FANTASY OPUS – The Last Dream

Band: Fantasy Opus
Album: The Last Dream
Spielzeit: 70:44 min
Stilrichtung: Power/Prog Metal
Plattenfirma: Pure Steel Publishing
Veröffentlichung: 08.06.2018
Homepage: www.facebook.com/FantasyOpusOfficial

Hmm das mir vorliegende Promosheet gibt jetzt nicht wirklich viel her über die Band FANTASY OPUS…die Jungs kommen aus Portugal und werfen mit „The Last Dream“ dieser Tage ihr zweites Album auf den Markt. Das Debütalbum „Beyond Eternity“ erschient 2008 und im Vergleich dazu sollt das neue Werk ein Quantensprung sein in Sachen Songwriting und Produktion.
Na das schauen wir uns gleich doch mal an, zuvor sei aber noch darauf hingewiesen das die Mucke der Band am Ehesten etwas für die Fans von SYMPHONY X oder ANGRA ist.
Als Opener fungiert „Ritual of Blood“ der recht zackig aber mit einer kleinen instrumentalen Einleitung loslegt. Kurz danach ertönt dann der Gesang der schön rau und kraftvoll ertönt. Garniert mit einem feinen Chorus schafft man es direkt mit diesem Midtempotrack die Fangemeinde in seinen Bann zu ziehen, sehr schön!
Beim anschließenden „Heaven Denied“ und „Chosen Ones“ geht es dann ein klein wenig kompakter zu Werke, auch wenn auch hier die 5 Minuten Marke locker übersprungen werden. Die erstgenannte Nummer landet auch ohne Umschweife auf unserer Hitliste.
Nach dem Balladenausfall „Lust“ skippen wir schnell weiter zu „Conquer the Seas“ welches schon wieder wesentlich besser aus den Boxen tönt und ordentlich in die Ohren geht. An die bisherigen Hits kommt man hier aber auch zu keiner Zeit ran.
Das ändert sich dann leider auch bei den nächsten Tracks nicht wirklich, gut das überlange, zwölfminütige „Perfect Storm“ ist ganz okay, kann aber auch nicht so glänzen wie die bisherigen Hittracks. Dafür ist es auch einfach zu verkopft und man kommt immer wieder von der ohrenfreundlichen Linie ab und verliert sich im Gefrickel!
Über das Instrumental „Oceans“ geht es dann an die letzten zwei Tracks „Realm of the Mighty Gods“ und „King of the Dead“, auch hier ist nicht alles Gold was glänzt, aber es ist auf jeden Fall besser als der gesamte Mittelteil der doch ziemlich an einen vorbeigerauscht ist.

Anspieltipps:

Mit “Ritual of Blood”, “Heaven Denied” sowie “Realm of the Mighty Gods” solltet ihr hier direkt warm werden.

Fazit :

Hui, hui die Jungs von FANTASY OPUS machen es einen mit ihrem neuen Silberling echt nicht leicht! Die Songs an sich sind gut geschrieben, aber es krankt irgendwie komplett an der Umsetzung. Sonst ist es nicht zu erklären das die guten Ansätzen in den Songs schnell immer mit ewigen Gefrickel und instrumentalen Parts zunichte gemacht werden. So bleiben leider nicht viele Hits hängen und insgesamt ist das Ganze leider nur guter Durchschnitt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ritual of Blood
02. Heaven Denied
03. Chosen Ones
04. Lust
05. Conquer the Seas
06. Black Angels
07. Every Scar tells a Story
08. Perfect Storm
09. Oceans
10. Realm of the Mighty Gods
11. King of the Dead

Julian

TOMORROW’S EVE – Mirror Of Creation III – Project Ikaros

Band: Tomorrow’s Eve
Album: Mirror Of Creation III – Project Ikaros
Spielzeit: 69 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Soulfood
Veröffentlichung: 27.04.2018
Homepage: www.tomorrows-eve.com

Mit „Mirror Of Creation III – Projekt Ikaros“ legen TOMORROW‘S EVE ihr fünftes Studioalbum vor, dass man nach 10-jähriger Funkpause mit Fug und Recht als kleines Comeback bezeichnen kann. Ich muss eingestehen, dass mir das bisherige Oeuvre der Jungs nicht bekannt ist. Also gehe ich mal blauäugig an das Ganze heran und staune erstmal nicht schlecht über das Drumherum: das Artwork ist schick, die Produktion hat Hand und Fuß und mit solchen Leuten wie Mike LePond (Symphony X) am Bass und John Macaluso an den Stöcken (u.a. Yngwie Malmsteen, Labyrinth, Ark, TNT) ist handwerklich auch alles im grünen Bereich. Dass die Scheibe ein ambitioniertes Projekt ist, das auch thematisch/textlich einiges zu transportieren hat, wird relativ schnell klar. Was zählt ist aber natürlich in erster Linie mal aufm Platz, sprich, hat die Truppe auch die nötigen Songs am Start um fast 20 Jahr nach dem Debüt („The Unexpected World“) in einer ständig wachsenden und sich runderneuernden Szene noch relevant zu sein?

Was schon beim Opener „Welcome To The Show“ positiv auffällt ist Sänger Martin LeMar, der vom Timbre her ein wenig an Todd La Torre (Queensryche) erinnert und den Songs die nötige Portion Schmutz und Dramatik einhaucht. Relativ schnell wird auch klar, dass bei TOMORROW’S EVE keineswegs die Gitarren die solistischen Akzente setzen, sondern den Keyboards hier eine Menge Freiräume gewährt werden. Das klingt im Vergleich zu der oft aus allen Rohren ballernden (jüngeren) Konkurrenz erfrischend und abwechslungsreich. Wo es für meinen Geschmack ein wenig hakt sind einige leichte Defizite beim Songwriting, bzw. den Arrangements. Bereits nach 3 Tracks haben die Jungs eigentlich alles gesagt, bzw. ihr Pulver verschossen. Die Songstrukturen bieten nicht mehr allzu viel Abwechslung, es wechseln sich harte Riffs (Dream Theater Härtegrad) mit ruhigen Passagen ab, hochmelodiöse Refrains werden von einer rhythmischen Vollbremsung daran gehindert ihr volles Potential zu entfalten (was dazu führt, dass trotz mehrmaliger Einfuhr nur recht wenige Hooklines wirklich hängen bleiben). Auf der anderen Seite macht die Scheibe beim Durchhören aber auch einfach richtig Spaß – es wird nie übertrieben, weder bei den gelegentlich eingestreuten Frickeleinlagen, noch beim Härtegrad oder der Produktion. Songs wie die abwechslungsreich melodischen „Law And Order“, „Dream Within A Dream“ oder der Riffer „Morpheus“ machen aus der Platte eine starke Genrescheibe, die über weite Strecken vieles richtig macht aber der unterm Strich einfach das letzte Quäntchen Eingängigkeit fehlt.

Fans von Dream Theater, Queensryche und Symphony X sollten sich „Mirror Of Creation III – Project Ikaros“ auf jeden Fall einmal anhören. Vielleicht entdeckt der ein oder andere ja genau das, was ihn an diesem Genre so reizt. Bei mir ist die Platte jetzt nicht unbedingt eingeschlagen wie eine Bombe, aber einige unterhaltsame Stunden sind schon dabei rausgekommen. Gute Genrekost aus heimischen Gefilden für Fans der Band, sowie der genannten Referenzen.

WERTUNG :

 

 

Trackliste:

01. Welcome To The Show
02. Morpheus
03. Bread And Circuses
04. Imago
05. The System
06. Law And Order
07. Dream Within A Dream
08. Terminal
09. Inner Sanctum
10. Somnium Ex Machina
11. Gods Among Each Other

Mario

HEXED – Netherworld

Band: Hexed
Album: Netherworld
Spielzeit: 46:23 min
Stilrichtung: Progressive Heavy Metal
Plattenfirma: ViciSolum Productions
Veröffentlichung: 30.03.2018
Homepage: www.hexed.se

Endlich ertönt mal wieder der Newcomeralarm hier bei uns! Hatten wir lange nicht mehr. Mit HEXED betritt eine female fronted Metalband aus Schweden die Bühne die von der stimmgewaltigen Fronterin Tina Gunnarsson angeführt wird.
2015 gründete man sich und bezieht seine musikalischen Einflüsse aus so Bands wie QUEENSRYCHE, CRIMSON GLORY oder PAGANS MIND. Man hat es hier also mit eingängigen, groovenden Metal der progressiven Sorte zu tun.
Was ich als Appetithappen hörte und die Vorschusslorbeeren an sich machten mir das Debütalbum „Netherworld“ der Band ganz schön schmackhaft, daher stürzen wir uns mal direkt in den Opener „Obedience“. Dieser legt direkt los und ohne großartige Einleitung werden uns hier die tiefer gestimmten Gitarrenriffs um die Ohren geballert. Unterstützt werden sie dann nach Kurzem durch Sängerin Tina, die wirklich ein gut passendes rockiges Organ besitzt. Der Song bangt sich so dahin bis zum Chorus, der dann auch wunderbar kleben bleibt!
Teilweise wird Tina auch von einer männlichen Stimme unterstützt, was einen guten Kontrast darstellt. Passt soweit alles beim Opener!
Das anschließende „Roots“ fällt dann nicht weiter auf, bevor man mit „Forsaken“ wieder eher glänzen kann. Hier ist man schön im Midtempobereich und schön songdienlich unterwegs. Im Refrain ist man auch wieder sehr eingängig, von daher passt das Ganze hier wieder voll ins bisherige gute Bild.
Super gelungen ist der Mittelteil der Scheibe der mit den starken „Exhaling Life“ und dem Titeltrack „Netherworld“ bestens unterhalten kann. Hier greift ein Songwriting Rädchen ins andere und die Songs prägen sich bestens ein!
Im weiteren Verlauf kann „Lightyears“ noch so richtig überzeugen, die anderen Nummern sind zwar auch alle nicht schlecht, erreichen aber nicht das Qualitätsniveau der genannten Highlights.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sollten euch hier „Obedience“, „Forsaken“, „Exhaling Life“, „Netherworld“ und „Lightyears“ direkt zusagen.

Fazit :

Noch ist nicht alles Gold was bei HEXED glänzt! Aber man ist auf einem verdammt guten Weg, denn für ein Debütalbum ist das Ganze hier schon mächtig gut gelungen.
Die Highlights beweisen das recht gut denke ich.
Wer auf female fronted Metal mit ordentlich Schmackes, Power, ohne Operngeträller und etwas Progressive steht, der ist hier genau richtig würde ich sagen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Obedience
02. Roots
03. Forsaken
04. Oceans
05. Exhaling Life
06. Netherworld
07. Lightyears
08. Stars
09. Illuminate
10. Remake my Soul

Julian

SHADOWKEEP – Shadowkeep

Band: Shadowkeep
Album: Shadowkeep
Spielzeit: 55:00 min.
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 30.03.2018
Homepage: www.shadowkeepmetal.co.uk

Es gibt gute Albumcover, akzeptable Albumcover und unschöne Albumcover. Knapp darunter kommt das Cover des neuen SHADOWKEEP-Albums. Aber das nur so am Rande. Zum Wesentlichen: Nach zehn Jahren Stille folgt mit “Shadowkeep” nun das vierte Album der Briten, die seit einigen Monaten mit niemand anderem als James Rivera (VICIOUS RUMORS, HELSTAR) am Mic unterwegs sind.
Über elf Tracks und mit knapp einer Stunde Spieldauer fällt die Scheibe üppig aus, die laut des Promotextes Prog Power Metal beinhaltet. Das kann man so unterschreiben, obgleich es gegebenenfalls ein wenig irreführend formuliert sein könnte. “Shadowkeep” ist stark amerikanisch angehauchter Power Metal, der praktisch keyboardfrei ausfällt und seinen Prog-Faktor primär aus seiner Arbeit mit diversen Taktarten bezieht. Natürlich dürfen auch einige NWOBHM-Einflüsse nicht fehlen, schließlich bestehen SHADOWKEEP bis auf Rivera aus Briten, diese sind jedoch vergleichsweise selten. Auf Kitsch und epische Gänsehautparts wurde auf “Shadowkeep” nahezu komplett verzichtet. Zwar gibt es zwei Balladen, das SAXON-balladige “Little Lion” und das athmosphärische “Never Forgotten”, die beide jedoch glücklicherweise sehr gelungen sind und nur wenig Pathos an den Tag legen.
Der Rest ist flott, straight, korrekt produziert und von Riveras Stimme auch in höchsten Höhen noch vorbildlich gekrönt.
Alle Songs agieren dabei mindestens auf einem stabilen Niveau. Spätestens die Soloparts überzeugen, die durch die Bank Applaus verdienen. Auch sonst können SHADOWKEEP was. Alleine “Isolation” mit seinem bösen Mittelteil, den leicht corigen Drums während der Strophe und der treibenden Gitarrenarbeit im Refrain ist ein klarer Treffer. Nicht minder Gas gibt “The Sword Of Damocles”, ein reines Instrumental, bevor mit “Immortal Drifter” der Härtegrad locker gehalten wird und zudem eine gute Portion priestige Britishness serviert wird. Abermals mit wahnsinnigem Mittelteil, versteht sich.
Natürlich ist man jedoch auch im Midtempo zuhause, was “Horse Of War” einwandfrei belegt, mit coolem Strophenkonzept und recht eingängigem Refrain – leider, und hier ist Kritik nötig, einer der wenigen eingängigen Parts auf “Shadowkeep”. Denn während die Songs in ihrer ganzen Länge stark komponiert sind, war man bei der Komposition der einzelnen “Untermelodien” doch streckenweise zu wenig kreativ und bleiben nicht wirklich in Erinnerung. So mögen SHADOWKEEP hinsichtlich ihrer Taktarbeit progressiv sein; hinsichtlich ihrer Melodien sind sie es kaum, viel eher klassischer Heavy Metal mit viel US und etwas weniger UK drin. Daran könnte man noch etwas arbeiten. Egal, trotzdem ein gutes Album!

Anspieltipps:
“Isolation”, “Never Forgotten”, “Horse Of War” und “Immortal Drifter”

Fazit:
“Shadowkeep” ist alles andere als Karohemden-Hornbrillen-Prog. “Shadowkeep” ist straighter Heavy Metal mit Power-Metal-Nouancen und einigen progressiven Elementen. Nicht der ganz große Wurf, aber nicht überkeyboardet, einwandfrei gespielt und hervorragend gesungen. Da kann man über das Cover schon mal hinwegsehen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Atlantis
02. Guardians Of The Sea
03. Flight Across The Sand
04. Horse Of War
05. Little Lion
06. Angels And Omens
07. Isolation
08. Never Forgotten
09. The Sword Of Damocles
10. Immortal Drifter
11. Minotaur

Jannis

DEFECTO – Nemesis

Band: Defecto
Album: Nemesis
Spielzeit: 55:58 min.
Stilrichtung: Heavy/Progressive Metal
Plattenfirma: Black Lodge
Veröffentlichung: 16.03.2018
Homepage: www.defecto.dk

(Nachtrag vom 20.03.2018: von 9,5 auf 10 hochgestuft. Die Scheibe ist einfach zu perfekt.)

Sind Ihre Lautsprecher auch verklebt und verkrustet von all dem seicht poppigen Power-Metal-Geschmalze, das Sie immer hören? Benutzen Sie DEFECTO NEMESIS, um den Schmock in Windeseile aus den Boxen zu blasten! Man kann diese Band wohl guten Gewissens als Ausnahmeerscheinung bezeichnen, denn nicht nur bestach sie mit einem sehr guten Debutalbum, das ihr unter anderem Slots als Vorbands von Rammstein und Metallica bescherte, sondern haut mit ihrem zweiten Album “Nemesis” ein Werk raus, das man guten Gewissens als wahnsinnig bezeichnen kann.
Erstklassig produziert und mit fast einer Stunde Spieldauer ist NEMESIS zuerst einmal eins: verdammt hart für ein derart melodieorientiertes Album. Das liegt primär an der unbarmherzigen und fantastischen Riffarbeit der Jungs aus Dänemark, die partiell Death-metallische Züge aufweist, sekundär an der stimmlichen Leistung von Nicklas Sonne, der cleanen Gesang ebenso beherrscht wie böses Gegrowle, und an den apokalyptischen Orchestralarrangements, die mit denen von, sagen wir einfach mal, RHAPSODY gar nichts zu tun haben.
Doch damit nicht genug. Denn NEMESIS bezieht seinen Efecto ( -.- ) aus der Wechselwirkung von musikalischer Härte und großartigen Kompositionen.
Schon “Nemesis” (was ein fetter Anfang) knallt dem interessierten Hörer eine Refrainmelodie vor den Latz, die sich gewaschen hat und vom anschließenden “Endlessly Falling” (auch so ein Übersong) vielleicht noch knapp überboten wird. “Savage” rollt anschließend heavy rock’n’rollig auf der Harley heran, inklusive köstlichem TWISTED-SISTER-inspiriertem Video. Dem folgt direkt der nächste Höhepunkt, “The Nameless Apparition”, mit einer durchgehend unkonventionellen Melodieführung, die so verdammt gut funktioniert, dass die Frage aufkommt, warum die Idee vorher noch niemand hatte.
“The Sacrificed” und “Ascend To Heaven” sind die beiden Balladen auf NEMESIS (wobei man diese Bezeichnung bei letzterem Song dank seines Mittelteils nur eingeschränkt verwenden sollte), die recht düster und mit einer guten Portion Pathos, aber ohne großartig Kitsch und sehr gelungen daherkommen. Und während “Ablaze” vergleichsweise elektronisch ausfällt, mit exzellentem Synth-Einsatz und einem feinen Mittelteil, ist “Gravity” eine Mischung aus METALLICA und dem Lied, das HAKEN sich noch auf ihrem letzten Album gewünscht hätten.
Zusammenfassend: Es ist einfach wohltuend, sich neben dem ganzen fröhlichen Power-Metal-Spaß auch mal etwas DEFECTO zu geben. Diese Härte, diese Melodien, diese Arrangements, dazu diese Orchestralsynths und nicht zuletzt dieser großartige Sänger miteinander kombiniert machen aus NEMESIS jetzt schon eins der besten Alben des aktuellen Jahres. Es ist in höchstem Maße respektabel für eine 2011 gegründete Band, auf ihrem zweiten Album derartige Qualität mit echtem Wiedererkennungswert zu liefern, mit gerade einmal zwei bis drei Liedern, die minimal schwächer ausfallen. Auf dem Siegertreppchen des dänischen Metal sollten VOLBEAT zweifelsohne momentan fürchten, demnächst von Platz zwei auf Platz drei abzusteigen.

Anspieltipps:
“Nemesis”, “Endlessly Falling”, “Savage”, “The Nameless Apparition”, “Gravity” und “Ablaze”

Fazit:
Ich glaube, es ist inzwischen rübergekommen, dass ich nur deshalb nicht zu jedem der Leser, die nach diesem Review nicht in NEMESIS reinhören, nach Hause komme und sie dazu zwinge, weil mir die Adressen fehlen. Außerdem ist mein Navi defecto. Ehrlich, hört mal rein.

WERTUNG:

Von:

 

 

 

 

 

Nach:

 

 

Trackliste:

01. The Final Night Of Silence
02. Nemesis
03. Endlessly Falling
04. Savage
05. The Nameless Apparition
06. The Sacrificed
07. Ode To The Damned
08. Gravity
09. Ablaze
10. Before The Veil
11. We’re All The Enemy
12. Ascend To Heaven

Jannis

ATOMIC OPERA – For Madmen Only

Band: Atomic Opera
Album: For Madmen Only
Spielzeit: /
Stilrichtung: Groove/Progressive Metal
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 18.09.2017
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Heute liegt uns mal wieder ein feines, mir bisher gänzlich unbekanntes Stück silbrig schimmernden Plastiks vor. Nett verpackt in dem für das Rock Candy Label typischen liebevollen Design und einem Sticker druff, der das Ganze als rares und entdeckungswüriges Album ankündigt. Wollen wir mal sehen, was das Debüt dieser US Truppe aus dem Jahr 1994 so alles kann.

Das Offenkundige mal gleich vorab: Ja, ATOMIC OPERA wurden immer gerne und vielfach mit King’s X und den Galactic Cowboys verglichen, und das bestimmt nicht ohne Grund. Wer beim Opener „Joyride“ nicht sofort an das famose Trio aus … denkt, der hat die besagten Jungs entweder noch nie gehört oder, nun ja, hat halt Tomaten auf den Ohren. Im Grunde schlägt die Produktion von „For Madmen Only“ wohl ganz gezielt in die KX Kerbe, denn das gesamte Soundbild ist quasi eins-zu-eins übernommen (was vielleicht auch am KX Produzenten Sam Taylor liegen mag, der hier ebenfalls seine Hände im Spiel hatte). Da passt es dann auch, dass die Rhythmusfraktion genauso groovt wie die Vorbilder, die Gitarren ein mage-fettes Riff nach dem anderen aufs Parkett legen und als i-Tüpfelchen die Chorgesänge von ATOMIC OPERA ebenso passgenau siztzen wie von Doug Pinnick & Co. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir es hier mit einem platten Plagiat zu tun haben. ATOMIC OPERA konnten sich schon durch ihre klar nach aussen getragene christliche „Gesinnung“ etwas absetzen, was sich auch in den Texten der Jungs widerspiegelte. Ein durchaus eher selten gesehnes Element im Groove-orientierten Metal. Ja, und wenn ich das Wort Groove jetzt schon ein paar mal benutzt habe, dann halt gleich nochmal weil’s so schön ist: die Band GROOVT auf Ihrem Erstling dermassen mit Autorität durch die kompakten 10 Songs der Scheibe, dass kein Fuss lange still wird bleiben können. Anspieltipps (neben dem erwähnten Albumhighlight „Joyride“) sind noch das gnadenlosen Monster „War Drum“ sowie das spannende „Justice“, die einen guten Querschnitt des Materials repräsentieren.

„For Madmen Only“ kann sich der ein wenig nostalgisch veranglagte, ungewöhnlichen Klängen nicht abgeneigte, scheuklappenfreie Metal-Fan durchaus auf den Einkaufszettel schreiben. Vieles was heutzutage gehyped wird, kann mit der hier vorliegenden Qualität (Produktion, Songwriting, Musikalität) nicht mithalten. Leider war den Jungs kein grosses Glück beschieden. Was bei der doch sehr auf ein Nischenpublikum abzielenden Musik aber auch kein Wunder ist – man sehe sich nur die armen Kings X an, die seit Jahrzehnten zwar eine true Fanbase beglücken, es aber nie in den Mainstream geschafft haben. Ne dolle Platte ist das Debüt von ATOMIC OPERA allemal. Und die vorliegende Neuauflage macht das Teil doppelt so interessant.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Joyride
02. Justice
03. Achille’s Heel
04. I know better
05. All fall down
06. War Drum
07. Blackness
08. December
09. This Side of the Rainbow
10. New Dreams

Mario

ETERNAL FLIGHT – Retrofuture

Band: Eternal Flight
Album: Retrofuture
Spielzeit: 60:08 min.
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 17.11.2017
Homepage: www.eternalflight.wixsite.com/eternalflight

GRAVE DIGGERs “Heavy Metal Breakdown”, BURZUMs “Rundgang um die transzendentale Säule der Singularität”, FARID BANGs “Asphalt Massakka”: Es gibt eine Reihe von Alben auf dem Markt, bei denen der Name Programm ist. So auch bei ETERNAL FLIGHTs neustem Release “Retrofuture”. Das vierte Album der 2001 gegründeten Band verbindet einen unüberhörbaren Oldschool-Spirit mit modernen Elementen zu einem schön roh und unpoliert, wenn auch manchmal etwas dünn produziert wirkenden Heavy/Power-Metal-Album mit progressiven Einflüssen.
Das wird nach dem kurzen Intro mit “The Poison” bereits deutlich. Der Track erinnert unweigerlich an PRIEST, ist strukturell durchaus interessant, wirkt aber aufgrund der nicht ganz optimalen Produktion und des durchwachsenen Gesangs etwas unausgereift.
Weitaus positiver fällt hingegen das folgende “The Journey” aus. Die Melodieführung ist hier wesentlich gelungener, der Refrain partytauglich und auch der Mittelteil (inklusive Gesang) weiß zu überzeugen. Auch die Soli, so viel darf bereits verraten werden, bewegen sich durchweg im überdurchschnittlichen Bereich.
“Retrofuture” integriert ein paar coole Synths in die Strophe, beinhaltet einen schön harmonischen Refrain, der leider durch die Drums etwas ausgebremst wird, und schafft den Spagat zwischen traditionellem Heavy Metal und modernerer Progressivität.
Das anschließende “Nightmare King II” hätte gut daran getan, das ewige “Hail” im Chorus wegzulassen, ist ansonsten aber ein vielseitiges, fast neun Minuten langes Werk, nach dem mit “Machine God” auf schön Maschinen imitierende Rhythmussektion und ein stabiles Strophenkonzept gesetzt wird. Eingängig ist das nicht, Spaß macht es trotzdem.
Ballade gefällig? Kein Problem, “Routine Of Darkness” ist am Start. Auf Klavier und cleanen Gitarren kommt hier der Sänger sehr gut zur Geltung. Spätestens beim Einsatz der restlichen Instrumente entpuppt sich das Ding als handfeste, epische, aber nicht kitschige Halbballade mit ordentlich Druck und schöner Melodieführung.
Nachdem mit “Sinner” das Tempo dann wieder angezogen wird, wird bei “Danger Calling” noch etwas mehr gebrettert. Wirkt im Prechorus nicht ganz harmonisch, ist aber (gerade live) generell solide.
Als stärker erweist sich “Succubus”, das anfangs leicht an KAMELOT erinnert, diese Gefilde dann aber hinter sich lässt und als bangbarer Midtempotrack überzeugt.
Dann ein weiterer Ausflug in progressive Sphären mit “Labyrinth”, dem unkonventionelle Harmonien, der Keyboardeinsatz und die zappeligen Drums einen gewissen Favoritenstatus geben. Wer “Pandora’s Box” öffnet, setzt anscheinend rhythmisch spaßigen Progressive Metal mit klaren 80es-Heavy-Metal-Anleihen im Chorus mit lobenswertem Mittelteil frei. Und der finale Track, “Angels Of Violence” strapaziert noch einmal die Nackenmuskeln sowie, im Chorus, die Finger des rastlos frickelnden Gitarristen und die Stimmbänder des Sängers, der hier ein letztes Mal stimmliches Können demonstrieren darf.

Anspieltipps:
“Retrofuture”, “Machine God”, “Routine Of Darkness”, “Labyrinth”, “The Journey” und “Nightmare King II”

Fazit:
“Retrofuture” mag am ehesten als Progressive PRIEST Metal definierbar sein. Größter Kritikpunkt ist der Sänger, der in höheren Sphären ab und an zum Quietschen tendiert und gerne mal ein wenig vom gewünschen Ton abweicht, während er an anderen Stellen einen sehr guten Job macht. Wer seinen Metal gerne ein wenig progressiv hat, dabei aber nicht auf glattgelutschte Überproduktion steht und dabei noch eine Vorliebe für traditionellen, handgemachten Heavy Metal hat, der könnte an dem Album trotz einiger Schwächen seine Freude haben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ante-dote
02. Poison
03. The Journey
04. Retrofuture
05. Nightmare King II
06. Machine God
07. Routine Of Darkness
08. Sinner
09. Danger Calling
10. Succubus
11. Labyrinth
12. Pandora’s Box
13. Angels Of Violence

Jannis

ARRAYAN PATH – Dawn Of Aquarius

Band: Arrayan Path
Album: Dawn Of Aquarius
Spielzeit: 63:38 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pitchblack Records
Veröffentlichung: 17.11.2017
Homepage: www.facebook.com/arrayanpath

Es stellt sich ein trauriges “Alter was?”-Gefühl ein, wenn man ARRAYAN PATH auf Facebook sucht und feststellen muss, dass diese fantastische Band nicht einmal auf dreitausend Likes kommt. In stiller Hoffnung, dass sich dies mit dem neusten Release der Herren aus Sizilien ändern möge, hier ein paar lobende Worte (kritisierende sind aber auch verdammt schwer zu finden):
1997 gegründet haben ARRAYAN PATH inzwischen drei Alben und zwei Demos veröffentlicht. “Age of Aquarius” kommt mit einer beachtlichen Spielzeit von über einer Stunde, verteilt auf 13 Songs daher, sauber produziert, mit unkonventioneller Hinduthematik und einer Prise Humor – und ist nicht wirklich als Standard-Power-Metal-Album identifizierbar.
Ein leicht progressiver Charakter ist den Songs nicht abzusprechen, offenbart sich jedoch nicht in wilden Taktwechseln und überdominanten Synths, sondern schlicht in der musikalischen Kreativität dieses auf ganz eigene Weise absolut großartigen Werks. Schon der Opener, der nach einem ruhigen Intro direkt mal eine ihresgleichen suchende Strophe auffährt und seinen Höhepunkt im ganz leicht schlageresken Refrain findet, zieht akut in seinen Bann.
Der folgende Track, “The Flower Born Of Itself”, kann diesen Refrain sogar noch überbieten (Ohrwurmgarantie) und punktet zudem mit seiner Rock’n’Roll-Attitüde während der Strophen. Derweil macht sich, so könnte man meinen, das anschließende “Dark Daughter Of The Snake” dezent über DISTURBED lustig.
“The Hundred Names Of Kali Ma” entpuppt sich als das absolute Highlight der Platte. Dieser Refrain, der zum Teil absolut, zum Teil so gar nicht powermetallig erscheint, die tolle Strophenmelodie, der übergänsehautige leicht gesprochen wirkende Gesang im Mittelteil, der unglaublich gekonnt in den überaus dramatischen Endpart übergeht… Was soll’s, hört Euch das selber an, man kann es eh nicht angemessen beschreiben.
Weiter geht’s mit “So It Shall Be Written”, einem verhältnismäßig klassischen Power-Metal-Song, der ebenfalls ins Ohr geht und im Solo fröhlich den letzten Basic-Synth-Sound auspackt, und mit “Dawn Of Aquarius”, dessen Refrain man am liebsten auf Dauerschleife stellen möchte.
Ist zumindest die zweite Hälfte des Albums etwas schwächer? Nein, auch nicht. Alleine der ruhige Anfangspart von “Cremation Ground” mit den hervorragenden Sangeskünsten von Frontmann Nicholas Leptos ist ein Grund, das Album blind zu kaufen, ebenso wie der orientalisch anmutende Chorus. Und auch die übergute Halbballade “Guardian Angel” (Erkennt da am Anfang noch jemand BRITNEYs “Hit Me Baby One More Time” wieder?) sowie das hurtige “The Eleventh Mantra” mit seinem in den Vocals überraschend tief angelegten Chorus und seinem schönen Solopart halten das Niveau des Albums ohne Probleme. Weitere euphorische Ausführungen fehlen nur deshalb, weil sie leider den Rahmen dieser Rezension sprengen würden.

Anspieltipps: “The Hundred Names Of Kali Ma”, “Guardian Angel”, “The Eleventh Mantra”, “The Flower Born Of Itself” – anschließend eigentlich der ganze Rest.

Fazit: Bands wie ARRAYAN PATH braucht der Metal. Die Truppe aus Zypern vereint toll komponierte, unkonventionelle Power-Metal-Melodien mit einer enormen Liebe zum Detail und Können auf spielerischer sowie kompositorischer Ebene. “Dawn Of Aquarius” bietet nicht das, was man erwartet, wenn man nach traditioneller Power-Metal-Kost sucht. Es bietet mehr, ein ungeheuer facettenreiches kleines Gesamtkunstwerk mit sehr eigenem Sound ohne erkennbare Makel, das von vorne bis hinten einfach nur Spaß macht. Gebt dieser Band ein wenig Aufmerksamkeit!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Equilibrium
02. The Flower Born Of Itself
03. Dark Daughter Of The Snake
04. The Hundred Names Of Kali Ma
05. So It Shall Be Written
06. She Who Is Primordial Wisdom
07. Dawn Of Aquarius
08. Cremation Grounds
09. Empress (Reality Of All The Threes)
10. Lotus Eyes
11. The Eleventh Mantra
12. Guardian Angel
13. Garland Of Skulls

Jannis

JACOBS MOOR – Self

Band: Jacobs Moor
Album: Self
Spielzeit: 60:03 min.
Stilrichtung: Power Thrash Metal
Plattenfirma: Bleeding Star Records
Veröffentlichung: 20.10.2017
Homepage: www.jacobsmoor.com

Oh je, ganz vergessen, JACOBS MOOR zu rezensieren. Nun, besser spät als nie widmen wir uns nun mal den fünf Österreichern, die uns bereits am 20.10. mit ihrem zweiten Album beehrt haben. Darauf bewegt man sich stilistisch irgendwo zwischen Thrash, Power, Progressive und Modern Metal und vereint das Ganze tatsächlich zu einem ziemlich harmonischen Gesamtsound. Hinsichtlich der Produktion lässt sich nicht viel meckern. Ein paar mehr Höhen wären schön gewesen, ansonsten klingt das Ganze jedoch durchaus druckvoll und man kann sich gerade hinsichtlich der Tatsache, dass die Band die Produktion selbst in die Hand nahm, überhaupt nicht beschweren.
Bei den einzelnen Songs lässt sich ein gewisses Schema erkennen, das über weite Teile des Albums kompromisslos verfolgt wird: eine Mischung aus unklarem und klarem Gesang, der etwas gewöhnungsbedürftig, dem Sound der Band jedoch durchaus dienlich ist. Dazu tendenziell melodische Refrains, ein Mix aus Midtempogedrumme und knatterndem Doppelbass, gerne garniert mit ein paar Blastbeats. Die Soli lassen selten zu wünschen übrig und die Ausflüge in progressivere Gefilde tun den Jungs aus Wien ebenfalls gut, gerade die kurze Prog-Eskalation im Mittelteil von “Delusion” sei hier lobend hervorgehoben.
Aus dem Schema brechen gerade die letzten zwei Songs aus, von denen ersterer überdurchschnittlich aggressiv, stellenweise beinahe black-metallisch anmutet, und letzterer als überlanger, streckenweise balladesker Track eh aus der Reihe fällt.
Macht das musikalische Konzept von JACOBS MOOR durchaus Spaß, so zeigt sich doch im Verlauf des Albums, dass etwas mehr Eigenständigkeit und Originalität die einzelnen Songs durchaus bereichert hätten. Denn innerhalb ihres speziellen Sounds agieren sie doch ein wenig zu brav, trauen sich oftmals zu wenig und hinterlassen nur als Gesamtkunstwerk einen bleibenden Eindruck. Natürlich, diverse Parts des Albums lassen sich während des Hörens absolut genießen. Der schön schrubbende Gitarrensound von “Watching Atrocities” zum Beispiel, die Gesangsharmonien im Chorus von “Distance”, der Breakdown der Geschwindigkeit im Prechorus von “Neglecting The Path Of The Sun”, um nur einige zu nennen.
Es ist ein gewisses Problem, dass sich JACOBS MOOR hinsichtlich der Findung ihres Stils so experimentierfreudig gezeigt, die Songs an sich aber mit recht wenigen Alleinstellungsmerkmalen versehen haben (von “Hopeless Endeavour” mal abgesehen). Dass sie das nötige Talent dafür hätten, zeigt sich gerade am finalen Track. Der Rest macht Spaß, hinterlässt aber kaum bleibende Eindrücke. Das ist aber nicht schlimm, wenn man beim Kauf von “Self” nicht unbedingt ein Album erwartet, das man sich konzentriert ohne jegliche Ablenkung abends am Kamin geben möchte.

Anspieltipps: “Hopeless Endeavour” und der Rest der etwas stärkeren zweiten Hälfte des Albums

Fazit: Doch, “Self” kann man schon echt machen. Unterhaltsam und stilistisch interessant ist JACOBS MOORs zweiter Longplayer geworden, professionell gespielt und ordentlich produziert. Der ganz große Wurf ist es leider nicht geworden, aber wer Modern-Metal-Melodien und progressive Einflüsse in seinem Geballer mag und sich nach dem neusten Streich von Anette Olzon doch mal wieder die Gehörgänge durchblasten möchte, der sollte hier durchaus mal ein, zwei Ohren riskieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. March Of The Flies
02. Watching Atrocities
03. The Absence Of Me
04. Self
05. Falling To Pieces
06. Distance
07. Neglecting The Path Of The Sun
08. Delusion
09. Hate Of A New Kind
10. Hopeless Endeavour

Jannis

EASTERN HIGH – Garden of Heathens

Band:  Eastern High
Album: Garden of Heathens
Spielzeit: 38:45 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Rock‘N‘Growl Promotion
Veröffentlichung: 25.09.2017
Homepage:  www.facebook.com/easternhighofficial 

Bei EASTERN HIGH handelt es sich um eine 2-Mann Truppe (die Brüder Ola und Johan Svensson), aus dem schönen Schweden, die Ihr 8-Track Debüt unter dem Banner „Progressive Metal“ unters Volk schmeißt. Garniert ist das „Produkt“ mit einem netten Cover von Christian Wallin (mehr bekommt man ja heutzutage im Voraus nicht mehr zu begutachten), ist fett produziert (Mix von Erik „Wissard“ Wiss (u.a. Creye, Cruzh, Eleine, Grand Slam) Mastering von Thomas Plec Johansson (u.a. Soilwork, Onslaught, Armageddon, Degradead, Dynazty) ). Eine Menge Name-Dropping also, um die Band schon mal nach vorne zu kicken.

Geboten wird auf „Garden of Heathens“ relativ zahmer Metal im Stile von Genre-Mischern wie AMORAL, bei dem die sparsam eingesetzten Growls auch nicht wehtun. Das klingt alles brav und bieder, und lehnt sich zuweilen auch bei den Landsmännern Katatonia an, deren Level im Bereich Songwriting aber Lichtjahre entfernt ist. Das soll aber nicht heißen, dass EASTERN HIGH nicht doch ein paar nette Ideen und Songparts hätten. Unterm Strich ist das alles allerdings viel zu stromlinienförmig um Aufsehen zu erregen. Da bietet jede neue Iron Maiden Platte mehr Überraschungen als die hier vorliegenden 8 Songs, die man schon nach dem ersten Durchlauf wieder vergessen hat, weil es einfach keine Aha-Effekte gibt. Gut geschrieben und gespielt ist das alles, ja. Klingen tut’s auch amtlich, durchaus. Aber sag ich mir als Hörer „wow, das war so ein geiler Einfall, den Track muss ich mir gleich nochmal anhören“? Leider nein. Hinzu kommt, dass das Ganze wohl auch aufgrund der technischen Hilfsmittel (Drumcomputer?) einfach viel zu wenig Bandseele versprüht und mich seltsam unbeeindruckt hinterlässt. Daher ist die Bezeichnung „progressiv“ hier tatsächlich nicht mehr als Mittel zum Zweck – nämlich interessierte Genre-Liebhaber zu locken, die vielleicht Futter für zwischendurch brauchen, bis die nächste wirklich gehaltvolle Veröffentlichung vorliegt. Als Anspieltipps seien an dieser Stelle der gute Opener „Bottled Insanity“, der abwechslungsreiche Titeltrack oder die schön melancholische Ballade „Ghost of the Sea“ oder das harte „Evil Inc.“ genannt. Wer mit Musik ohne jegliche Haken und Ösen gut klarkommt, sollte auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Dass die Jungs aber zu mehr imstande sind hört man der Platte zu jedem Moment an.

Tut mir leid, das klingt jetzt vielleicht ein bisschen hart. Aber bei der Fülle an Alben, die von den Labels mittlerweile unters Volk geworfen werden, muss die natürlich Auslese irgendwo auch mal einsetzen. Ich wünsche den beiden Musikern hinter EASTERN HIGH, dass sie sich auf Ihre sehr wohl vorhandenen Qualitäten besinnen und vielleicht ein wenig mehr Mut zum Risiko zeigen. Dann gelingt mit der nächsten Scheibe vielleicht doch noch etwas mit einem Hauch von Mut und Eigensinnigkeit.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Bottled Insanity
02. Eyes of Heaven
03. Evil Inc.
04. Ghost of the Sea
05. Garden of Heathens
06. Clandestine Hunger
70. The Pretender
08. Afterglow

Mario