FIRELAND – Fireland IV: Forged In Fire

Band: Fireland
Album: Fireland IV: Forged In Fire
Spielzeit: 53:09 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Independent
Veröffentlichung: 01.06.2019
Homepage: www.fireland.tv

Der Sommer naht und die qualitativen Metal-Alben tasten sich zögernd aus ihren Studiohöhlen heraus, um unter freiem Himmel gehört zu werden. FIRELANDs “Fireland IV: Forged In Fire” ist auch darunter, macht aber vorher noch den kurzen Umweg über die Rock Garage. Ich muss zugeben, ich hab von der Band noch nie was gehört, kann aber dank des Promotextes nun mitteilen: Die US/UK-Truppe besteht aus Gitarrist Steve Moore von STORMZONE und Sänger David Brown von CHAOS FRAME, “Fireland IV” ist ihr – Trommelwirbel – viertes Album, weitgehend selbstgebastelt und bietet Heavy Metal mit Power-Metal-Einflüssen über elf Songs und mehr als 50 Minuten. Dass Eigenproduktionen nicht zwangsläufig nach Keller klingen müssen, beweist “Fireland IV” eindrucksvoll. Vielleicht ist das Ganze ein kleines bisschen höhenlastig, nichtsdestotrotz jedoch absolut sauber, mit ordentlich Druck, Definiertheit und Härte. Sehr angenehm.
Sehr angenehm auch die professionelle und detailverliebte Gesangsleistung von David, die den nicht minder professionell und detailverliebten instrumentalen Ergüssen zusammen mit den starken Backing Vocals hochgradig gut tut.
Und das Gelobe hat gerade erst begonnen, denn jetzt geht’s zu den Songs und auch hier gewinnt “Fireland IV” auf ganzer Linie. Das ist klassischer Heavy Metal mit einigen hörbaren MAIDEN-Einflüssen, beispielsweise beim Opener “Evil Voyage”, das im Chorus nach “Mother Of Mercy” in weniger nervig und mehr heavy klingt, oder beim nach jedem ruhigen MAIDEN-Intro klingenden ruhigen Intro von “Banished”. Dementsprechend gibt es schon ein paar Passagen, die etwas nach guter Stilkopie schmecken, doch ist die Platte eben massig mehr als das. Gerade in den Refrains zeigen FIRELAND ein krasses Händchen fürs Melodien Schreiben. Fast jeder Chorus ist ein potenzieller Ohrwurm, der sich von den anderen absetzt und weit über dem agiert, was man von Bands dieser Größe gewohnt ist. Am unspektakulärsten sind wohl dahingehend noch “N.D.E.”, am ehesten der Lückenfüller des Albums und “Winged Victory”, das schon meilenweit abseits eines Lückenfüllers unterwegs ist. Ansonsten ist schwer zu sagen, welcher Song am ehesten heraussticht. Ist es die nachdenklich-verzweifelte Ballade “Let The Witch Out”, die druckvolle Power-Metal-Halbballade “Carve My Name In Stone” (Jap, beide Balladen sind gelungen!) oder “Banished” mit Gastsängerin Mariko Gray, die einen hammerharten Job hinlegt und eigentlich unbedingt in einer bekannten Band singen sollte? Oder ist es vielleicht das aggressive, fast thrashige “Rule 13” mit seinem leichten QUEENSRYCHE-Feeling oder das klassisch anmutende “Battlefield” mit seinen cheesigen Hard-Rock-Gitarren im Refrain? Vielleicht auch “Fallen III”, auch ein MAIDEN-Riff und ein Chorus allererster Güte, oder das finale “Hurricane”, dessen emotionaler Refrain von Davids Gesangsleistung nochmal emotionaler wird und ein perfekter Endtrack ist? Freunde, ich kann es nicht sagen. Aber ich bin gut begeistert.

Anspieltipps:
Ihr habt das Dilemma mitbekommen. “Banished”, “Hurricane”, “Fallen III”, “Rule 13” und “Carve My Name In Stone”, wenn ich schon ’ne Auswahl treffen muss.

Fazit:
Gekonnt produziert, meisterlich gesungen, intelligent und mit Herz komponiert. “Fireland IV” ist der Heavy Metal mit beeindruckendem Niveau, den man leider meist nur durch Zufall irgendwo in den Tiefen des Internets findet. Nun, Ihr seid nun darauf aufmerksam gemacht worden. Geht, höret und genießt!

WERTUNG:

Trackliste:

01. Evil Voyage
02. Dragon Slayer
03. Banished
04. Let The Witch Out
05. Rule 13
06. Carve My Name In Stone
07. Fallen III
08. Winged Victory
09. Battlefield
10. N.D.E.
11. Hurricane

Jannis

MERGING FLARE – Revolt Regime

Band: Merging Flare
Album: Revolt Regime
Spielzeit: 43:44 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Ram It Down Records
Veröffentlichung: 10.06.2019
Homepage: www.mergingflare.om

Irgendwie hat die Arbeit bei der Rock Garage mein Leben entscheidend beeinflusst. Wie viele Alben ich in der Zeit in dem Laden kennengelernt habe, die über eine gewisse Zeit, seien es Monate oder eine komplette Jahreszeit, Soundtrack meines Lebens geworden sind. Ich habe das deutliche Gefühl, MERGING FLAREs “Revolt Regime” ist eins dieser Alben, wird mich über die Sommermonate vermutlich häufig abends an den Rheinstrand begleiten und die ein oder andere Party akustisch bereichern.
Bevor mein Hype beginnt, kurz die Fakten: Gegründet 2001, erstes Album 2011, veröffentlicht ausschließlich in Asien und in Finnland, dem Heimatland der Truppe. An der Gitarre Kasperi Heikkinen, der mal bei U.D.O./DIRKSCHNEIDER war und nun bei BEAST IN BLACK spielt. Mit letzteren hat MERGING FLARE allerdings wenig zu tun, oder sagen wir so: MERGING FLARE sind die klassischere Heavy-Metal-Variante von BEAST IN BLACK und noch nicht mal so kann man das eigentlich sagen. Eigentlich gar nicht, vergesst das. Jedenfalls ist die Produktion der Platte ordentlich fett, ohne ins allzu Gelutschte abzudriften, wie man das von BEAST kennt. Synthesizer sind präsent, aber um einiges dezenter und sehr geschmackvoll eingesetzt (Wenn ’n Song kein Synth braucht, kriegt er eben keins) und die Disco-Bumm-Zapp-Parts sind selten. Stattdessen regiert auf “Revolt Regime” ein astreiner Power-Heavy-Metal-Mix mit heftigem Wiedererkennungswert, der ab der ersten Sekunde zündet. Das Album ist eine hochgradig unterhaltsame Tour durch die verschiedenen Höhepunkte des Power- und Heavy Metal mit einer Flut an Melodien, die zwar hervorragend das Genre bedienen, dabei aber aus der Masse herausstechen. Das Ganze garniert mit hymnischen Backing-Choirs im Stil mittelalter GAMMA RAY, einem wandelbaren Sänger, der Kai-Hansen-Parts ebenso gut hinkriegt, wie ACCEPT-Parts (Generell erinnert die Stimme von Matias Palm in aggressiveren Momenten gerne mal an Mark Tornillo), stimmigen Synths und einer brutal fähigen Instrumentalfraktion, deren Talent sich nicht in fixem Standard-Geballer erschöpft.
Bereits “Trailblazers” mit seinem grandiosen Solopart und dem dienlichen Keyboard-Geschnatter im Hintergrund weiß zu begeistern. Ebenso das folgende “Alliance In Defiance”, quasi ein ACCEPT-Tribute, das allerdings wie alle Songs von MERGING FLARE mit ein paar entertainenden wie gelungenen Twists aufwartet. “Clarion Call” ist Gute-Laune-Power-Metal der feinsten Sorte. “The Abyss Of Time” kann man hingegen nicht so wirklich in Worte fassen. Ein bisschen BATTLE BEAST IN BLACK ist dabei und dazu ein so dermaßen durchgängig hohes Melodie-Niveau, dass dieser wirklich außergewöhnlich gelungene Track an dieser Stelle einfach schonmal als Anspieltipp befohlen vorgeschlagen werden muss. Mit “War Within” gibt’s zudem einen Ausflug in leicht progressive Gefilde mit ordentlich Druck hinter dem Kolben und mit “Midwinter Magic” einen Track, der ein wenig anmutet, als hätten STRATOVARIUS “Days Of December” von RAGE komponiert. Bisschen kitschig aber sauschön. Und der Rest, der hier keinen Platz mehr findet, ist auch stark, obgleich bei den letzten drei Tracks das Niveau minimal sinkt (daher der kleine Punktabzug).

Anspieltipps:
“The Abyss Of Time”, “Alliance In Defiance”, “Trailblazers” und “War Within”. Ach komm, und “Midwinter Magic”.

Fazit:
Ich hab lange nicht mehr so guten Heavy/Power-Metal in dieser Form gehört. Ordentlich Wucht, wenige Drachen und musikalisch ein hochinteressantes Ding, das auch durch seine wohlkalkulierten Stilbrüche eine fast fesselnde Spannung aufbaut. Das Ganze jedoch, ohne zu elitär oder zu poppig zu wirken, vielmehr mit einer Prise Humor, professionell und arsch-kurzweilig. Seriöse Reinhörempfehlung, Ihr verpasst sonst echt was. Ende der Rezension, muss jetzt wieder “The Abyss Of Time” hören gehen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Trailblazers
02. Alliance In Defiance
03. Clarion Call
04. The Abyss Of Time
05. Mind’s Eye (Reaching Out)
06. War Within
07. Midwinter Magic
08. Devastator
09. Sin Against The Sinner
10. The Lucky One

Jannis

SILENT WINTER – The Circles of Hell

Band: Silent Winter
Album: The Circles of Hell
Spielzeit: 39:28 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Sonic Age Records
Veröffentlichung: 25.05.2019
Homepage: www.facebook.com/Silent-Winter-228212771053965

Die Power Metaller von SILENT WINTER sind eine griechische Band die sich Mitte der 90iger gegründet und bislang eine EP veröffentlicht haben. Nun ist es endlich Zeit, nachdem die EP im letzten Jahr gut eingeschlagen hat, für das erste richtige Album mit Namen „The Circles of Hell“.
Nach dem mich die ersten Höreindrücke überzeugt hatte war für mich klar, hierzu muss etwas geschrieben werden!
Als Opener fungiert das Intro „Infernum“ welches ordentlich Atmosphäre versprüht bevor mit „Soul Reaper“ zum ersten Mal richtig Fahrt aufgenommen wird. Besonders hervorheben kann man hier schon nach wenigen Takten Sänger Mike Livas der ein kraftvolles, raues Organ besitzt und in schwindelerregende Höhen vorstoßen kann. Der Song an sich ist eine flotte Midtempogeschichte die super eingängig ist und direkt ins Gehör geht.
Das selbe Strickmuster wird dann auch beim folgenden „Warriors of the Sun“ angewandt, wenn man hier vielleicht noch etwas zackiger unterwegs ist!
Aber ansonsten wandert dieser Track auch direkt auf unsere Hitliste.
Über den Standardmetaltrack „Follow the Night“ geht es dann zum nächsten Highlight in Form des melodischen Midtempobangers „Final Storm“.
Man muss schon sagen die Jungs haben ein absolutes Gespür für tolle Melodien, mal schauen was uns in der zweiten Hälfte der Scheibe erwartet?
Erstmal auf jeden Fall keine großartigen Überraschungen mit dem Standardmetalsong „Final Storm“. Im Anschluss nimmt man dann beim überlangen „Silent Cry“ den Fuß vom Gaspedal und präsentiert uns eine Halbballade mit weiblicher Gesangsunterstützung die ebenfalls bestens gelungen ist und gut unterhält.
Und da auch das melodische „Keeper of the Light“ und der abschließende epische Titeltrack „The Circles of Hell“ absolut erstklassig sind kann man hier schlussendlich nur den Hut vor den Jungs und ihrem ersten Fullenght Album ziehen!

Anspieltipps:

„Soul Reaper“, „Warriors of the Sun“, „Final Storm“, „Silent Cry“ und „The Circles of Hell“.

Fazit :

Hier haben wir doch mal eine schöne Überraschung mit einer recht unbekannten Band! SILENT WINTER kommen aus dem Nichts und hauen ein erstklassiges Debütalbum raus was jedem Power Metalfan der mit Melodic etwas anfangen kann absolut zusagen sollte!
Aus dem Stand heraus gibt es hier eine glasklare Kaufempfehlung und die obersten Punkteränge bleiben nur verwehrt weil die Spielzeit und die Abwechslung hier etwas zu kurz kommen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Infernum
02. Soul Reaper
03. Warriors of the Sun
04. Follow the Night
05. Final Storm
06. Your Time has Come
07. Silent Cry
08. Keeper of the Light
09. The Circles of Hell

Julian

STORMHAMMER – Seven Seals

Band: Stormhammer
Album: Seven Seals
Spielzeit: 51:58 min
Stilrichtung: Modern Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.05.2019
Homepage: www.stormhammer.de

Um das gleich von Anfang an klarzustellen: “Seven Seals” ist ein gutes Album als das, was es ist. Als Rezensent versuche ich, Kritik möglichst unabhängig von meinem eigenen Geschmack zu äußern (was in der Umsetzung natürlich ein Ding der Unmöglichkeit ist) beziehungsweise zu differenzieren zwischen meinem persönlichen subjektiven Geschmack und der musikalischen Qualität des gebotenen Contents, die von ersterem losgelöst ausschlaggebend für die letztendliche Bewertung sein sollte. Beim neuen STORMHAMMER-Album fällt mir das etwas schwer. Daher auch der gewählte Fokus, der sich von dem anderer Rezensionen des Albums etwas unterscheidet (Ergänzende Review-Recherche zur Meinungsbildung wird empfohlen). Nun, Ihr wisst Bescheid.
STORMHAMMER. Seit kurzem sieben Alben draußen, deutsche Power-Metal-Band, hat auf ihrem letzten Album bewiesen, dass sie Power Metal und Härte einwandfrei zu kombinieren weiß und mit Matthias Kupka nun einen neuen Sänger, der auf “Seven Seals” minimal kraftloser und weniger roh klingt als sein Vorgänger, nichtsdestotrotz aber einen starken Job macht, insbesondere in höheren Sphären und gegrowlten Parts. Unter einem ordentlichen Niveau wird man halt auch nicht Sänger von STORMHAMMER.
Dann der Knackpunkt, der Fans der älteren Releases tangieren dürfte: Laut Promosheet “präsentieren sich STORMHAMMER in Sachen Sound und Songwriting viel moderner als zuvor! Nach dem Einstieg des aktuellen Sängers Matthias Kupka war klar, dass es zu Veränderungen beim Konzept, Sound und Image der Band kommen muss.” Im Klartext bedeutet das: Die unklar gesungenen Parts sind reinste Growls, die in ausnahmslos jedem Lied (auch in der Ballade) zum Einsatz kommen, und ein hörbarer Modern-Metal- und Metalcore-Faktor haben Einzug in den Stil der Band gehalten. Das amtlich produzierte Resultat klingt innerhalb der Songs auch harmonisch, wenn man akzeptiert, dass nun eben nicht mehr nur nach power-metallischen Regeln gespielt wird. Die Breaks kommen da, wo man sie sich wünschen würde, ruhige melodische und brutal-knüppelige Abschnitte werden kompetent zusammengefügt.
(Jetzt der Part, bei dem die Objektivität raus bleibt) Aber ehrlich: Die Modernisierung wirkt in meinen Ohren gezwungen, als müsse man mit der Zeit gehen und in jedes Lied zwanghaft entsprechende Parts packen, ohne registriert zu haben, dass gerade Metalcore weder der aktuellste Trend noch unbedingt notwendig für ein aggressives Power-Metal-Album mit uncleanen Vocals ist, ebenso wenig wie gelutschtere Modern-Metal-Parts mit einer zugegebenermaßen dem Stil äußerst angemessenen Drumarbeit. Und nennt mich konservativen Metaller ohne Bereitschaft für Innovation, aber Modern Metal und Metalcore in dieser Form sind für den klassischen Power Metal, der “Seven Seals” über weite Teile immer noch ist, ungefähr das, was Horst Seehofers Account für Twitter ist: Man hätte sich diese Aktualisierung genau genommen sparen können, denn zeitgemäß handeln allein ist eben kein Garant für die Richtigkeit der Sache. STORMHAMMER haben ein Händchen dafür, Power Metal mit Härte zu spielen, aber die Art der Härte auf “Seven Seals” ist mir persönlich – in dieses Grundgenre integriert – unangenehm und wirkt deplatziert, ganz im Gegensatz zu böseren Passagen auf Vorgängeralben.
So, hätten wir das geklärt. Erwähnt werden muss natürlich auch, dass die (überwiegenden) Power-Metal-Parts stark ausfallen (Die Rezension wird zu lang, also sei einfach hier mal exemplarisch der Titeltrack mit seinem höchst unterhaltsamen Gitarrenmotiv, das gekonnt und bereichernd auch während des Refrains auftaucht, genannt) und mich auch der Modern-Metal-Faktor zeitweise gut entertaint. Genossen hab ich es schon über weitere Teile und kompositorisch ist die Platte dem gewählten Genremix absolut angemessen. Der Rest ist eben Geschmackssache.

Anspieltipps

Fazit:
Wie gesagt, “Seven Seals” ist ein gutes Album, das aus gut geschriebenen Parts besteht, daran gibt es nichts zu rütteln. Nur ist Fortschritt um des Fortschritts Willen nicht immer die beste Option. Wer allerdings daran interessiert ist, wie Power Metal mit dieser Art von Frischzellenkur klingt und den beschriebenen Elementen in starkem Power Metal etwas abgewinnen kann, der ist mit “Seven Seals” bestens bedient. Nicht mein Geschmack auf hohem Niveau.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sleepwalker
02. Prevail
03. Under The Spell
04. Taken By The Devil
05. Seven Seals
06. Your Nemesis
07. Keep Me Safe
08. One More Way
09. Downfall
10. Deal With The Dead
11. Old Coals

Jannis

DIVINER – Realms of Time

Band: Diviner
Album: Realms of Time
Spielzeit: 47:02 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Ulterium Records
Veröffentlichung: 07.06.2019
Homepage: www.divinerband.com

2015 war die Geburtsstunde der Band DIVINER die sich aufmachten den Erfolg von anderen griechischen Power Metalbands ala FIREWIND oder CRYSTAL TEARS zu wiederholen und man veröffentlichte das Debütalbum „Fallen Empires“ was ziemlich gut ankam und ordentlich Staub in der Szene aufwirbelte!
Nun 4 Jahre später und mit etwas geänderten Lineup ist man zurück auf der Bildfläche und präsentiert uns das neue Album „Realms of Time“.
In dieses horchen wir nun einmal, beginnend mit dem Opener „Against the Grain“ rein der ohne großartige Einleitung direkt brachial loslegt und eigentlich am Vorgängeralbum ohne Umschweife anknüpft. Als Opener ganz okay, aber noch nicht am obersten Limit.
Wesentlich zwingender und eingängiger zeigt sich dann das anschließende „Heaven Falls“ welches ohne Probleme ins Ohr geht und den ersten Hit darstellt.
„Set me Free“ im Anschluss läuft auch gut rein, muss sich aber dem darauf folgenden „The Earth, The Moon, The Sun“ geschlagen geben in Punkto Eingängigkeit und Langzeitwirkung!
Das Highlight des Mittelteils stellt mit Sicherheit „Beyond the Border“ dar welches einfach die beste Mischung aus Härte und Eingängigkeit bietet. Aber auch die anderen Tracks sind absolut nicht von schlechten Eltern und von Ausfällen ist man hier definitiv meilenweit entfernt!
Im letzten Abschnitt begeistert vor allem das melodische „Time“ das ruhige und das epische „Stargate“ zum Ende der Scheibe. Beim letztgenannten zeigt die Band das sie nicht nur kraftvollen Power Metal beherrscht sondern auch mal den Fuß von Gas nehmen kann. Sänger Yiannis kann hier natürlich ebenfalls absolut glänzen.

Anspieltipps:

„Heaven Falls“, „The Earth, The Moon, The Sun”, “Beyond the Border” und “Stargate”.

Fazit :

Ein sehr ordentliches zweites Album haben die Jungs von DIVINER uns hier zusammengebastelt! Man ist zwar meistens im gleichen, kraftvollen Metalbereich unterwegs und bricht so gut wie nie aus, der Abschlusstrack stellt hier die Ausnahme da, viel Abwechslung kann man hier also nicht erwarten. Aber ansonsten ist hier alles im grünen Bereich und für die Power Metaller Gemeinde auf jeden Fall wärmstens zu empfehlen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Against the Grain
02. Heaven Falls
03. Set me Free
04. The Earth, The Moon, The Sun
05. Cast Down in Fire
06. Beyond the Border
07. King of Masquerade
08. Time
09. The Voice from Within
10. Stargate

Videolink zu „Heaven Falls“:

Julian

GRIMGOTTS – Dragons Of The Ages

Band: Grimgotts
Album: Dragons Of The Ages
Spielzeit: 48:48 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Independent
Veröffentlichung: 17.05.2019
Homepage: www.facebook.com/grimgottsband

Meine Damen und Herren, bitte beachten Sie, dass der Eingängigkeitszug heute nur aus Erste-Klasse-Wagen besteht, die Sie selbstverständlich ohne Aufpreis nutzen dürfen. Das Bordteam von GRIMGOTTS wird Ihnen die komplette Power-Metal-Vollbedienung an Ihren Platz bringen. Gute Reise.
Nein wirklich. GRIMGOTTS gibt es seit 2015, sie haben drei EPs und ein Album veröffentlicht, haben als Parodie-Harry-Potter-Metalband begonnen und sind vom Cover und der musikalischen Ausrichtung her der symphonische Power Metal, den man auf YouTube auf UnknownpowermetalYT findet und der normal recht schnell anstrengt, weil er billige Gänsehautmomente ohne größeren Tiefgang aneinanderhängt und mehr Keyboard-Teppiche am Start hat als ein Musikinstrumentenladen im Orient. Der Punkt ist halt: Sie sind genau das, nur in extrem geil.

Ganz kurz: Produktion hat Druck, kann nicht bemängelt werden und ist für eine Band, die es erst seit vier Jahren gibt und die in Eigenregie veröffentlicht, exorbitant gut. Respekt für den aggressiven Drumsound und die starken Backing Vocals – und für die Bandleistung. Die Jungs klingen nach eingespieltem Team und Sänger Andy Barton wechselt zwischen piratiger Yoho- und Power-Metal-Stimme, die er beide souverän beherrscht. Und sonst? Nun, “Dragons Of The Ages” ist ein knapp 50 Minuten langes totales Fest für Fans von POWER QUEST, DREAMTALE, GALDERIA und Konsorten, mit leichtem Folk/Pirate-Metal-Touch, der sich in Teilen der Vocals und einigen Melodiewendungen zeigt und nicht zu krass ausfällt. Die Stimmung steigt bereits während des Intros ins Unermessliche. Meeresrauschen, Gewitter, ein des Todes cheesiges 90er/2000er-Keyboard-Motiv drauf, dicke Drums drauf, mehr Keyboards drauf, noch dickere Drums drauf, top integrierte spährische Oooooh-Vocals drauf und die Post geht ab. Das Keyboard-Motiv findet sich während der ohnehin geilen Strophe beständig im Hintergrund, mal mehr und mal weniger präsent, und gibt ihr im besten Sinne den Rest – Freunde, es ist einfach zu geil. Gut gelaunter, bestens umgesetzter Power Metal, der hinsichtlich der Komposition erfreulich kreativ und unverbraucht ausfällt und dabei alles, also wirklich ALLES vereint, was man sich von einem Album dieses Genres wünschen kann. Warme Orchestralteppiche, geile Solo-Keyboard-Sounds, hymnische epische Parts aber auch mal ein paar thrashige Gitarren, massig Doublebass, ein paar Blastbeats, stampfendes Midtempo, haufenweise Harmonie, ganz wenig smart eingesetztes Gegrowle, ein Akkordeon und eine Gastsängerin, die nicht inflationär verwendet werden, starke Backing Vocals und Ohrwurm-Strophen, -Refrains und -Riffs ohne Ende. Das Niveau des überragenden Openers wird dabei nicht immer ganz gehalten, aber es gibt keinen Track auf “Dragons Of The Ages”, der nicht absolut unterhaltsam ausfiele, und diverse Kracher wie “The Great Shadow” sind auch noch dabei. Das ist undergroundiger Underground Metal, aber er klingt eben nicht wie welcher. Ich bin sehr begeistert von der Leistung dieser kleinen britischen Truppe und wünsche (und prophezeie) ihnen eine wunderbare Zukunft im Metal-Business. Würden genau genommen alle von profitieren.

Anspieltipps:
“War’s Come To Our Shores”, “The Great Shadow”, “Here Be Dragonlords”, “The King Under The Sea” und “The Last Dragon Warriors”

Fazit:
Nicht unbedingt was für unsere AOR-Fans, aber jeder Power-Metal-Fan unter Euch hat in diese Platte reinzuhören. “Dragons Of The Ages” ist alles, was Ihr wollt, und mehr. Keine Ahnung, wie man als britische Band so kurz vor dem Brexit noch dermaßen abfeiern kann. Heftiges Album!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. War’s Come To Our Shores
02. The Last Dragon Warriors
03. Ancient Waters
04. War At Dawn
05. The King Under The Sea
06. The Long Road
07. Turning The Tide
08. Take To The Sea
09. The Great Shadow
10. Here Be Dragonlords

Jannis

TIR – Metal Shock

Band: TIR
Album: Metal Shock
Spielzeit: 44:53 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Gates Of Hell Records
Veröffentlichung: 10.05.2019
Homepage: www.facebook.com/TIR-Heavy-Metal-136007413130869

Es gibt so Bands wie GRAVE DIGGER, bei denen man sich schon sorgt, wenn mal eine Woche kein Album veröffentlicht wird. Dann gibt es so Bands wie BLIND GUARDIAN, von denen man weiß, dass sie ab und an Alben veröffentlichen und dann gibt es Bands wie TIR, die seit knapp 40 Jahren aktiv sind und jetzt auch mal so langsam ihr zweites Album fertig haben. Auf den Namen “Metal Shock” hört das gute Stück, das mit elf kurzweiligen Songs und einer Dreiviertelstunde Spieldauer aufwartet – gesungen komplett auf italienisch, man kommt schließlich aus Rom und die Sprache bietet sich für melodischen Metal an, wie kaum eine andere.
Nicht nur die Sprache passt aber, auch der Sänger dazu kann sich sehen lassen. Sergio Bonelli hat eine 1a-Oldschool-Heavy-Metal-Stimme, klingt dabei aber nicht wie der oder jener, sondern eben schlicht nach Sergio. In jeder Tonlage ist der gute Mann sicher und die sehr auf Harmonie gepimpten Backing Vocals sind ebenfalls sehr gelungen.
Die Produktion geht klar. Ein deutlicher Fall von nicht unglaublich modern, aber jut, das braucht die Musik von TIR eben auch nicht. Genug Druck hat die Scheibe auf jeden Fall, alle Instrumente kommen gut zur Geltung und der Rumpelfaktor ist gering und sympathisch. Härte steht dabei nicht unbedingt im Vordergrund, insbesondere bei den erstaunlich soft produzierten Drums. Dem Material der Jungs, das zum Teil noch aus den 80ern stammt, ist das jedoch dienlich, klingt eben nach Veröffentlichungen aus dieser Zeit.
Musikalisch ist man traditionell metallisch unterwegs, mit einem im Vergleich etwas überproportionalen Dur-Gebrauch und deutlichen Hard-Rock- und Rock’n’Roll-Anleihen in einzelnen Songs. Die Dur-Verwendung sorgt zudem für einen kleinen Power-Metal-Anstrich und in gewisser Weise hat das Resultat eine ähnliche Grundstimmung wie IRON MAIDENs “Seventh Son Of A Seventh Son”.
Balladen gibt es keine, außer man zählt “La Sfida” als solche, dessen erste Hälfte am Balladesken kratzt, dafür in der zweiten tüchtig aufs Gas drückt. Oder natürlich das echt schöne und ruhige “Memoria (Faber)” am Ende, ein rein auf der Akustikgitarre gespieltes Instrumental. Mit “Beat 150” und “Dentro Il Vuoto” sind zwei astreine Hard-Rock-Tracks vertreten und ansonsten gibt es viel klassischen Metal mit ordentlich Doublebass-getriebenem Uptempo und Melodien, die nun vielleicht nicht bahnbrechend ausfallen, aber auch selten langweilen.
Einigen Songs fehlt es dann aber trotzdem ein bisschen an Substanz. Das langsamere “Banche Armate” zieht sich ziemlich höhepunktarm und ist der wohl schwächste Song des Albums. Und sonst gibt es eben zwischendurch immer wieder mal ein wenig Mittelmaß, das aber vorbeigeht und nicht dramatisch ist. Alles in allem: TIR sind eine fast reine Live-Band, aber auch auf Platte wissen die Herren zu überzeugen. Und mit dem Release des inzwischen zweiten Albums steigt auch die Hoffnung, dass nun vielleicht auch mal ein paar Konzerte auf deutschem Boden folgen.

Anspieltipps:
“La Sfida”, “La Luna Nel Cericho”, “Dentro Il Vuoto” und “Beat 150”

Fazit:
Nein, modern oder innovativ ist “Metal Shock” nicht. Spaß macht es aber streckenweise gewaltig. Nicht allzu komplexer traditioneller Metal mit ein bisschen mehr Power Metal und Hard Rock, Fokus auf Melodien und ein bisschen mehr Dur – die Mischung funktioniert und ist praktisch prädestiniert für den Festival-Campingplatz!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Citta In Fiamme
02. La Sfida
03. Banche Armate
04. La Luna Nel Cerchio
05. Crazy Mama
06. Dentro Il Vuoto
07. Lasciateci Fare
08. Metal Shock
09. Beat 150
10. Mitra
11. Memoria (Faber)

Jannis

AXENSTAR – End of all Hope

Band: Axenstar
Album: End of all Hope
Spielzeit: 50:57 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Ram it Down Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.axenstar.com

Von den schwedischen Power Metallern von AXENSTAR hatte ich lange nichts mehr gehört! Das letzte Lebenszeichen datiert aus dem Jahre 2014 mit dem letzten Album „Where Dreams are forgotten“ welches über Inner Wound Recordings veröffentlicht wurde.
Zeit das es mal etwas Neues aus dem Hause AXENSTAR`s gibt! Mit dem aufstrebenden deutschen Label Ram it Down Records hat man einen neuen Partner an der Seite und mit „End of all Hope“ auch ein neues Album am Start auf dem wir erneut schwedischen Power Metal vom Allerfeinsten von den Jungs rund um Sänger/Bassist Magnus Winterwild erwarten können.
Die Band geht sogar soweit zu behaupten das das neue Werk das bisher Beste der Band ist, na schauen wir mal ob da so stimmt und Anhänger von so Bands wie NOCTURNAL RITES oder IRON SAVIOR hier zuschlagen können?
Mit dem Openertrack „Legions“ beginnt das neue Album. Als Altfan fühlt man sich direkt zu Hause bei der melodischen Midtempomischung die einen hier entgegenschlägt. Der Chorus ist wunderbar mitsingbar von daher ist der Opener direkt schon mal als Erfolg zu verzeichnen.
Die beiden nachfolgenden Songs „King of Fools“ und „The Unholy“ waren schon vorab als Videosingle veröffentlich worden, schlagen stilistisch in die gleiche Kerbe wie der Opener sind aber noch einen Ticken melodischer geraten und wandern daher direkt auf unsere Albumhitliste!
Nach dem Standardmetalsong „Honor and Victory“ gibt es bei „A Moment in Time“ die ruhige Seite der Band zu hören. Auch diese Halbballade schließt sich direkt an die bisherigen Hits an und lässt sich super hören! Die Jungs beherrschen also auch die leisen Töne bestens.
Auch in der zweiten Hälfte der Scheibe bleibt die Songqualität dann ordentlich hoch auch wenn es manchmal wieder eher in die Richtung Standardmetalsongs geht.
Die besseren Songs überwiegen hier aber ganz klar und sind mit „My Kingdom Come“, „The Dark Age“ und dem epischen „Time is no Healer“ schnell ausgemacht.

Anspieltipps:

„King of Fools“, „The Unholy“, „A Moment in Time”, “My Kingdom Come” und “Time is no Healer“.

Fazit :

Anhänger des schwedischen Power Metals bekommen mit dem neuen Album der Jungs von AXENSTAR genau das was sie sich wünschen! Melodischer Stoff der mal mehr mal weniger heftig aus den Boxen kommt und größtenteils die Ohren direkt schmeichelt und sich festsetzt.
Zwar gibt es hier nicht viel Neues zu entdecken, aber manchmal ist sehr gut gemachtes Bekanntes ja auch schon ausreichend!
Auf jeden Fall gibt es eine klare Kaufempfehlung von mir für die angesprochene Zielgruppe.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Legions
02. King of Fools
03. The Unholy
04. Honor and Victory
05. A Moment in Time
06. My Kingdom Come
07. The Dark Age
08. Mistress of Agony
09. Time is no Healer
10. Of Pain and Misery

Julian

THE NIGHTMARE STAGE – When The Curtain Closes

Band: The Nightmare Stage
Album: When The Curtain Closes
Spielzeit: 56:32 min
Stilrichtung: US Power Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.facebook.com/TheNightmareStage

Wenn man sich zur Renovierung billige Streicher organisiert, muss man damit rechnen, dass die Wände nachher eine Art ungewolltes Camouflage-Muster haben. Wenn man sich für ein Metalalbum billige Streicher organisiert, ist man möglicherweise THE MIDNIGHT STAGE. Gemeiner Anfang, ich weiß, gerade weil die ersten Sätze unserer Rezensionen immer nochmal extra auf Facebook als Teaser gepostet werden. Also hier an die Facebook-Gemeinde: trotzdem mal weiterlesen bitte, da kommen auch noch ’n paar nette Ansagen.
Die New Yorker Truppe um Ex-INNER-STRENGTH-Sänger Scott Oliva hat 2010 bereits ihr Debutalbum veröffentlicht, nun folgt mit “When The Curtain Closes” auch mal ein Release bei einem Label. Einen Mix aus Progressive und US Metal macht man laut eigenen Angaben, mit ausufernden Keyboardteppichen. Um das gleich abzuhaken: Es gibt gefühlt auf jedem Song den gleichen, nicht allzu druckvollen Streichersound, ab und zu mal ein klanglich besser gelungenes Klavier und selten mal eine Orgel oder ein Lead-Synth. Damit liegt der erste Kritikpunkt schonmal auf dem Tisch. Keyboards ja, aber bitte mit ein wenig Abwechslung.
Was die Keys falsch machen, rettet dann immerhin der Sänger. Scott klingt 90 Prozent der Zeit echt passend und wirkt lediglich manchmal stimmlich ein wenig dünn. Allgemein aber eine gute Sängerwahl und die Vocal-Arrangements machen die Gesangsleistung nochmal erfreulicher. Gegen sie stinkt leider die Produktion der Instrumente etwas ab. Solide ist sie, aber ein wenig kraftlos verwaschen. Kann man aber drüber hinwegsehen, hörbar ist die Platte auf jeden Fall.
Musikalisch kann man “When The Curtain Closes” ganz gut in eine erste schwächere und eine zweite stärkere Hälfte aufteilen. Die ersten sechs Tracks sind okay, meist im Midtempo mit Uptempoeinlagen (oder andersrum) gehalten und trotz des gefühlt niedrigen Tempos sehr Doublebass-lastig. Oliva gibt dem Ganzen zudem einen gewissen theatralischen Touch, insgesamt besticht die erste Hälfte allerdings nicht unbedingt durch Höhepunktreichtum. Eine fettere Produktion und bessere Orchestral-Arrangements hätten davon ein wenig ablenken können, soll aber wohl nicht sein.
Schön, dass die zweite Albumhälfte das Niveau ein wenig hebt. Auf dieser ist man wesentlich vielseitiger unterwegs, angefangen mit der Halbballade “This Is The End” (Ist es nicht), die gefühlvoll-atmosphärisch beginnt und kraftvoll-feierlich weitergeht. Kompliment für den Klaviersound! Der findet sich auch im folgenden “Future I See” wieder, das im Kontrast zum vorherigen Track ordentlich voranprescht und unter anderem durch seinen Mittelteil besticht. Stimmungsvoller wird es dann noch bei “Hellbound”, ein echt interessanter Mix aus ruhig-unkitschigem und leicht jazzigem Soloklavier, schleppendem Uptempo-Doom (also unteres Midtempo) und verstärkten Power-Metal-Harmonien im Refrain. Plus wenig Streicher, das ist auch eine willkommene Abwechslung. Ach ja, und “From Below” stellt den Musical-Faktor in den Vordergrund, macht gerade in den Strophen Laune und kriegt ebenfalls ’nen Daumen.

Anspieltipps:
Generell eher die zweite Albumhälfte, insbesondere Track 6 bis 8

Fazit:
Durchwachsene Sache, die Platte. Beginnt leider eher schwach, fängt sich aber und kann im Endeffekt doch vier bis fünf Songs bieten, die nahelegen, ihr mal eine Chance zu geben. Punktabzug für die ewig gleichen Keyboard-Sounds, partiell etwas zu wenig Mut zur kreativen Gestaltung der Songstrukturen und die optimierbare Produktion. Punkte drauf für die zweite Albumhälfte, in der man mal ein bisschen aus sich herausgeht und damit doch noch ein paar wirkliche Glanzmomente auffahren kann.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Demented Impressario
02. Returns Again
03. The Infamous
04. Dark Skies
05. Finding Home
06. This Is The End
07. Future I See
08. Hellbound
09. From Below
10. Curtain Closes

Jannis

TALENTSCHMIEDE: Basement Prophecy

Band:
Basement Prophecy

Gegründet:
2018

Herkunft:
Deutschland, Saarland

Mitglieder:
Michael Müller, Frank Beck, Tommy Laasch,

Stil:
Heavy Metal/Power Metal

Veröffentlichungen:
EP 2019

Einflüsse:
Dio, Judas Priest, Iron Maiden, Blind Guardian,Gamma Ray, Kiss, Running Wild

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Das Ganze live auf die Bühne bringen, einen Plattenvertrag bekommen und reich werden. 😉

Was als nächstes kommt:
Vielleicht ein Album? Das Universum wird es schon richten…

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Die durchweg positiven Resonanzen auf die EP. Einfach fantastisch!

Unser peinlichster Moment, so es denn in der kurzen Bandgeschichte schon einen gab:
Gab es zum Glück noch nicht, kommt aber bestimmt noch.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Mit Ronny James Dio und John Lennon, die leider nicht mehr unter uns sind, um ihnen für ihre geile Musik zu danken.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Mit Kiss.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Das Live-Erlebnis und die Nähe zum Publikum.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Die verrückten Musiker auf einem Haufen.

Online:
www.basement-prophecy.de
www.facebook.com/BasementProphecy

Musik:
www.soundcloud.com/user-648417620

Live-Dates:
Noch keine, aber wer weiß…?