EVIL – Book of Evil

Trackliste:

01. A Terrible Thing
02. Divine Conspiracy
03. Evil Never Dies
04. Future Denied
05. The Raven Throne
06. King of the Undead
07. Beyond Mind Control
08. Sanctuary
09. Storm Warning
10. Evils Message
11. Book of Evil

Spielzeit: 46:48 min – Genre: Heavy Metal – Label: From the Vaults – VÖ: 27.05.2022 – Page: www.facebook.com/evilmetaldk

 

Die Band EVIL war schon immer sehr stark in der dänischen Underground Szene verwurzelt und vermutlich nur Insidern bekannt!
In den 80igern veröffentlichte man die einzige EP „Evil`s Message“ verschwand dann irgendwann von der Bildfläche und tauchte dann 2015 mit dem Album „Shoot the Messenger“ mit dem einzigen verbliebenen Originalmitglied Schlagzeuger Freddie Wolf und Sänger Soren Nico Adamsen (ARTILLERY) wieder aus der Versenkung auf.
Nun 7 Jahre später ist die Band, weiterhin angetrieben von Freddie Wolf, wieder zurück mit ihrem zweiten kompletten Album „Book of Evil“ und man hat mit Martin Steene (IRON FIRE) einen neuen Sänger im Gepäck!
Geboten wird uns wie eh und je klassischer, teilweise recht düsterer Heavy Metal.

Das beweist zwar noch nicht das Cinematic Intro „A Terrible Thing“ aber die anschließende Video Single „Divine Conspiracy“ umso mehr. Knochentrocken ballern uns hier die Riffs um die Ohren und über allen thront der charismatische Gesang von Fronter Martin Steene. Er passt perfekt zur Mucke finde ich, eine gute Wahl!
Der Song ist recht eingängig aufgebaut und ist somit ein guter quasi Opener der definitiv Lust auf mehr macht.
Und dieses mehr wird gleich mal erfüllt, nämlich mit den nächsten klasse Songs in Form von „Evil Never Dies“, „Future Denied“ „The Raven Throne“ und „King of the Undead“. Klassischer, düster angehauchter Heavy Metal der trotz seiner Härte immer melodisch und eingängig aus den Boxen tönt!
Somit verging die erste Hälfte des Albums doch schon mal wie im Flug, mal schauen was uns in der zweiten Hälfte so erwartet?
Auf jedem Fall wird mal kein Millimeter vom bisherigen Sound abgewichen und es geht weiter im klassischen, düsteren Heavy Metal zur Sache.
Das flotte „Beyond Mind Control“ macht den Anfang, danach folgt das epische „Sanctuary“, das überlange „Evils Message“, welches etwas Anlauf braucht, und das abschließende „Book of Evil“ welches ebenfalls schön episch und wunderbar eingängig daherkommt.
Was ein geiler Abschlusstrack!
Dazwischen haben wir mit „Storm Warning“ tatsächlich nur einen Song, der etwas aus der Reihe fällt und eher in die Kategorie Standard Metal zu zählen ist. Ansonsten ist hier alles auf einem absolut hohen Niveau!

Nach dem ersten Hören bin ich noch nicht wirklich warm geworden mit dem neuen Album von EVIL, aber so nach und nach zeigte sich das volle Potential der Scheibe und mit dem neuen Sänger Martin hat man die passende Stimme zum düsteren Sound gefunden, auf den man hoffentlich aufbauen kann!
Achtung liebe klassische Metalfans, hier kommt ein kleiner Geheimtipp für euch, geile Scheibe!

Julian

 

BLACK BEER – Take The Freedom

Trackliste:

01. Intro
02. The Night Is Ready
03. Take The Freedom
04. The King Of Water
05. The Gift
06. Now Or Never
07. Angel
08. Turn Off The Pain
09. Sweet Life
10. Hot Demon


Spielzeit:
36:49 min – Genre: Hardrock, Heavy Metal – Label: Pure Steel Records – VÖ: 13.05.2022 – Page: www.facebook.com/BlackBeer

 

Also, das ist doch mal eine interessante Mischung: ein amerikanischer Klassiker auf dem Plattencover, ein Bandname mit „Bier“ – was soll da noch schief gehen? OK, ich bin jetzt nicht der große Schwarzbier-Fan (im kulinarischem Sinne) und auch keiner des VW Golf der Amerikaner, aber das Interesse ist doch geweckt. Die Newcomer BLACK BEER schicken sich mit ihrem Debüt „Take The Freedom“ als internationales Projekt an, die Hardrockwelt ein Stückchen abwechslungsreicher zu gestalten. Natürlich möchten BLACK BEER als Band verstanden werden, und das sind sie auch, dennoch ist die unterschiedliche Herkunft der einzelnen Musiker ein Aspekt, der hier Erwähnung finden sollte. Erst 2021 in Südfrankreich gegründet, sind BLACK BEER ein Zusammenschluss aus dem argentinisch-stämmigen Sänger Ivan Sencion, den venezolanischen Brüdern Emmy (guitars) und Emil Reyes (bass) sowie dem französich-venezolanischen Gitarristen Bertrand Cape und dem französischen Drummer Silwayn Vidal.

Verschrieben haben sich die Jungs einem Mix aus WHITESNAKE, VAN HALEN und GUNS´N ROSES mit modernem Sound – so die Promo-Info. Dann wollen wir mal lauschen: das mit dem modernen Sound stimmt schon mal – nach dem Intro ballert „The Night Is Ready“ knackig mit metallischem Riffing aus den Boxen. Die Stimme von Ivan Sencion ist kraftvoll, erinnert das ein oder andere Mal an Ronnie Romero, ein klein bisschen David Coverdale ist sicher auch zu finden. Dennoch ist Ivan – sowie die gesamte Band – eher in Richtung Metal als Rock unterwegs, der Opener erinnert in Fragmenten auch an Bands wie SINNER. Aber: guter Einstieg. Der folgende Titelsong ist weitaus rockiger und offenbart schon eine gewisse WHITESNAKE-Schlagseite. Im weiteren Verlauf können Songs wie „Sweet Life“ punkten und bei „The Gift“ bzw. „Turn Off The Pain“ schlagen BLACK BEER sogar weitaus softere Töne an. Im Gegenzug gibt es leider auch einige schwache Tracks zu begutachten („Angel“, „Now Or Never“ etc.) und das Pulver der französisch-venezolanischen Kollaboration ist relativ schnell verschossen.

„Take The Freedom“ ist ein kein schlechtes Debütalbum. Dennoch ist noch gut Luft nach oben. Das will zwar sicher keine Band hören bzw. lesen, aber im Falle von BLACK BEER sollte es positiv und als Ansporn verstanden werden. Ich hör jetzt noch mal in das starke Trio „The Night Is Ready“, „Take The Freedom“, „Sweet Life“ rein und das solltet Ihr auch!

Stefan

EVERGREY – A Heartless Portrait (The Orphean Testament)

Trackliste:

1. Save Us
2. Midwinter Calls
3. Ominous
4. Call Out the Dark
5. The Orphean Testament
6. Reawakening
7. The Great Unwashed
8. Heartless
9. Blindfolded
10. Wildfires

 

Spielzeit: 50:15 min – Genre: Melodic Progressive Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 20.05.2022 – Page: www.facebook.com/Evergrey

 

Hm. Nehme ich die Rezension von der letzten EVERGREY-Platte einfach nochmal, da sie einfach optimal auch auf „A Heartless Portrait (The Orphean Testament)“ passen würde? Die Versuchung ist groß, aber dafür werde ich schließlich nicht bezahlt, also werfen wir mal ein Ohr in das 13. Album der Schweden um den mächtigen Tom S. Englund. Und das ist, wie gewohnt, Anlass zu Melancholie (im positiven Sinne), denn die Truppe hat erneut ein Werk geschaffen, das Härte, durchaus böses Riffing und skandinavische düstere Schönheit – Ihr wisst, die mit den hallenden weichen Klaviersounds – kombiniert, um progressive Elemente und gut gewählte Synthesizer ergänzt und ein paar eher Alternative-Rockige Melodiewendungen mit Hang zur Poppigkeit hinzugefügt und im Sinne des Genres rekontextualisiert. Das Ganze wird dann verpackt in 50 Minuten brillianter Produktion und fertig ist die Kiste. Jaaah, ein paar Kritikpunkte gibt es, die aber mehr oder minder subjektiv gehalten sind: Allen voran die Ballade „Wildfires“ auf Clean-Gitarren-Basis, bei der man nicht genau sagen kann, ob sie besser oder schlechter gewesen wäre, wenn man zumindest den letzten Chorus in voller Bandaufstellungs-Fettheit gebracht hätte. Hat man nicht. Ist dann so.
Die poppigen Ausflüge in Kopfstimme, die Englund ab und an unternimmt, bleiben ebenso Geschmackssache und „Heartless“ ist durchaus ein Kandidat für den nächsten schwedischen Beitrag für den ESC (was nicht schlecht aber auch nicht uneingeschränkt gut ist), aber zu diesem Zeitpunkt könnte man auch einfach in dem Komplimente-Part übergehen und nochmal klar verkünden, dass „AHP(TOT)“ ein astreiner Beitrag zum Melodic Metal ist, der in den meisten Songs praktisch fehlerfrei ausfällt. „Save Us“ stellt ohne lästiges Intro direkt mal klar, wohin die Reise geht und dass man sich sowohl auf große, im spezifisch EVRGREYschen Stil melancholische Melodien als auch auf eine gesunde Portion Härte freuen darf. Bei „Midwinter Calls hat man kurzerhand bei Konzerten aufgenommene Fangesänge integriert, was sehr gut und kraftvoll kommt, sowie ein paar elektronische Elemente. Takttechnisch progressiv wird’s das erste Mal bei „Ominous“ und „Call Out Of The Dark“ liefert dann endlich die lang ersehnten Club-Synths und ist trotz leicht redundantem Refrain ein ordentlicher Brecher. „Blindfolded“, der Song nach „Heartless“, ist genau das Richtige für alle, denen der Vortrack ein bisschen zu Radio war – sowohl Gitarren als auch Gesangsmelodie kommen hier vergleichsweise unmelancholisch und biestig und schaffen einen angenehmen Kontrast zum Rest der Platte.

Fazit:
So gut wie der Vorgänger? Nicht ganz, aber eben auch nur minimal darunter. Und damit bleibt „AHP(TOT)“ ein absolut starkes Album für Fans der Band, von sauberst intoniertem und technisch gut durchdachtem Metal mit Melodien, Härte und Seele.

Anspieltipps:
„Save Us“, „Call Out Of The Dark“, „Reawakening“ und „Blindfolded“

Jannis

 

 

BATTLELORE – The Return Of The Shadow

Trackliste:

01. Minas Morgul
02. Chambers Of Fire
03. Orcrist
04. Homecoming
05. Elvenking
06. Firekeeper
07. Mirrormere
08. True Dragons
09. Shadow Of The East
10. Lost Lands EP – Avathar
11. Lost Lands EP – Caves Of The Forgotten
12. Lost Lands EP – Isenmouthe

Spielzeit: 61:56 min – Genre: Power Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 03.06.2022 – Page: www.facebook.com/BattleloreOfficial

 

Was Träume so einzigartig und „anders“ macht, ist die Tatsache, dass selbst der schönste von ihnen irgendwie seltsam und wird, wenn man darüber nachdenkt. Da wird nach dem Aufwachen der initialen Reaktion „Was ein schöner Traum“ das ein oder andere „Aber der Aspekt des Traums ist nicht optimal“ beigefügt und wenn man nicht vorsichtig ist, zerdenkt man sich den Traum ein wenig, anstatt einfach das schöne Gefühl wirken zu lassen, das man beim Aufwachen aus ihm mitgenommen hat. Ein bisschen kann es sich so mit BATLELOREs erstem Longlayer seit über zehn Jahren, „The Return Of The Shadow“, verhalten, das ich zu Beginn erst einmal wirklich empfehlen möchte – bevor hier ein falscher Eindruck entsteht.
An das Album ging ich vorsichtig heran (konventioneller Power-Metal-Bandname, Eigenbezeichnung „Fantasy Metal“, Songs wie „True Dragons“ und in der Rubrik „Für Fans von“ ist schlicht „Tolkien“ angegeben, den ich bislang nie gelesen habe), aber bereits der Opener des siebten Albums der Finnen spricht eine deutliche Sprache. Orchestral fett, mit mächtig Druck, einer guten kraftvoll-klaren, aber nicht überpolierten Produktion, breit-dichte Klangwände und dazu die perfekt miteinander einhergehenden Vocals von Tomi Mykkänen (voll, zum Teil als sehr edle Growls) und Kaisa Jouhki (sehr warm, weich, angenehm), deren oft getragene Melodielinien und atmosphärischen Backing Vocals zu einem wunderbar finnischen Klangbild der Marke Orchestral-Power-AMORPHIS beitragen. In Sachen Arrangements und Gesamtsound ist das Ding einfach zum Reinlegen, ob bei den ruhigeren Songs wie „Shadow Of The East“ oder bei den härteren („True Dragons“ ist ziemlich fett und kommt doch mit einiger böser Härte daher).
Ja, „The Return Of The Shadow“ ist als Album ein wunderbarer, atmosphärischer, nachdenklich-düster-schöner Traum, der als Soundtrack für die letzten Stunden des Abends draußen mit Freunden an einem Sommerabend absolut perfekt ist. Konzentriert man sich aber so richtig auf die einzelnen Melodien, so mag man erkennen, dass hier noch ein bisschen mehr drin gewesen wäre. Sie unterstützen und transportieren die Stimmung der Platte auf gutem Niveau, hätten aber immer wieder mal etwas mehr aus sich herausgehen dürfen und sind, analytisch betrachtet, schon oft recht vorhersehbar.

Fazit:
Aber wie gesagt, warum etwas zerdenken, was bei nicht-analytischem Hören, bei simplem Genießen, so gut funktioniert? „The Return Of The Shadow“ ist ein Album, das wunderbar seine Wirkung entfaltet, wenn man es fühlt, nicht versteht. Als solches erschafft es eine großartige, intensive Atmosphäre, und auch, wenn ich nichts gegen etwas mehr melodische Kreativität gehabt hätte, wird dieses Album mit absoluter Sicherheit demnächst wieder den weg aus meinen Boxen finden!

Anspieltipps:
„Minas Morgul“, „Mirrormere“, „True Dragons“ und „Lost Lands EP – Avathar“

Jannis

DARKNESS LIGHT – Desert Flight EP

Desert Flight Artwork

Trackliste:

01. Desert Flith
02. Alchemy
03. Queen Of Sins.

 

 

 

 

 

 

 

Spielzeit: 13:51 min – Genre: Hard Rock – Label: Open Eyes Dreams Records – VÖ: 29.04.2022 – Page: www.facebook.com/darknesslight.de

 

Schauen wir mal was Bayern so hervorbringen kann, außer vergessliche Minister, deren Präsident der sich mit einem Star Wars Spielzeug Laserschwertimitat spielend vor der Kamera zeigt. Eine ordentliche Gerichtsbarkeit die vor Unrecht nur so schreit (kann man in allen Bewertungen der Gerichte angefangen von Amtsgericht bis hin zum Oberlandesgericht nachlesen). Ach ja und das Millionenschwere Fußball Ballett genannt FC B nicht zu vergessen, eine Diva toppt die Andere. Einen Hoeneß der schreit: „Es geht nur ums Geld“, der sollte mal leiser treten als verurteilter Steuersünder wo es ihm um sehr viele Millionen am Fiskus vorbei im Ausland ging.

Ein Lichtblick sticht in Form der mir bis jetzt völlig unbekannten DARKNESS LIGHT aus diesem Dunkel heraus, wer steckt hinter dieser Band? Am Mikro steht Lydia Pané, Gründer, Gitarrist und Keys bei Cristian Bettendorf, Bernd Sparhaube am Bass und Peter Ahle an den Drums. Die Vier sorgen für ordentlich Alarm in den Trommelfellen.

Nach zwei Alben, einer Livescheibe und zwei Singles kommt nun diese drei Track EP unters Volk. Können die Bayern überzeugen? Ja das können sie ohne Wenn und Aber. Der Sound erinnert an so manche Klassik Rocker was aber nicht schlimm ist, mal an RAINBOW, BLACK SABBATH, DEEP PURPLE, URIAH HEEP etc. mit einem riesigen Schuss bayerischem Charme versehen rocken sich die Vier souverän durch die drei Songs und geben dabei eine sehr gute Figur ab.

Lydia hat eine geile Rockröhre etwas kräftiger als Sue Willetts von DANTE FOX oder MARTINA EDOFF und kann für Eindruck sorgen. Die Gitarren von Cristian sitzen punktgenau. Der Härtegrad geht voll in Ordnung, die Gitarren kommen ohne zu Übertreiben genau richtig aus den Boxen. Der Bass macht Wum Wum Wummmmer und die Drums treten gewaltig in den Allerwertesten und treiben ohne Ende nach vorne. Die Produktion kommt mit Druck aus den Boxen und gibt keinen Anlass zum Unken.

Im Großen Ganzem kann man der Band Talent attestieren und man darf gespannt sein ob sie es schaffen das vorgelegte Niveau über ein ganzes Album halten zu können. Wenn ein gesamtes Album in dieser Qualität vorliegen würde hätte es eine höhere Wertung gegeben. Leider sind es nur drei Songs die Trotzdem eine gute Bewertung abräumen.

Balle

CIRCLE OF SILENCE – Walk Through Hell

Trackliste:

01. Down to Hell
02. Prisoner of Time
03. Walk Through Hell
04. United
05. I Am Fear
06. At War with Yourself
07. Triumph over Tragedy
08. I Want More
09. The Curse
10. Far Beyond the Sun
11. God is a Machine
12. This is War (Bonus Track)
13. Fire (Bonus Track)

Spielzeit: 47:43 min – Genre: Power Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 27.05.2022 – Page: www.circle-of-silence.com

 

Die deutschen Power Metaller von CIRCLE OF SILENCE waren auch einige Zeit von der Bildfläche verschwunden, 2018 erschien ihr letztes Album „The Crimson Throne“ was damals ganz ordentlich aus den Boxen kam!
Nun erscheint das neue, vierte Album mit dem Namen „Walk Through Hell“ auf welchem man wohl erneut klassischen Power Metal erwarten kann der aufgrund der Pandemie vermutlich viel Ausarbeitung bekommen hat.
Leider gab es vor kurzem eine sehr schlechte Nachricht von der Band, Basser Björn Boehm verstarb viel zu früh und somit ist das neue Album, auf dem er noch voll mitgewirkt hat, sein großes musikalisches Vermächtnis!

Daher horchen wir doch mal direkt mit dem Openersong „Down to Hell“ rein. Dieser ist nur eine instrumentale Einleitung die gut rüberkommt, schnell also weiter zum ersten richtigen Track „Prisoner of Time“.
Hier haben wir eine melodische Power Metalnummer die sofort ins Ohr und die Extremitäten geht und einen nach kurzen schon nicht mehr los lässt. Ein toller Start der Lust auf mehr macht!
Das Titelstück im Anschluss ist dann etwas atmosphärischer gehalten macht aber auch absolut keine Gefangenen. Schöne Shouts, flotte Riffs und auch ansonsten gehen hier wieder nur beide Daumen nach oben.
„United“ läuft dann ebenfalls gut rein, mit „I`Am Fear“ und „At War with Yourself“ ist man dann aber eher in der Standardmetalecke unterwegs und man kann hier nicht an die bisherigen Hits anknüpfen.
Aber mit „Triumph over Tragedy“ hat man den nächsten Überhit und Ohrenschmaus der Platte schon direkt wieder parat!
Eine Nummer, die etwas ruhiger gehalten ist, unglaublich catchy ist und einfach eine geile Atmosphäre kreiert. Der Chorus ist zum Niederknien!
Danach schlägt man mit „I Want More“ gekonnt die Brücke zum letzten Abschnitt der Scheibe wo das knochentrockene „The Curse“ den guten Einstieg macht bevor es über das schnelle „Far Beyond the Sun“ zum offiziellen Abschluss „God is a Machine“ kommt.
Beides ist gut hörbar, so richtig kommt man aber an die bisherigen Hits nicht mehr heran.

Man hat sich auch dieses Mal wieder sehr viel Zeit für ein Album genommen, das war beim letzten Mal auch schon so.
Und das hat sich gelohnt! Ordentlicher, europäischer Power Metal wird uns hier geboten, der mal mehr mal weniger zündet, von kompletten Ausfällen ist hier aber weit und breit nichts zu sehen.
Von daher gibt es sehr gute 8,5 Punkte und eine klare Empfehlung für die angesprochene Käuferschaft!

Julian

 

THE CRUEL INTENTIONS – Venomous Anonymous

Trackliste:

01. Reapercussion
02. Venomous Anonymous
03. Sunrise Over Sunset
04. Casket Case
05. Kerosene
06. Salt i Ditt Sar
07. Final Deathroll
08. Goddamn Monday
09. Bad Vibes
10. Chemical Vacation
11. City Of Lice

Spielzeit: 36:10 min – Genre: Sleaze Metal, Hardrock – Label: Indie Recordings – VÖ: 03.06.2022 – Page: www.facebook.com/thecruelintentions

 

Irgendwo zwischen CRASHDIET und HARDCORE SUPERSTAR füllen THE CRUEL INTENTIONS seit sieben Jahren eine Lücke, die es vorher irgendwie gar nicht gab. Manchmal weiß man eben erst, dass im Leben etwas gefehlt hat, wenn man darauf trifft. Bereits seit der ersten Single „Borderline Crazy“ im Gründungsjahr 2015 brennt das Feuer lichterloh – und die Verbindung zu den Achtzigern ist für diese Band genauso wichtig wie das Einbringen eigener Elemente und zeitgenössischem Timbre. Schon die Stimme von Lizzy DeVine, der bis 2010 den Sleazerockern VAINS OF JENNA vorstand, ist ein Garant für Eigenständigkeit. Im Laufe der Jahre hat er immer mehr entdeckt, was in seinem Organ steckt und reizt es auf dem neuen Album „Venomous Anonymous“ das ein oder andere Mal gnadenlos aus. Auch die Energie der Songs ist wohl fast einmalig – THE CRUEL INTENTIONS verbinden große Melodiebögen mit fetten Gitarrenriffs ganz eigener Colour und verzichten auf sämtliches Chichi – der Punkrock lässt grüßen! Und so lässt sich der Sound der Band auch beschreiben: Moderner Sleaze Metal mit gelegentlichen Punkanleihen. Gar nicht so schlecht also für eine norwegische Band, die nur einen Norweger und drei Schweden in den eigenen Reihen hat. 🙂

Zwar legen Lizzy DeVine (vocals, guitars), Kristian Solhaug (guitars), Mats Wernerson (bass) und Robin Nilsson (drums) kein sonderlich hohes Veröffentlichungstempo vor, aber schon das Debüt „No Sign Of Relief“ von 2018 hatte ordentlich Wespen im Hintern. Mit Hits wie „Sick Adrenaline“, „Genie´s Got A Problem“ oder „Weekend Suffering“ haben die Jungs ihren Kollegen HARDCORE SUPERSTAR und ihrem Klasse-Album „You Can´t Kill My Rock´n Roll“ einige Körner geklaut. Einzig die Unterschlagung von großartigen Nummern wie „Accidentally Intoxicated“, das es nicht auf das Debüt geschafft hat, habe ich nie verstanden. Dennoch ein großer Wurf, der von mir locker die 9 Punkte eingeheimst hätte.

Nun, fast weitere vier Jahre später, kommt das Quartett mit dem zweiten Longplayer „Venomous Anonymous“ aus der Hüfte. Mit den drei vorab veröffentlichten Singles äußerst vielversprechend angekündigt, wollen wir nun einen Blick auf das komplette Werk werfen, das mit insgesamt elf Stücken, gepresst auf nur gut 36 Minuten, aufwartet. Der Opener „Reapercussion“ ist auch gleichzeitig die zweite Single und gleich zu Beginn eine Partynummer par excellence. Die Message ist hier ganz klar: It feels so great to be back! Und auch die Fans sollten entzückt sein. Der Titeltrack wurde prominent an Stelle zwei gepackt – und rockt ebenfalls gewaltig! Genauso wie die Gute-Laune-Nummer „Sunrise Over Sunset“, die auch als erste Single auserkoren wurde. Weiter geht es mit dem hochmelodischen „Basket Case“ und der aktuellen Single „Kerosene“. Beides absolute Volltreffer. So geht dreckiger Straßenköter-Rock´n Roll. Die in norwegisch gesungene Ballade „Salt i Ditt Sar“ (Salz in Deiner Wunde) nimmt etwas Adrenalin aus der Bude, bevor „Final Deathroll“ wieder volle Pulle zuschlägt. Der Titel „Goddamn Monday“ muss wohl nicht umschrieben werden – die Musik passt wie Arsch auf Eimer, coole Nummer. Mit dem ruhigeren „Bad Vibes“ bekommt der Hörer den einzigen Song zu hören, der offiziell die Laufzeit von vier Minuten überschreitet. „Chemical Vacation“ gibt noch einmal schön Gas und macht (wie eigentlich alles auf diesem Album) einfach nur riesigen Spaß. Den Rausschmeißer gibt „City Of Lice“.

Zum Glück schließt „Venomous Anonymous“ praktisch nahtlos an das 2018er Debüt an. Lediglich der Sound ist etwas glatter, was bei der unbändigen Power der Songs sowie der Performance aber nahezu nicht auffällt. Verantwortlich dafür ist sicher Tausendsassa Erik Martensson, der hier für Mix, Mastering und Produktion seine Finger im Spiel hatte. Ein starkes Statement von allen Beteiligten ist „Venomous Anonymous“ geworden – und eine Kampfansage! Wollen wir hoffen, dass die Jungs mit ihrem zweiten Album die Karriereleiter weiter erklimmen können, sie hätten es mehr als verdient. Nach der aktuellen CRASHDIET-Scheibe ein weiteres Sleaze-Highlight dieses Jahres, das die aktuelle HCSS sogar in die Tasche steckt. Meine Platzierung in den persönlichen Top 10 für 2022 ist schon notiert! THE CRUEL INTENTIONS sind die Essenz des modernen Sleaze Metal – aus, basta!

Stefan

SQUARED – Strange Affairs

Trackliste:

01. One Thousand Years
02. Stranger At Heart
03. Personal Matter
04. Darkest Fantasies
05. Love Can Be Lonely
06. Say That You Love Me
07. Love Affair
08. Clutching At Straws
09. Anthem Of A Broken Heart
10. Night Drive Cali (Bonus Track)
11. This Feeling (Bonus Track)

Spielzeit: 47:23 min – Genre: AOR – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 13.05.2022 – Page: www.facebook.com/SquaredSweden

 

Life´s a bitch – und so lassen sich manche Dinge eben nur bedingt planen. Eigentlich hätte diese Rezi mein Kollege Balle verfassen sollen, da er aber erkrankt ist, springe ich mal in die Presche und hoffe, ihn würdig vertreten zu können (get well soon!).

Auch die Pläne des 2019 gegründeten Projekts SQUARED bestehend aus dem französischen Gitarristen Arthur Vere (TRACERS) und dem schwedischen Sänger Jack L. Stroem (VANDOR, LANCER) waren sicher andere als fast drei Jahre warten zu müssen um dieses Album veröffentlichen zu können. Doch auch dieses Projekt wurde natürlich von dieser unsäglichen Pandemie jäh gestoppt und so machten die beiden Musiker das Beste daraus, schrieben weitere Songs und fanden in Robin Risander (drums) und Kammo Olayvar (bass) geeignete Studio-Mitstreiter.

Und so steht das Debüt dieser multi-nationalen Kapelle nun mit 11 Tracks um einiges breiter aufgestellt da als ursprünglich geplant. Geboten wird herrlich altmodischer AOR (im positiven Sinne), der in Phasen an PHENOMENA oder BLUE BLUD erinnert – auch wenn das Album Cover respektive das Bandlogo eine etwas härtere Gangart suggeriert. Stroem´s Stimme könnte als Mischung aus Jean Beauvoir und Glenn Hughes durchgehen. Und überhaupt klingt auf „Strange Affairs“ alles nach 1987. Die Drums, die Keyboards – einfach alles. Die Band hat nach eigenen Aussagen großen Wert darauf gelegt, dass alles ohne Tricks wie Autotune eingespielt wurde – und das alles macht den großen Charme dieser Platte aus.

Nach dem atmosphärischen Intro „One Thousand Years“ erklingt mit der aktuellen Single (zu der es leider noch kein Video gibt, sonst würde dieses weiter unten stehen) ein Kleinod des AOR. So muss das klingen – egal ob 1987 oder 2022. Auch das flotte „Personal Matter“ oder das plüschige „Darkest Fantasies“ zeugen von hoher Qualität. Ebenso die erste Single „Clutching At Straws“ – Klasse! Zwei Überraschungen haben SQUARED in Form von Bonustracks angehängt. Sowohl das abschließende „This Feeling“ als auch das Instrumental „Night Drive Cali“ werten die Platte richtig auf (obwohl sie vom Aufbau her recht identisch sind).

Fassen wir doch mal zusammen: mit SQUARED haben Arthur Vere und Jack L. Stroem ein tolles Projekt gestartet, das jedem Liebhaber klassischem AOR´s gefallen sollte. Neben einer CD-Version gibt es – ganz im Trend liegend – auch eine Kassette mit zusätzlichem Download-Code. Wenn das mal kein Kaufanreiz ist – die Platte ist nämlich echt gut!

Stefan

VOLTURIAN – Red Dragon

Trackliste:

01. Rebirth
02. Stay
03. Harley
04. Empty World
05. Torn Asunder
06. Burn It Up
07. Distant Caress
08. Bury Me
09. Freeze
10. Descent

 

Spielzeit: 37:51 min – Genre: Modern Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 20.05.2022 – Page: www.facebook.com/volturian

 

2 Jahre nach dem ordentlichen Debütalbum „Crimson“ steht schon das zweite Album der Modern/Gothic Metalband VOLTURIAN in den Startlöchern.
Masterminds der Band sind nach wie vor Gitarrist Frederico Mondelli (FROZEN CROWN, NOCTURNA) und Sängerin Federica Lanna.
Musikalisch ist man nach wie vor im Modern und Gothic Metal Umfeld unterwegs, lyrisch ist das neue Album vom Film Roter Drache (Hannibal Lecter) beeinflusst, was man auch ein bisschen am Cover sieht.

So, schauen wir mal, ob man das ordentliche Niveau des Debütalbums halten konnten und horchen mal in den Opener „Rebirth rein.
Genretypisch nur ein Cinematic Intro, also schnell weiter zum ersten richtigen Track „Stay“. Hier erwartet uns schon der vom Debütalbum bekannte moderne Symphonic Metal der einen schmissigen Chorus hat und gut ins Ohr geht.
Nix Neues also, das bleibt dann eigentlich auch beim folgenden „Harley“ so, auch wenn die Grundstimmung hier ein wenig düsterer ist.
„Empty World“ ist dann der erste Ausreißer, denn hier haben wir nicht mehr viel Symphonic Metal übrig, sondern es geht sehr stark in die Modern Metal und Pop Ecke. Doch eher sehr weich das Ganze würde ich sagen…knallharte Todesmetaller bekommen hier mit Sicherheit Pickel!
Aber die würden sich so etwas eh nicht anhören, von daher….
Und man bleibt dann auch eher sanft und poppig unterwegs, „Torn Asunder“ schlägt voll in die gleiche Kerbe, ist dazu aber noch ne ganze Ecke eingängiger unterwegs. Hier vermisse ich aber definitiv mal so richtig die knackigen Stromgitarren…das hat mit Metal leider nicht mehr wirklich etwas zu tun!
Bei „Burn It Up“ ist man zwar wieder etwas metallischer unterwegs, richtig hervorstechen tut die Nummer dann aber auch nicht wirklich.
Über das 3 minütige Zwischenstück „Distant Caress“ geht es dann schon in das letzte Drittel wo es härtetechnisch Gott sei Dank wieder etwas mehr zur Sache geht.
„Freeze“ geht super ins Ohr und das abschließende „Descent“ ist dann leider nur wieder ein instrumentales Outro geworden.

Puuh…was soll man denn nun dazu sagen? Eine recht knappe Spielzeit erwartet uns hier eh schon, dazu ein Intro, ein Zwischenstück und ein Outro. Bleiben in der Endabrechnung gerade mit 7 Songs übrig die größtenteils eher in der Modern Metal und sogar schon Pop Ecke zu suchen sind!
Das wird definitiv nicht jedem gefallen und im Vergleich zum Debütalbum ist das irgendwie eher ein Rückschritt.
Die angesprochenen Genrefans werden hier mit Sicherheit glücklich werden, allen anderen raten ich auf jeden Fall vor dem Kauf genauer reinzuhören!

Julian

 

RF FORCE- RF FORCE

Trackliste:

01. Fallen Angel
02. Old School Metal
03. Flying Dogs
04. The Beast and the Hunter
05. Creeps of the World
06. In the Heart and Mind
07. Fighter
08. Will you Remember?
09. Beyond Life and Death
10. M.O.A.B

 

Spielzeit: 48:55 min – Genre: Heavy Metal – Label: Black Lion Records – VÖ: 29.04.2022 – Page: www.facebook.com/rfforcemetal

 

Mit der brasilianischen Band RF FORCE haben wir mal wieder einen Newcomer bei uns der dieser Tage ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf den Markt bringt.
Musikalisch ist man eher im Oldschool oder Traditionellen Heavy Metal der Marke DIO, JUDAS PRIEST oder SAXON unterwegs, wobei das mit einer sehr modernen und druckvollen Produktion hinterlegt ist. Was dann dazu führt das die Songs zu keiner Zeit altbackend daherkommen!

Also, die 80iger Fans unter uns sollten jetzt mal etwas genauer lesen, wenn wir uns dem Debütwerk mit dem Opener „Fallen Angel“ widmen. Satte Riffs ertönen und mit einem Scream wird die Nummer eröffnet.
Die Beschreibung hat nicht gelogen, traditioneller Heavy Metal wird uns hier geboten der gut ins Ohr geht und einfach gefällt.
Passend dazu gibt es dann das folgende „Old School Metal“ wozu man dann so richtig gut abgehen kann! Die Nummer lädt zum Bangen quasi ein und begeistert ebenfalls direkt auf Anhieb.
Ein Wort noch zwischendurch zur Produktion, die ist auch mehr als ordentlich, so wie angekündigt.
Mit der letzten Vorabsingle „Flying Gods“ wird dann das erste Drittel abgeschlossen. Glanzpunkt hier ist mit Sicherheit der Refrain der einen schon nach kurzem nicht mehr loslässt und den Track schön eingängig macht!
Hier sind auch klare SAXON Vipes zu spüren, die sich dann auch in den folgenden Songs „The Beast and the Hunter“ und „In the Heart and Mind“ klar fortsetzen.
Mit dem erdigen und groovenden „Fighter“ wird dann der sehr ordentliche Mittelteil abgeschlossen und es ist Zeit für die letzten drei Songs.
Hier geht es dann eher in die Standardmetalecke, alles ist zwar nicht schlecht gemacht, kann aber nicht wirklich mit den bisherigen Hits mithalten!

So ein bisschen geht den Jungs von RF FORCE am Schluss zwar die Luft aus, aber davor hat man den Fans des klassischen Heavy Metals ein starkes Debütalbum präsentiert.
Gesanglich ist hier alles in Butter, die Produktion knallt auch ordentlich und von daher ist es schön mal wieder eine brasilianische Band zu haben die eher im traditionellen Metal zu Hause ist!

Julian