GREYHAWK – Warriors Of Greyhawk

Trackliste:

01. Ascension
02. Land Of Ashes
03. Take A Stand
04. Endless Race
05. Warriors Of Greyhawk
06. Words Of Power
07. Chosen
08. Hyperspace
09. Embers Rise
10. Rise Above
11. Eternal Quest

Spielzeit: 49:36 min – Genre: Heavy Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/greyhawkheavymetal

 

In Zeiten von KI-Covern schaut man sich das Artwork von GREYHAWKs „Warriors Of Greyhawk“ beinahe mit Pipi in den Augen an. Ist schon sehr cheesy, aber handgemachter wird’s halt auch nicht mehr. Und gibt schonmal einen Vorgeschmack auf das dritte Album der Band. 50 Minuten Spieldauer, elf Songs, von denen einige unter vier, einige aber auch über sechs Minuten lang sind, dazu mit Anthony Corso ein neuer Sänger mit einem schönen Heavy-Metal-Tenor und Kopfstimmen-Qualifikation, die er auch gerne zur Schau trägt. Was wäre ein echter Metalsong ohne ein Start-“Yieeeeeeeeeeeaaaaaaaah“?
Nicht nur Anthony kann was, auch der Rest der Band macht einen guten Job. Und neben klassischen Band-Instrumental-Klängen gibt es auch eigentlich nur noch ein paar günstig-oldschool klingende Streicher-Keys. Aber mehr braucht es bei so einem Album ja auch nicht.
Die Produktion ist vernünftig, ein bisschen mittenlastig und mit ein, zwei biestigen Frequenzen, die aber auch nur an wenigen Stellen durchkommen. Beim Titeltrack gibt es in der Mitte zudem einen recht merkwürdigen Lautstärkesprung. Kein Drama, aber sollte eigentlich auch nicht passieren. Die Vocals sind gut produziert, auf „Warriors Of Greyhawk“ gibt es eine Menge mehrstimmige Vocals, die sehr schön funktionieren. Grund zur Kritik bietet hier „Chosen“ mit einer bizarren Gothic-Kermit-Stimme, die nicht wirklich passt, und abermals der Titeltrack, dessen „Wohohohos“ im Chorus negativ auffallen. Wobei man bei all der bislang geäußerten Kritik an dem Track sagen muss, dass er ansonsten echt ein Höhepunkt des Albums ist.
Musikalisch sind GREYHAWK klar heavy-metallisch unterwegs. Mal straight-stumpf basic wie bei „Land Of Ashes“ und „Words Of Power“ mit seinem Neoclassic-Solopart; mal schnell-melodisch („Hyperspace“, „Endless Race“) und mal gemäßigt-melodisch („Rise Above“, „Eternal Quest“).
Damit bewegt sich „Warriors Of Greyhawk“ zwischen Heavy, Power und True Metal, bedient sich an allem ein bisschen, legt aber generell Wert auf Melodiösität, wobei auch die ein oder anderen Gangshouts und frisseligen Soli nicht fehlen dürfen.
Die Melodiearbeit ist insgesamt stabil, die Atmosphäre des Albums durchweg angenehm oldschool und handgemacht. Die ganz großen Genre-Hits sucht man vergeblich, aber in seinem Genre funktioniert das Gesamtkonzept von GREYHAWK auf jeden Fall.

Fazit:
Ein paar kleine Macken hin oder her – „Warriors Of Greyhawk“ ist sympathischer und liebevoll gemachter Classic Heavy Metal ohne Modernitätsanspruch und eine gute Zeit für alle, die die Melodien heroisch, den Gesang hoch, den Sound ungelutscht und die Bassdrum beansprucht mögen!

Anspieltipps:
„Ascension“, „Warriors Of Greyhawk“, „Rise Above“ und „Eternal Quest“

Jannis

EPINIKION – The Force of Nature

Trackliste:

01. The Moon, the Sun and the Stars
02. The Force of Nature
03. Lessons in Life
04. Come into my World
05. Your Ultimate Joy
06. I thought you were on my Side
07. Don`t wake up the Dead
08. Monsters in my Head
09. Two Hearts
10. Run with the Wolves
11. What Goes up must Come Down

Spielzeit: 52:59 min – Genre: Symphonic Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.epinikion.org

 

EPINIKION sind eine holländische Symphonic Metaband die durch Keyboarderin Renate de Boer und Gitarrist Robert Tangerman 2020 gegründet wurden.
2022 erschien das Debütalbum „Inquisition“ und nun ist man etwas personell runderneuert wieder zurück und präsentiert uns das neue, zweite Album „The Force of Nature“-
2024 tauschte man fast die gesamte restliche Band aus und mit der neuen Sängerin Kimberley Jongen, Gitarrist Maarten Jungschläger sowie Bassist Rutger Klijn und dem bisherigen Schlagzeuger Michael Gis ist man nun wieder ready um uns ihre Version des Symphonic Metals gewürzt mit Einschüben des Prog und Heavy Metals auf dem neuen Album zu präsentieren.

Als Opener fungiert dabei „The Moon, The Sun and the Stars”. Ein 2 minütiges instrumentales, cinematic Intro was zu einer Symphonic Scheibe natürlich ganz gut passt.
Danach gibt es dann direkt den Titeltrack „The Force of Nature“ auf die Ohren. Und ja die Nummer hat zu Recht diesen Stellenwert. Eine klassische Symphonic Metalnummer die direkt jedem Fan zusagen sollte.
Die „neue“ Sängerin Kimberley ist gut bei Stimme und weiß auch direkt zu gefallen, eine gute Wahl der Band auf jeden Fall!
Danach folgt „Lessons in Life“. Diese ist nicht ganz so eingängig wie der Opener zuvor, geht aber vom Aufbau und vom Chorus her noch vollkommen in Ordnung. Standard Symphonic Metal also.
Der Mittelteil der Scheibe ist dann mit „Come into my World“, Your Ultimate Joy“ und der Powerballade „I thought you were on my Side” ganz ordentlich aufgestellt. Keine absoluten Highlights des Symphonic Metals, aber ordentliche Standardqualität wird uns hier geboten.
Der nächste richtige Anspieltipp und Highlight ist dann das bombastische und eingängige „Don`t wake up the Dead“ und auch das über 9 Minuten lange „Monsters in my Head“ weiß zu gefallen, auch wenn es ein paar Anläufe braucht, bis die Nummer in die Gänge kommt und so richtig zündet.
Im letzten Drittel kann noch die Videosingle „Run with the Wolves“ überzeugen, der Rest ist wieder guter Standard Symphonic Metal.
Symphonic Metabands gibt es ja wie Sand am Meer. EPINIKION stechen hier vielleicht noch nicht so ganz hervor wie sie es vielleicht möchten, aber man ist auf einem guten Weg dahin! Die Verbesserungen im Vergleich zum ersten Album sind hier klar zu spüren und von daher ist die eingeschlagene Richtung auf jeden Fall richtig.
Symphonic Metal Fans werden hier auf jeden Fall tolle Songs finden, von daher ist das Ganze eine solide, ordentliche Leistung, nicht mehr aber auch nicht weniger!

Julian

 

 

MAYHEM MAVERICKS – Mayhem Mavericks

Trackliste:

01. Divide
02. Killing Eyes
03. Midnight Crawler
04. With Me
05. I Can Feel The Heartache
06. Eclipse
07. Join The Fight
08. More To Ask
09. Best Of Me
10. One Day In A Lifetime
11. Road With No End

Spielzeit: 45:58 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Street Symphonies Records – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/mayhemmavericks

 

MAYHEM MAVERICKS what the F*ck, wer soll das denn schon wieder sein, noch nie gehört oder irgendwie auf meinem Radar in Erscheinung getreten. Von jetzt auf gleich in der Redaktionslist aufgetaucht unter dem Genre Hard Rock, also dachte ich mir, mal hören was die so zu bieten haben. Die Band erhob sich aus der Asche von ALCHEMY nach deren letztem Album. Dieses Album fand sowohl bei Fans als auch Fachmedien gute Resonanzen, dass sich Marcello Spera und Andrew Trabelsi entschieden eine neue Band zu gründen, was dann die Geburtsstunde von MAYHEM MAVERICKS markierte.

Zur Band gehören Marcello Spera an Mikrofon, Andrew Trabelsi an Gitarren und Keyboards sowie Andrea Oliverio an den Drums. Als Gastmusiker sind die Bassisten*innen Vanessa Odry, Angelo Sasso, Stefania Sarre, Mauro Balestra und Matteo Castelli zu hören, sowie der Gitarrist Cristiano Stefana bei manchen Solos. Marcello besitzt eine coole Stimme, die sich in einer mittleren Tonlage befindet und auch mal weiter Hoch gezogen wird ohne dabei den Nervfaktor zu aktivieren. Ein wenig Rauch befindet sich auch in dieser Stimme und passt sehr gut zu der Art Hard Rock von MAYHEM MAVERICKS und erinnert an eine leicht rauere Version von Michele Luppi. Gitarren und Keyboards wirken wie zwei gleichberechtigte Zwillingsgeschwister, keiner bügelt den anderen, sondern beide unterstützen Marcellos Stimme und bilden ein mit Schwerlastanker festgedübeltes Fundament. Die Tastenabteilung ist von der Ausführung tief in den 80ern beheimatet und kommt gelegentlich auch mal spacig rüber. Die Gitarren geizen nicht wirklich mit Riffeinlagen und machen dabei keine Gefangenen. Der Bass hat seine liebe Mühe gegen das Zwillingspaar anzukommen und geht leider ein wenig unter. Die Drums sind unspektakulär und dezent aufgenommen worden, dabei aber immer voll im Hörraum da. Die Produktion geht voll in Ordnung.

So Hard Rock aus Italien, ich werde scherzhaft von einigen mir Bekannten die von jenseits des Weißwurstäquators stammen immer als Norditaliener betitelt obwohl das nicht der Wahrheit entspricht, aber wenn sie meinen. Wenn so gute Mucke wie etwa von SANDNESS, WHEELS ON FIRE und jetzt auch von MAYHEM MAVERICKS aus Italien kommt, dann bin ich gerne ein Landsmann von den Musikern. Italien ist das Land der Pasta und Pizzas, als Ursprung von guten Hard Rockern eher nicht so. Aber immer wieder kommt eine Überraschung über die Alben geflogen, die voll mit cooler Mucke ist, so auch im Fall von MAYHEM MAVERICKS. Der Sound der Band liegt zwischen Melodic und Hard Rock mit einer leichten Hard Schlagseite. Am meisten Berührungspunkte haben MAYHEM MAVERICKS mit WHEELS ON FIRE und LOS ANGELES die ja auch sehr gute Alben am Start haben. Mit viel Melodie und gleichberechtigten Gittis und Tasten geht die Band die elf melodischen Songs an und liefert nebenbei mal eben so ein sehr gutes Album Musik ab. Italien mausert sich langsam in unregelmäßigen Abständen zum Garant für verdammt starke und gute Hard Rock Mucker. Hätte MAYHEM MAVERICK was besser machen können, vielleicht höchstens an der ein oder anderen Feintuningschraube für volle Punktzahl, ansonsten ein sehr gutes Album das lange nachhallt.

„Divide“ ein sehr guter und flotter Einstieg ins Album, „Killing Eyes“ ein melodischer Rocker der sofort ins Ohr geht. „Midnight Crawler“ es geht flott weiter, „With Me“ eine starke Ballade mit viel Drama und geiler Melodieführung. „I Can Feel The Heartache“ ein Schmankerl das beim Refrain noch einige Schippen drauf legt, „Eclipse“ hier kommt epische Stimmung auf. „Join The Fight“ ein Song für die Linke Spur auf der Autobahn während der rechte Fuß das Bodenblech durch drückt, „More To Ask“ eine weitere Ballade mit Drama und allem was dazu gehört. „Best Of Me“ das nächste Schmankerl das sich ins Gehör einbrennt, „One Day In A Lifetime“ ein Highlight das es in sich hat mit auffälligem Drumming, „Road With No End“ sie könnens nicht lassen, selbst zum Abschluss kommt noch ein Highlight.

Balle

AVALANCHE – Armed To The Teeth

Trackliste:

01. On The Bags Again
02. Armed To The Teeth
03. Down For The Count
04. Going For Broke
05. Dad I Joined A Rock´n Roll Band
06. The Hand That Feeds
07. Ride Or Die
08. Open To Realiation
09. Blondie
10. Kick Your Heels Back
11. Hell´s Getting Hotter With You
12. Bottle Of Sin
13. High Altitude (CD Only Bonus Track)

Spielzeit: 43:24 min. – Genre: Hardrock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/avalanchebandrock

 

Wenn das kein Zeichen ist: ausgerechnet am Australia Day (dem australischen Nationalfeiertag am 26.01. jeden Jahres) bekomme ich dieses Album auf den Schreibtisch. AVALANCHE aus Sydney klopfen mit ihrem Debüt „Armed To The Teeth“ an. Wenn dieser Titel mal kein Statement ist. Direkt aus den Pubs Sydney´s entstiegen lässt der Vierer satte dreizehn Songs auf die Welt los. Zusammen mit AIRBOURNE werden sie auf deren anstehende Tournee gehen – auch das ist ein Statement.

Die Band besteht aus dem Ehepaar (!!!) Steven (vocals, bass) und Veronica Campbell (lead guitars) sowie Blake Poulton (guitars) und Bon Lowe (drums). Das Album wurde laut Frontmann Steven Campbell zu 90% live eingespielt. Die rohe und ungefilterte Energie drückt dem Hörer von Anfang an entgegen. Mit „On The Bags Again“ legt das Quartett echt gut los. Bier auf, Haare (falls vorhanden) geschüttelt und ab dafür! Der Titeltrack kommt mit coolem Tapping daher und wurde nicht umsonst zum Namensgeber des Albums erkoren. Abermals ne coole Nummer. Feinsten bluesigen Riff Rock gibt es auch mit „Down For The Count“ auf die Ohren. „Dad, I Joined A Rock´n Roll Band“ ist ein augenzwindernder Seitenhieb an alle Eltern, die sich lieber wünschen würden dass ihre Kinder was „vernünftiges“ lernen sollten. Doch dann wird die Ausbeute dünner. Musikalisch kann eigentlich nur noch „Bottle Of Sin“ so richtig punkten – live sicher ein Winner.

„Armed To The Teeth“ – der Titel ist auf jeden Fall Programm. Die Australier feuern aus allen Rohren, und das über die komplette Spielzeit hinweg. Das macht am Anfang noch mächtig Spaß – die ersten drei Songs sind richtig gut. Aber spätestens in der Mitte des Albums macht sich allmählich etwas Langeweile breit. Da AVALANCHE gefühlt den gleichen Song immer und immer wieder bringen. Hochenergetisch ja, Herzblut ja, aber halt auch ziemlich eintönig. Gegen Ende hat das Quartett noch ein paar coole Nummern auf Lager. Insgesamt 13 Songs sind aber in Summe einfach zu viel. Hätte man daraus eine etwas längere EP gemacht, wäre „Armed To The Teeth“ wirklich toll. Die Rohe Energie spricht natürlich für AVALANCHE, wobei die auch schon viele Bands aus Down Under oder dem Rest der Welt gut an den Tag gelegt haben. So bleibt dieses Debüt in Teilen richtig gut, aber der Skip-Finger zuckt das ein oder andere Mal gewaltig. Zusammen mit AIRBOURNE werden sie aber sicherlich jede Bude auf ihrer Tour zerlegen.

Stefan

TAILGUNNER – Midnight Blitz

Trackliste:

01. Midnight Blitz
02. Tears In The Rain
03. Follow Me In Death
04. Dead Until Dark
05. Barren Lands And Seas Of Red
06. War In Heaven
07. Blood Sacrifice
08. Night Raids
09. Eye Of The Storm
10. Eulogy

 

Spielzeit: min. – Genre: Heavy Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.facebook.com/tailgunnerhq

 

Es gibt Bands, da weiß man sofort: hier kann etwas großes entstehen. Das ist auch bei den britischen Metallern TAILGUNNER der Fall. Seit ihrer ersten Single „Guns For Hire“ stehen die Zeichen auf Sturm. Und das in seiner reinsten Retroform die man sich nur ausdenken kann. Dass die Achtziger bzw. diese ganze Retroschiene im Heavy Metal seit geraumer Zeit wieder enorm angesagt ist, ist natürlich keine Neuigkeit. Gefühlt 70% aller neuen Kapellen haben zumindest einen Videoclip im Programm der an die alten VHS Aufnahmen erinnert. Das komplette Gegenteil sind wiederum jene Bands, die damals schon aktiv waren – sie gehen eher in die andere Richtung und sind in Bild und Ton eher up to date unterwegs. Eine verrückte Welt.

Aber zurück zu TAILGUNNER. Für ihr neues Album „Midnight Blitz“ bekam ich den Ball wieder von unserem Cheffe Julian zurückgespielt. Denn die erste EP der Briten hatte ich besprochen, den ersten Longplayer dann er. Nun darf ich mich also mit diesem wunderbaren 10-Tracker beschäftigen. Im Grunde ist vieles beim Alten geblieben. Und das ist auch gut so. Denn wie in der (kurzen) Vergangenheit der Bandgeschichte dominiert hier der klassische Heavy Metal der goldenen Achtziger. Das außergewöhnliche Talent hat auch der ehemalige JUDAS PRIEST Gitarrist K.K. Downing erkannt, der die Band tatkräftig unterstützt und die neue Platte gleich produziert hat. Was für eine Ehre muss das gewesen sein.

Für den Opener wurde gleich der Titeltrack gewählt. Was für ein furioser Beginn. So muss klassischer Heavy Metal klingen! Das folgende „Tears In The Rain“ steht dem in nichts nach. Große Melodien, toll in Szene gesetzte Doppel-Leads, pumpender Bass, kräftiges Drumming. Die ganze Platte besteht aus Anspieltipps, aber das abschließende „Eulogy“ muss genauso hervorgehoben werden wie „Dead Until Dark“, „Follow Me To Death“ oder „Blood Sacrifice“. „Eulogy“ ist ein schöner Ausflug in die Hochzeiten von HELLOWEEN oder BLIND GUARDIAN, ohne diese zu kopieren. „Dead Until Dark“ ist ein Melodiemonster, „Follow Me In Death“ ein grandioser Uptempo-Track und „Blood Sacrifice“ hat mächtig Dreck unter den Fingernägeln. Mit „War In Heaven“ hat man sogar eine sehr gelungene Ballade aufgenommen.

TAILGUNNER gehört die Zukunft! So viel steht fest. Die jungen Briten haben einfach alles: tolle Songs, toller Sound, Hooks & Looks. Mit „Midnight Blitz“ zementieren sie ihre Stellung, die sie mit dem tollen Debüt „Guns For Hire“ aus 2023 für sich in Anspruch genommen haben.

Stefan

ASSIGNMENT – „With The End Comes Silence“

Trackliste:

01. Fallen
02. Nothing To Say
03. Beyond Recognition
04. Those Words
05. The Tower
06. Selling My Soul
07. Call For Heaven
08. Angel Of Berlin
09. With The End Comes Silence
10. The Curtain Falls
11. Endlessly

Spielzeit: 69:23 min – Genre: Progressive Power Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.assignment-music.com

 

Neues von ASSIGNMENT, einer der Bands aus der Kategorie „Klingt als wäre sie eigentlich bekannt“. Über fünf Jahre sind vergangen, seitdem ich meinen Spaß mit „Reflections“, dem fünften Album der Gütersloher, hatte; werfen wir jetzt also mal ein Ohr auf Album Nr. 6: „With The End Comes Silence“.
Das kommt, wie schon der Vorgänger, mit einem schicken Cover und einer stabilen Produktion. Alles soweit ausgewogen, mit gut Druck, vielleicht minimal zu präsenten Leadgitarren. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, dafür klingt die Platte erneut nicht überpoliert und gut metallisch.
Das soll sie auch, denn zuallererst machen ASSIGNMENT nach wie vor melodischen Heavy Metal, der sich im Power und Progressive Metal noch die Facetten raussucht, mit denen er sich gewinnbringend anreichern lässt. Wir kriegen also ordentlich Melodien, ein wenig Orchester, viel Klavier (cool, taucht in einem Großteil der Songs auf und definiert den Sound der Deutschen ein gutes Stück mit) und einige freshe Synthesizer-Sounds, die zwar fester Bestandteil der Musik sind, aber nicht das Alleinstellungsmerkmal. Ergibt insgesamt einen modernen Prog/Melodic/Power-Stil, der aber nicht trend-modern wirkt, was  begrüßenswert ist.
Zu alldem kommt aber auch eine angenehm metallisch agierende Band-Instrumentalbasis und die starke Heavy-Metal-geeignete Stimme von Diego Valdez.
Und diese ganzen Komponenten mischt man dann zusammen in zehn (mit Bonustrack elf) Songs, die vordergründig melodischer Heavy Metal sind und ihre Progressive-Anleihen nicht zwanghaft nach außen tragen müssen. Ja, ab und an ist da schonmal eine Taktart abseits des Standards, aber wie auch beim Vorgänger ergibt sich der Progressive-Faktor auf „With The End Comes Silence“ durch längere Kompositionen und hintergründig komplexe Arrangements.
Besonders viel Liebe steckt auf dem Album in so manchem Intro und Outro der Songs. Irgendwo im Promotext eines ASSIGNMENT-Albums wird man auf das Wort „cinematisch“ stoßen und das liegt vor allem daran. Da gibt es dann mal verstärkt elektronische Elemente, nicht selten gute Atmosphäre-Arbeit und kreativen Synthesizer-Gebrauch.
Und davon könnte es auch in den Songs gerne etwas mehr geben. Denn die bleiben auf „With The End Comes Silence“ leider ein wenig höhepunktarm. Nach dem coolen Intro beginnt dann der Hauptteil des Songs, irgendwo zwischen recht langsam und oberem Midtempo, wird dann fetter und durchläuft ein paar unterschiedliche Geschwindigkeiten, um irgendwann zwischendurch mal Uptempo zu erreichen. Und die Melodiearbeit erreicht dabei eher selten die Höhen, die man sich von einem melodischen „Progressive“-Album erhofft. Ein wenig mehr Abwechslung und unterschiedlicher Charakter bei einzelnen Songs hätte „With The End Comes Silence“ gut getan – so fühlt sich doch ein großer Teil der Songs einfach sehr ähnlich an.

Fazit:
Handwerklich haben ASSIGNMENT gar nichts zu verstecken und „With The End Comes Silence“ ist ein absolut erwachsenes, bodenständiges Melodic-Progressive-Metal-Album mit klarer stilistischer Vision. Die Komposition steht dabei leider etwas hintenan. Wer dem Genre an sich etwas abgewinnen kann, widme dem Ding ein wenig Reinhörzeit. Die deutsche Prog-Metal-Szene ist nämlich ganz klar eine, die Aufmerksamkeit verdient hat und gebrauchen kann, und ASSIGNMENT tun das damit zweifelsohne auch.

Anspieltipps:
„Nothing To Say“, „Angel Of Berlin“ und „Call For Heaven“

Jannis

INDUCTION – Love Kills

Trackliste:

01.Virtual Insanity
02. War of Hearts
03. Dark Temptation
04. Steel and Thunder
05. Strangers to Love
06. Beyond Horizons
07. Love Kills
08. I Am Evil
09. The Veil of Affection
10. Empress

 

Spielzeit: 41:07 min – Genre: Power Metal – Label: RPM – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.inductionofficial.com

 

Die junge deutsche Power Metal Formation INDUCTION ist seit ihrem Debütalbum 2019 ein gern gesehener Gast hier bei uns in der Rock-Garage.
Angeführt von Kai Hansen Sohn Tim Hansen, der aber gar nicht auf die große Unterstützung seines legendären Vaters angewiesen ist, bringt die Truppe dieser Tage ihr schon drittes Album „Love Kills“ über ihr Label Reigning Phoenix Music heraus.
Im Vorfeld gab es 2024 einen großen Personalumbau in der Band. Rund um eben Gitarrist und Gründer Tim Hansen und Bassist Dominik Gusch tauschte man auf allen anderen Positionen aus und holte Sänger Gabriele Gozzi, Schlagzeuger Markus Felber und Gitarrist Justus Sahlmann in die Band.
Die Truppe ist ja so etwas wie der neue heiße Scheiß des modernen Power Metals, mit Preisen und große Touren in den letzten Jahren. Zu Recht was ihre bisherigen Veröffentlichungen bewiesen haben.

Daher war ich sehr gespannt auf das neue Album und in dieses starten wir nun mit dem Opener „Virtual Insanity“. Passend zum Titel tönt das Ganze sehr modern aus den Boxen und als klassischer Midtempobanger bahnt sich die Nummer ihren Weg aus den Boxen. Der neue Sänger Gabriele passt mit seinem kraftvollen, roughen Organ gut zur Mucke. Ein starker Opener also direkt zu Beginn!
Und danach folgt eine Ohrbomben nach dem anderen, Midtempo mit ordentlich Melodic gibt es erneut auf die Ohren bei „War of Hearts“, „Dark Temptation“ ist durch seine Keyboardunterstützung sehr modern, besitzt aber auch einen fesselnden Groove so das sich die Nummer auch metertief in den Gehörgängen festsetzt und im Anschluss gibt es dann noch die Video Hochgeschwindigkeitsnummer „Steel and Thunder“. Ein Doublebass Track erster Güte!
Den Mittelteil eröffnen tut dann das melodisch, fast schon rockige „Strangers to Love“ wo eine mir unbekannte Gastsängerin zu hören ist. Außer ich verhöre mich hier komplett und Sänger Gabriele ist so vielseitig : )
Metallisch und äußerst druckvoll geht es dann wieder bei „Beyond Horizons“ zur Sache. Moderner Power Metal as it`s best würde ich sagen!
Der melodisch und moderne Videotrack “Love Kills” läutet dann so langsam das letzte Drittel der Scheibe ein.
Mit „I Am Evil“ gibt es dann den nächsten modernen Power Metalsong auf die Ohren der sich in die Gehirnwindungen frisst und da aufgrund seines Chorus lange haften bleibt.
Im Anschluss gibt es dann mit „The Veil of Affection“ etwas mehr epischen Bombast auf die Ohren und beim abschließenden „Empress“ groovt es wieder, wie die Hölle und somit endet ein sehr überzeugendes neues Album der Jungs von INDUCTION.

Der alte Spruch make it or break it beim 3. Album greift auch hier wieder! Trotz aller Personalwechsel schaffen es die Jungs von INDUCTION die Songqualität hochzuhalten und man ist auf einem ähnlich starken Niveau wie bei den letzten Alben!
Filler oder schlechte Songs sucht man hier vergebens, und somit ist das Album für mich eines der frühen modern Power Metal Highlights des Jahres, und das ohne Wenn und Aber!
Einzig die Spielzeit könnte etwas länger sein.
Trotzdem eine glasklare Kaufempfehlung für die angesprochene Zielgruppe.

Julian

 

FRANCIS ROSSI – The Accidental

Trackliste:

01. Much Better
02. Go Man Go
03. Push Comes To Shove
04. Back On Our Home Ground
05. Dead Of Night
06. Going Home
07. Bye My Love
08. Something In The Air (Stormy Weather)
09. Picture Perfect
10. November Again
11. Things Will Get Better
12. Oh So Good
13. Beautiful World
14. Time To Remember

Spielzeit: 56:05 min – Genre: Rock N Roll – Label: earMusic – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/francisrossiofficial

 

FRANCIS ROSSI geboren, laut angaben im Internet, am 29. Mai 1949, also schon sage und schreibe 76 Jahre auf dem Buckel ist immer noch nicht Müde Musik zu machen. Mit „The Accidental“ veröffentlicht der Brite sein viertes Studio-Soloalbum, mit seiner Band STATUS QUO, seit 1968 über 30 Alben. Das ist eine Benchmark die nicht viele Musiker vorweisen können, es sei den man gehört zu den Dinos im Musikgeschäft und ist Mitglied bei den ROLLING STONES oder DEEP PURPLE. Herr ROSSI sorgte mit STATUS QUO für eine beachtliche Anzahl an Welthits, die damals wie auch Heute noch im Radio oder anständigen Rock Discos laufen. Während Herr ROSSI auf seinen bisherigen Soloalben eher eine Vorliebe für die dezenten Töne entwickelte schlägt er mit „The Accidental“ einen anderen Weg ein und nähert sich dem Sound seiner erfolgreichen Band STATUS QUO an. Wer STATUS QUO nicht kennt, es gibt die Vollbedienung in Sachen Rock N Roll. Also mal sehen ob er Solo auch so überzeugend ist wie mit seiner Gang.

Neben FRANCIS ROSSI an Mikrofon, Gitarre, Piano und Keys waren noch Hiran Ilangantilike und Andy Brook an Gitarren, John Edwards und Jules Eccleston an Bass, Paul Hirsch und Andy Brook an Piano und Keys, Leon Cave an den Drums, Amy Newhouse-Sith und Fursey Rossi an den Backing Vocals mit von der Partie. Herrn ROSSIs Stimme kann selbst in seinem Alter noch überzeugen und hört sich so an wie zu seinen Anfangszeiten mit STATUS QUO. Weder schlechter noch besser, Herr ROSSI singt so wie man es von ihm gewohnt ist, mit seinem ureigenem Stil und Charme verbreitet die Stimme ein Gefühl von Verbundenheit. Die Gitarren machen das für das sie Gedacht sind, sie hauen Riff after Riff in bester Rock N Roll Manier raus. Die Tastenabteilung kommt als Piano, herrlichen Old-School Orgel Hammond Sound, mal als Fanfare oder mit angedeuteten Bläsereinsatz ausgeführt, was die ganze Sache sehr Rund erscheinen lässt. Der Bass ist von der auffälligen Sorte obwohl er einen Schritt hinter den Gitarren steht, geht der auf keinen Fall unter. Die Drums sind trotz dezenter Spielweise auffällig genug um den Hörer aufhorchen zu lassen. Die Backing Vocals mit den weiblichen Stimmen setzten weitere Akzente. Die Produktion klingt furztrocken und passt zu Herrn ROSSI wie die Faust auf den Eimer oder Arsch auf Deckel.

FRANCIS ROSSI bietet auf „The Accidental“ alles was der Rock N Roller erwartet und hören möchte. Es wird klassisch gerockt, gerollt, geblused, geboogied bis der Arzt kommt und die Füße blutig vom mitwippen sind. Da die Gene von Herrn ROSSI nur eines hergeben, und dass wäre einzig und allein Rock N Roll in all seinen Formen und Spielrichtungen. Herr ROSSI scheut sich nicht mal seinen Blick in den tiefsten Süden der USA hin zum Southern Blues zu wenden, wo er sich auch Pudelwohl fühlt. Die Mehrzahl der Songs bewegt sich bei STATUS QUO was auch kein Wunder oder Nachteil ist. Hätte Herr ROSSI irgendetwas besser oder anders machen sollen? Die Antwort besteht aus einem klaren Nein! Wer STATUS QUO mal Live gesehen hat weiß für was diese Band steht, und genau das Bedient Herr ROSSI auch auf „The Accidental“ nach Strich und Faden.

Ein Album das ROCK N ROLL mit jeder Note lebt und ausatmet, ich konnte sehr lange nichts mit STATUS QUO oder FRANCIS ROSSI anfangen, dies legte sich mit den Jahren, genau wie ich mit den Jahren reifte so reifte auch der typische Sound von STATUS QUO in meinem Gehör, also kann man Herrn ROSSI ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausstellen. Die alten Hasen haben es wieder mal getan, sie haben den Jungspunden gezeigt wie Rock N Roll geht.

„Much Better“ ein cooler Stampfer zum Einstieg, mit „Go Man Go“ kommt der Boogie rockig und vorlaut aus den Boxen gerauscht. „Push Comes To Shove“ ein Hook-Monster das an die BEATLES oder QUO erinnert, „Back On Our Home Ground“ befindet sich im slow Blues mit Schmackes. „Dead Of Night“ ein gute Laune Rocker der mehr als nur Spaß macht, „Going Home“ würde sich auch auf einem Mississippi Dampfer sehr wohl fühlen, Südstaaten Blues aus dem Südosten. „Bye My Love“ simpel gehaltener Rock N Roll mit Effekt und Wirkung, „Something In The Air (Stormy Weather)“ ein weiterer Stampfer der mit Drama angereichert wurde. „Picture Perfect“ flotter Rocker der im Auto für neue Passbilder sorgen könnte, „November Again“ befindet sich irgendwo zwischen Folk und Südstaaten Drama Blues. „Things Will Get Better“ hier schimmert STATUS QUO wieder voll durch, „Oh So Good“ hier muss ich ein ein Kind von SMOKIE mit zu viel STATUS QUO Genen und leichtem Einschlag zu den EAGLES denken. „Beautiful World“ Herr ROSSI hat mit STATUS QUO ein BBQ im Süden der US of As abgehalten, „Time To Remember“ ein Ballade zum Licht löschen.

Balle

DANNY BRYANT – Nothing Left Behind

Trackliste:

01. Tougher Now
02. Not Like The Others
03. Enemy Inside
04. Swagger
05. Redemption
06. Three Times As Hard
07. Nothing Man
08. Missing You
09. Lover Like You
10. Just For You
11. Heatwave Heartbreak

Spielzeit: 48:13 min – Genre: Blues Rock – Label: Jasshaus Records / In Akustik – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/dannybryantband

 

Der Brite DANNY BRYANT war bis zu diesem Zeitpunkt ein weißer Fleck in meiner Vita, aber als ich in der Redaktionsliste als Genre Blues Rock gelesen habe überkam mich ein Zwang, nimm mich, nimm mich, ach machs kurz und trag dich ein. So kam es das ich das erste Mal DANNYs Musik für mich entdeckte. Das mittlerweile achte Studioalbum „Nothing Left Behind“ erblickt das Licht der Welt und möchte für Aufsehen sorgen.

Zu den Mitwirkenden neben DANNY BRYANT an Mikro und Gitarren, gehören noch Marc Ranner an Gitarren und Keyboards, Jamie Pipe an Piano und Hammond, Artjom Feldtser an Bass und Alex Hinz am Schlagzeug. DANNY hat was besonderes in seiner Stimme, es steckt sehr viel Dreck oder Rauch drin was dem Blues Rock hörbar guttut und steht. Dabei befindet er sich von der Färbung die sich bei manchen Tönen mal wie JAMES BROWN anhört oder wie meistens Tapani „Tanna“ Tikkanen von PRAYER. Sowohl BROWNs als auch Tannas Stimmfärbungen sind nahezu perfekt für Blues Rock, und wenn dann noch der Dreck und Rauch von DANNY dazu kommt wird eine Punktlandung daraus. Die Gitarren geizen weder mit Riffsalven noch mit Intensität oder Agilität, das Riffing ist Blues typisch teilweise sehr schwer. Das schwere der Gitarren wird durch den Einsatz von Hammond Sound fast immer kompensiert und lässt es verdaulicher erscheinen, egal wieviel Drama sich im Song befindet. Der Bass wummert wie Sau und immer mit viel Energie vor sich hin ohne dabei auch nur den Ansatz des Losers gegen die Gittis zu geben. Das gewummer hört sich in Verbindung mit den Gittis und Hammond einfach geil an. Das Schlagzeug wirkt vom Klang künstlich und könnte durchaus auch aus dem gesampelten Computer stammen. Die Produktion ist voll auf Effekt ohne Hascherei ausgelegt und zeigt Wirkung im Ohr.

DANNY schafft es auf eine sehr angenehme Weise alte Einflüsse aus den Anfängen der Beat Zeit Ende der 60er Jahre mit teilweise leichter psychedelischer Anlehnung, Blues und Country seinen Sound in der Gegenwart zu manifestieren. Dieses Manifest hat Charme und zeigt ein hohes Maß an Wirkung, gemeinsam mit der Produktion wurde ein gewaltig rundes Ding eingespielt. Vergleich lässt sich DANNYs Stil schlecht mit anderen, man nehme ein wenig BONAMASSA da, alten Blues hier und vermengt diese Tinktur auch mal mit düster gestimmter Psyschedelic Gitarre dort oder auch mal sehr leichten Country bei dem einen oder anderen Song und fertig ist der BRYANT Sound.

„Tougher Now“ ein flotter Rotzer der an JAMES BROWN erinnert – allerdings müsste die Verzerrung der Stimme nicht sein, „Not Like The Others“ das Reggae Feeling von THE POLICE auf einem Blues Trip mit sehr heftigen Gitarren macht einen Hit draus. „Enemy Inside“ eine gefühlvolle Ballade die überzeugt, „Swagger“ volles Riffbrett und Hammond Sound sorgen für Gänsepelle. „Redemption“ ein sehr schwerer und langsamer Blueser der im Refrain, wenn ich mich nicht verhört habe die Tonart wechselt und fröhlicher wirkt, „Three Times As Hard“ die Hammond haut voll rein und der Rest befindet sich fast im psychedelischen Fahrwasser. „Nothing Man“ ein geiler Rocker der mich an einen Song erinnert der mir beim besten Willen nicht einfallen will, „Missing You“ hier fallen mir die Finnen von PRAYER auf einem Country / Blues Trip ein, „Lover Like You“ dreckiger geht Blues Rock fast nicht. „Just For You“ eine sehr schwere Ballade die durch DANNYs Gitarrenspiel noch an Gewicht zulegt, „Heatwave Heartbreak“ ein Zehntner schweres Instrumental ohne viel Spielerei.

Balle

WOLVERINE – Anomalies

Trackliste:

01. A Sudden Demise
02. My Solitary Foe
03. Circuits
04. Nightfall
05. This World And All It’s Dazzeling Lights
06. Automation
07. A Perfect Allignment
08. Losing Game
09. Scarlet Tide

 

 

Spielzeit: 52.27 min – Genre: Progressive Rock/Metal – Label: Music Theory Recordings – VÖ: 06.02.2026 – Page: www.facebook.com/wolverinetheband

 

Ich weiß noch, wie ich ca. 2009 im zarten Alter von sechzehn Jahren von meinem Vater im Saturn zehn Euro bekommen und mir davon die „Worldwide Metal“-Compilation gekauft habe, auf der ganz viele mehr oder weniger obskure Metalbands vertreten waren. Dort habe ich das erste Mal WOLVERINE gehört, und bis heute begleitet mich die schwedische Band. Und nun bringt das Quintett um Sänger Stefan Zell seit erstes Album seit zehn Jahren raus (wobei man die großartige 2020er EP – eigentlich ein audiovisuelles Kunstwerk – „A Darkened Sun“ nicht vernachlässigen sollte). „Anomalies“ kommt mit 50 Minuten Spieldauer und neun Songs.
WOLVERINE bewegen sich generell zwischen Progressive Rock und Progressive Metal, und dazwischen ist auch die Produktion angesiedelt. Sehr handgemacht klingend, ziemlich warm und voll, aber auch mit dem nötigen Schuss Härte, wo nötig. Und nicht zu vernachlässigen die Vielzahl an kleinen Sounddesign-Elementen und Effekten; sei es ein stimmiger Vocal-Effekt oder ein Drumset, bei dem man die hohen Frequenzen gekappt hat, oder kleine Hall-Effekte etc.. All das macht „Anomalies“ noch einmal um einiges atmosphärischer.
Die Drums klingen organisch und sind nicht übertriggert – wenn Drummer Marcus sanft spielt, klingt das auch so. Und Sänger Stefan hat erwartungsgemäß seine wunderbare Stimme nicht verloren und legt Ausdruck und Emotion in höchstem Maße in die Vocals.
Musikalisch ist „Anomalies“ schlicht und ergreifend schön. WOLVERINE haben ein großes Talent für emotionsgeladenes Songwriting, mit vielen ruhigen Tönen, aber auch den feierlichen oder dramatischen. Da darf dann auch mal ein Song wie „Automation“ passieren, der komplett auf Drums und Gitarren verzichtet, aber auch ein relativ straighter, fett-rockig/metallischer wie „Losing Game“. Genre-gemäß findet sich der ein oder andere 7er- oder 5er-Takt (wobei „Anomalies“ doch über den größeren Teil seiner Spieldauer mit „normalen“ Taktarten arbeitet. Angenehmerweise ist das Album – wie WOLVERINE-Outputs auch – keines, das musikanalytisch gehört werden muss/möchte. Es ist für den Hörer absolut irrelevant, was an dieser und jener Stelle für eine Taktart passiert. „Anomalies“ will gefühlt werden, ist Musik zum Hineinsinken und Treibenlassen. Dann fühlen sich so einige Melodien beim ersten Hördurchlauf irgendwie meditativ-intuitiv fließend an, entwickeln aber schon beim zweiten eine seltsame Form von Eingängigkeit. Denn ja, das Songwriting ist auch auf WOLVERINEs neustem Album wieder saugut, mit vielen Momenten, in denen man positiv überrascht erkennen darf, dass sich die Melodie nun in diese unvorhergesehene aber wirklich schöne Richtung weiterentwickelt.

Fazit:
„Anomalies“ ist gut für die Seele und sollte gehört werden. Ende.

Anspieltipps:
Klarer Kandidat zum Durchhören. Aber falls man irgendwann wider Erwarten doch nicht mehr weiterhören möchte, sei noch empfohlen, dem finalen „Scarlet Tide“ noch eine Chance zu geben.

Jannis