ÖBLIVÏON – Resilience

Band: Öblivion
Album: Resilience
Spielzeit: 51:46 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Rock’n’Growl
Veröffentlichung: 23.02.2018
Homepage: www.oblivion-metal.com

Frankreich ist nicht unbedingt das Land, das man akut mit Power Metal in Verbindung bringen würde. Doch natürlich wirft praktisch jede Nation hin und wieder mal ein stählernes Früchtchen ab – und ÖBLIVIÖN, die am 23.02. ihr erstes Album veröffentlichen, machen eine große Menge richtig. Ganz verwunderlich ist das nicht, schließlich finden sich im LineUp der Band insgesamt drei Ex-Mitglieder von NIGHTMARE, womit eine gewisse Qualität garantiert sein sollte.
Sänger Jo Amore (ebenfalls ex-NIGHTMARE) überzeugt auf dem einwandfrei produzierten Debut mit einer spürbar reibeisigen, leicht an DIO erinnernden Stimme und hält sich dabei manchmal etwas zu wenig an die Taktvorgaben seiner Band. Nicht weiter schlimm, häufig funktioniert diese stilistische Eigenart auf “Resilience” ziemlich gut.
Musikalisch bewegt man sich durchgängig im Power-Metal-Bereich, wagt kleinere Ausflüge in den traditionellen Heavy Metal, klassischen Hard Rock oder verwendet progressive Elemente. Garniert wird dieses Konzept stets durch – ausschließlich orchestrale – Synths und Chöre, die allesamt verdammt gut produziert sind und der Scheibe ab und an einen gewissen Filmtrailer-Soundtrack-Flair verleihen.
Das ist bereits beim Intro nicht mehr zu leugnen und ändert sich im Verlauf des Albums keineswegs.
Die Songs auf “Resilience” sind größtenteils individuell, auch wenn sich die meisten von ihnen nach dem ersten Hördurchlauf wohl noch nicht festgesetzt haben werden. Generell haben ÖBLIVIÖN nämlich Spaß daran, astreine Power-Metal-Refrains hinter einer für Power-Metal-Verhältnisse recht hohen Grundhärte zu “verstecken”, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist, auf “Resilience” aber sehr harmonisch wirkt.
Und abgesehen von einigen, durchaus netten, Lückenfüllern wie “The Race Is On” oder “Shine In My Galaxy” hat die Scheibe der Ost-Franzosen einige potentielle Hits auf Lager. Allen voran “Bells From Babylon” mit seiner wunderbaren Gitarrenarbeit im Refrain, “Evil Spell” mit seiner unkonventionellen Strophengestaltung und das durchweg außerordentlich gelungene “Facing The Enemies”, das mit sehr klassischer Riffarbeit und einer spektakulären Chorusmelodie aufwartet.
Kritik? Nun, manchmal scheinen sich die Jungs von ÖBLIVIÖN etwas zu sehr auf ihre zugegebenermaßen überzeugende musikalische Nische zu verlassen und die kompositorische Komponente dabei zu vernachlässigen. An einigen Stellen klingt “Resilience” zwar top, liefert währenddessen aber Melodien, in die man mehr Liebe hätte stecken können. So wirken Parts des Albums musikalisch etwas zu nebensächlich, worüber auch die Leistungen der Musiker, die Produktion und das Soundkonzept der Band nicht hinwegtäuschen können. Gott sei Dank trifft das nicht allzu häufig zu, womit die erste Veröffentlichung von ÖBLIVIÖN insgesamt nach wie vor ein echt gelungenes Stück härterer Power Metal ist.

Anspieltipps:
“Bells From Babylon”, “Evil Spell” und “Facing The Enemy”

Fazit:
Wer leicht progressiven, symphonischen Power Metal mit einer guten Portion Eier mag, der sollte ÖBLIVIÖN mal eine Chance geben. Zumal auf der Bonus-DVD ein kompletter Konzertmitschnitt am Start ist, der in Sachen Bild- und Tonqualität ziemlich in Ordnung ist und neben den auf dem Hauptalbum vertretenen ÖBLIVIÖN-Songs auch noch drei Live-Versionen alter NIGHTMARE-Songs bietet. So gehört sich Fanservice!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Spectral Warrior
02. Honor An Glory
03. In The Arms Of A Queen
04. Bells From Babylon
05. Shine In My Galaxy
06. I Thought I Was A King
07. Evil Spell
08. Punished By The Crowd
09. Facing The Enemies
10. Race Is On
11. Dreamers Believers

Jannis

SQUEALER – Behind Closed Doors

Band: Squealer
Album: Behind Closed Doors
Spielzeit: 52:36 min.
Stilrichtung: Power Thrash Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 23.02.2018
Homepage: www.squealer.de

Liebe Metalbands dieser Erde: Manchmal ist kein Intro besser als ein uninspirierter Orchestral-Keyboard-Einminüter. Womit wir auch schon beim absolut nebensächlichen Hauptkritikpunkt von SQUEALERs neuem Longplayer “Behind Closed Doors” wären, denn der ein wenig billig klingende Synth-Opener schraubt die Erwartungen doch erst einmal runter, auch wenn das Motiv in Track 2 durch die Gitarren zugegebenermaßen sehr gut weiterentwickelt wird. Aber halten wir uns nicht am Intro auf. Das mitlerweile achte Album der Nordhessen ist eine extrem starkes Stück melodischen Thrash Metals mit Heavy- und Power-Einflüssen und für einige Überraschungen gut.
Die Produktion ist on Point, kombiniert druckvollen Sound mit einer leckeren Portion Natürlichkeit. Die Band kann nicht nur spielen, sondern hat zudem auch noch massig Talent hinsichtlich des Bastelns von Songstrukturen und Melodielinien im Gepäck. Nach dem Tod von Sänger und Gründungsmitglied Andreas “Henner” Allendörfer steht nun Sebastian Werner vor dem Mic, der sowohl bei melodischen als auch bei unmelodischen Gesangsparts ein stählernes Kehlchen vorzuweisen hat und mit Gespür für ein wenig Theatralik aus den Gesangslines das letzte herauszuholen weiß.
Musikalisch ist “Behind Closed Doors” wunderbar vielseitig. Während Songs wie “Dream Shot” oder “Brainwash” als klassische Thrasher daherkommen, mit angemessenem Gekeife und Zwei-Wort-Refrains, entpuppt sich “Time Goes By” als ein Song, der einer der stärksten auf GAMMA RAYs “No World Order” sein könnte.
“Into The Past” haut neben der super gestalteten Strophe und dem 1A-Power-Metal-Refrain noch einen nicht minder gelungenen an neuere RAGE erinnernden Mittelteil raus und der unnormal energiegeladene Chorus des ansonsten hörbar KREATORigen “Modern World Maniacs” sucht eh seinesgleichen.
Allgemein ist SQUEALER eine der Bands, die weder die Strophen im immer gleichen Rhythmus auf maximal zwei Akkorden runterbetet oder im Mittelteil notwendigerweise kurz ein obligatorisches Solo dahinknattert. “Behind Closed Doors” ist durchgängig unterhaltsam, leistet sich immer wieder Experimente und holt aus nahezu jedem Part alles raus, was in der heutigen Zeit des Zwei-Jahre-Veröffentlichungstakts nicht unbedingt die Normalität darstellt.
Und zu guter Letzt noch ein Wort zum letzten Track “MOTM”: Wem auf der Platte noch etwas Hard Rock, Midtempo-Heavy-Metal, leichte Stoner-Nuancen und ein ALICE-COOPER-Powerballadenchorus mit großartiger Orgelunterstützung und Gänsehautgarantie gefehlt haben: Bitte, da habt Ihr es. Das Ding rechtfertigt den Kauf einer Anlage mit Repeat-Funktion.

Anspieltipps:
“Dream Shot”, “Time Goes By” und “MOTM” – um mal einen Einblick in das Facettenreichtum dieses kleinen Underground-Meisterwerks zu bekommen.

Fazit:
SQUEALER sind eine dieser Bands, die seit einer Ewigkkeit existieren und dafür viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Die Jungs können aggressive Härte ebenso gut wie spannende Melodien und die Vocals, mögen sie beim zweiten Track stellenweise noch etwas dünn klingen, runden die Sache auf edelste Weise ab. Ach ja, und für eine deutsche Metalband sind die Lyrics wirklich gut! Explizite Reinhörempfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Madnecessity
02. Behind Closed Doors
03. Time Goes By
04. Dream Shot
05. Foolish Man’s Invasion
06. Into The Past
07. Brainwash
08. Fate
09. Modern World Maniacs
10. Worlds Collide
11. M:O:T:M

Jannis

LYRA`S LEGACY – Prisoner

Band: Lyra`s Legacy
Album: Prisoner
Spielzeit: 48:48 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Roll the Bones Records
Veröffentlichung: 19.01.2018
Homepage: www.lyraslegacy.de

2008 in Bochum gründete sich die Power Metalband LYRA`S LEGACY die bislang durch eine Promo EP, die in Eigenproduktion entstand, und mit vielen vielen Livegigs mit so Bands wie FREEDOM CALL, HOUSE OF LORDS oder MAJESTY, auffielen.
Nun steht aber endlich das Debütalbum der Band mit dem Namen „Prisoner“ ins Haus auf das die dürstende Metalgemeinde, nach der schon mit ordentlichen Kritiken versehenden EP, sehnlichst gewartet hat!
Das Debüt beginnt mit dem einleitenden, sehr atmosphärischen Intro „The Arrival“ welches den Weg ins Album bestens bereitet. Beim folgenden ersten, „richtigen“, Track „Reign of Greed“ kommt dann der Power Metal Zug so richtig ins Rollen.
Knallharte Riffs mit kraftvollen Drums und zarter Keyboardunterstützung bahnt sich den Weg in unsere Gehörgänge und dazu kommt noch der Gesang der absolut im angenehmen Bereich ist. Als Dosenöffner ist das Ganze also bestens geeignet und landet daher relativ klar direkt auf unserer Hitliste.
Dort finden auch ohne Umschweife die folgenden Songs „Utopia“, welches etwas Anlauf benötigt, aber dann umso mehr zündet, „Hero of the Night“ sowie der Titeltrack „Prisoner“ sehr schnell ihre Plätze. Man merkt das die Jungs, auch wenn das hier ihr Debütalbum ist, keine Grünschnäbel mehr sind und ihr Handwerk bestens verstehen und ein absolutes Melodiegespür besitzen!
Der Mittelteil der Platte weiß ebenfalls mit besten Metalstoff aufzuwarten, hervorzuheben ist mit Sicherheit das atmosphärische und ruhige „Dust in the Wind“ wo die Truppe schön den Fuß vom Gas nimmt und so auch absolut zu überzeugen weiß.
Die Ruhe ist dann mit dem, das letzte Drittel der Platte einläutenden, „Mirror of my Life“ schnell wieder vorbei, hier wird wieder kraftvoll ins Power Metalhorn geblasen das es eine wahre Wonne ist.
Das letzte Drittel dominiert dann ganz klar das wieder wunderbar melodische und eingängige „The Unkown Gate“, aber auch das brettharte „Misguided“ sowie das abschließende, abwechslungsreiche „Breath of a Winter Night“ sind nicht zu verachten und wissen auf Anhieb zu überzeugen!

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sollten euch “Reign of Greed”, “Prtsoner”, “Hero of the Night”, “Prisoner” sowie “The Unknown Gate” direkt zusagen.

Fazit :

Ganz klar, mit “Prisoner” liefern die Jungs von LYRA`S LEGACY ein Debütalbum ab, was sicherlich seinesgleichen sucht! Man merkt das die Jungs sich viel Zeit für die Songs genommen haben und einfach ein eingespieltes Team sind.
Ausfälle sucht man hier vergebens, manchmal könnte man aber etwas knackiger und kompakter zum Punkt kommen, denn das Album braucht den ein oder anderen Durchlauf um komplett zu zünden. Ansonsten ist hier aber alles in bester Ordnung und von daher gibt es auch eine ganz klare Kaufempfehlung für alle Power Metaller unter euch!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Arrival
02. Reign of Greed
03. Utopia
04. Hero of the Night
05. Prisoner
06. Since you left me
07. Dust in the Wind
08. Mirror of my Life
09. The Unknown Gate
10. Misguided
11. Breath of a Winter Night

Julian

SEBASTIEN – Act Of Creation

Band: Sebastien
Album: Act Of Creation
Spielzeit: 63:19 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 23.02.2018
Homepage: www.sebastienofficial.com

Irgendwie sieht SEBASTIEN auf den ersten Blick so aus, als sei es ein Soloprojekt eines leicht selbstverliebten Berufsmusikers mit Metal-Affinität namens Sebastien. Tatsächlich ist SEBASTIEN jedoch eine fünfköpfige Power-Metal-Band aus Tschechien – und eine der wenigen tschechischen Metalbands, die sich international einen gewissen Namen erarbeitet haben. Jetzt steht, versehen mit einem ziemlich edlen Coverartwork, das dritte unter dem jetzigen Bandnamen zusammengeschraubte Album, “Act Of Creation”, vor der Tür. Wie es sich für Bands wie SEBASTIEN gehört, ist die Produktion höchst professionell gelungen, absolut zeitgemäß, klar, knallend und ausgewogen. Dafür schonmal ein kleiner Finger nach oben.
Auf musikalischer Ebene machen SEBASTIEN das, was man wohl als New Wave of Power Metal bezeichnen könnte: Eingängige, manchmal poppige Melodien, leichte progressive Einflüsse, moderne Synthesizer, ein Mix aus beachtlicher Härte und weniger Hartem Geseiche und ein gewisser Hang dazu, das Ganze mit kleinen Club-Music-Einflüssen aufzupeppen. Wenn man auf sowas Bock hat, sollte man an “Act Of Creation” über mehr als eine Stunde Spieldauer seine Freude haben. Schon der Opener und Titeltrack gibt als einer der schnelleren Songs des Albums erstmal auf die 12, erinnert hinsichtlich des durchweg erfreulichen Gesangs und der Melodieführung partiell an KAMELOT und überzeugt durchweg mit tollen Melodien. Man hätte sich lediglich die tausendste Wiederholung des Refrains am Ende trotz seiner Grandiosität vielleicht sparen können, Egal, gelungener Einstieg, läuft.
“Wake Up” entpuppt sich als Midtempo-Stampfer mit deutlicher Hard-Rock-Attitüde im Stil von AXEL RUDI PELL und einer grausamen Aussprache des Wortes “Legacy” (Le Gässi), bevor es mit “Amy” etwas melancholischer (und am Ende des Songs extrem intensiv) wird. Refrain wieder Oberklasse.
Mit “Queen From The Stars” und “Hero” sind zwei belanglose Balladen am Start, die im 6/8-Takt, mit Akustikgitarren-Geschrammel, epischen Orchestralsynths und sehr großen, obgleich auch sehr nebensächlich dahinplätschernden Melodien daherkommen. Nichts gegen gute Balladen, aber bitte mit etwas mehr Substanz. Und weniger Flötensoli. Und nicht nochmal als Bonustrack auf tschechisch.
“Heal My Soul” und “Promises” sind beide eher ruhig gestaltete, etwas zurückhaltendere Power-Metal-Songs, beide mit leichtem Hang zum Kitsch, aber durchaus gelungen.
Wer sich nun sorgt, dass der Härte- und Partyfaktor auf “Act Of Creation” zu kurz kommen könnten: Ruhig bleiben, schließlich gibt es immer noch den großartig spaßigen Disco-Metal-Track “Winner”, eine Mischung aus Wodka-O und HELLOWEEN, das verhältnismäßig harte und im hervorragenden Refrain leicht SABATONische “Full Moon Child”, und das fette “Die In Me”.
Ja, die Balladen hätte man sich sparen können. Ja, ein bisschen mehr Härte hätte einigen der Strophen gut getan. Aber abgesehen davon ist “Act Of Creation” ein erstklassiges, modernes Power-Metal-Album geworden, das nicht, wie so viele andere Bands in diesem Untergenre, mangelnde Kreativität in Sachen Komposition hinter fetten Keyboards verstecken muss, sondern gute, durchgängig unterhaltende Komposition und fette Keyboards einfach kombiniert. Das Ganze gut gespielt, gut gesungen, gut produziert. So muss das!

Anspieltipps:
“Act Of Creation”, “Amy”, “Winner”, “Die In Me” und “Full Moon Child”

Fazit:
Man muss diese sehr perfektionistisch produzierte, manchmal zu Kitsch tendierende und mit Synths, die man eher in der nächsten Disco erwarten würde, angereicherte Art von Power Metal, schon mögen, um an SEBASTIEN Gefallen zu finden. Wenn man das tut, macht “Act Of Creation” jedenfalls einen Heidenspaß. Zeigefinger auch noch hoch!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Act Of Creation
02. No Destination
03. Wake Up
04. Amy
05. Evermore
06. My Empire
07. Queen From The Stars
08. Winner
09. Heal My Soul
10. Promises
11. Die In Me
12. Full Moon Child
13. Hero
14. V síti þtÏstí

Jannis

FROZEN CROWN – The Fallen King

Band: Frozen Crown
Album: The Fallen King
Spielzeit: 45:43 min
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 09.02.2018
Homepage: www.facebook.com/frozencrownofficial

Die Band FROZEN CROWN wurde von der 17jährigen! Gitarristin Talia Bellazecca gegründet und bewegt sich in der Schnittmenge zwischen SONATA ARCTICA, NIGHTWISH und ORDEN OGAN. Keine schlechten Vorbilder wie ich finde.
Mit ihrem Debütalbum „The Fallen King“ wollen die jungen Musiker nun ihren Fuß in die Metallandschaft setzen. Schauen und vor allem horchen wir mal, wie ihnen das gelingt?
Als ersten Song und Opener erwartet uns „Fail no More“ der uns erstmal ordentlich die Boxen frei bläst, so brachial und schnell kommt die Nummer hier daher! Der Gesang von Frontfrau Giada Etro kommt ebenfalls schön kraftvoll und metallisch um die Ecke, keine Spur von dem sonstigen Operngeträller von female fronted Bands den man leider häufig antrifft.
Beim anschließenden „To Infinity“ nimmt man dann etwas den Fuß vom Gas ohne Eingängigkeit einzubüßen und somit landet auch dieser Track ohne Umschweife auf unserer Hitliste!
Und apropos Hitliste, dort landet auch ohne lange zu zögern das folgende „Kings“ welches man auch schon als Video vorab im Internet bestaunen konnte. Eine geile Nummer die die Band hier auf die Beine gestellt hat.
Im Mittelteil kann dann am Ehesten „The Shieldmaiden“, übrigens mit gut eingesetzten Growls als Gegenpart zum weiblichen Frontgesang überzeugen bevor es dann in den letzten Abschnitt geht.
Hier kann man auf jeden Fall noch mit dem pfeilschnellen und eingängigen „Everwinter“ punkten, bevor die Scheibe dann mit dem ebenfalls nicht zu verachtenden „Netherstorm“ so endet wie sie begonnen hat, brachial und schnell!

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sollten “Fail no More”, “To Infinity”, “Kings” sowie “Everwinter” direkt bei euch Gehör finden.

Fazit :

Das Debütalbum von FROZEN CROWN ist der Band auf jeden Fall bestens gelungen! Eine starke Leistung und ein echtes Ausrufezeichen setzt die Truppe im Melodic Power Metalsektor damit auf jeden Fall.
Die Growls hätten man nicht zwingend gebraucht wie ich finde, die weibliche Gesangstimme von Giada ist Metal genug in meinem Augen, aber ansonsten gibt es hier nicht viel zu meckern! Man darf denke ich definitiv gespannt sein auf das zweite Album!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fail no More
02. To Infinity
03. Kings
04. I Am the Tryant
05. The Shieldmaiden
06. Chasing Lights
07. Queen of Blades
08. Across the Sea
09. Everwinter
10. Netherstorm

Julian

VICTORIUS – Dinosaur Warfare – Legend of the Power Saurus

Band: Victorius
Album: Dinosaur Warfare – Legend of the Power Saurus
Spielzeit: 21:10 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 26.01.2018
Homepage: www.victoriusmetal.net

Fast genau 1 Jahr ist vergangen seit uns die deutschen Power Metaller von VICTORIUS mit ihrer letzten Scheibe „Heart of the Phoenix“ mächtig einen eingeschenkt haben!
Nun steht uns schon wieder der nächste Schlag bevor, denn die Truppe wirft die Konzept EP „Dinosaur Warfare – Legend of the Power Saurus“ in den Ring.
Das Konzept dreht sich um eine fiktive Geschichte in dem Dinosaurier die Erde regieren und sich dann mächtigen, außerirdischen Eindringlingen stellen müssen.
Ordentlich Fantasy ist hier also angesagt wenn wir uns dem Openerintro „Saurus Infernus Glacticus“ widmen. Ein kurzes Cinematicintro welches den Bogen gekonnt zum ersten Power Metalbrecher „Dinosaur Warfare“ spannt. Dieser ballert schnell und kräftig aus den Boxen. Ohrwurmrefrain sowie erneut Cinematicelemente inklusive. So kann es weitergehen!
Und das tut es eigentlich auch, denn das eher etwas episch klingende, „Legend of the Power Saurus“ nimmt den Faden dann gekonnt auf bevor dann mit der pfeilschnellen Metalabrissbirne „Lazertooth Tiger“ die Rübe wieder so richtig durchgeschüttelt werden kann.
Die letzten beiden Songs „Razorblade Raptor“ und „Flames of Armageddon“ können dann das bisherige Qualitätsniveau nicht ganz halten, sind aber nach wie vor weit entfernt von richtigen Ausfällen.
Von daher geht hier eine, wenn auch etwas kurzweilige, gute EP der Jungs von VICTORIUS zu Ende.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall “Dinosaur Warfare”, “Legend of the Power Saurus” sowie “Lazertooth Tiger”.

Fazit :

Als kurzes Lebenszeichen der Jungs von VICTORIUS ist diese EP genau das Richtige! Das Konzept der Scheibe wird toll verfolgt, dürfte aber mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack sein!
Top produziert ist das Teil auch noch und die Fans bekommen den melodischen Power Metal der Jungs geboten den sie erwarten.
Von daher kann man hier bedenkenlos zugreifen bei diesem starken Appetithappen DER deutschen Power Metal Newcomer der letzten Jahre VICTORIUS!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Saurus Infernus Galacticus
02. Dinosaur Warfare
03. Legend of the Power Saurus
04. Lazertooth Tiger
05. Razorblade Raptor
06. Flames of Armageddon

Julian

MYSTIC PROPHECY – Monuments Uncovered

Band: Mystic Prophecy
Album: Monuments Uncovered
Spielzeit: 40:41 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 12.01.2018
Homepage: www.mysticprophecy.net

Für das 10. Album der Jungs von MYSTIC PROPHECY hat man sich etwas ganz besonderes einfallen lassen! Bzw. eigentlich war es größtenteils Mastermind und Fronter R.D Liapakis Idee gute, alte Hits der 70iger, 80iger und 90iger in ein Metalgewand zu pressen, da er schon immer ein großer Fan dieser musikalischen Zeiten war. Die neue Platte „Monuments Uncovered“ ist quasi die Liebeserklärung der Band an diese Zeit.
Dabei sind natürlich viele Popsongs, die es erstmal gut in das Metalgenre umzusetzen gilt und wir werden nun schauen ob die Truppe die Prüfung gut gemeistert haben?
Los geht es mit dem KIM WILDE Cover „You keep me Hanging On“. Fast jeder Teenie der damalige Zeit war glaube ich in die gute Kim verliebt und so ist es nicht verwunderlich das dieses Stück einen absoluten Bekanntheitsgrad hat! Ein Ohrwurm erster Güte der auch im neuen MYSTIC PROPHECY Gewand eine sehr gute Figur abgibt!
Und apropos gute Figur, die machen auch die beiden folgenden Nummern „Hot Stuff“ und „Shadow on the Wall“, wobei letzteres Cover schon ein Wagnis darstellte, denn zu oft wurde dieser Song schon gecovert und genauso oft schon versemmelt! Aber nicht so hier, MYSTIC PROPHECY schaffen auch diese Klippe spielend!
Der nächste Glanzpunkt der Coverkunst ist dann mit dem ELTON JOHN Song „I`m still standing“ schnell ausgemacht bevor die Qualität ein bisschen abflacht, was aber auch einfach an den ursprünglichen Songs liegt. Denn so richtig hervorstechen taten die Nummern damals schon nicht wie ich finde, da gab es meiner Ansicht nach bessere als z.B. „Because the Night“ oder „Space Lord“. Aber das ist, wie schon gesagt, Ansichtssache….
„Get it on“ von T.REX reißt das Ruder dann Gott sei Dank wieder in die richtige Richtung und auch das Cover des Smasher „Tokyo“ sowie „Proud Mary“ sind wahrlich nicht von schlechten Eltern.
Der Digibonustrack „The Stroke“ ist dann aber eher wieder verzichtbar, da hätte ich mir etwas anderes gewünscht. Aber wie sagten wir doch schon so schön…Ansichtssache.

Anspieltipps:

Sind hier schwer zu nennen, sind ja quasi alles “Hits”.

Fazit :

Komplette Coveralben sind ja immer so eine Sache. Der Eine vermisst diesen Song, der Andere jenen, so ist es auch hier! Generell muss man aber den Hut vor MYSTIC PROPHECY ziehen das sie sich an solche Klassiker ran gewagt haben. Als Partyalbum ist der Silberling bestens zu gebrauchen, ich bevorzuge aber eher und warte auch eher auf ein neues, richtiges Album der Band!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. You keep me Hangin On (Kim Wilde Cover)
02. Hot Stuff (Donna Summer Cover)
03. Shadow on the Wall (Mike Oldfield Cover)
04. Are you Gonna go my Way (Lenny Kravitz Cover)
05. I`m still standing (Elton John Cover)
06. Because the Night (Patti Smith Cover)
07. Space Lord (Monster Magnet Cover)
08. Get it on (T.Rex Cover)
09. Tokyo (Tokyo Cover)
10. Proud Mary (Creedence Clearwater Revival Cover)
11. The Stroke (Billy Squier Cover Digi Bonus Track)

Julian

RANDOM EYES – Grieve No More

Band: Random Eyes
Album: Grieve No More
Spielzeit: 38:39 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Rock’N’Growl Records
Veröffentlichung: 19.01.2018
Homepage: www.facebook.com/RandomEyesBand

Ein Hoch auf Promo-Sheets. Da hat man als Rezensent gerade zum ersten Mal die neue Scheibe von RANDOM EYES gehört und verbringt nun schlaflose Nächte mit der Frage, welchem Untergenre des Metal man dieses Ding wohl zuordnen könnte. Schließlich die rettende Idee, ein Blick in die Infos für die Presse. Das Label wird es schon wissen. “Genre: Metal”. Na danke.
Generell gehört das mittlerweile vierte Album der Zwei-Mann-plus-Studiomusiker-Truppe in die Power-Metal-Schublade, auch wenn es wohl mit Gewalt versuchen würde, aus ihr auszubrechen. Zu häufig finden sich Häppchen von US Power Metal, Melodic Death Metal, Thrash oder Progressive Metal auf “Grieve No More” wieder, Growls sind gerade auf der ersten Albumhälfte ein fester Bestandteil der Vocals und was im einen Moment ein fröhliches Power-Metal-Riff ist, wird im nächsten Moment durch den Taktwechsel-und-Dissonanzen-Wolf gedreht. Klingt etwas willkürlich? Keine Sorge! Nicht nur kann die Produktion der Scheibe vollends überzeugen, auch die Arrangements, das Songwriting sowie die Leistungen der Musiker zeugen von hochgradiger Professionalität. Und dementsprechend ist “Grieve No More” trotz der Vielzahl seiner Einflüsse ein in sich sehr rundes, Sinn ergebendes Werk, bei dem kein Ton fehl am Platze wirkt.
Mal ist man poppig unterwegs, wie im Refrain von “Two Worlds Collide”, dann böse heavy in den Strophen von “Fate Loves The Fearless”, bevor im Refrain mit dem unfassbar toll heruntergebrochenen Beat die Gänsehautmelodien inklusive schön umgesetzter Backing Vocals ausgepackt werden (ehrlich, Leute, was ein Song!). Noch was Core dazu? Dafür erklärt man sich auf “Damnation” bereit, obgleich dessen Chorus schon wieder so gar nichts mit Core zu tun hat.
Zwischendurch wird es dann auch mal balladesker im 6/8er-Takt gehaltenen “Do What Thou Wilt” oder vergleichsweise straight rockig bei “Scar”.
Und selbst die schwächeren Songs werden durch die grandios kreative Instrumentalarbeit so enorm aufgewertet, dass man dem Album beim besten Willen keine Lückenfüller unterstellen kann.
Einziger Kritikpunkt: Im Verlauf des Albums werden die am Anfang so präsenten Growls immer seltener. Schade, passen sie doch hervorragend zum Sound der Band. Aber “Grieve No More” ist halt kein Wunschkonzert.
Letztendlich ist der Stil der Finnen wohl als Modern Metal zu bezeichnen, doch weiß dieser Begriff die Qualität der Musik von RANDOM EYES nicht komplett zu vermitteln. “Grieve No More” ist stilistisch höchst interessant, gekonnt komponiert, gespielt und gesungen (Sänger Christian Palin agiert auf absolutem Oberklasse-Niveau) und praktisch nie langweilig. Finnland, Du enttäuschst uns nie.

Anspieltipps:
“Grieve No More”, “Fate Loves The Fearless”, “Two Worlds Collide”, “The Final Quest” und „Myopathy“

Fazit:
Kurz und knapp: “Grieve No More” ist eines der ersten Metal-Highlights des neuen Jahres. Intensives Reinhören wird ausdrücklich empfohlen. Ein Blindkauf ebenso. Falsch machen kann man damit wohl nichts.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Trail of Tears
02. Myopathy
03. Grieve No More
04. Fate Loves The Fearless
05. Two Worlds Collide
06. Damnation
07. Do What Thou Wilt
08. Never Too Late
09. Scar
10. The Final Quest

Jannis

REVERENCE – Foreverence (EP)

Band: Reverence
Album: Foreverence (EP)
Spielzeit: 31:05 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Razar Ice Records
Veröffentlichung: 22.12.2017
Homepage: www.reverencemetal.com

Zwei ausgezeichnete Stuidoalben stehen bei den amerikanischen Power Metallern von REVERENCE auf der Habenseite und man befindet sich mitten in der Songwriting Session für das nächste Studioalbum.
Zwischendurch schieben die Jungs aber diese spezielle EP rein die dem im März völlig überraschend verstorbenen Bandmitglied und Gitarristen Peter J Rossi gewidmet ist und auf der seine letzten Kompositionen zu finden sind.
Eine tolle Idee wie ich finde! Zusätzlich zu den neuen Songs gibt es noch zwei Livestücke zu hören die als Anheizer für das anstehende Livealbum der Band dienen sollen. Ach ja leider hat sich auch bei REVERENCE das Bandkarussel gedreht und einen ganz prominenten Namen erwischt!
Denn anstatt des bisherigen Fronters Todd Michael Hall (RIOT V, JACK STARRs BURNING STARR) steht nun Scott Olivia (WIND WRAITH) hinter dem Miko. Mal sehen wie der Junge sich im Vergleich zu seinem großartigen Vorgänger schlägt.
Beim Opener undTitelstück „Foreverence“ handelt es sich eigentlich „nur“ um ein Intro welches gut einleitet, aber ansonsten nicht sehr auffällt.
Das nächste Stück „Fire Lord“ knallt dann um so mehr und hier kann der gute Scott auch mal zeigen was er so drauf! Wuchtige Drums und Bassläufe so wie schneidende Riffs bahnen sich hier ihren Weg in die Gehörgänge. Eine feine Nummer!
Wesentlich rougher, aber auch nochmal einen Ticken eingängiger, kommt dann „Phoenix Rising“ aus den Boxen geballert und findet ebenfalls schnell den Weg auf unsere Anspieltippliste.
Und auch das anschließende „New Order“ findet, nach einem etwas mäßigen Start, seinen Weg in die Gehörgänge und auf eben erwähnte Liste.
Mit dem, dem verstorbenen Bandmitglied Peter J Rossi, gewidmeten Instrumental „Last Flight“ kann ich leider nicht viel anfangen und auch das ruhige „Sleep“ im Anschluss kann nicht an die Klasse der ersten Tracks anschließen.
Die abschließenden Livetracks sind dann zwar in Ordnung, aber irgendwie auch nur Beiwerk und ein Anheizer aufs Live Album. Von daher ist der Abschluss der neue EP leider etwas „unrund“ geworden.

Anspieltipps:

Definitiv “Fire Lord”, “Phoenix Rising” und “New Order.

Fazit :

Keine Frage der neue Fronter Scott Olivia macht seine Sache auf der EP gut und auch die ersten Tracks sind allererste Sahne! Dann gibt es leider einen Bruch zu verzeichnen und die Nummern können nicht mehr so überzeugen!
Insgesamt bleibt aber eine solide Leistung übrig, die definitiv Lust auf die nächsten REVERENCE Alben macht!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Foreverence
02. Fire Lord
03. Phoenix Rising
04. New Order
05. Last Flight (PJR RIP)
06. Sleep
07. When Darkness Calls (Live)
08. Revolution Rising (Live)

Julian

TRAGEDIAN – Unholy Divine

Band: Tragedian
Album: Unholy Divine
Spielzeit: 49:19 min.
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: IceWarrior Records
Veröffentlichung: 05.01.2018
Homepage: www.tragedian.com

Schwermetall in Hamburgern ist generell ein Fall für die Gesundheitsbehörde und ein Anzeichen für schlechte Qualität. Hamburger im Schwermetall sind generell ein Fall für Rock-Garage-Leser und durchaus ein Anzeichen für gute Qualität. Daher lohnt ein Blick auf die Hamburger Power-Metaller TRAGEDIAN allemal, die am 05.01.2018 mit “Unholy Divine” ihren dritten Longplayer auf den (Fisch)markt geworfen haben. Aber genug der billigen Witze, hier kommen die Infos: Über elf Tracks und knapp 50 Minuten Spieldauer liefern TRAGEDIAN sauber produzierten Power Metal mit einer Menge Solosynthesizer. Zudem hat man auf zwei Tracks hochkarätige Gäste am Start, namentlich Kai Hansen (könnte man kennen) an den Gitarren und Bob Katsionis von FIREWIND an den Tasten.
Als musikalischer Haupteinfluss des zu schätzungsweise 85 Prozent im Uptempobereich angesiedelten Albums dienen wohl Stratovarius, was sich vor allem am ausufernden Einsatz von Solo-Keyboards festmachen lässt. Diese machen durchweg Spaß, wirken an einigen Stellen jedoch etwas zu dominant, weshalb sich einige Synth-Parts nicht so recht in das Gesamtkonzept einfügen wollen. Als Kontrast zum Rest der Instrumentalfraktion machen sich jedoch auch diese Synths ziemlich gut und verhelfen TRAGEDIAN zu einem eigenen Sound.
Sänger Alex Blank hat das Zeug zu einem sehr guten Power-Metal-Frontmann. An einigen Stellen trifft er die Töne nicht ganz optimal, das ist in Anbetracht diverser anderer sehr gut gesungener Stellen jedoch wohl eher der Tatsache geschuldet, dass eine Band dieser Größe sich nicht unbedingt ewig Zeit im Studio gönnen kann. Ein wenig mehr Zeit für die Vocal-Aufnahmen hätte sich hier gelohnt.
Ansonsten: Die Songs auf “Unholy Divine” können sich alle durchweg hören lassen. Der ganz große Knaller ist vielleicht nicht dabei, aber der Großteil macht dennoch uneingeschränkt gute Laune – zum Beispiel das finnisch anmutende “Fly Away” mit seinem fröhlichen Keyboard-getränkten Chorus, das hard-rockige “Chasing A Dream” mit seiner schönen Melodieführung im Prechorus und Chorus oder auch “Visions Divine”, das im Refrain gekonnt zwischen Synth-Geshredde und Vocals wechselt. Gerade Keyboarder Dany All muss bei den Aufnahmen einen Heidenspaß gehabt haben.
Kritikpunkte? Nun, manchmal wirken die Arrangements nicht komplett ausgereift, manchmal hinterlassen einige Melodien etwas zu wenig bleibenden Eindruck und manchmal entsteht der Eindruck, dass eine Woche mehr Studiozeit dem Ding doch ganz gut getan hätte. Doch genug kleine Gimmicks – tolle Soli oder interessante Melodieideen – auf der Platte entschuldigen diese Kritik problemlos. Und trotz der sehr dominanten Synths hat man es weitestgehend vollbracht, auf Kitsch zu verzichten. “Unholy Divine” klingt nach einer feinen Symbiose aus deutschem und finnischen Power Metal. Und das kann nichts Schlechtes bedeuten.

Anspieltipps:
“Destined Land”, “Visions Divine”, “Chasing A Dream” “Fly Away” und “Over The Edge”

Fazit:
“Unholy Divine” dürfte in Ausschnitten auf der Party-Playlist jedes keyboardinteressierten Metallers landen, der auch den Bands eine Chance bietet, die nicht das letzte bisschen Seele aus ihrer Arbeit herausproduzieren. Obgleich die meisten Tracks der Platte nicht todeseingängig sind, machen TRAGEDIAN genug Spaß, um gegebenenfalls ihren neusten Release zu kaufen, auf jeden Fall aber mal in nicht nur einen ihrer Songs reinzuhören. Keyboardsolo,

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Devil Calls You
02. Dullahan
03. Revelation 13:18
04. Over The Edge (feat. Kai Hansen)
05. Fly Away
06. Shadow Of The Moon
07. Spectres
08. Chasing A Dream
09. Visions Divine
10. Casting Shadows (feat. Bob Katsionis)
11. Destined Land

Jannis