APPEARENCE OF NOTHING – In Times of Darkness

Band: Appearance of Nothing
Album: In Times of Darkness
Spielzeit: 54:33 min
Genre: Progressive Metal
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 22.03.2019
Homepage: www.appearanceofnothing.com

Mit APPEARENCE OF NOTHING meldet sich eine schon verschollen geglaubte Prog-Metal Band aus der schönen Schweiz auf der Bildfläche zurück. Die Truppe hatte zuletzt mit der starken Scheibe „A new Beginning“ aus dem Jahr 2014 von sich Reden, und danach rar, gemacht. Es wurde also wirklich Zeit für einen (würdigen) Nachfolger, der uns nun in Form von „In Times of Darkness“ vorliegt. Vor allem produktionstechnisch wurde geklotzt und nicht gekleckert: für die Aufnahmen der Gitarren wurde z.B. das Studio, sowie die Expertise im Metier, von Tommy Vetterli (Coroner) angeheuert. Das Mastering der Scheibe wurde in die Hände von Szene-Legende Jens Bogren gelegt. Das alles zahlt sich natürlich aus: „In Times of Darkness“ klingt entsprechend professionell und angenehm zeitlos. Das Alles nützt natürlich reichlich wenig, wenn die Musik nicht mithalten kann. Doch auch hier kann nur Gutes berichtet werden.

APPEARENCE OF NOTHING ziehen überraschend locker Ihren Stiefel durch, trotz einschneidender Besetzungswechsel an den Gitarren sowie der Tatsache, dass Bassist Omar Cuna nun auch den kompletten Gesang übernommen hat (!). Der Opener „Inside these Walls“, gibt mit seinen manchmal verschachtelten Riffs und den immer songdienlichen Melodiebögen den Ton vor. Das nachdenkliche „The black Sea“ wird durch elegante Gitarrenleads im Stile von Pink Floyds‘ David Gilmour aufgewertet, bevor brutale Growls den Song in eine völlig andere Richtung schieben. Abwechslung ist auf „Appearance of Nothing“ zwar Trumpf, aber denoch wird die Gesamtathmosphäre der Platte dem nie geopfert. Und dann sind da noch die Tracks, bei denen so illustre Gäste wie Devon Graves (Psychotic Waltz) oder Anna Murphy (Eluveite) der Band stimmlich unter die Arme greifen und für willkommene Farbtupfer sorgen. Zumindest mir persönlich gefallen allerdings jene Songs am besten, die ohne Zuhilfenahme von Gastmusikern eingespielt wurden: „Erase“ oder der grandiose Rausschmeisser „The Huntress“ z.B. sind perfekte Beispiele dafür, dass APPEARENCE OF NOTHING es eigentlich nicht nötig haben sich aussenstehende Hilfe zu holen um ihren Songs genug Überzeugungskraft zu verleihen. In einem Umfeld, in dem die Konkurrenz zunehmend beim Versuch sich gegenseitig auf technischem Niveau zu überbieten gnadenlos den musikalischen Inhalt Ihrer Scheiben zerlegt, tut es gut hin und wieder eine Band zu hören, die sich auf Ihr Kerngeschäft besinnt: gute Songs schreiben. Wenn die dann auch noch, so wie auf „In Times of Darkness“ handwerklich überzeugend dargeboten werden, ist die Prog Welt im Lot.

„In Times of Darkness“ kann ich getrost jedem Fan von ehrlichem, handgemachten Prog-Rock/Metal ans Herz legen. Es werden weder Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt noch halsbrecherische Arrangement-Experimente auf den Zuhörer losgelassen. Stattdessen bieten APPEARENCE OF NOTHING eine knappe Stunde hochwertige Musik, die auch nach dem xten Durchlauf noch Laune macht und nicht abgedroschen klingt. Gutes Ding.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Inside these Walls
02. The black Sea
03. Storm
04. Erase
05. Deception
06. Disaster (Sweetest Enemy)
07. Lost
08. The Huntress

Mario

TALENTSCHMIEDE: Pantaleon

Band:
Pantaleon

Gegründet:
2009

Herkunft:
Köln/Bonn

Mitglieder:
Till Sauer (Vocals), Xaver Schiffels (Gitarre), Jaques Wery (Keyboard), Sebastian Heuckmann (Bass), Jan Palkoska (Schlagzeug)

Stil:
Progressive Metal

Veröffentlichungen:
Virus (Album), Inner Impact (EP)

Einflüsse:
Evergrey, Symphony X, Dream Theater, Rush, King Crimson, ELP

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Wir schauen mit großer Erwartung auf die nächsten Jahre, da nun das Line-Up harmonisch ist und wir unglaublich viel Energie haben. In fünf Jahren möchten wir gerne auf einen gewachsenen musikalischen Katalog mit schönen Videos und ein paar gespielter Major-Festivals sowie 2-3 Tourneen zurück blicken können – so der Plan. 🙂

Was als nächstes kommt:
Dieses Jahr steht der Fokus auf dem Ausproduzieren neuer Songs. Wir haben unglaublich viel Material in den Schubladen liegen, wovon ganz viel veröffentlicht werden will. Neben einer EP, die relativ kurzfristig erscheinen soll, steht dann für nächstes Jahr möglicherweise die Arbeit an einem Album an.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Das ist schwer, in den Jahren haben wir inzwischen einige schöne Konzerte und Momente erlebt. Aber das Release des ersten Albums und das viele positive Feedback, das es daraufhin gab, war wirklich toll.

Unser peinlichster Moment:
Relativ am Anfang hatten wir einen Support-Slot vor einer größeren Band, knapp 200 Leute, gute Stimmung. Leider hatten wir sämtliches Merch zu Hause vergessen und durften jedem danach Fragenden sagen, dass es heute leider keine CD von uns gibt. Eine vergebene Chance und ein Fehler, der uns nicht mehr passieren wird.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Wir freuen uns über jeden Zuhörer, der nach den Konzerten zu uns kommt, mit uns ein Bier trinken und reden möchte.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Natürlich wäre es toll, mit einer der genretypischen Größen zu spielen. Aber wir glauben, dass wir auch übergreifend im Metal Leute begeistern können und bis auf einige Extreme mit so ziemlich jeder Band touren könnten. Wichtig ist halt, dass die Chemie zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Bands stimmt.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Es ist wohl klar, dass das Privileg, mit guten Freunden zusammen Musik aufzuführen, das Beste ist, was sich ein Musiker wünschen kann. Aber auch die kreative Arbeit im Proberaum ist ein unvergleichliches Erlebnis.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Der Orgaaufwand ist mit Abstand die kräfteraubendste Dimension des Musikmachens. Man vergisst leicht, wie viel „Büroarbeit“ man als Band leisten muss, um durchgehend präsent zu sein.

Online:
www.pantaleon-band.de
www.facebook.com/pantaleon.band

Musik:
Spotify: www.open.spotify.com/artist/6CDjDWgqd8nynnjcgOtugV
Youtube: www.youtube.com/channel/UC-tYN1v5ReyIYoeEWaJV00w

Live-Dates:
21.06.2019 Duisburg-Meiderich, Parkhaus

LANCE KING – ReProgram

Band: Lance King
Album: ReProgram
Spielzeit: 59:53 min
Stilrichtung: Modern Progressive Power Metal
Plattenfirma: Nightmare Records
Veröffentlichung: 29.03.2019
Homepage: lancekingvox.com

Dass es sich lohnt, neben den äußeren Eigenschaften eines Albums auch auf das Innere zu schauen und nicht vorschnell zu urteilen, das hat sich in den letzten Wochen bereits bei SKELETOON gezeigt, hinter deren seltsamem “Nerd Metal”-Label sich Power Metal der herrlichsten Sorte verbirgt. Mit LANCE KING ist das ähnlich. Der Mann heißt LANCE KING, seine Band heißt LANCE KING, auf dem Cover ist DREIMAL (!) LANCE KING zu sehen und auf “Reprogram” verbindet LANCE KING nach eigenen Angaben Progressive Metal mit philosophischen Texten, was ihn dazu veranlasst hat, seiner Musik direkt noch ’ne eigene Genrebezeichnung, “Celestial Metal” zu verpassen, und man fragt sich, ob da nicht jemand ein bisschen egozentrisch und sehr selbstherrlich unterwegs in den Fußstapfen von DEVIN TOWNSEND ist. Zur Klärung: LANCE KING hat offensichtlich ein ordentliches Ego, er kann es sich aber auch leisten. “ReProgram” ist professionellster moderner Progressive Power Metal von einem Typen mit tüchtig Ahnung, die er sich unter anderem bei PYRAMAZE erarbeitet hat.
Zuerst zur Produktion und Band/Gesangsleistung: Junge Junge. Die Stimme von Lance macht’s absolut, bezüglich der Restband kann ich keinerlei Kritik finden und die Produktion knallt ja mal sowas von hart, dass einem selbst balladigere Parts noch mit einer Todeswucht um die Ohren fliegen. Die Platte ist ein einziger Hörgenuss und selbst wenn sie kompositorisch der letzte Rotz wäre hätte man allein dank der Produktion noch einen Heidenspaß an ihr. Tatsächlich ist sie allerdings auch kompositorisch stark ausgefallen. Lance verfolgt einen Stil, der weniger auf ganz originell ausgearbeitete Melodien aus ist, sondern seine Faszination aus einem Zusammenspiel von gut eingestreuten progressiven Elementen und hervorragenden Synthesizern unter nicht ganz spektakulären aber smart geschriebenen Melodien zieht. Ruhige Parts und mieses Gedresche geben sich auf seinen Songs die Hand, dementsprechend gibt es auch keine komplette Ballade, sondern nur einige balladeske Parts, die als willkommene Abwechslung zum schnelleren und härteren Material dienen. Und auch wenn man melodisch nicht ganz die Qualität von Progressive-Metal-Überfliegern wie HAKEN erreicht, sind Ohrwurm-Lines und interessante Passagen in Masse vorhanden, allen voran im Hit “Pointing Fingers”. Der Verdacht, man sei mit seinem spirituell-philosophischen Progressive-Kram groß DEVIN-influenced, bestätigt sich auch nicht. Zwar ist davon auszugehen, dass Lance beim Refrain von “Technology” gerne Anneke van Giersbergen am Start gehabt hätte, aber allgemein ist der Spirit von “ReProgram” viel Modern-Melodic-Metal-lastiger und obendrein nahezu kitschfrei. Den einen Punkt muss ich lediglich abziehen, weil einige Songs eine geringere Menge an Alleinstellungsmerkmalen haben, zwar einwandfrei im Stil von LANCE gehalten sind, dabei aber ein wenig Kreativität missen lassen. Totalausfälle sucht man allerdings vergeblich.

Anspieltipps:
“Pointing Fingers”, “Perfect World”, “A Mind At War” und “Limitless”

Fazit:
Eine Produktion, die erbarmungslos das Schmalz aus den Ohren drischt, eine Top-Gesamtleistung, was Gesang und Instrumente angeht, eine sehr gelungene Kombination aus progressiven Elementen und modernem Power Metal mit zeitgemäßem Synth-Einsatz, Melodien, die ins Ohr gehen – Man kann mit “ReProgram” quasi nichts falsch machen, wenn einem diese Attribute zusagen. So klingt guter Progressive Power Metal im Jahr 2019.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. ReProgram
02. Pointing Fingers
03. Stand Your Ground
04. Technology
05. Reaction Formation
06. Limitless
07. Wide Open
08. Chaotica
09. Spell Of Domestication
10. Perfect World
11. A Mind At War

Jannis

GHOST SHIP OCTAVIUS – Delirium

Band: Ghost Ship Octavius
Album: Delirium
Spielzeit: 60:50 min
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.ghostshipoctavius.com

Der Begriff „Progressive“ Metal ist mittlerweile zu einem Sticker geworden, der auf alles mögliche gepappt wird, solange irgendwo auf der Platte ein schräger Rhythmus plaziert ist. Vor allem die Überschneidungen mit dem Power Metal Genre sind vielfältig. Die Amerikaner GHOST SHIP OCTAVIUS (mit Van Williams, Ex-Nevermore, an den Drums und Matthew Wicklund, Ex-God Forbid, an der Gitarre) schippern ebenfalls in diesen Gewässern und legen mit „Delirium“ ihr zweites Album nach dem selbstbetitelten 2013er Debüt vor. Stilistisch erinnert das Ganze an die Schweden Evergrey oder auch mal an das Schaffen von Devin Townsend. Vor allem der Gesang vom zweiten Gitarristen Adon Fanion erinnert oftmals an hevy Devy, ohne aber jemals dessen Genialität zu erreichen …

Ich versuche mich mal kurz zu fassen. Mir persönlich krankt diese Scheibe an den in diesem Genre oftmals anzutreffenden Problemen: die spielerische Leistung ist über jeden Zweifel erhaben (die Gitarrensoli sind z.B. sehr stark, allerdings bekommt man sowas mittlerweile auf jedem 2ten youtube-Gitarren-Kanal Ähnliches geboten), die Produktion ballert ordentlich und macht keine Gefangenen, das Fehlen eines externen Produzenten schlägt sich in teilweise unausgegorenen Idden nieder und es fehlen einfach die packenden Hooklines. Wer mal ein Ohr risikieren will, der sollte sich den überzeugenden Opener „Turned to Ice“ oder den nicht minder starken Titeltrack anhören. Dem geneigten Hörer werden zwar die Gehörgänge ordentlich freigepustet, leider bleibt aber nach der reinigenden Prozedur nicht allzu viel nahrhaftes Neues hängen. Es tut mir leid, aber trotz mehrerer Versuche ist die Scheibe einfach nicht bei mir „angekommen“. Ganz nett aber nichts Besonderes.

Es gibt bestimmt Genre-Fans die „Delirium“ abfeiern werden. Mir persönlich ist die Sache aber leider zu austauschbar und ohne wirklichen Wiedererkennungswert. Fett produziert, mit einigen netten Ideen ausgestattete Prog-Power Metal Durchschnittsware. Nur der persönliche Test kann zeigen ob es gefällt – eine allgemeine Empfehlung kann ich nicht geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Turned to Ice
02. Ocean of Memories
03. Saturnine
04. Delirium
05. Ghost in the Well
06. Chosen
07. Edge of Time
08. Far below
09. The Maze
10. Bleeding on the Horns
11. Burn this Ladder

Mario

DARKWATER – Human

Band: Darkwater
Album: Human
Spielzeit: 78:09 min
Stilrichtung: Progressiv Metal
Plattenfirma: Ulterium Records
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.facebook.com/darkwaterofficial

DARKWATER – Human Powerprogger mit viel Sendungsbewusstsein

Schwedische Bands gehen ja häufig mit einem 1 : 0 Vorsprung ins Match, warum das so ist, ist schwer zu erklären, muss an der musikalischen Ausbildung liegen.
Eine dieser skandinavischen Progressiv Powermetalmarken hört auf den Namen Darkwater und liefert mit „Human“ mal so richtig ab. Mit ihrem dritten Album wollen sie den Status des Geheimtipps verlassen und zu den Marktführern ihres Genres (Dream Theater, Evergrey) aufschließen.
Zehn Energiebündel mit teils ordentlicher Überlänge, tummeln sich auf dem aktuellen Longplayer, jedes ein exzellentes Beispiel dafür, wie es klingen muss, wenn’s gut sein soll.
Das Quintett instrumentiert nicht nur perfekt, trotz der hoch liegenden Latte des Genres, sondern besitzt auch das nötige musikalische Gespür für außergewöhnliche Melodieführungen.
Sanfter Piano Einstieg auf dem Opener“ A New Beginning“, bevor die Band dann umgehend zeigt, wohin die Reise geht. Kraftvolle Gitarren als Basis, gespickt mit intelligent eingesetzten Keyboards, das Ganze recht verspielt, ohne zu überdrehen.
Düster wird’s auf „In Front of you“, längerer Instrumentalteil bevor dann nach krassem Tempowechsel, die klare Stimme von Henrik Bath das Zepter übernimmt. Hier erinnern wir uns ein wenig an Nightwish.
Nach kurzem Intro (Alive Part I) kommt auch bei Part II keine Langeweile auf, aber die sieben Minuten Stücke sind auch die kürzeren auf „Human“. Auf „Reflection of Mind“ brauchen die Skandinavier knappe zwölf Minuten, bevor sie ihre durchaus spannende Geschichte zu Ende vertont haben.
„The Journey“ führt durch eine musikalisch sehr abwechslungsreiche Gegend, über allem steht die Gefahr der Reizüberflutung, aber DARWATER wissen gekonnt zu dosieren.
Auch „Turning Pages“ weist einen hohen Anteil an orchestralem Arrangement auf und fängt einen mit seinen interessanten Gitarren / Keyboard Duellen regelrecht ein. Markus Sigfridsson und Magnus Holmberg sind wahre Könner auf ihrem Gebiet.
Die jeweiligen Songs bestechen durch großen Facettenreichtum und die im Prog Rock gerne genutzten Tempowechsel werden äußerst gekonnt eingesetzte und jedes Instrument bekommt Gelegenheit sich im Song-dienlichen Rahmen zu profilieren.
Das Vielmischer Jacob Hansen (Volbeat, Evergrey) dem Ganzen erneut einen wuchtigen Sound verleiht ist selbstredend.
Fazit: Die Schweden versuchen die höchstmögliche Datenmenge an guter Musik auf CD zu packen und präsentieren uns früh im Jahr ein echtes Highlight. Hier ist Schluss,muss mich dringend durch den Backkatalog arbeiten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A New Beginning
02. In Front of You
03. Alive (Part I)
04. Alive (Part II)
05. Reflection Of A Mind
06. Insomnia
07. The Journey
08. Burdens
09. Turning Pages
10. Light Of Dawn

Link zu Alive (Part II) :

Rüdiger König

PANDORIUM – The Eye Of The Beholder

Band: Pandorium
Album: The Eye Of The Beholder
Spielzeit: 53:27 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Roll The Bones Records
Veröffentlichung: 23.02.2019
Homepage: www.pandoriumband.com

Aus der Reihe “Vorteile des Rezensentendaseins” heute: Man kann als Single am Valentinstag die neue PANDORIUM hören und kommt auf diese Weise trotz seines Beziehungsstatus‘ noch in den Genuss, ordentlich zu bangen. Nicht unbedingt in einem regelmäßigen Rhythmus, dafür aber ziemlich hart und über 50 Minuten, mit atemberaubendem Fingereinsatz.
Die Produktion des zweiten Albums der Truppe aus dem deutschen Minden ist erdig, etwas holzig aber mit dem Stil der Jungs absolut vereinbar. Besagter Stil ist eine einigermaßen spektakuläre Mischung aus aggressivem Thrash Metal mit progressiven Einflüssen und, eigenen Angaben zufolge, klassisch-orientalisch angehauchten Melodien. Die sind in den meisten Fällen innerhalb der Gitarren zu finden, besonders offensichtlich auf “Hyperbolical”, aber doch meistens eher im Hintergrund. Virtuosität, Komplexität und Brutalität stehen im Vordergrund, gewürzt mit einer angemessenen Prise Melodiösität, wobei auch harmonischere Parts gerne durch disharmonische Klänge durchbrochen werden.
“The Eye Of The Beholder” ist kein Wohlfühl-Album. Wer in seinen Songs Harmonie und klare 4/4tel-Takt-Strukturen benötigt, kann die Platte getrost vergessen. Bis auf das ruhige Drei-Minuten-Instrumental “The Essence Of Inner Freedom” und das mäßig inspirierte Standard-Intro gönnen PANDORIUM ihren Hörern keine Verschnaufpause, frickeln stattdessen innerhalb der einzelnen Songs außerordentlich fixe Gitarren- und Drumpassagen runter, arbeiten mit Tempo- und Taktwechseln und smart komponierten Gitarrenlines, von all denen an dieser Stelle die von “From Individual To Entirety” exemplarisch empfohlen seien (Der Song beinhaltet gegen Ende auch tatsächlich ’nen ruhigeren Part). Darauf kommt die Vocals von Sänger Fadil, der zwischen thrashigem Geshoute, ein wenig Gegrowle, seltenem Klargesang und bösem Erzählerknurren variiert und seine Sache dabei ziemlich gut macht.
Das ganze klug geschriebene Highspeed-Gedresche gipfelt im Drei-Track-Opus “The Tower”. Wer Freund von progressivem Metal, dabei jedoch melodieorientierter unterwegs ist, der mag wohl am ehesten mit “The Tower” einen Einstieg in “The Eye Of The Beholder” finden (Mehrdeutigkeit in Bezug auf den Eingangsgag der Rezension durchaus nicht unbeabsichtigt), aber generell ist die Scheibe wohl eher denen zu empfehlen, für die Keyboards im Metal mit Vorsicht einzusetzen sind und Brutalität obligatorisch ist. Jene Hörer werden über die 53 Minuten Spieldauer sowohl von der kompositorischen Komplexität, als auch vom Können der Band beeindruckt sein. Erfreulicherweise kann man “The Eye Of The Beholder” wahlweise nebenbei beim erbarmungslosen Bügeln oder konzentriert mit Booklet in der Hand genießen. Der progressive Charakter der Platte ist zwar offensichtlich, fügt sich in die Songs jedoch sehr harmonisch ein und wirkt somit nicht als Fremdkörper, der unablässig die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Anspieltipps:
Die “The Tower”-Songs, “Cacophony Of Thoughts” und “From Individual To Entirety”

Fazit:
Obgleich ich eigentlich eher in melodiöseren Gefilden unterwegs und bei Thrash Metal sehr wählerisch bin, kann ich “The Eye Of The Beholder” mehr als nur einen Achtungsapplaus abgewinnen. PANDORIUM haben mit dem Ding ein unbarmherziges wie ausgeklügeltes Album vorgelegt, das wohl noch einige Male meinen CD-Player von innen sehen wird – wenn die Bahn Verspätung hatte, Bitburger ausverkauft war oder der Besuch bei Freunden mal wieder darauf hinauslief, den Hardstyle-Remix der Schokoladenverkäuferfolge von Spongebob in Dauerschleife anzumachen. „The Eye Of The Beholder” ist ein äußerst gelungener Schlag ins Gesicht, nach dem man ganz im Sinne der Bergpredigt gerne gewillt ist, die andere Wange für Album Nr. 3 hinzuhalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Single Cause Fallacy
02. Via Negativa
03. Maze Of Traits
04. From Individual To Entirety
05. Cacophony Of Thoughts
06. Contradictions
07. The Tower, Act 1: Hyperbolical
08. The Tower, Act 1: The Essence Of Inner Freedom
09. The Tower, Act 1: Infinite Mind

Jannis

DREAM THEATER – Distance over Time

Band: Dream Theater
Album: Distance over Time
Spielzeit: 60:57 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside Out Music
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: dreamtheater.net

Metal Fans, und jene des Progressive Metal Genres im Besonderen, sind eine undankbare Meute. Da schließe ich mich jetzt mal ganz explizit nicht aus. Nimmt eine Band die Bedeutung der Stilistik beim Wort und gibt sich Mühe im Laufe Ihrer Karriere eine spürbare Evolution an den Tag zu legen, kann sie sicher sein, dass die Hälfte der Anhängerschaft aufschreit und Stein und Bein schwört, dass nur der alte Kram die einzige Ware Version der „Lieblingsband“ ist und alles was nach den diversen Stilwechseln kam nur Mist ist. Opeth sind hier wohl das perfekte Beispiel. Auf der anderen Seite der Medaille hat man eine Band wie Dream Theater, die ihrem (selbst ins Leben gerufenen Stil!) seit Jahrzehnten treu geblieben ist und nur innerhalb bestimmter Grenzen Experimente zulässt. Und da schreit sie dann auch wieder auf, die Szene-Polizei, und moniert, dass das alles doch gar nichts mehr mit „progressive“ Metal zu tun hat weil keine konstante Entwicklung stattfindet. Recht machen können es beide Bands ihrer Fan Basis eigentlich nie, und es muss ein zermürbendes Gefühl sein immer und ewig gegen diese Erwartungshaltungen anrennen zu müssen. Bei DREAM THEATER, die in Ihrer langen Karriere einen verdammt sturen Kopf haben bewahren müssen um gegen diverse Widrigkeiten zu bestehen, hatte dies mit der Zeit dazu geführt, dass die Band spätestens seit „Systematic Chaos“ dazu übergegangen ist mantra-mässig bei jeder neuen Platte zu wiederholen, dass man eine typische DREAM THEATER Platte hat einspielen wollen. Und mit jeder Platte der jüngeren Geschichte hatte man das Gefühl, dass die Jungs auf Hau-Ruck versuchten etwas zu bedienen, von dem sie selber nicht genau wussten was das eigentlich sein soll. Nicht erst seit dem Einstieg von Mike Mangini klang jede Platte verkopft und erzwungen, was durch die komprimierten, künstlichen Produktionen nicht wirklich verbessert wurde.

Die Erwartung an das nunmehr 14. Album der Titanen war zumindest bei mir daher etwas gedämpft. Umso überraschter bin ich über das Ergebnis, das die Jungs nach ihrem Wechsel zu Inside/Out nun vorlegen. Petrucci & Co. liefern mit „Distance over Time“ ein Album ab, das (Obacht!) keinerlei zugrundeliegendes Konzept, kein Instrumental, keinen Longtrack enthält und doch wie die perfekte Visitenkarte der Band klingt. Und endlich, ENDLICH, ist es gelungen Mike Mangini auch klangtechnisch in das Licht zu rücken, in das er zweifellos gehört. Die Drums klingen einfach grandios (wie auch der Rest der Musiker). Dass die Band sich in ein abgelegenes Haus zurückgezogen und dort nicht nur das Material gemeinsam geschrieben, sondern auch gleich in einem großen Raum aufgenommen hat, mag auf dem Papier wie einer dieser typischen Promo-Twists klingen. Das Endergebnis spricht allerdings Bände. Wenn eine Band es sich zum Ziel setzt eine Platte zu machen, die die eigenen Stärken bündelt, dann funktioniert das halt auch nur wenn die Band es gemeinsam angeht und nicht 2 Musiker alleine … Startet die Scheibe mit „Untethered Angel“ und „Paralyzed“ noch relativ gewohnt (mal davon abgesehen, dass es aufgrund der geilen Produktion gleich zu Beginn einfach eine reine Freude ist dem Ganzen zu lauschen), so bieten DREAM THEATER im weiteren Verlauf eine abwechslungsreiche Schau Ihrer Stärken: „Fall into the Light“ rifft in schöner Metallica-Tradition nach vorne, das luftige „Barstool Warrior“ lässt die klassischen Einflüsse wie Kansas oder Genesis durchscheinen und die beiden frickeligeren Songs „S2N“ und „Pale Blue Dot“ sprühen vor relaxter Spielfreude, die hörbar keinerlei kompositorischen Zwängen folgen. „At Wit’s End“ ist ebenfalls ganz grosses Kino und mein perönliches Hilight, inkl. epischem Gitarrensolo. Bei einer Spieldauer von knapp einer Stunde gibt es eigentlich keinen Ausfall zu vermelden.

Noch ein Wort zum Klang der Scheibe: da die Gitarren und die Drums mit einem klar vernehmbaren Raumsound versehen sind, hat man als Hörer immer das Gefühl mitten drin im grossen Aufnahmeraum zu stehen. Obschon es zeitweise ganz schön heftig rifft, transportiert der Mix eine extrem luftige Klangkulisse. Eine wirklich geile Produktion, wenn nicht gar die beste seit „Falling into Infinity“.

„Distance over Time“ ist vielleicht kein Klassiker in der Band-Diskographie geworden. Aber meiner persönlichen Meinung nach das stärkste Album der Truppe seit „Scenes from a Memory“. Die Songs kommen auf den Punkt (sind also nicht künstlich auf Länge gestreckt), von dem üblichen Kitsch und Pathos ist weit und breit nichts zu hören und aus jeder Passage ist der Spass herauszuhören, den die Jungs anscheinend hatten. Erfreulich auch, dass so gut wie kein Füller zu finden ist und dass jene Tracks, die nicht die absoluten Überflieger sind (der ziemlich straighte Rocker „Room 137“ und die nur okaye Ballade „Out of Reach“), aufgrund der realistisch bemessenen Spielzeit dennoch nicht zum Skippen verleiten. Dass ich die Platte nun binnen einer Woche bereits öfters gehört habe als die letzten 3 zusammen seit deren Veröffentlichung, zeigt wohl am besten wie begeistert ich bin. Ich bin happy, denn das ist alles weitaus mehr als ich zu hoffen gewagt hatte. Starke Scheibe.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Untethered Angel
2. Paralyzed
3. Fall into the Light
4. Barstool Warrior
5. Room 137
6. S2N
7. At Wit’s End
8. Out of Reach
9. Pale Blue Dot
10. Viper King (Bonus Track)

Mario

QUEENSRYCHE – The Verdict

Band: Queensryche
Album: The Verdict
Spielzeit: 44:16 min
Stilrichtung: Progressiv Metal
Plattenfirma: Century Media (Sony)
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.queensrycheofficial.com

QUEENSRYCHE – „The Verdict“ erwartet sein Urteil

Das brandneue, langersehnte Album der seattlebasierten US Amis QUEENSRYCHE steht auf dem Prüfstand. „The Verdict“ ist somit der Nachfolger der 2015er Veröffentlichung Condition Hüman und das dritte Studioalbum mit Sänger Todd La Torre.
Mit Drummer Rockenfield hat ein weiteres Gründungsmitglied auf unbestimmte Zeit den Dienst quittiert und der für den Gesamtsound sicherlich wichtige Mannschaftsteil ist schwerlich ohne Verlust zu ersetzen. Die Interimslösung für den vakanten Schlagzeugpart liegt in den Händen und Füßen von La Torre, der seine Aufgabe mehr als beachtlich meistert.
Die Bürde der Amerikaner liegt darin, dass sie sich immer aufs Neue an ihren eigenen Meisterwerken messen lassen müssen. Das gerne in den Raum gestellte „früher war alles besser“ gilt in besonderem Maße für die Progressivmetaller und diese These zu widerlegen ist Hauptaugenmerk des neuen Longplayers.
QUEENSRYCHEs 2019er Arbeitsnachweis beginnt mit „Blood of the Levant„ und man merkt sofort, dass man sich soundtechnisch keine Gedanken machen muss, was vorliegenden Datenmenge angeht. Druckvoll und differenziert, wie man es gewohnt ist, geht’s zur Sache. Der Song selbst geht zügig los, wie man es von einem Opener erwarten darf.
Das folgende „Man the Maschine“ dürfte dem Hardcorefan schon bekannt sein, handelt es sich doch um die vorweg in den Ring geworfenen Single. Typischer QUEENSRYCHE Song, etwas düster, aber gut. Bei „Light -years“ kommt dagegen etwas Langeweile auf, schleppt er sich doch ein wenig durch die knapp vier Minuten, ohne groß Akzente zu setzen.
Auch„Inside Out“ startet gemächlicher, hat aber eine klasse Strophe und einige interessante Tempi Wechsel zu bieten. Energischer gehen ‚Propaganda Fashion‘ und “Bent“ zu Werke, fette Gitarren, treibende Drums, so wie es der QR Fan braucht.
Albumhighlight ist sicherlich „Dark Reverie“, hier beweist Todd La Torre erneut, dass die Fußstapfen seines Vorgängers gesanglich keineswegs zu groß sind und die Band immer noch Großes zu leisten imstande ist, sei es beim Songschreiben, sowie in der Instrumentenbehandlung. Rockige Kurzgeschichte mit schön ausgearbeitetem Spannungsbogen.
Nostalgiker werden bei „Inner Unrest“ und „Launder the Conscience“ ins Schwelgen kommen, beide Songs haben Klasse und funktionieren als Zeitreise perfekt.
Mit diesem Potenzial kann das abschließende „Portrait“ leider nicht aufwarten, wirkt es doch etwas uninspiriert.
Fazit: Die 80er Jahre sind Geschichte, das beweisen Queensryche mit ihrer neuen Scheibe erneut. Kein „Rage for Order“, und schon gar kein „Operation Mindcrime“ liegt hier im musikalischen Endgerät und dennoch ist „The Verdict“ ein rundum ordentliches Album geworden, mit entsprechenden Ups and Downs., guten und weniger guten Songs. Queensryche lebt noch, nur „Mary is dead“!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Blood of the Levant
02. Man The Maschine
03. Light-years
04. Inside Out
05. Propaganda Fashion
06. Dark Reverie
07. Bent
08. Inner Unrest
09. Launder the Conscience
10. Portrait

Link zu “Man the Machine” :

Rüdiger König

WOLVERINE – Cold Light Of Monday (RG Zeitmaschine)

Band: Wolverine
Album: Cold Light Of Monday
Spielzeit: 51:41 min.
Stilrichtung: Progressive Rock/Metal
Plattenfirma: Earache Records
Veröffentlichung: 17.11.2003
Homepage: www.wolverine-overdose.com

“Cold Light Of Monday” ist so ein Album, von dem ich mir gewünscht hätte, es wäre nicht veröffentlicht worden, bevor ich meine Rezensententätigkeit begonn. Egal, was soll’s, Zeitmaschine, ab geht’s ins Jahr 2003.
Hatten die Schweden von WOLVERINE ursprünglich als Death-Metal-Band begonnen, so bewegt man sich auf dem dritten Album “Cold Light Of Monday” doch mittlerweile in größtenteils ruhigen und edel erdig produzierten Progressive-Metal/Rock-Sphären. Während die Grundstimmung der meisten Alben in diesen Genres entweder nachdenklich, tendenziell fröhlich oder frustriert ist (oder eine Mischung aus allem), zieht “Cold Light Of Monday” den Hörer, salopp formuliert, gnadenlos runter. Erzählt wird auf der als Konzeptalbum gestalteten Platte die Geschichte einer jungen Frau namens Sarah, die zu Beginn vergewaltigt wird und sich im Folgenden mit den psychischen Auswirkungen dessen und ihren selbstzerstörerischen Arten, damit umzugehen, auseinandersetzen muss. Die Qualtiät der Texte ist, gelinde gesagt, eindrucksvoll. Sehr sensibel und respektvoll geschrieben, zum Teil aus Sarahs Perspektive und zum Teil aus der eines Erzählers, der ihre Gedanken und Emotionen zu vermitteln weiß. Das Resultat ist authentisch, bedrückend und ein außergewöhnlich realistisches Bild der Auswirkungen einer derartigen Tat auf das Opfer.
Zum Meisterwerk wird “Cold Light Of Monday” in Kombination mit der musikalischen Ebene. Ruhig, melancholisch, melodiös, wunderschön und gleichzeitig teils grässlich unangenehm – gerade Tracks wie das hypnotische, klangkunstartig anmutende “Tightrope” haben den Anschein, als habe man einem friedlich-harmonischen ungebrochenen Album etwas Grausames angetan. Gerade diese Tracks/Passagen sind tatsächlich schwer hörbar, vermitteln dabei die im Text dargestellten Emotionen umso stärker (erwähnenswert an dieser Stelle auch “Red Canvas” und “Dust”). Doch auch die melodiöseren, “klassischeren” Tracks auf “Cold Light Of Monday” sind nicht weniger beeindruckend komponiert. Sei es die gelungene Mischung aus Melancholie und Fröhlichkeit im Drogentrack “Carousel”, die kurze aber berührende Ballade “Trust”, der intensive Endtrack oder der Weltklasse-Chorus von “Sarah”; Ausfälle sucht man vergeblich.
Garniert wird all das durch ins Hirn gehende Refrains (“Sarah”, “Carousel”, “Pantomime” etc.), eine vielseitige Instrumentierung, einige elektronische Komponenten, eine unaufdringliche Progressivität und die großartige Stimme von Stefan Zell. Das letztendliche Resultat ist ein Album, das Emotionen unvergleichlich zu vermitteln vermag, alles andere als leicht hörbar ist und am besten mit dem Booklet in der Hand im heimischen Sessel genossen werden sollte. Und ein Album, das nach der subjektiven Meinung des Rezensenten verdammt nah an der Perfektion ist.

Anspieltipps:
Alles am besten in einem Rutsch durchhören. Ansonsten: “Sarah”, “Carousel”, “Trust” und “Tightrope”

Fazit:
Jedem zu empfehlen, der Progressive Rock/Metal mag und der weiß, dass eine deprimierte Grundstimmung am Ende eines Albums ein absolut würdiger Preis für das Privileg sein kann, es gehört haben zu dürfen. Ganz große Kunst, die sich wohl kein Besitzer der Platte nur einmal antun wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dawn
02. Sarah
03. New Best Friends
04. Tightrope
05. Carousel
06. Trust
07. Pantomime
08. Red Canvas
09. Dusk
10. Tied With Sin
11. The Final Redemption

Jannis

EVERGREY – The Atlantic

Band: Evergrey
Album: The Atlantic
Spielzeit: 54:02 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 25.01.2019
Homepage: www.evergrey.net

In zuverlässiger Regelmäßigkeit, im zwei Jahres Rhythmus, beehren uns die Jungs von EVERGREY, angeführt von Fronter Tom S. Englund, mit einem neuen Prog Metal Highlight!
Dieses Mal heißt der gute Diskus „The Atlantic“ und ist der Abschluss der Trilogie über das Leben, welche mit dem Album „Hymms fort he Broken“ 2014 begonnen wurde. Es geht also mal wieder um all die tollen oder nicht so tollen Erfahrungen die wir alle so im Leben machen.
Ein perfektes Themengebiet für die Metaller von EVERGREY die ja von je her immer etwas melancholischer und düsterer als andere rüberkommen!
Laut eigener Aussage von Mastermind Tom ist „The Atlantic“ das bisher komplexeste und progressivste Album welches die Band jemals aufgenommen hat.
Nun, dann sind wir mal gespannt und lauschen den Klängen des Openers „A Silent Arc“. Nach kurzem cinematic Intro geht es direkt mit kraftvollen, erdigen Gitarrenriffs zur Sache bevor die einzigartige Stimme von Fronter Tom erklingt. Es entwickelt sich eine extrem eingängige, kraftvolle und überlange Nummer die recht heavy aus den Boxen ertönt und direkt als erster Anspieltipp abzuhaken ist.
„Weightless“ im Anschluss beginnt dann ohne viel Umschweif direkt und man fährt erneut eine sehr heftige Marschroute die man so von den Jungs vielleicht nicht immer gewohnt war. Man hat hier auf jeden Fall nochmal Härte draufgepackt ohne aber an der Eingängigkeit und der Melodic zu sparen oder zu verlieren.
Auch diese Nummer landet ohne Umschweif auf der Hitliste.
Die bislang vorherrschende Härte und der gesteigerte Gitarrenanteil finden dann auch im weiteren Verlauf ordentlich Anwendung und es gibt eigentlich wenig zu meckern.
Angefangen mit dem abwechslungsreichen und nicht ganz so zackigen „All i have“, über das fast schon gefühlvolle „End of Silence“, dem melodischen „Currents“ bis hin zum sehr progressiven und abschließenden „The Ocean“. Hier wird abwechslungsreicher, melodischer Prog Metal geboten der Fans der Band mit Sicherheit zufrieden stellen sollte und einfach gut unterhält.

Anspieltipps:

„A Silent Arc“, „Weightless“, „All i have“, “End of Silence” und “The Ocean”.

Fazit :

Wie die letzten Alben auch, ist das neue EVERGREY Album ein wahrer Ohrenschmaus! Die Band schafft es spielerisch an die bisherigen Leistungen anzuknüpfen und dem Ganzen aber, durch die doch noch härtere Ausrichtung, einen frischen Wind zu verpassen.
So dürfte Alt wie Neufan absolut zufrieden sein und wir haben das erste echte Metal Highlight im Jahr 2019 bei dem absolute Kaufpflicht besteht!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Silent Arc
02. Weightless
03. All I have
04. A Secret Atlantis
05. The Tidal
06. End of Silence
07. Currents
08. Departure
09. The Beacon
10. This Ocean

Julian