01. Dreams Can Come True
02. Wait
03. Leave It All Behind
04. All Night Long
05. Are You Ready
06. Born To Run
07. Hellbreaker
08. Turn The Page
09. Road To Remember
10. Under The Moonlight
11. Power
Spielzeit: 43:00 min – Genre: Hard Rock – Label: REINING PHOENIX MUSIC – VÖ: 31.07.2026 – Page: www.facebook.com/SinnerBand
Es gibt Leute, die erscheinen spät zur Party. Und dann gibt es noch Leute, die für ihre Rezension zum ersten Mal SINNER hören, und dann ist es aber die Rezension zum letzten Album vor Beendigung der Band. Cool. Dann wiederum sieht Mat Sinner auf dem Cover eigentlich noch ziemlich fresh aus und hat über 45 Jahre 21 Alben veröffentlicht und mit unzähligen krassen Rock- und Metal-Persönlichkeiten gearbeitet. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und prophezeie, dass da noch was geht.
Aber okay, für den Moment geht es jetzt um das letzte Album der Band, betitelt mit „Boom Bang Goodbye“. Und Boom und Bang macht zuallererst mal der Sound, für dessen Produktion Mat und sein Gitarrist Axel sowie Mixer und Masterer Jacob Hansen verantwortlich sind. Dicker, saftiger Hard-Rock-Sound – so und nicht anders muss das sein.
Meckern darf ich aber immerhin beim Cover, bei dem KI zumindest eine Rolle gespielt hat, wenn auch eher in der Nachbearbeitung. Und apropos KI, man kann es an der Stelle echt so sagen: „Boom Bang Goodbye“ ist die Art von Rock, die viele Leute mit KI so gerne zu simulieren versuchen, dabei aber in Sachen geil sein kläglich scheitern.
Nicht so SINNER. Zuerst einmal beherrscht jeder Beteiligte hier astrein sein Handwerk, was auch nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass hier Leute wie Magnus Karlsson, Michael Bormann und Ronnie Romero am Werk sind. Diese Truppe hat fetten melodischen Hard Rock durchgespielt und harmoniert hervorragend miteinander.
Dazu kann man es nicht anders sagen: Mat Sinner ist eine Chorus-Maschine, und auch sonstiges Melodie-Writing ist sehr stark. Grob kann man dabei „Boom Bang Goodbye“ in zwei Arten von Songs einteilen. Auf der einen Seite sind die Rocker, die man beim Motorrad fahren und anschließend in der holzverkleideten Bar hört. Auf der anderen Seite sind die Songs, bei denen es in Sachen Melodien etwas emotionaler wird, mit positivem Grundspirit aber ebenso nachdenklich-melancholisch.
Kann sein, dass der Mann das auf jedem Album so macht (müsst Ihr einen Experten für fragen), auf „Boom Bang Goodbye“ funktioniert das im Kontext des finalen SINNER-Albums aber auf jeden Fall großartig und macht die Platte zu einem Werk einer Musikers, der dankbar aber auch ein wenig wehmütig in die Vergangenheit und hoffnungsvoll aber auch mit Ungewissheit auf die Zukunft schaut.
Das kommt geil und authentisch und zumindest für mich zünden diese Tracks noch einmal anders als die klassischen „Yeah, Rock’n Roll, Party!“-Songs.
Verwunderlich auch, dass man mit einem musikalisch relativ unemotionalen Track dieses Album beendet, das einen so wichtigen Punkt in der Geschichte von SINNER markiert.
Fazit:
Ja cool, dann mag ich jetzt wohl auch SINNER. Besser spät als nie, hm? Daumen werden leise für ein Comeback gedrückt. Für SINNER-Fans endet mit „Boom Bang Goodbye“ eine Reise, und ich muss Euch als Neuling wohl nicht erzählen, ob und dass die Platte in Euren Schrank gehört. Wer dieses Projekt bislang auch irgendwie übersehen hat: „Boom Bang Goodbye“ ist Hard Rock auf extrem hohem Niveau und dürfte für viele Rock-Garage-Leser ein Kleinster-gemeinsamer-Nenner-Album sein!
Anspieltipps:
„Wait“, „Leave It All Behind“, „Turn The Page“ und „All Night Long“
Jannis















