CIVIL WAR – Invaders

Trackliste:

01. Oblivion
02. Dead Man’s Glory
03. Invaders
04. Heart Of Darkness
05. Andersonville
06. Carry On
07. Soldiers And Kings
08. Warrior Soul
09. Slaughterhouse 5
10. Battle Of Life
11. Custers Last Stand

Spielzeit: 51:36 min – Genre: Power Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 17.06.2022 – Page: www.facebook.com/Civilwarsweden

 

POWERWOLF, SABATON, BATTLE BEAST – seit Anfang des Jahrtausends hat sich eine Form von Power Metal entwickelt, die heute als Headliner von großen Festivals nicht mehr wegzudenken ist: eingängig wie sonst was, gerne mal mit partytauglichem BummZapp-Rhythmus unterwegs, angereichert mit Synthesizern, die man auch in aktueller Club Music finden würde und mächtig druckvoll produziert. Wem eine der Bands gefällt, dem gefallen vermutlich auch andere und aller Wahrscheinlichkeit nach auch CIVIL WAR, der kleine Ableger von SABATON mit Ex-Mitgliedern der schwedischen Formation. Die haben soeben ihr viertes Album „Invaders“ auf den Markt geschossen, es geht um unterschiedliche Kriegssituationen (wer hätte es gedacht) und alle oben angeführten Voraussetzungen für ein Album dieser Gattung werden erfüllt. Kelly Sundown Carpenter hat dafür amtliche kraftvoll-roh-melodische Vocals auf Lager, die Synthesizer sind durchaus cheesy-präsent aber schon recht angenehm auf der Höhe der Zeit und durch weitere Sounddesign-Elemente ergänzt. Dazu Chöre, orchestrale Sounds, all das in ordentlich knallend.
Auf die einzelnen Songtexte ist man teils in der Klanglichkeit der Musik eingegangen, gestaltet beispielsweise „Dead Man’s Glory“ ein wenig Irish-Folk-artig (ohne wirklich in die Nähe von Folk Metal zu geraten). Die Power-Ballade ist mit „Andersonville“ vertreten, der Partysong mit „Carry On“, der Midtempobanger mit „Slaughterhouse 5“ und „düsteres“ Uptempo mit dem Titeltrack. Was will man mehr?
Im Grunde genommen wenig. Die Bedürfnisse, die „Invaders“ erfüllen will, erfüllt es souverän und kompositorisch ist man doch oft über Standard-Niveau, was nicht unbedingt gegeben sein muss, da sich doch so einige Vertreter des Genres ganz wohl damit fühlen, mangelnde Songwriting-Kreativität durch fette Aufmachung zu kompensieren.
Aber das geht bei CIVIL WAR auf jeden Fall klar, gerade wenn man die kleinen Details bedenkt, beispielsweise den Percussion-Einsatz in „Heart Of Darkness“, der klanglich einiges an Mehrwert bietet. Und wenn man sich damit abfinden kann, dass spaßige Synth-Sequencer, die im Hintergrund Party machen, offenbar perfekt geeignet für die Untermalung von Kriegserzählungen sind.

Fazit:
Kompositorisch jetzt nicht das Tiefgründigste vom Ei, aber als teils musikalisch ein wenig belangloses, teils aber auch sehr anständiges Album mit krasser Produktion, heroischen Melodien, Keyboard-Spaß und Eingängigkeit kann sich „Invaders“ absolut sehen lassen, ohne sich hinter den großen Vertretern des spezifischen Subgenres verstecken zu müssen.

Anspieltipps:
„Invaders“, „Heart Of Darkness“, „Carry On“ und „Slaughterhouse 5“

Jannis

TUNGSTEN – Bliss

Trackliste:

01. In the Center
02. Dreamers
03. March Along
04. Heart of Rust
05. Come this Way
06. On the Sea
07. Bliss
08. Wonderland
09. Afraid of Light
10. Eyes of the Storm
11. Northern Lights

Spielzeit: 45:27 min – Genre: Power Metal – Label: Arising Empire – VÖ: 17.06.2022 – Page: www.facebook.com/tungstenband

 

Die Familienband TUNGSTEN sind wirklich fleißig! In 3 Jahren 3 Alben, das ist schon sehr ordentlich!
Die Band rund um Anders Johansson und seinen Söhnen Karl und Nick plus Ex CLOUDSCAPE Sänger Mike Andersson haben sich dem modernen Power Metal verschrieben und das bleibt eigentlich auch auf dem neuen Album so.
Gewürzt mit einigen düsteren Einflüssen und härteren Sounds war ich gespannt wie das neue Album so klingt!
Erneut ist auf dem Cover das Bandmaskottchen Volfram zu sehen und man möchte dieses Jahr auf jeden Fall live ordentlich angreifen.

Als Openersong tönt uns „In the Center” entgegen. Nach einer kurzen cinematischen Einleitung übernehmen die harten modernen Gitarrenriffs das Zepter. Mit harten Shouts und vielen modernen Elementen baut sich der Song weiter auf bis zu seinem Ohrwurmchorus der einen schon nach kurzem nicht mehr aus dem Ohr geht. Ein guter Beginn, der aber eher Modern Metalfans munden wird. Aber diese Einflüsse kennen wir ja schon von den Vorgängerscheiben,
Das anschließende „Dreamers“ ist auf jeden Fall nicht so düster gehalten wie der Opener und kommt schön fröhlich daher und hat auch einige Folkeinflüsse zu bieten.
Mit einem ordentlich Groove unterlegt ist das folgenden „March Along“ welches ebenfalls unglaublich gut ins Ohr geht und da direkt kleben bleibt! Ein absoluter Ohrwurm halt!
Ebenfalls mega gut ins Ohr geht dann „Heart of Rust“ und das wieder mit ordentlich modernen Einflüssen ausgestattete „Come this Way“.
Bei „On the Sea“ gibt es dann einen tollen Twist, hier haben wir es mit einem folkgeschwängerten Power Metalsong zu tun der mal eine ganz andere Seite der Band zeigt und eine schöne Abwechslung zu den bisherigen Songs bietet. Definitiv einer der besten Tracks auf dem Album!
Und apropos Abwechslung, beim Titelsong „Bliss“ haben wir eine Nummer, die düster und modern aus den Boxen tönt aber einen ganz eigenen Charme hat und vollkommen zu Recht der Titelsong geworden ist.
Und auch im letzten Drittel der Scheibe bleibt die Qualität der Songs schön hoch, „Afraid of Light“ sowie „Eyes oft he Storm“ haben wieder schöne Folkeinflüsse und das abschließende „Northern Lights“ ist dann eine epische Abschlussnummer die erstklassig umgesetzt ist und das Gesamtbild gut abrundet!

Nach wie vor spielen TUNGSTEN Power Metal, aber wie angekündigt spielen sie auf ihrem neuen Album wie nie zuvor mit Modern und Folkeinflüssen und schaffen es so ein sehr abwechslungsreiches Album abzuliefern und ich finde ihr bisher bestes und reifstes!
Eine ganz klare Steigerung im Vergleich zu den Vorgängern und daher gibt es auch eine Note im oberen Segment bei uns, inklusive der Kaufempfehlung der angesprochenen Hörerschaft!

Julian

 

BLACK EYE – Black Eye

Trackliste:

01. The Hurricane
02. Space Travel
03. Break The Chains
04. No Turning Back
05. Darkest Night
06. Midnight Sunset
07. Under Enemy’s Fire
08. The Landing
09. Don’t Trust Anyone
10. When You’re Gone
11. Time Stand Sill

Spielzeit: 48:40 min – Genre: Power Metal – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 06.05.2022 – Page: www.facebook.com/BlackEyeReadman/

 

Das nächste Metal Projekt aus dem Haus Frontiers in Bella Italia, die Idee von BLACK EYES entstand als Serafino Perugino die Idee hatte David Readman und Aldo Lonobile für eine gemeinsames Projekt zusammen zu bringen.

Also entstand BLACK EYE in der Besetzung David Readman am Mikrofon, Luca Princiotta und Luca Lonobile an den Gitarren, Andrea Arcangeli am Bass und David Folchitto an den Drums. Für die Keayboards verantwortlich sind Antoni Agate und Mattia Gosetti.

Was gibt es für die Ohren? Erstmal von Readman gewohnt starke Vocals, harte Gitarren die einem den Marsch blasen, mal dezent oder mal weiter vorne eingesetzte Keyboards, wummer Bass und treibende Drums. Die Produktion könnte in den Höhen mehr Dynamik vertragen in den Mitten und im Bass hat sie genug Dampf um alles Platt zu machen.

Der Sound geht Richtung Power Metal Bands und Projekte aus dem Frontiers Katalog, ein wenig MASTERPLAN hier und EDGUY da, allein schon die Stimme von David Readman holt einen extra Punkt, der Mann hat es einfach drauf seine Stimmbänder richtig einsetzen zu können. Ein Album mit guten bis sehr guten Songs, eigentlich alles richtig gemacht, einen starken und derzeit mit der besten Sänger geschnappt. Geile Songs geschrieben, die Musiker haben auch nichts versemmelt, nur bleibt ein großes ABER, kommt noch mehr. Mit Luft nach oben.

„The Hurricane“ ein flotter Opener, „Space Travel“ ein kräftiger Song mit abgefahrener Melodieführung. „Break The Chains“ ein cooler Heavy Song, „No Turning Back“ mit geiler Melodie. „Darkest Night“ kommt mit starker Melodie und Harmonie ums Eck. „Midnight Sunset“ eine starke Ballade mit viel Gefühl. „Under Enemy’s Fire“ geht ab wie Schmitts Katze, „The Landing“ drosselt das Tempo wieder ein wenig. „Don’t Trust Anyone“ geht in Ordnung, „When You’re Gone“ geht ebenfalls in Ordnung, „Time Stand Sill“ geht mit seiner Melodie wieder besser ins Ohr ein fettes Highlight.

Balle

BATTLELORE – The Return Of The Shadow

Trackliste:

01. Minas Morgul
02. Chambers Of Fire
03. Orcrist
04. Homecoming
05. Elvenking
06. Firekeeper
07. Mirrormere
08. True Dragons
09. Shadow Of The East
10. Lost Lands EP – Avathar
11. Lost Lands EP – Caves Of The Forgotten
12. Lost Lands EP – Isenmouthe

Spielzeit: 61:56 min – Genre: Power Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 03.06.2022 – Page: www.facebook.com/BattleloreOfficial

 

Was Träume so einzigartig und „anders“ macht, ist die Tatsache, dass selbst der schönste von ihnen irgendwie seltsam und wird, wenn man darüber nachdenkt. Da wird nach dem Aufwachen der initialen Reaktion „Was ein schöner Traum“ das ein oder andere „Aber der Aspekt des Traums ist nicht optimal“ beigefügt und wenn man nicht vorsichtig ist, zerdenkt man sich den Traum ein wenig, anstatt einfach das schöne Gefühl wirken zu lassen, das man beim Aufwachen aus ihm mitgenommen hat. Ein bisschen kann es sich so mit BATLELOREs erstem Longlayer seit über zehn Jahren, „The Return Of The Shadow“, verhalten, das ich zu Beginn erst einmal wirklich empfehlen möchte – bevor hier ein falscher Eindruck entsteht.
An das Album ging ich vorsichtig heran (konventioneller Power-Metal-Bandname, Eigenbezeichnung „Fantasy Metal“, Songs wie „True Dragons“ und in der Rubrik „Für Fans von“ ist schlicht „Tolkien“ angegeben, den ich bislang nie gelesen habe), aber bereits der Opener des siebten Albums der Finnen spricht eine deutliche Sprache. Orchestral fett, mit mächtig Druck, einer guten kraftvoll-klaren, aber nicht überpolierten Produktion, breit-dichte Klangwände und dazu die perfekt miteinander einhergehenden Vocals von Tomi Mykkänen (voll, zum Teil als sehr edle Growls) und Kaisa Jouhki (sehr warm, weich, angenehm), deren oft getragene Melodielinien und atmosphärischen Backing Vocals zu einem wunderbar finnischen Klangbild der Marke Orchestral-Power-AMORPHIS beitragen. In Sachen Arrangements und Gesamtsound ist das Ding einfach zum Reinlegen, ob bei den ruhigeren Songs wie „Shadow Of The East“ oder bei den härteren („True Dragons“ ist ziemlich fett und kommt doch mit einiger böser Härte daher).
Ja, „The Return Of The Shadow“ ist als Album ein wunderbarer, atmosphärischer, nachdenklich-düster-schöner Traum, der als Soundtrack für die letzten Stunden des Abends draußen mit Freunden an einem Sommerabend absolut perfekt ist. Konzentriert man sich aber so richtig auf die einzelnen Melodien, so mag man erkennen, dass hier noch ein bisschen mehr drin gewesen wäre. Sie unterstützen und transportieren die Stimmung der Platte auf gutem Niveau, hätten aber immer wieder mal etwas mehr aus sich herausgehen dürfen und sind, analytisch betrachtet, schon oft recht vorhersehbar.

Fazit:
Aber wie gesagt, warum etwas zerdenken, was bei nicht-analytischem Hören, bei simplem Genießen, so gut funktioniert? „The Return Of The Shadow“ ist ein Album, das wunderbar seine Wirkung entfaltet, wenn man es fühlt, nicht versteht. Als solches erschafft es eine großartige, intensive Atmosphäre, und auch, wenn ich nichts gegen etwas mehr melodische Kreativität gehabt hätte, wird dieses Album mit absoluter Sicherheit demnächst wieder den weg aus meinen Boxen finden!

Anspieltipps:
„Minas Morgul“, „Mirrormere“, „True Dragons“ und „Lost Lands EP – Avathar“

Jannis

CIRCLE OF SILENCE – Walk Through Hell

Trackliste:

01. Down to Hell
02. Prisoner of Time
03. Walk Through Hell
04. United
05. I Am Fear
06. At War with Yourself
07. Triumph over Tragedy
08. I Want More
09. The Curse
10. Far Beyond the Sun
11. God is a Machine
12. This is War (Bonus Track)
13. Fire (Bonus Track)

Spielzeit: 47:43 min – Genre: Power Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 27.05.2022 – Page: www.circle-of-silence.com

 

Die deutschen Power Metaller von CIRCLE OF SILENCE waren auch einige Zeit von der Bildfläche verschwunden, 2018 erschien ihr letztes Album „The Crimson Throne“ was damals ganz ordentlich aus den Boxen kam!
Nun erscheint das neue, vierte Album mit dem Namen „Walk Through Hell“ auf welchem man wohl erneut klassischen Power Metal erwarten kann der aufgrund der Pandemie vermutlich viel Ausarbeitung bekommen hat.
Leider gab es vor kurzem eine sehr schlechte Nachricht von der Band, Basser Björn Boehm verstarb viel zu früh und somit ist das neue Album, auf dem er noch voll mitgewirkt hat, sein großes musikalisches Vermächtnis!

Daher horchen wir doch mal direkt mit dem Openersong „Down to Hell“ rein. Dieser ist nur eine instrumentale Einleitung die gut rüberkommt, schnell also weiter zum ersten richtigen Track „Prisoner of Time“.
Hier haben wir eine melodische Power Metalnummer die sofort ins Ohr und die Extremitäten geht und einen nach kurzen schon nicht mehr los lässt. Ein toller Start der Lust auf mehr macht!
Das Titelstück im Anschluss ist dann etwas atmosphärischer gehalten macht aber auch absolut keine Gefangenen. Schöne Shouts, flotte Riffs und auch ansonsten gehen hier wieder nur beide Daumen nach oben.
„United“ läuft dann ebenfalls gut rein, mit „I`Am Fear“ und „At War with Yourself“ ist man dann aber eher in der Standardmetalecke unterwegs und man kann hier nicht an die bisherigen Hits anknüpfen.
Aber mit „Triumph over Tragedy“ hat man den nächsten Überhit und Ohrenschmaus der Platte schon direkt wieder parat!
Eine Nummer, die etwas ruhiger gehalten ist, unglaublich catchy ist und einfach eine geile Atmosphäre kreiert. Der Chorus ist zum Niederknien!
Danach schlägt man mit „I Want More“ gekonnt die Brücke zum letzten Abschnitt der Scheibe wo das knochentrockene „The Curse“ den guten Einstieg macht bevor es über das schnelle „Far Beyond the Sun“ zum offiziellen Abschluss „God is a Machine“ kommt.
Beides ist gut hörbar, so richtig kommt man aber an die bisherigen Hits nicht mehr heran.

Man hat sich auch dieses Mal wieder sehr viel Zeit für ein Album genommen, das war beim letzten Mal auch schon so.
Und das hat sich gelohnt! Ordentlicher, europäischer Power Metal wird uns hier geboten, der mal mehr mal weniger zündet, von kompletten Ausfällen ist hier aber weit und breit nichts zu sehen.
Von daher gibt es sehr gute 8,5 Punkte und eine klare Empfehlung für die angesprochene Käuferschaft!

Julian

 

SYMPHONITY – Marco Polo: The Metal Soundtrack

Trackliste:

01. Venezia
02. Crimson Silk
03. The Plague
04. Love Theme
05. Mongols
06. Dreaming of Home
07. I found my Way back Home
08. Prisoner
09. Venezia Finale

 

 

Spielzeit: 60:51 min – Genre: Epic Power Metal – Label: Limb Music – VÖ: 20.05.2022 – Page: www.symphonity.com

 

Die Band SYMPHONITY um Mastermind Libor Krivak haben ihren Musikstil bereits im Namen, symphonischer Epic Power Metal wird seit 2008 geboten.
Das letzte Album der Band „King of Persia“ erschien 2016 und brachte eine große Veränderung zur Band, denn man trat mit zwei Sängern an!
Der Eine, Mayo Petranin (Ex SIGNUM REGIS) ist immer noch an Bord, der Andere Herbie Langhans (FIREWIND, AVANTASIA) ist schon wieder raus, an seine Stelle tritt Konstantin Naumenko (SUNRISE).
Personelle Beständigkeit war ja aber leider noch nie die Stärke der Band, es gab schon einige personelle Wechsel.
Aber das ist ja hier nur Nebensache, die Musik ist ja das Wichtigste und da bleibt sich die Band absolut treu und hat rund um die Marco Polo Geschichte ein tolles Konzeptalbum mit dem Titel „Marco Polo: The Metal Soundtrack“ geschrieben, was wir nun mit dem Introsong „Venezia“ starten.

Und das Wort Soundtrack ist hier wörtlich zu nehmen ist, wird relativ schnell klar, denn es wird hier direkt cinematisch und mit einem stimmungsvollen Erzähler wird das Konzeptalbum gut eingeleitet.
Und auch der erste richtige Track „Crimson Silk“ braucht etwas um in Fahrt zu kommen. Aber die Nummer weiß im Laufe der Spielzeit doch zu gefallen und auch die beiden Sänger Mayo und Konstantin machen einen sehr ordentlichen Job.
Man pendelt hier zwischen Symphonic, Epic und Power Metal gut hin und her.
Bei „The Plague“ wird dann aber ordentlich aufs Gas getreten und wir haben hier eine Doublebass Nummer die im weiteren Verlauf schön mit den Rhythmen spielt und sehr viel Abwechslung bietet!
Songwriting technisch echt großes Kino hier!
Das folgende „Love Theme“ ist dann aber nur ein stimmungsvolles Zwischenstück, wo uns auch wieder der Erzähler begegnet. Fürs Konzept gut, alleine kann die Nummer nicht wirklich stehen.
So richtig in die Vollen geht man dann beim anschließenden „Mongols“! Eine 10 minütige Nummer die wieder den Spagat zwischen Symphonic, Epic und Power Metal super hinbekommt und einfach ein kleines Kunstwerk geworden ist!
Sanfter und mit wesentlich weniger Power geht es dann bei „Dreaming Home“ zur Sache, ein Song wo die beiden Sänger ganz klar im Vordergrund stehen.
Im Anschluss gibt es dann mit „Found my Way Back Home“ relativ klassischen Power Metal der Marke STRATOVARIUS bevor wir mit „Prisoner“ den letzten, richtigen Song, zu Ohren bekommen.
Eine Ballade die mit schönem Klavierspiel punkten kann, aber nicht ganz an die bisherigen Hits herankommt.
Das abschließende „Venezia Final“ ist wie der Opener ein Cinematic Stück was das Konzept und die Geschichte zu einem Ende bringt.

Im Vergleich zum letzten Album „King of Persia“ hat sich sowohl personell als auch musikalisch ein bisschen was getan.
Der neue Sänger Konstantin Naumenko fügt sich gut ein in die Band, ist aber nicht so variabel wie Vorgänger Herbie Langhans. Aber echt macht seinen Job natürlich auch sehr gut!
Dazu haben wir es hier eher mit einem Konzeptalbum zu tun, wo man Songwritingtechnisch definitiv den Hut vor ziehen muss!
Tolle Songs, die trotz ihrer Länge nicht langweilig werden und eine gute, passende Atmosphäre versprühen.
Fans der Band und des Genres werden hier auf jeden Fall mehr als zufrieden sein!

Julian

 

LIONSOUL – A Pledge To Darkness

Trackliste:

01. Continuum
02. Exile To Arise
03. Amber Of Illusion
04. Wailing In Red
05. No Beginning (Nor An End)
06. Soldier Through Time
07. Skin 2
08. A Pledge To Darkness
09. Red Flame
10. Man, Machine, Almost Rhyme
11. The Stranger

Spielzeit: 49:55 min – Genre: Power Metal – Label: Rockshots Records – VÖ: 29.04.2022 – Page: www.facebook.com/lionsoulband

 

An Herausforderungen wächst man, und eine der Sachen, für die ich LIONSOUL dankbar sein kann, ist, dass sie mich mit ihrem neusten Album vor eine ebensolche gestellt haben. Denn „A Pledge To Darkness“ ist kein Album für eine normale „Alles gut, aber nicht überragend“-Rezension. Das dritte Album der Italiener sollte stilistisch offener als die Vorgänger ausfallen, einen futuristischen Cyberpunk-Stil transportieren – und das ist schonmal sehr gelungen. Der Ansicht einiger Kollegen, dass die Platte sich in ihrer stilistischen Offenheit verliere, zu viel wolle und damit zu wenig Gesamtkunstwerk sei, kann ich mich nicht anschließen, im Gegenteil. Die elektronischen Elemente sind präsent, sorgen aber für die nötige Würze, die Schwankungen zwischen Ballade und hartem Metal mit Growls funktionieren für mich und diese Offenheit sorgt letztendlich für viele Überraschungen, die unterhaltsam sind und die Platte zu einem spannenden Hörerlebnis machen, das viel Unterschiedliches Unerwartetes zu bieten hat (inklusive einer Western-Powerballade, die ihre Macken hat, aber bei weitem nicht so hilflos ist, wie andere Stimmen behaupten). Und alleine schon diese Unverbrauchtheit an sich finde ich aufregender als ein klassisches „13 true Power-Metal-Hymnen voller Schwerter und Drachen“-Album.
Weiteres Lob für die Spiel- und Gesangsleistung, allesamt auf hohem Niveau, und noch ein weiteres für das Songwriting. „A Pledge To Darkness“ hat viele gute Melodien am Start, sogar in den Strophen, bei denen ja so manche Band denkt, man müsse sich damit keine Mühe geben. Melodien, die ins Genre passen, dabei aber Eigenständigkeit besitzen und subjektiv echt häufig zünden. Und auch Ideen wie der komplette Verzicht auf Instrumente (abseits von sporadischen einzelnen Drumhits) im Titeltrack sind Sachen, vor denen ich einfach Respekt habe, weil es kleine Kniffe sind, um den Zuhörer wirklich auf einer Ebene jenseits von „Sehr Power, sehr Metal“ zu entertainen.
Aaaaaaaaber: Vieles vom bislang Gesagten muss man mit Vorsicht genießen, denn da ist immer noch die Produktion. Und die Produktion macht „A Pledge To Darkness“ zu einem Anwärter auf eine baldige Remastered Edition. Zum Teil ändert sich der Sound doch sehr, wenn beispielsweise nach einem elektronischen Intro die Band einsetzt und solche Stellen wirken hastig zusammengeklebt. Und so gut einige (oder viele) Synth-Entscheidungen sind, kommt doch bei einigen der Verdacht auf, man habe einen Sound gefunden, der so programmiert ist, dass er von selbst lustige Dinge macht, und dann einfach unter die Musik gelegt. Dazu kommt, dass gerade die Refrains oft sehr verwaschen und überladen wirken, sodass man die geilen Melodien teils echt interpretieren muss, und das liegt insbesondere am hohen Noise-Anteil, der nicht zuletzt auf die HiHat zurückzuführen ist. Ja, ich habe in meinem Leben selten eine so störende HiHat erlebt, die als komisches, oft überpräsentes Rauschen über den Songs liegt und wirkt, als habe man sie für das letztendliche Album auf 32 kBit/s runterkomprimiert. Das stört, lenkt ab und schmälert das Hörerlebnis massiv. Auch andere Sounds kommen mit zu hohem Noisefaktor, ab und an ist bei stilleren Momenten ein hörbares Grundrauschen im Hintergrund, und das geht bei einem so Elektronik-lastigen Power-Metal-Album einfach alles nicht, das eine sauber-futuristische Produktion benötigt.

Fazit:
Hätte die Platte weniger störende Sounds und allgemein eine homogener klingende Produktion, würde sie durchaus das Potenzial haben, fast an ein Album wie EVERFROSTs grandioses „Winterrider“ heranzureichen, als cheesy-kreatives, in sich aber doch sehr ernstzunehmendes, Grenzen auslotendes und Over-the-Top-angereichertes Album. Dafür fehlt dem Sound aber die nötige Definiertheit und Einheitlichkeit, weshalb „A Pledge To Darkness“ unter spielerischem und kompositorischem Wert verkauft wird. Die Richtung stimmt absolut, gerne mehr von dieser eigenen Herangehensweise – aber bitte nicht mit einer Produktion wie dieser.

Jannis

MORTON – Horror of Daniel Wagner

Trackliste:

01. Sinful Heart
02. Carry On
03. Fake God
04. Find Me
05. Confinement for the Blind
06. Horror of Daniel Wagner
07. No Fear of Hight
08. Escapist
09. Futures Predetermined
10. Divine Descent
11. Promiseland
12. Through the Never
13. Grand Awakening

Spielzeit: 64:00 min – Genre: Power Metal – Label: Eigenproduktion – VÖ: 30.03.2022 – Page: www.facebook.com/MORTONMETAL

 

Die Power Metalband MORTON hat 2011 ihr viel beachtetes Debütalbum „Come reads the Words forbidden“ über das Label AFM Records veröffentlicht. Danach wurde es recht ruhig um die Band und ich dachte schon das sie in den ewigen Jagdgründen verschwunden ist.
Aber, durch Zufall, als ich zu einer anderen Promo geforscht habe, stieß ich auf das zweite Album der Band „Horror of Daniel Wagner“ welches nun in Eigenregie nach fast 10 Jahren Arbeit endlich veröffentlich wird!
Eine Konzeptgeschichte über den fiktiven Charakter Daniel Wagner liegt dem ganzen zu Grunde.
Mastermind Max Morton erdachte diese Geschichte selbst und spielte fast das ganze Album komplett in Eigenregie selbst ein.

Mal schauen was uns hier geboten wird, starten wir den Albumopener „Sinful Heart“. Ein kraftvoller Power Metalsong, der seinem Genre absolut gerecht wird, wird uns hier präsentiert. Im Hintergrund sind schon erste Growls wahrnehmbar die uns auf der Scheibe noch häufiger begegnen werden, das kann ich euch jetzt schon versprechen.
Insgesamt ein ordentlicher Opener der die Mischung aus Härte und Melodic perfekt schafft.
Diese Mischung bleibt uns dann auch bei den nächsten Songs so erhalten, es schwingt immer der Sound des Debütalbums mit, der an der ein oder anderen Stelle ordentlich aufgepeppt wird.
Immer mit ordentlich Schmackes und der notwendigen Eingängigkeit setzen sich die Songs dann auch ohne Probleme in den Gehörgängen fest. Glanzpunkte sind hier auf jeden Fall „Carry On“, „Fake God“ und der Titelsong „Horror of Daniel Wagner“.
Gerade mit dem letzten Song merkt man aber das sich nun das musikalische Blatt etwas wendet, denn konzeptionell steigt man nun in die zweite Hälfte der Scheibe ein, wo es düsterer, härter und wesentlich moderner zur Sache geht.
Die Growls nehmen mehr Raum ein und es gibt immer mal wieder einen ordentlichen Schwenk in die Thrash Metalrichtung zu verzeichnen.
Das Ganze wirkt manchmal sehr brachial, aber ist trotzdem meistens sehr songdientlich gemacht, so dass wir auch hier noch ganz klar mit „No Fear of Hight“, „Escapist“, „Promiseland“ und dem überlangen Abschlusssong „Grand Awakening“ weitere Highlights haben.

Ihr merkt schon auf jeden Song bin ich nicht im Detail eingegangen, das kann man auch nicht wirklich da das neue MORTON Album definitiv keins ist zum eben Mal nebenbei hören! Jeder Song hat irgendetwas interessantes und konzeptionell sowie vom Songwriting her merkt man das man hier unglaublich viel Arbeit reingesteckt hat.
Das Album ist quasi in zwei Hälften aufgeteilt, wobei Fans des Debütalbums eher in der ersten Hälfte und Fans von etwas moderneren, härteren Power Metal eher in der zweiten Hälfte viele Hits finden werden!
Beide Fanlager finden hier auf jeden sehr empfehlenswerte Mucke und schön zu sehen und hören das Mastermind Max MORTON nach wie vor aktiv ist!

Julian

 

FER DE LANCE – The Hyperborean

Trackliste:

01. Aurora Borealis
02. The Mariner
03. Ad Bestias
04. Sirens
05. Northern Skies
06. Arctic Winds
07. The Hyperborean

 

 

 

Spielzeit: 52:45 min – Genre: Epic Heavy Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 22.04.2022 – Page: www.facebook.com/FerdeLanceMetal

 

Wäre man spöttisch, könnte man behaupten, dass manche Alben versuchen, das Label „Underground“ als Kaufgrund darzustellen, wobei mit „Underground“ meist eine schlechte unpolierte Produktion und 08/15-Songwriting gemeint ist. „Hier, es klingt nach Kelleraufnahme, kauf die Version mit dem Patch dabei!“
„The Hyperborean“ passt hinsichtlich des Sounds erst einmal in diese Kategorie, mit einer weitestgehend von Höhen befreiten Snare und generell recht kraftlosen Drums in einer ziemlich verwaschenen Produktion. Großes Aber.
Das Debutalbum der Amerikaner von FER DE LANCE ist in Sachen Sound und Songwriting alles andere als aktuell, wobei diese spezifische Mischung der Art des Sounds und des Songwritings aber einen ziemlich krassen musikalischen Brocken inszeniert, den man keineswegs nur hört, weil er undergroundig klingt. Die Platte umfasst sieben Songs auf 52 Minuten Laufzeit (der letzte davon elf Minuten lang), man nimmt sich also Zeit, und das zurecht.
Das Konzept des Albums: Man nehme eine präsente Akustikgitarre und die übliche Metal-Besetzung, füge Hall und ein bisschen unaktuelles Sounddesign hinzu, das man eher auf einem 90er-Jahre-Black-Metal-Album erwarten würde. Und dann mache man damit eine atmosphärische, klangwandige Mischung aus Heavy, Power, Folk, Epic und Black Metal. Spannend dabei, dass tatsächliche Black-Metal-Parts inklusive der dazu passenden Vocals sehr rar sind (hauptsächlich vorhanden auf „Arctic Winds“, dem straightesten und aggressivsten Song des Albums), dafür aber Black-Metal-Elemente wie Blastbeats, klirrende Gitarrenwände in entsprechender Produktion und sorgfältig ausgearbeitete Riffs gerne mit ansonsten melodischem Metal kombiniert werden und all das wahnsinnig breit aus den Boxen schwillt.
Damit erledigen sich dann anfängliche Kritikpunkte am Klang, denn als mächtige, heißkalte Klangwand funktioniert die Produktion sehr gut. MPs Gesang (ja, so wird sein Name offiziell geführt) ist paradoxerweise gleichzeitig roh und operesk und passt zur Musik und die Kompositionen sind äußerst individuell charakterstark – keine Ohrwürmer, aber das will „The Hyperborean“ natürlich auch nicht liefern.
Qualitativ bleibt lediglich „Northern Skies“ etwas zurück, mit seinem Versuch, Heavy Metal mit Akustik- statt E-Gitarren umzusetzen. Der Rest der Songs überzeugt hingegen durch extreme Intensität, gute Aufbauten sowie ein interessantes und stimmiges Klangbild. Man befindet sich im schwer erreichbaren Raum zwischen BATHORY und RAINBOW, sagt der Promotext dazu. Das trifft es irgendwie ziemlich gut auf den Punkt, und FER DE LANCE wissen diesen Raum unkonventionell geil einzurichten.

Fazit:
„The Hyperborean“ hat all das, was „Underground“-Metal attraktiv macht: Songwriting, dass sich vom Mainstream abhebt, Ideen, die für die breite Masse nicht funktionieren mögen, für Liebhaber aber eben bestens, Mut, Freiraum zur eigenen Entfaltung und zweifelsohne Gesamtqualität, die das mühevolle Graben nach wertvollen Schätzen unter der Erdoberfläche doch absolut rechtfertigt!

Anspietipps:
„Ad Bestias“, „Sirens“ und „Arctic Winds“

Jannis

CELTIC HILLS – Huldufolk

Trackliste:

01. The Secret of the Grail
02. Metal Message
03. After the Earthquake
04. Hidden Folk
05. Green Forest
06. Gate of Hollow Earth
07. Living out the Egg
08. The Sound of Earth
09. The Hammer of Thor
10. Villacher Kirktag
11. Living out the Egg (Vocals Simone Cescutti)
12. Words in Out

Spielzeit: 51:47 min – Genre: Power Metal – Label: Elevate Records – VÖ: 01.04.2022 – Page: www.facebook.com/CELTIC.HILLS.Official/

 

Das Trio CELTIC HILLS wurde 2010 gegründet und seit 2020 legt man ein ordentliches Veröffentlichungstempo vor!
Denn das 2. Album „Mystai Keltoy“ der Band erschien 2021 und nun steht uns bereits das 3. Album „Huldufolk“ in Haus.
Wer jetzt aber denkt aufgrund des Bandnamens ist man im Folk Metalbereich unterwegs der sieht sich getäuscht!
Denn die drei Musiker rund um Gitarrist und Sänger Jonathan Vanderbilt fühlt sich in einer Mischung aus Speed, Power und Melodic Metal eher zu Hause.

Das beweisen sie auch direkt beim Opener „The Secret of the Grail“. Etwas episch beginnt die Nummer bevor das Ganze schön flott, melodisch und wunderbar eingängig weitergeht. Etwas Power und Speed Metal mit einem Schuss Melodic und fertig ist das Erfolgsrezept was dieser Nummer zu Grunde liegt.
Und diese gute Mischung wird dann auch beim nächsten Song „Metal Message“ genauso beibehalten.
Die nächste Hitbombe wird dann mit der Videosingle „After the Earthquake“ wieder gezündet. Hier geht man zwar wieder etwas epischer zur Sache, ist dann aber spätestens beim Refrain wieder voll in der Melodic Ecke unterwegs.
Weitere Highlights folgen dann mit „Hidden Folk“ und „Green Forest“ auf dem Fuße!
Ich muss schon sagen man merkt irgendwie nicht wirklich das hier nur 3 Musiker beteiligt und unterwegs sind….das klingt alles irgendwie nach mehr Leute und einfach voller!
Schon geil was die 3 hier auf die Beine stellen!
Vom folgenden „Living out of the Egg” gibt es ja zwei Versionen auf dem Album, die beide auch ihre Daseinsberechtigung haben. So ganz kommt man aber hier nicht an die bisherigen Hits ran, das muss man relativ schnell festhalten.
Und das bleibt dann auch in der Folge so, hier haben sich dann doch eher die Standardmetaltracks angesiedelt, auch wenn die Growls von Fronter Jonathan beim trashigen „The Hammer of Thor“ doch schon ganz ordentlich sind.
So kann im letzten Drittel nur noch das kultige „Villacher Kirktag“ gefallen, hier stimmt die Mischung aus Härte, etwas Folk und Melodic wieder zu 100 %!
Also ich muss schon sagen, die Mischung aus Power, Speed, Folk und Melodic Metal weiß hier schon das ein oder andere Mal so richtig zu begeistern, und gerade in der ersten Hälfte hat man einige Hits parat!
Zwar verliert sich die Scheibe in der Folge etwas im Standard, aber richtig schlechte Songs sucht man auch hier vergebens.
Daher bleibt nur eine insgesamt sehr starke Leistung festzuhalten mit denen Anhänger der oben genannten Genres definitiv ihr Freude dran haben werden!

Julian