MOB RULES – Beast Reborn

Band: Mob Rules
Album: Beast Reborn
Spielzeit: 57:33 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Steamhammer (SPV)
Veröffentlichung: 24.08.2018
Homepage: www.mobrules.de

Da möchte man die Rezension zu MOB RULES‘ neunter Platte “Beast Reborn” mit einem Satzanfang der Marke “Nach ihrem letzten, ziemlich erfolgreichen und hochgelobten Album…” beginnen, googelt mal aus Interesse die Chartplatzierungen der letzten Veröffentlichungen der Band und muss feststellen, dass die sechs Jungs aus dem Norden ohne Scheiß noch nie einen Platz in den Albumcharts hatten. Freunde, was ist da denn schiefgelaufen? Seit Album Nr. 1 haben die Oldenburger Power-Metal-Qualität vom feinsten rausgehauen, ohne auch nur ein schwächeres Album, promotet durch Liveshows, die energiegeladener und besser gespielt kaum sein könnten, und das kommt dabei rum? Gut, was nicht ist, kann ja noch werden.
“Beast Reborn” lässt, so viel kann man guten Gewissens sagen, keine Wünsche des treuen MOB-RULES-Fans offen. Die Produktion, gemastert von Jens Bogren, ist gewohnt jensbogrig. Klar, druckvoll und auf der Höhe seiner Zeit knallt das Ding aus den Boxen, mit einem Klaus Dirks in stimmlicher und dem Rest der Band in spielerischer Bestform. Der Sound der Band ähnelt durchaus dem Vorgängeralbum, ist insgesamt aber etwas straighter, dabei jedoch weiß Gott nicht weniger dicht und intensiv, ohne überladen zu wirken.
Nach dem obligatorischen Orchestralintro verdeutlicht dies “Ghost Of A Chance” unmittelbar. Klingt der Track zu Beginn noch vergleichsweise abgespeckt, so erledigt sich dies spätestens im Prechorus, dem der erste Ohrwurmrefrain des Albums folgt. Dass die MOBs Refrains immer noch beherrschen, zeigt sich im Anschluss mit “Shores Ahead”, dessen Strophe leicht an “Children Of the Flames” erinnert, bevor “Sinister Light” mit einem wunderbaren Mittelteil und leiser E-Orgel im Background überzeugt. “War Of Currents”, mit über acht Minuten der längste Song des Albums, trägt Züge längerer aktueller MAIDEN-Songs und baut sich über die ersten balladigen Minuten langsam auf, bis schließlich der Midtempobanger-Hauptpart über den Hörer im besten Sinne hereinbricht. Nach den Backing Vocals am Ende besteht dann auch kein Zweifel mehr daran, dass diese tatsächlich von ORDEN OGANs Seeb aufgenommen wurden.
Mit “The Explorer” wird’s dann noch dezent piratig und “Revenant Of The Sea” liefert ein herrliches Wechselspiel zwischen ruhigen Parts (inklusive ein wenig E-Drum-Einsatz) und dem Bösesten, was man von MOB RULES seit längerem gehört hat. Zum Schluss erweist sich dann “Way Back Home” als weiterer Hit, mit rockigem Riff während der Strophe und einem weiteren starken Refrain.
Um letztendlich auch mal etwas negative Kritik zu geben: Der letzte Track, die Ballade, ist doch schon sehr seicht kitschig und zudem ein Duett mit Gastsängerin. Hört man zwar nicht zum ersten Mal von MOB RULES, das ändert jedoch nichts daran, dass man während des Songs ab und zu mal zu leichtem Schaudern tendiert. Aber es soll ja Leute geben, die sowas mögen.
“Beast Reborn” ist eines dieser Alben, die man problemlos nebenher hören kann, doch die wahre Qualität der Scheibe verdeutlicht sich erst beim bewussten Zuhören. Das Ding ist fett, extrem eingängig, dabei allerdings keinesfalls das billige Power-Metal-Fastfood, das in den letzten Jahren doch recht häufig auf dem Plattenteller gelandet ist. Mit Klaus Dirks am Mic, einem der besten deutschen Metalsänger, einer nicht minder guten Instrumentalfraktion und außerordentlichen kompositorischen Skills sind MOB RULES auch nach 24 Jahren immer noch am Ball, wie kaum eine andere Band, reproduzieren nicht den alten bewährten Kram, sondern blasen nach wie vor mit jedem Album eine frische Brise Nordwind in den deutschen Power Metal.

Anspieltipps:
“Ghost Of A Chance”, “War Of Currents”, “Way Back Home” und “Revenant Of The Sea”

Fazit:
Klingt die Rezension ein wenig zu hypend? Nun, es bleibt jedem Hörer natürlich selbst überlassen, sich ein Bild von der Geschichte zu machen. Meine Prognose: Viel besser wird’s dieses Jahr nicht mehr. Und jetzt kauft das Ding in die Albumcharts!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Beast Reborn
02. Ghost Of A Chance
03. Shores Ahead
04. Sinister Light
05. Traveller In Time
06. Children’s Crusade
07. War Of Currents
08. The Explorer
09. Revenant Of The Sea
10. Way Back Home
11. My Sobriety Mind (For Those Who Left)

Jannis

CRYONIC TEMPLE – Deliverance

Band: Cryonic Temple
Album: Deliverance
Spielzeit: 64:24 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 20.07.2018
Homepage: www.facebook.com/CryonicTemple

Das ging fix, knapp 1 Jahr nach ihrem Comebackalbum „Into the Glorious Battle“ kehren die schwedischen Power Metaller von CRYONIC TEMPLE schon wieder zurück auf die Bildfläche und präsentieren uns ihr neues, sechstes Album mit dem Titel „Deliverance“. Hier führt man das futuristische Konzept fort was man auf dem Vorgänger so schön begonnen hat.
Und auch sonst hat sich nicht viel geändert, die Mannschaft ist schön beisammengeblieben, was auch heißt das erneut Mattias Lilja hier seine Stimme erklingen lässt.
Mich hatte das letzte Album im letzten Jahr ja tierisch gefesselt, ich war daher sehr gespannt ob man das klasse Niveau halten kann?
Horchen wir also mal geschwind in das Intro „The Morning after the Longest Day“ rein, dieses schlägt eigentlich genau in dieselbe Kerbe wie auch schon das Intro auf der letzten Scheibe. Schön cinematic mäßig führt uns das gute Stück in die Geschichte ein.
Der erste richtige Track „Rise eternally beyond“ startet dann eher bedächtig mit sanften Gitarrenriffs und großer Keyboarduntermalung bevor die knackigen E Gitarren ihr Werk aufnehmen und es mit satten Double Bass Drumming durch den Song geht. Melodisch und eingängig bohrt sich der Track direkt in die Gehörgänge und bleibt so recht schnell haften, so muss das sein!
Auch die nächsten Tracks „Through the Storm“, „Knights of the Sky“ und der Titeltrack „Deliverance“ gehen runter wie Öl und sind schön melodisch gehalten.
Anschließend gibt es bei „Pain and Pleasure“ die Chance etwas runterzukommen, denn hier fährt man die Geschwindigkeit ganz klar zurück.
Was nach der 1. Hälfte der Scheibe im Vergleich zum Vorgänger direkt auffällt, die Keyboards sind hier wesentlich präsenter und nehmen einen größeren Teil des Gesamtbildes ein, das hat etwas Einfluss auf die Heavyness wie ich finde. Dieser Umstand hat mir erst ein paar Sorgenfalten aufs Gesicht gemalt, mittlerweile gewöhnt man sich zwar dran, aber es dürfte auf jeden Fall für Diskussionen und Nase rümpfen sorgen und nicht jedem gefallen!
Gehen mir mal weiter in den Songs, denn es gibt nach wie vor noch einige Perlen zu entdecken, Beispiele gefällig?
Kein Problem, das straighte „Pain and Pleasure“ kann genauso gefallen wie das epische „Temple of Cryonics oder das eingängige „End of Days“.
Den letzten Abschnitt einleiten tut dann das ruhige, aber sehr eingängige „Swansong of the Last Emperor“, welches ebenfalls direkt zu überzeugen weiß.
Bei den letzten Songs geht dann den Jungs zwar etwas die Puste aus und die Qualität ist nicht mehr ganz so hoch wie bisher, aber für ordentliche Standardmetaltracks reicht es auch hier noch.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall „Rise eternally beyond“, „Through the Storm“, „Knights of the Sky“, „Temple of Cryonics” und “End of Days”.

Fazit :

Man muss schon sagen CRYONIC TEMPLE lassen sich auch auf ihrem neuen Album nicht lumpen und bieten 1. viel melodische Metalmucke und 2. ist man sehr abwechslungsreich unterwegs.
Man bekommt als Fan definitiv das man was man erwartet und die Jungs bleiben ihrer eingeschlagenen Linie vom letzten Album absolut treu!
Einzige Änderung, die vermutlich auch bei den meisten nicht so gut ankommen wird, ist die stärkere Hinzunahme der Keyboards was auf jeden Fall etwas zu Lasten der Heavyness geht. Hier muss jeder selbst entscheiden wie wichtig ihm das ist.
Im Großen und Ganzen gibt es hier aber insgesamt nicht so viel zu meckern.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro The Morning after the Longest Day
02. Rise eternally beyond
03. Through the Storm
04. Knights of the Sky
05. Deliverance
06. Loneliest Man in Space
07. Pain and Pleasure
08. Temple of Cryonics
09. Starchild
10. End of Days
11. Swansong of the last Emperor
12. Under Attack
13. Blood and Shame
14. Insommia (Digipack Bonus)

Julian

TAD MOROSE – Chapter X

Band: Tad Morose
Album: Chapter X
Spielzeit: 60:40 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: GMR Music
Veröffentlichung: 15.06.2018
Homepage: www.tadmorose.se

3 Jahren nach ihrem letzten Album „St. Demonius“ kehren die schwedischen Power Metaller von TAD MOROSE wieder zurück und haben ihr neues Album „Chapter X“ im Gepäck.
Feinster Schweden Metal erwartet uns auch hier wieder und es wird sich zeigen ob man das Niveau des bockstarken Vorgängers wird halten können!?
Man hat auf jeden Fall alles dafür getan und im Vorfeld auf Routine gesetzt, denn man nahm erneut, wie auch schon beim letzten Silberling, alles im eigenen Studio Claustrophobic auf welches von Sänger Ronny Hemlin und Bassist Johan Löfgren betrieben wird.
Also, starten wir mal die Hörsession mit dem Openersong „Apocalypse“ der sich nicht lange mit Vorgeplänkel aufhält, sondern direkt in die Vollen und auf die Zwölf geht!
Schnell, brachial und eingängig flügt das Teil durch die Boxen in die Gehörgänge und setzt sich dort direkt fest…ein geiles Stück Metal als Opener, weiter so!
Es geht auch super weiter, allerdings dauert das ein, zwei Stücke, denn die nächste absolute Metalperlen kommen dann erst mit „I am Night“, „Liar“ und „Nemesis“. Dazwischen gibt es ordentliche Standardmetalkost die nicht großartig auffällt aber auch nicht weh tut.
Bei insgesamt 14 Songs haben wir aber gerade erst die Plattenhälfte erreicht, daher bleiben also noch genug Möglichkeiten für die Band um zu glänzen.
Diese Möglichkeiten werden dann im letzten Drittel am Besten ausgeschöpft, denn hier hat man mit „Where the Stars Allign“ und dem abschließenden epischen und atmosphärischen „…Yet still you preach“ zwei weitere Hits im Gepäck.

Anspieltipps:

„Apocylypse“, „I am Night“, „Nemesis“ sowie „…Yet still you preach“ tönen hier am Besten.

Fazit :

Das letzte Album „St. Demonius“ war wirklich erstklassig, daran kann das neue Werk „Chapter X“ leider nicht immer ganz anschließen, dafür befinden sich hier einfach zu viele Standardmetaltracks an Bord.
Aber das ist kein Beinbruch, man ist trotzdem noch ganz weit entfernt von einem schlechten Album und hat hier insgesamt eine starke Performance im Angebot!
Auch der, nun nicht mehr ganz so, neue Sänger Ronny Hemlin macht seine Sache erneut super und passt mittlerweile perfekt in den Bandsound von TAD MOROSE.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Apocalypse
02. Icome Morpheus
03. Deprived of Light
04. I am Night
05. Leviathan Rise
06. Liar
07. Masquerader
08. Nemesis
09. Salvage my Soul
10. Slaves to the dying Sun
11. Turn to Dust
12. Vaunt the Cynical
13. Where the Stars Allgin
14. ….Yet still you preach

Julian

ESTATE – Mirrorland

Band: Estate
Album: Mirrorland
Spielzeit: 56:08 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 20.04.2018
Homepage: www.estate-band.com

2014 brachten die russischen Power Metaller von ESTATE ihr Debütalbum „Fantasia“ auf den Markt. Ich selbst habe dem Debüt gute Ansätze mit reichlich Luft nach oben bescheinigt, was man nun mit dem zweiten Album „Mirrorland“ in die Tat umsetzen möchte.
Um das zu erreichen ließ man sich lange Zeit für das neue Werk, schließlich begannen die Arbeiten dazu schon 2015.
Außerdem hat man mit Mark Boals und Mats Leven zwei bekannte Gastsänger an Bord die bei zwei Songs eine eigene Interpretation des Ganzen beisteuern. Ob und wie sinnvoll das nun ist, das sei jedem selbst überlassen.
Sonst gibt es nicht viel Neues aus dem Hause ESTATE zu vermelden, starten wir daher direkt mit dem Opener und Titeltrack „Mirrorland“ in das neue Werk. Eigentlich ist der Track ein perfekter Klon zum Opener des letzten Albums, schnell, melodisch und mit ordentlicher Keyboardunterstützung geht es hier zu Werke. Passt perfekt zu Beginn und begeistert auf Anhieb!
Mit „The Ghoul“ im Anschluss kann man aber nicht glänzen, alles schon X Mal gehört würde ich sagen. Leider trifft das auch auf die nächsten Nummern zu, irgendwie alles zu gewöhnlich. Zwar ist das Ganze nicht schlechtgemacht, aber auch nicht so besonders dass es sich irgendwie hervorhebt.
Erst bei „Storm of the Age“ wird das Ganze wieder besser und die Songqualität steigt merklich nach oben.
Richtig ins obere Qualitätsregal greift man dann wieder beim anschließenden „Knight of the Hope“, und auch im Anschluss „Lady Wind“ sowie „Matter of Time“ überzeugen direkt auf Anhieb, so lasse ich mir das gefallen!
Nur die dazwischen platzierte Schmachtfetzenballade „Silvery Skies“ gab es ebenfalls so schon X Mal und fällt daher etwas aus dem Rahmen, nix Neues also!
Als offiziellen Abschluss gibt es dann noch „Springtime“ welches auch nicht mit den bisherigen Htis mithalten kann. Danach folgen noch die zwei Gastsängerversionen von „Knight of Hope“ und „Matter of Time“ die ganz nett sind und zeigen das die Songs an sich schon super waren, aber mit absoluten Weltklassesängern nochmal an Klasse gewinnen.

Anspieltipps:

„Mirrorland“, „Knight of Hope“, „Lady Wind“ und “Matter of Time”.

Fazit :

Tja leider kann man sich im Vergleich zum Debütalbum nicht großartig steigern! Es gibt zwar den ein oder anderen etwas besseren Song zu verzeichnen, aber nach wie vor sind es einfach zu viele Standardsongs die es so schon X Mal zu hören gab.
Solide mehr kann man zu dem Ganzen hier leider nicht sagen, da bringen auch die beiden Gastsänger nichts, die ja auch einfach nur zwei vorhandene Songs nochmal zum Besten geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Mirrorland
02. The Ghoul
03. Stolen Heart
04. Winter Kingdom
05. Storm of the Age
06. Knight of Hope
07. Lady Wind
08. Silvery Skies
09. Matter of Time
10. Springtime
11. Knight of Hope (Mark Boals Version)
12. Matter of Time (Mats Leven Version)

Julian

WOLFEN – Rise of the Lycans

Band: Wolfen
Album: Rise of the Lycans
Spielzeit: 54:52 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 22.06.2018
Homepage: www.wolfen-metal.de

Die deutschen Metaller von WOLFEN sind für mich seit 2012 ein stiller Begleiter, denn dort besprach ich ihr damaliges Comeback Album „Chapter IV“. 2014 erschien dann das letzte Album „Evilution“ was ordentlich zu überzeugen wusste und nun ist man nach knapp 4 Jahren Wartezeit mit dem neuen, sechsten, Album „Rise of the Lycans“ wieder zurück auf der Bildfläche!
Die längere Pause ist auch durch zwei Besetzungswechsel begründet und außerdem war man bis 2016 ordentlich an der Livefront unterwegs und spielte mehr als 50 Konzerte.
Nun hat man mit neuer Mannschaft und neuer Schaffenskraft ein neues Stück Power Metal mit Thrash Anleihen eingespielt und lässt das gute Stück nun mit dem Openertrack „Rebirth of the Regulators“ auf die Fans los. Nach einer kleinen instrumentalen Einleitung geht die kraftvolle Power/Thrash Metalfahrt los. Der Gesang hat nach wie vor nichts von seiner Aggressivität verloren, ist aber nach wie vor sehr variabel und kommt gerade im Chorus sehr melodisch rüber. Ein ordentlicher Opener insgesamt der Lust auf mehr macht!
Das schon vorab veröffentlichte „Genetic Sleepers“ ist dann noch eine Spur eingängige und frisst sich daher relativ schnell im Gehörgang fest. Ab damit auf die Hitliste.
Ebenfalls auf die Hitliste wandern dann recht zügig auch die nächsten Tracks, „Forgotten Dreams“ und auch „Xenophobia“ überzeugen direkt zu Beginn und setzen sich direkt fest. So kann es doch weitergehen!
Mal schauen was der Mittelteil so für uns bereit hält, erstmal werden bei „Science & Religion“ sanftere Töne angeschlagen bevor es dann bei „Timekeeper“ wieder kraftvoll und metallisch, thrashig zu Werke geht. Und beim letzteren Song hat sich ein bekannter Gastsänger versteckt, Chris Boltendahl von GRAVE DIGGER ist hier zu hören und hebt den schon tollen Song, absolut hervor.
Der Titeltrack „Rise of the Lycans“ ist dann ebenfalls absolut perfekt gelungen und wandert sofort, wie dann auch das abschließende „New World Order“, auf unsere Hitliste.
Dazwischen hat sich mit „Sucubus“ dann noch ein kleiner „Stinker“ eingeschlichen, der irgendwie ziemlich an einen vorbeiläuft.
Das ist aber mit das Einzigste was man im letzten Drittel zu meckern hat!

Anspieltipps:

„Genetic Sleepers“, „Forgotten Dreams“, „Timekeeper“, „Rise of the Lycans” sowie “New World Order”.

Fazit :

WOLFEN bleiben WOLFEN und das ist definitiv gut so! Erneut trifft die Truppe mit ihrer kraftvollen Mischung aus Power und Thrash Metal absolut den Zahn der Zeit und die Fans werden sehr zufrieden sein mit dem neuen Diskus!
Ganz kommt es für mich nicht an den Vorgänger „Evilution“ heran, aber es sind nur minimale Unterschiede vorhanden.
Es gibt also eine absolute Kaufempfehlung daher von meiner Seite für die angesprochene Fangemeinde und es wäre schön, wenn die Band endlich etwas mehr ins Rampenlicht gerückt wird, verdient hätten sie es mittlerweile absolut!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rebirth of the Regulators
02. Genetic Sleepers
03. Forgotten Dreams
04. Xenophobia
05. Science & Religion
06. Timekeeper
07. Rise of the Lycans
08. Succubus
09. New World Order

Julian

STORMWITCH – Bound To The Witch

Band: Stormwitch
Album: Bound To The Witch
Spielzeit: 65:45 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 29.05.2018
Homepage: www.stormwitch.de

Mit 39 Jahren könnte man eigentlich so langsam mal die Midlife-Crisis kommen. Vielleicht einen tiefergelegten Besen kaufen oder den Hexenhut durch eine dieser lustigen blinkenden Weihnachtsmannmützen eintauschen. Man könnte auch so richtig auf die Kacke hauen und sein neues Album mit einer dicken Masse arschgeiler Synthesizer und einem saftigen Drop vor jedem Chorus pimpen. Aber scheinbar steht die STORMWITCH da drüber. Stattdessen: Auch nach 39 Jahren Bandgeschichte (inklusive Pausen) gibt’s von den Deutschen klassischen Heavy Metal ohne Schnörkel, den man instinktiv ein wenig näher an Hamburg verortet hätte, als es tatsächlich der Fall ist.
Zum Gesang: Am Mic steht, neben Jürgen Wannenwetsch das einzige verbleibende Gründungsmitglied, nach all der Zeit immer noch Andreas Mück, der sich als charakteristisches Organ der Band einen Namen gemacht hat. Zurecht. Und tatsächlich: Selten klang der Mann besser als auf dem zwölften Release der Jungs. Seine Falsettstimme kommt auf “Bound To The Witch” zwar verhältnismäßig selten zum Einsatz, läuft aber immer noch wie geschmiert. Und in gemäßigten Höhen kommt der sehr warme, fast beruhigende (Jap, ist ein Kompliment.) Klang im Zusammenspiel mit dem feinstens produzierten Prototyp-Heavy-Metal-Sound der Band einfach großartig.
Die 14 Songs auf “Bound To The Witch“ (inklusive drei Neuaufnahmen alter Klassiker als Bonustracks) sind strukturell recht einfach gehalten. Vielleicht etwas zu routiniert immer nach Schema F, aber damit kann man leben, denn obgleich STORMWITCH zuerst einmal Heavy Metal in Reinform machen, lassen sie nie ein richtiges Maß an charakteristischen Melodien und interessanten Riffs missen. Man höre nur einmal in “Arya” rein, dessen Strophenmelodie mit dem Eingangsriff hervorragend kooperiert, bevor der Refrain für Gänsehaut sorgt, ganz ohne auf billige Tricks wie fette Chöre oder Orchestersamples zurückgreifen zu müssen.
Gänsehaut gibt es auch bei der Ballade “Nightingale”, die melancholisch folkig aber weitestgehend unkitschig ausfällt und von cleanen Gitarren und Mück in Bestform getragen wird. Pur oldschool heavy geistert “The Ghost Of Mansfield Park” aus den Boxen, dessen Chorus zwar melodisch einfach gehalten ist, dabei jedoch wie vorherbestimmt für den Rest des Songs anmutet.
Neben zahlreichen leicht folkloristischen Wendungen in ihren Melodien (Nein, STORMWITCH sind mitnichten Folk Metal) verleiht ihnen auch die Art ihres Storytellings etwas, was an dieser Stelle in Ermangelung eines besseren Begriffs als “bardenhaft” bezeichnet werden muss. Ist eine tolle Eigenschaft, aber vielleicht könnte man für solche Texte mal einen Muttersprachler zurate ziehen, der sie absegnet. So lassen einige Textstellen den Hörer ob ihrer Plattheit doch manchmal leicht zusammenzucken. Klar, ist normal bei deutschen Bands, ließe sich aber vermeiden. Naja, sei’s drum, ganz ohne Kritikpunkte wär‘ ich halt auch arbeitslos.

Anspieltipps:
“The Choir Of The Dead”, “Arya”, “King George”, “Nightingale” und “The Ghost Of Mansfield Park”

Fazit:
Viele Textideen sind top, über ihre Umsetzung lässt sich streiten. Darüber, dass “Bound To The Witch” in musikalischer Hinsicht einfach hervorragend gelungen ist, hingegen nicht. Verhältnismäßig einfach und traditionell lebt es von seinen auf unauffällige Weise sehr starken Kompositionen und den außergewöhnlichen Vocals – erdacht und gespielt von einer Band mit massig Erfahrung, aber, wie das Promosheet treffend beschreibt, mit der Frische eines geilen Newcomers. “Bound To The Witch” ist kein Album, das man nur einmal hört, da sich beim ersten Durchlauf doch zumindest der Eindruck ergibt, dass die Scheibe echt Potenzial hat. Und spätestens ab dem zweiten Durchlauf wird das Ding immer fetter. Es ist wie verhext.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Songs Of Steel
02. Odin’s Ravens
03. The Choir Of The Dead
04. Bound To The Witch
05. Arya
06. Stormwitch
07. Life Is Not A Dream
08. King George
09. Ancient Times
10. The Ghost Of Mansfield Park
11. Nightingale
12. Stronger Than Heaven (Bonus Track)
13. Rats In The Attic (Bonus Track)
14. Priest Of Evil (Bonus Track)

Jannis

FANTASY OPUS – The Last Dream

Band: Fantasy Opus
Album: The Last Dream
Spielzeit: 70:44 min
Stilrichtung: Power/Prog Metal
Plattenfirma: Pure Steel Publishing
Veröffentlichung: 08.06.2018
Homepage: www.facebook.com/FantasyOpusOfficial

Hmm das mir vorliegende Promosheet gibt jetzt nicht wirklich viel her über die Band FANTASY OPUS…die Jungs kommen aus Portugal und werfen mit „The Last Dream“ dieser Tage ihr zweites Album auf den Markt. Das Debütalbum „Beyond Eternity“ erschient 2008 und im Vergleich dazu sollt das neue Werk ein Quantensprung sein in Sachen Songwriting und Produktion.
Na das schauen wir uns gleich doch mal an, zuvor sei aber noch darauf hingewiesen das die Mucke der Band am Ehesten etwas für die Fans von SYMPHONY X oder ANGRA ist.
Als Opener fungiert „Ritual of Blood“ der recht zackig aber mit einer kleinen instrumentalen Einleitung loslegt. Kurz danach ertönt dann der Gesang der schön rau und kraftvoll ertönt. Garniert mit einem feinen Chorus schafft man es direkt mit diesem Midtempotrack die Fangemeinde in seinen Bann zu ziehen, sehr schön!
Beim anschließenden „Heaven Denied“ und „Chosen Ones“ geht es dann ein klein wenig kompakter zu Werke, auch wenn auch hier die 5 Minuten Marke locker übersprungen werden. Die erstgenannte Nummer landet auch ohne Umschweife auf unserer Hitliste.
Nach dem Balladenausfall „Lust“ skippen wir schnell weiter zu „Conquer the Seas“ welches schon wieder wesentlich besser aus den Boxen tönt und ordentlich in die Ohren geht. An die bisherigen Hits kommt man hier aber auch zu keiner Zeit ran.
Das ändert sich dann leider auch bei den nächsten Tracks nicht wirklich, gut das überlange, zwölfminütige „Perfect Storm“ ist ganz okay, kann aber auch nicht so glänzen wie die bisherigen Hittracks. Dafür ist es auch einfach zu verkopft und man kommt immer wieder von der ohrenfreundlichen Linie ab und verliert sich im Gefrickel!
Über das Instrumental „Oceans“ geht es dann an die letzten zwei Tracks „Realm of the Mighty Gods“ und „King of the Dead“, auch hier ist nicht alles Gold was glänzt, aber es ist auf jeden Fall besser als der gesamte Mittelteil der doch ziemlich an einen vorbeigerauscht ist.

Anspieltipps:

Mit “Ritual of Blood”, “Heaven Denied” sowie “Realm of the Mighty Gods” solltet ihr hier direkt warm werden.

Fazit :

Hui, hui die Jungs von FANTASY OPUS machen es einen mit ihrem neuen Silberling echt nicht leicht! Die Songs an sich sind gut geschrieben, aber es krankt irgendwie komplett an der Umsetzung. Sonst ist es nicht zu erklären das die guten Ansätzen in den Songs schnell immer mit ewigen Gefrickel und instrumentalen Parts zunichte gemacht werden. So bleiben leider nicht viele Hits hängen und insgesamt ist das Ganze leider nur guter Durchschnitt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ritual of Blood
02. Heaven Denied
03. Chosen Ones
04. Lust
05. Conquer the Seas
06. Black Angels
07. Every Scar tells a Story
08. Perfect Storm
09. Oceans
10. Realm of the Mighty Gods
11. King of the Dead

Julian

FOLLOW THE CIPHER – Follow the Cipher

Band: Follow the Cipher
Album: Follow the Cipher
Spielzeit: 45:20 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 11.05.2018
Homepage: www.followthecipher.com

Falun, die Stadt im Herzen Schwedens ist bekannt als Geburtsbecken mancher Metalbands. Acts wie SABATON, CIVIL WAR oder BILLION DOLLAR BABIES erblickten hier das Licht der Welt und nun ist es Zeit für etwas Neues aus dieser Metalstadt! Die female fronted Power Metal Band FOLLOW THE CIPHER macht sich auf mit ihrem extrem keyboardlastigen Power Metal die Welt zu erobern!
Sehr überraschend findet sich, trotz der großen Keyanteile, kein fester Keyboarder in der Band. Kopf und Gründer der Truppe ist der Gitarrist Ken Kängström der, wen wundert es, schon mit den Jungs von SABATON zusammengearbeitet hat und mit ihnen die Epic Hymne „Carolus Rex“ geschrieben hat. Selbiger findet sich auch auf dem Debütalbum „Follow the Cipher“ als eigene Version.
Kommen wir zurück zum Personal, denn hier haben wir noch als besonders hervorstechend die Sängerin Linda Toni Grahn die ein extrem variables Organ besitzt und alleine durch ihre pinken, roten Haare auffällt!
Die Band konnte sich direkt einen Plattenvertrag bei Nuclear Blast ergattern und das mit ihrem zweiten! gemeinsamen Auftritt auf dem Sabaton Open Air 2017. Das sagt denke ich viel über die Qualität der Truppe aus.
Genug der Vorreden, lassen wir mal die Musik sprechen und beginnen mit dem Opener „Enter the Cipher“. Dieser legt mystisch und mit einer kleinen Einleitung los bevor einen die volle Bombastwucht mit ordentlicher Keyboarduntermalung trifft. Fronterin Linda hat ordentlich Wumms in der Stimme und ist weit vom üblichen Operngeträller entfernt. Was gut so ist! Sie erhält immer wieder Unterstützung von einer männlichen Gesangsstimme.
Der Song an sich geht als Opener schon in Ordnung und als Anheizer ist er bestens geeignet.
Aus einem ganz anderen Holz ist dann das anschließende „Valkyria“ geschnitzt welcher direkt mächtig los geht und ins Ohr schießt. Hier gibt es dann auch die ersten wirklichen SABATON Parallelen, ein Song der live tierisch in die Nackenmuskeln gehen dürfte. Genial!
Danach gibt es mit „My Soldier“ und „Titan`s Call“ etwas Standardkost zu verkraften, welche zwar ganz in Ordnung ist, aber keine Bäume ausreißt. Dazwischen geht es mit „Winterfall“ aber wieder wesentlich hitgewaltiger zu.
Und apropos hitgewaltiger, das ist dann auch bei „The Rising“ definitiv der Fall, hier fährt man wieder ganz dick auf und greift ganz oben ins Qualitätsregal!
Im letzten Drittel der Scheibe geben sich dann die, ordentlichen, Standardtracks und die nächsten Hitperlen in Form von „Starlight“, welches mit vielen schwedischen Gastsängern unter anderen Nils Patrik Johansson, Joakim Broden oder Jonny Lindkvist aufwarten kann, und dem schon angesprochenen „Carolus Rex“ Cover die Klinke in die Hand.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sind hier “Valkyria”, “Winterfall”, “The Rising”, “Starlight” und “Carolus Rex” zu nennen.

Fazit :

Mächtig beworben wurde es ja, das Debütalbum von FOLLOW THE CIPHER! Und die Band trifft mit ihrem Bombastmetal absolut der Zahn der Zeit und wird mit Sicherheit einige Fans in ihren Bann ziehen!
Noch ist hier nicht alles Gold was glänzt, dafür befinden sich noch ein paar Standardtracks zu viel auf dem Silberling.
Aber die Hits zeigen zu was die Band in der Lage ist und somit reicht es für eine starke Benotung beim Debüt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Enter the Cipher
02. Valkyria
03. My Soldier
04. Winterfall
05. Titan`s Call
06. The Rising
07. A Mind`s Escape
08. Play with Fire
09. I Revive
10. Starlight
11. Carolus Rex

Julian

MILLENIAL REIGN – The Great Divide

Band: Millenial Reign
Album: The Great Divide
Spielzeit:48:30 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Ulterium Records
Veröffentlichung: 25.05.18
Homepage: www.millenialreign.com

Sind wir mal ehrlich: Ein bisschen Romantiker sind wir doch alle. Wir hören Power Metal, der voll wunderschönen Melodien und ausufernder Kadenzen mindestens alle acht Takte ist, der von einsamen Kämpfern erzählt, die to the Stars reisen, um dort ihr Destiny zu meeten (frei nach Dragonforce) und wir glauben insgeheim an die wunderbare Wirkung dieser Musik. Was könnte dementsprechend geiler sein als ein Album namens “The Great Divide”, das noch dazu mit einem dermaßen unendlich gelungenen Cover daherkommt? Soweit haben MILLENIAL REIGN mit ihrem zweiten Album schonmal alles richtig gemacht.
Der zweite Longplayer der Amis bietet über mehr als eine Dreiviertelstunde sauber und kraftvoll produzierten US Power Metal, den die Jungs um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Dave Harvey an der Gitarre demnächst unter anderem im Vorprogramm von HAMMERFALL präsentieren dürfen.
Klingt soweit erst einmal nicht schlecht und kann sich durchaus hören lassen. Das Intro ist orchestral düster gehalten, offenbart die hohe Qualität der Synthesizer auf “The Great Divide” und fällt trotz seines obligatorischen Charakters nicht 08/15 aus. Auch die folgenden drei bis vier Songs wissen absolut zu überzeugen. MILLENIAL REIGN legen viel Wert auf ausgeprägte Melodiösität, mit hymnischen Refrains, netten Keyboardsounds, einer Prise QUEENSRYCHE und etwas THEOCRACY. Das funktioniert sehr gut und bedient den Hörer über das komplette Album hinweg mit starkem Power Metal auf durchgängig stabilem Niveau, vorgetragen von einer kompetenten Instrumentalfraktion und einem überzeugenden Sänger (Travis Wills), der nur in höheren Sphären ein wenig stimmliches Volumen vermissen lässt.
Der Punkt ist: So viel mehr lässt sich über die einzelnen Songs nicht sagen. Das Konzept ist, abgesehen von ein, zwei balladiger ausfallenden Tracks, immer identisch. Starke Bandleistung und starke Produktion treffen auf eine Kompositionsarbeit, die, mal auf Mid-, mal auf Uptempo viele epische Melodien hervorbringen konnte, dabei aber zu wenig Erinnerungswert bietet, als dass man die einzelnen Songs auf “The Great Divide” nach ein paar Hördurchgängen wirklich auseinanderhalten könnte. Dazu kommen die Orchestral/Streicherkeyboards. Klar, sowas macht jeden Song fetter, aber wenn man die immer gleichen Sounds bei ausnahmslos jedem Song (zugegebenermaßen gut arrangiert) im Hintergrund herumdudeln lässt, stellen sich nach ein paar Songs Ermüdungserscheinungen ein.
Somit ist “The Great Divide” eher kein Album zum mehrfachen konzentriert durchhören. Im Hintergrund, auf dem Festivalcampingplatz oder nebenbei im Auto entfaltet die Scheibe durchaus ihre Wirkung. Um tatsächlich langfristig Eindruck zu machen, konzentriert sie sich aber zu sehr auf ein tolles Drumherum und legt etwas zu wenig Wert darauf, den Melodien, die MILLENIAL REIGN hörbar wichtig sind, ein angemessenes Maß an Individualität zu verpassen. Kein Grund, nicht einmal in das Album reinzuhören. Vom Blindkauf sollte hier allerdings abgeraten werden.

Anspieltipps:
“More Than Scars”, “Imagine”, “The Day The Sun Stood Still” und “The Great Divide”

Fazit:
Das Gesamtpaket stimmt bei “The Great Divide” und natürlich finden sich auf dem Ding nicht wenige starke Parts. Ob die Platte imstande ist, den grässlichen Riss, der durch unsere Welt geht, zu fixen, ist fraglich. Abraten sollte man Fans des fett klingenden US Power Metals von diesem Album nicht. Aber für eine uneingeschränkte Kaufempfehlung ist es in seiner durchgängigen episch-ballernden Dramatik doch zu redundant.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Genesis
02. Break The Tide
03. More Than Scars
04. Imagine
05. Till The End
06. In Your Silence
07. The Day The Sun Stood Still
08. Behind The Time
09. Wounds in Hand
10. The Great Divide

Jannis

MICHAEL SCHINKEL’S ETERNAL FLAME – Smoke On The Mountain

Band: Michael Schinkel’s Eternal Flame
Album: Smoke On The Mountain
Spielzeit: 53:14 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 18.05.2018
Homepage: www.eternal-flame.de

Der Himmel ist bedeckt von massiven, rötlich ausgeleuchteten Wolken, aufgewühlt vom tosenden Wind. Keine Sekunde, zu der er nicht von Blitzen überzogen ist. Auf der Spitze eines gigantischen Berges inmitten des apokalyptischen Naturschauspiels steht MICHAEL SCHINKEL. Seine Haare können nicht wirklich im Wind wehen, aber das ändert nichts an seiner beeindruckenden Gesamterscheinung. Dann: Drei übertrieben gigantische Adler durchbrechen die Wolkendecke und kreisen über Michael. Der erste trägt eine Gitarre, die er zielstrebig über der Bergspitze fallen lässt. Michael fängt sie, ebenso wie das Micro, das der zweite Adler bringt. Der dritte schließlich wirft eine Sonnenbrille ab, die Michael beiläufig aus der Luft fängt und aufsetzt. Die Show beginnt, es ist Zeit für “Smoke On The Mountain”, das dritte Album von MICHAEL SCHINKEL’S ETERNAL FLAME – und es ist in seiner Gesamtheit ähnlich cool, wie die oben geschilderte Szene, die, so sagen verlässliche Quellen, die Vorbereitungen für die Aufnahme des Albums akurat beschreibt.
Kurz die äußeren Umstände abhaken: Die Musiker, die Schinkel für seinen ersten Release seit über 15 (!) Jahren um sich geschart hat, lassen keinerlei Kritik zu, ebenso wie der gute Mann selbst, der sowohl an der Gitarre als auch am Mic einen hervorragenden Job macht. Lediglich dem Sound hätte man noch eine winzige letzte Druckkur verpassen können. Und Göran Edman, der auf “Got A Rock & Roll Fever” die Vocals kompetent übernimmt, klirrt ein wenig. Aber sei’s drum. Die Scheibe klingt klar, definiert, die Keys sind alles andere als preiswert.
Musikalisch ist “Smoke On The Mountain” nicht nur vielseitig, sondern einfach grandios konzipiert. Wie eine metallische Überraschungstüte liefert das Album jedem, der im melodischen Hard Rock und Metal der 80er und 90er zuhause ist (insbesondere bei MALMSTEEN und RAINBOW), viele kleine bunte Wunder. Dabei ist der fixe Titeltrack mit seinen netten neoklassischen Einlagen noch einer der schwächeren Songs. Vom ruhigen 80er-Hard-Rock-Track “This Is My Life” mit kitschigem Einstieg, RAMMSTEIN-Engel-Synthmelodie und fantastischem Chorus geht’s über den kraftvollen Rocker “Queen Of The Hill” mit E-Orgel weiter zur schmalzigen, obgleich gekonnt geschriebenen Halbballade “You Can Save Me”, die emotionales Feuerzeuggeschwenke erfordert. Danach mit “Whatcha Gonna Do” ein kräftig knallender Hard-Rock-Track mit coolen Keyboards und feiner Rock’n’Roll-Attitüde, bevor es mit “Out In The Dark” radiokompatibel, aber nicht minder feierbar wird.
Ich glaube, der Spirit kommt rüber: Dieses Album ist vielseitig im besten Sinne und setzt dazu noch jede seiner verschiedenen stilistischen Facetten wunderbar liebevoll um. Klar, Klischees werden nicht ausgelassen. Wer Ausschlag von Arpeggio-Synthesizern bekommt oder generell nicht zwischendurch mal neben Leder und Nieten den Ansatz von Spandex in seiner Musik verkraftet, der hat aber immer noch die Option “Smoke On The Mountain” etwas weniger ernst zu nehmen, als es gemeint ist. Der kann dann bei “You Can Save Me” dezent den nächsten Song anmachen und die Ansprache am Anfang von “This Is My Life” als ironisch übertrieben werten. Aber eine Chance sollte er Michael und seiner Crew mal geben – Denn die Platte ist weit, weit mehr, als ein Berg, Rauch und ein paar Adler.

Anspieltipps:
“This Is My Life”, “Whatcha Gonna Do”, “Out In The Dark”, “Queen Of The Hill” und “Take Me There For A Night”

Fazit:
Ich fühle mich inzwischen echt schlecht, weil ich in letzter Zeit gefühlt zu 90 Prozent nur lobende Rezensionen verteile. Schieben wir es einfach darauf, dass 2018 das Jahr der geilen Metal-Releases ist. Und ETERNAL FLAME sind zweifelsohne ganz oben mit dabei!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ignition
02. Smoke On The Mountain
03. This Is My Life
04. Queen Of The Hill
05. You Can Save Me
06. Whatcha Gonna Do
07. I Believe In This Miracle
08. Got A Rock & Roll Fever
09. Out In The Dark
10. Dreaming
11. Take Me There For A Night
12. Tease My Love
13. Close To The End

Jannis