GRIMGOTTS – Tales, Sagas & Legends

Band: Grimgotts
Album: Tales, Sagas & Legends
Spielzeit: 67:10 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Stormspell Records
Veröffentlichung: 07.05.2021
Homepage: www.facebook.com/grimgottsband

Ach GRIMGOTTS… diese kleine britische gut gelaunte Power-Metal-Truppe, die ein eigentlich schon übermäßig bedientes Genre, den keyboard-symphonischen epischen Power Metal, mit ein bisschen Piratigkeit, einer ordentlichen Menge Spaß und immer noch ein bisschen mehr Gänsehautmelodien anreichern. Irgendwo zwischen dem Seeräuberbereich-Soundtrack in einem Vergnügungspark und der majestätischen Kamerafahrt-Musikuntermalung über ein Seefahrerschiff in Richtung der untergehenden Sonne angesiedelt und um massig Doublebase, Synth-Solos und Power-Metal-Abgehen angereichert. All das mit Orchestersounds, die nicht allzu authentisch klingen, was in dem Genre aber seinen eigenen Charme hat und mit ein bisschen naiven und feierlichen Melodien perfekt zusammengeht.
Bei GRIMGOTTS hatte ich in der Vergangenheit eigentlich nur zwei relevantere Kritikpunkte. Der erste war einen wiederkehrender Hang zu “Etwas zu viel des Guten”, der zweite eine immer noch verbesserbare Produktion. An der Produktion wurde bei “Tales, Sagas & Legends” unüberhörbar gearbeitet, schließlich handelt es sich letztendlich bei der Platte um eine Zusammenführung der drei in den letzten Monaten veröffentlichten EPs, plus eine allein veröffentlichte Single (“Grimgotts Calling”), eine neu eingespielte Version von “Fight Against The World” und ein orchestrales Outro – und der komplette Content der EPs wurde remastert, erfreulicherweise. Gaaaaaanz perfekt ist der Sound noch nicht, aber ein absoluter Fortschritt im Vergleich zum bisherigen GRIMGOTTS-Sound. Und die Parts, die eben nicht ganz perfekt sind, sind wiederum auf Kritikpunkt #1 zurückzuführen, denn beispielsweise das geile aber im Chorus zu überfüllte “The Dawnbringer” ist eben aufgrund seiner Überladenheit nicht wirklich definierter masterbar, wenn auf jedem Frequenzbereich gefühlt drei unterschiedliche Stimmen liegen. Ist nun eben definierter überladen.
Immerhin, an vielen anderen Stellen sind GRIMGOTTS aber eben noch den Ticken (oder auch mehrere) unter der Schmerzgrenze und damit einfach verdammt fett. Die Melodien sind mit charakteristischen Wendungen angereichert, die GRIMGOTTS eine Individualität verleihen, die viele andere Bands des spezifischen Untergenres nicht haben, getragene majestätische Chorusmelodien und folkig angehauchte Lines arbeiten im fröhlichen Wechsel, zwischendurch wird es mal ungleich piratiger (“Plunder, Loot And Chantey”) oder ein bisschen weniger cheesy, inklusive ein paar Growls (“Northern Passage”). Man könnte natürlich anmerken, dass drei EPs, zwei ebenfalls bereits bekannte Songs und ein NEUES (!!!) Outro nicht unbedingt ein Album ergeben. Aber für die GRIMGOTTS-Fans, die die Musik der Jungs gerne mal in besser produziert hören möchten, ist “Tales, Sagas & Legends” genauso hörenswert wie für diejenigen, an denen GRIMGOTTS bislang vorbeigegangen ist, die aber mal gerne wieder spaßig-epischen Symphonic Power Metal der vergangenen Jahrzehnte in frisch und motiviert dargeboten hören würden.

Fazit:
Power, Piraten, Spaß, günstige Orchester, Gänsehaut, Schiffe, Rum, Bombast, Schlachten, Synth-Soli, Uptempo, yo ho!

Anspieltipps:
“For The Power”, “Rise Again” “Fight Against The World” und “The Boys Of Boone”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fight Till The End
02. For The Power
03. The Dawnbringer
04. Reign Of Might
05. Northern Passage
06. Rise Again
07. Plunder, Loot And Chantey
08. Sagas
09. The Boys Of Boone
10. Land Of Tomorrow
11. The Edge Of The World
12. Kinsman
13. Fight Against The World
14. Grimgotts Calling
15. The Lost Chapters

 

Jannis

MAX ROXTON: Singleveröffentlichung „Read Between The Lines“

Max Roxton, seines Zeichens Gewinner des Deutschen Rock- und Poppreises 2018 in der Kategorie „Bester Deutscher Hard-Rock-Sänger“, hat am 23. 04.2021 mit seinem Soloprojekt seine dritte Single „Read Between The Lines“ veröffentlicht. Produziert, eingespielt und gesungen von Max, ohne festgelegtes Genre, sondern schlicht groovig, tanzbar und eingängig, mit Rock- HipHop- und Swing-Elementen.

Was der Promotext prophezeit, bestätigt sich beim ersten Hördurchgang. Knackige nu-metallige Strophen (aber auch nicht ganz) mit hörbaren 90es-Vibes, dicker groovender Hard-Rock-Chorus, Laid-Back-Riffarbeit, positive Message, die mit (wie man bei HipHop-Einflüssen ja bestätigen sollte) stabilem Flow daherkommt, und die gelungene Produktion rundet die Sache einwandfrei ab. Ein weiterer Vorbote auf ein nahendes Debutalbum? Möglich genug, wie Max selbst bestätigt. Wir verbleiben in freudiger Erwartung!

„Read Between The Lines“ ist seit dem 23. April auf den üblichen verdächtigen Plattformen verfügbar, auf YouTube inklusive Lyric Video!

Weiterführende Links:  https://artist.lnk.site/maxroxton

TALENTSCHMIEDE: Burning Fuse

Band:
Burning Fuse

Gegründet:
2008

Herkunft:
Heide (Im Norden Schleswig-Holsteins)

Mitglieder:
Björn „Burn“ Bünning (Vocals & Guitar)
Norman Kracht (Drums)
Alexander „Lexx“ Hecht (Bass)
Finn Modrow (Guitar)

Stil:
Oldschool Rock

Veröffentlichungen:
2017 Heels ´n´ Wheels (Album)
2020 Road Dogs (EP)

Einflüsse:
AC/DC, ZZ-Top, Status Quo und Rose Tattoo

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
In erster Linie wollen wir vier einfach weiter Musik machen und bleiben unserem Stil und Weg da auch treu. Wir freuen uns da über jeden neuen Zuhörer der dann zum Fan wird. Um uns eine größere Fanbase zu erspielen sind wir ständig in Kontakt mit Veranstaltern und Locations, um mindestens 1-2 Gigs im Monat zu bekommen. Wir versuchen uns stätig in allen Bereichen weiterzuentwickeln, da wir vier alles in Eigenregie machen. Sei es das Booking, das Merch, die Promotion, etc. Natürlich auch unser eigenes spielerisches Können und Songwriting wird ständig verbessert. So sind dann auch die Bühnen immer größer und die Leute immer mehr geworden. Aber wir setzen unseren Anspruch immer ein Stück höher und freuen uns über jeden Schritt oder sogar auch mal einen Sprung den wir da dann nach vorne machen. Sollten die Leute meinen in fünf Jahren kann es für uns nicht mehr weiter gehen, dann werden wir natürlich nochmal versuchen einen draufzusetzten.

Was als nächstes kommt:
Wir planen eine neue EP aber durch die momentane Situation haben wir so viel Material am Start das es auch für ein neues Doppelalbum reichen könnte J. Durch die bestehenden Kontaktbeschränkungen fällt ja leider das gemeinsame Proben flach, deswegen sind wir gerade dabei unseren Proberaum etwas aufzuhübschen. Unser Drummer ist da sehr versiert und bastelt da an einem neuen Look. Des weiteren planen und arbeiten wir gemeinsam an dem Ausbau unserer Social Media Präsents. Wir sind fleißig am Material sammeln und drehen auch sehr viel Videomaterial, was auch zu unserem ersten Musikvideo „Road Dogs“ geführt hat. Um hier nichts mehr zu verpassen checkt doch mal unsere Social Media Kanäle. Abonniert, liked und folgt uns dort. So verpasst ihr nichts mehr.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Das auf genau eine Erfahrung festzulegen ist sehr, sehr schwer. Wir haben bis jetzt schon sehr viele schöne und gute Erfahrungen gemacht bzw. erlebt. Angefangen, dass wir uns nach so langer Zeit immer noch gut verstehen J. Der Schlüssel hierfür ist wohl das wir, wenn es ein Problem gibt, es sofort ansprechen und es aus dem Weg räumen ;). Aber auch die vielen neuen Leute, seien es Fans, Musikerkollegen und Musikerkolleginnen, Veranstalter/innen, die man während der Jahre alle kennengerlernt hat waren eine schöne Erfahrung. Auch mitzuerleben wie sich jeder einzelne immer weiterentwickelt und die Bühnen mit der Zeit immer ein Stück größer wurden und die Leute die davor stehen auch immer mehr wurden, ist schön anzusehen.

Unser peinlichster Moment:
Och peinliche Momente gibt es bei uns nicht, eher lustige J. Sei es das bei einem Gig mal eine Saite reißt oder das Kabel nicht so will. Beim Open Air der Steckdosenverteiler unter Wasser steht und der Gitarrist vom Mikro eine gewischt bekommt oder sogar der Amp mal abraucht. Das ist alles schon passiert aber wir haben versucht das Beste daraus zu machen und weiter lief die Rock´n´Roll Machine. Eine lustige Anekdote sticht aber noch ein wenig heraus. Vor ein paar Jahren haben wir auf einem Indoor Festival gespielt und bei einem Song geht unser Sänger und Gitarrist für sein Solo immer von der Bühne und mischt sich ins Publikum. Am Ende ist er dann von einer Bank gesprungen und da wir ziemlich spät am Abend gespielt haben, lag auch schon reichlich viel verschüttetes Bier auf dem Boden. Jeder kann sich wohl schon ausmalen was nun passiert ist. Er ist im hohen Bogen auf seinem Allerwertesten gelandet und plötzlich war es totenstill man konnte für eine kurze Zeit eine Stecknadel fallen hören. Aber er stand auf, die Hand mit dem Plek ging in die Luft als Zeichen das alles OK war und es wurde weiter gerockt.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Am liebsten trinken wir mit unseren Fans und Freunden ein Bierchen. Diskutieren und unterhalten uns mit ihnen über Musik und unsere Shows. Aber natürlich würden wir uns auch mal freuen ein Bierchen mit einem unserer großen Idole trinken zu dürfen, wie z.B. Lemmy, Rick Parfitt oder Eddie Van Halen im Rockheaven oder mit Billy Gibbons und Angus Young einen kleinen Smalltalk halten, einfach aus reiner Neugier.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Naja Hauptsache erstmal Live spielen das ist das wichtigste. Aber da wir aus dem hohen Norden kommen fällt uns da spontan Torfrock ein. Aber auch zu AC/DC, Metallica oder so würden wir nicht nein sagen. Wenn wir uns ein Ort bzw. ein Kontinent aussuchen dürften, dann wäre das definitiv mal Südamerika.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Da wir alle vier voll berufstätig sind ist es immer das Beste wenn man in den Proberaum kommt und einfach mal von der ganzen Welt abschalten kann. Der Spass an der Musik steht hier im Vordergrund. Schön zu sehen ist dann auch wenn man dieses Gefühl nach draußen transportieren kann und andere Leute damit erreicht.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Hmm ist es schlimm in einer Band zu spielen oder Musik zu machen? Wir denken nicht aber auf das lästige Geschleppe und Auf- und Abbauen könnten wir gerne verzichten J

Online:
www.facebook.com/burningfuse

Musik:
https://album.link/w64sjvccmbgwj
https://album.link/7bwcpdmgbqkcc
Spotify: https://open.spotify.com/artist/2o4ULXClvlDvjHcsMM0sS6?si=WrUme9KJR0WyjXcKAkleJw
Youtube: www.youtube.com/channel/UCqUSX39K8eNYVsFR47TtVcQ
Soundcloud: https://soundcloud.com/burningfuse
Live-Dates: www.facebook.com/burningfuse/events/

SWEET OBLIVION – Relentless

Band: Sweet Oblivion
Album: Relentless
Spielzeit: 42:45 min
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/SweetOblivionGeoffTate

Das Problem an einem ordentlichen Bekanntheitsgrad ist unter anderem, dass man sich bei allem, was man tut, mit dem messen lassen muss, das einem zu diesem Bekanntheitsgrad verholfen hat. Das Problem hat auch Geoff Tate, EX-QUEENSRYCHE, der den Gesang zum neusten und zweiten SWEET-OBLIVION-Album “Relentless” beigetragen hat. Darauf enthalten: eine Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal mit einiger (E-)Piano-Präsenz, einigen Synthesizern, einem italienisch gesungenen Song (“Aria”) und einer unspektakulären Ballade (“I’ll Be The One”) nebst acht weiteren Tracks.
Die Produktion schafft den erstaunlichen Spagat zwischen ausbaubar und gelungen. An sich ist das Ganze ziemlich fett, doch gehen einige Frequenzen gerade bei dichteren Parts mal hinter den geräuschhaften Klangbestandteilen unter (primär bei den Gitarren), was diese zwischendurch gerne eher zu Rhythmusinstrumenten degradiert und den harmonischen Kontext schwerer interpretierbar macht.
Das hat zudem einen Effekt, der “Relentless” stark vom Sound klassischer 80er-QUEENSRYCHE abgrenzt. An sich ist das kein Drama, schließlich will SWEET OBLIVION ja auch mehr sein als eine QUEENSRYCHE-Soundalike-Band. Doch gräbt man zumindest bei einigen Tracks tief in der Kiste der Hard-Rock-Veteranen, so bei “Wake Up Call” und bei “Anybody Out There”, und hier geht der gewünschte Spirit etwas unter, trotz herrlich knallender 80es-Snare. Andere Songs wie besagter “Aria” stöbern dagegen in anderen Gefilden, hier beispielsweise im Italo-Heavy/Power-Metal mit positiver Grundstimmung, was äußerst gut funktioniert.
Tate macht einen soliden Job, liefert auf “Relentless” aber nicht seine absolute Glanzleistung und GRÖNEMEYERt gefühlt ein bisschen mehr, als man das von ihm gewohnt ist. Dass der gute Mann es nichtsdestotrotz noch drauf hat, kommt natürlich durch, nicht zuletzt bei höheren Passagen wie im groovenden “Remember Me”.
Kompositorisch kommt ebenfalls das Gefühl auf, als wäre da mehr bzw. besser Überdachtes dringewesen. Meist irgendwo zwischen klassischem und oberem Midtempo angesiedelt kommt ein Großteil der Tracks mit der obligatorischen reduzierteren ersten Strophe(nhälfte), baut zum Prechorus auf und mündet in einem okayen bis absolut würdigen Chorus. Nochmal “Aria” als nennenswerte Ausnahme mit seiner gut abgehenden Strophe. Der Klaviereinsatz, der öfter mal direkt mit dem Liedintro beginnt, hätte auch nicht so exzessiv eingesetzt werden müssen und die Verwendung der knallenden Snare ist ein Pluspunkt, aber nicht bei einer ruhigen Ballade.

Fazit:
Ist “Relentless” nun ein nicht hörenswertes Album? Nee, auf keinen Fall. QUEENSRYCHE-Fans werden hier eh einiges an Bedienung erfahren, das Material ist soweit professionell, aber eben sehr auf Nummer sicher konzipiert und mit Verbesserungsmöglichkeiten am Gitarrensound. Einige Songs machen echt Spaß, andere sind etwas lückenfülleriger, Routine ist da, aber seine frischen Momente (und die machen auch durchaus komplette Songs aus) hat das Album auf jeden Fall.

Anspieltipps:
“Another Change”, “Wake Up Call”, “Aria” und “Remember Me”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Once Again One Sin
02. Strong Pressure
03. Let It Be
04. Another Change
05. Wake Up Call
06. Remember Me
07. Anybody Out There
08. Aria
09. I’ll Be The One
10. Fly Angel Fly

Jannis

AXEWITCH – Out Of The Ashes Into The Fire

Band: Axewitch
Album: Out Of The Ashes Into The Fire
Spielzeit: 57:52 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 30.04.2021
Homepage: www.facebook.com/Axewitch

Bands, die in den 80ern aktiv waren und sich denken “Komm, lass doch jetzt 35 Jahre später nochmal was machen”, sind immer eine recht sichere Bank, wenn es darum geht, authentischen, traditionellen Heavy Metal zu hören, der auf aktuelle Trends keinen Wert legt und angenehm aus der Zeit fällt. Dieser absolute Verzicht auf Innovation ist Fluch und Segen gleichzeitig, weil dann musikalisch eben auch das bei rauskommt, was man so schon hundertfach gehört hat, was man aber andererseits aber auch hundertfach hören will.
So verhält es sich auch mit AXEWITCH. Die kommen aus Schweden, wurden 1981 gegründet und veröffentlichen nun mit “Out Of The Ashes Into The Fire” ihr erstes Lebenszeichen seit 35 Jahren. Wie klingt denn das wohl? Nu, das klingt erstmal gut produziert, mit Härte und einer gleichzeitigen gewissen Wärme. Kritik am Sound bleibt soweit aus. Das Gefühl beim ersten Song, die Vocals könnten etwas zu leise sein und der Bass ein bisschen linkslastig, hat sich beim zweiten Song bereits gegeben.
Musikalisch ist man mit eisernen Ketten im Heavy Metal verankert. Viel Midtempo, selten mal eindeutiges Uptempo, gute Riffs mit angemessenem Dissonanzen-Anteil, simple Ein-Wort-Shout-Refrains, aber auch mal ein bisschen mehr Fokus auf längere Melodielines, eine erfreuliche Prise Hard Rock (beispielsweise bei “Going Down”) und ein selbstverständlich vorhandenes Verständnis, wie man richtige Heavy-Metal-Songs schreibt. Das wird dann noch garniert durch einzelne Chor-Einsätze, zwischendurch im starken “Dues To Pay” auch mal eine Hammondorgel, und die kleinen Spaßerzeuger der Marke Schellenkranz, Rasselei und Cowbell.
Musikalisch gewinnt man erwartungsgemäß keinen Innovationspreis, ist weitgehend auf der sicheren Seite in vertrautem Terrain, legt aber doch wert auf ein bisschen Abwechslung. “Boogie Of Death” verwendet kompositorisch tatsächlich ein paar Boogie-Elemente, “Losing You” fährt etwas Feelgood-Atmosphäre im Chorus auf, „The Healer“ hat eine schöne, musikalisch in mehrere Call-and-Response-Parts aufgeteilte Strophe, die wärmeren Sound mit Synthpad- oder Chorunterlegung auf der einen und metalligen Heavy Metal auf der anderen Seite in Kontrast zueinander setzen. Der Chorus von “Dues To Pay” ist mal eine andere und auf jeden Fall funktionierende Herangehensweise an einen Chorus und so mancher der (etwas zu häufig im Midtempo angesiedelten) Tracks endet in einer aufwertenden Verdichtung, die ebenfalls sehr gut tut.
So viel zu den stärkeren Seiten von OOTAITF. Die schwächeren Seiten sind gut gemachter Heavy Metal, der mich insbesondere an SAXON erinnert, Spaß macht und nichts für die Ewigkeit aber für den Moment eine gelungene Heavy-Metal-Bedienung ist. Das ist das, was die meisten der eingangs beschriebenen Bands machen wollen und daran gibt es rein gar nichts auszusetzen.

Fazit:
Metal. Gut umgesetzt. Erfindet das Rad nicht neu, aber das ist ja auch nicht der Sinn eines Albums, für so etwas gibt es ja Wissenschaftler. Im Ernst, guten Gewissens reinhören, wenn man auf authentischen, klassischen 80er Metal steht.

Anspieltipps:
“Dues To Pay”, “Going Down”, “Losing You” und “The Healer”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Pusher
02. In Pitch Black Darkness
03. Dues To Pay
04. Let Sleeping Dogs Lie
05. Boogie Of Death
06. Losing You
07. Going Down
08. The Healer
09. Lie To Me
10. Violator
11. Nightmare (Bonus Track)
12. Axewitch (Bonus Track)

Jannis

POVERTY’S NO CRIME – A Secret To Hide

Band: Poverty’s No Crime
Album: A Secret To Hide
Spielzeit: 58:56 min
Stilrichtung: Progressive Rock/Progressive Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 30.04.2021
Homepage: www.facebook.com/povertysnocrime

Diese Rezension ist meinem werten Kollegen Mario gewidmet, der kurzzeitig als Interessent für die neue POVERTY’S NO CRIME zur Debatte stand, dies dann jedoch mir überließ. Wer die Chance hat, sich diese Platte zueigen zu machen: Macht nicht den selben Fehler wie Mario und greift zu! Warum?
Da gibt es viele gute Gründe. Wer die Deutschen noch nicht kennt: Quintett, inzwischen 30 Jahre aktiv, mit Hang zu längeren Pausen zwischen den Alben und mit gerade mal fünf Jahren seit dem letzten Album mit “A Secret To Hide” momentan sehr schnell im Veröffentlichen.
Musikalisch ist man im Herzen Progressive Rock der Marke TRANSATLANTIC (die kompositorisch unter anderem einen gewissen Einfluss auf POVERTY’S NO CRIME gehabt haben dürften), präsentiert diesen Progressive Rock jedoch im härteren Gewand, mit einem metallischeren Sound und einigen prog-metallischeren Wendungen. Das wird dann verpackt in einen wirklich sehr guten, druckvollen, klaren Sound, ergänzt um sehr vielseitige Synth-Arbeit und Sounddesign-Elemente, die den Klang hintergründig anreichern und gegebenenfalls beim ersten Hördurchgang gar nicht unbedingt bemerkt werden, unbewusst aber eine ziemliche Wirkung entfalten. Und was wäre all das ohne einen (ebenfalls hervorragend produzierten) Volker, dessen Vocals das Niveau des Sounds komplett halten.
Musikalisch ist “A Secret To Hide” wie gesagt absoluter Progressive Rock, ergänzt um die ein oder andere bratendere Metalgitarre und teils aggressiveres Drumming. Doch an sich ist das Album hochmelodisch, vielseitig in seiner Soundauswahl und eines der Alben, bei denen kein Song unter sechs Minuten kommt. Das kann schlecht sein, wenn man versucht, Standard-Vier-Minuten-Songs auf sechs Minuten zu pumpen, aber PNC machen eben keine Standard-Vier-Minuten-Songs, sondern Songs, die irgendwo losgehen, dann ein paar Umwege nehmen und irgendwo ankommen, was so auch auf das komplette Album übertragbar ist. Feierlicherweise besteht dieser Weg, den sowohl die einzelnen Songs als auch das Album an sich beschreiten, aus einer wunderbaren Station nach der anderen, und auch wenn man sich zwischendurch fragen mag, wie man nun eigentlich hier angekommen ist, ist der zurückgelegte Weg doch genau genommen stehts nachvollziehbar und gut sichtbar. Was ich eigentlich damit sagen will: “A Secret To Hide” ist ein Prog-Rock-Album, genau wie es sein sollte. Mit unendlich vielen Details, unendlich vielen Ideen, und in sich absolut stringent als Gesamtkunstwerk, bei dem die einzelnen Parts und Songs sowie die Verwendungen einzelner Sounds in ihrer Abfolge rückblickend absolut logisch und richtig erscheinen, während sie sich gleichzeitig nicht vorhersagen lassen. Ich will an dieser Stelle gar nicht auf einzelne Songs eingehen, da jeder von ihnen im größeren Kontext eh nochmal mehr Sinn macht und ich denke, dass eine Beschreibung des allgemeinen Grundgefühls hier angemessener ist.

Fazit:
Denn mit seiner Verspieltheit, seiner ausgeprägten Melodiösität, seinen klugen Kompositionen und Arrangements, seiner Ausgefeiltheit und Struktur und nicht zuletzt seinen kleinen über das Album hinweg wiederkehrenden Motiven ist “A Secret To Hide” eine Art kleines metallisches “The Whirlwind”, um auf den TRANSATLANTIC-Vergleich zurückzukommen. Und das ist das größte Kompliment, das ich der Platte bei meinem persönlichen Musikgeschmack machen kann. Ernsthaft, die Band hat auf Facebook keine 1.500 Abonnenten. Das ist eigentlich das einzige, was bei den Herren falsch läuft.

Anspieltipps:
Am Anfang beginnen und treiben lassen. So einfach ist das.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Supernatural
02. Hollow Phrases
03. Flesh And Bone
04. Grey To Green
05. Within The Veil
06. The Great Escape
07. Schizophrenic
08. In The Shade

Jannis

IRONBOURNE – „Ironbourne“

Band: Ironbourne
Album: Ironbourne
Spielzeit: 51:08 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.facebook.com/ironbourneofficial

Es ist doch immer schön, wenn eine Band Klischees umgeht und nicht mit jeder Facette ihres Daseins Trueness verkörpert. Gestatten, IRONBOURNE (Name: check), Promotextstart “Geboren aus IRON, geboren aus langer Tradition. Seit Jahrhunderten bauen die Menschen Eisenerz ab, seit über vier Dekaden spielen die Menschen echten Stahl. Die Einen gaben ihr Leben, um IRON zu bergen, die Anderen schenken ihr Leben dem HEAVY METAL.” (Beschreibung: check), Songs wie “Twilight OF Gods” und “Covenant” (check, check). Jut, wird so ’ne Swords-and-Glory-and-Steel-Sache, hm?
Nee, tatsächlich nicht. Heavy Metal ist das auf jeden Fall, aber weniger die pathetische Art als die, die zwischen NwoBHM und Hard Rock unterwegs ist – nicht besonders böse, nicht kitschig, sondern im Gegenteil schön nostalgisch und intensiv. Dem kommt zuerst mal die Produktion zugute, die dem klassischen, etwas höhenlastigeren Sound von 80er-Heavy-Metal-Releases nahekommt, dabei aber auch gut Schmackes hat und in keinster Weise negativ auffällt. Außerdem kommt dem die Leistung der Band zugute, die on point und professionell ausfällt und von Torbjörn Anderssons ausdrucksstarker und gesund kantiger, kurz, absolut Heavy-Metal-kompatibler Stimme geführt wird.
Und zu guter Letzt kommt dem zugute, dass “Ironbourne” eine sehr gut funktionierende Mischung aus Heavy Metal und Hard Rock ist, wobei sich letzterer vornehmlich in einigen knackigeren Strophen und den dichten und um gelungene Backing Vocals erweiterten Refrains äußert, die zum größten Teil absolut sitzen und öfter mal gewisse PRAYING-MANTIS-Vibes transportieren.
Die Metal-Komponente stimmt ebenso. Die Riffs fühlen sich in ihrer Umgebung absolut wohl, fallen klassisch, charakterstark und nicht zu frickelig aus. Der Ausflug in True-Metal-Gefilde beschränkt sich auf “Twilight Of Gods” und ist voll im Rahmen, die Halbballade “Too Late” bringt ein paar schön eingesetzte cleane Gitarren mit und wird in ihrem Verlauf kraft- wie gefühlvoll, aber nicht im übertriebenen “SPÜR DIE EMOTIONEN!”-Modus. “Runaway” ist zwar einer der schwächeren Songs, macht mit seinem vergleichsweise deutlichen NWoBHM-Einschlag aber nichtsdestotrotz Spaß, und der Endtrack “Year Of Judgement” lässt vermuten, dass die Schweden GRAVE DIGGERs “Keeper Of The Holy Grail” kennen (was gut ist) und fällt über seine 8,5 Minuten Spieldauer echt kurzweilig, atmosphärisch und smart geschrieben aus.

Fazit:
Die Mischung bei IRONBOURNE macht’s. Die beiden Grundgenres kommen auf “Ironbourne” sehr harmonisch zusammen, sorgen für einen offeneren Stil und sind dazu noch bestens dargeboten und klanglich echt ansprechend. Wenn dann ein, zwei Tracks ein bisschen durchschnittlicher ausfallen, ist das komplett in Ordnung, denn letztendlich ist die Platte einfach ein hochwertiges und musikalisch interessantes Stück Wohlfühlmusik für alle, deren Leidenschaft dem Metal/Hard Rock der frühen 80er gilt.

Anspieltipps:
“Varsel”, “Year Of Judgement”, “Hit The Wall” und “Too Long”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Dreamer
02. Elusive Reality
03. Varsel
04. Twilight Of Gods
05. Too Late
06. Covenant
07. Hit The Wall
08. Runaway
09. Year Of Judgement

Jannis

SIRIUS CURSE – Time Knows No Lies

Band: Sirius Curse
Album: Time Knows No Lies (EP)
Spielzeit: 36:51 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 15.03.2021
Homepage: www.sirius-curse.de

SIRIUS CURSE – endlich mal wieder Newcomer! Okay, Familienväter-Berufsleben-Newcomer, die zum Teil bereits 1986 zusammen spielten (also Metal) und 1992 auch schon eine EP veröffentlichten, aber muss zählen, schließlich ist “Time Knows No Lies” das erste Lebenszeichen der Truppe aus Rottweil in Baden-Württemberg unter diesem Bandnamen und mit diesem Line-Up.
Und was erwartet uns von den Jungs, die seit 2014 als SIRIUS CURSE unterwegs sind, mit Gigs und kleiner Fanbase aber ohne physische Tonträger im Portfolio? Nun, es ist ziemlich klar Heavy Metal mit ein bisschen Power, ganz wenig Prog und etwas Hard Rock. Während man von der Band nach so langer Zeit eine gute Leistung erwarten kann und diese auch bekommt, hapert es leider an der Produktion. Die lädt auch meine guten Kopfhörer ab und an zum Krisseln ein und könnte etwas mehr Druck vertragen. Denn der Druck kommt auch nicht wirklich zumindest durch dicke Gitarrenwände, die produktionstechnische Schwächen überdecken könnten: “Time Knows No Lies” ist verdammt abgespeckt, reduziert auf das absolut Wesentliche – aber nicht auf das Wesentliche, um irgendwie klarzugehen, sondern um ein an sich extrem unterhaltsames kleines Album zu erschaffen. Ganz nach dem Motto “Weniger ist mehr” verlässt man sich auf die Basics und garniert diese mal mit einer großartig sympathischen Gitarrenmelodie (“Crucified”), einem im Heavy-Metal-Kontext unerwartet harmonielastigen und kreativ geschriebenen Chorus (“Loud”, schöner Kontrast zwischen trockenem Geriffe und powerigem Chorus mit kleinen asozial-dissonanten Gitarrenelementen an ausgewählten Stellen) oder vergleichsweise seltenen aber klug eingesetzten und gut klingenden mehrstimmigen Vocals. An solchen Stellen zündet “Time Knows No Lies” so richtig, macht aber kaum weniger Spaß, wenn die Gitarre ihren Spaß an miesem Gedrive mal wieder nicht verbergen kann, eine Strophe wie die von “The Sense” auftaucht (kein Spoiler an dieser Stelle), ein entspannter Mittelteil plötzlich von aggressivem Base-Getrete abgelöst wird oder bei “Relax (It’s War)” frühe GAMMA RAY auf thrashigeren Heavy Metal treffen.
Das alles muss gar nicht des Todes heavy sein, hätte mehr klangtechnische Power aber gut vertragen können. Zudem gehören die drei letzten Tracks zu den längsten, was hinsichtlich der Struktur der Platte psychologisch nicht ganz schlau sein mag, da sie dementsprechend etwas langatmiger ausfallen. Das sind die beiden Hauptkritikpunkte, von denen insbesondere der Sound das Gesamterlebnis etwas schmälert.

Fazit:
Doch während ein schwächerer Sound bei anderen Bands der Untergang wäre, ist es bei SIRIUS CURSE ein gewisses Manko, das aber am Entertainment-Faktor der Platte gar nichts ändert. Das sind die Heavy-Metal-Grundbausteine kreativ und kurzweilig umgesetzt, mit dem Wunsch, musikalisch nicht nur das Genre qualitativ zu repräsentieren sondern sein Album auch von anderen Vertretern dieses Genres durch Originalität im Songwriting abzuheben. Stolze acht Punkte immer noch, die Remastered Version kriegt irgendwann neun!

Anspieltipps:
“Loud”, “The Sense”, “Relax” und “Crucified”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rain Time
02. Loud
03. Relax (It’s War)
04. No Tomorrow
05. Crucified
06. Time Knows No Lies
07. The Sense
08. Bondage

 

Jannis

THE QUILL – Earthrise

Band: The Quill
Album: Earthrise
Spielzeit: 47:27 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Metalville Band & Label Pool
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.facebook.com/thequillsweden

Es ist einer der großen Vorteile des Motorradfahrens durch schöne Landschaften, dass es ein absolut vernachlässigbares Infektionsrisiko mit sich bringt. THE QUILL liefern dafür erfreulicherweise den perfekten Soundtrack, mit ihrem nunmehr neunten Album “Earthrise”. Die Schweden sind bereits seit den 90ern aktiv und machen klassischen Hard Rock der handgemachten Sorte, mit allem drum und dran. Das bedeutet konsequenterweise auch eine entsprechende Produktion, die bei “Earthrise” schön erdig und natürlich ausfällt, dabei klar und druckvoll. Dazu gehört außerdem ein astrein agierender Sänger namens Magnus Ekwall, dessen Stimme wunderbar zum Genre passt und die bluesig-doomigeren SABBATH-Parts ebenso bereichert wie die schnelleren und straighteren Songs.
“Earthrise” ist eines dieser Alben, die man auf der einen Seite perfekt nebenher hören kann, bestens geeignete Autofahr- oder Campingplatz-Mucke, in seiner Gesamtheit jedoch auch vielseitig genug, um einem konzentrierteren Hörprozess standzuhalten. Davon überzeugt direkt der Opener “Hallucinate”, der alle Trademarks eines gelungenen Hard-Rock-Openers beinhaltet, inklusive Schellenkranz, sympathischerweise. “Keep On Moving” keept on moving mit etwas angezogenerem Tempo und simpel-effizienter Riffarbeit und der Über-sieben-Minüter “Dwarf Planet” bietet einen schönen balladigen Anfangspart, den einige solcher Bands leider öfter mal vernachlässigen, und wird anschließend dunkler und recht dicht.
Apropos Balladen: Am ehesten ginge noch “Dead River” als eine solche durch, beendet das Album ziemlich entspannt und soweit drumfrei, ebenso der Anfang von “Evil Omen”, das anschließend auf edle kratzig-trockene Gitarren setzt, einen Prototyp-Strophenaufbau zum besten gibt und allgemein ziemlich harmonieorientiert ausfällt. Der Titeltrack kommt mit MAIDENiger Strophe (inklusive Glocke am Anfang, macht jeden Song besser) und SABBATH-Spirit und “21th Century Sky” ist auf der Drumebene ziemlich zappelig und macht ebenso Spaß wie das treibende “The Zone”.
Hard-Rock-Alben dieser Sorte können sehr schnell langweilig werden, einfach weil gerade in dieser klassischen Form die einzelnen Bestandteile und Melodien doch limitiert sind. Dass Langeweile bei “Earthrise” nicht eintritt, liegt zuerst einmal daran, dass die Truppe offensichtlich Hard Rock isst, trinkt und darin badet und schläft. THE QUILL wissen, wie man ihr Genre professionell umsetzt, gewähren jedoch auch die kleinen Besonderheiten, die das damit bereits sehr anständige Album einfach noch ein wenig aufpeppen. Die ruhigen Parts sind sinnvoll, stimmig und willkommene Abwechslungen, kleine Keyboard-Akzente in wenigen der Tracks gießen ein bisschen wohldosierten Zuckerguss über das (im positiven) trockene Grundgerüst, einige Blues- und Stoner-Elemente erweitern die Grenzen des Genres und kleine Cowbell- oder Schellenkranz-Elemente reichern den Sound hintergründig an.

Fazit:
Bei der Menge an Erfahrung, die THE QUILL mitbringen, kann man von einem professionellen Ergebnis ausgehen. Und “Earthrise” ist nicht nur das, es ist im Rahme der selbstgesteckten Grenzen auch subtil vielseitig, vermittelt die gewollte Atmosphäre und weckt hundertprozentig die Sehnsucht nach Festivals aufs Neue.

Anspieltipps:
„Dwarf Planet“, „Hallucinate“ und „Evil Omen“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hallucinate
02. Keep On Moving
03. Dwarf Planet
04. Left Brain Blues
05. Earthrise
06. Evil Omen
07. 21th Century Sky
08. The Zone
09. Dead River

Jannis

ARION – Vultures Die Alone

Band: Arion
Album: Vultures Die Alone
Spielzeit: 42:53 min
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/OfficialArion

Hab ich vor zwei Tagen noch in der PALADINE-Rezension Bands wie ARION ob ihrer klinisch überfetten Produktion und ihres Songwritings mit Essen verglichen, das seinen Reiz hauptsächlich aus Geschmacksverstärkern bezieht? Zugegeben, ja. Obwohl, eigentlich nein, schließlich sind bei ARION auch die Grundzutaten sorgfältig ausgewählt, die Finnen verlassen sich keineswegs darauf, dass ihre produktionstechnische Umsetzung mangelnden musikalischen Inhalt kaschiert. Aber der Reihe nach: ARION sind eine der jungen Truppen, die absolut modernen Sound mit ähnlich modernen Melodic-Power-Metal-Melodien verbinden. Heißt: Die Produktion wäre überladen, wäre sie nicht so definiert (und zwar um einiges definierter als der Vorgänger “Life Is Not Beautiful”), doch so ist sie einfach nur ein Brett. Voll, dicht, knallend, mit vielleicht minimal zu leisem Gesang aber einer guten Menge an mehrstimmigen Vocals und elektronischen Elementen, die aber nicht so brutal überpräsent sind wie beispielsweise bei DYNAZTY. Damit kann man schonmal arbeiten, handwerklich ist die Platte komplett on point.
Gut auch zu wissen: Bei all dem kommt der Metal nicht zu kurz. Track 1 bis 4 gehen komplett aufs Ganze, mit präsenten und gut aggressiven Gitarren, souverän ballernden Drums und ohne Kompromisse. Die Chorusarbeit ist in melodietechnischer Hinsicht schon poppig, aber nicht kitschig oder belanglos. Im Gegenteil, gerade die Refrains gehen ins Ohr wie Butter (?) und sind in ihrer Art durchaus besonders, beispielsweise der von “Break My Chains” mit seinen großen Vocal-Intervallsprüngen. Dazu hat man mit “Bloodlines” einen Track mit Noora Louhimo von BATTLE BEAST und, kein Witz: Es ist KEINE BALLADE. Alleine, Noora als Gastsängerin nicht in eine Ballade zu packen, wie ungefähr alle anderen Bands es mit ihr bislang gemacht haben, verdient Respekt.
Bei “In The Name Of Love” wird man dann doch etwas schmalziger, mit extrem poplastiger Strophe und mächtigem Gänsehaut-Midtempo-6er-Takt-Chorus sowie Gastsängerin Susanna Aleksandra von Cyan Kicks. Der Titeltrack hackt anschließend in bester Geiermanier los und entwickelt sich dann abermals sehr treibend mit einem weiteren Beispiel für die Call-and-Response-Gesangskomposition, die ARION generell gerne und gewinnbringend auffahren. “I Love To Be Your Enemy” ist sich nicht zu schade für einen Prototyp-Trailersoundtrack-Drop im Intro und kommt danach als der bislang aggressivste Track daher, mit beinahe unmelodischen Vocals in der Strophe und ordentlich Geballer, mächtigem Chor und böser Gitarrenarbeit. Das instrumentale “Where The Ocean Meets The Sky” pendelt zwischen etwas zu sehr König der Löwen und hartem Bombast, “I Don’t fear You” geht nochmal fröhlich ab und “Until Eternity Ends” ist die metalfreie Ballade, die solche Bands halt anscheinend für unabdingbar halten. Mein Geschmack ist es nicht, den Rest des Albums macht es aber auch nicht schwächer.

Fazit:
Jap, auf diese Weise macht das, was ich normal als “zu gelutscht” bezeichnen würde, halt doch wirklich Spaß. Die Songs von “Vultures Die Alone” sind charakterstark, mit Liebe auf Metal-Hit geschrieben und über die Dauer des Albums enorm kurzweilig. Aufmachung nicht über, sondern mit Substanz, Spaßfaktor hoch – Party on, Wayne, Party on, Garth!

Anspieltipps:
“Bloodline”, “I Love To Be Your Enemy” und “Break My Chains”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Out Of My Life
02. Break My Chains
03. Bloodline
04. I’m Here To Save You
05. In The Name Of Love
06. A Vulture Dies Alone
07. I Love To Be Your Enemy
08. Where The Ocean Greets The Sky
09. I Don’t Fear You
10. Until Eternity Ends

Jannis