BOYS FROM HEAVEN – The Wanderer

Trackliste:

01. I’ll Wait
02. Hotline
03. Hold Your Heart
04. Street Life
05. Say Goodbye
06. How Long
07. Eileen
08. I Will Never Let You Down
09. Time Is On Our Side
10. Till The Bitter End

 

Spielzeit: 42:00 min – Genre: AOR – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/boysfromheavenmusic

 

So nun sind nach TURN BACK TIME die Dänen von BOYS OF HEAVEN an der Reihe. Die Band schaffte es mühelos sich mit ihrer EP und den beiden Vorgängern erfolgreich vor mir zu verstecken, dies änderte sich mit „The Wanderer“ schlagartig. Als ich den ersten Durchgang mit den Jungs machte war ich ein wenig enttäuscht weil es nicht meiner Vorstellung entsprach. Erst ab Durchgang zwei besserte sich dieser Zustand und ab Durchgang drei offenbarte sich mir die volle Breitseite BOYS FROM HEAVEN und ich erkannte die Feinheiten des Albums. Da ich die Vorgänger nicht kenne, kann ich auch nichts über Änderungen schildern und gehe deshalb jungfräulich an dieses Album ran.

Zu den BOYS gehören Chris Catton am Mikrofon, Mads Schaumann an den Gitarren, Mads Noyé an Keyboards, Jonas Klintsträm Larsen an Saxophone und Søren Viig Mathiesen an den Drumsticks. Chris besitzt eine angenehme und feine Stimme die von der Range bestens zum AOR der Band passt. Dabei klingt er weder zu vorlaut noch schmalzig, einfach gesagt passend zum AOR. Die Gitarren und das Keyboard gehen es wie ein gleichberechtigtes Paar an bei dem keiner meint er müsse den anderen unterbuttern. Der Einsatz des Saxophons bringt eine warme und abwechslungsreiche Stimmung mit. Der Bass agiert dezent aus der zweiten Reihe, der Drumstickschwinger hält sich vornehm zurück um die Harmonie nicht unnötig in Unruhe zu versetzen.

Die BOYS FROM HEAVEN haben es mit ihrem Sound drauf eine ganzer Reihe Erinnerungen an AOR Bands der Vergangenheit aber auch der Gegenwart zu wecken. Weder als Abklatsch noch als Klon bewegen sich die Dänen auf einer Welle mit sehr guten Songs und AOR Sound. Beim hören fallen einem so Vergleiche wie QUARTERFLASH, BOULEVARD, BEAU COUP, BEAU GESTE, CHARLIE, THE LOOK, BITE THE BULLET, 8084, ADRENALIN und der Leichtigkeit von TOTO ein. Aber auch skandinavische Vertreter wie ALIEN, BAD HABIT, CAPTAIN BLACK BEARD, CARE OF NIGHT, CODE RED, CREYE und CRUZH kommen als Vergleiche in betracht. Vielleicht kommt mir aus diesem Grund so einiges auf „The Wanderer“ seltsam bekannt vor, was nicht als Nachteil gesehen sollte, sondern vielmehr als Kompliment an die Band.

Die BOYS FROM HEAVEN ziehen auf „The Wanderer“ alle Register die der AOR zu bieten hat und können bei jedem weiteren Durchgang bei verdammt gute Stimmung an Qualität zulegen.

„I’ll Wait“ ein cooler und eingängiger Rocker für jede Situation, „Hotline“ und gleich der zweite Rocker in Folge der überzeugen kann. „Hold Your Heart“ ein vom Gefühl getragener Rocker, „Street Life“ ein AOR Kracher mit Hammond Feeling. „Say Goodbye“ hier reiten die Jungs auf einer Gefühlswelle Richtung Sonnenuntergang an die Westcoast, „How Long“ ein sehr gut hörbarer Song. „Eileen“ erinnert an einem Happy Feel Good Soundtrack, „I Will Never Let You Down“ hätte sich sehr gut auf dem Soundtrack von The Lost Boys aber auch Zurück In Die Zukunft gemacht. „Time Is On Our Side“ hier kommt die volle Dröhnung Drama auf den Hörer zu, „Till The Bitter End“ eine starke Ballade.

Balle

DAN BYRNE – This Is Where The Show Begins

Trackliste:

01. Saviour
02. She’s The Devil
03. Praise Hell
04. Sober
05. Cherry & Leather
06. Death Of Me
07. Temple
08. Pulling Me Under
09. Hat Me
10. Home

 

Spielzeit: 39:55 min – Genre: Classic / Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 22.05.2026 – Page: www.facebook.com/danbyrneofficial

 

Heute erscheint das Solodebüt von einem der heißesten Eisen im Feuer der britischen Sangesbarden DAN BYRNE. Ich kenne DAN vom letzten gleichnamigen MARTY AND THE BAD PUNCH Album auf dem er seine Stimmbänder in Schwingungen versetzt hat, dort im PUNCH hat er einen fabelhaften Job abgeliefert. MARTY sollte schauen das DAN weiterhin zu seiner Crew gehört, denn was dort zu hören ist, ist schon aller Ehren Wert.

Leider ist im Promosheet nicht ersichtlich wer DAN auf dem Album unterstützt hat, im Internet lässt sich auch nicht aussagekräftiges finden also belassen wir es mit DAN am Mikro. Vielleicht einige Frontiers Hausmusiker oder woran ich nicht denken möchte das sogar KI im Spiel ist. Musik ist eine Gefühlssache und sollte dies auch bleiben und nicht durch kalte Nullen und Einser Algorithmen erzeugt werden. Musik soll von einem genialen Kopf aus Fleisch und Blut geschaffen werden und nicht von Programmen. Im Zweifel für den Angeklagten, also gehen wir mal von echten Musikern hinter den Tönen aus. DAN besitzt eine Stimme die alles andere ist, nur nicht unangenehm, er befindet sich meist in der mittleren Tonlage, geht auch schon mal höher ohne den Nervfaktor zu aktivieren. Er beherrscht auch raue und dreckige Töne, was er eindrucksvoll zeigt. Die Vocals werden auch in den richtigen Momenten von mehrstimmigen Backing Vocals unterstützt. Die Gitarren machen es interessant, entweder voll auf Krawall aus, oder gefühlvoll, hier gibt es alles was Spaß macht. Die Tastenabteilung ist sehr dezent am Start und kommt nur in den Vordergrund wenn sich die Gittis zurück halten. Piano Klänge gibt es auch schon mal was Abwechslung mit bringt. Der Bass ist weder Hintergrundbeschallung noch Rabauke, die Drums sind dafür auffälliger und sorgen für das Taktgefühl. Die Produktion schwächelt an den Becken ein wenig, da könnte mehr Dynamik drin stecken, ansonsten nichts zu Meckern.

Der Stil auf „This Is Where The Show Begins“ wandelt zwischen gefühlvollen Classic / Hard Rock über leicht dreckigen Hard Rock bei dem aufs Gaspedal gedrückt wird bis hin zum Modernen Rock. Eine echt köstliche Mischung von Songs die DAN vorlegt, seine Stimme macht dabei viel vom Reiz des Albums aus. Vergleichen kann man mit MARTY AND THE BAD PUNCH, modernen BAD COMPANY, D-A-D von der Nordseeinsel mit Tasten, härtere FM, LONERIDER und KING KING ohne Blues Anteil. Eine sehr frische Tinktur die mehr kann als es sich liest.

Abzug gibt es in der B-Note, da sich das Album unterhalb – nur knapp aber immer noch darunter – der 40 Minuten Marke befindet. Ansonsten anständige Rock Mucke die nicht unbedingt für die Tanzfläche geeignet ist, sich aber sehr gut anhört und Klassik mit der Moderne verbindet.

„Saviour“ ein recht kräftiger Einstieg, „She’s The Devil“ ein saugeiler catchy Rocker. „Praise Hell“ hier fährt DAN auf der Classic Rock Schiene, „Sober“ in den Strophen atmosphärisches Gefühlsmonster, während im Refrain der Punk abgeht. „Cherry & Leather“ ein Hard Rocker der im Refrain mit dunklen Gitarren Drama erzeugt, „Death Of Me“ fängt fast wie ADELEs „Hello“ an, bringt aber einen kleinen Schuss Blues mit, der Refrain ist von kräftiger Natur und erinnert dabei an Alternative Mucke. „Temple“ das Gefühl übernimmt in den Strophen die Oberhand bis das Ganze in einem gigantischen energiegeladenen Refrain gipfelt, „Pulling Me Under“ wildert im 80er Hard Rock mit modernen Elementen vermischt. „Hat Me“ ein Monstersong der sofort überzeugt und viel Potential mitbringt, „Home“ glänzt mit epischen Momenten.

Balle

CONFESS – Metalmorphosis

Trackliste:

01. Colorvision
02. The Warriors
03. Wicked Temptations
04. Metalmorphosis
05. Beat Of My Heart
06. Pursuit Of The Jenny Haniver
07. The Other Side
08. Running To My Death
09. Plague Of Steel
10. Silvermalen

 

Spielzeit: 43:32 min – Genre: Sleaze Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 15.05.2026 – Page: www.facebook.com/confessofsweden

 

CONFESS melden sich mit ihrem vierten Album zurück, keines war schlecht, das dritte überflügelte die ersten Beiden und konnte Full House abräumen. Mittlerweile sind die Schweden bei Frontiers Music untergekommen und werden damit sicherlich einen Bekanntheitsschub bekommen. Vor Album #3 waren CONFESS so etwas wie der Geheimtipp im Sleaze Rock Genre, dies änderte sich mit ihrem dritten Album bestimmt und jetzt mit Frontiers Music im Rücken könnte ein weltweiter Durchbruch gelingen. Schade ist nur das die erste EP und beiden Alben so gut wie nicht mehr aufzutreiben sind, außer natürlich auf den Streaming Plattformen, mit dem Nachteil was man sich da anhört gehört einem nicht.

Zur aktuellen Besetzung von CONFESS gehören Sänger John Elliot, die Gitarristen Ludwig Nordlander und Asser Hakala, Bassist Lucky und die Drummachine Samuel Samael. Johns Stimme hat den selben Ausdruck wie auch schon zu Anfangstagen, mit ein wenig Verbesserung, da sie jetzt variabler erscheint. Er kann von sanft über dreckig bis hin zu rau, und bedient diese Palette je nach Bedarf. Seit den ersten Album hat er nicht viel aber er hat dazu gelernt und dies steht den Songs sehr gut. Die Gitarren sorgen immer noch für ein Riffgewitter nach dem Anderen. Der Bass kann auch für Dampf sorgen und die Drums treiben alles vor sich her. Die Keyboards unterstützen den Rest der Band mit ihren dezenten Einlagen. Die Produktion ist dynamisch, gelungen und lässt nichts vermissen.

CONFESS machen auch auf „Metalmorphosis“ das was sie können, sie rocken bis der Arzt kommt. Dabei gibt es gewaltig auf die Lauscher, rotzfrech, vorlaut und mit ihrem schwedischen Augenzwinkern geht es voll nach vorne. Haben die Jungs dabei etwas ausgelassen oder vergessen? Nein, sie haben nichts übersehen, sie rocken so wie man es seit dem Debütalbum „Jail“ von ihnen gewohnt ist, und das keinen Deut schlechter. CONFESS sind wie ein guter Whisky, mit jedem Album steigt die Reife und das können wird immer raffinierter, wenn diese Entwicklung so weiter geht steht einem weltweiten Erfolg nichts mehr im Weg. Der Titel ist leicht irreführend, in den Metal driften sie nicht ab, versuchen sich aber an Riffsalven die an Metal erinnern. Selbst wenn es mal metalisch wird, wird es nicht zu hart, sondern bleibt im gewohnten Sleaze Rock mit einer kleinen Metal Note.

CONFESS kann man am besten als eine Mischung aus CRAZY LIXX, dem Debüt von CRASHDIET, HARDCORE SUPERSTAR sehen, und vielleicht ein winziger Tupfer SVEN GALI. Was spricht also dagegen die nächste Party von CONFESS beschallen zu lassen? Absolut nichts, wer auf dreckigen und versauten Sleaze Rock steht ist bei dieser Band genau an der richtigen Adresse.

Erneut legen CONFESS ein saustarkes Album vor, dass alles mitbringt was es mitbringen soll – diesmal auch über 40 Minuten, dass es keinen Grund gibt ein negatives Wort über das Album zu verlieren.

„Colorvision“ fängt mit einem Intro an was keiner benötigt – allerdings nach dem Intro geht die Treterei in den Hintern mit voller Macht lost, „The Warriors“ erinnert mich an eine dreckigere Version von SVEN GALI. „Wicked Temptations“ hier sind sie die CONFESS die mit ihrer unwiderstehlichen Charme offensive glänzen „Metalmorphosis“ ein flottes Highlight mit viel Druck. „Beat Of My Heart“ eine schöne Ballade die mit einer traumhaften Akustik Gitarre kommt, „Pursuit Of The Jenny Haniver“ hier benutzt die Band das erste Mal Metal artiges Riffing. „The Other Side“ noch so ein charmantes Highlight das einem nicht mehr aus dem Kopf geht, „Running To My Death“ ein Speedattacke die Potential besitzt. „Plague Of Steel“ in Strophen herrscht Chaos – im Refrain Harmonie, „Silvermalen“ am Schluss packen CONFESS nochmal die Melodic-Kelle aus und erinnern an einen Symbiose aus 70ern und CONFESS.

Balle

JOHN CORABI – New Day

Trackliste:

01. New Day
02. That Memory
03. Faith, Hope And Love
04. When I Was Young
05. One More Shot
06. 1969
07. Laurel
08. Good To Be Back Here Again
09. Love That’ll Never Be
10. Cosi‘ Bella
11. Your Own Worst Enemy
12. Everyday People

Spielzeit: 48:20 min – Genre: Classic Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 24.04.2026 – Page: www.facebook.com/JohnCorabiMusic

 

JOHN CORABI Frontman von THE DEAD DAISIES und auch vor sehr langer Zeit von THE SCREAM sowie auf einigen Alben von MÖTLEY CRÜE beehrt die Hörerschaft mit einem Soloalbum mit ausschließlich eigenen Songs. Über die stimmliche Qualität eines JOHN CORABI braucht man nicht zu diskutieren, die befindet sich immer auf einem sehr hohem Niveau, was er auch Live mit THE DEAD DAISIES mehrfach beweisen konnte.

Neben JOHN an Mikro und Gitarre sind noch folgende Musiker beteiligt: Richard Fortus und Charlie Starr an den Gitarren, Marti Frederiksen für Produktion, Gitarren und Piano verantwortlich, Paul Taylor an Orgel und Piano und Evan Frederiksen an Orgel, Gitarre, Bass und Drums. JOHNs Stimme hat eine ganz besondere Färbung die alles mitbringt was für Rock gebraucht wird. Dazu gehört die tiefe Tonlage und Rauch was der Musik besonders gut steht. Die Gitarren geizen nicht mit Riffeinlagen und bilden mit den unterstützenden Tasteninstrumenten das perfekte Fundament für JOHNs Stimme. Der Bass ist nicht so auffällig umgesetzt, ist trotzdem sehr gut vorhanden. Die Drums gehen besser als der Bass ins Ohr, hören sich aber auch wenn ich mich jetzt irre künstlich an. Die Produktion ist trocken aber dynamisch ausgeführt und hat Biss.

Der Stil befindet sich klar im melodischen Classic Rock der besseren Sorte und erinnert oft an die ganz Großen die Ende der 70er Jahre angesagt waren und einen Hit nach dem anderen landeten. Um nicht nur beim Classic Rock zu bleiben und Abwechslung ins Spiel zu bringen wurden einige Songs mit einer sehr feinen Blues Note aufgewertet. So bewegt sich das Album auf alten Pfaden von den späten 70er bis in die frühen 80er Jahre. Vergleichen kann man mit SMOKIE, SUZI QUATRO, SWEET ohne Glam Faktor, NAZARETH, FLEETWOOD MAC, FOREIGNER und RAINBOW mit herrlichem georgel, AEROSMITH, wenn es bluesig wird mit softeren THE DEAD DAISIES aber auch die BEATLES sind als Einfluss enthalten.

Ein sehr starkes Stück Classic Rock das JOHN CORABI veröffentlicht hat, so kann es mit JOHN Solo weiter gehen.

„New Day“ ein toller Rocker der an den Classic Rock der späten 70er Jahre erinnert, „That Memory“ ein cooler Rocker mit bluesigen Touch. „Faith, Hope And Love“ eine vom Blues getragene Ballade mit Drama angereichert, „When I Was Young“ hier kommen Erinnerungen an die damals angesagten SMOKIE auf. „One More Shot“ ein kräftiger Rocker der Potential hat, „1969“ ein Song für die Tanzfläche mit Südstaaten Flair. „Laurel“ besticht mit einer traumhaften Melodieführung, „Good To Be Back Here Again“ eine schwere und dramatische Ballade. „Love That’ll Never Be“ ein Rocker der mit einer traurigen Note versehen ist, „Cosi‘ Bella“ hört sich an als ob SMOKIE und die BEATLES ein Kind zur Welt gebracht hätten. „Your Own Worst Enemy“ der Rocker kommt mit leichter Funk, Soul und großer Blues Note, „Everyday People“ ein Classic Rocker der mit Boogie und Reggae Note gewaltig aus den Socken springt.

Balle

FIGHTER V – Deja Vu

Trackliste:

01. Raging Heartbeat
02. Victory
03. Made For A Heartache
04. Foolish Heart
05. Deja Vu
06. Stand By Your Side
07. All Your Love
08. Hold The Time
09. For All This Time
10. Break Those Limits
11. Victim Of Changes

Spielzeit: 43:12 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 10.04.2026 – Page: www.facebook.com/fightervofficial

 

Die Schweizer Rocker von FIGHTER V melden sich mit ihrem dritten Album zurück, Album #1 besitze ich selber – war vollgepackt mit Hymnen, Album #2 habe ich noch nicht angehört, also machen wir mit Album #3 „Deja Vu“ weiter.

Zur momentanen Besetzung, die sich bei jedem Album änderte, gehören Sänger Emmo Acar am Mikro, Lobe Valentin an Gitarre, Roman Stadler an Bass und letztes Gründungsmitglied Lucien Egloff an den Drums. Emmo macht einen sehr guten Eindruck, seine Stimme ist rauer als die von Dave Niederberger auf dem Debütalbum. Beide haben ihren Reiz und können trotz unterschiedlicher Stimmen überzeugen. Emmo erinnert ein wenig an John Francis von AFTER HOURS, und sorgt mit seinem rauen Organ für sehr gute Stimmung. Die Gitarren machen Druck ohne dabei aufdringlich zu wirken, und agieren fast schon wie Nebendarsteller, trotz dieses Umstandes spielen sie nicht die zweite oder dritte Geige. Das Keyboard befindet sich mit den Gitarren auf Augenhöhe und bilden ein perfekt inszeniertes Fundament für Emmos Stimme. Der Bass zieht hinter Gitarren und Keyboard kraftvoll seine Bahnen und die Drums hauen dem Hörer gewaltig den Hintern voll. Die Produktion klingt nicht auf Hochglanz poliert sondern zeigt ein wenig Ecken und Kanten.

Vom Stil hat sich nicht viel geändert, wie auch schon auf dem Debüt, und ich gehe auch vom zweiten Album aus, kommt eingängiger und cooler Melodic Rock aus den Boxen geblasen. Fast schon untypisch für eine Schweizer Band, da man von den Eidgenossen Mucke mit mehr Biss kennt. Dennoch ist der Melodic Rock von FIGHTER V catchy wie Sau, nur eben mit zurückgefahrenen Gittis im Anschlag und das Keyboard dafür weiter in den Vordergrund gerückt. Beim Hören kommen Passagen vor die man meint so oder so ähnlich schon mal sehr weit in der Vergangenheit gehört zu haben. Wenn man „Deja Vu“ durchgehört hat kommen Erinnerungen an alte High-School Klamotten aber auch mehr oder weniger bekannte Action Reißer der 80er Jahre auf, die voll mit solcher Art von Musik waren. Das soll nicht als Nachteil gesehen werden, sondern vielmehr ein großes Kompliment an die Band die sich traut fast schon antik anmutenden Melodic Rock zu spielen. Mit antik sind die goldenen 80er gemeint, in dem Jahrzehnt in dem sich jeder Film mit solchen Songs schmückte. Und genau an diese Zeit ist der Sound von FIGHTER V angelehnt, alles mit Schmackes und sehr gut hörbar vorgetragen. Vergleichen kann man mit X Soundtracks ver- und unveröffentlicht aus den 80ern und heftigere ALIAS, SCARECROW, ein wenig softere AUTOGRAPH, DEF LEPPARD, AXE, KING KOBRA, BAD ENGLISH, NIGHT RANGER, STRANGEWAYS, BRIGHTON ROCK, BLUE 46, ALLISON, CHINA, SATROX oder HONEYMOON SUITE. Auch wenn sich die Vergleich so lesen als ob hier ein Mash-Up stattgefunden hat können FIGHTER V mehr als sich nur vergleichen zu lassen.

Nicht so stark wie das Debütalbum, einen halben Punkt dahinter und immer noch sehr gut und besser wie manch andere Band in dem Genre.

Anspieltipps: „You’ll Be Sorry“, dass hypermelodische „Victory“, „Foolish Heart“, „Deja Vu“, „Stand By Your Side“, dass verträumte „All Your Love“, „Break Those Limits“.

Balle

HELL IN THE CLUB – Joker In The Pack

Trackliste:

01. The Devil Won’t Forget Me
02. New Desire
03. Dirty Love
04. Robert The Doll
05. Fairytale
06. The Ocean
07. Magnetars
08. Pretty Little Freak Show
09. Out In The Distance
10. When The Veil Of Night Falls

 

Spielzeit: 39:10 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/hellintheclub/

 

Die italienischen Hard Rocker von HELL IN THE CLUB melden sich mit einem neuen Album zurück. Nachdem ich das 2020er Album reviewte verfolgte ich die Band genauer und hörte mir auch noch öfter mal die Vorgängeralben an. Mit dem Schluss das bei jedem Album eine Steigerung zu hören war, die Band mauserte sich zu einem echten Hard Rock Act und Ex-Sänger Dave konnte sich auch von Album zu Album steigern. So entwickelte sich im Land des Stiefels im Mittelmeer eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die alteingesessenen Rocker. Mal hören was sich im Haus HELL IN THE CLUB so abspielt und ob eine erneute Steigerung erkennbar ist.

Einzige Änderung besteht in der Besetzung, Sänger Dave ist nicht mehr dabei und wurde durch die Schwedin Terese „Tezzi“ Persson ersetzt. Sonst hat sich nichts an der Instrumenten Front geändert, es sind nach wie vor Andrea „Picco“ Prccardi an Gitarren, Andrea „Andy“ Buratto an Bass und Drummer Marco „Mark“ Lazzzarini dabei. Tezzis Stimme bringt eine besondere und raue Färbung mit und machte mich beim ersten hören fast verrückt, da ich diese Stimme kannte und schon mal gehört habe. Nur fiel mir beim besten Willen auf Anhieb nicht ein von wo, als ich den Promotext durchlas war mir klar von INFINITE & DEVINE kannte ich diese Stimme. Und die konnte mich da schon überzeugen, selten das eine Frauenstimme bei mir nur einen Anlauf benötigt um zu sitzen, Tezzi schaffte das aus dem Stehgreif und es war Liebe auf den ersten Ton. Tezzis raues Organ passt perfekt zum Sound von HELL IN THE CLUB obwohl ich immer noch Dave im Hinterkopf habe. Picco haut die Riffs mit einer spielerischen Leichtigkeit raus als wie, wenn er nie etwas anderes gemacht hätte, die sechs Saiten hat er auf jeden Fall voll im Griff. Andy am Bass macht alles andere nur nicht den Statisten im Hintergrund spielen, der lässt den Tieftöner extrem auffällig ausatmen und bildet mit den Gitarren eine eingeschworene Einheit. Mark an den Drums besitzt eine Spielweise die extrem ausgeprägt ist und für manche Höhepunkte sorgen kann. Die Produktion klingt zwar steril mit Feintuning an allen Reglern, besitzt dabei allerdings einen Bumms den viele zu erreichen nicht im Traum in der Lage sind.

Vom Stil hat sich nicht sehr viel getan, es wird immer noch in bester 1980er Jahre Tradition drauf los gerockt das sich die Balken biegen. Der Sleaze Anteil den ich noch 2020 erwähnt habe ist fast ganz verschwunden und kommt nur noch dezent angedeutet durch. Dafür schielt die Band jetzt sehr weit nach Westen über den Atlantik in Richtung Arena Helden der 80er Jahre. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, da die Songs jetzt eingängiger und konservativer rüber kommen ohne dabei zu dreckig zu klingen. Als ganz groben Vergleich kann man immer noch CRAZZY LIXX, QUIET RIOT auf dem Album „QRIII“, TRIUMPH, ECLIPSE, ASPHALT BALLET, härtere H.E.A.T. und einige weitere US-Bands nehmen, die sich dem 1980er Arena Melodic Hard Rock verschrieben haben. Es gibt auf „Joker In The Pack“ eine geile weibliche Stimme, Melodien die es in sich haben mit einer perfekten Umsetzung an den Instrumenten und Reglern im Studio. Wer auf Euro Melodic Hard Rock mit schwerer Schlagseite Richtung Nordamerika steht wird bei HELL IN THE CLUB fündig und wahrscheinlich glücklich mit dem Album. Es ist bei den Songs wieder eine leichte Steigerung erkennbar, bei der Stimme gibt es nichts zu mosern, man darf gespannt sein was das nächste Album von HELL IN THE CLUB für den Hörer bereithält.

Einen Punkt ziehe ich ab da das Album unter 40 Minuten bleibt und die Party leider viel zu schnell zu Ende ist, ansonsten befindet sich auf dem Album alles im grünen Bereich.

„The Devil Won’t Forget Me“ fängt heftig an und entwickelt sich mit einsetzen des Gesangs zu einem Melodic Schmankerl, „New Desire“ flott mit cooler Melodie geht es in die zweite Runde. Runde drei eröffnet „Dirty Love“ mit einem traumhaft eingängigen Refrain mit vielen Ohhohhs, „Robert The Doll“ könnte durchaus von einer US-Band stammen, kommt mit geiler Leadgitarre und Basslauf. „Fairytale“ bildet die fünfte Runde und ein Highlight mit geilem Bass und verdammt geilem Refrain, „The Ocean“ runde sechs nimmt den Fuß vom Gas und kommt als Ballade. „Magnetars“ könnte auch von VIXEN aus den 80ern stammen, „Pretty Little Freak Show“ kommt mit einer Blues Rock Note. „Out In The Distance“ fängt balladesk an, nach dem ersten Refrain wird ein Rocker draus der im epischen Refrain mit Akustikgitarre glänzen kann, „When The Veil Of Night Falls“ geht zum Abschluss noch mal voll durch die Wand.

Balle

GLENN HUGHES – Chosen

Trackliste:

01. Voice In My Head
02. My Alibi
03. Chosen
04. Heal
05. In The Golden
06. The Lost Parade
07. Hot Damn Thing
08. Black Cat Moan
09. Come And Go
10. Into The Fade

 

Spielzeit: 50:52 min – Genre: Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/glennhughesonline

 

Ich muss zugeben nie ein großer Fan von GLENN HUGHES gewesen zu sein, allerdings muss ich zugeben das er ein verdammt guter und erfolgreicher Musiker ist. Seine Beteiligungen bei einigen der ganz großen Big Names im Buisness und auch Solo sprechen für seine Qualitäten. Seine Ausflüge bei THE DEAD DAISIES waren nicht von schlechten Eltern, obwohl John Corabi mit seiner rauchigen Stimme besser passt, und der Song „Empty Heart“ vom zweiten Album der Gänseblümchen der ultimative Top Hit ist bei dem sich Marco Mendoza und John Corabi die Vocals teilen.

Als ich GLENN dieses Jahr bei Rock Meets Classic Live auf der Bühne sah machte es Klick und ich dachte mir das es höchste Zeit ist mir GLENN mal genauer anzuhören. Ich kannte GLENN durch seine Mitwirkung bei DEEP PURPLE, PHENOMENA, VOODOO HILL, HEAVEN & EARTH, BRAZON ABBOT und noch vielen mehr, allerdings genauer hingesehen habe ich nicht was seine Vita hergibt. Als dann das neue Soloalbum von GLENN in unserer Redaktionsliste auftauchte war es mal an der Zeit das GLENN und ich ein festes und intensives Date miteinander haben. Also ist jetzt der Zeitpunkt für mich, mich mal genauer auf GLENN einzulassen und genau hinzuhören.

Neben GLENN am Mikrofon und ich gehe auch vom Bass aus, sind noch Soren Andersen an Gitarre, Bob Fridzema an den Tasten und Ash Sheehan an den Drums von der Partie. Die Stimme von GLENN hat trotz seines Alters immer noch Kraft und ist nahezu ideal für Blues und Hard Rock. Die Tonlage erinnert mich in manchen Momenten wenn er hoch geht an JEAN BEAUVOIR, obwohl es anders herum ist da GLENN der Älter von beiden ist. Die Gitarren hauen einen Riff nach dem anderen raus und sorgen so für ein feines Grundgerüst, Die Tasten halten sich dafür zurück und bilden mit den Gitarren ein Fundament für GLENNs Stimme. Der Bass ist sehr auffällig ausgeführt und kein Hintergrundakteur, der Tieftöner hört sich wie der gleichberechtigte Partner der Gitarre an und wirkt dabei sehr tough. Die Drums hauen einem entweder die Grütze aus der Mütze oder den Gips aus den Backen.

GLENN steht wie viele andere seiner Generation für Rock, und das hört man mit jeder Note. Es kommt klassischer Hard Rock der 80er Jahre mit Einflüssen aus den 70ern auf den Teller, mal mit mehr oder weniger Drama und Blues Rock Vibes ausgeführt. So rocken sich GLENN und seine Gang durch das Album das für jeden Hard Rock Fan bestens geeignet ist, sowie für Leute die einen sehr prägnanten Bass mögen. Hat GLENN irgendeinen Fehler auf „Chosen“ begangen, ich antworte mit einem sehr lauten und bestimmenden NEIN, die Stimme zeigt weder Schwächen noch Abnutzungserscheinungen, an den Instrumenten befinden sich Leute die sie voll im Griff haben. Jeder Song glänzt durch Melodie und jeder ist catchy wie Sau, Hooks so weit die Lauscher hören können, also hat GLENN alles richtig gemacht und rockt immer noch laut drauf los. Die Produktion drückt ohne Ende und hat Schmackes.

„Voice In My Head“ ein klassischer Hard Rocker der auch aus den 80ern stammen könnte, „My Alibi“ in den Strophen mit viel Gefühl und Blues Note – im Refrain wird voll drauf los gerockt. „Chosen“ zeigt sich in den Strophen nachdenklich um im Refrain dann einen Orkan zu erzeugen, „Heal“ ein Hard Rocker mit Tempowechseln. „In The Golden“ ein obercooler Rocker mit geilem Riffing, „The Lost Parade“ ein mit herrlichem Drama ausgestatteter Rocker. „Hot Damn Thing“ hier zeigt sich die Wandlungsfähigkeit von GLENNs Stimme – ein Highlight das heraussticht, „Black Cat Moan“ besitzt coole Blues Vibes. „Come And Go“ eine Ballade die Tränen kullern lässt, „Into The Fade“ hier stellt GLENN unter Beweis das er mit zum besten gehört was der Rock zu bieten hat – ein weiteres Highlight.

Balle

FM – Brotherhood

Trackliste:

01. Do You Mean It
02. Living On The Run
03. Coming For You
04. Raised On The Wrong Side
05. Love Comes To All
06. Just Walk Away
07. Don’t Call It Love
08. Time Waits For No One
09. Because Of You
10. Chasing Freedom
11. The Enemy Within

Spielzeit: 52:37 min – Genre: AOR – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/FMofficial

 

Album #4 von FM welches ich für die Rock-Garage reviewen darf, vor 2019 hätte ich nie im Leben gedacht auch nur ein Album solcher hochkarätigen Musiker wie z.B. FM, IRON MAIDEN, D-A-D, GOTTHARD, JOE BONAMASSA, GHOST oder gar einen Live Bericht über JOE BONAMASSA, GHOST, GOTTHARD, D-A-D oder mal aushilfsweise für ein anderes Magazin JUDAS PRIEST verfassen zu dürfen. Ja die Wirklichkeit sieht genau so aus das ich diese Dinge machen durfte, und irgendwie ist das ein stranges Gefühl wenn auf Facebook Beiträge mit meinem Worten zum Teil weltweit geteilt werden und dort auf anklang treffen oder sich sogar Musiker für meine Worte und unfachmännische Einschätzung ihrer Mucke bedanken. Vor Herbst 2019 hätte ich dies niemals für möglich gehalten, aber ja doch ich durfte es tun, jetzt schon seit fast sechs Jahren, fünf Jahre für ein weiteres Online Magazin und habe im Laufe der Jahre einige sehr nette Musiker kennen lernen dürfen. Das sind alles positive Dinge die ich mit dem Schreiben verbinde, aber es gibt noch einen weiteren positiven Aspekt, man kommt als Redakteur eines Musikmagazins teilweise weit vor VÖ Datum eines Albums in den Genuss dieses Probehören zu können. Allerdings ist der beste Punkt am Redakteur sein, dass man sehr viel verdammt starke und geile Mucke zu hören bekommt, und zu denen gehörte heute um Mitternacht die neue MONO INC. Scheibe und jetzt kurz vor 2:00 Nachts kommt das 15. Album in der Bandgeschichte von FM dran. In meiner bescheidenen Ansammlung von ein paar wenigen Alben befinden sich die Vorgängeralben und ich muss zugeben das sich nicht ein schlechtes darunter oder gar schlechter Song darauf befindet.

Ich brauchte in den 90ern einige Zeit bis ich mich mit der Musik von FM angefreundet habe, ich besaß damals das Vinyl der 89er Scheibe „Tough It Out“ und das brauchte sehr viele Anläufe bis es gesessen hat. Als es dann was mit der Freundschaft zwischen FM und mir wurde saugte ich jedes Album, jeden Song in mein Gehör und mir wurde auf einmal klar das ich es mit einer der besten britischen Melodic Rock Bands zu tun hatte. Sicher gibt es sehr viele Bands auf der Kanalinsel und Irland, aber FM sind da schon eine der besseren, ich vergleiche sie jetzt mal dezent mit MAGNUM, DARE, THIN LIZZY, THE SWEET, NAZARETH, URIAH HEEP, ASIA, der Held meiner Jugend RUSS BALLARD und noch sehr viele mehr. Alle haben auf ihre Art und Weise verdammt starkes Material mehr oder weniger erfolgreich veröffentlicht. Wobei ASIA, NAZARETH, RUSS BALLARD, MAGNUM, DARE, URIAH HEEP, THE SWEET und auch FM zu den beständigsten Künstlern gehören, die seit sehr langer Zeit ihr Unwesen treiben. Leider war es mir bis jetzt noch nicht möglich FM Live zu sehen, Jungs wenn ihr das lest kommt bitte mal in den tiefsten Südosten Bayerns, von München bis Passau, Landshut bis Traunstein oder Regensburg damit ich Euch auch mal Live sehen kann. Und nun geht es los mit „Brotherhood“ und ich bin mehr als gespannt was man zu hören bekommt.

Zu FM zählen immer noch der Sangesbarde mit der auffällig-markanten Stimme Steve Overland und an der Gitarre, der zweite Gitarrist Jim Kirkpatrick, Keyboarder Jem Davis, Bassist Merv Goldsworthy und Taktschläger Pete Jupp. Eine weitere Konstante im Haus FM, dass Line-Up ist seit dem Album „Metropolis“ aus dem Jahr 2010 unverändert und auf Erfolgskurs wird der Acker gepflügt ohne auch nur einen Anfall von Schwäche aufkeimen zu lassen. Steves unaufdringliche und markante Stimme bedarf normalerweise keiner Worte, für die die FM noch nicht kennen Steve hat einen heiseren Unterton und Rauheit in seiner Stimme die es so kein zweites Mal gibt und eines der Aushängeschild von FM darstellt. Die Gitarren setzen jeden Anschlag der Seiten punktgenau und sind niemals zu heftig oder hart eingesetzt. Vielmehr tragen die Gitarren, dabei spielt es keine Rolle ob elektrisch oder akustisch, die Stimme von Steve auf Händen. Die Tastenabteilung bildet den richtigen Gegenpart zu den Gitarren und hebt somit die Stimme auf ein sehr feines, filigranes und hohes Podest. Der Bass ist deutlich vorhanden und die Drums geben Gas und den Takt gemeinsam mit dem Tieftöner vor. Die Produktion hätte ein wenig mehr Dynamik vertragen können, ist aber jammern auf hohem Niveau.

Stilistisch sind FM im eigentlichen Sinn unvergleichlich, sie stehen für sich und das bedeutet ein großes F und dahinter ein großes M. Wie ich schon in einer meiner vorangegangenen Rezis schrieb stehen FM für sehr gute melodische Rockmucke die sich irgendwo zwischen AOR und Melodic Rock bewegt, die sofort ins Blut geht und sehr lange den Blutdruck hoch hält und somit bestimmt. Radiotauglich ist jeder Song der Briten, aber leider wird diese Art Rockmusik nicht in Massenmedien gespielt sondern beschränkt sich auf Internetstationen die die Flaggen der härteren Klänge mit sehr viel Enthusiasmus hoch halten. Was macht also neben Steves Stimme und der melodischen Mucke das Flair von FM aus? Ganz einfach das Gesamtpaket passt auf jedem ihrer Alben, und das besteht eben aus dem perfekten Zusammenspiel aller beteiligten Musiker, dass Vermögen catchy Songs zu kreieren und diese dann auch auf Kunststoff zu bringen. Vergleichen kann man mit viel gutem Willen und sehr weltoffen mit FOREIGNER ab Mitte der 80er Jahre mit britischen Wurzeln. Ansonsten anhören genießen und sich überzeugen lassen das FM einzigartig sind und unvergleichlich sind.

„Do You Mean It“ ein Arena Rocker der mit beiden Augen über den Atlantik schielt, „Living On The Run“ ein eingängiger und melodischer Rocker wie man ihn von FM kennt. „Coming For You“ ein sehr stimmiger Rocker der sich gut im Radio anhören würde, „Raised On The Wrong Side“ uff ein FM Schmankerl nach Maß. „Love Comes To All“ ein gute Laune Rocker und Top Ten Futter, „Just Walk Away“ eine Zentner schwere Ballade mit Drama. „Don’t Call It Love“ und sie haben es schon wieder gemacht, ein Highlight eingespielt, wo kommen die Songs nur her, „Time Waits For No One“ hier trifft Lässigkeit auf leicht angefunktes Riffing. „Because Of You“ ein Schmachtbroken der als Rocker getarnt kommt, „Chasing Freedom“ wow ein verdammt starkes Teil mit Akustik- und E-Gitarre, „The Enemy Within“ zum Abschluss gibt es noch voll auf die Zwölf, dass Dingens geht ab wie Speedy Arriba! ¡Arriba! ¡Ándale! ¡Ándale Roadrunner.

Balle

HONEYMOON SUITE – Wake Me Up When The Sun Goes Down

Trackliste:

01. I Fly
02. Way Of The World
03. Every Minute
04. Way Too Fast
05. Stay This Time
06. Crazy Life
07. Live On
08. Keep Our Love Alive
09. Unpredictable
10. Ever Leave You Lonely

 

Spielzeit: 33:10 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 25.07.2025 – Page: www.facebook.com/HMSLive/

 

Die kanadische Melodic Rock Institution HONEYMOON SUITE meldet sich mit ihrem neunten Album zurück auf der Spielwiese, konnten sie mit dem Vorgängeralbum „Alive“ noch überzeugen, wie sieht es ein Jahr später aus? Warum auch immer konnten HONEYMOON SUITE nie wirklich den Ruhm ergattern den sie verdient hätten, in Nordamerika konnten sie Erfolge verbuchen bei uns in den Breitengraden reichte es leider nur für einen Insider- oder Geheimtipp. Ich kann mich auch nicht daran erinnern das die Band bei uns viel, wenn überhaupt in den Discos gespielt wurde. Im Radio liefen damals nur zwei Songs „Burning In Love“ und „Love Changes Everything“ unregelmäßig. Obwohl diese Band soviel zu bieten hat, kamen sie nicht wirklich in die Puschen.

Zu HONEYMOON SUITE im Jahr 2025 gehören Johnnie Dee am Mikrofon, Darry Greham an Gitarren und Keyboards, Peter Nunn an Keyboards, Gary Lalonde an Bass und Dave Betts an den Drumsticks. Johnnie hat immer noch das gewisse Etwas in der Stimme das die Band sofort erkennbar macht und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Die Gitarren sind zu jedem Zeitpunkt auf den Punkt gebracht und in der richtigen Härte und Lautstärke gehalten. Die Keyboards halten sich dezent im Hintergrund auf um so ihre perfekte Unterstützung zu leisten. Der Bass geht sofort ins Ohr und steht voll im Raum. Hier kommt einer meiner zwei Kritikpunkte die Drums hören sich nach Samples aus dem Computer und somit künstlich an, dass hätte die Band besser umsetzen können. Die Produktion hat ein sehr hohes Niveau und hat Druck ohne Ende.

HONEYMOON SUITE haben mit dem Debütalbum von 1984 ihren Sound definiert und gefunden, im Laufe der Jahre haben sie in nur leicht modernisiert aber abgerückt sind sie nie von ihrem bandeigenen Sound der sie so einzigartig macht. Dieser Sound bewegt sich im Melodic Rock auf einem auffallend hohem Level. Vergleichen kann man bedingt mit LOVERBOY, und härteren BRYAN ADAMS, PRISM, BOULEVARD und WHITE VISION aber auch melodischere HEADPINS mit Männerstimme. Softere VON GROOVE und auch HAREM SCAREM auf der HONEYMOON SUITE Schiene könnte auch hinkommen. So hat es die Band wieder geschafft ein Highlight des kanadischen Rocks ein zu zimmern und dabei ohne auch nur einen Anflug von Zweifeln zu überzeugen. Mit Melodie, wenn es der Song verlangt auch viel Dramatik bohrt ich Song nach Song in die Gehirnwindungen um dort sehr lange zu verweilen. Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf, dafür sind HONEYMOON SUITE zu versiert und erfahren um dieses Gefühl auch nur einmal aufkeimen zu lassen.

Und wieder mal ein kanadisches Melodic Schmankerl der Extraklasse, ganz in der Tradition der Vergangenheit und den Landsmännern die auch dieses Geschick bewiesen haben. Nun kommt der zweite Kritikpunkt, warum kommt die Party nur auf eine Laufzeit von ganz knapp über 33 Minuten, das ist nicht mehr Zeitgemäß und lässt diese viel zu schnell enden. Ansonsten beim nächsten Album noch natürlich klingende Drums und über 40 Minuten, dann könnte die volle Bewertung in möglicher Reichweite sein.

„I Fly“ ein erstes kleines Highlight stimmt auf das Album ein, „Way Of The World“ geht so weiter wie der Vorgängersong endete. „Every Minute“ ein schräger Rocker mit ebensolchen Riffs in den Strophen – im Refrain wird es ein Hit, „Way Too Fast“ eine Powerballade für die Taschentuchgruppen. „Stay This Time“ ein Rocker für den die Band seit den 1980ern bekannt ist – eingängig und melodisch, „Crazy Life“ erinnert mich an eine härter Version von BOULEVARD. „Live On“ kommt balladesk und viel Drama, „Keep Our Love Alive“ das nächste Highlight aus der Bandfeder „Unpredictable“ und noch ein Highlight zum Ende hin – kommt mit Southern und Blues Riffing, „Ever Leave You Lonely“ zum Abschluss zeigt die Band noch mal beeindruckend wozu sie im Stande ist.

Balle

DEGREED – The Leftovers Volume 1

Trackliste:

01. If It Wasn’t For Me
02. Good Enough
03. Love Your Enemy
04. Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)
05. Get Up
06. Hard To Be Human
07. This Is Love (Synthwave Version)
08. Falling Down (Accoustic Version)
09. Hear Me Out (Previously Unreleased)

 

 

Spielzeit: 33:38 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/degreedmusic

 

Die Schweden DEGREED haben es BROTHER FIRETRIBE gleichgetan und eine EP mit dem Titel „The Leftovers Volume 1“ veröffentlich, die Vermutung liegt nahe das es eine Fortsetzung geben soll. Seit 2022 und zwei Alben im Stall von Frontiers Music beheimatet legen die smarten Jungs nun diese EP vor.

Zu DEGREED gehören nach wie vor noch Robin Eriksson an Mikrofon und Bass, Daniel Johansson an Gitarren, Mikael Blanc an Keyboards und Mats Eriksson an den Drums. Ich konnte Anfangs nicht viel mit DEGREED anfangen, bis zu dem Zeitpunkt als die Boys aus Skandinavien auf dem letzten H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftraten, ab da dachte ich mir „Hola die sind ja gar nicht schlecht.“, und besorgte mir alle Alben bis auf „Dead But Not Forgotten“ das leider vergriffen ist. Die Band äußerte mal auf Facebook das sie eine Wiederveröffentlichung planen, wie es da jetzt aussieht weiß ich nicht. Wenn ihr diese Zeilen lest bitte ein signiertes Exemplar falls als Re-Release kommt für mich reservieren.

Robins Stimme ist immer noch auf eine Niveau das andere vor Neid erblassen lässt, ohne Nervfaktor, Gekreische oder schräge Töne shoutet sich der Frontmann wie gewohnt durch die 9 Songs. Die Gitarren machen auch im ureigenen Bandstil auf sich aufmerksam und werden ideal in Szene gesetzt. Die Keyboards werden effektvoll eingesetzt und geben keinen Anlass auch nur einmal mit erhobenen Zeigefinger auf die Band zu zeigen. Der Bass wummert dezent aber vorhanden vor sich hin und die Drums treiben ohne auch nur einen Deut nach zu lassen oder vom Gas zu gehen. Die Produktion bewegt sich auf einem Level das keine Wünsche offen lässt.

Angefangen hat DEGREED als Modern Hard Rock Band, im laufe der Zeit und mit jedem Album näherte sich die Band dem reinrassigen Melodic Hard Rock der besten Sorte. Diese EP macht da keine Ausnahme oder spielt den Ausreißer nach unten. Wie auch schon auf den drei oder sogar vier Vorgängeralben rockt DEGREED alles aus den Latschen was nicht standfest auf beiden Beinen steht. Mit viel Energie und Melodie zeigt die Band was bis jetzt nicht veröffentlicht wurde aber schon aufgenommen wurde. Wenn man die sieben bis jetzt unveröffentlichten Songs hört die sich in der Karriere angesammelt haben hört man das kleine Genie heraus das in jedem skandinavischen Musiker zu stecken scheint. Nahtlos fügen sich die Songs ins DEGREED Geflecht der sehr guten Songs ein und zeigen eine Band auf mehr als nur einem Höhepunkt ihres Schaffens.

Mir ist allerdings schleierhaft das es die Songs vorher nie auf ein Album geschafft haben, die wären zu gut um auf irgendeinem Band oder einer Festplatte bis zum St. Nimmerleinstag auf eine VÖ zu warten die dann doch niemals statt findet. Gut so, dass die Songs doch noch ans Tageslicht kommen und es nicht fürchten müssen. Viel mehr muss die Konkurrenz DEGREED fürchten da sie im Begriff sind den etablierten und renommierten Vortänzern des Rockzirkuses den Rang abzulaufen.

Einmal mehr beweisen skandinavische Musiker was sie zu Leisten vermögen, besser geht es wirklich fast nicht mehr. Außer über 40 Minuten zu kommen damit es keinen Punktabzug gibt, allerdings sind 9 Songs für eine EP recht amtlich. So will der Hörer und nur SO DEGREED sehen und hören.

„If It Wasn’t For Me“ fängt mit einem stimmigen Keyboardthema und balladesk an bis der Song zu einem Melodic Schmankerl mutiert, „Good Enough“ ein Flotter Feger mit viel Melodie. „Love Your Enemy“ wildert im WHITESNAKE Wasser mit sehr viel Skandi-Charme und Flair, „Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)“ flott, energisch, hart, melodisch was braucht man mehr? Nichts – außer DEGREED! „Get Up“ hört sich nach den Anfangstagen an, „Hard To Be Human“ eine wunderschöne Ballade mit allen Merkmalen der Band. „This Is Love (Synthwave Version)“ was wurde da nur für eine komischer Substanz konsumiert – das Ding wildert in den poppigsten Gefilden, too much for me, „Falling Down (Accoustic Version)“ eine Akustikballade mit Pianothema, „Hear Me Out (Previously Unreleased)“ fängt sehr ruhig und unhektisch an um ab ca. 1:05 an Intensität und Drama zuzulegen, eine Ballade die in den Strophen dramatische Spannung aufbaut und im Refrain teilweise abbaut – so stellt die Ballade ein abschließendes Highlight dar.

Balle