MICHAEL SCHENKER FEST – Revelation

Band: Michael Schenker Fest
Album: Revelation
Spielzeit: 52.38 min
Stilrichtung: Classic Hardrock
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: .20.9.2019
Homepage: www.michaelschenkerfest.com

Michael Schenker Fest – Revelation

Michael Schenker gönnt seinem auf der Konzertbühne entstandenen „FEST“ – Projekt ein weiteres Studioalbum. „Revelation“ setzt in puncto massivem Sängeraufgebot selbst zum Vorgänger “Resurrection“ nochmal neue Höchstmarken.
Finden die reaktivierten Gary Barden, Robin McAuley, Graham Bonet und Doogie White mittlerweile immer besser zueinander, galt es auf dem aktuellen Longplayer auch noch den viel beschäftigten chilenischen Ausnahmesänger Ronnie Romero ( Rainbow, Coreleoni und Ferryman) ins Mannschaftsgefüge zu integrieren.
Damit nicht genug mußte man doch auch den angestammten MSG Drummer Ted McKenna aufgrund seines Todesfalls während der Aufnahmesessions durch Bodo Schopf und Simon Phillips ersetzen.
„Revelation“ stellt somit schon alleine eine logistische Herausforderung dar, die auf dem Erdball verteilten Musiker in dieses Projekt zu vereinen. Die Aufnahmen fanden somit in zwei Studios in Deutschland und Los Angeles unter der erneuten Produktionsaufsicht von Michael Voss statt.
Musikalisch geht das aktuelle Album konsequent den eingeschlagenen Weg des Vorgängers weiter, guter old school Classic Rock, wie man ihn von Schenker gewohnt ist. Der deutsche Ausnahmegitarrist, der selbst die Songankündigungen seiner deutschen Konzerte, in Englisch abhält, ist komplett „back to the roots“. Das Songwriting von Stücken wie „Under A Blood Red Sky“ und „Behind The smile“ lässt sich ohne Probleme in die Tracklist seiner Frühwerke einfügen. Fans der anfänglichen Schaffensphase des Hannoveraners dürften verwundert feststellen, dass die Zeit nah zu stillzustehen geblieben scheint.
Mag das gut vierminütige „Rock Steady“ ein schön stampfender, leicht verschleppter und nicht schlechter Hardrocksong sein, ein guter Opener ist es nicht.
Erheblich fixer gibt sich da das folgende “Under A Blood Red Sky“ wo hingegen erst „Silent Again“ auffährt, was einen guten Schenker Song ausmacht. Einzigartige Gitarrenarbeit gepaart mit einem richtig guten Refrain. Hier zeigt sich zum ersten Mal, wie gut ein Robin McAuley aktuell noch unterwegs ist. Auch das mehr als gelungende „Sleeping with the Light on“ lebt von dem Variantenreichtum der wechselnden Sänger.
Urtypisch glänzt „The Beast in The Shadow“ mit brillantem Soloteil. Was auch immer Schenker spielt, es hat immer großen Wiedererkennungswert.
Die von Steve Mann gekonnt eingesetzten Keys überzeugen im guten „Behind The Smile“, mal besseren und mal weniger gut gelungen Classic Hardrock bieten „Crazy Daze“ und „We are the Voice“, welches trotz eines gut aufgelegten Ronnie Romeros nicht so richtig zünden will.
An die guten McAuley Schenker Zeiten erinnert das atmosphärische „Old Man“, bevor das verspielte Instrumental „Ascension“ eine solide MICHAEL SCHENKER Platte beschließt.
Neben der zumindest fragwürdigen Covergestaltung, die man unter den Mantel der Geschmacksache lassen kann, ist der darbietende Sound von „Revelation“ sicher keine Offenbarung. Er mag im Sinne des Erfinders sein, modern oder auch nur ansatzweise zeitgemäß ist er sicher nicht. Es klingt alt, das kann Absicht und im Stile des Albums sein, aber die technischen Errungenschaften eines guten Studios komplett auszublenden, damit tut sich MICHAEL SCHENKER keinen Gefallen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rock Steady
02. Under A Blood Red Sky
03. Silent Again
04. Sleeping With The Light On
05. The Beast In The Shadow
06. Behind The Smile
07. Crazy Daze
08. Lead Your Astray
09. We Are the Voice
10. Headed For The Sun
11. Old Man
12. Still In The Fight
13. Ascension

Link zu “Sleeping With The Light On” :

Rüdiger König

ECLIPSE – Paradigm

Band: Eclipse
Album: Paradigm
Spielzeit: — min
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 11.10.2019
Homepage: www.eclipsemania.com

ECLIPSE Paradigm
Was das schwedische Wunderkind Erik Mårtensson auch alles produzieren und mischen mag, seine Band ECLIPSE bleib seine Herzensangelegenheit und dieses Herzblut spürt man auch auf dem neusten Werk „Paradigm“ in jeder Note.
Hier werden keine Bonustracks aus vergangenen Kompositionsphasen erneut verwurstet, hier wird das Beste erarbeitet, was gerade möglich ist. Der rote ECLIPSE Faden ist allgegenwärtig, die Band hat ihren favorisierten Stil gefunden und bewegt sich gekonnt um ihre Brandmarks, die da sind, druckvoller, eingängiger Melodicrock ohne Kompromisse. Kein Bombast, schnörkellos, doch mit Spielraum für immer mal wieder Unerwartetes.
Die Refrains wirken irgendwie immer eine Spur griffiger und die Strophen häufig passender als bei einem Großteil der Konkurrenz und wenn die fürs Album ausgewählten Songs allesamt im Midtempo und schneller sind, dann ist das so und man verzichtet halt auf die ansonsten obligatorische Quotenballade.
Abwechslung wird durch fein gesetzte Akzente erzielt, sei es die ungewöhnliche Songeröffnung oder ein außergewöhnliches Solo. Erik Mårtensson macht nicht viel anders, aber an genau den richtigen Stellen. Diese Feinheiten sind extrem songdienlich und in ihrer Einfachheit schon teils genial. Oftmals braucht es mehrere Durchläufe bis sich alles offenbart hat.
Rein musikalisch ist es sogar ein wenig rätselhaft, was genau den Unterschied macht.
Die zwar angenehme Gesangsstimme ist nicht wirklich außergewöhnlich, die ordentliche Gitarrenarbeit nicht von einem anderen Stern, aber alle Mannschaftsteile fügen sich extrem harmonisch zusammen. Nichts ragt raus und alles zusammen ergibt ein klasse Gesamtergebnis. ECLIPSE hassen Albumfüller und lassen sie einfach weg.
Viele ihrer Songs hinterlassen gerne mal den Eindruck, ihn in ähnlicher Form schon mal gehört zu haben, da der Aufbau sich häufig ähnelt, dann hört man sich durch den Backkatalog und findet nichts.
„Blood Wants Blood“, „Mary Leigh“ und vor allem „The Masquerade“ sind drei dieser kleinen Meisterwerke, welche leicht das Qualitätslevel des fulminanten Vorgängers „Monumentum“ erreichen, die grundsätzlich eher einfacheren Songs packen einen spätestens im Refrain.
Die kantige, schon fast dreckige Gitarrenarbeit von Leadgitarrist Magnus Henriksson auf „Delirious“ ist extrem treibend und kommt wie fast das ganze Album ohne große, dominante Keyboardeinsätze aus.
Etwas auf die Tempobremse treten „Take Me Home“ und „Shelter Me“, die getragenen Hymnen auf „Paradigm“, ohne die es ECLIPSE nicht machen.
Kurz und prägnant lautet die Devise, denn Mårtensson weiß genau um den Wirkungsgrad seiner elf Songs, nach drei bis vier Minuten ist die jeweilige Messe meistens gelesen und wird nicht um weitere Minuten unspektakulär in die Länge gezogen.
ECLIPSE ist es somit eindrucksvoll gelungen, dem grandiosen Vorgänger „Monumentum“ einen würdigen Nachfolger auf beachtlicher Qualitätsstufe folgen zu lassen.
Das Ganze mag nicht jedermanns Lieblingsmusik sein, aber die stetig zunehmende Anzahl an Fans kommt erneut voll auf ihre Kosten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Viva La Victoria
02. Mary Leigh
03. Bloods Wants Blood
04. Shelter Me
05. United
06. Delirious
07. When The Winter Ends
08. 38 Or 44
09. Never Gonna Be Like You
10. The Masquerade
11. Take Me Home

Link zu “United”:

Rüdiger König

 

DAWN OF DESTINY – The Beast Inside

Band: Dawn of Destiny
Album: The Beast Inside
Spielzeit: 56:34 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Ram It Down Records
Veröffentlichung: 04.10.2019
Homepage: www.facebook.com/dawnofdestiny.de

Vier Jahren nach ihrem letzten Album „To Hell“ kehren die deutschen Power Metaller von DAWN OF DESTINY endlich zurück und haben für ihre Fans ihr neues, siebtes Album, „The Beast Inside“ im Gepäck.
Die Band rund um Mastermind und Basser Jens Faber und Sängerin Jeannette Scherff hatte ja schon immer ein Händchen für düsteren, atmosphärischen Power Metal der auch das ein oder andere Mal in die Symphonic Ecke abdriftet.
Daher konnte man schon gespannt sein was man sich dieses Mal wieder überlegt hat!
Konzeptionell geht es dieses Mal um eine junge Frau mit Namen Christine die von ihrer Mutter getrennt in einer fremden Stadt lebt und mit allerlei Verletzungen und Traumata aus der Vergangenheit zu kämpfen hat. Kein leichter Stoff also!
Eröffnet wird das neue Werk mit dem Opener „The Beast Inside a Beauty“. Düster, schleppend aber immer noch melodisch bahnt sich die Nummer ihren Weg in die Gehörgänge und bleibt da auch lange haften. Als Opener auf jeden Fall schon mal ein sehr ordentlicher Einstieg!
„It`s my Fate“ im Anschluss ist dann eher Standardmetal, richtig überzeugen kann man dann wieder im Anschluss mit „Pain in Me“ und vor allem „Fight your Inner Demons“! Hier stimmt die tolle Mischung aus düsterem Symphonic Metal und Melodic Metal.
Die erste Hälfte beschließt das epische „Looking for a Hero“ welches vor allem im Chorus seine ganze Stärke ausspielt!
Die zweite Hälfte beginnt mit dem ebenfalls sehr melodischen und starken „Signs in the Sky“ wird mit „Surrounded“ fortgesetzt, wo Growls Einzug halten die mich so gar nicht packen können, und dem eher wieder zum Standardmetaltrack tendierenden „Why am I here“ welcher nicht sonderlich auffällt.
Das letzte Drittel wird dann vom melodischen „Already Dead“ und dem epischen Abschluss „Longing“ dominiert. Das dazwischen liegende, erneut mit Growls angereicherte, „If we close our Eyes“ kann leider nicht komplett überzeugen.

Anspieltipps:

„The Beast Inside a Beauty”, “Fight your Inner Demons”, “Looking for a Hero”, “Signs in the Sky” und “Already Dead”.

Fazit :

DAWN OF DESTINY Fans sollten mit dem neusten Werk absolut keine Probleme haben! Sie bekommen das geboten was sie erwarten.
Allen anderen empfehle ich aber definitiv reinzuhören, da die sehr düstere Grundstimmung nicht jedermanns Sachen ist.
Symphonic Metalfans mit dem Hang zur Düsternis ist das neue Werk aber auf jeden Fall wärmstens ans Herz zu legen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Beast Inside a Beauty
02. It`s my Fate
03. Pain in Me
04. Fight your Inner Demons
05. Peace of Mind
06. Looking for a Hero
07. Signs in the Sky
08. Surrounded
09. Why Am I Here?
10. Already Dead
11. If we close our Eyes
12. Longing

Julian

AGE OF REFLECTION – A New Dawn

Age of Reflection

Band: Age Of Reflection
Album: A New Dawn
Spielzeit: 46.25 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR HEAVEN
Veröffentlichung: 27.9.2019
Homepage: www.facebook.com/AGEOFREFLECTION/

AGE OF REFLECTION – A New Dawn
Der Grunge kam wohl für einige doch zu früh. Auf diese Aussage kann man sich festlegen, wenn man sich die Flut an aktuellen Bands ansieht, die sich im musikalischen Gewand der 80er Heroen kleiden. Die Renaissance des Hairmetals beflügelt auch die Schweden von AGE OF REFLECTION mit ihrem zweiten Werk „A New Dawn“.
2013 vom Gitarristen Carl Berglund und Bassisten Jan Skärming gegründet folgte 2017 das Debüt im Stile des klassischen AOR mit gefühlvollen Harmonien. Diesen Weg gehen AoR mit „The New Dawn“ konsequent weiter. Teils stark an die Wegbereiter Journey & Co angelehnt schaffen es AGE OF REFLECTION der Magie der alten Tage neue Energie einzuhauchen.
Der musikalische Arbeitsnachweis erstreckt sich über elf ansprechende Songs, die nicht den Anspruch haben, den Melodic Rock neu zu erfinden, aber auch weit davon wegstehen, Plagiatsvorwürfe befürchten zu müssen.
AoR bereichern die Szene mit einer rundum gelungenen Scheibe, an der es nichts auszusetzen gibt. Innovation überlassen sie anderen und besinnen sich auf ihre Stärken, die zweifellos vorhanden sind.
Nachdem das mystische Keyboard /Gitarrennintro ins Titelstück überleitet lässt sich schnell erahnen,wohin die nächste Dreiviertestunde führen wird. Melodische Rocknummern mit nicht zu verkennender Qualität gekonnt transportiert vom Sänger Lars Nygren und erneut unnachahmlich abgemischt von Mr. Mårtensson (Eclipse, W.E.T., Nordic Union), der dem Ganzen den passenden Rahmen verpasst.
„Here I Stand“ hat schon ordentliche Bon Jovi Versatzstücke im Riff, vereint aber die im Info Sheet angekündigten emotionalen Harmonien mit der Kraft des amerikanischen Hardrocks ebenso wie das getragene „What If I Break“.
Die Nummern „Go“, „Never Alone Again“und „Write It On The Wall“ tragen ein handwerklich mehr als gelungenes Album, mit einigen wirklich schönen Songideen, die durch ausgewogene Instrumentierung überzeugen. Warme Keyboards, saubere Gitarren, alles passend an der richtigen Stelle und unaufgeregt dargeboten.
Wenn die zwar gelungene, aber dann doch leider auch etwas an Einfallslosigkeit kränkelnde Coverversion „I Just Died“ von Cutting Crew stilistisch komplett ins Gesamtkonzept passt, weiß man, wohin die Reise
AGE OF REFLECTION bieten auf ihrem zweiten Album mehr als soliden, guten Mainstreamrock, der sich nicht durch Exklusivität von der Masse abhebt, aber auch nicht in ihr unterzugehen droht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Aurora
02. A New Dawn
03. Stay With Me
04. Here I Stand
05. Until Death Do Us Part
06. What If I Break
07. Go
08. Never Alone Again
09. I Just Died In Your Arms
10. Write It On The Wall
11. Can´t Let Go

Link zum Video “Stay With Me” 

Rüdiger König

PRIME CREATION – Tears of Rage

Band: Prime Creation
Album: Tears of Rage
Spielzeit: 42:15 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Rock N Growl
Veröffentlichung: 27.09.2019
Homepage: www.primecreationband.com

2017 brachten die Schweden von PRIME CREATION ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf den Markt!
Die Jungs die sich aus der Asche der Band MORIFADE gründeten überzeugten direkt auf ganzer Linie und so war ich gespannt auf das neue, zweite Album der Band mit dem klangvollen Namen „Tears of Rage“. Musikalisch kann man sich auf eine Mischung aus MASTERPLAN und EVERGREY freuen!
Als Opener wird mit „Fingers Crossed“ direkt der Staub aus den Boxen geblasen. Kraftvoll aber immer melodisch und eingängig geht man hier zur Sache, so wie es eigentlich auch schon beim Debütalbum praktiziert wurde.
„Lost in the Shades“ im Anschluss gehört dann eher in die Kategorie Standard Metaltrack. Gut aber nicht unbedingt außergewöhnlich.
Daher geht’s recht schnell weiter zu den nächsten Tracks.
Und diese sind weit entfernt von Standardmetal sondern entpuppen sich als absolute Perlen des Genres. „Before the Rain“, „Walk Away“ und „All for my Crown“ sind hier als leuchtende Beispiele zu nennen.
Zum ganz großen Schlag holt man dann aber beim epischen, abwechslungsreichen „A Beggar`s Call“ aus. Ein genialer Track der einen lange Zeit im Kopf begleiten wird, das verspreche ich euch!
In die gleiche Kerbe schlägt dann auch der anschließende Titeltrack „Tears of Rage“. Hier spielen die Jungs ihre ganze Stärke aus und zaubern jedem Fan der Band und des Genres ein Lächeln ins Gesicht.
Das abschließende „Endless Lanes“ kommt sehr ruhig und bedächtig aus den Boxen, ist also quasi die Quotenballade des Albums und gefällt auch soweit ohne das die Nummer großartig glänzt.

Anspieltipps:

„Fingers Crossed“, „Before the Rain”, “Walk Away”, “A Beggar`s Call” und “Tears of Rage”.

Fazit :

PRIME CREATION haben das Level des schon sehr ordentlichen Debütalbum ohne Probleme auf ihrer neuen Scheibe gehalten! Die Spielzeit ist auch ein Tucken länger, wenn auch nach wie vor nicht überragend, aber ansonsten kann man als Fan von düsterem Heavy Metal mit dem Kauf dieses Diskus nicht viel falsch machen!
Ein tolles Zweitwerk was die Band hoffentlich etwas bekannter machen sollte als bisher!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fingers Crossed
02. Lost in the Shades
03. Before the Rain
04. Pretend till the End
05. Walk Away
06. All for my Crown
07. A Beggar`s Call
08. Tears of Rage
09. Endless Lanes

Julian

VISIONS OF ATLANTIS – Wanderers

Band: Visions of Atlantis
Album: Wanderers
Spielzeit: 53,65 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 30.8.2019
Homepage: www.facebook.com/visionsofatlantisofficial

VISIONS OF ATLANTIS – Wanderers
Es ist so eine Sache mit dem Symphonic-Metal, nur wenigen Bands des Genres gelingt es wirklich neue Akzente zu setzen. Das mag an den zahlreichen Klischees liegen, die erfüllt werden wollen oder müssen um die meist aufgehübschte Fanbase zu erreichen.
Den Bigplayern Within Temptation und Nightwish mag das ob ihrer musikalisch herausragenden Möglichkeiten in dem gesteckten Rahmen häufiger gelingen, der Rest schwimmt mehr oder weniger mit. Teils recht einfache, wenn auch einprägsame Hooks, produktionstechnisch bis zur Unkenntlichkeit aufzupumpen, erinnert halt auch häufig an Vorgehensweisen der Schlagermusik.
Genug der verallgemeinerten Einleitung, hier geht es jetzt um „Wanderers“, dem siebtem Studiowerk von VISIONS OF ATLANTIS, der 20-jährigen Symphonic-Metal Hoffnung aus Österreich. Die Band verabreicht sich ihre neuen Impulse durch immer neue Besetzungswechsel in einem Turnus, der jedem Fußballverein zur Ehre reichen würde.
Eine dieser Neuverpflichtungen ist Michele Guaitoli und darf neben Sängerin Clementine Delauney das gesangliche Aushängeschild geben. Die Aufgabenteilung am Mikro funktioniert und gibt VOA ordentlich Variationsmöglichkeiten, auch wenn die Stammsängerin sicher die größere Strahlkraft besitzt.
Die elf Songs auf „Wanderers“ bedienen komplett das zu Erwartende, orchestral hochproduzierte Songs, allesamt mit griffigen Hooklines versehen, ohne jedwede Überraschungsmomente. Solide, aber gut.
Komplett auf Sicherheit gehend, entwickelt sich das Album zu einem auf zumeist Schlagerharmonien ausgelegtem Reißbettalbum, ohne das man ihm Qualität abschreiben kann. Das Ganze ist handwerklich mehr als sauber instrumentalisiert, abwechslungsreich und vor allem in den Balladen gefühlvoll. Damit hebt sich VOA wohltuend von einem Großteil der Mitbewerber ab, ohne den führenden Alphatieren des Genres Angst machen zu können.
„Heroes of the Dawn“, und „At The End Of The World“ sind sicher gute Songs, und die Duettaufteilung in „A Life Of Our Own“ hat interessante Aspekte, dem gegenüber schaffen es Songs wie „To The Universe“ und „The Siren & The Sailor“ aber nicht den Spannungsbogen über ein ganzes Album aufrecht zu halten. Tolkien Zitate mögen in der Fanbase gut ankommen und auch ein hübsch in Szene gesetztes karibisches Strandshooting der Band mag bei einigen punkten, bleiben aber Beiwerk und setzen keine Akzente.
Insgesamt wäre VOA etwas mehr Eigenständigkeit und der Mut ins Risiko zu gehen zu wünschen, um sich mit den gegebenen Qualitäten etwas abzusetzen.
Zum Schluss kann man resümieren, VISIONS OF ATLANTIS bewegen sich mit „Wanderers“ recht geschickt auf einem klischeeverminten Symphonic -Metal Feld, wenn auch das Ergebnis vorhersehbar und etwas uninspiriert bieder ausfällt.
Entgegen der alten Eurovisionsregeln gibt’s für die Österreicher 7,5 Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Release My Symphony
02. Heroes Of My Dawn
03. Nothing Last Forever
04. A Journey To Remember
05. A Life Of Our Own
06. To The Universe
07. Into The Light
08. The Silent Scream
09. The Siren & The Sailor
10. Wanderers
11. At The End Of the World

Rüdiger König

Link zu “A Journey To Remember” :

DIVIDED MULTITUDE – Faceless Aggressor

Band: Divided Multitude
Album: Faceless Aggressor
Spielzeit: 57:29 min
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Ram it Down Records
Veröffentlichung: 20.09.2019
Homepage: www.facebook.com/DividedMultitude

Die 1999 gegründeten norwegischen Progressive Metaller DIVIDED MULTITUDE waren mir bislang komplett unbekannt!
Das letzte, selbstbetitelte, Album erschien 2015 und in der Zwischenzeit hat sich die Band komplett neu personell aufgestellt.
Der bisherige Sänger Sindre Antonsen machte einen Schritt zurück und ging auf die Gitarristenposition und als neuen Fronter verpflichtete man Jan Thore Grefstad (SAINT DEAMON, HIGHLAND GLORY).
Aufgrund dieser personellen Wechsel soll auch das neue Songmaterial etwas anders klingen als bisher.
Klingt alles recht interessant, horchen wir daher doch direkt mal in den ersten richtigen Song dem Titeltrack „Faceless Aggressor“ rein nach dem der Albumopener „Chapter 2“ nur ein stimmungsvolles Instrumental ist.
Die Nummer braucht etwas um Fahrt aufzunehmen, legt dann aber sehr ordentlich los und es entwickelt sich ein abwechslungsreiches Prog Metalstückchen welches aufgrund des Chorus auch wunderbar eingängig geworden ist.
Und apropos Eingängigkeit, das kann man dann auch vom anschließenden „Counterparts“ sagen. Hier geht es nicht ganz so progressiv wie zuvor zur Sache, auch wenn man auch hier bei der Spielzeit bei guten 6 Minuten agiert.
Was „Counterparts“ an Progressivität vielleicht vermissen lässt, das hat der Bandtrack „Divided Multitude“ dessen zu viel. Hier haut man richtig auf die Kacke, von Power über Progressive bis hin zu Thrashanleihen wird hier alles geboten. Abwechslung wird hier also großgeschrieben, was leider etwas gegen die Eingängigkeit geht!
Mit dem großartig umgesetzten ALANIS MORISSETTE Cover „Unvited“ und „False Prophecy“ kann man dann im weiteren Verlauf aber wieder absolut erstklassige Duftmarken setzen.
Im letzten Abschnitt kann das abschließende, fast zehnminütige „Psalm of a Soldier“ noch begeistern, ein wahres Fest für Progressive Metal Anhänger. Hier ist übrigens die großartige Ida Haukland von TRIOSPHERE zu hören, von denen man auch schon länger nichts mehr gehört hat.

Anspieltipps:

„Faceless Aggressor“, „Counterparts“, „False Prophecy” und “Psalm of a Soldier”

Fazit :

Progressive Metalfans kommen mit dem neuen Album der Jungs von DIVIDED MULTITUDE auf jeden Fall voll auf ihre Kosten! Für alle anderen dürfte das Werk etwas zu sperrig sein, auf jeden Fall nix für eben mal nebenher hören.
Wer sich aber auf das Album einlässt bekommt ein starkes Stück Musik präsentiert wo natürlich auch der neue Sänger Jan Thore absolut glänzen kann! Nichts anderes hat man von ihm glaube ich erwartet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Chapter 2
02. Faceless Aggressor
03. Counterparts
04. Divided Multitude
05. Univited (A Morisette Cover)
06. Prosperity Divine
07. False Prophecy
08. Evolve
09. Out of the Ashes
10. Psalm of a Soldier (Guests)

Julian

TUNGSTEN – We Will Rise

Band: Tungsten
Album: We Will Rise
Spielzeit: 44:06 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Arising Empire
Veröffentlichung: 20.09.2019
Homepage: www.facebook.com/tungstenband

Die Schweden TUNGSTEN sind quasi ein Familienunternehmen. Denn von Schlagzeuger Anders Johansson (Ex HAMMERFALL) 2016 gegründet stiegen bald sein Söhne Karl und Niklas ein um ihre geschriebenen Songs zusammen mit ihrem Vater auf die Bühnen dieser Welt zu bringen!
Deren Stil ist natürlich etwas moderner angehaucht als der vom Vater, man steht z.B. auf RAMMSTEIN, aber im Verbund wir das Ganze bestimmt einen guten Metal Cocktail ergeben.
Als Sänger holten die drei sich dann den familiären Freund Mike Andersson (CLOUDSCAPE, FULLFORCE) mit ins Boot und fertig war die Band.
Nun steht uns das Debütalbum „We will Rise“ ins Haus und dieses wird direkt mit dem Titeltrack „We will Rise“ und dessen Synthieklänge eröffnet. Schon bald übernehmen aber die knallenden Drums und die krachenden Riffs das Kommando und nach dem Sänger Mike noch einsteigt ist man mittendrin in einem Midtemposong der Eingängigkeit mit Power gut vereint und auch mit modernen Elementen nicht geizt.
Diesen qualitativ hochwertigen Faden nehmen das anschließende „Misled“, „The Fairies Dance“ und „Coming Home“ gekonnt auf und spinnen diesen weiter.
Hier wird aber schnell klar Oldschool Power Metaller im Stile von HAMMERFALL werden nicht zufrieden sein, zu viel Modern Metal spielt mit rein, aber wer sich offen für diese Spielart zeigt wird bestens unterhalten!
Im Mittelteil fällt „Sweet Vendetta“ etwas auf und sticht heraus, hier wird nämlich ein ordentlicher Schuss Swing dazu gepackt, was das Ganze auch Ultra eingängig macht.
Ansonsten gibt es hier größtenteils Standardtracks zu verzeichnen die zwar okay sind, aber nicht an die Klasse der ersten Songs heran reichen! Ein negativer Ausreißer ist das schnelle, mit ordentlich Thrashanleihen versehene „Animals“ was überhaupt nicht zünden kann und einfach einen Tick zu viel von Allem hat….
Erst mit dem melodischen, eingängigen „Remember“ steigt die Qualität dann wieder in die Höhe und bleibt bis zum abschließenden „Wish upon a Star“ auch hoch.

Anspieltipps:

„We will Rise“, „Misled“, „The Fairies Dance“, “Coming Home” und “Wish upon a Star”.

Fazit :

Die erste Hälfte des Debüts von TUNGSTEN ist wirklich erstklassig geraten und hier werden Anhänger von Modern Power Metal bestens unterhalten! In der zweiten Hälfte schleichen sich aber einige Hänger und Standardmetalsongs ein, die den Genuss dann doch etwas schmälern!
Trotz allem können aber Power Metaller die keine Angst von moderneren, stiloffenen Sounds haben bedenkenlos zugreifen und machen mit dem Erwerb dieses starken Debüts nicht so viel falsch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. We will Rise
02. Misled
03. The Fairies Dance
04. Coming Home
05. It ain`t Over
06. As I`m Falling
07. Sweet Vendetta
08. Animals
09. Remember
10. To the Bottom
11. Impolite
12. Wish upon a Star

Julian

SINNER – Santa Muerte

Band: Sinner
Album: Santa Muerte
Spielzeit: 53:37 min
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.facebook.com/SinnerBand

Die deutsche Heavy Rock Größe SINNER rund um Mastermind Matt Sinner braucht man glaube ich nicht mehr großartig vorzustellen! Zu entscheidend hat die Band in ihrer 35 jährigen Bandgeschichte die musikalische Landschaft geprägt.
Nun erscheint bald das neue Album „Santa Muerte“ welches mit zwei großen Neuerungen aufwartet!
Zum einen hätten wir da die offensichtlichste, es gibt nun eine zwei Gesangsstimme neben Matt! Diese ist weiblich, hört auf den Namen Giorgia Colleluori und ist Szenekennern von ETERNAL IDOL oder ROCK MEETS CLASSIC bekannt.
Oldschool SINNER Fans werden nun erstmal die Nase rümpfen, aber es sei euch gesagt, Matt hatte mit dieser Neuerung genau den richtigen Riecher bzw. Lauscher gehabt!
Zweite Neuerung, es gibt mal wieder mit Ex VOODOO CIRCLE Markus Kullmann einen neuen Schlagzeuger.
Ansonsten wartet das neue Werk noch mit Ronnie Romero, Ricky Warwick sowie Magnus Karlsson mit drei hochwertigen Gästen auf.
So genug Vorgeplänkel, ab geht’s zur Mucke!
„Shine On“ ebnet uns den Weg in die neue Scheibe und hier kommt auch gleich die neue Stimme zum Einsatz und hinterlässt schon mal einen sehr ordentlichen Eindruck. Das rockige Organ von Giorgia passt wunderbar zur SINNER Mucke und zum straighten Rockopener.
Das vorab veröffentlichte „Fiesta Y Copas“ ist dann der erste Hit des Albums was natürlich auch an der Gastperformance von Ronnie Romero liegt der den Song einfach seinen Stempel aufdrückt!
Der anschließende Titeltrack „Santa Muerte“ ist dann ein groovender Rocker geworden wo Matt und Giorgia sich den Gesang teilen und mit den gesprochenen Spanischen zum Ende hin auch ordentlich Atmosphäre mit einfließt.
Über den flotten Rocker „Last Exit Hell“ und dem Gastbeitrag von Ricky Warwick „What went wrong“ geht es in den Mittelteil der Scheibe wo mit „Death Letter“ eine tolle Lagerfeuerballade wartet die ordentlich Blueseinflüsse vorweisen kann und irgendwie auch perfekt zu SINNER in der neuen Ausrichtung passt.
Und diese Blueseinflüsse schimmern auch in der Folge immer wieder durch „Misty Mountain“, ist dafür ein offensichtliches Beispiel, aber auch die straighten Rocker sind noch vorhanden. So zum Beispiel das starke „The Ballad of Jack“ oder das melodische „Stormy Night“ zum offiziellen Abschluss.

Anspieltipps:

„Fiesta Y Copas“, „Santa Muerte”, “Death Letter”, “The Ballad of Jack” und “Stormy Night”.

Fazit :

Viel Neues auf dem neuen Album der Heavy Rock Institution SINNER, aber eins ist gleich geblieben die bärenstarke Qualität der Band und der Mucke!
Mit der zweiten Sängerin Giorgia ist man nun noch variabler unterwegs und man hat erneut ordentlich Blueseinflüsse mit eingebracht welche der Band nach wie vor sehr gut zu Gesicht stehen.
Insgesamt also nicht viel Änderung in Sachen Qualität im Hause SINNER und man geht daher mit genau der gleichen Note wie schon beim Vorgänger bei uns hier durchs Ziel!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Shine On
02. Fiesta Y Copas (feat. Ronnie Romero)
03. Santa Muerte
04. Last Exit Hell
05. What Went Wront (feat. Ricky Warwick)
06. Lucky 13
07. Death Letter (feat. Magnus Karlsson)
08. Craving
09. The Wolf
10. Misty Mountain
11. The Ballad of Jack
12. Stormy Night
13. Sorry (Bonus Track)

Julian