CRAZY LIXX – Street Lethal

Band: Crazy Lixx
Album: Street Lethal
Spielzeit: 44:33 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 05.11.2021
Homepage: www.crazylixx.com

Gut 16 Jahre ist es jetzt her, dass CRAZY LIXX ihre Debüt-EP „Do Or Die“ aufgenommen haben. Vieles ist bisher geschehen im Universum der schwedischen Hardrocker, die die New Wave Of Swedish Sleaze zusammen mit anderen Kollegen wie CRASHDIET gewaltig angeschoben haben und seit jeher zur Speerspitze dieser Bewegung zählen. Oben genannte EP entdeckte ich zufällig auf einer Internetplattform für skandinavische Bands aus dem tiefsten Underground, die wahnsinnig viel Demokram beinhaltete, aber auch eben solche Juwelen wie CRAZY LIXX zu Tage förderte. Spätestens seit der Single „Heroes Are Forever“ war klar, dass die Mannen um Sänger Danny Rexon zu mehr fähig waren als die meisten ihrer Kollegen. Schon am Anfang ihrer Karriere hatte das Gespann unglaubliche Fähigkeiten bewiesen, gutes Songwriting, grandiose Melodien und einen ansprechenden Sound in Einklang zu bringen – und das alles mit einem tollen 80´s Flair. Dementsprechend großartig fiel dann im Jahre 2007 auch die Debütscheibe „Loud Minority“ aus. Kurz darauf dockten die Schweden bei Frontiers Records an, wo sie 2010 mit „New Religion“ ein weiteres Kapitel aufschlagen konnten. Als Fan der allerersten Stunde war der wohl schlimmste Schlag der Weggang von Gitarrist Vic Zino im Jahr 2008, der nun wirklich schwer zu ersetzen war. Dennoch hat er bei HARDCORE SUPERSTAR schnell seinen Platz gefunden und ist dort schon lange nicht mehr wegzudenken. So richtig ersetzen konnte ihn trotz konstant guter Platten erst so richtig das Duo Chrisse Olsson/Jens Lundgren, das 2016 zur Band stieß. Spätestens seitdem ist die Band wieder ein gut geölte Rock´n Roll-Maschine und Stück für Stück tasten sich die Schweden einen Schritt näher heran an die perfekte Reinkarnation einer Achtziger-Vorzeigeband.

Das ist ihnen mit dem 2019 erschienen „Forever Wild“ eindrucksvoll gelungen. Hits wie „Break Out“, der heimliche Top Gun 2 Soundtrack „Silent Thunder“ oder das AOR lastige „Eagle“ sowie der Titeltrack lassen absolut keine Wünsche offen. Ein Meisterwerk. Doch können Danny Rexon und seine Jungs das auf dem neuen Langspieler „Street Lethal“ wiederholen oder gar toppen? Zwischenzeitlich vergnügte sich der Sänger, Produzent und Songschreiber mit dem Projekt der britischen Rockröhre CHEZ KANE, für deren selbstbetiteltes Debüt – ein 80´s Kracher vor dem Herrn, da wird selbst die gute ROBIN BECK blass – er die Songs (mit)geschrieben hat und auch für die Produktion verantwortlich war. Den Produzentenstuhl belegte Mr. Rexon auch beim aktuellen Output von CRAZY LIXX, für den Mix wurde Tobias Lindell verpflichtet.

Im August knallte mit „Anthem For America“ die erste Single in die Umlaufbahn. Hymnisch wie eh und je, herrlicher 80´s Sound und ein erfrischendes Video dazu. Was will man mehr? Vielleicht noch mehr neue Hits?! Bitteschön – der neue Appetizer „Rise Above“ ist abermals ein Volltreffer und schraubt die Erwartungshaltung für das neue Album in oberste Dimensionen. Dazwischen hat man mit „Reach Out“ einen etwas schwächeren Song in die Menge geworfen. Damit wir uns aber richtig verstehen, das Ding ist immer noch eine sehr gute 8.

Schon das Album Cover ist angelehnt an einen der größten Videogame-Hits der Achtziger: Street Fighter! Was haben wir damals an den Automaten gehangen und stundenlang dieses Ding gezockt? Oh Mann, die Kohle möchte ich heute vor mir aufgehäuft haben. OK, die US Cars auf dem Artwork sind allesamt nicht aus den Achtzigern, aber ich wäre sehr happy, diese Sammlung in meiner Garage stehen zu haben. Den Anfang des Albums macht also folgerichtig das Intro „Enter The Dojo“, gefolgt von den beiden erwähnten Singles „Rise Above“ und „Anthem For America“. Das sorgt schon mal für leicht feuchten Feinripp. Mit dem folgenden Midtempo-Stampfer „The Power“ zeigen CRAZY LIXX, dass sie in den vergangenen Jahren gelernt haben, sehr viel variabler agieren zu können. Weg von der Sleaze/Street Rock Attitüde, hier wird reinster Hardrock mit eingängigen Melodien zelebriert.

„Reach Out“ schließt da nahezu nahtlos an, bevor „Final Fury“ eine weitere neue Vorliebe der Schweden zu Tage fördert. Hier haben wir es mit einem SynthWave Instrumental zu tun. In der jüngeren Vergangenheit wurden bereits zwei Songs des Vorgängeralbums im SynthWave Gewand remixed und als Single B-Seite vorgestellt. Der Titelsong nimmt wieder mehr Fahrt auf – ein klassischer CRAZY LIXX Rocker sozusagen. „Caught Between The Rock´N Roll“ ist ein gutgelaunter Hardrocker. Auf eine reinrassige Ballade verzichten die Schweden dieses Mal komplett, mit „In The Middle Of Nothing“ haben sie aber einen an DEP LEPPARD angelehnten, hochmelodischen Tanzflächenfüller am Start. Mit der AOR Nummer „One Fire – One Goal“ und dem siebeneinhalb minütigen „Thief In The Night“ beschließen CRAZY LIXX ihr siebtes Studiowerk durchaus überraschend. Denn noch nie war eine Platte der Schweden über weite Teile derart locker leicht.

CRAZY LIXX anno 2021 sind variabler, professioneller und aufgeräumter. Die Wildheit ihrer Anfangstage vermisst man schon das ein oder andere Mal. Dennoch haben Danny Rexon und seine Jungs für viele Fans das richtige im Gepäck. Angefangen von melodiösen, perfekt in Szene gesetzten Hymnen irgendwo zwischen Sleaze und Hardrock bis hin zu DEF LEPPARD-verwandten Melodiebomben liefern CRAZY LIXX mit „Street Lethal“ eine Platte ab, die viele vielleicht überraschen wird. Das Image ist bis ins Detail ausgearbeitet, genau wie die Songs. Der Sound ist gut – nur manchmal fehlt die rohe Street Credibillity früherer Tage. Dennoch ist mir „Street Lethal“ ne fette 9 wert!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Enter The Dojo (Intro)
2. Rise Above
3. Anthem For America
4. The Power
5. Reach Out
6. Final Fury
7. Street Lethal
8. Caught Between The Rock´n Roll
9. In The Middle Of Nothing
10. One Fire – One Goal
11. Thief In The Night

Stefan

WONDERS – The Fragments of Wonder

Band: Wonders
Album: The Fragments of Wonder
Spielzeit: 48:37 min
Stilrichtung: Power Melodic Metal
Plattenfirma: Limb Music
Veröffentlichung: 12.11.2021
Homepage: www.facebook.com/wondersfragment

2020 entschieden sich die beiden EVEN FLOW Musiker Giorgio Lunesu und sein Bruder Pietro Paolo eine neue Band zu gründen. Ziemlich schnell fand man mit Bob Katsionis (Ex FIREWIND) einen ersten geeigneten Mitmusiker.
Die Melodic Power Metalband WONDERS war geboren.
Mit TEMPERANCE Sänger Marco Pastorino fand man den passenden Sänger und mit TEMPERANCE Basser Luca Negro komplettierte man dann die Band.
Ziemlich schnell wurde mit dem etablierten deutschen Label Limb Music der passende Veröffentlichungspartner gefunden und nun steht uns also das Debütalbum „The Fragments of Wonder“ ins Haus, auf dem uns die Truppe ihren Melodic Power Metal in der Schnittmenge von STRATOVARIUS oder BEAST IN BLACK mit einem Touch Prog präsentieren möchte.
Die Produktion bliebt natürlich innerhalb der Band und in den bewährten Händen von Bob Katsionis.

Als Opener wird uns auch gleich die erste Videosingle „Good & Bad“ um die Ohren geballert. Flott, melodisch und mit ordentlich Power ballert die Nummer los. Irgendwie schwingt hier ein bisschen BEAST IN BLACK Feeling mit, was auch an der stimmlichen Nähe von Fronter Marco zu Gesangswunderknabe Yannis Papadopoulos liegt.
Ein mega Opener und definitiv der erste Hit der Scheibe!
Das folgende „Pretender“ geht dann irgendwie los wie ein 80iger Song, ich kann mir da irgendwie nicht helfen ; ).
Es entwickelt sich ein toller, Melodic Metalsong der vor allem wieder von dem ausdrucksstarken Gesang von Marco lebt der vor allem im Refrain und in den roughen Stellen wieder extrem an Yannis erinnert. Ein geiler Track!
Sehr schön groovig und frisch kommt dann das folgende „Losing the Dream“ aus den Boxen und entwickelt sich so zu dem nächsten Anspieltipp.
Und die wilde Bombastfahrt geht auch bei den folgenden Songs weiter, nicht immer so zielsicher und gut wie bei den bisherigen Hits, aber richtig schlechte Songs findet man auch im Mittelteil nicht wirklich.
Ein wenig hervorstechen tun hier auf jeden Fall „Beyond Redemption“ und „Indigo World“.
Auch im letzten Abschnitt der Scheibe macht man nicht wirklich viel falsch und hat mit dem Titeltrack „Fragments of Wonder” noch einen waschechten Hit im Gepäck!

Anspieltipps:

„Good & Bad“, „Pretender“, „Losing the Dream“, „Indigo World“ und „Fragments of Wonder”

Fazit :

WONDERS sind mit ihrer Art von Mucke genau beim richtigen Label! Limb Music waren schon immer ein gutes Sprungbrett für Melodic Power Metalbands. Und genau das ist es auch für diese Jungs.
Wer auf diese Art von Mucke steht, mit der notwendigen Portion Keyboardunterstützung, ist mit dem Debütalbum bestens bedient und findet den ein oder anderen Hit auf der Platte.
Ein starkes Debüt, auf dem auf jeden Fall aufgebaut werden kann!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Good & Bad
02. Pretender
03. Losing the Dream
04. Beyond Redemption
05. Freedom
06. Where the Sun doesn`t shine
07. Indigo World
08. Sacrifice
09. Miracle of Life
10. Fragments of Wonder
11. Empire (CD Bonus Track)

Video zu “Pretender”:

Julian

DREAM OCEAN – The Missing Stone

Band: Dream Ocean
Album: The Missing Stone
Spielzeit: 53:57 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 24.09.2021
Homepage: www.dreamocean.net

Die türkisch-deutschen Symphonic Metaller von DREAM OCEAN waren mir bislang vollkommen unbekannt! Dabei hauen die Jungs rund um Frontfrau Basak Ylva mit „The Missing Stone“ schon ihr zweites Album raus, welches sie über eine Crowdfunding Kampagne mitfinanziert haben.
Symphonic Metal mit aufwendigen orchestralen Elementen wird uns ankündigt und man spricht vom bisher komplexesten Werk der Truppe.
Na, da heißt es wohl gut die Ohren aufsperren bei den nun folgenden Rezensionshördurchläufen!
Ach ja, auch die Musikkollegen sind wohl voll des Lobes über die Band und das neue Album, so spricht Tommy Johannsson (SABATON) davon das die Truppe bald zu den ganz Großen des Genres gehören wird, na warten wir das mal ab.

Mit dem Opener „Nightmare“ wird die Scheibe eröffnet und es erklingt, wie im Genre so üblich, eine Einleitung die typischer nicht sein könnte.
Mit „Dark Miracles“ haben wir dann den ersten „richtigen“ Track vor der Brust. Eingängig, bombastisch und symphonisch bahnt sich die Nummer ihren Weg durch die Boxen direkt in die Gehörgänge der interessierten Hörerschaft.
Direkt also mal ein waschechter Hit und Anspieltipp für euch!
Sängerin Basak ist tief im opernhaften Gesang unterwegs, was man mögen muss, aber auch häufig in diesem Gerne ja anzutreffen ist.
Die nächste Nummer „Pendulum of Time“ mutet zu Beginn noch nicht so eingängig an wie sein Vorgänger und bietet auch einige männliche Growls, aber mit dem Refrain ist dann wieder alles in Ordnung und auch diese Nummer findet relativ schnell ihren Weg auf unsere Hitliste.
Über das ordentliche „The Great Silence“ geht es in den Mittelteil der Scheibe wo uns mit dem symphonice Bombastknaller „As I Die“ und dem epischen „Eterna Espera“ zwei weitere Hits begegnen.
Den Abschluss dieses extrem starken Plattenabschnitts bildet dann das ebenfalls sehr gelungene „Daydreamer“.
Das letzte Drittel wird dann vom kurzen Zwischenstück „Song to the Ocean“ eröffnet was irgendwie zu viel des Operngeträllers ist, dafür hat man dann mit dem überlangen Titeltrack „The Missing Stone“ und dem auf türkisch gesungenen Abschlussong „Uyan“ zwei weitere sehr ordentliche Nummern im Gepäck!

Anspieltipps:

„Dark Miracles“, „Pendulum of Time“, „As I Die“, „The Missing Stone“ und „Uyan“

Fazit :

Bis zu den ganz Großen Acts des Genre fehlt DREAM OCEAN noch ein bisschen was, aber insgesamt kann man bei ihrem zweiten Album von einem starken, gelungenen Auftritt sprechen.
Man erfindet das Rad nicht wirklich neu, hat ordentlich Bombast dabei und leider auch den ein oder anderen Standardsong, was für ein zweites Album nicht weiter schlimm ist und auf denen man ja für das dritte Album gut aufbauen kann.
Genrefans mit einem Hang zum opernhaften Gesang und Bombast sollten hier aber auf jeden Fall mal mehr als ein Ohr riskieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Nightmare
02. Dark Miracles
03. Pendulum of Time
04. The Great Silence
05. Lucid Air
06. As I Die
07. Eterna Espera
08. Daydreamer
09. Song to the Ocean
10. The Missing Stone
11. Uyan

Video zu „As I Die“:

Julian

DRACONICON – Dark Side of Magic

Band: Draconicon
Album: Dark Side of Magic
Spielzeit: 52:30 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Beyond the Storm Productions
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.draconicon.com

Viel ist nicht über die Newcomer DRACONICON bekannt! Die Jungs kommen aus Italien, zocken europäische Power Metal der Marke KAMELOT, GLORYHAMMER, ORDEN OGAN. RHAPSODY OF FIRE oder ARION und hieven mit „Dark Side of Magic“ ihr Debütalbum in die Läden welches der Auftakt und der Einstieg in ihr Fantasy Universum sein soll.
Dazu passt das die weiteren Infos alle sehr mystisch und Fantasy geschwängert daherkommen und die Band selbst sich sehr düster gibt auf den Promofotos.
Zusätzlich hat der Sänger nur einen Vornamen, Arkanfel. Alles also recht klischeebehaftet und mit Kalkül würde ich sagen!
Ob dieses aufgeht und wie gut der Fantasystoff wirklich ist, schauen wir uns jetzt genauer an.

Ein erster Hinweis darauf erkennen wir vielleicht im Opener „Principium Tenebris“? Nein, hier können wir noch nicht wirklich viel ableiten, ist das Ganze doch „nur“ ein instrumentales Intro geworden, welches einen aber schon mal recht gut auf die Scheibe einstimmt.
Aber dann beim nächsten Track „Fiery Rage“ merkt man sofort was die Stunde geschlagen hat und man muss als Fan erstmal nachschauen, ob man nicht doch eine Scheibe der größten Power Metalband Italiens RHAPSODY OF FIRE erwischt hat!
So viele Parallelen gibt es bei diesem Song, der sich aber deswegen auch direkt in den Gehörgängen festsetzt!
Und dieser Trend setzt sich dann beim anschließenden Track „Dark Side of Magic“ fort und man hat hier den nächsten Anspieltipp.
Noch ein Wort zum Sänger Arkanfel, dieser ist im absolut angenehmen Powermetalstimmbereich unterwegs und trifft absolut zielsicher die Töne, egal wie hoch es mal geht! Ein Newcomer der absolut was drauf hat, genauso wie bislang der Rest der Band!
Über das sehr ordentliche „Blackfire“ geht es dann in den Mittelteil der Scheibe der mit dem epischen „Draconis Theocracy“ oder den klassischen Doppelschlag „Edge of Power“ und „Monster`s Breakaway“ stark aufwarten kann.
Alles ist hier recht solide gemacht und ist weit entfernt von negativen Ausreißern nach unten.
„Dusk of Hero“ ist dann vielleicht der erste Track, der nicht so recht in Fahrt kommen will, diesen Ausrutscher macht man aber sofort mit dem anschließenden „Darkspell“ wieder weg, vor allem im Chorus kann die Nummer absolut überzeugen!
Und auch bei den letzten drei Songs bleibt kein Power Metalfanauge trocken, denn wirklich schlechte Songs sucht man auch hier vergebens!
Mal mehr, mal weniger geht man in die Epic oder Symphonic Ecke, bleibt aber seine Linie absolut treu und hat mit „Necropotence“ einen weiteren absoluten Hit im Gepäck.

Anspieltipps:

„Fiery Rage“, „Dark Side of Magic”, “Edge of Power”, “Darkspell” und „Necropotence“

Fazit :

DRACONICON haben ihre Zielgruppe relativ schnell und klar abgesteckt! Fans von Power oder Symphonic Metalbands kommen hier definitiv auf ihre Kosten!
Vor allem Anhänger der bekanntesten italienischen Power Metalband sollten sich hier bestens unterhalten fühlen und die Wartezeit bis zum neuen Album, was ja bald erscheint und ebenfalls hier bei uns rezensiert wird, gut überbrücken können.
Absolut empfehlenswerter Power Metal Stoff also ohne viele Ausfälle, für ein Debütalbum mehr als beachtlich, sehr gut!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Principium Tenebris
02. Fiery Rage
03. Dark Side of Magic
04. Blackfire
05. Draconis Theocracy
06. Edge of Power
07. Monsters` Breakaway
08. Dusk of Hero
09. Darkspell
10. Necropotence
11. A Song of Darkness and Light
12. Symphony of Madness

Video zu “Edge of Power”:

Julian

INNER CORE – Dark Chronicles

Band: Inner Core
Album: Dark Chronicles
Spielzeit: 71:13 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 29.10.2021
Homepage: www.inner-core.de

Das Debütalbum “Soultaker” von 2018 der deutschen Symphonic Metalband INNER CORE habe ich leider verpasst! Zeit nun mit dem zweiten Album „Dark Chronicles“ die Band näher kennenzulernen.
Die Truppe rund um Frontfrau Anna Roog hat sich wie schon erwähnt dem Symphonic Metal verschrieben, angereichert mit Elementen aus Klassik und Rock.
Ihr Debüt hat es auf jeden Fall auf Platz 15 der deutschen Metal und Rock Charts geschafft, was schon mal hoffen lässt für die Qualität des neuen Diskus!
Dieser wurde in Freiburg von Christoph Brandes (Schlagzeuger bei THRON) produziert.

Als Opener kommt „Kingdom of Mirrors” aus den Boxen. Dieser beginnt recht sanft, steigert sich dann aber in eine tolle und eingängige Mischung aus Melodic und Symphonic Metal die auf jeden Fall schon mal eine sehr ordentliche Duftmarke hinterlässt und direkt als erster Anspieltipp durchgeht!
Ein Wort zur Gesangsstimme von Anna Roog. Diese ist sehr facettenreich, häufig eher rockig unterwegs, aber den opernhaften Gesang hat sie auch absolut drauf.
Das folgende „Morning Shots“ schlägt dann in eine ähnliche Kerbe und ist auch schön eingängig und melodisch geraten.
Den facettenreichen Gesang stellt Anna im nun folgenden „Bloodlines“ eindrucksvoll unter Beweis. Hier ist man knietief im Symphonic Metal unterwegs und lässt das rockige Mal etwas zur Seite.
Ebenfalls tief im Symphonic Metal verortet ist das folgende „Desert Snakes“ welches noch einen schönen mystischen und folkigen Touch hat. Hier fühlt mich sich direkt in den Orient versetzt und kann wunderbar dahinträumen. Ein echt starker Song!
Und der Mittelteil der Scheibe hält noch weitere, starke Symphonic Metaltracks für uns bereit.
So zum Beispiel „Symphony“ oder auch „Unholy“. Dazwischen befindet sich mit „The Dark Chronicles“ noch ein instrumentales Zwischenstück und mit „The Queen I Am“ und „Lionheart“ zwei Songs, die zwar gut gemacht sind, aber nicht an die bisherigen Hits rankommen.
Leider sind auch die Songs im letzten Drittel nicht ganz von der Qualität her wie die bisherigen Hits, daher sind diese okay und eher im Standardmetalbereich anzusiedeln. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Anspieltipps:

„Kingdom of Mirrors“, „Morning Shots”, “Desert Snakes” und “Unholy”

Fazit :

Auf ihrem zweiten Album bieten INNER CORE auf jeden Fall eine insgesamt sehr solide Leistung, die auch mit einigen starken Hits aufwarten kann.
Ich denke, Symphonic Metal Anhänger mit einem Hang zu etwas mehr Rock kommen hier voll auf ihre Kosten.
Das Album ist vielleicht ein klein wenig zu lang geworden, dadurch hat sich der ein oder andere Standardsong zu viel eingeschlichen.
Aber nix was man nicht beim nächsten Album ausbügeln kann!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Kingdom of Mirrors
02. Morning Shots
03. Bloodlines
04. Desert Snakes
05. Symphony
06. The Dark Chronicles
07. The Queen I Am
08. Lionheart
09. Unholy
10. Crystal Sky
11. Home
12. Jane

Video zu “Lionheart”:

Julian

MASSACRE – Resurgence

Band: Massacre
Album: Resurgence
Spielzeit: 40:19 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.Facebook.com/massacreflorida

Ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig aufgeregt bin. Meine alten Helden von MASSACRE feiern ihr 30 jähriges Bandbestehen mit einem neuem Album. Und ich darf ein Review dafür machen. Diesmal fange ich beim Cover an. Absolut fantastisch. Wes Benscoten (Slayer, Kreator) hat hier ein unglaublich detailliertes Artwork gezaubert, dass von H.P. Lovecraft inspiriert wurde. Der Sound ist auch so verdammt stark und roh. Dan Swäno hat den Jungs von MASSACRE genau den Sound verpasst, den ich am Death Metal so liebe. Aktuell besteht die Band aus Kam Lee (v.), Mike Borders (b.), Brynjar Helgeton (d.) und den drei Gitarristen Jonny Peterson, Rogga Johansson und Scott Fairfax. Reicht euch noch nicht? Okay, dann hätte ich noch als Gastmusiker Marc Grewe (ex-Morgoth), Dave Ingram (Benediction), Anders Odden (Cadaver) und Pete Slate (Druid Lord) zu bieten. Genug Namedropping, ich will jetzt Old School Death Metal Feeling haben.

„Eldritch Prophecy“ startet mit einem dämonisch bösem Intro, direkt wie aus einem Horrorfilm heraus. Dann das erste Riff gleich zum niederknien und die Drums sind Heavy as fuck. Und das „uuargh“ von Kam Lee, ich bin im Death Metal Himmel. Der Mittelpart peitscht dir förmlich den Rücken aus, was für ein wunderbares Gefühl. Bei „Ruins Of R’Leyh“ stehen etliche Tempowechsel an. Wie eine unerbittliche Kriegsmaschine walzen MASSACRE über ihre erbärmlichen Gegner hinweg. Und zwar mit einem solchem Groove und Sänger, dass jeder Feind weinend das Weite sucht. Ich will mehr. Und ich bekomme es bei „Innsmouth Strain“. Der Bass drückt so herrlich und die Drums killen. Im letzten Drittel feuern die Gitarren aus allen Rohren. „Whisperer In Darkness“ hört sich anfangs wie alte Metallica im Death Metal Style an. Heftige Uptempo Nummer, die bei jedem Banger ein Schädeltrauma hinterlassen wird. Mit „Book Of The Dead“ folgt das nächste Highlight. Absoluter Wahnsinn. Bolt Thrower, Benediction und Grave in einem Song vereint. Absolut sick und heftig. Und wer bei Minute 2:10 nicht voll ausflippt, dem ist dann auch nicht mehr zu helfen. Kommen wir zu „Into The Far-Off Void“. Ganz einfach ein Old School Track, der so vertraut und gut ist. Es werden weiterhin keine Gefangenen gemacht. „Servants Of Discord“ geht direkt durch jede Betonwand hindurch und kann Schädel zerschmettern. Sehr eingängig das Ganze und auch das Solo fetzt. „Fate Of The Elder Gods“ baut sich bedrohlich vor einem auf, ein wildes Solo ertönt und die alten Götter brechen über einen herein. Und wenn Kam Lee hier growlt, flüchtet der Fürst der Finsternis freiwillig von seinem Thron. Kommt denn da jetzt kein schlechter Track? Nein! „Spawn Of The Succubus“ ist eine fiese Ausgeburt der Hölle. Aber sollte die Hölle so sein, bin ich dabei. MASSACRE Treffen hier wieder genau in mein altes Death Metal Herz. Ich bin begeistert. Mit dem Abschluss „Return Of The Corpse Grinder“ gelingt der Band der Brückenschlag zu ihrem Debüt und dem darauf enthaltenen Hit „Corpse Grinder“. Jetzt noch mal alles geben bis das Genick bricht, „uuarghhh“ und hell yeah.

Fazit: wer auf Old School Death Metal steht, kommt hier einfach nicht vorbei. So tight, so heavy, so erbarmungslos war noch kein Death Metal Album 2021. Obwohl schon etliche sehr starke Alben von Baest, Pestilence und Blood Red Throne herauskamen, lege ich mich jetzt fest: MASSACRE haben mit „Resurgence“ definitiv mein Death Metal Highlight des Jahres abgeliefert. 10 Songs, 10 Hits, 10 von 10 Punkten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Eldritch Prophecy
02. Ruins Of R‘Leyh
03. Innsmouth Strain
04. Whisperer In Darkness
05. Book Of The Dead
06. Into The Far-Off Void
07. Servants Of Discord
08. Fate Of The Elder Gods
09. Spawn Of The Succubus
10. Return Of The Corpse Grinder

Sturmi

SUPERNOVA PLASMAJETS – Now Or Never

Band: Supernova Plasmajets
Album: Now Or Never
Spielzeit: 44:30 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Records
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.supernovaplasmajets.de

Das Wetter ist trist und grau? Die Arbeitswoche war mal wieder viel zu lang? Dann kommt das neue Album von SUPERNOVA PLASMAJETS genau rechtzeitig. Gleich mal ein Bier geholt, die Mötley Crüe Kutte übergeschmisssen und rein in die viel zu enge Hose. Alleine schon die Namen der Musiker sind grandios. Jennifer Crush (v.), Manni McFly (g.), Randy Stardust (g.), Cliff Bourbon (b.) und Aelexis Rose (d.) erinnern sofort an die 80er. Dass die Truppe aber kein Fun Act ist, konnte ich bereits 2017 auf dem Heat Festival in Ludwigsburg sehen. War das ein geiler Abriss. Etliche Touren mit den Kissin‘ Dynamite, The New Roses oder Escimo Callboy und Auftritten bei vielen großen Open Airs, haben die SUPERNOVA PLASMAJETS noch besser gemacht. Play gedrückt, laut gemacht und los geht’s.

„Pretty Bizarre“ ist ein kurzes Intro, ehe es mit „Beggin‘“ gleich in die vollen geht. Geboten wird melodischer Hard Rock mit einer Prise Glam. Meine gute Laune steigt sofort und der Song erinnert mich an alte Coca Cola Werbungen (bitte als Kompliment verstehen). „Take Me To The Underground“ ist ein Hit. Geile Keyboards, geiles Schlagzeugspiel und eine begnadete Sängerin. Wenn Mrs. Crush loslegt, geht Gwen Stefani zum Weinen in den Keller. Oh yes, es geht back to the 80ies. Der Anfang von „Now Or Never“ klingt nach „Panama“ von Van Halen. Sehr catchy die Nummer und versprüht sehr positive Vibes. Der Mitklatschpart ist clever gesetzt und wird live punkten können. Bei „Deer In The Headlights“ muss ich gestehen, dass es einige Durchläuche gebraucht habe, bis das Stück bei mir angekommen ist. Ja Wahnsinn, es geht noch mehr 80er auf „Lonely Hearts In The Night“. Synthwave trifft auf Pop-Rock. Ein perfekter Auto Cruise Song. Auf „I‘m Not Okay“ geht es wie bei Billy Idols „Flesh For Fantasy“ los. Die Nummer entpuppt sich dann aber als moderner Rocker auf dem die ganze Mannschaft beweisen kann, was sie drauf hat. Wenn ihr meint SUPERNOVA PLASMAJETS haben ihr Pulver verschossen: mal sauber geirrt. Jetzt dreht die Band erst richtig auf. Auf „Fade Away“ wird der Härtegrad erhöht und Metal-Riffs knallen einem entgegen. Was für eine geile Nummer, in der sogar ein Discobeat eingebaut wurde. Es geht geil weiter. „Break My Down“ ist eine Hymne, die geschrieben wurde um live gespielt zu werden. Unterstützt wird die fantastische Mrs. Crush von Andy Brings (Double Crush Syndrome), der den Rotz Faktor noch deutlich erhöht. Yeah, so und nicht anders. Rock’n’Roll pur auf „Turn Around The Sky“. Richtig straightes in your face Stück, auf der die Stimme wie Doro zu ihren besten Zeiten klingt (hatte Doro schon mal schlechte Zeiten? Nein.) „Hello“ can you hear me? Moment, ich dreh‘ noch lauter. Super gemacht, hat alles was man braucht. Heavy Riffs, Mitsing-Parts und ein saustarker Refrain. Wow, ich bin schon voll im Konzertmodus. Den Abschluss macht eine extrem gelungene Version des Taylor Dane Hits „Tell It To My Heart“. Ist das Original schon klasse, gefällt mir die rockige Art natürlich noch besser.

Fazit: Dieses Album bereitet von vorne bis hinten Freude pur. Extrem hohe Hitdichte, fette Produktion und natürlich eine Sängerin die das Level noch höher hebt. Gratulation an alle von SUPERNOVA PLASMAJETS für dieses absolute Highlight. Hier werden die 80er mit der Moderne perfekt gemischt. Dafür gibt es verdiente 9,5 Punkte. So und jetzt geb‘ ich mir die Scheibe zum 13. Mal.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Pretty Bizarre (Intro)
02. Beggin‘
03. Take Me To The Underground
04. Now Or Never
05. Deer In The Headlights
06. Lonely Hearts In The Night
07. I’m Not Okay
08. Fade Away
09. Break Me Down
10. Turn Around The Sky
11. Hello
12. Tell It To My Heart

Sturmi

WU TENGLERS – Burning Century

Band: WU Tenglers
Album: Burning Century
Spielzeit: 41:41 min
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 23.10.2021
Homepage: www.wutenglers.band

So Freunde, heute gibt es mal was auf die Ohren, dass ihr und ich so gar nicht gewohnt seid von mir. Indie Rock aus Österreich. Jetzt mal schön den Horizont erweitern und sich auf was Neues einlassen. Bisher habe ich immer einen Bogen um diese Musik gemacht, da mir da leicht mal der Arsch einschläft. Aber NICHT hier, so viel schon mal vorab. Die WU TENGLERS aus Kappl in Tirol bestehen aus Alexander Pfeifer, Werner Jehle, Erwin Sailer und Hannes Petter. Geiler Bandname, der natürlich einerseits vom Wu-Tang Clan kommt. Und das „Tengler“ steht für den Zustand einer durstigen Nacht. Produziert wurde das Debüt im Studio Hundert bei Reith im Alpbachtal. Und dieser Jay Hundert (Liquid Steel, Eastwood Haze, Freunde Schöner) hat den Jungs einen Sound gezaubert, bei dem man die analoge Wärme der alten Röhrentechnik förmlich heraushören kann. So Leute, Metal-Scheuklappen abgelegt und los gerockt.

Der Opener „Beat Of My Heart“ rockt ordentlich los und wird die Leute sofort tanzen und feiern lassen. Der Refrain bleibt gleich hängen und der Song erinnert mich an Formosa. Mit „One Way Ticket“ folgt der nächste Indie Kracher. Wie hier die Stimme mit den restlichen Instrumenten verschmilzt, ist schon klasse gemacht. Es folgt der Titeltrack „Burning Century“. Leicht melancholisch im The Cure Stil, gleichzeitig mit einer fröhlichen Leichtigkeit verbunden. Als dann noch der Chor der Volksschule Ischgl einsteigt und von amerikanischen Polizeisirenen begleitet wird, entsteht einer dieser Momente, die man nicht richtig beschreiben kann. „Oxygen“ enthält wieder mehr E-Gitarre und das Stück lässt einen seine positiven Vibes fühlen. Und Alex’s Stimme ist verdammt gut mal wieder. Bei „Silly Walls“ fällt einem sofort ein gewisser Ex-US-Präsident ein. Das Teil rockt richtig schön punkig, locker flockig vor sich her und lässt die Füße nicht stillstehen. Ein dumpfes Riff eröffnet „Space Cowboy“, eine Nummer die das Seelenleben von Alex zeigt und er die Trennung seiner Eltern verarbeitet. Gefällt mir sehr gut und würde auch super auf einen Soundtrack passen. „Perfect Enemy“ fesselt mich wirklich. Das Spiel zwischen weich und einfühlsam auf der einen und das hochpuschende und motivierende Gefühl auf der anderen Seite, sehr sehr geil. „There Is Nothing“ ist vertraut und abgespaced zugleich. Ich kann es nicht anders beschreiben, auf alle Fälle einfach gut. Wenn man „Never Give Up“ hört, zaubert es einem unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht. Könnte glatt aus der Feder von U2 stammen. Mit „Where Is The Sunshine“ ist tatsächlich mal eine schwächere Nummer auf dem Album. Aber hey, wir reden hier vom Debüt und es ist ja nur mein Geschmack. 11. und letzter Song ist „Honig“. Und der Song ist herrlich ursprünglich und chillig. Ich hab‘ aber etliche Anläufe gebraucht, ehe ich alles verstanden habe. Da tu ich mich selbst als Bayer schwer.

Fazit: Danke Burschen für diese Horizont Erweiterung. Ein wunderbar erfrischendes Debütalbum der WU TENGLERS. Ich denke und hoffe, dass wir da noch einiges zu Hören bekommen und die Tiroler auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Beat Of My Heart
02. One Way Ticket
03. Burning Century
04. Oxygen
05. Silly Walls
06. Space Cowboy
07. Perfect Enemy
08. There is Nothing
09. Never Give Up
10. Where Is The Sunshine
11. Honig

Sturmi

BURNING POINT – Arsonist of the Soul

Band: Burning Point
Album: Arsonist of the Soul
Spielzeit: 48:51 min
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.facebook.com/burningpointfinland

Die finnischen Melodic Power Metaller von BURNING POINT existieren nun auch schon seit mehr als 20 Jahren! Scheiße man wird einfach auch alt, ich kann mich noch an die ersten Scheiben der Band erinnern : )
Mastermind und Konstante in der Band war und ist Gitarrist und Songwriter Pete Ahonen der auch bei STARGAZERY in die Saiten greift.
Nach dem Pete viele Jahre selbst auch am Mikro zu finden war, übergab er dieses 2015 an Ex BATTLE BEAST Sängerin Nitte Valo mit der man 2015 und 2016 zwei Alben aufnahm und veröffentlichte.
Und wie ich fand waren die Alben echt Bombe und der Gesangswechsel absolut passend!
Leider ist das schon wieder Geschichte, warum auch immer, vielleicht zu viel Mut, und mit Luca Sturniolo haben wir nun wieder einen männlichen Sänger in vorderster Front. Zudem gibt es mit Jarkko Poussu, Tuomas Jaatinen und Matti Halonen noch Neuzugänge am Bass, Schlagzeug und Keyboards, von daher eine fast runderneuerte Mannschaft, die uns hier gegenübersteht.
Mal schauen wie das neue Album so klingt, laut eigener Aussage wohl wieder härter und eher an die frühen Bandtagen orientiert.

Mit dem Opener „Blast in the Past“ bekommen wir auf jeden Fall schon mal einen sehr ordentlichen und aussagekräftigen Opener, denn nicht nur vom Titel her, drückt das Teil ordentlich aufs Gas, nein auch musikalisch geht die Nummer tierisch nach vorne!
Der neue Sänger Luca ist sehr hoch unterwegs, das mag nicht jeder, aber er beherrscht hier die hohen Töne echt gut.
Nach diesem ordentlicher Opener geht es direkt weiter mit „Rules of the Universe“.
An sich ist die Nummer echt schön catchy und sehr ordentlich geworden, aber was im Chorus passiert das ist schon echt nicht mehr so schön anzuhören! Sänger Luca geht so hoch das die Stimme teilweise komplett wegbricht und ordentlich daneben geht…nein Danke, das geht hoffentlich im nächsten Song wieder besser!
„Out of Control“ im Anschluss bleibt schön in den mittleren Lagen, hier ist also alles wieder im grünen Bereich Gesangs technisch.
Und auch die nächsten Hits kommen nun wie am Fließband, denn mit „Persona Non Grata“, dem Titelstück „Arsonist of the Soul“ und auch dem flotten „Hit the Night“ hat man einige starke Songs im Gepäck.
Nach dem Standardmetalsong „Running in the Darkness“ haben wir mit dem langsamen, groovigen „Calling“ den nächsten Hit zu verzeichnen.
Das flotte „Off the Radar“ eröffnet dann gekonnt das letzte Drittel der Scheibe und kann vor allem mit dem tollen Chorus glänzen.
Bei den letzten drei Tracks kann man dann leider nicht mehr an die bisherigen Hits anknüpfen und beim letzten Song „Eternal Life“ haben wir dann wieder das „Gesangsproblem“ das die Stimme in den ganz hohen Töne ziemlich wegbricht. Das schmälert den Hörgenuss.

Anspieltipps:

„Blast in the Past“, „Persona Non Grata“, „Arsonist of the Soul“, „Calling“ und „Off the Radar“

Fazit :

Ganz klar die neue BURNING POINT Scheibe hat einige starke Tracks an Bord! Aber so ganz warm werde ich irgendwie noch nicht mit dem Sängerwechsel und auch mit der Rückkehr zu mehr Bombast.
Ich fand Nitte einfach mega passend und nun klingt das Ganze irgendwie wie der xte Power Metal Klone.
Wie gesagt das neue Album ist nicht von schlechten Eltern und hat einige starke Momente und Htis, aber die letzten Alben hatten irgendwie das gewisse Etwas was mir hier fehlt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Blast in the Past
02. Rules the Universe
03. Out of Control
04. Persona Non Grata
05. Arsonist of the Soul
06. Hit the Night
07. Running in the Darkness
08. Calling
09. Off the Radar
10. Fire with Fire
11. Will I Rise with the Sun
12. Eternal Life

Video zu “Arsonist of the Soul”:

Julian

NESTOR – Kids in a Ghost Town

Band: Nestor
Album: Kids In A Ghost Town
Spielzeit: ?? min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 22.10.2021
Homepage: www.facebook.com/nestortheband

Es war einmal…so beginnen wohl alle Märchen. Und als Märchen muss wohl auch der neuerliche Release der schwedischen Hardrocker NESTOR bezeichnet werden. Nicht, dass NESTOR nur Geschichte(n) erzählen würden – nein, sie schreiben sie. Nur ganz selten aktiviert sich bei all den großartigen, hochkarätigen Releases der letzten Jahre diese Gänsehaut, wie man sie eigentlich nur aus der Jugendzeit in den Achtzigern kennt. Eben just, als die ganzen großen Hitalben kursierten, als alles aufregend und unkompliziert war. Als man noch für den Moment gelebt hat und morgen ganz weit entfernt und unwichtig war. Eine herrliche Zeit, die wohl nur in einem bestimmten Alter möglich zu sein scheint. Und doch kratzen NESTOR mit ihren Songs immer wieder an der Oberfläche dieser unbeschwerten Zeit. Aber woher kommt diese Band? Warum platzen sie gerade jetzt ins Musikuniversum? Schon mit dem ersten Testballon „On The Run“ war klar, dass wir es hier mit einer ganz außergewöhnlichen Band zu tun haben. Das Video ist aufwendig produziert, ziemlich funny und der dazugehörige Song ein absoluter Volltreffer. Das ist jetzt gut sieben Monate her. Seitdem ist einiges passiert im NESTOR-Universum. Zwei weitere Singles – das absolut geniale „1989“ und die Mega-Ballade „Tomorrow“ feat. SAMANTHA FOX (!!!) sind dermaßen in die Umlaufbahn gekracht, dass wohl jeder Fan nur noch sehnsüchtig auf das komplette Album wartet. Nun ist es endlich so weit. „Kids In A Ghost Town“ nennt sich der Silberling, auf dem zehn Songs Platz gefunden haben.

Produziert hat ihn Sänger Tobias „Tobbe“ Gustavsson, gemixt wurde er von Sebastian Forslund und gemasterd von Thomas Plec Johansson. Und da sind wir auch schon beim erstklassigen Soundgewand, das „Kids In A Ghost Town“ trägt. Eine leichte Nostalgie-Note darf man den Schweden zwar anheften, nicht aber, dass sie nicht mit beiden Beinen in der Gegenwart stehen. Denn der Sound ist eine gelungene Mischung aus beiden Welten – den Achtzigern und heute. Nun aber zur Trackliste:

Mit dem Brecher „On The Run“ starten NESTOR brachial geil in ihr Comeback-Album. Dieser Song hat einfach alles: Power, Melodie und eine gesunde Härte. Der Titeltrack schließt sich etwas melodiöser und AOR-lastiger an. Bei „Stone Cold Eyes“ werden Erinnerungen an die göttlichen GIANT und ihren Hit „Hold Back The Night“ wach und bei „These Days“ schielen die Schweden leicht auf VAN HALEN´s „Right Now“. Etwas poppiger präsentiert sich „Perfect 10 (Eyes Like Demi Moore)“, abermals mit clever eingearbeiteten Querverweisen auf die glorreichen Achtziger. Damit haben wir die Hälfte der Scheibe quasi schon abgearbeitet. Bisher ein absolutes Hörvergnügen für jeden, der auch nur ansatzweise etwas mit den Achtzigerjahren anfangen kann.

Als nächstes haben NESTOR die Ballade „Tomorrow“ platziert, in der niemand Geringeres als 80´s Ikone SAMANTHA FOX eine nicht zu unterschätzende Rolle einnimmt. Einfach grandios! Das ebenfalls ruhigere „We Are Not OK“ (mit schönem DEF LEPPARD-Tapping im Solo) ist der bisher unauffälligste Song. Das kann „Firesign“ schon nach wenigen Sekunden ausbügeln. Dieses Riff ist einfach toll – und der dazugehörige Song ebenfalls. Einer von zwei direkt auf die Zwölf. Das schon bekannte „1989“ kommt als nächstes an die Reihe. Ein überlebensgroßer Refrain, pures 80´s Feeling, eine Gitarrenarbeit nicht von dieser Welt (dies gilt im Übrigen für das komplette Album) machen daraus einen Hit. Den Schlußakkord setzt „It Ain´t Me“ mit viel Dramatik, Gefühl und Gänsehautfeeling.

Es erscheint fast so. als wären Nestor einer anderen Dekade entsprungen. Diese Band lebt die Achtziger in jeglicher Hinsicht. Songstrukturen und Hooklines lassen Bands wie Dokken & Co wiederaufleben, aber immer auch verpackt in ein modernes Soundgewand. Hier wird auf sehr gelungene Art und Weise eine Brücke geschlagen, die diesen glorreichen Sound in die Neuzeit transportiert, scheinbar ein aktueller Trend, aber nicht jede Formation hat dies so grandios hinbekommen wie die schwedische Truppe um Tobias „Tobbe“ Gustavsson. Mit diesem Rundling haben Nestor große Chancen in der Zukunft als Mitglied der „Hall Of Fame“ zu gelten. Zugleich wird man den Weg weiter gespannt verfolgen und darf für die Zukunft auf weitere Großtaten hoffen. Was für ein grandioses Werk! Punkt!

Es gibt einen Song auf dem Album, der „Kids In A Ghost Town“ wie selbstverständlich beschreibt: „Perfect 10“ handelt natürlich nicht von diesem 10-Tracker, dennoch ist das Debüt der Schweden ein in jeder Hinsicht perfektes Album geworden. Abwechslung, grandioses Songwriting, toller Sound, perfekte Umsetzung und ein erfrischendes Retro-Feeling machen aus „Kids In A Ghost Town“ eine Platte, die nicht einfach nur die Höchstnote verdient hat, sondern für die man sich schon mal etwas besonderes einfallen lassen kann, indem wir unsere Bewertungsskala exklusiv ein klein wenig um einen goldenen Bonusstern erweitern.

Und weil dieses Album so grandios ist, haben sich gleich zwei Redakteure mit dieser Ohrbombe beschäftigt und quasi eine Doppelfeature Rezi geschrieben! Anmerkung der Chefredaktion

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

1. On The Run
2. Kids In A Ghost Town
3. Stone Cold Eyes
4. These Days
5. Perfect 10
6. Tomorrow
7. We Are Not Ok
8. Firesign
9. 1989
10. It Ain´t Me

Stefan, Bonne