01. Memories
02. Behind The Eclipse
03. Sky Is Falling
04. And So It Goes
05. Acolyte
06. Hiding From The Light
07. Don’t Close Your Eyes
08. Neverwhere
Spielzeit: 45:21 min – Genre: Progressive Metal – Label: ROAR – VÖ: 30.01.2026 – Page: www.facebook.com/courseoffate
Die Lage der Welt wird zunehmend komplex, und komplexe Welt verlangt nach komplexer Musik. Oder so. Wäre zumindest eine Erklärung, warum mein Rock-Garage-Jahr 2026 äußerst Progressive-lastig beginnt, und COURSE OF FATE tragen ihren Teil dazu bei. Deren drittes und neustes Album „Behind The Eclipse“ schiebt sich dieser Tage aus dem Schatten hervor und Junge, Junge, Junge, man darf wirklich gespannt sein, wohin die Reise der Norweger noch so geht.
45 Minuten Spielzeit. Für ein Prog-Album sozial kurz, aber dafür ist „Behind The Eclipse“ auch frei von jeglichen Längen. Acht Songs finden sich auf der Scheibe, davon ist einer ein kurzes Intro, sechs sind normal lang für das Genre und einer ist natürlich zehn Minuten lang.
An der Produktion kann man nichts aussetzen. Fett, klar, saftig, heavy und reich an Dynamik, saubere Sache. Die Hand- und Mundarbeit bietet ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Tolle wandelbare Stimme von Eivind Gunnesen, der zwischen stabilen Growls und der sanftesten, zerbrechlichsten Stimme, die ich seit langer Zeit im Metal gehört habe, alles drauf hat. Und die kräftige ausdrucksstarke Metalstimme natürlich auch. Alles sehr gut produziert und smart mit Effekten angereichert oder Backing Vocals versehen.
Neben den klassischen Metal-Instrumenten gibt es bei einigen Songs dann noch Klavier-Ergänzung, selten mal subtile Synth- oder Orchestersounds.
Das alles macht „Behind The Eclipse“ aus, wäre aber nicht genug ohne die sehr gute Komposition. Die ist sehr ernst und traut sich eine erstaunliche Menge an ruhigen Parts, und auch an sehr ruhigen und an sehr sehr ruhigen. Die werden kontrastiert mit wahren musikalischen Gefühlsausbrüchen, die durch diese nachdenklichen, zurückhaltenden Momente brechen, und zusammen ergibt das, und all das andere, was auf der Platte passiert, eine gewisse Theatralik. „Behind The Eclipse“ ist kein Konzeptalbum und man muss nicht einmal auf die Texte achten, um beim Hören das Gefühl eines musikalischen Erzählflusses zu erlangen. Und der fühlt sich dank erheblichem Feingefühl bei Komposition und Arrangements komplett richtig an, obwohl kaum ein Songpart „normal“ ist. Keine Minute auf „Behind The Eclipse“, in der nicht etwas passiert, was man sonst nicht auf jedem Metalalbum hört, und dennoch ist das Album der Norweger in sich durchweg stimmig, was eine Leistung ist, die zu vollbringen sich viele Prog-Metalbands nur wünschen können.
All das klingt jetzt etwas Bullshit-intellektuell, daher noch einmal kurz von der anderen Seite betrachtet und Klartext: wunderschöne ruhige Passagen, asoziales groovendes Geschleppe, schnelle aggressive Parts und alles dazwischen, und alles passt über das Album hinweg bestens zusammen.
Fazit:
Ich glaube, bislang ist jedes COURSE-OF-FATE-Album irgendwo unter meinen Top 10 des Jahres gelandet. Und machen wir uns nichts vor: Bei „Behind The Eclipse“ wird das nicht anders sein.
Anspieltipps:
„And So It Goes“, „Acolyte“, „Don’t Close Your Eyes“ und „Neverwhere“
Jannis








