TRAITORS GATE- Fallen

Band: Traitors Gate
Album: Fallen
Spielzeit: 52:25 min
Stilrichtung: NWOBHM
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.traitorsgateofficial.com

Manche Bands brauchen halt auch mal etwas länger für ihr Debütalbum! Bei den Briten TRAITORS GATE betrug diese Wartezeit knappe 30 Jahre! Denn die Truppe hatte sich in den 80iger gegründet, löste sich aber dann schon nach einigen Liveshows wieder auf.
Die Initialzündung für die neuerlichen Bandaktivitäten kam dann 2016 nachdem man sich für einen einzigen Auftritt reformieren wollte! Aber es kam wie es kommen musste, die Anfragen und die Nachfragen blieben und somit blieb auch die Truppe zusammen und nun können wir doch tatsächlich das allererste Album der Band genießen, welches mit „Fallen“ betitelt ist und mit Sicherheit etwas für die NWOBHM Fans sein sollte.
Als Opener begrüßt uns „Retribution“ welcher uns im Midtempo Stil schon mal einen ganz guten Einblick gibt wie TRAITORS GATE NWOBHM zelebrieren. Zum Einstieg ist das Ganze schon mal sehr ordentlich gelungen!
Richtig schön satt und kraftvoll kommt das anschließende „Homeland“ aus den Boxen geballert und setzt sich aufgrund seiner Melodic schnell in den Gehörgängen und auf unserer Hitliste fest.
Klassisch, episch und fast schon im Doombereich geht es dann beim anschließenden „Deceiver“ zur Sache bevor dann mit „Mean Streets“ oder „Solar Plains“ ganz oben ins Qualitätsregal gegriffen wird. Hier wird jeder Fan direkt glücklich werden und die Hände sofort in die Höhe schnelle lassen.
Man muss schon sagen, bislang bieten uns die Jungs von TRAITORS GATE wenig Fläche für Kritik, man zockt sich sehr routiniert durch die Songs und hat eine tolle Mischung aus US und NWOBHM an Bord der zu keiner Zeit angestaubt rüberkommt.
Und das bleibt auch größtenteils im letzten Drittel der Platte so, mit „Sign of the Cross“ und dem abschließenden Titeltrack „Fallen“ hat man sogar noch zwei absolute Glanzstücke im Gepäck die ebenfalls direkt im Ohr hängen bleiben sollten.

Anspieltipps:

Mit „Homeland“, „Mean Streets“, „Solar Plains“, „Sign of the Cross“ und „Fallen“ werdet ihr direkt warm werden.

Fazit :

TRAITORS GATE bieten uns auf ihrem Debütalbum eine ordentliche Vorstellung ihres NWOBHM der zu keiner Zeit altbackend und angestaubt daherkommt.
Fans dieser Spielrichtung werden Bestens unterhalten und die Spielzeit vergeht im Fluge!
Ich hoffe das die Band jetzt schnell ein zweites Album nachschiebt, da dürfte noch einiges gehen.
Eine ganz klare Kaufempfehlung gibt es von mir für die geneigte Hörerschaft!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Retribution
02. Homeland
03. Deceiver
04. Mean Streets
05. Edge of Destruction
06. Solar Plains
07. Fall from Grace
08. Sign of the Cross
09. Only the Strong
10. Fallen

Julian

SAXON Demin and Leather/Power&The Glory/ Crusader (Re-Releases)

Band: Saxon
Alben: Denim And Leather / Power & The Glory / Crusader
Format: CD – Digibooks
Plattenfirma: BMG
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.saxon747.com

Am 25.05.2018 veröffentlichen BMG die nächsten drei Re-Issues der Metal-Institution Saxon. Nachdem die Band sich mit den ersten drei Studioalben und explosiven Live-Shows endgültig in die Top-Liga der britischen Metal-Szene gespielt hatte, führte das Quartett seinen kompromisslosen Hammerrock ohne jedwede Experimente auch auf DENIM AND LEATHER (1981) konsequent fort. „Never Surrender“ und „And The Bands Played On“ drangen gar bis in die Top 20 vor und kurbelten die Albumverkäufe an. Donnernde Akkorde, knackige Gitarrensoli und der spitze Leadgesang von Frontsau Biff Byford zeichnen auch das Nachfolgewerk POWER AND THE GLORY (1983) aus, das wieder einmal die Top Ten der britischen Albumcharts knacken konnte und auf einer weiteren, überaus erfolgreichen Tournee der stetig wachsenden Fangemeinde präsentiert wurde. Bereits ein Jahr später stand mit CRUSADER (1984) der nächste Longplayer in den Läden, auf dem Biff & Co. sich mit den Erlebnissen der Pilgerväter auseinandersetzten. Obgleich der hymnische Titelsong heuer zu den Klassikern Saxons gezählt werden darf, waren erstmals Änderungen im Sound festzustellen, was nicht allerorts mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen wurde. Saxon klangen nun kommerzieller und massentauglicher aus jemals zuvor, woraufhin sich nicht wenige Fans der ersten Stunde von der Band abwandten.

Die vorliegenden CD-Versionen kommen als schmucke Digibooks daher. Die ansprechend gestalteten Booklets enthalten zahlreiche Fotos und die Songtexte. Die Silberlinge selbst finden in eingeklebten Cardsleeves ihren Platz. Im Gegensatz zu den LP-Versionen der Alben wurden die CDs remastert und mit üppigem Bonusmaterial angereichert (Outtakes, Live-Songs und Studio-Demos) und dürften daher nicht nur für Saxon-Komplettisten von Interesse sein. Kurzum: Auch die 2. Rutsche der Saxon-Re-Issues macht definitiv einen schlanken Fuß, zumal 14 € pro Exemplar ein durchaus moderater Kurs ist.

Wertung: ohne Wertung

Tracklisten:

Denim And Leather (1981)

1. Princess Of The Night
2. Never Surrender
3. Out Of Control
4. Rough And Ready
5. Play It Loud
6. And The Bands Played On
7. Midnight Rider
8. Fire In The Sky
9. Denim And Leather

 

 

Bonus-Tracks:
10. 20,000 FT (Remix)
11. Bap Shoo Ap (Live At Castle Donigton 1980 Denim And Leather Tour Live 1981
12. Intro/And The Bands Played On
13. Princess Of The Night
14. Midnight Rider
15. Never Surrender
16. Fire In The Sky
17. Machine Gun
18. Play It Loud

Power And The Glory (1983)

1. Power And The Glory
2. Redline
3. Warrior
4. Nightmare
5. This Town Rocks
6. Watching The Sky
7. Midas Touch
8. The Eagle Has Landed

 

 

 

Bonus-Tracks:
Power And The Glory Recording Sessions (with Jeff Glixman)
9. Make ‚em Rock
10. Turn Out The Lights Kaley Studio Demos 1982
11. Turn Out The Lights
12. Stand Up And Rock
13. Power And The Glory
14. Saturday Night
15. Midas Touch
16. Nightmare
17. Redline

Crusader (1984)

1. The Crusader Prelude
2. Crusader
3. A Little Bit Of What You Fancy
4. Sailing To America
5. Set Me Free
6. Just Let Me Rock
7. Bad Boys (Like To Rock N’Roll)
8. Do It All For You
9. Rock City
10. Run For Your Lives

 

 

Bonus-Tracks:
Kaley Studio Demos Sept. 1983
11. Borderline
12. Helter Skelter
13. Crusader
14. Do It All For You
15. Sailing To America
16. Set Me Free
17. Just Let Me Rock
18. Do It All For You (Intro)/Run For Your Lives
Outtake Demo Session
19. Living For The Weekend

Marc Schipper (Gastredakteur)

PRAYING MANTIS – Gravity

Band: Praying Mantis
Album: Gravity
Spielzeit: 57:40 min
Stilrichtung: Hard Rock/Heavy Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 11.05.2018
Homepage: www.prayingmantis.rocks

Eins steht von vornherein fest: Das ist die mit Abstand größte Gottesanbeterin, die PRAYING MANTIS jemals auf ihrem Coverartwork am Start hatten. Mit dieser Erkenntnis entfaltet das Cover des elften Studioalbums der Briten schon einmal die gewünschte Wirkung. Grandios übernommen wurde der Stil der älteren Plattencover von Rodney Matthews, der sich bei “Gravity” das erste Mal höchst erfolgreich an einem MANTIS-Artwork versucht und unter anderem durch ELOY- und THIN-LIZZY-Cover bekannt wurde.
Ob nicht nur die Gottesanbeterin, sondern auch das Album dahinter das bislang größte der NWoBHM-Fraktion ist, muss wohl jeder Hörer für sich entscheiden. Außer Frage steht jedoch, dass “Gravity” ein fantastisches Stück Hard Rock ist, das mit seinen Wurzeln die letzten vierzig Jahre durchgräbt.
Die Produktion ist klar, relativ warm und bietet keinen Grund zur Kritik. Ebenso Sänger John Cuikpers, dessen Stimme ausdrucksstark und geradezu gemacht für diese Band anmutet, obgleich er erst seit 2013 am Mic steht. Auch der Rest der Band, der trotz der Jahre, die PRAYING MANTIS inzwischen auf dem Buckel hat, mit Chris und Tino Troy immer noch respektable zwei Gründungsmitglieder beinhaltet, überzeugt vollends.
Die Songs an sich überzeugen nicht weniger. Langsameres bis schnelleres Midtempo dominiert die Scheibe, ein hohes Maß an Melodiösität, ein recht heruntergefahrener Härtegrad, eine ernst-erwachsen-nachdenkliche Grundstimmung – und eine beachtliche Menge an schlicht hervorragenden Ideen. Dass auch bei einem sehr starken Album nicht jeder Song ein Volltreffer ist, ist verständlich. Doch auch die schwächeren Songs auf “Gravity”, beispielsweise “Shadow Of Love”, ein etwas zu klassischer Hard-Rock-Track durch und durch, oder “Time Can Heal”, das mit deutschem Text problemlos auf SWR4 Anklang finden könnte, machen Laune – von den restlichen Tracks ganz zu schweigen.
PRAYING MANTIS sind, kurz gesagt, einfach asozial gute Songschreiber, die entweder monatelang ununterbrochen fieberhaft an neuen Riffs, Keyboardlines und Melodien arbeiten oder, wenn nicht ihre Seele, dann doch zumindest ein zwei Nieren an den Teufel verkauft haben. Allein die “Mantis Anthem” mit ihrem fanfaresk-cheesigen Intro und dem saustarken Chorus ist ein Kaufgrund für “Gravity”, ebenso wie “Ghosts Of The Past”, eine kraftvolle Glanzleistung von Cuilpers vor ruhigem Hintergrund, garniert mit top-produzierten Streicher-Synths.
Dann sind da noch das verhältnismäßig rockige “39 Years” (Für die Langsameren: So lange gibt’s die Band schon) mit FOREIGNER-Say-You-Will-Chorus, das melancholische “Foreign Affair” und das vergleichsweise schnelle und unkonventionelle “Final Destination”, das einige der bisher eingehaltenen Konventionen ein wenig über Bord wirft und offensichtlich Spaß am Kontrast zwischen fröhlichem Gesynthe und tiefer Gitarren/Bass-Arbeit hat. Lückenfüller: Fehlanzeige.

Anspieltipps:
“Mantis Anthem”, “Gravity”, “Ghosts Of The Past” und “Keep It Alive”

Fazit:
PRAYING MANTIS sind zurück und sie haben noch immer neue Ideen. “Gravity” ist nicht der Xte Aufguss der immer gleichen Bandformel, es ist ein ebenso erwachsenes wie erfrischendes geiles Stück Hard Rock mit einem Schuss NwoBHM. Nach 40 Jahren Bandgeschichte so ein Album – das muss den Jungs erstmal einer nachmachen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Keep It Alive
02. Mantis Anthem
03. Time Can Heal
04. 39 Years
05. Gravity
06. Ghosts Of The Past
07. Destiny In Motion
08. The Last Summer
09. Foreign Affair
10. Shadow Of Love
11. Final Destination

Jannis

SAXON – Saxon/Wheels of Steel/Strong Arm of the Law (Re-Releases)

Band: Saxon
Alben: Saxon / Wheels Of Steel / Strong Arm Of The Law
Format: Vinyl
Plattenfirma: BMG
Veröffentlichung: 30.03.2018
Homepage: www.saxon747.com

Die New Wave Of British Heavy Metal wäre ohne die britischen Langstreckenläufer Saxon eindeutig um eine Attraktion ärmer gewesen! Umso erfreulicher, dass BMG sich entschlossen haben, den Backkatalog der Kultformation um Frontmann Biff Byford erneut zu veröffentlichen. Obgleich das Debütalbum SAXON (1979) noch etwas grobschlächtig daher kam und auch soundtechnisch zu wünschen übrig ließ, gaben Songs wie „Backs To The Wall“ oder „Frozen Rainbow“ bereits die künftige Marschroute der Band vor. Das enorme Potential und die Durchschlagskraft der jungen und hungrigen Kapelle offenbarte sich bereits im darauffolgenden Jahr auf WHEELS OF STEEL (1980) sowie STRONG ARM OF THE LAW (1980). Beide Alben sind unumstrittene Genre-Klassiker, die in keiner seriösen Metal-Sammlung fehlen dürfen.

Im Gegensatz zu den CD-Versionen enthalten die Vinyl-Ausgaben keine Bonus-Tracks und wurden überdies nicht remastert, was der Qualität allerdings keinen Abbruch tut. Im Gegenteil. Die Neuveröffentlichungen zeichnen sich durch ihren rauen, schnörkellosen und orgiginalgetreuen Sound aus, der die knallharten Songs der frühen Saxon optimal in Szene setzt. Die jeweils unterschiedlich colorierten 150-Gramm-Pressungen in ansprechender Splatter/Swirl-Optik stecken in kompetent reproduzierten Covern (Strong Arm Of The Law gar im schönen Gatefold!). Die wertig gestalteten Innersleeves enthalten seltene Fotos und erfreulicherweise sämtliche Texte. Saxon-Fans und Vinyl-Enthusiasten, die ihre Erstpressungen mittlerweile durchsichtig gehört haben dürften, können hier also bedenkenlos zugreifen. Man darf also gespannt der zweiten Charge entgegensehen, die Ende Mai erscheint!

WERTUNG: ohne Wertung

Tracklisten (Vinyl):

Saxon (1979)

1. Rainbow Theme
2. Frozen Rainbow
3. Big Teaser
4. Judgement Day
5. Stallions Of The Highway
6. Backs To The Wall
7. Still Fit To Boogie
8. Militia Guard

 

 

 

 

Wheels Of Steel (1980)

1. Motorcycle Man
2. Stand Up And Be Counted
3. 747 (Strangers In The Night)
4. Wheels Of Steel
5. Freeway Mad
6. See The Light Coming
7. Street Fighting Gang
8. Suzie Hold On
9. Machine Gun

 

 

 

Strong Arm Of The Law (1980)

1. Heavy Metal Thunder
2. To Hell And Back Again
3. Strong Arm Of The Law
4. Taking Your Chances
5. 20,000 FT
6. Hungry Years
7. Sixth Form Girls
8. Dallas 1PM

 

 

 

Marc Schipper (Gastredakteur)

IRON MAIDEN – Brave new World (RG Zeitmaschine)

Band: Iron Maiden
Album: Brave new World
Spielzeit: 66:57 min
Stilrichtung: NWOBHM
Plattenfirma: EMI
Veröffentlichung: 30.05.2000
Homepage: www.ironmaiden.com

Ok von den Jahren her macht das zwölfte Studioalbum „Brave new World“ von IRON MAIDEN Sinn für eine Zeitreise, aber warum habe ich mir ausgerechnet dieses Album ausgesucht und nicht ein anderes wie „Fear of the Dark“, „The Number of the Beast“ oder „Somewhere in Time“?
Nun für mich ist „Brave new World“ ein besonderes Album, denn hier kehrten der schmerzliche vermisste Sänger Bruche Dickinson und der ehemalige Gitarrist Adrian Smith wieder zurück zur Band und verpassten dem Sound endlich wieder den IRON MAIDEN Stempel, auch wenn man hier wieder progressiver als zuvor zu Werke ging und schöne lange Songs wie „Blood Brothers“, „The Nomad“ oder „Ghost oft he Navigator“ an Bord hatte. Aber auch für die direkten und melodischen Gemüter war hier gesorgt, mit „The Wicker Man“, „The Mercenary“ und „The Fallen Angel“ wurde auch diese beruhigt!
Das Album zog eh er sehr viel Aufmerksamkeit durch die Rückkehrer aber atmet irgendwie auch einen ganz speziellen Geist, denn endlich waren die Lieblinge wieder komplett und es fühlte sich einfach wieder gut und richtig an!
Ab diesem Album war man dann auch durchgängig bis heute mit drei Gitarristen unterwegs, wovon man hier zwar noch nicht sehr viel merkte, da viele Lieder schon vorab fertig komponiert waren, aber später sollte dies einen gehörigen Einfluss auf den Bandsound haben.
Wie auch immer, für mich ist „Brave new World“ eines DER IRON MAIDEN Alben der Neuzeit, wenn nicht sogar eines der wegweisendsten und somit ein absolut würdiger Kandidat für unsere Zeitreise gewesen!

Trackliste:

01. The Wicker Man
02. Ghost of the Navigator
03. Brave New World
04. Blood Brothers
05. The Mercenary
06. Dream of Mirrors
07. The Fallen Angel
08. The Nomad
09. Out of the Silent Planet
10. The Thin Line between Love and Hate

Julian