EMERALD SUN – Under The Curse Of Silence

Band: Emerald Sun
Album: Under The Curse Of Silence
Spielzeit: 58:17 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 13.04.2018
Homepage: http://www.emeraldsun.gr

Machen wir uns nichts vor: Die ganze auf Hochglanz polierte Power-Metal-Partymukke, die heutzutage von SABATON, POWERWOLF und Konsorten veröffentlicht wird und mit Wänden von Keyboards und stampfenden Disco-Beats daherkommt, macht ja schon echt Spaß. Ab und zu darf es jedoch ruhig auch mal eine Prise altmodischer, bodenständiger sein – und für diese Momente gibt es unter anderem EMERALD SUN. Deren neustes Album „Under The Curse Of Silence“ ist im Prinzip Hamburger Power Metal der Neunziger aus Griechenland mit leichten italienischen Einflüssen (auch wenn andere Rezensionen den Stil der Band eher mit Skandinavien in Verbindung bringen).
Die Produktion des truerweise am Freitag dem 13ten releasten fünften Streiches der Herren aus Thessaloniki übernahm RAGE-Gitarrist Marcos Rodriguez, und der mag für die Musik von EMERALD SUN den perfekten Sound gefunden haben, klingt es doch beinahe danach, als habe man die neuste Scheibe vor 25 Jahren herausgebracht und nun noch einmal sehr gut remastert.
Des weiteren klingt das Ding stark nach GAMMA RAY. Nicht unbedingt, weil man Melodielinien abgekupfert hätte – eher, weil einerseits Sänger Stelios Tsakirides (der einen hervorragenden Job macht) stark an Goldkehlchen KAI HANSEN erinnert und andererseits die Art der Melodieführungen, die Gestaltung der Backing Vocals und die rockig-unbeschwerte Grundstimmung mit einer hörbaren Portion guter Laune oft sehr RAYige Züge haben. Ist das schlecht? Nein, im Gegenteil, denn EMERALD SUN sind alles andere als eine schlechte Kopie. Sie machen schlicht und ergreifend gut gelaunten, sympathischen Power Metal im Sinne der Hanseaten.
Gelungener Einstieg ist „Kill Or Be Killed“ mit seinem Prototyp-Power-Metal-Refrain, nicht minder gelungene Weiterführung das anschließende „All As One“ (Hört hier jemand „One With The World“ raus?), dessen Backing Vocals wie die Faust aufs Auge passen.
„Blast“ ist bangbar im besten Sinne, hat den einzig wahren PEAVY WAGNER am Start (den man auch an der ein oder anderen Stelle auch noch im Hintergrund findet) und MUSS natürlich im Chorus ein paar Explosionssounds während des Wortes „Blast“ auffahren. Alles andere wäre auch beschämend. Apropos: Das einzig Beschämende und Schwache an „Weakness And Shame“ ist das uninspirierte Ausfaden am Ende. Der Rest ist Party vom Feinsten. Mit „Journey Of Life“ gibt’s die obligatorische Ballade, die episch ausfällt und zum Schwenken von Feuerzeugen einlädt (und die nochmal als Bonussong vertreten ist. Auf spanisch natürlich, wie sich das für Griechen gehört.).
Stark geht es auch weiter. „Rebel Soul“ knattert auf Uptempo daher, „Land Of Light“ MANOWARt hörbar und „Slaves To Addiction“ ist ein weiterer Top-Song auf „Under The Curse Of Silence“, dessen Chorus dem Ganzen die Krone aufsetzt.
Keine Disco, keine Synth-Overdose, das ist Power Metal in Reinform, wie man ihn in letzter Zeit vielleicht ein wenig zu selten hört.

Anspieltipps:
„Slaves To Addiction“, „All As One“, „Kill Or Be Killed“ und „Fame“

Fazit:
Mitte April ist wirklich ein guter Zeitpunkt für den Release von „Under The Curse Of Silence“, denn das Ding ist nicht nur erfrischender hochwertiger Power Metal, es ist auch ein Top-Sommer-Metal-Album. Anlage einpacken, raus auf den Campingplatz oder in den Park, Grill warm, Bier kalt, EMERALD SUN laut, Laune gut. So einfach ist das.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Kill Or Be Killed
02. All As One
03. Carry On
04. Blast
05. Weakness And Shame
06. Journey Of Life
07. Rebel Soul
08. Land Of Light
09. Slaves To Addiction
10. Fame
11. World On Fire
12. La Fuerza Del Ser (Bonus Song)

Jannis

JUDICATOR – The Last Emperor

Band: Judicator
Album: The Last Emperor
Spielzeit: 54:36 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 30.03.2018
Homepage: www.judicatormetal.bandcamp.com

JUDICATOR, eine amerikanische Power Metalband die ich seit ihrem Album „Sleepy Plessow“ echt auf dem Zettel habe! Die beiden Masterminds Tony Cordisco und John Yelland schaffen es mit wenig Kohle und komplett aus eigener Tasche sehr ordentliche Power Metalalben zu produzieren, die mächtig nach deren großen Vorbildern BLIND GUARIAN tönen.
Da trifft es sich für die beiden doch sehr gut, und vermutlich ist auch ein großer Traum in Erfüllung gegangen, dass auf ihrem neusten Konzeptalbum „The Last Emperor“ ein gewisser Hansi Kürsch als Gastsänger zu hören ist!
Das Konzept bzw. die Geschichte auf dem neuen Album beschäftigt sich mit dem ersten Kreuzzug.
Als Opener fungiert direkt das Titelstück „The Last Emperor“ der schon mal ordentlich loslegt und einen schönen mehrstimmigen BLIND GUARDIAN Gedächtnischorus parat hält. Zum Anfang mag man sich noch in einem Midtemposong fühlen, aber relativ schnell nimmt das Doublebass Drumming Überhand und es geht dann knallhart zur Sache! Ein toller Einstieg!
Kompakter und eine Spur eingängiger geht es dann beim folgenden „Take up your Cross“ zur Sache. Hier ist man schön melodisch unterwegs und nimmt etwas den Fuß vom Gas was der Band auch sehr gut zu Gesicht steht.
Den Fuß vom Gas nimmt man dann beim anschließenden „Raining Gold“ definitiv nicht, sondern drückt es bis zum Bodenblech durch und ballert uns hier einen Song vor den Latz bei dem die Nackenmuskeln ganz schön leiden müssen!
Fast in der Mitte des Albums kommt dann das auf das viele vermutlich sehnlichst gewartet haben, der Gastauftritt von Hansi Kürsch. Und, man mag es sich schon denken, der gute Hansi veredelt einen tollen Song nur noch mehr und macht das Ganze wahrlich zu einem BLIND GUARDIAN Export, so das hier jeder Melodic Power Metalfan zufrieden sein sollte.
Das letzte Drittel wird dann stark und sehr kraftvoll, nach einem verhaltenen Beginn, von „Antioch“ eingeleitet bevor es mit „Nothing but Blood“ kraftvoll weitergeht und ein starkes, neues JUDICATOR Album mit dem epischen „It falls to Jerusalem“ und dem abschließenden melodischen „King of Rome“ sein Ende findet.

Anspieltipps:

Hier sollten euch am Ehesten „Take up your Cross“, „Spiritual Treason“, „Antioch“, „It falls to Jerusalem“ sowie “King of Rome” Freude machen.

Fazit :

Erneut kann ich mich nur wundern was die Jungs von JUDICATOR in Eigenregie so auf die Beine stellen! Ein tolles neues Album mit einer interessanten Konzeptgeschichte hat man hier im Gepäck, mit Hansi Kürsch hat man einen starken Gastbeitrag und auch der Großteil der Songs ist absolut nicht von schlechten Eltern!
Das Album kann noch dazu, relativ preisgünstig über die angegebene Bandcamp Seite bezogen werden, da sollten interessierte Fans nicht lange warten.
Definitiv die bis dato beste Scheibe der Amerikaner von JUDICATOR!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Last Emperor
02. Take up your Cross
03. Raining Gold
04. The Queen of all Cities
05. Spiritual Treason (ft. Hansi Kürsch)
06. Antioch
07. Nothing but Blood
08. It falls to Jerusalem
09. King of Rome

Julian

TOMORROW’S OUTLOOK – A Voice Unheard

Band: Tomorrow’s Outlook
Album: A Voice Unheard
Spielzeit: 71:50 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Battlegod Productions
Veröffentlichung: 06.04.2018
Homepage: www.facebook.com/tomorrowsoutlook

Die Norweger sind wieder da! Dieses Mal ohne Corpsepaint, stattdessen mit starkem melodischen Heavy Metal und über 70 Minuten Material. Das ist durchaus eine Ansage. TOMORROW’S OUTLOOK gibt es nun seit etwas über zehn Jahren und mit “A Voice Unheard” steht ihr zweites Album in den Startlöchern. Die Vocals teilen sich Tony Johannessen von THUNDERBOLT und Ralf Scheepers (GAMMA RAY, PRIMAL FEAR), dementsprechend muss über die großartige Gesangsleistung kein weiteres Wort verloren werden. Auch die Arbeit der Instrumentalfraktion liefert keinen Grund zum Meckern, werfen wir also direkt einen Blick auf die Musik.
“A Voice Unheard” klingt klassisch, viele Parts erinnern stilistisch an MAIDEN, wirken jedoch nicht abgekupfert sondern eher “inspiriert” von ihnen. Kein Grund zur Kritik also. Die Instrumentierung ist relativ basic, Keyboards sucht man größtenteils vergeblich, wenn man sie denn sucht. Die Produktion geht absolut klar. Die einzelnen Songs übrigens auch.
Schon der erste Track “Within The World Of Dreams” macht ab der ersten Sekunde Bock auf mehr. Eingeleitet von ruhigen cleanen Gitarren entwickelt sich das Ding zu einem treibenden Uptemposong, der in den Strophen interessanterweise sehr doomig klingt, während der Refrain im fröhlichen MAIDEN-Gewand daherkommt.
Ein starker Chorus auch bei “Descent” und im Titeltrack des Albums – Refrains mit Wiedererkennungswert können die Herren. Bei “Fly Away” gibt es dann bangbaren Midtempo-Power-Metal, ebenfalls auf hohem Niveau und “One Final Prayer” feiert mit abermals sehr schöner Melodieführung im Uptempomodus umher.
Was darf nicht fehlen? Korrekt, eine Ballade. “The Enemy” macht als Ballade alles richtig, startet mit cleanen Gitarren hinter Ralf, dem man eine sehr schöne Melodielinie gegönnt hat, die er problemlos perfekt umsetzt. Und dann entwickelt sich das gute Stück über knapp sechs Minuten hin zu einem sehr fetten Stück Metal. Nicht übel!
Kritikpunkte? Nö, keine relevanten. Naja, die üblichen halt. Zwei oder drei der Songs auf “One Final Prayer” zünden nicht ganz so gut wie die anderen, einige Part fallen unspektakulärer aus als andere, aber niemand ist perfekt. Für den klassischen Heavy Metal sind TOMORROW’S OUTLOOK jedenfalls eine Bereicherung. Das ganze Album klingt natürlich, authentisch und vor allem verdammt erfrischend, mit smarten Arrangements, tollen Melodieideen und einer Band, die ihr Handwerk souverän beherrscht. Das dann noch abgerundet mit zwei großartigen Sängern – Hut ab, meine Freunde!

Anspieltipps:
“Within The World Of Dreams”, “A Voice Unheard”, “One Final Prayer” und “The Enemy”

Fazit:
Ist eigentlich alles gesagt, oder? Sehr gutes Album, reinhören, dann kaufen. Viel Spaß!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Within The World Of Dreams
02. Descent
03. Through Shuttered Eyes
04. A Voice Unheard
05. Outlaw
06. Times Of War
07. The Enemy
08. One Final Prayer
09. Fly Away
10. Nothing Shall Remain
11. Darkside Of Aquarius (Bruce Dickinson Cover)
12. Slave To The Evil (Aria Cover)

Jannis

SHADOWKEEP – Shadowkeep

Band: Shadowkeep
Album: Shadowkeep
Spielzeit: 55:00 min.
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 30.03.2018
Homepage: www.shadowkeepmetal.co.uk

Es gibt gute Albumcover, akzeptable Albumcover und unschöne Albumcover. Knapp darunter kommt das Cover des neuen SHADOWKEEP-Albums. Aber das nur so am Rande. Zum Wesentlichen: Nach zehn Jahren Stille folgt mit “Shadowkeep” nun das vierte Album der Briten, die seit einigen Monaten mit niemand anderem als James Rivera (VICIOUS RUMORS, HELSTAR) am Mic unterwegs sind.
Über elf Tracks und mit knapp einer Stunde Spieldauer fällt die Scheibe üppig aus, die laut des Promotextes Prog Power Metal beinhaltet. Das kann man so unterschreiben, obgleich es gegebenenfalls ein wenig irreführend formuliert sein könnte. “Shadowkeep” ist stark amerikanisch angehauchter Power Metal, der praktisch keyboardfrei ausfällt und seinen Prog-Faktor primär aus seiner Arbeit mit diversen Taktarten bezieht. Natürlich dürfen auch einige NWOBHM-Einflüsse nicht fehlen, schließlich bestehen SHADOWKEEP bis auf Rivera aus Briten, diese sind jedoch vergleichsweise selten. Auf Kitsch und epische Gänsehautparts wurde auf “Shadowkeep” nahezu komplett verzichtet. Zwar gibt es zwei Balladen, das SAXON-balladige “Little Lion” und das athmosphärische “Never Forgotten”, die beide jedoch glücklicherweise sehr gelungen sind und nur wenig Pathos an den Tag legen.
Der Rest ist flott, straight, korrekt produziert und von Riveras Stimme auch in höchsten Höhen noch vorbildlich gekrönt.
Alle Songs agieren dabei mindestens auf einem stabilen Niveau. Spätestens die Soloparts überzeugen, die durch die Bank Applaus verdienen. Auch sonst können SHADOWKEEP was. Alleine “Isolation” mit seinem bösen Mittelteil, den leicht corigen Drums während der Strophe und der treibenden Gitarrenarbeit im Refrain ist ein klarer Treffer. Nicht minder Gas gibt “The Sword Of Damocles”, ein reines Instrumental, bevor mit “Immortal Drifter” der Härtegrad locker gehalten wird und zudem eine gute Portion priestige Britishness serviert wird. Abermals mit wahnsinnigem Mittelteil, versteht sich.
Natürlich ist man jedoch auch im Midtempo zuhause, was “Horse Of War” einwandfrei belegt, mit coolem Strophenkonzept und recht eingängigem Refrain – leider, und hier ist Kritik nötig, einer der wenigen eingängigen Parts auf “Shadowkeep”. Denn während die Songs in ihrer ganzen Länge stark komponiert sind, war man bei der Komposition der einzelnen “Untermelodien” doch streckenweise zu wenig kreativ und bleiben nicht wirklich in Erinnerung. So mögen SHADOWKEEP hinsichtlich ihrer Taktarbeit progressiv sein; hinsichtlich ihrer Melodien sind sie es kaum, viel eher klassischer Heavy Metal mit viel US und etwas weniger UK drin. Daran könnte man noch etwas arbeiten. Egal, trotzdem ein gutes Album!

Anspieltipps:
“Isolation”, “Never Forgotten”, “Horse Of War” und “Immortal Drifter”

Fazit:
“Shadowkeep” ist alles andere als Karohemden-Hornbrillen-Prog. “Shadowkeep” ist straighter Heavy Metal mit Power-Metal-Nouancen und einigen progressiven Elementen. Nicht der ganz große Wurf, aber nicht überkeyboardet, einwandfrei gespielt und hervorragend gesungen. Da kann man über das Cover schon mal hinwegsehen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Atlantis
02. Guardians Of The Sea
03. Flight Across The Sand
04. Horse Of War
05. Little Lion
06. Angels And Omens
07. Isolation
08. Never Forgotten
09. The Sword Of Damocles
10. Immortal Drifter
11. Minotaur

Jannis

IGNITION – Guided by the Waves

Band: Ignition
Album: Guided by the Waves
Spielzeit: 46:41 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Roll the Bones Records
Veröffentlichung: 11.11.2017
Homepage: www.ignitionmetal.com

2015 gründete sich aus den Überresten von SYNASTHASIA und BLOOD OF GOD die Power Metalband IGNITION. Bislang veröffentlichten die Jungs die EP „We are the Force“ 2016, die in Eigenproduktion entstand, und mit vielen Livegigs mit so Bands wie TESTAMENT, AMORPHIS oder RAGE einherging.
Nun steht aber endlich das Debütalbum der Band mit dem Titel „Guided by the Waves“ ins Haus auf das die dürstende Metalgemeinde, nach der schon mit ordentlichen Kritiken versehenden EP, sehnlichst gewartet hat!
Als Opener gibt es „We are the Force“, welches ja schon auf der EP zu finden war, direkt auf die Ohren. Schnell, druckvoll und klassisch tönt der Song aus den Boxen und im Chorus wird das Ganze schön eingängig. Der raue Gesang von Fronter Dennis Marschallik erinnert am ehesten an LONEWOLF würde ich sagen, aggressiv und kraftvoll!
Ein toller Opener, der so gleich mit dem ebenfalls eingängigen, wenn auch nicht ganz so harten „A Whisper from the Dark“ qualitativ hochwertig fortgeführt wird.
Der Einstieg ist schon mal bestens gelungen und nach einem kurzen Durchhänger bei „Unstoppable“ geht man bei „Into the Fire“ wieder schön steil und man kann hier wieder schön mitgehen.
Auch im anschließenden Mittelteil werden uns tolle Songs geboten! Hier sind als Beispiele das eingängige „In Glory or the Sand“ oder der Titeltrack „Guided by the Waves“, welches sich ebenfalls auf unserer Hitliste wiederfindet, zu nennen.
Viel Blöße gibt man sich auch im weiteren Verlauf der Platte nicht, gut der ein oder andere Song benötigt manchmal, wie zuvor aber auch schon, etwas länger zum zünden, aber wenn man dann so geile Tracks wie „Valhalla`s Calling“ oder das abschließende „For the Fallen“ in der Hinterhand kann notentechnisch nicht viel schief gehen!

Anspieltipps:

Mit „We are the Force“, „A Whisper from the Dark“, „Into the Fire“, “Guided by the Waves” und “For the Fallen” solltet ihr direkt klar kommen.

Fazit :

Keine Frage IGNITION haben ein sehr überzeugendes Debütalbum eingespielt und vorgelegt. Die Mischung aus Power mit Epic Metal überzeugt auf Anhieb, das Wikinger und Schlachtenthema erinnert etwas an STORMWARRIOR oder LONEWOLF und in diese Ecke bzw. für diese Fans würde ich das Ganze auch empfehlen.
Die Jungs sollte man auf jeden Fall für die Zukunft auf der Landkarte haben, ich bin gespannt wie es mit der Band weitergeht und freue mich schon auf das nächste Album!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. We are the Force
02. A Whisper from the Dark
03. Unstoppable
04. Into the Fire
05. In Glory or the Sand
06. I`ll take the Shelter
07. Reveal my Way
08. Guided by the Waves
09. Into the Battle
10. Valhalla`s Calling
11. For the Fallen

Julian

THAUROROD – Coast of Gold

Band: Thaurorod
Album: Coast of Gold
Spielzeit: 50:20 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Drakkar Entertainment
Veröffentlichung: 16.02.2018
Homepage: www.thaurorod.com

Die finnischen Power Metaller von THAUROROD mussten in ihrer Karriere schon einige Hindernisse aus dem Weg räumen, inklusive nicht endend wollender Besetzungswechsel!
Auf dem letzten Album „Anteinferno“, welches 2013 bei NoiseArt Records erschien, war dann zum ersten Mal der neue Sänger Andi Kravljacas zu hören, der die Band auf jeden Fall auf eine neue Stufe gehoben hat und dem Album ordentlich Dampf und Qualität verliehen hat.
Dies möchte man natürlich auf dem neuen, dritten Album „Coast of Gold“ nochmal steigern bzw. fortsetzen! Man hat aber nicht nur ein neues Album im Gepäck, sondern, mit Drakkar Entertainment auch ein neues Label welches der Band jetzt den Rücken freihalten soll, damit man den Siegeszug durch das Power Metal Genre weiter fortsetzen kann!
Mit dem Opener „Power“ steigt die Truppe in das neue Album ein. Und der Titel ist hier Programm, denn es geht kraftvoll und flott zur Sache. Mit einem eingängigen Chorus ausgestattet ist die Nummer definitiv ein guter Opener, der Lust auf mehr macht.
Nach dem, zwar ebenfalls guten, aber nicht so eingängigen „The Commonwealth Lives“ geht es mit dem Titelstück „Coast of Gold“ wieder ins obere Qualitätsregal, was auch für das folgende „24601“ zutrifft.
In der Mitte des Albums hat sich mit „Cannibal Island“ der nächste Hit versteckt. Dieser bahnt sich mit Vollspeed seinen Weg aus den Boxen und wartet ab und an mit leicht spookygen Kindergesang auf.
Viele Ausrutscher, ganz genau gesagt gar keinen, leistet man sich auch im Verlauf der weiteren Platte nicht, so dass man hier wunderbar am Stück durchhören kann.
Ein weiterer absoluter Kandidat für unsere Hitliste erwartet uns dann mit dem abschließenden „Halla“ welches ruhig, episch und leicht Folk geschwängert dieses tolle Power Metal Album abschließt!

Anspieltipps:

Hier sind auf jeden Fall „Power“, „Coast of Gold“, „24601“, „Cannibal Island“ und „Halla“ zu nennen.

Fazit:

THAUROROD scheinen endlich stabil zu sein, haben ihre Besetzungswechsel hinter sich gelassen und ballern uns, nach dem letzten Comeback Album „Anteinferno“ mit ihrem neuen Album erneut ein kompaktes, schnelles und eingängiges Power Metal Album um die Ohren!
Und auch genau für diese Zielgruppe dürfte der Diskus ein gefundenes Fressen sein, also ab mit euch in den Plattenladen eures Vertrauens und sich das Teil gesichert!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Power
02. The Commonwealth Lives
03. Coast of Gold
04. 24601
05. Feed the Flame
06. Cannibal Island
07. Into the Flood
08. My Sun will Rise
09. Illuminati
10. Halla

Julian

LIONE / CONTI – Lione / Conti

Band: Lione / Conti
Album: Lione / Conti
Spielzeit: 47:36 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 26.01.2018
Homepage: www.facebook.com/LioneConti

Nochmal in Kurzform: Am Anfang waren RHAPSODY, die sich später in RHAPSODY OF FIRE umbenannten, sich 2011 in RHAPSODY OF FIRE (mit Fabio Lione am Mic) und LUCA TURILLI’S RHAPSODY (mit Alessandro Conti als Sänger) aufsplitteten und sich 2017 in Teilen für eine 20-Jahre-RHAPSODY-Reunion, abermals unter dem Namen RHAPSODY, temporär wieder zusammenschlossen. Weil das alles noch nicht unübersichtlich genug ist – und weil italienische Power-Metal-Bands eine gechillte Truppe sind – hat sich mit LIONE / CONTI ein weiteres Projekt aus dem Hause RHAPSODY formiert, das aus den aktuellen Sängern beider Bands besteht. Normal. Aber genug der Stammeskunde.
Das nach den Nachnamen des Vokalistenduos benannte Album wurde produziert von Simione Mularoni und das, wie man von einem Projekt dieser Größe wohl erwarten kann, souverän ohne Ende. Auch für die Komposition zeichnet sich der DGM-Gitarrist verantwortlich – was dazu führt, dass sich “Lione / Conti” trotz seines RHAPSODY-Vocal-Overkills von anderen Veröffentlichungen der Italiener abhebt.
Klar, das Ganze ist Power Metal in Reinform, doch um einiges weniger orchestral (Keine Sorge, es gibt immer noch genug Orchestralbombast, nur eher unterstützend als dominant), etwas weniger dramatisch, etwas moderner anmutend, etwas straighter.
Innerhalb des Power Metals werden alle Komponenten ausgepackt, die in diesem Genre von Bedeutung sind: Da gibt es treibende Uptempo-Doublebass-Tracks wie “Glories” und “Gravity”, die obligatorische pathetisch-epische Ballade (“Somebody Else”, ist kitschig aber gelungen) und mit “You’re Falling”, “Truth” und “Crosswinds” auch eine stabile Menge Midtempogestampfe. Das Ganze wird garniert mit fetten Refrainmelodien, fixen Gitarrensoli und viel Synthesizer-Party. Ach ja, und zwei Sängern. Die machen beide natürlich einen herausragenden Job, bewegen sich dabei aber meist in sicheren Sphären. Ähnlich verhält es sich mit der Komposition: An sich ist sie top, geht ins Ohr, langweilt nicht – aber auf Experimente wird eben weitestgehend verzichtet. Stattdessen gibt es gelungene Power-Metal-Melodien aus dem geheimen Profi-Lehrbuch, eingebunden in die klassische Struktur aus Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, obligatorischem Solopart (Die hätte man echt etwas liebevoller gestalten können) und abschließendem Refrain in etwas fetter, in dem das Goldkehlchenduo dann ab und zu auch mal in höheren Sphären intonieren darf.
Nein, langweilig ist das nicht, an sich machen die Kompositionen durchgehend Spaß und halten zweifelsohne durchgängig ihr hohes Niveau, aber bei einem Kollabo-Album dieser Art hätte man sich ab und an ein wenig mehr Innovation oder zumindest eine etwas krassere Demonstration des Könnens von dieser spielerisch und kompositorisch ohne Frage sehr starken Band gewünscht.

Anspieltipps:
“Misbeliever”, “Gravity”, “Truth” und “You’re Falling”

Fazit:
Kam das gerade etwas zu negativ rüber? Dann seid beruhigt, “Lione / Conti” ist ein absolut starkes Power-Metal-Album, dem man als RHAPSODY/RHAPSODY-OF-FIRE/LUCA-TURILLI’S-RHAPSOY-Fan allein schon aufgrund der Sängerkombination und als Power-Metaller aufgrund der allgemeinen Qualität des Releases ein Ohr leihen sollte. Party on Fabio! Party on Alessandro!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ascension
02. Outcome
03. You’re Falling
04. Somebody Else
05. Misbeliever
06. Destruction Show
07. Glories
08. Truth
09. Gravity
10. Crosswinds

Jannis

DON`T DROP THE SWORD – Path to Eternity

Band: Don`t drop the Sword
Album: Path to Eternity
Spielzeit: 63:57 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 01.11.2017
Homepage: www.dontdropthesword.de

Jetzt kommt eine ganz besondere Newcomer Perle für Freunde des Power Metals im Stile von den Genregrößen von BLIND GUARDIAN, HAMMERFALL oder MANOWAR. Die Rede ist von den Jungs von DON`T DROP THE SWORD die im letzten Jahr schon ihr Debütalbum „Path to Eternity“ in Eigenproduktion veröffentlicht haben.
Ehre wem Ehre gebührt und so besprechen wir natürlich auch noch dieses, nun nicht mehr ganz taufrische Album! Aber drei Monate ist ja quasi nix, von daher.
Da ich ja absoluter Anhänger und Bekenner von BLIND GUARDIAN bin, war ich gespannt ob die Jungs wirklich die genannten Faves mit der Muttermilch aufgesaugt haben!
Flugs starten wir mit dem Albumopener „Guardians of Light“. Dieser läuft mit einem cinematischen Part langsam an und steigert sich dann zu einem schnellen Midtempotrack der als Opener bestens funktioniert und den Hörer neugierig macht.
Das anschließende „Rotten Wings“ ist ebenfalls ein Midtemposong der aber mit seinem eingängigen Chorus wesentlich besser punkten kann als der Opener!
Als Nächstes kann man mit dem epischen, hymmnischen „To the Proud a Grave“, welches wunderbar die alten BLIND GUARDIAN Vipes wiederspiegelt punkten, bevor das klassische „Blood will decide“ ordentlich den Staub aus den Boxen bläst.
Der Mittelteil der Scheibe kann nicht komplett überzeugen, hier bleibt leider nicht so viel hängen im Vergleich zu dem starken ersten Drittel.
Aber bei 14 Songs sind ein paar Durchhänger durchaus zu verschmerzen.
Und wie auf Kommando geht es bei „Jester`s Tears“ dann auch wieder steil nach oben was die Qualität angeht. Hier wird ordentliches „The Bard`s Song“ Feeling verströmt und man fühl sich ins Mittelalter und ans Lagerfeuer zurückversetzt, ganz so wie beim großen Vorbild!
Im letzten Abschnitt hat man dann noch mit „King of the Dragon Age“ und vor allem mit dem abschließenden Titeltrack „Path to Eternity“ zwei weitere Volltreffer im Gepäck die einem direkt munden sollten.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall solltet ihr euch mit „Rotten Wings“, „To the Proud a Grave“, „Blood will decide“, „Jester`s Tears“ und „Path to Eternity“ direkt beschäftigen.

Fazit :

BLIND GUARDIAN Puristen kommen mit dem Debütalbum von DON`T DROP THE SWORD auf jeden Fall auf ihre Kosten! Zwar ist das gute Stück vielleicht etwas zu lang geraten, was man an dem ein oder anderen Durchhänger speziell in der Mitte merkt, aber ansonsten gibt es hier für den geneigten Metaller nicht viel zu meckern!
Daher gibt es auch eine ganz klare Kaufempfehlung für die Zielgruppe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Guardians of Light
02. Rotten Wings
03. We deal in Lead
04. Drums in the Deep
05. To the Proud a Grave
06. Blood will decide
07. Banished to Nightly Realms
08. Wastelands of War
09. Siren Song
10. Jester`s Tears
11. Hero of all Times
12. King of the Dragon Age
13. Saphire Skies
14. Path to Eternity

Julian

ÖBLIVÏON – Resilience

Band: Öblivion
Album: Resilience
Spielzeit: 51:46 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Rock’n’Growl
Veröffentlichung: 23.02.2018
Homepage: www.oblivion-metal.com

Frankreich ist nicht unbedingt das Land, das man akut mit Power Metal in Verbindung bringen würde. Doch natürlich wirft praktisch jede Nation hin und wieder mal ein stählernes Früchtchen ab – und ÖBLIVIÖN, die am 23.02. ihr erstes Album veröffentlichen, machen eine große Menge richtig. Ganz verwunderlich ist das nicht, schließlich finden sich im LineUp der Band insgesamt drei Ex-Mitglieder von NIGHTMARE, womit eine gewisse Qualität garantiert sein sollte.
Sänger Jo Amore (ebenfalls ex-NIGHTMARE) überzeugt auf dem einwandfrei produzierten Debut mit einer spürbar reibeisigen, leicht an DIO erinnernden Stimme und hält sich dabei manchmal etwas zu wenig an die Taktvorgaben seiner Band. Nicht weiter schlimm, häufig funktioniert diese stilistische Eigenart auf “Resilience” ziemlich gut.
Musikalisch bewegt man sich durchgängig im Power-Metal-Bereich, wagt kleinere Ausflüge in den traditionellen Heavy Metal, klassischen Hard Rock oder verwendet progressive Elemente. Garniert wird dieses Konzept stets durch – ausschließlich orchestrale – Synths und Chöre, die allesamt verdammt gut produziert sind und der Scheibe ab und an einen gewissen Filmtrailer-Soundtrack-Flair verleihen.
Das ist bereits beim Intro nicht mehr zu leugnen und ändert sich im Verlauf des Albums keineswegs.
Die Songs auf “Resilience” sind größtenteils individuell, auch wenn sich die meisten von ihnen nach dem ersten Hördurchlauf wohl noch nicht festgesetzt haben werden. Generell haben ÖBLIVIÖN nämlich Spaß daran, astreine Power-Metal-Refrains hinter einer für Power-Metal-Verhältnisse recht hohen Grundhärte zu “verstecken”, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist, auf “Resilience” aber sehr harmonisch wirkt.
Und abgesehen von einigen, durchaus netten, Lückenfüllern wie “The Race Is On” oder “Shine In My Galaxy” hat die Scheibe der Ost-Franzosen einige potentielle Hits auf Lager. Allen voran “Bells From Babylon” mit seiner wunderbaren Gitarrenarbeit im Refrain, “Evil Spell” mit seiner unkonventionellen Strophengestaltung und das durchweg außerordentlich gelungene “Facing The Enemies”, das mit sehr klassischer Riffarbeit und einer spektakulären Chorusmelodie aufwartet.
Kritik? Nun, manchmal scheinen sich die Jungs von ÖBLIVIÖN etwas zu sehr auf ihre zugegebenermaßen überzeugende musikalische Nische zu verlassen und die kompositorische Komponente dabei zu vernachlässigen. An einigen Stellen klingt “Resilience” zwar top, liefert währenddessen aber Melodien, in die man mehr Liebe hätte stecken können. So wirken Parts des Albums musikalisch etwas zu nebensächlich, worüber auch die Leistungen der Musiker, die Produktion und das Soundkonzept der Band nicht hinwegtäuschen können. Gott sei Dank trifft das nicht allzu häufig zu, womit die erste Veröffentlichung von ÖBLIVIÖN insgesamt nach wie vor ein echt gelungenes Stück härterer Power Metal ist.

Anspieltipps:
“Bells From Babylon”, “Evil Spell” und “Facing The Enemy”

Fazit:
Wer leicht progressiven, symphonischen Power Metal mit einer guten Portion Eier mag, der sollte ÖBLIVIÖN mal eine Chance geben. Zumal auf der Bonus-DVD ein kompletter Konzertmitschnitt am Start ist, der in Sachen Bild- und Tonqualität ziemlich in Ordnung ist und neben den auf dem Hauptalbum vertretenen ÖBLIVIÖN-Songs auch noch drei Live-Versionen alter NIGHTMARE-Songs bietet. So gehört sich Fanservice!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Spectral Warrior
02. Honor An Glory
03. In The Arms Of A Queen
04. Bells From Babylon
05. Shine In My Galaxy
06. I Thought I Was A King
07. Evil Spell
08. Punished By The Crowd
09. Facing The Enemies
10. Race Is On
11. Dreamers Believers

Jannis

SQUEALER – Behind Closed Doors

Band: Squealer
Album: Behind Closed Doors
Spielzeit: 52:36 min.
Stilrichtung: Power Thrash Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 23.02.2018
Homepage: www.squealer.de

Liebe Metalbands dieser Erde: Manchmal ist kein Intro besser als ein uninspirierter Orchestral-Keyboard-Einminüter. Womit wir auch schon beim absolut nebensächlichen Hauptkritikpunkt von SQUEALERs neuem Longplayer “Behind Closed Doors” wären, denn der ein wenig billig klingende Synth-Opener schraubt die Erwartungen doch erst einmal runter, auch wenn das Motiv in Track 2 durch die Gitarren zugegebenermaßen sehr gut weiterentwickelt wird. Aber halten wir uns nicht am Intro auf. Das mitlerweile achte Album der Nordhessen ist eine extrem starkes Stück melodischen Thrash Metals mit Heavy- und Power-Einflüssen und für einige Überraschungen gut.
Die Produktion ist on Point, kombiniert druckvollen Sound mit einer leckeren Portion Natürlichkeit. Die Band kann nicht nur spielen, sondern hat zudem auch noch massig Talent hinsichtlich des Bastelns von Songstrukturen und Melodielinien im Gepäck. Nach dem Tod von Sänger und Gründungsmitglied Andreas “Henner” Allendörfer steht nun Sebastian Werner vor dem Mic, der sowohl bei melodischen als auch bei unmelodischen Gesangsparts ein stählernes Kehlchen vorzuweisen hat und mit Gespür für ein wenig Theatralik aus den Gesangslines das letzte herauszuholen weiß.
Musikalisch ist “Behind Closed Doors” wunderbar vielseitig. Während Songs wie “Dream Shot” oder “Brainwash” als klassische Thrasher daherkommen, mit angemessenem Gekeife und Zwei-Wort-Refrains, entpuppt sich “Time Goes By” als ein Song, der einer der stärksten auf GAMMA RAYs “No World Order” sein könnte.
“Into The Past” haut neben der super gestalteten Strophe und dem 1A-Power-Metal-Refrain noch einen nicht minder gelungenen an neuere RAGE erinnernden Mittelteil raus und der unnormal energiegeladene Chorus des ansonsten hörbar KREATORigen “Modern World Maniacs” sucht eh seinesgleichen.
Allgemein ist SQUEALER eine der Bands, die weder die Strophen im immer gleichen Rhythmus auf maximal zwei Akkorden runterbetet oder im Mittelteil notwendigerweise kurz ein obligatorisches Solo dahinknattert. “Behind Closed Doors” ist durchgängig unterhaltsam, leistet sich immer wieder Experimente und holt aus nahezu jedem Part alles raus, was in der heutigen Zeit des Zwei-Jahre-Veröffentlichungstakts nicht unbedingt die Normalität darstellt.
Und zu guter Letzt noch ein Wort zum letzten Track “MOTM”: Wem auf der Platte noch etwas Hard Rock, Midtempo-Heavy-Metal, leichte Stoner-Nuancen und ein ALICE-COOPER-Powerballadenchorus mit großartiger Orgelunterstützung und Gänsehautgarantie gefehlt haben: Bitte, da habt Ihr es. Das Ding rechtfertigt den Kauf einer Anlage mit Repeat-Funktion.

Anspieltipps:
“Dream Shot”, “Time Goes By” und “MOTM” – um mal einen Einblick in das Facettenreichtum dieses kleinen Underground-Meisterwerks zu bekommen.

Fazit:
SQUEALER sind eine dieser Bands, die seit einer Ewigkkeit existieren und dafür viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Die Jungs können aggressive Härte ebenso gut wie spannende Melodien und die Vocals, mögen sie beim zweiten Track stellenweise noch etwas dünn klingen, runden die Sache auf edelste Weise ab. Ach ja, und für eine deutsche Metalband sind die Lyrics wirklich gut! Explizite Reinhörempfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Madnecessity
02. Behind Closed Doors
03. Time Goes By
04. Dream Shot
05. Foolish Man’s Invasion
06. Into The Past
07. Brainwash
08. Fate
09. Modern World Maniacs
10. Worlds Collide
11. M:O:T:M

Jannis