EVERGREY – The Atlantic

Band: Evergrey
Album: The Atlantic
Spielzeit: 54:02 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 25.01.2019
Homepage: www.evergrey.net

In zuverlässiger Regelmäßigkeit, im zwei Jahres Rhythmus, beehren uns die Jungs von EVERGREY, angeführt von Fronter Tom S. Englund, mit einem neuen Prog Metal Highlight!
Dieses Mal heißt der gute Diskus „The Atlantic“ und ist der Abschluss der Trilogie über das Leben, welche mit dem Album „Hymms fort he Broken“ 2014 begonnen wurde. Es geht also mal wieder um all die tollen oder nicht so tollen Erfahrungen die wir alle so im Leben machen.
Ein perfektes Themengebiet für die Metaller von EVERGREY die ja von je her immer etwas melancholischer und düsterer als andere rüberkommen!
Laut eigener Aussage von Mastermind Tom ist „The Atlantic“ das bisher komplexeste und progressivste Album welches die Band jemals aufgenommen hat.
Nun, dann sind wir mal gespannt und lauschen den Klängen des Openers „A Silent Arc“. Nach kurzem cinematic Intro geht es direkt mit kraftvollen, erdigen Gitarrenriffs zur Sache bevor die einzigartige Stimme von Fronter Tom erklingt. Es entwickelt sich eine extrem eingängige, kraftvolle und überlange Nummer die recht heavy aus den Boxen ertönt und direkt als erster Anspieltipp abzuhaken ist.
„Weightless“ im Anschluss beginnt dann ohne viel Umschweif direkt und man fährt erneut eine sehr heftige Marschroute die man so von den Jungs vielleicht nicht immer gewohnt war. Man hat hier auf jeden Fall nochmal Härte draufgepackt ohne aber an der Eingängigkeit und der Melodic zu sparen oder zu verlieren.
Auch diese Nummer landet ohne Umschweif auf der Hitliste.
Die bislang vorherrschende Härte und der gesteigerte Gitarrenanteil finden dann auch im weiteren Verlauf ordentlich Anwendung und es gibt eigentlich wenig zu meckern.
Angefangen mit dem abwechslungsreichen und nicht ganz so zackigen „All i have“, über das fast schon gefühlvolle „End of Silence“, dem melodischen „Currents“ bis hin zum sehr progressiven und abschließenden „The Ocean“. Hier wird abwechslungsreicher, melodischer Prog Metal geboten der Fans der Band mit Sicherheit zufrieden stellen sollte und einfach gut unterhält.

Anspieltipps:

„A Silent Arc“, „Weightless“, „All i have“, “End of Silence” und “The Ocean”.

Fazit :

Wie die letzten Alben auch, ist das neue EVERGREY Album ein wahrer Ohrenschmaus! Die Band schafft es spielerisch an die bisherigen Leistungen anzuknüpfen und dem Ganzen aber, durch die doch noch härtere Ausrichtung, einen frischen Wind zu verpassen.
So dürfte Alt wie Neufan absolut zufrieden sein und wir haben das erste echte Metal Highlight im Jahr 2019 bei dem absolute Kaufpflicht besteht!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Silent Arc
02. Weightless
03. All I have
04. A Secret Atlantis
05. The Tidal
06. End of Silence
07. Currents
08. Departure
09. The Beacon
10. This Ocean

Julian

GLORYFUL – Cult of Sedna

Band: Gloryful
Album: Cult of Sedna
Spielzeit: 45:09 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 18.01.2019
Homepage: www.gloryful.net

Auf die Jungs von GLORYFUL ist Verlass! Nicht nur das die Jungs in schöner Regelmäßigkeit mit Alben aufwarten können, nein man weicht auch nicht einen Zentimeter vom bisherigen musikalischen Schaffen ab! Auch auf dem vierten Album „Cult of Sedna“ was uns dieser Tage ins Haus steht regiert die rohe und erdige Heavy Metalklinge. Keine Spur von Keyboards oder neumodischer Power Metal Bombast Mucke!
Stimmgewaltig wie eh und je passt dazu nach wie vor Fronter Johnny La Bomba (was für ein Name) und so ballert man uns hier 11 neue Tracks vor den Latz die den Neujahrsstaub aus euren Boxen fegen sollten!
Mit dem Opener „Cult of Sedna“ wird das Ganze eröffnet. Da dieser aber nur ein stimmungsvolles Intro ist, können wir uns schnell den ersten richtigen Track „The Oath“, direkt im Anschluss widmen.
Und hier wird ganz im Bandstil nicht lange gefackelt, sondern kraftvoll drauf los geshreddert. Fronter Johnny ist ebenfalls wieder bestens bei Stimme und hat nichts von seiner kraftvollen, aggressiven Art verloren. Da auch der Refrain schön knackig und mitsingbar aus den Boxen kommt, haben wir hier direkt den ersten Hit zu verzeichnen.
Auch das folgende „Brothers in Arms“ bewegt sich in ähnlichen Gefilden und kann direkt glänzen und gefallen.
Bislang also Business as usual bei den Jungs von GLORYFUL!
Und das bleibt auch in der Folge so, man brettert gekonnt durch die folgenden Nummern, vergisst zu keiner Zeit die Melodic aber auch nie die notwendige Härte und hat so noch den ein oder anderen Hit im Gepäck.
Beispiele gefällig? Kein Problem. „The Hunt“ mit ordentlich Thrash Schlagseite, das groovende „True Till Death“ oder das epische „When the Union Calls on Me“ sind erstklassige Tracks, die die Band ohne große Anstrengung aus dem Ärmel zu schütteln scheint!
So vergeht die Spielzeit wie im Flug und schon sind wir im letzten Abschnitt angekommen der mit dem knackigen „Sacrifice“ und dem Midtempotrack „Sinners & Saints“ ebenfalls zwei ordentliche Songs enthält.
Nur das abschließende Outro „Into the next Chapter“ ist zwar ganz nett und für das Plattenkonzept wohl wichtig, hier hätte es aber auch nochmal ein richtiger Song sein können.

Anspieltipps:

„The Oath“, „Brothers in Arms“, „The Hunt“, „True Till Death“ sowie „When the Uninon Calls on Me”.

Fazit :

Nach dem kleinen Ausrutscher mit der letzten Platte „End of the Night“, kann man mit dem aktuellen Diskus wieder an die Stärken und der Qualität der ersten beiden Scheiben anknüpfen!
Fans der Band und des Genres sollten sich den neuen Silberling der Jungs von GLORYFUL auf jeden Fall nicht entgehen lassen, man bekommt was man erwartet.
Auf die Jungs ist halt Verlass. Wer kraftvollen aber stets melodischen Heavy Metal aus Deutschland ohne Keyboardgedudel sucht ist hier genau richtig!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Cult of Sedna
02. The Oath
03. Brothers in Arms
04. Void of Tomorrow
05. The Hunt
06. True Till Death
07. When the Union Calls on Me
08. Desert Stranger
09. My Sacrifice
10. Sinners & Saints
11. Into the next Chapter

Julian

THE SCREAM – Let it scream (Re-Release)

Band: The Scream
Album: Let it scream (Re-Release)
Spielzeit: 79:54 min
Stilrichtung: Hard Rock, Sleaze Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 07.12.2018
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Die „Unplugged“ Scheibe von Sänger John Corabi war eine der ersten Platten, die ich für die Rock Garage besprechen durfte. Gücklicherweise sind seitdem noch ein paar weitere gute Scheiben hinzugekommen, auf denen Corabi seine Stimmbänder schwingt und die ich mir intesiv anhören konnte (von der neuen Heimat des Barden, den Dead Daisies, siehe hier und hier). In meiner Besprechnung von „Unplugged“ erwähnte ich damals (das ist bereits über 6 Jahre her), dass eine Neuauflage des Debüt Albums der Corabi Band THE SCREAM in der Mache sei, inklusive Live-Bonus Tracks … man sollte die Hoffnung nie aufgeben, denn was lange währt wird endlich gut: Nun liegt er also vor, der erwähnte Re-Release dieses Klassikers, den der Stefan bereits im Zuge seiner „Klassiker der Woche“ Kolumne ausführlich vergestellt und angepriesen hatte (nachzulesen hier).

Daher möchte ich an dieser Stelle nicht nochmals auf die Vorgeschichte und den wirklich erstklassigen musikalischen Inhalt der Scheibe eingehen. Daran hat sich natürlich auch auf der aktuellen Rock Candy Neuveröffentlichung nichts geändert. Als Kaufargument lockt, wie bei diesem feinen Label üblich, zum einen das gewohnt informative Booklet, in dem Corabi ausführlich zu Worte klommt und die Platte reflektiert. Zum anderen sind die Bonus Tracks und das Remastering zu erwähnen. Während letzteres durchaus Geschmacksache ist und ziemlich laut ausgefallen ist, stellen die Live Songs einen wirklichen Mehrwert dar, der es Fans der Truppe eigentlich unmöglich machen dürfte hier nicht zuzugreifen. Neben dem okayen Non-Album Track „Yound and Dumb“, welches der Betrag der Jungs zum Hollywood Streifen „Encino Man“ (deutscher Titel: „Steinzeit Junior“) war, sind da noch 6 Live Aufnahmen aus dem Jahr 1992 zu bestaunen. Die Aufnahmen sind keine audiophile Offenbarung, haben aber den Vorteil die Band ungeschminckt und ungekünstelt zu präsentieren. Hier klingen THE SCREAM schön rauh und hungrig und Hammer wie das treibende „Catch Me If You Can“ gewinnen in der Live Darbietung nochmals ungeheuren Charme. Es ist wirklich eine Schande, dass Corabi von Mötley Crüe angeheuert wurde. Wer weiss, was aus dieser vielversprechenden Truppe noch hätte werden können?

Wer „Let it scream“ noch nicht im CD-Regal stehen hat, sollte, nein, muss hier zugreifen. Selten wurden handwerkliches Können, starkes Songwriting und eine zeitlose, kraftvolle Produktion (dank Mischpult-Legende Eddie Kramer, Kiss, Jimi hemdric und Led Zeppelin) so eindrucksvoll in Szene gesetzt wie hier.

WERTUNG: (Keine Wertung)

Trackliste:

01. Outlaw
02. I Believe In Me
03. Man In The Moon
04. Father, Mother, Son
05. Give It Up
06. Never Loved Her Anyway
07. Tell Me Why
08. Loves Got A Hold On Me
09. I Don’t Care
10. Every Inch A Woman
11. You Are All I Need
12. Catch Me If You Can
13. Young And Dumb (Bonus Track)
14. Outlaw (live 1992) (Bonus Track)
15. Give It Up (live 1992) (Bonus Track)
16. I Believe In Me (live 1992) (Bonus Track)
17. Father, Mother, Son (live 1992) (Bonus Track)
18. Catch Me If You Can (live 1992) (Bonus Track)
19. Lick And A Promise (live 1992) (Bonus Track)

Mario

EUROPE – Out of this World (Re-Release)

Band: Europe
Album: Out of this World (Re-Release)
Spielzeit: 47:55 min
Stilrichtung: Hard Rock, Melodic Metal
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: /
Homepage: www.europetheband.com

Als John Norum, ein in Kollegen- und Fankreisen hoch geschätzter Gitarrist, nach dem phänomenalen Erfolg der 3. Scheibe „The Final Countdown“ bei den schwedischen Hardrockern EUROPE seinen Platz räumte war das schon ein beachtlicher Schritt. Die Differenzen bezüglich der musikalischen Ausrichtung waren angeblich zu gross. Während Norum einen rockigeren Sound verfolgte, hatten Sänger Joey Tempest und der Rest der Mannschaft kein Problem damit sich noch mehr an seichterem Mainstream zu orientieren. Die Lücke, die Norum hinterließ war nicht gerade klein. Mit der Verpflichtung des Landsmanns Kee Marcello machten EUROPE aber genau den richtigen Griff zur richtigen Zeit. So grundlegend essentiell Norums Riffs und Licks auch für den Erfolg der Truppe bis dahin waren. Was Marchello auf seinem Einstand „Out of this World“ abfeuerte war schlichtweg grandios und gilt auch heute noch als Meilenstein des melodischen Solospiels im Rock-Genre (man höre sich nur mal das wahnwitzige Solo in „Just The Beginning“ oder die geschmacksicheren Moldiefeuerwerke in Superstitious“ an).

Die Marschrichtung war klar: den gewohnten/bekannten Hardrock der Band durch ein Optimum an massenkompatiblen Glitzer für die Weltherrschaft herausputzen. Das ist den Jungs, mit tatkräftiger Unterstützung Ron Nevison (u.a. UFO und Survivor) an den Reglern, auch verdammt gut gelungen. Ohrwürmer der Marke „Superstitious“, „Let the Good Times Rock“ oder die aufpolierte Neufassung der Power-Ballade „Open Your Heart“ (ursprünglich auf der Scheibe „Wings of Tomorrow“ vertreten) klingen auch heute noch, dank der fantastischen Produktion, räumlich, druckvoll und referenzverdächtig. Ganze 6 Singles wurden aus „Out of this world“ ausgekoppelt und doch schnitt die Platte nicht so gut ab wie der übermächtige Vorgänger. Auf dem nachfolgenden „Prisoners in Paradise“ wurde der Bombast etwas heruntergefahren, was den Abstieg der Band aber auch nicht retten konnte und in der zeitweisen Auflösung von EUROPE endete. Aber das ist eine andere Geschichte …

Jepp, „Out of the world“ ist definitiv das poppigste Album der Schweden im Gesamtkatalog der Jungs. Allerdings ist die Scheibe auch sehr gut gealtert und kann sich auch heute noch hören lassen. Die Fangemeinde mag ein wenig gespalten sein ob der glattgebügelten Ausrichtung und seit der Reunion fährt die Truppe ja einen konsequent entgegengesetzten Weg. Das ändert aber nichts daran, dass wir es hier mit einer tolle Scheibe zu tun haben, die in der vorliegenden Rock Candy Fassung (inkl. einem ordentlichen Remastering und tollen Linernotes) eine wertige Investition in die CD Sammlung darstellt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Superstitious
02. Let The Good Times Rock
03. Open Your Heart
04. More Than Meets The Eye
05. Coast To Coast
06. Ready Or Not
07. Sign Of The Times
08. Just The Beginning
09. Never Say Die
10. Lights And Shadows
11. Tower’s Calling
12. Tomorrow

Mario

FALLEN ANGEL – Cast Out Of Heaven

Band: Fallen Angel
Album: Cast Out Of Heaven
Spielzeit: 71:38 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Killer Metal Records
Veröffentlichung: 10.08.2018
Homepage: www.facebook.com/Fallen-Angel-104485219594948

70 Minuten Spieldauer, 19 Songs, zweiter Teil einer Alben-Trilogie basierend auf einer Novellen-Trilogie – all diese Rahmeninfos wecken doch amtliche Erwartungen auf die zweite Platte der Jungs von FALLEN ANGEL aus dem Hinterland New Yorks. Dazu kommt ein cooles Band-Image inklusive Kostümierung und ein durchaus stilvolles Cover. Für ein zweites Album einer Band sind die Umstände tatsächlich ansehnlich. “Cast Out Of Heaven” mutet als Gesamtkunstwerk an und diesen Status kann man ihm auch nicht wirklich absprechen.
Produziert ist das Ding okay. Hätte man die Drums ein wenig lauter und die Gitarren etwas leiser geschraubt, wäre die Euphorie noch um einiges größer gewesen, hören lassen kann sich die Platte aber auf jeden Fall.
Sänger Steve Siniuk macht ebenfalls einen guten Job. Sei es hohes Gekeife in Form einer Mischung aus HELL, Rob Halford und Udo Dirkschneider oder gemäßigterer Gesang in konventionellen Höhen; die Stimme passt und macht einen guten Job für die Veroldschoolung (Oldverschoolung?) des allgemein auf “Painkiller“-PRIESTige Weise sehr traditionell rüberkommenden Albums. Auch der Rest der Band arbeitet ordentlich, obgleich bei einigen Tracks, unter anderem “The Man In Black”, leichte Schwankungen in der Geschwindigkeit oder in der Genauigkeit einzelner Instrumente auftreten, die man wahlweise als underground-true oder bemängelnswert beurteilen darf.
Und die Musik? Nun, Oldschool-Underground-Metal-Fans mögen der Scheibe durchaus einiges abgewinnen können. Allgemein ist jedoch der Mangel an unterschiedlichen Grundtönen das wirklich Spektakuläre an “Cast Out Of Heaven”. Gefühlt 80% aller Lieder finden durchweg auf ein und dem selben Grundton statt, sind dabei sehr Metal aber eben wenig abwechlungsreich. Primitiv mag man das nennen, ohne es dabei groß verurteilen zu wollen, aber wer Interesse an kreativen Melodien oder zumindest an auf immer dem selben Ton smart umgesetzten Arrangements hat, der wird wohl enttäuscht werden. Die Riffs sind top, ohne Frage, aber wenn ein Großteil aller Songs seinen Reiz daraus bezieht, dass der nach langem Strophen- und Prechorusgedöns sehnlich erwartete Refrain eine akzeptable Melodie auf dem Eingangsriff bietet, auf die weitere Grundtonarbeit folgt, dann stellt sich bei einem 70-Minuten-Album nach spätestens einem Drittel der Songs eine gewisse Langeweile ein. Ein wenig helfen dabei die aus der Reihe fallenden Songs, die laut Promosheet an QUEENSRYCHEs “Operation Mindcrime” erinnern sollen, dies aber laut Rezensent nicht tun. Das ruhige “Ascension”, das elektronisch untermalte “Dance Of The Dead” und das loungige “Lord Of The Flesh” liefern Abwechslung, haben ihr Potential jedoch ebenfalls nach zwei Minuten ausgeschöpft und wiederholen sich anschließend gefühlt ewig, auch wenn sie die fünf Minuten Spieldauer selten überschreiten.
Man hat letztendlich das Gefühl, FALLEN ANGEL wollten einfach zu viel mit ihrem Album. 70 Minuten, Konzeptalbum, Trilogie, Novellenvorlage, das wirkt alles beeindruckend, doch wenn die ganze Sache im Endeffekt aus 19 Songs besteht, deren Ideen man auch in 40 Minuten wesentlich kurzweiliger hätte verpacken können, dann ist das Ziel ein wenig verfehlt.

Anspieltipps:
“Ascension”, “The Terror Within” und “Fall From Above”

Fazit:
Freunde des rohen und einfachen Heavy Metals der alten Schule mögen an “Cast Out Of Heaven” ihre Freude haben. Wer hingegen Metal primär dann interessant findet, wenn er melodische Vielseitigkeit und kompositorische Kreativität beinhaltet, und dies als Grundvoraussetzung für ansprechenden Heavy Metal sieht, der wird über die beachtliche Spieldauer doch größtenteils vergeblich auf den Moment warten, an dem die Subdominante erstmals innerhalb eines Songs verwendet wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Cast Out Of Heaven
02. Fall From Above
03. The Burning Curse
04. Charon’s Black Sails
05. Lost… On The River Styx
06. The Terror Within
07. Ascension
08. Democales
09. The Man In Black
10. Harem Of Sin
11. Lord Of The Flesh
12. Dance Of The Dead
13. Within This Area… Glory Awaits
14. A Clash Of Titans
15. The Fall Of A Lord
16. Blackened Hearts
17. Withered Soul
18. Doomed
19. The Fallen (Bonus Track)

Jannis

 

DAN REED NETWORK – Origins

Band: Dan Reed Network
Album: Origins
Spielzeit: / min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Zero One Entertainment
Veröffentlichung: 23.11.2018
Homepage: www.danreed-network.com

DAN REED NETWORK – dieser Name stand damals, zu Zeiten von „Slam“ (1989) und dem Mini-Hit „Tiger in a Dress“, für angefunkten Hardrock, modern produziert, irgendwo in der Schnittstelle aus Blues/Funk/Hardrock und softerem Pop-Appeal. Damit stand die Band ziemlich einsam in der Musiklandschaft und klang erfrischend eigenständig. Leider hat es nie für den großen Durchbruch gereicht – es fehlten einfach die wirklich zwingenden Hits. Den guten Ruf hat die Band sich aber seitdem erhalten und so war die Kunde vom Comeback des der Truppe mit der 2016er Scheibe „Fight another Day“ eine willkommene Meldung. Nun legen DAN REED NETWORK mit „Origins“ also ein neues Album vor.

Allerdings hatte ich mir von der neuen Scheibe etwa mehr erwartet. Gut, bei dem Titel hätte ich hellhörig werden können … aber man sollte ja immer positiv an die Sachen ran gehen. Auf „Origins“ bekommt der geneigte Hörer / Käufer ein Experiment zu hören: vor einem kleinen ausgewählten Publikum (bestehend aus Fans) wurden im Studio jeweils ein neuer und ein Song aus dem Backkatalog der Band eingespielt. Für mich als Hörer bedeutet dies erstmal: die Hälfte des Materials ist mir bereits bekannt und da ich mit Neueinspielungen lieb gewonnener Songs absolut nichts anfangen kann (da kommt selten eine Verbesserung bei raus) bietet die Scheibe mir 4 neue Songs. Das ist mir zu wenig um mich zum Kauf zu überreden. Machen wir es kurz: die  Neueinspielungen fügen den schon bekannten (starken) Songs nichts Nennenswertes hinzu. Bei den neuen Kompositionen geht es gleich mal mit einer Schnarchnummer los: „Fade to Light“, als Album-Opener kann mich wirklich nicht vom Hocker hauen und auch die restlichen Songs gehen als ganz ok über die Ziellinie.

Man kann das ganze jetzt natürlich nennen wie man will. Ich persönlich gehe einfach mal davon aus, dass die Jungs nicht genügend Inspiration für neues Material hatten und dann mal ganz einfach dieses „originelle“ Konzept aus dem Hut gezaubert haben, um eine weitere Platte zu veröffentlichen. Eingefleischte Fans der Truppe können sich daher „Origins“ in den Einkaufswagen legen. Ich bin von der Platte nicht überzeugt und warte auf das nächste reguläre Album, das dann hoffentlich genügend neues und vor allem energisches Material enthält.

WERTUNG:

 

 

01. Fade to Light
02. Ritual
03. Right in Front of Me
04. Forgot to Make Her Mine
05. Shameless
06. Let it Go
07. One Last Time
08. Rainbow Child

Mario

LAST UNION – Twelve

Band: Last Union
Album:Twelve
Spielzeit: ?? min
Stilrichtung:Power Proggresiv Metal
Plattenfirma: ROAR
Veröffentlichung: 21.12 2018
Homepage: www.lastunion.it

Machen wir uns nichts vor, wer auf seinem Debütalbum mit solch illustren Gästen wie Uli Kusch (ex Helloween), Mike LePond (Symphony X) und nicht zuletzt James LaBrie aufwarten kann, macht zumindest neugierig.
Aber der Reihe nach, die italienische Progressiv Metal Formation LAST UNION, im Jahre 2007 unter dem Namen BLAZING ICE von Sängerin Elisa Scarpecchio und Gitarrist.Christiano Tiberi gegründet bieten auf ihrem Erstling „Twelve“ eine überraschend kompakte Leistung ab, die für sich gesehen, schon einiges an qualitativ ordentlichem musikalischem Handwerk bietet.
Trotzdem sind es vorrangig die Gäste, die aus „Twelve“ ein Debüt machen, welches sich ein aus der Masse an neuen Bands dezent, aber merklich, abhebt.
Der Opener „Most Beautiful Day“ gibt die Richtung vor und führt uns vor Ohren, das Sängerin Elisa stimmlich über eine sehr klar Stimme verfügt, die aber nicht über die allzu häufig eingesetzten klassischen Ausflüge ihrer Sangeskolleginnen kommt, sondern eher durch Geradlinigkeit punktet.
Auf dem folgenden „President Evil“ ist es dann soweit, die Hauptattraktion James LaBrie gibt zum ersten Mal seine Visitenkarte ab, und das eindrucksvoll.
Der schön ausgefeilte Song wird durch ein gutes Gitarrenriff dominiert und durch die Stimme des DREAM THEATER Sängers auf nächste Level getragen.
„Hardest Way“ kommt etwas getragener daher und belegt, dass auch die etwas ruhigeren, hymnischen Töne beherrscht werden.
Das LAST UNION keine Band ist, die auf ihrem Debüt ohne Albenfüller auskommen, dafür stehen Songs wie „Purple Angels“ und „The Best of Magic“.
Dass sie aber durchaus in der Lage sind, richtig gute Songs zu schreiben, beweist eindrucksvoll das erneut von LaBrie gesungene “Taken“ . Coole Melodieführung in abwechslungsreichem Songaufbau.
In „A Place in Heaven“ wird dann aber klar, dass der berühmte Gastsänger leider nicht jeden schwächeren Song retten kann.
Die mehr als ordentliche Gitarrenarbeit bekommen wir dann wieder im kurz und knackig gehaltenem „Limousine“ geboten, bevor mit „Back in the Shadows“ eine weitere gelungene Midtemponummer ein zu beachtendes Album beschließt.

Fazit: Ein soundtechnisch, von Jens Bogren (Arch Enemy, Symphony X, Devin Townsend)sehr gut gemischtes Album, welches durch sein gutes Songwriting lebt und sicherlich von den Gastmusikern getragen wird, aber eben auch mit dem ein oder anderen Ausfall klarkommen muss.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:
01. Most Beautiful Day
02. President Evil ( Feat. James LaBrie)
03. Hardest Way
04. Purple Angels
05. The Best Of Magic
06. Taken (Feat. James LaBrie) Radio Edit
07. 18 Euphoria
08. A Place In Heaven (Feat. James LaBrie)
09. Ghostwriter
10. Limousine
11. Back in the Shadow
12. Taken (Feat. James LaBrie)
13. President Evil (Feat. James LaBrie) Video Version

Rüdiger König

Videolink “President Evil”

PALACE – Binary Music

Band: Palace
Album: Binary Music
Spielzeit: /
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 07.12.2018
Homepage: www.de-de.facebook.com/palacesweden

Das vor 2 Jahren erschienene Debüt Album von PALACE ist allgemein ganz gut weggekommen und hat hauptsächlich gute bis sehr gute Kritiken eingeheimst. Zwar ist die Scheibe nie zu einem Dauerbrenner in meinen Playlists geworden, aber in der Vorbereitung auf das Review zur neuen Platte der Band habe ich mir das Album gerne nochmals angehört. Nun liegt also der zweite Schlag der Truppe um Namensgeber, Sänger und Komponist Michael Palace vor und der junge Herr macht so ziemlich genau dort weiter wo er aufgehört hat (wir haben es hier schliesslich mit einem Frontiers Produkt zu tun).

Tracks wie der Opener und Titelsong „Binary Music“ oder das rockige „Dangerous Grounds“ zeugen weiterhin davon, dass PALACE es versteht packende Hooklines in ein zeitloses Gewand zu kleiden. Dabei ist die Produktion auch diesmal angenehm frei von Superlativen oder plakativem Geballer. Was mir persönlich etwas fehlt sind die kernigen Gitarren. Auf „Binary Music“ spielen die Keyboards die erste Geige, das ist vor allem aufgrund der richtig starken Gitarrensoli etwas schade. Hier wurde ein wenig Potential verschenkt. Aber wenn es der Vision on PALACE entspricht – wer bin ich da etwas dran zu meckern? Bloss bei dem doch arg poppigen, mit Queen-Anleihen versehenen „Queen Of The Prom“ ist mir das dann doch ein wenig zu seicht geraten. Qualitativ kann das Songmaterial nicht ganz mit der starken ersten Scheibe mithalten. Aber es sind die vielen kleinen Details, die kunstfertigen Kniffe die in die Arrangements eingesponnen sind und die aufgrund grosser Erfahrung und offenssichtlicher Detailversessenheit den Songs das gewisse Etwas verleihen, das was anderen Bands leider oft fehlt und sie daher austauschbar klingen lässt. Die Tracks nehmen sich im Vergleich zum Vorgänger nicht allzuviel. Wer mit dem Debüt glücklich war, wird auch hier keinen Fehlgriff tun.

Auch mit Album Nummero 2 legen PALACE also einen Volltreffer bin. Auf den Punkt komponierte Songs, handwerklich vobildlich eingespielt, mit einer zeitlosen Produktion versehen. Da hat Frontiers ein heisses Eisen mit enormen Potential im Feuer. Mir gefällt’s ausserordentlich gut.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Binary Music
02. Tears Of Gaia
03. Nothing Personal
04. Promised Land
05. Love Songs
06. Dangerous Grounds
07. Queen Of The Prom
08. Who’s Counting Time
09. Julia
10. To Have And To Hold

Mario

JEROME MAZZA – Outlaw Son

Band: Jerome Mazza
Album: Outlaw Son
Spielzeit: 40:53 min
Stilrichtung: AOR/Melodic Rock
Plattenfirma: Escape Records
Veröffentlichung: 23.11.2018
Homepage: www.JeromeMazza.com

Für den ein oder anderen dürfte der Name Jerome Mazza eher unbekannt sein, was den Sänger und Gitarristen aber nicht daran hindert,mit “Outlaw Son” eins der besten Alben 2018 im Genre AOR / Melodic Rock auf den Markt zu bringen.
Mazza hat sich einige Zeit als Sessionmusiker verdingt, doch nun sucht er nicht nur mit seiner Band “Pinnacle Point”, sondern eben auch solo wieder gezielt die Öffentlichkeit.
Eindrucksvoll zurückgemeldet hat sich Mazza mit seinem gesanglichen Engagement für die Steve Walsh CD “Black Butterfly” für die er drei Songs eingesungen hat und genau in diesem Stil geht es auf seinem Album weiter. Hochwertige, sehr melodiöse Songs allesamt von Tommy Denander und Steve Overland komponiert und getextet, ziehen den Hörer schnell in seinen Bann. Die Wurzeln seines Schaffens klingen sehr nach Kansas und Seventh Key und brauchen sich qualitativ nicht hinter diesen Größen zu verstecken.

Als wegweisender Opener funktioniert schon mal “Neverland”, bevor “Immortel” alleine durch seinen catchy Chorus und interessantem Arrangement punktet

Mit herausragendem Satzgesang beginnt die Midtemponummer“ The Dark Side” und zeigt, welch wichtige, unterstützende Rolle auch Steve Overland an diesem Projekt hat. Weitere musikalische Leckerbissen, sind die folgenden Nummern “Streets of Fire” und “The Last Goodbye”, alles Stücke, die vom Gesang und natürlich vom Songwriting leben.

Die Kunst, Keyboards so einzusetzen, das es nicht schnell in den belanglosen Fahrstuhlmusikbereich abdriftet ist den meisten Bands im AOR Bereich leider nicht gegeben, umso angenehmer daß es Mazza nicht nur in Stücken wie “Save the Best ´til Last” und “Crossfire” hervorragend gelingt.
Mit “Calm before the Storm” offenbart sich eine der ganze wenigen schwächeren Nummern des Albums.
Kurz und knackig geht es mit dem Titetrack weiter, schönes Gitarrenriff, Mazza braucht keine ausufernden Gitarrensoli, die Songs auf über sechs Minuten ziehen, ohne nach vier Minuten noch etwas zu vermitteln, hier herrscht kurze Wege, Mittelfeld.
Auch beim gitarrenorientierten Schlussakkord “Unfinished Buisness” zeigt Mazza erneut sein ganzes Können.

Als Fazit bleibt nur, sich als begeisterter Hörer, vor dieser kleinen Meisterleistung zu verbeugen, und darauf zu hoffen, daß Jerome Mazza schnell den Weg in deutsche Konzertsäle findet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Neverland
02. Immortal
03. The Dark Side
04. Streets on Fire
05. The Last Goodbye
06. Undercover Love
07. Song for the People
08. Save the Best Til Last
09. Crossfire
10. Calm before the Storm
11. Outlaw Son
12. Unfinished Business

Rüdiger König

BLACKDRAFT – The Quest

Band: Blackdraft
Album: The Quest
Spielzeit: 61:42 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 14.12.2018
Homepage: www.blackdraft.de

Die deutschen Metaller von BLACKDRAFT existieren seit 2015 und brachten 2016 ihr Debütalbum „Recipe of Pain“ raus. Angeführt von Frontfrau Julia Wallenius und Gitarrist, Sänger Karsten Wallenius war man 2017 auf einigen Festivals und Supporttouren unter anderem mit MOB RULES und MASTERPLAN unterwegs und hat jetzt mit dem neuen Label Mighty Music in Rücken das neue, zweite Album „The Quest“ am Start. Dieses ist ein Konzeptalbum über die junge Sucherin Runa Ágústsson aus Hamburg, die nach Island reist und eine Reise in die Tiefsee beginnt.
Als Opener gibt es „Formali“ auf die Ohren. Dieses ist ein stimmungsvolles Intro welches uns in die Geschichte einführen soll.
Danach folgt dann mit „Chapter 01 The Calling“ der erste richtige Track. Und hier wird dann schnell die Marschrichtung klar, Heavy Metal mit melodischen Strukturen aber allzeit die volle Härte bekommen wir hier geboten. Dazu noch der tolle kraftvolle und häufig aggressive Gesang von Frontfrau Julia, der immer wieder von Gitarrist Karsten mit seinen Growls unterstützt wird. Eine tolle Mischung wie ich finde, auch wenn mir manchmal Karsten zu präsent ist.
Der nächste Track der dann richtig schön ins Ohr geht ist dann „Chapter 03 Motivation“ welches schon teilweise etwas zu poplastig, blenden wir mal die Growls aus, ausfällt. Aber egal schön eingängig ist das Ding auf jeden Fall!
Was haben wir noch positives auf der Habenseite? Auf jeden Fall das recht aggressive, „Chapter 05 Out to the Open Sea” das melodisch, düstere “Chapter 06 Leap in the Dark” und auch die Halbballade „Chapter 07 Discover Beauty“ weiß absolut zu gefallen.
Je länger die Platte läuft umso stärker wird sie…das muss man auch erstmal hinbekommen! Meistens ist es ja anders rum und man verschießt sein Pulver schon zu Beginn.
So ist es dann auch nicht verwunderlich das auch das letzte Drittel der Scheibe kaum Wünsche offen lässt und sich mit „Chapter 08 Graveyard“, „Chapter 09 Blackdraft“ und „Chapter 10 Fight“ drei weitere Hits hier versteckt haben.
Ein rundherum gelungene neue Scheibe kann man hier abschließend festhalten!

Anspieltipps:

Ganz klar „Chapter 01 The Calling“, „”Chapter 03 Motivation”, “Chapter 05 Out to the Open Sea”, “Chapter 06 Leap in the Dark” sowie “Chapter 08 Graveyard”

Fazit :

Keine Frage das neue Album von BLACKDRAFT macht vieles richtig und man ist der Band anzumerken das sie viel Arbeit in den neuen Diskus gesteckt hat! Das Songwriting passt und ist schön abwechslungsreich.
Manchmal finde ich die eingesetzten Growls etwas zu präsent, da hätte man ruhig etwas mehr auf die tolle Stimme von Frontfrau Julia setzen können, aber ansonsten gibt es hier nicht allzu viel zu meckern!
Fans von melodischen, kraftvollen Heavy Metal mit weiblichen Gesang werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen und Anhänger der Band sowieso.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Formali
02. Chapter 01 The Calling
03. Chapter 02 The Struggle
04. Vakna
05. Chapter 03 Motivation
06. Chapter 04 Caspule
07. Chapter 05 Out to the Open Sea
08. Chapter 06 Leap in the Dark
09. Uppgötva
10. Chapter 07 Discover Beauty
11. Logn fyrir stormin
12. Chapter 08 Graveyard
13. Chapter 09 Blackdraft
14. Chapter 10 Fight
15. Chapter 11 Death

Julian