NESTOR – Kids in a Ghost Town

Band: Nestor
Album: Kids In A Ghost Town
Spielzeit: ?? min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.facebook.com/nestortheband

Es war einmal…so beginnen wohl alle Märchen. Und als Märchen muss wohl auch der neuerliche Release der schwedischen Hardrocker NESTOR bezeichnet werden. Nicht, dass NESTOR nur Geschichte(n) erzählen würden – nein, sie schreiben sie. Nur ganz selten aktiviert sich bei all den großartigen, hochkarätigen Releases der letzten Jahre diese Gänsehaut, wie man sie eigentlich nur aus der Jugendzeit in den Achtzigern kennt. Eben just, als die ganzen großen Hitalben kursierten, als alles aufregend und unkompliziert war. Als man noch für den Moment gelebt hat und morgen ganz weit entfernt und unwichtig war. Eine herrliche Zeit, die wohl nur in einem bestimmten Alter möglich zu sein scheint. Und doch kratzen NESTOR mit ihren Songs immer wieder an der Oberfläche dieser unbeschwerten Zeit. Aber woher kommt diese Band? Warum platzen sie gerade jetzt ins Musikuniversum? Schon mit dem ersten Testballon „On The Run“ war klar, dass wir es hier mit einer ganz außergewöhnlichen Band zu tun haben. Das Video ist aufwendig produziert, ziemlich funny und der dazugehörige Song ein absoluter Volltreffer. Das ist jetzt gut sieben Monate her. Seitdem ist einiges passiert im NESTOR-Universum. Zwei weitere Singles – das absolut geniale „1989“ und die Mega-Ballade „Tomorrow“ feat. SAMANTHA FOX (!!!) sind dermaßen in die Umlaufbahn gekracht, dass wohl jeder Fan nur noch sehnsüchtig auf das komplette Album wartet. Nun ist es endlich so weit. „Kids In A Ghost Town“ nennt sich der Silberling, auf dem zehn Songs Platz gefunden haben.

Produziert hat ihn Sänger Tobias „Tobbe“ Gustavsson, gemixt wurde er von Sebastian Forslund und gemasterd von Thomas Plec Johansson. Und da sind wir auch schon beim erstklassigen Soundgewand, das „Kids In A Ghost Town“ trägt. Eine leichte Nostalgie-Note darf man den Schweden zwar anheften, nicht aber, dass sie nicht mit beiden Beinen in der Gegenwart stehen. Denn der Sound ist eine gelungene Mischung aus beiden Welten – den Achtzigern und heute. Nun aber zur Trackliste:

Mit dem Brecher „On The Run“ starten NESTOR brachial geil in ihr Comeback-Album. Dieser Song hat einfach alles: Power, Melodie und eine gesunde Härte. Der Titeltrack schließt sich etwas melodiöser und AOR-lastiger an. Bei „Stone Cold Eyes“ werden Erinnerungen an die göttlichen GIANT und ihren Hit „Hold Back The Night“ wach und bei „These Days“ schielen die Schweden leicht auf VAN HALEN´s „Right Now“. Etwas poppiger präsentiert sich „Perfect 10 (Eyes Like Demi Moore)“, abermals mit clever eingearbeiteten Querverweisen auf die glorreichen Achtziger. Damit haben wir die Hälfte der Scheibe quasi schon abgearbeitet. Bisher ein absolutes Hörvergnügen für jeden, der auch nur ansatzweise etwas mit den Achtzigerjahren anfangen kann.

Als nächstes haben NESTOR die Ballade „Tomorrow“ platziert, in der niemand Geringeres als 80´s Ikone SAMANTHA FOX eine nicht zu unterschätzende Rolle einnimmt. Einfach grandios! Das ebenfalls ruhigere „We Are Not OK“ (mit schönem DEF LEPPARD-Tapping im Solo) ist der bisher unauffälligste Song. Das kann „Firesign“ schon nach wenigen Sekunden ausbügeln. Dieses Riff ist einfach toll – und der dazugehörige Song ebenfalls. Einer von zwei direkt auf die Zwölf. Das schon bekannte „1989“ kommt als nächstes an die Reihe. Ein überlebensgroßer Refrain, pures 80´s Feeling, eine Gitarrenarbeit nicht von dieser Welt (dies gilt im Übrigen für das komplette Album) machen daraus einen Hit. Den Schlußakkord setzt „It Ain´t Me“ mit viel Dramatik, Gefühl und Gänsehautfeeling.

Es erscheint fast so. als wären Nestor einer anderen Dekade entsprungen. Diese Band lebt die Achtziger in jeglicher Hinsicht. Songstrukturen und Hooklines lassen Bands wie Dokken & Co wiederaufleben, aber immer auch verpackt in ein modernes Soundgewand. Hier wird auf sehr gelungene Art und Weise eine Brücke geschlagen, die diesen glorreichen Sound in die Neuzeit transportiert, scheinbar ein aktueller Trend, aber nicht jede Formation hat dies so grandios hinbekommen wie die schwedische Truppe um Tobias „Tobbe“ Gustavsson. Mit diesem Rundling haben Nestor große Chancen in der Zukunft als Mitglied der „Hall Of Fame“ zu gelten. Zugleich wird man den Weg weiter gespannt verfolgen und darf für die Zukunft auf weitere Großtaten hoffen. Was für ein grandioses Werk! Punkt!

Es gibt einen Song auf dem Album, der „Kids In A Ghost Town“ wie selbstverständlich beschreibt: „Perfect 10“ handelt natürlich nicht von diesem 10-Tracker, dennoch ist das Debüt der Schweden ein in jeder Hinsicht perfektes Album geworden. Abwechslung, grandioses Songwriting, toller Sound, perfekte Umsetzung und ein erfrischendes Retro-Feeling machen aus „Kids In A Ghost Town“ eine Platte, die nicht einfach nur die Höchstnote verdient hat, sondern für die man sich schon mal etwas besonderes einfallen lassen kann, indem wir unsere Bewertungsskala exklusiv ein klein wenig um einen goldenen Bonusstern erweitern.

Und weil dieses Album so grandios ist, haben sich gleich zwei Redakteure mit dieser Ohrbombe beschäftigt und quasi eine Doppelfeature Rezi geschrieben! Anmerkung der Chefredaktion

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

1. On The Run
2. Kids In A Ghost Town
3. Stone Cold Eyes
4. These Days
5. Perfect 10
6. Tomorrow
7. We Are Not Ok
8. Firesign
9. 1989
10. It Ain´t Me

Stefan, Bonne

 

DAN LUCAS – The Long Road

Band: Dan Lucas
Album: The Long Road
Spielzeit: 42:49 min.
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.danlucas.de

Ein viertel Jahrhundert liegt es nun zurück – das letzte Soloalbum von Lutz Salzwedel alias DAN LUCAS. Insofern kann der Titel „The Long Road“ des aktuellen Werks durchaus aus zweierlei Blickwinkeln gesehen werden. Langweilig wurde es dem Wahl-Münchner speziell in den zurückliegenden drei Jahren aber nicht. Die Teilnahme am Casting-Format „Voice Of Germany Senior“ hat den veritablen Sangeskünstler wieder in aller Munde gebracht. Dass er diese Show auch noch gewinnen kann, setzt einen weiteren Meilenstein im Lebenslauf des Mitte der Achtziger aus der ehemaligen DDR geflohenen Sängers.

Fans der „ersten Stunde“ werden noch die leider einzige (offizielle) Platte „Heavy Birthday“ der Berliner Formation KARO vergöttern. Aber auch die Soloplatten Anfang der Neunziger werden vielen noch im Gehör sein – zumindest das für die Werbung einer großen Burgerkette verwendete „Heart Of America“ hallt noch heute nach. Zwei Scheiben konnte Lucas für das kanadische Label Marlboro Music seinerzeit veröffentlichen und dabei mit zahlreichen namhaften Kollegen arbeiten. ROBIN BECK, KANE ROBERTS, REB BEACH, LISA DALBELLO, Manny Charlton von NAZARETH oder einige Jungs von LOVERBOY gaben sich die Klinke in die Hand, um sich auf „Canada“ (1992) respektive „2000!“ (1995) zu verewigen. Nach dem 1996er Album „News“ wurde es zur Jahrtausendwende ruhig um den Sänger, zumindest in der breiten Öffentlichkeit.

Das ist alles lange her, aber durch die oben genannte Casting-Show wurde der Terminplan von DAN LUCAS wieder gut gefüllt. Nicht nur, dass er JOURNEY´s Hit „Don´t Stop Believin“ über das Majorlabel veröffentlichen konnte, eine Gastspielreise unter dem Banner „Rock Meets Classic“ 2019 stand auf dem Plan sowie zahlreiche Gastauftritte bei anderen Bands. Jetzt ist es endlich an der Zeit, dass sich DAN LUCAS seinem neuen eigenen Album widmen konnte. Und um eines gleich vorweg zu nehmen – mit den doch recht 80´s-lastigen Solo-Platten der Vergangenheit hat „The Long Road“ nicht viel gemein.

Zum Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1961 erschien treffender weise die erste Single „1985“, die die Geschichte des jungen Lutz Salzwedel erzählt, als er mit seiner damaligen Band KARUSSELL eine Tour im Westen Deutschlands spielte und sich dort absetzen konnte. Ein gefühlvoller Song mit viel geschichtlichem sowie privatem Hintergrund und tollen Melodien. Und doch ist der Opener einer der rockigeren Nummern auf „The Long Road“. Mit leichtem Country-Touch kommt der Titeltrack daher – macht Laune. Wer weiterhin auf viele Stromgitarren oder rockige Stücke hofft, wird im ersten Augenblick enttäuscht sein („I Can`t Believe It“ ist hier die Ausnahme). Doch beim zweiten Hinhören entpuppen sich Balladen wie „Memories“, „A Place In My Heart“ oder „Somebody Loves You“ als großartige, persönliche Stücke voller Emotion. Dazwischen gesellen sich Pop-Nummern wie „What´s Left“ oder „In The Save Harbour“, die ebenso gefallen können. Den Abschluss macht dann doch noch eine Rocknummer: „You Reap What You Sow“ – als Bonustrack gekennzeichnet – ist der Beitrag zum 2022 erscheinenden Soundtrack zum Musical „Jack The Ripper“.

„The Long Road“ ist ein in allen Belangen recht überraschendes Album geworden. Die rockige Seite des DAN LUCAS bleibt weitestgehend außen vor – und doch packt die Musik zu. Auf einer anderen Ebene als bei seinen älteren Solowerken vielleicht, aber ehrliche und handgemachte Musik kann immer punkten, wenn die Songs gut sind. Muss ich erwähnen, dass dies hier der Fall ist? Natürlich nicht – denn bis auf das arg oberflächliche „Sunshine“ hat DAN LUCAS für „The Long Road“ gut abgeliefert. Wer sich auf die ruhigere Ausrichtung einlässt, wird definitiv belohnt.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

1. 1985
2. The Long Road
3. Memories
4. Forget You
5. Somebody Loves You
6. What´s Left
7. Can´t Leave It
8. A Place In My Heart
9. Sunshine
10. In The Save Harbour
11. You Reap What You Sow (Bonus Track)

Stefan

THE GEORGIA THUNDERBOLTS – Can We Get A Witness

Band: The Georgia Thunderbolts
Album: Can We Get A Witness
Spielzeit: 54:19 min
Stilrichtung: Southern / Blues Rock
Plattenfirma: Mascot Records
Veröffentlichung: 15.10.2021
Homepage: www.facebook.com/GAThunderbolts

Letzte Woche gelangte ich an ein Soundfile der Formation THE GEORGIA THUNDERBOLTS, da stand für mich fest ich muss dem Cheffe bescheid geben damit er für mich die Promomaschine anschmeißt und mir das Album zum Reviewen klar macht. Heute kam die Promo bei mir an und ich muss sagen die Jungs kommen ….

…ein Donner grollt über den Atlantik in Form von der aus Georgia stammenden Kombo THE GEORGIA THUNDERBOLTS die in einer sehr attraktiven Art und Weise ihre Songs bietet, irgendwo angesiedelt zwischen aus den Sümpfen kommenden Southern und Blues Rock. Und dieser Donner hat Power, mehr Power als ein Hot Rod mit einem V8 Big Block. Zu den Sumpfrockern gehören J. Liyle an Vocals, Harp und Klavier, Riley Couzzourt und Logan Tolbert an Gitarren, Zach Everett an Bass und Keys und Bristol Perry an den Drumsticks.

So wie THE GEORGIA THUNDERBOLTS den Sumpfrock auf ihrem Debütalbum vortragen könnte dieser ein Revival erfahren, zu wünschen wäre es, den was die Fünf für ein Donnerwetter eingespielt haben ist beispiellos Oberliga und macht Laune. Die auf dem Album befindlichen Songs sind alle ohne Ausnahme Radiokompatibel und für jedes Bikerclub Treffen gerade zu gemacht um dort für gute Stimmung zu sorgen. Die Stimme von J. ist wie gemacht für Southern / Blues Rock und erinnert an die beiden Van Zant Brüder Johnny von LYNYRD SYNYRD und Donnie von 38 SPECIAL und ist geradezu ideal für diese Spielwiese. Die Gitarren kommen mächtig mit viel Druck und im Vintage Stil aus den Boxen der Bass ist wahrnembar, die Drums sind unauffällig dabei aber grandios. Mal ist ein Klavier mehr oder weniger wahrnehmbar und somit einen starken Kontrastpunkt darstellt.

Der Rock ist immer in der richtigen Härte gehalten das er nicht in den reinen Hard Rock abdriftet und erinnert an die Großen des Südstaatenmucke Buisiness wie LYNYRD SKYNYRD, DOC HOLLIDAY, MOLLY HATCHET, THE REGULATORS, 38 SPECIAL und BLACKFOOT ohne diese zu kopieren. Die Boys rocken drauf los und verbreiten dabei beim hörer ein Dauergrinsen der Freude. Da es um die großen Namen Still geworden ist und neue Veröffentlichungen momentan Fehlanzeige sind. Oder im Fall von DOC HOLLIDAY die ihre Knarren, meines wissens, ganz an den Nagel gehängt haben und den DOC zu Grabe getragen haben ist es ganz gut wenn mal ein neuer Donner am Wolkenhimmel aufzieht und dieser Donner hört auf den Namen THE GEORGIA THUNDERBOLTS. Alle die mit Sumpfrock etwas anfangen können sollten sich den Namen merken, den diese Scheibe schreit förmlich nach einer Fortsetzung.

Nachdem SKYNYRD, HOLLIDAY, HATCHET, SPECIAL und auch die REGULATORS einige der besten Rockalben veröffentlicht haben treten nun die DONNERBLITZE das Erbe an, und können es ohne wenn und aber. Bevor ich noch mehr Lobeshymnen schreibe, die mehr als verdient sind rate ich jedem mal die knappe Stunde Spielzeit zu investieren und der Mucke einen Probelauf zu erlauben.

Mit “Take It Slow” kommt gleich zu Anfang ein Vollgas Rocker aus dem Äther ein Highlight, “Lend A Hand” ein geiler Bluesrotzer der nicht besser eingespielt werden kann ein Traum der Song. “So You Wanna Change The World” ein gemächlicher Song der als Soundtrack auf einem Mississippi Dampfer oder im Saloon bestens geeignet ist, bei “Looking For An Old Friend” kommt eine Southern Rock Gewalt aus den Boxen geiler Song. “Spirit Of A Workin‘ Man” tja der Titel ist Programm die Jungs rocken sich den Hintern wund, “Midnight Rider” die bekannten Namen können es auch nicht besser. “Be Good To Yourself” ein Frankie Miller Cover passt wie Topf auf Deckel, “Half Glass Woman” ist wieder feinster Blues Rock richtig dreckig aus den Sümpfen. “Dancin‘ With The Devil” atmet DOC HOLLIDAY Gene ein, dann wird der Blues wieder in Form von “Can Get A Witness” von der Kette gelassen. “Walk Tall Man” hätte perfekt das zweite Album von THE REGULATORS aufgewertet, “It’s Alright” ein kräftiger Rocker, “Set Me Free” erinnert mich an “Simple Man” von SKYNYRD.

Fazit:

Puh die Jungs liefern ein Brett ab, besser geht es nicht herrlich Retro aber geil, mit einem Sänger der ein Stimme besitzt und die Instrumentierung erlaubt sich keine Patzer und überzeugt. Wer die Nüsse hat und mir so ein Schweinegeiles Brett vor das Schienbein nagelt, hat von mir die Bestnote eine 10 Verdient. Jungs bitte macht mehr von dem Stoff der schreit nach mehr und kommt bitte nach Deutschland auf Tour ich will Euch Live sehen!!!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Take It Slow
02. Lend A Hand
03. So You Wanna Change The World
04. Looking For An Old Friend
05. Spirit Of A Workin‘ Man
06. Midnight Rider
07. Be Good To Yourself
08. Half Glass Woman
09. Dancin‘ With The Devil
10. Can I Get A Witness
11. Walk Tall Man
12. It’s Alright
13. Set Me Free

Balle

NINO DE ANGELO – Gesegnet Und Verflucht

Band: Nino De Angelo
Album: Gesegnet Und Verflucht (Helden Edition)
Spielzeit: 80:00 min
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: Ariola
Veröffentlichung: 26.02.2021
Homepage: www.facebook.com/DeAngeloNino1

 

Vor einiger Zeit sah sich meine bessere Hälfte einen Bericht über NINO im TV an, am Anfang dachte ich mir, der haut bestimmt wieder ein Schmarn Album (aus Unwissenheit) raus. Das Album kam kurze Zeit vor oder nach dem Bericht raus, während dieses Berichtes kristallisierte sich heraus das der gute NINO eingentlich ein ganz sympatischer und bodenständiger Zeitgenosse ist. Wenn man mal die Jahre im Leben des Sängers nachverfolgt zweichnet sich ein Bild das es sich um eine Person handelt die alle Höhen und noch mehr Tiefen im Leben erlebt hat. Angefangen von einem Erfolg der bis an die Spitze der deutschen Musikindustrie führte. Und auch die Schattenseiten des Lebens musste NINO durchleben, wenn ich mich noch recht erinnere, angefangen bei Drogenkonsum, Lebensbedrohliche Krebserkrankungen, bis hin zu Depressionen und auch der Pleitegeier machte neben den gesundheitlichen Problemen nicht vor NINO halt. Umso mehr kommt Nino besser den je zurück wie Phönix aus der Asche veröffentlicht er ein Top Album mit Songs die mit sehr persönlichen Texten glänzen und meiner Meinung nach eine Rezi in unserem Magazin verdient hat. Den die Songs sind nicht wie sich vermuten lässt Schlagerschnulzen sondern vielmehr gestandene Rocksongs oder eine Rockoper mit viel E-Gitarre und einer Stimme hinter den Songs die mir mehr als einmal eine Gänsehaut den Rücke runter gejagt hat.

Ich muss zugeben das ich die Alben vorher nicht gehört habe und mich bis jetzt nicht wirklich mit NINO beschäftigt habe. Man kannte NINO von damals aus der Hitparade, Ilja Richters Disco Show, dem Musikladen oder einer Show von Carrell, Kuhlenkampf oder Fuchsberger. Aus Unwissenheit genau wie bei mir mit d’Artagnan die bis zu ihrem grandiosem Album #4 an mir vorübergegangen sind. Seit ich für die Rock Garage schreibe höre ich Musik anders an wie früher, ich achte auf Details und auch die Texte spielen eine Rolle aber ich höre jetzt anders als früher zu.

Die Stimme von NINO hat nichts von ihrer damaligen Faszination eingebüsst, vielmehr kann Nino unter Beweis stellen das er einer der Besten und auch variabelsten Sänger in Deutschland ist. Mal kommt die Stimme rau und kräftig aus den Boxen, im nächsten Moment kommt die Stimme fein und zerbrechlich rüber, überzeugt dabei in jeder Variation. Ich würde sogar mal vorsichtig behaupten das NINO das Zeug zum richtig Fetten Rockstar in der Stimme hat, was er vor Jahren in der Schlagerszene schon mal war. Die Songs können auch was sind jederzeit gut hörbar, regen oft zum nachdenken an. Jeder von uns, außer die mit einem goldenen Löffel im Hintern auf die Welt gekommen sind, so wie auch ich schon mal vor einem nicht überwindbar zu scheinenden Berg stand, ob nun Gesundheitlich oder Finanziell und auch zur Demut regen die Songs an. Demütig zu sein wenn man selbst und die Familie Gesund sind, oder die Finanzlage im positiven ist, genau zum dankbar sein das es einem und seiner Familie gut geht anregend und dabei noch rocken und gefallen. Oder man muss an einen geliebten Menschen denken den man im laufe der Zeit verloren hat und auch traurig stimmend aber es handelt sich trotz all dem um sehr gute Rockmusik.

Die Mucke ist bedingt vergleichbar mit ACHIM REICHELS “Aloha Heja He”, UNHEILIG mit “Geboren um zu Leben”, BAP, WESTERNHAGEN und rockigem FALCO mal so wie einer der Vergleiche, mal was ganz eigenständiges, immer im Rock und das voll auf die Zwölf.

Der perfekte Einstieg gelingt mit “Der göttliche Plan” ein flotter Rocker mit geilen Vocals, “Helden” mit geilem Text ein starker Rocker. “Frei wie der Wind” würde sich mit englischem Text gut mit NINOS Stimme auf einem NIGHTWISH Album machen ein epischer Rocker, “Hallelujah” mit persönlichem Text und perfekt inszeniert. “Nur Du” eine Bardenballade geht bestens ins Ohr über die tiefen Punkte im Leben, “Veni Vidi Vici” großes episches Kino. “Sag es meinem Herzen bitte nicht” ein geiler Rocker, “Gesegnet und Verflucht” episch, stark, persönlicher Text, geil ohne Ende. “Zeit heilt keine Wunden” der Titel ist Programm, ein trauriger Schmachtfetzen, “Equilibrium” tja auch hier der Titel Programm auch großes Kino. “Angel lost in Paradise” ein Duett mit Scarlet Dorn mit hartem Riffing und NIGHTWISH like, “Ich bin dein Vampir” ein potentieller #1 Hit vor 30-Jahren wäre NINO damit zum Superstar geworden ein Melodiemonster mit Chören und einfach ein geiler Song. “Romeo & Juliet” erinnert positiv an WESTERNHAGEN, “Der Panther” erinnert mich an EAV mit “Der Tod”. “Sonnenkind” ein gefühlvoller Rocker. “Colonia” ein flotter Rocker, “Brennender Engel” gefühlvoll mit geilem Riffing. “Denn wir wissen nicht was wir tun” hier packt NINO mit seiner Stimme die Brechstange aus, der Mann hat ein Organ, “Jenseits von Eden (2021)” sein Smash Hit in der 2021 Version, passt von seinem poppigen Still nicht zu den anderen Songs, “Gesegnet und Verflucht” macht zum Abschluß in der Orchester Version eine genauso gute Figur wie mit E-Gitarre.

Fazit:

Phönix existiert doch in Form von NINO DE ANGELO, der Mann hat eine Stimme die einem kalte Schauer über den Rücken laufen lässt, mit einem Rucksack voll Rocksongs die überzeugen. Mit sehr persönlichen Texten lässt NINO tief in seine Vergangenheit blicken in der das Schicksal dem Sänger öfter als nur einmal den Boden unter den Füssen weg zog. Vom Leben gezeichnet ist dieses Album eine Abrechnung mit der nicht immer so tollen Vergangenheit NINOS. Erwachsen mit Dampf steigt NINO aus der Asche empor und legt nebenbei ein fast perfektes Rockalbum vor. Ich vergebe für diesen Diamanten eine Bewertung von 9 Punkten.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Der göttliche Plan
02. Helden
03. Frei wie der Wind
04. Hallelujah
05. Nur Du
06. Veni Vidi Vici
07. Sag es meinem Herzen bitte nicht
08. Gesegnet und Verflucht
09. Zeit heilt keine Wunden
10. Equilibrium
11. Angel lost in Paradise (feat. Scarlet Dorn)
12. Ich bin dein Vampir
13. Romeo & Juliet
14. Der Panther (feat. Chris Harms)
15. Sonnenkind
16. Colonia
17. Brennender Engel
18. Denn wir wissen nicht was wir tun
19. Jenseits von Eden (2021)
20. Gesegnet und Verflucht

Balle

TRIVIUM – In The Court Of The Dragon

Band: Trivium
Album: In The Court Of The Dragon
Spielzeit: 52:22 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Roadrunner Records
Veröffentlichung: 08.10.2021
Homepage: www.facebook.com/Trivium

TRIVIUM haben lange Jahre eher ein Schattendasein in der Welt des Metals geführt. Nur Eingeweihte kannten die Band und wussten, was alles in den Jungs um Sänger Matt Heafy steckt. Vor allem mit den letzten beiden Alben ging es dann doch endlich mal etwas mehr in Richtung Popularität, was wohl auch daran liegen mag, dass TRIVIUM langsam aber sicher ihren eigenen Stil finden.
Aber erstmal zu den Anfängen. Bereits 1999 in Orlando, Florida gegründet ist von den Gründungsmitgliedern lediglich Leadsänger und Gitarrist Matthew Heafy übrig geblieben. Doch auch in der aktuellen Konstellation kennt man sich schon lange Jahre, Gitarrero und Sänger Corey Beaulieu ist schon seit 2003 dabei und Tieftöner Paolo Gregoletto unterstützt TRIVIUM bereits seit 2004. Letztendlich ist nur der Platz an den Drehtellern immer in Rotation, Drummer Alex Bent ist erst 2017 zur Band gestoßen. Und wie wichtig Alex für die Band ist, hat er eindrucksvoll mit dem Album „The Sin And The Sentence“ bewiesen (zum Nachlesen: www.rock-garage.com/trivium-the-sin-and-the-sentence/). Überhaupt geht es nach dem beeindruckenden „In Waves“ aus dem Jahre 2011 eigentlich erst seit dem 2017 Album „The Sin And The Sentence“ endlich in die richtige Richtung. Mit dem Nachfolger „What The Dead Men Say“ (www.rock-garage.com/trivium-what-the-dead-men-say/) waren die Jungs aus Florida weiter auf der Suche nach dem eigenen Stil, haben aber auch dort schon weniger alles „auf links gedreht“. Und jetzt, mit Album #10 „In The Court Of The Dragon“ zeigen sich TRIVIUM wieder sehr spielfreudig, aber auch stilsicherer und deutlich selbstbewusster. Es gibt gefühlt weniger Umbrüche, das Album wirkt deutlich harmonischer. Es scheint, als haben die Jungs mittlerweile genug Vertrauen in die eigene Leistung gefasst um sich dort zu etablieren, wo sie hingehören. Nämlich nach ganz oben.
Der Sound auf „In The Court Of The Dragon” wechselt zwischen Härte (siehe Titeltrack) und auch atmosphärischen dichten Songkonstruktionen wie z.B. „The Shadow Of The Attaboir“. Auch der Metalcore wird wieder stärker in den Fokus gerückt, was in Songs wie „Like A Sword Over Damocles“ oder „A Crisis Of Revelation“ deutlich hörbar ist. Stimmlich gibt Matt wieder alles. Es wird gescreamt, gebrüllt und auch der Klargesang kommt nicht zu kurz. Hier merkt man wieder, wie talentiert Matt in seinem Gesang ist. Aber auch die anderen Bandmitglieder sind nicht ohne. Das Zusammenspiel der Jungs an den einzelnen Instrumenten ist gerade auf dem neuen Album bemerkenswert. Sehr deutlich wird das vor allem im bereits erwähnten „The Shadow Of The Abattoir“. Der Anfangs balladeske von Klargesang getragene Song entwickelt sich im Laufe seiner Spielzeit von über 7 Minuten zu einer wahren Granate. Überraschende Wendungen, intensive Soli dazu passende Screams. Für mich auch aufgrund dieser Vielseitigkeit ein absolutes Highlight des Albums.
So wie dieser Signaturetrack fühlt sich das komplette Album an. TRIVIUM schaffen es in „In The Court Of The Dragon” ihre komplette Bandgeschichte unterzubringen, ohne dabei die Orientierung zu verlieren. Eine perfekte Balance zwischen Metal, Core, Thrash, dazu ein geniales Songwriting, dass sich mit jedem Album weiterentwickelt.
„In The Court Of The Dragon” ist bereits das dritte megastarke Album in Folge. Wenn die Jungs so weitermachen, steht der Eroberung der Welt nichts mehr im Weg. Und das ist auch gut so. Ich freue mich schon, die Jungs (hoffentlich) im Dezember endlich wieder live zu sehen und zu hören, um mit Matt und Co. Album #10 ordentlich abzufeiern. Zum Schluss bleibt nur ein „Gut gemacht, Jungs“ und die Vorfreude auf viele weitere geile Alben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. X
02. In The Court Of The Dragon
03. Like A Sword Over Damocles
04. Feast Of Fire
05. A Crisis Of Revelation
06. The Shadow Of The Abattoir
07. No Way Back Just Through
08. Fall Into To Your Hands
09. From Dawn To Decadence
10. The Phalanx

Tänski

RUNNING WILD – Blood On Blood

Band: Running Wild
Album: Blood On Blood
Spielzeit: 55:59 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 29.10.2021
Homepage: www.facebook.com/runningwildmusic

 

Puh was kommt mir da auf den Tisch, Piraten wetzt eure Säbel, ladet die Kanonen und Musketen, setzt die Segel und ab in die Karibik zur nächsten Kaperfahrt auf der Suche nach Ruhm und Reichtum. RUNNING WILD machen genau dies, mit vollen Segeln gehts mit dem Dreimaster in die Schlacht und Gefangene sind Fehlanzeige die werden nicht gemacht. Jedem Gegner gefriert schon das Blut in den Adern beim bloßen Anblick der Mannschaft um Rock N Rolf der die Sechssaitige Axt bedrohlich von einer Seite zur Anderen schwenkt und dabei laut ruft “Crossing The Blades, No Retreat No Surrender”. Zu den Bukanieren gehören Rock N Rolf on Vocals und Gitarren, Peter Jordan ebenfalls Gitarren, Ole Hempelmann am Bass und Michael Wolpers an den Kanonen.

Was erwartet die Opfer der nächsten Kaperfahrt? Nach Schweiß, Blut, Pulverdampf, Rauch und Schwerstarbeit klingender Piratenmetal der sich wieder deutlich hörbar an die beiden besten Alben “Pile Of Skulls” und “Black Hand Inn” annähert. Wirklich schlecht waren Rolf und seine Mannschaft nie, ab dem Album “Under Jolly Roger” war mit jedem Album eine Steigerung auszumachen. Ab dem Album “Masquerade” fand eher ein Stillstand statt ohne dabei schlechter zu werden, und es wurde teils softer bei manchen Songs fast schon im Hard Rock gekapert aber nicht wirklich schlecht. Umso erfreulicher ist die Rückkehr zur alten Stärke die für ordentlich von der Wand gebrökelten Putz sorgen sollte. Wer beim hören zu laut zu Werke geht, läuft Gefahr es sich mit dem Nachbarn zu verscherzen. Und der Vermieter könnte mit einer Räumungsklage um die Ecke kommen da die Mucke die Power hat den ganzen in den vier Wänden befindlichen Putz und auch die Fliesen von den Wänden zu lösen.

Die Produktion könnte ein wenig mehr Dynamik vertragen aber sie besitzt trotzdem genug Sprengstoff in den Rohren um Schaden an zu richten. Die Gitarren blasen mit Volldampf aus dem Äther, der Bass grummelt im Hintergrund zu den Kanonensalven die das Grundgerüst der Seeschlacht bilden. Schlicht und ergreifend haut Rolf mal wieder ein Ding raus welches die Meisten Schlachten überleben wird und nicht wenige male als Sieger hervorgehen wird. Gefangene haben die Kosaren noch nie gemacht und der Berg aus Gold, Silber und Edelsteinen in deren Versteck in irgendeiner einsamen Höhle auf der Totenkopfinsel im Bermudadreieck häuft sich bis an die Höhlendecke an.

Den Auftakt für die Schlachtplatte setzt “Blood On Blood” ein flotter melodischer Piratenhappen der Laune auf mehr macht, “Wings Of Fire” ein Riffmonster geil wie früher. “Say Your Prayers” erinnert mich an “Black Wings Of Death” Schweinegeiler Pirate Metal, “Diamonds & Pearls” ein Uptempo Song sehr gut gemacht. “Wild And Free” ein weiteres Melodiemonster, dann folgt das letztes Frühjahr schon als Single veröffentlichte “Crossing The Blade” ein geiler Brecher in einer leicht veränderten Version, ich kann jetzt nicht wirklich aussagen welche der beiden Versionen die Bessere ist. Mit “One Night One Day” kommt eine starke Ballade, “The Shellback” macht wieder alles platt was vor den Kiel kommt, für “Wild, Wild Nights” kann man das gleiche sehen wie beim Vorgänger starker Metal, danach folgt das über 10-minütige “The Iron Times (1618 – 1648)” auf den die Jungs zeigen was eine Metalplanke ist und hauen ein Highlight raus.

Fazit:

RUNNING WILD im Jahr 2021 ca. 400 Jahre zu spät aber keine Spur von Staub oder Abnutzung. Rolf gewohnt eine Macht als Hymnenbarde, die Mannschaft hinter ihm trägt ihren Teil zur Eroberung bei. Ich vergebe für dieses Bollwerk geschmiedet aus alten Kanonen, Säbeln und Musketenläufen, in der Karibik im Jahr 1637 eine Bewertung von 8,75 ergibt gerundet eine 9. Der eingeschlagene Kurs macht neugierig auf den nächsten Beutezug in der Karibik

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Blood On Blood
02. Wings Of Fire
03. Say Your Prayer
04. Diamonds & Pearls
05. Wild & Free
06. Crossing The Blades
07. One Night, One Day
08. The Shellback
09. Wild, Wild Nights
10. The Iron Times (1618 – 1648)

Balle

Blood Red Throne – Imperial Congregation

Band: Blood Red Throne
Album: Imperial Congregation
Spielzeit: 45:59 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 08.10.2021
Homepage: www.bloodredthrone.com

Ladies & Gentlemen, herzlich willkommen zu unserem Boxkampf Main-Event. In der einen Ecke stehen Daniel „Død“ Olaisen (g.), Yngve „Bolt“ Christiansen (v.), Ivan „Meathook“ Gujic (g.), Stian „Gunner“ Gundersen (b.) und Freddy Boise (d.) von BLOOD RED THRONE bereit. Und in der anderen Ecke hoffe ich armer kleiner Schreiber auf Gnade. Das wird wahrscheinlich nichts, denn es stehen volle 10 Runden auf dem Programm. Die Norweger sind auch noch Vollprofis, denn nach über 25 Jahren und nun zehn Alben, wissen BLOOD RED THRONE wie man seinen Gegner bearbeitet. Let’s get ready to rumble!

Runde 1 startet mit „Imperial Congregation“. Und nach kurzem Gitarren Intro schlägt es auch sofort bei mir ein. Brutaler Death Metal der feinsten Art drückt mich in die Ringecke. Nur die zwei Solo im Stück geben mir ein paar Sekunden zum Verschnaufen. Runde 2 steht nun mit „Itika“ an. Der gutturale Gesang von Død macht mir Angst und ich weiche zurück. Seine Hintermannschaft ballert extrem heftig aber auch irgendwie groovig auf mich ein. Runde 3 steht mir nun mit „Conquered Malevolence“ bevor. Wie alte Helden aus den 90ern, prügeln mir BLOOD RED THRONE die Seele aus dem Leib. Diesen fiesen Growls, den harten Gitarren und dem hämmernden Bass habe ich nichts entgegenzusetzen. Mit „Transparent Existence“ sind wir erst bei Runde 4 und ich bin schon schwer gezeichnet. Egal, jetzt zeige ich es euch. Verdammt, irgendwie klappt es bei diesen hypnotischen Melodien und einem Drummer, der mich wie ein junger Muhammad Ali umtänzelt nicht, einen Treffer zu landen. Im Gegensatz zu der Band, denn der Song ist ein Volltreffer. Runde 5 ist extrem heftig. „Inferior Elegance“schlägt unbarmherzig immer wieder links und rechts bei mir ein. Ich gehe das erste mal zu Boden und lasse mich anzählen. Was für ein geiles Brett. Runde 6 und passend dazu heißt der Titel „We All Bleed“. Hammerhartes Riffing, heftige Bassläufe und die Drum Attacken setzen knapp vier Minuten lang schwere Körpertreffer. Weiter geht es mit „6:7“ in Runde 7. Gnade kann ich auch hier nicht erwarten. Perfektes Timing und ein toller Groove lassen mich verzweifeln. Den Norwegern geht auch in Runde 8 bei „Consumed Illusion“ die Luft nicht aus. Genauso muss ein brutaler Death Metal Song klingen. Ein absolutes Highlight, dass mich erneut in die Knie zwingt. Bei so einer Walze hat man einfach keine Chance. In Runde 9 wird es auf „Hero-Antics“ aber mal so richtig unfair. Nach harten Riffs kommt auch noch eine Pumpgun zum Vorschein. Der Ringrichter schreitet auch nicht ein und dieser geniale Song im Bolt Thrower meets Cannibal Corpse Style ist einfach zu gut für mich. Lediglich das tolle Solo lässt mich kurz träumen vom Sieg. Mit knapp über sieben Minuten steht mir die letzte und 10. Runde bevor. „Zarathustra“ ist ein wahres Mini-Epos geworden und zeigt das gesamte Können von BLOOD RED THRONE auf. Ich falle getroffen um, lasse mich auszählen und lausche den herrlichen Death Metal Klängen der Norweger.

Fazit: Das Coverartwork ist faszinierend und von Marcelo Vasco. Der Sound ist sauber und klar. Die fünf Musiker sind echte Profis auf ihrem Gebiet und haben Lieder in der Hinterhand, die jeden Oldschool Death Metal Fan begeistern müssen. Ganz klar Sieger durch k.o.: BLOOD RED THRONE
Und natürlich gibt es 9,5 Punkte für diesen Fight.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. …Imperial Congregation
02. Itika
03. Conquered Malevolence
04. Transparent Existence
05. Inferior Elegance
06. We All Bleed
07. 6:7
08. Consumed Illusion
09. Hero-Antics
10. Zarathustra

Sturmi

LAST DAYS OF EDEN – Butterflies

Band: Last Days of Eden
Album: Butterflies
Spielzeit: 58:35 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 15.10.2021
Homepage: www.facebook.com/lastdaysofeden

Bislang waren mir die spanischen Symphonic Metaller von LAST DAYS OF EDEN nie wirklich aufgefallen obwohl die Promos, Debütalbum 2015 und zweites Album 2018, bei mir über den Tisch gewandert sind, da bin ich jetzt mal ehrlich!
Das hat sich nun, mit dem neuen, dritten Album „Butterfly“ aber geändert. Die ersten Appetithappen haben definitiv Lust auf mehr gemacht und so war ich mehr als begeistert das mich auch die neue Promo dann erreicht hat.
Angeführt von Sängerin Lady Ani und im Stile von NIGHTWISH oder WITHIN TEMPTATION unterwegs wird man auf jeden Fall seine Fangemeinde erneut erfreuen!
Genug der Vorrede, steigen wir direkt mit dem Albumopener „Cast the Spell“ in die Scheibe ein. Dieses ist wie meistens in diesem Genre nur ein stimmungsvolles Intro geworden und ebnet den Weg zum ersten richtigen Track „Abracadabra“ welcher mit einem ordentlichen Groove unterlegt und mit einem knackigen Chorus ausgestatte sich den Weg in die Gehörgänge bahnt! So viel Schmackes zu Beginn hätte ich der Band gar nicht zugetraut, ein toller Opener der direkt Lust auf mehr macht!

Mit den beiden nächsten Tracks „The Garden“ und „Silence“ haben wir zum einen zwei Videosingles und zum anderen zwei absolute Hits auf der neuen Scheibe zu vermelden. Letzterer noch mit einem ordentlich Schuss Folk gewürzt.
Ein Fest für wahre Symphonic Metal Fans!
Der Mittelteil der Scheibe ist mit „Mirror Mirror“, der Videosingle „The Secret“ sowie der tollen und emotionalen Ballade „Crown of Thorns“ bestens und erstklassig besetzt.
Bislang bin ich echt begeistert vom neuen Album der Band, hätte ich ihnen nach dem letzten Album nicht zugetraut muss ich sagen, auch da bin ich wieder ehrlich!
Umso mehr freut es mich, wenn man mich hier eines Besseren belehrt!

Weiter im Text, „To Hell & Back” ist recht hart und abwechslungsreich ausgefallen, „Traxel Mör“ ist ein Instrumental welches ordentlich ins Folk Genre reinspitzelt und „Save the World“ ist eine weitere Powerballade die einen irgendwie in eine andere Welt mitnimmt und einen einfach zum Träumen einlädt.
Bleiben uns noch drei Songs im letzten Drittel.
„Abandon“ geht ganz in Ordnung, kann aber nicht mit den bisherigen Hits so wirklich mithalten, „The Journey“ ist dann wieder Symphonic Metal aller erster Güte und das abschließende „Fallen Angels“ ist dann der überlange, abwechslungsreiche Abschluss einer mehr als überzeugenden dritten Reise in die Symphonic Welt von LAST DAYS OF EDEN!

Anspieltipps:

„The Garden“ ,“Silence“, „The Secret”, “Crown of Thorns” und “Fallen Angels”

Fazit :

Ich habe es jetzt schon ein paar Mal geschrieben, mich hat das neue Album von LAST DAYS OF EDEN absolut überrascht!
Diese Songwriting Reife hätte ich der Band nach dem letzten Album nicht zugetraut und daher freut es mich das ich unrecht hatte und die Band hier einen ganz großen Schritt nach vorne gemacht hat und auch punktemäßig richtig zulegen kann!
Daher gibt es hier eine absolute Kaufempfehlung für die Genrefans von mir und die Gewissheit das die Band hier ihr mit Abstand bestes Album bislang abgeliefert hat!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Cast the Spell
02. Abracadabra
03. The Garden
04. Silence
05. Mirror Mirror
06. Moments
07. The Secret
08. Crown of Thorns
09. To Hell & Back
10. Traxel Mör
11. Save the World
12. Abandon
13. The Journey
14. Fallen Angels

Video zu “Silence”:

Julian

PERPETUAL ETUDE – Now is the Time

Band: Perpetual Etude
Album: Now is the Time
Spielzeit: 31:12 min
Stilrichtung: Power Melodic Metal
Plattenfirma: Black Lodge Records
Veröffentlichung: 15.10.2021
Homepage: www.facebook.com/PerpetualEtude

Mal wieder ein Newcomer hier bei uns in der Rock-Garage! Power Melodic Metal aus Schweden mit PERPETUAL ETUDE und ihrem Debütalbum „Now is the Time“ ist nun bei uns auf dem Rezensionstisch.
Gegründet von Gitarrist Magnus Mild (AIR RAID) 2019 und aufgestockt durch ehemalige Bandmitglieder von NORTHTALE, DIONYSUS, NATION und SHADHOWQUEST ist man nun angetreten, um den Sound der seligen 80iger mit der heutigen Power zu vereinen.
Mal schauen ob der Truppe das gelungen ist?
Wir horchen daher mal direkt in den Opener „I`ve Got the Power“ rein. Dieser ist ein flotter Melodic Metaltrack geworden, der mit einem eingängigen Refrain daherkommt und damit auf jeden Fall bestens als Opener und Dosenöffner geeignet ist!
Beim folgenden „Show Me“ geht es dann etwas handzahmer zur Sache und man wähnt sich wirklich in die 80iger zurückversetzt.
Eine tolle Mischung aus AOR und Melodic Rock/Metal wird uns hier geboten. Sehr schön!
Und es geht noch einen Tucken mehr 80iger liebe Freunde! Das beweist direkt der nächste Song „Straight through the Heart“. Hier ist man für meinen Geschmack etwas zu plüschig und seicht unterwegs, aber hey auch das waren halt einfach die 80iger.
Der Mittelteil der Scheibe besteht aus dem knackigen Metaldoppelschlag „Once We were One“ und „Hell Fire Burn“. Beides ganz okay und gut hörbar, aber es hat leider insgesamt nicht die Klasse der vorherigen Songs. Guter Standard halt!
Wesentlich besser und auch eingängiger tönt dann auf jeden Fall wieder der Titelsong „Now is the Time“ im Anschluss. Hier greift man wieder qualitativ ins obere Regal und begeistert auf Anhieb.
Und da auch die beiden letzten Songs „Sail Away“ und „Our Love“ ganz ordentlich geworden sind, vor allem letztere fällt angenehm wieder ins 80iger Schema mit seinen Synthies, können wir insgesamt von einer, zwar recht kurzen, aber gelungenen Debütscheibe sprechen.

Anspieltipps:

„I`ve Got the Power”, “Show Me”, “Now is the Time” und “Our Love”

Fazit :

Japp, insgesamt geht der Plan der Jungs von PERPETUAL ETUDE auf jeden Fall auf! Man bietet Melodic Power Metal, der mal mehr mal weniger in die 80iger und dem dortigen AOR abdriftet und insgesamt auf jeden Fall schon Spaß macht!
Ein paar mehr Hits hätten es schön sein können und die Spieldauer ist auch noch ausbaufähig, ansonsten haben wir es hier aber mit einer soliden Leistung zu tun auf die sich im hoffentlich kommenden, nächsten Album gut aufbauen lässt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I`ve Got the Power
02. Show Me
03. Straight through the Heart
04. Once We were One
05. Hell Fire Burn
06. Now is the Time
07. Sail Away
08. Our Love

Video zu “Once We were One”:

Julian

SIX SILVER SUNS – As Archons Fall

Band: Six Silver Suns
Album: As Archons Fall
Spielzeit: 51:43 min
Stilrichtung: Groovy AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.facebook.com/sixsilversuns

 

SIX SILVER SUNS haben sich in meinem Postkasten verirrt, wer ist den das nie was von gehört. Die Band kommt aus Finnland also schon mal ein kleiner Anfang, zur Band gehören Markku Kuikka an Lead Vocals, Harri Petjakko und Toni Bite an Gitarren, Teo Lehto am Bass und Sammy Taberman an Keyboards und Janne Mannonen am Schlagzeug.

Geboten wird AOR der teils groovig oder mal ein wenig exotisch eingespielt wurde, dieses exotische erinnert mich an die ebenfalls aus Finnland stammenden BOYCOTT oder auch ZERO NINE mit einem Schuß THE POLICE. Bei groovig muss ich an QUEEN auf AOR, STYX oder auch eine riesen Portion softere CATS IN SPACE denken, eine durchaus delikate Mischung die sich in Natur besser anhört als auf dem Zettel zu lesen ist. Markku hat eine angenehme Stimme die gut zu der Spielweise des Rock passt, die Rhythmusfraktion leistet sich keine Patzer und überzeugt das Schlagzeug ist unspektakulär aber dennoch sauber eingespielt. Die Backing Vocals kommen als Bombastchöre richtig Fett aus der Anlage und erinnern an QUEEN oder auch mal an ABBA.

Mit “Lord Of The Southern Tower” geht die Reise in eine ferne Welt los, mit sehr starker POLICE Schlagseite, bei “To The Unknown” muss ich spontan an eine Kreuzung aus OMD, ICEHOUSE, STYX und CATS IN SPACE denken. “Children Of The Stars” würde sich gut in der Setlist von den Spacekatzen machen, “Fading By Light” ein geiler Rocker. “Sweet Promethean” sehr spacig, “Cosmic Bitter Blues” der Titel ist Programm ein bluseiger Song. “The Stranger” lässt alle genannten Vergleiche miteinander verschmelzen ein geiler Rocker mit viel Aaahhh und Ooohoo im Hintergrund, “Vultures Of Nevermore” kommt gut. “Edge Of Forever” ein flotter Rocker, “A Night Upon My Shoulders” lässt den Wahnsinn langsam auslaufen. “California Dreamin’” ein gut gemachtes Cover, müsste aber nicht sein, die Band hat es drauf interessantes Material zu schreiben und in der Lage dieses Material gekonnt mit einer unverbrauchten Frische einspielen zu könen.

Fazit:

Ein sehr interessantes Werk welches die Finnen vorlegen, Rock mit viel Bombast die Eier muss man erst mal haben mit den Einflüssen von QUEEN, STYX, BOYCOTT und ZERO NINE einen eigenen Sound zu kreieren der am Ende so gut klingt. Ich vergebe eine Bewertung von 8 als Bonus 0,5 Punkte für die Eier und den Exotenstatus ergibt am Ende eine 8,5.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Lord Of The Southern Tower
02. To The Unknown
03. Children Of The Stars
04. Fading By Light
05. Sweet Promethean
06. Cosmic Bitter Blues
07. The Stranger
08. Vultures Of Nevermore
09. Edge Of Forever
10. A Night Upon My Shoulders
11. California Dreamin‘

Balle