ACHELOUS – Tower of High Sorcery

Trackliste:

01. Whispering Forest
02. Dragon Wings
03. Istar
04. The Oath
05. Tower of High Sorcery
06. Fortress of Sorrow
07. Into the Shadows
08. Pagan Fire
09. When the Angels Bleed

 

 

Spielzeit: 44:54 min – Genre: Epic Metal – Label: No Remorse Records – VÖ: 22.03.2024 – Page: www.achelous.bandcamp.com

 

Nach dem mich das letzte Album „The Icewind Chronicles“ der Griechen von ACHELOUS nicht komplett abholen konnte, bekommen ich und die Band nun die Möglichkeit einen neuen Versuch zusammen zu wagen.
Das neue Album „Tower of High Sorcery“ steht in den Startlöchern und bietet mit alter Mannschaft den schon bekannten Epic Metal der dieses Mal von der Drachenlanze Saga lyrisch beeinflusst wurde.
Ach ja, einen gesanglichen Gast gibt es noch, Harry „The Tyrant“ Conklin gibt sich bei einem Song die Ehre!

Gestartet wird mit dem Opener „Whispering Forest“ die die Geschichte einleitet, ansonsten aber leider noch nicht viel aussagt.
Die Vorabsingle „Dragon Wings“ übernimmt dann das Ruder. Ein toller epischer Power Metalsong mit weiblicher Gesangsunterstützung und einem dazu passenden Ohrwurmchorus. Direkt also mal der erste Hit!
Die beiden folgenden Songs „Istar“ und „The Oath“ bewegen sich dann beide auf einem ähnlichen, soliden Niveau. Nix aufregendes, Standard Epic Metal halt.
Beim überlangen „Tower of High Sorcery“ holt man episch mal so richtig alles raus! Eine Nummer die Epic Fans auf jeden Fall munden sollte.
„Fortress of Sorrow“ im Anschluss ist dann im Chorus wesentlich melodischer geraten und geht direkt doch gut ins Ohr muss man sagen.
Danach gibt es bei „Into the Shadows“ den Gastauftritt von Harry Conklin. Selbstredend das die Nummer einer DER Hits der gesamten Platte geworden ist!
Über das recht lange und fast instrumentale Zwischenstück „Pagan Fire“ geht es dann in den Abschlusstrack „When the Angels bleed“. Über 9 Minuten lang ist man auch hier wieder knietief im Epic Metal unterwegs und zieht so ziemlich alle Register, die man ziehen kann.
Erdig und groovend bahnt sich der Song seinen Weg und kann nochmal ordentlich punkten.

Zu Beginn war ich doch echt begeistert vom neuen ACHELOUS Album und hatte mich gefragt, warum ich den Vorgänger mit „nur“ 6 Punkten abgespeist habe. Aber umso mehr ich das neue Album gehört habe umso mehr nutzen sich leider die meistens Songs zu sehr bzw. zu schnell ab. Weiterhin also leider viel zu viel Standard insgesamt auch auf der neuen Scheibe.
Den ein oder anderen Hit mehr hat man hier aber im Vergleich zum Vorgänger doch im Gepäck, dafür gibt es 0,5 Punkte mehr, aber viel mehr ist auch dieses Mal leider nicht drin, sorry!
Für beinharte Epic Metalfans aber auf jeden Fall hörenswert!

Julian

 

 

 

MATNEY – The Redneck & The Red Man

Trackliste:

01. Rebel Saint
02. All Fired Up
03. Big Daddy
04. All She Wrote
05. Tomcat
06. This Heart Has A Ghost
07. One Way Road
08. Washed In The Blood

 

 

Spielzeit: 23:23 min – Genre: Southern Boogie Hard Rock – Label: Roulette Records / Cargo Records – VÖ: 26.04.2024 – Page: www.facebook.com/people/Matney/61554931494398/

 

MATNEY noch nie von gehört, ist mir total unbekannt. Der Name klang interessant, der Titel „The Redneck & The Red Man“ ebenso und als ich in der Redaktionsliste Southern Rock gelesen habe musste ich mich für dieses Album eintragen. War es doch in diesem Genre in den letzten Jahren sehr still geworden, eine Live Scheibe von MOLLY HATCHET, dem Debütalbum von THE GEORIGIA THUNDERBOLTS, dass sehr gute dritte Album von VERN DAYSEL letztes Jahr und das Nachholkonzert von MOLLEY HATCHET in München waren für mich die letzten Lebenszeichen dieser Spielwiese. Und nun liegt mir das taufrische Album von MATNEY vor, das aufhören lässt.

Also gleich mal die Promo Infos gecheckt und für Fans von ZZ TOP, LYNYRD SKYNYRD und THIN LIZZY als Anlaufstelle empfohlen. Nochmal ein Volltreffer für mich, allerdings würde ich THIN LIZZY weglassen und LYNYRD SKYNYRD bedingt erwähnen. Ich würde zu ZZ TOP noch MOLLY HATCHET, DOC HOLLYDAY und BLACKFOOT hinzunehmen. Bei MATNEY haben sich Mike MATNEY und kein geringerer als Stevie Salas (Produzent und Co-Songwriting) zusammengetan um ein frisch klingendes Album das alle Stärken aus Southern Rock, ein wenig vom Boogie und Hard Rock zu vereint. Und das ist den Herren tadellos gelungen, wenn man in den meisten Momenten davon absieht das sehr viel ZZ TOP (ala „Sharp Dressed Man“, „Gimme All Your Lovin‘“, „Cheap Sunglasses“ und „Sleeping Bag“) drin steckt. Wer über diesen Aspekt hinweg sehen kann hat sicher sehr viel Freude an dem leider viel zu kurzen Album. Leider kann ich nicht viel zur Besetzung außer Mike herausfinden, soll aber nicht weiter stören, denn die Mucke zählt.

Die vier Protagonisten plus Salas an den Reglern haben ein sehr gutes Album oder besser gesagt, wenn man die Laufzeit betrachtet EP auf Konserve gebracht die jedem Anhänger von geilem Southern Hard Rock mit Boogie Anwandlungen oder einfach nur Asskickin‘ Biker Rock bestens schmecken sollte. Egal welchen Titel man sich aussucht, es kann jeder auf seine Art und Weise überzeugen. Wenn man das Cover Artwork heran zieht spiegelt es 100%ig den Inhalt wider und sollte unbedingt mal angehört werden. Aber nicht nur für die Anhänger von Southern Rock könnte das Album interessant sein, die jenigen für die AC DC, AIRBOURNE, ROSE TATTOO oder auch RHINO BUCKET und SIN CITY zum guten Ton gehören solltenn hier auf ihre Kosten kommen.

Einzig der Umstand der mageren Laufzeit von 23 Minuten versalzt die Suppe ein klein wenig und bringt Abzug in der B-Note. Ich bin gespannt wie es mit den Jungs weiter geht, das erste Ausrufezeichen haben sie mit einem sehr lauten und positiven Knall gesetzt.

„Rebel Saint“ geht mit seinen typischen Southern Rock Vibes gleich mal ohne Umweg ins Ohr, „All Fired Up“ eine Mixtur aus Southern Rock und Boogie Hard Rock der Marke ZZ TOP. „Big Daddy“ kommt mit schrägen Riffeinlagen und ZZ TOP Genen ums Eck, „All She Wrote“ hier treffen coole Riffs auf Vollgas Rock aus dem Süden. „Tomcat“ Southern Rock trifft auf Hard Rock Riffs, coole Sache das Ding, „This Heart Has A Ghost“ hier trifft Boogie Woogie auf INXS und DEPECH MODE Vocals, dass Ergebnis ist besser als es sich liest. „One Way Road“ kommt mit viel Blues in der Unternote, „Washed In The Blood“ ein Schwerer Rocker der gefällt.

Balle

WILDSTREET – Wildstreet IV (EP)

Trackliste:

01. Heroes
02. Sick To Death
03. Won’t Be Apart
04. Come Down
05. Say Goodbye
06. Mrs. Sleazy
07. The Road

 

 

 

Spielzeit: 27:04 min – Genre: Hard Rock – Label: Robot Records – VÖ: 26.04.2024 – Page: www.facebook.com/wildstreetnyc/

 

WILDSTREET sind zurück, die olle Punk Frise mit der starken Stimme Eric Jayk ist mit der EP „Wildstreet IV“ zurück. Zur Momentanen Besetzung gehören Eric Jayk verantwortlich für Gesang und Gitarre, Wrath Starz an Gitarre, Kevin R. Scarf an Bass und die Schießbude bedient Dylan Graff.

WILDSTREET konnten auf dem Album „Wildstreet (2009)“ und der EP „Wildstreet II…Faster…Louder (2011)“ mit eingängigem Melodic Hard Rock der Marke STAGE DOLLS und DEF LEPPARD der Ära „Pyromania“ bis „Adrenalize“, BB STEAL mit ihrem Album „On The Edge“ oder ROXUS mit „Nightstreet“ für ordentlich Wirbel sorgen und auch ohne Probleme überzeugen. Ging das dritte Album schlicht „Wildstreet III“ betitelt in eine etwas rotzigere Richtung, nicht minder schlecht sondern einfach mehr in die Rotz Rock Ecke. Nun liegt die neue EP vor und gleich der Opener lässt Spekulationen zu. Doch keine Angst, auch auf diese EP kommen die alten WILDSTREET durch und so wechseln sich kräftige Hard Rocker mit eingängigen typischen WILDSTREET Songs ab oder man geht die Sache rotzig an.

So lassen WILDSTREET viel Abwechslung in den Sound einfließen, egal ob beim LED PURPLEschen Opener, dem zweiten Song oder die Folgenden machen Spaß ohne dabei angestaubt oder antiquiert zu klingen. So geben sich die Songs die Klinke in die Hand und gehen es mal heftiger, dreckiger, melodiöser oder balladesk an. Es macht absolut keinen Unterschied welcher Song gerade aus den Boxen bläst, es ist jeder Song ohne Ausnahme ein Treffer. Nur sitzen nicht alle Songs beim ersten Durchgang, die benötigen mehr Zeit im Player um ihr Potential ausspielen zu können.

Hier hat die Band um Eric mal wieder in die Zauberkiste geschaut und einiges aus dem Zylinder geholt. Für mich ist diese EP noch eine Spur besser als das letzte Album, Allerdings ziehe ich hier einen Punkt, wegen süchtig machender Mucke die leider zu schnell vorbei ist, ab. Jungs setzte mir ein Album in dieser Qualität vor das über 40 Minuten geht und 11 bis 12 Songs, eine Ballade weniger enthält und ihr landet ganz oben auf der Bewertungsskala.

„Heroes“ für WILDSTREET sehr ungewöhnlich, kommt mit DEEP PURPLE und LED ZEPPELIN Vibes, benötigt mehr Anläufe um zu zünden, „Sick To Death“ erinnert an eine Mischung aus Rocker und Powerballade von CINDERELLA. „Won’t Be Apart“ hier kommen die älteren WILDSTREET wieder zum vorschein, „Come Down“ vereint alle bisherigen Marschrichtungen der Band, dieser Mix macht sich verdammt gut im Portfolio von WILDSTREET. „Say Goodbye“ eine vor Tränen nur so triefende Ballade, „Mrs. Sleazy“ spielt die eingängige Dreckschleuder, besser geht es nicht, „The Road“ bei dieser Ballade muss ich wieder an CINDERALLA mit ROUGH CUTT denken.

Balle

VANDEN PLAS – The Empyrean Equation Of The Long Lost Things

Trackliste:

01. The Empyrean Equation Of The Long Lost Things
02. My Icarian Flight
03. Sanctimonarium
04. The Sacrilegious Mind Machine
05. They Call Me God
06. March Of The Saints

 

 

 

Spielzeit: 54:57 min – Genre: Progressive Rock/Metal – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 19.04.2024 – Page: www.facebook.com/VandenPlasOfficial

 

Ich habe kürzlich auf Buzzfeed gelesen, es sei peinlich, wenn man nicht spätestens mit 30 anfange, sein Bett jeden Tag zu machen und seine Poster zu rahmen. Während andere Leute daran scheitern, schaffen VANDEN PLAS pünktlich mit 30 ein Album wie „The Empyrean Equation Of The Long Lost Things“ und verhelfen mir zu einer entspannten Rezension, denn mit Einleitung plus einmaligem Ausschreibens des Albumtitels hab ich praktisch schon meine Standard-Rezensionslänge erreicht.
Okay, sind wir mal nicht so. VANDEN PLAS kommen aus Kaiserslautern, machen laut Promo Sheet Progressive Rock, eigentlich aber Progressive Metal (Debate me!), mögen ihren Albumcovern zufolge blau und rot und sind eine der Bands, die sich über die Jahre und inzwischen elf Alben einen eigenen kleinen Platz in der Progressive Hall of Fame erarbeitet. Das liegt an nicer Musik im allgemeinen und an der Kombination aus eigenem Songwriting-Stil und Andy Kuntz‘ mit hohem Wiedererkennungswert ausgestatteter Stimme im speziellen.
Für die Kenner: Jap, genau das erwartet Euch auch auf TEEOTLLT wieder. Orchester, einiges an Klavier, ein paar Synths sind wieder am Start, dieses Mal aus den Fingern von Alessandro Del Vecchio, der als neuer Keyboarder partizipiert und Tasten-Conoisseuren von JØRN LANDE, MAT SINNER, REVOLUTION SAINTS und HARDLINE bekannt sein könnte; der sich außerdem hervorragend in den Sound der Deutschen einfügt.
Und der ist weiterhin: ein Mix aus melodischem Progressive Rock und Metal, meist mit getragenen Melodien mit dem gewissen VANDEN-PLAS-Faktor, mal kraftvoll, feierlich, meist nachdenklich melancholisch, mal härter, mal ganz ruhig, immer melodieorientiert und mit längeren Mittelteilen, die nicht langweilen.
Funktioniert nach wie vor, auch dank der Songlängen. Keiner der gerade mal sechs Tracks unter sechs Minuten, einer dafür über 15. Man nimmt sich Zeit für die einzelnen Abschnitte der Songs, gibt ihnen Gewicht, und das macht sich bemerkbar. Auch wenn man nicht zu denen gehört, die groß auf Texte achten, wirkt TEEOTLLT in seiner Intensität ernsthaft, groß und inhaltsschwer. Nicht jedoch musikalisch belastend, was man angesichts dessen vermuten könnte. Der Progressive-Faktor der Band ist zumeist hintergründig und kein Musikwissenschafts-Abschluss zum Genuss ihrer Musik nötig. Die ein oder andere Melodie gestaltet sich sogar gerne mal wirklich simpel für Progressive-Verhältnisse, räumt jedoch in Sachen Wirkung voll ab – exemplarisch dafür sei der Chorus von „My Icarian Flight“ genannt, der so einfach wie besonders klingt.
Kritik ist kaum angebracht. Es wäre vielleicht von Vorteil gewesen, „Sanctimonarium“ zum großen +15-Minüter zu machen, der am Ende noch einmal kurz Potenzial für locker zwei weitere Minuten anteasert, das aber nicht umsetzt, während bei „March Of The Saints“ eigentlich auch in zehn Minuten alles gesagt sein könnte, aber Jesus.

Fazit:
„The Empyrean Equation Of The Long Album Titles“ ist eine der Platten, die zum konzentrierten Hören einladen und dann so richtig in ihren Bann ziehen. Gönnt Euch ein Stündchen Ruhe, macht es Euch gemütlich, drückt auf Play und schließt die Augen. Ich wünsche eine gute Reise!

Anspieltipps:
Die ersten beiden Songs. Dann bei Interesse einfach laufen lassen.

Jannis

NOCTURNA – Of Sorcery and Darkness

Trackliste:

01. Burn the Witch
02. Sapphire
03. Noctis Aven
04. Creatures of Darkness
05. Midnight Sun
06. First Disobedience
07. Seven Sins
08. Through the Maze
09. Strangers
10. Last Day on Earth

 

Spielzeit: 36:42 min – Genre: Symphonic Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 19.04.2024 – Page: www.facebook.com/officialnocturna

 

Mit dem Debütalbum der Metaller von NOCTURNA, Rezi hier bei uns, hatte ich ganz schön zu kämpfen! Zwei weibliche Sängerinnen, ein Mix aus Gothic und Symphonic Metal, das klang erstmal ganz gut, entpuppte sich dann aber leider aufgrund des Standardsongmaterials als leider eher Durchschnitt für mich!
Aber, zweite Scheibe, zweite Chance!
Dieser Tage kehrt man mit dem neuen Album „Of Sorcery and Darkness“ zurück und hat vom Grundkonzept her erstmal nichts geändert, auch die handelnden Personen sind komplett gleich, nun allerdings mit Künstlernamen ala Hedon, Antares oder Grace Darkling versehen.
Hoffen wir mal das die Songs dieses Mal etwas griffiger sind und sich von der breiten Masse abheben!

Der Opener „Burn the Witch“ sollte da ein erster Anhaltspunkt sein. Und oh ja das gute Stück läuft ganz ordentlich in die Gehörgänge. Der tolle weibliche Wechselgesang ist nach wie vor vorhanden und auch ansonsten wird hier recht ordentlich die Symphonic und Bombast Keule geschwungen!
Im Gegensatz dazu ist das folgende „Sapphire“ schon etwas „ruhiger“ und geht nicht ganz so nach vorne wie der Opener. Hat aber nach wie vor genug Dampf. Hier ist man etwas mehr im Symphonic und Gothic Genre unterwegs auf jeden Fall.
Ähnlich ist man dann auch im anschließenden „Noctis Aven“ unterwegs.
Das, wieder mehr nach Power Metal tönenden „Creatures of Darkness“, ist dann das nächste absolute Highlight der Scheibe welches den Mittelteil toll einleitet.
Dieser ist mit dem Symphonic Power Metal Hybridtrack „Midnight Sun“ und dem melodischen „Seven Sins“ ganz ordentlich besetzt. Dazwischen gibt es noch das Zwischenstück „First Disobedience“ welches aber nicht weiter ins Gewicht fällt!
Ordentlich Bombast gibt es dann wieder bei „Through the Maze“ auf die Ohren, aber Überraschung die Nummer kommt etwas variabler um die Ecke mit Tempowechseln. Sehr interessante Wendungen die auch zeigt, was die Band so draufhat, wenn sie mal etwas abseits vom Power und Symphonic Metal unterwegs ist!
Die letzten beiden Nummern „Strangers“ und „Last Day on Earth“ können das starke Niveau der Vorgängersongs dann leider nicht mehr halten und fallen im Vergleich dann doch ab, guter Standardmetal, mehr nicht.

Na also! Zweite Chance genutzt würde ich sagen! Der ganz große Wurf ist das neue Album zwar auch nicht geworden, aber man ist hier definitiv insgesamt eher auf dem richtigen Weg und hat hier einige Hits im Gepäck die sich auch schön von der Massenware in dem Genre abheben.
Die Spielzeit ist zwar für die heutige Zeit nicht berauschend, aber auch das kann ja beim nächsten Album noch kommen.
Im Vergleich zum Debütalbum geht es auf jeden Fall mal 1 ganzen Punkt rauf! Eine absolute Steigerung also auf jeden Fall!

Julian

 

 

 

BRONZE – In Chains and Shadows

Trackliste:

01. Fool
02. Time Covers No Lies
03. In Chains and Shadows
04. Maze of Haze
05. Tale of Revenge
06. Jackals of the Sea
07. Samurai
08. Real of the Damned
09. Tyrant`s Spell

 

 

Spielzeit: 32:10 min – Genre: Heavy Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 24.04.2024 – Page: https://bronzeofficial.com/

 

Die Geschichte der Band Bronze reicht bis in Jahr 2010 zurück als die Sängerin Mina Walkure zusammen mit ihrem Bruder und Bassisten Lap die Band KRAMP ins Leben rief. Bis 2020 brachte man es in unterschiedlichen personellen Konstellationen auf die EP „Wield Revenge“ und ein Album „Gods of Death“.
2023 wagte man dann einen großen Schritt benannten die Band um in Bronze und scharrte neues Personal um sich.
Cederick Forsberg (BLAZON STONE) bedient nun die Gitarre und Billy Qvarnström sitzt hinter dem Schlagzeug.
Zusätzlich hat man das neue Album „In Chains and Shadows“ im Gepäck, das erste unter dem neuen Namen, auf dem man dem female fronted Heavy Metal frönt.

Als Einstieg bekommen wir direkt mal „Fool“ um die Ohren gehauen. Klingt Rifftechnisch stark irgendwie nach RUNNING WILD entwickelt aber vor allem im Chorus einen ganz eigenen Stil und ist einfach toll anzuhören. Ein mehr als ordentlicher Beginn, macht neugierig!
Sehr schnell ist man dann beim anschließenden „Time Covers No Lies“ unterwegs der aber im Vergleich zum Opener den Kürzeren zieht.
Der Titeltrack „In Chains and Shadows“ bietet dann wieder episches RUNNING WILD Feeling und der Chorus gehört mit zu dem Besten, was wir hier auf der Platte hören werden! Eine absolute Ohrbombe also!
Das zackige „Maze of Haze“ bildet dann den Einstieg in den Mittelteil der Scheibe der mit „Jackals of the Sea“, ebenfalls kommen hier wieder RUNNING WILD Feelings hoch, und „Samurai“ bestens besetzt ist.
Im Anschluss gibt es mit dem knackigen „Real of the Damned“, dürfte ein ziemlich guter Livetrack sein, und dem abschließenden „Tyrant`s Spell“, mit einem leicht düsteren Touch, nochmal zwei sehr ordentliche Tracks auf die Ohren, die zeigen das die Band ein gutes Songwriting Gespür hat.

Female fronted Metal interessiert mich ja immer irgendwie! Das und die Vorabeindrücke zeigten mir auf jeden Fall, dass das BRONZE Debüt Wert wäre, näher gehört zu werden. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht!
Teils sehr Oldschool, teils etwas episch und mit einigen Heavy Metalverweisen auf bekanntere Bands ausgestattet tönen die 9 Songs größtenteils recht ordentlich aus den Boxen. Der Gesang von Fronterin Mina passt auch perfekt zur Mucke, von daher ist doch einiges echt gut auf der Scheibe.
Die mickrige Spielzeit sollte man auf jeden Fall nicht als Maßstab nehmen für die nächste Scheibe, die angesprochenen Hits auf jeden Fall schon!

Julian

 

 

 

MORGENROT – Gedankenspiele

Trackliste:

01. Lebe
02. Solang du folgst
03. Es gab eine Zeit
04. Heute oder Morgen
05. Der einfache Weg
06. Mein Verlies
07. Frei wie der Wind
08. Wär heute lieber Gestern
09. Trinken spielen
10. Mein Werk
11. An die Engel
12. Hinterm Horizont

Spielzeit: 49:18 min – Genre: Deutsch Rock – Label: Burnout Records – VÖ: 19.04.2024 – Page: www.facebook.com/MorgenrotOffizell/

 

Nach dem Brecher von HIGH ON FIRE folgt nun leichtere Kost von MOGENROT, ein Stück Deutsch Rock, wie es sein soll. Deftig, versaut, teils nicht jugendfrei aber genau so sollte Deutsch Rock sein. Und MORGENROT hauen genau so ein Dingens raus, da habe ich seit 2002 ganz schön was verpennt, denn die rebellierende Prepubertäre Haudrauf Kombo hat schon einiges veröffentlicht.

MORGENROT haben auf „Gedankenspiele“ zwölf Kracher eingetütet die nicht nur ein leicht dezentes Puff machen, nein die Songs machen ein lautes KNALL und BUMM das man sehr weit hin vernehmen kann. Der Gesang hat fast schon etwas magisch Hypnotisierendes das perfekt mit Deutsch Rock matcht und die Texte perfekt wiedergibt. Rau und derb gehen die Texte sofort ins Ohr, wenn auch mal stellenweise nicht jugendfrei. Die beiden Gitarren machen Druck ohne Ende, dem Bass gehen nicht nur einmal die Gäule durch, der Drummer beackert die Felle ohne Rücksicht auf Verluste. Das Streichinstrument aus dem Klassikbereich fühlt sich im Deutsch Rock sehr wohl ohne deplaziert zu wirken.

Die Songs sind mit, ja mit welchen Eigenschaften behaftet? Zum einen mit Melodien und Harmonien die zu perfekt scheinen aber bei jedem Hören über allem schweben. Die Stimme könnte nicht besser gewählt sein um die Texte auf Konserve zu bannen, und in dieser Stimme liegt eine gewisse Faszination der man sich nicht nicht so leicht entziehen kann. Dann kommt noch die Instrumenten-Fraktion, die hat aber auch überhaupt nichts verkackt, die machen alles so Richtig wie damals Phil Taylor der Jahre lang das Optimum am Dartboard darstellte. Zielsicher wie ein Michael van Gerwen die Tripple 20 trifft so sicher gehen die Songs sofort ins Ohr und hallen für eine gefühlte Ewigkeit in den Gehörgängen nach und verbreiten dabei beste Stimmung.

Ein Album das von vorne bis hinten einfach nur Spaß macht und ein beeindruckendes Werk der dicke Klöten Jungs + einem Mädel von MORGENROT ist. Neu ist auf „Gedankenspiele“ absolut nichts, aber was solls das Dingens macht Spaß ohne Ende und kann überzeugen ohne in die Hose zu gehen.

„Lebe“ ein cooler Song der wie FALCOS „Jeanny“ für Skandal sorgen könnte, kommt mit Mittelalter Rock Vibes, „Solang du folgst“ der Titel für alle Mitläufer, geht gleich ins Ohr. „Es gab eine Zeit“ liegt irgendwo zwischen ÄRZTE und Haudrauf voll auf die Zwölf, „Heute oder Morgen“ fängt nachdenklich an, ab dem ersten Refrain mutiert das Ding zum Highlight. „Der einfache Weg“ erinnert mich an die ONKELZ mit Campino Vocals was sich saustark anhört, „Mein Verlies“ eine starke und gefühlvolle Powerballade. „Frei wie der Wind“ ein gute Laune Rocker, „Wär heute lieber Gestern“ ein Song für die Tanzflächen der Rockdiscos. „Trinken spielen“ hier verschieben MORGENROT sämtliche Genregrenzen – Deutsch Rock trifft auf Blues / Southern Rock mit Happy Feel Good Vibes und Übergebenden Texten – der Bass Bricht hier voll durch, „Mein Werk“ hier lassen die Boys alle Hemmungen fallen, das Ding geht ab wie Zombie auf XTC und Chili im Hintern. „An die Engel“ der Song für feuchte Augen, „Hinterm Horizont“ geht geil nochmal volle Kanne durch die Wanne.

Balle

HIGH ON FIRE – Cometh The Storm

Trackliste:

01. Lambsbread
02. Burning Down
03. Trismegistus
04. Cometh The Storm
05. Karanl k Yol
06. Golden Curse
07. The Beating
08. Tough Guy
09. Lightning Beard
10. Hunting Shadows
11. Darker Fleece

Spielzeit: 57:52 min – Genre: Sludge/Stoner/Doom Metal – Label: MNRK Heavy – VÖ: 19.04.2024 – Page: www.facebook.com/highonfire

 

Da habe ich mir mit der neuen Scheibe von HIGH ON FIRE eine Suppe aufgeladen, ich kannte die Band bis jetzt noch nicht und in der Redaktionsliste wird das Album „Cometh The Storm“ unter dem Genre Heavy Rock / Metal geführt. Diese Angabe ist normalerweise mein Beuteschema, aber leider trifft die Kategorisierung nicht wirklich zu. Die Auslegung von HIGH ON FIRE geht stark in die Sludge Metal Ecke mit Stoner- und Doomelementen im Sound, diese Ecke befindet sich nicht Ansatzweise in meiner Wohlfühlzone. Aber jetzt mal persönlichen Geschmack und Spa-Ecken ausgeblendet und unvoreingenommen an das Album rangehen.

Gleich mal zwei positive Aspekte zu HIGH ON FIRE am Anfang, die Laufzeit geht fast 58 Minuten bei 11 Songs, beide Daumen hoch. Der zweite Punkt ist ein seltener Umstand das die Promos als Wave vorliegen, dass heißt also keine Abstriche beim Sound durch herunter komprimieren sondern Klang wie auf CD alle restlichen Finger hoch, hier kann höchstens die Produktion oder das Mastering abkacken.

Die Band treibt schon seit Ende der 1990 bis zum Jahrtausend Wechsel ihr Unwesen in den Staaten und bei jedem Hörer der die Amis kennt. In der Promo Info wird HIGH ON FIRE mit folgenden Worten angekündigt: „HIGH ON FIRE is the sludgy resin from 30 years of super-hard-rock history transubstantiated into three men from Oakland with low-slung jeans.“ Diese Worte stammen aus dem Jahr 2002 von Ben Ratliff, New York Times. Ich habe keine Möglichkeit mir den Backkatalog anzuhören und kann diese Aussage weder bestätigen noch verneinen. Auf dem hier vorliegenden Album trifft alles was mit Hard Rock zu tun hätte auf keinen Fall zu, wie die Vergangenheit ausgesehen hat kann ich nicht beantworten.

Der Opener haut einem schon mit einer Intensität die Hucke voll das mir klar war das Hard Rock hier Fehlanzeige ist. Heavy Rock trifft es auch nicht wirklich. Umschreiben lässt sich der Sound am besten mit einer sehr düsteren Version von MOTÖRHEAD auf dem Sludge Trip in den tiefsten Morast der sich finden lässt. Dieses Gebräu wird mit LED ZEPPELIN Wurzeln angereichert die im Metal sehr interessant klingen. Das alles wird mit leichten Stoner Riffing und Doom Einlagen angereichert das einem schwindelig wird. Der Gesang könnte glatt von Lemmy The Kilmister stammen. Schlecht ist das gebotene auf keinen Fall nur eben nicht massentauglich, da alles zu sperrig rüberkommt und somit nicht leicht zu verdauen ist. Eingängigkeit findet man nur in manchen Passagen, der Rest ist sehr schwere Kost die erst bei mehrmaligen Hören sitzt, wenn überhaupt. Am besten schmeckt das Instrumental „Karanl k Yol“ das mit seinem indischen Flair voll auf die ZEPPELIN zwölf geht.

Ich lasse mich gerne überraschen, hier geht dieses Unterfangen weder schief noch ist es ein Volltreffer. Zur Abwechslung mal was anderes was nicht alltäglich bei mir im Player landet.

Balle