EVERMORE – Mournbraid

Trackliste:

01. The Void
02. Underdark
03. Nightstar Odyssey
04. Titans
05. Oath of Apathy
06. The Illusionist (Raise the Curtain)
07. Armored Will
08. Ravens at the Gates
09. Mournbraid
10. Old Man`s Tale (Bonus Track)

 

Spielzeit: 50:09 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 20.03.2026 – Page: www.facebook.com/EvermoreMetal

 

Die Jungs der schwedischen Power Metaller von EVERMORE brachten 2021 ihr Debütalbum auf dem Markt und das letzte Album „In Memoriam“ wurde von unserem Jannis hier ordentlich unter die Lupe genommen. Stimmlich angeführt von Johan Haraldsson war man auch auf den letzten Alben schon im klassischen skandinavischen Power Metal unterwegs und dies ist auch auf dem neuen Album „Mournbraid“ so welches nun erneut beim Stammlabel Scarlet Records erscheint.
Nach den ersten Höreindrücken ist man auf dem neuen Album nun noch mehr bei so Bands wie EDGUY, STRATOVARIUS oder NOCTURNAL RITES unterwegs. Genau meine Kragenweite, daher war klar den neuen, dritten Diskus der Band musste ich mir näher anschauen.

Als Opener schlägt uns „The Void“ entgegen welches nur ein stimmungsvolles Intro geworden ist, aber beim nächsten Song „Underdark“ geht dann dafür direkt so richtig die Post ab! Geschwindigkeit, Doublebass Drumming und schneidende Riffs die uns nur so um die Ohren geballert werden! Dafür der passende Gesang von Johan und fertig ist ein geiler erster Hit, welcher nicht zu Unrecht die erste Videosingle geworden ist!
„Nightstar Odyssey“ ist dann wesentlich melodischer geworden und erinnert nicht von ungefähr an EDGUY oder AVANTASIA. Gesanglich ist man hier auch nahe an Mr. Sammet dran. Ebenfalls ein waschechter Hit der direkt in den Gehörgängen haften bleibt.
Das anschließende „Titans“ hält die Melodic Power Metal Fahne dann schön hoch und bei „Oath of Apathy“ ist man dann eher wieder im schon angesprochenen EDGUY/AVANTASIA Fahrwasser unterwegs. Ein toller Chorus hier, der sich ebenfalls richtig satt in die Gehörgänge fräst.
Mit „The Illusionist (Raise the Curtain)“ gibt es dann direkt den nächsten glasklaren Hit auf die Ohren bevor wir mit dem recht harten „Armored Will“ in das letzte Drittel der Scheibe einsteigen.
Hier reiht sich dann Hit an Hit!
Angefangen beim druckvollen „Ravens at the Gates“ über den Albumtiteltrack „Mournbraid“ und die abschließende, überlange Ballade „Old Man`s Tale“ hier sitzt jede Note und jeder Chorus bomben und zielsicher, ein geiles letztes Drittel wo der Power Metal Fan bestens bedient wird!

Nach dem ich mir die Rezi des letzten EVERMORE Album meines geschätzten Kollegens Jannis durchgelesen hatte war ich gespannt was mich hier erwartet. Ich wurde sehr positiv überrascht!
Das neue, dritte Album der Band hat es definitiv in sich und ist ein wahres Fest für den klassischen Melodic Power Metal Anhänger der z.B. auf die angesprochenen Vergleichsbands steht.
Tolle Melodien, sanft unterstützt mit Keyboards und Riffs die die notwendige Härte reinbringen. Alles da was man als Fan braucht.
Für mich steigern sich die Jungs im Vergleich zum letzten Album aber ganz gehörig, es wirkt alles etwas kompakter und besser komponiert.
Somit gibt es aus dem Stand 1 Punkt mehr als beim letzten Diskus und natürlich die glasklare Kaufempfehlung für geneigten Genreanhänger!

Julian

 

 

 

METAL CHURCH – Dead To Rights

Trackliste:

01. Brainwash Game
02. F.A.F.O.
03. Dead To Rights
04. Deep Cover Shakedown
05. Feet To The Fire
06. The Show
07. Heaven Knows (Slip Away)
08. No Memory
09. Wasted Time
10. My Wrath

 

Spielzeit: 47:18 min. – Genre: Heavy Metal, Power Metal, Thrash Metal – Label: Rat Pak Records – VÖ: 10.04.2026 – Page: www.metalchurchofficial.com

 

Die lange Geschichte von METAL CHURCH ist gespickt mit tragischen Rückschlägen und vielen Besetzungswechseln aber auch mit erstklassigen Heavy Metal Alben, speziell im ersten Abschnitt ihrer Karriere zwischen 1984 und 1991. Diese vier Werke dürfen getrost zur Speerspitze des amerikanischen Heavy Metal gezählt werden, auch wenn viele Kollegen kommerziell weitaus erfolgreicher waren.

Riffmeister Kurdt Vanderhoof hat für das neue Album „Dead To Rights“ abermals einige neue Leute um sich geschart. Einzig Rick Van Zandt taucht als bekanntes Gesicht im aktuellen Line-Up auf. David Ellefson (Ex-MEGADETH) konnte für die Viersaitige gewonnen werden und auch Ken Mary am Schlagzeug dürfte den Meisten ein Begriff sein. Ebenfalls neu am Mikro ist Brian Allen, der u.a. schon bei VICIOUS RUMORS seine Stimmbänder vibrieren ließ. So wird METAL CHURCH fast schon zu einer All-Star Band.

„Es hat sich einfach so ergeben“ hat Vanderhoof vor Kurzem zu Protokoll gegeben. „Nach dem letzten Album „Congregation Of Annihilation“ und der dazugehörigen Tournee hat es einfach keinen Spaß mehr gemacht.“ So sei die Band wieder eingeschlafen. Dass es bereits jetzt mit „Dead To Rights“ einen weiteren Neuanfang gibt und das Feuer wieder lodert dürfte wohl viele freuen.

Das letzte Werk war hart, kompromisslos, düster und schnell. Das Düstere hat sich weitestgehend verzogen, obwohl die Welt wohl kein bisschen besser geworden ist. Hart und schnell steigen die Amis mit „Brainwash Game“ ein. Der Titel lässt nicht viel Raum für Spekulationen – das Thema dürfte eindeutig sein. Auch „F.A.F.O.“ kommt schnell und aggressiv aus den Boxen. „Fuck Around And You´ll Find Out“ – so wollen wir METAL CHURCH hören! Geiler Song und eine wirklich respektable Lead-Single! Der Titeltrack kommt äußerst rifflastig daher und erinnert abermals an die großen Hits der Band. „The Show“ ist eine weitere Abrissbirne

Neben den Songs sollte auch noch der Sound der Platte zur Sprache kommen: In manchen Momenten fühlt man sich vom Songwriting in die glorreichen Zeiten zurückversetzt – der Sound indes ist fest in der Gegenwart verankert. Top produziert lässt „Dead To Rights“ keinerlei Wünsche offen.

METAL CHURCH schlagen ein weiteres Kapitel ihrer langen Karriere auf, auch wenn das wohl die wenigsten so schnell erwartet hätten. „Dead To Rights“ ist ein typisches Album der Band, für das sich das einzig verbliebene Originalmitglied auch als Songwriter für alle Songs verantwortlich zeigt. Kurdt Vanderhoof ist einfach eine Riffmaschine, die sich zwar auch bei anderen Bands in anderen Stilrichtungen austobt (z.B. HALL AFLAME). Wie METAL CHURCH zu klingen haben, weiß allerdings nur er allein. Auch textlich bleibt Vanderhoof gewohnt unbequem. Und mit Brian Allen am Mikro klingt das weitaus klassischer als in den letzten Jahren.

Stefan

POWER PALADIN – Beyond The Reach Of Enchantment

Trackliste:

01. Sword Vigor
02. Glade Lords Of Athel Loren
03. The Royal Road
04. The Arcane Tower
05. Aegis Of Eternity
06. Camelot Rock City
07. Keeper Of The Crimson Dungeon
08. Valediction

 

 

Spielzeit: 48:25 min – Genre: Power Metal – Label: ROAR – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/powerpaladinice

 

Power Meddl Leude. Es gibt immer so Bands, die klingen auf ihrem zweiten Album wie andere auf ihrem fünften nicht, und eine dieser Bands ist POWER PALADIN. Die Isländer liefern nach ihrem Debüt „With The Magic Of Windfyre Steel“ nun dessen Nachfolger „Beyond The Reach Of Enchantment“, mit dem klassischen Format mit kaum Songs unter vier und einem von fast zehn Minuten Länge am Ende. Süßes handgemachtes Artwork, und so muss das auch, schließlich huldigen die Isländer auf der Platte dem klassischen Power Metal der Marke HELLOWEEN, und da soll ja alles schon einigermaßen ungelutscht wirken.
Tut es auch ansonsten. Die Produktion ist fett, klar und nicht drüber und es gibt sogar einen Keyboarder, der einfach nur für Keyboards zuständig ist. Schön, oder?
Auch handwerklich gibt es an „BTROE“ nichts zu mäkeln. Insbesondere die Gitarrenarbeit ist sehr stark, mit gutem Gespür für stabile Hintergrund-Riffs. Sänger Atli macht ebenfalls einen Top-Job, enttäuscht auch bei (wirklich ganz seltenen) Growls nicht und kommt beeindruckend hoch. An der Stelle auch nochmal ein Haken hinter den Punkt „Gute Backing Vocals“. Manko: An einigen Stellen, insbesondere beim Opener und bei „The Royal Road“ kann mir niemand erzählen, dass die Stimme nicht hörbar nachpoliert wurde. Wir wollen ehrlich zu uns sein, ein bisschen Autotune ist beim Großteil aller aktuellen Bands mit melodischen Vocals am Start, aber es sollte eben nicht erkennbar sein, und das ist es bei dem Album leider an (wenigen) Stellen.
Musikalisch ist „Beyond The Reach Of Enchantment“ wie erwähnt klassischer Power Metal. Sachen wie Cembalo, Synthesizer und Orchester sind nur sporadisch eingesetzt. Wenn sie nicht gebraucht werden, sind sie halt nicht da. Das ist förderlich für den Stil von POWER PALADIN, der doch immer wieder an Heavy Metal kratzt und immer wieder mal das gewisse Mehr an Härte mitbringt. Dementsprechend gibt es auch keine Ballade, nur den ein oder anderen ruhigen Mittelteil oder Songbeginn. Uptempo oder zumindest treibendes Midtempo ist POWER PALADINs Way to go. Und den können sie auch.
Melodietechnisch ist die Kiste power-metallisch oft gut gelaunt, aber nicht so offensiv, wie man es von anderen Vertretern des Genres kennt. Ein wenig dramatisch, feierlich oder „böser“ darf es aber auch immer wieder mal werden. Manchmal landet man dabei kleine Hits, manchmal bleibt es bei guter Power-Metal-Komposition, aber darunter macht es die Truppe nie.
Ach ja, und das Ende vom Chorus von „Glade Lords Of Athel Loren“ klingt in etwas wie das von „My Heart Will Go On“.

Fazit:
„Beyond The Reach Of Enchantment“ ist klassischer Power Metal nach allen Regeln der Kunst. Falsch machen POWER PALADIN damit praktisch gar nichts und auch in den schwächeren Songs ist das Ding im mindesten immer noch echt gut gemacht!

Anspieltipps:
„The Royal Road“, „Camelot Rock City“ und „The Arcane Tower“

Jannis

LIONS SHARE – Pentagram

Trackliste:

01. Pentagram
02. We Are what we are
03. We will Rock
04. The Lion`s Trial
05. Baptized in Blood
06. Live Forever
07. Chain Child
08. Another Desire
09. Run for your Life

 

 

Spielzeit: 42:18 min – Genre: Heavy Metal – Label: Metalville – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/lionsshareband

 

LIONS SHARE die Band von Gründer Lars Chris und Sänger Nils Patrik Johansson (ASTRAL DOORS), der seit 2017 dabei ist, wurde 1987 in Schweden gegründet. Im weiteren Karriereverlauf brachte man es auf 6 Alben, viele Touren, aber seit 17 Jahren war absolute Funkstille, was neue Alben anging. Ein paar Festivalauftritte und Singles, mehr gab es nicht von dort zu vermelden! Bis im letzten Jahr sich die Zeichen verdichteten das es endlich wieder neuen Stoff gibt! Und das liegt uns nun in Form vom neuen Album „Inferno“ vor. Passenderweise erscheint der Diskus beim renommierten Metalville Label und Lars und Nils Patrik haben mit Andy Loos, Kay Backlund, Anuviel sowie Nils Patrick Sohn Fredrik Johannsson eine illustre Truppe um sich geschart.
Nach den vielen Jahren des Songwritings kann man wohl einiges von der Truppe erwarten und standesgemäß wird man uns hier Heavy Metal in Rheinkultur vor den Latz ballern!

Den Anfang macht die Videosingle „Pentagram“. Die Nummer geht direkt so richtig nach vorne und ballert einfach nur aus den Boxen! Sänger Nils Patrick keift wie eh und je und gibt mit seinem rauen Organ noch den richtigen Kick damit die Nummer alles im Raum zerlegt. Ein bockstarker Start!
Erdig und mit einem Mörder Groove ist dann „We Are what we are“ ausgestattet. Also wer hier nicht mit den Fäusten und Füßen so richtig mit geht dem ist irgendwie nicht mehr zu helfen, sorry. Eine geile Nummer die einfach nur Laune macht.
Bei „We will Rock“ geht es dann wieder um einiges schneller zur Sache. Hier fliegen einen die Riffs nur so um die Ohren und der arme Schlagzeuger muss seine Tentakelarme rausholen. Vollspeed, messerscharfe Riffs und ein mitsingbarer Chorus das sind die Glanzpunkte die sich ähnlich wie seine Vorgänger metertief in die Gehörgänge gräbt!
„The Lion`s Trial“ ist mit über 5 Minuten einer der längsten Tracks auf dem Album und hier geht es eher episch zur Sache. Eine tolle Nummer, die aus dem bisher gewohnten schön ausbricht und so das Ganze recht interessant hält. Geht so ein bisschen in Richtung ASTRAL DOORS das Ganze, der Stammband von Sänger Nils Patrick.
Aber schon mit dem folgenden „Baptized in Blood“ wird die Geschwindigkeitsschraube wieder hochgedreht und es ertönt eher erstklassiger klassischer Heavy/Power Metal der skandinavischen Sorte.
Und auch beim anschließenden „Live Forever“, dem Speedkracher „Chain Child“, was ein Chorus, sowie dem kraftvollen „Another Desire“ gibt man sich wenig Blöße und greift qualitativ musikalisch ins oberste Regal!
Mit dem etwas ruhigeren, epischen und überlangen „Run for your Life“ gibt es den absoluten passenden Schlusspunkt unter ein bockstarkes Comebackalbum der Jungs von LIONS SHARE!

Wow! Also das die „alten“ Recken von LIONS SHARE nach so einer langen Pause mit so einem Kracheralbum zurück kommen hätte ich ja nicht gedacht!
Frisch und völlig losgelöst ballert uns die Band hier Hit um Hit um die Ohren und von daher bin ich mächtig froh, dass man wieder zurück ist und empfehle jedem Metalhead diesen erstklassigen Diskus, der einfach nur mächtig Laune macht!
Klare Kaufempfehlung und für mich klar ein Kandidat für die Hitliste dieses Jahres, ohne Wenn und Aber!

Julian

 

 

 

IRON SAVIOR – Awesome Anthems Of The Galaxy

Trackliste:

01. Fame
02. All I Need Is A Miracle
03. When The Rain Begins To Fall
04. Maniac
05. Take On Me
06. Relax
07. What A Feeling
08. Against All Odds
09. Separate Ways
10. Suburbia
11. Here Comes The Rain Again
12. She’s Like The Wind
13. (I Just) Died In Your Arms Tonight
14. Forever Young
15. Since You Been Gone
16. Call Me
17. Catch Me I’m Falling

Spielzeit: 70:30 min – Genre: Power Metal – Label: PERCEPTION – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/ironsavior1996

 

Bislang sind doch eine Menge Sachen passiert, die wir alle nicht auf unserer 2026-Bingokarte stehen hatten. „IRON SAVIOR veröffentlichen ein 80er-Hits-Coveralbum“ war eine davon. Aber genau das passiert nun auch und ist auf jeden Fall eine gute Sache, die passiert.
Haken wir zunächst mal die eigentlich selbstverständlichen Sachen ab: Die Hamburger Band um Sänger Piet Sielck agiert auf „Awesome Anthems Of The Galaxy“ nach wie vor auf überaus stabilem Niveau und Piet macht einen gewohnt hervorragenden Job am Mic als einer der besten Power-Metal-Sänger Deutschlands. Ich sag es wie es ist..
Die Produktion ist so, wie man sie von SAVIOR kennt. Voll, knallend, gut. An zwei drei Stellen wird es mal ein klein wenig überladen und dadurch dann etwas matschig, aber auf so hohem Niveau will ich nicht mit meckern anfangen.
Die Songauswahl ist quasi das DJ-Set auf einer richtig abgehenden 80es-Party. Ausschließlich 80er Hits (Jah okay, „Since You Been Gone“ ist von 1979), die ganz dicken Gassenhauer wie „(I Just) Died In Your Arms Tonight“, „Forever Young“ und „Take On Me“. Generationenkompatibel genug, dass auch ein in den 90ern geborener Rezensent eine gute Menge „Ja geil“-Momente hat.
Und die Umsetzung? Klanglich ist das alles 100% IRON SAVIOR, oft angereichert mit ein paar netten Synths (AORON SAVIOR lol) und dem ein oder anderen Tamburin, aber immer mit einer gewissen Grundhärte. Eine richtige Ballade fehlt und hätte bei 17 (!) Tracks eigentlich mal sein dürfen, aber was nicht ist, ist eben nicht. Kleine Details wie Backing Vocals oder Toms, die ein wenig mehr auf 80er Pop produziert sind, als man das von IRON SAVIOR gewohnt ist, tun „Awesome Anthems Of The Galaxy“ ebenfalls gut, die Kompaktheit der Songs (nur ein Song über fünf Minuten) ebenso. Und man kann es nicht anders sagen, das funktioniert in sich. Keiner der Songs wirkt gezwungen, als wäre er mehr schlecht als recht in ein Metal-Gewand gedrängt worden.
Die letztendliche Frage „Braucht es so ein Album?“ wird jeder Fan anders beantworten. Wer mit den Songs noch mehr Connection hat als „diese jungen Leute“ wie ich, der wird die Platte noch einmal anders fühlen. Ich persönlich brauche nicht häufig 70 Minuten 80er Songs in IRON-SAVIOR-Version am Stück, aber sehe kommen, dass ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Tracks auf der Festival-Campingplatz-Playlist und den nächsten Party-Playlists landen wird.

Fazit:
Denn „Awesome Anthems Of The Galaxy“ ist einfach eine stark ausgewählte und umgesetzte Sammlung von „Ach krass, das ist ja der Song, wie cool!“-Songs, bei denen ich mir nicht vorstellen kann, dass sie auf negative Resonanz stoßen könnten.

Anspieltipps:
Je nach persönlichem Geschmack, ich werfe mal „What A Feeling“, „Take On Me“ und „Call Me“ in den Raum.

Jannis

METAL DE FACTO – The Land Of The Rising Sun Part II

Trackliste:

01. Sengakuji Temple
02. Across The Milky Way
03. Gojira
04. My Plastic Escape
05. ??????
06. Fury And Beauty
07. The Wanderers Truth
08. Pen Is Mightier Than Sword
09. Lighter Than A Feather
10. Wheel Of The Rising Sun

 

Spielzeit: 48:17 min – Genre: Power Metal – Label: Reaper Entertainment – VÖ: 06.03.2026 – Page: www.facebook.com/metaldefacto

 

Die finnischen Power Metaller von METAL DE FACTO melden sich mit ihrem dritten Album „Land Of The Rising Sun – Part II“ zurück. Laut Homepage der Band hat sich an der Besetzung nicht viel geändert. Immer noch dabei sind Sänger Aitor Arrastia, Gitarrist Esa Orjatsalo, Bassist Sami Hinkka, Keyboarder Benjamin Connelly und Schlagzeuger Atte Marttinen. Der Gitarrist Mika Salovaara scheint nicht mehr Teil der Band zu sein, der Platz des zweiten Gitarristen ist momentan offen.

Aitor besitzt eine sehr kraftvolle Stimme die von der Tonlage sehr gut zum Power Metal von METAL DE FACTO passt. Ohne Schnitzer shoutet oder screamt er sich durch die 10 Songs die es auf eine Laufzeit von über 48 Minuten bringen. Die Gitarren sorgen für die nötige Härte, egal ob es die Lead- oder Rhythmus-Gitarre ist, es werden Riffattacken losgelassen die es in sich haben. Die Tastenabteilung unterstützt die Gitarren nach vollen Kräften und sorgt mit diesen für das richtige Grundgerüst. Der Bass lässt sich nicht verdrängen und kann sich gut behaupten, das Schlagzeug ist für die Band typisch sehr auffällig in Szene gesetzt.

Also dann lassen wir die Mucke für sich selber sprechen. Wie der Titel „Land Of The Rising Sun – Part II“ unschwer vermuten lässt, ist es eine thematische Fortsetzung des letzten Albums und musikalisch gibt es einige Anspielungen aus dem Land der aufgehenden Sonne. Die Songs sind von den Melodien her fein ausgearbeitet, sind dadurch sehr eingängig und gut hörbar ausgeführt. Wie auch schon auf dem Vorgänger hat es METAL DE FACTO gut im Griff gesunde Power Metal Härte mit Melodie auszustatten, dass das Hören Freude bereitet. Die Gesangsharmonien von Aitor wirken beim Gesamtbild auch sehr rund und hörerfreundlich. Vergleichen kann man diesen Rundling laut Label Info mit BEAST IN BLACK, BATTLE BEAST, DRAGONFORCE oder GAMMA RAY, ich würde sogar noch THE UNITY, TURBOKILL, FEEDOM CALL und FIREWIND dazu nennen. Denn bei allen Bands findet man Elemente die es auch bei METAL DE FACTO zu Hören gibt. Als Klon der genannten würde ich METAL DE FACTO aber auf keinen Fall bezeichnen, dafür sind sie schlichtweg zu gut.

Die Finnen haben sich wieder getraut einen Hammer rauszuhauen, obwohl der Vorgänger einen halben Punkt stärker ausgefallen ist, kann dieses Album trotzdem überzeugen. Wären zwei Songs mehr im Kaliber von „Sengakuj Temple“ und „Wheel Of The Rising Sun“ enthalten, wäre die Wertung höher ausgefallen.

„Sengakuji Temple“ wird von einem japanisch gesprochenen und gehaltenen Intro eingeleitet, mit gelegentlichen Tempowechseln haut das monumentale Stück zu Anfang ganz schön rein, „Across The Milky Way“ eine eingängige Haudrauf Nummer mit epischen Momenten, ein melodisches Highlight. „Gojira“ hier geht es mit Vollgas und Melodie voll nach vorne, „My Plastic Escape“ geht auch ganz schön flott ab das Dingens. „??????“ ein kurzes Instrumental-Intro, „Fury And Beauty“ ein Stampfer der mit stellenweise poppigen 80er Keys kommt. „The Wanderers Truth“ eine vor Drama triefende und epische Ballade, „Pen Is Mightier Than Sword“ hier trifft Härte auf Eingängigkeit und formt einen ober coolen Song. „Lighter Than A Feather“ hier treiben die Finnen das Drama auf die Spitze – die Kuschelfraktion kommt voll auf ihre Kosten, „Wheel Of The Rising Sun“ geile Keys, Aitor in Best Form, Melodie so weit die Ohren hören können – ergibt ein fettes Highlight mit göttlichem Refrain zum Abschluss.

Balle

AEON GODS – Reborn to Light

Trackliste:

01. Birth of Light
02. Flames of Ember Dawn
03. Barque of Millions
04. The Sacred Union
05. Soldiers of Re
06. Reborn to Light
07. Feather or Heart
08. Rebellion
09. Blood and Sand
10. Farewell

 

Spielzeit: 43:04 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 20.02.2026 – Page: www.facebook.com/AEONGODS

 

Das ging fix, nur knapp 1,5 Jahre nach ihrem Debütalbum „King of Gods“ sind die Ex AETERNITAS Masterminds Alex und Anja Hunzinger mit ihrer Band AEON GODS wieder zurück und im Gepäck haben sie ihr 2. Album „Reborn to Light“.
Nach wie vor ist man hier voll im alten Ägypten unterwegs, lyrisch zwischen Fiktion, Mystic und Historie und auch in den Videos tritt die Band mit ägyptischen Pseudonymen sowie Kostümen auf!
Das nenne ich mal volle Identifikation mit der Band und der Idee dahinter.
Nach wie vor sollte das Ganze musikalisch etwas für diejenigen sein die mit MANOWAR, SABATON, GLORYHAMMER oder BROTHERS OF METAL etwas anfangen können.

Ich war sehr gespannt, ob das neue Album nur ein Abklatsch des Debüts ist oder ob man auch einen Schritt nach vorne gemacht hat?
Daher starten wir direkt mal mit dem Opener „Birth of Light“ Das Ganze ist ein recht klassischer Bombast Power Metaltrack geworden, der mit ordentlich Doublebass daherkommt.
Die symphonischen Elemente kommen hier auch nicht zu kurz, von daher bekommen die Band und Genrefans hier eigentlich genau das, was sie erwarten.
Und der Bombastanteil ist auch beim folgenden „Flames of Ember Dawn“ recht hoch. So ein bisschen bekommt man hier schon das klassische RAHPSODY OF FIRE Feeling, mag vielleicht auch am italienischen Label und der dazu passende Produktion liegen.
„Barque of Millions“ ist dann eine Powerballade die natürlich dem Gesang von Fronter Alex gut zu Gesicht steht. Ist jetzt aber auch nichts aufregendes Neues.
Auch im Mittelteil fährt die Band ihren Power Bombast Metal Weg unbeirrt weiter. „The Sacred Union“ bietet einen tollen Ohrwurmchorus, die Videosingle „Soldiers of Re“ ist ein mächtiger Banger und Groover geworden und auch „Reborn to Light“ schüttelt ordentlich den Staub aus den Boxen.
Etwas handzahmer und mehr nach Symphonic Metal mit passender Melodic tönt dann „Feather of Heart“ welches das letzte Drittel der Scheibe gut einleitet.
Hier sind die Keys auch sehr präsent, die aber schon die ganze Zeit eine sehr hervorgehobene Rolle spielen.
Zum Abschluss gibt es noch eine lyrisch zusammenhängende Trilogie die vom Gott Re handelt. „Rebellion” ist dort wieder der klassische Bombast Power Metalsong, “Blood and Sand“ ist etwas erdiger gehalten hat SABATON Anleihen und das abschließende „Farewell“ bedient dann wieder etwas mehr die Symphonic, natürlich auch mit einem passenden Ohrwurmchorus der man schon nach kurzem mitsingen kann.

Das neue AEON GODS Album macht auf jeden Fall nicht viel anderes als der Vorgänger. Ich hätte mir aber irgendwie etwas mehr einen Schritt nach vorne gewünscht, mal ein bisschen was anderes als der so typische Power Metal der mal mehr mal weniger im Bombast Bereich anzusiedeln ist.
So wird das Ganze doch sehr vorhersehbar und man weiß eigentlich was auf einen wartet und alles pendelt halt immer schön zwischen Power, Symphonic oder Melodic Metal hin und her.
Klar, das funktioniert und dürfte Genrefans auf jeden Fall auch gefallen, aber bei dem sehr übersättigten Power Metal Sektor aktuell wird es der neue Diskus schwer haben hervorzustechen!
Innovativität muss nicht immer sein, aber zu viel Standard und klassisches ist leider auch nicht immer gut, so bleibt es insgesamt bei einer soliden, ordentlichen Bewertung.

Julian

 

 

GREYHAWK – Warriors Of Greyhawk

Trackliste:

01. Ascension
02. Land Of Ashes
03. Take A Stand
04. Endless Race
05. Warriors Of Greyhawk
06. Words Of Power
07. Chosen
08. Hyperspace
09. Embers Rise
10. Rise Above
11. Eternal Quest

Spielzeit: 49:36 min – Genre: Heavy Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/greyhawkheavymetal

 

In Zeiten von KI-Covern schaut man sich das Artwork von GREYHAWKs „Warriors Of Greyhawk“ beinahe mit Pipi in den Augen an. Ist schon sehr cheesy, aber handgemachter wird’s halt auch nicht mehr. Und gibt schonmal einen Vorgeschmack auf das dritte Album der Band. 50 Minuten Spieldauer, elf Songs, von denen einige unter vier, einige aber auch über sechs Minuten lang sind, dazu mit Anthony Corso ein neuer Sänger mit einem schönen Heavy-Metal-Tenor und Kopfstimmen-Qualifikation, die er auch gerne zur Schau trägt. Was wäre ein echter Metalsong ohne ein Start-“Yieeeeeeeeeeeaaaaaaaah“?
Nicht nur Anthony kann was, auch der Rest der Band macht einen guten Job. Und neben klassischen Band-Instrumental-Klängen gibt es auch eigentlich nur noch ein paar günstig-oldschool klingende Streicher-Keys. Aber mehr braucht es bei so einem Album ja auch nicht.
Die Produktion ist vernünftig, ein bisschen mittenlastig und mit ein, zwei biestigen Frequenzen, die aber auch nur an wenigen Stellen durchkommen. Beim Titeltrack gibt es in der Mitte zudem einen recht merkwürdigen Lautstärkesprung. Kein Drama, aber sollte eigentlich auch nicht passieren. Die Vocals sind gut produziert, auf „Warriors Of Greyhawk“ gibt es eine Menge mehrstimmige Vocals, die sehr schön funktionieren. Grund zur Kritik bietet hier „Chosen“ mit einer bizarren Gothic-Kermit-Stimme, die nicht wirklich passt, und abermals der Titeltrack, dessen „Wohohohos“ im Chorus negativ auffallen. Wobei man bei all der bislang geäußerten Kritik an dem Track sagen muss, dass er ansonsten echt ein Höhepunkt des Albums ist.
Musikalisch sind GREYHAWK klar heavy-metallisch unterwegs. Mal straight-stumpf basic wie bei „Land Of Ashes“ und „Words Of Power“ mit seinem Neoclassic-Solopart; mal schnell-melodisch („Hyperspace“, „Endless Race“) und mal gemäßigt-melodisch („Rise Above“, „Eternal Quest“).
Damit bewegt sich „Warriors Of Greyhawk“ zwischen Heavy, Power und True Metal, bedient sich an allem ein bisschen, legt aber generell Wert auf Melodiösität, wobei auch die ein oder anderen Gangshouts und frisseligen Soli nicht fehlen dürfen.
Die Melodiearbeit ist insgesamt stabil, die Atmosphäre des Albums durchweg angenehm oldschool und handgemacht. Die ganz großen Genre-Hits sucht man vergeblich, aber in seinem Genre funktioniert das Gesamtkonzept von GREYHAWK auf jeden Fall.

Fazit:
Ein paar kleine Macken hin oder her – „Warriors Of Greyhawk“ ist sympathischer und liebevoll gemachter Classic Heavy Metal ohne Modernitätsanspruch und eine gute Zeit für alle, die die Melodien heroisch, den Gesang hoch, den Sound ungelutscht und die Bassdrum beansprucht mögen!

Anspieltipps:
„Ascension“, „Warriors Of Greyhawk“, „Rise Above“ und „Eternal Quest“

Jannis

ASSIGNMENT – „With The End Comes Silence“

Trackliste:

01. Fallen
02. Nothing To Say
03. Beyond Recognition
04. Those Words
05. The Tower
06. Selling My Soul
07. Call For Heaven
08. Angel Of Berlin
09. With The End Comes Silence
10. The Curtain Falls
11. Endlessly

Spielzeit: 69:23 min – Genre: Progressive Power Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.assignment-music.com

 

Neues von ASSIGNMENT, einer der Bands aus der Kategorie „Klingt als wäre sie eigentlich bekannt“. Über fünf Jahre sind vergangen, seitdem ich meinen Spaß mit „Reflections“, dem fünften Album der Gütersloher, hatte; werfen wir jetzt also mal ein Ohr auf Album Nr. 6: „With The End Comes Silence“.
Das kommt, wie schon der Vorgänger, mit einem schicken Cover und einer stabilen Produktion. Alles soweit ausgewogen, mit gut Druck, vielleicht minimal zu präsenten Leadgitarren. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, dafür klingt die Platte erneut nicht überpoliert und gut metallisch.
Das soll sie auch, denn zuallererst machen ASSIGNMENT nach wie vor melodischen Heavy Metal, der sich im Power und Progressive Metal noch die Facetten raussucht, mit denen er sich gewinnbringend anreichern lässt. Wir kriegen also ordentlich Melodien, ein wenig Orchester, viel Klavier (cool, taucht in einem Großteil der Songs auf und definiert den Sound der Deutschen ein gutes Stück mit) und einige freshe Synthesizer-Sounds, die zwar fester Bestandteil der Musik sind, aber nicht das Alleinstellungsmerkmal. Ergibt insgesamt einen modernen Prog/Melodic/Power-Stil, der aber nicht trend-modern wirkt, was  begrüßenswert ist.
Zu alldem kommt aber auch eine angenehm metallisch agierende Band-Instrumentalbasis und die starke Heavy-Metal-geeignete Stimme von Diego Valdez.
Und diese ganzen Komponenten mischt man dann zusammen in zehn (mit Bonustrack elf) Songs, die vordergründig melodischer Heavy Metal sind und ihre Progressive-Anleihen nicht zwanghaft nach außen tragen müssen. Ja, ab und an ist da schonmal eine Taktart abseits des Standards, aber wie auch beim Vorgänger ergibt sich der Progressive-Faktor auf „With The End Comes Silence“ durch längere Kompositionen und hintergründig komplexe Arrangements.
Besonders viel Liebe steckt auf dem Album in so manchem Intro und Outro der Songs. Irgendwo im Promotext eines ASSIGNMENT-Albums wird man auf das Wort „cinematisch“ stoßen und das liegt vor allem daran. Da gibt es dann mal verstärkt elektronische Elemente, nicht selten gute Atmosphäre-Arbeit und kreativen Synthesizer-Gebrauch.
Und davon könnte es auch in den Songs gerne etwas mehr geben. Denn die bleiben auf „With The End Comes Silence“ leider ein wenig höhepunktarm. Nach dem coolen Intro beginnt dann der Hauptteil des Songs, irgendwo zwischen recht langsam und oberem Midtempo, wird dann fetter und durchläuft ein paar unterschiedliche Geschwindigkeiten, um irgendwann zwischendurch mal Uptempo zu erreichen. Und die Melodiearbeit erreicht dabei eher selten die Höhen, die man sich von einem melodischen „Progressive“-Album erhofft. Ein wenig mehr Abwechslung und unterschiedlicher Charakter bei einzelnen Songs hätte „With The End Comes Silence“ gut getan – so fühlt sich doch ein großer Teil der Songs einfach sehr ähnlich an.

Fazit:
Handwerklich haben ASSIGNMENT gar nichts zu verstecken und „With The End Comes Silence“ ist ein absolut erwachsenes, bodenständiges Melodic-Progressive-Metal-Album mit klarer stilistischer Vision. Die Komposition steht dabei leider etwas hintenan. Wer dem Genre an sich etwas abgewinnen kann, widme dem Ding ein wenig Reinhörzeit. Die deutsche Prog-Metal-Szene ist nämlich ganz klar eine, die Aufmerksamkeit verdient hat und gebrauchen kann, und ASSIGNMENT tun das damit zweifelsohne auch.

Anspieltipps:
„Nothing To Say“, „Angel Of Berlin“ und „Call For Heaven“

Jannis

INDUCTION – Love Kills

Trackliste:

01.Virtual Insanity
02. War of Hearts
03. Dark Temptation
04. Steel and Thunder
05. Strangers to Love
06. Beyond Horizons
07. Love Kills
08. I Am Evil
09. The Veil of Affection
10. Empress

 

Spielzeit: 41:07 min – Genre: Power Metal – Label: RPM – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.inductionofficial.com

 

Die junge deutsche Power Metal Formation INDUCTION ist seit ihrem Debütalbum 2019 ein gern gesehener Gast hier bei uns in der Rock-Garage.
Angeführt von Kai Hansen Sohn Tim Hansen, der aber gar nicht auf die große Unterstützung seines legendären Vaters angewiesen ist, bringt die Truppe dieser Tage ihr schon drittes Album „Love Kills“ über ihr Label Reigning Phoenix Music heraus.
Im Vorfeld gab es 2024 einen großen Personalumbau in der Band. Rund um eben Gitarrist und Gründer Tim Hansen und Bassist Dominik Gusch tauschte man auf allen anderen Positionen aus und holte Sänger Gabriele Gozzi, Schlagzeuger Markus Felber und Gitarrist Justus Sahlmann in die Band.
Die Truppe ist ja so etwas wie der neue heiße Scheiß des modernen Power Metals, mit Preisen und große Touren in den letzten Jahren. Zu Recht was ihre bisherigen Veröffentlichungen bewiesen haben.

Daher war ich sehr gespannt auf das neue Album und in dieses starten wir nun mit dem Opener „Virtual Insanity“. Passend zum Titel tönt das Ganze sehr modern aus den Boxen und als klassischer Midtempobanger bahnt sich die Nummer ihren Weg aus den Boxen. Der neue Sänger Gabriele passt mit seinem kraftvollen, roughen Organ gut zur Mucke. Ein starker Opener also direkt zu Beginn!
Und danach folgt eine Ohrbomben nach dem anderen, Midtempo mit ordentlich Melodic gibt es erneut auf die Ohren bei „War of Hearts“, „Dark Temptation“ ist durch seine Keyboardunterstützung sehr modern, besitzt aber auch einen fesselnden Groove so das sich die Nummer auch metertief in den Gehörgängen festsetzt und im Anschluss gibt es dann noch die Video Hochgeschwindigkeitsnummer „Steel and Thunder“. Ein Doublebass Track erster Güte!
Den Mittelteil eröffnen tut dann das melodisch, fast schon rockige „Strangers to Love“ wo eine mir unbekannte Gastsängerin zu hören ist. Außer ich verhöre mich hier komplett und Sänger Gabriele ist so vielseitig : )
Metallisch und äußerst druckvoll geht es dann wieder bei „Beyond Horizons“ zur Sache. Moderner Power Metal as it`s best würde ich sagen!
Der melodisch und moderne Videotrack “Love Kills” läutet dann so langsam das letzte Drittel der Scheibe ein.
Mit „I Am Evil“ gibt es dann den nächsten modernen Power Metalsong auf die Ohren der sich in die Gehirnwindungen frisst und da aufgrund seines Chorus lange haften bleibt.
Im Anschluss gibt es dann mit „The Veil of Affection“ etwas mehr epischen Bombast auf die Ohren und beim abschließenden „Empress“ groovt es wieder, wie die Hölle und somit endet ein sehr überzeugendes neues Album der Jungs von INDUCTION.

Der alte Spruch make it or break it beim 3. Album greift auch hier wieder! Trotz aller Personalwechsel schaffen es die Jungs von INDUCTION die Songqualität hochzuhalten und man ist auf einem ähnlich starken Niveau wie bei den letzten Alben!
Filler oder schlechte Songs sucht man hier vergebens, und somit ist das Album für mich eines der frühen modern Power Metal Highlights des Jahres, und das ohne Wenn und Aber!
Einzig die Spielzeit könnte etwas länger sein.
Trotzdem eine glasklare Kaufempfehlung für die angesprochene Zielgruppe.

Julian