JD MILLER – Afterglow

Band: JD Miller
Album: Afterglow
Spielzeit: 48:16 min
Stilrichtung: Melodic Power AOR
Plattenfirma: Mighty Music/SPV
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.facebook.com/jdmillerband

JD MILLER sind gewissermaßen eine Rock-Garagenband – der kleinste gemeinsame Nenner zwischen dem Heavy/Power-Metal-Teil unserer Leserschaft und dem AOR-Teil, denn nicht umsonst wird die Band aus Schweden als heaviest AOR band around beschrieben. Als Power-Metaller mit einem schweren Hang zu Keyboards, Cheese und Dur horcht man da natürlich auf und reserviert sich erstmal die Rezension. Hab ich so gemacht und Leute, was hat es sich rentiert.
Fix das Drumrum: Gegründet 2011, jetzt mit dem dritten Album “Afterglow” am Start, Produktion sitzt soweit, Sänger Peter Halldén hat keine ausdrucksstarke Stimme, dafür aber eine sehr wohlklingend-rockige, die ordentlich produziert wurde und optimal zum Rest passt.
Jetzt, wo wir das geklärt hätten, zur Musik. Trocken ausgedrückt ist “Afterglow” ein Mix aus Power Metal sowohl der symphonischen als auch der moderneren Art, minimalen Gothic- und NDH-Einflüssen, Hard Rock und gerade hinsichtlich der Melodien mit ordentlich AOR angereichert. Das ergibt in seiner Gesamtheit eine wundervolle Mischung aus stellenweise gar nicht mal so wenig Härte, höchst stimmig eingesetzten und ausgewählten Synthesizern und Melodien mit Feelgood-Ohrwurm-Dur-Charakter, in die man sich am liebsten reinlegen möchte. Denn, auch das muss man JD zugute halten: Das ist keine der Truppen, die mit ordentlich Keyboards ihre fehlende Substanz kaschieren, das ist eine Truppe, die absolute Hits schreibt und dann ordentlich Keyboards draufpackt! Im Ernst, man ist fast froh darüber, dass das Niveau der Platte bei Track 5 und Track 6 leicht absinkt, da man erstmal die ersten vier verarbeiten muss, die allesamt absolut oberklassig ausfallen. Und auch besagte “Light Your Fire” und “In The Afterglow” (von meinem Handy liebevoll zu “In The After” abgekürzt) sowie der dritte minimale Schwachpunkt “The Answer” wären auf den meisten AOR/Power-Metal-Alben noch Highlights – und der Rest sowieso. Da ist das vergleichsweise metallische “Burned Alive” mit seiner massiv druckvollen Strophe, die der von “Game Of Love” in nichts nachsteht. Da ist das kurze “Icarus”, das zwischen NDHig angehauchter Härte und vor positiven Vibes triefendem Chorus hin- und herpendelt, und da ist “Auburn Skies”, eine Gänsehaut-Pop-Rock-Stadionhalbballade, auf die man sich auch einlassen sollte. Und noch “Devilstorm” mit dem nächsten Killer-Chorus sowie “Inception”, dessen Strophe bereits Chorus-Niveau hat (wie eigentlich ein Großteil der Strophen auf “Afterglow”) und das im Refrain abermals zur Höchstleitung aufläuft.
Kurz: Nicht nur ist der Stil von JD MILLER absolut stark und außergewöhnlich, die Songs bewegen sich kompositorisch auf einem derartig unterhaltsamen Ohrwurm-Niveau, dass die Wahl von Favoriten ein Ding der Unmöglichkeit ist. Krassen Respekt für diesen Release, bitte mehr davon!

Anspieltipps:
Eigentlich alles, vielleicht am ehesten erstmal nicht “Light Your Fire”, “In The Afterglow” und “The Answer”

Fazit:
Nicht nur dank ihrer Kombination von Power Metal und AOR ist diese Scheibe ein absolutes Brett. In “Afterglow” sollte jeder unserer Leser mal reinhorchen, vorausgesetzt er verkraftet eine positive Grundstimmung und ordentlich Tasteneinsatz in seiner Musik. Dann könnte er mit dem Ding auch langfristig in hohem Ausmaß Spaß haben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Inside A Dream
02. Game Of Love
03. Inception
04. Icarus
05. Light Your Fire
06. In The Afterglow
07. The Desire
08. Burned Alive
09. The Answer
10. Devilstorm
11. Auburn Skies

Jannis

ASSASSIN’S BLADE – Gather Darkness (Kurzrezension)

Band: Assassin’s Blade
Album: Gather Darkness
Spielzeit: 45:28 min
Stilrichtung: Heavy/Thrash Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 18.09.2019
Homepage: www.assassins-blade.com

Jaques Bélanger, den man von EXCITER kennen könnte, vergnügt sich zur Zeit mit seiner neuen Band “Assassin’s Blade” und hat neben Mitgliedern von PORTRAIT und CULT OF THE FOX auch das inzwischen zweite Album “Gather Darkness” im Gepäck. Auf dem Programm steht ein Mittelding aus melodischem Thrash Metal und Heavy Metal im Stil von JUDAS PRIEST. Positiv fällt die Produktion auf, insbesondere die Drums klingen herrlich fett, aggressiv und definiert, was sie zusammen mit dem starken Spiel von Marcus Rosenkvist zu einem amtlichen Ohrenschmaus gestaltet. Bélangers Stimme kann man mögen, mir persönlich hat sie auf “Gather Darkness” aber zu wenig Zusammenhang zum restlichen Sound der Band, fügt sich (wohl auch produktionsbedingt) nicht so richtig ein und überzeugt am ehesten noch in Halford-Passagen.
Die Tracks bewegen sich zwischen Mid- und Uptempo, sind eher simpel komponiert und im allgemeinen klassischer Heavy Metal mit Thrash-Schlagseite, oft in Form genretypischer Rhythmusarbeit. Lediglich “The Thaumaturge” lässt ein paar Power-Metal-Anleihen zu und “The City That Waits” mutet doomig an und bekommt gegen Ende ein paar klare KING-DIAMOND-Züge.
Das Songwriting an sich ist eher unspektakulär, mit einigen besseren und einigen schlechteren Ideen wie der nervigen Wiederholung des Refrains bei “Soil Of The Dead” oder dem leicht peinlichen Ende vom Titeltrack, punkten können dafür häufig die Mittelteile, insbesondere von “Dream Savant” und “The Ghost Of Orion”.
Zusammengefasst: “Gather Darkness” ist wenig innovativer thrashig-harter Heavy Metal, der sich dank seiner guten Produktion doch auf jeden Fall anhören lässt, dabei jedoch in seiner Gesamtheit durchschnittlich ausfällt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Tempt Not (The Blade Of The Assassin)
02. Call Of The Watch
03. Gather, Darkness!
04. The City That Waits
05. Dream Savant
06. Gods
07. The Ghost Of Orion
08. The Thaumaturge
09. I, Of The Storm
10. Soil Of The Dead

Jannis

ELOY – The Vision, The Sword And The Pyre (Part II)

Band: Eloy
Album: The Vision, The Sword And The Pyre (Part II)
Spielzeit: 52:33 min
Stilrichtung: Art Rock
Plattenfirma: Artist Station Records
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.eloy-legacy.com

Deckenlicht aus, Stimmungslampen, Kerzen und Kaminfeuer an, rein in den Sessel mit einer Tasse Tee, Handy auf Flugmodus – es gibt was neues von ELOY, einer der zu Unrecht nicht wesentlich mehr gewürdigten deutschen Rockbands, die es seit Ewigkeiten gibt (50 Jahre, Jesus Christus) und die sich im Verlauf ihrer Karriere einen unvergleichlichen Stil und Sound erarbeitet haben. “The Vision, The Sword And The Pyre (Part II)” ist der Nachfolger des ca. zwei Jahre alten ersten Parts, ein Konzeptwerk in zwei Teilen über das Leben von Jeanne D’Arc, das außergewöhnlich gut recherchiert ist, wenn man dem Promotext glauben will (Ich tu’s). Und wer hätte es gedacht: Die ELOY-Trademarks, die sich seit den späten 70ern Gott sei Dank nicht mehr groß verändert haben, stehen nach wie vor auf dem Programm. Viel Arbeit mit Tonika und Subdominante, eine gewisse hypnotisch-meditative Redundanz, die fesselnd wirkt und natürlich die großartigen Synthesizer, die noch genauso analog klingen wie vor 40 Jahren.
Wie bereits beim Vorgänger setzt man verstärkt auf orchestrale Sounds, die sehr gut gelungen sind, ab und an leicht mittelalterliche Melodien sowie Chorpassagen und einige Spoken-Word-Parts. Das Konzeptalbumformat hat einen gewissen Einfluss auf die Songstrukturen, schließlich ist “TVTSATPP2” die Hälfte eines Gesamtkunstwerks, und in Songs wie “Rouen” mit seinen dramatischen Chören, der Orgel und den präsenten Drums oder “Patay” oder “Armistice Of War” ist man tatsächlich verhältnismäßig rockig unterwegs.
Zu den einzelnen Songs Worte zu verlieren, die einer Rezension angemessen wären, ist bei der inzwischen 19ten Platte der Hannoveraner um Mastermind Frank Bornemann schwer. Wie ein langer Track zieht sie akut in ihren Bann, sehr dicht, sehr erwachsen, und macht den Blick auf die Trackliste zu einer störenden Ablenkung. Zusätzlichen Effekt hat dabei die starke Produktion. Die komplette Instrumentalfraktion (insbesondere die Drums) klingt edel und extrem natürlich bei gleichzeitiger Definiertheit – und Wumms hat sie auch noch. Franks Stimme findet tendenziell in weniger hohen Tonlagen statt, das verleiht ihr etwas von einer Geschichtenerzählerstimme und das ist im Kontext dieses Albums natürlich eine gute Sache.
Kritik: Nun, man könnte anmerken, dass abseits der kleinen Neuerungen keine großartige Weiterentwicklung stattgefunden hat, aber bei einer Band mit einem solchen Stil und Sound ist das herzhaftestens scheißegal. Auch könnte man anmerken, dass die Redundanz vielleicht etwas zu ausgeprägt ist, aber in der richtigen Stimmung kickt das Album so intensiv, wie die meisten anderen ELOY-Alben es tun. Ist jetzt nichts für die nächste Rockparty, aber als ELOY-, als Art-Rock- und als Nachfolger-Album von “TVTSATPP1” eine tolle Platte!

Ruhig, intensiv, schön und hervorragend umgesetzt; ELOY sind eine der Bands, die fast zwangsläufig an jedem Rheinstrandabend mit kleinem Lagerfeuer später am Abend angemacht werden müssen. Das ist beim neusten Release nicht anders. Atmosphärisch ohne Ende, hörbar wurzelnd in den grandiosen früheren Phasen der Band und mit den kleinen Neuerungen versehen, die bereits bei Part 1 top funktioniert haben!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. An Instant Of Relief… Still The War Rages On
02. Between Hope Doubts Fear And Uncertainty
03. Patay
04. Joy
05. Reims… The Coronation Of Charles VII
06. Résumé
07. Armistice Of War
08. Paris
09. Abandoned
10. Compiègne
11. Tormenting Imprisonment
12. Rouen
13. Eternity

Jannis

ARK ASCENT – Downfall

Band: Ark Ascent
Album: Downfall
Spielzeit: 49:36 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Rock’n’Growl – Hard’n’Heavy Promotion
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.arkascent.com

Gut Album will Weile haben (außer bei GRAVE DIGGER). Demnach ließen sich Jack Kirby und Rogue Marechal (ex-SHADOWKEEP) mit dem Debut ihrer 2011 gegründeten Band ARK ASCENT (damals PROPHECY) auch locker acht Jahre Zeit, besorgten sich ein paar weitere Musiker, überarbeiteten Songideen – und nun ist das Resultat da. Nennt sich “Downfall”, beinhaltet elf Songs, von denen drei kürzer als 2 ½ Minuten, drei kürzer als vier Minuten und nur zwei länger als sechs sind. So weit, so unkonventionell. Produziert ist die Platte stark. Druck, Klarheit und dennoch ein authentischer Sound, garniert mit würzigen Keyboards, die mal orchestral und mal Science-Fiction-discoig ausfallen, und gespielt von einer kompetenten Truppe neben exzellenten Vocals.
Musikalisch ist Progressive Metal auf dem Plan, grob gesagt eine Mischung aus frühen HAKEN mit weniger Humor und 90er-SYMPHONY X, Tendenz zu letzterem. Und siehe da: Der Mix in Kombination mit dem eigenen Stil der Band funktioniert bestens. Bereits “Arrival” startet als treibend-knackiger Track, hält dem Hörer sein mangelndes Taktverständnis vor die Nase und lädt anschließend zum feierlichen Schunkeln ein. “Point Of No Return” zeigt namentlich wie harmonisch HAKEN-Parallelen, mit interessanten Melodien und präsenten Orchesterkeyboards. Die werden auf “Sanctuary” gegen besagte Discospacesynths ausgetauscht, was ebenso gut kommt. “Downfall” ist ab Sekunde 1 auf Gänsehaut aus, was vom starken Refrain auf die Spitze getrieben wird und “Innocence Lost” ist eine emotionale und recht keyboardlastige, dabei jedoch gut knallende Ballade.
Mit “Farewell”, “Ascension” und “Close To Heaven” finden sich dann noch drei kurze Intermezzi auf “Downfall”, alle eher ruhig und melancholisch und bestehend aus Vocals, cleanen Gitarren und/oder Keyboards. Und dann sind da natürlich noch die beiden langen Tracks “The Aftermath” und “The End Of Time”, die verstärkt auf Prog-Elemente setzen, das spielerische und kompositorische Können der Band verdeutlichen und insgesamt sehr vielseitig und smart ausfallen.
Auch die Albumstruktur gefällt. “Downfall” ist hörbar ein zusammenhängendes Werk und die einzelnen Songs wirken richtig an ihrem Platz. Auch die Taktspielereien sind nachvollziehbar, wirken seltenst aufgesetzt. Kritikpunkt ist lediglich das Songwriting an einigen Stellen. Die betreffenden Melodielines beziehen ihre Unkonventionalität bei gleichzeitiger versuchter Eingängigkeit durch smoothe Tonartwechsel, was in sich sehr harmonisch klingt, allerdings diese Melodien auch ein bisschen willkürlich gestaltet. Da ist man eben noch nicht ganz auf dem Niveau der Großen angelangt, aber egal. Etabliertere Prog-Metal-Bands wie SEVENTH WONDER stellt man bereits jetzt melodietechnisch locker in den Schatten und ein anständiger Teil der musikalisch top dargebotenen Melodien bietet keinerlei Grund zum Meckern!

Anspieltipps:
“Downfall”, “The Aftermath”, “Darkest Hour” und “The End Of Time”

Fazit:
8,5 oder 9 Punkte? Naja, tendenziell eher 9, und weil es das Debutalbum von ARK ASCENT ist, sind wir mal nicht so. Die Einflüsse mögen hörbar sein, sind aber hervorragend umgesetzt in einem stimmigen Album, das man als Fan klassischen und keyboard-angereicherten Progressive Metals mit modernem Touch auf jeden Fall mal gehört haben sollte!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Arrival
02. Point of No Return
03. Sanctuary
04. Darkest Hour
05. Farewell
06. Downfall
07. Ascension
08. Innocence Lost
09. The Aftermath
10. Closer to Heaven
11. The End of Time

Jannis

AERODYNE – Damnation

Band: Aerodyne
Album: Damnation
Spielzeit: 46:10 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: ROAR! Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.facebook.com/aerodyneofficial

Bei einigen Bands sitzt man am Ende des neuen Albums vor seinen Notizen und dem leeren Rezensionsdokument und weiß einfach nicht, was man schreiben soll außer “Joah, ist halt Heavy Metal”. Bei AERODYNE aus Schweden, die mit “Damnation” ihr zweites, von Andy LaRocque (Juhu, geil) gemixtes und gemastertes Album in den Startlöchern haben, ist das irgendwie auch so, mit der Ergänzung “und ziemlich geil!” dabei und ohne den negativen Beigeschmack. Also formulieren wir das mal aus zu einer Halb-Kurzrezension. Zum Drumrum: Das Cover hat Nippel und der Sound ist erwartungsgemäß gut, die Band um Sänger Marcus Heinonen klingt aufeinander eingespielt und Marcus selbst hat eine starke Stimme, die von sparsam und wirkungsvoll eingesetzten Backing Vocals unterstützt wird.
Musikalisch ist die Platte Heavy Metal und recht klassisch/retro, aber auf eine sehr ungezwungene Weise, als habe man den Stil zufällig entwickelt bei dem Versuch, das zu machen, worauf man Bock hat. Das ist authentisch und gut, einigermaßen 80er und grob gesagt eine Mischung aus JUDAS PRIEST, BLACK SABBATH und MOTÖRHEAD, plus X.
Die Songs an sich, meist so um die vier bis fünf Minuten lang, sind meist eher simpel gestrickt, das jedoch auf eine effektive Art. Das ganze mal schnell treibend, wie beim eher rockigen “Murder In The Rye” oder beim nett-uninnovativen “Kill Or Be Killed” mit seinem Drei-Ton-Chorus, mal im stonerigen Midtempo (“March Davai”) oder atmosphärisch und leicht ACCEPTig beim sehr gelungenen Titeltrack. Ein bisschen vielseitiger und noch melodieorientierter wird es bei “The Nihilist” und “Kick It Down” ist einfacher JUDAS-PRIEST-Metal, aber eben Laune machend.
Wo es zeitweise ein wenig an musikalischem Tiefgang fehlt, macht das der Stil der Band wieder wett. Und im Endeffekt habe ich gar keine wirklichen Kritikpunkte an “Damnation”. Es ist halt ein Album voller 8/10-Songs, wobei das Songwriting eher gen 7/10, der generelle Stil der Band dafür aber gen 9/10 tendiert.

Anspieltipps:
“March Davai”, “Damnation” und ”The Nihilist”

Fazit:
„Damnation“ wird wohl kein Klassiker, aber es macht nicht nur beim ersten Hördurchgang einfach Spaß. Nicht innovativ oder außergewöhnlich klug geschrieben, aber mit Liebe zum Genre gemacht, stilistisch hochgradig angenehm und in Ermangelung besserer Beschreibungsmöglichkeiten: einfach ziemlich guter Heavy Metal!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hellsiah
02. Out For Blood
03. Kick It Down
04. March Davai
05. Murder In The Rye
06. Under The Black Veil
07. Damnation
08. Kill Or Be Killed
09. The Nihilist
10. Love Eternal

Jannis

DRAGONFORCE – Extreme Power Metal

Band: Dragonforce
Album: Extreme Power Metal
Spielzeit: 53:00 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: earMUSIC
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.dragonforce.com

An die Leser, die auf den Link zur Rezension vom neuen DRAGONFORCE-Album geklickt haben, weil sie doch echt mal gerne wissen würden wie es so ist: Es ist ziemlich genau so wie die letzten Alben der Band und ich hoffe, Ihr schämt Euch ein bisschen, das nicht vorausgesehen zu haben. Jap, die Jungs aus London, die einst durchaus irgendwie revolutionär den “neuen” Power Metal auf ein neues Geschwindigkeits- und Abgedrehtheitslevel wuchteten, sind wieder da und die Grundkomponenten sind nach wie vor die selben. Hochgeschwindigkeit über weite Teile des Albums, fröhliches Geshredde, ausufernde Soli, Nintendo- und andere digitale Synths, all das in gewohnt guter Produktion. Die Vocals von Marc Hudson bieten weiterhin keinen Anlass zur Kritik und die Band sitzt erwartungsgemäß on point.
Dazu kommen die normalen fröhlichen Melodien, die sich, so muss man sagen, seit Alben immer gleich anhören. Somit kann man jemandem, der die Band noch nie gehört hat, das Album als Einstieg durchaus ans Herz legen, vielleicht aber besser “Ultra Beatdown” oder “Maximum Overload”, die beide mit einigen melodisch interessanten Tracks aufwarten. Kenner der Band werden auf “Extreme Power Metal” jedoch nahezu nichts zu Ohren bekommen, was sie nicht schon dutzende Male gehört haben. Klar, ein paar nicht zu 100% DRAGONFORCige Aspekte lassen sich schon finden. Das vergleichsweise rockige “Heart Demolition” mit seinem herrlich kaputten Synthesizer, “Remembrance Day”, der Dudelsack-Gänsehaut-Track, dessen Text endgültig zu weit geht, und “Strangers”, das vergleichsweise AOR-lastig ausfällt und damit einer der unkonventionellsten Tracks auf “Extreme Power Metal” ist. Doch insgesamt werden eben über 53 Minuten die ewig selben Melodiewendungen im selben Klangoutfit routiniert runtergedudelt, mal eher Dur-, mal eher moll-lastig, und stets mit gefühlt 10 Minuten Kompositionszeit pro Song (bei “Razorblade Meltdown” entschieden weniger, das Ding ist im Refrain praktisch “Mirror Mirror”). Natürlich klingt das an sich gut und sorgt für ein paar spaßige Tracks – schließlich ist diese Art von Metal genau das Metier, in dem keiner DRAGONFORCE das Wasser reichen kann. Aber die Luft ist leider irgendwie raus, die kreativen Ideen, die sich auf vorangehenden Alben noch immer wieder fanden, sind auf ein Minimum zurückgefahren. Ach ja, und es gibt ein “My Heart Will Go On”-Cover. Ratet mal, wie das so klingt.

Anspieltipps:
“Strangers”, “Remembrance Day”, “Heart Demolition” und “In A Skyforged Dream”

Fazit:
Auf musikalischer Ebene geht’s fix nach vorne. Auf kompositorischer Ebene ist nur leider kompletter Stillstand. So ist “Extreme Power Metal” leider eins der Alben, die über kurz oder lang wohl eher einen staubigen Stammplatz im CD-Regal finden werden. Es gibt halt doch genug andere DRAGONFORCE-Alben, auf denen genau diese Musik mit wesentlich mehr Liebe und vor allem mit wesentlich höherem Anspruch an sich selbst gemacht wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Highway To Oblivion
02. Cosmic Power Of The Infinite Shred Mashine
03. The Last Dragonborn
04. Heart Demolition
05. Troopers Of The Stars
06. Razorblade Meltdown
07. Strangers
08. In A Skyforged Dream
09. Remembrance Day
10. My Heart Will Go On

Jannis

STARBORN – Savage Peace (Kurzrezension)

Band: Starborn
Album: Savage Peace
Spielzeit: 52:56 min
Stilrichtung: Heavy Metal/Speed Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.facebook.com/starbornmetal

STARBORN – eine weitere oldschool klingende Heavy-Metal-Band, die in den letzten zehn Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Nun ist mit “Savage Peace” das zweite Album der Kollegen aus Newcastle auf dem Markt gelandet. Der Sound ist ordentlich roh, weiß Gott nicht auf der Höhe der Zeit, aber zum gewählten Genre passend. Ebenso die Stimme von Bruce Turnbull, die amtliche Speed-Metal-Vibes transportiert.
Die acht Tracks auf “Savage Peace” arbeiten generell mit einem Wechselspiel aus langsamen, Midtempo- und Uptempo-Parts. Die längeren unter ihnen (so zum Beispiel den Opener “Existence Under Oath”) hätte man etwas kürzen können, sie wirken doch ab und an künstlich gestreckt. Ansonsten ist man durchaus ambitioniert unterwegs: “Inked In Blood” kommt ein bisschen okkult und vergleichsweise melodieorientiert rüber, “Beneath An Iron Sky” punktet mit seinen Backing Choirs, die in ihrer Geräuschhaftigkeit ihre Melodieline eher erahnbar gestalten und bei “Darkness Divine” wird’s auch mal ordentlich dissonant. All dies wird leider nicht allzu selten davon überschattet, dass sich STARBORN hinsichtlich des Songwritings nicht gerne aus dem Fenster lehnen. Die Melodien an sich sind okayer Standard, gehen rein wie raus, und arbeiten damit gegen die ansonsten echt schönen Songstrukturen. Ein nettes Album für Fans authentisch klingender Oldschool-Kost, aber man hat ein wenig das Gefühl, dass hier doch Potenzial verschenkt wurde. Aber vielleicht hat man das beim zweiten Album auch einfach noch nicht gefunden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Existence Under Oath
02. Unwelcome
03. Beneath An Iron Sky
04. I Am The Clay
05. Lunar Labyrinth
06. Darkness Divine
07. Inked In Blood
08. Savage Peace

Jannis

EXCALION – Emotions

Band: Excalion
Album: Emotions
Spielzeit: 54:26 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.excalion.com

Falls das hier irgendwer mit Kontakt zur Band liest und übersetzen kann: Es gibt in Deutschland ein Genre, das nennt sich ‚Schlager‘ und Ihr, EXCALION, solltet überlegen, in das Business einzusteigen. Mit “Sunshine Path”, insbesondere mit den Keyboards im Refrain, habt Ihr einen erstklassigen Beitrag zu diesem Genre geschaffen und könntet Euch einer großen Fangemeinde in Deutschland sicher sein.
Jap, EXCALION sind zurück mit ihrem fünften Album “Emotions”, mit hervorragendem Sound, vielen passend eingesetzten Keyboards, einem großartigen Sänger (Marcus Lang, mit kleinem Kreis über dem zweiten a) und ihrer gewohnt eingängigen Interpretation finnischen Power Metals. Soweit alles beim Alten, wäre da seit dem letzten Album “Dream Alive” nicht noch einmal leicht an der Songwriting-Schraube gedreht worden. Klar, die Platte atmet gewohnt STRATOVARIUS, das wird keinen Kenner der Band überraschen, und man kann die beiden Truppen in Sachen Instrumentierung und Songstrukturen (die berüchtigte erste Hälfte der ersten Strophe, in der die Gitarre noch Pause hat, Ihr wisst Bescheid) durchaus vergleichen.
EXCALION schaffen jedoch den Absprung vom Status der STRATOVARIUS-Wannabe-Band durch ihre Melodien, die ihnen nicht nur einen charakteristischen und unverwechselbaren Stil verleihen sondern zudem auch noch eingängig und abseits des 08/15-Gedröges sind.
War es auf dem letzten Album der Überknaller “Divergent Falling”, der den Hörer unvermittelt auf Qualitäts-Power-Metal einstellte, so ist es dieses Mal “Trust”. Synthintro, ruhige erste Strophenhälfte (ne?), geiler Prechorus und der Refrain ist ein exorbitanter Ohrwurm, der den Bock auf “Emotions” akut in die Höhe zu treiben weiß. Mit “Sunshine Path” folgt dann oben erwähnter Schlagertrack, ähnliches Ohrwurmniveau, bevor es bei “Lost Control” für Power-Metal-Verhältnisse erstmals ziemlich böse wird, inklusive E-Orgel und den für finnische bösere Tracks obligatorischen Glöckchen-Synths. Ähnlich böse wird es nochmal mit “Nightmariner”. Der Name ist cool, das Keyboardriff ist cool, die Strophe und der Refrain sind auch cool, ebenso der Mittelteil – wie das Riff auch dank seines schönen Chromatik-Einsatzes. Nur der plötzliche fröhliche Prechorus verwirrt ein wenig, lässt sich aber aushalten. Mit “Solitude” und “I Left My Heart At Home” haben wir dann noch zwei balladigere Tracks dabei, von denen ersterer mit heftigem Feuerzeugschwenk-Refrain punktet und letzterer auch okay ist. Und zum Abschluss (Den fixen Bonustrack “Deep Water” nicht eingerechnet, der sehr nach SYMPHONY X zu “V”-Zeiten klingt und einen Kauf der Limited Edition absolut rechtfertigt) wird mit “Callsigns” noch ein Achtminüter geboten, abermals mit Ohrwurmrefrain, tollem Mittelteil und ordentlich groovender Midtempostrophe. Bei diesem Hitmassaker lässt sich auch verkraften, dass “The Golden Horde” und “I Left My Heart At Home” etwas belangloser ausfallen.

Anspieltipps:
“Trust”, “Nightmariner” und “Callsigns”. Ach komm, und “Sunshine Path”.

Fazit:
Es ist doch immer ein gutes Zeichen, wenn eine Band beim fünften Album immer noch Qualitätsoutput liefert, ohne in Selbstkopiererei zu vertanden. Und “Emotions” klingt frisch, professionell zusammengebaut und höchst liebevoll komponiert. Meiner subjektiven Meinung nach das beste Album der Jungs bislang und jedem Freund keyboardigen Power Metals wärmstens ans Herz zu legen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Trust
02. Sunshine Path
03. Lost Control
04. Solitude
05. Nightmariner
06. The Golden Horde
07. I Left My Heart At Home
08. The Mercy Racers
09. Callsigns
10. Deep Water (Bonus Track)

Jannis

STEVE GRIMMETT’S GRIM REAPER

Band: Steve Grimmett’s Grim Reaper
Album: At The Gates
Spielzeit: 50:45 min
Stilrichtung: NWoBHM
Plattenfirma: Dissonance Productions
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.grimreaperofficial.co.uk

Ich hatte ja kurz überlegt, für diese Rezension einfach die parallel erscheinende MYSTERY-BLUE-Rezension zu nehmen und minimal abzuändern, da es schon dicke Überschneidungen gibt. Aber seien wir mal nicht so und formulieren hier konkret auf STEVE GRIMMETT’S GRIM REAPER. Die haben bereits 1983 ihr Debutalbum rausgebracht und kommen nun mit ihrem inzwischen vierten Longplayer um die Ecke. Steve Grimmett steht nach wie vor vor dem Mic und gibt dem Sound der Band mit seiner rauen und leicht bemüht klingenden Stimme einen gewissen eigenen Touch. Auch ansonsten stimmt die Produktion. Alles kommt gut durch, Druck ist vorhanden, organisch klingt’s trotzdem – so gehört sich das für so ein Album.
Musikalisch pendelt man irgendwo zwischen roherem und lieberem NWoBHM-M. Dass nicht das komplette Album so vergleichsweise böse und rau ist, wie der klassisch-einfache Opener “At The Gates”, wird erstmals von VENOM angedeutet, das die konsonanten Backing Vocals mit ins Spiel bringt und an dessen Prechorus eigentlich jeder AVANTASIA-Refrain anschließen könnte (Ja, der Gedanke ist krank, ich weiß). Spätestens ab Track 5 (“A Knock At The Door”) traut man sich dann offensichtlich zuzugeben, dass man eigentlich auch schönere Hard-Rock-Melodien mag und ohrenschmeichelnde Backing Vocals der Marke PRAYING MANTIS auch ganz okay sind, womit die Platte in ihrem Verlauf gefühlt etwas softer wird, allerdings keineswegs im problematischen Sinne – beide Seiten haben GRIM REAPER gut drauf. Ansonsten noch ein Kompliment für Gitarrist Ian Nash, der einer von denen ist, die aus jeder noch so einfachen Ein-Grundton-Strophe mit ihrem leichthändig-kreativen On-Point-Spiel noch was Interessantes machen.
Und sonst? Nun, an Kritik gibt es abermals ein paar Entscheidungen, die subjektiv betrachtet nicht ganz so glücklich waren (Man kann das Wort “Sleep” nicht so lang ziehen wie in “Only When I Sleep”, ohne dass es unangenehm wird und den Chorus von “Venom” hätte man auch nicht gefühlt 17mal im Track unterbringen müssen), ansonsten etwas viel Midtempo.
Natürlich ist zudem auch der Innovationsfaktor gleich null, was soll man sonst von einer bereits seit Ewigkeiten existierenden NwoBHM-Band erwarten. Hier stehen und fallen die Punkte mit dem Gesamteindruck, wie das Genre an sich umgesetzt wird. Es wird durchaus gut umgesetzt, leider etwas zu routiniert. Melodien oder Parts, die sich aufgrund sonstiger Faktoren absetzen, sind auf “At The Gates” nicht besonders häufig, was die Platte eher zum lauten Begleiter bei Auto/Radfahrten macht, zu einem sehr geeigneten, muss man an dieser Stelle dazusagen. In seiner Routiniertheit ist “At The Gates” ein Album voller gut gemachter, handgefertigter 7,5/10-Tracks, wobei die Kompositionsleistung eher gen 6,5-7/10, die Umsetzungsleistung dafür gen 8-8,5/10 tendiert.

Anspieltipps:
“At The Gates”, “The Hand That Rocks The Cradle”, “Rush” und “Shadow In The Dark”

Fazit:
Als Fan authentischer NWoBHM-Mucke macht man mit “At The Gates” auf keinen Fall was falsch, wenn man sich einfach in vertrauten Strukturen, Formeln und Klängen einrollen möchte. Ein bisschen roh, ein bisschen hard-rockig, gut gespielt und durchschnittlich komponiert. Nichts für die Dauerrotation aber zum einmal bewusst und dann dreißigmal nebenbei hören absolut geeignet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. At The Gates
02. Venom
03. What Lies Beneath
04. The Hand That Rocks The Candle
05. A Knock At The Door
06. Rush
07. Only When I Sleep
08. Line Them Up
09. Breakneck Speed
10. Under The Hammer
11. Shadow In The Dark

Jannis

MYSTERY BLUE – 8Red

Band: Mystery Blue
Album: 8Red
Spielzeit: 50:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.mysteryblue.com

Und mal wieder was Neues aus der Rubrik “Bands, die es bereits seit Anfang der 80er gibt und die inzwischen ihr achtes Album veröffentlicht haben, ohne dass ich jemals irgendwas von ihnen gehört hätte”: Von MYSTERY BLUE ist die Rede, die unter der Führung von Sängerin Nathalie Geyer eigenen Angaben zufolge True Original Heavy Metal hailing from Strasbourg, France machen.
Zuerst einmal ein paar Worte der Erleichterung: “8Red” (dieser Name, klingt nach Retro-SMS-Abkürzung) ist nicht true im Sinne von Swords und Glory, eher im musikalischen Sinne klassischer Heavy Metal mit Texten, die heavy bis leicht thrashig zu verorten sind. Nathalie hat mit Symphonic-Metal-Vocals wenig zu tun, ihre Stimme ist je nach Track minimal androgyn, vergleichbar mit dem Gesang von HELL, oder aber die Art von Stimme, die man aufgrund fehlender politisch korrekter Begriffe wohl als “Frauengesang mit Eiern” bezeichnen muss. Ihren Job macht sie dabei sehr gut, stimmlich top zum Rest der Musik passend. Ein paar mehr Backing Vocals wären allerdings von Zeit zu Zeit schön gewesen, gerade wenn in den Refrains die offensiveren Harmonien ausgepackt werden.
Produziert ist das Ganze korrekt, etwas höhenlastig aber ordentlich knallend. Die zehn Songs auf “8Red” sind tendenziell im Midtempo gehalten, bei Tracks wie “Final Fight” oder “Vikings Of Modern Times” wird’s aber auch mal was schneller.
Und die musikalische Qualität der Songs: Nun, von True Heavy Metal erwartet man generell keine Innovation (die hier in Form kleiner elektronischer und stimmig eingesetzter Samples tatsächlich in Ansätzen gegeben ist), also geht es eher um die Umsetzung der Genrevorgaben, und da finden sich Plus- wie Kritikpunkte. Pluspunkte: Die Franzosen wissen, wie man Metal macht. Die Riffs sitzen, die Strophen sind in ihrer (im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres nicht zu exzessiven) Simpelkeit doch sehr effektiv, verleiten unweigerlich zum Mitnicken und sind in ihrer Gesamtheit einfach kompakter, gut gemachter Heavy Metal der alten Schule, bei dessen Komposition man sich durchaus Gedanken gemacht hat. Gut gespielt ist das auch, gut gesungen ebenso. Kritikpunkte: Die dezent eingesetzten Orchestralkeyboards sind zum Teil massiv unauthentisch und auch nicht allzu ausgearbeitet. Dazu kommen Qualitätsschwankungen innerhalb der Refrains. Während der leicht epische von “Earth Without Humans” genau wie der Rest des Tracks hochgradig gelungen ist, gleichermaßen der 1A-Heavy-Metal-Ohrwurm-Chorus von “Vikings Of Modern Times”, fragt man sich bei denen von “Legions Of Metal” und “Beast Within”, ob da nicht irgendwas danebengegangen ist.
Jap, über einige seltsame Parts muss man hinwegsehen, über einige Stellen, in denen die Keyboards offensichtlich preiswert sind oder die Backing Vocals in ihrer Abwesenheit doch leicht melancholisch stimmen, auch. Und bahnbrechendes Songwriting darf man auch nicht unbedingt erwarten, obgleich dieses für True-Heavy-Metal-Verhältnisse doch schon ziemlich smart ausgefallen ist. Spaß macht “8Red” nichtsdestotrotz. Das ist handgemachter sympathischer Heavy Metal von einer Band, die gerade in Strophen, Riffs und Mittelteilen ihr Handwerk absolut versteht.

Anspieltipps:
“Vikings Of Modern Times”, “Hatred” und “Earth Without Humans”

Fazit:
Ein paar schwächere Parts ausgenommen ist MYSTERY BLUE’s “8Red” ohne Zweifel eine gelungene Platte für all jene, die Überproduktion, Keyboardoverload und Pop-Melodien satt haben, aber eben auch keine Lust auf den ganz primitiven Zwei-Akkord-Heavy-Metal. True auf die gute Weise, streckenweise ordentlich angepisst und ansteckend.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hatred
02. One Shot
03. Killing Innocence
04. Throwaway Society
05. Vikings Of Modern Times
06. Final Fight
07. Legions Of Metal
08. Beast Within
09. Earth Without Humans
10. Introspection

Jannis