FREAKS AND CLOWNS – We Set The World On Fire

Trackliste:

01. Am I A Freak Or Just A Monster
02. We Set The World On Fire
03. When Evil’s Got A Hold On You
04. Hell Raising Woman
05. Scream Until You Like It
06. Dogs Of War
07. Fight Fire With Fire
08. Dance Of The Dead
09. One Last Ticket
10. Toxic
11. Children Of The Night
12. Freaks Of The Town
13. Heaven’s Calling My Name

Spielzeit: 56:39 min – Genre: Heavy Metal/Teutonic Metal/Hard Rock – Label: Metalville Band & Label Pool – VÖ: 28.01.2021 – Page: www.facebook.com/freaksandclowns

 

Ich muss ja sagen, ich bin den FREAKS AND CLOWNS nicht wirklich böse, dazu funktioniert ihr harter, riff- und groove-lastiger Teutonic Rock einfach zu gut. Die keifende Stimme, die nicht zuletzt an ein bis zwei ACCEPT-Sänger erinnert, die brechende Schwere in Produktion und Spiel, die simplen und scheißcoolen Melodien (ebenfalls ACCEPTig) und natürlich die charakteristischen Parts, in denen das Tempo noch einmal halbiert wird und jedem Hörer automatisch fünf Sonnenbrillen wachsen, das ist ein Erfolgskonzept, mit dem ich mich bestens arrangieren kann. Auch die Tatsache, dass man ein paar mal ruhigere Töne einbringt auf “We Set The World On Fire”, tut der Musik des schwedischen Quintetts gut und sorgt dafür, dass das dritte Album der Truppe um Ex-ASTRAL-DOORS-Gründungsmitglieder Johan Lindstedt und Chrille Wahlgren sich ein wenig (wenn auch etwas zu wenig) von den Vorgängern abhebt. Klar, so manche Songs auf “WSTWOF” ähneln sich zweifelsohne, aber das weiß und erwartet man, wenn man die Truppe mag. Denn, für alle, die noch keinen Einblick in das Schaffen der Herren haben: FREAKS AND CLOWNS hört man nicht wegen musikalischer Komplexität und ausgefeilten Kompositionen, sondern wegen einer Stunde extrem dicker und wirklich sehr behaarter Eier.
Damit ist über “WSTWOF” alles gesagt und mir bleibt der Rest der Rezension für einen liebevollen Rant. Denn Jesus, sie haben es wieder getan. Ich kann Texte für gewöhnlich sehr gut ausblenden, ein Album steht und fällt für mich mit seiner musikalischen Qualität, aaaaaaber:
Letztes Album, Auszüge aus den lyrischen Ergüssen: Track 1: “We are the justice elite”. Track 2: “I am the man with the power”. Track 4. “We are the angels”. Track 5: “I’m alive” Track 7: “We are Fire. We are one for all”. Track 9: “We are the flames of fury”. Track 10: “Am I…” (In Frageform. Kreativ). Track 11: “I’m just more than meets the eye”.
Aktuelles Album: Track 1: „Am I a freak or just a monster?“ (Abermals Frageform, Shakespeare wäre neidisch). Track 4: Überraschung, „I am a hellraising woman“ kommt tatsächlich nicht. Track 5: „I am the devil in disguise“ UND „I’m the king of kings“. Track 6: „We are the dogs of war“. Track 10: „I’m so toxic“, „I am the fire“, „I am the sin“ et fucking c. Track 11: „We are the children of the night“. Das, liebe Freunde, ist vermutlich nur eine Auswahl, da mir ein Haufen von Aussagen, was „I“ oder „We“ sind, vermutlich durch die Lappen gegangen ist. Denn schließlich gibt es da auch noch die Aussagen über Dinge, die „I“ tat oder die mit „I“ getan wurden, und da hört der Spaß endgültig auf, denn das kann keiner mehr auflisten. Wären FREAKS AND CLOWNS ein Gast auf Deiner Party („I am the guest on your Party!“ – Es ist nur noch eine Frage der Zeit), würde nach 20 Minuten keiner mehr Bock auf ihn haben, weil er einzig und allein von sich erzählt. Natürlich ist das als künstlerisches Konzept mit fiktiven Erzählern nicht so unsympathisch, aber Herrgott, Leute, Ihr könnt doch eigentlich englisch und angesichts von ASTRAL-DOORS-Texten könnt Ihr auch mehr als metallisch klingende Sätze aus dem Erste-Person-Kapitel eines Anfänger-Englischbuchs.
Doch wie gesagt, böse sein kann man ihnen nicht dafür. Kann man auch HAMMER KING nicht sein, wenn man die textliche Stumpfsinnigkeit mit Humor nimmt und als Rechtfertigung für ein ansonsten geiles Album nimmt, das musikalisch eben auf effektiv-coole Weise stumpf ist. Und man tut gut daran, an der eigenen Akzeptanz gegenüber den Texten von FREAKS AND CLOWNS zu arbeiten, denn ansonsten entgeht einem eine Stunde souveränster Lässigkeit in absoluten Banger-Songs, die auf Album #3 von Chrille & co zwar nicht mehr so überraschend kommt, ihren Job aber abermals mit Bravour erledigt.

Fazit:
Die Texte und etwas zu viel Stagnation seit dem letzten (und dem vorletzten Album). Das sind die zwei Punkte, die man FREAKS AND CLOWNS bei „WSTWOF“ ankreiden kann. Als Einstieg in die noch junge Discografie hervorragend geeignet, ebenso für die Fans des/der Vorgänger, die nach ein wenig Leerlaufzeit noch einmal gut auf die Fresse vertragen könnten. Ihr wisst, was Ihr kriegt – und Ihr kriegt sogar noch ein klein bisschen mehr.

Jannis

MAX PIE – PASSENGERS

Trackliste:

01. Ignition
02. A Thousand And One Lives
03. Lucy
04. Only The Silence Remains
05. Grains Of Sand
06. Breath Of The World
07. Ariadne’s Thread
08. Last Goodbye
09. Drawing The Future
10. Love For Sale
11. Passengers

Spielzeit: 61:09 min – Genre: Progressive Power Metal – Label: Rock City Music Label – VÖ: 03.12.2021 – Page: www.facebook.com/maxpiemusic

 

Silvester ist vorbei, man hat pflichtbewusst gefeiert, dass 2021 endlich rum ist, und dabei bestmöglich verdrängt, dass das nächste Jahr vermutlich nicht besser wird. Und keine zwei Wochen drin wird einem dann bewusst, dass 2021 eben doch nicht alles schlecht war, und man sucht nach den letzten Überbleibseln, an denen man sich festhalten kann. Eins davon ist MAX PIEs „Passengers“, erschienen bereits am 03. Dezember. Das ist Progressive Power Metal aus Belgien, Album Nr. 4 der Truppe, die entgegen aller Erwartungen kein Mitglied/keinen Bandleader namens Max Pie hat.
Progressive Power Metal ist so eine Angelegenheit, bei der man im schlimmsten Fall viele Synthesizer oder Orchesterelemente mit verschiedenen Taktarten und ein bisschen Gefrickel über absolut belanglose Gänsehautmelodien und ein paar seelenlose düstere Parts transportiert. Im besten Fall ist es genau das gleiche, nur mit unbelanglosen Gänsehautmelodien und sinnhaften düsteren Parts. MAX PIEs neustes Werk liegt auf der Skala der beiden Extreme klar in der positiven Hälfte. Melodietechnisch ist man, beispielsweise bei „Drawing The Future“, okay unterwegs, gerne aber auch auf Qualitäts- und Wiedererkennungswert-Niveau, wie bei „Breath Of The World“ mit unkonventioneller wie funktionierender Chorus-Harmoniefolge. Nicht durchgängig Oberklasse aber so gut, dass die schwächeren Parts nicht weiter stören sollten, wenn es sonst genug zu erleben gibt.
Und das gibt es häufig durchaus. Spiel und Gesang sind sauber, die Orchesterelemente seltener als gedacht, aber in Sachen Sound wirklich wertig – siehe Intro – und die Synths und elektronischen Elemente sind, gelinde gesagt, präsent. Jap, davon gibt es wirklich viele, aber nie wieder so exorbitant wie bei „A Thousand And One Lives“, das eine ziemliche Keyboard-Party entfacht. Kann man hassen, kann man feiern, ich mache letzteres. Neben modernen Sounds gibt es aber auch immer mal wieder ein bisschen sympathische Retro-Prog-Orgel- oder Klaviersounds und auch die Prog-Flöte darf nicht fehlen, angewendet im starken Zehn-Minüter „Passengers“.
Kritik: Das sehr präsente Hintergrundsynth aus „ATAOL“ hätte man bei „Breath Of The World“ nicht mehr aufwärmen sollen, „Grains Of Sand“ ist sehr verdächtig nah an MYRATHs „Believer“ (so nah, dass es kaum sein kann, dass MAX PIE den Track nicht kennen) und ein paar mal driftet man dann eben doch Richtung „Gut Fassade mit weniger Substanz“ ab, allerdings erfreulich selten.

Fazit:
Bombast, Keyboards unterschiedlicher Couleur, progressives Rumgetakte, klingt gut und hat einen ordentlichen Anteil an Qualitätskompositionen, die durch kleine Ausflüge in andere Stimmungslagen noch einmal aufgewertet werden. Wer mit diesen Bestandteilen etwas anfangen kann, der sollte MAX PIE auf jeden Fall eine Chance geben – gerade wenn er von der Routinisierung vergleichbarer bekannterer Bands wie SEVENTH WONDER in letzter Zeit ein wenig enttäuscht wurde.

Anspieltipps:
„A Thousand And One Lives“, „Only The Silence Remains“, „Breath Of The World“ und „Passengers“

Jannis

LORDI – Lordiversity

Band: Lordi
Album: Lordiversity
Spielzeit: 284:32 min (wirklich)
Stilrichtung: Gute Frage.
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 26.11.2021
Homepage: www.facebook.com/lordiofficial

Okay, gut.

Okay.

Packen wir’s an.

Warum ist die Rezension so lang?
Weil das Album auch so lang ist. Wenn LORDI das dürfen, darf ich das auch.

Was ist der Stand der Dinge?
LORDI haben sich am ersten April mit der Ansage gemeldet, dass sie übrigens vier Alben auf einmal rausbringen. Dann alle so “Das ist doch kein guter Aprilscherz, Leute, dann enttäuscht Ihr uns ja am zweiten April”, und dann verkünden LORDI einen Tag später, dass das tatsächlich Blödsinn war, weil sie eigentlich sieben Alben auf einmal rausbringen. Was geht.

Warum sieben Alben?
Weil LORDI als letztes “Killection” rausgebracht haben, das ein Best-Of-Album mit Hits der “frühen” LORDI darstellen sollte. Allerdings war es ein normales Album, das einzelne Songs in unterschiedlichen Stilen beinhaltete, die Lordi im „Killection“-Narrativ vor ihrer eigentlichen Zeit angeblich herausgebracht haben; also einen aus ihrer Industrial-Ära, einen aus ihrer Disco-Ära etc. Schönes Konzept, besonders, wenn man dann noch bei den Aufnahmen und dem erzeugten Sound recht authentisch arbeitet und die Klangfacetten der Songs jeweiligen Klanglichkeiten von Songs aus der entsprechenden Zeit angleicht. War cheesy, halb authentisch und halb witzig. Die sieben Alben von “Lordiversity” stellen nun jene Alben der Band vor ihrer realen Discografie dar, die in „Killection“ zusammengefasst werden. Laut Mr Lordi sollten es zehn werden, das Label handelte ihn auf sieben runter.

Worin unterscheiden sich die Alben?
Grob gesagt, im Grundstil. “Sceletric Dinosaur” ist mehr oder weniger 70s Hard Rock, “Superflytrap” ist Disco, “The Masterbeast From The Moon” ist Progressive Rock, “Abusement Park” ist 80s Heavy Metal, “Humanimals” irgendwo zwischen 80s Hard Rock und AOR, “Abracadaver” ist 80s/90s Heavy/Thrash Metal und “Spooky Sextravaganza Spectacular” ist Industrial Metal. Wie die Songs auf „Killection“ unterscheiden sich auch die Alben deutlich in ihrer Produktion, in der Instrumentierung und den Kompositionen.

Was sagt man erstmal dazu?
Ganz klar: großen Respekt für diesen Aufwand! Sieben Artworks, sieben liebevolle, ganz unterschiedliche Intros, 70 Songtexte, 70 Songwritings, so viel Produktionsaufwand und viel Hingabe, um sich in die unterschiedlichen Stile derartig reinfühlen zu können. Klar, Corona sorgt dafür, dass so manche Musiker plötzlich mehr Zeit für Alben haben, aber sieben (noch einmal: SIEBEN, in Zahlen: 7) derartig konzipierte Alben auf einmal nach einem zwei Jahre zuvor veröffentlichten Vorgängeralbum sind brutal. Und ganz davon abgesehen: Die Idee ist grandios und zeugt davon, dass LORDI, wie schon länger immer wieder sichtbar, neue Ebenen von kreativer Arbeit mit in ihre Alben integrieren – nicht unbedingt hinsichtlich der einzelnen Songs, sondern eben der Albumkonzepte.

Aber wie ist denn sowas möglich in so kurzer Zeit?
Aaaaaha, und hier kommen wir nun zur Kritik. “Lordiversity”s Konzept ist Fluch und Segen gleichermaßen. Segen, weil die Idee, eine zuvor etablierte fiktive Reihe von Alben tatsächlich real werden zu lassen, halt einfach saugeil ist. Fluch, weil sie eine derartige Masse an Arbeit mit sich zieht, dass man entweder einige Jahre mehr braucht, um sie wirklich so liebevoll wie normale Alben auszuarbeiten, oder dass bei einer Arbeitsdauer von unter zwei Jahren die fehlende Liebe in den einzelnen Songs hörbar wird.
Seien wir ehrlich: Alleine ein 45-Minuten-Prog-Rock-Album benötigt, wenn es Tiefgang haben und tatsächlich in gutem Maße durchdacht sein soll, mindestens seine zwei bis drei Jahre, auf “Lordiversity” ist es eins von sieben und bekam vermutlich maximal vier Monate. Und so bewegt man sich oftmals an der Oberfläche der Stile, legt den Fokus darauf, dass das jetzt eben klingt wie Disco oder thrashigherer Heavy Metal, ohne die Facetten der einzelnen Stile so zu nutzen, so umzusetzen und mit Details anzureichern, wie man es von einem Einzelalbum einer Band des entsprechenden Genres erwarten würde. Und dann legt man beim finalen Chorus eben nicht noch eine zusätzliche Stimme drauf oder ändert die Vocalline noch ein bisschen ab, einfach, weil man noch 77 andere Tracks aufnehmen muss und „das schon so passt“.

Bedeutet?
Viele der Songs klingen nach “Kann man so lassen”-Stadium, haben stiltypische Melodieführungen, sind damit aber eben eher basic und lange nicht das, was LORDI mit mehr Zeit aus ihnen hätte machen können. Negativ fällt das am allermeisten beim Disco-Album auf, bei dem man sich offensichtlich auf die Reproduktion von absoluten Genrekonventionen verließ, da eben eine wirkliche Einarbeitung in die Möglichkeiten eines Genres zur selbstständigen Reproduktion mehr Zeit benötigt, als vorhanden war.

Was hätte man also besser machen können?
Weniger am Prinzip “Wir müssen jetzt wirklich vollständige Alben machen” festhalten. Klar ist das verlockend, ein (mindestens nahezu) einzigartiges Konzept und eine Herausforderung. Aber hätte man zum Beispiel Promo damit gemacht, dass man zwei Jahre lang alle auffindbaren Songs der verschollenen frühen Alben der Band zusammengesucht hätte, und pro Stil nur fünf Songs releast hätte, die dafür aber mit doppelt so viel Liebe gemacht, wäre niemandem ein Zacken aus der Krone gebrochen und das Ding wäre kurzweiliger, kompakter und smarter geworden. Ernsthaft, der Discotrack auf “Killection” war ein Witz und funktionierte bestens. Aber ein Witz wird nicht besser, wenn man ihn über eine halbe Stunde durchgängig immer wieder erzählt. Und das musste in LORDIs Augen nun scheinbar passieren – aus Prinzip eben. Sollen ja sieben Alben werden.

Also ist “Lordiversity” nun nicht gut?
Nee, so will man das auch nicht sagen. Wie erwähnt: Das Ding ist ein Stunt, ein Experiment, das in seinem Konzept und seiner Umsetzung insgesamt echt einmalig, interessant und stark ist – und man kann davon ausgehen, dass LORDI in Zukunft nicht darauf bauen, alle zwei Jahre immer mehr Alben gleichzeitig zu veröffentlichen, sondern beim nächsten Release wieder auf Ein-bis-zwei-CD(s)-Länge gehen, weil sie um die Probleme der Sieben-Alben-Herangehensweise wissen. Aber alleine als das, was es ist, hat das Ding Respekt verdient und ist, muss man halt auch wirklich anerkennen, viel besser als das, was andere mit dem gleichen Konzept hinbekommen hätten.

Und außerdem…
…muss man sagen, dass doch so einiges auch musikalisch wirklich gelungen ist. “Abusement Park” und “Humanimals” arbeiten mit den Stilen, in denen LORDI am ehesten zuhause sind, und das merkt man ihnen an. “Humanimals” ist wirklich fett und ginge auch einzeln beinahe als vollwertiges Album durch, “Abusement Park” fühlt sich auch sehr wohl mit dem, was es tut. “The Superbeast From The Moon” zeigt an so einigen Stellen, wozu LORDI in Sachen Songwriting eigentlich im Stande sein könnten. Das Ding mit einer zweijährigen Ausarbeitungsphase und etwas mehr LORDIscher Härte wäre Der. Shit. Denn ehrlich, wenn Du nicht übertriebene Songwriting-Skills in Dir verbirgst, haust du so ein Teil nicht in so kurzer Zeit einfach mal raus, wissen doch auch LORDI, dass das das Album auf „Lordiversity“ ist, bei der durchdachteres Songwriting am unumgänglichsten ist.
Zurück zum Thema: Und vom Rest der Subalben kann man sich immerhin jeweils 50 beliebige Prozent der Songs geben, bevor sie sich abnutzen. Insgesamt hat man sich über die nämlich auch Gedanken gemacht, nur über die einzelnen Songs eben nicht wesentlich mehr, als nötig.

Fazit:
Welches Deiner Kinder feierst Du mehr? Das, das am Strand eine wunderbar detailreiche kleine Sandburg mit vielen Türmchen baut, oder das, das Dir eine zweistöckige, begehbare und ein bisschen schräge Sandburg mit weniger Türmchen baut? Genau, beide haben ein Eis verdient. Ich habe den schweren Verdacht, dass “Lordiversity” kein Album ist, das aus 70 Hits bestehen soll, die allesamt in die Live-Setlists der nächsten 20 Jahre einfließen. Nein, Hits auf dem Niveau finden sich auf diesen Platten praktisch gar nicht. “Lordiversity” ist ein “Komm, lass mal was richtig Unerwartetes machen”-Album, das aus Corona-Langeweile entstand und wahnsinnig viel Herzblut auf wahnsinnig viele Tracks verteilen musste. Keiner aus der Band wird sich gedacht haben “Wir können in zwei Jahren sieben Alben machen, die in ihrer Qualität mit Einzelalben anderer Bands der gewählten Genres mithalten können”. Das war nicht der Punkt und das sollte auch nicht der Anspruch der Hörer an “Lordiversity” sein.
Nehmt dieses Bollwerk, staunt über den monströsen Aufwand und das saucoole Konzept dahinter, schreibt Euch beim ersten Hören für jeden Song eine Eins-bis-Zehn-Bewertung auf und packt dann alles über sechs in eine Playlist. Und wenn Ihr es ganz hören wollt, traut Euch, auch mal zu skippen, bevor es nervig wird. Dann habt Ihr das, was “Lordiversity” mit etwas mehr Scheißen auf das Konzept hätte sein können – und als Fans von LORDI oder als Freunde von kreativen musikalischen Konzepten habt Ihr eine Menge Spaß mit einem Teil der Songs, ohne Euch von einer größeren Menge an Lückenfüllern langweilen zu lassen. Ich meine, Songmaterial ist ja genug da.

WERTUNG: Ich kann das nicht bewerten. Wie soll man das bewerten? Bitte scrollt weiter.

Trackliste:

-Skeletric Dinosaur-
01. SCG Minus 7: The Arrival
02. Day Off Of The Devil
03.Spitfire
04. Maximum-O-Lovin
05. The King On The Head Stakers Mountain
06. Carnivore
07. Phantom Lady
08. The Tragedy Of Annie Mae
09. Blow My Fuse
10. Beyond The Isle Was Mary
-Humanimals-
01. SCG Minus 3: Scarctic Circle Telethon
02. Borderline
03. Victims Of The Romance
04. Heart Of A Lion
05. The Bullet Bites Back
06. Be My Maniac
07. Rucking Up The Party
08. Girls In A Suitcase
09. Supernatural
10. Like A Bee To The Honey
11. Humanimal
-Superflytrap-
01. SCG Minus 6: Delightful Pop-Ins
02. Macho Freak
03. Believe Me
04. Spooky Jive
05. City Of The Broken Hearted
06. Bella From Hell
07. Cast Out From Heaven
08. Gonna Do It (Or Do It And Cry)
09. Zombimbo
10. Cinder Ghost Choir
-Abracadaver-
01. SCG Minus 2: Horricone
02. Devilium
03. Abracadaver
04. Rejected
05. Acid Bleeding Eyes
06. Raging At Tomorrow
07. Beast Of Both Worlds
08. I’m Sorry I’m Not Sorry
09. Bent Outta Shape
10. Evil
11. Vulture Of Fire
12. Beastwood
-The Masterbeast From The Moon-
01. SCG Minus 5
02. Moonbeast
03. Celestial Serpents
04. Hurricane Of The Slain
05. Spear Of The Romans
06. Bells Of The Netherworld
07. Transmission Reply
08. Church Of Succubus
09. Soliloquy
10. Robots Alive
11. Yoh-Haee-Von
12. Transmission On Repeat
-Spooky Sextravaganza Spectacular-
01. SCG Minus 1: The Ruiz Ranch Massacre
02. Demon Supreme
03. Re-animate
04. Lizzard Of Oz
05. Killusion
06. Skull And Bones (The Danger Zone)
07. Goliath
08. Drekavac
09. Terror Extra-Terrestical
10. Shake The Baby Silent
11. If It Ain’t Broken (Must Break It)
12. Anticlimax
-Abusement Park-
01. SCG Minus 4: The Carnival Barker
02. Abusement Park
03. Grrr!
04. Ghost Train
05. Carousel
06. House Of Mirrors
07. Pinball Machine
08. Nasty, Wild & Naughty
09. Rollercoaster
10. Up To No Good
11. Merry Blah Blah Blah

 

Jannis

MEMORY GARDEN – 1349

Band: Memory Garden
Album: 1349
Spielzeit: 51:28 min
Stilrichtung: Doom Metal
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 17.12.2021
Homepage: www.facebook.com/memorygardenofficial

Power Doom Metal steht auf der Promoliste mit MEMORY GARDENs neustem Werk “1349”. Das klingt interessant, ein wenig wie ein gruseliges Geisterschloss, in dem aber Spongebob wohnt, oder wie ein alter schwerer Panzer mit einem kleinen Regenbogenaufkleber auf der Rückseite. Oder wie ein Friedhof mit regelmäßig auslösenden Konfettikanonen, Ihr wisst, was ich meine.
Die Erwartungen haben sich nicht erfüllt (was irgendwie schön ist), dennoch passt die Genrebezeichnung bestens zum sechsten Album der Schweden in ihrer dreißigjährigen Karriere. Dazu liegt die LP natürlich voll in der Zeit mit ihrer Story, die in der Zeit angelegt ist, als eine Art Grippe die Menschen im 14. Jahrhundert zu 2G im Ablasshandel zwang.
So, jetzt zur Platte an sich. Die Produktion ist heavy, druckvoll und organisch und absolut passend für das Genre. Produzent ist aber auch Dan Swanö (OPETH, DARK FUNERAL, KATATONIA etc.), also verwundert das nicht wirklich.
Für alle, die MEMORY GARDEN sträflicherweise wie ich bislang vernachlässigt haben: In Teilen ist die Scheibe prototypischer und mit viel Liebe zum Genre gemachter Doom Metal mit allem, was ihn auszeichnet. Entsprechende Harmoniefolgen und Melodieführungen, toller Gesang mit Vibrato und Hall, böse Riffs, man kennt das. In Teilen werden die Melodien aber auch eingängiger, aber eben nicht auf die fröhliche DRAGONFORCE-Art, sondern ebenfalls düster, uncheesy und in Sachen Stimmung tragisch bis verzweifelt. Gerne werden solche Parts auch mal um einen Chor ergänzt und entsprechend feierlicher oder zumindest melodisch “massenkompatibler”. Dann wiederum werden diese Stellen sehr gerne mal durch ein fieses Riff oder kontrastierende Harmonien der Gitarren ein Stück weit umgedeutet, erhalten durch ihren Kontext praktisch einen neuen Anstrich, was erfreulich gut funktioniert und sehr definierend für den Sound von “1349” ist.
Was gibt’s noch? Eine gut eingesetzte Gastsängerin, kleine folkige Elemente beim in Teilen wunderbar feierlichen “Pariah”, einen sehr unkonventionellen und atmosphärischen Track mit “The Messenger” und die ein oder andere Verwendung von Taktarten abseits des klassischen 4/4tel-Takts.
Und all das ergibt zusammen ein wirklich starkes Album mit Sogwirkung, das konstant intensiv und angenehm kitschfrei ist, intelligent komponiert und vielseitig trotz seiner durchgehend düsteren Grundstimmung. Die Gesangs- und Instrumentalleistung lässt keinen Grund zur Kritik und somit…

Fazit:
…sollten die Leser, die Doom Metal mit einem größeren Anteil an Eingängigkeit mögen, hier unbedingt mal ein Ohr draufwerfen. So wie MEMORY GARDEN macht man Power Doom Metal, der auch Doom-Puristen keinen Anlass zur Verwässerungskritik geben sollte.

Anspieltipps:
“Pariah”, “The Messenger”, “1349” und “Rivers Run Black”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Shallow Waters
02. Pariah
03. Distrust
04. Rivers Run Black
05. The Flagellants
06. The Messenger
07. The Empiric
08. 1349
09. Blood Moon

Jannis

MAX ROXTON – The Voice Within

Band: Max Roxton
Album: The Voice Within
Spielzeit: 49:30 min
Stilrichtung: Modern Hard Rock
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 19.11.2021
Homepage: www.maxroxton.com

“Ein deutscher Miles Kennedy” – so wird MAX ROXTON laut seinem Promosheet gerne mal beschrieben, und das durchaus zurecht. Grob verallgemeinert hat das Debutalbum “The Voice Within” des als bester deutscher Hard-Rock-Sänger 2019 ausgezeichneten Multiinstrumentalisten nämlich in vielerlei Hinsicht heftige SLASH-Album-Vibes, was eine gute Sache ist. Über zwölf Tracks und gut 50 Minuten Spieldauer gibt es auf der Platte souverän gespielten und produzierten Hard Rock mit oftmals bluesiger Riffarbeit zu bestaunen, der sich gerne auch mal im Metal, Stoner und Post Rock bedient und bei “Masquerade” auch ein bisschen Crossover/Nu Metal ins Spiel bringt.
Doch die Basis der Platte bleibt Hard Rock in seiner modern-klassischen Form. Max hat die Instrumente kurzerhand allesamt selbst bedient und zeichnet sich dazu auch für die Vocals verantwortlich (ein paar kleine Gastauftritte anderer Musiker mal außen vor gelassen). Das war im Nachhinein betrachtet kein Fehler. Die Vocals sind allesamt gelungen, ob sie nun klassisch Hard-rockig druckvoll, unklar oder ruhig-gefühlvoller daherkommen. Lediglich ein wenig mehr Seele hätten sie in Teilen vertragen können, sind nicht allzu sehr auf Emotion aus, transportieren Melodien und führen die Songs aber sehr gut voran. Auch die Arbeit mit mehrstimmigen Vocals ist bestens gelungen.
Nicht minder gelungen ist die Gitarrenarbeit (auch hier sei unter anderem auf SHLASHige Einflüsse verwiesen). Die Riffs haben Charakter und wer auf stumpf liegende Power Chords aus ist, wird erfreulicherweise enttäuscht. Die Gitarrenarbeit ist allermeistens kreativ, eigenständig und ganz im Sinne der Tracks und jeweiligen Parts. Dazu saubere Drum- und Bass-Arbeit und man hat alles, was man für ein absolut gelungenes Hard-Rock-Album benötigt. Klar, auch mit all diesen Zutaten kann man es noch verkacken, aber das tut Max nicht.
Ja, seine Songstrukturen sind durchschaubar und nicht allzu innovativ (ruhigere Strophen, Intensivierung im Prechorus und Chorus), doch ist hier lobend anzumerken, dass Max etwas tut, was viele andere sich in härteren Musikgenres nicht trauen: gefühlvolles Spiel. In den Augen vieler sind zurückhaltende Strophen zwar sinnvoll und möglich, doch wenn sie Drums oder Gitarren beinhalten, werden diese gewohnheitsmäßig mit voller Kraft bedient, und gerade an diesen Stellen zeigt sich auf “The Voice Within” die Handgemachtheit der ganzen Sache. Gut, nach einiger Zeit nutzt sich das Konzept auch ein bisschen ab, aber schön, dass es Verwendung findet.
Ansonsten pendeln die Kompositionen zwischen sehr gut und zweckmäßig professionell genug, um korrekte Gitarrenarbeit und Qualitäts-Vocals unterzubringen. Zu den sehr guten gehören unter anderem der sich soundtechnisch immer weiter entfaltende Titeltrack, das in Teilen extra smoothe “Satelite”, der melancholische Tanzbeinschwinger “Within Your Mind” und das überraschend eskalierende “Misty Places”. Aber auch “Riot” sollte man durchaus mal Aufmerksamkeit widmen bei der Überlegung, ob man sich die Platte mal in Gänze anhören will. Denn unspektakulärer als der Track wird es auf “The Voice Within” nicht, und das will schon was heißen!

Fazit:
Klar, “The Voice Within” ist kein Debutalbum, das mit dem einer motivierten jungen Band aus ein paar Freunden mit einem Garagenproberaum vergleichbar wäre. Max ist zu diesem Zeitpunkt bereits absoluter Profi und das merkt man dem Ding auch an. Daher aber auch: sehr starke erste Album-Meldung ohne jegliche “Was soll das”-Momente, wie man sie sonst ab und an mal auf ersten Alben findet.

Anspieltipps:
“Now I Understand”, “Misty Places”, “Within Your Mind” und “The Voice Within”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I’m Back
02. Center Of The Universe
03. Decay
04. Misty Places
05. Within Your Mind
06. Masquerade
07. Satelite
08. Riot
09. The Voice Within
10. Head Under Water
11. Never Again
12. Now I Understand

Jannis

TALENTSCHMIEDE: KANT

Band:
KANT

Gegründet/Active since:
2020

Herkunft/Origin:
Copenhagen, Denmark

Mitglieder/Members:
Nikolai Sørensen, Rasmus Volden, Anders Justiniano, Larle Damsgård

Genre:
Alt-Rock

Veröffentlichungen/Releases:
Perfect Afternoon (EP, 2021) & Mermaid (EP, 2020)

Einflüsse/Influences:
Gorillaz, Nine Inch Nails, Mew

(English Version Below)

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Die Weltherrschaft übernehmen! Abseits dessen würden wir gerne mehr Songs schreiben und Musik veröffentlichen – und durch die Welt touren. Reisen und Kontakte durch Kunst und Musik schließen ist magisch und führt dich an Orte, von denen du es dir nicht erträumt hättest!

Was als nächstes kommt:
Konzerte und mehr Songs schreiben, die 2022 veröffentlicht werden. Vielleicht ein kleiner Abstecher nach Deutschland? Man wird sehen!

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Die Veröffentlichung unserer zweiten EP und unser erstes Konzert. Die eigenen Songs im Radio zu hören und eine Platte zu produzieren, auf die wir wirklich stolz sind, ist eine großartige Erfahrung gewesen!

Unser peinlichster Moment:
Die Versuche, Leute davon zu überzeugen, dass du eine gefährliche Rockertruppe bist, während du aber eigentlich die meiste Zeit nur in Zoom-Calls und Online-Band-Meetings während einer globalen Pandemie hängst, haha. Eine Rockband gründen, zwei Wochen vor einem praktisch globalen Lockdown. Schlimmstes Timing aller Zeiten! Aber jetzt haben wir die erste Show endlich hinter uns (nach 18 Monaten Verzögerung) und es fühlt sich echt gut an.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Eine Kneipentour mit Liam Gallagher und Bonehead von Oasis dürfte eine Nacht sein, die man nicht so schnell vergisst. Auch Will Ferrell wäre ein guter Kandidat. Wenn wir uns einen Deutschen aussuchen müssten, wäre es wohl Campino von den Toten Hosen, sollte auch eine ziemlich interessante Angelegenheit werden!

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Falls Depeche Mode das hier lesen: Wir wären verfügbar! Also immer eigentlich. Gleiches gilt für die Gorillaz, man kann ja ruhig in größeren Dimensionen träumen!

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Das Gefühl, wenn man in einem Raum ohne einen Plan zusammenkommt und mit einem Song wieder rauskommt. Da passiert was Magisches, wenn sich eine neue Idee quasi von selbst schreibt. Die Synergie, diese ansteckende Inspiration, die du mit deinen besten Freunden teilen und spüren kannst – hammer!

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Ganz platt: das Ein- und Ausladen. Jesus. Die logistischen Begleiterscheinungen von Gigs und Proben im Allgemeinen müssen der Tod jedes ambitionierten Musikers sein. So wertvoll und aufregend das auch ist, neuen Kram zum Rumspielen zu haben: Es geht immer damit einher, dass du immer und immer mehr Sachen mit dir rumschleppst. Und nach einem Gig komplett fertig zu sein erhöht nicht unbedingt deine Effizienz bei einem guten Spiel Tetris mit einer kompletten Ladung Equipment in deinem Van nachts um drei.

Online:
Facebook: www.facebook.com/KANTdk
Spotify: www.open.spotify.com/artist/317r10FCOAopFgzD6luQ2Z?si=vT0XZEluSpen4Uyr58FZjg
Youtube: www.youtube.com/channel/UCBrqgN32TCvKrk4BMXkV6-w/featured

Our goals for the next five years:
Taking over the world… Aside from that, we wish to keep writing songs and release more music. We want to tour the world. Travelling and connecting with people through art and music is a magical thing and it takes you places you never really can predict.

Coming next:
Concerts, writing new music to release in 2022! Maybe a little trip to Germany? Who knows.

Greatest experience as a band since now:
Releasing our second EP and playing our first concert. Having had our songs played in the radio and producing a record we are really proud of has been an amazing ride so far!

Most embarassing moment as a band:
Trying to convince people you are a dangerous rock outfit when you in fact spend most of the time on Zoom calls and online bands meetings during a world wide pandemic, haha. Launching a rock band only two weeks prior to a global lockdown. Worst timing ever! But now we’ve finally played our first show (postponed for more than 18 months) and it feels good.

Who we would like to drink a beer with and why:
A pub crawl with Liam Gallagher and Bonehead of Oasis has got to be a night to remember. Also Will Ferrell has got to be a favourite candidat for a prober bender. If we were to choose a german artist then Campino from Die Toten Hosen must be quit an interesting night out as well!

The band we would love to go touring with the most:
If Depeche Modes happens to read this, we’re available. Like. Whenever. Also Gorillaz. Dream big!

The best thing about playing in a band:
The feeling of meeting up in a room without a plan and leave with a new song. Something magical happens when a new idea just writes itself on its own. The synergy and the infectious inspiration you are able to share and feel in the same room as your best friends. Amazing.

The worst thing about playing in a band:
On a more practical note. Load ins/outs. Jesus. The logistics concerning a gig or rehearsels in general is gonna be the death of every ambitious musician. As precious and exciting it can be to have new toys to play around with. It always comes with the fact that you have more stuff to carry around and about. Being totally smashed after a gig doesn’t quit increase the efficiency of a good game of tetris with a whole production in the back of a van at 3am.

 

TALENTSCHMIEDE: Earthwomb

Band:
Earthwomb

Gegründet/Active since:
2019

Herkunft/Origin:
Lima, Perú

Mitglieder/Members:
Pedro Zamalloa (Guitar, Programming); Eduardo Yalan (Guitar); Giancarlo Melgar (Vocals)

Genre:
Atmospheric Black Metal

Veröffentlichungen/Releases:
“The Fractal Phenomenon” (Single/Demo – 2019)
“Becoming Immanence” (EP – 2021)

(English version below)

Einflüsse:
Unsere Einflüsse setzen sich aus Bands der ersten und zweiten Welle des Black Metal zusammen, wie Bathory, Hellhammer, Mayhem, Darkthrone, Dark Funeral oder Gorgoroth. Aber wir verarbeiten auch zeitgenössischere Einflüsse wie Der Weg einer Freiheit, Suffering Hour, Akhlys, Aoratos und Regarde Les Hommes Tomber, um mal ein paar zu nennen. Angesichts unseres Death-Metal-Hintergrunds ist wohl impliziert, wie die Brutalität dieses Stils sich in unser Songwriting einfügt.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Die größte Befriedigung für uns als Musiker ist das Erlebnis eines kreativen Prozesses und der Kontakt mit dem Publikum bei Live-Shows. Also liegt unser Fokus darauf, Material und nicht nur Musik zu kreieren, wir legen Wert darauf, den ästhetischen Horizont unserer Kreationen zu erweitern und dabei unterschiedliche Medien hinzuzuziehen, wie audiovisuelle und visuelle Künste, Text etc.
Es gibt dem Publikum eine wesentlich ganzheitlichere Erfahrung, dies in unsere Live-Auftritte einzubauen. Und: Wir wären sehr dankbar über die Möglichkeit, verschiedene Regionen unseres Landes und andere Länder durch Touren und Festivals zu bereisen.

Was als nächstes kommt:
Momentan bewerben wir die Veröffentlichung unserer EP “Becoming Immanence”, arbeiten dazu an neuen Songs für unser Debutalbum, das wir hoffentlich nächstes Jahr rausbringen. Außerdem planen wir eine Livestream-Performance unserer kompletten EP. Aufgrund der Pandemie ist es schwierig, richtige Gigs zu spielen, aber wir möchten Menschen, die zu unserer Musik gefunden haben, eine möglichst organische und natürliche Darbietung bei diesem Stream bieten.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Unseren besten Moment als Band hatten wir wohl erst kürzlich, nach dem Release unserer EP. Die großartige Reaktion der Öffentlichkeit hat uns sehr überrascht und wir haben tolle Kommentare aus unterschiedlichen Ländern erhalten, wir hatten tolle und konstruktive Reviews, unsere Musik wurde von nationalen und internationalen Radiosendern gespielt und war auf verschiedenen Playlists zu hören. Wir sind definitiv sehr zufrieden mit diesem Release und freuen uns darauf, zurück ins Studio zu ziehen, neues Material zu erschaffen, neue Möglichkeiten zu erhalten und mit der Energie jeder neuen Veröffentlichung zu fließen (Anm. d. Red.: Ihr wisst, was gemeint ist, Leute).

Unser peinlichster Moment:
Als relativ neue Band hatten wir tatsächlich noch keinen peinlichen Moment und keine entsprechende Live-Anekdote. Aber unsere Aufnahmen der EP fielen humoristischerweise auf das Frühjahr 2020, als uns die Pandemie ohne Vorwarnung überrollte. Wir waren gezwungen, mehr als ein Jahr zu warten, um die Produktion wieder aufzunehmen. Daher mussten wir unsere Arbeitsweisen komplett umändern, uns an Online-Arbeit anpassen, aber letztendlich lief alles doch sehr positiv und wir sind absolut zufrieden mit den Resultaten.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Mit Fenriz von Darkthrone! Er und Abbath von Immortal sind die authentischsten und lustigsten Typen in der Black-Metal-Szene!

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Mit den deutschen Monstern von Der Weg einer Freiheit.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Tolle Erfahrungen zu erschaffen und sie mit wunderbaren Menschen/Freunden zu teilen.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Die unangenehmsten Momente passieren vermutlich bei Shows oder Touren. Schlechte Soundausstattung, eine aggressive oder respektlose Person im Publikum, die alle anderen runterzieht, krank sein und dabei versuchen müssen, eine gute Show abzuliefern etc.

Online:
Music: www.earthwombperu.bandcamp.com
Spotify: www.open.spotify.com/artist/19RMBgP52XdT07MfigbDQY
Youtube: www.youtube.com/channel/UCfMfrqi97Lz3Cazr6zb_6LQ
Soundcloud: www.bit.ly/3AQAXol
Live-Dates: TBA

(English Version)

Influences:
Our influences are nourished by bands that are part of the first and second waves of black metal, such as Bathory, Hellhammer, Mayhem, Darkthrone, Dark Funeral or Gorgoroth. But we also take contemporary references of the genre such as Der Weg einer Freiheit, Suffering Hour, Akhlys, Aoratos, Regarde Les Hommes Tomber, to name a few. Due to our death metal background it’s implicit how the brutality of this style blends itself in our writing.

Our goals for the next five years:
Our greatest satisfactions as musicians are the experience of the creative process and the contact with the public at live shows. So our main goals are focused on creating material, not just music, we care about broadening the aesthetic horizon of our creation and encompassing diverse media such as audiovisual, visual arts, writing texts, etc.
Extending what has been achieved already with these elements into our live performances will give the public a much more cohesive experience. We would love to have the possibility of visiting different regions of our country and other countries of the world through tours or festivals.

Coming next:
At this moment we are promoting the release of our EP „Becoming Immanence“, as well as working on new songs for our debut album, which we hope to release next year. We are also putting together a live-stream performance of our entire EP. Due to the pandemic it’s difficult to play actual gigs but we want the people who have connected with our music to experience it in a much organic fashion through this online event.

Greatest experiences as a band since now:
We think that our best moment as a band happened recently, after the release of our EP „Becoming Immanence“. The excellent reaction from the public has surprised us a lot and we’ve received great comments from different countries, we’ve had great and constructive reviews, our music has been included on national and international radio stations and playlists. We definitely feel very satisfied with this release. We are really looking forward to getting back into the studio and creating new material, getting new opportunities and flow with the energy of each release.

Most embarrassing moment as a band:
Being a relatively new band, the truth is that we haven’t had an embarrassing moment or some live anecdote yet, but perhaps something ironic that happened to us was that during the recordings of our EP, in early 2020, the pandemic caught us by surprise and we had to wait more than a year to be able to resume the production of our songs. We had to completely change our work methodology and adapt to working online, but in the end everything happened in a positive way and we are very satisfied with the results.

Who we would like to drink a beer with and why:
With Fenriz from Darkthrone, he and Abbath (Immortal) are the most genuine and funny guys on the black metal scene.

The band we would love to go touring with the most:
With the german monsters of Der Weg einer Freiheit.

The best thing about playing in a band:
Create and share great experiences with awesome people/friends.

The worst thing about playing in a band:
Maybe the most uncomfortable moments happen in shows or tours. Bad sound equipment, a violent or disrespectful person in the public that affects the mood of everybody, trying to give a good show while being very sick, etc.

 

LORDS OF BLACK – Alchemy Of Souls, Pt. II

Band: Lords Of Black
Album: Alchemy Of Souls, Pt. II
Spielzeit: 66:07 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music srl
Veröffentlichung: 15.10.2021
Homepage: www.lordsofblack.com

Es hat immer seinen Reiz, ein Album zu hören, das einen mit auf eine emotionale Reise nimmt, verschiedene Stimmungen abdeckt und damit eine spannende Unvorhersehbarkeit erzeugt. Es kann im Vergleich aber genauso reizvoll sein, ein Album zu hören, das sich einer Grundstimmung verschrieben hat und diese über seine Spieldauer weitestgehend aufrecht erhält, um seine Hörer intensiver in diese Stimmung hineinzuziehen. “Alchemy Of Souls, Pt. II” ist eines der letzteren Alben und macht seine Sache dabei, so viel sei schon einmal gesagt, echt gut.
Das fünfte Album der Spanier um Oral-Virtuosen Ronnie Romero (Ruhe in der letzten Reihe!) wurde auf dem Mischpult von Roland Grapow geformt, und das aus gutem Grund. Klingt einfach geil, in leiseren wie in lauteren Momenten, klar, heavy, knallend. Das, plus die Vocals von Ronnie und das tighte aber durchaus detailreiche Spiel der restlichen Lords, ist schonmal die halbe Miete.
Und die andere Hälfte? Nun, wie gesagt, die Atmosphäre des Albums manifestiert sich im grundlegenden Stil des Quartetts: düster, nachdenklich, leicht hoffnungslos verzweifelt, all das in heavy gespielt und produziert. Der Stil zündet, sei es bei riff-orientierten, böseren Tracks wie “Fate To Be Destroyed” oder “No Hero Is Homeless” (die beide melodieverliebtere Ansätze im Chorus zeigen) oder etwas “freundlicheren” Tracks wie “What’s Become Of Us” oder “Prayers Turned To Whispers”.
Ergänzt wird das Konzept um progressive Ansätze, die sich jedoch angenehm hintergründig zeigen und nur selten (zum Beispiel im 7/8el-Part von “In A Different Light”) mal so richtig rausgehängt werden.
Ebenfalls kommen Synthesizer zum Einsatz, die normal gut gewählt sind und nicht zu penetrant ausfallen, ebenso Klavier- und Orchestersounds, letztere zum Teil ein wenig zu unauthentisch für die restliche Qualität der Produktion.
Kritik gibt es ein wenig, inkonsequenterweise hinsichtlich der Aspekte, die bis hierhin bereits gelobt wurden. So erfreulich ein eigener Stil und eine dichte Atmosphäre über ein komplettes Album hinweg ist, ist “Alchemy Of Souls, Pt. II” halt auch 66 Minuten lang und so kommen Wiederholungen in relevanteren Harmoniefolgen durchaus vor. Hier wäre noch ein letzter entscheidender Schritt gewesen, seinen Stil und die gewünschte Stimmung des Albums zu definieren, um anschließend hin und wieder kontrolliert ein wenig damit zu brechen. Ich rede nicht von einer cheesy Klavierballade oder einem plötzlichen Saxophon-Solo, aber die Muster der LORDS OF BLACK scheinen hier ein wenig zu gefestigt zu sein, um über eine so lange Spieldauer durchgängig unterhalten zu können. Drei Songs weniger oder ein wenig mehr Mut zur Erweiterung des eigenen Stils, gerade hinsichtlich so einiger Melodieführungen und Harmoniefolgen, hätte der Platte noch gut getan.

Fazit:
So, wie sie ist, kann man “Alchemy Of Souls, Pt. II” vielleicht noch ein Stück mehr abgewinnen, wenn man zwischendurch mal eine Pause einlegt oder nach den ersten drei Hördurchgängen seine Skip-Kandidaten unter den Songs gefunden hat. Aber abseits dessen weiß das Ding mitzureißen, mit toller Produktion, starken Interpreten und stabilem Songwriting.

Anspieltipps:
“Mind Killer”, “Fate To Be Destroyed”, “Before That Time Can Come” und “No Hero Is Homeless”

WERTUNG:

 

 

 

Trackliste:

01. Prelude (Alchimia Confessio 1458 A.D.)
02. Maker Of Nothingness
03. What’s Become Of Us
04. Bound To You
05. Before That Time Can Come
06. Mind Killer
07. Death Dealer
08. Prayers Turned To Whispers
09. In A Different Light
10. How Long Do I Have Now
11. Fated To Be Destroyed
12. No Hero Is Homeless
13. Sympathy

Jannis

SONS OF SOUNDS – Soundphonia

Band: Sons Of Sounds
Album: Soundphonia
Spielzeit: 49:26 min
Stilrichtung: Progressive Rock
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 05.11.2021
Homepage: www.sonsofsounds.com

Dass Musik, die von Geschwistern zusammen gemacht wird, häufig einen ganz eigenen Zauber hat, bestätigte sich für mich vor einiger Zeit bereits durch die großartigen R.U.S.T.X – und auch durch das letzte Album der SONS OF SOUNDS. Drei Brüder aus Rheinland-Pfalz, alle wohl ähnlich bis gleich musikalisch grundsozialisiert und damit auf einem sehr eigenen gemeinsamen Level von Einflüssen und Vorlieben. Zu denen ist nun Marc Maurer gestoßen und gemeinsam hat die nun zum Quartett angewachsene Truppe jüngst “Soundphonia” veröffentlicht. Kurz zu Beginn: Nein, die Produktion ist nicht perfekt, vor allem die Rhythmusgitarren fallen etwas platt aus, das sollte jedoch keineswegs vom intensiveren Reinhören in den neuen Longplayer abhalten. Denn musikalisch ist das Ding umso – nun, spezieller?
SONS OF SOUNDS machen eigenen Angaben zufolge Progressive Heavy Rock. Wer nun an ausgeprägtere Taktwechsel und ausufernde Synth- und Gitarrensoli denkt, liegt allerdings daneben. Im Gegenteil, die meisten Songs sind kurz und nach klassischem Schema vergleichsweise simpel anmutend aufgebaut. Doch über die ersten paar Tracks ist man gewillt, seinen Boxen so manches Mal laut “So macht man das nicht, was ist das?” entgegenzurufen, bevor man früher oder später erkennt, dass man einfach absolut unterhalten ist von dem, was die Kollegen da machen, und sich eingestehen muss, dass man das vielleicht doch so macht, wenn man entsprechende und ziemlich gute Beweggründe hat.
“Soundphonia”s Songs sind nicht so komponiert, weil man das in dem Genre so macht. Viel mehr macht es den Eindruck, dass sie häufig so komponiert sind, weil man das nicht so macht, obwohl es eigentlich geil wäre. Und das macht Progressivität im Sinne eines Weiterdenkens und (bei Bedarf) Überwindens von Normen aus.
So ist die neuste SONS OF SOUNDS ein Sammelbecken von Ideen, die den Hörer aufhorchen lassen: der seltsame Start und der (unkonventionell) stampfende Chorus von “Frequency Of Life” in dieser Kombination? Das Riff des powerballadig anfangenden “Let It Go”? Der Partychorus von “Streetmutt” nach dem straight abgehenden ersten Teil? Der plötzliche Septakkord und seine Auswirkungen auf die Melodieführung in “Reset”? Nee, all das macht man eigentlich nicht so; umso besser, dass SONS OF SOUNDS es machen und dabei ein krankes Maß an Individual- und Kreativität beweisen. Ganz abgesehen davon, dass auch die “normaleren” Parts des Albums musikalisch einfach Laune machen und ohne die ganzen Experimente noch starke Songs wären.
Um nicht nur zu hypen: “Wolfskind” ist eines der Beispiele, warum man deutsche Texte vermeiden sollte und “Here I Am” ist auf jeden Fall eine nette Ballade, trifft aber nicht ganz den Spirit des restlichen Albums. Dazu eben leichte Soundprobleme und ein paar kleine Ideen, die nicht so ganz zünden.

Fazit:
Ändert aber alles nichts daran, dass man bei der Musik der SONS nur mit expliziter Mühe darum herum kommt, gute Laune zu entwickeln.  Aber das ist einfach oft erfrischend unkonventionell, neugierig, kreativ, voller Liebe zur Musik und mit ordentlich Spaß hinter den Backen entstanden. Oh, und gut gespielt und gesungen. Klarer Fall eines Albums, das man am besten bewusst und aufmerksam – im mindesten aber hören sollte.

Anspieltipps:
“Forever”, “Frequency Of Life”, “Reset” und “Streetmutt”. Ach komm, und “Let It Go”. Und “Time Machine”.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Forever
02. Over
03. Frequency Of Life
04. Let It Go
05. Peace Be With You
06. Wolfskind
07. Streetmutt
08. Time Machine
09. The Dark
10. Flowers On My Grave
11. Reset
12. Here I Am

Jannis

SKELETOON – The 1.21 Gigawatts Club

Band: Skeletoon
Album: The 1.21 Gigawatts Club
Spielzeit: 48:34 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 15.10.2021
Homepage: www.facebook.com/skeletoonband

SKELETOON sind eine der Bands, die man mit einem frühen und ziemlichen Knaller-Album kennenlernt (in meinem Fall “They Never Say Die” ), nach dem man zwei akute Optionen für die weitere Entwicklung prophezeien kann: Entweder die Band schafft sich mit zukünftigen Releases ihre eigenen stilistischen Eigenheiten, führt die positiven Faktoren des Albums weiter und kann so langfristig im musikalischen Überangebot dieser Zeit ihre Originalität behalten. Alternativ wächst sie mit späteren Releases aber auch immer mehr an die Einheitlichkeit dieses Überangebots heran und wird, im Fall von SKELETOON, eben eine “dieser” Power-Metal-Bands. Mit “The 1.21 Gigawatts Club” ist der Zeitpunkt gekommen, eine nett gemeinte Warnung auszusprechen. “They Never Say Die” war ganz im Sinne des aktuellen Longplayers klassisch-flotter Euro Power Metal, der nicht selten Parallelen zu Bands wie DRAGONFORCE aufzeigte, dabei jedoch hinsichtlich seiner Melodien viel frische Energie mit sich brachte. Klar, das Songwriting war jederzeit Power-Metal-kompatibel, aber liebevoll ausgearbeitet und mit hohen Ansprüchen an den Eigenheits- und Wiedererkennungswert angereichert.
Nun erscheint “The 1.21 Gigawatts Club” gerade einmal ein gutes Jahr nach seinem Vorgänger “Nemesis” und die besorgte Frage, inwiefern sich ein solches Songwriting-Niveau bei so kurzen Output-Abständen aufrecht erhalten lässt, ist berechtigt.
Nur, um das klarzustellen: Die Platte klingt bestens und ist nach allen Regeln der Genrekunst angefertigt worden. Der dritte Song muss langsamer sein als die ersten beiden Uptempo-Songs, Synthesizer-Sounds peppen das Klangbild der Songs auf, die Ballade kommt ca. bei Track Nr. 6 und wird fett und feierlich nach Klavierstart, am Ende ein Cover als Bonustrack, dazu noch ein +7-Minüter als Finale vor dem Bonustrack. Gleiche Professionalität findet sich bei den Strukturen der einzelnen Songs. Was bei dem Konzeptalbum über “Back To The Future” allerdings zu großen Teilen fehlt, ist die Individualität der Vergangenheit. “The 1.21 Gigawatts Club” ist zu häufig der Standard-DRAGONFORCE-Metal, der nach der düsteren Strophe einen fröhlichen Chorus bringt, weil das halt gut wirkt, es dabei allerdings kaum noch schafft, mal einen richtigen Ohrwurmpart, geschweige denn etwas Genregrenzen Bemühendes hervorzubringen.
Klar, komplett auf sicher und Routine ist das Ding auch nicht gemacht. “We Don’t Need Roads” kommt mit erfrischend anderer Stimmung (zumindest über einzelne Parts) daher und das finale lange “Eastwood Ravine” liefert nicht nur die Art von feierlichen Harmonien, die man erst im finalen langen Track auspacken darf, sondern bietet mit seinem Mittelteil auch den wohl spektakulärsten und interessantesten Part des Albums.

Fazit:
Insgesamt ändert das jedoch wenig daran, dass bei “The 1.21 Gigawatts Club” die angestrebten Selling Points wohl hauptsächlich waren, dass das Ganze verhältnismäßig AOR-synthig ist und dazu eben “Zurück in die Zukunft” behandelt. Wenn man diese beiden Faktoren mit professionellstem Power Metal kombiniert, den melodischen Charakter der Platte dabei allerdings vernachlässigt, bekommt man am Ende ein absolutes “Zum nebenbei Hören”-Album, dessen Oberfläche wunderbar bunt, poliert und cheesy ist, darunter allerdings nicht viel zu bieten hat. Aufmachung 9/10, Relevanz 4/10.

Anspieltipps:
“Eastwood Ravine”, “We Don’t Need Roads (The Great Scott Madness)” und “2204”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro: Unveiling Secrets
02. Holding On
03. Outatime
04. The Pinheads
05. 2204
06. Enchant Me
07. We Don’t Need Roads (The Great Scott Madness)
08. Pleasure Paradise (Oh Là Là)
09. The 4th Dimensional Legacy
10. Eastwood Ravine
11. Johnny B. Goode

Jannis