AVANTASIA – Moonglow

Band: Avantasia
Album: Moonglow
Spielzeit: 66:43 min
Stilrichtung: Power Metal / Symphonic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 15.02.2019
Homepage: www.avantasia.net

Tobias Sammet’s AVANTASIA…. Ein Begriff, der schon seit einigen Jahren die symphonische Metalwelt prägt. Ein Mann mit einer Vision (Tobias Sammet), der unzählige Meister ihres Fachs um sich versammelt (Jorn Lande, Geoff Tate, Ronny Atkins,… usvm.) um Musik zu machen, die sich weder in eine Schublade noch in eine Form pressen lässt.
Und was Tobi jetzt mit AVANTASIA und „Moonglow“ auf die Beine gestellt hat, sucht einfach seinesgleichen. Die Poesie in den einzelnen Stücken, die kompositorischen Feinheiten und die perfekte Auswahl der Gastmusiker sorgen dafür, dass das 8. Studioalbum DAS Album des Jahres werden könnte.
Ich gebe zu, beim ersten Reinhören (anspielen der Titel für ca. 15 Sekunden) dachte ich noch, oioioioioi, da hat er jetzt aber etwas übertrieben. Aber nach dem ersten kompletten Durchgang hat es mich einfach umgehauen. Jeder Song ein einzelnes kleines Meisterwerk ergeben sie gesamthaft das beste AVANTASIA-Album überhaupt.
Inhaltlich geht es um ein Wesen, dass in eine Welt gelassen wurde, in der es sich nicht zurechtfindet, nicht es selbst ist und sich dort einfach überfordert fühlt. Es fühlt sich zur Dunkelheit hingezogen und öffnet dort ein Tor in eine Welt, aus der es die benötigte Kraft für die andere Welt zieht. Das Album handelt vom Anderssein, vom Druck, die Erwartungen erfüllen zu müssen und dem Fliehen in eine andere Welt.
Das Spannende dabei ist, dass jeder Song eine eigene Geschichte erzählt und keine kontinuierliche Geschichte ist, in der jeder Handlungsstrang im Detail erzählt wird.
„Moonglow“ ist wohl eines der ausgeschmücktesten und detailverliebtesten Alben im AVANTASIA-Universum überhaupt. Keltische Elemente, große Chöre, Thrash-Elemente, atmosphärische Parts. Die ultimative Spielwiese des Tobias Sammet. Und was dabei herausgekommen, sucht einfach seinesgleichen. Schon der Opener „Ghost In The Moon“ haut einen um. Tobi Sammet singt den immerhin fast 10 Minuten dauernden Longtrack komplett alleine und er kann es einfach. Erinnerungen an „Mystery Of A Blood Red Rose“ werden wach, auch weil der Titel des letzten AVANTASIA-Albums „Ghostlights“ hier mit einer Zeile gewürdigt wird. Viel Kitsch, viel pompöses Tamtam, Gospelchöre sind zum ersten Mal zu hören. Aber alles so stimmig und so wunderbar verpackt, dass es einfach nur schön und grandios ist.
Mit „Book Of Shallows“ folgt dann der härteste Track des Albums. Gemeinsam mit Tobi Sammet sind hier die Wiederholungstäter Jorn Lande, Ronny Atkins (PRETTY MAIDS) und Geoff Tate (ex-QUEENSRYCHE) sowie die Neu-Avantisten Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN) und erstaunlicherweise Mille Petrozza (KREATOR) zu hören. Klingt nach einer merkwürdigen Mische, aber Milles Thrash-Part verpasst dem Song das passende Thrash-Feuerwerk zur richtigen Zeit. Perfekt.
Sehr ruhig und sanft wird es danach mit „Moonglow“, einem sehr emotionalen mit Pianoklängen untermalten Duett zwischen Tobi und einer bezaubernden Candice Night (BLACKMORE´S NIGHT).
Mit „The Raven Child“ folgt die erste Singleauskopplung von „Moonglow“. Ein mutiger Schritt, ist der Song doch stolze 11 Minuten lang und eigentlich nicht radiotauglich. Aber es ist DAS Highlight des Albums und hat absolutes Hitpotenzial. Getragen wird das progressiv anmutende Stück von den unglaublich starken Hansi Kürsch und Jorn Lande. Gerade der Anfang und der starke Refrain sind einem Hansi Kürsch wie auf den Leib geschnitten und die gesanglichen Qualitäten Jorn Landes brauchen wir im Zusammenhang mit AVANTASIA gar nicht mehr explizit zu erwähnen.
Die beiden nachfolgenden Tracks „Starlight“ und „Invincible“ haben es nach diesem Hammersong sehr schwer zu bestehen, aber auch diese beiden Tracks fallen in der Qualität nicht ab. Während „Starlight“ sich langsam zu einem Ohrwurm entwickelt, besticht das balladeske „Invincible“ durch die charakteristische Stimme von Geoff Tate und erinnert an alte AVANTASIA-Zeiten.
Mit „Alchemy“ folgt ein weiteres Melodic Metal-Epos, während „The Piper At The Gates Of Dawn“ mit der größten Anzahl an Gastmusiker aufwartet. Atkins, Lande, Eric Martin (MR. BIG), Bob Catley (MAGNUM) und Geoff Tate geben sich hier die musikalische Klinke in die Hand.
Während das ruhigere „Lavender“ nicht zuletzt durch Bob Catley einen MAGNUM-mäßigen Anstrich bekommt, besticht „Requiem For A Dream“ durch die einprägsame Stimme von Michael Kiske (Helloween). Dieser Power-Metallische Song bildet auch den Abschluss von „Moonglow“, es folgt lediglich noch ein Cover von „Maniac“ (ja genau, der Song zu „Flashdance“) mit Eric Martin. Hier scheint Tobi Sammet seine Liebe zu den 80igern überkommen zu haben, aber immerhin das beste Cover dieses Songs überhaupt.
Und dann noch dieses megageil passende Coverartwork von Alexander Jansson, seines Zeichens Kinderbuchillustrator. Ich habe selten ein Cover gesehen, dass so gut den Inhalt des Albums widerspiegelt wie dieses leicht düstere an Tim Burton erinnerende Bild.

Zum Abschluss bleibt mir dann auch nicht mehr viel zu sagen. Außer, dass mir die Superlativen ausgehen und ich hiermit das erste 10er Review in meiner Zeit als Redakteur der Rockgarage abgebe. Ich finde einfach keinen Fehler in dem Album. Die Songs sind perfekt, die Melodien harmonieren so derart, dass ich zwischen Gänsehaut und Pipi in den Augen schwanke und die Auswahl der Gastmusiker passt dieses Mal so einzigartig gut zu den einzelnen Songs, dass ich noch nicht mal 0,5 Fan-Punkte abziehen kann. Ich freue mich jetzt schon wie eine Katze – die zum ersten Mal einen geschmückten Weihnachtsbaum sieht – darauf, Tobias Sammet’s AVANTASIA wieder live zu sehen.
Vor dieser Leistung muss jeder seinen Hut ziehen, ob man die Art von Musik mag oder nicht. Chapeau, Herr Sammet, einfach nur geil gemacht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ghost In The Moon
02. Book Of Shallows
03. Moonglow
04. The Raven Child
05. Starlight
06. Invincible
07. Alchemy
08. The Piper At The Gates Of Dawn
09. Lavender
10. Requiem For A Dream
11. Maniac

Tänski

WITHIN TEMPTATION – Resist

Band: Within Temptation
Album: Resist
Spielzeit: 47.35 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Universial / Vertigo
Veröffentlichung: 01.02.2019
Homepage: www.resist-temptation.com

„Wir waren irgendwie durch mit Orchestern und klassischen Metal-Riffs, das haben wir schon Tausende Male zuvor gemacht“. Wir suchten und fanden also Wege, das Ganze rauer und moderner klingen zu lassen, das Album ist härter, dreckiger und futuristischer als alles, was wir bisher gemacht haben. „

Soweit die Selbsteinschätzung von WITHIN TEMPTATION zum neuen Album ‚Resist‘.

Manchmal dauert es eben etwas länger, nun aber hat die Symphonic Metal Institution WITHIN TEMPTATIONihr 2018er Album „Resist“ veröffentlicht. Ende des letzten Jahres, während die Vorband das WT Konzert in Köln eröffnet, kam die Meldung, dass die geplante Veröffentlichung auf Februar 2019 verschoben wurde.
Nach scheibchenweise Vorabveröffentlichung der halben Platte haben die Holländer nun das Werk im Ganzen geliefert.
WITHIN TEMPTATION haben mit „The Unforgiven“ ein Ausnahmewerk nicht nur im Genre geschaffen und mit „Hydra“ einen zumindest ordentlichen Nachfolger präsentiert, heißt, die Messlatte hat schon Höhe.
Eröffnet wird der Zehner Reigen mit „The Reckoning“, ungewohnte Keyboardsounds lassen direkt die Stirn kräuseln, bevor es im Refrain doch unverkennbar zum WITHIN TEMPTATION Song wird. Hier darf Papa Roach Sänger Jacoby Shaddix zum Duett mit Sängerin Sharon del Adel beitragen und gemeinsam stampfen sie durch einen guten Opener.
Das folgende „Endless War“ ist ein richtig guter Popsong mit fetten Gitarren, während „Raise your Banner“ schon bewiesen hat, dass es live ordentlich knallt.
„Supernova“ geht sofort ins Ohr, hat ordentlich Fahrt und ist sicher ein Highlight des Albums, wo hingegen „Holy Ground“ mehr dem WITHIN TEMPTATION Charakter entspricht, aber als Song nicht ganz die Qualität hat.
Gemächlicher kommt „In Vain“ daher und droht ein wenig im Bombast zu ersticken. Der Song fällt etwas aus dem Rahmen, da er wohl auch ursprünglich für Sharon del Adels Soloprojekt „My Indigo“ geplant war.
Völlig untypisch klingt das sehr getragene „Firelight“. Der Duettgesang mit Anders Friden (In Flames) hat durchaus seinen Reiz, wenn er auch die Hardcorefans sicher auf eine Probe stellt. Die Niederländer probieren sich aus auf „Resist“, das aber mit der Gewissheit, dass Sharon del Adels Gesang immer die Within Temptation Flagge schwingt.
Mehrheitlich die große Fanbase zufriedenstellen wird „Mercy Mirror“, weil s einfach ein guter, sehr hymnischer Song ist und weil er der Erwartungshaltung entspricht.
Und weil der letzte Eindruck bleibt, wird das Album nicht enttäuschen, denn das abschließende „Trophy Hunter“ überzeugt und groovt sehr ordentlich, zudem wird man daran erinnert, warum man der besseren Hälfte verboten hat Deko Gegenstände auf die Standboxen zu stellen.
Fazit: „Resist“ klingt anders, aber immer noch eindeutig nach WT. Die Band verlässt den Pfad des Gothic Metals und nähert sich unverkennbar dem Pop Bereich an, ohne ihre Wurzel zu verleugnen. Das Ganze kommt nicht nur vom Sound sehr cool rüber und wird sicher nicht alle begeistern, aber trotz der neuen Ausrichtung wissen die Holländer zu überzeugen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Reckoning
02. Endless War
03. Raise Your Banner
04. Supernova
05. Holy Ground
06. In Vain
07. Firelight
08. Mad World
09. Mercy Mirror
10. Trophy Hunter

Rüdiger König

Link zu “The Reckoning”

ANCIENT BARDS – Origine

Band: Ancient Bards
Album: Origine
Spielzeit: 62:36 min
Stilrichtung: Symphonic Epic Metal
Plattenfirma: Limb Music
Veröffentlichung: 25.01.2019
Homepage: www.ancientbards.com

2014 gab es mit dem dritten Album und den Abschluss der Black Crystal Sword Saga das letzte Lebenszeichen der italienischen Band ANCIENT BARDS.
Nun kehrt man mit dem neuen vierten Album „Origine“ zurück und was muss ich lesen, es geht hier wieder weiter mit der Black Crystal Sword Saga, obwohl das letzte Album ja eigentlich der Abschluss sein sollte!
Naja manchmal erschließt sich nur den Musikern selbst die Albenlogik! Wie auch immer, so lange die Musik passt, kann uns der Rest ja egal sein.
Und ich denke nach dem das letzte Album auch schon sehr gelungen war und ein Fest für Freunde von Symphonic Klängen darstellte, können uns wir uns bestimmt auch dieses Mal auf eine tolle Mischung aus Epic und Symphonic Metal freuen.
Stilistisch wandert man also nach wie vor in altbekannten Pfaden und auch sonst ist alles beim Alten. Man hat nur nach eigener Aussage noch etwas an der Kompaktheit und Griffigkeit der Songs gearbeitet und wohl auch noch etwas Härte drauf gepackt. Von letzteren zeugen wohl die neu hinzugekommen Growls.
Der Titeltrack „Origine“, der eigentlich gar kein richtiger Track ist, eröffnet die neue Scheibe. Hier kommt ordentlich Cinema Feeling auf und der Hörer wird auf das vorbereitet was da nun folgen soll.
Die Videosingle „Impious Dystopia“ bringt dann zum ersten Mal richtig Leben und Bombast Symphonic Metal in die Bude! Fett produziert mit einem stimmungsvollen weiblichen Gesang von Fronterin Sara, die sich stimmlich nochmal im Vergleich zur letzten Platte verbessert hat, und den neu eingesetzten Growls von Gitarrist Simone, entwickelt sich eine flotte Midtemponummer die direkt haften bleibt und den ersten Anspieltipp darstellt!
Mit „Fantasy`s Wings“ und dem gefühlvollen „Aureum Legacy“ wird das eingeschlagene Niveau hochgehalten, wobei letztgenannter Track hier ganz klar als Sieger hervorgeht.
Apropos Gefühl, das kommt auch bei der anschließenden Halbballade „Light“ super rüber und somit gehört der Track auch ganz klar zu den Gewinnern der ersten Hälfte.
Im Mittelteil kann dann ganz klar „Titanism“ punkten bevor es dann mit großen Schritten in den letzten Abschnitt der Scheibe geht. Zuvor haben wir noch das überlange Zwischenstück „The Hollow“ was unglaublich atmosphärisch ist und ein Bindeglied in der Geschichte bzw. dem Konzept darstellt.
Als regulären Abschluss muss man dann noch das überlange, vierzehnminütige „The Great Divide“ hervorheben welches alle Stärken der Band nochmal vereint und wo man sich als Fan direkt absolut zu Hause fühlen sollte.

Anspieltipps:

„Impious Dystopia“, „Aureum Legacy“, „Light“, „Hollow” und “The Great Divide”.

Fazit :

Schon mit dem letzten Album „A New Dawn Ending“ hatten sich ANCIENT Bards im Genre der Symphonic Metalbands einen Namen gemacht und endlich ihren Stil gefunden!
Mit dem neuen Album kann man diese Position nochmal untermauern und mit Sicherheit dürfte hier kein Genre und Band Fan enttäuscht werden. Ganz klar beide Daumen nach oben für Italiener!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Origine
02. Impious Dystopia
03. Fantasy`s Wings
04. Aureum Legacy
05. Light
06. Oscurita
07. Titanism
08. The Hollow
09. Home of the Rejects
10. The Great Divide
11. Eredita Auera (Bonus Track)

Julian

DYSTOPOLIS – V.EN.O.M.

Band: Dystopolis
Album: V.EN.O.M.
Spielzeit: 56:15 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: RamItDown Records
Veröffentlichung: 23.11.2018
Homepage: www.facebook.com/dystopolis

Ab und zu gelingt einer kleinen Band eine echt große Leistung und das ist ein Grund zum Feiern. Holt also die Luftschlangen und den zwangsweise alten Wein aus dem Luftschutzbunker und ab dafür! Schließlich mag “V.EN.O.M.” den Bremern von DYSTOPOLIS verdientermaßen den Eintritt in die German Power Metal Hall of Fame bedeuten. Ist generell schön bei Newcomern, dass sie sich noch beweisen und nicht einfach nur ihre eigene Sparte bedienen müssen, dann manchmal kommt dabei etwas heraus wie die hier besprochene Scheibe.
Kurz die Sidefacts: Nach der 2008 erfolgten Gründung brachte man zwei Eigenproduktionen und nun endlich das Labeldebut bei RamItDown Records heraus und spielt laut eigenen Angaben Postapocalyptic Metal, der sich um die fiktive Stadt Dystopolis dreht. Produziert wurde die Platte vom momentan omnipräsenten Seeb Levermann, der sich in ziemlich kurzer Zeit zu einem echten Qualitätsgaranten gemausert hat. Somit gibt es am Sound schonmal nichts zu bemängeln und die Scheibe klingt, gerade in den Passagen mit vielen Background Choirs, durchaus ORDEN-OGANig.
Während die Band/das Label “V.EN.O.M.” (Vicious Enemy Of Mankind) Fans von ICED EARTH, NEVERMORE und BLIND GUARDIAN empfiehlt (letzterem kann ich bedenkenlos zustimmen, das agressiv-technische “Beneath A Black Horizon” mit seinem hymnischen Refrain wäre auch ein guter Job für Hansi), würde ich klar noch GRAVE DIGGER ergänzen. Die Stimme von Andreas Müller erinnert stark an Chris‘ Reibeisenorgan und die Komposition lässt vermuten, dass DYSTOPOLIS die älteren melodieorientierten Platten der Grabgräber, beispielsweise “Knights Of The Cross” mehr als nur einmal gehört haben. Ein bisschen IRON SAVIOR ist auch drin, “Dining With Gods”‘ Intro könnte ebenso ein aktuelles Lied von DIMMU BORGIR einleiten und das Riff von “Metro” hat gar SAMAEL’sche Züge. Mit dieser Aufzählung soll allerdings nicht gesagt werden, dass “V.EN.O.M.” von anderen Bands zusammengeklaut wurde. Nein, der Stil von DYSTOPOLIS ist individuell und ausgereift: orchestraler Power Metal, der gerne im Thrash und Progressive Metal stöbert, ergänzt um eine Stimme, die zusammen mit der Produktion und der Härte des Albums DYSTOPOLIS neuen Wind in die alten Segel des Teutonic Heavy Metal blasen lässt. Denn trotz des hohen Orchestralfaktors: Kitsch und Opernmetal sucht man hier vergeblich, wenn man denn überhaupt danach sucht. “V.EN.O.M.” pendelt gekonnt zwischen böser, stets melodiöser Härte, hymnischen Refrains und starken Melodien selbst in den Strophen.
Um der Band ein wenig konstruktive Kritik mit auf den Weg zu geben: In die Synths könnte man ab und an ein wenig mehr Geld investieren, sie klingen meist authentisch aber eben nicht immer. Zudem ist die Oldschool-Gothic/Pseudo-Opern-Stimme, die Andreas manchmal auspackt, doch Geschmackssache. Mein Fall war sie nicht, klang etwas zu gekünstelt, aber das ist Meckern auf dem selben Niveau, das “V.EN.O.M.” praktisch durchgängig hat: verdammt hoch.
Letzter Satz zu den Songs: kein Ausfall, eine Menge Vielseitigkeit; Die Zeit bis Weihnachten kann kaum schneller vergehen, als mit “V.EN.O.M.” im Plattenspieler.

Anspieltipps: “Black Gates”, “Lords Of Sand”, “The Corporation” und “Dystopolis Rising”

Fazit:
Heavy, orchestral, durchgängig unterhaltsam, fett produziert und gespielt: Es ist eh löblich, durch Albumkäufe auch mal den Nachwuchs zu unterstützen. Und im Fall von DYSTOPOLIS ist es zudem eine mehr als lohnende Investition!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Black Gates
02. Lords Of Sand
03. Metro
04. Dining With Gods
05. The Corporation
06. Noah’s Isle
07. Arndale
08. Anthem For A Stranger
09. Beneath A Black Horizon
10. Dystopolis Rising

Jannis

KALIDA – The Frozen Throne

Band: Kalida
Album: The Frozen Throne
Spielzeit: 47:43 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Innerwound Recordings
Veröffentlichung: 23.11.2018
Homepage: www.kalida.com

Uih das ich das noch erleben kann! Die Italiener von KALIDA die mich 2014 mit ihrem Debütalbum „Lies Device“ (Rezi dazu auch hier bei uns) schon begeistert hatten, kommen doch tatsächlich dieser Tage mit ihrem zweiten Album mit dem Titel „The Frozen Throne“ um die Ecke!
Ich dachte die Band wäre schon in den ewigen Jagdgründen, aber falsch gedacht, man war nur die letzten Jahre ohne Ende Live unterwegs, unter anderem mit RHAPSODY OF FIRE, SERENITY, ANCIENT BARDS oder DGM, und hat dann in den letzten Monaten still und heimlich das zweite Album eingespielt.
Die Band, nach wie vor angeführt von der stimmgewaltigen Fronterin Nicoletta Rosellini, ist sich seiner Linie treu geblieben und präsentiert uns Power Metal mit einem Hang zum symphonischen welcher dieses Mal vom mittlerweile erfahrenden Produzenten Lars Rettkowitz (FREEDOM CALL) ins rechte Licht gerückt wurde.
Das kann ja nur wieder gut werden, ich war auf jeden Fall sehr gespannt darauf und lauschte direkt den ersten Tönen des Openers und Titeltrack „Frozen Throne“. Ordentlich Keyboards ballern uns hier entgegen und schon nach kurzen ertönt der sehr angenehme Gesang von Fronterin Nicoletta, der sich irgendwo in der Schnittmenge zwischen Klassik und Symphonic Metal bewegt. Der Song an sich ist absolut eines Titeltracks würdigt und bleibt schon nach kurzem direkt haften, so kann es gerne weiter gehen!
Nach dem melodischen, orientalisch angehauchten „Circe`s Spell“ im Anschluss geht es dann mit dem nächsten Hit „Black Sails“ weiter. Schön thematisch musikalisch in Szene gesetzt und wenn mich nicht alles täuscht von der gleichnamigen Fernsehserie inspiriert bahnt sich die Nummer direkt ohne Umwege ihren Weg in die Gehörgänge.
Der Mittelteil der Scheibe bewegt sich dann auf einem gleichen, qualitativ hochwertigen Niveau, ein bisschen hervorstechen tut hier das mystische „Myth of Masada“.
Mit „Midnights Chant“ gibt es dann noch eine tolle Ballade im Mittelteil, die ebenfalls überzeugen kann und eine schöne Atmosphäre rüberbringt.
In der Folge gibt es auch keine wirklich schlechten Track auszumachen, als Hit tut sich ganz besonders noch das abschließende „Queen Forsaken“ hervor.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sind hier „Frozen Throne“, „Black Sails“, „Myth of Masada“, „Midnights Chant“ und „Queen Forsaken“ zu nennen.

Fazit :

Auf dem Debütalbum hatte ich damals noch die nicht so ganz vorhandenen dauerhafte Hitdichte bemängelt und das man das Qualitätslevel nicht über die gesamte Platte halten kann. Dies ist nun absolut nicht mehr der Fall und man hat sich ganz klar gesteigert!
Fans des female fronted Metals sollten sich das zweite Album von KALIDA auf jeden Fall nicht entgehen lassen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Frozen Throne
02. Circe`s Spell
03. Black Sails
04. Orpheus
05. To the Darkness I belong
06. Myth of Masada
07. Midnights Chant
08. Go Beyond
09. Amethyst
10. Lotus
11. Queen of the Forsaken

Julian

ORION’S REIGN – Scores Of War

Band: Orion’s Reign
Album: Scores Of War
Spielzeit: 58:34 min.
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 19.10.2018
Homepage: www.orionsreign.com

ORION’S REIGN haben schon ziemlich viel richtig gemacht, immerhin wurde ihr zweites Album, “Scores Of War”, von Jens Bogren und Linus Corneliusson zusammengeschraubt, hat als Gäste unter anderem Tim Ripper Owens und Bob Katsionis von FIREWIND vorzuweisen und nicht zuletzt ein dickes Sinfonieorchester am Start. Dazu ein blau-oranges großartiges Artwork von Stan Decker, der bereits Platten von PRIMAL FEAR, ROSS THE BOSS und vielen anderen bemalte. Da kann eigentlich nicht viel schief gehen, denkt man – und behält damit recht.
Das Endergebnis der Zusammenarbeit dieses illustren Bundles mit den fünf Griechen von ORION’S REIGN ist bombastischster symphonischer Power Metal, der eine hörbare Nähe zu Werken von RHAPSODY (OF FIRE) aufweist, fett produziert und ganz nebenbei eine beachtliche Bandleistung. Sänger Dan klingt nach einer Mischung aus Fabio Leone und Joakim Brodén und verrichtet kaum schlechtere Arbeit als die beiden, zumal er gerade in höheren Sphären exzellente Mic-Arbeit leistet. Der Rest der Band sitzt on Point und setzt kraftvolle Balladen ebenso souverän um wie fixe Doppelbasstracks, stets mit der nötigen Härte und vor geschwindem Geholze nicht zurückschreckend. Dazu kommt das Orchester. Ist die Sorge, das Orchester auf einem Power-Metal-Album könne gegebenenfalls primär als imageaufbessernder Ersatz für lieblos in den Hintergrund gematschte Orchestral-Synths dienen, oftmals berechtigt, so stellt sie sich in diesem Fall als absolut unbegründet heraus. Die Orchestralarrangements von Keyboarder Kirk reizen die Möglichkeiten eines Orchesters wunderbar aus – von weichen Streichern über diverse Perkussionsinstrumente bis hin zu scharf-bedrohlichen Hörnern.
Dementsprechend ist “Scores Of War” fast immer sehr episch, fährt große Melodien auf und erinnert nicht zufällig an einen metallisierten Filmsoundtrack.
Je nach Song wird es düsterer-böser (“The Undefeated Gaul”, “Warrior’s Pride”) oder dramatisch-bombastischer (“The Gravewalker”), mal klassisch speedmetallisch.
All das auf hohem Niveau, innerhalb des Stils doch ziemlich divers, durchgängig massiv orchestriert und nach einiger Zeit den Wunsch nach etwas Pause, etwas weniger Überladenheit, hervorrufend – und hier liegt das Problem von “Scores Of War”. ORION’S REIGN gönnen ihren Fans ein paar ruhigere Momente, allerdings in Form von folkig anmutendem fröhlichem Gedudel (“An Adventure Song”) oder hartem Pathos, der die Kitschgrenze leider weit hinter sich lässt (Withering Heart”, “Ride To War”). Die drei bis vier Songs, die also aus dem “Harter Power Metal, bombastisches Orchester”-Raster fallen, sind größtenteils schwer zu verkraften, gerade “Ride To War” belastet mit MANOWARballadenfeeling der Heart-of-Steelsten Art. Pluspunkt: Nach einem solchen Song hat man direkt wieder Bock auf den nächsten Symphonic-Metal-Kracher auf “Scores Of War”. Kann man also mit leben.

Anspieltipps:
“The Gravewalker”, “Warrior’s Pride”, “Last Stand” und “Together We March”

Fazit:
Wurde in dieser Rezension schon das Wort “bombastisch” erwähnt? Egal, einmal muss halt noch. Geil produzierter, detailverliebter bombastischer Symphonic Power Metal der Marke RHAPSODY, top gesungen, fett ohne Ende, mit ein paar Schmalz/Folk-Parts, durch die man halt durch muss. Ab auf den MP3-Player damit und dann auf in den Battle.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Elder Blood
02. Together We March
03. The Gravewalker
04. The Undefeated Gaul
05. An Adventure Song
06. Freedom Is Not Negotiable
07. Nostos
08. Warrior’s Pride
09. Withering Heart
10. Last Stand
11. Ride To War

Jannis

ELVELLON – Until Dawn

Band: Elvellon
Album: Until Dawn
Spielzeit: 61:01 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Reaper Entertainment
Veröffentlichung: 01.06.2018
Homepage: www.elvellon.net

Seit seiner Gründung anno 2010 trägt das Newcomer-Quintett ELVELLON frischen Wind in die Szene und weiß sowohl Fans als auch Fachpresse mit seiner Melange aus knackigen Gitarren, treibenden Drums und orchestralem Bombast zu begeistern: So wurde der blutjunge Fünfer schon früh ausnehmend wohlwollend von renommierten Magazinen wie dem Orkus und dem Sonic Seducer erwähnt und vom Metal Hammer gar als „Helden von morgen“ betitelt.
Ihren ersten Meilenstein setzte die Combo 2015 mit der Veröffentlichung der in Eigenregie unter der professionellen Leitung ihres Tontempel-erfahrenen Gitarristen Gilbert Gelsdorf aufgenommenen 5-Track -EP „Spellbound“, die abermals frenetische Beifallsbekundungen der Musikkritiker nach sich zog, auch über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus. Live treffen Elvellon mit ihrer Verbindung
aus magisch-mitreißender Klangmalerei und dem kraftvollen, glockenhellen Organ ihrer begnadeten Frontfrau Nele ebenfalls punktgenau ins Schwarze.
Nun ist der erste Plattenvertrag beim aufstrebenden Jung-Label Reaper Entertainment unterschrieben und das Debütalbum „Until Dawn“ steht in den Startlöchern.
Das Openerintro „Spellbound“ bietet dafür den perfekten Einstieg. Es entführt euch zuerst in eine mystische Welt mit dem Cinematic artigen Intro, welches sich dann in einem wahren Soundtrack steigert, um euch dann mit „Oraculum“ das erste Mal so richtig voll symphonisch zu unterhalten. Sängerin Nele ist schön variabel und kann sowohl clean als auch Operngesang.
Genial weiter geht es dann mit dem atmosphärischen „Silence from the Deep“, bevor es dann mit „The Puppeteer“ wesentlich härter und düsterer zugeht. Eine schöne Abwechslung, was auch beweist das die Band mehr drauf hat als „nur“ Symphonic Metal“!
Super spannend ist dann im Mittelteil der orientalisch angehauchte Doppelpack „Of Winds and Sand“ und „King of Thieves“ welches eindeutig von so Filmstoff wie Prince of Persia und Aladdin beeinflusst wurde. Auch hier zeigt die Truppe wieder ihre tolle Vielseitigkeit.
Direkt im Anschluss hat dann „Until Dawn“ keine Probleme das eingeschlagene Qualitätsniveau spielend zu halten. Danach gibt es dann zwar etwas zu viel Standardmetalklänge, welche aber nicht lange anhalten und mit dem, schon von der EP bekannten, „Born from Hope“ geht es dann wieder in die richtige Richtung die dann bis zum Ende nicht mehr verlassen wird!

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sind hier “Oraculum”, “Silence from the Deep”, “Until Dawn”, “Born from Hope” und “Dreamcatcher” direkt zu empfehlen.

Fazit :

Ein sehr ordentliches Debütalbum haben die deutschen Metaller von ELVELLON hier zusammengezimmert!
Symphonic Metal der besonderen Art mit viel Abwechslung wird hier geboten und wenn die junge Truppe so weiter macht müssen sich die Genregrößen wie DELAIN, EPICA oder WITHIN TEMPTATION bald warm anziehen!
Eindeutige Kaufempfehlung von mir für die Zielgruppe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Spellbound
02. Oraculum
03. Silence from the Deep
04. The Pupppeteer
05. Fallen into a Dream
06. Of Winds and Sand
07. King of Thieves
08. Until Dawn
09. Dead-End Alley
10. Shore to Aeon
11. Born from Hope
12. Dreamcatcher

Julian

DIMMU BORGIR – Eonian

Band: Dimmu Borgir
Album: Eonian
Spielzeit: 54:19 min
Stilrichtung: Black Metal, Dark Metal, Symphonic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 04.05.2018
Homepage: www.facebook.com/dimmuborgir

Acht verdammt lange Jahre musste die DIMMU BORGIR Fangemeinde auf ein neues Album warten. Acht Jahre, die nur durch ein Live-Album aus dem letzten Jahr unterbrochen wurden. Acht Jahre, die auch die Erwartungen hochschrauben und die Fans das neue Werk „Eonian“ noch kritscher prüfen lässt, als es bei DIMMU BORGIR Werken ohnehin schon der Fall ist. Acht Jahre, die auch schlecht ausgehen können.
Aber seid beruhigt! „Eonian“ hat Schwächen, doch die werden von den überwiegenden Stärken einfach wieder ausgebügelt. Natürlich ist es schwer, überhaupt den Erwartungen gerecht zu werden. Entweder ist man zu eingefahren oder zu experimentell, zu meckern gibt es immer etwas. Und wenn dann noch eine so lange Wartezeit zwischen zwei Studioalben liegt, ist es häufig schwer, an vergangene glorreiche Zeiten anzuknüpfen. Die Erwartungen der Fans übersteigen dann meistens das Ergebnis. Bei „Eonian“ wird man jedoch relativ schnell anderer Meinung sein. DIMMU BORGIR sind sich treu geblieben und experimentierfreudig, ohne die Fans der ersten Stunde zu vergraulen (zumindest diejenigen, die nach Kommerz- und Ausverkauf-Schreien der Band treu geblieben sind).
Bereits 1993 in Norwegen (wo sonst?) gegründet, ist das Trio bis auf Thomas Rune „Galder“ Andersen noch in Originalbesetzung. Zusammen mit den Gründungsmitgliedern Stian Tomt Thoresen und Sven Atle Kopperud, besser bekannt als „Shagrath“ und „Silenoz“, ist das die Kernbesetzung. Doch auch die vertrauten Gesichter von Schlagzeuger Daray und Keyboarder Gerlioz sind weiterhin an Board und haben die Aufnahmen im Studio perfekt ergänzt.
Schon der Opener „The Unveiling“ erstaunt mit elektronischen Beats, baut aber nach und nach die Spannung auf. Unterstützt von Chor und Orchester läuft alles auf einen bombastischen Höhepunkt hin. Urplötzlich wird das Tempo zurückgefahren und ein atmosphärisch dichter Sprechgesang von Shagrath setzt ein. Apokalyptisch, orchestral, elektronisch. Ein wahrlich sehr gelungener Einstieg. „Interdimensional Summit“ ist die erste Veröffentlichung auf „Eonian“. In einem sehr NIGHTWISHIgen Stil verströmt er etwas zuviel kitschige Atmosphäre, ein Song für die breite Masse. Und mit 4:39 Minuten auch einer der kürzesten Songs des Albums. „ÆTheric“ punktet dafür wieder, Dramatik und Bombast, ein eingängiger Chorus und sehr riffstark, aber alles sehr viel besser eingesetzt als im Vorgängertitel. Mit „Council of Wolves and Snakes“ folgt schon die zweite Auskopplung. Ein tierreiches Treffen im Wald, untermalt mit Folkloregesängen, die wie unheimliche Beschwörungen klingen, dazu der düstere Sprechgesang. Ein merkwürdiges Thema, aber sehr gut umgesetzt. Mit brachialen Riffs, sehr geradlinig und ohne zuviel Geschwurbel geht es dann mit „The Empyrean Phoenix“ weiter. Mit 4:44 Minuten wieder einer der kürzeren Songs auf „Eonian“. Schade eigentlich, der Song hätte definitiv länger dauern können. Richtig geil wird es dann mit „Lightbringer“. Unnötig zu sagen, um wen oder was hier geht. Ein klassischer Black Metal Song, der mit einem aggressiven, leicht nach BEHEMOTH klingenden Riff startet. Mit „Lightbringer“ beginnt auch die definitiv stärkere Hälfte des Albums. Die Finsternis kann kommen!
Mit „I Am Sovereign“ und „Archaic Correspondence“ wird die schwarzmetallische Düsternis in guter alter DIMMU BORGIR Manier fortgeführt. Hier sollten definitiv auch die Fans der ersten Alben zufrieden gestellt sein. Und dann kommt es. „Alpha Aeon Omega“. Das Highlight auf „Eonian“. Schon das Intro verzaubert. Dramatisches Orchester, bombastische Chorgesänge, der finstere Sprechgesang, die überragenden Parts machen diesen Song nahezu perfekt. Und mit dem instrumentalen „Rite of Passage“ folgt ein würdiges Finale für ein sehr gutes Album. Dramaturgie und Gänsehautmomente sind der perfekte Abschluss für „Eonian“. Ein durchaus gelungenes Werk, das allerdings auch ein paar schwache Momente hat. Einige Parts sind zu sehr in die Länge gezogen, manchmal wäre etwas weniger etwas mehr gewesen. Der rote Faden eines Konzeptalbums, das es ja sein soll, lässt sich nicht finden, dafür ist es auch etwas zu eintönig geraten. Dennoch steckt eindeutig mehr Black Metal drin, als ursprünglich erwrtet und für eine so lange Pause haben DIMMU BORGIR mit „Eonian“ zu Ihrem 25-jährigen Jubiläum echt was astreines abgeliefert

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Unveiling
02. Interdimensional Summit
03. ÆTheric
04. Council of Wolves and Snakes
05. The Empyrean Phoenis
06. Lightbringer
07. I Am Sovereign
08. Archaic Correspondence
09. Alpha Aeon Omega
10. Rite of Passage

Tänski

WHYZDOM – As Time turns to Dust

Band: Whyzdom
Album: As Time turns to Dust
Spielzeit: 59:10 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 06.04.2018
Homepage: www.whyzdom.com

Das 4. Studioalbum der Franzosen WHYZDOM steht uns in Haus! Nachdem das letzte Album „Symphony for a hopeless God“ 2015 mich nicht komplett überzeugen konnte, war ich gespannt was die Truppe uns nun präsentiert.
Nach wie vor ist Marie Rouyer die Sängerin, die auf dem letzten Album ihren Einstand feierte.
Laut Promoinfo bietet uns das neue Album „As Time turns to Dust“ einen sehr hohen Anteil von Cinematic Symphonic Metal, es werden sogar Vergleiche mit dem Soundtrackgenie Hans Zimmer gezogen, da darf man wohl einiges erwarten!
Daher schauen wir direkt mal was uns der Opener „Amour of Dust“ so zu bieten hat, wo direkt die neue Cinematic Ausrichtung hörbar wird. Es dauert dann eine gute Minute bevor auch die Instrumente so richtig loslegen und das Ganze midtempomäßig etwas Fahrt aufnimmt. Der Chorus ist ganz ordentlich, aber irgendwie wabert das gute Stück doch eher zähflüssig aus den Boxen und kann sich nicht gerade sehr hervortun. Als Einstieg ist es dann doch etwas zu schwermütig geraten.
Dieses schwermütige haben wir dann auch im nächsten Track „Armageddon“ zu verdauen, auch wenn hier der Chorus etwas besser als beim Vorgänger um die Ecke kommt, ist die Nummer insgesamt wieder einfach nicht überzeugend genug.
Bei „Fly Away“ im Anschluss dauert es zwar auch wieder vom Gefühl her ewig bis es so richtig losgeht, aber der Track schafft es dann schlussendlich doch etwas sich im Hirn festzusetzen, auch wenn der Chorus doch sehr eintönig daherkommt.
Der nächste Song der wirklich erwähnenswert ist erwartet uns in der Mitte der Scheibe mit „Follow your Heart“. Hier wird endlich mal das Tempo ordentlich angezogen und das Ganze kommt auch nicht so schwermütig daher wie die bisherigen Nummern. Klasse so kann es bitte weitergehen!
Und oh Wunder auch der nächste Track „Angel of Tears“ schafft es gekonnt auf unsere Hitliste, bevor dann bei „Free as a Bird“ wieder das qualitative Niveau spürbar runtergeht.
Aber bei den letzten beiden Songs „The Mistchild“ und „Dust we Are“ berappelt man sich wieder etwas und zeigt eine Leistung die auf jeden Fall zu den besten hier auf dem neuen Album Nummer 4 zählt!

Anspieltipps:

Hier sind am Ehestens „Follow your Heart“, „Angel of Tears”, “The Mistchild” und “Dust we Are” zu empfehlen.

Fazit :

Tja, leider hat das neue 4. Studioalbum von WHYZDOM dieselben Probleme wie auch schon das Vorgängerwerk! Man geht hier einfach teilweise zu verkopft und komplex vor und legt lieber erneut viel mehr Wert auf die cinematische Ausgestaltung der Songs, so ala noch mehr Bums, und vergisst dabei einfach die Songs!
Ich sehne mich einfach nach dem tollen 2. Album „Blind?“ zurück wo es noch wesentlich kompakter und eingängiger zur Sache ging und weniger cinematisch!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Armour of Dust
02. Armageddon
03. Fly Away
04. The Page
05. Follow your Heart
06. Angel of Tears
07. Free as a Bird
08. The Mistchild
09. Dust we Are

Julian

DEAD OF NIGHT – The Evolving Science of Self

Band: Dead of Night
Album: The Evolving Science of Self
Spielzeit: 61:28 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 23.03.2018
Homepage: www.thedeadofnight.co.uk

DEAD OF NIGHT sind eine 2013 gegründete symphonische Rock/Metal-Band, welche sich aus fünf Musikern zusammensetzt, die sich über ganz England verteilen. Bandgründer ist Komponist und Keyboarder Carl Eden. Das selbst veröffentlichte Debüt der Briten erschien im Jahr 2014 und heißt „The Dead Shall Rise“. Nach beachtlichem Erfolg in der Szene wurde das Werk professionell neu aufgenommen und unter dem Titel „The Dead Shall Rise Again“ nochmals veröffentlicht.
Der Nachfolger, “In Search Of Ancient Magic”, dokumentierte dann erneut eine enorme Weiterentwicklung von DEAD OF NIGHT.
“The Evolving Science Of Self” lautet jetzt der Name des neuen Longplayers von DEAD OF NIGHT auf dem man sich erneut weiterentwickeln möchte und die Fanbase weiter ausbauen will.
Ob dies gelungen ist, finden wir nun gemeinsam heraus und lauschen den Klängen des Openers „Here come the Metal Men“. Dieser beginnt mit einer kleine Cinematic Einleitung bevor uns eine tolle Mischung aus eingängigen aber auch abwechslungsreichen Symphonic Metal erwartet, der schon mal sehr ordentlich ins Ohr geht!
Das anschließende „Seraphim“, welches man vorab schon bestaunen konnte, geht ebenfalls mächtig gut in die Gehörgänge und bleibt dort lange haften, bevor uns „One for the Moon“ wieder episch bestens unterhält. Abgeschlossen wird das erste Drittel dann mit dem flotten und eingängigen „For I am Music“ welches sich auch direkt auf unserer Hitliste wiederfindet.
Leider gibt es im folgenden Mittelteil einen qualitativen Bruch zu verzeichnen, denn so richtig viel bleibt da nicht hängen! Gute Standardmetalkost zwar, aber nichts Weltbewegendes was sich direkt festsetzt!
Erst im letzten Drittel findet man mit „When the Nightingale Sings“ wieder zurück zu alter Stärke, die abschließenden beiden Nummern sind dann aber leider wieder so lala.

Anspieltipps:

Hier solltet ihr auf jeden Fall an „Here come the Metal Men“, „Seraphim“, „One for the Moon“, „For I am Music“ und „When the Nightingale Sings“ direkt Gefallen finden.

Fazit :

Die Anspieltipps können leider nicht komplett darüber hinwegtäuschen das das neue DEAD OF NIGHT Album doch ein paar Längen hat bzw. über die komplette Spielzeit nicht durchgehend überzeugen kann.
Dafür sind dann leider zu viele Standardtracks mit an Bord!
Für eine solide Bewertung langt es aber trotz allem auf jeden Fall und ich denke Symphonic Metal Anhänger sollten hier auf jeden Fall mal mehr als ein Ohr riskieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Here come the Metal Men
02. Seraphim
03. One for the Moon
04. For I am Music
05. Set the Night on Fire
06. The Six Steps
07. Someone`s Calling You
08. Home
09. Invasion
10. When the Nightingale Sings
11. I Will
12. Onward

Julian