AUTUMN BRIDE – Undying

Band: Autumn Bride
Album: Undying
Spielzeit: 45:07 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Stamping Ground Rec
Veröffentlichung: 30.04.2021
Homepage: www.facebook.com/AutumnBrideBand

2016 eigentlich als Nebenprojekt gegründet bringen die deutschen Symphonic Metal Newcomer AUTUMN BRIDE nun ihr Debütalbum „Undying“ unter das dürstene Metalvolk.
Genretypisch steht hinter dem Mirko eine Frau, Sängerin Suzy die auch bei einer IRON MAIDEN Tribute Band aktiv ist, dies alleine ist ja schon Grund genug mal genauer rein zuhören, und auch der Rest der Band sind keine Unbekannte im Metalkosmos und sind in unterschiedlichen Thrash und Death Metalbands aktiv.
Ihre Version des Symphonic Metals wurde von so Größen wie PARADISE LOST, EVANESCENCE oder THE GATHERING beeinflusst was man bei der Debüt Single „Guardian Angels“, die schon 2019 erschien, direkt hören konnte.
Nun horchen wir aber mal in alle Songs des Debüts rein.
Angefangen beim Opener „The Path“. Und hier merkt man schnell das die angesprochenen Bandvergleiche ziemlich gut passen!
Eingängig und symphonisch geht es hier zur Sache ohne, dass es zu „trällerhaft“ wird!
Sängerin Suzy hat eine sehr angenehme Gesangsstimme die hier vielleicht noch etwas zu sanft rüberkommt, aber so ist der Song halt, sanft aber dennoch überzeugend.
Groovend und ebenfalls direkt sehr eingängig geht es dann beim anschließenden „Fear Devotion“ zur Sache. Vollkommen zu Recht wurde der Song als Videosingle ausgewählt!
Schnell weiter zum Titeltrack „Moonlit Waters“ der ebenfalls diesen Status zu Recht hat.
Beide kommen also direkt auf unsere Hitliste. Na so kann es doch weitergehen, oder?!
Joa, ganz kommen die nächsten Nummern nicht an die bisherigen Hits heran, aber man ist auch sehr weit weg von irgendwelchen Ausfällen. Guter Symphonic Metal halt der ordentlich hörbar ist, ohne großartig aufzufallen.
Auffallen tut dann wieder „Guardian Angels“ welches im Chorus wunderbar eingängig ist und sich metertief in die Gehörgänge frisst. So muss das sein!
Im letzten Drittel gibt es dann wieder guten Standard Symphonic Metal zu hören wo kein Song so richtig hervorsticht.

Anspieltipps:

„The Path“, „Fear Devotion“, „Moonlit Waters” so wie “Guardian Angels”

Fazit :

Na, da haben wir doch mal mit AUTUMN BRIDE einen hoffnungsvollen und erfrischenden Newcomer im Symphonic Metalgenre der dazu noch aus Deutschland kommt!
Versehen mit einem modernen Anstrich zockt sich die Truppe rund um Frontfrau Suzy ziemlich routiniert durch die Songs und hat insgesamt ein starkes Debütalbum abgeliefert welches sich Fans des Genres auf jeden Fall mal zu Gemüte führen sollten!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Path
02. Fear Devotion
03. Moonlit Waters
04. Shadows
05. Monsters
06. Ravenqueen
07. Guardian Angels
08. Undying
09. All of the Lights
10. Forelsket

Video zu “Moonlit Waters”:

Julian

FIREWING – Resurrection

Band: Firewing
Album: Resurrection
Spielzeit: 58:21 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.04.2021
Homepage: www.facebook.com/FireWing-101056225306470

Die in den USA ansässige Symphonic Metalband FIREWING hauen dieser Tage ihr Debütalbum „Resurrection“ raus und wollen damit die Metaljünger aus aller Welt verzücken!
Die Jungs zocken Heavy Metal mit melodischer Orchestrierung was wir dann grob unter Symphonic Metal einordnen können.
Das Debüt ist, wie kann es auch anders sein bei dem Genre, ein Konzeptalbum indem es um die Dualität zwischen zwei legendären mystischen Kreaturen geht.
Ember, den Phoenix der Hoffnung und Vishap der Wyvern der Dunkelheit.
Nun gut, soviel zur ganzen Vorgeschichte, starten wir nun in das Album mit der Einleitung „Prelude: Moonlight of Despair“. Stimmungsvoll wird das Konzept hier mit eingeläutet ohne dass man hier großartig glänzen kann.
Der erste richtige Song „Obscure Minds“ fegt dann auch irgendwie nur so durch die Gehörgänge das irgendwie leider so gar nichts wirklich haften bleibt…eine etwas krude Mischung aus Symphonic, Heavy und Power Metal mit Screams und Co. Na, mal schauen was da noch kommt…
Erstmal kommt als Nächstes das Zwischenstück „Chapter I: Acheron`s Ritual“, davon werden wir leider noch Einige zu hören bekommen. Für die Geschichte und das gesamte Konzept sind solche Sachen natürlich gut, aber sie blähen halt einfach die Platte auf und täuschen den Hörer zu Beginn immer etwas.
Aber genug gemeckert, kommen wir mal zum ersten richtigen Hit, denn beim folgenden „Demons of Society“ gibt es einen schmissigen Chorus der definitiv zu gefallen weiß und auch die folgende Powerballade „Far in Time“ weiß zu gefallen!
Danach folgt wieder das nächste Zwischenstück, was irgendwie ein wenig an einen Star Wars Film erinnert, ich kann mir da nicht helfen ; )
Im Anschluss gibt es dann wieder zwei Songs, das melodische „Resurrection“ und das überlange, abwechslungsreiche „Time Machine“ welche beide ebenfalls auf ihre eigene Art zu gefallen wissen. Etwas massenkompatibler ist hier vielleicht der erstgenannte Song.
Nach dem nächsten Zwischenstück gibt es mit dem erneut überlangen „Eternity“ den nächsten Hit zu verzeichnen.
Die beiden zusammenhängenden Nummer „Tales of Ember & Vishap“ können leider nicht komplett überzeugen, genauso ergeht es dann auch dem letzten richtigen Song „The Essence of your Heart“.
Zum Abschluss folgt dann noch ein überlange, instrumentaler und cineastischer Epilogue welches auch nur etwas für Die Hard Symphonic Metalfans ist!

Anspieltipps:

„Demons of Society“, „Far in Time”, “Resurrection” und “Eternity”

Fazit :

So gut manche Songs auf dem Debütalbum der Jungs von FIREWING auch sind, insgesamt ist das Album einfach viel zu aufgebläht und irgendwie nicht wirklich massentauglich. Eher eine Durchschnittsscheibe für absolute Genreanhänger also.
Die Hard Symphonic und Konzeptalbumfans sollten auf jeden Fall ihre Freude dran haben, alle Anderen sollten auf jeden Fall vorher erst mal rein hören!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Prelude: Moonlight Of Despair
02. Obscure Minds
03. Chapter I: Acheron`s Ritual
04. Demons of Society
05. Far in Time
06. Chapter II: Temple of Helios
07. Resurrection
08. Time Machine
09. Chapter III: Transcending Souls
10. Eternity
11. Tales of Ember & Vishap: How Deep is your Heart?
12. Tales of Ember & Vishap: The Meaning of Life
13. The Essence of your Heart
14. Epilogue: Sacred Journey

Video zu “Tales of Ember & Vishap: The Meaning of Life”:

Julian

SLAVES TO FASHION – The History Of Heavy Metal

Band: Slaves To Fashion
Album: The History Of Heavy Metal
Spielzeit: 59:33 min
Stilrichtung: Omni Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 13.02.2021
Homepage: www.facebook.com/slavestofashion

Ganz selten habe ich Alben zum Rezensieren auf dem Tisch, bei denen ich auf seltsame und sehr positive Weise richtig emotional werde, weil sich beim Hören unweigerlich das Gefühl einstellt, hier hat eine kleinere, unbekannte Band nicht nur absolut unnormale Mengen an Arbeit und Herzblut investiert, sondern auch etwas verdammt Großes geschaffen. Ein Gefühl, das wohl am besten als das hundertprozentige der Band den Stolz und die positive Resonanz Gönnen beschrieben werden kann, den/die die entsprechende Band aufgrund ihres Werkes hoffentlich verspürt und erfährt. Die Eigenveröffentlichung “The History Of Heavy Metal” von SLAVES OF FASHION ist so ein Album.
Das Konzept der Platte der Norweger: Jeder Song ein anderes Untergenre, zum Teil mit mehreren Unter-Untergenres, eine metallene Wundertüte sozusagen. Das ist erstmal ambitioniert, insbesondere wenn man bedenkt, dass auch die Produktion der einzelnen Songs auf das jeweilige Genre abgestimmt wurde (was auch den einzigen kleinen Kritikpunkt mit sich bringt, dass einige wenige Song(part)s produktionstechnisch etwas schwächer als andere ausfallen und etwas anstrengender zu hören sind, beispielsweise der sehr höhenlastige True-Norwegian-Black-Metal-Part in “Expressions Of Extremity” – das beläuft sich aber auf nicht mehr als ca. sechs Minuten des Albums).
Natürlich läuft man bei einem solchen Projekt Gefahr, sich dann an Genres abzuarbeiten, das jedoch auf Kosten der Substanz der einzelnen Songs. Konzept vor Inhalt, sozusagen. Doch das passiert auf “The History Of Heavy Metal schlicht nicht. Um alle relevanten Punkte im Rahmen einer Rezension anzusprechen, hier in kurz und knapp:
– Johannes Støle ist ein großartiger und wandelbarer Sänger und wurde um diverse Gastsänger und eine Sängerin ergänzt, um ein authentisches Resultat zu gewährleisten. Die Vocals sind durchgängig auf sehr hohem Niveau, ebenso die Leistung der Instrumentalfraktion.
– Es gibt zu jedem Track ein eigenes Albumcover (!) – So viel Investition ins Booklet wird heutzutage immer seltener.
– Die Genreauswahl beschränkt sich nicht, wie man bei einer Heavy-Metal-Band erwarten könnte, auf die klassischeren Untergenres. Jesus, es gibt einen (großartigen) Nu/Emo-Metal Song (“The New Wine”), einen über 13 Minuten langen Progressive-Track (“The Evergrowing Tree”, eine wahnsinniges Tour de Force durch Prog-Metal-Subgenres), Alternative Metal (“Garden Of Chains”, auch großartig) und ganz viele andere Genres.
– Die Songs für sich sind tatsächlich einfach gute Songs, die den Spirit, den sie vermitteln wollen, absolut vermitteln und auch außerhalb des Albumkontextes wirklich Spaß machen.
– Die Kontraste zwischen den einzelnen Songs (und auch innerhalb der einzelnen Songs) sind hochgradig unterhaltsam. Der Metal ist die Grenze, aber innerhalb dieser Grenze gibt es keinerlei Einschränkungen.
– Das Songwriting ist absolut authentisch aber nichtsdestotrotz kreativ und intelligent. Sollte auch erwähnt werden.

Fazit:
Im Ernst, ich bin lange nicht mehr so gut unterhalten worden, von einem Album, das einerseits eine Liebeserklärung an das Genre ist, andererseits aber auch ein höchst ernstzunehmendes und auf skurrile Weise komplexes Gesamtkunstwerk, mit einem hörbaren Augenzwinkern und unendlicher Liebe zum Detail. Man kann “The History Of Heavy Metal“ nicht ausdrücklich genug empfehlen und die Platte wird mit absoluter Sicherheit weit oben auf der Liste meiner Lieblingsalben des Jahres landen. Trotz kleiner Kritik an Teilen des Sounds volle Punktzahl, mehr als verdient.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. MCMLXX
02. The Priest Of Maidenhead
03. Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll
04. Thrash Of The Titans
05. Expressions Of Extremity
06. Garden Of Chains
07. The Evergrowing Tree
08. The Power Of Metal
09. The Nu Wine
10. Too Close (To See Clearly)

Jannis

AVALAND – Theater of Sorcery

Band: Avaland
Album: Theater of Sorcery
Spielzeit: 63:00 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Rockshots Records
Veröffentlichung: 02.04.2021
Homepage: www.avaland-themetalopera.com

22 Jahre ist der Franzose Adrien G Gzagg erst alt. Das hindert ihn aber nicht daran seine erste vollständige Metal Oper zu schreiben und zu veröffentlichen.
Seine Band dazu heißt AVALAND und das erste Debütalbum „Theater of Sorcery“.
Auf diesem präsentiert er uns seine Konzeptstory um den jungen Zauberer Adam Wilstorm der im Land Avaland lebt.
Zusätzlich zu seiner Stammband Camille Souffron (Bass), Christophe Feutrier (Gitarre), Lucas Martinez (Gitarre) und Leo Mouchonay (Schlagzeug) hat Adrien noch allerlei bekannte Gastsänger mit an Bord.
Unter anderem haben wir hier Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR), Zak Stevens (SAVATAGE, CIRCLE II CIRCLE), Zaher Zorgati (MYRATH), Emmanuelson (RISING STEEL) oder Madie (NIGHTMARE).
Viel Prominenz also, mal schauen wie die Metal Oper so klingt und ob sie vor allem für Fans des großen Bruders AVANTASIA interessant ist.
Mit dem Opener „Theater of Sorcery” geht das Ganze los. Die Nummer wird ordentlich und stimmungsvoll eingeleitet bevor ein melodischer Midtemposong seinen Lauf nimmt indem gesanglich nur Mastermind Adrien auftritt. Der Gute hat eine angenehme Stimmfarbe und ist auch recht variabel im Gesang.
Insgesamt auf jeden Fall ein Opener nach Maß der das Konzept wunderbar eröffnet!
Der nächste Song „Gypsum Flower“ ist dann härtetechnisch eine ganz andere Nummer und wird vor allem vom Gesang von Ralf Scheepers super aufgewertet. An die Eingängigkeit des Openers kommt man aber nicht ganz ran.
Was vorher zu wenige Eingängigkeit und Melodic war ist bei „Let the Wind Blow“ wieder zu 100 % vorhanden. Eine tolle epische Nummer die 1 A ins Ohr geht!
Der Mittelteil ist dann wirklich erstklassig geraten, hier fährt die Truppe richtig zur Höchstleistung auf und ballert uns einen Hit nach dem nächsten um die Ohren. Egal ob es das groovige „Escape to Paradise“, das epische „Holy Kingdom of Fools“ oder “Neverl let me Walk Alone” ist. Alles ist hier absolut hörbar und macht einfach Laune.
Im letzten Drittel kann auf jeden Fall noch das abschließende „Rise from the Ashes“ zu überzeugen wo Zak Stevens seinen Gastauftritt hat. “I`ll be Ready for your Love” ist mir etwas zu schnulzig geraten und „War of Minds“ kann gegen die bisherigen Hits nicht bestehen.

Anspieltipps:

„Theater of Sorcery“, „Let the Wind Blow”, “Escape to Paradise”, “Holy Kingdom of Fools” und “Rise from the Ashes”

Fazit :

Na, da haben wir doch mal wirklich eine sehr positive Überraschung! AVALAND sind natürlich nicht AVANTASIA aber die Grundsätze und Basis sind auf jeden Fall schon sehr ähnlich. Man hat tolle Gastsänger am Start und der Großteil der Songs ist mehr als amtlich.
Man kann sich also definitiv auf die weiteren Scheiben von AVALAND freuen und für die Genreanhänger ist das Ganze eh eine glasklare Empfehlung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Theater of Sorcery
02. Gypsum Flower
03. Let the Wind Blow
04. Storyteller
05. Escape to Paradise
06. Holy Kingdom of Fools
07. Never let me Walk alone
08. Deja-Vu
09. I’ll be Ready for Your Love
10. War of Minds
11. Rise from the Ashes

Video zu „Rise from the Ashes”:

Julian

MAJESTICA – A Christmas Carol

Band: Majestica
Album: A Christmas Carol
Spielzeit: 41:05 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 04.12.2020
Homepage: www.facebook.com/majesticametal

MAJESTICA das Baby von Tommy Reinxeed (SABATON) gibt es ja eigentlich schon seit 2004. Damals noch unter dem Namen REINXEED, seit letztem Jahr dann umbenannt und im selben Jahr erschien das „Debütalbum“ „Above the Sky“ welches ein Fest für Power Metaller mit dem Hang zur Symphonic darstellte!
Nun kehren die Jungs schon wieder zurück, und zwar mit einem Weihnachtsalbum! Da steht uns glaube ich einiges bevor!! Denn wer Tommy Reinxeed länger verfolgt weiß das er immer 1000 % gibt und auch einen Hang zu Experimenten hat. In seiner Diskografie finden sich auch so Tribute Alben wie „Swedish Hitz Goes Metal“.
Nun widmet man sich also der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens und vertont sie zu einer Art Symphonic Power Metal Oper.
Also Achtung, wer nicht auf klebrige Keyboards, Cinematic Parts und Weihnachten steht braucht ab hier gar nicht mehr weiterzulesen!
Ach ja, mit Joel Kollberg hat man übrigens einen neuen Schlagzeuger. Dieser ersetzt Vorgänger Uli Kusch (Ex HELLOWEEN).
So, nun widmen wir uns aber dem klebrigen, zuckersüßen Metalnummern angefangen mit dem Opener „A Christmas Carol“. Ein cinematischer Track der schon voll das Weihnachtsfeeling rüberbringt. Ziel erreicht würde ich sagen!
Der erste richtige Track „A Christmas Story“ ist dann eine pfeilschnelle Mischung aus Power und ordentlichem weihnachtlichen Symphonic Metal der direkt klar macht das die gesamte Scheibe vermutlich nur was für Die Hard Fans der Band und des Themas sein wird.
Der erste Hit folgt dann mit der Videosingle „Ghost Marley“. Die Zutaten bleiben die gleichen wie zuvor, man ist hier aber wesentlich eingängiger unterwegs und erzählt eine tolle Geschichte, mit der man gut unterhalten kann!
Und Achtung es geht noch eine Spur weihnachtlicher, „Ghost of Christmas Past“ ballert aus den Boxen, ist handwerklich gut gemacht und drückt noch die letzten Bedenken weg das es hier irgendwie noch in die Richtung „normaler“ Power Metal geht. An der Qualität des Songs ändert der Weihnachtsoverflow aber nichts, die ist erstklassig!
„The Joy of Christmas“ im Anschluss ist dann eine Ballade geworden, die mit viel Pianounterstützung daherkommt und natürlich gut ins musikalische Konzept und das Thema passt.
Danach gibt es zwar nach wie vor handwerklich sehr gut gemachte Songs auf die Ohren mit knallhartem Metal hat das aber immer weniger zu tun!
Das Thema und Konzept werden knallhart weiterverfolgt, aber das Ganze ist halt einfach sehr sehr speziell.

Anspieltipps:

„Ghost Marley“, „Ghost of Christmas” und “A Christmas has Come”

Fazit :

Selten habe ich mich mit einer Bewertung so schwergetan wie hier! Wie mehrmals gesagt, handwerklich ist das alles top gemacht und für Genre und Weihnachtsfreaks ist das Ganze ein wahres Fest. Aber für den „normalen“ Metalhörer ist das alles nicht wirklich etwas!
Daher kann ich hier „leider“ nur unsere Note für Genrefanatiker vergeben! Was aber nicht an der Qualität, sondern eher am Thema gemessen ist. Für die angesprochene Zielgruppe kann man locker 3 Punkte drauf rechnen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Christmas Carol
02. A Christmas Story
03. Ghost Marley
04. Ghost of Christmas Past
05. The Joy of Christmas
06. Ghost of Christmas Present
07. Ghost of Christmas to Come
08. A Christmas has Come
09. A Majestic Christmas Theme

Video zu “Ghost Marley”:

Julian

FOREIGN – The Symphony Of The Wandering Jew Part II

Band: Foreign
Album: The Symphony Of The Wandering Jew Part II
Spielzeit: 72:52 min
Stilrichtung: Progressive-Rock/Metal-Oper
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 04.12.2020
Homepage: www.facebook.com/foreignrockoperafrance

Es ist menschlich schon nachvollziehbar: Da schleppst du dich mit deinem Kreuz den Berg zu deiner eigenen Hinrichtung hoch, fragst irgendwen am Straßenrand nach was zu trinken und kriegst leider nichts. Verhältnismäßigkeit hin oder her: Auch als Jesus verliert man in so einer Situation manchmal die Nerven und belegt den verdammten Wasser-Verweigerer dann eben mit einem Unsterblichkeitsfluch. Zweitausend Jahre später erzählt der arme Kerl seine Geschichte dann Ivan Jaquin und der denkt sich “Kann man eigentlich ganz gut in einer Rockoper verarbeiten”. Das wurde 2014 dann realisiert und 2020 geht die Geschichte weiter, überbracht von einer illustren Truppe: Leo Margarit (PAIN OF SALVATION) an den Drums, Mike LePond (SYMPHONY X) am Bass, Zak Stevens (SAVATAGE, TSO), Andy Kuntz (VANDEN PLAS), Tom Englund (EVERGREY) und Amanda Lehmann (STEVE HACKETT BAND) am Mic. Dazu ein Chor und weitere Musiker mit teils eher ungewöhnlichen Instrumenten, Keyboards, eine Produktion von Markus Teske (VANDEN PLAS, MOB RULES) und wir sind uns einig, dass wir über die interpretatorische und klangliche Qualität keine weiteren Worte mehr verlieren müssen. Daher schnell zur Musik:
“The Symphony Of The Wandering Jew Part II” ist über weite Teile eine gelungene Mischung aus Progressive Rock, Progressive Metal und Symphonic Metal. Die symphonischen Elemente sind dabei verhältnismäßig unbombastisch, was der Geschichte des Konzeptalbums aber durchaus zugute kommt, da die Musik somit (abseits der Metalkomponente) näher an der Realität des Albums liegt und es nicht zu einer Hollywooderzählung der besagten Story verkommen lässt. Die Orchesterinstrumente klingen gut, leiden nur selten unter fehlendem Hall. Und sie sind durchaus präsent, zusammen mit den anderen Metal-fremden Instrumenten. Tatsächlich schafft man es ab Track 3, dem “Bard’s Song”igen “Mariner Of All Seas”, dem Hörer über 13 Minuten ohne eine E-Gitarre, Drumset und Bass zuzumuten oder zu gewähren, das ist Ansichtssache. Musikalisch ist dies durchaus dem Storytelling zuzuschreiben, das eben nicht nur auf textlicher Ebene geschieht. Die Platte vollzieht einen Wandel, von nah-östlichen Klängen hin zu westlich-progressiverem Stil, was einen Einzug von Synthesizern und eine durchaus offensive Änderung des Stils ab “Mysteries To Come” bedeutet. In seiner Erzählweise und somit auch in seiner besten Hörweise erinnert “TSOTWJPII” an die neusten ELOY-Veröffentlichungen, auch wenn es musikalisch natürlich in eine andere Richtung geht: Das Album versucht nicht, Ohrwürmer zu produzieren, obgleich es absolut melodieorientiert ist. Als selbsternannte Rock/Metal-Oper muss es das aber auch nicht unbedingt, beschränkt sich doch auch bei normalen Opern der Ohrwurmanteil generell auf einen kleineren Teil des Gesamtwerks (außer natürlich “Carmen”). Stattdessen fließt das Ding über mehr als 70 Minuten seelen- und ohrenschmeichelnd über den entspannten Hörer hinweg, mit vertretbaren Kitschmomenten aber auch einer erstaunlichen Kurzweiligkeit, die durch vielseitige und auch in Bezug auf das Gesamte zuende gedachte Kompositionen und starke Leistung der Instrumental- und Gesangsfraktion zustande kommt. An dieser Stelle muss ich allen, die Schilderung der Erlebnisse des Wanderjuden interessant finden, übrigens den Film “The Man From Earth” empfehlen, der thematisch in eine nicht unähnliche Richtung geht und sehr großartig ist.

Fazit:
Anspieltipps lassen wir mal weg. Wer “TSOTWJPII” eine Chance geben sollte (und das sollte jeder, der Orchester, Einsatz von Instrumenten unterschiedlicher Kulturkreise, natürlichen Sound und schön geschriebene Konzeptalben mag – präsentiert von einer ziemlichen Supergroup), beginnt am Anfang und schaut, ob es zündet. Und vermutlich tut es das, denn der Release ist ziemlich genau das Richtige, um sich in dieser kalten Scheißzeit ein bisschen Wärme ins Herz spielen zu lassen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Yerushalim
02. Rise 1187
03. Mariner Of All Seas
04. Holy Lands
05. Eternity Part III
06. Running Time
07. The Fountain
08. Mysteries To Come
09. Secrets Of Art
10. Symphonic Caress
11. Eternity Part IV
12. Revolutions
13. Witness Of Changes

Jannis

ELEINE – Dancing in Hell

Band: Eleine
Album: Dancing in Hell
Spielzeit: 49:58 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Black Lodge Records
Veröffentlichung: 27.11.2020
Homepage: www.facebook.com/eleineofficial

Von den Symphonic Metallern von ELEINE hatten wir lange nichts mehr auf dem Rezitisch! Das letzte war die selbstbetitelte Debüt Scheibe. Zeit also für was Neues nämlich das dritte Album „Dancing in Hell“.
Angeführt von der stimmgewaltigen und äußerlich sehr auffallenden Sängerin Madeleine Liljestam kann man von der Band nach wie vor Symphonic Metal mit einem ordentlichen Schuss Härte und Düsternis erwarten.
Na, neugierig geworden? Gut dann legen wir doch mal direkt mit dem Opener „Enemies“ los. Hier wird direkt das Schwere und Düstere hörbar was dem geneigten Hörer direkt signalisiert wo es lang geht.
Madeleines Stimme ist dann aber der frohe Farbklecks in dem Ganzen. Nicht zu hoch und nicht zu opernhaft tönt die Dame und weiß damit absolut zu gefallen.
Die Growls die uns immer wieder zwischendurch begegnen sind songdienlich eingesetzt und keinesfalls störend.
Als Opener ist die Nummer definitiv bestens geeignet!
Viel mehr Symphonic erwartet uns dann beim anschließenden Titeltrack „Dancing in Hell“. Hier sind auch die schon angesprochenen Growls wesentlich präsenter.
Ein sehr ordentlicher und vor allem eingängiger Symphonic Hammer erwartet uns dann auch mit „Ava of Death“.
Diese Nummer wandert daher auch recht zügig auf unsere Hitliste.
Auch im Mittelteil bleibt die Qualität im sehr ordentlichen Bereich, Glanzpunkte sind hier auf jeden Fall das flotte und eingängige „As I Breathe“ und „Where your Rotting Corpse Lie“.
Im letzten Abschnitt können auf jeden Fall noch „All Shall Burn“ und „Die from Within voll glänzen.
Warum man letzteres nochmal zum Abschluss als Symphonic Version erneut gesetzt hat entzieht sich leider meiner Kenntnis. Ja der Song hat definitiv so zwei Seiten, ein neuer zusätzlicher Song wäre hier aber definitiv besser gewesen.

Anspieltipps:

„Enemies“, „Dancing in Hell“, „Ava of Death“, „All Shall Burn“ und „Die from Within“.

Fazit :

Aufgrund der doch sehr düsteren Ausrichtung heben sich ELEINE schon mal ganz klar ab vom immer gleichen fröhlichen Symphonic Metalgeträller!
Mit Fronterin Madeleine hat man eine erstklassige Sängerin in den Reihen die ihr Handwerk absolut versteht.
Insgesamt gibt es hier einige Hits zu entdecken und das Songmaterial bewegt sich überwiegend auf einem starken Niveau.
Daher gibt es hier auch starke 7 Punkte für das neue, dritte Album der Band.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Enemies
02. Dancing in Hell
03. Ava of Death
04. Crawl from the Ashes
05. As I Breathe
06. Memoriam
07. Where your Rotting Corpse Lie
08. All Shall Burn
09. Die from Within
10. The World We Knew
11. Die from Within (Symphonic Version)

Video zu “Enemies”:

Julian

ARRAYAN PATH – The Marble Gates To Apeiron

Band: Arrayan Path
Album: The Marble Gates To Apeiron
Spielzeit: 46:07 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pitch Black Records
Veröffentlichung: 27.11.2020
Homepage: www.facebook.com/arrayanpath

ARRAYAN PATH machen outputtechnisch GRAVE DIGGER noch Konkurrenz. Locker jedes Jahr ’n Album, manchmal ein Doppelalbum, und das Ganze tatsächlich auf praktisch gleichbleibend hohem Niveau. Nun, 2020 neigt sich dem Ende entgegen, Zeit für “The Marble Gates To Apeiron”, dessen Titel schonmal verdächtig nach klischeehaftestem Power Metal klingt, während die Platte erwartungsgemäß ebendies nicht ist. Schließlich ist das eins der Alleinstellungsmerkmale von ARRAYAN PATH: Power Metal machen, aber nicht so, wie Power Metal normalerweise ist. Das beginnt bei den Melodien: ARRAYAN PATH haben einen absolut eigenen Kompositionsstil. Mal sind die Melodien in ihrer Führung sehr unkonventionell, haben nichts zu tun mit den klassischen Harmoniefolgen, die einem zur verlässlichen Gänsehauterzeugung auf Alben anderer Power-Metal-Bands um die Ohren geschmeichelt werden; mal haben sie eine sehr emotionale Stimmung mit sehr individueller Melodieführung inne, mit der ihre Vorzüge jedoch nicht enden. ARRAYAN PATH legen nämlich zudem Wert auf auskomponierte Melodien, setzen selten bis nie auf eine stumpfe Wiederholung von zwei oder vier Takten, um eine Strophe oder einen Chorus zu füllen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: die Unvorhersehbarkeit. Auf anderen Alben der Jungs aus Zypern mag dies noch ein wenig ausgeprägter gewesen sein, doch auch auf “Marble Gates” findet sich kein Song, der keine Überraschungen bietet. Da folgen simpel-trockene Parts auf warm-orchestrale oder ziemlich asozial dissonante auf ein bis dahin sehr harmonielastiges Lied. Es hat beinahe den Anschein, als würden ARRAYAN PATH extra darauf achten, Sachen nicht so zu machen wie andere, klassischere Power-Metal-Bands, doch wirkt dies in keinster Weise als zwanghaft eingesetztes Mittel zur Abgrenzung, sondern in sich sehr schlüssig.
Soweit zu dem, was die Truppe immer und auch auf ihrem neusten Release macht. Auf jenem ist man in seiner Gesamtheit doch etwas schneller unterwegs, holt bei einem Großteil aller Songs das zweite Basedrum-Pedal raus, das die getragenen Melodien anzutreiben vermag. Ausfälle: nein. Dafür jede Menge hörenswerte, hintergründig unkonventionelle Höhepunkte wie das kraftvolle, stark komponierte “Virus”, das leicht sakral angehauchte “The Cardinal Order”, die erste Ohrwurm-Single “A Silent Masquerade”, “The Mask Of Sanity” mit wunderbarem Chorus…
Die Liste würde in Gänze praktisch alle Tracks umfassen, also sparen wir uns das.
Kritikpunkte? Bis auf kleine – das Orchester geht im Opener etwas unter, der kurze balladige Part bei “The Mask Of Sanity” zündet gesangstechnisch nicht so richtig – eigentlich nein. Man muss eben ein bisschen Offenheit mitbringen, um ARRAYAN PATHs Qualitäten zu erkennen. Nicht jede Power-Metal-Melodie muss auf einem dicken Grundton enden, nicht jeder Part Gänsehaut provozieren.

Fazit:
Denn letztendlich machen ARRAYAN PATH Power Metal mit Anspruch auf Individualität, mit Köpfchen und ohne Lehrbuchvorgaben. So etwas wird im Metal wohl niemals Mainstream, ist aber an sich der frische Wind, den das Genre auch mal gebrauchen kann, führt es doch zu verdammt guten Songs (und um das klarzustellen: auch verlässlich mit fetten Melodien, vollen Orchestersounds und ordentlich Emotion), die teils massives Ohrwurmpotenzial haben und in ihrem andersartigen und zugleich sehr charakteristischen Stil vielleicht einmalig sind.

Anspieltipps:
„Virus“, „The Mask Of Sanity“, „The Cardinal Order“ und „A Silent Masquerade“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Marble Gates To Apeiron
02. Metamorphosis
03. Virus
04. The Mourning Ghost
05. To Live Another Day
06. The Mask Of Sanity
07. The Cardinal Order
08. A Silent Masquerade
09. Black Sails (The Nemean Ode)

Jannis

LEAVES EYES` – The Last Viking

Band: Leaves` Eyes
Album: The Last Viking
Spielzeit: 63:56 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 23.10.2020
Homepage: www.leaveseyes.de

Zwei Jahre nach ihrem letzten Album „Sign of the Dragonhead“, welches auch der Einstand der neuen Sängerin Elina Siirala war, kehren die deutschen Symphonic Metaller von LEAVES EYES mit ihrem charismatischen Mastermind Alexander Krull wieder zurück um uns das Finale ihrer Wikingersaga zu präsentieren.
Thematisch, natürlich wie immer bestens recherchiert von der Band, geht es um die entscheidende Schlacht bei Stamford Bridge wo Norwegens König Harald III seinen Tod fand und so die Ära der Wikinger zu Ende ging.
Man kann sich wohl, wie fast immer, auf ein episches Monumetalwerk des Symphonic Metals einstellen, daher verlieren wir jetzt nicht mehr viel Zeit und starten direkt mit dem Opener „Death of a King“ welches wie immer bei der Band nur ein stimmungsvolles Intro ist welches aber die Geschichte toll einleitet.
Der erste richtige Track „Chain of the Golden Horn“ dürfte schon bekannt sein da er die Videosingle war. Flott, melodisch und auch symphonisch bahnt sich die Nummer ihren Weg in die Gehörgänge und bleibt dort direkt haften. So und nicht anders muss ein Opener sein!
Das folgende „War of Kings“ verströmt dann einen schönen erdigen Sound und überzeugt auch gerade wieder im Chorus vollkommen. Ebenfalls eine Nummer die somit direkt auf unsere Hitliste wandert.
„Black Butterfly“ mit dem Duett mit Clementine Delauney ist mir dann eine Spur zu schnulzig und symphonisch geworden und auch „Serpents and Dragons“ kann nicht komplett überzeugen.
Bei „Dark Love Empress“, welches ebenfalls vorab als Videosingle zu bestaunen war, fehlt auch irgendwie der Druck und auch die Growls von Alexander Krull werden stark vermisst muss ich sagen.
Beim darauffolgenden „Two Kings One Realm“ kommen dann sehr ungewohnte Ethno Klänge, die man so auch nicht unbedingt von der Band erwartet hätte! Ein interessanter Song der auf jeden Fall seine ganz eigene Magie hat.
Danach geht es dann aber wieder richtig schön erstklassig zur Sache denn „For Victory“, dass geil folkige „Varangians“ und auch „Serkland“ sind bärenstark geworden und begeistern auf Anhieb.
Der letzte Abschnitt ist ebenfalls sehr ordentlich geworden und hat mit „Flames in the Sky“ und dem überlangen Abschlussepos und Titeltrack „The Last Viking“ nochmal zwei Hits im Gepäck!

Anspieltipps:

„Chain of the Golden Horn“, „War of Kings“, „Varangians“, „Flames in the Sky“ und „The Last Viking“

Fazit :

Fakt ist die Musik von LEAVES EYES hat sich in den letzten Jahren verändert! Man findet viel mehr Folk und Symphonic Elemente darin und auch die andere Gesangsstimme von „Neu“ Fronterin Elina dürfte nicht allen Altfans gefallen. Wer sich aber auf die neuen Sounds und Einflüsse einlässt und vor allem noch mit dem Thema (Vikings Fans kommen hier definitiv auf ihre Kosten!) etwas anfangen kann, dem erwartet hier über 1 Stunde ein wahres Festmahl für die Ohren.
Man ist auf einem ähnlichen Niveau wie auch schon auf dem Vorgängeralbum unterwegs und daher gibt es hier auch die identische Punktzahl!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Death of a King
02. Chain of the Golden Horn
03. War of Kings
04. Black Butterfly (feat. Clementine Delauney)
05. Serpents and Dragons
06. Dark Love Empress
07. Two Kings One Realm
08. For Victory
09. Varangians
10. Serkland
11. Night of the Ravens
12. Flames in the Sky
13. Break into the Sky of Aeon
14. The Last Viking

Video zu “Chain of the Golden Horn”:

Julian

MAGNUS KARLSSON’S FREE FALL – We Are The Night

Band: Magnus Karlsson’s Free Fall
Album: We Are The Night
Spielzeit: 58:19 min
Stilrichtung: Modern Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Frontiers Records s.r.l.
Veröffentlichung: 12.06.2020
Homepage: www.facebook.com/MAGNUSKARLSSONOFFICIAL

MAGNUS KARLSSON’S FREE FALL, die Rahmeninfos: Zweites Album von Magnus Karlssons Soloprojekt, außer den von Anders Köllerfors übernommenen Drums komplett selbst eingespielt. Man kennt den Mann als eine Art Vorzeige-Metaller von Frontiers Records, involviert war/ist er unter anderem noch bei ALLEN/LANDE, KISKE/SOMMERVILLE, ALLEN/OLZON und PRIMAL FEAR.
Führt Euch “We Are The Night” zu Gemüte, wenn Ihr
-eine wahnsinnige Produktion
-58 Minuten Überwältigung
-massive Orchester
-mächtige Chöre
-ein unglaublich professionelles Songwriting
-eine gleichermaßen professionelle Umsetzung
-gleich sechs, allesamt saustarke, Sänger und eine ebenso saustarke Sängerin
-dezenten digital klingenden Synth-Einsatz
-bombastische Melodien ohne Ende
-eine ultradicke Ballade
-ein echt schönes Wohlfühl-Instrumental
-Gänsehaut überall (auch im Intimbereich und auf den Fingernägeln)
-Marching Drums
-Feuerzeugschwenk-Momente
-’ne fette Orgel
-Fanfarensynths
-Schmalzstreicher und
-mehr™
wollt. Wäre man böswillig, würde man “We Are The Night” als perfekt kalkuliert bezeichnen, ansonsten schlicht als das Werk eines Künstlers, dem Power Metal aus jeder Pore tropft und der dazu noch ein heftiges Team hinter sich hat.
Ernsthaft, die Melodien sind zumeist auf einem ebenfalls starken Level, aber bei dem Maß an “mehr von allem, und das dann besser klingend”, das FREE FALL hier erreichen, könnte das Album halt auch aus zwölfmal der Fünf-Minuten-Version von “Gangnam Style” in entsprechender Karlsson-Gestaltung bestehen können und wäre trotzdem noch brutal.
Punktabzug ausschließlich deshalb, weil die Melodiearbeit zum Teil ein wenig routiniert ist (aber auf einem absolut okayen Level) und weil nach HAMMERFALL und GRAVE DIGGER nun auch Karlsson BATTLE BEAST’s Noora Louhimo für einen Song an Bord holt und sie wieder AUSGERECHNET DIE SCHEISS-BALLADE AUF DEM ALBUM BEKOMMT. Ja, Noora ist eine Frau und so, mit Gefühlen auch, aber in Sachen aggressiver, geiler Heavy-Metal-Gesang ist sie männlicher als Karlsson selbst und eine absolute Ausnahme. Warum gibt man ihr nicht “One By One” oder so? Stattdessen verheizt man sie für ’ne Kitschballade. Jesus…

Fazit:
So, der Puls ist wieder gesunken und insgesamt ist “We Are The Night” ein Guilty Pleasure in Reinform, dass einem ab Sekunde eins “Naaa, schon Gänsehaut?” ins Gesicht schreit. Es klingt halt so gut, dass das bisschen Substanz, das an einigen Stellen fehlt, nicht besonders auffällt. Nichts für Anti-Bombasten, aber für jeden Freund orchestralen und perfekt umgesetzten Power Metals absolute Reinhörpflicht!

Anspieltipps:
“Hold Your Fire”, “All The Way To The Stars”, “Kingdom Falls” und “Temples And Towers”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hold Your Fire
02. Kingdom Falls
03. We Are The Night
04. Queen Of Fire
05. Dreams And Scars
06. All The Way To The Stars
07. One By One
08. Under The Black Star
09. Temples And Towers
10. Don’t Walk Away
11. On My Way Back To Earth
12. Far From Over

Jannis