STEEL NIGHT – Fight Till The End

Band: Steel Night
Album: Fight Till The End
Spielzeit: 44:28 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 26.04.2019
Homepage: www.facebook.com/SteelNightOfficialMx

Der Wacken Metal Battle ist ja durchaus ein Garant für qualitativen Output. 2018 konnten sich STEEL NIGHT als Sieger des Mexico-Battles behaupten und durften demnach in Wacken spielen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Auftritt ziemlich gelungen war. Klassischer Heavy Metal ohne großes Tamtam, stark gespielt, feine Sache. Nun steht das Debutalbum der fünf Kollegen in den Startlöchern. Acht reguläre Songs, ein Bonus-Livetrack, ’ne Dreiviertelstunde Spieldauer und ein gar nicht mal unedles Cover. Was verbirgt sich dahinter? Nun, zunächst einmal eine recht altmodische Produktion, nicht überragend aber auch nicht schwach. Damit kann man sehr gut leben. Dazu kommt mit Jahaziel Rangel ein Sänger, der seine Töne generell gut trifft und gerade in höheren Sphären ordentlich liefert, mit überraschend treffsicheren Screams und einem beeindruckenden Lungenvolumen. Was den Rest angeht, muss man leider sagen, ist durchaus noch ein wenig Luft nach oben. Die vom klassischen 80er Heavy Metal (insbesondere von IRON MAIDEN) beeinflussten Songs sind meist simpel und stets gut metallisch gehalten, haben aber einige Schwachstellen. Punkt 1: Die Backing-Vocal-Mitgrölvorlagen in den Refrains sind ein wenig bitter, technisch verfremdet und im Endeffekt eher Störfaktoren. Andere Backing Vocals, sagen wir eine zweite Stimme über der ersten bei geeigneten Passagen, sind kaum vorhanden. Dass sie dem Album gut getan hätten, zeigt sich insbesondere beim gesanglich recht hoch angelegten und dementsprechend recht geilen Midtempotrack “You Lost My Heart”, wo sie sporadisch vertreten sind und ordentlich Wirkung zeigen. Mehr davon bitte beim nächsten Album.
Punkt 2, der wohl herbste Kritikpunkt: Direkt beim Opener “We Are Metal”, mit über sieben Minuten Spieldauer der längste Track auf “Fight Till The End”, und beim letzten regulären Albumtrack “Wings Of Steel” sitzt doch Einiges nicht so wirklich. Die Dinger sind hörbar ungenau eingespielt, was, gerade wegen “Fight Till The End” den ersten Eindruck des Albums doch negativ beeinflusst. Dieses Problem ist beim Rest der Tracks weniger präsent, die wesentlich genauer auf den Punkt gespielt wurden, aber bei besagten beiden Songs hätten ein paar mehr Einspielversuche nicht geschadet. Kostet vielleicht einen Tag mehr Studiogebüren, erspart dafür aber auch die Thematisierung in Rezensionen wie dieser.
Ansonsten gibt es auf “Fight Till The End” massig ausgeprägte Soloparts, viel Uptempo und Melodien im Stil der Großen des Genres. Viel, was mindestens das Bedürfnis nach traditionellem Metal befriedigt, einiges, was hervorsticht (“Red Alert”s Strophenmelodie ist beispielsweise echt erfreulich) und simpel-traditionell-effektive Kompositionen. Ironischerweise ist gerade der Live-Mitschnitt von “Made Of Steel” gefühlt der genauest gespielte Track der Platte, und dazu einer der spaßigsten. Ist Metal, hat seine Kinderkrankheiten, macht dem Freund von zweifelsohne handgemachtem traditionellen Metal ohne Gefrickel und Überproduktion aber durchaus gute Laune.

Anspieltipps:
“Red Alert”, “Heavy Metal Storm”, “You Lost My Heart” und “Made Of Steel”

Fazit:
Man kann den Jungs von STEEL NIGHT durchaus mal eine Chance geben, obgleich man nicht unbedingt als erstes Track 1 oder 8 hören sollte. Man sollte ihnen auf jeden Fall aber live mal eine Chance geben, sollten sie in nächster Zeit mal in unseren Landen unterwegs sein. Livetauglich ist ihr Material allemal und eine ambitionierte junge Band aus einem auf der Metal-Landkarte doch sehr unbesiedelten Land zu supporten ist doch auch was Schönes!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. We Are Metal
02. Run For Your Life
03. Spell Witch
04. Red Alert
05. Heavy Metal Storm
06. Fight Till The End
07. You Lost My Heart
08. Wings Of Steel
09. Made Of Steel (Live)

Jannis

MAGISTARIUM – War for All and All for Won

Band: Magistarium
Album: War for All and All for Won
Spielzeit: 60:37 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 14.04.2019
Homepage: www.magistarium.org

Die Jungs von MAGISTARIUM gehen ihren Weg unbeirrt weiter! Nachdem im Sommer 2015 das letzte Album „5’55 Till the End of Days“ in Eigenregie erschien nutze man die letzten Jahre um live ordentlich Erfahrung zu sammeln. Und pünktlich zur anstehenden Europa Tournee hat man das neue Album „War for All and All for Won“ am Start, welches erneut komplett in Eigenregie und in russischer und englischer Sprache veröffentlicht wird.
Personell hat sich absolut nichts bei der Band geändert, nach wie vor führen Sänger Oleg Rudych und Gitarrist Mike Persin die Geschicke von MAGISTARIUM an.
Als Gast hat man den deutschen Gitarrist Herman Frank (Ex ACCEPT, VICTORY, HERMAN FRANK) mit an Bord der dieses Mal nicht als Produzent tätig war. Diesen Job übernahm die Band höchstselbst.
Mit dem Opener „Rising from the Ashes“ beginnt der neue Diskus nach einer kleinen Einleitung recht kraftvoll! Sänger Oleg ist sofort absolut präsent und hat wie bisher auch einfach ein Organ was man entweder geil findet oder man rümpft die Nase. Geil singen kann der gute Oleg so oder so!
Der Song ist ein flotter Midtempotrack der mit einem tollen mehrstimmigen Chorus direkt ins Gehör geht und dort lange haften bleibt.
Über die Standardmetaltracks „One against the World“, und „The Game of Life“ geht es in den Mittelteil der Scheibe wo wir mit “Hora longa vita brevis” eine epische Nummer haben die mit weiblichen Gesang verfeinert ist. Das Ganze klingt sehr stark nach Symphonic Metal und hat nicht mehr viel mit den vorherigen Metalbangern gemeinsam. Mal eine ganz neue Facette der Band, toll gemacht!
Danach geht es auch schön abwechslungsreich weiter denn „Beyond the Frontier“ ist wieder ein klassischer MAGISTARIUM Midtempokracher geworden und das anschließende „Forever“ ist dann eine Halbballade die auch sehr ordentlich von der Band umgesetzt wurde.
Danach folgt dann der Titeltrack „War for All and All for War“ der ebenfalls wieder typisch MAGISTARIUM ist und sich bestens in die bisherigen Hits einfügt.
Oleg drückt den nächsten Song „Another World“ absolut seinen Stempel auf da er hier etwas mehr in seine Opernstimme abdriftet wodurch sich der Track zeitweise schön von den bisherigen Nummern abgrenzt und insgesamt auch super ins Ohr geht.
Im letzten Drittel der Platte angekommen stellen wir recht schnell fest das auch hier die Qualität der Songs schön hoch ist und man eigentlich keinen Ausfall zu vermelden hat.
Glanzpunkt ist hier mit Sicherheit noch der abschließende Doppelpack bestehen aus dem gefühlvollen „1000 Years of Rain“ und dem epischen Follow your Dreams“.

Anspieltipps:

„Rising from the Ashes“, „Hora longa vita brevis“, „Beyond the Frontier”, “War for All and All for Won” und “Follow your Dreams”.

Fazit :

Auch auf ihrem neuen Album bleiben MAGISTARIUM sich absolut treu! Nach wie vor wird uns Power Metal der moderneren Sorte geboten der auch ab und an mal ins Symphonic Genre rüberschaut und durch Olegs wechselhaften Gesang kommt auch manchmal etwas Opernstimmung auf. Hier geht es also auf jeden Fall abwechslungsreich zu.
Für eine Selbstveröffentlichung ist die Produktion erste Sahne und auch die Promoarbeit der Jungs kann sich absolut sehen lassen!
Ich denke alte wie neue Fans der Band oder des Power Metal Genres können hier erneut ohne Probleme zugreifen und man sollte sich die erste Europatournee von MAGISTARIUM definitiv nicht entgehen lassen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rising from the Ashes
02. One against the World
03. The Game of Life
04. Hora longa vita brevis
05. Beyond the Frontier
06. Forever
07. War for All and All for Won
08. Another World
09. Turn back Time
10. 1000 Years of Rain
11. Follow your Dream

Julian