ANTONELLO GILIBERTO – The Strategy Of Chaos

Band: Antonello Giliberto
Album: The Strategy Of Chaos
Spielzeit: 56:24 min
Stilrichtung: Epic Symphonic Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung:
Homepage: www.antonellogiliberto.jimdo.com

AnNTONELLO GILLIBERTO – Der Gitarrist aus Sizilien war mir bislang unbekannt, aber was im Postfach landet wird eben mal gehört. Keine schlechte Entscheidung. Das dritte Album “The Strategy Of Chaos” ist zwar schon eine Weile lang draußen, aber das steht einer Rezension ja nicht im Wege, gerade weil ich das Gefühl habe, in Deutschland kennt den Jung praktisch niemand und das ist eigentlich schade, denn “The Strategy Of Chaos” ist insgesamt ein echt schönes Stück neoklassischer orchestraler Instrumental Metal, wenn man denn die obligatorischen lateinischen Chöre nicht mit einrechnet.
Die Produktion ist schonmal saftig. Was man ankreiden könnte ist die Tatsache, dass man den großflächig eingesetzten Orchestralkeyboards doch durchaus öfters mal anhört, dass sie eben aus der Dose sind, wenn auch bei weitem nicht aus irgendeinem X-beliebigen Entertainer-Keyboard. Es fällt eben auf, ist aber nicht wirklich problematisch.
Zum Stil: Mit seinen Kollegen Dino Fiorenza am Bass und Dalvo Grasso an den Drums macht Antonello modernen neoklassischen Power Metal, mit viel Gefrickel, schnellen dudeligen Doublebass-Passagen mit Cembalo (Kein neoklassisches Album ohne fixe Cembali), dicken Filmsoundtrack-Orchestern und ordentlich YNGWIE-Inspiration, aber auch moderner komponierten Abschnitten. Dazu kommen balladige Parts wie der Anfang von “Beata Beatrix The Beautiful Vision” und das verträumte “Forgotten Mists”, noch das Kitschig-Schmalzigste am ganzen Album und erfreulicherweise nicht besonders kitschig-schmalzig. Und dazu wiederum kommt eine ordentliche und sehr dominante Portion Härte und Düsterkeit. Die langsameren Midtempo-Parts sind dabei genauso heavy geworden, wie die schnell dreschenden, die knallenden Gitarren tragen ebenso wie die durchdringend bratenden Hörner und die treibenden Streichersynths ihren Teil dazu bei. Und Antonello liefert mit seinem Gitarrenspiel die schwarze Glasur für den Kuchen. Mag man am Anfang des Albums noch ein wenig skeptisch sein, weil gerade beim Opener einige Parts zu finden sind, bei denen er nicht komplett im Takt ist, erledigt sich diese Skepsis schon bei Track 2, denn ab diesem Zeitpunkt fallen solche kleineren Ungenauigkeiten (mir zumindest) praktisch nicht mehr auf. Antonello erweist sich als ein Meister verschiedener Stile, der das typische High-Speed-Pseudo-Bach-Gedudel ebenso lässig durchzieht wie bösere progressivere Passagen oder eskalative Soli (so bei “Iron Shadows On The Moon”).
Die Komposition bleibt natürlich ein wenig hinter den Leistungen seiner großen alten Vorbilder (Bach, Mozart, Vivaldi, Beethoven etc.) zurück, gerne verlässt sich Antonello auf eine Akkordfolge, die dann zumindest 50% des Songs bestimmt, aber das ist okay, solange die darauf komponierten Motive eine gewisse Eingenständigkeit haben. Und das haben sie doch zumindest häufig, man höre an dieser Stelle beispielsweise in das absolut geile “Wrath Of The Northmen” oder den lohnenden Bonustrack “Odissea Veneziana” rein. Und an den weniger spektakulär komponierten Stellen überzeugt “The Strategy Of Chaos” immer noch als episch-orchestrales Mittel zur Erzeugung von Gänsehaut.

Anspieltipps:
Generell eher die zweite Albumhälfte, die gegenüber der ersten nochmal ordentlich einen draufsetzt, “Iron Shadows On The Moon”, “The Strategy Of Chaos”, “Wrath Of The Northmen” und “Odissea Veneziana”

Fazit:
Ein Soloalbum, eine knappe Stunde lang, das kann anstrengend werden. Wenn man eine solche Platte dennoch als kurzweilig bezeichnen kann, muss der Künstler eine Menge richtig gemacht haben. Das ist bei Antonello der Fall. Symphonisch, düster, fett, beeindruckend gespielt, vielseitig und häufig stark komponiert. Wer mächtigen Filmsoundtracks und starkem Gitarrenspiel was abgewinnen kann, sollte mit „The Strategy Of Chaos“ eine ziemliche Vollbedienung in den Händen halten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Strategy Of Chaos
02. Threat And Redemption
03. Before The Battle
04. Beata Beatrix The Beautiful Vision
05. Artemisia’s Revenge
06. The Depths Of My Soul
07. Wrath Of The Northmen
08. Iron Shadows In The Moon
09. Forgotten Mists
10. Secrets From The Past
11. Alone In The Empty Space
12. Odissea Veneziana (Bonus Track)

Jannis

VISIONATICA – Enigma Fire

Band: Visionatica
Album: Enigma Fire
Spielzeit: 38:39 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 12.07.2019
Homepage: www.visionatica.de

Starker Symphonic Metal aus Deutschland das haben sich seit ihrem Debütalbum „Force of Luna“ 2016 auch VISIONATICA auf die Fahnen geschrieben! Angeführt von der stimmgewaltigen Sängerin Tamara Amedov brachten man damals ordentlich frischen Wind ins Genre und punktete auf ganzer Linie bei den Genrefans.
Lohn dafür war ein Plattendeal mit Frontier Records, worüber nun das zweite Album „Enigma Fire“ in den Startlöchern steht.
Die Band ist personell komplett unverändert und ruht sich nicht auf den bisherigen Lorbeeren aus, sondern legt musikalisch wie auch songwrtingmäßig auf dem neuen Album noch eine Schippe drauf!
Dies stellen wir direkt mit dem ersten richtigen Track „The Pharao“ fest, nachdem man das einleitende instrumentale Intro „Amari Sudbina Kali“ hinter sich hat. Symphonisch, verspielt aber dennoch genau auf den Punkt und absolut melodisch! Das sind die Glanzpunkte der Nummer, die sofort überzeugen kann.
Mit „Fear“ im Anschluss macht man ebenfalls nicht viel verkehrt, aber die absoluten Oberkracher folgen dann mit „Roxana, The Great“ und „Dance of Fire“. Hier stimmt einfach die Mischung aus Symphonic und Melodic zu 110 % und Fans dieser Stilrichtungen werden aus dem Jubeln nicht mehr herauskommen!
Mit dem anschließenden „To the Fallen Roma“ geht es dann wieder etwas mehr in die epische Ecke, was der Band aber auch absolut perfekt zu Gesicht steht.
„Incomplete“ ist dann die Ballade der Scheibe auf der natürlich Sängerin Tamara absolut glänzen kann. Die Nummer lädt wunderbar zum dahin träumen und abschweifen ein.
Leider, muss man bei der kurzen Spielzeit sagen, ist man nun schon bei den letzten beiden Songs angekommen. „Secrets of the Ancestors“ ist wieder Symphonic Metal pur und das abschließende „Rise from the Ashes” ist eine Power Ballade erster Güte geworden.
So wird ein überzeugendes zweites Album zielsicher und erstklassig abgeschlossen!

Anspieltipps:

„The Pharao“, „Roxana, The Great”, “Dance of Fire”, “Incomplete” und “Rise from the Ashes”.

Fazit :

Im Vergleich zum Debütalbum kommt das neue Werk quasi einen Quantensprung gleich! Das Ganze wirkt sehr kompakt und wie aus einem Guss. Schlechte Tracks gibt es hier nicht zu vermelden und man hat die ein oder andere Symphonic Metalperle im Gepäck.
Die Produktion ist ebenfalls sehr ordentlich und stimmig.
Einzig die doch sehr magere Spielzeit mag den Eindruck trüben und es fehlt vielleicht DIE absolute Übernummer!
Aber ansonsten kann das neue VISIONATICA Album jedem Genrefan als Kaufempfehlung mit auf den Weg gegeben werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Amari Sudbina Kali (Intro)
02. The Pharao
03. Fear
04. Roxana, The Great
05. Dance of Fire
06. To the Fallen Roma
07. Incomplete
08. Secrets of the Ancestors
09. Rise from the Ashes

Julian

TIMO TOLKKI’S AVALON – Return To Eden

Band: Timo Tolkki’s Avalon
Album: Return To Eden
Spielzeit: 54:14 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 14.06.2019
Homepage: www.facebook.com/Timo-Tolkkis-Avalon-2469383586618000

Timo Tolkki muss man an dieser Stelle wohl niemandem vorstellen. Der Gitarrist von STRATOVARIUS und talentierte Produzent ist einer von denen, an denen man als Power-Metaller kaum vorbeikommt, in letzter Zeit auch aufgrund seines neuen Projekts TIMO TOLKKI’S AVALON. Dessen dritte Platte “Return To Eden” hat inzwischen das Licht der Öffentlichkeit erblickt und bietet neben amtlichen 55 Minuten Laufzeit und Professionalität in Sachen Produktion und Spiel auch ein ziemlich amtliches LineUp. Nicht nur die großartige Ex-THE-GATHERING-Frontfrau Anneke Van Giersbergen ist mit dabei, auch Todd Michael Hall von RIOT V, Mariangela Demurtas von TRISTANIA, Zak Stevens (Ex-SAVATAGE) und Ex-ELEGY-Sänger Eduard Hovinga. Und die Instrumentalfraktion besteht bis auf Keyboarder Antonio Agate aus SECRET-SPHERE-Mitgliedern. Die Grundvoraussetzungen für ein starkes Album sind also gegeben.
Musikalisch ist man in recht traditionell aber liebevoll komponiertem symphonischen Power Metal unterwegs, den man gekonnt mit moderneren Keyboardelementen angespicet hat. Weder die orchestralen noch die moderneren Synths wirken dabei aufdringlich oder unpassend, sind im Gegenteil geschmackvoll, wenngleich ziemlich üppig, eingesetzt. Natürlich auch mal in Form von Cembalo-Sounds, schließlich bezeichnet man das Ding als Metal Opera und das klingt nach klassischer Musik und erfordert den Einsatz des für klassische Musik verwendeten Instruments, das, genau wie das pseudo-BACHige Neoklassik-Highspeed-Gedudel am Anfang des ersten richtigen Tracks “Promises” mit Oper genau genommen wenig zu tun hat. Aber sei’s drum, der Track macht akut Bock auf den Rest des Albums, mit äußerst gelungenem Chorus. Bei “Return To Eden” wird es etwas folkiger, mit Doodlesack, einer coolen Klavierspur hinter der Strophe und Todd, Zak und Mariangela in sehr guter Form.
Anneke darf auf “Hear My Call” und “We Are The Ones” ran, die beide verhältnismäßig poppig und Disco-synthesiziger ausfallen (vergleichbar ein wenig mit THE DARK ELEMENT), dabei aber auch gut Spaß machen und erfreulich unbelanglos sind. “Miles Away” leidet eigentlich nur an seinem lahmen Refrain (und der ist auch nicht dramatisch schwach), ist aber ansonsten ein starker hard-rockiger Midtempo-Track mit vielen guten Ideen, und “Godsent” ist der Balladenpathos, den so ein Album halt anscheinend immer haben muss.
Dann gibt es mit “Limits” noch einen Track, der sich stilistisch ein wenig mehr im Heavy Metal zu bedienen versucht, daraus resultierend aber nicht ganz harmonisch wirkt, ein paar weitere gute aber weniger herausragende Power-Metal-Tracks und zu guter Letzt mit “Guiding Star” einen durchgängig unterhaltsamen und ordentlich verteilenden Endsong, nice gesungen von Mariangela.
Schöne Platte insgesamt. An schwächeren Stellen immer noch mindestens guter Durchschnitt, an stärkeren auch mal ordentlich darüber.

Anspieltipps:
“Promises”, “Guiding Star”, “We Are The Ones” und “Miles Away”

Fazit:
Ich bin eigentlich nicht unbedingt der Freund von dem, was man allgemein als Symphonic Power Metal kennt, aber “Return To Eden” funktioniert sehr gut für mich. Hochprofessionell mit für das Genre erstaunlich wenig Kitsch, mit einer Top Vocal-Auswahl, smartem Synth-Einsatz und einem sehr anständigen Anteil an geilen Kompositionen. Gebt dem ruhig mal ’ne Chance!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Enlighten
02. Promises
03. Return To Eden
04. Hear My Call
05. Now And Forever
06. Miles Away
07. Limits
08. We Are The Ones
09. Godsend
10. Give Me Hope
11. Wasted Dreams
12. Guiding Star

Jannis

MOONLIGHT HAZE – De Rerum Natura

Band: Moonlight Haze
Album: De Rerum Natura
Spielzeit: 50:31 min
Stilrichtung: Power Symphonic Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 21.06.2019
Homepage: www.facebook.com/Moonlighthazeband

Die italienische Power Symphonic Metalband MOONLIGHT HAZE gründete sich aus ehemaligen Mitgliedern von TEMPERANCE, ELVENKING und SOUND STORM erst 2018 und warten ein Jahr später nun mit ihrem Debütalbum „De Rerum Natura“ auf.
Auf diesem möchte man dem geneigten Fan mit einer Mischung aus Power, Melodic und Symphonic Metal begeistern der von der stimmgewaltigen Frontfrau Chiara Tricarico und deren männlichen Mitmusikern uns nun näher gebracht wird!
Der Opener „To the Moon and Back“ legt auf jeden Fall schon mal ordentlich bombastisch und symphonisch los.
Ausgestattet mit einem prächtigen Ohrwurmchorus bahnt sich die Nummer relativ schnell ihren Weg in die Gehörgänge und bleibt dort lange haften, so gefällt uns das doch direkt mal! : )
Das flotte „Ad Astra“ landet dann ebenfalls direkt auf unserer Hitliste wie auch das folgende „Odi Et Arno“ welches zwar etwas Anlauf benötigt aber dann im Chorus um so mehr zündet!
Und um das Quartett zur vervollständigen landet dann auch melodische „The Butterfly Effect“ auf der schon angesprochenen Liste.
Was die Jungs und das Mädel hier an Songwritinggespür bei den ersten paar Songs an den Tag legen ist wirklich aller erste Sahne! Bin sehr gespannt wie es weitergeht und ob man das starke Niveau halten kann!
Nun ja nicht ganz würde ich sagen…“Dark Corners of Myself“ geht zwar auch, nach etwas Anlaufschwierigkeiten, in eine ähnlich starke Richtung und „A Restless Mind“ ist noch ein waschechter Hit, aber ansonsten schafft man es leider nicht an die absolute Sahnevorstellung der ersten Hälfte anzuknüpfen.
Ein bisschen geht einem also die Puste aus, aufgrund der ersten Knallerhälfte ist das Debüt der Band insgesamt aber noch absolut im grünen Bereich!

Anspieltipps:

„To the Moon and Back“, „Ad Astra“, „Odi Et Arno“, „The Butterfly Effect“ und „A Restless Mind“.

Fazit :

Für Symphonic Metal Freaks stellt die Band MOONLIGHT HAZE auf jeden Fall mal etwas frischen Wind im Genres dar und mit dem Erwerb des Debüts macht man auf jeden Fall nicht so viel falsch!
Zwar schafft es die Band, wie schon gesagt, nicht ganz das erstklassige Niveau des Beginns bis zum Schluss zu halten, aber ansonsten muss man festhalten ist dieses Debüts eine der besseren Symphonic Metalscheiben der letzten Zeit!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. To the Moon and Back
02. Ad Astra
03. Odi Et Amo
04. The Butterfly Effect
05. Time
06. Dark Corners of Myself
07. A Restless Mind
08. Deceiver
09. A Shelter from the Storm
10. Goddess

Julian

NIGHTQUEEN – Seduction

Band: Nightqueen
Album: Seduction
Spielzeit: 58:49 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 07.06.2019
Homepage: www.facebook.com/Nightqueenmetal

Das letzte Lebenszeichen und die Geschichte der Band NIGHTQUEEN haben wir ja beim letzten Album (https://www.rock-garage.com/nightqueen-revolution/) schon ausgiebig besprochen. Nach diesem Album wurde die Band von Bandgründer Rex Zeco ordentlich umgebaut denn außer ihm ist keiner der alten Mitglieder mehr an Bord! D.h. auch die Frontfrau Keely Larreina ist raus, an ihrer Stelle tritt Hellen Heart die, das lassen die Vorabhörproben erahnen, eine kraftvolle Powerstimme besitzt auf die man sich nur freuen kann!
Mit dem deutschen Label El Puerto Records hat man auch einen neuen Releasepartner an seiner Seite und so blickt die Band wohl in eine goldige Zukunft!
Wie goldig sie ist und ob man nach wie vor dem bisherigen Symphonic Power Metal frönt, finden wir nun gemeinsam heraus.
Als Opener dient das atmosphärische Intro „Power Infusion“ bevor es dann mit „Energy“ zum ersten Mal richtig zur Sache geht. Und wie! Pfeilschnell und mit ordentlich Pfeffer im Hintern geht die Nummer nach vorne und die gesamte Band wirkt als hätte sie nur darauf gewartet endlich wieder loszulegen! Die neue Frontfrau Hellen hat auch ordentlich Dampf in der Stimme was sie hier mehrmals unter Beweis stellt!
Nach diesem kraftvollen und rasanten Beginn muss man sich erstmal erholen und das kann man wunderbar mit der anschließenden Videosingle „Seduce Me“ welche absolut eingängig ist. Hier ist besonders Keyboarder Gio Zuccari hervorzuheben der extrem geile Backing Vocals beisteuert.
Beim anschließenden „Wall of Sorrow“ wird aber wieder etwas mehr Gas gegeben was aber nicht zu Lasten der Eingängigkeit geht, die ist wie bislang auch erstklassig.
Im Mittelteil der Scheibe finden wir dann etwas Standarmetalkost so das wir uns mehr auf die anschließenden Hits konzentrieren können!
Zu dieser Kategorie gehören dann nämlich ganz klar alle Tracks die sich im letzten Drittel der Scheibe verbergen. „Name of the Gods“, „In Flames“ „Return to Wonderland“ sowie die abschließende Neueinspielung von „Nightfall“ vom Debütalbum sind aller erste Sahne und sollten jedem Fan der Band direkt zusagen!
Hier ist man wieder wunderbar songdienlich unterwegs und ist trotzdem absolut schwermetallisch.

Anspieltipps:

„Seduce Me“, „Walls of Sorrow“, „In Flames“, „Return to Wonderland“ und „Nightfall“.

Fazit :

Endlich mag man sagen! Endlich sind NIGHTQUEEN wieder bei der Qualität des erstklassigen Debüts angekommen. Das Vorgängeralbum war zwar auch nicht von schlechten Eltern, aber irgendwie hat mir da das gewisse Etwas gefehlt! Das hat wohl auch die Band erkannt, wurde ja so auch beschrieben, und man hat an den richtigen Stellschrauben gedreht.
Wer auf female fronted Symphonic Power Metal steht ist hier goldrichtig und kann bedenkenlos zuschlagen! Ein geile Scheibe die nur den einen Makel des etwas schwächeren Mittelteils hat.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Power Infusion (Intro)
02. Energy
03. Seduce Me
04. Wall of Sorrow
05. Fuel the Fire
06. Nightmares
07. Silence and Tears
08. Termination
09. Name of the Gods
10. In Flames
11. Return to Wonderland
12. Nightfall

Julian

SILVER BULLET – Mooncult

Band: Silver Bullet
Album: Mooncult
Spielzeit: 55:38 min
Stilrichtung: Symphonic Heavy Metal
Plattenfirma: Reaper Entertainment Europe
Veröffentlichung: 29.03.2019
Homepage: www.silverbulletofficial.com

Ohne einzelnen Vertretern des Symphonic Power Metals zu nahe treten zu wollen: Es gibt in diesem Genre einen dermaßenen Overkill an Bands, die alle soweit professionell klingen und dabei auch alle mehr oder weniger gleich. Brauchen wir wirklich noch eine weitere Band, die diese Art von Metal spielt? Ganz sachlich betrachtet: kommt drauf an. Schmalz, Keyboardstreicherteppiche und hymnisch-fröhlich-episch-leidenschaftliche Melodien ohne größeren Tiefgang sind soweit ausreichend vertreten. Allerdings verstehen SILVER BULLET unter “Symphonic Power Metal” ein bisschen was anderes. Das zweite Album der Truppe um Ex-DREAMTALE-Sänger Nils Nordling und Ex-Turisas-Bassist Hannes Horma gibt dem Genre nämlich etwas, was ihm zumeist fehlt: böse Härte. Ihr neuer Release “Mooncult” ist absolut melodieorientiert, scheut sich allerdings nicht davor, seine Melodien mit oft ordentlich aggressivem Geknüppel zu verbinden, das dank der gelungenen Produktion auch überzeugend heavy ausfällt. Neben dem schweißtreibenden Spiel der Instrumentalfraktion sind es vor allem die unglaublich wandelbare Stimme von Nils, die in ihren Facetten und auch dank der Backing-Vocals-Arrangements einen leichten Musical-Touch ins Game bringt, und die Orchestral-Arrangements, die den Braten fett machen. Letztere haben mit dem Standard-Sinfonieorchester-Sound der Heimkeyboards vieler Bands so gar nichts zu tun. Durchdringende Blechbläser treffen auf dicke Streicherparts und das mit einer derartig unkitschig-düsteren Wucht, dass es eine wahre Freude ist. Dazu eine Hexen-Konzeptstory und das Ergebnis ist ungeheuer spaßiger und atmosphärischer Hollywood-düster-Popcorn-Grusel, gefühlt komponiert von GRAVE DIGGER (Die Parallelen zwischen “Burn The Witch” und “Season Of The Witch” sind unüberhörbar), KING DIAMOND (Textlich das “The Eye”-Album und musikalisch gerade hinsichtlich des vielseitigen Vocal-Einsatzes) und FLESHGOD APOCALYPSE (dieses Orchester…) und dann einmal von TURISAS und DREAMTALE durch den Filmsoundtrack-Power-Metal-Wolf gedreht. Klingt das nach Entertainment? Ja, meine Freunde, danach klingt es. Melodisch-symphonisches Gekloppe vom Feinsten mit Musical-Grusel-Atmosphäre, die sich schon beim Intro einstellt. Track 2 zeigt dann erstmal, wo der Hammer hängt, zieht kompromisslos voran und führt bereits in die Chor- und Orchester-Verwendung ein. Mit “Forever Lost” wird’s im Anschluss ein wenig DREAMTALEig-poppiger, dafür mit “Maiden, Mother And Crone” trocken-gemeiner.
Ist die erste Hälfte des Albums schon beachtlich, geht es ab Track 6 so richtig steil. Das Orchester brät, die Band gibt alles und Nils muss wohl nach diesem Album nie wieder eine Bewerbung als Sänger abgeben. Man kann nicht anders als “Mooncult” als wahres Feuerwerk an geil arrangierten Parts zu betrachten. Auch nach mehrfachem Hören verschwimmen einige Tracks noch ein wenig für mich, aber Eingängigkeit steht bei ihnen auch nicht im Vordergrund, der Fokus liegt eher auf der Grundstimmung und den einzelnen Parts für sich, die in ihrer Zusammensetzung ein absolut schlüssiges Ganzes ergeben. Danke SILVER BULLET. Sowas war nochmal nötig.

Anspieltipps:
“Burn The Witch”, “The Chalice And The Blade”, “Forever Lost” und “She Holds The Greatest Promise”

Fazit:
Härte trifft auf Melodie trifft auf einen starken Sänger trifft auf tolle Orchestral-Arrangements trifft auf Atmosphäre. “Mooncult” klingt, als hätte Tim Burton einen Film mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle gedreht und seien wir ehrlich – wer würde sich den nicht anschauen wollen? Dickes Lob an die fünf Herren, ich prophezeie einen heftigen Bekanntheitspush spätestens beim Release des dritten Albums!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. 1590 Edinburgh
02. She Holds The Greatest Promise
03. Forever Lost
04. Maiden, Mother And Crone
05. Light The Lanterns (Scavengers Of Death)
06. The Witches Hammer
07. The Chalice And The Blade
08. Burn The Witch
09. Purgatorius Ignis
10. Eternity In Shadows
11. Battle Of Shadows
12. Lady Of Lies

Jannis

IMPERIA – Flames of Eternity

Band: Imperia
Album: Flames of Eternity
Spielzeit: 58.58 min
Stilrichtung: Symphonyc/Gothic Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.imperiaband.com

Imperia / Flames of Eternity – Internationaler Gothic–Vierer besticht opulent
„Flames of Eternity“ von IMPERIA ist eine Symphonic Metal Veröffentlichung aus dem Hause Massacre Records. Dieses Genre ist im Label nicht so häufig vertreten und in speziell diesem Fall sollten wir für die Ausnahme dankbar sein. Der gerne als „Femal-fronted“ bezeichnete Output bietet alles, was Fans der Stilrichtung zufriedenstellen sollte.
Der multinationale Vierer besteht seit nunmehr 15 Jahren in unverändertem Line Up und dieses gewachsene Spielverständnis hört man dem fünften Album der Band auch an.
Die häufig sehr getragenen und meist eingängigen Nummern auf „Flames of Eternity“ bestechen durch ausgereifte Ausarbeitung und der sehr prägnanten Stimme von Sängerin Helena Iren Michaelsen. Darüber hinaus schafft es der gut produzierte Sound,den Jacob Hansen gemischt hat, die Nummer ordentlich druckvoll rüber kommen zu lassen.
Der ordentlich stampfende Einstieg mit einer der besseren Nummern „The Scarred Soul“ zeigt direkt, dass IMPERIA sich im Midtempo am wohlsten fühlen, sich aber auch nicht scheuen, das Tempo innerhalb der Songs mal zu drosseln oder anzuziehen,
„Book of Love“ erinnert entfernt etwas an „The Last Unicorn“, wobei man dem ganzen Album eine nicht zu leugnende Affinität zum Musical bescheinigen muss, denn auch das folgende, sehr starke „Invisible Tears“ bedient sich sehr stark den mythischen teils operesken Elementen.
Flötenspiel am Anfang von „Otherside“ und Violine in seinem Mittelteil sind einige von zahlreichen Spielereien, die auf dem Album immer mal wieder aufgenommen werden, um den einzelnen Songs Wiedererkennungswert zu verleihen, bevor sie dann im genreüblichen breiten Streicher Sound übergehen.
Schon ziemlich im Folk Bereich angesiedelt, ist das ruhig gehaltene „Beauty Within“, welches darüber hinaus durch schönen Duettgesang punktet.
Kräftiger kommt das sechsminütige „My Guardin Angel“ daher, fette Streicher wetteifern mit Bratgitarre, bevor dann mit den beiden Balladen „A Crying Heart“, und der „Mother“ Pianoversion am Ende doch etwas zu schnulzig aufgetragen wird.
Songwriting, und das hört man über nah zu alle 12 Songs verteilt, ist eine Disziplin, in der sich IMPERIA zu Hause fühlen, aber natürlich gibt es auch hier mit „Unspoken Words ‚und „Blinded‘ Ausnahmen, die die Regel bestätigen.
Stellt sich eigentlich nur die Frage, warum IMPERIA neben dem Gitarristen Jan Yrlund, der sich nebenbei für die Covergestaltung verantwortlich zeigt, keinen festen Keyboarder ins Lineup holt? Gut beschäftigt wäre er allemal.
Fazit: Die Scheibe besticht durch sehr ausgewogene Instrumentierung, schöne Keyboards im gelungenen Wechsel mit ordentlichen Gitarren und klasse Gesang.lassen eine starke Gothic Metal Produktion entstehen, die man nur empfehlen kann.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Scarred Soul
02. Fear Is An Illusion
03. Unspoken Words
04. Book Of Love
05. Blinded
06. Invisible Tears
07. Otherside
08. Beauty Within
09. My Guardian Angel
10. The Ocean
11. A Crying Heart
12. Mother (Piano Version)

Link zu “Fear is an Illusion” :

Rüdiger König

AVANTASIA – Neues Video

Zu ihrem aktuellen Album „Moonglow“ gibt es nun mit dem Lyric-Clip zu „Starlight“ einen neuen Track von AVANTASIA.

Mit dem am 15. Februar veröffentlichten Album „Moonglow“ sind Tobias Sammet und seine Mitstreiter auf den ersten Platz der deutschen Albumcharts gesprungen.

Tobias Sammet dazu:

„Es ist schön zu sehen, dass mir das mit einem Sound gelungen ist, für den es in der gleichförmigen Mainstream-Welt nach Meinung einiger Experten eigentlich gar keinen Platz gibt. Und das Allerschönste ist: Die Platte gefällt den Fans rund um den Globus, und wir können jetzt mit Rückenwind auf Welttournee gehen und eine Menge Spaß haben!“

Herzlichen Glückwunsch!

 

 

RHAPSODY OF FIRE – The Eighth Mountain

Band: Rhapsody of Fire
Album: The Eighth Mountain
Spielzeit: 64:36 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.rhapsodyoffire.com

Das italienische Symphonic Metal Flagschiff RHAPSODY OF FIRE ist endlich wieder etwas zu Ruhe gekommen! Nach X Besetzungswechseln scheint sich nun seit dem letzten Album „Legendary Years“ alles wieder etwas beruhigt zu haben.
Angeführt von Gründer und Mastermind Alex Starpoli (Keyboard) und Neusänger Giacomo Voli hat man ein neues Album mit dem Namen „The Eighth Mountain“ am Start welches stilistisch wieder an die sehr erfolgreichen Anfangstage der Band anknüpfen soll.
Alben wie „Legendary Tales“ oder „Symphony of Enchanted Lands“ aus den 90igern sind Klassiker des Metals und diese bildeten nun die Blaupause für den neuen Diskus.
Es wird auch hier der Startschuss für eine neue musikalische Saga gelegt und in alter Tradition gibt es wieder eine Zusammenarbeit mit einem Orchester und auch Alt Sprecher Christopher Lee (R.I.P) hat hier noch einen Auftritt.
Für den Endmix zeichnete sich erneut Seeb Levermann verantwortlich, der ja schon auf dem letzten Album hervorragende Arbeit abgeliefert hatte.
So, genug der schnöden Infos, lassen wir nun in Form des Albumopeners „Abyss of Pain“ das erst mal die Musik sprechen. Wie fast immer bei der Band haben wir es hier mit einem Cinematic Intro zu tun was ein bisschen in die Geschichte einleiten soll. Direkt im Anschluss haben wir das kraftvolle „Seven Heroic Deeds“ wo der Härtegrad ganz schön in die Höhe geschraubt wird! Die Nummer ist ganz okay, aber noch nicht der ganz große Wurf.
Das ändert sich dann beim anschließenden „Master of Peace“. Hier werden sich Fans der Band direkt wohl fühlen und auch sonst ist alles im absolut grünen Bereich inklusive dem tollen Ohrwurmchorus.
Auch mit den folgenden „Rain of Fury“, „White Wizzard“ und der gefühlvollen Ballade „Warrior Heart“ greift man absolut ins oberste Symphonic Metalregal und kann den Hörer direkt begeistern und in seinen Bann ziehen! Die Band hat sich spätestens hier ganz klar wieder ihren alten Stärken zu gewendet.
Der nächste absolute Überhit ist dann das überlange „March against the Tyrant“ der gekonnt die Brücke in den letzten Abschnitt der Scheibe schlägt.
Und da uns auch hier keine großen Ausfälle begegnen, kann man insgesamt definitiv von einem gelungen, neuen RHAPSODY OF FIRE Output sprechen.
Die absoluten Glanzpunkt im letzten Drittel sind mit Sicherheit das gefühvolle „The Wind The Raind and the Moon“ sowie das abschließende überlange und mit Sprecher Christopher Lee`s aufgepeppte „Tales of a Hero`s Fate“.

Anspieltipps:

„Master of Peace“, „White Wizzard“, „Warrior Heart”, “March against the Tyrant” und “Tales of a Hero`s Fate”.

Fazit :

Wie schon angesprochen besinnt sich die Band auf dem neuen Album auf ihre starken Anfangstage und auch das beruhigte Personal Karussell tut dem Sound der Band definitiv gut!
Als Fan bekommt man hier ein wahres und reines RHAPSODY OF FIRE Album ohne viele Spielereien und in dieser Verfassung sind die Jungs definitiv wieder auf den Weg in die Top 3 des Genres.
Absolute Kaufempfehlung für die angesprochene Fangemeinde.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Abyss of Pain
02. Seven Heroic Deeds
03. Master of Peace
04. Rain of Fury
05. White Wizard
06. Warrior Heart
07. The Courage to Forgive
08. March against the Tyrant
09. Clash of Times
10. The Legend Goes On
11. The Wind, The Rain and the Moon
12. Tales of a Hero`s Fate

Julian

AVANTASIA – Moonglow

Band: Avantasia
Album: Moonglow
Spielzeit: 66:43 min
Stilrichtung: Power Metal / Symphonic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 15.02.2019
Homepage: www.avantasia.net

Tobias Sammet’s AVANTASIA…. Ein Begriff, der schon seit einigen Jahren die symphonische Metalwelt prägt. Ein Mann mit einer Vision (Tobias Sammet), der unzählige Meister ihres Fachs um sich versammelt (Jorn Lande, Geoff Tate, Ronny Atkins,… usvm.) um Musik zu machen, die sich weder in eine Schublade noch in eine Form pressen lässt.
Und was Tobi jetzt mit AVANTASIA und „Moonglow“ auf die Beine gestellt hat, sucht einfach seinesgleichen. Die Poesie in den einzelnen Stücken, die kompositorischen Feinheiten und die perfekte Auswahl der Gastmusiker sorgen dafür, dass das 8. Studioalbum DAS Album des Jahres werden könnte.
Ich gebe zu, beim ersten Reinhören (anspielen der Titel für ca. 15 Sekunden) dachte ich noch, oioioioioi, da hat er jetzt aber etwas übertrieben. Aber nach dem ersten kompletten Durchgang hat es mich einfach umgehauen. Jeder Song ein einzelnes kleines Meisterwerk ergeben sie gesamthaft das beste AVANTASIA-Album überhaupt.
Inhaltlich geht es um ein Wesen, dass in eine Welt gelassen wurde, in der es sich nicht zurechtfindet, nicht es selbst ist und sich dort einfach überfordert fühlt. Es fühlt sich zur Dunkelheit hingezogen und öffnet dort ein Tor in eine Welt, aus der es die benötigte Kraft für die andere Welt zieht. Das Album handelt vom Anderssein, vom Druck, die Erwartungen erfüllen zu müssen und dem Fliehen in eine andere Welt.
Das Spannende dabei ist, dass jeder Song eine eigene Geschichte erzählt und keine kontinuierliche Geschichte ist, in der jeder Handlungsstrang im Detail erzählt wird.
„Moonglow“ ist wohl eines der ausgeschmücktesten und detailverliebtesten Alben im AVANTASIA-Universum überhaupt. Keltische Elemente, große Chöre, Thrash-Elemente, atmosphärische Parts. Die ultimative Spielwiese des Tobias Sammet. Und was dabei herausgekommen, sucht einfach seinesgleichen. Schon der Opener „Ghost In The Moon“ haut einen um. Tobi Sammet singt den immerhin fast 10 Minuten dauernden Longtrack komplett alleine und er kann es einfach. Erinnerungen an „Mystery Of A Blood Red Rose“ werden wach, auch weil der Titel des letzten AVANTASIA-Albums „Ghostlights“ hier mit einer Zeile gewürdigt wird. Viel Kitsch, viel pompöses Tamtam, Gospelchöre sind zum ersten Mal zu hören. Aber alles so stimmig und so wunderbar verpackt, dass es einfach nur schön und grandios ist.
Mit „Book Of Shallows“ folgt dann der härteste Track des Albums. Gemeinsam mit Tobi Sammet sind hier die Wiederholungstäter Jorn Lande, Ronny Atkins (PRETTY MAIDS) und Geoff Tate (ex-QUEENSRYCHE) sowie die Neu-Avantisten Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN) und erstaunlicherweise Mille Petrozza (KREATOR) zu hören. Klingt nach einer merkwürdigen Mische, aber Milles Thrash-Part verpasst dem Song das passende Thrash-Feuerwerk zur richtigen Zeit. Perfekt.
Sehr ruhig und sanft wird es danach mit „Moonglow“, einem sehr emotionalen mit Pianoklängen untermalten Duett zwischen Tobi und einer bezaubernden Candice Night (BLACKMORE´S NIGHT).
Mit „The Raven Child“ folgt die erste Singleauskopplung von „Moonglow“. Ein mutiger Schritt, ist der Song doch stolze 11 Minuten lang und eigentlich nicht radiotauglich. Aber es ist DAS Highlight des Albums und hat absolutes Hitpotenzial. Getragen wird das progressiv anmutende Stück von den unglaublich starken Hansi Kürsch und Jorn Lande. Gerade der Anfang und der starke Refrain sind einem Hansi Kürsch wie auf den Leib geschnitten und die gesanglichen Qualitäten Jorn Landes brauchen wir im Zusammenhang mit AVANTASIA gar nicht mehr explizit zu erwähnen.
Die beiden nachfolgenden Tracks „Starlight“ und „Invincible“ haben es nach diesem Hammersong sehr schwer zu bestehen, aber auch diese beiden Tracks fallen in der Qualität nicht ab. Während „Starlight“ sich langsam zu einem Ohrwurm entwickelt, besticht das balladeske „Invincible“ durch die charakteristische Stimme von Geoff Tate und erinnert an alte AVANTASIA-Zeiten.
Mit „Alchemy“ folgt ein weiteres Melodic Metal-Epos, während „The Piper At The Gates Of Dawn“ mit der größten Anzahl an Gastmusiker aufwartet. Atkins, Lande, Eric Martin (MR. BIG), Bob Catley (MAGNUM) und Geoff Tate geben sich hier die musikalische Klinke in die Hand.
Während das ruhigere „Lavender“ nicht zuletzt durch Bob Catley einen MAGNUM-mäßigen Anstrich bekommt, besticht „Requiem For A Dream“ durch die einprägsame Stimme von Michael Kiske (Helloween). Dieser Power-Metallische Song bildet auch den Abschluss von „Moonglow“, es folgt lediglich noch ein Cover von „Maniac“ (ja genau, der Song zu „Flashdance“) mit Eric Martin. Hier scheint Tobi Sammet seine Liebe zu den 80igern überkommen zu haben, aber immerhin das beste Cover dieses Songs überhaupt.
Und dann noch dieses megageil passende Coverartwork von Alexander Jansson, seines Zeichens Kinderbuchillustrator. Ich habe selten ein Cover gesehen, dass so gut den Inhalt des Albums widerspiegelt wie dieses leicht düstere an Tim Burton erinnerende Bild.

Zum Abschluss bleibt mir dann auch nicht mehr viel zu sagen. Außer, dass mir die Superlativen ausgehen und ich hiermit das erste 10er Review in meiner Zeit als Redakteur der Rockgarage abgebe. Ich finde einfach keinen Fehler in dem Album. Die Songs sind perfekt, die Melodien harmonieren so derart, dass ich zwischen Gänsehaut und Pipi in den Augen schwanke und die Auswahl der Gastmusiker passt dieses Mal so einzigartig gut zu den einzelnen Songs, dass ich noch nicht mal 0,5 Fan-Punkte abziehen kann. Ich freue mich jetzt schon wie eine Katze – die zum ersten Mal einen geschmückten Weihnachtsbaum sieht – darauf, Tobias Sammet’s AVANTASIA wieder live zu sehen.
Vor dieser Leistung muss jeder seinen Hut ziehen, ob man die Art von Musik mag oder nicht. Chapeau, Herr Sammet, einfach nur geil gemacht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ghost In The Moon
02. Book Of Shallows
03. Moonglow
04. The Raven Child
05. Starlight
06. Invincible
07. Alchemy
08. The Piper At The Gates Of Dawn
09. Lavender
10. Requiem For A Dream
11. Maniac

Tänski