Konzertbericht: ORDEN OGAN + ALMANAC + MANIMAL

Konzertbericht Book of Ogan Tour ORDEN OGAN, ALMANAC und MANIMAL am 21.03.16 Alte Seilerei Mannheim

Nach etlichen privaten Verpflichtungen ergab sich endlich mal wieder die Möglichkeit ein ordentliches Konzert hier bei uns in der Nähe zu besuchen. ORDEN OGAN gaben sich die Ehre auf ihrer ersten Headliner Tour zusammen mit dem kürzlichen für MYSTIC PROPHECY aufgesprungenen ALMANAC und MANIMAL in der Alten Seilerei in Mannheim

Zusätzlich gab es die Möglichkeit mit den Jungs von ORDEN OGAN kurz vor ihrer Show ein Interview zu führen, dies findet ihr an anderer Stelle. Kommen wir nun zum eigentlich Konzertbericht. Pünktlich um kurz vor 19 Uhr traf die Rock-Garage Fraktion bestehend aus Julian (zuständig für Interview und Bericht) sowie Christina (zuständig für die Fotos) am Veranstaltungsort ein. Vom Tourmanager Markus wurden wir in Empfang genommen und konnten dann unser geplantes Interview durchziehen, welches ihr wie gesagt an anderer Stelle hier bei uns findet. Kurz noch zum Club selbst, die Alte Seilerei ist wie der Name schon sagt, eine alte Fabrik, die in eine Großdisco mit mehreren Räumen umgebaut wurde. Ein Raum davon ist für Metal und Rockkonzerte vorgesehen. Die Ausstattung könnte man als rustikal bezeichnen : – ). Aber wir Metaller sind ja ein anspruchsloses Völkchen!

Die Parkplatzsituation vor dem Club ist übrigens sehr gut, da sich ein großer Fitnessstudioparkplatz anschließt, der mitgenutzt werden kann. Wir von Rock-Garage bezogen wieder unseren „Stammtisch“ rechts neben der Bühne und es konnte losgehen! Ab 19 Uhr war Einlass für die zahlende Menge und die kam auch in großer Zahl. Ich schätze mal das es so schlussendlich ca. 200 bis 250 Besucher waren die den Weg an einem Montagabend nach Mannheim gefunden haben. Das ist, wenn man den Tag beachtet, schon eine ganz ordentlich Zahl.

Direkt zu Beginn wurde dann schon mal der Merchstand in Beschlag genommen, wo von alle drei Bands Sachen zu erstehen waren, auch Julian sichert sich gleich mal die neueste ORDEN OGAN Veröffentlichung „The Book of Ogan“, die es übrigens vor dem offiziellen Release hier zu kaufen gab, und das ALAMANC Debütalbum : )

 

 

Die vier Schweden von MANMAL begannen dann den Abend gegen 19:45 mit einem ca. halbstündigen Set. Es wurden insgesamt sechs Songs gespielt die fast alle vom letzten Album „Trapped in the Shadows“ stammten. Die Truppe war super aufgelegt und man merkte ihnen zu jederzeit an das sie richtig Bock hatten zu spielen. Der Sound war für eine Vorband wirklich gut und man verstand sowohl die Instrumente als auch den Gesang sehr gut! Die Interaktion mit dem Publikum klappte für diesen frühen Zeitpunkt schon sehr gut und die Band wurde gut angenommen.

Man kann also von einem äußerst runden Auftakt sprechen die sowohl den Fans als auch der Band selbst Spaß gemacht haben und den Jungs bestimmt den einen oder anderen neuen Fan gebracht haben. Zumindestens konnte man beobachten das sich einige Metalheads in der folgenden Umbauphase auf dem Weg zum Merch Stand machten, wo auch bald die Band selbst eintraf.

 

Setliste Manimal:

Shadows

The Dark

Trapped in the Shadows

Psychobomb

Invincible

Irresistible

 

Nach einer sehr kurzem Umbauphase enterten gegen 20:30 ALMANAC die Bühne die schon fast zu klein wirkte für 3 Musiker und 3 Sänger(innen). Victor Smolski, David Readman, Andy B. Frank, Jeanette Marchewka und Co hatten die Menge auch direkt fest im Griff und vor allem die beiden männlichen Sänger schmetterten den Fans die ein oder andere Gassenhaueransage entgegen!

Aber auch Victor ließ es sich nicht nehmen das ein oder andere Wort an die Fans zu richten und man sah ihm einfach an das er es genoss aus dem RAGE Schatten herausgetreten zu sein um endlich das zu machen was ihn musikalisch erfüllt!

Die Band spielte eigentlich bis auf ein, zwei Tracks das komplette Debütalbum und zum Schluss gab es auch noch zwei Songs aus Victors RAGE Schaffensphase auf die Ohren, die ich aber leider nicht genau erkennen konnte.

Leider hatten man hier aber auch mit der ein oder anderen Soundproblematik zu kämpfen, der Gesang kam stellenweise sehr dünn und unverständlich aus den Boxen, der Soundmann hatte hier also vielleicht nicht seinen besten Tag. Aber auch dies konnte ein tolles Konzert und einen guten ersten Eindruck von ALMANAC nicht dämpfen, den die Fans auch honorierten.

Nach ca. 45 Minuten war Schluss und es begann die doch recht lange Umbauphase und das Warten auf den Hauptact des heutigen Abends ORDEN OGAN. Das Publikum nutze die Pause natürlich um sich die Beine zu vertreten, Flüssigkeitsnachschub zu besorgen oder den Merchstand zu plündern!

 

Setliste:

Tsar

Self Blinded Eyes

Hands are Tied

Children of the Future

Nevermore

No More Shadows

Flames of Hate

Rage Song

Rage Song

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pünktlich um 21:35, so wurde es uns auch im Interview mitgeteilt, ging das Licht erneut aus und ORDEN OGAN betraten die Bühne. Was nun folgte kann man nicht anders als einen perfekten Siegeszug bezeichnen. Die Menge fraß Fronter Seeb Levermann und Co von der ersten Note aus der Hand und auch wenn nicht alle Spielchen mit dem Publikum gelangen (Hallo Publikum wurde nicht wie üblich mit Fuck you Pussys beantwortet, sondern stilgerecht und artig wie man ist mit Hallo Seeb : ) ) waren Band und Fans sofort auf einer Wellenlänge und man feierte sich beidseitig tierisch ab! Die zuvor herrschenden Tonprobleme waren nun kein Thema mehr und man verstand alles perfekt!

Lichtechnisch wurde immer passend zum Song gut Stimmung erzeugt und bei der obligatorischen Halbballade „The Ice Kings“ gab es auch etwas Schnee vom Himmel!

 

Als die Band dann ankündigte nun einen Song zu spielen der vorher noch nie live gespielt wurde und die ersten Klänge von „Black Heart“ erklungen rastete die Menge das erste Mal richtig aus.

Ein weiteres Mal sprach Seeb von Currywurst sprach und er meinte das nicht alle in der Band diese vertrugen und Fieber davon bekämen, wusste die Menge sofort das nun der jüngste Hit F.E.V.E.R folgte, wo die Stimmung dann wohl ihren Siedepunkt erreichte!

Das Programm beinhaltete natürlich noch weitere Perlen der Band, zu nennen wären hier exemplarisch „We are Pirates“, „Deaf among the Blind“ und „The Things we belive in“.

So verging die Zeit wie im Flug und rasch nahte das Ende gegen 23 Uhr. Die Band verabschiedete sich das erste Mal von der Bühne, wurde aber natürlich wieder zurückgeholt und das Publikum bekam die Zugabe in Form von „Evil lies in every man“ und „The Mystic Symphony“ bevor es dann endgültig hieß Lebewohl zu sagen!

Das Publikum ging glücklich heim, wir packten ebenfalls unsere Sachen und auch die Band konnte denke ich mal zufrieden auf ihren Auftritt zurückblicken mit der Gewissheit die bestehenden Fans glücklich zurück gelassen zu haben und bestimmt auch neue Anhänger gefunden zu haben.

Ein tolles Tourpackage gibt es hier zu bestaunen und wer noch die Chance hat an Tickets zu kommen sollte sich diese Gelegenheit definitiv nicht entgehen lassen!

Setliste Orden Ogan

Ravenhead

Land of the Dead

We are Pirates

The Black Heart

The Ice Kings

Deaf among the Blind

To new shores of sadness

To the End

Fever

At the End of the World

The Things we believe in

Evil lies in every man

The Mystic Symphony

 

 

Text Julian, Fotos Christina

Konzertbericht: EAT THE GUN + GLOOMBALL

Eat the Gun + Gloomball – Live in Viersen, Rockschicht 12.10.2013

 

Sachen gibt’s…Da existiert in meiner näheren Umgebung seit knapp 2 Jahren ein Club mit Live Mucke mit dem Namen “Rockschicht” und nur durch 2 Konzerte innerhalb kürzester Zeit werde ich auf diesen Laden aufmerksam.

GLOOMBALL und EAT THE GUN standen auf dem Programm und aufgrund der Tatsache dass das GLOOMBALL‘s Debüt Album „The Distance“ zu meinen absoluten Highlights 2013 gehört, war langes überlegen überflüssig.
Frau und Schwager eingepackt, ab ins Auto und ab nach Viersen, um beim genaueren betrachten der Eintrittskarte etwas verwundert festzustellen, dass GLOOMBALL der Support-Act für die mir gänzlich unbekannten EAT THE GUN aus Münster sein würden. Ich hatte im Vorfeld mit umgekehrten Verhältnissen gerechnet. Naja, wie auch immer…

Bei Ankunft an der „Rockschicht“ regnet es, rein dürfen wir aber noch nicht. Es ist noch Soundcheck. Freundlicherweise schickt uns der nette Herr am Eingang aber eine Bedienungskraft nach draußen, sodass wir uns ein erstes Bier genehmigen können.
Pünktlich um 20.30 Uhr dürfen wir dann rein. Nach kurzem begutachten des sehr coolen kleinen Clubs, entscheide ich mich, aufgrund des Rauchverbots in NRW nach draußen zu gehen um mir eine zu rauchen. GLOOMBALL-Sänger Alen Ljubic hatte wohl die gleiche Idee und es kommt zu einer ersten Unterhaltung.

Pünktlich um 21.30 Uhr entern GLOOMBALL die angenehm geräumige Bühne in der Rockschicht.
Mit dem flotten Opener-Duett „Overcome“ und „Burning Gasoline“ wird das Programm eröffnet. Die Band gibt von der ersten Minute an Vollgas und das vor, ACHTUNG, geschätzten 30 zahlenden Gästen. Warum so wenige Leute den Weg nach Viersen gefunden haben, ist mir ein Rätsel. Der Stimmung tut es allerdings überhaupt keinen Abbruch.

Sänger Alen hat das Publikum gut im Griff, gibt sich dabei durchaus selbstironisch ohne einen auf dicke Hose zu machen, die beiden Gitarristen Björn und Johannes spielen sich die Bälle gegenseitig zu und harmonieren toll miteinander. Bassist Basti drückt einen satt groovenden Rhythmus in die Menge, spielt dabei komplett banddienlich und unaufgeregt. So richtig derbe flasht mich allerdings Drummer Danny Jo. So klein und so ein Derwisch an den Drums. Supertight und einen Megabums hat der Gute. Echt cool.
GLOOMBALL spielen knapp 45 Minuten und sind so zeitlich in der Lage annähernd das komplette Album live darzubieten.

Die Band als ganzes wirkt gut aufeinander eingespielt und agiert sehr souverän auf der Bühne. Die Spielfreude ist in jeder Sekunde zu sehen.

EAT THE GUN habe ich dann nach kurzem anhören gepflegt verpasst. Obwohl die 3 Jungs auf der Bühne ordentlich Alarm machen und irgendwo zwischen Garagen-Rock, Punk und Rock agieren, können sie mich nicht vollständig packen. Irgendwie läuft die ganze Chose dezent an mir vorbei.

Das macht aber am Ende des Tages auch nix. Die Jungs von GLOOMBALL haben Bock auf Party, wir auch. Was liegt also näher, als dieser Lust nachzukommen und bei ein paar (mehr) Bierchen einen gepflegten Smalltalk im Foyer der Rockschicht zu praktizieren.

Ich bedanke mich bei GLOOMBALL für diesen überaus gelungenen Abend. Tolle Jungs, tolle Band.

Eine kleine Anmerkung am Rande: Ein Club, in dem es am Abend mehrere (!) Lokalrunden Sangrita und Schlumpfpisse aufs Haus (!) gibt, hab ich noch nicht erlebt. Geiler Laden.

Frank

 

Konzertbericht: BLACKLANDS + INTERACTIONS

 

Blacklands + Interactions – Live in Viersen, Rockschicht – 09.11.2013
Bei herbstlichen Novemberwetter machte ich mich nach 2 Wochen erneut nach Viersen in die Rockschicht auf. Nachdem ich bereits Gloomball in diesem Club live sehen konnte, stand mit BLACKLANDS ein weiterer meiner derzeitigen Favoriten auf der Bühne dieses tollen Clubs.
Die einzig wahre Borussia hatte kurz zuvor den 1. FC Nürnberg mit 3:1 aus dem Borussia-Park geschossen – sorry Chris đŸ˜‰ – und somit stand einem gelungenen Abend nichts im Wege.
 
Bei meiner Ankunft in der Halle bemerkte ich gleich eine positive Anspannung, die in der Luft lag. BLACKLANDS-Drummer Thomas Kelleners bestätigte mir diese Anspannung. Kein Wunder, handelte es sich doch um den erst zweiten Auftritt der Formation in der Öffentlichkeit.
Doch bevor BLACKLANDS die Bühne der Rockschicht betraten, enterte zuerst die Mönchengladbacher Band INTERACTIONS die Bretter.
 
INTERACTIONS spielen modernen, instrumentalen Progressive Rock mit Metal- und Postrock-Elementen. Und das in einer ungewöhnlichen Besetzung mit 3 Gitarren, Bass und Schlagzeug. Die Jungs präsentierten sich hervorragend aufeinander eingespielt und wussten durch ihr hohes technisches Können zu überzeugen. Stellenweise erinnerten mich INTERACTIONS an eine progressive Version früherer LONG DISTANCE CALLING.
Allerdings, und das bestätigten mir einige Besucher, fehlte vielen Gästen der Sänger. Dem kann ich allerdings nur bedingt zustimmen. Die dargebotenen Songs würden mit Sänger nicht funktionieren, da sie komplett auf den Instrumentalbetrieb angelegt sind. Im Bereich des Stageacting wirkten die Jungs anfangs noch etwas gehemmt, mit zunehmender Spielzeit tauten sie jedoch etwas auf und ließen sich auch zu der ein oder anderen, lockeren Ansage hinreißen.
Was mir letztendlich ein bisschen gefehlt hat, war ein bisschen mehr Stringenz im Songwriting, sowie eventuell ein Keyboarder für mehr Dynamik bei der Livedarbietung.
Ansonsten kann ich den Jungs nur empfehlen, mit dem weiter zu machen, was sie gerade tun. Eine Band mit Potential.
 

 

 
Nach kurzer Umbaupause war dann Zeit für BLACKLANDS.
Nach einem kurzen Intro eröffnete Dance of the Witches den knapp 2-stündigen Set der Band aus Krefeld/Viersen. Anfängliche Unstimmigkeiten im Sound waren schnell behoben und die Songs präsentierten sich weitaus druckvoller und dynamischer als auf dem Debüt-Album “A New Dawn”, welches bereits im Frühjahr 9,5 Punkte auf Rock Garage einheimsen konnte. Der leicht drucklose Sound war damals auch der einzige kleine Kritikpunkt.
Wie schon bei der Supportband INTERACTIONS legte sich die anfängliche Nervosität schnell und BLACKLANDS überzeugten mit einer enormen Spielfreude, die schnell auf das Publikum überschwappte. Gitarrist und Sänger Michael Stockschläger führte mit seinen Ansagen absolut sourverän durch das Programm, welche alle Songs des Debüt-Albums beinhaltete. Ganz nebenbei erwähnt entpuppte er sich als hervorragender Sänger – eine Tatsache, die mir auf Konserve noch nicht so ganz bewusst war – und exzellenter, hörbar von David Gilmore und John Petrucci beeinflusster Gitarrist. Keyboarder Manfred verrichtete seinen Job mit einer stoischen Ruhe im Hintergrund, während Drummer Thomas mit einem ordentlichen Punch und gutem Timing aufwartete. Sängerin Moja Nardelli, die offensichtlich zu den ruhigeren Vertretern ihrer Zunft gehört, wirkte während des Gigs etwas schüchtern, konnte dies allerdings durch eine absolut souveräne Gesangsleistung ausgleichen. Bei derart musikalischer Klasse ist es eigentlich unfair eine Person besonders hervorzuheben. Loswerden muss ich es trotzdem. Der neue Bassist Oliver Müller (ex-HEAVENWARD) verdient den größten Respekt. Sich ein derart komplexes Programm innerhalb kürzester Zeit fehlerfrei drauf zu packen ist ganz großes Kino. Dabei spielte er nicht einfach nur die Songs 1:1 von Platte nach, nein er gab den Songs durch seinen eigenen Stil sogar neue Impulse.
Beim Titeltrack des Albums “A New Dawn” konnte die Band ausserdem mit dem Gastsänger Giles Lavery aufwarten. Der mittlerweile in Deutschland lebende Australier, hauptamtlich in Diensten von DRAGONSCLAW, verlieh dem vergleichsweise harten Song den nötigen Kick und machte klar, welch großartiger Metalsänger er ist.
Mit “The River” wurde auch ein neuer Song aufs Publikum losgelassen, der mich vom Aufbau und der Melodieführung dezent an DREAM THEATER’s “I walk beside you” erinnerte, die Zugabe bestand letztendlich aus einer, höchst passend umgesetzten Coverversion eines Songs aus dem Musical “Wicked”, sowie zweier Songs vom Debüt-Album.
 

 

 

 
Klasse Songs, super Location, astreiner Sound und eine prima Band. Was will man mehr? Der Abend hätte besser nicht laufen können. BLACKLANDS sind in der Lage ihre Songs auch Live auf die Bühne zu kriegen, nein, man muss schon sagen Live noch besser als auf Platte auf die Bühne zu kriegen. Solltet ihr die Möglichkeit bekommen, diese Band live zu erleben…geht hin. Es war ein wahrhaft gelungener Abend.

 

 
Frank
 
 

Konzertbericht: ANNIHILATOR

 

Endlich war es soweit: die Kanadier von ANNIHILATOR gaben sich mal wieder die Klinke in die Hand und steuerten am 26.10.2013 die Rockfabrik in Nürnberg an. Lange hatte ich die Mannen um Bandchef Jeff Waters nicht mehr gesehen, die Vorfreude war riesig, gerade nach dem starken aktuellen Release "Feast".

Mit einer halbstündigen Verspätung startete der Opener THE GENERALS. Die Schweden boten typischen und einwandfrei vorgetragenen Death 'n' Roll der Marke ENTOMBED. Trotz einer ambitionierten Leistung wollte der Funke nicht so recht überspringen, vielleicht lag das auch etwas an den Soundproblemen während der ersten 2-3 Lieder. Nach dem halbstündigen Set ernteten die Generäle aber immerhin den verdienten Applaus.

Der Veranstaltungsort, normalerweise eine Disco, konnte dagegen voll punkten. Die relativ hohe Bühne ermöglichte einen perfekten Blick auf das Geschehen von jedem Punkt in der Halle. Die von Haus aus installierte Licht- und Soundanlage ergänzte die Bühnentechnik hervorragend. Nürnberg hat eine weitere tolle Location für Rock- und Metalkonzerte.

Das Pausenbier war leer getrunken, die Umbauarbeiten auf der Bühne fertig, dass Licht ging aus. Es folgte ein kurzes Intro von Konserve, während dem man die Energie im Publikum förmlich greifen konnte.

Dann kam die Explosion.

Als ANNIHILATOR zu den einleitenden Klängen von "Alison Hell" die Bühne stürmten gab es kein Halten mehr. Haare kreisten, Fäuste reckten sich in die Höhe und die Kanadier hatten die gut gefüllte Halle vom ersten Ton an voll im Griff.

Mit einer beeindruckenden Performance thrashten sich die Kanadier durch die knapp 1 Stunde 45 Minuten lange Setlist. Und die Songauswahl war ein Fest, alte Klassiker und aktuelle Kracher donnerten wie aus einem Guss auf die begeisterte Menge los. Anfangs war ich etwas überrascht, dass so viele Klassiker gleich zum Start rausgekramt wurden und gerade am Ende sehr viele Stücke vom aktuellen Album den Einzug in das Set gefunden haben. Dieser Mix stellte sich aber schnell als absolut problemlos dar, was für die Qualität gerade der letzten beiden Alben von ANNIHILATOR spricht. Nicht umsonst bedankte sich Jeff Waters bei den "Feast"-Käufern welche der aktuellen Scheibe die besten Verkaufszahlen seit 2001 in Deutschland beschert haben.

 

 
 

Dave Padden (Vocals, Guitars), Jeff Waters (Guitars, Vocals), Mike Harshaw (Drums) und Alberto Campuzano (Bass) waren perfekt eingespielt, jede Note und jeder Wechsel bei den Vocals saß punktgenau. Die Spielfreude der gut gelaunten Band übertrug sich während der ganzen Show auf das Publikum welches dies mit lautstarker Beteiligung, einigen Circle-Pits und jeder Menge Headbanging dankte. Gitarrenvirtuose Jeff begeisterte mit seinen Flitzefingern, doch auch die Leistung der übrigen Musiker darf durch die Fähigkeiten von Ausnahmemusiker Waters nicht zu kurz kommen. Hier stand ein perfektes Team auf der Bühne, welches uns in der Besetzung hoffentlich noch lange erhalten bleibt!

Fazit:

Wenn die Jungs noch in eure Gegend kommen: hingehen! Hier wird Thrash Metal auf höchstem technischen Niveau zelebriert. ANNIHILATOR gehören auch 2013 noch lange nicht zum alten Eisen.

Das letzte Wort hat einer der Gewinner unserer Verlosung:

Johannes:
Wie soll man das jemandem beschreiben, der nicht dort war? Ich sehe nur eine Möglichkeit: "Da haste echt was verpasst!". Jeff & Co haben Gas gegeben ohne Ende, die Menge tobte, der Sound war fast perfekt und die Setlist war ebenfalls super. Zwischen Brett und Ballade, Klassiker und neuem Material war für jeden was dabei. Einfach ein geiles Konzert!

Setlist:
1. Intro
2. Alison Hell
3. W.T.Y.D. (Welcome to Your Death)
4. Reduced to Ash
5. Set the World on Fire
6. Refresh the Demon
7. Never, Neverland
8. No Zone
9. The Fun Palace
10. Second to None
11. I Am in Command
12. Medley (Phoenix Rising / Sounds Good To Me)
13. Drum Solo
14. No Way Out
15. Smear Campaign
16. Time Bomb
17. Ambush
18. Deadlock
19. Ultra-Motion (Zugabe)
20. King of the Kill (Zugabe)

Chris

 

Konzertbericht: CIVIL WAR + KATANA

Konzertbericht CIVIL WAR und KATANA 14.02 Alte Seilerei Mannheim

Die Alte Seilerei in Mannheim liegt für einen Teil der Rock-Garage Belegschaft quasi um die Ecke. Daher war es für uns auch eine Selbstverständlichkeit, als die Einladung für die The Killer Angels Tour der Band CIVIL WAR kam, die Einladung anzunehmen und uns in diese kultige Location aufzumachen.

Die Jungs von CIVIL WAR hatten die Power Metal Newcomer von KATANA im Gepäck was ein interessantes Package versprach. Gleichzeitig zu diesem Konzertbericht gab es auch ein Interview mit CIVIL WAR Frontmann Nils Patrik Johannson, welches ihr HIER finden könnt. Nun aber ab zum Konzert!
Da wir vor dem Konzert noch das Interview mit Patrik machen wollten, ging es also recht früh los und daher waren wir schon kurz vor 18 Uhr an der alten Seilerei. Einlass war erst ab 19 Uhr und der Beginn des Konzertes war auf 20 Uhr angesetzt worden. Der frühere Einlass für uns Journalisten gestaltete sich unproblematisch und wir konnten noch ein bisschen dem Soundcheck lauschen. Recht pünktlich um 18 Uhr konnten wir uns dann mit Patrik treffen und unser Interview durchführen. Danach hieß es erstmal warten auf den Einlass und den strömenden Massen von Menschen.

Hatte ich strömende Massen gesagt? Nun ja ganz so war es dann leider nicht, der Einlass ging sehr zäh von statten, da schlussendlich gerade einmal 50 Metalheads den Weg gefunden hatten! Wir befürchteten schon das Schlimmste was die Stimmung anging!

Kurz noch zum Club selbst, die Alte Seilerei ist wieder Name schon sagt, eine alte Fabrik, die in eine Großdisco mit mehreren Räumen umgebaut wurde. Ein Raum davon ist für Metal und Rockkonzerte vorgesehen. Die Ausstattung könnte man als rustikal bezeichnen : – ). Aber wir Metaller sind ja ein anspruchsloses Völkchen! Die Parkplatzsituation vor dem Club ist übrigens sehr gut, da sich ein großer Fitnessstudioparkplatz anschließt, der mitgenutzt werden kann.

Zurück zum Konzert, pünktlich um 20 Uhr stürmten die 4 Jungs und ein Mädel von KATANA die Bühne und begannen ihre Show. Power Metal mit ordentlichen 80iger Anleihen wurde uns geboten und man zockte sich recht routiniert durch die bisherigen zwei Alben. Der Frontmann gab sich alle Mühe die „Meute“ zu unterhalten und tatsächlich gingen die Leute, trotz der wenigen Anwesenden, gut mit. Ein bisschen mehr hätte es natürlich sein können, aber für die recht unbekannt Vorband und die wenigen Leute war die Stimmung schon ok.

Was nicht so ganz zur epischen Power Metal Mucke mit den asiatischen Texten gepasst hat, war die Klamotte der Truppe. Spandexhosen ordnet man halt doch eher dem Sleaze und Glam Genre zu : – ). Auch der Sound war stellenweise nicht der Beste, der Gesang war doch recht leise und die Instrumente recht laut. Aber im Großen und Ganzen ging es und das Set wurde nach 45 Minuten Spielzeit mehr als ordentlich beendet und man sah einige Metalheads so gleich zum Merchandising Stand aufbrechen um sich mit KATANA Sachen einzudecken.

Nach einer recht kurzen Umbauzeit ging dann der Hauptact CIVIL WAR auf die Bretter und endlich merkte man auch das die Zuschauer richtig da waren. Vom ersten Moment wurde richtig schön mitgegangen und die Truppe ließ sich davon recht ordentlich anstecken! Sänger Patrik war super bei Stimme, Schlagzeuger Daniel ist einfach nur ein absolutes Tier am Schlagzeug und Keyboard Daniel hatte mächtig Spaß in den Backen und kam sogar bei einer kleinen Keyboardpause ins Rampenlicht um die Gitarrenfraktion Oskar und Rikard neugierig zu begutachten. Aber auch Basser Stefan ließ sich von der Menge anstecken und zeigte warum er in die Band gekommen ist und das er ein wahnsinniger gute Tieftöner und Poser ist!

Die Songauswahl ging natürlich querbeet durchs Debütalbum, wo die besten Songs herausgepickt wurden und gespielt wurden. Eine Songüberraschung gab es aber auch, mit dem DIO Klassiker „Heaven in Hell“ wurde dem viel zu früh verstorbenen Ausnahmesänger gedacht und Sänger Patrik konnte unter Beweis stellen warum er als einer der legitimen Nachfolger des kleinen, großen Sängers gilt.

Der Sound der Truppe war grandios gut, nur zum Schluss der Show schlichen wieder so ein zwei Soundschwächen ein, aber ansonsten gab es an dem Auftritt von CIVIL WAR nix zu bemängeln und ich denke auch den Jungs hat es trotz der wenigen Zuschauer eine Menge Spaß gemacht, zumindestens hat man ihnen das angesehen! Nach 75 Minuten war der Spuk vorbei und man verabschiedete sich artig von der Menge, die Musiker ließen es sich aber nicht nehmen im Anschluss an das Konzert noch mit den verbliebenen Metalheads sich das ein oder andere Bier zu genehmigen, bevor man dann in der Nacht noch zur nächsten Show nach Belgien aufbrach.

 

Wir traten auf jeden Fall zufrieden die Rückreise an und waren uns einig das wir der Alten Seilerei aufgrund ihres Charmes und den guten Rahmenbedingungen gerne wieder einen Besuch abstatten wollen! Und ich denke CIVIL WAR und auch KATANA haben auf dieser Show den ein oder anderen Fan mehr für sich gewinnen können!

Setliste CIVIL WAR:

Intro
King of the Sun
St Patricks Day
Sons of Avalon
Gettysburg
Lucifers Court
Brother Judas
Heaven in Hell
Fist to Fight
I will rule the Universe
Civil War
Rome is falling

Text Julian, Fotos Christina

 

Konzertbericht: RECKLESS LOVE

Erster Deutschland-Gig von Reckless Love

29.11.2012, Köln, Underground
 
Reckless Love, die finnische Glam Metal-Truppe beehrte diesen Herbst, am 29.11., das erste Mal Deutsche Landen. Gespielt wurde in Köln im Underground.
 
Die folgenden Support-Bands traten auf:
 
Rebellious Spirit
Hollywood Burnouts
 
Zur Location: Das Underground ist ein klassischer Rock-Schuppen, in dem es für wenig Geld Getränke mit und ohne Alkohol gibt. Möchte man sich einen stattfindenden Gig nicht ansehen, besteht die Möglichkeit, in der durch einen Flur von der Disco abgetrennte Bar seine Zeit zu verbringen und dort zu spielen, zu trinken, zu quatschen… Nach einem Auftritt kann man sich sogar noch dort leiblich versorgen lassen, da in einem Schnellkochtopf Würstchen heiß gemacht werden. Auch der Innenhof ist urig mit seinen gemütlichen Tischen und Bänken und zwei beleuchteten Buddha-Statuen. Man sieht, für das leibliche, kulturelle und spirituelle Wohl ist gesorgt: Ein Rundum-Sorglos-Paket.
 
Alles schön und gut, aber uns ist die Musik wichtiger…
 
Die erste Support-Band waren Rebellious Spirit. Ein netter Haufen Jungs, die ihre Zeit nicht damit zubringen, auf der Straße abzuhängen und Blödsinn zu machen, sondern Musik machen und – wie sie selbst sagen – den Geist der 80er Jahre zurückzubringen (die sie in ihrem Alter aber wohl selbst nicht erlebt haben). Sie spielten gut, gaben sich sehr viel Mühe, das Publikum anzuheizen. Die jungen Mädels im Publikum waren äußerst begeistert.
 
Danach kamen die Hollywood Burnouts an die Reihe. Sehr sauberer Rock, fast etwas langweilig. Auch sie bemühten sich erdenklich. Auf mich wirkten die Hollywood Burnouts allerdings ein wenig, als habe man sie aus dem Hörsaal direkt ins Underground gebracht. Viele Zuschauer setzten sich dann auch hin, was aber nicht heißt, dass die Burnouts schlecht sind. Sie haben durchaus ihre Resonanz gehabt. Leider stimmte etwas mit der Technik nicht, als wenn die Soundanlage übersteuert gewesen wäre.
 
…und dann kamen Reckless Love an die Reihe… Der Laden, das Underground, war gerappelt voll, wofür sich Olli Hermann auch bedankte. Überhaupt interagierte Olli viel mit dem Publikum und erschien überaus gut gelaunt. Die ganze Band hat auf der Bühne – und auch außerhalb – eine sehr positive und freundliche Ausstrahlung. Fröhlich, gut gelaunt und offenbar mit dem Herzen dabei.
 
Reckless Love haben ihre Hits gespielt – „“Animal Attraction“, „Speedin’“, “Dance“, „On The Radio“ usw. Romantischer wurde es dann bei “Born To Break Your Heart”. Vielleicht nicht ganz an der Realität vorbei, wenn man bedenkt, was für ein gutaussehender Typ Olli Hermann ist. Jedes Mal wenn das Tanktop durchgeschwitzt war, wurde es von den Damen freudig begrüßt, dass der Rest des jeweiligen Songs ohne stattfand. Man kann auch nur sagen: Respekt vor dem durchtrainierten Body!
 
Auch vom Debütalbum wurden einige Songs gespielt, z. B. „Romance“ und „Back To Paradise“. Es gibt Lieder, die dürfen nicht fehlen…
 
Während der Show gab es keine Special Effects, sondern es wurde frei von der Leber weg gerockt. Da wäre jeder Effect überflüssig gewesen. Gute Musik braucht kein Tamm-Tamm.
 
Auch spielte jedes Mitglied ein kleines Solo. Nicht zu lang, nicht zu überkandidelt. Reckless Love sind offensichtlich eine Band und nicht vier Musiker auf dem Ego-Trip.
 
„Hot“ war dann die Zugabe, die lautstark gefordert wurde.
 
Gern hätte das Publikum, den Rufen nach zu urteilen, auch „Born To Rock“ gehört. Das wurde leider nicht gespielt. Aber Reckless Love sollten darüber nachdenken, es in die Setlist für künftige, hoffentlich stattfindende Deutschland-Auftritte aufzunehmen.
 
Als Olli Hermann, Pepe (Gitarre), Hessu Maxx (Schlagzeug) und Jalle Verne (Bass) die Bühne verließen, war das Publikum in sehr guter Stimmung und vollkommen von den Socken. Wäre die Party, denn eine Party ist es gewesen, noch länger gegangen, hätte sich niemand beklagt. Hinzufügen möchte ich noch zwei Dinge:
 
  1. War es ein lustiger Anblick, dass Olli zum Schluss den Arm voller Wäschestücke hatte. Sehr sympathisch, denn meist bleibt es ja irgendwelchen armen Roadies überlassen, die Klamotten der Musiker einzusammeln und ihr Chaos zu ordnen.
 
  1. Das Publikum hat jeden Song Wort für Wort mitgesungen, was auch nicht bei jeder Band der Fall ist. Hut ab, liebe Zuschauer; Ihr habt stark dazu beigetragen, den Abend zu einem Erlebnis werden zu lassen!
 
Ein absolut gelungener Rock-Abend mit lauter Höhepunkten und keinen Tiefpunkten.
 
Auch nach dem Auftritt entpuppten sich Reckless Love als sehr fanfreundlich und gaben geduldig Autogramme und ließen sich fotografieren. Olli erkundigte sich bei den Fans, nachdem er mitbekommen hatte, dass zwei Mädel Probleme hatten, ihn zu verstehen, auch besorgt nach dem Sound, ob er gut zu hören gewesen sei oder ob etwas nicht in Ordnung war. (An unserem Platz war alles perfekt.) Unheimlich nette Truppe und ich hoffe sehr, dass wir sie bald wieder begrüßen dürfen! 
 
 
 
 
Sandra

Konzertbericht: SEX-ACTION TOUR L.A.GUNS

Die Sex-Action-Tour im Turock, Essen – LA Guns & support bands
13.03.2012
 
 
Fünf Bands für ein kleines Budget – wo bekommt man das?! Im Turock in Essen. Angemeldet hatten sich die LA GUNS rund um die Hollywood-Legende Tracii Guns (Gitarre). Mit von der Partie waren Scott F. Harris als Sänger, Johnny Martin (Bassist) und Doni Gray (Drums).
 
Außerdem die folgenden Supports der Reihe nach:
BARBARIAN TWINS
CRUSHER
DEATH BED CONFESSION
HOLLYWOOD DIRTBAGS
 
Zur Location: Das Turock ist ein uriger Schuppen mit guten Sichtmöglichkeiten und vier Bars verteilt auf drei Ebenen. Die Preise sind nicht besonders hoch und die Toiletten gepflegt und sauber. Finden kann man das Turock in der Innenstadt, direkt auf dem Viehhofer Platz. Von außen sind noch herrlich stimmungsvolle dunkle Skulls mit rotbeleuchteten Augen an der Häuserwand. Also nicht zu verfehlen.
 
Nun aber zum Wichtigsten – zur Musik.
 
Die ersten in der Reihenfolge waren die BABARIAN TWINS,eine Truppe aus Norwegen. Die Musiker haben eine kleine, aber feine Song-Auswahl zum Besten gegeben und haben sich wirklich alle Mühe gegeben, das Publikum zu unterhalten. Freundlicherweise wurden von ihnen sowohl zwei CD’s als auch  zwei T-Shirts verschenkt, direkt von der Bühne runter.
 
Anschließend spielte eine sehr junge Schweizer Band – CRUSHER.Sie haben schon gut eingeheizt. Ihr gleichnamigesPromo-Album mit drei Songs war kostenlos im Turock für Interessierte ausgelegt und nach ihrem Gig sofort vergriffen. Das allein besagt schon, dass sie vermutlich eine Zukunft haben werden. CRUSHER Stil ist sleazy angehaucht und mit moderneren Rock-Klängen vermischt.
 
Nach CRUSHER hatten DEATH BED CONFESSION die undankbare Aufgabe, als nächstes aufzutreten und das Publikum zu überzeugen. Nicht wirklich in einen Sleaze-Band-Trupp passend gaben sie ihr Bestes. Sie hörten sich weniger nach einer normalen Hard Rock-Band an als nach Pantera-Style. Trotzdem blieben viele Zuschauer stehen anstatt zum Bierstand oder auf’s stille Örtchen zu pilgern und hatten auch sichtlich ihren Spaß.
 
Die HOLLYWOOD DIRTBAGS lockten dann auch noch die letzten Verpeilten aus ihren Ecken und es gab so richtig Saures. Ein super Set-Mix aus ihren eigenen Songs (Album: SINNERS TAKE ALL) und zwei Sunset Strip-Klassikern („It’s so easy“ und „Nice Boys) wurde von den Kaliforniern gespielt. Man hörte stark ihre Einflüsse heraus und der Sänger konnte sein Vorbild, einen allseits bekannten rothaarigen Sänger, dessen Wahlheimat ebenfalls Los Angeles ist, nicht verleugnen. Für Erheiterung sorgte die Ansage des Songs „Hell in High Heels“ bei den männlichen Gästen.
 
Nach vier wirklich gelungenen Einheizern wurden die LA GUNS natürlich schon ungeduldig erwartet. Und siehe da: Trotz ständiger Personalwechseleien (auf den Plakaten ist noch immer Eric Grossman aufgeführt als Bassist anstatt des seit Kurzem zurückgekehrten, allseits beliebten, Johnny Martin). Ihre alten Klassiker wie „Rip and Tear“, „Ballad of Jayne“, „Sex Action“, „Crystal Eyes“, „No Mercy“, „Dreamtime“ waren untergebracht ebenso wie ein völlig neuer Song, der hoffentlich auch auf einem Album erscheinen wird. Ob nun unter dem Namen LA GUNS oder welchen Tracii auch immer anstrebt, denn man hörte ja, dass er den Bandnamen gern wechseln möchte. Der neue Sänger, Scott F. Harris, ist stimmlich sehr gut. Er wurde zwischenzeitlich immer mal von den Instrumenten übertönt, aber das ist wohl eher ein Fehler der Crew am Mischpult gewesen als sein eigener. Er hat eine sehr gute Show geboten und die Band war gut für verschiedene Überraschungen. Nach „Rip and Tear“ sagte man erst einmal „Thank you, good bye”. Traditionell ist es der letzte Song – aber diesmal nicht. Es war erst die Hälfte des Sets herum. Irgendwann stellten sich sämtliche Band-Members wie erstarrte Salzsäulen auf die Bühnen und taten nichts mehr. Keine Rufe wie „Sing“ o. ä. ließen sie auftauen. Erst einige von den Fans gesungenen Zeilen von „Waking the Dead“ flößten ihnen wieder Leben ein und weiter ging es. Während „Sex Action“ schwankte Sänger Scott und ließ sich  zu Boden fallen. Atem stockten. Allerdings spielte die Musik weiter, so dass man sich doch denken konnte, dass nichts geschehen war, was ihn wirklich umgehauen hat. Und siehe da, Scott bewegte sich bald schlängelnd auf dem Boden und stand auch irgendwann wieder auf. Tracii gab sich sehr gitarrenverliebt und gute Laune verbreitend stellte er einige kleine Soli in den Vordergrund. Doni und Johnny muss man wirklich loben – sie haben eine harmonische Rhythmus-Fraktion gebildet. Von Seiten der Fans waren Zwischenrufe wie „Das ist Rock n’ Roll“ des öfteren zu hören. Auch von Begeisterung zeugte, daß ein Zuschauer den Musikern ein Bier spendierte, an dem Tracii einige Male nippte und dessen „Rest“ Scott in einem Zug hinunterspülte.
 
Insgesamt kann man mit dem Fazit schließen: Ein gelungener Abend, es kam weder Langeweile noch Müdigkeit auf und allen Bands, die gerockt und unterhalten haben, ein dickes „Dankeschön für den tollen Abend; kommt bald wieder!“
 
 
 
 
 
Sandra

 

Konzertbericht: DESERT FORCES OF ROCK TOUR 2012

DESERT FORCES OF ROCK TOUR 2012 mit ASTRAL DOORS & RIOTGOD

Endlich mal wieder ein gescheites Bandpaket dachte ich mir, als ich die Konzertankündigung der Desert Forces of Rock Tour 2012 bekam. Die US Amerikaner RIOTGOD und meine Lieblinge ASTRAL DOORS gaben sich an einem Samstag Abend die Ehre.
Kurzentschlossen Gästeliste und Fotopass gesichert, die Freundin als Fotografin mitgeschleppt und ab ging es in den überaus kultigen Musikkeller nach Frankfurt Höchst. Zusätzlich zum hier nun folgenden Konzertbericht werdet ihr bald ein umfassendes Interview mit dem ASTRAL DOORS Frontmann und Sänger Patrik Johannson lesen, welches ich nach der Show mit ihm, in relaxter Atmosphäre, führen durfte. Aber nun ab zum Bericht.

Samstag Abend 18:30 der Rock Garage Tross bestehend aus Christina (zuständig für die Fotos und die weibliche Note) und Julian (Interview/Konzertbericht) erreicht nach einer einstündigen Fahrtzeit den Musikkeller Frankfurt wo eine halbe Stunde vor Einlass noch nicht viel los ist. Nur ein paar versprengte Fans, unter anderem aus Frankreich!, sind schon vor Ort.
Nachdem wir uns einen Weg durch die Gaststätte des Musikkellers geschlagen haben, erreichen wir den Vorraum der Showörtlichkeit, wo es dann nach kurzem warten direkt in den Keller geht.
Kurz mit der Besitzerin ein paar Worte gewechselt, den reservierten Stehtisch bezogen und mit dem Tourmanager den Interviewpart abgesprochen.
Kurz ein Wort zur Location. Der Musikkeller Frankfurt ist wirklich eine Reise wert. Schön urig, Clubfeeling und ein super freundliches Personal. So stellt man sich eine Metal und Rocklocation vor. Beide Daumen hoch für den Musikkeller Frankfurt und sein Team!
Zurück zum Abend, nachdem der angekündigte regionale Supportact nicht auftritt, gibt es eine etwas längere Pause bevor dann der erste Act RIOTGOD um circa 21:00 Uhr die Bühne entert.
Die Band gehört mit ihrem Stoner Rock nicht wirklich zu meinem bevorzugten Genre, aber ich geh unvoreingenommen an die ganze Sache ran. Die Mannen rund um die beiden MONSTER MAGNET Mitglieder Jim Baglino (Bass) und Bob Pantella (Schlagzeug), sowie Garrett Sweeney (Gitarre) und Mark Sunshine (Gesang), legen auch ohne großes Drumrumreden gleich los. Leider hat sich der Tonmann wohl ein wenig beim einstellen vertan, denn der gesamte Auftritt wird durch die schlechte Abstimmung von Instrumenten und Gesang überschattet. Der Gesang ist viel zu weit im Hintergrund, so das die Instrumente ihn gekonnt überstimmen. Das und die Tatsache das Mr. Sunshine rüberkommt also ob er vorher noch ordentlich was eingeschmissen hat, schmälern ein bisschen die gesamte Leistung der Band. Nicht falsch verstehen, Stoner Rock ist ja ein wenig abgedreht, aber der gute Mark übertreibt es heute ein wenig.
Schade denn, die Songs gehen rockig nach vorne und locken auch einige der circa 100 Anwesenden direkt vor die Bühne zum mitbangen.
Ratz, Fatz ist die Stunde Spielzeit rum, in der sich die Jungs durch ihre zwei Alben gespielt haben und es beginnt das warten auf den Hauptact.

Nach einer relativ lange Umbau und Wartezeit erklangen dann gegen 22:45 die ersten Klänge des Intro’s und ASTRAL DOORS betraten unter großem Applaus der nun circa 150 Gästen die kleine Bühne.
Die Eröffnung des aktuellen Albums, ist auch die Eröffnung des Gigs, mit „Seventh Crusade“ legen die Jungs mächtig los, bevor sie uns dann mit durch ein bunte Reise durch ihre bisherige Discography nehmen. Natürlich legt man viel Wert auf die letzte Scheibe und hat ganze sechs Stücke („Seventh Crusade“, „Child of Rock N Roll“, „With a stranger's Eye“, „Pearl Harbor“, „Babylon Rise“ und „The Battle of Jacob's Ford“) davon im Gepäck. Dazu würzt man das Ganze mit ein paar Alltime Favorit's vom Schlage „Of the Son and the Father“, „Evil is forever“, „Time to Rock“, „Black Rain“ und „Cloudbreaker“. Als Überraschung hat man heute mit „London Cave“ einen weiteren Song vom, wie ich finde, unterbewertetsten Album der Bandgeschichte „Astralism“ im Gepäck.
Gewohnt souverän zockt man sich durch die Songs und man merkt, dass die Jungs den Abgang des zweite Gitarristen Martin Haglund gut verkraftet haben und dadurch irgendwie kompakter wirken. Auch der „neue“ Bassist Ulf Lagerström ist eine absolute Bereicherung für die Band. Dazu natürlich noch den super Rückhalt durch Übersänger Patrik Johansson, da kann man nur einen absolut gelungenen Gig abliefern.
Was der Junge aus seiner Stimme rausholt, ist wirklich aller Ehren wert. Einer der besten Sänger im Metal/Rock Zirkus!!
Gegen 0 Uhr, mit halbstündiger Verspätung, feuern ASTRAL DOORS dann die letzte ihrer drei Zugaben ins Publikum und werden mit ordentlich Applaus entlassen.
Natürlich geben sich die Musiker keine Blöße und mischen sich danach unters Volk um mit den Fans ein paar Worte zu wechseln, Autogramme zu geben oder einfach nur ein Bier zu trinken.
Nur Sänger Patrik zieht sich zurück und macht sich frisch, da er uns ja später noch Rede und Antwort stehen möchte, aber das ist eine andere Geschichte und wird an anderer Stelle fortgeführt.
Danke an beide Bands und dem Musikkeller Frankfurt Team für einen gelungenen Konzertabend, wir kommen sehr gerne wieder!

Setliste RIOTGOD            Setliste ASTRAL DOORS

– Breed                               – Seventh Crusade
– Fool                                 – Child of Rock N Roll
– Time is now                      – Of the Son and the Father
– Crusader                          – With a stranger's Eye
– Crossfade                        – Evil is forever
– Tomorrow's Today             – New Revelation
– 9th Life                            – Pearl Harbor
– Slow Death                      – Power and the Glory
– Rebirth                             – Babylon Rise
– Collapsing Stars               – The Battle of Jacob's Ford
– Scaring it up                     – Time to Rock
– Hollow Mirror                    – Slay the Dragon
– High Time                         – Black Rain
– Evil                                   – London Caves
                                           – Cloudbreaker

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht Julian; Fotos Christina

Listening Session: VANDEN PLAS

 

Deutschlands führende Prog Metalband VANDEN PLAS stehen kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums „The Chronicles of the Immortal – Netherworld“ welches im Februar 2014 erscheinen wird. Nach dem letzten Album „The Seraphic Clockwork“ 2010 war die Band nicht untätig und hat zusammen mit Deutschlands berühmtesten Fantasy Autor Wolfgang Hohlbein die Rockoper „Blutnacht“ auf die Beine und die Theaterbühne gebracht.
Nun münzt man diesen Opernstoff auf ein Album um und vertont die Geschichte für alle Fans, die nicht das Glück hatten eine Vorstellung der Rockoper zu besuchen.
In Vorgriff auf das Album lud die Band rund um Frontmann Andy Kuntz zur Listening Session ein und eine kleine Abordnung von Rock Garage machte sich auf den Weg in die Westpfalz nach Kaiserslautern.
Gegen 13:30h trafen wir an der Lounge 21, in der die Band geladen hatte, ein. Direkt auf dem Parkplatz vor dem Rathaus, in der sich die Lounge befindet, trafen wir auf den Bassisten der Band, Torsten Reichert. Mit uns im Schlepptau ging es dann zur Lounge.
Nach und nach trafen die anderen Bandmitglieder, Schreiberkollegen und viele Freunde der Band ein.
Denn so erklärte uns Sänger Andy Kuntz in einem kurzem Smalltalk zu Beginn, die Listening Session sollte auch ein Dankeschön an die vielen Unterstützer und Freunde der Band sein, deswegen die etwas andere Lounge Atmosphäre.
Gegen 14:30 ging dann die eigentliche Listening Session los, ein Moderator des ansässigen lokalen Radiosenders Antenne Kaiserslautern sprach ein paar einleitenden Worte, die Band hielt sich dagegen komplett zurück und ließ in lockerer Atmosphäre eher die Musik sprechen.
Diese wurde vom bekannten Produzenten Markus Teske, der das Mastering des Albums übernahm, gestartet.
Es wurden alle Songs komplett ausgespielt und nicht nur Songschnipsel. Keine Demosongs, sondern das komplette und fertige Album.

10 Songs gab es auf die Ohren inklusive dem anfänglichen obligatorischen, stimmungsvollem, Intro.
Track Nummer zwei mit dem klangvollen Namen „The Black Night“ ist ein epischer Track, der mit viel Abwechslung, schnellen wie auch langsamen Parts daher kommt.
Als dritten Track hatte man den „Godmaker“ am Start. Wesentlich kompakter und melodischer als zuvor spielt man sich recht kraftvoll durch die Nummer.
Nun kam die stärkste Phase der Platte mit den Songs vier, fünf und sechs wobei hier Track vier noch hervorstach, denn bei ihm waren die Orchester- und Chorparts wesentlich präsenter. Wir waren uns zum Schluss einig, das diese uns am besten im Nachhinein gefallen hatten.
Ach ja, die Übergänge der Lieder waren sehr fließend, weswegen eine Abgrenzung schwer möglich war. Deswegen fiel es uns ab der Mitte der Platte sehr schwer Nummern wie auch Namen auseinander zu halten.
Machen wir es daher ein bisschen kompakter und lassen verlauten das sich auch im weiteren Verlauf der Scheibe kompakte und melodische Stücke, mit längeren, epischen Stücken abwechselten. Eine Ballade war ebenfalls am Start und die Heavyness kam ebenfalls nicht zu kurz.
Zusammenfassend kann man zum neuen Album „The Chronicles of the Immortal – Netherworld“ sagen, das es komplexer als der Vorgänger ist, die Band es aber geschafft hat das der Zugang zu allen Stücken sehr gut ist und zu keiner Zeit Langeweile aufkommt.
Die Produktion und der Sound waren dermaßen überragend, da kann man der Band ebenfalls nur gratulieren.
Es gab langen Applaus nach verklingen des letzten Tons und auch wir waren uns einig hier kommt etwas ganz großes auf uns zu, VANDEN PLAS haben sich mal wieder selbst übertroffen!
Die Prog Metalheads unter uns können sich den Februar 2014 schon mal ganz dick in ihrem Kalender anstreichen!!
Nach der Listening Session hatten wir noch die Gelegenheit mit dem schon erwähnten Bassisten Torsten Reichert sowie Schlagzeuger Andreas Gill ein paar Worte zu wechseln.
Torsten und Andreas waren sehr nette Gesprächspartner und man plauderte über dies und das, sie verrieten uns noch, das das neue Album nur der erste Teil der Chronicles of the Immortal Saga darstellt und sich die Fans auf einen zweiten Teil genau ein Jahr später freuen können!

Christina und Julian