AMON AMARTH – The Great Heathen Army

Trackliste:

01. Get in the Ring
02. The Great Heathen Army
03. Heidrun
04. Oden Owns You All
05. Find a Way or Make One
06. Dawn of Norsemen
07. Saxons and Vikings
08. Skagul Rides With Me
09. The Serpent’s Trail

 

 

Spielzeit: 43:03 min – Genre: Melodic Death Metal – Label: Metal Blade Records – : 05.08.2022 – Page: www.facebook.com/amonamarth

 

Es darf wieder erobert werden! Mit „The Great Heathen Army” fallen die stolzen Wikinger von AMON AMARTH in alle Länder dieser Welt ein und das lautstark. Nach zwei Jahren Stillstand darf endlich wieder die Axt geschwungen und Trinkhörner gen Himmel gereckt werden. Und das mittlerweile zum zwölften Mal.
Unser liebster Schwedenexport (wer braucht schon ABBA?) macht mit „The Great Heathen Army“ zum 30jährigen Bandjubiläum das Dutzend voll und lassen aus den Berserkern von 2019 kurzerhand Heiden werden. Die neun knackigen Songs verteilt auf knapp 43 Minuten Spielzeit lassen so manches Wikinger- und Schildmaid-Herz höherschlagen.
Während ich der 2019er Rille, dem Vorgänger „Berserker“, zwar einiges abgewinnen konnte, war es doch das für mich bisher schlechteste Album (ich weiß, das ist mimimimi und jammern auf hohem Niveau). Mit „The Great Heathen Army“ kehren die Mannen um Johan Hegg jetzt wieder zu alter Stärke und Spielfreude zurück und aus den düsteren Berserkern sind vor Kraft strotzende Heiden geworden.
Schon der vielversprechend klingende Opener „Get in the Ring“, welches als Einlauflied für den Wrestler und Freund der Band Erick Redbeard geschrieben wurde, kann mit einem fetten Death Metal Riff aufwarten. Vor meinem geistigen Auge sehe ich schon die rasenden Windmühlen. „Get in the Ring“ ist nicht der einzige Kracher auf der Scheibe, aber zeigt deutlich, wo es hingeht. Auch der Titeltrack „The Great Heathen Army“ lässt den Met im Trinkhorn hüpfen. Man bekommt direkt Lust, sich den axtschwingenden Heiden im Kampf gegen wen auch immer anzuschließen. Dieses Gefühl verlässt einen während des gesamten Albums nicht.
Einen richtigen Ausreißer leisten sich die stolzen Recken aus Tumba (einem Vorort von Stockholm) nicht, denn jeder Song kann auf seine Weise überzeugen. Wobei „Heidrun“ der vermutlich wikingerhafteste Song auf dem Album. Glaubt man dem Internet, ist „Heidrun“ eine Ziege (das erklärt den Refrain „Who’s the goat?“ „Heidrun, Heidrun“), aus deren Euter Met für die Einherjer, die gefallenen Krieger, fließt. Nordischer und mythischer geht es nicht mehr. Der sehr melodische Track mit seinem durch einen Chor gesungenen Refrain lädt zum Abfeiern und Mitsingen ein und ich kann ihn mir sehr gut im nächsten Live-Set vorstellen.
Ein besonderes Highlight ist „Saxons and Vikings“, inhaltlich erklärt der Songname, um was es geht. Aber passend, wie Arsch auf Eimer, hat man hier zum epischen Sachsen-Winkinger-Schlachtengemetzel kurzerhand Biff Byford von den wunderbar englischen SAXON zum Kampf herausgefordert. Der Song ist ein einzig wunderbares Battle zwischen den Musikgrößen SAXON und AMON AMARTH. Ein debil-freudiges Grinsen kann man sich hier gar nicht verkneifen.

Alles in allem ist „The Great Heathen Army” nicht das – wie im Promotext angekündigt – beste Album von AMON AMARTH, aber es rangiert ganz weit oben. Nach dem bereits erwähnten „Berserker“, welches zu Ernst und zu düster produziert wurde, kam mit der Rückkehr zu Andy Sneap anscheinend auch die gute Laune wieder zurück. Das Album macht von vorne bis hinten Spaß und es klingt ganz so, als hätte sich auch das Schweden-Quintett die Leichtigkeit der älteren Scheiben zurückerobert. Vermutlich eher mit Met und Hopfenkaltschalen als mit Axt und Schwert, was aber letztendlich auch egal ist. Wichtig ist nur, mit „The Great Heathen Army“ erfinden AMON AMARTH das Rad nicht neu, aber wenn der neue Scheiß genauso geil, wie der alte Scheiß klingt und es nicht langweilig wird… warum daran was ändern. Von mr gibt es fette 9 Sterne für ein spaßiges, kurzweiliges und echt krachendes Album vom Schwedenhappen AMON AMARTH.
Ich sag nur „Raise your Horns“ und feiert es ab!

Tänski

Hold my beer…. Hier kommt “Get in the Ring“

 

 

 

 

DAVID READMAN – Medusa

01. Madame Medusa
02. The Fallen
03. Generation Dead
04. Turned To Black
05. Shelter From The Storm
06. Change Of Thunder
07. Mary Jane
08. Children Of Thunder
09. Summer Wine
10. King Who Lost His Throne

 

 

Spielzeit: 46:10 min – Genre: Hard Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 05.08.2022 – Page: www.facebook.com/WANNAHEARYOUROCK

 

DAVID READMAN die Stimme von PINK CREAM 69, VOODOO CIRCLE, ROOM EXPERIENCE und noch so einige Bands und Projekte meldet sich mit seinem zweiten Soloalbum eindrucksvoll zurück. David besitzt so ein Organ das man unter tausenden heraushören kann, einfach eine einzigartige und prägnante Stimme. Diese Stimme hat schon mehr Alben als nur bei PINK CREAM 69 veredelt. Ich persönlich habe noch nie ein schlechtes Album gehört an dem David beteiligt war.

Gerade eben durch diese Stimme fallen mir als Vergleich als erstes PINK CREAM 69 ein, man sollte David aber nicht nur auf die Karlsruher Band beschränken, dafür ist er zu gut aufgestellt und unterwegs. Die Songs leben förmlich von der Stimme Davids, er haucht den Songs Leben ein. Man kann aber auch 70er und 80er Hard Rock heraushören, dies im modernen Gewand präsentiert was einen riesigen Spaß beim hören macht. Jeder der auf eingängigen melodischen Hard Rock steht sollte mit diesem Album voll auf seine Kosten kommen.

Die Aufnahmen zum Album begannen Anfang 2021, im Vorfeld wurden drei Songs „Madame Medusa“, „Mary Jane“ und „Generation Dead“ als Singles veröffentlicht, und durch eine Crowdfounding Aktion unterstützt. Mit dabei waren noch Laki Ragazas, Aldo Lonobile und Roland Grapow an Gitarren, Julien Spreutels an Keys, Alex Jansen an Bass sowie Bodo Schopf und John Clelland an den Drums.

Davids Job am Mikro ist eindrucksvoll und fehlerlos, die Gitarren kommen knackig aus der Anlage, die Keys unterstützen die Gitarren ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der Bass kommt voll durch und die Drums treiben ohne Gnade alles vor sich her. Die Mitwirkenden Musiker liefern hier voll ab und so zieht sich ein roter Faden durch das Album der aus nie endenden Melodien und verdammt viel Harmonie besteht. Die Jungs um David haben mit diesem Album ein Pfund ein gezimmert das das schon sehr gute Debüt von David toppt. Die Produktion kommt auch mit Schmackes aus den Membranen und sorgt dafür das der angesetzte Staub mit Gewalt aus der Bude geblasen wird.

Mit „Madame Medusa“ geht es unter Volldampf los, ein Nackenbrecher, „The Fallen“ ein starker Song mit Melodie. Mit „Generation Dead“ folgt das nächste Highlight Melodie und Gitarren ohne Ende, „Turned To Black“ noch so ein typisches David Highlight mit epischen Momenten. „Shelter From The Storm“ ich wiederhole mich aber noch ein Ohrwurm im typischen Readman Stil, „Change Of Thunder“ ein Meloicmonster das im Ohr hängen bleibt. „Mary Jane“ erinnert ein wenig an AEROSMITH mit „Walk This Way“, „Children Of Thunder“ erneut ein kräftiger Rocker. „Summer Wine“ hätten PINK CREAM 69 auch nicht besser hinbekommen, „King Who Lost His Throne“ erinnert mit all seinem Drama ein wenig an MAGNUM mit WHITESNAKE Vibes.

Balle

BLOOD GOD/DEBAUCHERY – Demons Of Rock´n Roll

Trackliste:

01. Demons Of Rock´n Roll
02. Going To Hell
03. Nude Nuns
04. Bombshell
05. Beware Of The Blood Babe
06. Raze Hell
07. Rockmachine
08. Ready For The Next Show
09. The Devil Will Burn In Hell
10. Children Of The Flame


Spielzeit:
74:58 min – Genre: Hardrock, Heavy Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 2022 – Page: www.bloodgod.rocks oder www.debauchery.de

 

Zwölf Jahre ist er jetzt her – der Erstkontakt zum Riff-Rock-Ableger der deutschen Death Metal Kapelle DEBAUCHERY. Damals noch als BIG BALL unterwegs, haut Mastermind Thomas Gurrath das mittlerweile siebte Langeisen dieser Machart raus. Schon beim zweiten Release wurde die Truppe in BLOOD GOD umbenannt. Tatenlosigkeit kann man den Jungs also nicht vorwerfen, zumal BALGEROTH als weiterer Nebenschauplatz dient. Für den neuen Dreher „Demons Of Rock´n Roll“ bleiben BLOOD GOD dem Riff-Rock australischer Machart weiterhin treu, wobei sich Gurrath´s Stimme als Mischung aus Udo Dirkschneider und Brian Johnson beschreiben ließe.

Auch dieses Mal gibt es eine Doppel-CD mit jeweils zehn Tracks als BLOOD GOD im ACCEPT meets AC/DC Style und als DEBAUCHERY mit dementsprechenden Todes-Vocals. Als Vinyl ist „Demons Of Rock´n Roll“ in den beiden Versionen separat erhältlich. Das ist nicht gerade fanfreundlich.

Mit dem an den Anfang gestellten Titeltrack steigt auch gleich die Laune – die Füße wippen kräftig mit und die Rübe beginnt, sich zu schütteln. Da gibt es nix Neues, das ist BLOOD GOD wie sie leiben und leben – aber verdammt, das Teil macht Laune. Warum aber dann meine recht verhaltene Benotung? Ganz einfach: wäre das hier eine Single oder eine EP mit drei bis vier Tracks, wäre „Demons Of Rock´n Roll“ ne coole Sache. Als ganzes Album aber zieht sich die Angelegenheit wie Kaugummi, das zwar recht knackig produziert wurde – Dennis Ward hat wieder einmal sehr gute Arbeit geleistet – aber eben die immergleichen Riffs und Tonfolgen bemüht. Und auch die Songs sind so einfach gestrickt, dass selbst Oma Marianne hier und da noch eine Masche fallen lassen würde, damit etwas mehr Abwechslung in das Muster des neuen Pullovers kommt.

Neben dem erwähnten Titelsong könntet Ihr noch in „Going To Hell“ oder „Nude Nuns“ reinlauschen. Diese drei Songs wären die Essenz (wenn man davon sprechen kann) dieses Releases. Ob als BLOOD GOD oder DEBAUCHERY kann dann jeder für sich entscheiden.

Stefan

FATAL VISION – Once

Trackliste:

01. In The Beginning/Heartbreaker
02. Burning For You
03. Open Your Eyes
04. Into The Twilight
05. Little Rebel
06. Against he Wall
07. Do You Remember Me?
08. Wings Of The Night
09. Haven’t We Been Here Before?
10. Time Keeps Slipping Away
11. Once

Spielzeit: 58:56 min – Genre: AOR – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 22.07.2022 – Page: www.facebook.com/fatalvisionband

MP3 Version

 

Wave Version

 

Elf Songs und fast eine Stunde Spielzeit das ist eine Ansage, mal schauen ob diese knappe Stunde überzeugen kann. Die Band FATAL VISION ein neuer Name im Rockbiz, stammt aus Kanada und hat sich, laut Promoinfo dem Sound von Bands wie JOURNEY, ASIA, SURVIVOR, EUROPE und VAN HALEN verschrieben.

Zur Band gehören Simon Marwood am Mikro, Juan Miguel Gomez Montant an Gitarren, Scottie Irving an Keyboards, Andrew Burns an Bass und Alex Wickham an den Drums.

Simon hat ein verdammt starkes Organ und passt sehr gut zum Rock von FATAL VISION, in manchen Momenten erinnert mich die Stimme an Mark Denkley von SANDNESS. Die Gitarren bekommen genug Spielraum und bilden mit den 80s Like Keys eine Einheit. Der Bass ist sehr weit im Hintergrund und die Drums hören sich ein wenig blechern an.

Nun komme ich zum Kritikpunkt, beim Sound wäre mehr drin gewesen. Denn der hört sich irgendwie an als wenn man Demosongs hört. Ich habe gerade auch die Rezi zu HIGHWAY SENTINELS geschrieben und das Projekt hört sich vom Sound um Welten besser an. Ich glaube nicht das dies nur am stark komprimierten MP3 Material liegt das mir zur Verfügung steht. Jungs ihr habt es drauf geile Songs zu schreiben warum dann so ein schwacher Sound der den Hörgenuss doch sehr stark trübt, mit besserem Sound wäre in der Bewertung auch mehr drin gewesen so muss ich mit Abzügen bewerten.

Die Boys spielen AOR der besseren Sorte mit Schmackes geboten, irgendwo zwischen MARK BAKER, BEAU GESTE, BEAU COUP, MONRO, BIG MOUTH, PRISM, BLUE TEARS, BOULEVARD, BOYSTOWN und RENEGADE. Die Songs können überzeugen und würden mit besserem Sound sicherlich mehr Spaß machen so bleibt ein komischer Beigeschmack.

Edit vom 02.08.2022.  Ich bekam von der Band, Aufgrund meiner Kritik über den Sound einen Link mit einer Wave Version des Albums und da hört sich das ganze amtlich und mit Bums an, besser als die MP3 Files die mir zum Zeitpunkt des verfassens der Rezi zur Verfügung standen. Sorry für das Jungs, ich schrieb nur das was ich gehört habe. Die Bewertung wurde daraufhin von mir verbessert.

„In The Beginning/Heartbreaker“ ein flotter Einstieg, „Burning For You“ ein geiler Song mit Groove. „Open Your Eyes“ ein starker AOR Song mit viel Melodie und starken Gesangsharmonien, „Into The Twilight“ fängt als Ballade an, und geht in Richtung ASIA und ebenfalls aus Kanada stammenden RENEGADE mit BEATTLES like Vokalharmonien. „Little Rebel“ ein flottes Highlight mit coolen Keys, „Against The Wall“ kommt mit geilen Riffeinlagen ein weiteres Highlight. „Do You Remember Me?“ ein sehr gut gemachter Song, „Wings Of The Night“ gibt wieder ein wenig mehr Gas. „Haven’t We Been Here Before?“ der Song kommt auch gut, „Time Keeps Slipping Away“ glänzt mit Akustikklampfe und Pianoeinlage, „Once“ eine sehr gute Ballade.

Balle

HIGHWAY SENTINELS – The Waiting Fire

Trackliste:

01. I’m A Loser
02. Face In The Crowd
03. Afterlife
04. Love And Hate
05. Victim Of The Night
06. Tortured Soul
07. We Won’t Be Forgotten
08. All Comes Crashing Down
09. I Don*t Care Anymore
10. Not Too Late
11. How To Be Real
12. Hell In A Handbasket

 

Spielzeit: 57:20 min – Genre: Hard Rock – Label: Louder Than Loud Records – VÖ: 22.07.2022 – Page: www.facebook.com/people/David-Reece-Official/100048099653147/

 

Das Projekt HIGHWAY SENTINELS wurde von Steven Rosen und Jimmy Waldo ins Leben gerufen. Steven, selbst ein legendärer Autor, Journalist und Gitarren-Enthusiast, der bis in die 1970er Jahre zurückreicht, sei es auf Reisen mit Led Zeppelin im Flugzeug oder als enger Freund von Eddie Van Halen, war er immer an der Spitze des Rockjournalismus und der ihn umgebenden Kultur. Jimmy war schon in Bands wie ALCATRAZZ, BLACKTHORNE, GRAHAM BONNET BAND, MURDERER’S ROW, NEW ENGLAND und HIRSH GARDNER aktiv. Neben Steven an Gitarren, Jimmy an den Keys komplettieren David Reece am Mikro, Donnie Van Stavern am Bass und Mark Zonder an den Drums das Projekt.

Während des Lockdowns 2021 fingen Steven und Jimmy an, eine Reihe von Songs aufzunehmen, an denen sie seit einigen Jahren gearbeitet hatten, von denen einige sogar Jahrzehnte zurückreichten. Die Fünf haben ein Hard Rock Album eingetütet das sich hören lassen kann.

Die Produktion drückt ohne Ende in die Gerhörwindungen, David zeigt keine Abnutzungserscheinungen und shoutet wie ein junger Gott, die Gitarren brettern voll aus der Anlage und bilden mit den Keys ein geniales Duo. Der Bass kommt gut durch und die Drums geben den Takt vor.

Das Projekt bewegt sich in etwa einer Schnittmenge von BANGALORE CHOIR allein schon durch Davids markante Stimme, das letzte WICKED SENSATION, STUART SMITH, ein wenig BRAZEN ABBOT, ALCATRAZZ, GRAHAM BONNET BAND und ein leichter Touch DEEP PURPLE. Mit David wurde der ideale Shouter für diese Art des Hard Rocks gefunden der wie Eimer auf Arsch passt und seine Arbeit verdammt gut gemacht hat, und den Jungen Wilden zeigt wo das Mikro hängt. Die Restlichen Protagonisten zeigen auch keinerlei Schwächen.

Der Hard Rock klingt weder Oldschool noch antiquiert sondern kommt cool rüber und müsste für einigen Wirbel sorgen. Man kann zwar parallelen zu andern Bands des Sektors finden, diese stören aber nicht im Geringsten da das gebotene Material sehr gut ausgefallen ist und überzeugen kann.

Als Fazit kann man dieses Album jedem empfehlen der gerne richtig kernigen Hard Rock mit rauen und Whiskygeschwängerten Vocals hört, diese werden mit den Songs sehr schnell warm und haben bestimmt viel Spaß beim Hören. Das Album kommt ohne große Ausreißer oder Ausfälle aus.

Mit „I’m A Loser“ wird eindrucksvoll gestartet, ein geiler Stampfer, „Face In The Crowd“ der nächste Stampfer mit genialem Refrain und viel Oooohoooo. „Afterlife“ ein starker Rocker der von der Stimme und den Licks lebt, „Love And Hate“ ein kraftvoller Rocker teils mit schrägen Riffeinlagen. „Victim Of The Night“ beginnt mit einer geilen Riffeinlage und mutiert dann zum Highlight, am beginn der Strophen eher zurückhaltend geht dann nach den ersten Zeilen und im Refrain voll auf die Nuss, Achtung Hitgefahr. Bei „Tortured Soul“ wird’s orientalisch und heftig hart, bei dem Song grüßen DEEP PURPLE, „We Won’t Be Forgotten“ ein leicht schräger Song mit geilem Refrain. „All Comes Crashing Down“ kommt mit leichter Country Note, „I Don*t Care Anymore“ ein cooles Highlight. „Not Too Late“ in den Strophen Slowrocker ab der Bridge ein Highlight, „How To Be Real“ geht die Luft aus, „Hell In A Handbasket“ teilweise mit schrägen Riffeinlagen.

Balle

WARWOLF – Necropolis

Trackliste:

01. Daywalker
02. Nosferatu
03. Dawn of Destiny
04. Necropolis
05. Clan of the Undead
06. When the Hangman Cries
07. Cold Blood
08. Slaves of the Night
09. Witches & Demons (Bonustrack)
10. The Pries (Bonustrack)

 

Spielzeit: 64:14 min – Genre: NWOBHM – Label: Metalapolis Records – VÖ: 29.07.2022 – Page: www.facebook.com/WARWOLFofficial

 

Die deutsche Metalband WOLFEN ist Stammlesern unseres Online Mags bestens bekannt, diese befinden sich momentan in einer schöpferischen Pause.
In der Zwischenzeit haben Teile der Band WARWOLF gegründet, um sich hier etwas mehr dem NWOBHM zu widmen.
Die Masterminds hinter WARWOLF sind auch die Masterminds hinter WOLFEN, nämlich Sänger Andreas Lipinski und Gitarrist Frank Noras.
Das Debütalbum „Necropolis“ frönt wie gesagt dem NWOBHM im Stile von IRON MAIDEN und somit sollte die Fanbase relativ schnell abgesteckt sein!
Als Produzent fungiert hier niemand geringeres als Obergrabschaufler Chris Boltendahl, der ja auch schon das neue GRAVE DIGGER Album produziert hat.

Na, dann sind ja alle Voraussetzungen bestens, horchen wir daher mal direkt in den Albumopener „Daywalker“ rein. Eine klassische NWOBHM Abrissbirne die uns direkt natürlich an die großen Überväter IRON MAIDEN denken lässt. Simpler Chorus, klassische Riffs, so muss ein ordentlicher Einstieg sein!
Wesentlich melodischer und auch kompakter kommt dann das anschließende „Nosferatu“ um die Ecke und spielt sich somit direkt in den Gehörgängen fest.
Und wenn man einmal hittechnisch voll in Fahrt ist, legt man mit „Dawn of Destiny“ und dem geilen, überlangen Titeltrack „Necropolis direkt nach!
Vor allem letzterer begeistert aufgrund seiner zarten Anleihen von „Sign of the Cross“ der hier schon erwähnten Überband ; )
Und auch die beiden nächsten Nummern „Clan of the Undead“ und „When the Hangman Cries“ landen direkt auf unserer Hitliste und können ihre musikalischen Einflüsse ebenfalls zu keiner Zeit so wirklich verleugnen!
Und auch das letzte Drittel der Debütscheibe hat noch den ein oder anderen Hit parat. Denn hier hätten wir noch die beiden letzten Tracks „Witches_Demons“ und „The Priest“ die beide sehr atmosphärisch gehalten sind und wieder super ins Ohr gehen und das trotz ihrer Überlänge.

Na, da würde ich doch mal sagen ist das Debütalbum der „Newcomer“ WARWOLF doch sehr ordentlich geworden! Man bewegt sich immer schön im NWOBHM Bereich, ohne das man zu sehr abkupfert, auch wenn man die Einflüsse natürlich nicht vermeiden kann, und viele Songs einfach sehr gut ins Ohr gehen.
So lässt sich die aktuelle Pause der Stammband WOLFEN doch ziemlich gut verkraften und die Scheibe ist definitiv eine Empfehlung für die geneigte Fanbasis!

Julian

 

 

 

WE ARE LEGEND – Fallen Angel

Trackliste:

01. Tale of a Legend
02. Fallen Angel
03. I Don`t Care
04. Angel Station
05. Only God Forgives
06. I Am this One
07. Prayer for the Fallen
08. The Inner Circle
09. Society of Shadows
10. A Human So Strange

 

Spielzeit: 53:48 min – Genre: Power Metal – Label: Metalapolis Records – VÖ: 29.07.2022 – Page: www.facebook.com/WeareLegendOfficial

 

Was habe ich auf dieses Album gewartet!! WE ARE LEGEND waren eine DER Entdeckungen, die ich zum Anfang meiner Schreiberkarriere vor knapp 15 Jahren gemacht habe. Die deutschen Power Metal rund um die beiden Masterminds Gitarrist Dirk Bauer und Sänger Selin Schönbeck brachten bis 2013 ein Album und eine EP heraus und verschwanden dann ziemlich von der Bildfläche.
Nun kennen wir auch den Grund, denn die Truppe löste sich 2016 klamm heimlich auf und nun sind sie endlich mit einem neuen Album namens „Fallen Angel“ endlich wieder zurück!
Am progressiven Powermetal Bandsound dürfte sich recht wenig geändert haben und daher war ich sehr gespannt auf die neuen Songs, die über das neue Label Metalapolis Records auf die Menschheit losgelassen werden.

Mit „Tale of a Legend” beginnt die wilde Fahrt direkt mit satten Gitarrenriffs und einem noch zurückhaltenden Sänger Selin. Nach kurzem wird der Song aber zwingender und zündet dann spätestens beim Refrain dann komplett durch! Ein starker Beginn in der musikalischen Tradition wie man es von den Jungs gewohnt ist!
Danach folgen dann direkt hintereinander drei weitere Anspieltipps und Hits der Scheibe.
Zuerst der genial groovende Titeltrack „Fallen Angel“ mit tollem weiblichen Gastgesang, danach folgt das moderne und progressivere „I don`t care“ und dann noch das schön melodische und abwechslungsreiche „Angel Station“.
Alles Songs die sofort in die Gehörgänge wandern und zeigen wie die Band heutzutage fast 10 Jahre nach ihrem letzten Album so klingen.
Der Mittelteil wird dann klar vom Groove Monster „Only God forgives“ dominiert, nicht das die anderen Tracks schlecht wären, aber ihnen fehlt etwas der Touch der bisherigen Anspieltipps!
Im letzten Drittel kommt dann etwas mehr das heiß geliebte Piano zum Einsatz welches schon auf den beiden Vorgängerscheiben immer wieder gewinnbringend eingesetzt wurde, bei „The Inner Circle“ und dem Abschlusstrack „A Human so strange“ ist das nämlich auch der Fall.
Letzt genannte Nummer reiht sich dann auch in die Hitliste gut ein.

Ganz bis in unsere höchsten Punkteränge geht es dieses Mal nicht für meine Faves WE ARE LEGEND!
Das bedeutet nicht das die Scheibe schlecht ist, sondern dass die Hits vielleicht etwas ungerecht verteilt sind und gerade die zweite Hälfte leider nicht zur bärenstarken ersten Hälfte anstinken kann.
Die Hits die aber auf „Fallen Angel“ zu finden sind rechtfertigen aber auf jeden Fall die Empfehlung an die geneigte Hörerschaft mit der entsprechenden Benotung.
Es ist auf jeden Fall schön, dass die Jungs wieder zurück sind!

Julian

 

H.E.A.T. – Force Majeure

Trackliste:

01. Back To The Rhythm
02. Nationwide
03. Tainted Blood
04. Hollywood
05. Harder To Breathe
06. Not For Sale
07. One Of Us
08. Hold Your Fire
09. Paramount
10. Demon Eyes
11. Wings Of An Aeroplane

Spielzeit: 41:56 min – Genre: Hardrock – Label: earMusic – VÖ: 05.08.2022 – Page: www.heatsweden.com

 

Dass die schwedischen Hardrocker H.E.A.T. etwas ganz besonderes sind, ist bereits seit ihrem selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 2008 glasklar. Mit dem Weggang von Sänger Kenny Leckremo 2010 nach nur zwei meisterhaften Platten brach die Welt der meisten Fans wohl von einen auf den anderen Tag zusammen. Dass mit Rampensau Erik Grönwall ein derart hochwertiger „Ersatz“ präsentiert werden konnte, hätten wohl die wenigsten erwartet. Als zehn Jahre später genau dieser der Band den Rücken gekehrt hat, um sich fortan anderen Dingen zu widmen und das Mikrofon symbolisch wieder in die Hand von Originalsänger Leckremo legte, war der Schmerz kurioserweise mindestens genau so groß. Grönwall hatte sich mit seiner energiegeladenen Performance, seiner außergewöhnlich umfangreichen Stimme und seiner symphatischen Art so in die Herzen der Fans gesungen, dass es Kenny Leckremo wiederum schwer haben wird, sich wieder zurück zu boxen. Schon nach dem etwas experimentellen „Into The Great Unknown“ 2017 brodelte die Gerüchteküche um einen Weggang Grönwall´s und allgemeiner Unzufriedenheit. Mit dem Release von „H.E.A.T. II“ vor zwei Jahren allerdings waren alle Gewitterwolken am Himmel verschwunden, die Platte war einfach zu gut. Und dann kam alles anders… Doch schon die ersten öffentlichen Auftritte des kleinen Mannes mit der ebenfalls großen Stimme hat gezeigt, dass Leckremo nicht nur optisch gestählt, sondern auch angriffslustig und nicht minder voller Energie wie sein Vorgänger zu sein scheint. Beste Voraussetzungen also für eine neue Platte der Schweden und somit ein neues Kapitel.

Dieses startete mit dem Release der ersten Single „Nationwide“ wirklich furios. Die Landsmänner von EUROPE haben Pate gestanden für diesen Song und Kenny macht einen auf Joey Tempest – stark! Manche mögen monieren, dass soundtechnisch zu viel glattgebügelt wurde und sie überproduziert klingt. Doch „Force Majeure“ – so der Titel der neuen Platte – tönt genau richtig. Mit „Back To The Rhythm“ legten die Schweden noch ein extra Brikett ins Feuer. Ein vor Ohrwurmmelodien förmlich überquellender Stampfer erster Güte. Die aktuelle Single „Hollywood“ (siehe Video weiter unten) setzt allem die Krone auf. Dazwischen gesellt sich mit „Tainted Blood“ ein weiterer kraftstrotzender, hymnischer Hit. Und schon haben wir die ersten vier Songs „abgearbeitet“. Da kann einem schon mal der Atem stocken. Dazu passend gesellt sich an fünfter Stelle „Harder To Breath“. Die Nummer zeigt, H.E.A.T. haben ihr Pulver noch lange nicht verschossen. Und überhaupt gibt es keinen Durchhänger auf „Force Majeure“. Schon gar nicht das hochmelodische „Not For Sale“ und auch nicht das einfach gestrickte „Paramount“. Bei „Demon Eyes“ brennt die Hütte und für ruhigere Momente im Leben haben die Schweden „One Of Us“ im Gepäck. Das abschließende „Wings Of An Aeroplane“ ist noch einmal Gänsehaut pur.

Was könnte wohl hinter dem Titel „Force Majeure“ stecken? Es ist wohl kaum höhere Gewalt, dass H.E.A.T. hier so ein Brett abliefern. Immerhin legen die Schweden in ihrer Karriere eine Konstanz hin, die ihresgleichen sucht. Eine kleine Träne im Knopfloch gibt es für mich persönlich aber dennoch: der „Verlust“ von Erik Grönwall als Sänger hat weh getan. Dennoch – und das ist absolut ehrlich gemeint – hätten H.E.A.T. auf ihrem dritten Album mit Kenny Leckremo (und dem siebten insgesamt) nichts besser machen können. Deswegen lassen wir ganz feierlich die (Kronen-)Korken knallen und verkünden die volle Punktzahl für dieses Sahneteilchen!

Stefan

SEVENTH STORM – Maledictus

Trackliste:

01. Pirate’s Curse
02. Saudade (English Version)
03. Sarpanit
04. Gods Of Babylon
05. The Reckoning
06. Inferno Rising
07. Seventh
08. My Redemption
09. Haunted Sea
10. Saudade Acoustic (English Version)
11. Saudade Acoustic (Portugese Version)
12. Saudade (Portugese Version)

Spielzeit: 73:08 min – Genre: Heavy Metal – Label: Atomic Fire Records – VÖ: 12.08.2022 – Page: www.facebook.com/SeventhStormBand

 

Es gibt immer zwei Möglichkeiten, wenn ein Promotext über 1000 Wörter darauf verwendet, ein Album in höchsten Tönen als krasses Werk zu loben: Entweder das Album ist echt außergewöhnlich oder bleibt absolut hinter den damit erzeugten Erwartungen zurück. Schön, dass bei „Maledictus“ von SEVENTH STORM ziemlich exakt die erste Option zutrifft. Als Heavy Metal liste ich das jetzt mal, doch wird das dem Album nicht wirklich gerecht, da Mike Gaspar Bandleader der Truppe ist, der zuvor nahezu 30 Jahre Drummer von den großen MOONSPELL war. Es überrascht wenig, dass die Grundstimmung düsterer und emotionaler ist, als man von einem klassischen Heavy-Metal-Album erwarten würde – aber auch heavy-metallischer, als man es wiederum von einem MOONSPELL-Album erwarten würde.
Kommt nun die Frage auf, ob man einen Drummer ein Album schreiben und arrangieren lassen sollte, oder diese Aufgabe stattdessen besser einem richtigen Musiker überließe (provokant, hm? Entschuldigung.), so lässt sich jene Sorge schnell fortwischen, denn Mike hat nicht nur massig Erfahrung, sondern auch offensichtlich ordentlich Druck, seine ganz eigene Metal-Vision zu verwirklichen. Die gestaltet sich als sehr melodielastiger Heavy Metal mit viel Schwermut, die auf instrumentaler Ebene mit Black-Metal-Stilistiken angereichert ist, auf Atmosphäre setzt, sich zwischendurch aber auch nicht scheut, gemeine Riffs rauszuhauen, mal länger die verzerrten durch cleane Gitarren zu ersetzen und auf zusätzliche Instrumente wie Klavier, Orgel, Cembalo, Solostreicher, Hörner etc. zurückzugreifen. Das klingt nach einem ziemlich wahnwitzigen Mix und gerade beim ersten Track kann man doch ein wenig Misstrauen entwickeln, ob die Platte in willkürliches Gestückel ausartet. Passiert erfreulicherweise nicht, denn obgleich „Maledictus“ kaum einen Song beinhaltet, der sich auf einen Härtegrad, einen Stil beschränkt, wirken seine Songs in ihrer Mixtur aus Blastbeats, straighten und ganz ruhigen Parts doch sehr rund und abgeschlossen, da das Songwriting über all das eine große Portion Stimmung und Schönheit legt. Das wird verstärkt durch die rauen aber stets melodischen und sehr ausdrucksstarken Vocals von Sänger Rez, der den Intensitätsfaktor nochmal wesentlich erhöht und das Album dort zusammenhält, wo es sonst gegebenenfalls kleine unvorteilhafte Bruchstellen hätte.
Klanglich stimmt die Sache auch, spielerisch eh, und während man missgünstig anmerken könnte, dass die Spieldauer und Trackanzahl nur deswegen so aussehen, weil ein Track in vier Versionen vertreten ist, hätte man ohne die drei Bonusversionen immer noch ein knapp einstündiges Album und auch als Akustik-Variante macht „Saudade“ erheblich was her.

Fazit:
Mike Gaspar weiß, wie man Songs für ein Publikum schreibt, dass sich diesen Songs wirklich aufmerksam widmen und sich emotional auf sie einlassen will. Und SEVENTH STORM wissen dies hervorragend umzusetzen. „Maledictus“ ist ein sehr ernstes, ernstzunehmendes und ausdrucksstarkes Album, melancholisch, schwermütig und dicht – und dazu gut heavy. Klare Reinhörempfehlung, am besten in mehr als nur einen Song!

Anspieltipps:
„Saudade“, „Gods Of Babylon“, „Inferno Rising“ und „Seventh“

Jannis

MÄDHOUSE – Down ´N´ Dirty

Trackliste:

01. Down ´N´ Dirty
02. Hard Luck
03. Kiss And Tell
04. Passionkiller
05. This Is Horrorwood
06. In The Doghouse
07. You And I Against The World
08. Kung Fu Holidays
09. Much 2 Much
10. Love Is Blind
11. You Can’t Lead A Whore
12. Antihero

Spielzeit: 46:17 min – Genre: Rotz Rock – Label: Rock Of Angels Records – VÖ: 29.07.2022 – Page: www.facebook.com/groups/madhouseband

 

Im Jahr 2019 meinte ein Freund von mir ich sollte mir mal die aus Österreich stammende Band MÄDHOUSE anhören, mit dem Zusatz: „De kanntn da gfoin“ auf Deutsch „die sollten dir gefallen“. Allein auf diese Aussage hin orderte ich dieses erste Album der Band. Ein paar Tage drauf kam die CD dann bei mir an, und beim ersten hören schrieb ich meinen Freund mit den Worten: „De Esterreicha hommt ja foi oan an da Klatschn“. Um es in gepflegten Deutsch auszudrücken, die Haben sie im positiven Sinn nicht mehr alle, was die da raushauen. Diese Meinung änderte sich auch beim zweiten Album nicht und jetzt liegt mir das dritte Album der Wiener Band vor.

Aber mal von Anfang an zu den Durchgeknallten Österreichern zählen am Mikro Tommy Lovelace, wenn ich mich nicht täusche war er damals 2012 beim Video „Love & Misery“ der Band ECLIPTICA mit dabei, da ich nur diesen einen Song des Albums kenne kann ich nicht mit Sicherheit aussagen ob Tommy, und ob überhaupt, beim ganzen Album mitgewirkt hat. An den Gitarren zupfen Mikky Stixx und Tommy Black, am Bass Rickey Dee und an den Drums Casey J. Eiszenman. Was für Namen, wie gemacht für schlüpfrige Texte und versaute Licks auf der sechssaitigen Hexe.

Was also darf der Hörer erwarten, schmutzige Vocals von Tommy mal fast schreiend dann wieder anständig im Normalbereich, aber immer voll auf die Nuschel. Dreckige und versaute Licks auf der Axt, kommen von den beiden Axemen. Der Bass ist vorhanden und die Drums hauen in den Quark das die Grütze nur so fliegt. Die Produktion geht in Ordnung könnte aber in den Höhen mehr Dynamik vertragen.

Der Sound liegt irgendwo angefangen bei vorlauten KISS, BLUE TEARS, TATTOO RODEO, JESSE STRANGE, CINDERELLA, MÖTLEY CRÜE und eine gehörige Portion GUNS N ROSES alles sehr 80er geschwängert mit frühem 90er Unterton. Weder innovativ noch bahnbrechend oder wegweisend aber dennoch irgendwie Geil und hörenswert. Manche Songs wären der ideale Soundtrack für die Disco, Radio oder das ganze Album auf einem Biker Treffen.

Die Boys zitieren an allen Ecken und Kanten die Großen, Hey warum nicht wenn diese nicht mehr in der Lage sind Glanztaten zu vollbringen oder nicht mehr können, nimmt man einfach deren Erben die es genauso gut können. MÄDHOUSE gehören zu den Erben die es drauf haben versaut coole und geile Mucke zu machen, auch wenn die Texte keine Lyrikergüsse sind Spaß macht der Verner Schmäh auf alle Fälle und kann mit feinen Melodien und rauen Vocals glänzen und überzeugen.

Mit „Down N Dirty“ rotzen die Österreicher einen raus in bester CINDERELLA Manier mit Glam und Sleaze geht’s voll auf die Zwölf, „Hard Luck“ erinnert an die Hair Metal Welle der End 80er. „Kiss And Tell“ was für Bands waren damals angesagt ja genau KISS; CINDERELLA und GUNS N ROSES die Jungs bieten von allem etwas, „Passionkiller“ ein Melodic Highlight, „This Is Horrorwood“ rockt in bester JUDAS PRIEST Manier alles um. „In The Doghouse“ das nächste dreckige Highlight, „You And I Against The World“ eine starke Powerballade mit viel Gefühl und Melodie. „Kung Fu Holidays“ erinnert von der Gitarrenarbeit ein wenig an die Eiserne Jungfrau von der Insel, „Much 2 Much“ erinnert irgendwie an „Touch To Much“ von den Wechsel / Gleichstrom Fuzzis aus Down Britain. „Love Is Blind“ geht wieder als Highlight druch, „You Can’t Lead A Whore“ kommt mit geiler Melodieführung, bei „Antihero“ packen die Wiener noch mal den Vorschlaghammer aus.

Balle