DARKTRIBE – Voici L’Homme

Band: Darktribe
Album: Voici L’Homme
Spielzeit: 51:46 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.facebook.com/DarktribeOfficial

Irgendwie hat es Frankreich geschafft, als so ein Land in der öffentlichen Wahrnehmung aufzutreten, das verhältnismäßig wenig Metal parat hat. Dabei gibt es da durchaus einige und in letzter Zeit immer mehr Acts, die Qualität abliefern, und DARKTRIBE ist einer davon. Das Quartett aus Nizza hat seit 2012 zwei Alben veröffentlicht, mit “Voici L’Homme” steht nun das dritte in den Startlöchern. Kurz die offenen Fragen abgeklärt: Keine Sorge, bis auf den Titeltrack-Chorus sind die Lyrics auf englisch gehalten, es scheitert also für Kenner der englischen Sprache nicht am Textverständnis. Die Produktion ist saftig und gelungen, die Arbeit der Bandmitglieder kann sich absolut hören lassen und auf dem Programm steht Power Metal mit einer guten Portion Orchester und ein paar sporadischeren Synthsounds, die aber bis auf wenige Tracks (unter anderem “Faith And Vision”) äußerst sparsam eingesetzt werden.
Kompositorisch kratzt man durchaus partiell an den klassischen Power-Metal-Harmonien, ab und an unter Verwendung von denen, denen man als deutscher Metal-Fan aufgrund seiner zwangsweisen Sozialisierung mit Schlager eher schaudernd begegnet. Hält sich aber in Grenzen und insgesamt hat die Komposition doch einen eigenen Stil, der nur eben nicht immer durchdringt. Ansonsten gibt es einen hohen Dur-Anteil (ohne dass die Platte zu DRAGONFORCE-Cheese verkäme) und ein paar Versuche, böse und aggressiv zu klingen, die, wie so oft bei solchen Bands, naiv sympathisch nicht so richtig zünden, weil man im Endeffekt ohne die harmonische Sonnenschein-Kadenz doch nicht leben möchte. Die Arbeit der Rhythmusfraktion ist unterdessen modern, umgeht jedoch die Stolperfalle, in corige Instrumentals überzugehen und sich auf seelenlose Technikpräsentation zu reduzieren.
Viel Innovation ist von “Voici L’Homme” nicht zu erwarten, diese Art von Stil bedienen nicht allzu wenige Bands. Doch das, was sie machen, machen DARKTRIBE gut. Mal stampfend, mal tribend ( -.- ), mit teils beachtlichem Riffing (u.a. beim letzten Track “Symbolic Story”), zwischenzeitlich Erinnerungen an KAMELOT, STRATOVARIUS oder MOB RULES weckend und in der Ballade “The Hunger Theory” überraschend unkitschig nach einer erträglichen Version von JUDAS PRIESTs “Lost Love” vom “Nostradamus”-Album klingend.
Man kann viele der instrumentalen Parts der Songs in ihrer durchdachten Ausarbeitung auf jeden Fall loben, doch nicht selten – und hier kommt die Kritik – sind die Songs etwas überladen. Da hätte das Material dann auch in ein 40-Minuten-Album gepresst werden können und hätte doch einige Längen vermieden. Wo andere Bands wissen, wann es gut ist, möchten DARKTRIBE dann doch häufig noch einen Part drauf- oder dazwischensetzen, was dem Album einige Längen beschert.

Fazit:
Da “Zu viel Content” aber als Kritik schon Meckern auf hohem Niveau ist, kann man im Endeffekt sagen, dass “Voici L’Homme” ein gelungenes Symphonic—Power-Metal-Album ist, das Dur-lastig aber nicht zu kitschig ausfällt und auf ganzer Linie professionell gemacht ist.

Anspieltipps:
“Prism Of Memory”, “Faith And Vision” und “The Hunger Theory”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. March For A Prophecy
02. Prism Of Memory
03. Voici L’Homme
04. A Silent Curse
05. Faith And Vision
06. Back In Light
07. Under The Tree Of Life
08.According To Darkness
09. The Hunger Theory
10. Symbolic Story

Jannis

THE MURDER OF MY SWEET – Brave Tin World

Band: The Murder Of My Sweet
Album: Brave Tin World
Spielzeit: 56:40 min
Stilrichtung: Cineastic Progressive Rock/Metal
Plattenfirma: Frontiers Records / Soulfood
Veröffentlichung: 06.12.2019
Homepage: www.facebook.com/tmomsband

Knapp zehn Jahre nach ihrem Debüt, legt uns diese aussergwöhnliche Formation unter dem Titel „Brave Tin World“ einen neuen Silberling vor. Leichte Kost bietet die Band um Produzent Daniel Flores. auch Anno 2019 nicht an, aber eben das ist im Laufe der Jahre zum Markenzeichen der Schweden geworden. Seine Talente in Sachen Songwriting/Produktion konnte Flores zwischenzeitlich auch bei anderen Projekten wie FIND ME und FIRST SIGNAL unter Beweis stellen. Diese wiederrum eher im AOR Sektor angesiedelt sind und waren. Ganz nebenbei wurde auch noch die Solo-Scheibe seiner Sängerin Angelica Rylin produziert (2013). Der Sound von TMOMS beinhaltet weiterhin cineastisch-progressiv angehauchte Elemente, getragen von der Ausnahmestimme von Miss Rylin. Wer gerne über den Tellerrand schaut und auf einen nicht alltäglichen Sound bevorzugt, sollte an dieser Scheibe Gefallen finden. Aber auch Anhänger melodischer Klänge finden hier genug Kraftfutter.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Tin Soldiers
02. My Religion
03. Head Of The Snake
04. Reasons To Live
05. Save In The Shadows
06. Hit The Ground
07. Everyone Wins
08. Memento
09. Keeper Of The Flame
10. Worth Fighting For
11. Alchemy Of Sins

Bonne

Video Link:

EDENBRIDGE – Dynamind

Band: Edenbridge
Album: Dynamind
Spielzeit: 55:05 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.edenbridge.org

Es kommt mal wieder Großes auf alle Anhänger des Symphonic Metals zu! Wie immer pünktlich immer im zwei Jahresrythmus veröffentlichen EDENBRIDGE ein neues Album. Mittlerweile sind wir bei Nummer 14 angekommen, das gute Stück heißt „Dynamind“
Personell gibt es wenig Änderungen im Vergleich zum letzten Album, einzig Bassist Stefan Gimpl ist neu dabei.
Ergo können wir uns nun erneut auf bestimmt 10 erstklassige Symphonic Metal Meisterwerke aus der Feder von Perfektionist und Mastermind Lanvall freuen!
Als Opener fungiert dieses Mal „The Memory Hunter“ der auch direkt startet und ohne großartige Einleitung auskommt. Klanglich und atmosphärisch ist hier direkt alles auf dem erwarteten höchsten Level, das kann man direkt schon festhalten! Dazu ein Ohrwurmchorus und der nach wie vor tolle Gesang von Fronterin Sabine. Qualitativ hat sich also nichts verändert im Vergleich zur letzten Hitscheibe!
Mit „Live and Let Go“ folgt dann direkt die nächste Hitperle. Eingängig und symphonisch wie eh und je bahnt sich die Nummer den Weg in die Gehirnwindungen und bleibt da direkt haften. So muss das sein!
Nach dem kleinen, etwas zu schwermetallischen, Ausflug bei „Where Oceans Collide“geht es beim anschließenden „On the Other Side“ mal richtig in die Folkecke mit den entsprechenden Instrumenten. Ein toller Song der eine stark epische und auch symphonische Seite hat.
„All our Yesterdays“ ist dann ebenfalls sehr ordentlich gelungen, kann aber nicht so komplett überzeugen wie der Track zuvor.
Bei „The Edge of your World“ geht es dann wieder etwas mehr in die schwermetallische Richtung, im Chorus ist man aber wieder wunderbar symphonisch unterwegs! Eine tolle Mischung aus beiden Welten, wo vor allem Songwriting technisch wieder einiges geboten wird.
Bei „Tauerngold“ wird nicht wie man vielleicht annimmt deutsch gesungen, nein hier haben wir es erneut mit einem Ausflug in das Folkgenre zu tun welcher dazu noch ziemlich balladig gehalten ist. Ebenfalls eine Nummer die direkt wieder überzeugen kann!
Bevor abschließend das etwas kurze Titelstück „Dynamind“ ertönt, haben wir mit „What Dreams May Come“ und vor allem der überlangen Nummer „The Last of his Kind“ zwei absolute weiter Hitgranaten an Bord die jedem Fan der Band vor Freude im Dreieck springen lässt!

Anspieltipps:

„The Memory Hunter“, „Live and Let Go“, „On the Other Side“, „What Dreams May Come“ und „The Last of his Kind“.

Fazit :

Qualitativ und vom Songwriting her waren Mastermind Lanvall und EDENBRIDGE schon immer eine Bank! Und das ändert sich auch auf dem neuen Album nicht!
Ich glaube nur der angesprochene Maestro schafft es nahezu spielend aus einem komplexen Song mit vielen Facetten eine absolut zugängliche Nummer zu machen.
Die Scheibe steigert sich vom Durchlauf zu Durchlauf und dürfte keinen Fan der Band enttäuschen.
Somit landet auch das neuste Meisterwerk aus dem Hause EDENBRIDGE wieder absolut verdient weit vorne in unseren Punkterängen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Memory Hunter
02. Live and Let Go
03. Where Oceans Collide
04. On the Other Side
05. All our Yesterdays
06. The Edge of your World
07. Tauerngold
08. What Dreams May Come
09. The Last of his Kind
10. Dynamind

Julian

NEVARIA – Finally Free

Band: Nevaria
Album: Finally Free
Spielzeit: 47:05 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Dr. Music Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.nevaria-band.com

Die neue deutsche Symphonic Metalhoffnung NEVARIA wird angeführt von Ex DAWN OF DESTINY Sängerin Tanja Schneider dieser Tage ihr Debütalbum „Finally Free“ veröffentlichen. Auf diesem geht es lyrisch um Tod, Einsamkeit, Misshandlungen, Krankheit, Liebe und Sehnsucht. Keine leichte Kost also!
Soviel mehr gibt es über die Band leider noch nicht zu berichten, daher werden wir nun einfach mal die Musik sprechen lassen und horchen direkt mal in den Opener „Life“ rein. Ein Midtempotrack der aufgrund seines Chorus ordentlich im Gehörgang bleibt erwartet uns hier zu Beginn, nicht mehr aber auch nicht weniger! Als Einstieg also ganz okay.
Der folgende Titeltrack „Finally Free“ ist dann aus einem ganz anderen Holz geschnitzt! Der Aufbau ist schön strukturiert, die Nummer nimmt mehr und mehr Fahrt auf und überzeugt direkt beim ersten Anlauf.
So kann es bitte weitergehen!
Und es geht so erstklassig weiter, denn auch das anschließende „Wind“ ist wunderbar aufgebaut, ein symphonisches Meisterwerk zum dahin träumen und mit einem einprägsamen Chorus ausgestattet.
„Raise your Fist“ ist dann der schwermetallische Ausflug der Band geworden, der aber irgendwie nicht so wirklich überzeugen kann. Im Symphonic Metal fühlt sich die Truppe eher daheim und das merkt man hier absolut!
Der Mittelteil der Scheibe wird dann wieder Gott sei Dank eher von symphonischen Klängen dominiert. Hier sticht ganz klar das tolle „Drowning“ und vor allem „No Mercy“ heraus!
„Black & White“ welches denn letzten Abschnitt der Scheibe einleitet kommt dann etwas durcheinander daher. Man kann sich nicht so recht zwischen Prog, Folk und Symphonic Metal entscheiden und schwimmt deswegen auch ziemlich in der Songqualität. Nicht Fisch und nicht Fleisch halt.
Wesentlich besser macht man es dann wieder beim anschließenden „Deserve Honesty“, hier hat man vom Songwriting her wieder genau den richtigen Weg eingeschlagen.
Das abschließende „Anyway“ kann dann leider wieder nicht komplett überzeugen.

Anspieltipps:

„Finally Free“, „Wind“, „No Mercy“ und „Deserve Honesty“.

Fazit :

Es geht ganz schön auf und ab was die Songqualität auf dem Debütalbum von NEVARIA angeht! Mal ist man sehr ordentlich unterwegs, mal ist eher durchschnittliche Standardmetalware die uns hier präsentiert wird.
Ich denke das man auf jeden Fall zu wesentlich mehr in der Lage ist und das zweite Album der Band mit Sicherheit noch etwas besser sein wird von den Songs her!
Mit Frontfrau Tanja Schneider hat man auf jeden Fall jemanden der das Ganze gut rüberbringen kann.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Life
02. Finally Free
03. Wind
04. Raise your Fist
05. Leaving You
06. Drowning
07. No Mercy
08. Black & White
09. Control
10. Deserve Honesty
11. Anyway

Julian

VISIONS OF ATLANTIS – Wanderers

Band: Visions of Atlantis
Album: Wanderers
Spielzeit: 53,65 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 30.8.2019
Homepage: www.facebook.com/visionsofatlantisofficial

VISIONS OF ATLANTIS – Wanderers
Es ist so eine Sache mit dem Symphonic-Metal, nur wenigen Bands des Genres gelingt es wirklich neue Akzente zu setzen. Das mag an den zahlreichen Klischees liegen, die erfüllt werden wollen oder müssen um die meist aufgehübschte Fanbase zu erreichen.
Den Bigplayern Within Temptation und Nightwish mag das ob ihrer musikalisch herausragenden Möglichkeiten in dem gesteckten Rahmen häufiger gelingen, der Rest schwimmt mehr oder weniger mit. Teils recht einfache, wenn auch einprägsame Hooks, produktionstechnisch bis zur Unkenntlichkeit aufzupumpen, erinnert halt auch häufig an Vorgehensweisen der Schlagermusik.
Genug der verallgemeinerten Einleitung, hier geht es jetzt um „Wanderers“, dem siebtem Studiowerk von VISIONS OF ATLANTIS, der 20-jährigen Symphonic-Metal Hoffnung aus Österreich. Die Band verabreicht sich ihre neuen Impulse durch immer neue Besetzungswechsel in einem Turnus, der jedem Fußballverein zur Ehre reichen würde.
Eine dieser Neuverpflichtungen ist Michele Guaitoli und darf neben Sängerin Clementine Delauney das gesangliche Aushängeschild geben. Die Aufgabenteilung am Mikro funktioniert und gibt VOA ordentlich Variationsmöglichkeiten, auch wenn die Stammsängerin sicher die größere Strahlkraft besitzt.
Die elf Songs auf „Wanderers“ bedienen komplett das zu Erwartende, orchestral hochproduzierte Songs, allesamt mit griffigen Hooklines versehen, ohne jedwede Überraschungsmomente. Solide, aber gut.
Komplett auf Sicherheit gehend, entwickelt sich das Album zu einem auf zumeist Schlagerharmonien ausgelegtem Reißbettalbum, ohne das man ihm Qualität abschreiben kann. Das Ganze ist handwerklich mehr als sauber instrumentalisiert, abwechslungsreich und vor allem in den Balladen gefühlvoll. Damit hebt sich VOA wohltuend von einem Großteil der Mitbewerber ab, ohne den führenden Alphatieren des Genres Angst machen zu können.
„Heroes of the Dawn“, und „At The End Of The World“ sind sicher gute Songs, und die Duettaufteilung in „A Life Of Our Own“ hat interessante Aspekte, dem gegenüber schaffen es Songs wie „To The Universe“ und „The Siren & The Sailor“ aber nicht den Spannungsbogen über ein ganzes Album aufrecht zu halten. Tolkien Zitate mögen in der Fanbase gut ankommen und auch ein hübsch in Szene gesetztes karibisches Strandshooting der Band mag bei einigen punkten, bleiben aber Beiwerk und setzen keine Akzente.
Insgesamt wäre VOA etwas mehr Eigenständigkeit und der Mut ins Risiko zu gehen zu wünschen, um sich mit den gegebenen Qualitäten etwas abzusetzen.
Zum Schluss kann man resümieren, VISIONS OF ATLANTIS bewegen sich mit „Wanderers“ recht geschickt auf einem klischeeverminten Symphonic -Metal Feld, wenn auch das Ergebnis vorhersehbar und etwas uninspiriert bieder ausfällt.
Entgegen der alten Eurovisionsregeln gibt’s für die Österreicher 7,5 Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Release My Symphony
02. Heroes Of My Dawn
03. Nothing Last Forever
04. A Journey To Remember
05. A Life Of Our Own
06. To The Universe
07. Into The Light
08. The Silent Scream
09. The Siren & The Sailor
10. Wanderers
11. At The End Of the World

Rüdiger König

Link zu “A Journey To Remember” :

ASTRALIUM – Land of Eternal Dreams

Band: Astralium
Album: Land of Eternal Dreams
Spielzeit: 66:00 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Rockshots Records
Veröffentlichung: 23.08.2019
Homepage: www.facebook.com/astraliumband

Female fronted Symphonic Metal Bands gibt es mittlerweile ja echt wie Sand am Meer! Vor allem aus Italien gibt es immer wieder Nachschub zu vermelden.
So auch dieses Mal mit der jungen Band ASTRALIUM die dieser Tage ihr Debütalbum „Land of Eternal Dreams“ in die Läden hievt.
Die Truppe, angeführt von Sängerin Roberta Pappalardo, wird mit einigen Vorschusslorbeeren betitelt was vermutlich auch die namenhaften Gäste auf dem Album erklärt!
Da hätten wir Tommy Johansson (SABATON, MAJESTICA), Jo Lombardo (ANCESTRAL) und Andrea Martongelli (ARTHEMIS).
Schauen wir mal ob die Lobeshymnen im Vorfeld gerechtfertigt waren und horchen in den ersten richtigen Track „The Journey“ rein nach dem der Openertrack „Remembrance“ nur ein stimmungsvolles Intro ist.
Hier wird flott losgelegt, die Stimme von Frontfrau Roberta ist sehr angenehm und man ist hier schön songdienlich unterwegs. Ein guter Einstieg auf dem man aufbauen kann.
Der erste richtige Hit folgt dann mit dem anschließenden „Rising Waves from the Ocean“. Hier hat Tommy Johansson seinen Gastauftritt, den er natürlich blendend absolviert! Der Junge kann einfach richtig geil singen!
Aber auch der Rest der Band gibt sich hier keine Blöße und zaubert jedem Symphonic Metaller ein Grinsen ins Gesicht.
Und auch das folgende „My Life is my Eternity“ ist richtig gut geworden. Auch hier ist eine männliche Gesangsstimme zu hören, leider entzieht sich meiner Kenntnis vom sie ist, richtig gut klingt es aber auch auf jeden Fall!
Beim nächsten Song „Whisper in the Silence“ der ebenfalls wieder bestens gelungen ist, erkennt man die männliche Stimme aber sofort, es ist Jo Lombardo.
Hälfte Nummer Eins des Albums hörte sich ja schon mal mehr als ordentlich an. Schauen wir mal wie es uns in der zweiten Plattenhälfte so ergeht?
Och ja im Großen und Ganzen gefällt erstmal was man hört. „Hope is Gone“ nimmt den Symphonic Metalfaden gekonnt auf, „Breath of my Soul“ ist eine tolle Ballade, die auch sofort jedem Genrefan zusagen sollte und auch „A Dream`s Elegy“ läuft gut rein.
Danach, ab „Seven Seas, Seven Winds“ wird es aber etwas unruhig, denn hier will man definitiv zu viel von Allem! Hier baut man auch noch ordentlich Bombasteinflüsse mit ein was dem Song definitiv nicht gut tut. „Etheral Voices from the Forest“ ist dann irgendwie komplett unnötig und auch bei „The World of Unknown“ und dem abschließenden „Hidden Conspiracy“, mit sehr unpassenden Growls, ist man einfach eine Spur drüber. Einfach insgesamt zu viel von Allem!

Anspieltipps:

„Rising Waves from the Ocean“, „My Life is my Eternity“, „Whisper in the Silence“ und „Breath of my Soul“.

Fazit :

Schade, die erste Hälfte des Debütalbums der jungen Truppe ASTRALIUM ist richtig stark geraten! Aber in der zweiten Hälfte macht man doch ein paar „Fehler“ zu viel und will einfach zu viel von allem und kleistert die Songs quasi mit allem Möglichen zu. „Highlight“ des Ganzen ist dann der Abschlusssong wo man dann noch auf den letzten Metern die noch fehlenden und überflüssigen Growls einbaut.
Manchmal ist weniger halt einfach mehr!
Aber für ein Debütalbum und aufgrund der sehr ordentlichen ersten Hälfte gibt es hier insgesamt dann noch eine entsprechende solide Bewertung, auf der für das nächste Album auf jeden Fall aufgebaut werden kann!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Remembrance
02. The Journey
03. Rising Waves from the Ocean
04. My Life is my Eternity
05. Whisper in the Silence
06. Hope is Gone
07. Breath of my Soul
08. A Dream`s Elegy
09. Seven Seas, Seven Winds
10. Ethereal Voices from the Forest
11. The World of Unknown
12. Hidden Conspiracy
13. Hope is Gone (Orchestral Version Bonus Track)

Julian

EQUILIBRIUM – Renegades

Band: Equilibrium
Album: Renegades
Spielzeit: 42:28 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 23.08.2019
Homepage: www.equilibrium-metal.net

Alles neu macht der August? Im Falle von EQUILIBRIUM scheint das jedenfalls so zu sein, denn in ihrem neuesten Werk – passenderweise mit „Renegades“ (Abtrünnige) betitelt, machen die Bayern ganz viel Neues. Dazu kommen noch zwei Neuzugänge – der Norweger Martin „Skar“ Berger Enerstved (zuständig für Bass und Clean Gesang) sowie Skadi Rosehurst (Keyboard und Synthesizer). Und nicht zu vergessen, ein neues Logo, ein neues Cover-Design und nur noch ein deutschsprachiger Text.
Liebe Die-Hard-EQUILIBRIUM-Fans, seid jetzt bitte tapfer und hört es euch einfach an. Es lohnt sich auf alle Fälle, vertraut mir.
Schon der Opener „Renegades – A Lost Generation“ macht Spaß. Leicht anfangend wird hier dann doch recht schnell Gas gegeben. Absoluter Bang-Faktor und dazu Robses Growls… besser kann ein EQUILIBRIUM Album nicht starten.
Der nächste Song „Tornado“ kommt für die Band dann doch eher sehr ungewöhnlich daher. Die düster angehauchten Strophen klingen nicht EQUILIBRIUM-typisch, ist der Song doch sehr hymnisch. Mit Skars Klargesang im Wechsel mit Robses tiefer Stimme dennoch absolut eingängig und sehr gefällig und vor allem richtungsweisend. „Himmel Und Feuer“ dagegen, der tatsächlich einzige deutschsprachige Song auf „Renegades“ ist eine absolut Gute-Laune-Nummer. Er klingt vertraut und nach EQUILIBRIUM, aber dennoch irgendwie anders anders und vor allem richtig geil.
Völlig unerwartet erwischt einen dann doch der „Path Of Destiny“. Während Robse sich durch den Song growlt und Skar geniale Clear-Parts beisteuert, tauchen im Mittelteil tatsächlich THE BUTCHER SISTERS auf. Eine deutsche Hardcore-Rap-Band bei EQUILIBRIUM? Jawoll, sie haben es getan und es klingt gut. Verdammt gut.
Wer sich von dem Rap-Schreck erstmal erholen muss, kann sich bei „Moonlight“ entspannen. Auch hier dominiert das gesangliche Zusammenspiel von Robse und Skar, vor allem Skars Gesangsteile scheinen ihm auf den Leib geschneidert zu sein. Und wer die alten EQUILIBRIUM vermisst, kann sich zumindest ein wenig davon bei „Kawaakari – The Periphery Of The Mind“ zurückholen. Der Song ist der beste Kompromiss zwischen alter und neuer Welt. Harte Growls und dämpfende Clean-Parts, aufgepeppt mit leicht fernöstlichem Flair.
Zum Ende hin ballert uns „Final Tear“ dann nochmal so richtig einen vor den Latz. Hart, vor Zorn strotzend und absolut kompromisslos. Ein ultraschneller Kracher, der das aktuelle wichtige Thema des Klimawandels aufgreift. Ein absoluter Brecher, der vor nichts Halt macht.
Das darauffolgende trancelastige „Hype Train“ kann wie „Path of Destiny“ mit einem Gast aufwarten. Julie Elven teilt sich den Gesangspart mit Robse, der Song geht musikalisch aber wieder in eine komplette andere Richtung als das krachende „Final Tear“. Schwungvoll und tanzbar mit leichtem Pagan-Folk Einschlag wirkt er luftig und leicht und macht absolut Spaß.
Den epischen Abschluss des neun Tracks umfassenden Werkes bildet das siebenminütige „Rise of the Phoenix“. Ein gelungener Abschluss, bei dem auch wieder Skars Klargesang überzeugen kann. Ein perfektes Ende für das mittlerweile sechste Studioalbum.
Mit „Renegades“ haben sich EQUILIBRIUM deutlich weiterentwickelt, auch wenn dies vermutlich vielen Fans nicht unbedingt gefallen wird. Es ist ein Neustart, der die Brücken der Vergangenheit aber nicht einreißen möchte, sondern auch die Wurzeln, die Anfänge hochleben lässt.
Was sich Hauptsongwriter und Gitarrist René Berthiaume mit seinen Mannen ausgedacht hat, ist wirklich genial und eine konsequente Weiterentwicklung der Band. EQUILIBRIUM experimentieren schon seit ihrer Bandgründung vor rund 18 Jahren und das ist auch gut so. Wie René Berthiaume so passend sagt „Stillstand wäre für uns der innere Tod“ und Recht hat er damit.
Schade nur, dass die Platte schon nach 42 Minuten endet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Renegades – A Lost Generation
02. Tornado
03. Himmel Und Feuer
04. Path Of Destiny (feat. The Butcher Sisters)
05. Moonlight
06. Kawaakari – The Periphery Of The Mind
07. Final Tear
08. Hype Train (feat. Julie Elven)
09. Rise Of The Phoenix

Tänski

ANTONELLO GILIBERTO – The Strategy Of Chaos

Band: Antonello Giliberto
Album: The Strategy Of Chaos
Spielzeit: 56:24 min
Stilrichtung: Epic Symphonic Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung:
Homepage: www.antonellogiliberto.jimdo.com

AnNTONELLO GILLIBERTO – Der Gitarrist aus Sizilien war mir bislang unbekannt, aber was im Postfach landet wird eben mal gehört. Keine schlechte Entscheidung. Das dritte Album “The Strategy Of Chaos” ist zwar schon eine Weile lang draußen, aber das steht einer Rezension ja nicht im Wege, gerade weil ich das Gefühl habe, in Deutschland kennt den Jung praktisch niemand und das ist eigentlich schade, denn “The Strategy Of Chaos” ist insgesamt ein echt schönes Stück neoklassischer orchestraler Instrumental Metal, wenn man denn die obligatorischen lateinischen Chöre nicht mit einrechnet.
Die Produktion ist schonmal saftig. Was man ankreiden könnte ist die Tatsache, dass man den großflächig eingesetzten Orchestralkeyboards doch durchaus öfters mal anhört, dass sie eben aus der Dose sind, wenn auch bei weitem nicht aus irgendeinem X-beliebigen Entertainer-Keyboard. Es fällt eben auf, ist aber nicht wirklich problematisch.
Zum Stil: Mit seinen Kollegen Dino Fiorenza am Bass und Dalvo Grasso an den Drums macht Antonello modernen neoklassischen Power Metal, mit viel Gefrickel, schnellen dudeligen Doublebass-Passagen mit Cembalo (Kein neoklassisches Album ohne fixe Cembali), dicken Filmsoundtrack-Orchestern und ordentlich YNGWIE-Inspiration, aber auch moderner komponierten Abschnitten. Dazu kommen balladige Parts wie der Anfang von “Beata Beatrix The Beautiful Vision” und das verträumte “Forgotten Mists”, noch das Kitschig-Schmalzigste am ganzen Album und erfreulicherweise nicht besonders kitschig-schmalzig. Und dazu wiederum kommt eine ordentliche und sehr dominante Portion Härte und Düsterkeit. Die langsameren Midtempo-Parts sind dabei genauso heavy geworden, wie die schnell dreschenden, die knallenden Gitarren tragen ebenso wie die durchdringend bratenden Hörner und die treibenden Streichersynths ihren Teil dazu bei. Und Antonello liefert mit seinem Gitarrenspiel die schwarze Glasur für den Kuchen. Mag man am Anfang des Albums noch ein wenig skeptisch sein, weil gerade beim Opener einige Parts zu finden sind, bei denen er nicht komplett im Takt ist, erledigt sich diese Skepsis schon bei Track 2, denn ab diesem Zeitpunkt fallen solche kleineren Ungenauigkeiten (mir zumindest) praktisch nicht mehr auf. Antonello erweist sich als ein Meister verschiedener Stile, der das typische High-Speed-Pseudo-Bach-Gedudel ebenso lässig durchzieht wie bösere progressivere Passagen oder eskalative Soli (so bei “Iron Shadows On The Moon”).
Die Komposition bleibt natürlich ein wenig hinter den Leistungen seiner großen alten Vorbilder (Bach, Mozart, Vivaldi, Beethoven etc.) zurück, gerne verlässt sich Antonello auf eine Akkordfolge, die dann zumindest 50% des Songs bestimmt, aber das ist okay, solange die darauf komponierten Motive eine gewisse Eingenständigkeit haben. Und das haben sie doch zumindest häufig, man höre an dieser Stelle beispielsweise in das absolut geile “Wrath Of The Northmen” oder den lohnenden Bonustrack “Odissea Veneziana” rein. Und an den weniger spektakulär komponierten Stellen überzeugt “The Strategy Of Chaos” immer noch als episch-orchestrales Mittel zur Erzeugung von Gänsehaut.

Anspieltipps:
Generell eher die zweite Albumhälfte, die gegenüber der ersten nochmal ordentlich einen draufsetzt, “Iron Shadows On The Moon”, “The Strategy Of Chaos”, “Wrath Of The Northmen” und “Odissea Veneziana”

Fazit:
Ein Soloalbum, eine knappe Stunde lang, das kann anstrengend werden. Wenn man eine solche Platte dennoch als kurzweilig bezeichnen kann, muss der Künstler eine Menge richtig gemacht haben. Das ist bei Antonello der Fall. Symphonisch, düster, fett, beeindruckend gespielt, vielseitig und häufig stark komponiert. Wer mächtigen Filmsoundtracks und starkem Gitarrenspiel was abgewinnen kann, sollte mit „The Strategy Of Chaos“ eine ziemliche Vollbedienung in den Händen halten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Strategy Of Chaos
02. Threat And Redemption
03. Before The Battle
04. Beata Beatrix The Beautiful Vision
05. Artemisia’s Revenge
06. The Depths Of My Soul
07. Wrath Of The Northmen
08. Iron Shadows In The Moon
09. Forgotten Mists
10. Secrets From The Past
11. Alone In The Empty Space
12. Odissea Veneziana (Bonus Track)

Jannis

VISIONATICA – Enigma Fire

Band: Visionatica
Album: Enigma Fire
Spielzeit: 38:39 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 12.07.2019
Homepage: www.visionatica.de

Starker Symphonic Metal aus Deutschland das haben sich seit ihrem Debütalbum „Force of Luna“ 2016 auch VISIONATICA auf die Fahnen geschrieben! Angeführt von der stimmgewaltigen Sängerin Tamara Amedov brachten man damals ordentlich frischen Wind ins Genre und punktete auf ganzer Linie bei den Genrefans.
Lohn dafür war ein Plattendeal mit Frontier Records, worüber nun das zweite Album „Enigma Fire“ in den Startlöchern steht.
Die Band ist personell komplett unverändert und ruht sich nicht auf den bisherigen Lorbeeren aus, sondern legt musikalisch wie auch songwrtingmäßig auf dem neuen Album noch eine Schippe drauf!
Dies stellen wir direkt mit dem ersten richtigen Track „The Pharao“ fest, nachdem man das einleitende instrumentale Intro „Amari Sudbina Kali“ hinter sich hat. Symphonisch, verspielt aber dennoch genau auf den Punkt und absolut melodisch! Das sind die Glanzpunkte der Nummer, die sofort überzeugen kann.
Mit „Fear“ im Anschluss macht man ebenfalls nicht viel verkehrt, aber die absoluten Oberkracher folgen dann mit „Roxana, The Great“ und „Dance of Fire“. Hier stimmt einfach die Mischung aus Symphonic und Melodic zu 110 % und Fans dieser Stilrichtungen werden aus dem Jubeln nicht mehr herauskommen!
Mit dem anschließenden „To the Fallen Roma“ geht es dann wieder etwas mehr in die epische Ecke, was der Band aber auch absolut perfekt zu Gesicht steht.
„Incomplete“ ist dann die Ballade der Scheibe auf der natürlich Sängerin Tamara absolut glänzen kann. Die Nummer lädt wunderbar zum dahin träumen und abschweifen ein.
Leider, muss man bei der kurzen Spielzeit sagen, ist man nun schon bei den letzten beiden Songs angekommen. „Secrets of the Ancestors“ ist wieder Symphonic Metal pur und das abschließende „Rise from the Ashes” ist eine Power Ballade erster Güte geworden.
So wird ein überzeugendes zweites Album zielsicher und erstklassig abgeschlossen!

Anspieltipps:

„The Pharao“, „Roxana, The Great”, “Dance of Fire”, “Incomplete” und “Rise from the Ashes”.

Fazit :

Im Vergleich zum Debütalbum kommt das neue Werk quasi einen Quantensprung gleich! Das Ganze wirkt sehr kompakt und wie aus einem Guss. Schlechte Tracks gibt es hier nicht zu vermelden und man hat die ein oder andere Symphonic Metalperle im Gepäck.
Die Produktion ist ebenfalls sehr ordentlich und stimmig.
Einzig die doch sehr magere Spielzeit mag den Eindruck trüben und es fehlt vielleicht DIE absolute Übernummer!
Aber ansonsten kann das neue VISIONATICA Album jedem Genrefan als Kaufempfehlung mit auf den Weg gegeben werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Amari Sudbina Kali (Intro)
02. The Pharao
03. Fear
04. Roxana, The Great
05. Dance of Fire
06. To the Fallen Roma
07. Incomplete
08. Secrets of the Ancestors
09. Rise from the Ashes

Julian

TIMO TOLKKI’S AVALON – Return To Eden

Band: Timo Tolkki’s Avalon
Album: Return To Eden
Spielzeit: 54:14 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 14.06.2019
Homepage: www.facebook.com/Timo-Tolkkis-Avalon-2469383586618000

Timo Tolkki muss man an dieser Stelle wohl niemandem vorstellen. Der Gitarrist von STRATOVARIUS und talentierte Produzent ist einer von denen, an denen man als Power-Metaller kaum vorbeikommt, in letzter Zeit auch aufgrund seines neuen Projekts TIMO TOLKKI’S AVALON. Dessen dritte Platte “Return To Eden” hat inzwischen das Licht der Öffentlichkeit erblickt und bietet neben amtlichen 55 Minuten Laufzeit und Professionalität in Sachen Produktion und Spiel auch ein ziemlich amtliches LineUp. Nicht nur die großartige Ex-THE-GATHERING-Frontfrau Anneke Van Giersbergen ist mit dabei, auch Todd Michael Hall von RIOT V, Mariangela Demurtas von TRISTANIA, Zak Stevens (Ex-SAVATAGE) und Ex-ELEGY-Sänger Eduard Hovinga. Und die Instrumentalfraktion besteht bis auf Keyboarder Antonio Agate aus SECRET-SPHERE-Mitgliedern. Die Grundvoraussetzungen für ein starkes Album sind also gegeben.
Musikalisch ist man in recht traditionell aber liebevoll komponiertem symphonischen Power Metal unterwegs, den man gekonnt mit moderneren Keyboardelementen angespicet hat. Weder die orchestralen noch die moderneren Synths wirken dabei aufdringlich oder unpassend, sind im Gegenteil geschmackvoll, wenngleich ziemlich üppig, eingesetzt. Natürlich auch mal in Form von Cembalo-Sounds, schließlich bezeichnet man das Ding als Metal Opera und das klingt nach klassischer Musik und erfordert den Einsatz des für klassische Musik verwendeten Instruments, das, genau wie das pseudo-BACHige Neoklassik-Highspeed-Gedudel am Anfang des ersten richtigen Tracks “Promises” mit Oper genau genommen wenig zu tun hat. Aber sei’s drum, der Track macht akut Bock auf den Rest des Albums, mit äußerst gelungenem Chorus. Bei “Return To Eden” wird es etwas folkiger, mit Doodlesack, einer coolen Klavierspur hinter der Strophe und Todd, Zak und Mariangela in sehr guter Form.
Anneke darf auf “Hear My Call” und “We Are The Ones” ran, die beide verhältnismäßig poppig und Disco-synthesiziger ausfallen (vergleichbar ein wenig mit THE DARK ELEMENT), dabei aber auch gut Spaß machen und erfreulich unbelanglos sind. “Miles Away” leidet eigentlich nur an seinem lahmen Refrain (und der ist auch nicht dramatisch schwach), ist aber ansonsten ein starker hard-rockiger Midtempo-Track mit vielen guten Ideen, und “Godsent” ist der Balladenpathos, den so ein Album halt anscheinend immer haben muss.
Dann gibt es mit “Limits” noch einen Track, der sich stilistisch ein wenig mehr im Heavy Metal zu bedienen versucht, daraus resultierend aber nicht ganz harmonisch wirkt, ein paar weitere gute aber weniger herausragende Power-Metal-Tracks und zu guter Letzt mit “Guiding Star” einen durchgängig unterhaltsamen und ordentlich verteilenden Endsong, nice gesungen von Mariangela.
Schöne Platte insgesamt. An schwächeren Stellen immer noch mindestens guter Durchschnitt, an stärkeren auch mal ordentlich darüber.

Anspieltipps:
“Promises”, “Guiding Star”, “We Are The Ones” und “Miles Away”

Fazit:
Ich bin eigentlich nicht unbedingt der Freund von dem, was man allgemein als Symphonic Power Metal kennt, aber “Return To Eden” funktioniert sehr gut für mich. Hochprofessionell mit für das Genre erstaunlich wenig Kitsch, mit einer Top Vocal-Auswahl, smartem Synth-Einsatz und einem sehr anständigen Anteil an geilen Kompositionen. Gebt dem ruhig mal ’ne Chance!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Enlighten
02. Promises
03. Return To Eden
04. Hear My Call
05. Now And Forever
06. Miles Away
07. Limits
08. We Are The Ones
09. Godsend
10. Give Me Hope
11. Wasted Dreams
12. Guiding Star

Jannis