DEATH DEALER – Reign of Steel

Trackliste:

01. Assemble
02. Devil`s Triangle
03. Riding on the Wings
04. Bloodbath
05. Raging Wild and Free
06. Blast the Highway
07. Compelled
08. Dragon of Algorath
09. Sleeping Prophet
10. Reign of the Night

 

Spielzeit: 46:01 min – Genre: Heavy Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/deathdealerband

 

Das letzte, DEATH DEALER Album „Conquered Lands“ 2020 habe ich leider verpasst. Daher war es für mich eine Pflicht dem neuen, 4. Album „Reign of Steel“ mehr Aufmerksamkeit zu widmen!
Erscheinen tut der Diskus beim deutschen Label Massacre Records, was denke ich eine gute, neue Wahl der Band ist.
Diese besteht übrigens sehr konstant weiterhin aus CAGE Fronter Sean Peck, Ex MANOWAR Gitarrist Ross the Boss, EMPIRES OF EDEN Gitarrist Stu Marshall, ÜBERALL Basser Mike LePond sowie Schlagzeuger Steve Bolognese.
Geboten wird auch auf dem neuen Diskus klassischer Heavy Metal der auch mal in die Power Metal Ecke abdriftet.

Mal schauen wie die neuen Songs so tönen, gestartet wird mit dem Openersong „Assemble“. Dieser beginnt erstmal mit einem kleinen Vorspiel wo es noch recht handzahm tönt. Nach 30 Sekunden bricht dann aber die Riffhölle über uns ein und mit einem Schrei von Fronter Sean Peck bahnt sich die Nummer ihren Weg über seinen Chorus bis in eure Gehirnwendungen. Ein starker Opener direkt zu Beginn.
„Devil`s Triangle“ ist dann nicht mehr die komplette Hochgeschwindigkeitsbedienung, bietet aber trotzdem noch genug Druck um den starken Opener weiterzuführen.
Sehr klassischer Heavy Metal wird uns dann beim recht melodischen und mitsing kompatiblen „Riding on the Wings“ geboten. Hier können wir auch relativ schnell den Hithaken dahinter machen.
„Bloodbath“ ist zu recht der Titel des nächsten Stückes geworden. Brachiale schnelle Thrash Metal Riffs und auch Fronter Sean holt alles aus seiner Stimme raus. Das Ganze bricht ziemlich aus dem bisher gehörten aus, das war aber vermutlich genau das Ziel, und wird auf jeden Fall seine Anhänger finden.
Der Mitteilteil wird dann von der Powerballade „Raging Wild and Free“ sowie der Videosingle „Blast the Highway“ sehr gut ausgefüllt. Zwei absolute Hits der Scheibe!
Der Stampfer „Compelled“ ist dann das Bindeglied zum letzten Drittel der Scheibe welches mit „Dragon of Algorath“ nochmal richtigen Hochgeschwindigkeitsmetal, mit „Sleeping Prophet“ einen erdigen Banger sowie mit dem abschließenden „Reign of the Night“ einen überlangen klassischen Heavy Metalsong bietet.
Gerade letztere Nummer zeigt irgendwie alle Facetten der Band und dessen Sound. Mal schnell, mal im Midtempobereich und mal komplett abwechslungsreich. Ein toller Abschluss der Scheibe.

Also, bislang haben mich die Jungs von DEATH DEALER noch nie enttäuscht! Und das bleibt auch auf dem neuen Album so. Klassischer Heavy Metal wird hier bedient, erstklassige und erfahrene Musiker sind hier am Werk und noch dazu hat man einige sehr starke Songs und Hits im Gepäck.
So kann es gerne weitergehen und Fans der genannten Stammbands sowie des Genre sollten hier auf jeden Fall nicht nur ein Ohr riskieren, es könnte sich lohnen!
Ein kompakter neuer Diskus der Band der einfach nur gut reinläuft!

Julian

DYMYTRY PARADOX – Born From Chaos

Trackliste:

01. Red Sky Remains
02. We Beneath My Skin
03. Born From Chaos
04. Sun Of A Broken God
05. Reignite Me
06. Empire Of The Fallen
07. Overmind
08. Oxygen Is Not Included
09. Grave With No Name

 

 

Spielzeit: 36:39 min – Genre: Psy-Core – Label: Reaper Entertainment – VÖ: 16.01.2026 – Page: www.facebook.com/DymytryParadox/

 

Die Tschechen von DYMYTRY melden sich zurück, mit neuem Label im Rücken gibt es auch eine kleine Namensänderung in DYMYTRY PARADOX. Da ich die letzten beiden Alben von DYMYTRY schon durch den Fleischwolf gezogen habe, folgt nun das dritte Album mit englischen Texten. Da ich DYMYTRY einmal Live sehen konnte und die Band mit ihren Masken und Kostümen in rot/schwarz was hermachten, haben sie mit der Namensänderung auch ihre Farben in dreckiges weiß/dunkelgrau oder schwarz geändert. Live werden sie nichts von ihrer Intensität verloren haben, ist ja immer noch dieselbe Band die nicht nur Live für ein positives Chaos sogt. Im Normalfall gehe ich bei Modern gedingsbums gekloppe in Deckung, nicht so bei DYMYTRY PARADOX, deren Sound hart und modern ist, dabei aber auch catchy und mit feinem Charme und endgeilen Refrains aus den Boxen jagd.

Zur Besetzung gehören Alen Ljubic am Mikrofon, Jan „Gorgy“ Görgel und Jirí „Dymo“ Urban an den Gitarren, Artur „R2R“ Mikhaylov am Bass und Milos „Mildor“ Meier an den Drums. Ein Line-Up das jetzt auf dem dritten Album für ordentlich Lärm im Gebälk sorgt. Live eine Einheit die positives Chaos verbreitet und auf Tonträger eine mehr als anständige Figur abgibt. Die Stimme von Alen gibt sich zu keinem Zeitpunkt eine Blöße oder gar Grund zum Meckern. Die passt sowas von zum Bandsound und sorgt mit ihrer Ausführung für Aufsehen. Die Gitarren fahren die ganz großen Geschütze und volles Modern Metal Brett auf, können aber auch dezent und gefühlvoll je nachdem wie es die Situation im Song gerade erfordert. Der Bass lässt sich nicht von den Gitarren in eine Ecke drängen, sondern hält voll dagegen, wenn die Gittis Gas geben rückt er leicht in den Hintergrund wo er sich laut Gehör verschaffen kann. Der Drumstickschwingende Held auf seinem Hocker beackert die Bespannungen wie ein wilder Stier der nur noch „Rot“ sieht. So ergibt sich ein Gesamtbild das auf drei Album eine herausragende Leistung abgegeben hat.

Trotz der sehr modernen Auslegung und sich im Psy-Core befindende Sound alles andere als Massenkompatibel ist, ist die Mucke doch für alle die auch mal über ihren Schatten springen und etwas Neues versuchen wollen einen lohnenden Blick wert. Es wird nicht nur rumgekloppt, sondern auch äußerst angenehm gerockt. Wie schon auf den beiden Vorgängeralben sorgen DYMYTRY PARADOX für ein Chaos in allen Belangen, nur das dieses von mir angesprochene Chaos sehr positiv gemeint ist und mit coolen Melodien und saugeilen Refrains daherkommt. So schafft es die Band erneut wieder mal für Aufsehen sorgen zu können. Abzug in der B-Note gibt es durch das unterschreiten der 40 Minuten Grenze.

„Red Sky Remains“ ein sehr eingängiger Einstieg in das Album, „We Beneath My Skin“ nach dem gelungenen Einstieg gibt es gleich noch einen Happen. „Born From Chaos“ ein Nackenbrecher der mit einem geilen Refrain kommt, „Sun Of A Broken God“ die Band kann es noch, kreischende Gittis, eine cooler Stimme und geniale Refrains, zum Ende hin kommt sogar noch epische Stimmung auf. „Reignite Me“ eine Powerballade mit viel Drama und Gefühl, „Empire Of The Fallen“ ein Brecher der keinen Knochen auf dem anderen lässt. „Overmind“ der nächste Knochenbrecher der mit Eingängigkeit glänzen kann, „Oxygen Is Not Included“ hier fallen mir die Modern Metaller der 90er Jahre ein – kann aber mehr als nur an diese Epoche erinnern, „Grave With No Name“ eine vor Drama triefende Ballade die durch die Stimmen und Akustikgitarre zum Leben erweckt wird.

Balle

BULLET – Kickstarter

Trackliste:

01. Kickstarter
02. Caught In The Action
03. Open Fire
04. Keep Rolling
05. Hit The Road
06. Avenger
07. Chained By Metal
08. Spitfire
09. Full Throttle
10. Strike At Night
11. Night Falls Down

Spielzeit: 39:13 min – Genre: Heavy Rock – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/bulletband

 

So es ist jetzt 01:47 Uhr nachts und gerade vom BEYOND THE BLACK Konzert aus München zurückgekehrt. Nun ist die Zeit für die schwedische Krawalltruppe um Hell Hofer mich in andere Sphären zu beamen. Acht Jahre sind seit dem letzten BULLET Album „Dust To Gold“ vergangen, acht lange Jahre mussten die Fans auf neuen Stoff warten, doch das Warten hat nun ein lohnendes Ende, BULLET sind mit elf neuen Songs zurück. Wandelten BULLET auf ihren Alben immer auf einer Gratwanderung zwischen Hard Rock und Heavy Metal, mal mehr von dem oder dem anderen. Ich bezeichnete den BULLET Sound immer als härteren AC DC Sound mit alten Dirkschneider Vocals zu seinen besten ACCEPT Zeiten, liest sich nicht prickelnd, hört sich in Wahrheit aber sehr attraktiv an. Ich konnte längere Zeit nichts mit BULLET anfangen, genauso wie mit AC DC, erst spät entdeckte ich den AC DC Sound für mich, genauso bei BULLET, erst mit dem dritten Album begann BULLET mein Interesse zu wecken. Es gibt gewisse Dinge die erst reifen müssen um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, entweder ist es bei mir mit steigendem Alter oder diese Dinge müssen den richtigen Moment bei mir erwischen um meine Synapsen anzusprechen. Im Fall BULLET dauerte es nur fünf Jahre, bei den Stromrockern dauerte es Jahrzehnte.

Zur Besetzung von BULLET gehören Oberschreihals Hell Hofer am Mikrofon, Hampus Klang und Freddie Johansson an den Gitarren, Gustav Hector an Bass und Gustav Hjortsjö an der Schießbude. Hells Stimme scheidet bestimmt immer noch jegliche Geister in das Lager die schreien „Saugeile“ Röhre, die anderen gehen in Deckung und heulen rum das es sich um „Geschrei“ handelt. Sicher haben beide Lager in einer Art und Weise recht, entweder man kann mit der Stimme oder eben nicht. Hell raunzt, grunzt und schreit sich durch die Songs wie damals unser guter alter Udo zu seinen besten ACCEPT Zeiten. Damals gab es bei ACCEPT auch zwei Lager, die einen die es geil fanden, die anderen die damit nichts anfangen konnten. Allerdings gibt der riesige Erfolg von ACCEPT eben dieser deutschen Band recht, die ihre übergroßen Fußabdrücke im Heavy Metal hinterlassen haben. Vorbild für 100000 von Bands die ihnen Nacheifern. Ob BULLET einmal diesen Status erlangen werden wird die Zukunft bringen, allerdings sind sie auf einem sehr guten Weg dorthin ihre Duftmarke sehr hoch zu setzten. Ob nun Hellboy Hofer oder Udo das Organ mit mehr Kraft oder Ausdrucksstärke besitzt kann und will ich nicht entscheiden, dass soll jeder für sich alleine ausmachen. Auf jeden Fall gibt es so eine Stimme wie die von Hell kein wirklich zweites Mal und ist ein sehr großes Merkmal der Band, bei Bedarf gibt es mehrstimmige Chöre. Das zweite Merkmal sind die beiden Gitarristen die sich meist vom Riffing her in klassischen Gewässern bewegen, und sich dabei in den späten 70ern bis in die Mitte der 80er befinden. Egal ob man die Lead- oder Rhythmusgitarre anhört, beide befinden sich von der Ausführung sehr weit in der Vergangenheit. Ist dieser Umstand ein Nachteil? Nöö, mit Sicherheit nicht! Der Bass macht alles andere aber er gibt sich nicht damit zufrieden hinter den Gittis zu stehen, sondern bewegt sich auf demselben Niveau wie die Axtschwinger. Wer die Band kennt weiß wie intensiv die Drums sind, die spielen den Antreiber der mit Vollgas, brachial und ohne Gnade in jeden Hintern tritt bis der blau und blutig ist.

Neben Hellboy und der klassischen Gitarrenausführung gibt es noch eine Bandeigenschaft, dass sind die Melodien die in keinem Song zu kurz kommen. Mit der Treffsicherheit eines „The Nuke“ Luke Littler bei der Darts WM treffen BULLET mit ihren Songs immer in die tripple 20 und holen so das Maximum raus. Die Melodien scheinen zwar schon seit Urzeiten ausgenuddelt und zu einer früheren Zeit ähnlich gehört, zeigen aber eine Wirkung die sofort ins Ohr geht und nicht mehr so schnell in Vergessenheit geraten. Ist das ausgenuddelte innovativ oder wegweisend? Bestimmt nicht, aber wie im Fall von BULLET knallt und bumst es in jedem Song an allen Ecken das es eine wahre Freude ist. Das Rad erfinden die Schweden auch nicht neu, nur ist der Sound äußerst attraktiv und catchy wie Sau. Der Sound von BULLET schreit eines förmlich heraus, wie dick die Eier sind, nicht halbstark oder unklar wo der Weg hinführen soll, sondern erwachsen mit den dicksten Klöten im Business.

Leider befindet sich die Laufzeit des Albums knapp unter den magischen 40 Minuten und ergaunert sich dadurch und die fehlende Innovation einen Minuspunkt in der Bewertung. Nicht falsch auffassen, das Album hat es in sich nur die zwei negativ Punkte ergeben einen leichten Punktabzug der kaum ins Gewicht fällt.

„Kickstarter“ und schon die ersten Takte verraten Wer, Was, Wo sich im Player dreht, was für ein Arschtreter zum Start, „Caught In The Action“ ein cooler Rocker der auch gut in eine Disco passen würde. „Open Fire“ ein typischer BULLET Brecher zum abfeiern, „Keep Rolling“ ein Charmebolzen der voll in die Offensive geht und beim ersten Hören sitzt wie eine Stretch Jeans. „Hit The Road“ der Song für eine freie Autobahn und über 250 Sachen auf der Nadel, „Avenger“ nähert sich auch wie der Vorgänger mit Speed der Schallmauer. „Chained By Metal“ der nächste Nackenbrecher für gewaltige Schmerzen in den Halswirbeln, „Spitfire“ es wird das Gaspedal gelupft und ein Stampfer taucht im Gehörgang auf der Potential besitzt. „Full Throttle“ ein Gewaltrocker für die Disco oder Radio, „Strike At Night“ ein Schmankerl für jede Party, „Night Falls Down“ den schwersten Rocker und Highlight haben sich die Jungs für den Schluss aufgehoben.

Balle

VANDOR – The Ember Eye Part II: The Portal Of Truth

Trackliste:

01. Turn To The Light
02. Another Life
03. Why Do I Remember Me?
04. Portal Of Truth
05. Disease
06. The Unhinged Shadow
07. Last One Of My Kind
08. Further From The Light
09. One With The Night
10. Storm In My Heart

 

Spielzeit: 42:54 min – Genre: Power Metal – Label: DragonForged Records – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/vandorband

 

 

Manchmal fühlt man sich als Redakteur bei einem Magazin wie der Rock Garage wie der Onkel zweiten Grades, der alle drei Jahre mal vorbeikommt und sich dann freut, wie groß der kleine VANDOR schon geworden ist. Ich begleite die Schweden schon seit ihrem Debütalbum mit Rezensionen (Wow, sechs Jahre ist das schon her) und jetzt ist das nächste Treffen gekommen.
„The Ember Eye Part II: The Portal Of Truth“ ist bereit, releast zu werden. Drittes Album des Quintetts, zehn Songs, von denen einer ein einminütiges Intermezzo ist.
Geziert wird das Ding von einem schönen handgemachten (muss man ja inzwischen lobend erwähnen) Cover, und auch ansonsten steckt hinter „TEEPII:TPOT“ jede Menge Handarbeit. Angefangen bei der Produktion, der ein wenig mehr Bass und Fettheit nicht geschadet hätte, die so wie sie ist dann aber eben klassisch nach 2000er Power Metal klingt, und so klingt auch die Musik von VANDOR.
Hier gibt es die komplette Ladung an hohen Vocals (angenehm unbearbeitet anmutend und kompetent geliefert von Sänger Vide), Backing Vocals für dichte Harmonien, schnelle Gitarren- und Keyboardsoli, oldschool Orchestersounds und ganz viel Uptempo-Beintraining für Drummer Viktor.
Der Melodiefaktor ist hoch, „ The Portal Of Truth“ ist zweifelsohne Power Metal der melodischsten Sorte, der über drei-Ton-Melodien nur müde lachen kann. Ab und zu führt das zu absoluten Hitmelodien (Der Chorus von „Why Do I Remember Me?“ ist einer der Gründe, warum es heutzutage noch solche Alben braucht). Wenn nicht, dann bieten VANDOR aber immer noch nostalgischen 2000er Power Metal in Reinform mit all seinen sympathischen Wendungen und ohne jegliche an dieser Stelle unangemessenen modernen Elemente.
Manchmal versucht man sich dann auch erfolgreich an Taktarten abseits der gängigen 4/4tel-Norm, so bei „Last One Of My Kind“, ein weiterer Hit auf der Platte. Mit „The Unhinged Shadow“ gibt es noch einen kleinen sympathischen Solo-Battle-Track, der erfreulicherweise neben seiner Funktion auch Charakter hat. Und zum ganzen Gespeede braucht es natürlich auch einen balladigen Kontrast-Song, der sich am besten in Form eines sechsminütigen feierlichen Endtracks macht, der „TEEPII:TPOT“ mit den ganz dicken Emotions beendet.

Fazit:
„The Ember Eye Part II: The Portal Of Truth“ ist das professionellste Album von VANDOR bislang. Und wie es sich für ein drittes Album in einer guten Bandkarriere gehört, schärft es den Stil der Schweden noch einmal. Im Mindesten gut gelaunter und gut gemachter Classic-Power-Metal-Throwback, und nicht selten mehr als das. Oh, und die CD (also das runde Ding mit dem Loch in der Mitte, die älteren erinnern sich) kommt mit drei Bonustracks. Könnte man bei Gefallen ja nochmal was kaufen, um sein Regal damit zu belasten!

Anspieltipps:
„Why Do I Remember Me?“, „Storm In My Heart“, „Last Of My Kind“ und „The Unhinged Shadow“ – und „Another Life“, dessen Video als Roland Emmerichs AVATAR unter den Musikvideos gehandelt wird:

Jannis

EDENBRIDGE – Set the Dark on Fire

Trackliste:

01. The Ghostship Diaries
02. Cosmic Embrace
03. Where the Wild things are
04. Tears of the Prophets
05. Our Place among the Stars
06. Set the Dark on Fire
07. Bonded by the Light
08. Divine Dawn Reveal
09. Lighthouse
10. Spark of the Everflame – Let Time Begin
11. Spark of the Everflame – The Winding Road to Evermore
12. Spark of the Everflame – Per Aspera Ad Astra
13. Spark of the Everflame – Where it Ends, Is Where it Starts

Spielzeit: 53:37 min – Genre: Symphonic Metal – Label: Steamhammer – VÖ: 16.01.2026 – Page: www.edenbridge.org

 

Mit ihrem 12. Studioalbum „Set the Dark on Fire” kehren die österreichischen Symphonic Metaller von EDENBRIDGE zurück zu ihrem alten Label Steamhammer/SPV.
Die neue Platte soll die härteste der Bandgeschichte sein. Das waren aber auch schon die einzigen Neuerungen bei der Truppe. Die Band ist nach wie vor personell sehr stabil, wird nach wie vor von Mastermind Lanvall und Sängerin Sabine Edelsbacher angeführt und zockt nach wie vor Symphonic Metal der klassischen Sorte.
Wie zuletzt wurde das neue Album auch wieder von Karl Groom (THRESHOLD) gemastert.
Es gibt auch wieder einen mehrteiligen Abschlusssong und nach dem bärenstarken letzten Album „Shangri-La“ sind meine Erwartungen für das neue Album echt hoch!

Daher starten wir jetzt mal direkt mit dem Albumopener „The Ghostship Diaries“. Ein flotter Opener der direkt den typischen, wenn auch leicht härteren EDENBRIDGE Sound beinhaltet. Also sehr gitarrenlastig das Ganze, was dann auch die Härte erklärt.
Ein einprägsamer Chorus ist genauso an Bord, ein absolut gelungener Opener also.
„Cosmic Embrace“ im Anschluss hat dann etwas mehr Symphonic Metal Anteile und fällt nicht ganz so heavy wie der Opener aus. Dafür ist der Melodicanteil hier um einiges höher, was das Ganze schön eingängig macht. Sehr schön!
Und Symphonic, Eingängigkeit sowie die Melodic stehen auch beim folgenden „Where the Wild things are“ voll im Fokus. Zusätzlich mit einer ordentlichen Portion Folk ausgestattet bahnt sich die Nummer den Weg in die Gehörgänge und bleibt dort echt lange haften.
Über das atmosphärische Zwischenstück „Tears of the Prophets“ geht es dann in den Mittelteil der Scheibe wo wir dann mit dem überlangen 7 minütigen „Our Place among the Stars“, dem kraftvollen Titelstück „Set the Dark on Fire“ sowie der Cinematic Powerballade „Bonded by the Light“ weitere Highlights zu verzeichnen haben.
Den letzten Abschnitt der Scheibe leitet dann mit „Divine Dawn Reveal“ erneut ein atmosphärisches Zwischenstück ein.
Das folgende „Lighthouse“ ist dann eher klassischer Symphonic Metal und im Anschluss gibt es dann noch den angekündigten mehrteiligen Abschlusssong „Spark of the Everflame“. Diesen kann man einfach nur zusammen als absolutes Kunstwerk bezeichnen wie auch schon den Abschlusssong des letzten Albums.
Von der kurzen instrumentalen Einleitung „Let Time Begin“ über das krachende „The Winding Road to Evermore“ bis zum abschließenden abwechslungsreichen symphonischen Abschluss „Where it Ends, Is Where it Starts“.
Hier sitzt jede Note perfekt und man merkt welches Songwritingtalent und auch Arbeit dahintersteckt!

Wow, also nach wie vor gilt die Aussage eine der führenden Symphonic Metalbands im deutschsprachigen Raum sind die Österreicher von EDENBRDIGE!
Was die Truppe hier gerade bei den letzten Alben auffährt an Songqualität inklusive geilen Songwriting ist wirklich aller Ehren wert.
Die etwas härtere Ausrichtung, die angekündigt wurde, ist klar spürbar, mir gefällt die Truppe aber nach wie vor am besten wenn es eher symphonisch und melodisch zur Sache geht!
Ganz kommt man an das bockstarke Vorgängeralbum nicht heran, aber auch so gibt es hier fast die Höchstnote und die glasklare Kaufempfehlung für die Zielgruppe.
Ein ganz klares frühes Jahreshighlight des Symphonic Metals und das ohne Übertreibung!

Julian

 

VALIANT SENTINEL – Neverealm

Trackliste:

01. War in Heaven
02. Neverealm (feat. Laura Guldemond)
03. Mirkwood Forest
04. The Underdark
05. To Mend the Ring
06. Elden Lord
07. Come what May
08. Arch Nemesis (feat. Zak Stevens)
09. The Battle of Hornburg

 

 

Spielzeit: 47:00 min – Genre: Power Metal – Label: Thegonia Records – VÖ: 16.01.2026 – Page: www.facebook.com/valiantsentinel

 

Das erste selbstbetitelte Album der griechischen Power Metaller von VALIANT SENTINEL von 2021 ist noch etwas an uns vorbeigegangen.
Mit ihrem neuen Label Thegonia Records im Rücken bringt man aber nun mehr Aufmerksamkeit auf sich und das neue Album „Neverealm“.
Das Debütalbum war noch eine Ansammlung von einzelnen Songs mit unterschiedlichen Gastsängern. Dieses Mal hängen die Songs zusammen in einer Fantasy Geschichte und rund um Gitarrist und Mastermind Dimitris Skodras hat sich eine neue Band mit dem neuen Fronter Veandok, der auch bei SUBFIRE aktiv ist, gescharrt.
Auf dem Album hat aber noch ein sehr bekannter Gastschlagzeuger sein Können bei allen Songs beigesteuert, niemand geringeres als BLIND GUARDIAN Felldrescher Frederik Ehmke ist hier zu hören.
Desweiten sind mit BURNING WITCHES Sängerin Laura Guldemond sowie SAVATAGE Sänger Zak Stevens noch zwei bekannte Gastsänger zu hören,

Alles ein Setup, was mich auf jeden Fall sehr neugierig gemacht hat und deswegen gehen wir jetzt mal zusammen durch das neue Album beginnend mit dem Opener und der Videosingle „War in Heaven“. Klassischer und kraftvoller Power Metal erwartet uns hier. Den roughen Gesang von Fronter Veandok kennt man schon von SUBFIRE und er passt sehr gut zur Mucke.
Über einen guten Chorus baut sich die Nummer ordentlich auf. Weichgespült ist es hier auf jeden Fall nicht, hier regiert die Axt anstatt die Keys. Toller Opener, der auf jeden Fall Lust auf mehr macht!
Im Anschluss gibt es dann das Titelstück „Neverealm“ wo die Gute Laura Guldemond ihre Gastbeitrag abliefert. Und was soll man sagen, die Dame macht ihre Sache ausgezeichnet, bereichert den Song ungemein und keift, was das Zeug hält! Passt perfekt zum roughen männlichen Gegenpart. Ein toller Song!
Episch wird es dann bei „Mirkwood Forest“. Schön abwechslungsreich, mal ruhiger und dann wieder volle Power, bahnt sich die Nummer ihren Weg und ist das nächste Highlight der Platte.
Der Mittelteil wird mit „The Underdark“, dem atmosphärischen Zwischenstück „To Mend the Ring“ sowie dem ziemlichen klassischen „Elden Lord“ ordentlich ausgefüllt.
Die Ballade „Come what May”, wo Fronter Veandok mal eine andere tolle gesangliche Seite zeigen kann, ebnet dann den Weg für die letzten beiden Songs.
Und beides sind absolute Plattenhighlights, das sei schon mal vorweggenommen!
Zuerst haben wir bei „Arch Nemesis“ den Gastbeitrag von Zak Stevens, irgendwie kommen da sofort die CIRCLE 2 CIRCLE oder SAVATAGE Einflüsse hoch, aber auch ansonsten ist der Song echt stark und als zweites haben wir dann den epischen HERR DER RINGE Gedächtnissong „The Battle of Hornburg“ inklusive Film und Buchzitaten und Szene. Ein geiles Stück mit 9 Minuten Spielzeit, was vor allem den HDR-Fans ein absolutes Fest sein wird!

Ein starkes neues, zweites Album haben die Jungs von VALIANT SENTINEL hier an den Start gebracht! Mastermind Dimitris Skodras hat starke neue Mitmusiker um sich geschart, tolle Gäste am Start und starke Songs in der Hinterhand!
Von weichgespültem Keyboard geschwängerten Power Metal gibt es hier keine Spur, kraftvoller, teilweise recht klassischer Power Metal ist hier am Start was nicht nur mir als Fan gut schmecken sollte.
Da ist der Sprung in den vordersten Punktebereich bei uns absolut verdient und für mich gibt es hier direkt eines DER Power Metal Highlights des Jahres 2026!
Fans von klassischen Power Metal ala z.B. frühen BLIND GUARDIAN sollten hier auf jeden Fall fix zugreifen und sich das Album über die Label Bandcampseite (https://theogoniarecords.bandcamp.com/album/neverealm) zulegen!

Julian

 

FIREBORN – Dreamcatcher

Trackliste:

01. Dancing With The Villain
02. Set The World On Fire
03. Point Of No Return
04. Likes For A Life
05. Pull The Trigger
06. Little Wanderer
07. Crisis Of Youth
08. Dreamcatcher
09. Flashlight
10. Out Of The Edges
11. Human

Spielzeit: 43:19 min – Genre: Heavy Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Firebornofficial/

 

FIREBORN bitte wie, wer, wo, was soll das sein. FIREBORN eine deutsche Band die sich mit ihrem Debütalbum einen Status erspielen konnte und mit diesem Album „Dreamcatcher“ in den Olymp aufsteigen möchte. Ich kannte die Band im Vorfeld nicht und bin erst mit diesem Album auf die Truppe aufmerksam geworden. Mit den ersten klängen kam auch ein lautes Oha über meine Lippen, das klingt Fett und mit Bomben Stimme die sofort im Ohr hängen bleibt. Also lasst Mal hören was ihr so drauf habt, ob ihr den Aufstieg in den Olymp jetzt schaffen könnt. Im Promotext wird FIREBORN für Fans von HALESTORM und ALTER BRIDGE empfohlen mit dem Zusatz Classic Rock & Metal. Kopfkratz im Zusammenhang von HALESTORM und ALTER BRIDGE Classic Rock zu erwähnen ist schräger als total schief gewickelt. Beide Bands passen weder zu Classic Rock noch zu Metal, also herrscht von Anfang an ein wenig chaotische Erwartungshaltung was mich erwartet, wird es ein Bringer oder totaler Brechdurchfall?

Zu FIREBORN gehören die nicht nur wahnsinnig Fette Stimme von Jenny Gruber sondern auch die Saiten-Hexer Rick Götze und Dennis Weber, Bassist Christian Lehr und der Drumstick-Schwinger Raphael Singh. Jennys Stimme ist sehr variabel, die kann von zuckersüß bis bitter-böse gehen und einem dabei den Hintern versohlen. Am besten mundet diese Stimme, wenn sie voll loslegt und mit viel Dreck und Rauch raunzt, faucht und singt wie eine wildgewordene Löwin die ihre Jungen verteidig, allerdings überzeugt sich auch wenn es dezentere Zurückhaltung von ihr gibt. Dabei bewegt sich die Stimme irgendwo zwischen Jennifer Crush, Darby Mills, Janet Gardner oder Noora Louhimo wenn die Druck macht. Die Gitarren sorgen für Riffwände die sich vor dem Hörer aufbauen ohne dabei einen Deut nachzugeben. Die Ausführung der Gitarren wechselt zwischen 80er a‘ la ACCEPT bis ins jetzt zu ALTER BRIDGE, EVANECENCE ohne es dabei in keine Richtung zu übertreiben. Wenn es Modern wird bleibt es für Traditionalisten immer noch erträglich ohne dabei das Gefühl zu entwickeln die Skip Taste zu betätigen. Der Bass ist kein Leisetreter, hat aber seine liebe Mühe gegen die Stimme, Riffbretter und Drums anzukommen. Das Schlagzeug befindet sich meistens in der modernen Ausführung und klingt leider ein wenig blechern, nach Samples, leider vermatschen die runterkomprimierten MP3s die Becken zu einem kastrierten sonst etwas nur nicht Becken. Und da liegt der einzige Kritikpunkt schon auf der Hand, MP3s können mehr Schaden als Nutzen bringen. Der Grund warum ich Streamingdienste meide, MP3 ist kein Format, sondern kastriert Musik. Wave ist das Maß der Dinge.

Der Stil von FIREBORN liegt irgendwo zwischen Tradition und Moderne, aber bei Classic Rock muss sich derjenige der dies im Pressekit angegeben hat verhört haben. Die Gitarren erinnern mich in manchen Momenten an die alten ACCEPT von Mitte bis Ende der 80er aber auch an ALTER BRIDGE oder EVANECENCE, wenn es Modern wird. Dabei schaffen FIREBORN einen Spagat, auf der einen Seite sehr heftig und metallisch auf der anderen Seite den Spirit und Kraft des guten alten Hard Rock wie er in den 80ern angesagt war. Es befindet sich eine Gitarre im Old-School-Hard Rock die andere haut die moderneren Töne raus. Zu heftig wird es eigentlich zu keinem Zeitpunkt, metallisch ja aber das wars dann auch schon. Wie kann man den Stil jetzt am besten einordnen? Ich gebe jetzt mal Modern Heavy Rock an, 60% Moderne, 75% Heavy der Rest ergibt sich dann aus der Bezeichnung Rock. Melodien lässt keiner der elf Songs vermissen, damit geizen FIREBORN auf keinen Fall. Und es hört sich bei weitem besser an als die Beschreibung vermuten lässt. Einfach ein Ohr riskieren und sich von einer talentierten Band überraschen lassen.

Durch das doch komisch anmutende Klangbild in den höheren Tönen ziehe ich einen halben Punkt ab und bin gespannt ob dieser Effekt auch auf Tonträger zu hören ist.

„Dancing With The Villain“ ein brachialer Stampfer zum Einstieg ins Album der irgendwo zwischen Hard Rock und Metal wandelt, „Set The World On Fire“ ein melodisches Schmankerl das von den Gittis an die ollen ACCEPT erinnert. „Point Of No Return“ geht sowas von durch jegliche Wand, egal aus welchem Material die auch sein mag, „Likes For A Life“ die Stimme trifft auf moderne Riffs und einem traumhaften Refrain. „Pull The Trigger“ schwere und tiefe Riffs klingen bedrohlich, „Little Wanderer“ eine Powerballade mit Tiefgang und einer verdammt starken Stimme. „Crisis Of Youth“ ein Moderner Brecher der zwischen softer und heftiger hin und her wandelt, kommt stellenweise mit Growls, „Dreamcatcher“ ein Highlight das alles bietet für das FIREBORN stehen, Hard Rock Wurzeln, Heavy Riffs und eine moderne Auslegung. „Flashlight“ eine klassische Gitarre trifft auf eine Moderne und modernes Drumset, wird mit viel Melodie und Jennys Stimme kombiniert, „Out Of The Edges“ EVANECENCE trifft auf Melodic Hard Rock der alten Schule, das Ergebnis ist ein Traum von einem Song, „Human“ wandelt gewagt zwischen den beiden Welten Tradition und Moderne.

Balle

Y

J.B.O. – Haus Of The Rising Fun

Trackliste:

01. Ma Ma Ma Metal
02. Haus Of The Rising Fun
03. Vito, wir machen Krach
04. I Kissed A Girl
05. Stinkefinger
06. Ka-Fump
07. Power sucht Wolf
08. Nur für euch
09. Weißt schon, was ich meine
10. Bussi
11. Ein sehr gutes Lied
12. Woke On The Smater
13. Mein Arsch

Spielzeit: 44:01 min – Genre: Fun Metal – Label: Perception Music – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/kickersofass

 

Frei nach Ilja Richter in seiner damaligen Musiksendung „disco“: „Licht an, Spot aus“ … nein, nein, heute muss das heißen: „Licht aus, pinken Plüsch-Chaos-Spot an“! Hilfe die vier fränkischen Gaudi Barden sind wieder unterwegs. Mir ist die Band J.B.O. schon seit einer Ewigkeit ein Begriff, allerdings habe ich mich bis jetzt nie an einen Song rangetraut, warum kann ich nicht sagen. Jetzt als Schreiberling nach über 30 Jahren im fortgeschrittenen Alter habe ich mich endlich mal an ein Album getraut und lass mich entweder Negativ oder Positiv überraschen.

Zur Pink Chaos Truppe gehören Hannes Holzmann an Mikrofon und Gitarre, Vito C. an Gitarre, Ralph Bach an Bass und Wolfram Kellner an den Drums. Die Stimme von Hannes hat was, besitzt Dreck und passt einfach nahezu perfekt zum Sound von J.B.O.. Besser hätte man es mit der Stimme nicht treffen können. Die Gitarren hauen mit einer wahren Freude die Riffs raus und machen dabei keine Gefangenen. Nie zu hart, sondern genau wie es der Song gerade benötigt gehen die 6-saitigen an den Start. Der Bass verschafft sich genügend Raum um neben den Gittis glänzen zu können. Der Stick-Schwinger macht das was er soll, er lässt die Sticks fliegen wie Sau. Die Produktion hat Dampf und sorgt für ein wohliges Gefühl beim Hören. Über Sinn oder Unsinn der Texte lässt sich streiten.

Man muss der Welt für alles Danken, selbst für vier Chaoten Franken! Im Falle von J.B.O. trifft das so ziemlich den Nagel auf den Kopf. Es kommen geile Coverversionen, Metal-Hymnen oder Heavy Rockkracher zum Einsatz. Die Songs werden mit viel fränkischem Charme und chaotischen Texten vorgetragen die beim Hören kein Auge vor lauter lachen trocken lassen. Aber sind wir mal ehrlich, so richtiger Blödel-Metal ist doch auch mal was anderes und zur Abwechslung genau richtig. Die Texte tragen ihren Teil zum Erfolg von J.B.O. bei, genau wie die Songs die Mal frech geklaut oder angelehnt sind und im Heavy Stil aus den Boxen kommen. So schaffen es die Franken selbst mit dem größten Blödsinn überzeugend rüberzukommen. Sicher erfinden J.B.O. weder den Metal neu noch sind die Texte ernst, aber es knallt, bumst und kracht im Karton. Außerdem muss man gewaltige Klöten im Sack haben sich an den Songs zu versuchen ohne dabei als Loser dazu stehen – dies gelingt J.B.O. ja schon seit über 30 Jahren. Metal goes Frankonia! Schluss, Aus, habe fertig. Prost Buam aof de naxt’n dreis’g Joar!

„Ma Ma Ma Metal“ Metal in Reinkultur mit mehr als nur zwei Augenzwinkerern, „Haus Of The Rising Fun“ eine geile heavy Version des 60er Jahre THE ANIMALS Songs. „Vito, wir machen Krach“ eine Hymne für die Tanzflächen der Rockdiscos, „I Kissed A Girl“ Hey Buam, hat’s ez net scho z’oid um a Girl ob zum bussln? Nee im Ernst der Song kommt mit Riffsalven sehr gut rüber. „Stinkefinger“ der Song zum Pogen und Leute durch die Discos zu pfeffern, „Ka-Fump“ vier kleine Franken im Wald auf der Suche nach der Feierabend-Hopfenbrause mit Schaumkrone. „Power sucht Wolf“ auf diese Idee muss man erst mal kommen, „Nur für euch“ ze’fix das Ding rockt wie Sau. „Weißt schon, was ich meine“ nach Genuss des Songs weiß jeder was gemeint ist – kommt mit göttlicher Melodie und chaotischem Intermezzo, „Bussi“ oas, zwoa g’suffa, hier wird alles durch den Kakao gezogen was die Gang hergibt. „Ein sehr gutes Lied“ ein kurzes Intro mit einem gut gemeinten Hinweis, „Woke On The Smater“ ich hätte es Wissen müssen, dass hier DEEP PURPLE auf die Schippe genommen werden, „Mein Arsch“ hier VERARSCHEN die Vier „Voyage, Voyage“ mit ihrem ureigenem Charme im Hard N Heavy Style, die erste Version des Songs die ich mir komplett anhören kann.

Balle

BELLHAVEN – Hunger

Trackliste:

01. Distortion makes me smile
02. Hunger
03. Black Dogs Night
04. Sapient
05. Dal Riata
06. The Wolf
07. Toxic
08. Up in the Attic
09. Welcome Home

 

 

Spielzeit: 45:42 min – Genre: Power Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 29.11.2025 – Page: www.bellhaven.de

 

Hier kommt noch ein Nachzügler aus dem letzten Jahr! Die Band BELLHAVEN aus Nordrhein-Westfalen hatte sich bei uns in der Talentschmiede beworben und ihr neues Album „Hunger“ fand ich interessant, da mussten wir einfach eine Rezension folgen lassen.
Die Truppe existiert seit 2021 besteht aus Sänger Jörg Schmid, Basser Rudi Lauer, Gitarrist Christoph Blenker sowie seinem Sohn und Schlagzeuger Aaron Blenker.
Die Jungs fühlen sich im modernen Power Metal mit Progeinflüssen zu Hause, welcher auch auf dem neuen Album zu finden ist welches man komplett in Eigenregie produziert und aufgenommen hat.
Ihr Debütalbum „Tavern Tales“ erschien 2022 und man sahnte damit gute Kritiken ein.

Nun schauen wir uns mal näher das neue Album an und beginnen logischerweise mit dem Opener „Distortion makes me smile“. Nach etwas instrumentalen Vorgeplänkel erwarten uns ziemlich heftige Gitarrenriffs sowie der giftige Gesang von Fronter Jörg. Im Refrain ist man dann schön melodisch und songdienlich unterwegs.
Ein ordentlicher Opener also der direkt Lust auf mehr macht!
Auch das Titelstück „Hunger“ ist recht heavy geraten und erinnert von seinen tiefgestimmten Gitarren etwas an METALLICA wie auch schon der Opener im Übrigen.
„Black Dogs Night“ geht dann eher in die Heavy Rock Richtung, was der Band auch echt gut zu Gesicht steht. Interessante Melodiewechsel erwarten uns hier auf jeden Fall.
Auch „Sarpient“ ist eher in der Heavy Rock Ecke zu suchen. Hier kann Sänger Jörg seine Stärken auf jeden Fall ausspielen und weiß mit seinem kraftvollen und variablen Gesang zu überzeugen.
Etwas mehr Geschwindigkeit hat dann das anschließende „Dal Riata“ wieder abbekommen. Hier geht es eher in die modern Power Metalrichtung und mit einem tollen Chorus ausgestattet macht die Nummer keine Gefangenen und setzt sich ordentlich in den Gehörgängen fest.
Den Mittelteil beschließt dann das kraftvolle „The Wolf“ was auch direkt zu überzeugen weiß.
Im letzten Drittel haben wir dann noch als weitere Hitkandidaten die Powerballade „Up in the Attic“ und den abschließenden Groover „Welcome Home“.
Hmm also ich weiß ja nicht Power Metal mit Progeinflüssen höre ich hier nicht dauerhaft auf dem neuen Album der Jungs von BELLHAVEN. Immer wieder geht das Ganze auch sehr in die rockige Richtung, was der Truppe aber auch absolut gut zu Gesicht steht!
Für ein komplett in Eigenregie produziertes Album tönt das Ganze auch echt gut.
An der Songqualität bzw. an der Eingängigkeit muss man denke ich noch etwas feilen, aber für eine aufstrebende Band geht das neue Album auf jeden Fall voll in Ordnung. Solide 6,5 Punkte stehen somit auf unserer Wertungsuhr.
Weiter so kann ich da nur in Richtung NRW rufen!

Julian

 

 

 

AUTUMN’S CHILD – Melody Lane

Trackliste:

01. Heartbreak Boulevard
02. Pray For The King
03. Fight To Love Again
04. Singalong
05. A World Without Love
06. Highway To The Sky
07. Headlines
08. Lovesong
09. Melody
10. Rock Of Empathy
11. Dead Cold

Spielzeit: 46:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Mikaelerlandssontheone

 

Mikael Erlandsson ist einer von denen, die sich im Melodic Rock, Classic Rock und AOR an allen Ecken mal blicken lassen. Als Frontmann bei SECRET SERVICE, in LAST AUTUMNS DREAM mit Mitgliedern von EUROPE und FAIR WARNING, und, und, und.
Und dann singt er noch bei AUTUMN’S CHILD, die inzwischen auch schon sechs Alben am Start haben, rechnet man denn ihr neustes Werk „Melody Lane“ mit dazu, über das wir heute reden. Ach ja, und Gitarre und Keyboards spielt er hier auch.
Ein sehr schönes Cover hat die Platte schonmal, gute handgemachte Retro-Optik. Der Sound stimmt auch soweit. Da könnte man sich an einigen Stellen wünschen, die hohen Frequenzen wären ein wenig präsenter, und Mikaels Vocals hätten etwas mehr Reverb vertragen können, aber an sich klingt „Melody Lane“ klar, gibt den einzelnen Instrumenten genug Raum und traut sich auch Dynamik.
Was die Musik angeht, ist „Melody Lane“ ein nettes kleines Wohlfühlalbum für Fans des Obergenres „Melodic Rock“. Da finden sich die Prototyp-AOR-Songs wie „Heartbreak Boulevard“, die komplette „Died In Your Arms Tonight“-80es-Rock-Bedienung („Fight To Love Again“) und der gut gelaunte beschwingte Rock’n’Roll-Song („Singalong“).
Mit „A World Without Love“ darf es dann auch mal ganz emotional-intensiv und dick aufgetragen werden – aber genau das wollen wir ja auch bei so einem Album, ne? Da kommen dann die dicken Drums, das Klavier und die flötige Classic-Rock-Orgel (oder die orgelige Classic-Rock-Flöte? Egal, Ihr wisst, was ich meine) dazu, sehr edles Ding.
Aber natürlich darf auch ein gewisser Hard-Rock-Faktor nicht fehlen, auf „Melody Lane“ mit „Headlines“ und „Rock of Empathy“ gegeben.
Das ergibt alles in allem schonmal ein Album, dessen Songs durch die Bank eigenen Charakter haben, was bei den normaleren Bands dieses Genres leider weiß Gott nicht immer gegeben ist. Und kleine Features wie nette Synth-Sounds und -Soli, Klavier, Orgel, Streicher, mehrstimmige Vocals oder einfach mal eine Strophe, die klanglich aus der Reihe fällt, geben „Melody Lane“ zusätzlichen Entertainment-Wert.
Was das Album doch häufiger machen dürfte, ist knallen. „Rock Of Empathy“ beispielsweise hat schon eine angenehme Menge Wumms hinter der Binde. Den dürfte man bei Songs wie „Highway To The Sky“ mit seinen Ooooheehooooh-Stadion-Vocals oder im Chorus von „Singalong“ auch erwarten, oder beim finalen „Dead Cold“. Einige Songs sind an Momenten, an denen sie Druck benötigen würden, dann doch eher kraftlos, aber die Momente gehen auch vorbei.

Fazit:
Abwechslungsreiches Ding haben AUTUMN’S CHILD da geschaffen. „Melody Lane“ überschreitet keine Genregrenzen, ist aber auch eines der Alben, bei denen es gar keine Experimente braucht, wenn man doch gar nicht die Zukunft schaffen sondern die Memory Lane entlangwandern möchte. Und das machen AUTUMN’S CHILD professionell und mit Liebe zum Detail Gebrauch. Für Melodic-Rock-Fans ist die Platte einfach ein Wohlfühl-Album.

Anspieltipps:
„A World Without Love“, „Melody“, „Rock Of Empathy“ und „Singalong“

Jannis