SONS OF APOLLO – MMXX

Band: Sons Of Apollo
Album: MMXX
Spielzeit: 58:41 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Music
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.sonsofapollo.com

Nach einem starken Debüt und einer wirklich auf vielen Ebenen überzeugenden Live-Konserve legen die SONS OF APOLLO nun ihr zweites reguläres Studioalbum beim Genre-Spezialisten Inside/Out vor. Die Mannschaft hat sich nicht verändert – nach wie vor sorgen Mike Portnoy und Billy Sheehan für das fette Rhythmusfundament über das Portnoys Bruder im Geiste, Keyboarder Derek Sherinian, sowie Gitarrist Ron „Bumblefoot“ Thal Ihre aberwitzigen Sounds und Licks legen. Laut eigener Aussage möchten die Jungs ihre Musik nicht als Prog (Metal) verstanden wissen – man sieht sich eher in der Tradition von Classic Rock Grössen wie Van Halen oder Rainbow. Was die Kompaktheit und Eingängigkeit der Songs angeht, kann man das nicht ganz von der Hand weisen. Dass die Jungs aber spielerisch auch weiterhin nichts anbrennen lassen und sich technische Kabinettstückchen am laufenden Band aus dem Ärmel zaubern dürfte aber auch klar sein.

Wie auch schon auf der Live-Auslese „Live With The Plovdic Psychotic Symphony“ zeigt Sänger Jeff Scott Soto, dass er den SONS OF APOLLO sein Markenzeichen aufdrücken kann. Dies gelingt auf „MMXX“ vorwiegend durch eingängige Refrains, die wunderbar in den megafetten Soundteppich eingebettet sind. Gewohnt druckstark kommen Songs wie der knallige Opener / die erste Single „Goodbye Divinity“ oder das nicht minder packende „Wither To Black“ aus den Boxen. Mehr noch als auf dem ersten Album präsentiert die Band sich als verschworene Einheit – die vielen Live-Auftritte haben definitiv ihre positiven Spuren hinterlassen. Interessant ist wie elegant die Recken Ihren Vorbildern, mal mehr, mal minder subtil, ihren Tribut zeigen: in „King of Delusion“ zollt Portnoy seinen Faves Opeth Respekt und wildert relativ ungeniert in deren Gefilden. Kollege Thal versteckt seine Liebe zu Jeff Beck da schon etwas dezenter in einigen geschmackvollen Licks im Intro zu „New World Today“. Insgesamt kann man feststellen, dass sowohl die Produktion dieser neuen Scheibe, als auch das Songwriting erstklassig sind und dabei helfen sollten die SONS OF APOLLO fest und langfristig im Genre zu etablieren. Als Anspieltipps möchte ich das bereits erwähnte „Wither To Black“ und das geile „New World Today“ anmerken, die alle Trademarks der Truppe vereinen und deren Ohrwurmrefrains nach wenigen Durchgängen nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Wie schneidet die Platte (die als 2CD Mediabook, Standard CD, Gatefold LP (+CD) und Digitales Album erscheint) denn nun in der Endabrechnung ab? Ein wenig hadere ich ja mit der Vorhersehbarkeit der Scheibe: wuchtiger Opener mit epischem Intro? Check. melancholische Piano-Ballade? Check („Desolate July“). „Progiger“ Longtrack mit frickeligen Instrumental-Passagen zum Abschluss? Check. Das ist mir alles einen Tacken zu kalkuliert und leider nur wenig mutig. Und genau das hätte ich mir von einer Truppe von diesem Format eigenlich gewünscht. Stattdessen gibt es mit „MMXX“ ein (sehr starkes) Album ohne wirkliche Überraschungen oder irgendwelche Ecken und Kanten. Dass das Songwriting allerdings auf sehr hohem Niveau angesiedelt ist sollte hierbei natürich nicht verschwiegen werden und Tracks wie „Wither to Black“ oder das mächtig walzende „Asphyxiation “ sind ordentliche Dampfwalzen mit packenden Hooklines die einfach mächtig Laune machen. Alles in Allem hat Album Nummero Zwo defintifv mehr Substanz als der Vorgänger und überzeugt somit dann am Ende doch noch vollends.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Goodbye Divinity (07:15)
02. Wither To Black (04:44)
03. Asphyxiation (05:07)
04. Desolate July (05:58)
05. King Of Delusion (08:48)
06. Fall To Ascend (05:06)
07. Resurrection Day (05:51)
08. New World Today (15:50)

Mario

LEPROUS – Pitfalls

Band: Leprous
Album: Pitfalls
Spielzeit: 55:09 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: InsideOut Music
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.leprous.net

Leicht haben es die Norweger LEPROUS ihren Fans noch nie gemacht. Jedes Album war eine neue Herausforderung und entsprechend, im wahren Sinne des Wortes, progressiv gestaltete sich bisher die stete Neuorientierung. Es bleibt spannend zu beobachten wie sich die Band auf jedem Albem neu erfindet und doch von der ersten Note an sofort erkennbar bleibt. Dazu trägt natürlich in erster Linie Sänger/Keyboarder Einar Solberg bei, der mit seinem eigenwilligen Stil und den charakteristischen Phrasierungen wie ein Leuchtturm heraussticht. Auf „Pitfalls“, dem nunmehr 6. Album seit dem 2009er Debüt „Tall Poppy Syndrome“, gehen LEPROUS ihren Weg konsequent weiter, entledigen sich zunehmend dem „Metal“-Korsett und tauchen immer tiefer in Genrefremde Klänge ein. Dabei wird aber nicht wie z.B. bei Opeth quasi das bisherig Erschaffene über Bord geworfen, sondern vielmehr Instrumentierung und Arrangements angepasst. Leichte Kost ist „Pitfalls“ auch weiterhin nicht, einen Hit wird man von den Jungs in naher Zukunft nicht bekommen. Auch wenn, das ist das Neue im LEPROUS Sound, zunehmend Pop Einflüsse den Bandsound formen – selbstverständlich ohne dabei die eigenen Identität auf der Strecke zu lassen.

Mehr noch als auf den bisherigen Alben der Truppe zieht sich ein zutiefst melancholischer, ja depressiver Ton durch Songs wie den Opener „Below“ oder die Single „Alleviate“. Es ist und bleibt unverkennbar LEPROUS und dank einer homogenen, erdigen Produktion haben die Gitarren natürlich auch weiterhin ihren wichtigen Platz. Aber alles wirkt auf links gedreht, neu überdacht und wie ein Puzzle auseinandner und wieder neu zusammengesetzt. Wenn in „At the Bottom“ oder dem grandiosen abschliessenden Longtrack „The Sky is red“ Parallelen zu den vergangenen Grosstaten von Bands wie Tears for Fears, Depeche Mode und auch mal The Cult durchscheinen, dann kann ich nur begeistert feststellen, dass LEPROUS zwar nicht mehr ganz so eingängig zu Werke gehen wie noch auf „Coal“, dafür aber Ihre neuen Kompositionen in dermassen ausgefeilte Arrangements und geschmacksichere Sounds gesteckt haben, dass die Band eigentlich ausser Konkurrenz läuft.

Wer mit der bisherigen Entwicklung von LEPROUS mithalten wollte, der nimmt auch die neueste Volte mit Kusshand an. Die Jungs fordern auch weiterhin vom Hörer Einsatz und Mut sich auf Neues einzulassen, etwas was im weiten Spielfel des Prog zunehmend schwer zu finden ist. Episch, bombastisch, streckenweise poppig verspielt und immer fordernd – ich bin schwer beeindruckt von dem Mut, den die Jungs auf „Pitfalls“ zur Schau stellen und den beeindruckenden Songs, die eine gewisse Einarbeitung brauchen, dann aber eine enorme Langzeitwirkung entfalten. Bärenstarkes Album.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Below
02. I lose hope
03. Observe the Train
04. By my Throne
05. Alleviate
06. At the Bottom
07. Distant Bells
08. Foreigner
09. The Sky is red

Mario

RAY ALDER – What the Water wants

Band: Ray Alder
Album: What the Water wants
Spielzeit: 46:01 min
Stilrichtung: Progressive Rock/Metal
Plattenfirma: InsideOut Music
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.facebook.com/RayAlderOfficial

RAY ALDER, der seit seinem Einstieg (1987) bei den Prog Metal Pionieren Fates Warning mit dem (reichlich unfairen) Vergleich zu seinem Vorgänger John Arch regelmässig konfrontiert wird, hat einige bemerkenswerte Alben (sowohl mit seiner Hauptband, als auch mit den ähnlich gelagerten Veteranen Redemption) eingesungen. Es ist mir völlig unverständlich, warum der Hühne mit der Bärenstimme immer noch von vielen Fans als 2te Wahl gegenüber Arch gehandelt wird, dessen unnachvollziehbares Gejaule mir persönlch weiterhin mehr Zahnschmerzen als Freude an der Musik bereitet (jaja, ich weiss …). Nachdem Fates Warning mit „Theories of Flight“ im Herbst Ihrer Karriere ein absolutes Highlight abgeliefert haben, bei dem vielerorts vor allem ALDER’s Gesang gelobt wurde, ist es nun endlich an der Zeit, dass der mit den Jahren stimmlich enorm gereifte Sänger sein erstes Solo-Album vorlegt. Unterstützt wurde ALDER im Studio dabei von Fates Warning Tour-Gitarrist Mike Abdow, Bassist Tony Hernando (Lords Of Black) und Drummer Craig Anderson (Ignite, Crescent Shield).

Während der Opener „Lost“ noch Parallelen zu dem Fates Warning Hochglanz-Output der frühen 90er im Stile von „Parallels“ aufweisst, kommen bei dem von luftigen Basslinien und einem packenden Refrain getragenen „Crown Of Thorns“ eher unerwartete Töne ans Ohr. Auffällig im weiteren Verlauf der Platte (die mit einer knackigen Dreiviertelstunde übrigens genau die richtige Länge hat) ist ALDER’s treffsicheres Gespühr für passgenaue Hooklines. Das kommt Songs, bei denen der Gesang instrumental nur spärlich kreativ unterstützt wird, sehr zugute („Some Days“). Klanglich ist die von Simone Mularoni (Rhapsody, Michael Romeo, DGM) gemischte Scheibe ein angenehm transparantes Sahnestück. Hier laden die spährischen Tracks ebenso zum Schweben, wie die (leider etwas unterrepräsentierten) heftiger rockenden Songs zum, nun ja, rocken ein. Mit „Shine“ und dem formidablen „What The Water Wanted“ hat ALDER 2 krachende Volltreffer gelandet, die die Platte vor dem Abdriften in allzu seichte Gewässer bewahrt. Alles in allem ist “What The Water Wanted“ ein starkes Album geworden, dass ALDER von einer etwas anderen, introvertierteren Seite zeigt und verdeutlicht, dass der Sänger auch abseits seiner Stammband etwas Gehaltvolles zu sagen hat.

“What The Water Wanted“ kann als Digipak CD (mit einem Bonus Track) sowie als 180g LP (inkl. dem Album auf CD) abgegriffen werden. Fans von Fates Warning und Mr. ALDER können hier bedenkenlos zugreifen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Lost
02. Crown Of Thorns
03. Some Days
04. Shine
05. Under Dark Skies
06. A Beautiful Lie
07. The Road
08. Wait
09. What The Water Wanted
10. The Killing Floor

Mario

NOVERIA – Aequilibrium

Band: Noveria
Album: Aequilibrium
Spielzeit: 62:45 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.noveriametal.com

Es gibt da in letzter Zeit vermehrt Bands, die ein Genre bedienen, das man als New Wave of Melodic Prog Metal bezeichnen könnte. Markenzeichen sind eine unendlich fette Produktion, die sehr harmonisch ordentlich abgehende Drums mit leichten Core-Parallelen, wahlweise schnelles Gitarrengefrickel oder massive Gitarrenwände und mal mehr im Hintergrund herumpaddende, mal flinke und mal dicke Bombast-Synths zu einem kolossal klingenden Gesamtsound vereint und da dann noch düster-dramatische Vocallines draufpackt. Sehr technisch ist das Resultat, als sei es von einer großen, erbarmungslosen Maschine erzeugt worden. Eine dieser Bands ist NOVERIA, die aus Mitgliedern von DGM, ETHERNITY und EPYSODE besteht und mit “Aequilibrium” ihr inzwischen drittes Album startbereit hat.
Damit wären die Themen Sound und Produktion schon einmal abgehakt, ergänzend sei an dieser Stelle noch die Stimme von Francesco Corigliano erwähnt, die das Niveau des äußerst professionell klingenden Albums problemlos zu halten vermag.
Musikalisch ist “Aequilibrium” vergleichsweise straight, beinhaltet für ein Progressive-Metal-Album wenig Arbeit mit verschiedenen Taktarten und bezieht seine Progressivität eher aus der instrumentalen Ausschmückung und Umsetzung der großteils im 4/4tel-Takt gehaltenen Tracks sowie der spielerischen Finesse, die sich insbesondere in den frickeligen Soloparts offenbart.
Ansonsten ist “Aequilibrium” leider (und auch das ist ein häufig auftretender Faktor bei besagten NWoMPM-Alben) melodietechnisch nicht wirklich herausragend, was schade ist bei einer Band, die sich einem Genre verschrieben hat, das auf intelligenter Komposition basiert. Es mag halt auch gut sein, dass der Opener “Waves” die Ansprüche an das Album zu hoch schraubt, da dessen Refrain ein ziemliches Ausnahmeding ist, an dem man sich gar nicht satt hören kann. Danach geht es in Sachen Melodieführung doch einige Stufen abwärts, auf das Level, auf dem die Melodien zwar intensiv und ergreifend rüberkommen, dies jedoch hauptsächlich den Kompositionen nach Lehrbuch und dem fetten Drumrum zuzuschreiben ist, das von eben jenen Schwächen durchaus häufig erfolgreich ablenkt.
Dabei darf natürlich nicht in Vergessenheit geraten, dass auch bei melodisch schwächeren Parts die Instrumentalarrangements auf “Aequilibrium” hervorragend sind und jeden begeistern sollten, der sich von melodischem Metal mal gerne so richtig wegblasten lässt. Für solche Bedürfnisse ist die Platte bestens geeignet und ein mit über einer Stunde Spieldauer doch bestechendes Paket. Jetzt noch ein wenig mehr Liebe in die Melodieführungen stecken (Wir haben bei “Waves” den Beweis, dass das drin ist) und NOVERIA stehen alle Türen offen.

Anspieltipps:
“Waves”, “Collide” und “The Nightmare”

Fazit:
“Aequilibrium” ist so ein bisschen wie ein alkoholfreier Cocktail: sieht gut aus, schmeichelt dem Hör/Geschmackssinn, aber das, was es richtig geil macht, fehlt doch. Alleine aufgrund der Produktion, der technischen Brillanz und dem Gesamtsound darf in “Aequilibrium” aber gerne mal ein Ohr riskiert werden, denn, wie gesagt, diese Faktoren lassen Mängel an anderer Stelle doch durchaus häufig als nebensächlich erscheinen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Waves
02. The Awakening
03. New Born
04. Blind
05. The Nightmare
06. Broken
07. Collide
08. Stronger Than Before
09. Losing You
10. A Long Journey
11. Darkest Days

Jannis

ARK ASCENT – Downfall

Band: Ark Ascent
Album: Downfall
Spielzeit: 49:36 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Rock’n’Growl – Hard’n’Heavy Promotion
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.arkascent.com

Gut Album will Weile haben (außer bei GRAVE DIGGER). Demnach ließen sich Jack Kirby und Rogue Marechal (ex-SHADOWKEEP) mit dem Debut ihrer 2011 gegründeten Band ARK ASCENT (damals PROPHECY) auch locker acht Jahre Zeit, besorgten sich ein paar weitere Musiker, überarbeiteten Songideen – und nun ist das Resultat da. Nennt sich “Downfall”, beinhaltet elf Songs, von denen drei kürzer als 2 ½ Minuten, drei kürzer als vier Minuten und nur zwei länger als sechs sind. So weit, so unkonventionell. Produziert ist die Platte stark. Druck, Klarheit und dennoch ein authentischer Sound, garniert mit würzigen Keyboards, die mal orchestral und mal Science-Fiction-discoig ausfallen, und gespielt von einer kompetenten Truppe neben exzellenten Vocals.
Musikalisch ist Progressive Metal auf dem Plan, grob gesagt eine Mischung aus frühen HAKEN mit weniger Humor und 90er-SYMPHONY X, Tendenz zu letzterem. Und siehe da: Der Mix in Kombination mit dem eigenen Stil der Band funktioniert bestens. Bereits “Arrival” startet als treibend-knackiger Track, hält dem Hörer sein mangelndes Taktverständnis vor die Nase und lädt anschließend zum feierlichen Schunkeln ein. “Point Of No Return” zeigt namentlich wie harmonisch HAKEN-Parallelen, mit interessanten Melodien und präsenten Orchesterkeyboards. Die werden auf “Sanctuary” gegen besagte Discospacesynths ausgetauscht, was ebenso gut kommt. “Downfall” ist ab Sekunde 1 auf Gänsehaut aus, was vom starken Refrain auf die Spitze getrieben wird und “Innocence Lost” ist eine emotionale und recht keyboardlastige, dabei jedoch gut knallende Ballade.
Mit “Farewell”, “Ascension” und “Close To Heaven” finden sich dann noch drei kurze Intermezzi auf “Downfall”, alle eher ruhig und melancholisch und bestehend aus Vocals, cleanen Gitarren und/oder Keyboards. Und dann sind da natürlich noch die beiden langen Tracks “The Aftermath” und “The End Of Time”, die verstärkt auf Prog-Elemente setzen, das spielerische und kompositorische Können der Band verdeutlichen und insgesamt sehr vielseitig und smart ausfallen.
Auch die Albumstruktur gefällt. “Downfall” ist hörbar ein zusammenhängendes Werk und die einzelnen Songs wirken richtig an ihrem Platz. Auch die Taktspielereien sind nachvollziehbar, wirken seltenst aufgesetzt. Kritikpunkt ist lediglich das Songwriting an einigen Stellen. Die betreffenden Melodielines beziehen ihre Unkonventionalität bei gleichzeitiger versuchter Eingängigkeit durch smoothe Tonartwechsel, was in sich sehr harmonisch klingt, allerdings diese Melodien auch ein bisschen willkürlich gestaltet. Da ist man eben noch nicht ganz auf dem Niveau der Großen angelangt, aber egal. Etabliertere Prog-Metal-Bands wie SEVENTH WONDER stellt man bereits jetzt melodietechnisch locker in den Schatten und ein anständiger Teil der musikalisch top dargebotenen Melodien bietet keinerlei Grund zum Meckern!

Anspieltipps:
“Downfall”, “The Aftermath”, “Darkest Hour” und “The End Of Time”

Fazit:
8,5 oder 9 Punkte? Naja, tendenziell eher 9, und weil es das Debutalbum von ARK ASCENT ist, sind wir mal nicht so. Die Einflüsse mögen hörbar sein, sind aber hervorragend umgesetzt in einem stimmigen Album, das man als Fan klassischen und keyboard-angereicherten Progressive Metals mit modernem Touch auf jeden Fall mal gehört haben sollte!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Arrival
02. Point of No Return
03. Sanctuary
04. Darkest Hour
05. Farewell
06. Downfall
07. Ascension
08. Innocence Lost
09. The Aftermath
10. Closer to Heaven
11. The End of Time

Jannis

OPETH – In Cauda Venenum

Band: Opeth
Album: In Cauda Venenum
Spielzeit: 67:56 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.opeth.com

2019 legen zwei der wohl wichtigsten und einflussreichsten Prog-Metal Bands der letzten 3 Dekaden neue Alben vor, und die Ergebnisse könnten nicht unterschiedlicher sein: während Dream Theater sich auf „Distance over Time“ ihrer alten Stärken besinnen und ein typisches, bis ins letzte Detail formelhaftes, Album vorgelegt haben (und sich damit so weit vom ursprünglichen Genre-Sinn entfernt haben wie es nur geht), zeigen die Schweden OPETH auf „In Cauda Venenum“, dass der Begriff „progressiv“ nicht nur als Schubladen Aufkleber, sondern auch als Karriere-Kompass dienen darf. Die Band um den Kreativkopf Mikael Åkerfeldt hat es ihren Fans und Kritikern noch nie leicht gemacht. Aber was die Jungs auf Album No. 13 abliefern, pulverisiert jegliche Erwartungshaltungen die man vielleicht noch gehabt haben könnte im Ansatz.

Die Platte erscheint sowohl auf Schwedisch als auch auf Englisch, wobei Åkerfeldt die Version in seiner Muttersprache als das Hauptwerk betrachtet. Und was zwischen dem atmosphärisch eindringlichen Instrumental/Opener „Garden Of Earthly Delights“ und dem abschliessenden, mit einer versöhnlichen Grundstimmung endenden „All Things Will Pass“ so alles passiert ist OPETH pur – unberechenbar, verflixt filigran, erhaben dunkel und thematisch brachial. Aber eben nicht heavy im herkömmlichen Prog-Metal Verständnis. Geht es zum Ende der Scheibe mit dem von Streichern unterstützten, mit mittelalterlichen Versatzstücken duchzogenen Epos „Universal Truth“ und dem beswingt angejazzten „The Garroter“ relativ entspannt Richtung Ausgang, so hat man bis dorthin einen Parforceritt hinter sich. Das schwer stampfende „Heart In Hand“ oder das durchgeknallte „Charlatan“, das auch auf „Watershed“ hätte stehen können, liefern Spannung und kompositorische Highlights am laufenden Band. Wer einen Moment nicht aufmerksam ist, hat wieder ein Detail verpasst. Nein, der Zugang zu „In Cauda Venenum“ ist alles andere als leicht. Was das Ganze zudem immer wieder entdeckenswert macht, ist auch die tolle Produktion (die Gitarren klingen fantastisch, jedes noch so kleinste Detail der wie immer anspruchvollen Basslinien ist herauszuhören), die durch zahlreiche eingestreute Sprachsamples alles zu einem grossen Ganzen festzurrt. Es muss für die Band ein Traum sein sich mit jedem Album neuen Herausforderungen stellen zu müssen. Entsprechend spielen alle Beteiligten wieder bärenstark auf und liefern wie gewohnt eine eindrucksvolle Leistung ab – allen voran Gitarrist Fredrik Åkesson, der mal wieder einige unfassbare Soli beisteuert (wie in der beinahe schon kommerziellen Ballade „Lovelorn Crime“).

Leider lag mir zur Besprechung nur die Englische Version des Albums vor. Ich hätte zu gerne die „Hauptversion“ mit den schwedischen Texten gehört. Ich vermute, dass die eindringliche, beschwörerische Stimmung der Songs durch den Schwedischen Gesang nochmals an Effektivität gewinnt. Aber auch in dieser Version, die wohl der Grossteil des Publikums hören wird, lässt „In Cauda Venenum“ den Zuhörer zunächst sprachlos und mit jedem weiteren Durchlauf betört zurück. Was man zum Geniessen dieser Platte auf jeden Fall mitbringen sollte: ein offenes Ohr, Zeit, Geduld und ein gutes Paar Kopfhörer. Gemütlich im Ohrensessel, ein paar Kerzen und „In Cauda Venenum“ auf die Ohren – selten kann man sich darat in einem düsteren, verwinkelten und dennoch überaus spannenden Labyrinth verirren. Ein weiteres Highlight in der Diskographie der Band, das ich ähnlich stark wie „Pale Communion“ einordne, und sowohl „Heritage“ als auf „Sorceress“ vorziehe. Bei dem man allerdings auch das Gefühl hat, dass die Jungs so langsam die mit „Heritage“ eingeschlagene Richtung ausgelotet und diese Phase der Band auf (einen weiteren) Zenith geführt hat.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Garden Of Earthly Delights
02. Dignity
03. Heart In Hand
04. Next Of Kin
05. Lovelorn Crime
06. Charlatan
07. Universal Truth
08. The Garroter
09. Continuum
10. All Things Will Pass

Mario

DIVIDED MULTITUDE – Faceless Aggressor

Band: Divided Multitude
Album: Faceless Aggressor
Spielzeit: 57:29 min
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Ram it Down Records
Veröffentlichung: 20.09.2019
Homepage: www.facebook.com/DividedMultitude

Die 1999 gegründeten norwegischen Progressive Metaller DIVIDED MULTITUDE waren mir bislang komplett unbekannt!
Das letzte, selbstbetitelte, Album erschien 2015 und in der Zwischenzeit hat sich die Band komplett neu personell aufgestellt.
Der bisherige Sänger Sindre Antonsen machte einen Schritt zurück und ging auf die Gitarristenposition und als neuen Fronter verpflichtete man Jan Thore Grefstad (SAINT DEAMON, HIGHLAND GLORY).
Aufgrund dieser personellen Wechsel soll auch das neue Songmaterial etwas anders klingen als bisher.
Klingt alles recht interessant, horchen wir daher doch direkt mal in den ersten richtigen Song dem Titeltrack „Faceless Aggressor“ rein nach dem der Albumopener „Chapter 2“ nur ein stimmungsvolles Instrumental ist.
Die Nummer braucht etwas um Fahrt aufzunehmen, legt dann aber sehr ordentlich los und es entwickelt sich ein abwechslungsreiches Prog Metalstückchen welches aufgrund des Chorus auch wunderbar eingängig geworden ist.
Und apropos Eingängigkeit, das kann man dann auch vom anschließenden „Counterparts“ sagen. Hier geht es nicht ganz so progressiv wie zuvor zur Sache, auch wenn man auch hier bei der Spielzeit bei guten 6 Minuten agiert.
Was „Counterparts“ an Progressivität vielleicht vermissen lässt, das hat der Bandtrack „Divided Multitude“ dessen zu viel. Hier haut man richtig auf die Kacke, von Power über Progressive bis hin zu Thrashanleihen wird hier alles geboten. Abwechslung wird hier also großgeschrieben, was leider etwas gegen die Eingängigkeit geht!
Mit dem großartig umgesetzten ALANIS MORISSETTE Cover „Unvited“ und „False Prophecy“ kann man dann im weiteren Verlauf aber wieder absolut erstklassige Duftmarken setzen.
Im letzten Abschnitt kann das abschließende, fast zehnminütige „Psalm of a Soldier“ noch begeistern, ein wahres Fest für Progressive Metal Anhänger. Hier ist übrigens die großartige Ida Haukland von TRIOSPHERE zu hören, von denen man auch schon länger nichts mehr gehört hat.

Anspieltipps:

„Faceless Aggressor“, „Counterparts“, „False Prophecy” und “Psalm of a Soldier”

Fazit :

Progressive Metalfans kommen mit dem neuen Album der Jungs von DIVIDED MULTITUDE auf jeden Fall voll auf ihre Kosten! Für alle anderen dürfte das Werk etwas zu sperrig sein, auf jeden Fall nix für eben mal nebenher hören.
Wer sich aber auf das Album einlässt bekommt ein starkes Stück Musik präsentiert wo natürlich auch der neue Sänger Jan Thore absolut glänzen kann! Nichts anderes hat man von ihm glaube ich erwartet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Chapter 2
02. Faceless Aggressor
03. Counterparts
04. Divided Multitude
05. Univited (A Morisette Cover)
06. Prosperity Divine
07. False Prophecy
08. Evolve
09. Out of the Ashes
10. Psalm of a Soldier (Guests)

Julian

SONS OF APOLLO – Live With The Plovdic Psychotic Symphony

Band: Sons of Apollo
Album: Live With The Plovdic Psychotic Symphony
Spielzeit: 168 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Records
Veröffentlichung: 30.08.2019
Homepage: www.sonsofapollo.com

Als die SONS OF APOLLO vr knapp 2 Jahren mit Ihrem Debüt („Psychotic Symphony„, 2017) um die Ecke kamen, war die Freude im Kreise der (älteren) Dream Theater Fans groß. Endlich machten der verlorene Sohn Mike Portnoy und Ex-Keyboarder Derek Sherinian wieder gemeinsame Sache. Erinnerungen an das verkannte und mittlerweile im Bandkanon etablierte „Falling into Infinity“ wurden entfacht und genügsam bedient. Gemeinsam mit Gitarrenwunderkind Ron ‚Bumblefoot‘ Thal, Bass-Ikone Billy Sheehan und Gesangsmonster Jeff Scott Soto hatten die Jungs ein ordentliches (wenn auch nicht durchgängig großartiges) Progmetal Album eingespielt, dass die Stärken der einzelnen Musiker bündelte und versammelte. Dennoch hörte der Fan in erster Linie auf die, und ergötzte sich an den, Schlagzeug- und Keyboardsounds – eben weil man diese so lange vermisst und gerade in dieser Konstellation nicht mehr gehört hatte. Unter dieser Fokussierung litt dann der Rest der Band, die auf „Psychotic Symphony“ allesamt eine tolle Leistung abgeliefert hatten.

Etwas verwundert war ich schon, als nach nur einem Album bereits ein Live-Album angekündigt wurde. Das ist in der heutigen Zeit zwar mittlerweile relativ normal, aber dennoch wirft das eine Album kaum genug Stoff für eine zünftige Live-Präsentation ab. Für die 2018 im spektakulären Römischen Amphitheater in Plovdiv, Bulgarien mitgeschnittete Live-Konserve haben die Jungs daher auf zwei Kniffe zurückgegriffen, die der Sache dann doch noch eine gewissen Daseinsberechtigung verleihen: zum einen wurde die Band bei der Hälfte des Konzerts von einem kompletten Orchster und Chor unterstützt, zum anderen ist die Setlist durch einen Cover-Part auf respektable Länge gestreckt worden. Man kann sich über Sinn und Unsinn der Scheibe gerne den Mund fusselig reden. Mir persönlich hat das Ganze einige tolle Momente vor dem Fernseher beschert, und das, unerwarteterweise, vor allem dank dem Derwisch an den 6, pardon 12 Saiten, sowie Frontmann Jeff Scott Soto, der hier eine Mammutaufgabe zu bewerkstelligen hatte und diese mehr als elegant schulterte: nicht nur seine eigenen Songs, sondern auch noch (ziemlich schwierig zu singende) Klassiker der Rockgeschichte musste der nicht mehr ganz so junge Mann intonieren. Und als Kür standen dann noch die Dream Theater Tracks „Just Let Me Breathe“ und das formidabel dargebotene „Lines in the Sand“ an, die von den Fans innig geliebt werden und die ebenfalls nicht sooo leicht zu intonieren sind. Kurz gesagt: Soto macht seine Sache brilliant und wird dabei stimmlich dann auch noch kongenial von Ron ‚Bumblefoot‘ Thal unterstützt, der sich im Laufe des Konzerts als mehr als passabler Sänger, vor allem in den hohen Lagen, präsentiert. Ja, die diversen Solo-Spots sind viel zu lang und überflüssig. Aber die Autorität, die die SONS OF APOLLO in Songs wie Led Zeppelins „Kashmir“, Pink Floyd´s „Comfortably Numb“ (aus Lizenztechnischen Gründen, neben Aerosmith´s „Dream on“, leider nicht auf der DVD/BD, sondern nur auf der CD vertreten), sowie den eigenen Songs wie „Signs of the Time“ an den Tag legen ist beeindruckend und legitimieren diese Live-Auslese nachhaltig.

„Live With The Plovdic Psychotic Symphony“ ist meiner persönlichen Meinung nach ein stärkeres Produkt als das Debüt der SONS OF APOLLO. Und im diekten Vergleich mit diversen Live Releases jüngeren Datums (auch von Dream Theater), liefern die Jungs hier eine vor Spielfreude und fettem Sound übersprudelnde Vorstellung ab. Wenn Sherinin (im Stereopanorama rechts liegend) die Heavy Gitarrenriffs mit bombastischen Hammond-Sounds andickt, ist das schon ganz grosses Kino, dass hier auch noch schön rauh und dynamisch eingefangen bzw. abgemischt wurde. Die Blu-Ray enthält zusätzlich eine komplette „Behind The Scenes“ Dokumentation der Produktion (inkl. Interviews) sowie eine Zusammenstellung der „Behind The Scenes“ Dokumentation und des „Making-Ofs“ des Debüt-Albums der Band. Für Fans eigentlich ein Must-Have.

WERTUNG: (Ohne Wertung)

Trackliste:

Disc 1

01. God of the Sun
02. Signs of the Time
03. Divine Addiction
04. That Metal Show Theme
05. Just Let Me Breathe
06. Billy Sheehan Bass Solo
07. Lost in Oblivion
08. JSS Solo Spot: The Prophet’s Song/Save Me
09. Alive
10. The Pink Panther Theme
11. Opus Maximus

Disc 2

01. Kashmir
02. Gates of Babylon
03. Labyrinth
04. Dream On
05. Diary of a Madman
06. Comfortably Numb
07. The Show Must Go On
08. Hell’s Kitchen
09. Derek Sherinian Keyboard Solo
10. Lines in the Sand

Disc 3

01. Bumblefoot Solo Spot
02. And the Cradle Will Rock
03. Coming Home

Mario

IVORY TOWER – Stronger

Band: Ivory Tower
Album: Stronger
Spielzeit: 76:19 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.08.2019
Homepage: www.ivorytower.de

Die deutschen Progressive Metaller von IVORY TOWER sind nun auch schon seit 1996 am Start! In der letzten Zeit hatte man sich etwas rar gemacht, was an familiären Gründen lag.
Nun ist die Truppe aber endlich wieder mit einem neuen Album namens „Stronger“ zurück auf der Bildfläche und haben noch ihren neuen Sänger Drik Meyer mit im Gepäck!
Freunde von gut gespielten Prog Metal sollten daher nun mal ganz genau die Ohren und Augen spitzen wenn wir mit dem Opener „The Offer“ in das neue Album einsteigen. Nach einem sanften instrumentalen Beginn übernehmen die satten Gitarrenriffs schnell das Kommando. Danach wird dann schnell klar hier gibt es direkt voll auf die Zwölf! Mit ordentlich Schmackes und trotzdem mit Eingängigkeit bahnt sich die Nummer sofort ihren Weg in die Gehörgänge und Neufronter Dirk liefert eine absolut überzeugende Leistung ab. Ein absolut geiler Track zu Beginn!
Noch eine Spur knackiger und eingängiger geht es dann beim anschließenden „Loser“ zur Sache. Ein Song zum niederknien kann ich nur sagen, absolut Single würdig!
Puh wenn das hier so weitergeht, kommt man ja aus dem schwärmen nicht mehr heraus…und was soll ich groß sagen, es geht auch ersteinmal genauso erstklassig weiter wie bislang! „End Transmission“ benötigt etwas Anlauf aber knallt dann ebenfalls wieder voll rein, „Money geht ebenfalls gut ins Ohr“, „In Me“ ist schön abwechslungsreich geraten, hier kommen Prog Fans voll auf ihre Kosten, und das Titelstück „Strong “bedient sich sogar ordentlich im Thrash Genre.
Die zweite Hälfte wird dann vom instrumentalen Zwischenstück „Flight of the Dragon“ eingeleitet und hat zwar den ein oder anderen Standardmetaltrack an Bord, kann aber auch mit so Hits wie „Passing“ oder dem überlangen, abschließenden „One Day“ aufwarten.
Über eine so lange Spielzeit lässt sich der ein oder andere Durchschnittstrack halt einfach nicht vermeiden. Trotzdem ist hier insgesamt noch alles im absolut grünen Bereich!

Anspieltipps:

„The Offer“, „Loser“, „End Transmission“, „In Me“ und „One Day“.

Fazit :

Welcome Back kann man da nur sagen! Die Jungs von IVORY TOWER legen auf ihrem neuen Album spürbar an Härte zu und fahren ihren Prog Anteil zurück, so das das neue Werk nicht nur etwas für die Altfans und Prog Anhänger ist.
Der neue Fronter Dirk macht seine Sache ebenfalls ganz ausgezeichnet und ist ein klarer Gewinn für die Truppe!
Somit gibt es von mir eine glasklare Kaufempfehlung für euch mit auf den Weg.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Offer
02. Loser
03. End Transmission
04. Money
05. In Me
06. Slave
07. Strong
08. Flight of the Dragon
09. Life will Fade
10. Passing
11. The Wolves you`ve Let In
12. One Day

Julian

MIND KEY – MK III – Aliens In Wonderland

Band: Mind Key
Album: MK III – Aliens In Wonderland
Spielzeit: 57:50 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Frontiers Music S.r..l.
Veröffentlichung: 12.07.2019
Homepage: www.mindkey.it

Die Italo-Progger MIND KEY möchten uns nach längerer Abstinenz Ihr neuestes (drittes) Werk „MK III – Aliens in Wonderland“ ans Herz legen. Ein Blick auf das unfassbar trashig/absurde Cover lässt erstmal Schräges vermuten, ebenso der wirre Titel des Albums. Wer hier aber Humor oder gar latent subversives Gutue bei einem üblicherweise prinzipientreuen Label wie Frontiers befürchtet, dem kann Entwarnung gegeben werden. Denn hat man sich die Scheibe aber erstmal zur Gänze angehört, so zeigt sich: MIND KEY spielen lupenreinen, angeproggten Powermetal der Italienischen Schule. Aber das bedeutet halt auch, das es auf der Scheibe Licht und Schatten zu bekunden gibt …

Der Opener „Alien In Wonderland“ kann gleich zu Beginn auf ganzer Linie überzeigen: eine gute Melodieführung, packende Riffs, geile Leadgitarren, geschmackssichere 80’s-Keyboards und über allem thront Sänger Aurelio Fierro Jr., der eine energiereiche Darbietung hinlegt und den Song zu tragen weiss. Absolut geschlacksicher auch die über das Album berteilten 80er Reminiszenzen in den Keyboard Sounds und feinen cleanen Gitarrensounds. Im weiteren Verlauf der Tracks zeigt sich aber immer wieder, dass die Jungs es in Sachen vetrackten Arrangements und unvorhersehbaren Akkorwechslen dann doch ein wenig übertreiben. Wie viele Kollegen verzetteln sich auch MIND KEY desöfteren bei dem Versuch besonders klever klingen zu wollen in Songstrukturen, die es dem Zuhörer so gut wie unmöglich machen der Melodie/Hookline zu folgen. Das geht nicht immer schief, aber leider doch hier und da („Psycho World“, „Be-Polar“). Erwähnenswerte Hinhörer sind das teilweise brettharte „Hank (The Blazing Eyes)“ sowie die eingängigen Melodietüten „Hands Off Cain“, „Hate At First Sight“. Hier sollte der geneigte Hörer sich ein gutes Bild machen können, ob er das aufgerufene Geld locker machen möchte oder nicht.

„MK III – Aliens In Wonderland“ wird seine Fans finden, da bin ich mir sicher. Aber um von einem grösseren Publikum beachtet zu werden feht es einfach noch an einem geschliffenen Songwriting und einer eigenen Handschrift. Knapp über solidem Durchschnitt.

WERTUNG:

 

 

Tracks:
01. Alien In Wonderland
02. Hank (The Blazing Eyes)
03. Hate At First Sight
04. Angry Men
05. Hands Off Cain
06. Be-Polar
07. Oblivion
08. Psycho World
09. Vertigo (Where The Cold Wind Blows)
10. Pure He/Art
11. Non-Existence