DAN BYRNE – This Is Where The Show Begins

Trackliste:

01. Saviour
02. She’s The Devil
03. Praise Hell
04. Sober
05. Cherry & Leather
06. Death Of Me
07. Temple
08. Pulling Me Under
09. Hat Me
10. Home

 

Spielzeit: 39:55 min – Genre: Classic / Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/danbyrneofficial

 

Heute erscheint das Solodebüt von einem der heißesten Eisen im Feuer der britischen Sangesbarden DAN BYRNE. Ich kenne DAN vom letzten gleichnamigen MARTY AND THE BAD PUNCH Album auf dem er seine Stimmbänder in Schwingungen versetzt hat, dort im PUNCH hat er einen fabelhaften Job abgeliefert. MARTY sollte schauen das DAN weiterhin zu seiner Crew gehört, denn was dort zu hören ist, ist schon aller Ehren Wert.

Leider ist im Promosheet nicht ersichtlich wer DAN auf dem Album unterstützt hat, im Internet lässt sich auch nicht aussagekräftiges finden also belassen wir es mit DAN am Mikro. Vielleicht einige Frontiers Hausmusiker oder woran ich nicht denken möchte das sogar KI im Spiel ist. Musik ist eine Gefühlssache und sollte dies auch bleiben und nicht durch kalte Nullen und Einser Algorithmen erzeugt werden. Musik soll von einem genialen Kopf aus Fleisch und Blut geschaffen werden und nicht von Programmen. Im Zweifel für den Angeklagten, also gehen wir mal von echten Musikern hinter den Tönen aus. DAN besitzt eine Stimme die alles andere ist, nur nicht unangenehm, er befindet sich meist in der mittleren Tonlage, geht auch schon mal höher ohne den Nervfaktor zu aktivieren. Er beherrscht auch raue und dreckige Töne, was er eindrucksvoll zeigt. Die Vocals werden auch in den richtigen Momenten von mehrstimmigen Backing Vocals unterstützt. Die Gitarren machen es interessant, entweder voll auf Krawall aus, oder gefühlvoll, hier gibt es alles was Spaß macht. Die Tastenabteilung ist sehr dezent am Start und kommt nur in den Vordergrund wenn sich die Gittis zurück halten. Piano Klänge gibt es auch schon mal was Abwechslung mit bringt. Der Bass ist weder Hintergrundbeschallung noch Rabauke, die Drums sind dafür auffälliger und sorgen für das Taktgefühl. Die Produktion schwächelt an den Becken ein wenig, da könnte mehr Dynamik drin stecken, ansonsten nichts zu Meckern.

Der Stil auf „This Is Where The Show Begins“ wandelt zwischen gefühlvollen Classic / Hard Rock über leicht dreckigen Hard Rock bei dem aufs Gaspedal gedrückt wird bis hin zum Modernen Rock. Eine echt köstliche Mischung von Songs die DAN vorlegt, seine Stimme macht dabei viel vom Reiz des Albums aus. Vergleichen kann man mit MARTY AND THE BAD PUNCH, modernen BAD COMPANY, D-A-D von der Nordseeinsel mit Tasten, härtere FM, LONERIDER und KING KING ohne Blues Anteil. Eine sehr frische Tinktur die mehr kann als es sich liest.

Abzug gibt es in der B-Note, da sich das Album unterhalb – nur knapp aber immer noch darunter – der 40 Minuten Marke befindet. Ansonsten anständige Rock Mucke die nicht unbedingt für die Tanzfläche geeignet ist, sich aber sehr gut anhört und Klassik mit der Moderne verbindet.

„Saviour“ ein recht kräftiger Einstieg, „She’s The Devil“ ein saugeiler catchy Rocker. „Praise Hell“ hier fährt DAN auf der Classic Rock Schiene, „Sober“ in den Strophen atmosphärisches Gefühlsmonster, während im Refrain der Punk abgeht. „Cherry & Leather“ ein Hard Rocker der im Refrain mit dunklen Gitarren Drama erzeugt, „Death Of Me“ fängt fast wie ADELEs „Hello“ an, bringt aber einen kleinen Schuss Blues mit, der Refrain ist von kräftiger Natur und erinnert dabei an Alternative Mucke. „Temple“ das Gefühl übernimmt in den Strophen die Oberhand bis das Ganze in einem gigantischen energiegeladenen Refrain gipfelt, „Pulling Me Under“ wildert im 80er Hard Rock mit modernen Elementen vermischt. „Hat Me“ ein Monstersong der sofort überzeugt und viel Potential mitbringt, „Home“ glänzt mit epischen Momenten.

Balle

FATAL VISION – Four Sides To Every Story

Trackliste:

01. Girl Against The World
02. All That Glitters
03. Run With Me
04. Turn Around
05. No More Tears To Cry
06. If This Is Who You Are
07. Maybe Someday
08. Out Of The Blue
09. After All These Years
10. Do You See Me
11. Every Time I Think Of You
12. Too Close To The Sun
13. Fly
14. The Best Is Yet To Come

Spielzeit: 77:15 min – Genre: Arena Rock – Label: Escape Music – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/fatalvisionband

 

Der kanadische Vierer von FATAL VISION haut heute ihr viertes Album raus, auf den drei Vorgängern konnte die Band einiges an Staub aufwirbeln. Viertes Album und das dritte Label mit Escape Music im Rücken, ob jetzt der Durchbruch gelingt bleibt abzuwarten, das Potential besitzt die Truppe.

Den Hauptkern von FATAL VISION bilden seit Album #1 Simon Marwood am Mikro, Juan Miguel Gomez Montant an den Gitarren, Andrew Burns am Bass und die Drumsticks schwingt Alex Wickham. Als Gäste sind namhafte Musiker wie Jeff Scott Soto, Harry Hess, Paul Laine, Alessandro Del Vecchio, JK Northrup, Michael Shotton, Marc LaFrance, Christine Corless als Duettpartnerin und Backround und noch ein paar mehr zu hören. Simon besitzt ein Stimme die angenehm und warm klingt ohne sich aufdrängen zu wollen, einfach zum stundenlang zuhören geeignet. Bei Bedarf kommen mehrstimmige Chöre um Simon auf ein sehr hohes Podest zu hieven. Die Gitarren drängen sich auch nicht in den Vordergrund, sondern beweisen echte Teamplayer Qualitäten. Die Tasten werden entweder als dezentes Keyboard oder Piano genutzt um mit den Gitarren ein Rundes Bild abzugeben. Der Bass spielt in der selben Liga wie die Gitarren und Tasten, die Drums sorgen dann für den Takt ohne dabei zu weit nach Vorne oder Hinten gemischt zu sein. Der Produktion fehlt in manchen Frequenzen der Biss, sonst befindet sich fast alles im grünen Bereich.

Stilistisch bewegen sich FATAL VISION irgendwo zwischen AOR und Melodic Hard Rock ohne dabei zu stark in eine Richtung zu tendieren, man trifft sich im Niemandsland der Mitte beider Genres. Gelegentlich werden Progelemente mit in den Sound eingestreut um die ganze Sache Interessanter zu gestalten. Beim Hören fallen einem dann so Bands wie PRISM, WHITE VISION, AIRKRAFT, ALIAS, RENEGADE (CAN), HONEYMOON SUITE, TOQUE, LOVERBOY, SANTERS und WHITE HEAT ein, denn genau an diese Schnittmenge erinnern FATAL VISION mit ihrer an den 80ern angelehnte Mucke.

FATAL VISION bieten auf ihrem Album #4 mit einer Laufzeit von knappen 80 Minuten ordentlich Value for Money.

„Girl Against The World“ legt gleich mal flott und stark los, „All That Glitters“ Gefühl trifft auf leichte Progelemente, „Run With Me“ eine AOR Granate die mitten im Trommelfell explodiert, „Turn Around“ das Gefühl steigt steil an. „No More Tears To Cry“ so ein für nordamerikanische Bands typischer Arena Rocker, „If This Is Who You Are“ leichter Prog trifft auf spaciges Keyboard. „Maybe Someday“ erinnert an intensiv im Melodic Rock getunkte GLASS TIGER, „Out Of The Blue“ WHITE VISION ist der Papa dieses Kindes und SANTERS die Mutter. „After All These Years“ eine Ballade und Duett mit zweiter weiblicher Stimme, „Do You See Me“ PRISM trifft auf HONEYMOON SUITE trifft auf WHITE HEAT. „Every Time I Think Of You“ eine weitere Ballade die mit zwei Stimmen kommt, „Too Close To The Sun“ ein starker Rocker mit Christine als Duettpartner. „Fly“ ein Arena Rocker mit viel Drama angereichert, „The Best Is Yet To Come“ HONEYMOON SUITE trifft auf RENEGADE.

Balle

CROWN LANDS – Apocalypse

Trackliste:

01. Proclamation
02. Foot Soldiers Of The Syndicate
03. Through The Looking Glass
04. Blackstar
05. The Fall
06. The Revenants
07. Apocalypse

 

 

 

Spielzeit: 42:27 min – Genre: Progressive Rock – Label: InsideOutMusic – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/crownlandsmusic

 

Einige der frischsten und interessantesten Bands im Rockgenre machen momentan und in den letzten Jahren dadurch von sich reden, dass sie eben nicht modern klingen, sondern den Sound der „guten alten Zeiten“ wieder aufleben lassen. Eine dieser Bands ist das Prog-Rock-Duo CROWN LANDS aus Kanada. Das gibt es erst seit 2020, klingt aber, als habe man seine Musik in irgendeinem obskuren aber guten Gebraucht-Plattenladen gefunden.
Vier Alben haben die Boys bislang aufgenommen, zwei davon instrumental. Nun droht mit „Apocalypse“ Album Nr. 5, aufgenommen im eigenen Studio. Das hat funktioniert, der Sound ist komplett stabil. Ein klein wenig höhenlastig vielleicht, aber damit im Spirit der Produktionen, an denen sich CROWN LANDS orientieren.
Das Ding ist bei sieben Tracks (von denen einer ein unter 1,5 Minuten langes Intro) 42 Minuten lang, von denen der finale Titeltrack gleich 19 für sich einnimmt. Ein paar Klischees muss man ja auch erfüllen.
Und ja, nicht nur in Sachen Produktion ist „Apocalypse“ gelungen, sondern auch hinsichtlich der Komposition und der Gesangs- und Instrumentalleistung; wobei der Gesang wohl am meisten auffällt.
Sänger und Drummer Cody Bowles hat diese Art von hoher beißend-klarer Stimme, die man von der Art klassischer Rockbands erwartet, die mit dünnem, oberkörperfreiem Sänger auftritt, der ein bisschen auf Drogen ist und bei seiner Performance aussieht, als würde ihm ein Exorzismus auch nicht schaden. Also, so sind die Performances von CROWN LANDS nicht, aber so klingt der Mann nunmal.
Das passt hervorragend zur Musik, die eben so klingt, als benötige sie so einen Sänger.
Die normallangen Songs sind schöne klassische und individuelle Rocksongs. „Blackstar“ als voller, eingängiger Rocker, „The Fall“ mit gewisser Funkyness und Popm-Chorus-Synth, „The Revenants“ als ruhige Akustikballade mit der Psychedelic-Flöte am Ende. Immer ein bisschen Hall auf den Vocals, weil irgendwie ist das alles ein wenig kosmisch-sphärisch-entrückt.
Herzstück von „Apocalypse“ ist, oh Wunder, bereits erwähnter 19-Minüter „Apocalypse“. Und Junge, hier kriegt der Classic-Prog-Fan was für seine Zeit. „Apocalypse“ nutzt jede Sekunde, mit starkem musikalischem Storytelling, verschiedensten Parts, die sich in ihrer Abfolge intuitiv richtig anfühlen, lauten und leisen, emotionalen und lärmigen Parts. Das Ding macht wirklich alles richtig und ist der perfekte Abschluss für ein schön gemachtes retro-Erlebnis.

Fazit:
Unverbraucht, nostalgisch und stilistisch on point. „Apocalypse“ von CROWN LANDS ist die Art von Musik, bei der man sich gar nicht erst fragen muss, ob KI dahintersteckt. Das ist ein Album mit viel Kreativität und Liebe und gerade in seinem finalen Track eine ganz klare Ansage.

Anspieltipps:
„Apocalypse“, „Blackstar“ und „Through The Looking Glass“

Jannis

CRASHDIET – Art Of Chaos

Trackliste:

01. Satizfaction
02. Sick Enough For Me
03. Chaos Magnetic
04. Can Of Worms
05. Loveblind
06. Get Out
07. Quitter
08. Killing It Now
09. Silent Place
10. Edge Of A Knife

 

Spielzeit: 39:24 min. – Genre: Hair Metal, Hardrock – Label: Ninetone Records – VÖ: 08.05.2026 – Page: www.crashdiet.org

 

„It´s all about the fans“ sagte Martin Sweet unlängst in einem Interview. Der Gitarrist und Songschreiber von CRASHDIET antwortete mit diesem Satz auf die Frage, warum er nach all den Besetzungswechseln und Rückschlägen immer noch weitermacht und woher er die Kraft dazu schöpft. Sweet ist das noch einzig verbliebene Originalmitglied der Band und musste einmal mehr einen Sängerwechsel verkraften. Das erste Mal müssen sich CRASHDIET den Frontmann mit einer weiteren Band teilen, denn John Elliot singt auch bei den Kollegen von CONFESS, die just in diesen Tagen ebenfalls ein neues Album auf den Markt werfen. Eine wahrlich kuriose Situation.

Ebenfalls die Segel streichen musste Bassist Peter London, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzog. Ihn ersetzt Chris Young von MIDNIGHT DANGER, jenem 2-Mann Synthwave Projekt, das in letzter Zeit enorm Fahrt aufnehmen konnte. Bleibt zu hoffen, dass sein Einstieg bei CRASHDIET dem kein Ende setzt. Am Schlagzeug sitzt Martin´s Bruder Michael Sweet, der seit 2011 immer wieder aushalf und seit 2024 fest zur Band gehört.

Schön, dass sich wenigstens die Musik der schwedischen Neo-Sleazer nicht so grundlegend verändert wie das Line-Up. Wo CRASHDIET drauf steht ist auch CRASHDIET drin. Und so ist es auch nicht verwunderlich dass „Art Of Chaos“ mit einem Triple an typischen CRASHDIET Hymnen startet. „Satizfaction“, „Sick Enough For Me“ und „Chaos Magnetic“ dürften das ein oder andere Mal in zukünftigen Live-Sets zu finden sein. Was für ein geiler Start – allerdings gab es den ein oder anderen Song in ähnlicher Form bereits auf vorangegangenen Platten.

Nach dem Midtempo-Stampfer „Can Of Worms“ haben die Schweden mit „Loveblind“ eine großartige Ballade aufgenommen – definitiv ein weiteres Highlight dieses Albums. Desweiteren möchte ich das punkige „Quitter“ sowie das energische „Killing It Now“ hervorheben.

Stilistisch bewegen sich CRASHDIET auf „Art Of Chaos“ wieder mehr zurück zu den eigenen Wurzeln. Die Band hat seit jeher ihren eigenen Sound, der auf den beiden letzten Alben etwas düsterer und moderner gehalten wurde. In 2026 klingen die Schweden wieder etwas mehr nach Party, mehr nach Achtziger – und das obwohl die interne Situation nicht gerade einfacher geworden ist. Wer CRASHDIET bisher mochte wird mit „Art Of Chaos“ sicher glücklich sein. Ein großer Dank an Martin Sweet, der niemals aufgibt und den Fans genau das gibt was sie lieben!

Stefan

CREYE – Aftermath

Trackliste:

01. Something Missing
02. Bad Romance
03. Rust
04. Left In Silence
05. Don´t Talk About It
06. Through The Window
07. Only You
08. Glow
09. Aligned
10. T´he Last Night On Earth
11. Clay

Spielzeit: 39.20 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music – VÖ: 24.04 – Page: www.creyesweden.com

 

Mit „Aftermath“ liefert die schwedische Melodic-Rock-Band CREYE ein Album ab, das gleichermaßen auf Vertrautheit wie auf Weiterentwicklung setzt. Wer ihre bisherigen Veröffentlichungen kennt, wird sich schnell heimisch fühlen – und dennoch gibt es genug neue Nuancen, um das Ganze spannend zu halten.

Schon die ersten Tracks machen deutlich, dass die neue Langrille stärker auf Atmosphäre und Emotion setzt als einige frühere Arbeiten. Die Produktion ist klar, druckvoll und modern, ohne den warmen, klassischen AOR-Sound zu verlieren, für den die Band steht. Besonders auffällig ist die Balance zwischen eingängigen Melodien und einer leicht düsteren Grundstimmung, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht.

Die Gitarrenarbeit von Bandleader Andreas Gullstrand bleibt melodisch und präzise, während die Keyboards eine tragende Rolle spielen und den Songs Tiefe verleihen. Der Gesang des neuen Frontmanns Simon Böös überzeugt mit Ausdrucksstärke und Gefühl – gerade in den ruhigeren Momenten entfaltet sich hier die größte Wirkung. Refrains sind, wie man es von CREYE erwartet, sofort im Ohr, wirken aber nie banal.

Inhaltlich dreht sich vieles um Umbruch, Verlust und Neuanfang – Themen, die gut zum Titel „Aftermath“ passen. Diese Ernsthaftigkeit verleiht dem Album Gewicht, ohne es schwerfällig wirken zu lassen. Stattdessen entsteht eine angenehme Mischung aus Nachdenklichkeit und Hoffnung.

Fazit: Aftermath ist ein reifes, atmosphärisch dichtes Werk, das Fans des melodischen Rock definitiv abholen wird. Es zeigt eine Band, die ihren Sound gefunden hat – und ihn mit Feingefühl weiterentwickelt.

Bonne

 

METALL – Chasing the Truth

Trackliste:

01. Serpent`s Ensemble
02. Chasing the Truth
03. Dying Hope
04. Lord of Flies
05. The Realm Inside
06. Imminent Strike
07. Slave of Power
08. Heavens Burn
09. Solomon`s Rage
10. Heart of Steel

 

Spielzeit: 42:03 min – Genre: Heavy Metal – Label: Iron Shield Records – VÖ: 30.04.2026 – Page: www.metall-heavyband.de

 

Schau mal an, heimlich, still und leise kommen die deutschen DDR Urgesteine des Metals METALL mit ihrem neuen, dritten Album „Chasing the Truth“ welches erneut, wie auch das letzte Album „Metal Fire 2019, auf dem kultigen deutschen Label Iron Shield Records veröffentlicht wird.
7 Jahre also, viel Zeit zwischen den beiden Alben, die begründet ist mit der dazwischenliegenden Pandemie und einigen personellen Wechsel an der Gitarrenfront. Die anderen Instrumente sind aber weiterhin in fester Hand von Bassist und Mitgründer Sven Rappoldt, Sänger Joel Stieve-Daw und Schlagzeuger Marko Thäle.
Und auch am Sound hat sich nichts geändert, nach wie vor regiert hier der klassische Heavy Metal mit einem ordentlichen Thrash Einfluss.
Alles unverfälscht und roh wie es der geneigte klassische, oder Oldschool Metaller liebt.
Mit einem tollen Cover ausgestattete gewann die neue Scheibe meine Aufmerksamkeit und nachdem wir uns auch schon dem letzten Album gewidmet hatten, war klar, auch das neue Werk musste auf unseren Rezensionstisch!

Als Opener wird uns „Serpent`s Ensemble“ präsentiert welches nur ein stimmungsvolles Intro ist was uns auf die Scheibe ordentlich einstimmen soll.
Bei „Chasing the Truth“ geht dann das erste Mal so richtig die Post ab! Ein fettes Groovemonster bahnt sich hier den Weg durch die Boxen. Sänger Joel hat ein raues Organ und ist eher der klassische Metal Shouter als der melodiöse Sänger. Das passt aber natürlich gut zur Mucke!
Die Nummer bleibt auf jeden Fall direkt im Ohr hängen, das ist bombensicher.
„Dying“ Hope ist dann eine fiese Abrissnummer wo der Thrash Einfluss volle Möhre rüberkommt. Ein Track der perfekt zum abmoshen geeignet ist und mächtig durch Mark und Bein geht.
Bei „Lord of Files“ gibt es dann recht klassischen Oldschool Metal auf die Ohren, ganz so wie es im Vorfeld versprochen wurde.
Der Albumteiler hört auf den Namen „The Realm Inside“ welcher etwas aus dem gesamten Rahmen fällt, ordentliche Atmosphäre reinbringt und die Band mal von einer etwas anderen Seite zeigt.
Bei „Imminent Strike“ und „Slave of Power“ wird wieder die Oldschool Fahne schön hochgehalten, wobei beim letztgenannten auch nochmal ordentlich Thrash dazukommt.
Als vorletzte Nummer ertönt „Solomon`s Rage“ der auch wieder voll auf die Fresse geht, aber besonders durch seine deutschsprachigen Einschübe schön auffällt und aus der Reihe fällt! Auch wenn diese etwas mehr nach vorne gemischt gehört hätten damit sie wesentlich besser verständlich wären.
Mit „Heart of Steel“ wird es nochmal richtig schön klassisch, aber ohne Thrash“ sondern einfach 1 A Heavy Metal wo man richtig schön die Hände nach oben strecken und richtig schön mitgehen kann!

Klarer Fall, für Oldschool Metaller ist das neue Album von METALL auf jeden Fall etwas! Das Ding ist super passend produziert, die Songs treffen einfach den Genreliebhaber voll in die Fresse und auch ansonsten zünden die Jungs häufig die richtige Stufe bei den Songs.
Dazu noch der passende Sänger mit Joel, der aber manchmal noch etwas gehemmt wirkt, da geht definitiv noch mehr, das zeigt er in Ansätzen auch bei einigen Songs, ich freu mich schon drauf wenn er noch eine Schippe beim nächsten Album drauf legt!
Für mich gibt es hier eine klare Kaufempfehlung, mit der entsprechenden höheren Punktebewertung im Vergleich zum letzten Diskus, für die angesprochen Zielgruppe und die Feststellung das METALL noch lange nicht zum alten Eisen gehören!

Julian

 

 

VON GROOVE – Born To Rock

Trackliste:

01. Born To Rock
02. Fearless
03. Champion
04. Adrenaline
05. Angela
06. Undefeated
07. Do It All Over Again
08. Heart Of Forgiveness
09. Dreams
10. Waiting For The Sky To Fall
11. Always Endlessly

Spielzeit: ? min. – Genre: Hardrock – Label: Frontiers Records – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/vongrooveband

 

Ach, was waren das für Zeiten, als 1992 das Debüt der kanadischen Hardrocker VON GROOVE ins Musikuniversum krachte. Unsere einzigen Probleme bestanden darin, die nächste Party nicht zu verpassen, genug Benzin im Tank zu haben und immer neue Musik entdecken zu können die nicht von den Karohemdträgern aus Seattle beeinflusst wurde. Und genau ein solches Kleinod fabrizierten VON GROOVE mit ihrem selbstbetitelten Erstling seinerzeit. Sägende Gitarren, wuchtiger Sound und grandiose Melodien machten dieses Album zu einem der besten des Jahrgangs.

Aber der Zeitgeist verlangte schon länger nach anderen Klängen und so tönte schon das 1994 veröffentlichte Werk „Rainmaker“ moderner und stand in keinem Zusammenhang mehr zum Debüt. Mit dem 1997 erschienenen „Mission Man“, das in Europa als „Chameleon“ in die Läden kam, machten die Kanadier die Rolle rückwärts, ohne allerdings jemals wieder an die Energie von „Von Groove“ anzuknüpfen. Vier weitere Alben folgten bis 2001 incl. dem 2000er Acoustic Album „3 Faces Past“ – seinerzeit waren akustische Umsetzungen der letzte Schrei – und dem lockeren AOR Album „Drivin´ Off The Edge Of The World“. Danach machten Michael Shotten (drums, vocals), Mladen (guitars) und Matthew Gerrard (bass) eine Pause.
Allerdings nur als VON GROOVE, denn sämtliche Bandmitglieder waren in zahlreiche Projekten der 2000er involviert. ARABIA, CROSSFIRE oder PHIL NARO´s 24K waren nur einige davon.

Bereits im Januar 2025 verkündeten Frontiers Records das Signing des kanadischen Trios und kündigten neben dem Re-Release des Backkatalogs auch ein neues Album an. Bisher wurde lediglich das Debüt im labeleigenen Vinyl-Club neu aufgelegt – zumindest das erste Mal auf Vinyl überhaupt. Der Erfolg scheint aber überschaubar gewesen zu sein, denn die angekündigte Auflage von lediglich 300 Stück war noch lange nach der Veröffentlichung verfügbar – mir unverständlich.

Jetzt aber endlich zum neuen Album „Born To Rock“, dem ersten in 25 Jahren!!! Sehr schön, dass alle drei Originalmitglieder vertreten sind. Als Appetizer haben uns die Verantwortlichen gleich den Titeltrack vorgesetzt. Das Ding geht gut nach vorne und hat im Video die tolle Idee aufgegriffen, die eigene Vergangenheit noch einmal aus der Versenkung zu holen. Die Umsetzung ist mit diesem unsäglichen KI-Zeug für meinen persönlichen Geschmack total in die Hose gegangen. Der Sound ist maßlos überproduziert (und ich stehe eigentlich auf fetten Sound) und es bleibt zu hoffen dass nur im Video die künstliche Intelligenz zum Einsatz kam. Eigentlich ist „Born To Rock“ – auch als Opener für das neue Album auserkoren – ein richtig geiler Song. Schade. „Fearless“ lässt in punkto Sound leider keine Steigerung erkennen. Der Refrain geht aber gut ins Ohr. Bei „Champion“ ist die Verwirrung dann komplett. Das Stück klingt wie eine Mischung aus IRON MAIDEN und DIO´s „We Rock“. Abwechslung ist auch im weiteren Verlauf der insgesamt elf Stücke extrem angesagt. VON GROOVE werden immer dann gut wenn es etwas ruhiger wird. „Do It All Over Again“ oder „Waiting For The Sky To Fall“ sind schöne balladeske AOR Songs. „Heart Of Forgiveness“ klingt stark nach WIG WAM und die abschließende Ballade „Always Endlessly“ könnte auf einem GOTTHARD Album stehen. Diese Vergleiche sollen in erster Linie gar nicht negativ gedeutet werden, es ist nur keine Linie erkennbar. VON GROOVE waren einmal eine Band mit hohem Erkennungswert, das ist auf „Born To Rock“ nicht wirklich erkennbar.

Was hätte ein anderer, besserer Sound aus „Born To Rock“ gemacht? Sicher ein besseres Album. Mit diesem hier verhält es sich wie mit den neueren HELIX Scheiben. Die Songs finde ich teilweise echt stark aber die Produktion ist einfach grottig. Alles ist auf Streaming ausgelegt, wirkt extrem komprimiert und soll auch einem 20€ Bluetooth Speaker von Temu einen Bombensound entlocken. Das funktioniert einfach nicht. Leider hat der Sound den Spaß an diesem Comeback total verhagelt.

Stefan

CONFESS – Metalmorphosis

Trackliste:

01. Colorvision
02. The Warriors
03. Wicked Temptations
04. Metalmorphosis
05. Beat Of My Heart
06. Pursuit Of The Jenny Haniver
07. The Other Side
08. Running To My Death
09. Plague Of Steel
10. Silvermalen

 

Spielzeit: 43:32 min – Genre: Sleaze Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/confessofsweden

 

CONFESS melden sich mit ihrem vierten Album zurück, keines war schlecht, das dritte überflügelte die ersten Beiden und konnte Full House abräumen. Mittlerweile sind die Schweden bei Frontiers Music untergekommen und werden damit sicherlich einen Bekanntheitsschub bekommen. Vor Album #3 waren CONFESS so etwas wie der Geheimtipp im Sleaze Rock Genre, dies änderte sich mit ihrem dritten Album bestimmt und jetzt mit Frontiers Music im Rücken könnte ein weltweiter Durchbruch gelingen. Schade ist nur das die erste EP und beiden Alben so gut wie nicht mehr aufzutreiben sind, außer natürlich auf den Streaming Plattformen, mit dem Nachteil was man sich da anhört gehört einem nicht.

Zur aktuellen Besetzung von CONFESS gehören Sänger John Elliot, die Gitarristen Ludwig Nordlander und Asser Hakala, Bassist Lucky und die Drummachine Samuel Samael. Johns Stimme hat den selben Ausdruck wie auch schon zu Anfangstagen, mit ein wenig Verbesserung, da sie jetzt variabler erscheint. Er kann von sanft über dreckig bis hin zu rau, und bedient diese Palette je nach Bedarf. Seit den ersten Album hat er nicht viel aber er hat dazu gelernt und dies steht den Songs sehr gut. Die Gitarren sorgen immer noch für ein Riffgewitter nach dem Anderen. Der Bass kann auch für Dampf sorgen und die Drums treiben alles vor sich her. Die Keyboards unterstützen den Rest der Band mit ihren dezenten Einlagen. Die Produktion ist dynamisch, gelungen und lässt nichts vermissen.

CONFESS machen auch auf „Metalmorphosis“ das was sie können, sie rocken bis der Arzt kommt. Dabei gibt es gewaltig auf die Lauscher, rotzfrech, vorlaut und mit ihrem schwedischen Augenzwinkern geht es voll nach vorne. Haben die Jungs dabei etwas ausgelassen oder vergessen? Nein, sie haben nichts übersehen, sie rocken so wie man es seit dem Debütalbum „Jail“ von ihnen gewohnt ist, und das keinen Deut schlechter. CONFESS sind wie ein guter Whisky, mit jedem Album steigt die Reife und das können wird immer raffinierter, wenn diese Entwicklung so weiter geht steht einem weltweiten Erfolg nichts mehr im Weg. Der Titel ist leicht irreführend, in den Metal driften sie nicht ab, versuchen sich aber an Riffsalven die an Metal erinnern. Selbst wenn es mal metalisch wird, wird es nicht zu hart, sondern bleibt im gewohnten Sleaze Rock mit einer kleinen Metal Note.

CONFESS kann man am besten als eine Mischung aus CRAZY LIXX, dem Debüt von CRASHDIET, HARDCORE SUPERSTAR sehen, und vielleicht ein winziger Tupfer SVEN GALI. Was spricht also dagegen die nächste Party von CONFESS beschallen zu lassen? Absolut nichts, wer auf dreckigen und versauten Sleaze Rock steht ist bei dieser Band genau an der richtigen Adresse.

Erneut legen CONFESS ein saustarkes Album vor, dass alles mitbringt was es mitbringen soll – diesmal auch über 40 Minuten, dass es keinen Grund gibt ein negatives Wort über das Album zu verlieren.

„Colorvision“ fängt mit einem Intro an was keiner benötigt – allerdings nach dem Intro geht die Treterei in den Hintern mit voller Macht lost, „The Warriors“ erinnert mich an eine dreckigere Version von SVEN GALI. „Wicked Temptations“ hier sind sie die CONFESS die mit ihrer unwiderstehlichen Charme offensive glänzen „Metalmorphosis“ ein flottes Highlight mit viel Druck. „Beat Of My Heart“ eine schöne Ballade die mit einer traumhaften Akustik Gitarre kommt, „Pursuit Of The Jenny Haniver“ hier benutzt die Band das erste Mal Metal artiges Riffing. „The Other Side“ noch so ein charmantes Highlight das einem nicht mehr aus dem Kopf geht, „Running To My Death“ ein Speedattacke die Potential besitzt. „Plague Of Steel“ in Strophen herrscht Chaos – im Refrain Harmonie, „Silvermalen“ am Schluss packen CONFESS nochmal die Melodic-Kelle aus und erinnern an einen Symbiose aus 70ern und CONFESS.

Balle

RITCHIE NEWTON – Higher Power

Trackliste:

01. Higher Power
02. Come Give Me Your Love
03. Crying In The Summer Rain
04. I Lost My Faith In You
05. Glory Harleylujah
06. Saxana
07. King Of The Night
08. When Children Cry
09. Goodbye My Little Boy
10. Winds Of Destiny
11. Woman In Doubt

Spielzeit: 51:11 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: NRT-Records – VÖ: 01.05.2026 – Page: www.facebook.com/ritchie.newton.2024

 

Der gebürtige Straubinger RITCHIE NEWTON veröffentlicht mit „Higher Power“ ein Rockalbum über Hoffnung, Verlust und innere Stärke. Das bedeutet das es sich um ein sehr persönliches Album handelt, da RITCHIE schon einige Schicksalsschläge verkraften musste scheint es einer Wiederbelebung zu ähneln. Genau das bringen die Texte zum Ausdruck, also RITCHIE lass mal hören, was du im Jahr 2026 für ein musikalisches Statement setzten kannst.

Nicht nur RITCHIE ist ein bekannter Name, er konnte auch einige namhafte Gastmusiker für Songwriting und an den Instrumenten auf dem Album vereinen. Zum Line-Up zählen neben RITCHIE am Mikro noch Ivan May an Gitarre, Layphan Reyphare an Keyboards, Dodi an Bass und Dandy am Schlagzeug. Als Gastmusiker sind Hans Ziller, Frank Pané, Armin Sabol und Markus Pfeffer an den Gitarren; Dave Slaat an Keyboards; Boris Matakovic an Saxofon und Jimmy Katone an den Drums zu hören. Für das Songwriting waren neben RITCHIE noch Ivan May, Dave Slaat, Armin Sabol, Hans Ziller, Frank Pané, Markus Pfeffer, Jimmy Katone, Boris Matakovic, Marco Mendoza und Tobias Dorner am Notenblatt tätig.

RITCHIE der auch dafür bekannt ist stimmlich einen sehr guten ELVIS zu können zeigt auf „Higher Power“ das mehr als ein ELVIS-Imitator in ihm steckt. Er bestitzt eine sehr coole Rockröhre, die mit viel Rauch ausgestattet ist und somit bestens geeignet für Melodic Hard Rock oder Hard Rock. Er kann nicht nur rau und kräftig, sondern beherrscht auch die gefühlvolle und zurückhaltende Seite. Die Gitarren fahren volle Griffbrett Arbeit auf ohne es zu übertreiben oder sich in Selbstbeweihräucherung zu verlieren. Die Gitarristen, egal ob Band oder Gast spielen ihre Instrumente songdienlich ohne ausufernde Sperenzchen. Die Keys bilden mit den Saitenhexern eine Einheit um RITCHIEs Stimme die beste Unterstützung zu bieten, kommen auch schon mal im Old-School Orgel Stil. Der Bass kann sich gut durchsetzen und die Drums treiben von Hinten alles nach vorne. Das Saxofon bildet einen sehr guten Kontrastpunkt und bietet Abwechslung.

Man merkt an der Mucke, die sich von den Wurzeln sehr stark in den 80ern befindet, dass er mit den selben Bands wie ich Groß und Reif geworden ist. Vergleichen kann man den Stil von „Higher Power“ mit den alten DOMAIN, softere TRANCE, BONFIRE, TRANS AM, härter DOMINOE und ein wenig SCORPIONS. Eigentlich eine sehr delikate und interessante Mischung, wobei ein gewisses Maß des Charmes RITCHIEs Stimme ausmacht. So hat der auf den Philippinen lebende Niederbayer ein sehr gutes und cooles Werk an den Start gebracht. Die Melodien sind bei jedem Song sehr gut geraten und wurden mal mit mehr oder weniger Gefühl stark umgesetzt.

RITCHIE NEWTON stellt mit „Higher Power“ sein versiertes Können als Songschreiber und Musiker unter Beweis und legt mit seiner Crew ein Album vor das verdammt geile und persönliche Songs enthält.

„Higher Power“ legt gleich am Anfang die Messlatte sehr hoch an, „Come Give Me Your Love“ ein melodisches Schmankerl zum dahinschmelzen. „Crying In The Summer Rain“ ein catchy Melodic Rocker der mit Classic Rock Note kommt, „I Lost My Faith In You“ eine kräftige und sehr angenehme Powerballade. „Glory Harleylujah“ der Kirchendauerbrenner wird hier mit Steroiden friesiert, „Saxana“ ein gefühlvolles Stück Musik, dass mit einer traumhaften Melodie glänzt. „King Of The Night“ das Dingens hätte in den 80ern das Zeug zum Top Ten Hit gehabt, „When Children Cry“ bewegt sich mit Gefühl und Melodie irgendwo zwischen Ballade und Rocker. „Goodbye My Little Boy“ ein sehr trauriger Song der von Verlust handelt, „Winds Of Destiny“ bei dem Hit wird mit einem Auge über den Atlantik geschielt, „Woman In Doubt“ und es wird auch mal der Blues mit eingebracht.

Balle

Vision Divine – A Clockwork Reverie (EP)

 

Trackliste:

01. Sator Rotas
02. A Clockwork Reverie
03. 18 (It Feels Like Heaven)
04. Andromeda
05. Identities (2026 Version)
06. God Is Dead (2026 Version)
07. The 25th Hour (2026 Version)

 

 

 

Spielzeit: 34:50 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/visiondivineofficial

 

Ab und zu macht das Leben unvorhersehbare Dinge. So auch bei Oleg Smirnoff und Michele Luppi, die damals beide bei VISION DIVINE spielten, dann nicht mehr, und jetzt, so 18 bis 20 Jahre später, einfach wieder dabei sind.
Das muss natürlich gefeiert werden, und das macht man natürlich am besten mit neuer Musik. Vielleicht auch mit älterer Musik, die man aber im neuen alten Lineup nochmal etwas umgearbeitet und neu aufgenommen veröffentlicht.
Damit sind wir bei „A Clockwork Reverie“. Eine der EPs, die löblicherweise gleich mal 35 Minuten lang sind. Auf der gibt es mit „Identities“, „God Is Dead“ und „The 25th Hour“ drei Songs aus den Jahren 2005 bis 2007 in modern, und dazu gleich vier neue Songs. Also drei, das unter eine Minute lange Intro zählen wir nicht. Davor knackt der Titeltrack direkt mal die Sieben-Minuten-Marke.
Die neu aufgenommenen Songs sind natürlich moderner produziert und ansonsten leicht neu arrangiert. Da hat man beispielsweise das Cello und die Akustikgitarre von „Identities“ durch ein Klavier und Streicher ersetzt, das Synth am Start von „The 25th Hour“ weniger Ohr-schädigend gewählt und an Stellen kleine Aspekte neu hinzugefügt.
Und insgesamt? Nun, der Sound ist ein wenig schwierig. Das liegt zuerst einmal an den Vocals, die sehr oft mehrstimmig sind, und dazu einfach ein wenig überpräsent. Daurch gerät der Rest der Band in den Hintergrund und knallt nicht so, wie er sollte.
Und es passiert einfach viel in praktisch allen Songs auf „A Clockwork Reverie“. Das kann gut sein, aber in diesem Fall lässt es die Songs leider oft planlos wirken. Jedes Instrument macht viele Sachen, aber nicht gut aufeinander abgestimmt, die Interaktion auf musikalischer Ebene lässt zu wünschen übrig. Und das füllt die Songs mit einem hohen „Lärmanteil“ von Dingen, die im Hintergrund abgehen, ohne dass man sie als konstruktive Teile der Songs wahrnehmen würde, und nimmt ihnen ihre Klarheit und Identität.
Das mag bei zukünftigen Releases anders sein. Schließlich sind Oleg und Michele erst seit 2025 wieder dabei, Drummer Matt Peruzzi seit 2024, und beim nächsten Album mag man wieder mehr zueinander gefunden haben. Bei „A Clockwork Reverie“ überdeckt es aber leider häufig das Talent, das man diesem Lineup zweifelsohne attestieren kann.

Fazit:
Und damit ist „A Clockwork Reverie“ ein Schritt in eine neue Zeit für VISION DIVINE, der selbstverständlich auch immer wieder seine Momente hat. Aber mehr Einheit, mehr Fokus und mehr Reduzierung aufs Wesentliche hätte der Platte gut getan.

Anspieltipps:
„18 (It Feels Like Heaven“ und „Identities“

Jannis