SANCTUM PYRE – He Who Remains

Trackliste:

01. Break thy Chains
02. Ride through Fire
03. Behold the Thrones
04. Pay the Price
05. The Hammer and the Cross
06. The Oath
07. She was Flame
08. He Who Remains
09. Daughter of the Wind (feat. Thomas Karam & Shlomit Levi)
10. The Veil is Torn (CD Bonus Track feat. Thomas Karam)

 

Spielzeit: 55:18 min – Genre: Power Metal – Label: Steel Gallery Records – VÖ: 20.03.2026 – Page: www.facebook.com/sanctumpyre

 

Obwohl schon etwas länger veröffentlicht schauen wir uns heute noch einen vielversprechenden Newcomer der Szene an auf die ich im Nachgang zur VÖ aufmerksam wurde.
Die griechische Band SANCTUM PYRE, veröffentlichte im März ihr Debütalbum „He Who Remains“ und bekam meiner Ansicht nach viel zu wenig Aufmerksamkeit.
Die Band wurde 2025 von Keyboarder Nikos Tzouannis (BATTLE SYMPHONY) gegründet der auch alle Songs im Alleingang schrieb.
Unterstützt wird er hier gesanglich von niemand geringeren als MENTALIST Sänger Rob Lundgren sowie Mike G der sich für die Bass und Gitarrenparts sowie für den Drumcomputer verantwortlich zeigt.
Ja ihr habt richtig gehört, wir haben es hier nicht mit einem Menschen an den Fellen zu tun, was für mich eigentlich ein No Go ist, aber wenn man das schon so offensiv in den Promoinfos sagt und darauf hinweist, dann ist das für mich tatsächlich akzeptabel.
Als gesangliche Gäste finden sich auf dem Album noch Thomas Karam (NOOR, EXXUL) sowie Shlomit Levi (ORPHANED LAND).
Ach ja, musikalisch ist man klar im Power Metal beheimatet, auch wenn man immer mal wieder in die Epic oder Symphonic Schiene abweicht, die einen schönen orientalischen Touch aufweist. Ähnlich wie es die Jungs von ARRAYAN PATH praktizieren.

Gestartet wird das Album mit der Videosingle „Break thy Chains“. Ziemlich brachial mit ordentlich Keyboards geht man zu Beginn zu Werke. Und direkt wird aufgrund der Orchestrierung aber auch vor allem aufgrund des tollen passenden Gesangs von Fronter Rob der orientalische Touch hörbar, der so ja auch angekündigt war. Ein Opener der direkt zeigt, wo es lang geht, was man erwarten kann und welche tolle Qualität uns hier erwartet.
Im Anschluss gibt es dann mit „Ride Through Fire“ eine weitere Vorabsingle, die klar episch dominiert ist und im Vergleich zum Opener nochmal eine Schippe drauflegt.
Ein toller Song, der zurecht eine der Videosingles geworden ist!
Einen tollen Aufbau, auch vom Chorus her hat dann „Behold the Thrones“. Auch sind wir wieder knietief in der Epic Ecke unterwegs, gewürzt mit etwas Symphonic und vor allem Melodic kommt auch dieser Power Metalhammer sehr ordentlich aus den Boxen geballert!
Und wo wir gerade bei knietief sind, „Pay the Price“ badet im Anschluss im selbigen im Orient was sowohl instrumental als auch gesanglich sehr schnell klar wird.
Die Powerballade „The Hammer and the Cross” hat ebenfalls eine orientalische Einleitung bewegt sich ansonsten aber im langsamen Bereich wo ordentlich Atmosphäre und Emotionen rüberkommen auf über 5 Minuten.
Nach dem knapp 6-minütigen Epicbrecher „The Oath“ gibt es bei „She was Flame“ etwas Standard Power Metal, bevor es den Titelrack „He Who Remains“ auf die Ohren gibt. Auf über 9 Minuten zieht man hier als Band so ziemlich alle Register, die man vorher schon angewendet hat und präsentiert uns einen Power Metal Track, der auch wieder in die Epic und Symhonic Schiene abdriftet.
Als Abschluss gibt es mit „Daughter oft he Wind“ und „The Veil is Torn“ zwei Tracks die gesanglich nicht von Rob getragen werden, sondern als weiblichen Part von der israelischen Sängerin Shlomit Levi und als männlichen Part von Thomas Karam. Gerade bei der ersten Nummer ergibt sich so ein tolles gesangliches Wechselspiel welches auch wunderbar im bisher gehörten orientalisch angehauchten Epic Power Metal reinpasst.
Zwei Tracks, die die Platte wunderbar abrunden und auf den letzten Metern nochmal richtig zünden, geil!
Beide Musiker kannte ich bislang nicht, machen aber echt mächtig Eindruck und stehen dem Hauptsänger Rob Lundgren hier eigentlich in Nichts nach. Ich finde sie sogar teilweise noch etwas besser zur Mucke passend aufgrund ihrer Stimmfarbe und Stil! Davon hätte ich mir noch gerne den ein oder anderen Song mehr angehört.

Leider ging dieses Debüt in der Veröffentlichungsflut Anfang des Jahres etwas unter! Das vollkommen zu Unrecht, denn das, was mir hier als geneigter Fan geboten bekommt ist absolut hörenswert, wenn man auf diese Art Mucke steht!
Vom Songwriting her macht man hier vieles richtig und auch die Sängerauswahl erweist sich insgesamt als wahrer Glücksgriff.
Beim hoffentlich folgenden zweiten Album könnte die Eingängigkeit noch etwas höher werden, aber ansonsten kann man die Scheibe dem geneigten Fan, der mit dem Genre etwas anfangen kann, auf jeden Fall nur empfehlen.

Julian

 

TRIUMPHER – „Piercing The Heart Of The World“

Trackliste:

01. Black Blood
02. Destroyer
03. The Mountain Throne
04. Ithaca (Return Of The Eternal King)
05. Vaults Of Immortals
06. The Flaming Sword
07. Erinyes
08. Naus Apidalia

 

 

Spielzeit: 44:44 min – Genre: Epic Metal – Label: No Remorse Records – VÖ: 06.03.2026 – Page: www.facebook.com/Triumpher.official

 

Manchmal kommt es einem so vor, als müsste man als Epic-Metal-Band in der heutigen Zeit eine möglichst holzige drucklose Produktion vorweisen, einen dünnen Gesamtsound und einen Sänger, der 20% der Zeit leicht neben dem Ton liegt, von dem Nicht-Kenner sagen würden, dass er den hätte treffen müssen. Schwer zugänglich, ansonsten untrue.
Aber es gibt auch Bands wie TRIUMPHER. Griechen, 2020 gegründet von Mars Triumph (heißt nicht wirklich so, bin etwas enttäuscht) und dann seit 2023 direkt mal zwei Alben rausgebracht – drei, wenn man „Piercing The Heart Of The World“ hinzurechnet.
Und was soll ich sagen, so geht es doch auch. „Piercing The Heart Of The World“ klingt sehr gut. Nicht modern überproduziert sondern einfach organisch gut. Und die Musik an sich tut der Qualität keinen Abbruch. Der Opener „Black Blood“ rollt erbarmungslos rein, mit stabiler Härte und Uptempo, aber auch mit Orchester, Chor, und einer fetten Glocke. Und wow, auch Orchester und Chor klingen sehr gut gemacht für eine Band und ein Album dieser Größe. Im Vergleich zu sonstigem Epic Metal ist „Black Blood“ ziemlich „eingängig“, lässt sich seinen Blastbeat-Part und hohe Screams aber nicht nehmen. Heftiger Einstieg.
Und heftig geht es mit „Destroyer“ und „The Mountain Throne“ weiter, denn hier wird erst klar, dass TRIUMPHER auch in oldschooligen Symphonic-Black-, Speed- und Thrash-Metal-Wassern fischen. Das ginge nicht mit jedem Sänger, aber Mars hat eine Stimme, um die sich 90% der Bands da draußen prügeln würden. Screams und Growls gehen ebenso wie kreischiger Klargesang, Epic-Metal-Vocals mit schönem Vibrato und beruhigender Bariton, und alles sitzt wie Arsch auf Eimer. Der Gesangsstil auf „Piercing The Heart Of The World“ ist theatralisch wie sonst was, und ein klares Highlight auf der Platte.
Neben alldem gehen auf TRIUMPHERs Drittwerk aber auch ruhigere Töne – „Ithaca (Return Of The Eternal King)“ braucht über drei Minuten, bis die Band überhaupt das Studio betritt und „Vaults Of Immortals“ wird als kleiner dramatisch-zurückgefahrener Zweiminüter noch hinterhergeschoben.
„The Flaming Sword“ ist ein musikalisch kreativerer MANOWAR-Song, bei „Erinyes“ wird es nochmal thrash/speed-metalliger, und „ Naus Apidalia“ ist ein korrekter Neun-Minüter, den man aber um drei Minuten hätte kürzen können.

Fazit:
„Piercing The Heart Of The World“ ist stark gemacht und auch für Nicht-Genre-Puristen durchweg sehr unterhaltsam. Kleine Einflüsse verschiedener Untergenres liefern ein angenehmes Maß an Unvorhersehbarkeit, ohne dass das Album deswegen in sich nicht organisch wirken würde. Klare Reinhörempfehlung!

Anspieltipps:
„Black Blood“, „The Mountain Throne“ und „Erinyes“

Jannis

TALENTSCHMIEDE: DISTANT LEGACY

Band:
Distant Legacy

Gegründet:
2019

Herkunft:
Essen, Deutschland

Mitglieder:
Timo

Stil:
Epic Metal? (Genre-Schubladen nerven)

Veröffentlichungen:
2025 The Lighthouse´s Fate (Album)
2025 Walden feat. Herbie Langhans (Single)
2025 Fingerprints feat. David Henriksson (Single)
2024 Caruso (Coverversion von Lucio Dalla) (Single)

Einflüsse:
Ich höre zwar vornehmlich Metal und Rock, bin aber aufgewachsen mit den Beatles, Beach Boys, ELO, Elton, Elvis und Johann Sebastian Bach. Ich kann vielen Musikrichtungen etwas abgewinnen. Ich liebe Dream Theater, Neal Morse, Steven Wilson, Riot (V), Sonata Arctica und viele mehr. Aber ich eifere keiner von den genannten Bands nach und will so klingen wie sie. Distant Legacy ist das unterbewusste Resultat all meiner Inspirationsquellen im Laufe meines Lebens.

Was ich die nächsten fünf Jahre erreichen möchte:
Besser werden an den Instrumenten und weitere Alben produzieren. Den einen oder anderen Gast habe ich auch schon im Kopf.
Ich möchte, dass sich mein Herzblut, das ich in diese Produktionen stecke, so auszahlt, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die meiner Musik etwas abgewinnen können. Ich mag sie, also muss es auf dieser Welt auch noch mindestens zehn Leute geben, die das auch tun 😉

Was als nächstes kommt:
Am 28.11.2025 wird „The Lighthouse´s Fate” veröffentlicht, ein Album, an dem ich seit 2019 arbeite. Natürlich nicht durchgehend. Dazwischen kamen private Situationen, Umzüge, zwei Kinder und viel Arbeit. 2026 werde ich aber direkt in die Konzeption und Komposition für das nächste Album gehen. Ich habe jetzt schon viele Ideen und in diesem Jahr viel Zeit dafür.

Meine beste Erfahrung bis jetzt:
Die beste Erfahrung eines Musikschaffenden ist es immer, wenn man wahrnimmt, dass seine Musik nicht „gut“ gefunden wird, sondern den Zuhörer ehrlich berührt. Das ist schon immer meine Triebfeder gewesen. Ein Album ist ein Gesamtkunstwerk wie ein Film. Wenn Du bei „Hachiko“ heulst, bei „Hangover“ lachst und bei „Inception“ staunst und nachdenkst, hat der Regisseur alles richtig gemacht. Und wenn das beim Hörer ankommt, was Du beim Komponieren beabsichtigt hast, ist es die Mühe wert gewesen.

Mein peinlichster Moment
Hier folgt leider keine zotige Geschichte… Was ist peinlich? Eher unangenehm finde ich die Situationen, wenn im Gespräch herauskommt, dass ich Musik mache und die Leute ganz schnell zwischen Tür und Angel auf Spotify die Musik suchen und auf dem Handy reinhören. Insbesondere bei Leuten, die mit Metal/Rock gar nichts an der Mütze haben.

Mit wem ich gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Da ich sehr gerne Bier trinke und das auch sehr gut, darf ich mir mehrere aussuchen.
Jens Bogren: weil ich seine Mixing-Arbeit über allen Maßen erhaben finde.
Tony Kakko: er ist der Master of Harmony Vocals.
Russel Allen: einer der besten Sänger
Paul McCartney: offensichtlich
Elton John: mit einer der besten Songwriter in diesem Jahrhundert, trinkt aber kein Bier- schwierig!

Würdest Du gerne mit Distant Legacy auf Tour gehen?
Alleine kann man schlecht auf Tour gehen und ich bin auch kein guter Live-Musiker. Dürfte ich mir eine Band zusammenstellen und ein Orchester dabeihaben und das alles auf BluRay aufnehmen dürfen ja – und ja, ich bin bescheiden. 😊

Das Beste daran, alles in Eigenregie zu machen:
Als Betreiber eines Tonstudios bin ich in einer sehr komfortablen Situation und mein eigener Chef. Ich muss keine Kompromisse eingehen oder auf Befindlichkeiten anderer Rücksicht nehmen. Habe ich eine Idee, nehme ich sie auf und darf mich so oft verspielen, wie ich möchte. 😊

Und das Schlechteste?
Es ist teuer und ich kann mich nicht auf nur ein Instrument konzentrieren.

Online:
Website: www.distantlegacy.net
Instagram: www.instagram.com/distant_legacy

Musik:
Spotify: www.open.spotify.com/intl-de/artist/4o67bOpkA24q0X9wSP31a1?si=2_xJNKHVRAe20tF-e7O_dQ
Youtube: www.youtube.com/@DistantLegacyofficial

BEHÖLDER – Tower Of The Broken God (EP, Kurzrezension)

Trackliste:

01. Tower Of The Broken God
02. The Dungeons Are Calling

 

 

Spielzeit: 11:31 min – Genre: Epic Doom/Dark Power Metal – Label: Black Lion Records – VÖ: 24.10.2025 – Page: www.facebook.com/BeholderDoom

 

Ups. Da hab ich gedacht, ich hätte mir hier ein Album der frisch gegründeten US-Epic-Doom-Metaller BEHÖLDER gesichert. Wer sich informiert, ist klar im Vorteil. Dann halt ein paar schnelle Worte zur neuen EP der Truppe. Die besteht aus zwei Songs, von denen einer ein Cover ist. Nun, so macht man aus einer Single halt eine EP. Aber zumindest ist das Cover von SAVATAGEs „The Dungeons Are Calling“, was ein sehr gute Song ist, der von BEHÖLDER auch sehr gut gecovert wurde. Knallt gut, ist soundtechnisch etwas angebreitet, lässt aber die Knackigkeit des Originals nicht vermissen, und ist auf jeden Fall eine Version mit Existenzberechtigung.
Der Hauptsong „Tower Of The Broken God“ ist immerhin sechseinhalb Minuten lang, knallt ebenfalls gut. Dabei ist der Sound der EP aber recht warm und handgemacht-voll klingend, passt gut zum melodisch-doomigen Stil der Truppe.
Und der Song? Jap, ist ein guter. Vocals gut, Instrumente gut, Komposition gut, durchläuft ein paar Geschwindigkeiten, hat das ein oder andere schöne Riff zu bieten – „TOTBG“ liefert viel, was sich Doomfans wünschen und ist ein Song, mit dem man sich diese Band schonmal auf den Schirm holen kann, falls man sie dort – was wahrscheinlich ist – bislang nicht hatte. Könnte sich lohnen!

So klingen BEHÖLDER auf ihrem ersten Album:

Jannis

UNDER RUINS – Age of the Void

Trackliste:

01. MDCCCXVI
02. Eigtheen Hundred and Froze to Death
03. Lost Amidst the Unfathomable Abyss
04. Moonlit Requiem
05. Whispered Curses, Woe Unleashed
06. Crimson Seas of Courage
07. Great Downing of Men
08. Fanfares

 

 

Spielzeit: 45:40 min – Genre: Epic Metal – Label: FHM Records – VÖ: 02.05.2025 – Page: https://underruins.com

 

UNDER RUINS ist eine neue Epic Metalband die sich 2023 aus ehemaligen Mitgliedern von THEM und LANFEAR gegründet hat.
Zusammen möchten sie ihre Version des Epic Metal voll mit kraftvollen Riffs, epischen und melodischen Chören auf die Metalwelt loslassen.
Dazu hat man nun einen Vertrag beim deutschen Label FHM Records unterschrieben, nachdem man die ersten Albumvorabsingles noch im Alleingang ,mit weit über 30.000 Views, veröffentlichte.
Die Jungs sind auch schon live unterwegs gewesen, nun heißt es aber erstmal volle Konzentration auf ihr Debütalbum „Age of the Void“.

Mit dem Opener „MDCCCXVI“ beginnt die epische Reise. Ein Cinematic ähnliches Intro welches instrumental gut einleitet.
Beim ersten richtigen Track „Eigtheen Hundred and Froze to Death“ geht es dann direkt in die epischen Vollen und es entwickelt sich ein sehr riffbetonter Track der sich gut in die Gehörgänge gräbt trotz seiner beachtlichen Länge von über 7 Minuten!
Und auch mit der der nächsten Nummer „Lost Amidst the Unfathomable Abyss“ kratzt man direkt wieder an der 7 Minuten Marke. Auch ansonsten ist man ziemlich ähnlich wie beim Vorgänger unterwegs, auch wenn es hier etwas „fröhlicher“ zu geht.
Mit „Moonlit Requiem“ haben wir dann DIE Ballade des Albums. Alles in einem tollen epischen Gewand gekleidet lädt der Song auf jeden Fall zum länger verweilen und träumen ein!
Ein Wort zu Sänger Nuno Miguel de Barros Fernandes. Dieser gefiel mir bei LANFEAR auch schon sehr gut, hat nichts verlernt und ist mit seiner angenehmen Stimmfarbe eine gute Wahl für die stimmliche Vertonung der Songs.
Bei „Whispered Curses, Woe Unleashed“ wird viel Wert auf die Rhythmik gesetzt und irgendwie hat das Ganze einen sakralen Touch der vor allem zum Ende des Songs zur Geltung kommt. Eine coole Nummer irgendwie die tolle Wendungen enthält die man so nicht erwartet.
Die vielleicht griffigste und eingängigste Nummer ist dann „Crimson Seas of Courage“was an der Melodic vor allem im Chorus liegt und auch ansonsten wird hier viel Wert auf die Zugänglichkeit gelegt. Geht ein bisschen in Richtung Epic Power Metal hier würde ich sagen.
Etwas mehr in die düstere Ecke geht es dann bei „Great Downing of Men“. Irgendwie hat man die ganze Zeit ein etwas bedrückendes Gefühl da kann ich mir nicht helfen.
Als instrumentales Outro gibt es dann noch das etwas theatralische „Fanfares“. Passt zum Gesamten auf jeden Fall und schließt den Diskus gut ab!

Epic Metal ist ja ein Genre was breit gefächert ist. Es gibt die Bands die eher auch Richtung Melodic und Eingängigkeit gehen und es gibt die Bands die sich voll auf die epische Ausgestaltung der Songs konzentrieren was das Ganze dann etwas komplexer, weniger griffiger und in Richtung Geschichtenerzählung tendieren lässt.
Zu letzterer Gruppe gehören auf jeden Fall UNDER RUINS, was bei der Herkunft der Bandmitglieder ja dann auch kein Wunder ist!
So oder so, gut gemacht ist das Ganze und Epic Metalfans kommen hier auf jeden Fall voll auf ihre Kosten.
Eine starke Leistung, die dementsprechend bei uns benotet wird!

Julian

 

ON ATLAS‘ SHOULDERS – Aion

Trackliste:

01. Aion
02. Gunslingers
03. Swallow The Sun
04. Gears Of Life
05. Wings Of Icarus
06. Starfall
07. Titanum
08. Rise Above
09. Northern Lights

 

 

Spielzeit: 38:18 min – Genre: Epic Heavy Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 17.01.2025 – Page: www.facebook.com/onatlasshoulders

 

Manchmal muss man doch gar nicht so weit über den Tellerrand schauen, um hervorragende Bands mit toller Musik – nicht selten für gerade mal 10 bis 15 Euro Konzerteintritt – zu finden. Zum Beispiel in Frankfurt, wo ON ATLAS‘ SHOULDERS ansässig sind und Sachen machen wie ihr neustes Album „Aion“.
Das Quintett hat spätestens jetzt seinen eigenen Sound gefunden. Im Kern ist das Ganze traditioneller US Epic Metal, was Gesang und gute Teile der Komposition betrifft. Das aber in angepowert, mit dem ein oder anderen Gänsehautpart, Orchester- und Chorsounds und gerade in den Refrains unkonventioneller Eingängigkeit. Und das – jetzt müssen die ganz Truen unter uns kurz stark sein – kombiniert man dann mit moderneren Elementen, bei „Gunslinger“ sogar inklusive Breakdown. Modern-progressive Arrangements finden sich auch hier und dort, doch nehmen die modernen Elemente nie die Überhand. Im Herzen bleibt „Aion“ klassischer Metal.
Mit so etwas kann man durchaus auf die Fresse fallen. Dass ON ATLAS‘ SHOULDERS das nicht tun, liegt an mehreren Gründen. Da wäre der stabile Sound, der keine große Kritik zulässt. Dann die Vocals von Marius Bönisch, der gerne mal in tieferen Sphären unterwegs ist und dort ebenso überzeugt wie in höheren. Dazu kommt die Instrumentalfraktion, die genau weiß, was sie tut, und Liebe zum Detail, was interessante Backing Vocals, Intros und Songstrukturen angeht.
Und nicht zuletzt muss man ganz einfach sagen: Von den neun Songs sind mindestens sechs wirklich wirklich geil, und die restlichen nur marginal weniger. Außergewöhnlich viele der Refrains zünden hochgradig und klingen dabei nicht groß nach tausendmal Gehörtem. Auch in den Strophen trauen sich die Jungs was, wobei gerade die des Openers etwas durchschnittlicher ausfällt. Dafür geht der Rest des Songs voll rein.
Die Rhythmusarbeit ist stark, Tempowechsel finden statt, ohne zu verwirren. Mid- und Uptempo gehen, zum Beispiel bei „Swallow The Sun“, Hand in Hand und funktionieren top zusammen – ich glaub, es ist langsam rübergekommen: „Aion“ ist eine erste ganz starke Meldung im neuen Jahr, praktisch durchgängig entertainend und gut gemacht.

Fazit:
Ernst, majestätisch, true, unkitschig und dann eben noch mehr als das. ON ATLAS‘ SHOULDERS haben mit „Aion“ eines der Alben geschaffen, auf die sich wohl ziemlich viele Metalfans einigen können.

Anspieltipps:
„Aion“, „Starfall“, „Titanum“ und „Swallow The Sun“

Jannis

ACHELOUS – Tower of High Sorcery

Trackliste:

01. Whispering Forest
02. Dragon Wings
03. Istar
04. The Oath
05. Tower of High Sorcery
06. Fortress of Sorrow
07. Into the Shadows
08. Pagan Fire
09. When the Angels Bleed

 

 

Spielzeit: 44:54 min – Genre: Epic Metal – Label: No Remorse Records – VÖ: 22.03.2024 – Page: www.achelous.bandcamp.com

 

Nach dem mich das letzte Album „The Icewind Chronicles“ der Griechen von ACHELOUS nicht komplett abholen konnte, bekommen ich und die Band nun die Möglichkeit einen neuen Versuch zusammen zu wagen.
Das neue Album „Tower of High Sorcery“ steht in den Startlöchern und bietet mit alter Mannschaft den schon bekannten Epic Metal der dieses Mal von der Drachenlanze Saga lyrisch beeinflusst wurde.
Ach ja, einen gesanglichen Gast gibt es noch, Harry „The Tyrant“ Conklin gibt sich bei einem Song die Ehre!

Gestartet wird mit dem Opener „Whispering Forest“ die die Geschichte einleitet, ansonsten aber leider noch nicht viel aussagt.
Die Vorabsingle „Dragon Wings“ übernimmt dann das Ruder. Ein toller epischer Power Metalsong mit weiblicher Gesangsunterstützung und einem dazu passenden Ohrwurmchorus. Direkt also mal der erste Hit!
Die beiden folgenden Songs „Istar“ und „The Oath“ bewegen sich dann beide auf einem ähnlichen, soliden Niveau. Nix aufregendes, Standard Epic Metal halt.
Beim überlangen „Tower of High Sorcery“ holt man episch mal so richtig alles raus! Eine Nummer die Epic Fans auf jeden Fall munden sollte.
„Fortress of Sorrow“ im Anschluss ist dann im Chorus wesentlich melodischer geraten und geht direkt doch gut ins Ohr muss man sagen.
Danach gibt es bei „Into the Shadows“ den Gastauftritt von Harry Conklin. Selbstredend das die Nummer einer DER Hits der gesamten Platte geworden ist!
Über das recht lange und fast instrumentale Zwischenstück „Pagan Fire“ geht es dann in den Abschlusstrack „When the Angels bleed“. Über 9 Minuten lang ist man auch hier wieder knietief im Epic Metal unterwegs und zieht so ziemlich alle Register, die man ziehen kann.
Erdig und groovend bahnt sich der Song seinen Weg und kann nochmal ordentlich punkten.

Zu Beginn war ich doch echt begeistert vom neuen ACHELOUS Album und hatte mich gefragt, warum ich den Vorgänger mit „nur“ 6 Punkten abgespeist habe. Aber umso mehr ich das neue Album gehört habe umso mehr nutzen sich leider die meistens Songs zu sehr bzw. zu schnell ab. Weiterhin also leider viel zu viel Standard insgesamt auch auf der neuen Scheibe.
Den ein oder anderen Hit mehr hat man hier aber im Vergleich zum Vorgänger doch im Gepäck, dafür gibt es 0,5 Punkte mehr, aber viel mehr ist auch dieses Mal leider nicht drin, sorry!
Für beinharte Epic Metalfans aber auf jeden Fall hörenswert!

Julian

 

 

 

MEGA COLOSSUS – Showdown

Trackliste:

01. Fortune And Glory
02. Outrun Infinity
03. Grab The Sun
04. Showdown
05. Warden Of The Wicked Road
06. Take To The Skies

 

 

 

Spielzeit: 37:47 min – Genre: Epic Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 26.01.2024 – Page: www.facebook.com/colossusmetal

 

Epic Metal, 37 Minuten Spieldauer, sechs Songs. Diese Kombination klingt erstmal schwer verdaulich. Aber hey, es geht um MEGA COLOSSUS, also ist exakt das Gegenteil der Fall. Die Amerikaner stehen mit ihrem vierten Album in ihrer 20jährigen Bandgeschichte parat und machen darauf die – nun – Pop-Variante von Epic Metal. Die, die zeitgemäß ausgewogen klar produziert ist (ja, das darf man in dem Genre) und sehr harmonieorientiert daherkommt, mit Einflüssen wir MAIDEN und RAINBOW. Der Gesamtsound ist angenehm undünn, aber auch alles andere als bombastisch. Überschneidungen zu Heavy und Power Metal und Hard Rock sind klar vorhanden, der Gesangsstil ist nicht übermäßig theatralisch und die Grundstimmung oftmals tatsächlich eher positiv.
Und schon wirkt die ganze Sache viel leichter verdaulich, und „Showdown“ tut alles, damit das auch der Fall ist.
Dafür liefert „Fortune And Glory“ den perfekten Einstieg. Ziemlich viel Dur, schön eingesetzte Mehrstimmigkeit in den sehr guten klaren Vocals von Sean Buchanan, eine coole Halbierung der Geschwindigkeit im Prechorus, ein feierlicherer langsamer Part gegen Ende und bei alldem angemessen oldschool – so geht ein gelungener Opener, der die Laune direkt auf ein Level setzt, das dem nahekommt, das sich einstellt, wenn man beispielsweise „Can I Play With Madness“ hört.
„Outrun Infinity“ gewinnt den Preis für Charakterstärke (klingt absolut plausibel, ist aber absolut nicht standard) und dazu noch den für den besten Wiedereinstieg nach dem Mittelteil. Und „Grab The Sun“ funktioniert als der „böse“ Song des Albums mit dem höchsten Dissonanzen-Anteil ebenfalls hervorragend, profitiert allerdings auch von seinem Umbruch gen Feierlichkeit am Ende.
„Showdown“ und „Take To The Skies“ machen ebenfalls Spaß und werden nur deshalb hier kurz zusammen angesprochen, weil sie noch die schwächsten von sechs geilen Songs sind; ihre Existenzberechtigung haben sie jedoch allemal.
Und „Warden Of The Wicked Road“ ist der 11/10-Feelgoodsong auf „Showdown“, den man wohl ausnahmslos jedem Rock-Garage-Leser auf die Playlist mogeln könnte, ohne dafür ein Wort der Kritik zu ernten.
Die einzigen Worte der Kritik, die man an „Showdown“ richten könnte, sind die über die beiden Songs, bei denen das Niveau nicht ganz gehalten wird. Aber die Spielfreude der Band, das kompositorische und virtuose Austoben auf den Songs bei absoluter Kontrolle über sie macht das locker wieder wett, und an sich liefert „Showdown“ keinen einzigen expliziten Störfaktor (beispielsweise in Form eines nervigen Refrains oder so).

Fazit:
Klassisch traditionell auf der einen, frisch und motiviert auf der anderen, kurzweilig und nicht selten ziemlich eingängig auf der dritten Seite, ohne handwerkliche Mängel und mit viel Liebe zur Musik. Das sind MEGA COLOSSUS auch noch nach 20 Jahren Bandgeschichte und das hört man in jeder Sekunde von „Showdown“.

Anspieltipps:
„Warden Of The Wicked Road“, „Fortune And Glory“, „Grab The Sun“ und „Outrun Infinity“

Jannis

MAX ENIX – Far From Home

Trackliste:

01. The End Of An Era
02. Tears Of Earth
03. City Of Mortals
04. Prayer Of The Gods
05. In This Forgotten Paradise
06. An Illusional Kiss
07. The Dark And Bright Tunnel
08. The Forsaken Ocean
09. Childhood Emotions
10. The Broken Face
11. Beyond My Blood
12. Mirrors Of Time
13. Angels Of The Apocalyptic Storm
14. Far From Home

Spielzeit: 159:43 min – Genre: Epic Symphonic Prog Metal – Label: Eigenproduktion – VÖ: 09.06.2023 – Page: www.facebook.com/max.enix.73/

 

MAX ENIX ist mir völlig unbekannt, mir wurde dieses Album in einem Forum empfohlen, kurze Zeit später tauchte das Album auch schon in unserer Promo Liste auf. MAX kommt aus Frankreich und fungiert nach eigenen Angaben als Komponist und Textschreiber, Sänger, Art Director, Manager, Schauspieler, Produzent und mehr. Mir war MAX bist jetzt ein unbeschriebenes Blatt. Nun erschien sein Doppel Album mit dem Titel „Far From Home“ welches aus einem liebevoll zusammengestellten Promo Paket verteilt wurde. Dieses Parkett enthält die Doppel CD des Albums und eine weitere aus drei CDs bestehende Orchester Version, Illustrationen mit Fantasy Hintergrundbildern und jegliche Infos, soviel das sie den Rahmen der Rezi sprengen würde wenn man alles angibt.

An dem Album arbeiteten neben MAX verantwortlich für Songwriting und Gesang, Xavier Boscher an Gitarren, Viram Shankar für Piano und Keyboards, Jean-Jacques Moréac am Bass, Leo Margarit am Schlagzeug und Elise Wachbar Gesang. Desweiteren wurde MAX von Musikern aus Bands wie VANDEN PLAS, EVERGREY, RHAPSODY, ANGRA, AYREON, noch einige mehr oder weniger bekannte Bands und DAVID READMAN als Gastsänger. Eine illustre Schar die dieses Album „Far From Home“ verwirklicht haben.

Wir man anhand der Länge des Albums und der Songs sieht, lediglich ein Song unter vier und ein weiterer unter fünf Minuten, einer liegt bei knapp unter acht und einer unter 10 Minuten alle weiteren knacken die 10 Minuten Grenze, einer schafft es sogar aufsage und schreibe 26,5 Minuten, diese Umstande verrät das hier im Normalfall Prog enthalten ist und so verhält es sich hier.

Der Sound besteht aus einer gekonnten Fusion aus Progressive, Epic und Symphonic Metal, dass nichts für Gelegentliches hören ist, da die Titel sehr viel Aufmerksamkeit benötigen um ihre Wirkung im vollen Umfang entfalten zu können. Für Schnellhörer auf alle Fälle dringend abzuraten oder einen Probelauf vorher machen. Es wechseln sich immer wieder schnelle und langsame oder auch Softe mit Metal Passagen ab und ergeben so ein sehr gutes Ganzes das seine Anhänger finden wird, ich persönlich kenne schon zwei davon. Der komplizierte Prog Anteil mit Verschachtelungen und allerlei Schnickschnack fehlt hier und ist deshalb leichter zu Konsumieren als z.B. DREAM THEATRE oder FATES WARNING, mich erinnert es öfters an TOEHIDER und die ebenfalls von mir reviewten ARDARITH wenn es voll zur Sache geht in den gefühlvollen und langsamen Passagen könnten die Songs als Balladen durchgehen und jeder Song wechselt das Tempo und die Härte. So etwas abgefahrenes habe ich seit TOEHIDER nicht mehr gehört. Allein schon der Einsatz von männlichen und weiblichen Vocals bringt viel, was die Songs betrifft bieten die schon alleine mit ihren Spannungsbögen und sowohl Tempo als auch Härtegraden Wechsel, sehr viel Abwechslung.

Die Orchester Version ist was es schon Ausdrückt die Songs wurden im Orchester Stil aufgezeichnet und erinnern an den Soundtrack vom Schwarzenegger Film „Conan“.

Als Fazit ein Abwechslungsreiches Werk mit vielen Wendungen und intelligenten Kompositionen. Als Anspieltipps muss das gesamte Album herhalten.

Balle

GATEKEEPER – From Western Shores

Trackliste:

01. From Western Shores
02. Death On Black Wings
03. Shadow And Stone
04. Exiled King
05. Nomads
06. Twisted Towers
07. Desert Winds
08. Keepers Of The Gate

 

 

Spielzeit: 48:58 min – Genre: Epic Heavy Metal – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 24.03.2023 – Page: www.facebook.com/GatekeeperBand

 

Bei Epic Metal bin ich immer erstmal ein bisschen vorsichtig, kann dieses Genre doch wahlweise einige der schönsten, wohltuendsten Alben (DARK FOREST) oder ganz düsteren unnahbaren, schwer verdaulichen Stoff hervorbringen. GATEKEEPER machen eher die erstere, auf jeden Fall nicht die letztere Art und haben mit „From Western Shores“ ihren zweiten Longplayer nach dem 2018er Debüt „East Of Sun“ im Ärmel.
Schönes Ding, kann man nicht anders sagen. „From Western Shores“ ist primär eine Mischung aus rifflastigem Oldschool Heavy Metal mit Power-Metal-Einflüssen hinsichtlich seiner Melodie- und Harmonie-Arbeit, ohne dabei aber auch nur in die Nähe zu der kitschigeren Variante des Genres zu geraten. Und das wird dann präsentiert in einem Epic-Metal-Gewand – sehr zugänglich für Freunde melodischen Metals und sehr gut umgesetzt. Wer Sänger Tyler Anderson am Ende des ersten Songs unter „Ach, so eine Art von Sänger ist das“ abspeichert, wird im weiteren Verlauf der Platte schwer überrascht; der Mann ist perfekt für seinen Job. Der Sound stimmt, ist angemessen unpoliert, aber auch nicht rumpelig um der Authentizität Willen. Druck ist da, alles schön definiert und klar, dazu ein wunderbar trockener Gitarrensound.
Was das Songwriting angeht, ist „From Western Shores“ eher ein Sog- als ein Hitalbum. Die Songs für sich sind extrem schlüssig, ohne dabei extrem konventionell zu sein – GATEKEEPER wissen zu 100%, wie man Lieder schreibt, bei denen sich jeder Part sehr konsequent und richtig an seiner Stelle anfühlt. Was aber nicht bedeutet, dass jeder Song ein Instant-Hit ist, denn schlüssig ist nicht gleich unkonventionell besonders.
Es macht Sinn, „From Western Shores“ als Ganzes zu hören. Dann entfaltet die Platte ein wesentlich stärkeres Gefühl für ihre Qualitäten, als beim Hoffen auf die Hit-Single. Was aber nicht bedeutet, dass die Songs einzeln betrachtet langweilig wären.
Höhepunkt ist für mich „Shadow And Stone“, das vom auf coole Weise folkigen Anfang über seine hymnischen, hart runtergebrochen langsamen und fixen Uptempo-Momente einfach alles richtig macht. Auch der würdige Endtrack „Keepers Of The Gate“ erfüllt nicht nur seinen Zweck als solcher (und das kriegen so manche Bands auch schon nicht hin), sondern liefert souverän alles, weswegen man diese Art von Epic Heavy Metal mögen kann – inklusive dem kurzen Ausflug in sympathisches Klischee-Vokabular, den Epic-Metal-aaah-Männerchören, einem massiv livetauglichen Ende und einer schönen Mischung aus Feierlichkeit und ordentlichem Uptempo, alles in schön geschrieben. Und „Nomads“ ist der Song, der das oben beschriebene Songwriting perfekt demonstriert. Sind seine einzelnen Parts besonders außergewöhnlich? Nein. Ist das Ding dennoch irgendwie eines, zu dem man sehr gerne zurückkommen möchte? Absolut!

Fazit:
Vieles, was sich als besonders gibt, besteht doch hauptsächlich aus Fassade. Bei „From Western Shores“ ist es genau andersherum. Klassischer guter Sound, top gespielt und ein großes Ganzes, das wesentlich mehr ist, als die Summe seiner Teile. Für alle, die ihren Metal gerne unmodern, melodieorientiert und gleichzeitig kompatibel und un-Fast-Foodig mögen.

Anspieltipps:
„Shadow And Stone“, „Keepers Of The Gate“, „Nomads“ und „From Western Shores“

Jannis