STORMHAMMER – WRATH OF THE HAMMER

Trackliste:

01. Beware
02. Wrath Of The Hammer
03. Ashes Of The Throne
04. Light In The Dark
05. Wheels Of Eternity
06. Guardians Of The Night
07. Veil Of Fire
08. Scars Of The Abyss
09. Shattered Dominion
10. The Dune

 

Spielzeit: 42:24 min – Genre: Power Metal – Label: ROAR! – VÖ: 17.07.2026 – Page: www.facebook.com/stormhammerband

 

Sieben Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal im Zuge einer Rezension STORMHAMMER begegnete. Damals mit ihrem Album „Seven Seals“, das mir ein wenig gezwungen modern um des Modern-Seins Willen vorkam. Jetzt sind die Münchner, nach einem verdienten 30-Jahr-Feier-Best-of wieder da, und ich bin doch gespannt, ob ich wieder meckern darf!
Also dann: „Wrath Of The Hammer“, achtes Album des Quartetts, zehn Tracks, knappe Dreiviertelstunde Spieldauer. So weit, so alles okay. Der Sound ist stabil. Es gibt da so ein, zwei Frequenzbereiche, die man noch etwas hätte zügeln dürfen, aber das fällt einem nach fünf Minuten auch nicht mehr auf. Ansonsten ist das Ding klar und hat Bumms. Auch die durchaus präsenten Orchestersounds sind voll auf der Höhe der Advanced-Underground-Power-Metal-Gegenwart; klar, das wurde am Computer zusammengeschraubt, klingt aber hochwertig und hat auch das Extra-Quäntchen Detail-Bearbeitung bekommen. Wirkt Wunder!
Was mir neu war, ist Manuel Nox, „neu“ (also seit 2019) am Mic, dessen Stimme entscheidend heavy/power-metalliger und unpolierter als die seines Vorgängers rüberkommt. Wobei ich das Gefühl habe, dass die Vocals auf „Seven Seals“ auch durchaus nach-geautotunt wurden, was auf „Wrath Of The Hammer“ nicht hörbar der Fall ist.
Demodernisierung also? Jap, durchaus. „Wrath Of The Hammer“ ist angenehm klassischer Heavy/Power Metal, der nicht zu durchproduziert ist, poliert sein darf (in schönen mehrstimmigen Vocal-Harmonien zum Beispiel), es aber nicht sein muss. Zu vielen Momenten entscheiden sich STORMHAMMER für die ungeschliffene, rohere Spielweise (aber natürlich gut gespielt) und verzichten auf modernen Schnickschnack, den ihre Musik nicht nötig hat.
Und wie ist das jetzt so geworden? Nun, „Beware“ ist schonmal ein stabil gebautes Cinematic-Orchestral-Intro, wonach der Titeltrack in meinen Ohren melodietechnisch ein wenig zu sehr rumeiert und nicht ganz weiß, was er will. Dafür geht das Niveau mit „Ashes Of The Throne“ und „Light In The Dark“ gut nach oben, mit eingängigen Chorus-Melodien und einem sehr starken Finale von „Light In The Dark“. „Wheels Of Eternity“ startet heftig und ist an seinen schwächsten Parts immer noch Durchschnitt, und ungefähr in diesem Mix geht die Platte dann weiter.
Unter ein gewisses Level fällt die Qualität der Song nie, und das Level ist immer noch vollkommen stabiler Power Metal, der gut abgeht, gut gespielt und gesungen ist. Und verlässlich liegt das Niveau von „Wrath Of The Hammer“ auch darüber, mit technischen Parts vonseiten der Rhythmusfraktion, Ohrwurm-Refrains, nicen Orchesteraktionen oder halt einfach mal ’nem souveränen Solopart.

Fazit:
Zumindest in meinen Ohren ist „Wrath Of The Hammer“ nach „Seven Seals“ ein klarer Schritt nach vorne. Das Ding ist undergroundiger deutscher Power Metal (schon ein Qualitätsmerkmal für sich) der Sorte, die man hierzulande in seiner Szene nicht missen möchte.

Anspieltipps:
„Light In The Dark“, „Veil Of Fire“ und „The Dune“

(Ja, das Video ist enttäuschenderweise zum Teil KI, die Musik zumindest meines Wissens nach nicht.)

Jannis

LUCID DREAMING – Upon the Barricades

Trackliste:

01. Confederation
02. Black and Red and Gold
03. The Springtime of Peoples
04. Tyrant in Disguise
05. Upon the Barricades
06. Parliament of Spring
07. A Courageous Decision
08. Waves of the Danube
09. Farewell (Blum`s Last Letter)
10. Puppets on Strings

 

Spielzeit: 64:59 min – Genre: Power Metal – Label: El Puerto Records – VÖ: 10.07.2026 – Page: www.facebook.com/luciddreamingmetal

 

Seit 2020 hat man nichts mehr von dem Sideprojekt LUCID DREAMING vom ELVENPATH Gitarrist und Mastermind Till Oberbossel gehört! Mit einem neuen Label (El Puerto Records) im Rücken scheint nun die Zeit reif zu sein für das neue vierte Album namens „Upon the Barricades“ des ambitionierten Power Metal Opera Projekt.
Das neue Album ist ein Konzeptalbum über die Anfänge unserer Deutschen Demokratie und der Geschichte Deutschlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Versuche mit einer Revolution einen Nationalstaat zu errichten was gnadenlos scheiterte. Ein interessantes wie auch ambitioniertes Thema hat sich mein guter Freund Till dort ausgesucht der wie immer viel Herzblut in das Album gesteckt hat.
Und wie üblich hat er alle Instrumente auf dem Album selbst eingespielt mit Ausnahme des Schlagzeuges das Alex Holzwarth übernommen hat. Produziert wurde das gute Stück erneut von Uwe Lulis.
Ebenfalls üblich und gewohnt ist das Till eine wahre Heerschar von Gastsängern um sich versammelt hat. Dieses Mal sind unter anderem dabei Blaze Bayley (Ex IRON MAIDEN), Zak Stevens (SAVATAGE), Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR), Harry Conklin (JAG PANZER), Piet Sielck (IRON SAVIOR), Daniel Heiman (SACRED OUTCRY) oder Erdmann Görg (Ex ELMSFIRE).

Na, dann stürzen wir uns mal in die über 60 Minuten lange Scheibe mit dem ersten Track „Confederation“. Dieser wurde ja auch als Videosingle ausgewählt und hier sind mit Blaze Bayley und Ralf Scheepers direkt zwei der ganz großen Sänger des Metals zu hören. Ergänzt noch durch die Alessio Peradi und Deon van Heerden.
Und Junge, Junge fahren die Jungs hier auf! Egal ob nun die Instrumentenfraktion oder die Gesangliche. Ein geiles, überlanges Stück Power Metal was trotz seiner über 7 Minuten nie langweilig wird!
Und dazu noch die Lyrics bzw. die Geschichte, aber das wird sich ja jetzt durch die gesamte Platte durchziehen.
Als nächstes folgt dann „Black and Red and Gold“ gesanglich mit Zak Stevens, Ralf Scheepers, Hary Conklin sowie Giuseppe Ciapone am Mikro. Eine schnelle, mörderische Power Metalnummer die von den Sängern her natürlich bestens besetzt ist.
„The Springtime of People“ bietet dann erneut die schon bekannten Zak Stevens, Ralf Scheepers und Harry Conklin am Mikro, dazu kommen keine geringeren als Piet Sielck, Daniel Heiman, Erdmann Görg und Said Khochsima.
Auch diese Nummer überschreitet locker die 6 Minuten Marke und reiht sich in die erstklassige Qualität der Vorgängersongs spielend ein.
Das brachiale „Tyrant in Disguise“ hält für uns DEN Frankfurter Meltasänger schlecht hin parat! Mit Gere von TANKARD, der auch direkt wie von der Kette gelassen loslegt, haben wir hier auf jeden Fall den trashigsten Song der gesamten Scheibe, was ja nicht verwunderlich ist.
Der getragene Titeltrack „Upon the Barricades” ist der Albumteiler, wo wir außer den schon bekannten Sängern noch Siegfried Schüßler haben.
Bei „Parliament of Spring“ ist als Gesangsneuling HP Piller am Start, ansonsten wird die Nummer von Harry Conklin und vor allem Piet Sielck wahnsinnig getragen.
Das letzte Drittel einleiten tut dann „A Courageous Decision“ welches als neuen Sänger Daniel Heimann einführt und ansonsten eine recht klassische Power Metalnummer ist.
Und Mastermind Till Oberbossel hat sein Pulver noch lange nicht verschossen, sondern bietet uns auch im letzten Scheibendrittel erstklassige Power Metal Opera Tracks.
„Waves of the Danube“ hat über 7 Minuten Spielzeit, wird aber zu keiner Zeit langweilig, “Farewell“ ist eine tolle atmosphärische und emotionale Ballade, die vom charakteristischen Gesang von Harry Conklin mega getragen wird und das abschließende über 8 Minuten lange „Puppets on Strings“ bietet sowohl gesanglich als auch instrumental nochmal alles auf was man auf diesem Album schon gehört hat und eine tolle Klammer um die vorherigen Songs und die gesamte, sehr beeindruckende Hintergrundgeschichte zieht

Wow, Wow! Was Till hier auf dem neuen LUCID DREAMING Album erschaffen hat, kann man gar nicht hoch genug anrechnen! Eine erstklassige Auswahl von Gastsängern, die nicht immer unbedingt zu den bekanntesten der Metalszene gehören, aber das kennt man ja schon von ihm, die immer bestens besetzt sind bei den Songs, eine mega interessante Hintergrundgeschichte sowie tolle Songs die geil ausgearbeitet sind!
Hier steckt richtig viel Arbeit und Herzblut drin, das spürt man zu jeder Sekunde!
Bei der letzten LUCID DREAMING Scheibe musste ich lange überlegen welche Note ich hier ziehe, hier war die Sache für mich glasklar, Höchstpunktzahl!
Klar das beste Album bislang der Bandhistorie und wer nur einen Hauch Gefallen an Metal Opera mit erdigen Power Metal Ansatz hat, muss hier auf jeden Fall zugreifen und sich seine Platte des Jahres abgreifen!

Julian

 

 

 

SHADOWBORNE – Heaven`s Falling

Trackliste:

01. Winter is Coming
02. High and Low
03. Wolf and the Queen
04. Custodians
05. Hold the Door
06. Heaven`s Falling
07. Stranger to Myself
08. The Wall
09. Raven
10. End of the World

 

Spielzeit: 34:58 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 19.06.2026 – Page: www.facebook.com/people/shadowborne

 

Schweden ist ein nie versiegender Quell von neuen Metalbands. Heute widmen wir uns der neusten female fronted Power Metal Band SHADOWBORNE die passenderweise ihr Debütalbum „Heaven`s Falling“ bei den Italienern von Scarlet Records veröffentlichen.
Die Frontfrau Eira Shadowborne trat bislang noch nicht in Erscheinung und auch ihre verhüllten Mitmusiker die nur mit Fantasynamen ausgestattet sind bleiben im Dunkeln.
Ich vermute aber mal das Produzent Kristoffer Göbel (SIX FOOT SIX) hier auch instrumental dabei ist.
Lyrisch sind wir hier klar in der Fantasy unterwegs und musikalisch sollten Fans von so Bands wie BEAST IN BLACK, BATTLE BEAST oder BROTHERS OF METAL hier schnell warm werden.

Gestartet wird das Album mit dem „Winter is Coming“ welches nur ein instrumentales und stimmungsvolles Intro ist.
Im Anschluss gibt es dann mit „High and Low” den ersten richtigen Track zu bestaunen der immer im Uptempobereich bleibt mit Keys ordentlich unterstützt wird und direkt BATTLE BEAST Charme verströmt.
Die erste Videosingle “Wolf and Queen” folgt dann als Nächstes. Auch hier haben wir wieder massig Keyboardunterstützung, dieses Mal noch garniert mit ein paar elektronischen Drums die uns hier begegnen.
Wo bleibt die Härte frage ich mich? Klar die Nummer ist schön catchy und eingängig, aber ein bisschen mehr Dampf könnte es mittlerweile schon sein liebe Leute!
Und ja “Custodians” im Anschluss hat auf jeden Fall etwas mehr Schmackes, Geschwindigkeit, giftigen Gesang und mit dem Refrain einen ordentlichen Schuss SABATON abbekommen. So kann es bitte bleiben.
Aber nö direkt wird die Fahrt wieder gedrosselt mit dem zwar schmissigen “Hold the Door” aber auch hier fehlt der gewisse Punch.
“Heaven`s Falling” ist dann ähnlich zur schon erwähnte Videosingle und die anschließenden “Stranger to Myself” sowie “The Wall” bringen wieder etwas mehr Schwung in den Nacken und die Arme des Hörers.
Danach gibt es mit „Raven“ noch einen etwas düsterer Farbtupfer bevor mit der Ballade „End of the World“, wo Fronterin Eira ordentlich zeigen kann, was in ihr steckt, der Schlusspunkt hinter dieses Debüt gesetzt wird.

Klar wer auf keyboardlastigen und female fronted Power Metal ala BATTLE BEAST steht, ist hier bei SHADOWBORNE genau richtig. Innovativität sucht man hier vergebens, und häufig auch etwas die Härte.
Dafür findet man tonnenweise catchy Refrains und Melodien die gut ins Ohr gehen.
Fürs nächste Mal wünsche ich mir etwas mehr Eigenständigkeit, eine längere Spielzeit und etwas mehr Härte dann dürfte es um einiges nach oben gehen mit der Benotung. So bleibt insgesamt eine solide Leistung übrig der für die angesprochene Zielgruppe auf jeden Fall aber hörenswert ist.

Julian

 

IGNITION – All will Die

Trackliste:

01. All will Die
02. Amok
03. Under the Reign of a Psychopath
04. End of the Night
05. The Decline
06. In the Name of God
07. Into the Abyss
08. This Rotten Core
09. In the Silence
10. The Ending Calls

 

Spielzeit: 45:02 min – Genre: Power Metal – Label: Daredevil Records – VÖ: 05.06.2026 – Page: www.facebook.com/ignitionmetalmusic

 

Die deutschen Power Metaller von IGNITION sind wieder zurück! Mit neuem Label und mit ihrem neuen vierten Album „All will Die“.
Nach dem letzten Wikinger Konzeptalbum „Vengeance“ gibt es nun mit dem neuen Album keine ausgeladene Hintergrundgeschichte, sondern ein klassisches Metalabum welches uns die bekannte Mischung aus Power und etwas Thrash Metal bietet und sich nach wie vor an so Bands wie BLIND GUARDIAN oder BRAINSTORM orientiert.
Personell ist man auch unverändert unterwegs und von daher können wir relativ schnell zur Mucke übergehen.

Mit dem Titeltrack und Opener „Al will Die“ startet die neue Scheibe direkt voll durch. Hier werden keine Gefangenen gemacht, sondern direkt völlig losgelöst mit einer tollen Mischung aus Power und Thrash Metal losgeschossen.
Sänger Dennis Marschallik ist nach wie vor bestens bei rauer Stimme von daher gehen direkt beide Daumen nach oben für diesen Opener!
„Arnok“ geht dann nicht ganz so brachial zu Werke, zumindestens nicht was die Instrumentalisierung angeht. Gesanglich zieht Dennis auch hier wieder alle schwermetallischen Register.
Bei „Under the Reign of a Psychopath” wird wieder schön auf die Tube gedrückt und „End of the Night“ ist dann eher etwas epischer gehalten ohne die schnellen Thrash Einschübe. Gerade letztere Nummer weiß absolut zu überzeugen.
Der Mittelteil wird durch das kompakte „The Decline“ und das abwechslungsreiche sowie überlange „Into the Abyss“ dominiert. Beim letzteren haben wir einen tollen Power Metal Chorus zum Zunge schnalzen. Geiler Track!
Recht klassisch geht es dann bei „This Rotten Core“ zur Sache bevor „In the Silence“ nochmal schön die melodische Keule raushaut und der Abschlusstrack „The Ending Calls“ nach einem atmosphärischen Beginn die volle Power Metal Breitseite rausfeuert und zum Mitbangen einlädt.

IGNITION fahren einfach ihren musikalischen Stiefel weiter und das ist sehr gut so! Nach wie vor regiert hier der klassische Power Metal der mit ordentlich Druck und ab und an Epic wie auch Thrash Metal Einschüben schön modern rüberkommt und zu keiner Zeit angestaubt oder langweilig wirkt!
Die Produktion sitzt, gesanglich ist auch alles im Lack und die Songs sind größtenteils auch schön eingängig. Power Metal Herz was willst du mehr!
Erneut gibt es hier zwar nicht DEN Übertrack oder Hit, aber manchmal braucht es das ja auch gar nicht, wenn die restlichen Songs alle auf einem guten Niveau sind.
Wer auf harten Power Metal ohne Keys steht, ist hier goldrichtig und für diese Metalheads gibt es dann auch die klare Kaufempfehlung von mir mit der entsprechenden Benotung!

Julian

 

Vision Divine – A Clockwork Reverie (EP)

 

Trackliste:

01. Sator Rotas
02. A Clockwork Reverie
03. 18 (It Feels Like Heaven)
04. Andromeda
05. Identities (2026 Version)
06. God Is Dead (2026 Version)
07. The 25th Hour (2026 Version)

 

 

 

Spielzeit: 34:50 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/visiondivineofficial

 

Ab und zu macht das Leben unvorhersehbare Dinge. So auch bei Oleg Smirnoff und Michele Luppi, die damals beide bei VISION DIVINE spielten, dann nicht mehr, und jetzt, so 18 bis 20 Jahre später, einfach wieder dabei sind.
Das muss natürlich gefeiert werden, und das macht man natürlich am besten mit neuer Musik. Vielleicht auch mit älterer Musik, die man aber im neuen alten Lineup nochmal etwas umgearbeitet und neu aufgenommen veröffentlicht.
Damit sind wir bei „A Clockwork Reverie“. Eine der EPs, die löblicherweise gleich mal 35 Minuten lang sind. Auf der gibt es mit „Identities“, „God Is Dead“ und „The 25th Hour“ drei Songs aus den Jahren 2005 bis 2007 in modern, und dazu gleich vier neue Songs. Also drei, das unter eine Minute lange Intro zählen wir nicht. Davor knackt der Titeltrack direkt mal die Sieben-Minuten-Marke.
Die neu aufgenommenen Songs sind natürlich moderner produziert und ansonsten leicht neu arrangiert. Da hat man beispielsweise das Cello und die Akustikgitarre von „Identities“ durch ein Klavier und Streicher ersetzt, das Synth am Start von „The 25th Hour“ weniger Ohr-schädigend gewählt und an Stellen kleine Aspekte neu hinzugefügt.
Und insgesamt? Nun, der Sound ist ein wenig schwierig. Das liegt zuerst einmal an den Vocals, die sehr oft mehrstimmig sind, und dazu einfach ein wenig überpräsent. Daurch gerät der Rest der Band in den Hintergrund und knallt nicht so, wie er sollte.
Und es passiert einfach viel in praktisch allen Songs auf „A Clockwork Reverie“. Das kann gut sein, aber in diesem Fall lässt es die Songs leider oft planlos wirken. Jedes Instrument macht viele Sachen, aber nicht gut aufeinander abgestimmt, die Interaktion auf musikalischer Ebene lässt zu wünschen übrig. Und das füllt die Songs mit einem hohen „Lärmanteil“ von Dingen, die im Hintergrund abgehen, ohne dass man sie als konstruktive Teile der Songs wahrnehmen würde, und nimmt ihnen ihre Klarheit und Identität.
Das mag bei zukünftigen Releases anders sein. Schließlich sind Oleg und Michele erst seit 2025 wieder dabei, Drummer Matt Peruzzi seit 2024, und beim nächsten Album mag man wieder mehr zueinander gefunden haben. Bei „A Clockwork Reverie“ überdeckt es aber leider häufig das Talent, das man diesem Lineup zweifelsohne attestieren kann.

Fazit:
Und damit ist „A Clockwork Reverie“ ein Schritt in eine neue Zeit für VISION DIVINE, der selbstverständlich auch immer wieder seine Momente hat. Aber mehr Einheit, mehr Fokus und mehr Reduzierung aufs Wesentliche hätte der Platte gut getan.

Anspieltipps:
„18 (It Feels Like Heaven“ und „Identities“

Jannis

 

TORIAN – The Lost Legion Rising

Trackliste:

01. Soul Vampires
02. Silver Demons
03. Flame of Resistance
04. Warpriest
05. Iron Hammer
06. Sons of the Damned
07. Lost Legion
08. Sent to Hell
09. Stand as One
10. Katharsis
11. Devilon (CD Bonus Track).

Spielzeit: 60:17 min – Genre: Power Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 08.05.2026 – Page: www.torianlegion.com

 

2018 sind die deutschen Power Metaller aus meiner alten Heimat Paderborn das letzte Mal mit ihrem damaligen Album „God of Storms“ in Erscheinung getreten und haben einen ordentlichen Fußabdruck mit entsprechender Punktebewertung hinterlassen.
Nun kehren die Jungs wieder zurück, mit ihrem neuen, fünften Album „The Lost Legion Rising“ welches über ihr neues Label Massacre Records veröffentlicht wird.
Nach wie vor sind die Jungs im europäischen Power Metal unterwegs, beeinflusst von US und Thrash Metal.
Das Songwriting soll vielfältiger und direkter sein als auf dem letzten Album, welches ja schon recht gut war, daher war ich sehr gespannt auf das neue Album!
Gemischt wurde das neue Album von Seeb Levermann (ORDEN OGAN) der ja auch schon beim letzten Album Hand angelegt hatte.

Gestartet wird das neue Album mit der erste Videosingle „Soul Vampires“. Und die Band hält sich nicht lange mit irgendwelchem Vorgeplänkel auf sondern legen direkt los wie die Feuerwehr.
Knackiger Power Metal, mit dem Schuss Melodic versehen der so typisch für die Band ist, erwartet uns hier direkt und der mehrstimmige Chorus bläst direkt erstmal alles weg! Ein bockstarker Beginn auf dem hoffentlich noch viele Hits folgen werden?
Etwas epischer geht es zum Start bei „Silver Demons“ los und ja auch hier ist der typischen TORIAN Chorus mit ordentlich Schmackes und Mehrstimmigkeit am Start. Nächster Hit, check.
Und es geht Schlag auf Schlag weiter, die knackigen „Flame of Resistance“, „Warpriest“ und auch der Stampfer „Iron Hammer“ sind alle ähnlich stark wie schon ihre Vorgängertracks und reihen sich somit in die bisherige Hit Riege ohne Probleme ein!
Der Albumteiler hört auf den Namen „Sons of the Damned“ und wird Titeltypisch ordentlich episch eingeleitet. Und dieser „Anstrich“ bleibt dem Song eigentlich die ganze Zeit über erhalten, auch wenn es zwischenzeitlich ganz schön heftig zu geht und das Tempo massiv angezogen wird.
Der quasi Titeltrack „Lost Legion“ folgt dann als nächstes. Und ganz Titelsong like haben wir erst hier erneut mit einem absolut eingängigen, melodischen und auch epischen Ohrwurm zu tun der sich schon nach kurzem dermaßen fest in die Gehörgänge schraubt das es eine wahre Freude ist!
Das knackige „Sent To Hell“ schlägt dann die Brücke zu den beiden längsten Songs der Scheibe. Die Powerballade „Stand As One“ hat auf über 7 Minuten einiges an Emotionen zu bieten und beim über 8-minütigen „Katharsis“ fährt man fast so alles auf was der Metal zu bieten hat. Von Melodic, Epic über Power bis hin zu Thrash Metal ist hier alles am Start.
Als Bonustrack gibt es dann noch das mit ordentlichen Synthies unterlegte „Devilon“ welches aber nicht ganz an die bisherigen Hits herankommt.

Junge, Junge da haben uns die Mannen von TORIAN aber lange 8 Jahren auf ihren nächsten Diskus warten lassen, aber wenn dabei so ein bockstarkes Album herauskommt, warte ich gerne so lange!
Schon das letzte Album war ein wahres Fest für den melodischen Power Metalanhänger. Erneut sind es die Chöre, die das Salz in der Suppe ausmachen, aber auch die kompakten Songs sind nicht zu verachten. Man hat die lange Zeit zwischen den Alben auf jeden Fall sehr gut genutzt und auch die Produktion von Seeb kann wieder absolut überzeugen. Man merkt hier klar seine Handschrift.
Somit bleibt mir nur, wie auch schon beim letzten Album, eine Note in unserem Topbereich zu zücken und selbstverständlich die klare Kaufempfehlung für die angesprochenen Genrefans mitzugeben!

Julian

 

VICTORIUS – World War Dinosaur

Trackliste:

01. Kingdom of the Strong
02. World War Dinosaur (feat. Orden Ogan & Angus McSix)
03. Dino Race from Outer Space
04. Raptor Squad Attack
05. Brachio Bazooka Batalion
06. March to War
07. Evil Mean Megalodon (feat. Asenblut)
08. Dino Power Resistance
09. Prehistoric Panzer Power
10. Lazer Ninja Thunderstorm
11. Golden Glory
12. Lost Legacy

Spielzeit: 44:08 min – Genre: Symphonic Power Metal – Label: Perception – VÖ: 17.04.2026 – Page: www.victoriusmetal.net

 

Die deutschen Power Metaller von VICTORIUS geben dieser Tage mit ihrem neuen Album „World War Dinosaur“ ihr Labeldebüt bei Perception. Die letzten Alben, mit denen die Band ihr futuristisches Dinosaurier Universum ja immer mehr erschaffen und gefestigt haben, erschienen ja noch bei Napalm Records.
Nun also der Labelwechsel, personell sind mir keine Wechsel bekannt und auch musikalisch wird der Weg der letzten Alben gekonnt weiterverfolgt.
Somit ist relativ schnell klar, für wen dieses Album etwas ist oder wem das Ganze zu cheesy ist!
Man muss die Band, die Kostüme und die abgedrehte Hintergrundgeschichte ihres Kosmos und den Songs schon mögen, das sollte jedem schwermetallischen Leser hier direkt klar sein, sonst braucht man hier nicht mehr weiterlesen. Power Metal aus dem Weltall halt mit Dinos, Aliens und Ninjas.
Es gibt auch noch drei „Gäste“ auf dem Album, mit ASENBLUT, ORDEN OGAN und ANGUS MCSIX sind teilweise ganze Bands hier vertreten bei zwei Songs.
Gute Songs und Hooks konnten die Jungs ja schon immer schreiben, daher war ich doch sehr gespannt auf das neue Werk und widmen mich nun mit Freuden dem Ganzen.

Gestartet wird das neue Album mit der ersten Videosingle „Kingdom of the Strong“. Ein schneller Doublebass Track der typischen europäischen Power Metal bietet, super mitsingbar und direkt eingängig. So gefällt dem Power Metalfan seine Mucke.
Anschließend gibt es mit „World War Dinosaur“ einen Stampfer auf die Ohren der nicht weniger eingängig ist wie der Vorgänger. Auch hier, und auch bei allen folgenden Tracks, darf man natürlich nicht so besonders auf den Text achten, außer man kann der totalen abgedrehten Dinosaurier Fantasie etwas abgewinnen.
Hier kommt auch die gesamte Stärke der Bands ORDEN OGAN und ANGUS MCSIX zum Tragen. Egal ob nun stimmlich als auch instrumental, volle 3 Bandpower ist hier angesagt.
Mit dem flotten „Dino Race from Outer Space“ wird ein Hochgeschwindigkeitsdrittel eingeleitet was seine Fortsetzung mit „Raptor Squad Attack“ sowie “Brachio Bazooka Battalion“ findet. Alles ist ganz ordentlich gemacht, ist aber auch nichts wirklich Neues.
Der Albumteiler heißt „March of War“, stampft kraftvoll aus den Boxen und läuft ebenfalls gut in die Gehörgänge rein.
„Evil Mean Megaladon“ hat dann die gesangliche Unterstützung von ASENBLUTs Tetzel, welche aber irgendwie wie ein Fremdkörper rüberkommt. Zumindestens wenn sie irgendwie immer im Hintergrund vor sich hin wabert.
Anschließend gibt es mit „Dino Power Resistance“, „Prehistoric Panzer Power“ und auch „Lazer Ninja Thunderstorm“ weiteren klassischen Happy Power Metal wo erneut nicht nur die Songtitel total abgedreht sind.
Mit dem etwas episch angehauchten „Lost Legacy“ wird man dann aus einer (musikalischen) Welt entlassen, die man erstmal verarbeiten muss.

Nehmen wir mal die ganze Dinosaurier Thematik in Texten, Aufmachung und Gesamtstory weg haben wir hier ein sehr klassisches Power Metal Album mit viel Keyboardunterstützung, was keine wirklichen ernsten Töne anschlägt und fast schon zum Happy Metal gezählt werden kann.
Man hat einfach eine gute Zeit beim Hören und muss sich entweder auf das ganze Drumherum einlassen oder es komplett ausblenden.
Dann kommt man nicht daran vorbei das die Jungs hier vieles richtig gemacht haben, die Songs super eingängig sind und alle recht ordentlich sind, auch wenn sie nichts wirklich Neues zu bieten haben!
Insgesamt ist das Ganze aber auf jeden Fall ein sehr empfehlenswertes Album für den Genrefan und wirklich nur für den!

Julian

 

 

EVERMORE – Mournbraid

Trackliste:

01. The Void
02. Underdark
03. Nightstar Odyssey
04. Titans
05. Oath of Apathy
06. The Illusionist (Raise the Curtain)
07. Armored Will
08. Ravens at the Gates
09. Mournbraid
10. Old Man`s Tale (Bonus Track)

 

Spielzeit: 50:09 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 20.03.2026 – Page: www.facebook.com/EvermoreMetal

 

Die Jungs der schwedischen Power Metaller von EVERMORE brachten 2021 ihr Debütalbum auf dem Markt und das letzte Album „In Memoriam“ wurde von unserem Jannis hier ordentlich unter die Lupe genommen. Stimmlich angeführt von Johan Haraldsson war man auch auf den letzten Alben schon im klassischen skandinavischen Power Metal unterwegs und dies ist auch auf dem neuen Album „Mournbraid“ so welches nun erneut beim Stammlabel Scarlet Records erscheint.
Nach den ersten Höreindrücken ist man auf dem neuen Album nun noch mehr bei so Bands wie EDGUY, STRATOVARIUS oder NOCTURNAL RITES unterwegs. Genau meine Kragenweite, daher war klar den neuen, dritten Diskus der Band musste ich mir näher anschauen.

Als Opener schlägt uns „The Void“ entgegen welches nur ein stimmungsvolles Intro geworden ist, aber beim nächsten Song „Underdark“ geht dann dafür direkt so richtig die Post ab! Geschwindigkeit, Doublebass Drumming und schneidende Riffs die uns nur so um die Ohren geballert werden! Dafür der passende Gesang von Johan und fertig ist ein geiler erster Hit, welcher nicht zu Unrecht die erste Videosingle geworden ist!
„Nightstar Odyssey“ ist dann wesentlich melodischer geworden und erinnert nicht von ungefähr an EDGUY oder AVANTASIA. Gesanglich ist man hier auch nahe an Mr. Sammet dran. Ebenfalls ein waschechter Hit der direkt in den Gehörgängen haften bleibt.
Das anschließende „Titans“ hält die Melodic Power Metal Fahne dann schön hoch und bei „Oath of Apathy“ ist man dann eher wieder im schon angesprochenen EDGUY/AVANTASIA Fahrwasser unterwegs. Ein toller Chorus hier, der sich ebenfalls richtig satt in die Gehörgänge fräst.
Mit „The Illusionist (Raise the Curtain)“ gibt es dann direkt den nächsten glasklaren Hit auf die Ohren bevor wir mit dem recht harten „Armored Will“ in das letzte Drittel der Scheibe einsteigen.
Hier reiht sich dann Hit an Hit!
Angefangen beim druckvollen „Ravens at the Gates“ über den Albumtiteltrack „Mournbraid“ und die abschließende, überlange Ballade „Old Man`s Tale“ hier sitzt jede Note und jeder Chorus bomben und zielsicher, ein geiles letztes Drittel wo der Power Metal Fan bestens bedient wird!

Nach dem ich mir die Rezi des letzten EVERMORE Album meines geschätzten Kollegens Jannis durchgelesen hatte war ich gespannt was mich hier erwartet. Ich wurde sehr positiv überrascht!
Das neue, dritte Album der Band hat es definitiv in sich und ist ein wahres Fest für den klassischen Melodic Power Metal Anhänger der z.B. auf die angesprochenen Vergleichsbands steht.
Tolle Melodien, sanft unterstützt mit Keyboards und Riffs die die notwendige Härte reinbringen. Alles da was man als Fan braucht.
Für mich steigern sich die Jungs im Vergleich zum letzten Album aber ganz gehörig, es wirkt alles etwas kompakter und besser komponiert.
Somit gibt es aus dem Stand 1 Punkt mehr als beim letzten Diskus und natürlich die glasklare Kaufempfehlung für geneigten Genreanhänger!

Julian

 

 

 

METAL CHURCH – Dead To Rights

Trackliste:

01. Brainwash Game
02. F.A.F.O.
03. Dead To Rights
04. Deep Cover Shakedown
05. Feet To The Fire
06. The Show
07. Heaven Knows (Slip Away)
08. No Memory
09. Wasted Time
10. My Wrath

 

Spielzeit: 47:18 min. – Genre: Heavy Metal, Power Metal, Thrash Metal – Label: Rat Pak Records – VÖ: 10.04.2026 – Page: www.metalchurchofficial.com

 

Die lange Geschichte von METAL CHURCH ist gespickt mit tragischen Rückschlägen und vielen Besetzungswechseln aber auch mit erstklassigen Heavy Metal Alben, speziell im ersten Abschnitt ihrer Karriere zwischen 1984 und 1991. Diese vier Werke dürfen getrost zur Speerspitze des amerikanischen Heavy Metal gezählt werden, auch wenn viele Kollegen kommerziell weitaus erfolgreicher waren.

Riffmeister Kurdt Vanderhoof hat für das neue Album „Dead To Rights“ abermals einige neue Leute um sich geschart. Einzig Rick Van Zandt taucht als bekanntes Gesicht im aktuellen Line-Up auf. David Ellefson (Ex-MEGADETH) konnte für die Viersaitige gewonnen werden und auch Ken Mary am Schlagzeug dürfte den Meisten ein Begriff sein. Ebenfalls neu am Mikro ist Brian Allen, der u.a. schon bei VICIOUS RUMORS seine Stimmbänder vibrieren ließ. So wird METAL CHURCH fast schon zu einer All-Star Band.

„Es hat sich einfach so ergeben“ hat Vanderhoof vor Kurzem zu Protokoll gegeben. „Nach dem letzten Album „Congregation Of Annihilation“ und der dazugehörigen Tournee hat es einfach keinen Spaß mehr gemacht.“ So sei die Band wieder eingeschlafen. Dass es bereits jetzt mit „Dead To Rights“ einen weiteren Neuanfang gibt und das Feuer wieder lodert dürfte wohl viele freuen.

Das letzte Werk war hart, kompromisslos, düster und schnell. Das Düstere hat sich weitestgehend verzogen, obwohl die Welt wohl kein bisschen besser geworden ist. Hart und schnell steigen die Amis mit „Brainwash Game“ ein. Der Titel lässt nicht viel Raum für Spekulationen – das Thema dürfte eindeutig sein. Auch „F.A.F.O.“ kommt schnell und aggressiv aus den Boxen. „Fuck Around And You´ll Find Out“ – so wollen wir METAL CHURCH hören! Geiler Song und eine wirklich respektable Lead-Single! Der Titeltrack kommt äußerst rifflastig daher und erinnert abermals an die großen Hits der Band. „The Show“ ist eine weitere Abrissbirne

Neben den Songs sollte auch noch der Sound der Platte zur Sprache kommen: In manchen Momenten fühlt man sich vom Songwriting in die glorreichen Zeiten zurückversetzt – der Sound indes ist fest in der Gegenwart verankert. Top produziert lässt „Dead To Rights“ keinerlei Wünsche offen.

METAL CHURCH schlagen ein weiteres Kapitel ihrer langen Karriere auf, auch wenn das wohl die wenigsten so schnell erwartet hätten. „Dead To Rights“ ist ein typisches Album der Band, für das sich das einzig verbliebene Originalmitglied auch als Songwriter für alle Songs verantwortlich zeigt. Kurdt Vanderhoof ist einfach eine Riffmaschine, die sich zwar auch bei anderen Bands in anderen Stilrichtungen austobt (z.B. HALL AFLAME). Wie METAL CHURCH zu klingen haben, weiß allerdings nur er allein. Auch textlich bleibt Vanderhoof gewohnt unbequem. Und mit Brian Allen am Mikro klingt das weitaus klassischer als in den letzten Jahren.

Stefan

POWER PALADIN – Beyond The Reach Of Enchantment

Trackliste:

01. Sword Vigor
02. Glade Lords Of Athel Loren
03. The Royal Road
04. The Arcane Tower
05. Aegis Of Eternity
06. Camelot Rock City
07. Keeper Of The Crimson Dungeon
08. Valediction

 

 

Spielzeit: 48:25 min – Genre: Power Metal – Label: ROAR – VÖ: 27.03.2026 – Page: www.facebook.com/powerpaladinice

 

Power Meddl Leude. Es gibt immer so Bands, die klingen auf ihrem zweiten Album wie andere auf ihrem fünften nicht, und eine dieser Bands ist POWER PALADIN. Die Isländer liefern nach ihrem Debüt „With The Magic Of Windfyre Steel“ nun dessen Nachfolger „Beyond The Reach Of Enchantment“, mit dem klassischen Format mit kaum Songs unter vier und einem von fast zehn Minuten Länge am Ende. Süßes handgemachtes Artwork, und so muss das auch, schließlich huldigen die Isländer auf der Platte dem klassischen Power Metal der Marke HELLOWEEN, und da soll ja alles schon einigermaßen ungelutscht wirken.
Tut es auch ansonsten. Die Produktion ist fett, klar und nicht drüber und es gibt sogar einen Keyboarder, der einfach nur für Keyboards zuständig ist. Schön, oder?
Auch handwerklich gibt es an „BTROE“ nichts zu mäkeln. Insbesondere die Gitarrenarbeit ist sehr stark, mit gutem Gespür für stabile Hintergrund-Riffs. Sänger Atli macht ebenfalls einen Top-Job, enttäuscht auch bei (wirklich ganz seltenen) Growls nicht und kommt beeindruckend hoch. An der Stelle auch nochmal ein Haken hinter den Punkt „Gute Backing Vocals“. Manko: An einigen Stellen, insbesondere beim Opener und bei „The Royal Road“ kann mir niemand erzählen, dass die Stimme nicht hörbar nachpoliert wurde. Wir wollen ehrlich zu uns sein, ein bisschen Autotune ist beim Großteil aller aktuellen Bands mit melodischen Vocals am Start, aber es sollte eben nicht erkennbar sein, und das ist es bei dem Album leider an (wenigen) Stellen.
Musikalisch ist „Beyond The Reach Of Enchantment“ wie erwähnt klassischer Power Metal. Sachen wie Cembalo, Synthesizer und Orchester sind nur sporadisch eingesetzt. Wenn sie nicht gebraucht werden, sind sie halt nicht da. Das ist förderlich für den Stil von POWER PALADIN, der doch immer wieder an Heavy Metal kratzt und immer wieder mal das gewisse Mehr an Härte mitbringt. Dementsprechend gibt es auch keine Ballade, nur den ein oder anderen ruhigen Mittelteil oder Songbeginn. Uptempo oder zumindest treibendes Midtempo ist POWER PALADINs Way to go. Und den können sie auch.
Melodietechnisch ist die Kiste power-metallisch oft gut gelaunt, aber nicht so offensiv, wie man es von anderen Vertretern des Genres kennt. Ein wenig dramatisch, feierlich oder „böser“ darf es aber auch immer wieder mal werden. Manchmal landet man dabei kleine Hits, manchmal bleibt es bei guter Power-Metal-Komposition, aber darunter macht es die Truppe nie.
Ach ja, und das Ende vom Chorus von „Glade Lords Of Athel Loren“ klingt in etwas wie das von „My Heart Will Go On“.

Fazit:
„Beyond The Reach Of Enchantment“ ist klassischer Power Metal nach allen Regeln der Kunst. Falsch machen POWER PALADIN damit praktisch gar nichts und auch in den schwächeren Songs ist das Ding im mindesten immer noch echt gut gemacht!

Anspieltipps:
„The Royal Road“, „Camelot Rock City“ und „The Arcane Tower“

Jannis