MOB RULES – Stories From The Verdant Vale

Trackliste:

01. Savage Land Reprise
02. Master Of The Black Crow
03. Masquerade Ball
04. Above The Maelstrom
05. Balance Of Power
06. Celebration Day (2014 Version)
07. Insurgeria (2014 Version)
08. Coast To Coast (2014 Version)
09. End Of All Days (2014 Version)
10. Broken

 

Spielzeit: 43:34 min – Genre: Power/Heavy Metal – Label: ROAR – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.facebook.com/mobrulesband

 

Da war ich ja wohl kurz überrascht, als kein Jahr nach „Rise Of The Ruler“ wieder ein MOB-RULES-Album auf der Promoliste stand. „Stories From The Verdant Vale“ kam am 21. August in unsere Zivilisation und ist, genau genommen, kein Album. Behaupten MOB RULES aber auch nicht.
Was ist das Ding nun genau? Also, „Rise Of The Ruler“ gab es mit Bonus-CD, auf der fünf exklusive richtige weitere Songs drauf waren. Die bilden die ersten fünf Tracks auf „SFTVV“ ab. Dazu gibt es noch fünf weitere Songs aus dem Jahr 2014. Zum einen den Song „Broken“ und dazu vier weitere frühe Songs der Norddeutschen mit Gaststars wie Amanda Somerville und Udo Dirkschneider.
Warum das ganze? Nun, vor allem, um die Sachen auch mal auf Vinyl zu veröffentlichen, die bislang nur auf CD veröffentlicht wurden, und um die Bonustracks von „ROTR“ auch mal würdig online zu präsentieren.
Haken wir zuerst einmal die letzten fünf Songs ab. „Broken“ ist intensiv und knallt gut, die anderen älteren Tracks mit Gast-Performances sind in Sachen Instrumentalarbeit durchweg leicht anders als die Originale und alle stabil. Ich meine, stellt Euch halt diese Songs in ein bisschen angepasst und mit entsprechenden Gästen vor, dann wisst Ihr, was Euch erwartet. Da sie von 2014er Aufnahmen stammen, klingen sie deutlich anders als die ersten fünf Tracks, aber man gewöhnt sich schnell um. MOB RULES hatten schließlich noch nie eine Zeit, in der ihre Produktion schlecht klang.
Die ersten fünf Songs sind ebenfalls stabil. „Savage Land Reprise“ ist ein nettes Intro mit etwas lieblosen Drums und schönen „Savage Land“-Zitaten. Danach gibt es mit „Master Of The Black Crow“ den klassischen Nach-vorne-Geher, das schwerere und sich zum Ende intensivierende „Masquerade Ball“, mit „Above The Maelstrom“ den fetten balladigen Kollegen und dann noch „Balance Of Power“, das wieder mehr abgeht.
Orchestersounds sind, wenn vorhanden, ziemlich im Hintergrund, der Stil der fünf Songs eher an die frühen Werke angelehnt, die Produktion aber zeitgemäß MOB-RULESig.
Und qualitativ? Nun, besteht das Ding halt aus Songs, die es eher auf die Bonus-Disk schaffen. Unter den ersten fünf Tracks findet man durchgängig gute Songs, aber nun auch nicht einen oder zwei der besten neueren MOB-RULES-Songs. Die Songs danach sind was für die Fans, die ein paar der Hits von damals um ein paar andere gute Stimmen des Genres erweitert hören wollen.

Fazit:
„Stories From The Verdant Vale“ ist was für die Vinyl-Ultras der Band. Also verspätete Bonus-Beigabe für Fans, die „Rise Of The Ruler“ nur ohne Bonus-CD kennen, kann man dem Ding selbstverständlich auch mal eine Chance geben, ebenso als Verehrer früher MOB-RULES-Tage. Ohne Frage nice to have, aber eben eher Nischeninteresse als das letzte – oder nächste – vollwertige MOB-RULES-Album.

Anspieltipps:
„Masquerade Ball“, „End Of All Days“ und „Broken“

Jannis

MOB RULES – Rise Of The Ruler

Trackliste:

01. The Fall Of Dendayar
02. Exiled
03. Future Loom
04. Dawn Of Second Sun
05. Back To Savage Land
06. Trial And Trail Of Fear
07. Providence
08. Nomadic Oasis
09. Coast Of Midgard
10. On The Trail
11. Equilibrium (Rise Of The Ruler)

Spielzeit: 46:42 min – Genre: Power Metal – Label: ROAR – VÖ: 22.08.2025 – Page: www.facebook.com/mobrulesband

 

MOB RULES sind wieder da mit einem neuen Album namens „Rise Of The Ruler“, um sich ihre gewohnte hohe Punktezahl in der Rock Garage abzuholen. Bei den deutschen Power Metallern ist eine Rezension generell etwas witzlos, da sie halt im Endeffekt auf ein „Jap, ist wieder geil geworden“ hinausläuft, aber kann ja sein, dass es dieses Mal anders ist, also lest bitte weiter.

Jah, okay, ist wieder genau so, danke für die Aufmerksamkeit. Das geht los bei der Optik, das Cover ist ja mal richtig schick. Weiter geht’s dann beim Sound, der bei MOB RULES nie schlecht war und in neueren Phasen der Truppe so richtig schön voll fett saftig klingt, mit gut Druck und Definiertheit. Auch die Instrumentalarbeit ist gewohntermaßen on Point und Sänger Klaus macht ebenfalls ganz normal einen hervorragenden Job, wobei er irgendwie ein wenig anders klingt als sonst, aber vielleicht denke ich das auch nur. Auf jeden Fall weiterhin geil.
Wenn man MOB RULES bislang nicht kannte, sei sowohl Reinhören in die aktuellen als auch in die frühen Werke der Band empfohlen. Die ersten Alben („Savage Land“ und „Temple Of Two Suns“ hier einmal als Albun #1 und #2 genannt) haben durchaus einige der Trademarks, die MOB RULES auch heute noch ausmachen, sind aber im Klang und auch in der Komposition schon anders als neuere Alben, zu deren Stil sich die Norddeutschen über die Zeit fließend hinentwickelt haben. Der Stil der frühen MOB RULES ist durchaus eigen, aber eben auch sehr gut, und tatsächlich ist „Rise Of The Ruler“ der dritte Teil der konzeptuell angelegten Reihe über Postapokalypse und so – und er tut MOB-RULES-Fans den Gefallen, sich nicht nur inhaltlich sondern auch stilistisch ein Stück weit an den frühen Alben der Band zu orientieren. „Rise Of The Ruler“ klingt nach einer hervorragenden Mischung aus aktuellen und frühen MOB RULES, in einem zeitgemäßen Soundgewand.
Damit ist praktisch auch schon geklärt, dass das Ding musikalisch mal wieder nice geworden ist, lediglich die Ballade „On The Trail“ kann qualitativ nicht so wirklich an ihre Vorgänger anknüpfen. Und ja, einen zweiten „Rain Song“ hat man auch nicht hingekriegt, aber „Savage Land“ und „Temple Of Two Suns“ sind eben auch zwei wirklich herausragende Alben, an die heranzukommen keine leichte Angelegenheit ist. Und dafür, wie wenig leicht das ist, sind MOB RULES doch ziemlich nah rangekommen.

Fazit:
MOB RULES ist immer Blindkauf, und wenn es dann noch um den dritten Teil der „Savage Land“-Reihe geht, dann ohnehin. „Rise Of The Ruler“ ist eine starke Reise zu den Wurzeln der Band, und dabei ein echt frisches Ding geworden!

Anspieltipps:
Am ehesten nicht „On The Trail“ (obwohl das jetzt auch kein schlimmer Song ist).

Jannis

MOB RULES – Celebration Day – 30 Years Of Mob Rules

Trackliste:

CD 1
01. Way Of The World
02. Run To The Hills (Iron Maiden Cover, new unreleased track)
03. Fame (Irene Cara Cover, new unreleased track)
04. Square Hammer (Ghost Cover, new unreleased track)
05. Ghost Town (re-recorded, previously digital only)
06. Sacred Heart (Dio Cover)
07. Ghost Of A Chance
08. Hollowed Be Thy Name
09. Sinister Light
10. Black Rain
11. Ice & Fire
12. Somerled
13. Flag Of Life
14. Unholy War
15. Fuel To The Fire

CD 2
01. Raven’s Flight (Amon Amarth Cover, previously digital only)
02. Hymn Of The Damned (previously digital only)
03. Lord Of Madness (re-recorded)
04. Evolution’s Falling
05. Shores Ahead
06. Hydrophobia
07. Hold Back The Light
08. Tele Box Fool
09. Desperate Son
10. The Sirens
11. Better Morning
12. Trial By Fire
13. On The Edge
14. Rain Song
15. Dykemaster’s Tale

Spielzeit: 154:42 min – Genre: Power Metal – Label: Steamhammer / SPV – VÖ: 03.05.2024 – Page: www.facebook.com/mobrulesband

 

Es gibt was zu feiern im Norden! MOB RULES werden 30 Jahre alt und haben Bock, die Vergangenheit ein wenig Revue passieren zu lassen. Mache ich mit, hab ich auch.
Und der wird auf „Celebration Day – 30 Years Of Mob Rules“ über direkt zwei CDs befriedigt, die größtenteils aus remasterten Originalsongs aus allen Phasen der Bandgeschichte bestehen. Nicht chronologisch geordnet, aber in über weite Teile funktionierender Reihenfolge und mit astreinem Sound arbeitet man sich durch kleine und große Hits einer History, die halt eben auch kaum Lückenfüller zu bieten hat. Dabei wird jedem Album angemessen Beachtung geschenkt und auch tendenzielle „Zweite Wahl“-Songs wie das unterbeachtete „Evolution’s Falling“ sind mit dabei. Stabiler Mix also aus den klaren Klassikern und den Leckerbissen, die gerne mal aus dem Fokus gelangen, sehr schön.
Dazu gibt es ein paar Cover. „Run To The Hills“, nice, wenngleich bis auf das Intro und den Mittelteil verhältnismäßig wenig MOB-RULESig; „Fame“ von IRENE CARA, das überraschend gut funktioniert; „Square Hammer“ von GHOST (coooool, aber es kommt nichts an das Original ran); „Sacred Heart“ von DIO mit stabiler Hommage-Vocal-Leistung und schließlich „Raven’s Flight“ von AMON AMARTH, das als MOB-RULES-Version anders (erwartungsgemäß melodischer) aber geil ist.
„Ghost Town“ und „Lord Of Madness“ hat man neu aufgenommen, nicht allzu weit entfernt von den Originalen aber doch mit genug Neuerungen, um existenzberechtigt zu sein.
Und dann ist da noch „Hymn Of The Damned“ das bislang nur digital erschienen ist, mit einem Chorus, der eine Pressung verdient (wie genau genommen auch der Rest des Songs).
Mankos? Hm, eigentlich nicht. Der Aufbau der CDs mag ein wenig verwirren (Warum erst ein remasterter Originalsong, dann drei Cover, dann ein Re-Recording, dann noch ein Cover und dann nur noch remasterte Originalsongs?). Und ein Teil der Cover bringt jetzt nicht allzu viel neues auf den Tisch.

Fazit:
„Celebration Day – 30 Years Of Mob Rules“ ist ein Ding für den absoluten MOB-RULES-Kenner, der in seiner Sammlung auf Vollständigkeit Wert legt und Bock hat, ein paar seiner Lieblingssongs und zu Unrecht halb-vergessener Highlights noch einmal in neuer Audioqualität zu entdecken. Ich persönlich hab die früheren Werke der Band schon lange nicht mehr angeworfen, doch die Lust darauf ist hiermit neu geweckt. Und als Einstieg in MOB RULES? Klar, warum nicht? Werke wie „Temple Of Two Suns“ funktionieren in ihrer Gesamtheit vielleicht besser als in Stückform auf einer Compilation, aber als erster Einblick in eine absolute Qualitätsband, die eigentlich viel mehr auf großen Festivalbühnen stehen sollte, ist das Ding ebenfalls absolut geeignet.

Anspieltipps:
Augen zu und irgendwo hinklicken. Wird passen.

Jannis

MOB RULES – Beast Over Europe

Band: Mob Rules
Album: Beast Over Europe
Spielzeit: 77:24 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.mobrules.de

Haben MOB RULES eigentlich überhaupt schonmal was ansatzweise verkackt? Ich wüsste auf die Schnelle nichts. Insofern geht man mit einer gewissen inneren Ruhe an die neue Live-Platte der sechs Jungs aus dem deutschen Norden, wird schon laufen. Und wie es läuft, meine Freunde. Zuerst einmal muss man bedenken, dass die Truppe um Frontsänger Klaus Dirks heftiges Kompositionstalent besitzt. Der Stil hat sich natürlich im Verlauf der Alben ein wenig entwickelt, aber zu jedem Zeitpunkt ihrer Karriere hatten und haben MOB RULES einen eigenen gelungenen Sound und dazu charakteristische aber vielseitige Melodien parat, die mit ordentlich Energie dargeboten werden. Immer sehr melodisch, klug geschrieben, mit einem sehr kleinen Folk-Touch, selten kitschig und garniert mit Keyboards, die im Vergleich zu anderen Power-Metal-Bands doch verhältnismäßig zurückhaltend sind.
Wer MOB RULES schonmal live erleben durfte, der weiß zudem, dass er hier für wohl nicht mehr als einen schmalen Zwanziger eine der besten Live-Bands (nicht nur) Deutschlands betrachten durfte, die neben offensichtlichem Spaß an der Sache auch einen dermaßen geilen Livesound und spielerische und gesangliche Akuratheit im Gepäck hat, dass man Gefahr läuft, von folgenden Konzerten anderer Bands immer minimal enttäuscht zu sein.
Wie klingt das ganze nun auf einem Live-Album zusammengeführt? Nun, erwartungsgemäß top. Der Sound ist warm, voll und definiert und verschluckt weder Instrumente noch Publikum, die Band agiert on point und insbesondere Klaus beweist mal wieder seine absolute Ausnahmestimme, die live kein bisschen schlechter klingt oder bedient wird als auf Studioalben – vielleicht sogar noch ein bisschen besser.
Mit 77 Minuten Laufzeit und 14 Tracks ist “Beast Over Europe” zudem recht üppig gefüllt. Lediglich die Songauswahl ist minimal streitbar, ein, zwei Alben wurden leider gar nicht berücksichtigt und gerade vom grandiosen und zu Unrecht langsam in Vergessenheit geratenden “Temple Of Two Suns” hätte unbedingt was mit reingemusst. Halber Punkt Abzug, Leute, da seht Ihr mal, wie wichtig das Album ist. Ansonsten ist die Trackauswahl einigermaßen ausgewogen, mit dem tollen folkigen “Rain Song” vom Debutalbum über “The Last Farewell” (danke, dass das drin ist) und “Hollowed Be Thy Name” sind doch einige der Klassiker vertreten, dazu mit “Somerled”, “Dykemaster’s Tale” und “Children Crusade” neuere absolute Brecher. Kein Grund zur Kritik dahingehend. Keine Ahnung obendrein, ob die Pausen zwischen den Tracks nur in der Promoversion drin sind, oder ob das so bleibt. Wäre ein bisschen schade, aber was soll’s?

Anspieltipps: “Somerled”, “Rain Song”, “Children’s Crusade”, “The Last Farewell” und so weiter und so fort.

Fazit:
Hammer-Livealbum von einer Hammer-Band, die nach all den Jahren in letzter Zeit zumindest mal ’n paar Charterfolge verbuchen konnte, nach wie vor jedoch sträflich unterbewertet ist. Diese Band steht beständig für höchste Qualität im Power Metal, “Beast Over Europe” markiert da keine Ausnahme. Und jetzt geht, kauft die Platte und ein Konzertticket.

WERTUNG:

(War nur Spaß mit dem halben Punkt Abzug, aber nächstes Mal wird’s ernst!)

 

Trackliste:

01. Beast Reborn (Intro)
02. Ghost Of A Chance
03. Somerled
04. Black Rain
05. Sinister Light
06. Dykemaster’s Tale
07. My Kingdom come
08. The Last Farewell
09. Children’s Crusade
10. On The Edge
11. In The Land Of Wind And Rain
12. Hollowed Be Thy Name
13. Way Back Home
14. Rain Song

Jannis