AUTUMN’S CHILD – Melody Lane

Trackliste:

01. Heartbreak Boulevard
02. Pray For The King
03. Fight To Love Again
04. Singalong
05. A World Without Love
06. Highway To The Sky
07. Headlines
08. Lovesong
09. Melody
10. Rock Of Empathy
11. Dead Cold

Spielzeit: 46:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Mikaelerlandssontheone

 

Mikael Erlandsson ist einer von denen, die sich im Melodic Rock, Classic Rock und AOR an allen Ecken mal blicken lassen. Als Frontmann bei SECRET SERVICE, in LAST AUTUMNS DREAM mit Mitgliedern von EUROPE und FAIR WARNING, und, und, und.
Und dann singt er noch bei AUTUMN’S CHILD, die inzwischen auch schon sechs Alben am Start haben, rechnet man denn ihr neustes Werk „Melody Lane“ mit dazu, über das wir heute reden. Ach ja, und Gitarre und Keyboards spielt er hier auch.
Ein sehr schönes Cover hat die Platte schonmal, gute handgemachte Retro-Optik. Der Sound stimmt auch soweit. Da könnte man sich an einigen Stellen wünschen, die hohen Frequenzen wären ein wenig präsenter, und Mikaels Vocals hätten etwas mehr Reverb vertragen können, aber an sich klingt „Melody Lane“ klar, gibt den einzelnen Instrumenten genug Raum und traut sich auch Dynamik.
Was die Musik angeht, ist „Melody Lane“ ein nettes kleines Wohlfühlalbum für Fans des Obergenres „Melodic Rock“. Da finden sich die Prototyp-AOR-Songs wie „Heartbreak Boulevard“, die komplette „Died In Your Arms Tonight“-80es-Rock-Bedienung („Fight To Love Again“) und der gut gelaunte beschwingte Rock’n’Roll-Song („Singalong“).
Mit „A World Without Love“ darf es dann auch mal ganz emotional-intensiv und dick aufgetragen werden – aber genau das wollen wir ja auch bei so einem Album, ne? Da kommen dann die dicken Drums, das Klavier und die flötige Classic-Rock-Orgel (oder die orgelige Classic-Rock-Flöte? Egal, Ihr wisst, was ich meine) dazu, sehr edles Ding.
Aber natürlich darf auch ein gewisser Hard-Rock-Faktor nicht fehlen, auf „Melody Lane“ mit „Headlines“ und „Rock of Empathy“ gegeben.
Das ergibt alles in allem schonmal ein Album, dessen Songs durch die Bank eigenen Charakter haben, was bei den normaleren Bands dieses Genres leider weiß Gott nicht immer gegeben ist. Und kleine Features wie nette Synth-Sounds und -Soli, Klavier, Orgel, Streicher, mehrstimmige Vocals oder einfach mal eine Strophe, die klanglich aus der Reihe fällt, geben „Melody Lane“ zusätzlichen Entertainment-Wert.
Was das Album doch häufiger machen dürfte, ist knallen. „Rock Of Empathy“ beispielsweise hat schon eine angenehme Menge Wumms hinter der Binde. Den dürfte man bei Songs wie „Highway To The Sky“ mit seinen Ooooheehooooh-Stadion-Vocals oder im Chorus von „Singalong“ auch erwarten, oder beim finalen „Dead Cold“. Einige Songs sind an Momenten, an denen sie Druck benötigen würden, dann doch eher kraftlos, aber die Momente gehen auch vorbei.

Fazit:
Abwechslungsreiches Ding haben AUTUMN’S CHILD da geschaffen. „Melody Lane“ überschreitet keine Genregrenzen, ist aber auch eines der Alben, bei denen es gar keine Experimente braucht, wenn man doch gar nicht die Zukunft schaffen sondern die Memory Lane entlangwandern möchte. Und das machen AUTUMN’S CHILD professionell und mit Liebe zum Detail Gebrauch. Für Melodic-Rock-Fans ist die Platte einfach ein Wohlfühl-Album.

Anspieltipps:
„A World Without Love“, „Melody“, „Rock Of Empathy“ und „Singalong“

Jannis

TARCHON FIST – XX Years Of Rock And Heavy Metal

Trackliste:

01. Bad Situation
02. 3 Days In Hell
03. Carved With Fire
04. Hammersquad
05. It Doesn’t Matter
06. Flower In The Sand
07. Football Aces
08. Earth Song
09. Bad Man Mania
10. Falling Down
11. Crazy Times

Spielzeit: 44:05 min – Genre: Heavy Metal – Label: Underground Symphony – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.facebook.com/tarchon.fist01

 

Neues Jahr, Zeit für neue Wagnisse. An dieser Stelle: Sachen rezensieren, die eigentlich alt sind. Wann immer eine Band ein „Album“ rausbringt, das praktisch nur aus alten, bereits veröffentlichten Songs besteht, geht bei mir der Bock in den Keller; insbesondere, wenn ich die Songs in ihrer ursprünglichen Version nicht kenne. Sind die neuen Versionen jetzt besser oder schlechter, will man von mir wissen. Ich weiß nicht. Bitte lasst mich in Ruhe.
Aber hey, machen wir das halt trotzdem mal, und zwar diesmal mit TARCHON FISTs „XX Years Of Rock And Heavy Metal“. Das heißt so, weil es die italienische Band seit 20 Jahren gibt, und sie Rock und Metal macht. Sehr akkurat und im Sinne des behördlichen Albumsbetitelungsparagraphen 666, viertes Bundesmetalbuch, absolut korrekt. Darauf gibt es elf Songs, sowohl alte Schätze als auch neue Tracks, wie mir das Promomaterial vage und nebenbei sagen möchte. Da hat man wohl nicht mit Investigativ-Redakteuren wie in der Rock Garage gerechnet, die dann mal zählen, wie viel neues Material denn nun wirklich auf dem Ding enthalten sind.
Es sind zwei Songs, „It Doesn’t Matter“, und „Crazy Times“. Der Rest ist ausnahmslos von den ersten beiden Alben der Band (aber natürlich mit aktueller Besetzung aufgenommen), dem 2008er Debüt „Tarchon Fist“ (Das heißt so, weil die Band „Tarchon Fist“ heißt. Ebenfalls sehr akkurat und korrekt nach dem bAbP 666, 4. BmB) und „Fighters“ von 2009. Von den darauf folgenden drei Alben? Nüscht.
Aber jetzt kommt’s: Zuerst einmal ist die Produktion sehr nice, erdig und klar. Und auch die Vocals, mit denen ich auf dem Vorgänger Probleme hatte, sind on point, leicht kratzig und gut gelaunt heavy/power-metallisch. Und dann sind da noch die Songs, und da bleiben wir beim Thema „gut gelaunt“. Offenbar sind an TARCHON FIST hervorragende norddeutsche Metaller verloren gegangen, die mittelfrühen HELLOWEEN- und GAMMA-RAY-Einflüsse springen „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ aus jeder Körperöffnung.
Doch, die Platte ist von vorne bis hinten Spaß machender Heavy Metal der melodischen Sorte, mit einem gewissen unbeschwerten Spirit, guten mehrstimmigen Vocal-Arrangements, dem kleinen aber feinen Mix aus QUEEN-, ABBA- und Musical-Einflüssen in der Komposition und einem sehr guten Gespür für Mischungen aus Heavy- und Power-Elementen.
Und das reicht eigentlich an Infos. Wenn das nach was für Euch klingt, wird „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ – und damit wohl auch im mindesten dem früheren Oeuvre von TARCHON FIST gut was abgewinnen können.

Fazit:
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe TARCHON FIST! „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ klingt gut, macht Spaß und ist für Fans von melodischem und tendenziell positivem Heavy Metal der mittelalten Schule vielleicht ein guter Einstieg in eine Band, die man so zu Unrecht noch gar nicht auf dem Schirm hatte!

Anspieltipps:
„Carved With Fire“, „Bad Man Mania“, „Earth Song“ und „Football Aces“

Jannis

TALENTSCHMIEDE: HELLKERN WARRIORS

Band:
Hellkern Warriors

Gegründet:
Mitte 2025

Herkunft:
International – Deutschland (Berlin), Italien (Pietrasanta) & Kolumbien (Ibagué)

Mitglieder:
Tom Radar – Gesang, Gitarre (Deutschland)
Kabal Apokalypse/Dylan Phoenix – Synthesizer (Italien)
Fabian Parra – Bass (Kolumbien)
Mauricio Castro – Schlagzeug, Produktion (Kolumbien)

Stil:
Darkwave / Gothic Rock mit cineastischer Atmosphäre – eine Mischung aus düsteren Synthesizern, treibenden Gitarrenriffs, kraftvollem Bass, dynamischen Drums und emotionalem Gesang.

Veröffentlichungen:
Singles: Hellkern Warriors (9/2025), Petrol & Water (12/2025)
Feature auf der Compilation INDUSTRIAL HALLOWEEN 2025 (DSBP Records)

Einflüsse:
Sisters of Mercy, The Mission, Fields of the Nephilim, Type O Negative, Depeche Mode, Bauhaus sowie moderne Darkwave- und Industrial-Produktionen.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Uns in der internationalen Gothic- und Darkwave-Szene etablieren, ein passendes Musiklabel finden, ein vollständiges Album veröffentlichen und eine treue Fanbase aufbauen, die unsere Vision einer dunklen, emotionalen und filmischen Klangwelt teilt. Außerdem würden wir uns sehr über ein Review oder Interview bei der Rock-Garage freuen (Anmerkung der Redaktion: Das mit dem Interview hat ja schonmal funktioniert! 🙂 ).

Was als nächstes kommt:
Wir veröffentlichen den Song ‘Endless Road’ inklusive Musikvideo – hier sind wir erstmals auch ‚live‘ zu sehen – gefolgt vom energiegeladenen Track ‘Rain, Steam and Speed’, dessen Video bereits fertig ist. Außerdem planen wir weitere aufwendige Musikvideos und arbeiten an neuen Songs für unser Debütalbum. Ende 2025 bzw. Anfang Januar 2026 erscheint zudem ein Feature über uns im englischen Plectrum Magazine (Print & Online).

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Der überwältigend positive internationale Zuspruch von Beginn an – zahlreiche Radio-Airplays u. a. in Deutschland, Großbritannien, den USA, Frankreich und Australien, Chartplatzierungen bei Number1Music USA im Genre Alternative Rock (Platz #1 weltweit und Platz #1 in Deutschland) sowie ein Top-10-Platzierung bei Banks Radio Australien (12/2025). Besonders motivierend sind für uns die vielen positiven Reaktionen von Fans, DJs und Magazinen, darunter mehrere Interviews und Reviews (siehe Website), die unsere Musik und Videos unterstützt haben.

Unser peinlichster Moment:
Noch nichts, worüber wir uns ernsthaft schämen müssten – wir hoffen, das bleibt auch so.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Mit Andrew Eldritch (The Sisters of Mercy), um über die Geschichte des Gothic Rock, kreative Prozesse, den Aufbau eigener Labels, die Zusammenarbeit mit Künstlern sowie den Wandel der Szene zu sprechen und ihn vielleicht mal fragen, wie man nach 40 Jahren immer noch so cool bleibt.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Clan of Xymox – weil sie es wie kaum eine andere Band schaffen, klassischen Gothic-Spirit mit zeitgemäßem Darkwave zu verbinden und somit musikalisch und atmosphärisch eine ideale Ergänzung zu Hellkern Warriors darstellen.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Musik gemeinsam zu erschaffen, über Ländergrenzen hinweg zu kollaborieren und dabei nicht nur Fans, sondern auch Freunde fürs Leben zu finden. Es ist, als würden wir gemeinsam einen dunklen Film komponieren, bei dem jeder gleichzeitig den Soundtrack schreibt – kreativ, emotional und immer ein bisschen abenteuerlich.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Das Schwierige daran? Termine über mehrere Länder hinweg zu koordinieren – unsere WhatsApp-Gruppe spannt mehr Zeitzonen als so mancher Problemzonen hat.

Online:
Website: www.hellkernwarriors.com
Facebook: www.facebook.com/HellkernWarriors

Musik:
Bandcamp: www.hellkernwarriors.bandcamp.com
YouTube: www.youtube.com/@HellkernWarriors
SoundCloud: www.soundcloud.com/hellkern-warriors
N1M: www.n1m.com/hellkernwarrior

Live-Dates:
Derzeit planen wir noch keine Shows, da wir erst für die Flüge sparen. Wer uns also spontan ein Ticket spendiert, bekommt dafür ein exklusives Backstage-Konzert!

FORBIDDEN SEED – In Shadows Deep – Shadow Of The Crow Pt. II.

Trackliste:

01. Murder Of Crows (Intro)
02. Remedial Sinner
03. Back From Brink
04. Till Morning Comes
05. From Above
06. Other Side Of The Blade
07. Trivial
08. Rooftops
09. Alone In The Rain (Prelude)
10. Ghost Beneath The Flames
11. Pain
12. Ghost Shadow Redeemer
13. I Don’t Want It Anymore
14. 30 Hours Of Pain
15. Beyond This Night
16. Forever (Outro)

Spielzeit: 72:14 min – Genre: Heavy/Power Metal – Label: Steel Gallery Records – VÖ: 12.12.2025 – Page: www.facebook.com/Forbiddenseedband

 

Meine letzte Rezension für das Jahr 2025, was steht also auf dem Programm? Ein über 70 Minuten langer Brecher mit einem über 70 Minuten langem Albumtitel: “In Shadows Deep – Shadow Of The Crow Pt. II.” von FORBIDDEN SEED. Das Ding ist das vierte Album des Duos (plus Gastmusiker) aus Griechenland, und der zweite Teil seiner Konzeptalbumreihe über den meiner Meinung nach extrem überbewerteten Film “The Crow”.
Man erwartet also Gothic, bekommt aber, was mir der Chef als “Klingt nach ICED EARTH” schmackhaft gemacht hat, also so eine Art USiger Heavy/Power Metal. Und ja, in Kurzform ist genau das der Fall.
“Shadow Of The Crow Pt. II” schlägt in die gleiche Kerbe wie die Amerikaner und macht dann daraus eben sein eigenes Ding.
Was es schonmal ganz fantastisch macht, das sind die Vocals. Die Gesangsleistung auf der Platte ist sehr vielseitig, dabei aber immer sehr on point. Alles drin von ganz ruhigem Gesang bis hin zu Borderline-Growls und dabei angenehm theatralisch.
Das hilft dem Album auch noch einmal in Sachen Atmosphäre. FORBIDDEN SEED nehmen sich durchaus Zeit für längere ruhige Momente, gerne mal mit Klavier, Orchester oder Regensounds, scheuen aber auch die intensiv-emotionalen Druckmomente und auch herbes Geballer nicht.
Das Storytelling durch die Musik haben die Jungs sehr stark umgesetzt. Was die Melodien angeht, halte ich besagte ICED EARTH für den eindeutigen Haupteinfluss, aber dahingehend enttäuschen FORBIDDEN SEED eben auch nicht – klarer Fall von “Für Fans von”, was kein Problem ist, wenn die Songs denn gut gemacht sind, und das sind sie.
Wobei, ein wenig hätte man schon kürzen können. Die 72 Minuten Spieldauer beinhalten dann doch eine gewisse Menge an Leerlauf und mit, sagen wir, 55 Minuten hätte man immer noch ein ordentliches Opus, aber ein wenig kompakter, denn letztendlich muss “Shadow Of The Crow Pt. II” nicht so dermaßen lang sein.
Und am Sound hätte man noch etwas tun können. Man gewöhnt sich schon dran, aber ein wenig matschig ist es dann doch alles, und auch der Klang von Klavier und Orchester ist teils fragwürdig.

Fazit:
Als bekennender Nicht-Fan der Filmvorlage kann ich FORBIDDEN SEED auf jeden Fall den Gefallen tun, dem Album das Prädikat “Besser als der Film” zu geben, das kann man sich bestimmt irgendwo hindrucken. Aber hey, ich mag “Shadow Of The Crow Pt. II” eben auch und sehe über ein paar Soundprobleme und Längen gerne hinweg, wenn man mir dafür auf der anderen Seite so gute Song-Qualität liefert!

Anspieltipps:
“Back From Brink”, “Trivial” und “Ghost Beneath The Flames”

Jannis

TALENTSCHMIEDE: COLDFORGED

Band: COLD FORGED
Steve: Nach elend langer Suche haben wir uns für „Cold Forged“ entschieden. Obwohl, Sven den eigentlich schon ganz am Anfang hatte. Von der Bedeutung her sollte es nicht nur der unmissverständliche Hinweis auf Metal-Musik sein, es ging uns auch um die Metaebene, so als ob wir Menschen quasi von Familie, Gesellschaft oder den Medien in unseren Köpfen geformt bzw. kalt geschmiedet werden. Siehe Cover.

Holze: Ja, das stimmt…stell Dir vor vier starke Persönlichkeiten suchen einen Namen… Das war auf jeden Fall spaßig und energieraubend hehe. Naja es hat sich dann doch gelohnt! Den Namen hab ich noch nirgends musikalisch gesehen oder gelesen…

SMittel: Halt da muss ich mal einhaken: Der ursprüngliche Gedanke hinter der Namensfindung entstand in der Corona-Zeit, als wir unsere ersten Schritte im Recording mit Cubase machten – steril am PC, ohne uns zu sehen oder irgendetwas gemeinsam live im Proberaum ausprobieren zu können. Wir schickten uns die Dateien hin und her, und jeder trug seinen Teil dazu bei. Offen für die Ideen aller entwickelten sich so die Songs, auch wenn die Kommunikation über WhatsApp manchmal sehr schwierig war. Aus diesem Prozess heraus entstand schließlich der Name Cold Forged („kalt geschmiedet“).

Steppo: Da wir alle bis dahin entstandenen Lieder aufgrund der vorherrschenden Situation online komponiert hatten und so der Anspruch recht hoch war, kam das erste gemeinsame Musizieren einer kalten Verformung – ich will nicht sagen Unfall – ziemlich nahe.

Gegründet:
Steve: Wir hatten alle langjährige Erfahrung in anderen Bands. Nach dem Kreieren auf Rechnern haben wir den Songs im Proberaum dann Leben eingehaucht.

Holze: Der Sven und der Steppo hatten sich schon Ende 2020 zusammen gefunden und Songparts komponiert. Ich bin erst im Jahr darauf im Sommer dazugestoßen und der Stevi komplettierte dann auf der 50-Jahr-Feier von Sven die Truppe. Und dann ging die Sause los…

SMittel: Ja, es ist immer ein Prozess, bis sich die Mitglieder gefunden haben. Am Anfang, beim Komponieren mit Steppo, war schnell klar: Es muss so schnell wie möglich ein Sänger und ein Bassist ins Boot geholt werden, damit es weitergehen kann. Da wir uns alle schon vorher kannten, stand sofort fest, wen wir ansprechen mussten, um daraus eine vollständige Band zu machen.

Steppo: Ich wollte schon viel früher mit Sveni was starten, aber das ist eine andere Geschichte. Sobald ich von, wie soll ich es nennen, „musikalische Verfügbarkeit des S. Mittelstädt“(??) erfuhr, haben die Telefonleitungen geglüht.

Herkunft:
Steve: Wir kommen alle aus Mosbach, das war früher mal ein überregionaler Treffpunkt in Punkto feiern. Deshalb gab es auch dutzende Bands und die dementsprechende Szene, Clubs, Kneipen etc.. Das hat dann alles stark nachgelassen. Aber sagen wir mal so, wir sind ja nicht tot, sind (fast) alle noch da. Da wieder Metal-Leben einzuhauchen, das ist schon was geiles und wir hoffen, dass wir damit nicht alleine bleiben.

Holze: Enorm viel Rock’n’Roll gabs hier in den Achtzigern. Eine Menge an Rockbands und dementsprechend Auftrittsmöglichkeiten. Ok man war ja auch gezwungen feiern zu gehen; Handy, Computer, Privatfernsehen – alles noch unborn in the wood. Der DJ war der König. 😊

SMittel: Ja, Mosbach hatte früher eine richtig starke Szene, die leider ziemlich eingeschlafen ist. In unserem Genre wieder etwas Leben einzuhauchen, wäre schon ziemlich krass. Aber die Leute von damals gibt es noch – das haben wir ja auf unserer Release-Party gesehen. Das Interesse am Metal ist definitiv noch da, nur fehlen mittlerweile leider die passenden Clubs.

Steppo: Ja, das stimmt. Wenn man früher ein Konzert sehen wollte, musste man dort auch hingehen.

Mitglieder:
Steve: Gleich 2 Steffens, ein Stephan und immerhin ein Sven… klar das wir uns nur mit unseren Nicknames rufen.

Holze: Übrigens…ich bin der Holze, ne?!…der Steffen is der Steve…der Sven is der Smittel und der Stephan immernoch der Steppo.

SMittel: 😊

Steppo: Wir sind eigentlich eine lustige Truppe, die gerne viel Spaß hat bei dem was Sie tut. Auch wenn es hin und wieder „gewittert“ aufgrund verschiedeneren Herangehensweisen, finden wir immer einen gemeinsamen Nenner.

Stil:
Steve: Wir haben von Anfang an gewusst, dass wir uns stilistisch nicht einsperren wollen und einfach das machen, auf was wir Bock haben. Auch wenn manche Fachleute da Fieberträume kriegen: Aber für die gibt’s schließlich genug Bands, bei denen jeder Song gleich klingt. Klassischer Heavy Metal, Trash, Speed, ein Hauch Progressive, die 80er, ein bisschen 90er…
Scheiße, wir schon sehr Oldschool. Guckt uns doch an. 😊

Holze:…ich fühle mich nicht alt und meine Arthrose auch nicht, hehehe….ich passe aber geistig und schon gar nicht körperlich in irgendeine Schublade. Uns da reinpressen, das dürfen alle anderen gerne händeringend versuchen.

SMittel: Ja, genau: Wir spielen, was uns gefällt. Durch die vielen Einflüsse verschiedenster Bands ist nur eines wirklich klar – Metal. Es muss Spaß machen und rocken. Wenn wir dabei noch ein gutes Gefühl haben und auch nur einen einzigen Hörer abholen können, dann haben wir unser Ziel erreicht. Genau darauf haben wir Bock.

Steppo: Stil? Ich verstehe die Frage nicht…😊

Veröffentlichungen:
Steve: Ja unser Debütalbum Blood of my Blood (10/2025), was wir liebevoll ‚Das Monster‘ nennen und auf das wir verdammt stolz sind. Wir haben alles in Eigenleistung zusammen mit Topleuten der Aufnahmetechnik erstellt. Wir sind echt froh, dass wir keine Kompromisse eingehen mussten und das Ergebnis unseren Vorstellungen entsprach und vielleicht sogar ein wenig übertraf. 😊

Holze: Das ist die geilste Scheibe unter der Sonne geworden !! Reinziehen, verstehen… süchtig darauf werden!

SMittel: „Ja Steve, das Monster ist für mich auch kompromisslos endgeil, und ich bin froh, dass wir die Gitarren- und Bassspuren bei Markus ‚(Ul le)‘ Ullrich und den Rest bei Andy Horn aufgenommen haben. Auch unser Video zu „Parasitic Thought“ ist für mich ein weiteres Highlight.

Steppo: Vorerst müsst ihr euch mit 8 Songs zufrieden geben. Ich sage vorerst…

Einflüsse:
Steve: Bei mir war von Queen bis Napalm Death war alles dabei. Aber auch EBM, Darkwave und Electronic. Letzte Jahre kam noch viel Synthwave dazu. Ich mach auch nebenher gern mit Synths rum, hört man an ein paar Stellen unserer CD.

Holze: Ich bin ja quasi gezwungen worden morgens schon SWR1 oder sowas zu hören… Dann klang ABBA aus dem Zimmer meiner Schwester und man schenkte mir meine erste LP: Ennio Morricones „Spiel mir das Lied vom Tod“. Ich denke mein Absturz in die Gruft des Metal war vorauszusehen…

SMIttel: Meine Inspiration kam von diversen Bands. Die bekanntesten dürften wohl Iron Maiden, Dream Theater, Exodus, Heathen, Slayer, Van Halen und Queensrÿche sein.

Steppo: Von klassischer Musik bis Metal alles dabei…kommt auf die Stimmung an.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Steve: regelmäßig Alben veröffentlichen, Deutschlandweit und im Ausland spielen Die Metal-Szene (die beste Szene überhaupt) weiter befeuern, auch Leute mit unserer Mukke erreichen, die sonst nicht sowas hören. Und da gibt es mittlerweile einige.

Holze: Cool wäre, wenn den Leuten nach Album zwei auch unser drittes Album gefallen würde. Seid Ihr glücklich mit uns, dann fliegen wir mit Euch.

Steppo: Auf jeden Fall weitere Songs komponieren und veröffentlichen. Was auch cool wäre: mit Gastmusikern gemeinsame Songs oder Projekte ins Leben zu rufen…

Was als nächstes kommt:
Steve: Auftritte in Clubs und auf Festivals!

Holze: Hoffentlich etwas Glück und Gottes Beistand…Weiterhin solche Interviews geben, ich meine jetzt wo wir geübt darin sind. 😊

SMittel: Auftritte und noch einen hörbare Schippe auf neue Album draufpacken.

Steppo: Ja, Live-Auftritte sind jetzt die nächsten Monate angesagt und vielleicht noch das eine oder andere Musikvideo!

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Steve: Da wir noch eine ganz junge Band sind, gibt es noch gar nicht so viele gemeinsame Banderfahrungen. Vermutlich die Videoshootings, die viel Spaß gemacht haben, gleichzeitig aber auch gut anstrengend waren. Unser Auftritt bei der Release Party hat allen Laune gemacht. Der Videodreh zu „Parasitic Thought“ an einem staubigen aber sehr beeindruckenden Lost Place war auch ein Highlight.

Holze: Die drei Jungs hier auch musikalisch kennengelernt zu haben. Und gemeinsam zu komponieren und geistig rumzuspinnen… Was ne geile Erfahrung.

Steppo: Die beste Erfahrung die wir bisher gemacht haben, sind nach meiner Meinung die Aufnahmen im Studio. Auch wenn das meine 4. oder 5. Produktion war, gab es dennoch für mich unbekannte Probleme einerseits, aber auch positive Überraschungen andererseits… und wir haben ALLE was gelernt!!

Unser peinlichster Moment:
Steve: Kommt noch.

Holze: …das willst Du gar nicht Deinen Lesern erzählen…

SMittel: …ist ein Geheimnis.

Steppo: In dem Fall bin ich wie ein Pfadfinder…jeden Tag einen

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum: 
Steve: Da würde wohl jeder aus der Band was anderes sagen. Generell wohl mit dem Musikern, die wir am meisten feiern.

Holze: Ich? Mit Niemandem…es sei denn, die Person trinkt JackyCola. 😊

SMittel: Hautsache es gibt was zu trinken!

Steppo: Mit Lemmy Kilmister. Ich bin mir sicher, dass, egal wieviel wir trinken würden, die Qualität unseres Gespräches nicht leiden würden… war ein intelligenter Mensch!

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen: 
Steve: Es wäre großartig, mit jedem unserer oben genannten Einflüsse auf Tour zu gehen. Auch mit den Bands aus unserem Umfeld wie Under Ruins.

Holze: Ich bin da noch Kind…ich spiele mit Jedem.

SMittel: Ja genau, Hauptsache wir können spielen.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen: 
Steve: Durch eigene Kunst andere erreichen, damit gemeinsame Events und tolle Erlebnisse entstehen. Vielleicht kann sich der eine oder die andere in einem Song wiederfinden und er wird ein Teil von einem… das ist dann nicht zu toppen.

Holze: … mir hat mal ein Musiker erzählt, das schönste Gefühl für Ihn wäre oft gewesen, wenn er dann nach der Show in seinem Hotelzimmer bei offenem Fenster gesessen hatte und die Fans beim Nachhause laufen seine Songs sangen… Das stelle ich mir auch total crazy vor.

SMittel: Gerade diese After-Show-Atmosphäre. Die Freude über den gelungenen Gig, Gespräche mit Fans, kleine Anekdoten aus dem Auftritt, Lachen, vielleicht ein Getränk zusammen. Für viele Musiker ist genau das der Lohn.

Steppo: Ich liebe den Prozess des Lieder Schreibens. Ausprobieren, arrangieren, verändern, anpassen, usw.…

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Steve: Dass man zu wenig Zeit hat zum rocken, weil man nebenher zur Arbeit muss.

Holze: Musizieren ist wie ein Ventil öffnen und es hinaus in die Nacht zu schreien…das befreit ungemein.

SMittel: Es gibt für mich nichts Besseres, als sich zu treffen und zusammen richtig zu rocken.

Steppo: Zu wenig Zeit weil Job, Das Auf- und Abbauen für Gigs, für den Aufwand viel zu niedrige Gagen, teures Equipment…

Online:
Homepage: www.cold-forged-metal.com
Facebook: www.facebook.com/p/Cold-Forged-100075728863381
Instagram: www.instagram.com/cold.forged

Musik:
Bandcamp: www.coldforged.bandcamp.com
Spotify: www.open.spotify.com/intl-de/artist/07CebDmLHgVclvP21WMIMb
Youtube: www.youtube.com/channel/UCLk8rIHU4dAoGHOvVmvUn8Q

Live-Dates:
voraussichtlich am 03.01.2026 in Stuttgart, genaueres folgt.

BYGONE – Bygone

Trackliste:

01. Lightspeed Nights
02. Shadow Rising
03. Take Me Home
04. Into The Gleam
05. The Last Horses Of Avalon
06. City Living
07. Fire In You Fire In Me

 

 

 

Spielzeit: 42:36 min – Genre: Heavy Metal – Label: Svart Records – VÖ: 12.12.2025 – Page: www.bygonerocknroll.bandcamp.com

 

Ja, okay, jede Band fängt mal klein an. Es ist dennoch ein gewisses Statement, wenn man als Band sein Debütalbum veröffentlicht – inklusive Label und allem – und als Website eine Bandcamp-Seite angibt. Respekt, klingt nicht besonders kommerziell.
Aber das ist auch nicht der Anspruch von BYGONE. Ihr erster Longplayer, benannt wie die Band, ist oldschool Hard Rock/Heavy Metal der unmodernsten Sorte. Gerade einmal sieben Songs, davon aber auch nur zwei unter fünf Minuten, und so einige über sieben.
Der sechste Mann im Sextett ist Renato, der Keyboarder – die Position, die heutzutage nicht selten von einem Backing Track ersetzt wird, aber das ergäbe bei BYGONE wenig Sinn. Das Album verdient nämlich ohne jeden Zweifel das Prädikat „handgemacht“, und auch die liebevoll ausgewählten Keyboard-Sounds wirken unpoliert live eingespielt. Passt gut im Kontext der restlichen Instrumente, bei dem das nicht anders ist, wodurch „Bygone“ unverkennbar authentisch nach späten 70ern/frühen 80ern klingt. Lediglich der Bass hätte ein wenig mehr Präsenz im Klangbild haben dürfen.
Stabile Vocals auch von Sänger Jim, dessen leicht belegt klingende Stimme an heruntergestimmte SAXON erinnert.
Der Promotext von „Bygone“ zeichnet ein Bild des Albums als kosmisch, außerweltlich, transzendental. Und unter dem Gesichtspunkt funktioniert es auch am besten. Geht man zu analytisch an das Album heran, wird man dort nur sporadisch auf im Ohr bleibende Melodien oder spannend-unvorhersehbare Parts stoßen. Es kommt nicht selten vor, dass sich ein Song über großen Teile seiner sieben Minuten auf seinem Grundton aufhält oder zwischen seinen zwei Akkordfolgen wechselt. Auch die Rhythmusfraktion macht gerne mal eine gute Zeit lang das immer selbe. Das ist oftmals redundant, kann aber hin und wieder auch hypnotisch kommen, wenn man das Gehirn auf den Klangwellen treiben lässt – gerade, wenn sich die Band bei einer keine Ahnung wie durchgeplanten Aufnahmesession hochschaukelt und ihren Song in einem sehr intensiven Part münden lässt.

Fazit:
„Bygone“ einfach zu hören macht mehr Spaß als es zu rezensieren, es ist schlicht ein „Warum drüber reden, warum nicht einfach anhören?“-Album. Die Scheibe funktioniert am besten, wenn man klassischen Metal mag und gerne entspannt und gemütlich welchen hören will. Dann fehlen immer noch einige gute herausstechende Momente; BYGONE schaffen es aber ebenso das ein oder andere Mal, den Hörer mit sich zu reißen.

Anspieltipps:
„Take Me Home“, „Shadow Rising“ und „Fire In You Fire In Me“

Jannis

MOONSCAPE – Entity, Chapter III: A Sudden Glimpse Of Clarity

Trackliste:

01. Prologue
02. Relapse
03. The Shattered Walls Of Ilusion
04. A Guiding Light
05. A Place To Call Home
06. On The Threshhold
07. Crossing Over
08. The Light Of Day
09. One Last Temptation
10. Revival
11. The Diminishing Shadows
12. The Visitation Dream
13. Home
14. The Light Of Day (Reprise)

Spielzeit: 42:04 min – Genre: Progressive Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 21.11.2026 – Page: www.facebook.com/moonscapenorway

 

Immer wieder besonders, wenn man mit einer Rezension beginnt und dann erst merkt, dass man die Band schon kennt und vor gerade mal zwei Jahren bereits das Vorgängeralbum der Band besprochen hat. Spricht eher so halb für das Album, das damals durchwachsene 7,5 Punkte bekommen hat.
Aber gut, Sachen können sich ja ändern, und vielleicht haben sie das ja auch bei MOONSCAPE und ihrem vierten Longplayer „Entity, Chapter III: A Sudden Glimpse Of Clarity“. Der ganz helle Leser wird bei dem Namen den berechtigten Verdacht entwickeln, es handele sich um Progressive Metal. Volltreffer, gut gemacht!
„ECIII:ASGOC“ ist kurzweilige 42 Minuten lang, besteht aus 14 Tracks, von denen die beiden längsten acht und viereinhalb Minuten lang sind, der Rest also echt kurz.
Und es handelt sich um eine durchgehende Komposition, die am Stück gehört werden muss und zum Teil echt gar keine hörbaren Übergänge zwischen den Songs hat – was bei Prog ja durchaus was Gutes ist.
Jetzt die Frage: Hatten MOONSCAPE bei der Komposition zu „A Sudden Glimpse Of Clarity“ einen ebensolchen und haben an Problemen des Vorgängers gearbeitet? Die Antwort ist ein eindeutiges Ja!
Zuerst mal klingt das Ding besser als der Vorgänger. Nach wie vor finde ich die Vocals etwas zu laut und nicht gut in den Gesamtsound integriert; dazu gibt es ein immer mal wiederkehrendes Lead-Synthesizer, das mit einem etwas anderen Sound wesentlich besser gekommen wäre. Aber sonst sitzt da alles. Band, Klavier, Orchester, Chor, Orgel (diese Orgel…), klingt alles korrekt.
Wo man aber so richtig zugelegt hat, das ist die Struktur und die Komposition. Der Vorgänger kam auf sieben Tracks bei 55 Minuten, denen es aufgrund ihrer Länge und der Vielzahl an Parts in ihnen oft an Charakter und einem strukturellen nachvollziehbaren Gesamtkonzept mangelte. Das ist bei „ECIII:ASGOC“ gar nicht der Fall. Die einzelnen Songs können sich auf einzelne Stärken und Ideen fokussieren, passen klanglich und kompositorisch super hintereinander und haben ihre individuellen Atmosphären – ohne dass der Fluss des Albums durchbrochen würde.
Damit ist man an manchen Stellen tatsächlich so unterwegs, wie die ganz Großen des Genres, und auch wenn man das natürlich immer mal nicht ist (ich finde immer noch, es hätte keine unklaren Vocals auf dem Album gebraucht), ist „ECIII:ASGOC“ seinem Vorgänger echt weit voraus.

Fazit:
Ja, ein paar Problemchen habe ich auch mit „Entity, Chapter III: A Sudden Glimpse Of Clarity“. Aber die Platte macht so viel richtig als stimmungsvolles, liebenswertes und mit Herz und Hirn gemachtes Prog-Album, dass die Entscheidung zwischen 8,5 und 9 Sternen eine ganz einfache ist.

Jannis

IN VIRTUE – Age Of Legends

Trackliste:

01. Ascent Glorious
02. Sisyphus Awakening
03. Karma Loop
04. Push That Rock
05. Purgatory
06. Exposed
07. Scream
08. Where The Edges Meet
09. Gunslingers Of The New American Desert
10. Desolation Throne
11. Thoughts In Freefall
12. The River
13. Tempus Fugue
14. Descent Limitless

Spielzeit: 50:44 min – Genre: Progressive Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/invirtue

 

„Eigenveröffentlichung“ kann ja immer so einiges bedeuten. Wenn es um Progressive Metal geht, horche ich aber gerne mal auf bei dem Wort, da so manche Band in dem Genre, die sich nicht an ein Label bindet, doch stattdessen ihre Chance wahrnimmt, sich ordentlich auszutoben und „Progressive“ nicht nur als Synonym für „klinisch gelutschter 27/8el-Takt“.
Nun, IN VIRTUE machen Progressive Metal ohne Label. Mit ihrem inzwischen dritten Album „Age Of Legends“ melden sich die Kalifornier nach 13 Jahren zurück, und diese Meldung fällt doch interessant aus. Was schonmal höchst interessant ist: Bei 14 Songs kommt die Platte auf 50 Minuten, in der Zeit schaffen andere Prog-Bands gerade mal fünf Tracks. Und das liegt nicht groß an diversen kurzen Zwischenspielen. Nein, die Songs auf „Age Of Legends“ sind einfach zweieinhalb bis fünf Minuten lang, plus ein Achtminüter und ein kurzes Intro und Outro. Ist nicht das normale, aber normal ist ja auch langweilig.
Musikalisch ist Album #3 des Quartetts am ehesten Progressive Metal der neueren Schule. Gerade die Rhythmus-Arbeit ist nicht selten Modern Progressive Metal, aber nicht in totproduziert, sondern einfach in präzise gespielt, was den Ding sound-technisch Leben und Handgemachtheits-Gefühl gibt. Dafür ist der Sound jetzt auch nicht 100%ig ausdefiniert, geht aber vollkommen klar.
Zwischendurch kann „Age Of Legends“ aber auch anders, und wagt eine Vielzahl von kleinen Experimenten. Von fettem Orchester über chillige Southern-Rock-Vibes, Western-Atmosphäre, Blastbeats, Growls, LoFi-Klavier und Keyboardsoli bis hin zu eingängigen Refrains, redundanter Wiederholung des immer selben Satzes über einen kompletten Song hinweg, Power-Metal-Uptempo und ganz schwerem Geschleppe probieren IN VIRTUE sich ohne Limits aus.
Was die einen als Wundertüte bezeichnen, mag für die anderen ein „alles an die Wand werfen und schauen, was kleben bleibt“ sein. Vielseitig ist „Age Of Legends“ aber so oder so, und noch auf einem Level, auf dem es hier und da „all over the place“ ist, aber nur selten zu viel des Guten wird – in meinen Augen, da hat jeder eine andere Toleranzgrenze.
Melodisch ist einiges an gutem Material dabei, Instrumental- und Gesangsleistungen stimmen auch und die Komposition ist ohne Zweifel gut professionell.

Fazit:
Und um zurück zum Anfang zu kommen: „Age Of Legends“ ist an vielen Stellen echt geil. Ja, es mag auch an einigen Stellen seltsam sein, aber besser ab und an seltsam als überwiegend langweilig. Und langweilig sein ist nun wirklich keine Stärke von IN VIRTUE.

Anspieltipps:
„Gunslingers Of The New American Desert“, „Purgatory“, „Tempus Fugue“ und „Where The Edges Meet“

Jannis

DARKTRIBE – Forgotten Reveries

Trackliste:

01. Paradox
02. I Walk Alone
03. The Fallen World
04. Sicilian Danza
05. Ghost Memories
06. Eden And Eclipse
07. From Star To Dust
08. Reality
09. Kings In The Sand
10. Mornings Of Fear
11. Son Of Illusion

Spielzeit: 51:08 min – Genre: Power Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 21.11.2025 – Page: www.facebook.com/DarktribeOfficial

 

DARKTRIBE, da war doch was. Korrekt, die Franzosen hatte ich bereits 2020 mit ihrem Album „Voici L’Homme“ in der Garage, und das war eine nette Erfahrung. Also nochmal! „Forgotten Reveries“ erscheint am 21. November 2025, das Cover sieht sehr schick aus, 11 Songs, 51 Minuten. Klingt gut, let’s go.
Gut klingt zuallererst auch das Album. DARKTRIBE haben es ja mit fettem melodischen Power Metal mit Orchester und ein wenig Synthesizer-Einsatz, und das sitzt soundtechnisch hervorragend. Knallt, ist fett, wirkt aber nicht überladen. Dazu gibt es ein paar dezent eingesetzte Sounddesign-Elemente für ein angenehmes Maß an Modernität, das Orchester wirkt okay authentisch, die Synth-Sounds sind gut gewählt. Was will man mehr?
Nun, gute Instrumental- und Gesangsleistungen zum Beispiel, und auch hier kann das Quartett erneut überzeugen. Starke Power-Metal-Stimme von Anthony Agnello, starke Arbeit vom Rest der Truppe.
Und musikalisch? Da ist alles beim alten. DARKTRIBE haben immer einen guten Anteil an Songs, die in Sachen Songwriting richtig liefern. Auf „Forgotten Reveries“ sind das zum Beispiel „I Walk Alone“, mit schön runtergestimmten Gitarren, finnischem Power-Metal-Flair, Emotion und guten Melodien, oder der finale +6-Minüter „Son Of Illusion“, der so richtig nice als feierliches Finale daherkommt. Mit „From Stars To Dust“ und „Reality“ bedient man die Synthesizer-Fraktion und bei Songs wie „Mornings Of Fear“ darf es auch mal was „düsterer“ sein.
Neben solchen herausstechenden Songs gibt es dann auch noch ein wenig Standardware. So ist zum Beispiel „The Fallen World“ auf jeden Fall nett und professionell gemacht (darunter machen DARKTRIBE es eh nicht), hat jetzt aber auch keine Trademarks, die wirklich in Erinnerung bleiben. Und auch bei „Forgotten Reveries“ bleibt der kleine Kritikpunkt, dass man so einigen Songs spürbar mehr Punch hätte verleihen können, wenn man sie einfach 20 bis 30 Sekunden gekürzt hätte. Da ist doch oftmals der eine Part, der etwas zu lang ist – häufig der Solopart – durch dessen Straffung man dem Ding noch einen zusätzlichen Löffel Kurzweiligkeit hätte verleihen können.

Fazit:
DARKTRIBE haben erneut ein Album gebaut, das Fans von melodischem, fettem und leicht progressivem Power Metal so einige schöne Zeiten bescheren dürfte. Da macht der ein oder andere Lückenfüller die geilen Songs der Platte auch nicht ungeschehen.

Anspieltipps:
„I Walk Alone“, Eden And Eclipse“. „Son Of Illusion“ und „From Star To Dust“

Jannis

TALENTSCHMIEDE: HARKON

Band:
HARKON

Gegründet:
2016 – mit ’nem Bier in der Hand auf der Wiese beim Graspop sitzend, wie es sich gehört!

Herkunft:
Wir leben alle verstreut quer durch Nordrhein-Westfalen.

Mitglieder:
Volker Rummel (Gitarre)
Marcel Willnat (Bass)
Lars Zehner (Drums)
Björn Gooßes (Stimme)

Stil:
Heavy Fuckin Metal… Mit etwas Hardrock und nem Schuss Prog wahrscheinlich.

Veröffentlichungen:
Bisher gibt’s von uns die „Ruins Of Gold“ EP von 2019 und das soeben via Doc Gator Records erschienene Album „Love And Vore“.

Einflüsse:
Zu viele, um sie hier zu nennen. Vor allem, da Einflüsse sich nicht immer hörbar in der Musik niederschlagen, finde ich… Ein guter Kumpel meinte kürzlich, das Album klänge wie „melodische Testament treffen auf unpeinliche Rage und rockige Nevermore“.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Fünfjahres-Prognosen stelle ich lieber nicht. Als ich das das letzte Mal tat, kam alles anders, und nicht unbedingt im Guten, haha! Wir nehmen’s wie es kommt und machen einfach das Beste draus!

Was als nächstes kommt:
Ich denke, wir werden erstmal ein Weilchen damit beschäftigt sein, „Love And Vore“ zu promoten. Wir freuen uns im Zuge dessen aber auf jeden Fall über Gigangebote, denn Konzerte geben wir definitiv zu wenige!

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Gemeinsam Geschaffenes wachsen zu sehen.

Unser peinlichster Moment:
Gibt’s nicht, wir sind die lebende Definition von Lässigkeit!

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Mit uns selber, denn außerhalb von Proberäumen oder Konzertlocations treffen wir uns leider viel zu selten.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Boah, da gibt’s so viele Kandidaten. Aber ich persönlich würde mir Harkon im Vorprogramm von z.B. Gojira sehr gerne mal ansehen…

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
In einer Band zu spielen.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
In einer Band zu spielen.

Online:
Website: www.harkon.info
Facebook: www.facebook.com/harkonmusic
Instagram: www.instagram.com/harkonmusic

Musik:
Spotify: www.open.spotify.com/intl-de/artist/38F5Ru8FV8ebe6lz6i6OqR?si=xGPoGfelTs63gQbrSxumpw
Youtube: www.youtube.com/@harkon1882