KING ZEBRA – Survivors

Band: King Zebra
Album: Survivors
Spielzeit: 36:58 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Golden Robot/Crusader Records
Veröffentlichung: 17.09.2021
Homepage: www.kingzebra.ch

Vieles hat sich verändert seit meinem letzten Kontakt zu KING ZEBRA für die Rock Garage. Anno 2015 schrieb ich eine Rezi zum Zweitwerk „Wild! Wild! Wild!“. Seinerzeit zockten die Schweizer eine Mischung aus Sleaze und Hardrock. Doch mit dem Einstieg von Eric St. Michaels (Ex-CHINA) am Mikro hat sich nicht nur die Singstimme sondern auch der Stil der 2012 in Zürich gegründeten Kapelle komplett in Richtung Hardrock verschoben. Nach einigen Singles im Jahr 2018 sowie einer EP ein Jahr später, stehen KING ZEBRA nun runderneuert mit ihrem dritten Langspieler in den Startlöchern.

Schon die selbstbetitelte EP gab einen Vorgeschmack darauf, was man von der Band in Zukunft erwarten kann. Waren die ersten beiden Alben noch recht von jugendlicher Naivität aber auch gewisser Furchtlosigkeit geprägt, kann man den Wechsel am Mikrofon als Glücksgriff werten – wobei ich die Stimme von Tom Hoochy Coo auch geliebt habe. Einen weiteren Schub haben die Schweizer nun mit „Survivors“ gemacht. Schon die Vorabsingle „Wall Of Confusion“, einem Duett mit THUNDERMOTHER Shouterin Guernica Mancini, zeigt ein ganz anderes Qualitätslevel, alleine schon vom Sound her. Ein richtig geiler Rock´n Roller.

Den Anfang macht aber „Under Destruction“. Der Mix von Oscar Nilsson knallt ordentlich und das Songwriting wurde weiter verfeinert. Ein absolut cooler Einstieg. „She Don´t Like My R´n´R“ ist ein Stampfer erster Güte und „Desperate“ ist der perfekte Track für Eure nächste Party! Über „Wall Of Confusion“ brauchen wir gar nicht mehr diskutieren – ein Highlight der Platte. Das abermals 80´s lastige „On The Run“ beschließt die erste Hälfte des neuen Albums und das Zwischenfazit fällt mehr als positiv aus. Als Fan der ersten Stunde muss ich konstatieren, dass KING ZEBRA eine enorme Entwicklung genommen haben. Also ab in die zweite Hälfte von „Survivors“…

Diese eröffnet mit „Rush“ ein Song, den ich niemals von den Schweizern erwartet hätte. Mit einer Hommage an die Band gleichen Namens beginnt die Nummer ziemlich überraschend und hält mit seinem speedigen Mittelteil eine weitere Überraschung bereit. Geschwindigkeit wird auch beim folgenden „Hot Cop Lady“ groß geschrieben. Nach dem quasi-Titeltrack „We´re The Survivors“ – einem weiteren Anspieltipp – machen die Eidgenossen auch bei den letzten Stücken „We Are One“ und speziell dem geilen Rausschmeißer „Be The Hunter“ absolut nix verkehrt.

Mit „Survivors“ präsentieren sich KING ZEBRA frisch und hochprofessionell, ohne die Unbekümmertheit der Anfangstage komplett abgelegt zu haben. Eine große Überraschung, mit der so absolut nicht zu rechnen gewesen ist, selbst nicht nach der gelungenen Vorgänger EP „King Zebra“. Auf „Survivors“ stimmen Songwriting, Abwechslung und Sound. Ein rundes Package für jeden Fan der Achtziger – und doch ist die Platte fest in der Gegenwart verwurzelt. Beide Daumen hoch!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Under Destruction
2. She Don´t Like My R´n´R
3. Desperate
4. Wall Of Confusion (Feat. Guernica Mancini Of THUNDERMOTHER)
5. On The Run
6. Rush
7. Hot Cop Lady
8. We´re The Survivors
9. We Are One
10. Be The Hunter

Stefan

APOSTOLICA – Haeretica Ecclesia

Band: Apostolica
Album: Haeretica Ecclesia
Spielzeit: 49:27 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 17.09.2021
Homepage: www.facebook.com/Apostolicaband

Eine neue mysteriöse Band betritt die Metalbühne! APOSTOLICA. Sie sind maskiert, unbekannt, man weiß nicht wo sie herkommen und zelebrieren ihre Auftritte mit einer cineastischen Gestaltung.
Das dieses Konzept funktioniert haben schon die WARKINGS oder bezüglich der Atmosphäre auch POWERWOLF gezeigt.
Und genau in diesem Fahrwasser wildert die Band auch! Zusätzlich seien vielleicht noch SABATON oder BLOODBOUND als Einflüsse genannt.
Alle Fans dieser Bands können nun getrost weiterlesen und zusammen mit mir herausfinden wie das Debütalbum „Haeretica Ecclesia“ denn so klingt.
Mit lateinischen Versen beginnt der Opener und schon nach kurzem setzen die orchestralen Keys und die kraftvollen Riffs ein und zeigen das die schon genannten Vergleichsband hier absolut ihre Berechtigung haben!
Beim Sänger hört man einen ordentlichen Akzent raus, einordnen kann ich ihnen aber nach wie vor nicht, bzw. erkennen.
Das folgende „The Sword of Sorrow“ ist dann mal ein sehr ordentliches Stück Power Metal geworden was vor Eingängigkeit nur so strotzt und direkt an POWERWOLF aber auch ein bisschen an RHAPSODY denken lässt!
Noch eine Spur knackiger und eingängiger ist dann „Come with Us“ geraten der ebenfalls direkt den Hits auf der Scheibe zuzuordnen ist.
Bei „Thanatos“ ist dann der SABATON Einschlag sehr mächtig spürbar was die Qualität des Songs natürlich nicht wirklich schmälert, sondern eher steigert.
Das erste Viertel ist also mal mehr als gelungen und hier verstecken sich jede Menge Hits für den geneigten Power Metal Fan. Mal schauen ob das auch so weiter geht?
Der Mittelteil ist auf jeden Fall mal mit „Pollution is my Name“ und der Videosingle „No More Place in Hell“ sehr ordentlich geworden und weiß direkt zu begeistern.
Etwas epischer beginnt dann „The Doom“ welches sich dann wieder in einen eingängigen Power Metalhit transformiert.
Im letzten Drittel haben wir dann noch weitere Hits parat in Form von „Fanime“ und dem abschließenden „Redemption“.
Somit kann man nach dem Verklingen des letzten Tons festhalten das man sich vom ersten „Mainstream“ Eindruck nicht täuschen lassen sollte!

Anspieltipps:

„Sanctus Spiritus“, „The Sword of Sorrow“, „Come with Us“, „Thanatos“ und „The Doom“

Fazit :

Zum Anfang war ich gar nicht wirklich von dem Debütalbum von APOSTOLICA begeistert. Zu offensichtlich sind hier die Einflüsse und man mag direkt losschreien „Plagiat“ oder „zu stark abgekupfert“!
Aber auf dem zweiten Blick entwickelt die Band ihren ganz eigenen Charme und ja das Kalkül geht auf und man schwimmt auf jeden Fall auf der Erfolgswelle der bekannten Vorbilder mit.
Summa Sumarum ist das Ganze aber ein absolut empfehlenswertes Album für die geneigte Hörerschaft!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Sanctus Spiritus
02. The Sword of Sorrow
03. Come with Us
04. Thanatos
05. Pollution is my Name
06. No More Place in Hell
07. The Doom
08. Famine
09. The Dusk is Coming
10. Redemption

Video zu “No more Place in Hell”:

Julian

OVERSENSE – Egomania

Band: Oversense
Album: Egomania
Spielzeit: 54:42 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Dr. Music
Veröffentlichung: 17.09.2021
Homepage: www.oversense.de

„The Storyteller” so hieß das Debütalbum der deutschen Modern Melodic Metaller von OVERSENSE welches 2017 ordentlich Staub in der Szene aufgewirbelt hat.
Nun kehrt die Truppe rund um Mastermind und Fronter Danny Meyer wieder zurück, im Gepäck das neue Album „Egnomania“ und mit Jasmin „Jassy J“ Papst eine neue Gitarristin.
Laut eigener Aussage hat man die Stärken des Debüts genommen und sie weiterentwickelt. Unterstützt wird die Band auf dem neuen Album durch zwei Gastsängerinnen in Form von SICK N BEAUTIFULs Herma Sick und SNOW WHITE BLOODs Ulli Perhonen.
Geboten wird uns nach wie vor Modern Metal, der aber auch in anderen Gefilden wie dem Heavy und Symphonic Metal ordentlich wildert.
Na, dann schauen wir mal, wie das klingt. Als Opener präsentiert man uns „Toast to the Devil“. Auf jeden Fall direkt mal einen Beginn mit Schmackes und kraftvolles Drums und verspielten Riffs.
Sänger Danny setzt ein und man hat eigentlich direkt wieder als Fan das Gefühl nach Hause zu kommen denn direkt ist das Bandgefühl da und man findet sich in der Soundmischung wieder die man auch schon vom Debütalbum gewohnt ist.
Der Song an sich geht ganz in Ordnung und ist auf jeden Fall schon mal ein starker „Dosenöffner“.
Der erste absolute Hit ist dann die anschließende Videosingle „The Longing“. Hier ist man knochentief im Metal unterwegs und bewegt sich sogar beim Refrain etwas im Symphonic Bereich. Manchmal ist Genreklarheit doch etwas besser als zu sehr verschwommene Genregrenzen! ; )
Bei „Be“ gibt es männlich/weiblichen (Herma Sick) Wechselgesang auf die Ohren, ansonsten finde ich, ist man hier sehr stark im Mainstream unterwegs. Was ja nichts schlechtes sein muss, aber im Vergleich zu den Hits fällt das Ganze hier doch etwas ab.
„My Eden“ ist dann wieder schon wesentlich besser geraten und weiß mit seinen BATTLE BEAST Anleihen direkt zu überzeugen.
Im Mittelteil kann man sich auch nicht so wirklich festlegen was das Genre angeht und ist sowohl im Metal, Rock als auch Mainstream/Modern unterwegs.
Überzeugend ist hier vor allem das eingängige „Love“, zu welchem es auch ein tolles Video gibt, und auch das abwechslungsreiche und eingängige „Faith“ kann definitiv überzeugen.
Danach gibt es zwar noch ordentliches Tracks zu bestaunen, an die vorherigen Hits kommt man aber nie wirklich mehr ran, leider!
Hier ist definitiv Potential verschenkt worden.

Anspieltipps:

„Toast to the Devil“, „The Longing“, „My Eden“, „Love“ und „Faith“

Fazit :

Nach wie vor gehören OVERSENCE zu einer der experimentierfreudigsten Bands des Metalkosmos! Man legt sich irgendwie nie so richtig auf einen Stil fest, ist aber immer irgendwo zwischen Melodic und Modern Metal unterwegs.
Diese Rechnung geht manchmal auf, manchmal auch nicht, aber dieses „Problem“ hatte auch schon das Debütalbum!
Insgesamt kann man hier erneut von einer starken Leistung sprechen, nicht mehr aber auch nicht weniger!
Fans der Band kommen hier definitiv wieder auf ihre Kosten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Toast to the Devil
02. The Longing
03. Be
04. My Eden
05. Tear Me Down
06. Love
07. Faith
08. Rave in Hell
09. Antisocial
10. Memories
11. Extinction

Video zu „The Longing“:

Julian

CLAYMOREAN – Eulogy for the Gods

Band: Claymorean
Album: Eulogy for the Gods
Spielzeit: 44:03 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Stormspell Records
Veröffentlichung: 01.09.2021
Homepage: www.facebook.com/claymorean

Die serbische Metalband von CLAYMOREAN hatte ich seit ihrem Album „Unbroken“ etwas aus den Augen verloren! Zeit das sich das wieder ändert.
Die Band bringt dieser Tage ihr neues Album „Eulogy fort he Gods“ auf den Markt und mit Freuden habe ich festgestellt dass die damals neue Sängerin Derjana immer noch in der Band ist und nun sogar alleinig für die Vocals zuständig ist!
Die Dame hat es definitiv drauf, und daher war ich sehr gespannt auf das neue Album.
Stilistisch ist man nach wie vor im Heavy Metal Bereich mit leichten Einschüben von Epic und Power Metal zu Hause und zeigt dies auch wieder auf dem neuen Diskus der mit der Videosingle „Hunter of the Damned“ gestartet wird. Nach einer kurzen Einleitung gibt es ordentlich Double Bass Drumming auf die Ohren und die Nummer nimmt ihren Lauf.
Die Bridge ist in Ordnung und auch der Refrain ist perfekt gewählt! Eine sehr überzeugende erste Videosingle sowie Opener!
Nach wie vor gefällt mir der Gesang von Fronterin Derjana mega gut. Sie hat genau die richtige Stimme für so eine Art von Metal und ist dazu noch sehr variabel unterwegs.
Das zeigt sie auch sofort im anschließenden „Battle in the Sky“ welches mit geilen Gitarrenriffs, einem mega Groove und einem schmissigen Refrain aufwarten kann. Somit haben wir alle Zutaten um auch hier schnell den grünen Hithaken zu setzen!
Und mit den nächsten beiden, überlangen Tracks „The Burning of Rome“ und „Lords of Light“ trifft man ebenfalls voll ins Schwarze würde ich sagen. Female fronted Epic Heavy Metal wie man ihn sich nur wünschen kann!
Danach gibt es mit „Spirit of Merciless Time“ einen ebenfalls sehr ordentlichen Track auf die Ohren, wobei man hier erste Abnutzungserscheinungen feststellen kann. Man ist hier leider nicht mehr ganz so zielsicher unterwegs wie zuvor.
Mit dem anschließenden „Mystical Realm“ geht die Qualitätsnadel wieder etwas nach oben, bevor sie leider danach wieder abfällt und das kurze „In the Tombs of Atuan” so gar nicht überzeugen kann und leider auch die Neueinspielung der 2019er Single “Blood of the Dragons” irgendwie nicht komplett begeistern kann.

Anspieltipps:

„Hunter of the Damned“, „Battle in the Sky“, „The Burning of Rome“ und „Mystical Realm“

Fazit :

CLAYMOREAN bleiben einfach Lieblinge von mir! Ich kann der Band einfach viel abgewinnen und vor allem Sängerin Derjana begeistert mich einfach mit ihrem Gesang.
Zwar ist man auf dem Album nicht durchgehend in der obersten Liga unterwegs und lässt vor allem in der zweiten Hälfte doch etwas nach, aber insgesamt ist man immer noch stark unterwegs und die neuen Songs sind definitiv ein gefundenes Fressen für die geneigte Hörerschaft!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hunter of the Damned
02. Battle in the Sky
03. The Burning of Rome
04. Lords of Light
05. Spirit of Merciless Time
06. Mystical Realm
07. In the Tombs of Atuan
08. Blood of the Dragon (Remixed & Re Recorded)

Video zu “Hunter of the Damned”:

Julian

M.ILL.ION – Back On Track

Band: M.ill.ion
Album: Back On Track
Spielzeit: 58:19 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 10.09.2021
Homepage: www.millionsweden.com

Das Schöne an unserer Musik ist doch, dass es jeden Tag neue gute Bands zu entdecken gibt. Egal, ob es sich nun um einen richtigen Newcomer handelt oder um eine Kapelle, die schon seit Ewigkeiten existiert und erst jetzt ins eigene Musikuniversum knallt. Oder man entdeckt die Werke aus der eigenen Sammlung einfach neu. Genau das ist bei den wiedervereinten M.ILL.ION aus Schweden beim Schreiber dieser Zeilen der Fall. Als Anfang der Neunziger ihr einfach „No. 1“ betitelter Erstling erschien, wurden die Ohren ganz schnell gespitzt, denn schon der Opener „Sign Of Victory“ hatte ein gewisses Hitpotential und es war nicht der einzige bockstarke Song auf dieser CD. Es folgten mit „We, Ourselves & Us“ und „Electric“ im Laufe der Neunziger zwei weitere formidable Alben, natürlich absolut ohne Aussicht auf Erfolg. Zur Jahrtausendwende stieg Originalsänger Hasse Johansson aus und wurde durch Ulrich Carlsson ersetzt, der weitere vier Platten einsang, bevor M.ILL.ION 2014 endgültig das Handtuch warfen. Von der Originalbesetzung war da nur noch Bassist und Gründungsmitglied B.J. Laneby an Bord.

Jetzt erscheint mit „Back On Track“ ein Album, das neben Laneby auch noch die Originalmitglieder Marcus Berglund (keyboards), CT Rohdell (guitars) und eben Frontmann Hasse Johansson, der in der Info allerdings als Hans Dalzon geführt wird. Das zum Sextett angewachsene Ensemble wird durch Gitarrist Henrik Andersson sowie Drummer Magnus Rohdell komplettiert. Der Titel „Back On Track“ ist natürlich bezeichnend für die Rückkehr der alten Recken aus und um Schwedens musikalischem Hotspot Göteborg.

Ein kurzer Blick auf die Trackliste allerdings bringt die schnelle Erkenntnis, dass es sich hier nicht um ein neues Album handelt, sondern lediglich um eine Art Best Of. Allerdings eine der besseren Art, denn an den Anfang hat man drei neue Songs gestellt, die allesamt stark ausgefallen sind. Danach begibt man sich auf eine Zeitreise durch die Diskographie der Schweden, die mit ein paar weiteren Schmankerl angereichert wurde. Neben dem Japan-Bonustrack „Lovely Eyes“ des zweiten Albums erwarten uns auch zwei Neueinspielungen vom Debüt in Form von „90-60-90“ und „Sign Of Victory“. Während der letztgenannte Titel etwas hüftsteif daher kommt (ich bevorzuge in diesem Fall definitiv das Original), hat die neue Bearbeitung „90-60-90“ hörbar gut getan. Jetzt haben wir hier einen waschechten Hit skandinavischer Prägung – stark!

Bisher also ein gelungenes Package. Hier und da gibt es noch Remixe, Remasters und ähnliches, was aber ehrlich gesagt nicht so sehr ins Gewicht fällt. Die Songauswahl für die Retrospektive ist für meinen Geschmack zu 75% gelungen. Natürlich dürfen Höhepunkte wie „Candyman“, „Doctor Lööv“ oder „Judgement Day“ nicht fehlen, allerdings hätte man sich noch einiger Highlights des oben genannten glorreichen Album-Dreigestirns bedienen können.

„Back On Track“ zeigt eine hungrige Truppe, die Spaß daran, ihren Weg mit alten Gefährten weiterzugehen und aus dieser Re-Union keinen Rohrkrepierer zu machen. (Nicht nur) bei den drei neuen Stücken geht der Daumen steil nach oben und man darf sehr gespannt sein, was aus dem Hause M.ILL.ION in Zukunft noch kommen wird. Danke für diese tolle Zeitreise!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Back On Track *
2. Rising *
3. Circle Of Trust *
4. 90-60-90 #
5. Sign Of Victory #
6. Judgement Day
7. Eye Of The Storm
8. Narrow Mind Land
9. Lovely Eyes +
10. Burn In Hell
11. Doctor Lööv
12. Mother Earth
13. Get Down To Biz
14. Tear Down The Walls
15. Candyman

*New Track
+ Japan Bonustrack
# Neuaufnahme

Stefan

MENTALIST – A Journey into the Unknown

Band: Mentalist
Album: A Journey into the Unknown
Spielzeit: 60:17 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 20.08.2021
Homepage: www.facebook.com/mentalistband

Die Melodic Metaller Newcomer von MENTALIST sind sehr fleißig und haben 1 Jahr nach ihrem Debüt „Freedom of Speech“ mit „A Journey into the Unknown“ schon den Nachfolger im Kasten!
Auf dem neuen Album regiert nach wie vor der Melodic Metal der nach wie vor Einflüsse von IRON MAIDEN, HELLOWEEN oder BLIND GUARDIAN (kein Wunder wenn Thomen Stauch hier hinter der Kesseln sitzt) aufweist, aber die Truppe hat mittlerweile ihren ganz eigenen Stil gefunden.
Angeführt von Ausnahmesänger Rob Lundgren und mit einem Mix von Jacob Hansen ausgestattet wollen die Jungs nun ihren zweiten Schritt auf der Karriereleiter machen.
Als Opener steht „Horizon“ bereit der aber nur ein instrumentales Intro ist.
Mit „A Journey into the Unknown” erwartet uns dann der erste richtige Track und die erste Videosingle.
Die Nummer ist schön abwechslungsreich gestaltet und ein Nährboden für den Gesang von Fronter Rob der hier absolut glänzen kann.
Aber auch ansonsten ist dieser erste Appetithappen mehr als gelungen und wandert daher direkt auf unsere Hitliste.
Anschließend geht es bei „Modern Philosophy“ erst recht ruhig zu bevor dann die kraftvollen Töne das Kommando übernehmen und im Refrain wird dann wieder etwas der Fuß vom Gas genommen und man ist wieder sehr melodisch und hitsicher unterwegs.
Über das ebenfalls sehr ordentliche „Evil Eye“ geht es dann in den Mittelteil der Scheibe wo wir mit dem eher epischen und gefühlvollen „An Ocean so Deep“ und dem, mit ordentlich HELLOWEEN Einflüssen ausgestatteten „Dentalist“ zwei weitere absolut überzeugende Songs haben.
„Soldier without a War“ ist dann wieder eine etwas ruhigere, gefühlvollere Nummer und bei „Torture King“ haben wir dann den schon typischen MENTALIST Bandsound der schön abwechslungsreich und eingängig daherkommt.
Anschließend haben wir dann mit „Battle Dressed“ und „Live Forever“, hier gibt auch Henning Basse seine Gastgesang zum Besten, noch zwei echte Schwergewichte, die teilweise recht progressive aus den Boxen tönen, ordentlich Abwechslung bieten und mit 7 bzw. 8 Minuten Spielzeit aufwarten können.
Zum Abschluss gibt es dann ein ordentliches Metalcover des Songs „Manchild“ von NENEH CHERRY.

Anspieltipps:

„A Journey into the Unknown”, “Modern Philosophy”, “An Ocean so Deep”, “Torture King” und “Battle Dressed”

Fazit :

Schon auf dem Debütalbum war hörbar zu was MENTALIST fähig sind! Hier auf ihrem zweiten Album bauen sie ihre Leistung und Qualität nochmal aus und haben an den richtigen Stellschrauben gedreht!
Es gibt eigentlich so gut wie keinen Ausfallsong zu vermelden und jeder Track für sich überzeugt mit seinem ganz eigenen Charme und es wird viel Abwechslung insgesamt geboten.
Daher geht es hier auch einen ganzen Punkt im Vergleich zum Debüt nach oben!
Well done Guys!! Definitiv Kaufempfehlung für die Zielgruppe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Horizon
02. A Journey into the Unknown
03. Modern Philosophy
04. Evil Eye
05. An Ocean so Deep
06. Dentalist
07. Soldier without a War
08. Torture King
09. Battle Dressed
10. Live Forever
11. Manchild (Cover & Bonustrack)

Video zu “Modern Philosophy”:

Julian

ENEMY INSIDE – Seven

Band: Enemy Inside
Album: Seven
Spielzeit: 51:39 min
Stilrichtung: Modern/Symphonic Metal
Plattenfirma: ROAR! Rock of Angels Records
Veröffentlichung: 27.08.2021
Homepage: www.enemy-inside.com

Das 2018er Debütalbum der Deutschen Symphonic Metaller von ENEMY INSIDE ist etwas an uns vorbeigegangen.
Dieses Versäumnis holen wir jetzt aber definitiv nach, und zwar mit dem zweiten Album „Seven“ welches dieser Tage veröffentlicht wird.
Auf dem neuen Album ziehen die Jungs und Fronterin Nastassja ihre musikalische Ausrichtung des Modern/Symphonic Metals weiter durch und beschäftigen sich mit den 7 Todsünden.
Mit dem Opener „Crystalize“ bekommen wir einen ersten Eindruck vom neuen Album. Flott, elektronisch und eingängig gestaltet sich die Nummer und bleibt direkt in den Gehörgängen hängen. Somit ist das Stück als Opener perfekt gewählt und direkt der erste Hit.
Über das anschließende „Alien“ was ebenfalls bestens gelungen ist geht es zum nächsten Überhit „Release Me“ mit tollen Gesangslinien und einem klasse Groove der euch so schnell nicht mehr los lässt, das verspreche ich euch!
Der Refrain sitzt auch hier perfekt, aller erste also Sahne würde ich sagen.
Über die ruhigere Powerballade „Break Through“ und dem abwechslungsreichen „In my Blood“ geht es in den Mittelteil der Scheibe der mit „Bulletproof“, dem Titelstück „Seven“ und der Videosingle „Black Butterfly“ auch erstklassig besetzt ist und richtig Laune macht.
Hier muss ich jetzt auch mal endlich Fronterin Natassja lobend erwähnen! Sie hat eine tolle Stimmfarbe die mal rockig und mal eher symphonisch klingen kann. Aber Gott sei Dank sehr weit entfernt ist von dem sonstigen Operngeträller!
Weiter mit den nächsten Songs.
„Black and Gold“ ist ebenfalls kein Reinfall und „Dynamite“ hat wieder ordentlich Schmackes, ganz an die bisherigen Hits kommt man hier aber nicht mehr ran.
Aber mit dem Cover des Klassikers „Crush“ trifft man wie ich finde voll ins Schwarze und verpasst dem Song einen tollen, modernen Anstrich der auch perfekt ins bisherige Bandgefüge passt!
Danach gibt es dann noch zwei instrumentale Versionen der Songs „Black Butterfly“ und „Break Trough“ die zwar ganz nett sind, aber nicht mehr großartig von der Bewertung her ins Gewicht fallen.

Anspieltipps:

„Crystalize“, „Release Me“, „Seven“, „Black Butterfly“ und „Crush“

Fazit :

Das neue Album „Seven“ von ENEMY INSIDE ist definitiv absolutes empfehlenswert für Fans des Symphonic Metal Genres und vor allem von Anhängern der eher moderneren Klänge!
Hier liegt auch ganz klar die Stärke der Band, sie verpassen dem manchmal recht angestaubten Genre eine modernen Anstrich ohne es mit den elektronischen Klängen zu übertreiben.
Dazu gibt es eine ordentliche Produktion, eine tighte instrumentale Fraktion sowie eine geile Sängerin. Was will man mehr!?
Gut, vielleicht ein paar mehr Hits auch in der zweiten Hälfte der Scheibe, aber das ist dann die Steigerung beim nächsten Album.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Crystalize
02. Alien
03. Release Me
04. Break Through
05. In my Blood
06. Bulletproof
07. Seven
08. Black Butterfly
09. Black and Gold
10. Dynamite
11. Crush (Jennifer Paige Cover)

Video zu “Black Butterfly”:

Julian

STEEL RHINO – Steel Rhino

Band: Steel Rhino
Album: Steel Rhino
Spielzeit: 42:41 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: GMR Music
Veröffentlichung: 20.08.2021
Homepage: www.steelrhinoband.com

STEEL RHINO ist das Baby von Mikael Rosengren (DIRTY PASSION, BAI BANG). Hier möchte er seine Vision des Heavy Rocks verwirklichen und hat sich dazu Hilfe in Form von Filip Vilhelmsson (Gitarre, Bass, BAI BANG) und Herbie Langhans (Gesang, AVANTASIA, SINBREED, RADIANT) geholt.
Vor allem auf letztere Mitwirkung war ich sehr gespannt da Herbie normalerweise eher im Power Metalbereich unterwegs ist aber vor allem mit seiner Band RADIANT einen sehr erfolgreichen Ausflug ins eher rockigere Universum gemacht hat.
Geboten wir uns auf dem selbstbetitelten Debütalbum wie schon geschrieben Heavy Rock der sowohl europäische als auch amerikanische Einflüssen beinhaltet.
Gestartet wird der Erstling mit dem Opener „Rhino Attack“.
Dieser ist ein schöner, rockiger Groover der natürlich von Herbie`s Stimme absolut veredelt wird.
Ein schöner Beat paart sich hier mit einem eingängigen Chorus und insofern ist das Ganze als Appetithappen mehr als gelungen!
Richtig in die Vollen was die Eingängigkeit angeht, geht es beim folgenden „Arrival“. Der gesamte Song und vor allem der geile Chorus frisst sich geradezu in die Gehörgänge und bleibt dort vermutlich auf ewig haften, ein mega Song.
Nach dem eher nach Standardmetal tönenden „Lovin Easy“ geht es mit dem Bandsong „Steel Rhino“ weiter und er passt irgendwie perfekt zur Mucke und zur Bandmessage! Das nächste Highlight also.
Aber im Mittelteil, da legen die Jungs so richtig los und ballern uns Hit um Hit um die Ohren und aus den Boxen!
Angefangen vom langsamen, sehr ausdrucksstarken „Bells of Midnight“, der vor allem vom Gesang von Herbie wieder profitiert, über das flotte „Fire and Ice“ oder das mega nach vorne rockende „Ghost from the Past“, hier ist alles einfach ein Hörgenuss und absolut empfehlenswert!
Und, jetzt scheinen sich die Jungs so richtig warm gespielt zu haben denn auch „Sands of Time“ groovt wie die Hölle, „Life we Choose“ rockt und ballert ohne Ende und das die erste Single „Boom Boom“ nicht zu Unrecht als Appetithappen veröffentlicht wurde versteht sich von selbst.
Mit „New Tomorow“ wird dann ein mehr als überzeugendes Debüt sehr ordentlich abgeschlossen!

Anspieltipps:

Zu viele, um sie hier auf zu zählen, greift hin wo ihr wollt!

Fazit :

Eigentlich, und da bin ich jetzt ganz ehrlich, habe ich diese Promo nur angetestet weil ich Herbie als Sänger einfach klasse finde! Aber Überraschung, Überraschung, nicht nur Herbie liefert hier einfach einen geilen Job ab, nein auch die Songs können absolut überzeugen und Heavy Rock Fans finden hier genau das was sie erwarten!
Ein absolut zu empfehlendes Debütalbum, welches hoffentlich etwas mehr Beachtung findet, anchecken und kaufen Leute!!!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rhino Attack
02. Arrival
03. Lovin Easy
04. Steel Rhino
05. Bells of Midnight
06. Fire and Ice
07. Ghost from the Past
08. Sands of Time
09. Life we Choose
10. Boom Boom
11. New Tomorrow

Video zu “Fire and Ice”:

Julian

SORCERESS OF SIN – Constantine

Band: Sorceress of Sin
Album: Constantine
Spielzeit: 61:44 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 06.08.2021
Homepage: www.sorceressofsin.com

Nicht mal 1 Jahr nach dem Debütalbum „Mirrored Revenge“ sind die Jungs und das Mädel von SORCERESS OF SIN schon wieder zurück mit ihrem zweiten Album „Constantine“.
Geboten wird auch hier wieder female fronted Melodic Metal.
Angeführt von Frontröhre Lisa Skinner sollte auch Album Nummer Zwo ein wahres Fest für die entsprechende Zielgruppe sein.
Ob dem so ist finden wir nun gemeinsam heraus, wenn wir uns den Albumopener „Necropolis“ näher widmen. Dieser ist ein epischer fast 8-minütiger Track, der sehr mutig an den Anfang gesetzt wurde, weil man erstmal etwas braucht bis man in die Nummer reinkommt.
Im Refrain ist man aber recht zielsicher unterwegs und weiß zu überzeugen, Eingängigkeit ist aber definitiv etwas anderes!
Aber mit dem nächsten Track „Massacre of Meridian“, was gleichzeitig die erste Videosingle ist, ist man wesentlich eingängiger unterwegs und zu Recht wurde dieses Stück als erste Single ausgewählt. Hier finden wir die bewerte schwermetallische Melodic Metalmischung der Band, die sofort ins Gehör geht!
Beim folgenden „Realms of Elysium“ kommt aufgrund der sanften Keyboardeinsätze etwas mehr episches Feeling auf, ansonsten ist die Nummer auch absolut empfehlenswert und gehört mit Sicherheit zu den größten Hits hier auf der gesamten Platte!
Der Mittelteil ist dann mit dem überlangen „Until the Dawn“ erstklassig besetzt, dagegen kann der wilde Stilmix bei „Pathogenic Parasite“ überhaupt nicht überzeugen. Hier passt auch der, eher nach Symphonic Metal klingende, Gesang von Fronterin Lisa überhaupt nicht! Man sollte doch bei dem bleiben was man gut beherrscht.
Auch in der Folge bleibt die Qualität im oberen Drittel, denn mit dem ruhigeren „Dimension IV“ kann man ebenso überzeugen wie mit dem flotten „Erratica“. Ganz an die bisherigen Hits kommt man aber nicht ganz ran. Gut gemacht sind die Songs aber alle Male.
Der Stampfer „Adira“ groovt zwar ganz ordentlich, bleibt aber ansonsten etwas blass im Vergleich zu seinen Vorgängern.
Aber man hat ja da noch das abschließende Titelstück „Constantine“! Bei diesem fast 12 Minuten langen Song greift man nochmal richtig ins obere Regal und präsentiert uns eine geile Mischung aus Melodic und Epic Metal die Freunden von female fronted Metal auf jeden Fall zusagen sollte!

Anspieltipps:

„Massacre of Meridian“, „Realms of Elysium”, “Until the Dawn” und “Constantine”

Fazit :

Auch auf dem zweiten Album wissen SORCERESS OF SIN schon zu überzeugen und bieten erneut eine starke Leistung!
Dieses Mal hat man den Fokus wesentlich mehr auf epischere und längere Stücke gelegt was ganz gut zur Band passt.
Um aber ganz nach oben in die Punkteränge vorzustoßen muss man die Qualität der Hits aber noch hochfahren.
Trotz allem aber eine ordentliche Leistung die Fans des Genres auf jeden Fall zusagen sollte!

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. Necropolis
02. Massacre of Meridian
03. Realms of Elysium
04. Pathogenic Parasite
05. Until the Dawn
06. Dimension IV
07. Erratica
08. Adira
09. Constantine

Video zu „Massacre of Meridian”:

Julian