komplett von Facebook verschwunden. Ein Mitarbeiter von ihm sollte dann das Insolvenzverfahren abwickeln und den Bands die noch offenen Beträge auszahlen, was dann aber nie passiert ist. Die entsprechende Person hat nach kurzer Zeit aber ebenfalls alle Kontaktversuche ignoriert. Daher vielen die Rechte für das erste Album an uns zurück und ich hoffe, dass es demnächst durch unser aktuelles Label eine Wiederveröffentlichung geben wird. Zudem gab es damals aufgrund der akuten Situation keinerlei Promotion abgesehen von ein paar Facebook und Youtube Posts für das Album, weshalb es leider seinerzeit sehr untergegangen ist. Das einzig Gute war, dass durch Power Prog kurz vor dem Ende der Kontakt und der Lizenzdeal mit Avalon/Marquee zustande gekommen ist, die einen super Job gemacht haben. In Japan läuft es daher am besten für uns.

J.P: Personell ist die Band ja etwas runderneuert. Gib uns doch mal einen Überblick wer ist neu an Bord und vor allem warum, standen die alten Mitglieder nicht mehr zur Verfügung?

C.M.: Neu an Bord sind Sänger Iuri Sanson, Gitarrist und 2. Songschreiber Phil Tougas (First Fragment) und Bassist Mike LePond (Symphony X), vom Line Up der ersten Platte sind neben mir noch Keyboarder Jimmy Pitts und Schlagzeuger Hannes Grossmann übrig. Als erstes kam Phil neu dazu, ich habe das erste Album ja alleine komponiert und auch alle Gitarren alleine eingespielt, aber eigentlich waren die Songs von Eternity’s End schon immer für 2 Gitarren gedacht, spätestens in einer live Situation hätten wir einen 2. Gitarristen gebraucht. In meinem Freundeskreis gibt es viele sehr gute Gitarristen die unser Material spielen könnten, aber ich wollte jemanden, der genau meine Vision teilt und einen besonderen Stil hat und auch sich vor allem auch gut ins Songwriting einbringen kann. Phil und ich haben sehr viele gemeinsame Einflüsse und er ist ein unfassbar gute Komponist, wir haben das neue Album zu fast gleichen Anteilen komponiert und das hat uns als Band schon nochmal eine Ecke weitergebracht. Der Sängerwechsel hatte verschiedene Gründe, ich liebe Ian’s Stimme und wir sind nach wie vor befreundet und er hat auf The Fire Within einen unfassbar guten Job abgeliefert, aber für ihn hatte Eternity’s End zum einen eher Projektcharakter und er wäre nicht für Live Aktivitäten zur Verfügung gestanden wie wir das in Zukunft geplant haben, zudem kommt er eher aus der AOR/Hard Rock/Prog Ecke, das macht er ja auch auf seinen Soloalben. Unser erstes Album hatte noch diesen Einschlag, die Musik auf Unyielding entwickelte sich jedoch eine andere Richtung, mit deutlichen German Speed und US Power/Thrash Anleihen die auch nach einem etwas anderen Gesangsstil verlangte. Mit Linus sind wir ebenfalls noch super befreundet, er spielt ja auch mit Hannes und mir noch bei Alkaloid, aber er ist halt mit Obscura sehr stark eingebunden und hat mir gesagt, dass das für ihn immer Priorität haben wird und alles andere nur Projektcharakter hat, und ich wollte mit Eternity’s End auch aus dem Obscura Side Projekt Stigma heraus. Phil und ich hatten sogar zwischenzeitlich überlegt, ob wir einfach als komplett neue Band mit einem neuen Namen starten, aber es ist ja nach wie vor Power Metal, es ist ja nicht so dass wir jetzt auf einmal Funeral Doom oder sowas spielen, und die Vorarbeit mit dem ersten Album wäre sonst ja umsonst gewesen, außerdem finden wir nach wie vor den Namen cool, der ja von dem Opening Track auf Joey Tafolla’s Out Of The Sun Album stammt, was für uns die ultimative Gitarrenbibel ist.

J.P: Gerade auf euren neuen Sänger Iuri Sanson (HIBRIA) war man gespannt. Wie kam der Kontakt zu Stande und ist Iuri weiterhin Mitglied bei HIBRIA?

C.M.: Nein, er ist nicht mehr bei Hibria, das hat aber nichts mit uns zu tun. Er war schon immer einer meiner absoluten Lieblingssänger, seit ich das 2004er Hibria Debutalbum „Defying The Rules“ zum ersten mal gehört habe. Phil ist ebenfalls großer Fan. Er wäre zwar unser Nr. 1 Wunschkandidat gewesen, aber wir hatten als er noch bei Hibria war gar nicht in Erwägung gezogen, ihn überhaupt zu fragen. Irgendwann hat mir Phil dann geschrieben, dass bei Hibria alle Mitglieder bis auf den Gitarristen ausgestiegen sind. Daraufhin haben wir Iuri sofort kontaktiert, das lief glaube ich damals tatsächlich über Instagram. Er wollte dann erst mal ein paar Demos hören, aber nachdem er die ersten Songs gehört hatte, war er sofort Feuer und Flamme für die Band.

J.P: So, jetzt blicken wir aber mal auf euer neues Album „Unyelding“. Der Albumtitel lässt auf ein Konzept oder eine Geschichte dahinter vermuten. Was hat es mit dem Titel auf sich und von was handeln die Stücke? Gibt es eine Verbindung zum Vorgängeralbum?

C.M.: Das Album ist in der Tat ein Konzeptalbum, hat aber mit dem ersten Album eigentlich nichts zu tun. Die Geschichte spielt in einer alternativen Zeitlinie, in der ein Raumschiff einer hochentwickelten Zivilisation auf der Erde des 11. Jahrhunderts abstürzt. Die Menschen dieses Zeitalters, in welchem noch das Gesetz des Schwertes regiert und die noch sehr barbarisch geprägt sind, machen sich die hochentwickelte Technik des Raumschiffes zu eigen und erreichen in unnatürlich kurzer Zeit ein extrem hohes technisches Niveau, ohne aber die soziale Reife zu besitzen, die Technik zu kontrollieren und verantwortungsvoll mit der daraus resultierenden Macht umgehen zu können. Diese hochentwickelten Barbaren besitzen nun die Technik, in andere Sternensysteme zu reisen und stiften Unruhe und Verwüstung in der Galaxie. Die Schöpfer des abgestürzten Raumschiffes, eine hochentwickelte Rasse namens Pryarus, machen sich, alarmiert durch ein Signal aus dem abgestürzten Schiff, auf den Weg, um der Menschheit den Krieg zu erklären und das interkosmische Gleichgewicht wieder herzustellen, woraus ein 900 Jahre andauernder interstellarer Konflikt entsteht. Man kann das in vielerlei Hinsicht metaphorisch sehen. Zum einen kann es eine Warnung vor dem Umgang mit destruktiver, hochentwickelter Technologie sein, ich finde zum Beispiel die Vorstellung, dass sich Nationen, die sich noch wegen unterschiedlicher Götterbilder gegenseitig die Köpfe einschlagen, sich im Besitz von Nuklearwaffen befinden durchaus beunruhigend. Der Titelsong Unyielding beschreibt eine Situation, in welcher der Hauptcharakter der Geschichte seine Armee in die Schlacht gegen die Pryarus führt, eine eigentlich ausweglose Situation. Das sowie den Albumtitel kann man metaphorisch sehen, es soll innere Stärke und Selbstbewusstsein repräsentieren, dass man auch in schwierigen Situationen standhaft bleibt, den Mut nicht verliert, die nötigen Opfer bringt, um wieder herauszukommen. Das ist die einzige Brücke, die man zur Thematik der ersten Platte schlagen könnte, die Texte auf The Fire Within handeln zum großen Teil von heroischer Selbsterhabenheit und den Glauben an das Ich. Das bezieht sich auch darauf, dass wir trotz der schwierigen Situation am Anfang weiterhin an unsere Band und Musik glauben und unnachgiebig (Unyielding) zu 500% dahinter stehen.

J.P: Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? War es eine Gemeinschaftsarbeit im Studio oder haben auch einige Mitglieder ihre Parts im stillen Kämmerlein eingesungen/eingespielt?

C.M.: Den ältesten Song des Albums, Blood Brothers (The Oath) habe ich bereits 2015 geschrieben, noch bevor unser erstes Album überhaupt veröffentlicht wurde. 2 ein halb weitere sind dann im Sommer 2016 entstanden, dann gab es eine längere Pause. Phil ist dann im März oder April 2017 eingestiegen und hat mir seine ersten Ideen geschickt. Richtig intensiv fertiggestellt und ausgearbeitet haben wir die Kompositionen dann zwischen Oktober 2017 und März 2018. Der Aufnahmeprozess hat dann zwischen April und August 2018 stattgefunden. Tatsächlich waren wir nie gemeinsam im Studio, da das logistisch einfach nicht möglich war, da wir ja aus allen möglichen unterschiedlichen Ländern kommen. Es hat jeder bei sich zu Hause oder bei einem Studio bei sich in der Nähe seine Parts eingespielt. Das war dann manchmal etwas schwierig zu koordinieren, beispielsweise musste Iuri nochmal 1-2 Parts bei sich im Studio in Brasilien korrigieren, weil es nicht mit Piet’s Chören gepasst hat, dann kommen die diversen Zeitverschiebungen hinzu und so weiter, das war schon ein bisschen eine logistische und organisatorische Herausforderung, aber ich bin mit dem Endergebnis sehr zufrieden, auch wenn es natürlich toll wäre, als Band eine lange Zeit gemeinsam im Studio zu sein und alle relevanten Entscheidungen gemeinsam zu treffen, das war aber unmöglich, weder logistisch, terminlich noch finanziell.

J.P: Vergleich doch mal bitte das neue Album mit eurem Debüt. Was glaubst du ist anders, bzw. was wolltet ihr verbessern? Ich tue mich etwas schwer, auch aufgrund des Sängerwechsels Vergleiche zu ziehen.

C.M.: Ich stimme dir zu, man kann die beiden Alben nicht wirklich vergleichen, nicht nur aufgrund des Sängerwechsels, sie sind auch stilistisch und von den Kompositionen her unterschiedlich. Das erste Album habe ich wie gesagt alleine komponiert und es war sehr stark in der Yngwie Malmsteen/Symphony X Tradition, neoklassischer Prog/Power Metal mit Einflüssen aus dem Hard Rock und AOR Bereich hier und da, allerdings teilweise auch schon deutlich schneller, härter und Riff orientierter als viele andere Bands in dem Bereich. Ian’s Gesang war eher in der Tradition von Sänger wie David Coverdale oder Ronnie James Dio, was dem Ganzen eben auch ein bisschen den Hard Rock Touch verliehen hat. Es war schon ein bisschen so etwas wie mein Soloprojekt oder Labor haha. Das neue Album ist viel eher ein Band Effort, da ich wie gesagt einen Großteil der Musik mit Phil zusammen komponiert habe und sich auch Iuri sehr stark eingebracht hat bei den Gesangslinien. Das neue Album hat zwar immer noch die neoklassischen Elemente und Einflüsse die wir auch schon auf dem Debut hatten, aber es ist ein deutlich stärkerer Einfluss von deutschen Power/Speed Metal Bands wie Iron Savior, Running Wild oder alten Blind Guardian, sowie Einflüsse von US Bands wie Helstar, Crimson Glory, Apocrypha oder auch Forbidden dabei, um nur einige zu nennen, bedeutet also, es gibt noch mehr schnelle Songs und intensiveres Riffing, Iuri’s Gesangsstil ist sehr anders als Ian’s, er ist eher in der Tradition eines Rob Halford, Midnight, Mike Vescera oder Michael Kiske, was besser zu den neuen Kompositionen passt. Außerdem ist ein sehr starker Focus auf dem Twin Gitarren Element, da Phil und ich sehr viele Harmonien zu zweit spielen wie es damals in den 80ern Bands wie Racer X oder Cacophony gemacht haben, es gibt viele Trade Offs, dennoch haben wir auch nach wie vor die ganzen Keyboard Soli, die auch schon auf dem ersten Album stark vertreten waren. Die neuen Songs sind etwas straighter und aggressiver, dafür aber mit meiner Meinung nach noch stärkeren und epischeren Melodien, die Refrains find ich deutlich größer als auf dem ersten Album, was natürlich nicht zuletzt auch an Piet Sielck’s genialen Chören liegt. Auch von der Produktion her wollten wir diesmal bewusst einen etwas rauheren, aggressiveren Sound, eher in der Tradition der 90er Jahre Produktionen, das erste Album war schon sehr modern was die Soundästhetik angeht, ich denke, unser neuer Sound passt besser zu unserer Musik.

J.P: Wer hat das tolle Cover entworfen? Hat ein bisschen Ähnlichkeit zum ersten Cover, auf der anderen Seite ist aber auch irgendwie ganz anders und sieht mehr künstlerisch aus.

C.M.: Das Cover stammt von dem amerikanischen Künstler Adam Burke, der das Cover direkt nach unseren Vorgaben und unserem Konzept entworfen hat. Es ist komplett handgemalt, da ist nichts digitales oder bearbeitetes daran, das war uns sehr wichtig. Adam Burke hat unter anderem für Bands wie Vektor oder Pagan Altar Cover entworfen. Das Cover stellt eine Situation aus der Geschichte des Albums dar. Wir wollten die Sword and Sorcery Ästhetik mit 80er Science Fiction verbinden, ich denke das ist ganz gut gelungen. Das Cover des ersten Albums wurde uns durch unser damaliges Label bereitgestellt, die das Cover bereits vorher von einem Grafiker bekommen hatten, um es für eventuell kommende Releases zu verwenden, und dann ist es eben bei uns gelandet. Ich find das Cover des ersten Albums ok, aber nichts zu besonderes, es ist mir etwas zu symmetrisch und glatt.

J.P: Christian bist du aktuell noch in anderen Bands unterwegs bzw. kann man dich auf anderen Alben in der Zukunft auch hören? Was steht für dich persönlich in der nächsten Zeit an?

C.M.: Ich war in letzter Zeit als Gastsolist auf einigen Veröffentlichungen zu hören, die neuesten waren das letzte Album von Dire Peril und das Album von Equipoise, auch auf dem kommenden Album einer neuen technischen Death/Black Metal Band namens Warforged wird ein Solo von mir zu hören sein. Mein Band neben Eternity’s End ist Alkaloid, da stehen jetzt im Sommer Festival Shows an, und ich werde im Sommer eine neue instrumentale Solo EP veröffentlichen. Natürlich sammeln wir schon wieder fleißig Riffs für die nächste Eternity’s End Platte.

J.P: Habt ihr eine Tour in Planung? Ich glaube live seid ihr bislang nicht sonderlich präsent gewesen oder?

C.M.: Wir bisher leider tatsächlich noch nie live gespielt mit Eternity’s End. Das ist jetzt das nächste große Ziel, so dass wir auch endlich als Band wahrgenommen werden und von diesem Projektcharakter wegkommen. Wir arbeiten gerade an einer Europatour Anfang nächsten Jahres, ich hoffe, das klappt.

J.P: Eine Frage zur Labelsituation. Ihr seid ja nun bei dem deutschen Newcomer Label Ram it Down Records unter Vertrag. Seid ihr zufrieden mit eurer Wahl und habt ihr vor die Kooperation noch über mehrere Alben weiterzuführen? Wie kam es zu dem Labelwechsel bzw. wie entstand der Kontakt?

C.M.: Unser Management hat diverse Labels kontaktiert als wir mit dem Album fertig waren, da unser altes Label ja nicht mehr existent war. Nur in Japan hatten wir bereits einen Deal über Avalon/Marquee, weshalb das Album dort auch etwas früher erschienen ist als im Rest der Welt. Der Inhaber von Ram it down kannte mich auch indirekt durch meine Tätigkeit mit Paradox und Serious Black, da er auch bei AFM arbeitet, bei denen wir aber stilistisch nicht ganz ins Ratser gepasst haben. Er fand unser Album super und die Firma hat auch den souveränsten Eindruck gemacht, und wir haben es nicht bereut. Es gab jetzt schon ein vielfaches an Promotion als wir beim ersten Album jemals gesehen haben, gute Features und Announcements auch in den Printmedien, super Vertrieb und sehr relaxte, stressfreie, ehrliche Zusammenarbeit, so wie es sein muss, aber leider oft nicht ist. Es wäre durchaus wünschenswert auch in Zukunft weiter zusammen zu arbeiten.

J.P: Vielen Dank Christian für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

C.M.: Ich danke euch für dieses Interview und die Promotion und allen, die das hier lesen, unser Album gekauft haben oder etwas nettes über uns gesagt haben und geholfen haben, dass man auf uns aufmerksam geworden ist. Wir hoffen, euch alle bald auf Tour zu sehen.

Julian

ELVENPATH Interview

Das letzte Lebenszeichen aus dem Hause ELVENPATH war das letzte Soloalbum von Gitarrist und Mastermind Till Oberboßel unter dem Banner von LUCID DREAMING. Nun ist der Gute Till aber mit seiner Stammband wieder zurück und präsentiert uns den neuen Silberling „The Path of the Dark King“. Grund genug Till mal wieder ein paar nette Fragen zum aktuellen Silberling zu stellen.

J.P: Hallo Till, erstmal vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album „The Path of the Dark King“ beantwortest.
Nach der letzten Scheibe deines Soloprojektes LUCID DREAMING, nun also wieder eine neu ELVENPATH CD. Bleiben wir erstmal kurz bei LUCID DREAMING, wie war die letzte Veröffentlichung für dich, wie zufrieden warst du und gibt es schon wieder vielleicht etwas Neues von LD zu vermelden? 😉

T.O: Hallo Julian, danke für das Interesse!
Mit dem zweiten Lucid-Album bin ich immer noch sehr zufrieden. Ich würde rückblickend kaum etwas daran ändern und bin nach wie vor richtig stolz auf das Werk. Auch das Echo seitens der Presse und der Metalgemeinde war überwiegend positiv, das war natürlich eine schöne Bestätigung. Leider waren die Verkäufe nicht so berauschend, aber bei der ungebremsten Veröffentlichungsflut bleibt natürlich vieles auf der Strecke. Um da hervorzustechen, muß man vor allem live sehr präsent sein, was bei einem Studioprojekt nun mal nicht gegeben ist. Daher mußte ich mich umso mehr anstrengen, den Menschen Lucid Dreaming nahezubringen. Aber es wird langsam besser, hoffe ich.
Das dritte Lucid-Album ist übrigens am entstehen und wird hoffentlich dieses Jahr fertiggestellt werden. Ich rechne also mit einer Veröffentlichung 2020.

J.P: Ist es für dich jetzt zur Regel geworden quasi immer abwechselnd in deinen „Bands“ tätig zu sein? Musst du das genau planen oder schreibst du einfach drauf los und schaust dann wozu es passt?

T.O: Stell dir das nicht so vor, daß Elvenpath ruht, wenn Lucid Dreaming aktiv ist und umgekehrt. Die Arbeit an beiden Bands bzw. Projekten läuft immer parallel. Aber weil es in beiden Fällen immer recht lange braucht, bis ein neues Album fertiggestellt ist, fanden die Veröffentlichungen bislang immer abwechselnd statt.
Ich bin eigentlich immer dabei, neues Material zu schreiben. Der kreative Prozeß, das Erschaffen neuer Musik ist für mich das, was mir am ganzen Musikerdasein am meisten Spaß macht, daher hört das nie auf. Die Schreibarbeit findet also nicht in Blöcken und konzentriert statt, sondern das zieht sich immer über einen längeren Zeitraum und eben auch parallel zueinander. Da schaue ich auch erst hinterher, wozu das jeweilige Stück eher paßt. Elvenpath und Lucid Dreaming sind musikalisch ja nicht sehr weit voneinander entfernt, aber bei Lucid handelt es sich um Konzeptalben, die eine Geschichte erzählen. Da muß das Stück von der Stimmung her natürlich in den jeweiligen Teil der Geschichte passen. Bei Elvenpath ist das etwas freier.

J.P: Nun aber zur neuen ELVENPATH Scheibe. Wie ist denn euer neues Album genau entstanden? Wann gab es die ersten Ideen, erzähl uns doch mal ein bisschen über den Aufnahmeprozess?

T.O: Ich habe ja gerade schon angedeutet, daß wir nicht in klar definierten Blöcken komponieren, daher kann ich nur schwer sagen, wann die ersten Ideen auftauchten, die jetzt auf dem Album Platz gefunden haben. Das war aber sicherlich noch vor den Aufnahmen zum letzten Album „Pieces of Fate“. Und der letzte Song „The Mountain Curse“ war schon damals komplett fertig und eigentlich für die letzte Scheibe vorgesehen. Allerdings kam Cris dann mit „On the Elvenpath“ in die Quere – ebenfalls ein monumentaler Abschlußsong, so etwas gibt es halt öfters bei uns, haha. Daher habe ich „The Mountain Curse“ damals zurückgezogen und er war auch das erste Stück, das wir für die neue Scheibe eingeprobt haben.
Wir haben uns erneut Zeit gelassen, die Stücke ausgiebig zu proben und detailliert auszufeilen, bevor es ins Studio ging. Auch live haben wir so manches Stück vorher häufig gespielt. Diese lange Vorbereitungszeit ist uns auch wichtig, damit die Songs wirklich reifen können, bevor sie aufgenommen werden.
Die Aufnahmen haben im Mai 2018 begonnen, allerdings haben wir auch da nicht am Stück gearbeitet sondern in einzelnen Blöcken. Das ging aus Zeitgründen nicht anders. Daher haben sich die Aufnahmen über ein Dreivierteljahr verteilt, bis wir Anfang Februar endlich den Mix fertigstellen konnten.

J.P: Im Vergleich zu eurem letzten Album worin siehst du die Hauptunterschiede zu eurer neuen Platte „The Path of the Dark King“?

T.O: Es ist mir schon wichtig, nicht einfach nur neue Songs zu veröffentlichen sondern mit jedem Album auch neues zu bieten. „The Mountain Curse“ ist der längste und vermutlich auch aufwendigste Song, den wir je gemacht haben. Im Gegenzug ist „Combat Zone Europe“ der schnellste und härteste. Wir haben zum ersten Mal Blastbeats eingesetzt und hatten noch nie soviel Kopfstimme in einem Song. Außerdem haben wir auf dem neuen Album erstmals einen echten Chor sowie eine Geige als Gastinstrumente verwendet.
„The Path of the Dark King“ ist meines Erachtens eine logische Weiterentwicklung von „Pieces of Fate“ (5 € ins Phrasenschwein, ich weiß…ist aber so). Wir haben unseren Steel nicht groß verändert, nur weiter ausgefeilt. Vielleicht sind wir etwas epischer und ausufernder geworden – schließlich haben wir gleich drei Songs auf dem Album, die die Zehnminutengrenze knacken bzw. daran kratzen.
Ob wir es geschafft haben, das letzte Album zu übertreffen, mag ich noch nicht sagen. An diese Frage muß ich mit einigem Abstand nochmal rangehen. Aber ich glaube nicht, daß wir uns verschlechtert haben.

J.P: Was mir persönlich direkt ins Auge gefallen ist beim neuen Album ist erneut das tolle Cover. Wer zeichnete sich denn dafür verantwortlich und wer hatte die Idee dazu?

T.O: Das Cover wurde erneut von Markus Vesper gezeichnet, dem wir ja schon die beiden letzten Alben anvertraut haben. Wir haben ihm erneut eine grobe Beschreibung gegeben, nach welcher er dieses Kunstwerk gezaubert hat. Die Idee zum Albumtitel hatte Dragutin. Der Pfad des dunklen Königs – das ist, wie man dem Cover entnehmen kann, der scheinbar hellere und leichtere Pfad, auf welchem allerdings allerhand Verführungen warten, vor denen man sich hüten sollte. Die Hortung materieller Reichtümer, der Glaube an falsche Propheten, die gerne einfache Lösungen anbieten etc. Der andere Pfad ist der schwierigere aber auch erstrebenswertere – wer ganz genau hinschaut, erkennt dort auch den Drachen als Symbol für einen besseren Lebensweg: Fantasie, Ehre und den Kampf für das Gute. Power Metal ist dafür meines Erachtens die ideale musikalische Umsetzung.
Sowohl der Metaller als auch der Drache waren ja bereits auf unseren letzten beiden Covern zu sehen – es war zwar nicht beabsichtigt, aber wir scheinen mittlerweile gleich zwei Maskottchen zu haben, die uns optisch begleiten, haha.

J.P: Bei den Aufnahmen zum neuen Album bzw. bei den Endarbeiten habt ihr erneut auf Uwe Lulis (Ex GRAVE DIGGER) als Produzenten zurückgegriffen. Erzähl doch mal wie sind denn die Arbeiten mit ihm so? Nachdem er ja schon auf dem letzten Alben die Knöpfe gedrückt hat gehe ich davon aus das ihr sehr mit seiner Arbeit zufrieden wart?

T.O: Wir waren und sind mit dem letzten Album sehr zufrieden, daher war Uwe auch unser Wunschproduzent für „The Path of the Dark King“. Da er ja seit einigen Jahren bei Accept spielt, war er zeitlich diesmal allerdings deutlich eingespannter, weshalb wir auch nur blockweise an der Scheibe arbeiten konnten. Es hat dann ja aber doch noch alles hingehauen und wir sind erneut sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Produktion ist für meine Begriffe geradezu ideal.
Uwe ist ein sehr lockerer Kerl mit viel Humor, das macht das Aufnehmen mit ihm angenehm. Aber er ist natürlich auch ein Profi mit entsprechendem Anspruch, da gehen keine halben Sachen durch. Entsprechend darf man da mitunter ganz schön ackern, bis alles paßt. Aber so soll es ja auch sein. Es ist meines Erachtens wichtig, daß nochmal ein bandexternes Paar Ohren am Start ist und die Songs mit etwas Abstand beurteilt. Außerdem kann ein alter Hase wie Uwe auch uns noch Tips zur Verbesserung geben. Den Einfluß des Produzenten sollte man also nicht unterschätzen.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „The Path of the Dark King“ ein. Definitiv ist der Openerbrecher “Combat Zone Europe” erklärungswert! Wie konntet ihr nur so einen Banger zu Beginn platzieren? Da ist man ja direkt im Eimer! : )
Die Hymne „One Strong Voice“ ist ebenfalls erwähnenswert und natürlich das Epos „Litanie of Lucifer“. Auch „The Sword of Gideon“ mit seinem interessanten Beginn mit dem Intro und dem Basslauf sollten wir hier nicht unterschlagen. Willst du uns zu den Songs etwas mehr erzählen?
Was sind deine Favoriten auf der neuen CD?

T.O: „Combat Zone Europe“ ist, wie ich ja schon sagte, der schnellste und sicherlich härteste Song, den es je von uns zu hören gab. Wir haben ihn auch mit voller Absicht an den Beginn gestellt. In jedem zweiten Review von uns steht etwas von Fantasynamen und buntem Cover und dann eine Erklärung, daß wir ja gar nicht so sehr nach Gothic/Symphonic/Happy/Tralala/Wasweißich-Metal klingen. Ich bin dessen langsam müde und wollte den Leuten eine ordentliche Breitseite verpassen, die sie von uns gar nicht erwartet hätten. Außerdem kann man auch als Power Metal-Band mal Blastbeats verwenden, finde ich.
Ich hatte eine Weile keine Idee, wovon der Text des Songs handeln sollte. Dann haben sich in den letzten Jahren die islamistischen Anschläge in Europa immer mehr gehäuft, und ich hatte mehr Inspiration, als mir lieb war. Es ist in den letzten Jahren unsicherer geworden in Europa – wir leben bereits, um mal Fachvokabular zu verwenden, in einem Konflikt auf niedriger Eskalationsstufe, also auf der ersten Stufe eines Krieges. Daher ist die Sicht auf Europa als Kampfzone keineswegs realitätsfremd.

„One Strong Voice“ ist konventioneller; einfach ein eingängiger Song mit einem Text über die weltweite Gemeinschaft der Metalfans. Das sollte eigentlich jeden ansprechen, für den Heavy Metal eben mehr ist als nur gute Musik. Mit dem Song haben wir übrigens noch etwas vor…dazu kann ich in schätzungsweise einem Jahr aber mehr sagen.

„The Sword of Gideon“ ist wieder ein historischer/politischer Song. Da geht es um eine Vergeltungsaktion der israelischen Armee gegenüber den Drahtziehern des Olympiaattentats von 1972. Er ist allerdings nicht als Parteinahme zu verstehen sondern als objektive Erzählung der Ereignisse damals. Wer sich für den Inhalt interessiert, findet im Internet unter dem Stichwort „Operation Frühling der Jugend“ Informationen. Musikalisch ist es ein langes Stück mit einem ansprechenden Groove, vielen verspielten Parts und einem sehr epischen Refrain. Live wird es den Song wahrscheinlich nicht oft zu hören geben, er ist mehr etwas zum zuhören als für eine wilde Liveshow.

„The Litanies of Lucifer“ ist kein großes Gesamtwerk, es handelt sich vielmehr um drei unabhängige Songs, die textlich allerdings eine fortlaufende Geschichte erzählen. Diese ist zum einen vom Christentum, zum anderen von der Serie „Supernatural“ inspiriert. Es geht darin um die finale Konfrontation der beiden Brüder Luzifer und Michael, beides Engel – der eine ein gefallener, düsterer Engel, der andere strahlend hell.
Man kann die Geschichte aber auch auf irdische Verhältnisse und Familien übertragen. Bei der Geburt sind Kinder meistens Engel für die Eltern. Das Leben jedoch kann dazu führen, daß sie in den Augen der Familie fallen. Viele Familien haben ihren Luzifer und ihren Michael.
Und es geht darum, daß die Menschheit selten ihre Verfehlungen selbst reflektiert und daraus lernt – es ist immer einfacher, dem Teufel die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Auf eigene Favoriten kann ich mich im Moment noch schwer festlegen. „Devil’s Game and God’s Masquerade“ gehört sicherlich dazu, da der Song sich von der ersten Rohfassung zur fertigen Version so gut entwickelt hat. Das war ein sehr langer Prozeß, währenddessen wir den Song immer wieder durch die Mangel genommen haben, bis er sein Optimum erreicht hatte – ein gutes Beispiel für den bereits angesprochenen Reifungsprozeß. „The Mountain Curse“ ist ein weiterer Favorit, da ich begeistert davon bin, wie wir es geschafft haben, unsere verschiedenen Facetten in einen Song zu packen und eine Geschichte musikalisch zu erzählen. Außerdem liebe ich das Chorintro.
Aber ich finde, das Album ist insgesamt ziemlich geil geworden, haha.

J.P: Das neue Album erscheint mal wieder in Eigenregie. Bei deinem Soloausflug LUCID DREAMING gab es eine Zusammenarbeit mit einem Label. Warum klappt es mit deinem Soloprojekt mit den Labels und mit deiner Band ELVENPATH nicht?

T.O: Weil wir mit Elvenpath bewußt vertragsfrei sind. Für eine Band unseres Status würde ein Label nichts bringen, ohne daß wir eine ordentliche Stange Geld bezahlen müßten. Wenn man die heutzutage üblichen Verträge kennt, macht man sich schon genau Gedanken, ob man sich auf so etwas einläßt. Die Zeiten, als ein Aufnahmebudget noch die Regel war, sind lange vorbei – mittlerweile darf man eher noch eine „Gebühr“ bezahlen, damit das selbst finanzierte Album über das jeweilige Label veröffentlicht wird.
Die beste und wichtigste Werbung bleiben Konzerte – da benötigen wir auch nicht unbedingt einen internationalen Vertrieb. Da kann man vieles auch selbst machen. Bereits beim letzten Album haben wir keine Labels mehr bemustert und auch diesmal von vornherein darauf verzichtet.
Ein Studioprojekt wie Lucid Dreaming hingegen spielt nicht live, braucht andere Vertriebskanäle und muß dementsprechend ganz anders beworben werden. Ich erachte daher eine Labelveröffentlichung im Fall Lucid Dreaming als besser.

J.P: Ich glaube personell hat sich nichts bei euch geändert in den letzten Jahren oder?

T.O: In der Tat haben wir es zum ersten Mal geschafft, zwei Alben hintereinander mit derselben Besetzung aufzunehmen! Wer sich an unser dauernd rotierendes Personalkarussell der ersten Jahre erinnert, wird diesen Satz vermutlich mit hochgezogenen Augenbrauen lesen, haha. Umso mehr freue ich mich, daß wir seit 2014 in dieser Hinsicht stabil sind – abgesehen von der Schlagzeugposition sogar seit 2009. Das ist natürlich auch eine wichtige Voraussetzung, um mit der Band weiterzukommen und auch neue musikalische Ebenen zu erreichen.

J.P: Anschlussfrage dazu, wenn ihr so lange immer zwischen den Alben Pause habt, gut ihr seid zwar auch viel live unterwegs aber Studioalben sind ja noch was anderes, muss man da nicht Sorge haben das einen die Truppe auseinanderbricht oder die Jungs einfach auch zur Überbrückung was anderes machen?
Oder schätze ich das jetzt komplett falsch ein und ihr habt zwischendurch absolut keine Langeweile? 🙂

T.O: Langeweile gibt’s bei uns nicht! Ich habe ja vorhin schon angedeutet, daß wir uns immer viel Zeit nehmen, bis die Songs für ein neues Album wirklich fertig sind. Wir haben zwar in der Regel vier Jahre Abstand zwischen den Veröffentlichungen, von Pause kann aber keineswegs die Rede sein. Im Gegenteil fangen wir in der Regel direkt nach der Fertigstellung eines Albums mit der Arbeit am nächsten an. Und die dauert eben. Wir spielen viel live, müssen auch dafür proben und können dann nicht an neuen Songs basteln. Und je komplexer unsere Songs werden, desto mehr Arbeit erfordern sie eben, bis sie den perfekten Zustand erreicht haben.
Aber das wollen wir auch so, daher nehmen wir uns gerne mehrere Jahre Zeit für ein Album. Zumal das alles in unserer Freizeit passiert, denn natürlich müssen wir auch alle einem normalen Beruf nachgehen, um die Miete zu bezahlen.

J.P: Nun kannst du mal ein bisschen Werbung für eure nächsten Livegigs machen. Wo spielt ihr denn als Nächstes bzw. was steht für euch als Nächstes an?

T.O: Wenn dieses Interview erscheint, dürfte es Ende März 2019 sein. Da steht dann als nächstes das Necksplosion Fest in Luxemburg an – unser erster Abstecher ins benachbarte Großherzogtum. Im September werden wir erstmalig Italien heimsuchen und beim Born To Fly Festival in Turin spielen. Ansonsten sind für dieses Jahr eine Menge Konzerte kreuz und quer in Deutschland bestätigt, u.a. beim A Chance For Metal Festival, beim Augsbangers Metal Meeting und beim Feuerfänger Festival. Die werden nach und nach auf unserer Homepage www.elvenpath.com und unserer Facebookseite www.facebook.com/elvenpathmetal nachzulesen sein.
Und man höre und staune, aber es wird in den nächsten anderthalb Jahren voraussichtlich noch mehr Veröffentlichungen von uns geben. Da möchte ich jetzt noch nichts verraten, behaltet mal unsere Onlinepräsenzen im Blick.

J.P: Vielen Dank Till für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

T.O: Vielen Dank für die Unterstützung und den Platz, den wir zur Verfügung gestellt bekommen! Alle sind herzlich eingeladen, sich das neue Album anzuhören – wer daran Gefallen findet, kann es über metal@elvenpath.com beziehen.

Julian

DEVICIOUS Interview

Nach dem tollen Debütalbum „Never say Never“ der Jungs von DEVICIOUS welches von der Presse und den Fans tierisch abgefeiert wurde kommt nun schon der zweite Silberling mit dem klangvollen Namen „Reflections“ um die Ecke. Ich sprach mit Basser und Mastermind Alex Frey um mehr über die zurückliegenden Jahre und die neuste Veröffentlichung zu erfahren.

J.P: Hallo Alex, vielen Dank das du mir Frage und Antwort stehst zu der Veröffentlichung eures neuen Albums!
Lass uns doch mal kurz zurückblicken auf eure ersten Jahre bzw. auf das Debütalbum. Wie ist es für euch gelaufen, wie zufrieden seid ihr mit dem ersten Album rückblickend vor allem nach dem ersten Labelärger?

A.F.: Hallo Julian, danke für die Möglichkeit ein paar Takte über uns sagen zu dürfen.
Nachdem das Debüt in 6 Monaten Studioarbeit fertiggestellt wurde und wir dachten einen guten Deal unterzeichnet zu haben, mussten wir fast ein Jahr warten bis das Album dann halbherzig ohne Promo oder Vertrieb erhältlich war. Wir haben uns dann mit sofortiger Wirkung getrennt und baten Birgitt Schwanke von Pride & Joy Music sich unser anzunehmen. Intern zählen wir diesen Tag im Mai als den tatsächlichen Startschuss der Band. Das Debütalbum hat mit Sicherheit tolle Momente und mit „Everything“ und „Penthouse Floor“ seine Hits. Aber der Drang schnellstmöglich ein 2. Album nachzulegen hatte auch mit dem Fakt zu tun, dass ich Dinge unbedingt verändern wollte. „Never Say Never“ war ein schöner Türöffner und es wurde international abgefeiert. Daher war es wohl ein sehr gutes Album. Iich persönlich fühle mich bei den Songs von „Reflections“ mehr zu Hause weil einfach ein bisschen mehr Dampf und Punch dahinter steckt.

J.P: Bevor wir auf eure neusten Personalie eingehen, vorab noch die Frage wie bist du denn an deine restlichen Mitmusiker gekommen und wie hast du sie gefunden?

A.F.: Wir kennen uns seit der Schulzeit in Karlsruhe, waren in den gleichen Clubs und haben auf den gleichen Veranstaltungen gespielt. Denis unser Tastenmann war mit Radivoj in einer Band und wurde mir als „sehr passend“ und „fehlerfrei“ beschrieben. In der Tat, er passt super und wir warten noch auf seinen ersten Spielfehler, der Junge ist wie eine Maschine 😀

J.P: Nun zur angesprochenen neusten Personalie. Mit Erschrecken habe ich erfahren das auf euer aktuellen Tour euch euer Sänger Zoran abhandengekommen ist. Ich habe zwei Versionen gelesen, in der einen hat euch Zoran verlassen, in der anderen wurde er gegangen weil wohl irgendetwas vorgefallen ist….magst du Licht ins Dunkel bringen und uns aufklären bzw. erklären was genau passiert ist?

A.F.: Darüber gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Wir haben uns einvernehmlich am Abend unseres Konzertes in München getrennt. Die Band hatte zuvor beschlossen keinen Auftritt mehr mit ihm zu machen und er kam mit dem gleichen Ergebnis eine Stunde nach dem Konzert auf uns zu. Es gab keinen Streit oder böse Worte, Zoran ist ein Sänger mit einer Range und einer Power die nicht viele haben. Es ist schade was passiert ist. Aber alles hat seine Gründe und die bleiben natürlich intern.

J.P: Der ganze Vorfall ist natürlich sehr frisch, aber die Frage muss man natürlich stellen. Wie geht’s weiter? Hast du da schon eine Idee?

A.F.: Es ging bereits weiter in Oslo. Wir haben Steven Mageney von Crystal Ball angerufen ob er uns helfen könnte und er hat auch sofort zugesagt. Steven hat innerhalb einer Woche unser Material draufgeschaufelt und in Oslo die Vulkan Arena zum Beben gebracht. Der Abend hat so viel Spaß gemacht, dass wir zusammen noch 7 weitere Konzerte auf unserer Deutschlandtour mit Maverick und TwentyDarkSeven machen werden.
Bald werden wir unseren neuen Sänger*in präsentieren. Es gibt einige vielversprechende Anwärter*innen. Niemand muss sich Sorgen machen, DeVicious geht ungebremst weiter nach vorne.

J.P: So, jetzt blicken wir aber mal auf euer neues Album „Reflections“. Der Albumtitel lässt auf ein Konzept oder eine Geschichte dahinter vermuten. Was hat es mit dem Titel auf sich und von was handeln die Stücke?

A.F.: Der Titel ist einfach erklärt, ich verarbeite in meinen Texten Vergangenheit und Gegenwart. Ich reflektiere über Beziehungen, Entscheidungen und die Kindheit. Darüber hinaus wollen wir die Zuhörer dazu anregen über sich selbst zu reflektieren und immer weiter nach vorne zu schauen.

J.P: Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? War es eine Gemeinschaftsarbeit im Studio oder haben auch einige Mitglieder ihre Parts im stillen Kämmerlein eingesungen/eingespielt?

A.F. Die Vorproduktion habe ich während der Fussball WM in Russland gemacht, es gab ja genug Zeit aus deutscher Sicht 😉 Ich wusste dieses Mal relativ genau was ich wollte. Ich wusste es soll härter und energiegeladener daherkommen und dementsprechend habe ich mein Songwriting vom Keyboard auf den Bass verlegt. Damit entstand sofort mehr Dynamik und Drive. Radivoj hat dann die Gitarren dazu geschrieben und Lars und ich haben gemeinsam die Drum Parts abgeglichen.
Es ging alles recht schnell, weil wir alle wussten was wir zu tun haben. Radivoj hat das Lied „Desire“ geschrieben, was wohl unser härtester Track auf dem Album ist und Lars hat „Run Together“ geschrieben. Ich habe lediglich die Refrains für diese Songs geschrieben, denn die sind bekanntlich unser Markenzeichen.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „Reflections“ ein. Für mich sind „Long Way Home“, „Never Let You Go”, „Flying“ „Run Together“ und “Feel the Heat” die hervorstechenden Songs. Das gesamte Album ist euch aber hervorragend gelungen! Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

A.F.: Danke für die Blumen. Klar “Long Way Home” und “Never Let You Go” sind natürlich die offensichtlichen Hits auf der Platte. Sie stehen glaube ich bei jedem auf der Liste. Der Versuch war es ein Album ohne Füller zu machen und ich würde mal in den Raum stellen, dass uns das gelungen ist. Jede Melodie funktioniert isoliert von den anderen Tracks. Dem einen oder anderen mag dann ein Lied schwächer erscheinen, aber das liegt natürlich auch an der stilistischen Range die das Album bietet. „Hungarian Girl“ polarisiert wohl am meisten auf Grund der augenscheinlich schmalzigen Lyrics. Wenn man dann aber weiß, dass ich mit Leukämie auf dem Sterbebett gelegen bin und der Text damals entstanden ist, dann sind das einfach nur die puristischsten Gefühle, die man aussprechen kann und keineswegs schmalzig. Der Chorus selbst ist in 2 Hälften geteilt und eskaliert in einer Arena-Hymne. Entweder man mag es oder mag es nicht. Wir lieben den Song und Live war es eines der Highlights. Mein persönlicher Favorit ist „We’re Dying“ weil es der unerwartete Hit auf dem Album ist. Es ist sehr skandinavisch angehaucht, ich habe hierbei eine für uns ungewöhnliche Chord-Progression gewählt und auch vom Arrangement her mich sehr weit an AOR Songs der 80ger gewagt. Für mich ist das der beste Song auf dem Album.

J.P: Vergleich doch mal bitte das neue Album mit eurem Debüt. Was glaubst du ist anders, bzw. was wolltet ihr verbessern? Ich finde ja das neue Album klingt irgendwie etwas runder und kompakter.

A.F.: Ich bin ja zum Teil in der Einführung schon darauf eingegangen. „Reflections“ ist erwachsener, härter, hat mehr Punsch und keine Füller. „Never Say Never“ war ein super Debüt aber hat durchaus noch seine, der Findungsphase geschuldeten, Schwächen. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich Stolz wie Bolle auf das Album, würde es aber so nie wieder schreiben. In Laufe der Zeit wird es garantiert auch eine Neuauflage mit neuen Arrangements und neuem Sänger davon geben.

J.P: Bislang habt ihr immer tolle Videos veröffentlich, können wir uns da wieder auf das ein oder andere Bilddokument von euch freuen?

A.F.: Ohne Sänger der auf der Platte singt wird das schwer werden, wir haben ca. 6 Stunden Material von eine Schönheit die in New York und in der Wüste von Nevada für uns posiert, das für das Hungarian Girl Video gedacht war. Ohne Zoran sind die Pläne jetzt etwas durcheinander geraten und Du wirst Dich überraschen lassen müssen was am Ende dabei rauskommt. Es wird auf jeden Fall etwas Visuelles von uns geben.

J.P: Eine Frage zur Labelsituation. Ihr seid ja bei dem deutschen Label Metapolis Records unter Vertrag, das erste Album erschien, nach einem Umweg, noch bei Pride & Joy. Seid ihr zufrieden mit eurer Wahl und habt ihr vor die Kooperation noch über mehrere Alben weiterzuführen? Wie kam es zu dem Labelwechsel?

A.F.: Es war kein Labelwechsel, wir haben Pride & Joy von Anfang an mitgeteilt, dass wir das 2. Album bei Metalapolis machen wollen. Wir wussten zu dem Zeitpunkt nicht ob sie uns nehmen würden. Wir haben Birgitt damals die Gründe genannt. Da sie sich auch bei Metalapolis um die Promo kümmert, haben wir das nicht als Wechsel angesehen, sondern als Erweiterung des Potentials. Ich bin mir absolut sicher, dass wir das Label nicht mehr wechseln werden. Wir könnten nicht zufriedener sein, man hört uns zu, man respektiert unsere Wünsche und man hilft uns, unsere Ideen umzusetzen. Privat kann man mit den Jungs auch gut auskommen und darum wird es so bald kein Ende der Kooperation geben.

J.P: Vielen Dank Alex für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

A.F.: Danke Dir Julian, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass viele Deiner Leser vom 20. April-27.April uns auf Tour besuchen werden. Immerhin werden das 7 ganz besondere Konzerte mit Steven Mageney am Mikrofon! Uns wird es in dieser Konstellation danach nie wieder zu sehen geben. ROCK ON!

Julian

NANOWAR OF STEEL Interview

Freunde, es ist mal wieder so weit. Das Garagentor ist oben und wir freuen uns, Gattopanceri666, Bassist von NANOWAR, bei uns parken zu dürfen! Die Italiener mit Zweitwohnsitz im Schwanzwald, die sich in ihrem Heimatland bereits einen anständigen Bekanntheitsgrad erarbeitet haben, haben mit „Stairway To Valhalla“ ein neues Album im Gepäck. Im Interview stand Gatto uns Rede und Antwort über die Auswirkungen der Konvertierung der Band zu Zeugen Jehovas und Angela Merkels Karriereaussichten.

Jannis Roloff: Hallo Gatto, danke, dass Du dir die Zeit genommen hast! Beschreib doch für die Leser, die Euch noch nicht kennen, zunächst einmal kurz, wer Ihr seid und was Ihr macht!

Gp666: Hallo sehr geehrte Leute, die uns noch nicht kennen. Seid willkommen in Schwanzwald! Ich würde Nanowar of Steel als fünf echte Schwanzwälder beschreiben, wenn fünf echte Schwanzwälder singen könnten. Ich könnte wahrscheinlich auch sagen, dass wir fünf Idioten aus Italien sind, aber das ist tatsächlich genau das gleiche.

J.R.: „Stairway To Valhalla“ scheint mir musikalisch wesentlich ausgearbeiter zu sein, als seine Vorgänger, mit mehr musikalischen Details und beachtlichem Songwriting (meinen Ohrwurm von „Ironmonger“ werde ich partout nicht mehr los). Fiel der Songwriting-Prozess dieses Mal anders aus als bisher? Wenn ja, inwiefern?

Gp666: Zuerst, danke für Deine Beschreibung, mit der Du sagst, dass alles, was wir bisher gemacht haben, eigentlich unprofessionell, unmusikalisch und total verkackt war. Schwanzlichen Dank! Wir freuen uns über Deine Meinung. Auf jeden Fall – natürlich ist der Prozess anders gewesen. Vor zehn Jahren, als z.B. „Into Gay Pride Ride“ veröffentlicht wurde, waren wir junge, schöne Scheißmusiker. Heute sind wir alte, saudreckige Scheißmusiker.

J.R.: Zu den Texten: Wie viel Alkohol war beim Schreiben der Lyrics involviert?

Gp666: Seitdem wir Zeugen Jehovas geworden sind, trinken wir leider keinen Alkohol mehr, aber sicher hat der Erdbeer-Gurke-Malaria-Saft, den wir bei Aldi jeden Tag kaufen, eine bedeutende Rolle gespielt.

J.R.: Man könnte ja meinen, dass nach ein paar Alben die Luft auch irgendwann mal raus ist, aber Texte wie der von „Barbie Milf Princess Of The Twilight“ oder „The Quest For Carrefour“ deuten darauf hin, dass die Kreativität absolut nicht nachlässt. Wie kommt Ihr immer noch auf solche Textideen?

Gp666: Wie gesagt, der entsprechende leckere Saft, den ich eben erwähnt habe, hilft unserer Kreativität, insbesondere die Liste der Zutaten, die auf der Flasche abgedruckt ist.

J.R.: Warum Liechtenstein und was kann man gegen die üblen Machenschaften der Zahnfee machen?

Gp666: Die sind aber zwei verschiedene Fragen, Du Arsch! Ich kann aber zwei Fragen nicht gleichzeitig antworten, und außerdem bin ich kein Wirtschaftswissenschaftler. Über das Thema sollst Du lieber mit Philipp Bagus reden (Anm. d. Red.: Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid mit Forschungsschwerpunkten Geld- und Konjunkturtheorie), der ist ein Experte der österreichischen Wirtschaftswissenschaft, und mit der Zahnfee.

J.R.: Entschuldigung, mein Fehler. Dann jetzt nur eine Frage: auf einen musikalisch komplett aus der Reihe fallenden Track wie „Rap-Sody“ habt Ihr dieses Mal verzichtet. War der Song eine Ausnahme, oder darf man sich in Zukunft noch einmal auf etwas in der Art freuen?

Gp666: Keine Ahnung, wir sollten zuerst schauen, was sie für einen Saft bei Rewe haben, wahrscheinlich kommt damit auch eine Erleuchtung, die uns mal wieder in die Richtung von RAPsody leitet.

J.R.: Ihr habt euch für Euer neues Album ein paar feine Gäste organisiert, allen voran Fabio Leone von Rhapsody Of Fire. Wird es in Zukunft Bemühungen geben, weitere Gäste hinzuzuziehen?

Gp666: Ja, wir warten mal, bis Frau Merkel ihre Kanzlerinstelle gekündigt wird, dann verwenden wir sie als Tänzerin für unsere Liveshows. Selbstverständlich hat sie schon zugestimmt, sie darf damit leider aber noch nicht an die Öffentlichkeit gehen.

J.R: Apropos Gaststars: Wird man Mario Draghi demnächst mit auf Tour erleben dürfen?

Gp666: Leider nicht, der mag Black Metal am liebsten und wurde schon von Impaled Nazarene reserviert. Und ehrlich gesagt, der Mario ist total nutzlos ohne seine Euro-Druckmaschine.

J.R.: Wie wäre es mit einer Tour im Vorprogramm von Rhapsody Of Fire? Wäre eine witzige Kombination und würde Euren Tourplan, der sich doch momentan hauptsächlich auf Italien beschränkt, etwas internationaler gestalten. Schonmal darüber nachgedacht?

Gp666: Wir haben schon darüber nachgedacht, und wichsen regelmäßig auch darüber. Es wäre eigentlich toll, aber leider ist unser Tourbus zu klein für beide Bands.

J.R.: Eine Eurer Hauptinspirationsquellen, ManowaR, hat inzwischen ihr Ende angedeutet. Falls es tatsächlich dazu kommen sollte: Ist das ein harter Verlust für Euch?

Gp666: Natürlich, mit ManowaR verlieren wir die zweitwichtigste Quelle unserer Kreativität und Inspiration, direkt nach den Erdbeer-Gurke-Malaria-Flaschen vom Aldimarkt.

J.R.: Wagen wir zuletzt noch einen Blick in die Zukunft: Was steht in nächster Zeit so an? Sind Festivaldates oder eine Tour in Planung, vielleicht auch in Deutschland? Beim Rock Harz wurdet Ihr ja sehr gut aufgenommen! Abseits dessen noch andere Pläne?

Gp666: Ja.

J.R.: Herzlichen Dank für das informative und sachliche Interview und insbesondere auch die ausführliche Beantwortung der letzten Frage! Die Rock Garage wünscht Euch alles Gute für die Zukunft und viel weitere Berichterstattung über die Themen, an die man sich im Metal normalerweise nicht herantraut! Und wie man das so macht: Die letzten Worte gehören Dir – Zeit für unbescheidene Eigenwerbung!

Gp666: Dankeschön, das ist mein erstes Interview auf Deutsch, also hoffe ich, Ihr habt alles verstanden. Trinkt mal Malariasaft mit Gurke und Erdbeere, es schmeckt gut und verstärkt bedeutend Eure Idiotie! Bis in Zukunft, Leute!

Jannis

WAIT OF THE WORLD Interview

Inspiriert von der TV Show X Factor haben wir kurzerhand mit den dortigen Teilnehmern und Finalisten WAIT OF THE WORLD per Facebook Kontakt aufgenommen, um dieser großartigen Alternative, Post-Rock Newcomerband eine Plattform zu geben um sich vorzustellen und bekannter zu machen.
Das Interview fand mit Mike und Marco von Wait of the World statt und passenderweise übernahm unsere Social Media Mitarbeiterin Christina die Fragestellungen.

C.P: Hallo Jungs, schön das es mit dem Interview so spontan geklappt hat. Facebook sei Dank ging die „Interviewverabredung“ ja ganz schnell :-). Da euch viele Leute noch nicht kennen, stellt euch und die Band doch einfach mal kurz vor und gebt uns einen kurzen Überblick zu eurer Bandgeschichte?

WOTW: Also wir machen Post Rock/Alternative Rock und sind zu fünft. Seit 2013 sind wir aktiv, kennen uns aber schon seit der Schulzeit. Die Band besteht aus Ben Hutchison-Bird (Vocals), Mike Sigl (Guitar, Vocals, Keys), Tom Patchett (Bass), Marco Eckl (Guitar), Elias „Push“ Bohatsch (Drums)

C.P: Bevor wir zu eurer aktuellen Situation kommen, erzählt doch mal rückblickend, wie seid ihr denn zu X Factor gekommen?

WOTW: Wir sind über die Plattform Artistpool zu X Factor gekommen. Die haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass X Factor wieder nach Deutschland kommt. Danach haben wir uns dann zu den Castings in Stuttgart angemeldet. Tja und da hat man ja dann unsere Audition im Fernsehen gesehen.

C.P: Apropos Audition, habt ihr euch euren ersten Auftritt eigentlich nochmal angeschaut?

WOTW: Ja natürlich! Da haben wir schon festgestellt, insbesondere wenn man sich unseren letzten Auftritt angeschaut hat, dass wir live technisch echt zugelegt haben und erfahrener geworden sind. Die Aufregung spielte natürlich in den Anfängen auch eine große Rolle.

C.P: Die Entwicklung die ihr bei X Factor genommen habt war aber schon in eurem Sinne oder?

WOTW: Ja natürlich, das sind 1:1 wir. Wir haben uns da nichts aufdrängen lassen. Wir haben halt nur etwas Starthilfe gebraucht, vor allem bei Live Auftritten, also Choreo und so. Einfach herauszufinden was möglich ist wenn man etwas professioneller arbeitet. Unsere Identität wurde auf jeden Fall gefestigt und wir wissen jetzt wer wir sind. Auch die ganzen Vorurteile die man so gegenüber Castingshows hat können wir nicht bestätigen. Für uns war es ganz klar das Beste was uns passieren konnte.

C.P: Als Rock und Metalact hat man es vermutlich eh noch schwerer in Castingshows, weil das ja ein Genre ist was nicht die breite Masse anspricht. Von daher kann man es denke ich als großen Erfolg sehen, dass ihr es bis ins Finale geschafft habt, oder?

WOTW: X Factor hebt sich da wirklich etwas ab. Hier haben Bands eine definitive Chance und man wird auch nicht unbedingt in eine Richtung oder Ecke gedrängt. Wir konnten uns relativ frei entfalten und einfach unser Ding durchziehen.

C.P: Was nehmt ihr denn am ehesten aus der X Factor Zeit mit?

WOTW: Also erstmal die gesamte Erfahrung natürlich. Dann im speziellen die Bühnenerfahrung. Wir haben einfach super viel gelernt in der Zeit von den Coaches. Vor der Zeit waren wir auch was das Thema Interviews und Kameraaktivitäten angeht einfach nur schlecht! Das hat sich nun auf jeden Fall stark verbessert.

C.P: Hat sich euer Alltag nach der Show groß verändert?

WOTW: Also wir bekommen auf jeden Fall unglaublich viel Feedback. Auf Facebook bekommen wir jeden Tag Nachrichten und auch Anfragen. So viele Interviews wie jetzt haben wir in der ganzen letzten Zeit nicht gegeben. Wir werden einfach wahrgenommen und das freut uns natürlich sehr!
Unser normaler Alltag hat sich aber nicht groß verändert. Wir sind in unsere normalen Jobs oder an die Uni zurückgekehrt. Aber wir müssen jetzt natürlich schauen das wir nun direkt an X Factor anknüpfen, Songs schreiben und uns mit dem ersten Album beschäftigen. Sonst vergessen uns die Leute wieder. Und natürlich wollen wir auch wieder viel live spielen.

C.P: Live spielen, ein gutes Stichwort. Am 17.11 spielt ihr in München, wollt ihr dazu vielleicht noch kurz etwas sagen?

WOTW: Der Auftritt ist auf einem Festival in München im Muffatwerk (Ampere). Der Eintritt ist frei und es ist ein monatlich wiederkehrendes Festival. Dort werden wir einige Bands wiedertreffen die wir schon länger kennen. Was uns auch sehr freut ist das wir schon viele Nachrichten bekommen haben von Fans und Besuchern die extra wegen uns zum Festival kommen und von weit her anreisen.

C.P: Gibt es denn noch mehr was für euch dieses Jahr noch ansteht, oder ist das erstmal das Einzige?

WOTW: Also es sind noch ein paar mehr Auftritte geplant, aber noch ist nichts spruchreif. Aber wir werden definitiv noch mehrmals live spielen.

C.P: Wie war das so für euch mit dem Songs schreiben bei X Factor? Da musstet ihr ja pro Woche einen neuen Song schreiben. Da lastete doch bestimmt ein gewisser Druck auf euch oder?

WOTW: Ja uns hat es selbst etwas überrascht das uns das so leicht gefallen ist. Aber man muss schon sagen dass wir einen ganz anderen Bezug zu den Songs aus der X Factor Zeit haben als zu den anderen Songs. Denn zu einem Song den man in einer Woche geschrieben hat, baut man halt auch eine ganz andere Bindung auf wie zu einem der über einen längeren Zeitraum entstanden ist.
Trotz allem werden wir die Songs natürlich mit in unser Liveset aufnehmen auch wenn sie sich schon zu unseren alten Songs unterscheiden. Die Identifikation damit war schon nicht ganz einfach.

C.P: Kommen wir zum Songwriting, wie läuft das normalerweise bei euch ab?

WOTW: Also generell war das schon schwieriger für uns. Einfach auch mal fertig zu werden und nicht ewig an den Songs zu feilen und zu basteln. Von daher war es denke ich auch mal nicht schlecht mit ein bisschen Druck schreiben zu müssen und einfach ein konkretes Zeitfenster gehabt zu haben wie in der Show.
Unsere Texte schreibt zum Großteil unser Sänger Ben. Als Native Speaker bietet sich das ja quasi auch an.

C.P: Habt ihr jetzt denn noch Songs in der Pipeline oder habt ihr erstmal alle Ideen aufgebraucht?

WOTW: Also wir haben noch Ideen und schon Songfragmente in der Hinterhand und schreiben gerade auch schon fleißig. Noch ist nichts komplett fertig aber wir sind auf jeden Fall dran. Material ist also da.

C.P: Habt ihr jetzt nach X Factor konkrete Angebote von Plattenfirmen oder ähnliches bekommen? Habt ihr Angebote für eine CD Aufnahme?

WOTW: Also noch ist nichts sicher, aber wir haben auf jeden Fall neue Optionen bekommen. Wir müssen auch erstmal abwägen was wir machen wollen und welche Möglichkeiten wir haben.

C.P: Setzt ihr denn eigentlich komplett auf die Karte Musik, oder macht ihr erstmal ganz normal weiter?

WOTW: Also wir setzen natürlich viel auf die Karte Musik. Aber nicht nur. Jeder macht seinen Daily Job oder sein Studium weiter. Denn das Musikgeschäft ist so schnelllebig geworden und um sich richtig festzusetzen benötigt man einen langen Atem. Es kann auch schnell wieder vorbei sein.

C.P: Habt ihr eigentliche musikalische Vorbilder oder Bands die ihr einfach schon seit Jahren oder seit Kindertagen verfolgt?

WOTW: Wir sind da alle recht breit aufgestellt aber ich denke wo wir aller einer Meinung sind ist dass die RED HOT CHILLI PEPPERS einen großen Einfluss auf uns genommen haben.

C.P: Vielen Dank Jungs für eure Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interviews! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich euch.

WOTW: Wir möchten uns nochmal ganz herzlich für das Interview bedanken und hört euch gerne unsere neue Single „Glacier“ https://waitoftheworld.lnk.to/Glacier an!
Und wir geben gerne unsere Erfahrungen weiter das junge Bands sich auf jeden Fall mal den Artistpool https://www.facebook.com/artistpool.music/ anschauen sollten. Das ist eine tolle Plattform die junge Bands gut unterstützt! Es gibt jedes Jahr eine Art Bandcamp wo es dann auch Kurse gibt die man belegen kann. Eine wirklich tolle Möglichkeit auf die wir gerne verweisen und ein bisschen Werbung machen. An alle Fans, schaut doch mal auf unserer Homepage www.waitoftheworldmusic.com vorbei!

Christina

MOB RULES Interview

Wir haben mal wieder das Tor der Rock Garage geöffnet und niemand Geringeren als Klaus Dirks, den Frontmann von MOB RULES eintreten lassen. Zwei Jahre nach dem hochgelobten „Tales From Beyond“ steht nun das neunte Album der Herren aus dem Norden, „Beast Reborn“, in den Startlöchern und Klaus weiß einiges nicht nur darüber zu berichten!

J.R: Hallo Klaus, schön, dass Du Dir die Zeit für uns nehmen konntest! Zuerst einmal die klassische Anfangsfrage: Was sagt Ihr zu „Beast Reborn“? Alles zu Eurer Zufriedenheit?

K.D: Auf jeden Fall, wir sind alle ziemlich stolz auf das Album und sehr gespannt wie es den Fans gefallen wird!

J.R: Die ersten Rezensionen zum neuen Werk kommen ja nun so langsam rein und sehen alles andere als schlecht aus. Wie groß war die Anspannung innerhalb der Band, ob „Beast Reborn“ die Erwartungen erfüllen kann, die nach dem letzten, insgesamt sehr positiv bewerteten, „Tales From Beyond“ an Euch gestellt wurden?

K.D: Definitiv groß, denn wir haben das Album noch mehr als bei der Tales eher aus dem Bauch entstehen lassen und uns diesmal keine Auflagen gemacht wie es werden soll. Es ist halt die Art von Musik, die wir gerne auch selber hören und da ist es dann umso spannender wie die Fans drauf reagieren.

J.R: Die Platte erscheint am 24. August. Machen wir die Leser mal ein bisschen heiß darauf und fragen ganz reißerisch: Jeder weiß, das neue Album ist immer das beste, das man als Band je gemacht hat. Warum ist „Beast Reborn“ noch besser als seine Vorgänger?

K.D: Es ist härter, es ist direkter, es ist verspielter und auch moderner würde ich sagen! Einfach noch mehr Metal als vorher, und dabei trotzdem auch vielseitig! Das sind doch gute Gründe, oder?

J.R: Was darf der Hörer denn textlich dieses Mal von Euch erwarten? Die Titel lassen vermuten, dass man es wieder mit einem Konzeptalbum zu tun hat!

K.D: Unser Keyboarder hat sich da wieder ziemlich ausgetobt! Es gibt Songs über Sagen und Mythen, wie z.B. die Gonger von Sylt und Amrum, Wiedergänger die auf hoher See gestorben sind und nach vier Generationen zurückkehren um ihre Nachfahren zu finden. Sie wollen Ihnen nichts böses, sondern wollen nur dass man sich an sie erinnert um dann ihren Frieden zu finden. Ein anderer Song handelt von dem Internetmysterium John Titor, der um das Jahr 2000 eine Menge Leute ernsthaft überzeugt hat, er sei ein Zeitreisender aus dem Jahr 2035. Dann sind wieder Songs über historische Ereignisse dabei: Der Stromkrieg zwischen Thoma Edison und Nikola Tesla, der zum Auftakt unserer modernen Welt geworden ist. Oder die Kinderkreuzzüge, eine traurige aber wahre Geschichte aus dem Jahr 1212, wo einem Jungen vermeintlich ein Engel erschien und ihm sagte, die Kreuzzüge können nur von Unschuldigen ohne Gewalt gewonnen werden. Er sollte daher eine Gruppe Kinder und Jugendlicher nach Jerusalem führen, da sich das Meer für sie teilen würde. In diesen armen Zeiten haben sich über 10.000 ihm angeschlossen, da sie sich ein besseres Leben erhofften. Kaum einer überlebte diese Reise und es ist in Zeiten wie heute ein gutes Thema um zu zeigen, wohin blindes Vertrauen für eine vermeintlich gute Sache führen kann. Literatur haben wir auch auf dem Album, mit einem Song über den “Hund von Baskerville” und dazu auch noch ein paar eher persönliche Songs. Das Best Reborn steht dabei eher für unser empfinden als Band, dass es gerade wie ein Neuanfang ist und dass es gut ist, mal alten Ballast abzuwerfen, das alte hinter sich zu lassen und nach vorne zu schauen. Dieses Thema zieht sich auch durch einige der Songs.

J.R: Die Release-Shows stehen an, anschließend geht es auf Tour mit Brainstorm. Worauf darf man sich freuen? Wird die Songauswahl bei beiden Touren weitgehend ähnlich? Gibt es noch einmal ein paar Songs, die live sonst nur selten gespielt werden?

K.D: Bei neun Alben gibt es mittlerweile eine gute Auswahl an Songs, das stimmt. Auf jeden Fall gibt es einiges vom neuen Album zu hören, gemixt mit einem Querschnitt durch alle Alben. Da sollte für jeden etwas dabei sein!

J.R: Inwiefern haben die Voting-Ergebnisse Eurer Beyond-The-Classics-Tour Enflüsse auf die Setlists Eurer nächsten Shows? Gibt es da jetzt ein kleines Dilemma, weil Ihr auf der einen Seite wisst, welche Songs live besonders gewünscht werden, während Ihr auf der anderen Seite, neben den Songs vom neuen Album, nicht immer die selben Songs spielen könnt?

K.D: Ich denke das ist eher gut! Jetzt wissen wir, worauf die Leute sich am meisten freuen und was auf jeden Fall gut ankommt! Und da jetzt eh neue Songs hinzukommen, wird es auf jeden Fall Abwechslung geben!

J.R: Apropos Live-Show: Ihr wirkt auf der Bühne nach einem sehr gut eingespielten Team und seid, seit Jan 2011 zu euch stieß, mit unverändertem LineUp unterwegs – abseits von Matthias, der ja ursprünglich nur temporär durch Sönke ersetzt wurde. Ist Matthias inzwischen offiziell raus aus Mob Rules? Oder besteht die Chance, dass er in Zukunft noch einmal vorbeischaut? Ein offizielles Statement dazu habe ich nicht gefunden.

K.D: Matthias hat sich eine Auszeit gewünscht kurz nach Veröffentlichung der Tales. Für uns ging es dann natürlich weiter, es stand die Tour an für die Sönke uns super ausgeholfen hat. Mittlerweile wissen wir, dass Matthias auch nicht zurückkommen wird, aber da gab es auch nie so den Moment an dem das feststand. Er spielt mittlerweile in einer neuen Bluesrock/Hardrock Band, daran sieht man eben auch dass die musikalischen Ziele mit der Zeit etwas auseinander gegangen sind.

J.R: Jetzt, wo Sönke offiziell Teil von Mob Rules ist, wie würdest Du seinen Einfluss auf Euren Sound und die Band insgesamt beschreiben?

K.D: Er ist ein ehemaliger Schüler unseres Gitarristen Sven. In der Hinsicht ist sein Stil recht ähnlich und die beiden harmonieren unglaublich gut zusammen. Das hört man Live, aber auch bei den Aufnahmen, wo sich beide die Soli geteilt haben. Jedes Solo ist quasi ein Gitarrenduell zwischen den beiden, das macht die Sache sehr lebhaft!

J.R: Ich habe das Gefühl, dass „Beast Reborn“ musikalisch ab und zu wieder verstärkt nach euren älteren Alben klingt. „Ghost of a Chance“ zum Beispiel hat etwas vom „Among The Gods“- oder „Ethnolution A.D.“-Album, kombiniert mit dem aktuelleren Sound der letzten zwei bis drei Alben. Absicht oder Fehleinschätzung meinerseits?

K.D: Da stimme ich dir zu, ohne dass wir diesen Weg bewusst gewählt haben. Aber ich denke auch wir haben ein wenig zu alten Stärken zurückgefunden, was mir persönlich auch sehr gut gefällt!

J.R: Zum Thema älterer Stoff: Im Boxset der neuen Scheibe findet sich unter anderem eine Bonus-CD mit zwei neu aufgenommenen Tracks, „Lord of Madness“ und „Sacred Heart“. Warum diese beiden Songs?

K.D: Wir haben die Ehre gehabt, Ronnie James Dio einmal zu treffen und wären sogar fast mit ihm auf Tour gegangen, bevor er leider verstorben ist. Er ist ein großes Idol von mir und ich wollte schon immer einmal einen Song von ihm aufnehmen. Lord Of Madness wurde für die erwähnte “Beyond The Classics” vom Publikum stark gewünscht. Wir haben ihn daher etwas modernisiert, was uns jetzt so gut gefallen hat, dass wir diese Version nochmal aufnehmen wollten.

J.R: Zu guter Letzt noch ein Blick in die Zukunft. Viel Zeit zum Ausruhen nach dem Release wird es für Euch wohl vermutlich nicht geben. Schließlich steht 2019 das 25jährige Bandjubiläum an. Gibt es schon ein paar Ideen, wie das gefeiert wird?

K.D: Ja, da wird es auch sicher etwas besonderes geben! Aber momentan stecken wir so sehr in der Vorbereitung des Release, dass wir noch keine Zeit hatten da etwas auszuarbeiten. Es gibt auf jeden Fall aber Ideen!

J.R: Herzlichen Dank Dir für das Interview! Viel Erfolg mit „Beast Reborn“ und den kommenden Shows und alles Gute für die Zukunft. Jetzt, zum Schluss, noch ein bisschen Platz für unbescheidene Eigenwerbung. Gib alles!

K.D: Ich danke dir auch! Und an alle die das hier lesen: Lasst euch das Beast nicht entgehen, ob auf CD, LP oder Live auf der Bühne! Wir freuen uns mit euch eine tolle Party zu feiern und euch ordentlich die Ohren durchzupusten!

Jannis

SHIRAZ LANE

Shiraz Lane – was ist das denn? Ich sag‘ euch was das ist: eine Band, die ihr nicht verpassen solltet. Die fünf Jungs aus Finnland waren dieses Jahr mit Brother Firetribe unterwegs und die Live-Show, die sie bieten sprüht über vor Wärme, Spaß und Unbeschwertheit. Also solltet ihr mal für ein Stündchen die Sorgen des Alltags vergessen wollen und Shiraz Lane ist in der Stadt, dann nichts wie hin!
Ich hatte auf jeden Fall vor der Show am 30.10.2017 im Backstage Club in München die Chance mit Sänger Hannes zu sprechen, der mit mir einen Einblick in seine junge Band, seine Ansichten über dies und jedes und eine Menge positive Energie teilte.

L.C.: Vielleicht stellst du dich und deine Band erstmal ein bisschen vor? Ihr seid ja noch nicht so groß…

Hannes: Stimmt, das sind wir nicht…noch nicht! Also ich bin Hannes Kett, der Sänger von Shiraz Lane. Dann haben wir noch Miki Kalske an der Rhythmus Gitarre, wir haben Jani Laine an der Lead Gitarre, Joel Alex am Bass und Ana Willman an den Drums. Wir haben 2011 angefangen, das war zumindest als wir unseren ersten Gig gespielt haben, aber mit proben haben wir schon ca. ein Jahr früher begonnen.

L.C.: Und bis jetzt habt ihr ein Album herausgebracht.

Hannes: Ja, genau, ein Album und eine EP. Es gibt auch noch zwei Demos, von denen ich hoffe, dass sie nie jemand hört.

L.C.: Wie funktioniert die Band, wenn ihr nicht auf Tour seid?

Hannes: Wir proben viel, weil wir beste Freunde, eigentlich wie eine Familie, sind. Was super ist, wenn du in einer Band spielst, weil so soll es ja auch sein. Ich wohne mit Miki, Ana wohnt mit Jani, Joel wohnt einen Kilometer weiter und unser Proberaum ist genau in der Mitte. Wir sehen uns jeden Tag, spielen ca. drei bis vier Mal die Woche, je nachdem wie wir alle arbeiten müssen. Wir proben viel und deshalb hören wir uns auch an wie wir uns anhören, weil wir schreiben die Songs zusammen. Natürlich hat einer am Anfang eine Idee, ein Riff, eine Melodie oder Textstück oder irgendwas und von dort fangen wir zusammen an, dran zu arbeiten.

L.C.: Gibt es einen von euch, der den hauptsächlichen Einfluss auf die Songs hat?

Hannes: Nein, es sind wirklich alle. Miki, Jani, ich und Ana schreiben die meisten Sachen, aber Joel gibt dann den Bass dazu. Andererseits arbeitet er viel mit Bildern und dem ganzen Social Media Ding, das ist sein Spezialgebiet, auf dem wir anderen nicht so gut sind. Aber ja, wir schreiben alles zusammen und manchmal streiten wir drüber, manchmal nicht. Und genau wenn wir über etwas streiten, geht es mit der Magie los. Genau dann finden wir die besten Versionen unseres Materials.

L.C.: Wie kam es zu eurem Bandname?

Hannes: Das war vor unserem ersten Gig 2011. Wir mussten uns einen Namen überlegen und wollten einen, der zu uns passt. Wir sind kein Haufen „Sex, Drugs &Rock’n’Roll“ 80er Typen, wir haben so viel mehr zu bieten als das, deshalb wollten wir uns etwas überlegen, das sich davon unterscheidet, so dass wir herausstechen und die Leute sich an den Namen erinnern. Shiraz ist ein Rotwein, welchen wir gerne mögen…und an einem Sommerabend im Proberaum haben wir jenen Rotwein getrunken und waren dabei Namensvorschläge aufzuschreiben. Irgendwann hat einer der Jungs dann Shiraz Lane eingeworfen und wir fanden es gleich cool. Denn für mich, oder für uns, symbolisiert es worum es im Leben geht. Shiraz – denn manchmal musst du einfach ein Glas Rotwein genießen und dich nicht stressen lassen. Genieße das Leben, denn wir sind nur einmal hier. Oder auch öfter, wenn du an sowas glaubst. Es geht einfach um die Reise des Lebens und das wird in Shiraz Lane ganz gut transportiert. Wenn die Leute den Namen hören denken sie sich einfach „Was ist das denn?“…wir bekommen auch Nachrichten von Leuten aus irgendwelchen Ländern, wo irgendeine Straße oder Stadt Shiraz Lane heißt, aber die schreiben in ihrer Sprache und wir haben keine Ahnung was sie von uns wollen und das ist ein bisschen komisch 

L.C.: Als ihr die Band gestartet habt, hattet ihr einen bestimmten Sound im Sinn oder kam das ganz natürlich so?

Hannes: Das kam ganz natürlich. Wir schreiben einfach Songs, die wir uns selbst anhören möchten. Wir schreiben einfach Songs, wir denken dabei nicht an Genres, wir denken dabei an gar nichts, außer an Musik, wie diese uns berührt und wie wir uns fühlen, wenn wir die Songs dann spielen. Wenn wir es mögen ist das großartig und wenn unsere Fans es auch mögen ist es absolut fantastisch, aber am Ende des Tages schreiben wir Musik für uns. Es ist sehr therapeutisch. Wenn ich Texte schreibe lege ich ein Stück meiner Seele frei, was manchmal ein bisschen komisch ist, denn vor allem jetzt auf dem zweiten Album sind sehr persönliche Sachen drauf. Aber das ist ok, denn meine Fans kennen mich und jeder weiß, dass alle Künstler ihre Dämonen haben.

L.C.: Also sind deine Texte nicht über Mädchen, Drogen und Party…

Hannes: Nein. Natürlich feiern wir gerne, aber ich kann so keinen Song schreiben, so bin ich vom Typ her einfach nicht. Ich setze mich lieber mit einem Glas Rotwein ans Klavier und zünde ein paar Kerzen an…das bin eher ich. Wir sind eine Rockband, also gibt es natürlich auch Partys und wir lieben es auch mit den Jungs zu feiern, aber ich kann einfach keinen Song á la „Girls Girls Girls“ schreiben. Ich bin ein eher friedliebender Typ und schreibe auch dementsprechend. Ich würde gerne sehen, wie die Welt ein besserer Ort wird und glaube auch, dass das möglich ist, wenn alle zusammenhalten. Aber wir werden sehen, wie es weiter geht, so wie die Dinge gerade laufen.

L.C.: Und solche Ansichten finden sich dann in deinen Songs wieder?

Hannes: Ja, da gibt es viele Sachen, über die Leute nicht nachdenken wollen oder es einfach nicht tun, weil niemand ihnen sagt sie sollen aufwachen. Auf dem ersten Album waren ein paar Songs darüber, auf dem zweiten Album jetzt haben wir das ebenfalls aber noch persönlicher. Denn wir sind jetzt ein bisschen älter und haben mehr gesehen, und ich würde sagen auf dem ersten Album war es mehr ein allgemeiner Weckruf und nun ist es, wie gesagt, persönlicher. Wir haben einen Song namens „Hope“. Ich möchte nicht mehr darüber sagen, weil ich möchte, dass du ihn erst anhörst, aber Musik hat einfach etwas Magisches. Es ist kraftvoll und ich glaube, dass mit Musik nichts in unserem Weg stehen kann…das ist jetzt ziemlich poetisch, aber so ist es halt.

L.C.: Da stimme ich dir voll und ganz zu!
Finnland hat ja einige Untergrundbands zu bieten, was unterscheidet euch von denen?

Hannes: Zumindest hatten wir das mal. Es gibt viele Bands, mit denen wir gespielt haben, die es aber jetzt nicht mehr gibt, weil sie einfach aufgegeben haben. Es ist hart und wir haben Glück hier zu sein. Es ist ein Segen, die Chance zu bekommen für unsere Fan im Ausland zu spielen. Ich mag es einfach gerne im Ausland zu spielen, ich möchte nicht wirklich einfach nur in Finnland bleiben. Ich reise lieber, ich kann nicht zu lange an einem Ort bleiben.
Was uns von den anderen Bands unterscheidet ist, dass wir eine Familie sind. Wir sind fünf Typen, oder eigentlich sechs, weil ich unseren Soundengineer dazuzähle, er ist wie ein Bandmitglied, aber trotzdem außerhalb der Band. Und auch Heta Hyttinen, unsere Managerin, hilft uns seit ungefähr drei Jahren und ohne sie wären wir auch nicht hier. Sie kennt Leute und ist ein wenig wie eine Mutter für uns. Und das brauchen wir auch, denn wir sind eine Gruppe Kinder, die Rock’n’Roll spielen.

L.C.: Wenn ihr auf euer erstes Album zurückseht, wie unterscheidet es sich nun vom zweiten? Also in allem möglichen, wie z.B. Songwriting, Aufnahmen, oder auch das Ergebnis, würdet ihr jetzt etwas anders machen?

Hannes: Ich würde sagen nein. Ich mag nicht wie sich das Album anhört, die EP davor war mehr wie ich es wollte, es hat sich fetter angehört. Aber die Songs auf dem ersten Album sind gut. Der Mann unserer Managerin hat das Album produziert und wir haben es in ihrem Haus aufgenommen. Es war sehr schön und sehr ruhig, aber wir hatten fünf Monate um alle Songs zu schreiben und aufzunehmen und das war ein bisschen hastig. Beim zweiten Album hatten wir viel Zeit und haben Preproduction-Demos von jedem Song gemacht, fuhren nach Schweden zu unserem Produzenten, der ein großartiger Typ ist und ich bin sehr froh, dass wir ihn getroffen haben. Es war also anders, aber ich sage eh, dass Imperfektion Perfektion ist. Das zweite Album hört sich fetter an, ist mehr produziert, das erste hörte sich eher nach einem 80er Album an. Dasselbe gilt für das Songwriting, wir haben geschrieben und geschrieben und wenn du schreibst wirst du besser.

L.C.: Ist Shiraz Lane euer einziges Projekt oder seid ihr noch in anderen Bands zu finden?

Hannes: Nein, das ist die einzige. Und für mich ist es die erste Band in der ich singe. Ich habe mit dem Singen Anfang 2010 angefangen. Damals habe ich Ana, meinem besten Freund schon seit der Kindheit, gesagt, dass ich in der Schule gesungen habe, und dann haben wir angefangen zu spielen und schließlich eine Band auf die Beine gestellt. Die ersten drei Jahre hatte ich echt keine Ahnung was ich mache, das war echt stressig. Das erste Mal als wir gespielt haben war super angsteinflößend, jetzt macht es mir riesig Spaß. Das erste Mal habe ich den ganzen Gig über nur auf den Boden gestarrt. Jetzt ist es eine Art meine Emotionen zu zeigen und wenn wir auf die Bühne gehen, ist es das Beste überhaupt.

L.C.: Ihr seid gerade alle noch so Anfang 20, oder?

Hannes: Ja, ich bin 24, Miki ist 27, Jani ist 23, Ana ist 24 und Joel ist auch 24.

L.C.: Also warst du 17 als du mit Singen angefangen hast?

Hannes: Ja, genau.

L.C.: Ich habe das Gefühl, dass in den ganzen nordischen Ländern musikalische Erziehung und das Erlernen von Instrumenten sehr gefördert und gewollt wird. Ich weiß nur ein bisschen wie es in Schweden abläuft, wie ist es in Finnland?

Hannes: Da kann ich gar nicht so viel dazu sagen, denn ich war in Finnland zwei Jahre in der Schule, während alle anderen bei der Armee waren. Zur Armee wollte ich aber ums Verrecken nicht, das ist nichts für mich. In dieser Schule hatte ich dann das erste Mal Gesangsunterricht, fand einen Gesangslehrer und spielte ein bisschen herum, traf viele Freunde und hatte eine tolle Zeit. Im zweiten Jahr kam auch Miki dazu. In diesem Jahr entschied auch unser erster Bassist aus der Band auszusteigen, was auch gut so war denn er war nicht wirklich ein Teil von uns und stand etwas außerhalb. Dann kam Joel 2014 und alles kam richtig ins Rollen. Er ist ein Teil von uns, weil er genauso ein Äffchen ist wie wir. Seit dem haben wir kontinuierlich gearbeitet und nun sind wir hier auf Tour und das ist toll.

L.C.: Was ist das wichtigste, was das Publikum dir gibt?

Hannes: Ich möchte einfach jeden zum Lächeln bringen. Wenn ich Fans in der ersten Reihe sehe, die nicht lächeln, dann bringe ich sie dazu. Ich möchte, dass sie sich willkommen fühlen, denn sie sind Teil der Familie. Wir sind da um unserer Musik und unserer Emotionen mit ihnen zu teilen, sie sollen eine innere Wärme und Liebe spüren.

L.C.: Das ist ja ein richtiges Gegenteil vom kalten finnischen Klischee.
Es gibt ja viele junge Bands auch in Finnland. Hast du da einen Liebling?

Hannes: Blockbuster! Von denen wirst du sicherlich bald etwas hören. Sie nehmen gerade ihr erstes Album auf und wir spielen seit Jahren mit ihnen. Wir haben einmal in einem kleinen Club mit ihnen gespielt, weil unser Soundengineer es für eine gute Idee hielt und seitdem wollen wir keine Show mehr ohne sie spielen. Sie machen diesen ACDC/Airbourne Sound, aber auf ihrem Album haben sie ihren eigenen Stil gefunden und es hört sich schon super an.

LUCID DREAMING Interview

Zweite Runde bei dem Metalopernprojekt LUCID DREAMING von ELVENPATH Gitarrist Till Oberboßel der sich damit einen langen Traum erfüllte mal etwas mit mehreren Gastsängern zu machen. Erneut fröhnen wir hier dem klassischen Power Metal mit Einflüssen von Metalopern und epischen Klängen. Ohne lange zu zögern nahm ich erneut Tills Gesprächseinladung an, leider dieses Mal aufgrund des Vorweihnachtsstresses nur per Email.

J.P: Hallo Till, erstmal vielen Dank das du mir erneut ein paar Fragen zu deinem Projekt LUCID DREAMING und vielleicht auch zu deiner Stammband ELVENPATH beantwortest.
Mir seid ihr ja mittlerweile bestens bekannt, für alle anderen Metalheads da draußen die dich noch nicht so kennen, stell dich und deinen Werdegang, sowie dein Projekt LUCID DREAMING doch einmal kurz vor?

T.O: Hallo Julian und vielen Dank für Dein Interesse an Lucid Dreaming. Ich bin ein Frankfurter Metalhead, der gerne die Gitarre schwingt und die Welt mit seiner Musik beglückt/terrorisiert (Nichtzutreffendes bitte streichen). Meine Hauptband ist Elvenpath, welche nun schon seit 2002 die Flagge des Power Metal hochhält. Zusätzlich habe ich mit Lucid Dreaming noch ein Studioprojekt, welches quasi mein persönliches kleines Avantasia darstellt, haha. Hier veröffentliche ich Konzeptalben, wobei jedem Charakter der Geschichte eine Gesangsrolle zukommt. Man könnte also von einer „Metaloper“ sprechen, aber da ich diesen Begriff nicht mag, spreche ich lieber von einem Konzeptprojekt.
2013 wurde das erste Lucid-Album „The Chronicles Pt. I“ veröffentlicht, nach vier Jahren ist nun der zweite Teil draußen.

J.P: Erneut hast du sehr viele Sänger aus der Underground Szene am Start. Wie lange hat es gedauert bis du alle zusammen hattest und gab es welche die du nicht bekommen hast?

T.O: Das hat ziemlich lange gedauert, auch wenn ich jetzt keinen genauen Zeitraum nennen kann. Bei derart vielen Personen verliert man schon mal den Überblick, haha. Als die Songs fertig waren, war auch klar, daß ich insgesamt elf Sänger und Sängerinnen benötigen würde. Fünf davon standen von vornherein fest, da diese Charaktere bereits beim ersten Album auftauchten und ich die Stimme natürlich beibehalten wollte. Und für die anderen sechs habe ich eine Liste mit mehreren Wunschkandidaten pro Rolle aufgestellt. Da gab es auch die eine oder andere Absage, aber im Endeffekt konnte ich jede Rolle mit einer Person von dieser Liste besetzen. Ich mußte also auf keine Notlösung zurückgreifen.

J.P: Erzähl doch mal kurz wie kam denn der Kontakt zu den einzelnen Sängern zu Stande und wie lief die Zusammenarbeit so ab? Hast du alle persönlich getroffen? Besonders würde mich das bei Jiri Valter interessieren, der sich ja ziemlich rar gemacht hat und auch sonst als sehr „speziell“ bekannt ist?

T.O: Ich bin recht umtriebig im Underground, gehe viel auf Konzerte und suche Kontakt zu anderen Bands. Da hat man dann schon ein großes Netzwerk. Manche kannte ich also schon vorher, manche habe ich direkt persönlich angesprochen – Alexis von Hürlement z.B. habe ich in Athen beim Up The Hammers angelabert und wir waren beide alkoholisiert genug, um zu wissen, daß wir gemeinsam das großartigste Konzeptalbum aller Zeiten erschaffen würden, hehe. Glücklicherweise war er aber auch nach der Ernüchterung gerne mit an Bord. Und andere habe ich über das Internet kontaktiert. Dank des asozialen Netzwerks mit dem blauen Daumen ist ja jeder gut erreichbar.
Daß BigBoss (alias Jiri Valter) zugesagt hat, war für mich schon ein gewisser Höhepunkt, da ich ihn und seine Musik seit langem verehre und er mit Power Metal ja üblicherweise nicht in Verbindung gebracht wird. Bei den Aufnahmen habe ich ihn zum ersten Mal persönlich getroffen und mich gefreut, ihn als sympathischen, offenen Menschen kennenzulernen. Die Aufnahmen mit ihm fanden im Dezember in seiner Heimatstadt Brno in Tschechien statt. Ein zauberhafter Ort mit schwermütig-slawischer Atmosphäre.

J.P: Wieder einmal bedienst du dich als lyrischen Background den Büchern von Lloyd Alexander „The Chronicles of Prydain“. Worum geht es denn dieses Mal genau und stehen uns somit noch mehrere Teile ins Haus? Ich bin kein Kenner dieser Buchreihe, aber ich gehe mal davon aus das es bestimmt mehr als zwei sind : )

T.O: Die Chroniken von Prydain sind eine Pentalogie, bestehen also aus insgesamt fünf Bänden. Während das erste Album die beiden ersten Bände vertont hat, beschäftigt sich das zweite Album mit dem vierten Band „Taran Wanderer“. Die Hauptfigur Taran durchstreift hier das Land Prydain, um das Rätsel um seine Herkunft zu lösen und seine Wurzeln zu ergründen. Allerdings tauchen da so viele interessante Charaktere auf, die ich nicht weglassen wollte, daß ich nicht fertig geworden bin. Daher wird das dritte Album die zweite Hälfte des Bandes behandeln.
Wie man sieht, habe ich den dritten Band ausgelassen und auch der fünfte wird unbehandelt bleiben. Nicht weil ich sie nicht mögen würde, aber ich habe mir quasi meine Rosinen herausgepickt. Es war nie geplant, die Chroniken lückenlos zu vertonen, und nach drei Alben ist das Thema auch genug abgefrühstückt, glaube ich. Ich würde gerne noch weitere Alben mit Lucid Dreaming veröffentlichen, aber da soll es dann um andere Themen gehen.

J.P: Wenn man deinen Facebook Bildern glaubt wurde erneut ziemlich viel bei dir daheim eingespielt oder sogar eingesungen, ist das richtig? Stell ich mir recht schwierig vor gerade mit den vielen Gastmusikern bzw. Sängern?

T.O: Wir haben einen Teil der Sänger hier in Frankfurt aufgenommen, die Instrumente wurden ebenfalls in verschiedenen Heimstudios eingespielt, die Drums im Studio von Uwe Lulis. Diejenigen Sänger, welche weiter weg wohnen, haben ihre Parts dann ebenfalls in ihren lokalen Studios eingesungen. Ich war also nicht immer präsent. BigBoss wollte allerdings, daß ich zu ihm nach Tschechien fahre und mit ihm zusammen aufnehme. Die Gelegenheit habe ich natürlich gerne wahrgenommen.
Insgesamt ist ein derartiges Projekt somit gezwungenermaßen ein riesiger Flickenteppich, bei dem es mitunter schon eine Herausforderung ist, den Überblick zu wahren, haha. Und natürlich muß beim Mix dann darauf geachtet werden, daß es trotzdem alles irgendwie wie aus einem Guß klingt.

J.P: Bei der Produktion des Albums hatte Uwe Lulis einen großen Anteil dran. Wie kam der Kontakt mit ihm zu Stande und wie lief denn die Produktion so ab?

T.O: Uwe wohnt seit vielen Jahren in der Nähe von Frankfurt und wir kennen uns schon länger. Wir haben das letzte Elvenpath-Album ja bei ihm im Studio aufgenommen und waren so zufrieden, daß ich auch den Mix und das Mastering für Lucid Dreaming in seine Hände gelegt habe. Außerdem haben wir die Drums bei ihm aufgenommen und er hat auch ein paar Gitarrensoli eingespielt.
Nachdem alles aufgenommen war, hat er also die ganzen Daten bekommen und dem Album seinen finalen Sound verpaßt. Man darf den Mix nicht unterschätzen – das ist eine zeitaufwendige Detailarbeit, die sich ganz schön ziehen kann. Insbesondere wenn man wie ich einen Hang zur Detailverliebtheit mitbringt, haha. Aber Uwe kennt das ja schon und hat natürlich selbst auch ein Interesse daran, daß das Endergebnis zu gut wie möglich ist. Und ich glaube, das Album kann sich mehr als hören lassen.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „The Chronicles Pt II“ ein. Für mich sind „Who Am I”, “Cantrevs of Prydain”, “The Fate of Fools”, “My Land of Pain” sowie “Summers End” die hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

T.O: Eigene Favoriten habe ich nicht. Das Album gehört für mich als Gesamtkunstwerk zusammen, welches ich mir auch nur am Stück anhöre. Aber es ist ja auch vollkommen in Ordnung, wenn andere Hörer Lieblingssongs entdecken. Bei Dir ist das ja gleich das halbe Album, hehe. Da Du nach Details gefragt hast, sind hier meine spontanen Gedanken zu den Stücken:
„Who Am I“ – Stand in seinen Grundzügen schon, bevor das erste Album veröffentlicht war. Schöne Gitarrenharmonien, hymnischer Refrain, ein akustisches Wiedersehen mit den vom ersten Album bekannten Hauptcharakteren. Tarans Aufbruch zu einer Odyssee durch Prydain auf der Suche nach seiner Herkunft.
„Cantrevs of Prydain“ – Schöner 3/4tel-Groove, tolle Strophen und Bridges von Rogue und Alexis, nicht zu vergessen Buddys unvergleichliche Performance, welche übrigens der erste für das Album aufgenommene Gesangspart war. Taran trifft auf die Cantrev-Fürsten Goryon und Gast, die viel Schein und wenig Sein zu bieten haben und ihn lehren, daß adliges Geblüt nicht immer Garant für edle Persönlichkeit ist.
„The Fate of Fools“ – Geht gut nach vorn, sehr feine Melodiegitarren, eine markerschütternde Gesangsperformance von Tann, dem Meister mit der Barbarenstimme. Taran und Gurgi treffen auf den Banditen Dorath und seine Spießgesellen…eine schmutzige Geschichte.
„My Land of Pain“ – Ein langer Song mit vielen verschiedenen Stimmungen, vom Akustikpart bis zum Thrasher, wodurch die Handlung musikalisch erzählt/symbolisiert wird. Toller Gesang von Bigboss, sehr hymnischer Refrain, der auch auf eine AOR-Platte passen würde, haha. Taran und Gurgi treffen auf den Bauern Craddoc, welcher sich schließlich als Tarans Vater entpuppt. Oder?
„Summer’s End“ – Eine melancholische Ballade zum Abschluß mit großem Finale, bei welchem Ruth mich fast um den Verstand sang. Taran beschließt, in Craddocs Tal zu bleiben, da er sich als sein Sohn dazu verpflichtet fühlt – obwohl es dem Tod all seiner Hoffnungen auf ein besseres Leben gleichkommt. Das Album endet offen, mit einem Cliffhanger. Wer wissen will, wie es weitergeht, muß auf die dritte Scheibe warten oder kann auch einfach das Buch lesen, was ich sowieso nur empfehlen kann.

J.P: Im Promosheet steht das du mit dem neuen LUCID DREAMING Album etwas mehr in die Richtung Power Metal gehen wolltest, was ich absolut bestätigen kann! Ist das der größte Unterschied zur ersten Scheibe oder siehst du da noch mehr?

T.O: Der Satz mit „less cheese, more metal“ aus dem Promozettel stammt von mir, soll aber eher eine Abgrenzung zu anderen Konzeptprojekten wie Avantasia darstellen, mit welchen ein Projekt wie Lucid Dreaming natürlich schnell verglichen wird, obwohl da musikalisch große Unterschiede bestehen. Die meisten dieser Konzeptprojekte sind eher symphonisch orientiert, mit viel Keyboards und großen Chören. Lucid Dreaming hingegen ist gitarrenlastiger und metallischer.
Das erste Album war sicherlich schon reiner Power Metal. Allerdings sind mir die Gitarrenparts beim Debut rückblickend oft zu simpel und etwas langweilig, das wollte ich ändern und habe daher bei den neuen Songs bewußt darauf geachtet, die Gitarren anspruchsvoller zu gestalten. Daher gibt es weniger offene Akkorde und mehr echtes Riffing, wodurch auch nochmal eine zusätzliche Portion Härte hinzukam. Das dürfte der größte musikalische Unterschied sein, abgesehen natürlich von der anderen Sängerauswahl.

J.P: Das letzte Album erschien über Limb Music, mit dem neuen Album bist du bei STF Records unter Vertrag. Warum kam es zu diesem Labelwechsel, vor allem weil mir selbst das Label (noch) ziemlich unbekannt war? Wie hast du deine Auswahl getroffen und hattest du noch andere Angebote?

T.O: Limb wollte das zweite Album nicht veröffentlichen, da er es nicht mochte. Wahrscheinlich gab es auch wirtschaftliche Gründe, aber das weiß ich nicht genau. Also habe ich Promos rausgeschickt und versucht, einen neuen Vertrag an Land zu ziehen. Es gab mehrere Angebote, von denen das von STF das fairste war. Ein persönliches Treffen mit dem Label hinterließ ebenfalls einen guten Eindruck, so daß ich ohne Bedenken dort unterschrieben habe. Was ich auch nicht bereut habe.

J.P: Ich möchte wieder die Chance nutzen und auch ein bisschen über deine Hauptband ELVENPATH sprechen. Euer letztes Album erschien 2015 und fiel erneut richtig klasse aus! Wie sehen denn die Pläne bei deiner Stammband aus, wann kann man mit neuem Material rechnen und glaubst du das es erneut in Eigenregie erscheint oder willst du nun mal mit der Erfahrung von LUCID DREAMING über ein Label veröffentlichen?

T.O: Wir bereiten derzeit das neue Album vor und wollen es 2018 aufnehmen. Die Veröffentlichung ist dann für Anfang 2019 geplant. Natürlich könnte ich jetzt irgendwelche großen Töne über das bevorstehende bislang beste Elvenpath-Album o.ä. spucken, aber das überlasse ich dann den Rezensenten, haha.
Ob es eine Label- oder Eigenveröffentlichung wird? Mal sehen, ich gehe aber von einer Eigenveröffentlichung aus. Die Herangehensweisen für Lucid Dreaming und Elvenpath unterscheiden sich hier, da das eine ein Studioprojekt ist und das andere eine Band, die viel auftritt. Konzerte sind die beste Werbung und gleichzeitig die beste Gelegenheit, CDs zu verkaufen. Wenn man wie wir üblicherweise 20 und mehr Gigs im Jahr spielt, verkauft man da deutlich mehr als über andere Kanäle. Daher brauchen wir kein Label, zumal man heutzutage als kleine Band sowieso kein Budget bekommt und Studio, Cover etc. selbst bezahlen muß. Finanziell wäre eine Labelveröffentlichung für uns ein größeres Verlustgeschäft als eine Eigenveröffentlichung.
Da bei einem Studioprojekt hingegen der Konzertfaktor natürlich wegfällt, muß ein Album hier anders beworben und vertrieben werden. Da wiederum erachte ich eine Labelveröffentlichung als passender.

J.P: Du bist ja, logischerweise, ein guter Kenner der Metalundergroundszene, die ja nach wie vor nicht Tod zu bekommen ist! Gibt doch unseren Lesern einen kleinen Einblick in die aktuelle Lage der Szene und vielleicht hast du ja auch ein paar Bandtipps die man auf keinen Fall verpassen sollte?

T.O: Aktuelle Lage der Szene? Es gibt immer was zu jammern, haha. Aber ich glaube, man kann sich nicht beschweren. Es gibt unheimlich viele gute Bands, unheimlich viele Veröffentlichungen und Konzerte/Festivals. Natürlich ist auch viel Schrott dabei, aber keiner kann sich beschweren, daß es nicht genug Qualität in der Szene gäbe. Wer das behauptet, sollte sich einfach mal ein wenig umhören. Außerdem ist es mittlerweile möglich, mit wenig Geld eine ordentliche Qualität abzuliefern, wodurch Bands unabhängig von Labels und Wirtschaftsinteressen ihre Musik veröffentlichen können.
Der Nachteil ist natürlich, daß viele Bands trotz hoher Qualität in der Masse untergehen, weil kein Mensch mehr den Überblick hat. Aber das ist eben so und jeder muß schauen, wie er mit dieser Situation zurechtkommt, die sich ohnehin nicht verändern wird.
Ein paar kleinere Bands, die wahrscheinlich noch nicht so bekannt sind, kann ich gerne empfehlen: Riverroth (Serbien, Thrash Metal), Shotgun (Liechtenstein, Thrash Metal), Seven Thorns (Dänemark, Power Metal), Arès (Frankreich, Heavy Metal), Desperation (Belgien, Heavy Metal), Funeral Inception (Indonesien, Death Metal), Strident (Südafrika, Power Metal), LadyAxe (Südafrika, Power Metal), Dragonrider (Jordanien, Power Metal)…ok, die Liste könnte ich noch deutlich verlängern, hehe. Deutsche Bands habe ich bewußt weggelassen, da diese hierzulande ohnehin etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen als im Ausland.

J.P: Vielen Dank Till für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

T.O: Vielen Dank an Dich, daß ich Lucid Dreaming hier vorstellen durfte und für die interessanten Fragen. Vielen Dank auch an alle, die sich das alles bis zum Ende durchgelesen haben! Hört mal in das neue Album rein und kauft es, wenn es Euch gefällt, statt es illegal runterzuladen. Hörns up und stay Metal!

Julian

THE WEIGHT Interview

Der 19.10. war ein ereignisreicher Tag. Neben dem Interview mit The New Roses hatte ich auch noch die Gelegenheit die Newcomer von The Weight etwas auszufragen. Die Band hieß mich in ihrem Backstagebereich herzlich willkommen und Sänger Tobias und Bassist Patrick beantworteten meine neugierigen Fragen. Ab 17.11. könnt ihr euch das Album der Österreicher zu Gemüte ziehen und habt außerdem dieses Jahr auch noch die Gelegenheit sie live zu erleben.

L.C.: Ihr seid ja noch nicht so lange dabei, wie lang gibt es euch schon?

Tobias: Seit 2014.

L.C.: Euer Album kommt am 17. November raus, dafür seid ihr die letzten Monate schon ganz schön unterwegs gewesen. Wie habt ihr da an eurem Album gearbeitet oder war das schon fertig?

Tobias: Das Album war eigentlich schon fertig. Da haben wir ja Anfang dieses Jahres die Aufnahmen abgeschlossen, dann waren im Frühjahr das Mischen und das Mastern dran und bis jetzt dann die Promotion. Die Tonträger müssen angefertigt werden, Vertrieb muss gecheckt werden und wir haben ein Video gedreht.

L.C.: Seid ihr lieber auf Tour oder lieber im Studio?

Patrick: Eigentlich beides. Es sind zwei komplett unterschiedliche Dinge für mich. Das Live-Spielen ist natürlich eine tolle Gelegenheit das Ganze vor Leuten zu präsentieren. Im Studio es das andere, da kann man sich wirklich Zeit lassen und gemeinsam an den Songs feilen. Man kann auch Dinge ausprobieren, die live einfach nicht möglich sind umzusetzen, allein schon wegen der Besetzung, aber trotzdem vielleicht interessant für den Zuhörer sind.

Tobias: Es ist ein bisschen so, dass wenn man eins der beiden Dinge intensiv macht, dann sehnt man sich immer nach dem anderen. Also wenn man schon sehr lange im Studio ist, dann kann man es nicht erwarten endlich wieder vor Publikum zu spielen. Und wenn du schon eine ziemlich lange Tour hinter dich gebracht hast, freust du dich schon extrem auf das Studio.

L.C.: Auf so einer Tour kommen sicherlich ein paar Anekdoten zusammen, wollt ihr ein paar mit mir teilen?

Tobias: Ja, es ist nicht immer nur so wie man es sich vorstellt. Man wird vor ganz elementare Herausforderungen gestellt. Das fängt beim Schlafplatz an, der kann auf der Bühne sein, und hört beim Essen auf. Das klingt jetzt nicht so spektakulär, aber das sind die wichtigen Fragen des Überlebens, wenn man auf Tour ist.

Patrick: Das geht sogar so weit, dass dann unter Umständen sogar Konzerte unterbrochen werden, wenn es ums Essen geht. Wir hatten da diese Szene in Rimsting im Blues Club. Da ist unser Gitarrist bereits für den ersten Song auf die Bühne und hat sich schon darauf eingestellt loszuspielen. Dann ist der Veranstalter raufgerannt auf die Bühne, weil er festgestellt hat, wir haben die Pizzabestellung noch nicht abgegeben. Dann sind wir quasi nochmal runter von der Bühne, die Leute haben gewartet und wir haben erstmal eine Pizza ausgesucht.

L.C.: Ihr wart nicht nur in Österreich unterwegs, sondern auch in Deutschland. Wie unterscheiden wir uns denn? So was das Publikum und die Organisation angeht, gibt es Unterschiede?

Tobias: Also Publikum, wenn man vor den Leuten steht, da gibt es jetzt keinen so großen Unterschied zwischen Deutschland und Österreich. So im direkten Kontakt, merkt man schon, dass sie so ein bisschen einen anderen Humor haben.

L.C.: Du meinst, dass Österreicher überhaupt Humor haben im Gegensatz zu Deutschen…

Tobias: Das wage ich nicht zu beurteilen. Aber es kommt da zu kulturellen Missverständnissen teilweise. Weil aber Deutschland ein sehr großes Land ist, merkt man, es ist von Region zu Region komplett unterschiedlich. Manchmal stellt sich dann schon heraus, dass das Publikum ein bisschen reservierter oder ein bisschen offener ist. Es kommt auch auf den Club drauf an, nicht nur auf die Region. Wenn du in einem Bluesclub spielst, wo das Stammpublikum da ist, die sind alle sehr musikalisch gebildet und sind erstmal kritisch. Die musst du zuerst gewinnen, aber dann sind sie wirklich Feuer und Flamme.

L.C.: Was erwartet den Zuhörer dann bei eurem Album?

Tobias: Viel. Wir haben unserer Kreativität freien Lauf gelassen und haben uns für eine eher unorthodoxe Produktionsweise entschieden und ich glaube, das wird man auch hören. Unser Ziel war es, etwas zu schaffen, das sich auch von anderen Produktionen abhebt. Es sollte nicht unbedingt nicht den Zeitgeist treffen, aber unserer Meinung nach ist es ein Fehler dem Zeitgeist hinterherzulaufen, weil man ihm ja dann eben hinterherläuft und sowieso immer zu spät ist. Wir haben versucht ein wirklich organisches Album aufzunehmen.

Patrick: Ich würde auch sagen, insgesamt sehr abwechslungsreich. Es ist nicht eine Rockscheibe, auf der jetzt von A-Z Vollgas in schnellem Tempo durchgezogen wird. Es gibt ruhigere Nummern, es gibt nachdenklichere Nummern. Die erste Seite ist eher die bisschen rockigere Seite, die mehr nach vorne geht und die zweite Seite ist dann mehr die verspieltere Seite mit Jam-Nummern und Nummern, wo man sich Zeit lassen kann, die atmen können und schön rausproduziert wurden. Wie Tobi auch schon gesagt hat, teilweise auf unorthodoxe Weise, wie man eigentlich sagt, dass man es nicht macht. Da wollten wir uns zuerst selber überzeugen, dass man es nicht so macht.

L.C.: Was beschäftigt euch dann in euren Songs textmäßig?

Tobias: Das ist eine schwierige Frage, die ich so nicht hundertprozentig beantworten kann, weil es mit selbst nicht immer ganz augenscheinlich ist, um was es sich handelt. Es sind Geschichten, es sind Lebenssituationen. Letzten Endes soll jeder selbst herausfinden, was er herausfinden möchte. Wenn das zu genau definiert wird geht etwas ganz grundsätzliches verloren, nämlich dass der Rezipient ja auch eigentlich Teil des Kunstwerkes sein soll. Und das was der Zuhörer daraus macht ist dann auch das Spannende für mich.

L.C.: Habt ihr alle einen professionellen musikalischen Hintergrund?

Tobias: Nein, wir sind keine ausgebildeten Musiker. Wir haben natürlich teilweise Unterricht oder haben uns selbst gebildet, aber wir sind mehr oder weniger Autodidakten. Da sind wir auch froh drüber.

L.C.: Weil man offener ist?

Tobias: Ja, genau. Man kann das auch kritisch sehen, dass am Konservatorium oder an der Hochschule, unserem Empfinden nach, eine Verschulung stattfindet, die der Musik und auch dem Künstler nicht immer gut tut. Wir kennen das von Freunden, die das gemacht haben und man wird sehr oft in Schubladen hineingesteckt und alles was du dann gelernt hast, musst du zuerst mal wieder verlernen, weil es „falsch“ ist. Moosi [Patrick] hatte da das Beispiel mit der Evolutionstheorie, kannst du das vielleicht ausführen?

Patrick: Angenommen jeder lernt das genau gleich und macht es genau wie man es machen muss. Dann würde es jeder gleich machen. Und in der Evolution, also genetischer Algorithmus zum Beispiel, funktioniert das Ganze so, dass es immer wieder mal zufällige Veränderungen gibt und somit irgendetwas Neues entstehen kann. Ich bin der Meinung, dass wenn man das Ganze unkonventionell macht – zum Beispiel Jimi Hendricks hat die Gitarre umgedreht und die Seiten umgekehrt aufgespannt und mit links gespielt – könnte man dann sagen er ist in gewisser Weise limitiert, auf der anderen Seite ist er so eine Ausnahme von der Regel und hat vielleicht Möglichkeit neue Dinge zu spielen, die davor niemand spielen konnte. Er spielt die Dinge anders und das ist in meinen Augen eine Art von Weiterentwicklung, somit halt eine Evolution.

L.C.: Was sind für euch die Schattenseiten und die Sonnenseiten des Bandlebens?

Tobias: Also die Schattenseiten des Tourlebens haben wir ja schon angesprochen, das sind so Sachen des alltäglichen Lebens, die auf der Tour vielleicht zu kurz kommen. Die Sonnenseiten finden hauptsächlich auf der Bühne statt. Abgesehen davon ist es ein Wahnsinnserlebnis vor Menschen spielen zu können und die mit einem guten Gefühl nach Hause zu schicken. Man sieht auf Tour auch einiges, aber wir würden gerne mehr sehen. Heute sind wir eine Stunde durch die Innenstadt von Nürnberg spaziert und wir versuchen so viel wie möglich aufzusaugen von den Orten, die wir besuchen, deswegen bestärkt uns das nur darin wiederzukommen und sich irgendwann mehr Zeit dafür zu nehmen.

L.C.: Ihr habt vorhin schon kurz euer Video angesprochen, wofür ihr auch einen Preis gewonnen habt.

Patrick: Genau. In Barcelona bei einem Filmfestival haben wir in der Kategorie „Bestes Musikvideo“ gewonnen. Bei weiteren Festivals sind wir noch in der Bewertungsphase.

L.C.: Wie kamt ihr auf die Idee zu dem Video? 

Tobias: Die Idee ist von unserem Manager Jürgen gekommen. Wir haben begonnen uns Gedanken zu machen, wie wir ein Video produzieren können, das möglichst viele Menschen auf uns aufmerksam macht. Also kein Video wo du nach den ersten 10 Sekunden weiterklickst, sondern ein Video, das dich irgendwie dazu bewegt, dir das reinzuziehen, weil du es einfach sehen möchtest. Es ist auch für und eine etwas ironische Auseinandersetzung mit dem Vorwurf, dass nichts Neues kommt. Es ist unsere Antwort auf die Retrobewegung.

Patrick: Ich würde auch dazu sagen, es wiederspiegelt ein bisschen das, was man auch auf unserem Album wiederfindet. Dass unsere Musik bzw. Musikrichtung von sehr vielen Bands beeinflusst ist und nicht wirklich nur aus einem Genre kommt. Die Beatles haben uns beeinflusst, Led Zeppelin hat uns beeinflusst, viele Soulsängerinnen-und Sänger, die teilweise auch in dem Video vorkommen. Deswegen tun wir uns auch sehr schwer unseren Sound zu kategorisieren.

Tobias: Deshalb haben wir den Begriff „Heavy Rythm and Roll“ geschöpft um uns ein bisschen zu widersetzen, bzw. der gängigen Frage nach dem Genre zu entgehen, weil es schwierig zu definieren ist. Und da haben wir gesagt, machen wir einfach unser eigenes um nicht in irgendeine der bekannten Schubladen gesteckt zu werden, sondern selbst eine Schublade zu haben.

L.C.: Solche Entscheidungen über Videos, oder auch Albumcover etc. läuft das demokratisch ab oder hat jemand besonders die Hosen an?

Patrick: Das ist genau auch ein Grund warum wir sehr viel Wert drauf legen, dass wir alles selbst in der Hand haben. Wir haben ein eigenes Label gegründet unter dem wir dieses Album jetzt veröffentlichen. Das soll nicht heißen, dass wir nicht mit großen Partnern zusammenarbeiten, aber zumindest haben wir das immer selbst in der Hand. Wir hatten auch Angebote von Plattenlabels, die wir dann ausgeschlagen haben und uns dafür entschieden haben das selbst zu machen, eben unter diesem „Heavy Rythm and Roll Records“-Label. Das heißt prinzipiell steht uns alles frei, wir können tun und lassen was wir wollen. Was wir machen ist, dass wir, da wir uns schon relativ lange kennen, gut darin sind, Dinge zu finden, die uns allen gefallen. Dann muss das noch mit dem Management abgeklärt werden, ob das für die auch ok ist. Die haben dann auch meistens guten Input, wie man bei dem Video gesehen hat, und dann finden wir eigentlich immer ziemlich schnell eine Lösung.

L.C.: Wollt ihr noch irgendwas an unsere Leser loswerden, die dieses Interview mal lesen werden?

Patrick: Ja! Kommt auf unsere Live-Konzerte, dann spürt ihr die Energie nicht nur akustisch, sondern auch visuell!