TYGERS OF PAN TANG – Majors & Mirrors

Band: Tygers Of Pan Tang
Album: Majors & Mirrors
Spielzeit: 67:55 min
Stilrichtung: Hard Rock / Metal
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 28.05.2021
Homepage: www.facebook.com/tygersofpantangofficial

 

Die NWOBHM Recken von TYGERS OF PAN TANG melden sich mit einem Best Of Album zurück, enthalten sind Songs der Letzten dreizehn Jahre. Zum Lineup gehören Jack Meille am Mikro, Robb Weir und Francesco Marras an Gitarren, Gav Gray am Bass und Craig Ellis am Schlagzeug.

Mein erstes aufeinander Treffen mit TYGERS OF PAN TANG hatte ich mit dem letzten Album aus 2019 welches ich mir zu gelegt habe. Dieses gefiel mir sogar sehr gut aber irgendwie hab ich die Band wieder aus dem Fokus verloren, zu viel Promos die einem gefallen und die man nach und nach geordert hat, und eben die TYGERS OF PAN TANG vom Radar verschwanden. Nun liegt mir diese Best Of vor und ich muss gestehen das dieses Material sehr gut ist und ich mir mal das ganze Schaffen dieser Band anhören werde.

Auf der Scheibe wird eine Mischung aus Hard Rock und Metal geboten die ordentlich Druck macht, mit Eingängigkeit und härte aus den Lautsprechern bläst. Meistens im Hard Rock britischer Prägung oder auch mal im Metalgewand rocken sich die fünf den Allerwertesten ab. Zudem steht ein Stimmbandakrobat hinter dem Mikro der einen fabelhaften Job macht, die Gitarren fauchen wie Sau und die Drums treiben und treiben.

Mit Songs wie “Damn You”, dem Monster “Destiny” was für ein Brett, “Glad Rags”, “Keeping Me Alive”, “Only The Brave”, “She”, “Spoils Of War” mit Orchester, “The Devil You Know”, “What You Say”, “White Lines” und “Worlds Apart” hat die Band eine sehr gute Wahl getroffen.

Fazit:

Für alle die sich einen Überblick von den TYGERS OF PAN TANG verschaffen wollen eine lohnende Anschaffung für Fans ohnehin ein muss.

WERTUNG: Ohne Wertung

Trackliste:

01. Only The Brave
02. Destiny
03. She
04. Never Give In
05. Worlds Apart
06. Glad Rags
07. Let It Burn
08. White Lines
09. The Devil You Know
10. Keeping Me Alive
11. Hot Blooded
12. Damn You
13. Spoils Of War
14. What You Say
15. Plug Me In

Balle

DAN BAUNE`S LOST SANCTUARY – Lost Sanctuary

Band: Dan Baune’s Lost Sanctuary
Album: Lost Sanctuary
Spielzeit: 56:00 min
Stilrichtung: Heavy Metal/NWoBHM
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 14.05.2021
Homepage: www.bit.ly/dan_baune-s_lost_sanctuary_lost_sanctuary

Geschmack haben die Leute von Rock Of Angels Records (ROAR!). Daran besteht gar kein Zweifel. Dieses mal präsentieren sie uns DAN BAUNE’S LOST SANCTUARY. Zusammen mit Drummer Sebastian Weiss schrieb Dan Baune (Monument) ein Album, dass ihren NWOBHM und Heavy/Thrash Metal Wurzeln huldigt. Auch die Produktion übernahm man selbst. Und Diese kann sich sehen lassen. Das richtig fette Coverartwork sticht auch sofort heraus. Mit einer Schar von Gastmusikern bewaffnet ging es ins ins Studio. Und was da dabei herauskam, sage ich euch jetzt.

Gestartet wird mit dem Opener „Arise“ (kein Sepultura Cover). Cooler Beginn mit Akustik-Gitarre, wodurch ein Spannungsbogen aufgebaut wird. Fette Riffs, Tempiwechsel und Soli treffen aufeinander und doch wirkt der Song verdammt eingängig. „Open Your Eyes“ knallt einfach. Die Mischung aus Power- und Thrash Metal Elementen ist perfekt ausgewogen. Erwähnen muss ich hier unbedingt das fantastische Keyboard Solo, extrem geil. Das Stück ist in your face Metal vom Feinsten. Wow, auf „Temple Of Fear“ wird amtlich gerockt. Die Riffs erinnern an Black Label Society. Den Gesang teilen sich Bom Anderson (Diamond Head) und Jennifer Diehl (Fire Red Empress). Der Kontrast mit der Frauenpower lässt den Song frisch und tight klingen. Hinten raus wird es nochmal richtig heftig und hart. „God Of War“ beginnt mit massiven Gitarren am Anfang bevor ein melancholischer Zwischenpart mit leichtem David Bowie Einschlag folgt. Sehr intensiv das Ganze, mit ganz viel Power, eine starke Nummer zum Mitfühlen. „No Man’s Land“ ist mit knapp 10 Minuten die längste Komposition auf dem Album. Dabei besteht natürlich immer die Gefahr in eine gewisse Langeweile abzudriften. Das passiert hier glücklicherweise nicht. Von Akustik Parts über schwere Dolomiten Riffs und engelsgleichen Backchören, ist alles dabei. Auf „Master Of You“ treiben die Drums das verspielte Stück an. Der Sänger kommt in höhere Lagen und die Keys passen. Mehrmals hören, dann entfaltet es sich komplett. „Lost Sanctuary“ lädt durch seine wunderschöne Melodie und dem Refrain zum Träumen ein. Mit der Unterstützung von Doogie White und Chris Webb wird es Avantasia meets Dream Theater würdig. „The Arconite“ bietet ICE Drumming und thrashige Riffs im Metallica Style. Die Band schafft es trotz der Schnelligkeit stets die Kontrolle zu behalten und dennoch eingängig zu klingen. „Virtual Hedonia“ bietet einfach klasse Heavy Metal mit Doublebass, tiefen Growls und viel Power. Auf „Unholy“ wirken Herbie Langhans, Aliki Katriou und Jennifer Diehl mit. Dreckiger Rocker, der zum Bangen und Mitsingen einlädt. Es klingt durch die Wendungen wie eine kleine Mini-Oper. „Rhapsody Of Life“ ist ein gelungenes Outro, dass ich aber eher als Intro eingesetzt hätte.

Fazit: Wieder einmal bin ich überrascht worden. Was Dan Baune hier auf die Füße gestellt hat ist allererste Sahne. Die Gastmusiker fügen sich gekonnt ein und wirken nicht wie ein Fremdkörper. So muss Heavy Metal klingen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Arise
02. Open Your Eyes
03. Temple Of Fear
04. God Of War
05. No Man’s Land
06. Master Of You
07. Lost Sanctuary
08. The Arconite
09. Virtual Hedonia
10. Unholy
11. Rhapsody Of Life

Sturmi

IRONBOURNE – „Ironbourne“

Band: Ironbourne
Album: Ironbourne
Spielzeit: 51:08 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.facebook.com/ironbourneofficial

Es ist doch immer schön, wenn eine Band Klischees umgeht und nicht mit jeder Facette ihres Daseins Trueness verkörpert. Gestatten, IRONBOURNE (Name: check), Promotextstart “Geboren aus IRON, geboren aus langer Tradition. Seit Jahrhunderten bauen die Menschen Eisenerz ab, seit über vier Dekaden spielen die Menschen echten Stahl. Die Einen gaben ihr Leben, um IRON zu bergen, die Anderen schenken ihr Leben dem HEAVY METAL.” (Beschreibung: check), Songs wie “Twilight OF Gods” und “Covenant” (check, check). Jut, wird so ’ne Swords-and-Glory-and-Steel-Sache, hm?
Nee, tatsächlich nicht. Heavy Metal ist das auf jeden Fall, aber weniger die pathetische Art als die, die zwischen NwoBHM und Hard Rock unterwegs ist – nicht besonders böse, nicht kitschig, sondern im Gegenteil schön nostalgisch und intensiv. Dem kommt zuerst mal die Produktion zugute, die dem klassischen, etwas höhenlastigeren Sound von 80er-Heavy-Metal-Releases nahekommt, dabei aber auch gut Schmackes hat und in keinster Weise negativ auffällt. Außerdem kommt dem die Leistung der Band zugute, die on point und professionell ausfällt und von Torbjörn Anderssons ausdrucksstarker und gesund kantiger, kurz, absolut Heavy-Metal-kompatibler Stimme geführt wird.
Und zu guter Letzt kommt dem zugute, dass “Ironbourne” eine sehr gut funktionierende Mischung aus Heavy Metal und Hard Rock ist, wobei sich letzterer vornehmlich in einigen knackigeren Strophen und den dichten und um gelungene Backing Vocals erweiterten Refrains äußert, die zum größten Teil absolut sitzen und öfter mal gewisse PRAYING-MANTIS-Vibes transportieren.
Die Metal-Komponente stimmt ebenso. Die Riffs fühlen sich in ihrer Umgebung absolut wohl, fallen klassisch, charakterstark und nicht zu frickelig aus. Der Ausflug in True-Metal-Gefilde beschränkt sich auf “Twilight Of Gods” und ist voll im Rahmen, die Halbballade “Too Late” bringt ein paar schön eingesetzte cleane Gitarren mit und wird in ihrem Verlauf kraft- wie gefühlvoll, aber nicht im übertriebenen “SPÜR DIE EMOTIONEN!”-Modus. “Runaway” ist zwar einer der schwächeren Songs, macht mit seinem vergleichsweise deutlichen NWoBHM-Einschlag aber nichtsdestotrotz Spaß, und der Endtrack “Year Of Judgement” lässt vermuten, dass die Schweden GRAVE DIGGERs “Keeper Of The Holy Grail” kennen (was gut ist) und fällt über seine 8,5 Minuten Spieldauer echt kurzweilig, atmosphärisch und smart geschrieben aus.

Fazit:
Die Mischung bei IRONBOURNE macht’s. Die beiden Grundgenres kommen auf “Ironbourne” sehr harmonisch zusammen, sorgen für einen offeneren Stil und sind dazu noch bestens dargeboten und klanglich echt ansprechend. Wenn dann ein, zwei Tracks ein bisschen durchschnittlicher ausfallen, ist das komplett in Ordnung, denn letztendlich ist die Platte einfach ein hochwertiges und musikalisch interessantes Stück Wohlfühlmusik für alle, deren Leidenschaft dem Metal/Hard Rock der frühen 80er gilt.

Anspieltipps:
“Varsel”, “Year Of Judgement”, “Hit The Wall” und “Too Long”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Dreamer
02. Elusive Reality
03. Varsel
04. Twilight Of Gods
05. Too Late
06. Covenant
07. Hit The Wall
08. Runaway
09. Year Of Judgement

Jannis

CLOVEN HOOF – Age of Steel

Band: Cloven Hoof
Album: Age of Steel
Spielzeit: 50:15 min
Stilrichtung: NWOBHM
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 24.04.2020
Homepage: www.clovenhoof.net

Das letzte Album der NWOBHM Veteranen von CLOVEN HOOF rund um Mastermind Lee Payne aus dem Jahr 2017 ist uns rezensionstechnisch irgendwie durchgerutscht.
Schade, denn auf diesem debütierte Sänger George Call (ASKA, OMEN), der einen ausgezeichneten Ruf in der Branche verfügt.
Aber da George immer noch an Bord ist können wir ihn nun auf dem neuen Album „Age of Steel“ bewundern welches dieser Tage erscheint.
Fans der Band dürfte die Rückkehr des Dominators freuen der wieder das tolle Bandcover ziert und ansonsten darf man sich wohl laut Bandaussage auf das stärkste Album der Bandgeschichte freuen…na schauen wir mal ob das so zutrifft?
Mit dem Opener „Bathory“ geht es auf jeden Fall schon mal direkt sehr amtlich los! Saftige Riffs, ein aggressiver Gesang, etwas düstere Stimmung und ein ordentlich Chorus. Dies alles sind die Zutaten für diese ersten Track der direkt zu überzeugen weiß. Ein sehr starker Beginn!
Beim nächsten Song „Alderley Edge“ wähnt man sich direkt in einem IRON MAIDEN Song. So prägnant und wiedererkennend sind die Gitarrenläufe zu Beginn und auch im weiteren Verlauf wird man das Gefühl nicht los hier den großen Übervätern ganz nah zu sein. Dafür sorgt auch der Gesang von George der vor allem in den Strophen sehr charakteristisch ist. Eine geile Nummer!
Genau in diesem Stile geht es dann auch bei „Touch the Rainbow“ zur Sache. Diese Nummer wandert daher auch ohne Umschweife auf unsere Hitliste.
Das da sich dazwischen befindliche „Apathy“ kann dann den bisherigen Hits nicht ganz das Wasser reichen.
Der Mittelteil wird dann vom epischen „Bedlam“, erneut mit extremen IRON MAIDEN Anleihen, und dem klassischen „Gods of War“ dominiert. Aber auch das dazwischen liegende „Ascension“ ist wahrlich nicht von schlechten Eltern.
Hier gibt es nicht viel zu meckern und mit Vorfreude geht es somit in das abschließende Drittel.
Hier erwartet uns noch das flotte „Victim of the Furies“, das wieder etwas epischere „Judas“ sowie den abschließenden Titeltrack „Age of Steel“.
Letzterer geht hier hauchdünn als Sieger aus diesem Dreikampf hervor, auch wenn die anderen beiden Songs ebenfalls erste Sahne sind!

Anspieltipps:

„Bathory“, „Alderley Edge“, „Touch the Rainbow“, „Bedlam“ und „Age of Steel“.

Fazit :

Da haben die vollmundigen eigenen Qualitätsaussagen ja mal absolut gestimmt! Mit „Age of Steel“ ist CLOVEN HOOF das beste Album der Comeback Ära gelungen.
Dies liegt vor allem an den tollen, abwechslungsreichen Songs sowie dem erstklassigen Gesang von Fronter George Call, der hoffentlich etwas länger Mitglied der Band bleibt, das passt zu 100 %!
Fans des Genres sowie der Band sollten hier schnellstens zugreifen, es lohnt sich!!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Bathory
02. Alderley Edge
03. Apathy
04. Touch the Rainbow
05. Bedlam
06. Ascension
07. Gods of War
08. Victim of the Furies
09. Judas
10. Age of Steel

Video zu „Gods of War“:

Julian

CONJURING FATE – Curse of the Fallen

Band: Conjuring Fate
Album: Curse of the Fallen
Spielzeit: 42:16 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 15.11.2019
Homepage: www.conjuringfate.com

Das Debütalbum „Valley of Shadows“ der Iren CONJURING FATE traf mich 2017 echt aus heiterem Himmel und überzeugte auf Anhieb!
Umso erfreulicher war es als ich nun wieder völlig überraschend das neue Album mit dem Titel „Curse of the Fallen“ der Jungs auf dem musikalischen Seziertisch liegen hatte.
Personell hat sich nichts im Vergleich zum letzten Album geändert, laut Bandauskunft soll man aber auf dem neuen Album nochmal einen ordentlichen Schritt nach vorne gemacht und die bisher beste Leistung abgeliefert haben!
Das sind große Ankündigungen, überzeugen wir uns daher nun mal direkt selbst ob denn das so stimmt.
Der Opener „The Premonition“ ist da kein richtiges Anzeichen für, ist er doch nur ein Cinematic Intro. Bei „Burn the Witch“ kommen wir dann aber direkt in den Genuss eines sehr griffigen Midtemposong der einem direkt in den Gehörgängen haften bleibt.
Nach dem etwas zu sehr nach Standardmetal tönenden „Voodoo Wrath“ geht es mit „Midnight Skies“, „Journey`s End“ und vor allem „Daughter of the Everglades“ wieder absolut in die Vollen und in die Hits. Ein bärenstarker Mitteilteil der uns hier geboten wird und wo die vollmundigen Ankündigungen absolut umgesetzt werden!
Die zweite Hälfte bietet dann aber auch nicht viel weniger als erstklassigen NWOBHM orientierter Heavy Metal erster Güte!
Denn mit „Night of the Knives“, “No Escape“ und „Original Sin“ hat man weitere Hitgranaten im Gepäck die Fans des Genres auf jeden Fall zufriedenstellen sollten.
Somit kann man abschließend nur erneut beide Daumen nach oben recken und der Band bescheinigen das man den Ankündigungen absolut gerecht wird.

Anspieltipps:

„Burn the Witch“, „Midnight Skies“, „Daughter of the Everglades“, „Journey`s End“ und „Night of the Knives“.

Fazit :

CONJURING FATE hatte mich mit ihrem Debütalbum echt begeistert und auch mit ihrem zweiten Album gehen die Jungs ihren Weg konsequent weiter und sind nach wie vor für Anhänger des neueren NWOBHM ein absoluter Geheimtipp und sollten auf keiner Einkauflisten fehlen!
Die Jungs schaffen es spielend an das bärenstarke Debüt anzuknüpfen und haben ihrer Ankündigung nach griffigeren Songs auf jeden Fall wahr gemacht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Premonition
02. Burn the Witch
03. Voodoo Wrath
04. Midnight Skies
05. Journey`s End
06. Daugther of the Everglades
07. Night of the Knives
08. No Escape
09. Children of the Night
10. Original Sin

Julian

STEVE GRIMMETT’S GRIM REAPER

Band: Steve Grimmett’s Grim Reaper
Album: At The Gates
Spielzeit: 50:45 min
Stilrichtung: NWoBHM
Plattenfirma: Dissonance Productions
Veröffentlichung: 13.09.2019
Homepage: www.grimreaperofficial.co.uk

Ich hatte ja kurz überlegt, für diese Rezension einfach die parallel erscheinende MYSTERY-BLUE-Rezension zu nehmen und minimal abzuändern, da es schon dicke Überschneidungen gibt. Aber seien wir mal nicht so und formulieren hier konkret auf STEVE GRIMMETT’S GRIM REAPER. Die haben bereits 1983 ihr Debutalbum rausgebracht und kommen nun mit ihrem inzwischen vierten Longplayer um die Ecke. Steve Grimmett steht nach wie vor vor dem Mic und gibt dem Sound der Band mit seiner rauen und leicht bemüht klingenden Stimme einen gewissen eigenen Touch. Auch ansonsten stimmt die Produktion. Alles kommt gut durch, Druck ist vorhanden, organisch klingt’s trotzdem – so gehört sich das für so ein Album.
Musikalisch pendelt man irgendwo zwischen roherem und lieberem NWoBHM-M. Dass nicht das komplette Album so vergleichsweise böse und rau ist, wie der klassisch-einfache Opener “At The Gates”, wird erstmals von VENOM angedeutet, das die konsonanten Backing Vocals mit ins Spiel bringt und an dessen Prechorus eigentlich jeder AVANTASIA-Refrain anschließen könnte (Ja, der Gedanke ist krank, ich weiß). Spätestens ab Track 5 (“A Knock At The Door”) traut man sich dann offensichtlich zuzugeben, dass man eigentlich auch schönere Hard-Rock-Melodien mag und ohrenschmeichelnde Backing Vocals der Marke PRAYING MANTIS auch ganz okay sind, womit die Platte in ihrem Verlauf gefühlt etwas softer wird, allerdings keineswegs im problematischen Sinne – beide Seiten haben GRIM REAPER gut drauf. Ansonsten noch ein Kompliment für Gitarrist Ian Nash, der einer von denen ist, die aus jeder noch so einfachen Ein-Grundton-Strophe mit ihrem leichthändig-kreativen On-Point-Spiel noch was Interessantes machen.
Und sonst? Nun, an Kritik gibt es abermals ein paar Entscheidungen, die subjektiv betrachtet nicht ganz so glücklich waren (Man kann das Wort “Sleep” nicht so lang ziehen wie in “Only When I Sleep”, ohne dass es unangenehm wird und den Chorus von “Venom” hätte man auch nicht gefühlt 17mal im Track unterbringen müssen), ansonsten etwas viel Midtempo.
Natürlich ist zudem auch der Innovationsfaktor gleich null, was soll man sonst von einer bereits seit Ewigkeiten existierenden NwoBHM-Band erwarten. Hier stehen und fallen die Punkte mit dem Gesamteindruck, wie das Genre an sich umgesetzt wird. Es wird durchaus gut umgesetzt, leider etwas zu routiniert. Melodien oder Parts, die sich aufgrund sonstiger Faktoren absetzen, sind auf “At The Gates” nicht besonders häufig, was die Platte eher zum lauten Begleiter bei Auto/Radfahrten macht, zu einem sehr geeigneten, muss man an dieser Stelle dazusagen. In seiner Routiniertheit ist “At The Gates” ein Album voller gut gemachter, handgefertigter 7,5/10-Tracks, wobei die Kompositionsleistung eher gen 6,5-7/10, die Umsetzungsleistung dafür gen 8-8,5/10 tendiert.

Anspieltipps:
“At The Gates”, “The Hand That Rocks The Cradle”, “Rush” und “Shadow In The Dark”

Fazit:
Als Fan authentischer NWoBHM-Mucke macht man mit “At The Gates” auf keinen Fall was falsch, wenn man sich einfach in vertrauten Strukturen, Formeln und Klängen einrollen möchte. Ein bisschen roh, ein bisschen hard-rockig, gut gespielt und durchschnittlich komponiert. Nichts für die Dauerrotation aber zum einmal bewusst und dann dreißigmal nebenbei hören absolut geeignet.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. At The Gates
02. Venom
03. What Lies Beneath
04. The Hand That Rocks The Candle
05. A Knock At The Door
06. Rush
07. Only When I Sleep
08. Line Them Up
09. Breakneck Speed
10. Under The Hammer
11. Shadow In The Dark

Jannis

SACRILEGE – The Court of the Insane

Band: Sacrilege
Album: The Court of the Insane
Spielzeit: 55:16 min
Stilrichtung: NWoBHM
Plattenfirma: Pure Underground Records
Veröffentlichung: 02.08.2019
Homepage: www.sacrilegenwobhm.com

Von den Briten von SACRILEGE hatte ich noch nie etwas gehört! Dazu gehört aber keine Kunst, geht die Bandgründung durch den Mastermind Bill Beadle doch auf das Jahr 1982 zurück! 2012 erfolgte die Wiedervereinigung der Jungs die sich nach wie vor dem NWoBHM mit ihrem ganz eigenen Stil verschrieben haben.
Nun steht uns also das siebte Album ins Haus welches auf den Titel „The Court of the Insane“ hört.
Und wenn man sich den Klängen des Openers „Celestial City“ hingibt wird einem schnell klar was mit dem ungewöhnlichen Stil der Jungs gemeint ist. Der Sound ist wesentlich düsterer als z.B. bei dem großen Bruder SAXON, auch wenn diese natürlich mit „Unleashed the Beast“ auch so etwas in der Diskografie hatten.
Dazu kommt natürlich noch das sehr charakteristische Organ von Fronter Bill welches von einmalig ist!
Als Opener geht die Nummer vollkommen in Ordnung und ist schön abwechslungsreich.
Das anschließende „Lies“ ist dann etwas geradliniger und kompakter geworden und geht somit wesentlich besser in die Gehörgänge.
Mit dem Titeltrack „The Court of the Insane“ hat man dann den ersten richtigen Hit in der Hinterhand bei dem Old School NWoBHM Anhänger vor Freude Luftsprünge machen werden!
Danach flacht das Niveau dann aber leider etwas ab, das abwechslungsreiche, überlange „No Bequeath“ und das ebenfalls sehr abwechslungsreiche „The Prophet“ sind da kleine Lichtblick.
Zum Abschluss sind dann „I can hear the Silence“ und auch das flotte „Ride Free“ ebenfalls ganz ordentlich gelungen, insgesamt bleibt aber ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück!

Anspieltipps:

„Lies“, „The Court of the Insane“, „The Prophet“ und „I can hear the Silence“.

Fazit :

Ganz klar SACRILEGE sind eine Institution im NWoBHM Underground! Und so ist es nicht verwunderlich das Die Hard Old School Anhänger dieses Genre auf jeden Fall hellauf begeistert sein sollten vom neuen Diskus der Briten. Für alle andere wird das Ganze eher eine sehr spezielle Veröffentlichung sein mit einer insgesamt soliden Leistung!
Nicht mehr aber auch nicht weniger!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Celestial City
02. Lies
03. The Court of the Insane
04. Bring out your Dead
05. Despression
06. No Bequeath
07. The Prophet
08. Unhinged Mind
09. I can hear the Silence
10. Ride Free

Julian

METAL INQUISITOR – Panopticon

Band: Metal Inquisitor
Album: Panopticon
Spielzeit: 42:30 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre
Veröffentlichung: 18.01.2019
Homepage: www.metalinquisitor.de

Die Musikszene ist bunt gemischt: auf der einen Seite gibt es Acts die wie am Fliessband ein Album nach dem anderen raushauen (nach jemandem wie dem guten alten Axel Rudi kannst Du die Eieruhr stellen). Auf der anderen Seite sind dann solche Bands wie METAL INQUISITOR, die eine Scheibe erst dann rausbringen, nun ja, wenn sie halt fertig ist. Gut Ding will Weile haben. Wahrscheinlich spielt da die Tatsache, dass Genre Bands wie die Koblenzer das Ganze nur nebenbei machen können eine gewichtuge Rolle und da hat das Leben und der reguläre Job nun mal die Priorität. Seit der letzten (starken) Scheibe der Jungs („Ultima Ratio Regis„, 2014) sind nun auch schon wieder sage und schreibe 5 Jahre ins Land gezogen. Zeit also für neues Futter von den Traditionsmetallern.

„Panopticon“ bietet, das im Einklang mit den letzten Artworks gehaltene Cover lässt es bereits erahnen, im Großen und Ganzen das, was man von der Band gewöhnt ist und was man schätzen gelernt hat: zeitlosen Heavy Metal, der bei den neuen Songs überraschend deutlich mit deftigem Iron Maiden Einschlag daherkommt. Das war mir bei den vorangegangenen beiden Platten gar nicht so aufgefallen. Bei Tracks wie dem flotten Riffer „Change Of Front“ oder dem progressiv/episch angelegten „Re-Sworn The Oath“ wird sich mal an Iron Maiden der alten Schule (ersterer Track) mal an der neuzeitliche Ausrichtung der eisernen Jungfrauen orientiert. Die Kompositionen des Albums sind weitestgehend stark. Lediglich gegen Ende fällt die Qualität ein wenig ab. Produktionstechnisch gibt es nichts zu meckern, auch wenn der Sound nicht die Klasse das Vorgängers erreicht. Es klingt halt ein wenig schepprig und Sänger El Rojo kommt oftmals nicht gegen die restlichen Instrumente zur Geltung – was bei der prägnanten Stimme durchaus schade ist. Es klingt aber allemal authentischer als viele der üblichen Heimproduktionen (fettes Lob auf jeden Fall für den knurrigen Bass, der eine Menge Punch transportiert). Auch wenn nicht jeder Song auf „Panopticon“ ein absoluter Volltreffer ist und man sich das ein oder andere Gitarrensolo ruhig hätte sparen können, ist unterm Strich ein weiteres gutklassiges Album der Truppe zu verbuchen, die hier gelungene Imagepflege betreiben. Als Anspieltipps seien neben den bereits erwähnten Songs der Ohrwurm-Opener „Free Fire Zone“ sowie das straight nach vorne preschende „Beyond Nightmares“ ans Herz gelegt.

METAL INQUISITOR stehen für Qualitätsstahl made in Germany. Die Jungs zelebrieren Ihre Musik mit einer ansteckendenKonsequenz und sympatischen Augenzwinkern, was eine gelungene Mischung ergibt. Daher sollte der geneigte Heavy Metal Fan hier auch gar nicht lange zögern und die heimische Szene unterstützen. Euer Geld kann definitiv mieser angelegt werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Free Fire Zone
02. Change Of Front
03. Beyond Nightmares
04. Trial By Combat
05. Shock Tactics
06. Re-Sworn The Oath
07. Scent Of Fear
08. War Of The Priests
09. Discipline And Punish

Mario

SAXON – Innocence is no Excuse/Rock the Nations/Destiny (Re-Releases)

Band: Saxon
Alben: Innocence Is No Excuse / Rock The Nations / Destiny
Format: Vinyl
Plattenfirma: BMG
Veröffentlichung: 10.08.2018
Homepage: www.saxon747.com

Mit 14tägiger Verspätung (der ursprünglich angepeilte VÖ-Termin am 27.Juni konnte wegen produktionstechnischer Probleme nicht gehalten werden) läuten BMG die 3. Runde der Saxon-Wiederveröffentlichungs-Kampagne ein. Nachdem Saxon ihren Vertrag bei Carrere-Records erfüllt hatten, wechselten sie zum Traditionslabel EMI und veröffentlichten 1985 ihr siebtes Studioalbum INNOCENSE IS NO EXCUSE (1985). Das Album führte den melodiösen Heavyrock – garniert mit eingängigen Hooklines – des Vorgängers konsequent fort und enthielt mit beispielsweise „Rockin‘ Again“, „Gonna Shout“ oder „Devil Rides Out“ gewohnt hochklassiges Songmaterial. Welchen Stellenwert Saxon Mitte der Achtziger Jahre genossen, lässt sich daran ablesen, dass ein Weltstar wie Sir Reginald Kenneth Dwight, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Elton John, es sich nicht nehmen ließ auf ROCK THE NATIONS (1986) bei gleich zwei Nummern („Northern Lady“ & „Party Til You Puke“) beherzt in die Tasten zu greifen. Aufgrund des Ausstiegs von Steve Dawson im Jahr zuvor wurden sämtliche Basspuren auf diesem straighten Hard Rock-Album von Biff Byford eingespielt, der seine Karriere als singender Tieftöner begann. Danach mussten die Fans zwei Jahre ausharren, bis die Band am 20.06.1988 ihr neuntes Studiowerk DESTINY (1988) veröffentlichte. Das Album beginnt mit einer gelungenen Coverversion des Christopher Cross-Hits „Ride Like The Wind“, was die Albumverkäufe allerdings nicht entscheidend ankurbeln konnte. Songs wie „I Can’t Wait Anymore“ oder „Song For Emma“ klangen stark AOR-lastig, vergleichsweise straighte Rocknummern wie „For Whom The Bell Tolls“ und „Red Alert“ deuteten im Ansatz die einstige Durchschlagskraft der Briten an. Die glorreichen Zeiten schienen für Saxon endgültig beendet zu sein, das Album trat auch charttechnisch kaum noch in Erscheinung. Was folgte, war eine dreijährige Zäsur, die mit einem fulminanten Comeback endete. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte …

Auch diese Vinyl-Ausgaben enthalten keine Bonus-Tracks und wurden nicht remastert, was klanglich jedoch nicht weiter ins Gewicht fällt, da die Alben seinerzeit allesamt ordentlich produziert wurden. Auch diese drei Alben kommen als einwandfrei gefertigte 150 Gramm-Pressungen daher und können optisch durch individuelle Kolorierung punkten (insbesondere die Tri-Colour-Pressung von „Rock The Nations“ fällt ins Auge). Die Reproduktionen der originalen Album-Artworks („Innocence Is No Excuse“ als Gatefold!) runden die Sache ab. Die Innersleeves wurden wiederum mit den Songtexten bedruckt, lediglich bei „Innocence Is No Excuse“ befinden sich die Lyrics auf den Innenseiten des Gatefold-Covers. Kurzum: Wer sich bereits die ersten sechs Wiederveröffentlichungen gegönnt hat, kann auch hier bedenkenlos zugreifen, insbesondere Vinyl-Enthusiasten dürften auf Ihre Kosten kommen.

Wertung: – ohne Wertung –

Tracklisten (Vinyl):

Innocence Is No Excuse (1985)

1. Rockin‘ Again
2. Call Of The Wild
3. Back On The Streets
4. Devil Rides Out
5. Rock ‚N‘ Roll Gipsy
6. Broken Heroes
7. Gonna Shout
8. Everybody Up
9. Raise Some Hell
10. Give It Everything You’ve Got

 

 

Rock The Nations (1986)

1. Rock The Nations
2. Battle Cry
3. Waiting For The Night
4. We Came To Rock
5. You Ain’t No Angel
6. Running Hot
7. Party Til You Puke
8. Empty Promises
9. Northern Lady

 

 

 

Destiny (1988)

1. Ride Like The Wind
2. Where The Lightning Strikes
3. I Can’t Wait Anymore
4. Calm Before The Storm
5. S.O.S.
6. Song For Emma
7. For Whom The Bell Tolls
8. We Are Strong
9. Jericho Siren
10. Red Alert

 

 

Marc Schipper (Gastredakteur)

TRAITORS GATE- Fallen

Band: Traitors Gate
Album: Fallen
Spielzeit: 52:25 min
Stilrichtung: NWOBHM
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.traitorsgateofficial.com

Manche Bands brauchen halt auch mal etwas länger für ihr Debütalbum! Bei den Briten TRAITORS GATE betrug diese Wartezeit knappe 30 Jahre! Denn die Truppe hatte sich in den 80iger gegründet, löste sich aber dann schon nach einigen Liveshows wieder auf.
Die Initialzündung für die neuerlichen Bandaktivitäten kam dann 2016 nachdem man sich für einen einzigen Auftritt reformieren wollte! Aber es kam wie es kommen musste, die Anfragen und die Nachfragen blieben und somit blieb auch die Truppe zusammen und nun können wir doch tatsächlich das allererste Album der Band genießen, welches mit „Fallen“ betitelt ist und mit Sicherheit etwas für die NWOBHM Fans sein sollte.
Als Opener begrüßt uns „Retribution“ welcher uns im Midtempo Stil schon mal einen ganz guten Einblick gibt wie TRAITORS GATE NWOBHM zelebrieren. Zum Einstieg ist das Ganze schon mal sehr ordentlich gelungen!
Richtig schön satt und kraftvoll kommt das anschließende „Homeland“ aus den Boxen geballert und setzt sich aufgrund seiner Melodic schnell in den Gehörgängen und auf unserer Hitliste fest.
Klassisch, episch und fast schon im Doombereich geht es dann beim anschließenden „Deceiver“ zur Sache bevor dann mit „Mean Streets“ oder „Solar Plains“ ganz oben ins Qualitätsregal gegriffen wird. Hier wird jeder Fan direkt glücklich werden und die Hände sofort in die Höhe schnelle lassen.
Man muss schon sagen, bislang bieten uns die Jungs von TRAITORS GATE wenig Fläche für Kritik, man zockt sich sehr routiniert durch die Songs und hat eine tolle Mischung aus US und NWOBHM an Bord der zu keiner Zeit angestaubt rüberkommt.
Und das bleibt auch größtenteils im letzten Drittel der Platte so, mit „Sign of the Cross“ und dem abschließenden Titeltrack „Fallen“ hat man sogar noch zwei absolute Glanzstücke im Gepäck die ebenfalls direkt im Ohr hängen bleiben sollten.

Anspieltipps:

Mit „Homeland“, „Mean Streets“, „Solar Plains“, „Sign of the Cross“ und „Fallen“ werdet ihr direkt warm werden.

Fazit :

TRAITORS GATE bieten uns auf ihrem Debütalbum eine ordentliche Vorstellung ihres NWOBHM der zu keiner Zeit altbackend und angestaubt daherkommt.
Fans dieser Spielrichtung werden Bestens unterhalten und die Spielzeit vergeht im Fluge!
Ich hoffe das die Band jetzt schnell ein zweites Album nachschiebt, da dürfte noch einiges gehen.
Eine ganz klare Kaufempfehlung gibt es von mir für die geneigte Hörerschaft!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Retribution
02. Homeland
03. Deceiver
04. Mean Streets
05. Edge of Destruction
06. Solar Plains
07. Fall from Grace
08. Sign of the Cross
09. Only the Strong
10. Fallen

Julian