MAX PIE – PASSENGERS

Trackliste:

01. Ignition
02. A Thousand And One Lives
03. Lucy
04. Only The Silence Remains
05. Grains Of Sand
06. Breath Of The World
07. Ariadne’s Thread
08. Last Goodbye
09. Drawing The Future
10. Love For Sale
11. Passengers

Spielzeit: 61:09 min – Genre: Progressive Power Metal – Label: Rock City Music Label – VÖ: 03.12.2021 – Page: www.facebook.com/maxpiemusic

 

Silvester ist vorbei, man hat pflichtbewusst gefeiert, dass 2021 endlich rum ist, und dabei bestmöglich verdrängt, dass das nächste Jahr vermutlich nicht besser wird. Und keine zwei Wochen drin wird einem dann bewusst, dass 2021 eben doch nicht alles schlecht war, und man sucht nach den letzten Überbleibseln, an denen man sich festhalten kann. Eins davon ist MAX PIEs „Passengers“, erschienen bereits am 03. Dezember. Das ist Progressive Power Metal aus Belgien, Album Nr. 4 der Truppe, die entgegen aller Erwartungen kein Mitglied/keinen Bandleader namens Max Pie hat.
Progressive Power Metal ist so eine Angelegenheit, bei der man im schlimmsten Fall viele Synthesizer oder Orchesterelemente mit verschiedenen Taktarten und ein bisschen Gefrickel über absolut belanglose Gänsehautmelodien und ein paar seelenlose düstere Parts transportiert. Im besten Fall ist es genau das gleiche, nur mit unbelanglosen Gänsehautmelodien und sinnhaften düsteren Parts. MAX PIEs neustes Werk liegt auf der Skala der beiden Extreme klar in der positiven Hälfte. Melodietechnisch ist man, beispielsweise bei „Drawing The Future“, okay unterwegs, gerne aber auch auf Qualitäts- und Wiedererkennungswert-Niveau, wie bei „Breath Of The World“ mit unkonventioneller wie funktionierender Chorus-Harmoniefolge. Nicht durchgängig Oberklasse aber so gut, dass die schwächeren Parts nicht weiter stören sollten, wenn es sonst genug zu erleben gibt.
Und das gibt es häufig durchaus. Spiel und Gesang sind sauber, die Orchesterelemente seltener als gedacht, aber in Sachen Sound wirklich wertig – siehe Intro – und die Synths und elektronischen Elemente sind, gelinde gesagt, präsent. Jap, davon gibt es wirklich viele, aber nie wieder so exorbitant wie bei „A Thousand And One Lives“, das eine ziemliche Keyboard-Party entfacht. Kann man hassen, kann man feiern, ich mache letzteres. Neben modernen Sounds gibt es aber auch immer mal wieder ein bisschen sympathische Retro-Prog-Orgel- oder Klaviersounds und auch die Prog-Flöte darf nicht fehlen, angewendet im starken Zehn-Minüter „Passengers“.
Kritik: Das sehr präsente Hintergrundsynth aus „ATAOL“ hätte man bei „Breath Of The World“ nicht mehr aufwärmen sollen, „Grains Of Sand“ ist sehr verdächtig nah an MYRATHs „Believer“ (so nah, dass es kaum sein kann, dass MAX PIE den Track nicht kennen) und ein paar mal driftet man dann eben doch Richtung „Gut Fassade mit weniger Substanz“ ab, allerdings erfreulich selten.

Fazit:
Bombast, Keyboards unterschiedlicher Couleur, progressives Rumgetakte, klingt gut und hat einen ordentlichen Anteil an Qualitätskompositionen, die durch kleine Ausflüge in andere Stimmungslagen noch einmal aufgewertet werden. Wer mit diesen Bestandteilen etwas anfangen kann, der sollte MAX PIE auf jeden Fall eine Chance geben – gerade wenn er von der Routinisierung vergleichbarer bekannterer Bands wie SEVENTH WONDER in letzter Zeit ein wenig enttäuscht wurde.

Anspieltipps:
„A Thousand And One Lives“, „Only The Silence Remains“, „Breath Of The World“ und „Passengers“

Jannis

POWER PALADIN – With the Magic of Windfyre Steel

Trackliste:

01. Kraven the Hunter
02. Righteous Fury
03. Evermore
04. Dark Crystal
05. Way of Kings
06. Ride the Distant Storm
07. Creatures of the Night
08. Into the Forbidden Forest
09. There can be only One

 

Spielzeit: 51:30 min – Genre: Power Metal – Label: Atomic Fire Records – : 07.01.2022 – Page: www.powerpaladin.is

 

Vieles Neues im Januar 2022. Unsere Rezi sind etwas anders aufgebaut (hoffe es gefällt euch?!), mit Atomic Fire Records haben wir ein brandneues Label und mit POWER PALADIN die erste Band auf diesem Label und einen Newcomer der Szene!
Die Jungs kommen aus Island und sind in der Power Metal Szene seit ihrer Gründung 2017 musikalisch unterwegs.
Mit ihrem Debütalbum „With the Magic of Windfyre Steel” startet man seine eigenen Power Metalsaga die musikalisch unverkennbar von so Bands wie EDGUY, RHAPSODY, HAMMERFALL oder HELLOWEEN beeinflusst wurde.
Soweit zu den Hintergrundinfos, und wie klingt das Ganze nun?

Dafür horchen wir natürlich direkt in der Albumopener „Kraven the Hunter“ rein der sofort mit seinem treibenden Groove und dem geilen Chorus in Fleisch und Blut übergeht, so und nicht anders muss ein Opener gestrickt sein!
Beim anschließenden „Righteous Fury“ ist man mir zu sehr im DRAGONSFIRE Fahrwasser unterwegs, klingt wie eine, zwar sehr gute, Kopie irgendwie. Der Chorus ist hier aber trotzdem wieder aller erste Sahne.
Zur Einleitung des Mittelteils ist das klassische „Evermore“ bestens geeignet wo das ruhig eingeleitete und sehr abwechslungsreiche „Dark Crystal“ den hohen Qualitätsfaden dann gekonnt aufnimmt und gut weiterspinnt.
Es folgt mit „Way of Kings“ das nächste Power Metal Highlight bevor wir mit „Ride the Distant Storm“ DIE Huldigung von RHAPSODY haben. Das Ganze ist definitiv auch nicht von schlechten Eltern, hat mir aber irgendwie etwas zu wenig eigenen Charakter.
Dieser ist bei den folgenden Songs aber wieder absolut vorhanden und man hat mit „Creatures of the Night“, „Into the Forbidden Forest“ und dem abschließenden „There can be only One“ nur noch Hits in der Hinterhand! Hier zeigt sich das die Jungs aus Island es Songwriting technisch absolut drauf haben und die starke Abkupferung der großen Vorbilder gar nicht notwendig haben!

Wer auf klassischen Power Metal mit den genannten Einflüssen steht kann mit dem Debütalbum der Jungs von POWER PALADIN absolut nicht falsch machen! Ein erstes kleines Highlight des noch jungen Jahres auf dem absolut aufgebaut werden kann, ich bin auf das zweite Album der Band gespannt und auf ihre Entwicklung!

Julian

MEMORY GARDEN – 1349

Band: Memory Garden
Album: 1349
Spielzeit: 51:28 min
Stilrichtung: Doom Metal
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 17.12.2021
Homepage: www.facebook.com/memorygardenofficial

Power Doom Metal steht auf der Promoliste mit MEMORY GARDENs neustem Werk “1349”. Das klingt interessant, ein wenig wie ein gruseliges Geisterschloss, in dem aber Spongebob wohnt, oder wie ein alter schwerer Panzer mit einem kleinen Regenbogenaufkleber auf der Rückseite. Oder wie ein Friedhof mit regelmäßig auslösenden Konfettikanonen, Ihr wisst, was ich meine.
Die Erwartungen haben sich nicht erfüllt (was irgendwie schön ist), dennoch passt die Genrebezeichnung bestens zum sechsten Album der Schweden in ihrer dreißigjährigen Karriere. Dazu liegt die LP natürlich voll in der Zeit mit ihrer Story, die in der Zeit angelegt ist, als eine Art Grippe die Menschen im 14. Jahrhundert zu 2G im Ablasshandel zwang.
So, jetzt zur Platte an sich. Die Produktion ist heavy, druckvoll und organisch und absolut passend für das Genre. Produzent ist aber auch Dan Swanö (OPETH, DARK FUNERAL, KATATONIA etc.), also verwundert das nicht wirklich.
Für alle, die MEMORY GARDEN sträflicherweise wie ich bislang vernachlässigt haben: In Teilen ist die Scheibe prototypischer und mit viel Liebe zum Genre gemachter Doom Metal mit allem, was ihn auszeichnet. Entsprechende Harmoniefolgen und Melodieführungen, toller Gesang mit Vibrato und Hall, böse Riffs, man kennt das. In Teilen werden die Melodien aber auch eingängiger, aber eben nicht auf die fröhliche DRAGONFORCE-Art, sondern ebenfalls düster, uncheesy und in Sachen Stimmung tragisch bis verzweifelt. Gerne werden solche Parts auch mal um einen Chor ergänzt und entsprechend feierlicher oder zumindest melodisch “massenkompatibler”. Dann wiederum werden diese Stellen sehr gerne mal durch ein fieses Riff oder kontrastierende Harmonien der Gitarren ein Stück weit umgedeutet, erhalten durch ihren Kontext praktisch einen neuen Anstrich, was erfreulich gut funktioniert und sehr definierend für den Sound von “1349” ist.
Was gibt’s noch? Eine gut eingesetzte Gastsängerin, kleine folkige Elemente beim in Teilen wunderbar feierlichen “Pariah”, einen sehr unkonventionellen und atmosphärischen Track mit “The Messenger” und die ein oder andere Verwendung von Taktarten abseits des klassischen 4/4tel-Takts.
Und all das ergibt zusammen ein wirklich starkes Album mit Sogwirkung, das konstant intensiv und angenehm kitschfrei ist, intelligent komponiert und vielseitig trotz seiner durchgehend düsteren Grundstimmung. Die Gesangs- und Instrumentalleistung lässt keinen Grund zur Kritik und somit…

Fazit:
…sollten die Leser, die Doom Metal mit einem größeren Anteil an Eingängigkeit mögen, hier unbedingt mal ein Ohr draufwerfen. So wie MEMORY GARDEN macht man Power Doom Metal, der auch Doom-Puristen keinen Anlass zur Verwässerungskritik geben sollte.

Anspieltipps:
“Pariah”, “The Messenger”, “1349” und “Rivers Run Black”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Shallow Waters
02. Pariah
03. Distrust
04. Rivers Run Black
05. The Flagellants
06. The Messenger
07. The Empiric
08. 1349
09. Blood Moon

Jannis

CUSTARD – Imperium Rapax

Band: Custard
Album: Imperium Rapax
Spielzeit: 51:30 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 03.12.2021
Homepage: www.wp.custard.de

CUSTARD aus Deutschland sind einfach Traditionalisten. Das spiegelt sich sowohl in ihrem Stil, der schon seit Jahren im Power Metal liegt, ihrer Labeltreue und ihrem Veröffentlichungsrythmus wider!
Alle 4 bis 5 Jahre kommt man mit einem neuen Album um die Ecke und so kommt nach dem letzten Album „A Realm of Tales“ von 2017 nun das 7. Album „Imperium Rapax“ um die Ecke.
Der Album und die Songtitel lassen es schon vermuten, es geht konzeptionell und textlich dieses Mal voll in die Historie und man hat sich dem römischen Imperium angenommen.

So, schauen wir mal was die Mannen rund um Fronter Olli Strasser auf ihrem neuen Album so draufhaben und starten mal mit dem Opener und Titelsong „Imperium Rapax“ in den Diskus. Ein Titelsong der nur ein atmosphärisches Intro ist? Nun gut die Jungs werden ihre Gründe dafür haben.
Hüpfen wir also schnell weiter zum nächsten Track „Children of the Wolf“. Ein ordentlicher Midtempotrack der eingängig ist und gut ins Konzept passt. Mehr gibt es dazu eigentlich gar nicht zu sagen.
Danach gibt es dann das erste Zwischenstück mit „In Umbra Aquilae“ von denen wir übrigens noch einige hier auf der Scheibe haben werden. Das erklärt dann auch die hohe Anzahl an Tracks.
Fürs Konzept sind die Stückchen natürlich unverzichtbar, als Einzelsong eher unnötig.
Aber kommen wir mal zum ersten Highlight der Scheibe mit „Res Publica“. Hier haben wir einen typischen CUSTARD Song der Fans der Band auf jeden Fall zusagen sollte.
Und über das schön melodische „Blood and Sand“ geht es dann in den zweiten Teil der Scheibe der mit „The First Empore“ und „The Goddess of Magic and Death“ ebenfalls sehr ordentlich ausgestattet ist.
Nach dem letzten Zwischenstück „Cornua Mortis“ kommt mit dem letzten Drittel der stärkste Abschnitt der Scheibe, denn hier haben wir fast nur Hits am Start.
Angefangen vom epischen „Furor Teutonicus“ über den Stampfer „Ode to the Flames“, der Vorabsingle „Morturi Te Salutant“ und dem abschließenden, ruhigeren „Quo Vadis“.
Alles wirkt hier wie aus einem Guss und hier spielt die Band ihre Stärken gnadenlos aus.

Anspieltipps:

“Res Publica“ ,“Blood and Sand”, “Ode to the Flames”, Morituri Te Salutant” und “Quo Vadis”

Fazit :

Ein bisschen schwerfällig kommt das neue CUSTARD Album in die Gänge, so richtig hitmäßig durchstarten tut man erst ab der zweiten Hälfte der Scheibe! Richtig schlechte Songs sucht man aber ingesamt vergebens und insofern kann man das starke, empfehlenswerte Niveau der Vorgängeralben ohne Probleme halten und begeistert sowohl Band als auch Genrefans!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Imperium Rapax
02. Children of the Wolf
03. In Umbra Aquilae
04. Res Publica
05. Blessed by Baal
06. Blood and Sand
07. The First Empore
08. Gloria Aegypti
09. The Goddess of Magic and Death
10. Cornua Mortis
11. Furor Teutonicus
12. Ode to the Flames
13. Morituri Te Salutant
14. Quo Vadis

Video zu “Morturi Te Salutant“:

Julian

NORTHTALE – Eternal Flame

Band: NorthTale
Album: Eternal Flame
Spielzeit: 64:30 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 12.11.2021
Homepage: www.facebook.com/NorthTaleOfficial

2 Jahre nach dem Debütalbum “Welcome to Paradise“ kehren die Power Metaller von NORHTALE rund um Mastermind Bill Hudson mit ihrem zweiten Album „Eternal Flame“ wieder zurück. Mit im Gepäck haben sie einen neuen Fronter. Christian Erikssen (TWILLIGHT FORCE) ist leider raus, neu an Bord ist Guilherme Hirose (TRAUMER). Dieser könnte gut zur Mucke passen und kommt wie Bill aus Brasilien.
Als Gäste hat man mit Kai und Tim Hansen zwei Hochkaräter aus dem Metalbereich mit dabei.
Vom Stil her sind wir nach wie vor im Heavy/Power Metalbereich unterwegs und wir sind mal gespannt, ob man sich im Vergleich zum Debüt nochmal steigern konnte?

Als Opener tönt uns „Only Human” entgegen. Und Junge, Junge legt die Band hier ein Tempo vor! In herrlicher DRAGONSFIRE Manier brettert man quasi nur so durch die Nummer, inklusive atemberaubenden instrumentalen Klängen. Neu Fronter Guilherme kann hier gleich mal zeigen aus welchem Holz er geschnitzt ist!
Die Nummer frisst sich geradezu in die Gehörgänge, ein Einstand also nach Maß.
Ganz im Gegensatz dazu geht es beim überlangen „Wings of Salvation“ etwas handzahmer zur Sache und die Nummer ist schön abwechslungsreich und ebenfalls schön eingängig.
Bei „Future Calls“ haben wir dann die Gastauftritte der halben Familie Hansen. Und auch hier sitzt jede Note da, wo sie sein soll und somit landet das Teil als weiterer Hit auf unserer Liste.
Bockgeil was die Band uns bislang hier präsentiert, das muss man mal direkt so festhalten!
Und das bleibt auch bei den folgenden Nummern so.
„The Land of Mystic Rites” ist schön abwechslungsreich episch und melodisch gehalten und ist weit entfernt vom vorherigen Geshreddere, das folgende „Midnight Bells“ ist dann wieder genau das und der Titeltrack „Eternal Flame“ trägt vollkommen zu Recht den Albumnamen.
Aber, wer jetzt denkt okay so langsam müsste man sein Pulver verschossen haben, der irrt! Denn auch in der Folge ballert uns die Truppe Hit um Hit um die Ohren!
Hier stechen vor allem der Stampfer „In the Name of God“, das pfeilschnelle „Ride the Storm“, „Judas Be My Guide“ und das überlange, epische „Nature`s Revenge“ hervor. Gerade letzteres frisst sich noch mal, trotz seiner Länge, so richtig schön in die Gehörgänge das es einfach eine wahre Freude ist!
Ein Wort noch zum neuen Sänger Guilherme. Mit seinen leichten Kiske Vipes passt er bestens zur Mucke und lässt seinen Vorgänger schnell in Vergessenheit geraten! Glückwunsch zu dieser Verpflichtung, manchmal ist das Gute doch so nahe!

Anspieltipps:

Schlechte Tracks sucht ihr hier vergebens, greift hin wo ihr wollt!

Fazit :

DAS hätte ich NORTHTALE bestimmt nicht zugetraut! Nach dem Debüt, was so lala in der Szene aufgenommen wurde, hauen die Jungs hier ein Album raus was richtig starke Power Metalsongs beinhaltet und das vor allem mit der notwendigen Interessantheit, um sich von der Masse abzuheben, daherkommt. Das wurde ja vom geschätzten Kollegen Jannis beim Vorgänger noch bemängelt.
Definitiv eines DER Power Metal Alben des Jahres 2020 und ein ganz spätes Highlight für die Genrefans!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Only Human
02. Wings of Salvation
03. Future Calls
04. The Land of Mystic Rites
05. Midnight Bells
06. Eternale Flame
07. In the Name of God
08. Ride the Storm
09. King of your Illusion
10. Judas Be My Guide
11. Nature`s Revenge
12. Ivy

Video zu „Future Calls“:

Julian

BEAST IN BLACK – Dark Connection

Band: Beast in Black
Album: Dark Connection
Spielzeit: 59:23 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 29.10.2021
Homepage: www.beastinblack.com

Exakt 2 Jahre nach ihrem letzten Album „From Hell with Love“ kehrt die Power Metal Formation BEAST IN BLACK rund um Gründer Anton Kabanen und Gesangswunder Yannis Papadopoulos zurück um den Fans ihr nächstes Power Metal Werk zu präsentieren in Form des neuen Albums „Dark Connection“.
Wie auch schon auf den vorherigen Alben dominiert hier der Euro Power Metal mit einem ordentlich Schuss Synthies und etwas Discofeeling.
Und hier werden sich dann wieder die Geister scheiden, steht man auf Bands wie POWERWOLF, SABATON und BATTLE BEAST reißt einem das dargebotene von den Sitzen, tut man dies nicht, braucht man denke ich gar nicht weiterzulesen!

Als Opener fungiert „Blade Runner“. Schnell mit ordentlich Synthieeinsatz stimmt der Track die werte Hörerschaft schon mal sehr ordentlich auf das nun folgende ein. Hier sind vor allem im Chorus noch Einflüsse vom letzten Album bemerkbar.
So richtig in die Vollen gehen die Jungs, nach dem Standardtrack „Bella Donna“ beim flotten „Highway to Mars“ und beim absolut mittanzbarem und mitsingbaren „Hardcore“.
Ebenfalls sehr eingängig und mit noch mehr Synthie und Discoklängen unterlegt weiß auch „One Night in Tokyo“ bei der geneigten Hörerschaft zu überzeugen, auch wenn Die Hard Metaller beim letzten Track vermutlich das Kotzen bekommen werden!
Im Mittelteil bleibt die Vorherrschaft der Synthie und Discoklänge ungebrochen, aber trotzdem haben wir mit „Moonlight Rendezvous“, „Dark New World“ und vor allem dem schmissigen „To the Last Drop of Blood“ weitere Hits im Gepäck.
Der letzte Abschnitt beinhaltet dann zwei erstklassige Coversongs mit MANOWARs „Battle Hymn“ und MICHAEL JACKSONs „They Don`t Care About Us“ sowie mit dem epischen „My Dystopia“ einen weiteren absoluten Anspieltipp

Anspieltipps:

„Highway to Mars“, „Hardcore“, One Night in Tokyo”, “Moonlight Rendezvous” und “My Distopia”

Fazit :

BEAST IN BLACK entwickeln ihren Stil stoisch weiter und pfeifen auf die Schmährufe von wegen Discometal. Das freut vor allem Fans der Band und gibt weiteres Wasser auf die Mühlen der Kritiker.
Aber wenn der Erfolg der Band Recht gibt, dann ist das auch keine schlechte Vorgehensweise.
Gesanglich und produktionstechnisch ist hier alles im absolut grünen Bereich.
Für mich ist das neue Album auf dem gleichen Niveau wie auch schon der Vorgänger, an das geile Debüt kommt man vermutlich nie wieder heran!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Blade Runner
02. Bella Donna
03. Highway to Mars
04. Hardcore
05. One Night in Tokyo
06. Moonlight Rendezvous
07. Revengeance Machine
08. Dark New World
09. To the Last Drop of Blood
10. Broken Survivors
11. My Dystopia
12. Battle Hymn
13. They Don`t Care About Us

Video zu “One Night in Tokyo”:

Julian

LORDS OF BLACK – Alchemy Of Souls, Pt. II

Band: Lords Of Black
Album: Alchemy Of Souls, Pt. II
Spielzeit: 66:07 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music srl
Veröffentlichung: 15.10.2021
Homepage: www.lordsofblack.com

Es hat immer seinen Reiz, ein Album zu hören, das einen mit auf eine emotionale Reise nimmt, verschiedene Stimmungen abdeckt und damit eine spannende Unvorhersehbarkeit erzeugt. Es kann im Vergleich aber genauso reizvoll sein, ein Album zu hören, das sich einer Grundstimmung verschrieben hat und diese über seine Spieldauer weitestgehend aufrecht erhält, um seine Hörer intensiver in diese Stimmung hineinzuziehen. “Alchemy Of Souls, Pt. II” ist eines der letzteren Alben und macht seine Sache dabei, so viel sei schon einmal gesagt, echt gut.
Das fünfte Album der Spanier um Oral-Virtuosen Ronnie Romero (Ruhe in der letzten Reihe!) wurde auf dem Mischpult von Roland Grapow geformt, und das aus gutem Grund. Klingt einfach geil, in leiseren wie in lauteren Momenten, klar, heavy, knallend. Das, plus die Vocals von Ronnie und das tighte aber durchaus detailreiche Spiel der restlichen Lords, ist schonmal die halbe Miete.
Und die andere Hälfte? Nun, wie gesagt, die Atmosphäre des Albums manifestiert sich im grundlegenden Stil des Quartetts: düster, nachdenklich, leicht hoffnungslos verzweifelt, all das in heavy gespielt und produziert. Der Stil zündet, sei es bei riff-orientierten, böseren Tracks wie “Fate To Be Destroyed” oder “No Hero Is Homeless” (die beide melodieverliebtere Ansätze im Chorus zeigen) oder etwas “freundlicheren” Tracks wie “What’s Become Of Us” oder “Prayers Turned To Whispers”.
Ergänzt wird das Konzept um progressive Ansätze, die sich jedoch angenehm hintergründig zeigen und nur selten (zum Beispiel im 7/8el-Part von “In A Different Light”) mal so richtig rausgehängt werden.
Ebenfalls kommen Synthesizer zum Einsatz, die normal gut gewählt sind und nicht zu penetrant ausfallen, ebenso Klavier- und Orchestersounds, letztere zum Teil ein wenig zu unauthentisch für die restliche Qualität der Produktion.
Kritik gibt es ein wenig, inkonsequenterweise hinsichtlich der Aspekte, die bis hierhin bereits gelobt wurden. So erfreulich ein eigener Stil und eine dichte Atmosphäre über ein komplettes Album hinweg ist, ist “Alchemy Of Souls, Pt. II” halt auch 66 Minuten lang und so kommen Wiederholungen in relevanteren Harmoniefolgen durchaus vor. Hier wäre noch ein letzter entscheidender Schritt gewesen, seinen Stil und die gewünschte Stimmung des Albums zu definieren, um anschließend hin und wieder kontrolliert ein wenig damit zu brechen. Ich rede nicht von einer cheesy Klavierballade oder einem plötzlichen Saxophon-Solo, aber die Muster der LORDS OF BLACK scheinen hier ein wenig zu gefestigt zu sein, um über eine so lange Spieldauer durchgängig unterhalten zu können. Drei Songs weniger oder ein wenig mehr Mut zur Erweiterung des eigenen Stils, gerade hinsichtlich so einiger Melodieführungen und Harmoniefolgen, hätte der Platte noch gut getan.

Fazit:
So, wie sie ist, kann man “Alchemy Of Souls, Pt. II” vielleicht noch ein Stück mehr abgewinnen, wenn man zwischendurch mal eine Pause einlegt oder nach den ersten drei Hördurchgängen seine Skip-Kandidaten unter den Songs gefunden hat. Aber abseits dessen weiß das Ding mitzureißen, mit toller Produktion, starken Interpreten und stabilem Songwriting.

Anspieltipps:
“Mind Killer”, “Fate To Be Destroyed”, “Before That Time Can Come” und “No Hero Is Homeless”

WERTUNG:

 

 

 

Trackliste:

01. Prelude (Alchimia Confessio 1458 A.D.)
02. Maker Of Nothingness
03. What’s Become Of Us
04. Bound To You
05. Before That Time Can Come
06. Mind Killer
07. Death Dealer
08. Prayers Turned To Whispers
09. In A Different Light
10. How Long Do I Have Now
11. Fated To Be Destroyed
12. No Hero Is Homeless
13. Sympathy

Jannis

SKELETOON – The 1.21 Gigawatts Club

Band: Skeletoon
Album: The 1.21 Gigawatts Club
Spielzeit: 48:34 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 15.10.2021
Homepage: www.facebook.com/skeletoonband

SKELETOON sind eine der Bands, die man mit einem frühen und ziemlichen Knaller-Album kennenlernt (in meinem Fall “They Never Say Die” ), nach dem man zwei akute Optionen für die weitere Entwicklung prophezeien kann: Entweder die Band schafft sich mit zukünftigen Releases ihre eigenen stilistischen Eigenheiten, führt die positiven Faktoren des Albums weiter und kann so langfristig im musikalischen Überangebot dieser Zeit ihre Originalität behalten. Alternativ wächst sie mit späteren Releases aber auch immer mehr an die Einheitlichkeit dieses Überangebots heran und wird, im Fall von SKELETOON, eben eine “dieser” Power-Metal-Bands. Mit “The 1.21 Gigawatts Club” ist der Zeitpunkt gekommen, eine nett gemeinte Warnung auszusprechen. “They Never Say Die” war ganz im Sinne des aktuellen Longplayers klassisch-flotter Euro Power Metal, der nicht selten Parallelen zu Bands wie DRAGONFORCE aufzeigte, dabei jedoch hinsichtlich seiner Melodien viel frische Energie mit sich brachte. Klar, das Songwriting war jederzeit Power-Metal-kompatibel, aber liebevoll ausgearbeitet und mit hohen Ansprüchen an den Eigenheits- und Wiedererkennungswert angereichert.
Nun erscheint “The 1.21 Gigawatts Club” gerade einmal ein gutes Jahr nach seinem Vorgänger “Nemesis” und die besorgte Frage, inwiefern sich ein solches Songwriting-Niveau bei so kurzen Output-Abständen aufrecht erhalten lässt, ist berechtigt.
Nur, um das klarzustellen: Die Platte klingt bestens und ist nach allen Regeln der Genrekunst angefertigt worden. Der dritte Song muss langsamer sein als die ersten beiden Uptempo-Songs, Synthesizer-Sounds peppen das Klangbild der Songs auf, die Ballade kommt ca. bei Track Nr. 6 und wird fett und feierlich nach Klavierstart, am Ende ein Cover als Bonustrack, dazu noch ein +7-Minüter als Finale vor dem Bonustrack. Gleiche Professionalität findet sich bei den Strukturen der einzelnen Songs. Was bei dem Konzeptalbum über “Back To The Future” allerdings zu großen Teilen fehlt, ist die Individualität der Vergangenheit. “The 1.21 Gigawatts Club” ist zu häufig der Standard-DRAGONFORCE-Metal, der nach der düsteren Strophe einen fröhlichen Chorus bringt, weil das halt gut wirkt, es dabei allerdings kaum noch schafft, mal einen richtigen Ohrwurmpart, geschweige denn etwas Genregrenzen Bemühendes hervorzubringen.
Klar, komplett auf sicher und Routine ist das Ding auch nicht gemacht. “We Don’t Need Roads” kommt mit erfrischend anderer Stimmung (zumindest über einzelne Parts) daher und das finale lange “Eastwood Ravine” liefert nicht nur die Art von feierlichen Harmonien, die man erst im finalen langen Track auspacken darf, sondern bietet mit seinem Mittelteil auch den wohl spektakulärsten und interessantesten Part des Albums.

Fazit:
Insgesamt ändert das jedoch wenig daran, dass bei “The 1.21 Gigawatts Club” die angestrebten Selling Points wohl hauptsächlich waren, dass das Ganze verhältnismäßig AOR-synthig ist und dazu eben “Zurück in die Zukunft” behandelt. Wenn man diese beiden Faktoren mit professionellstem Power Metal kombiniert, den melodischen Charakter der Platte dabei allerdings vernachlässigt, bekommt man am Ende ein absolutes “Zum nebenbei Hören”-Album, dessen Oberfläche wunderbar bunt, poliert und cheesy ist, darunter allerdings nicht viel zu bieten hat. Aufmachung 9/10, Relevanz 4/10.

Anspieltipps:
“Eastwood Ravine”, “We Don’t Need Roads (The Great Scott Madness)” und “2204”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro: Unveiling Secrets
02. Holding On
03. Outatime
04. The Pinheads
05. 2204
06. Enchant Me
07. We Don’t Need Roads (The Great Scott Madness)
08. Pleasure Paradise (Oh Là Là)
09. The 4th Dimensional Legacy
10. Eastwood Ravine
11. Johnny B. Goode

Jannis

DRACONICON – Dark Side of Magic

Band: Draconicon
Album: Dark Side of Magic
Spielzeit: 52:30 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Beyond the Storm Productions
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.draconicon.com

Viel ist nicht über die Newcomer DRACONICON bekannt! Die Jungs kommen aus Italien, zocken europäische Power Metal der Marke KAMELOT, GLORYHAMMER, ORDEN OGAN. RHAPSODY OF FIRE oder ARION und hieven mit „Dark Side of Magic“ ihr Debütalbum in die Läden welches der Auftakt und der Einstieg in ihr Fantasy Universum sein soll.
Dazu passt das die weiteren Infos alle sehr mystisch und Fantasy geschwängert daherkommen und die Band selbst sich sehr düster gibt auf den Promofotos.
Zusätzlich hat der Sänger nur einen Vornamen, Arkanfel. Alles also recht klischeebehaftet und mit Kalkül würde ich sagen!
Ob dieses aufgeht und wie gut der Fantasystoff wirklich ist, schauen wir uns jetzt genauer an.

Ein erster Hinweis darauf erkennen wir vielleicht im Opener „Principium Tenebris“? Nein, hier können wir noch nicht wirklich viel ableiten, ist das Ganze doch „nur“ ein instrumentales Intro geworden, welches einen aber schon mal recht gut auf die Scheibe einstimmt.
Aber dann beim nächsten Track „Fiery Rage“ merkt man sofort was die Stunde geschlagen hat und man muss als Fan erstmal nachschauen, ob man nicht doch eine Scheibe der größten Power Metalband Italiens RHAPSODY OF FIRE erwischt hat!
So viele Parallelen gibt es bei diesem Song, der sich aber deswegen auch direkt in den Gehörgängen festsetzt!
Und dieser Trend setzt sich dann beim anschließenden Track „Dark Side of Magic“ fort und man hat hier den nächsten Anspieltipp.
Noch ein Wort zum Sänger Arkanfel, dieser ist im absolut angenehmen Powermetalstimmbereich unterwegs und trifft absolut zielsicher die Töne, egal wie hoch es mal geht! Ein Newcomer der absolut was drauf hat, genauso wie bislang der Rest der Band!
Über das sehr ordentliche „Blackfire“ geht es dann in den Mittelteil der Scheibe der mit dem epischen „Draconis Theocracy“ oder den klassischen Doppelschlag „Edge of Power“ und „Monster`s Breakaway“ stark aufwarten kann.
Alles ist hier recht solide gemacht und ist weit entfernt von negativen Ausreißern nach unten.
„Dusk of Hero“ ist dann vielleicht der erste Track, der nicht so recht in Fahrt kommen will, diesen Ausrutscher macht man aber sofort mit dem anschließenden „Darkspell“ wieder weg, vor allem im Chorus kann die Nummer absolut überzeugen!
Und auch bei den letzten drei Songs bleibt kein Power Metalfanauge trocken, denn wirklich schlechte Songs sucht man auch hier vergebens!
Mal mehr, mal weniger geht man in die Epic oder Symphonic Ecke, bleibt aber seine Linie absolut treu und hat mit „Necropotence“ einen weiteren absoluten Hit im Gepäck.

Anspieltipps:

„Fiery Rage“, „Dark Side of Magic”, “Edge of Power”, “Darkspell” und „Necropotence“

Fazit :

DRACONICON haben ihre Zielgruppe relativ schnell und klar abgesteckt! Fans von Power oder Symphonic Metalbands kommen hier definitiv auf ihre Kosten!
Vor allem Anhänger der bekanntesten italienischen Power Metalband sollten sich hier bestens unterhalten fühlen und die Wartezeit bis zum neuen Album, was ja bald erscheint und ebenfalls hier bei uns rezensiert wird, gut überbrücken können.
Absolut empfehlenswerter Power Metal Stoff also ohne viele Ausfälle, für ein Debütalbum mehr als beachtlich, sehr gut!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Principium Tenebris
02. Fiery Rage
03. Dark Side of Magic
04. Blackfire
05. Draconis Theocracy
06. Edge of Power
07. Monsters` Breakaway
08. Dusk of Hero
09. Darkspell
10. Necropotence
11. A Song of Darkness and Light
12. Symphony of Madness

Video zu “Edge of Power”:

Julian

ETERNAL FLIGHT – SurVive

Band: Eternal Flight
Album: SurVive
Spielzeit: 49:28 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 17.09.2021
Homepage: www.facebook.com/ETERNALFLIGHT.BAND

Nachdem schon ALCATRAZZ in einem Anflug spontaner Überkreativität ihr fünftes Album kürzlich unter dem Namen “V” rausgebracht haben, gehen ETERNAL FLIGHT nun weiter und betiteln ihren fünften Streich als “SurVive”. Mit großem V. Obwohl man das Wortwitzlevel mit “SurFive” noch einen Ticken hätte anheben können. Egal, wir kommen vom Thema ab.
Die Franzosen um Gerald Fois (DREAM CHILD) machen mehr oder weniger eine Mischung aus Heavy und Power Metal mit insbesondere PRIEST- und ICED-EARTH-Feeling und US-Power-Metal-Produktion. Letztere ist bekanntermaßen recht definiert und basic, was auf “SurVive” auch funktioniert, dabei aber unter anderem bei den Drums etwas an Druck missen lässt. Ist letztendlich aber ein klarer Fall von “Nach dem ersten Song hat man sich dran gewöhnt” und ansonsten sitzt die Produktion soweit. Okay, bei “Hear The Call” ist der Stereoeffekt ein bisschen seltsam gelegt, der linke Kopfhörer liefert ungleich mehr tiefere Rhythmusgitarren, aber sei’s drum.
Die Vocals von Gerald, die beim Vorgänger “Retrofuture” ein Kritikpunkt waren, kommen auf “SurVive” besser, funktionieren auch im Falsett sehr gut.
Musikalisch ist die Platte auf positive Weise eigentümlich und hat in ihrer reduzierten Klanglichkeit doch einiges zu bieten, das man nicht unbedingt erwarten würde. So kleidet man im Opener einen Power-Metal-Chorus in ein US-Metal-Gewand und fährt nebenbei eine arpeggioreiche Strophe auf, die in ihrer ruhigen Form beim ersten Mal ebenso passt wie in der fixeren beim zweiten Mal. “Legions” kommt mit ungewöhnlichem aber unterhaltsamem Riff und schöner Mehrstimmigkeit in den Vocals, und “The Promise” bietet einen verstärkt auf Harmonien und klangliche Dichte ausgerichteten und ziemlich geilen Refrain. “Evolution, Revolution” holt sich mit den runtergebrochenen Parts, dem E-Orgel-Einsatz, dem coolen Mittelteil und dem leicht angedurten Chorus einen verdienten Platz auf der Favoritenliste, ebenso wie das knackig-flotte “You And I”, das neben gelungener Komposition auch eine stabile Rhythmusarbeit und ein Basssolo vorweisen kann. Und “Children Of The Earth” ist der feierliche Abschlusstrack, dessen Feierlichkeit aber immer mal wieder durch biestigere Nuancen und Parts gebrochen wird.
Ein paar Standardphasen gibt es natürlich auch, doch allgemein scheint man sich nach dem Vorgänger noch einmal verstärkt Gedanken gemacht zu haben, was man tut, wie man sein und klingen will. Damit hat man die Zahl der merkwürdigen Momente praktisch auf Null reduziert, ist ein wenig individueller geworden und macht im schlimmsten Fall etwas durchschnittlich, aber nichts schlecht.

Fazit:
Jetzt ist die Produktion, wie bei “Retrofuture”, immer noch ausbaubar und die Klangdichte zum Teil echt sehr reduziert, aber in Sachen musikalischer Identität und Qualität hat man noch ein Schippchen draufgelegt. Kann man guten Gewissens auf die sieben Punkte von letztem Mal noch einen addieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Will We Rise Again
02. Hear The Call
03. Legions
04. The Promise
05. Is This The End
06. Mysterious Kings
07. Evolution, Revolution
08. You And I
09. Children Of The Earth

Jannis