HELL IN THE CLUB – Joker In The Pack

Trackliste:

01. The Devil Won’t Forget Me
02. New Desire
03. Dirty Love
04. Robert The Doll
05. Fairytale
06. The Ocean
07. Magnetars
08. Pretty Little Freak Show
09. Out In The Distance
10. When The Veil Of Night Falls

 

Spielzeit: 39:10 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/hellintheclub/

 

Die italienischen Hard Rocker von HELL IN THE CLUB melden sich mit einem neuen Album zurück. Nachdem ich das 2020er Album reviewte verfolgte ich die Band genauer und hörte mir auch noch öfter mal die Vorgängeralben an. Mit dem Schluss das bei jedem Album eine Steigerung zu hören war, die Band mauserte sich zu einem echten Hard Rock Act und Ex-Sänger Dave konnte sich auch von Album zu Album steigern. So entwickelte sich im Land des Stiefels im Mittelmeer eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die alteingesessenen Rocker. Mal hören was sich im Haus HELL IN THE CLUB so abspielt und ob eine erneute Steigerung erkennbar ist.

Einzige Änderung besteht in der Besetzung, Sänger Dave ist nicht mehr dabei und wurde durch die Schwedin Terese „Tezzi“ Persson ersetzt. Sonst hat sich nichts an der Instrumenten Front geändert, es sind nach wie vor Andrea „Picco“ Prccardi an Gitarren, Andrea „Andy“ Buratto an Bass und Drummer Marco „Mark“ Lazzzarini dabei. Tezzis Stimme bringt eine besondere und raue Färbung mit und machte mich beim ersten hören fast verrückt, da ich diese Stimme kannte und schon mal gehört habe. Nur fiel mir beim besten Willen auf Anhieb nicht ein von wo, als ich den Promotext durchlas war mir klar von INFINITE & DEVINE kannte ich diese Stimme. Und die konnte mich da schon überzeugen, selten das eine Frauenstimme bei mir nur einen Anlauf benötigt um zu sitzen, Tezzi schaffte das aus dem Stehgreif und es war Liebe auf den ersten Ton. Tezzis raues Organ passt perfekt zum Sound von HELL IN THE CLUB obwohl ich immer noch Dave im Hinterkopf habe. Picco haut die Riffs mit einer spielerischen Leichtigkeit raus als wie, wenn er nie etwas anderes gemacht hätte, die sechs Saiten hat er auf jeden Fall voll im Griff. Andy am Bass macht alles andere nur nicht den Statisten im Hintergrund spielen, der lässt den Tieftöner extrem auffällig ausatmen und bildet mit den Gitarren eine eingeschworene Einheit. Mark an den Drums besitzt eine Spielweise die extrem ausgeprägt ist und für manche Höhepunkte sorgen kann. Die Produktion klingt zwar steril mit Feintuning an allen Reglern, besitzt dabei allerdings einen Bumms den viele zu erreichen nicht im Traum in der Lage sind.

Vom Stil hat sich nicht sehr viel getan, es wird immer noch in bester 1980er Jahre Tradition drauf los gerockt das sich die Balken biegen. Der Sleaze Anteil den ich noch 2020 erwähnt habe ist fast ganz verschwunden und kommt nur noch dezent angedeutet durch. Dafür schielt die Band jetzt sehr weit nach Westen über den Atlantik in Richtung Arena Helden der 80er Jahre. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, da die Songs jetzt eingängiger und konservativer rüber kommen ohne dabei zu dreckig zu klingen. Als ganz groben Vergleich kann man immer noch CRAZZY LIXX, QUIET RIOT auf dem Album „QRIII“, TRIUMPH, ECLIPSE, ASPHALT BALLET, härtere H.E.A.T. und einige weitere US-Bands nehmen, die sich dem 1980er Arena Melodic Hard Rock verschrieben haben. Es gibt auf „Joker In The Pack“ eine geile weibliche Stimme, Melodien die es in sich haben mit einer perfekten Umsetzung an den Instrumenten und Reglern im Studio. Wer auf Euro Melodic Hard Rock mit schwerer Schlagseite Richtung Nordamerika steht wird bei HELL IN THE CLUB fündig und wahrscheinlich glücklich mit dem Album. Es ist bei den Songs wieder eine leichte Steigerung erkennbar, bei der Stimme gibt es nichts zu mosern, man darf gespannt sein was das nächste Album von HELL IN THE CLUB für den Hörer bereithält.

Einen Punkt ziehe ich ab da das Album unter 40 Minuten bleibt und die Party leider viel zu schnell zu Ende ist, ansonsten befindet sich auf dem Album alles im grünen Bereich.

„The Devil Won’t Forget Me“ fängt heftig an und entwickelt sich mit einsetzen des Gesangs zu einem Melodic Schmankerl, „New Desire“ flott mit cooler Melodie geht es in die zweite Runde. Runde drei eröffnet „Dirty Love“ mit einem traumhaft eingängigen Refrain mit vielen Ohhohhs, „Robert The Doll“ könnte durchaus von einer US-Band stammen, kommt mit geiler Leadgitarre und Basslauf. „Fairytale“ bildet die fünfte Runde und ein Highlight mit geilem Bass und verdammt geilem Refrain, „The Ocean“ runde sechs nimmt den Fuß vom Gas und kommt als Ballade. „Magnetars“ könnte auch von VIXEN aus den 80ern stammen, „Pretty Little Freak Show“ kommt mit einer Blues Rock Note. „Out In The Distance“ fängt balladesk an, nach dem ersten Refrain wird ein Rocker draus der im epischen Refrain mit Akustikgitarre glänzen kann, „When The Veil Of Night Falls“ geht zum Abschluss noch mal voll durch die Wand.

Balle

GLENN HUGHES – Chosen

Trackliste:

01. Voice In My Head
02. My Alibi
03. Chosen
04. Heal
05. In The Golden
06. The Lost Parade
07. Hot Damn Thing
08. Black Cat Moan
09. Come And Go
10. Into The Fade

 

Spielzeit: 50:52 min – Genre: Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/glennhughesonline

 

Ich muss zugeben nie ein großer Fan von GLENN HUGHES gewesen zu sein, allerdings muss ich zugeben das er ein verdammt guter und erfolgreicher Musiker ist. Seine Beteiligungen bei einigen der ganz großen Big Names im Buisness und auch Solo sprechen für seine Qualitäten. Seine Ausflüge bei THE DEAD DAISIES waren nicht von schlechten Eltern, obwohl John Corabi mit seiner rauchigen Stimme besser passt, und der Song „Empty Heart“ vom zweiten Album der Gänseblümchen der ultimative Top Hit ist bei dem sich Marco Mendoza und John Corabi die Vocals teilen.

Als ich GLENN dieses Jahr bei Rock Meets Classic Live auf der Bühne sah machte es Klick und ich dachte mir das es höchste Zeit ist mir GLENN mal genauer anzuhören. Ich kannte GLENN durch seine Mitwirkung bei DEEP PURPLE, PHENOMENA, VOODOO HILL, HEAVEN & EARTH, BRAZON ABBOT und noch vielen mehr, allerdings genauer hingesehen habe ich nicht was seine Vita hergibt. Als dann das neue Soloalbum von GLENN in unserer Redaktionsliste auftauchte war es mal an der Zeit das GLENN und ich ein festes und intensives Date miteinander haben. Also ist jetzt der Zeitpunkt für mich, mich mal genauer auf GLENN einzulassen und genau hinzuhören.

Neben GLENN am Mikrofon und ich gehe auch vom Bass aus, sind noch Soren Andersen an Gitarre, Bob Fridzema an den Tasten und Ash Sheehan an den Drums von der Partie. Die Stimme von GLENN hat trotz seines Alters immer noch Kraft und ist nahezu ideal für Blues und Hard Rock. Die Tonlage erinnert mich in manchen Momenten wenn er hoch geht an JEAN BEAUVOIR, obwohl es anders herum ist da GLENN der Älter von beiden ist. Die Gitarren hauen einen Riff nach dem anderen raus und sorgen so für ein feines Grundgerüst, Die Tasten halten sich dafür zurück und bilden mit den Gitarren ein Fundament für GLENNs Stimme. Der Bass ist sehr auffällig ausgeführt und kein Hintergrundakteur, der Tieftöner hört sich wie der gleichberechtigte Partner der Gitarre an und wirkt dabei sehr tough. Die Drums hauen einem entweder die Grütze aus der Mütze oder den Gips aus den Backen.

GLENN steht wie viele andere seiner Generation für Rock, und das hört man mit jeder Note. Es kommt klassischer Hard Rock der 80er Jahre mit Einflüssen aus den 70ern auf den Teller, mal mit mehr oder weniger Drama und Blues Rock Vibes ausgeführt. So rocken sich GLENN und seine Gang durch das Album das für jeden Hard Rock Fan bestens geeignet ist, sowie für Leute die einen sehr prägnanten Bass mögen. Hat GLENN irgendeinen Fehler auf „Chosen“ begangen, ich antworte mit einem sehr lauten und bestimmenden NEIN, die Stimme zeigt weder Schwächen noch Abnutzungserscheinungen, an den Instrumenten befinden sich Leute die sie voll im Griff haben. Jeder Song glänzt durch Melodie und jeder ist catchy wie Sau, Hooks so weit die Lauscher hören können, also hat GLENN alles richtig gemacht und rockt immer noch laut drauf los. Die Produktion drückt ohne Ende und hat Schmackes.

„Voice In My Head“ ein klassischer Hard Rocker der auch aus den 80ern stammen könnte, „My Alibi“ in den Strophen mit viel Gefühl und Blues Note – im Refrain wird voll drauf los gerockt. „Chosen“ zeigt sich in den Strophen nachdenklich um im Refrain dann einen Orkan zu erzeugen, „Heal“ ein Hard Rocker mit Tempowechseln. „In The Golden“ ein obercooler Rocker mit geilem Riffing, „The Lost Parade“ ein mit herrlichem Drama ausgestatteter Rocker. „Hot Damn Thing“ hier zeigt sich die Wandlungsfähigkeit von GLENNs Stimme – ein Highlight das heraussticht, „Black Cat Moan“ besitzt coole Blues Vibes. „Come And Go“ eine Ballade die Tränen kullern lässt, „Into The Fade“ hier stellt GLENN unter Beweis das er mit zum besten gehört was der Rock zu bieten hat – ein weiteres Highlight.

Balle

FM – Brotherhood

Trackliste:

01. Do You Mean It
02. Living On The Run
03. Coming For You
04. Raised On The Wrong Side
05. Love Comes To All
06. Just Walk Away
07. Don’t Call It Love
08. Time Waits For No One
09. Because Of You
10. Chasing Freedom
11. The Enemy Within

Spielzeit: 52:37 min – Genre: AOR – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/FMofficial

 

Album #4 von FM welches ich für die Rock-Garage reviewen darf, vor 2019 hätte ich nie im Leben gedacht auch nur ein Album solcher hochkarätigen Musiker wie z.B. FM, IRON MAIDEN, D-A-D, GOTTHARD, JOE BONAMASSA, GHOST oder gar einen Live Bericht über JOE BONAMASSA, GHOST, GOTTHARD, D-A-D oder mal aushilfsweise für ein anderes Magazin JUDAS PRIEST verfassen zu dürfen. Ja die Wirklichkeit sieht genau so aus das ich diese Dinge machen durfte, und irgendwie ist das ein stranges Gefühl wenn auf Facebook Beiträge mit meinem Worten zum Teil weltweit geteilt werden und dort auf anklang treffen oder sich sogar Musiker für meine Worte und unfachmännische Einschätzung ihrer Mucke bedanken. Vor Herbst 2019 hätte ich dies niemals für möglich gehalten, aber ja doch ich durfte es tun, jetzt schon seit fast sechs Jahren, fünf Jahre für ein weiteres Online Magazin und habe im Laufe der Jahre einige sehr nette Musiker kennen lernen dürfen. Das sind alles positive Dinge die ich mit dem Schreiben verbinde, aber es gibt noch einen weiteren positiven Aspekt, man kommt als Redakteur eines Musikmagazins teilweise weit vor VÖ Datum eines Albums in den Genuss dieses Probehören zu können. Allerdings ist der beste Punkt am Redakteur sein, dass man sehr viel verdammt starke und geile Mucke zu hören bekommt, und zu denen gehörte heute um Mitternacht die neue MONO INC. Scheibe und jetzt kurz vor 2:00 Nachts kommt das 15. Album in der Bandgeschichte von FM dran. In meiner bescheidenen Ansammlung von ein paar wenigen Alben befinden sich die Vorgängeralben und ich muss zugeben das sich nicht ein schlechtes darunter oder gar schlechter Song darauf befindet.

Ich brauchte in den 90ern einige Zeit bis ich mich mit der Musik von FM angefreundet habe, ich besaß damals das Vinyl der 89er Scheibe „Tough It Out“ und das brauchte sehr viele Anläufe bis es gesessen hat. Als es dann was mit der Freundschaft zwischen FM und mir wurde saugte ich jedes Album, jeden Song in mein Gehör und mir wurde auf einmal klar das ich es mit einer der besten britischen Melodic Rock Bands zu tun hatte. Sicher gibt es sehr viele Bands auf der Kanalinsel und Irland, aber FM sind da schon eine der besseren, ich vergleiche sie jetzt mal dezent mit MAGNUM, DARE, THIN LIZZY, THE SWEET, NAZARETH, URIAH HEEP, ASIA, der Held meiner Jugend RUSS BALLARD und noch sehr viele mehr. Alle haben auf ihre Art und Weise verdammt starkes Material mehr oder weniger erfolgreich veröffentlicht. Wobei ASIA, NAZARETH, RUSS BALLARD, MAGNUM, DARE, URIAH HEEP, THE SWEET und auch FM zu den beständigsten Künstlern gehören, die seit sehr langer Zeit ihr Unwesen treiben. Leider war es mir bis jetzt noch nicht möglich FM Live zu sehen, Jungs wenn ihr das lest kommt bitte mal in den tiefsten Südosten Bayerns, von München bis Passau, Landshut bis Traunstein oder Regensburg damit ich Euch auch mal Live sehen kann. Und nun geht es los mit „Brotherhood“ und ich bin mehr als gespannt was man zu hören bekommt.

Zu FM zählen immer noch der Sangesbarde mit der auffällig-markanten Stimme Steve Overland und an der Gitarre, der zweite Gitarrist Jim Kirkpatrick, Keyboarder Jem Davis, Bassist Merv Goldsworthy und Taktschläger Pete Jupp. Eine weitere Konstante im Haus FM, dass Line-Up ist seit dem Album „Metropolis“ aus dem Jahr 2010 unverändert und auf Erfolgskurs wird der Acker gepflügt ohne auch nur einen Anfall von Schwäche aufkeimen zu lassen. Steves unaufdringliche und markante Stimme bedarf normalerweise keiner Worte, für die die FM noch nicht kennen Steve hat einen heiseren Unterton und Rauheit in seiner Stimme die es so kein zweites Mal gibt und eines der Aushängeschild von FM darstellt. Die Gitarren setzen jeden Anschlag der Seiten punktgenau und sind niemals zu heftig oder hart eingesetzt. Vielmehr tragen die Gitarren, dabei spielt es keine Rolle ob elektrisch oder akustisch, die Stimme von Steve auf Händen. Die Tastenabteilung bildet den richtigen Gegenpart zu den Gitarren und hebt somit die Stimme auf ein sehr feines, filigranes und hohes Podest. Der Bass ist deutlich vorhanden und die Drums geben Gas und den Takt gemeinsam mit dem Tieftöner vor. Die Produktion hätte ein wenig mehr Dynamik vertragen können, ist aber jammern auf hohem Niveau.

Stilistisch sind FM im eigentlichen Sinn unvergleichlich, sie stehen für sich und das bedeutet ein großes F und dahinter ein großes M. Wie ich schon in einer meiner vorangegangenen Rezis schrieb stehen FM für sehr gute melodische Rockmucke die sich irgendwo zwischen AOR und Melodic Rock bewegt, die sofort ins Blut geht und sehr lange den Blutdruck hoch hält und somit bestimmt. Radiotauglich ist jeder Song der Briten, aber leider wird diese Art Rockmusik nicht in Massenmedien gespielt sondern beschränkt sich auf Internetstationen die die Flaggen der härteren Klänge mit sehr viel Enthusiasmus hoch halten. Was macht also neben Steves Stimme und der melodischen Mucke das Flair von FM aus? Ganz einfach das Gesamtpaket passt auf jedem ihrer Alben, und das besteht eben aus dem perfekten Zusammenspiel aller beteiligten Musiker, dass Vermögen catchy Songs zu kreieren und diese dann auch auf Kunststoff zu bringen. Vergleichen kann man mit viel gutem Willen und sehr weltoffen mit FOREIGNER ab Mitte der 80er Jahre mit britischen Wurzeln. Ansonsten anhören genießen und sich überzeugen lassen das FM einzigartig sind und unvergleichlich sind.

„Do You Mean It“ ein Arena Rocker der mit beiden Augen über den Atlantik schielt, „Living On The Run“ ein eingängiger und melodischer Rocker wie man ihn von FM kennt. „Coming For You“ ein sehr stimmiger Rocker der sich gut im Radio anhören würde, „Raised On The Wrong Side“ uff ein FM Schmankerl nach Maß. „Love Comes To All“ ein gute Laune Rocker und Top Ten Futter, „Just Walk Away“ eine Zentner schwere Ballade mit Drama. „Don’t Call It Love“ und sie haben es schon wieder gemacht, ein Highlight eingespielt, wo kommen die Songs nur her, „Time Waits For No One“ hier trifft Lässigkeit auf leicht angefunktes Riffing. „Because Of You“ ein Schmachtbroken der als Rocker getarnt kommt, „Chasing Freedom“ wow ein verdammt starkes Teil mit Akustik- und E-Gitarre, „The Enemy Within“ zum Abschluss gibt es noch voll auf die Zwölf, dass Dingens geht ab wie Speedy Arriba! ¡Arriba! ¡Ándale! ¡Ándale Roadrunner.

Balle

HONEYMOON SUITE – Wake Me Up When The Sun Goes Down

Trackliste:

01. I Fly
02. Way Of The World
03. Every Minute
04. Way Too Fast
05. Stay This Time
06. Crazy Life
07. Live On
08. Keep Our Love Alive
09. Unpredictable
10. Ever Leave You Lonely

 

Spielzeit: 33:10 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 25.07.2025 – Page: www.facebook.com/HMSLive/

 

Die kanadische Melodic Rock Institution HONEYMOON SUITE meldet sich mit ihrem neunten Album zurück auf der Spielwiese, konnten sie mit dem Vorgängeralbum „Alive“ noch überzeugen, wie sieht es ein Jahr später aus? Warum auch immer konnten HONEYMOON SUITE nie wirklich den Ruhm ergattern den sie verdient hätten, in Nordamerika konnten sie Erfolge verbuchen bei uns in den Breitengraden reichte es leider nur für einen Insider- oder Geheimtipp. Ich kann mich auch nicht daran erinnern das die Band bei uns viel, wenn überhaupt in den Discos gespielt wurde. Im Radio liefen damals nur zwei Songs „Burning In Love“ und „Love Changes Everything“ unregelmäßig. Obwohl diese Band soviel zu bieten hat, kamen sie nicht wirklich in die Puschen.

Zu HONEYMOON SUITE im Jahr 2025 gehören Johnnie Dee am Mikrofon, Darry Greham an Gitarren und Keyboards, Peter Nunn an Keyboards, Gary Lalonde an Bass und Dave Betts an den Drumsticks. Johnnie hat immer noch das gewisse Etwas in der Stimme das die Band sofort erkennbar macht und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Die Gitarren sind zu jedem Zeitpunkt auf den Punkt gebracht und in der richtigen Härte und Lautstärke gehalten. Die Keyboards halten sich dezent im Hintergrund auf um so ihre perfekte Unterstützung zu leisten. Der Bass geht sofort ins Ohr und steht voll im Raum. Hier kommt einer meiner zwei Kritikpunkte die Drums hören sich nach Samples aus dem Computer und somit künstlich an, dass hätte die Band besser umsetzen können. Die Produktion hat ein sehr hohes Niveau und hat Druck ohne Ende.

HONEYMOON SUITE haben mit dem Debütalbum von 1984 ihren Sound definiert und gefunden, im Laufe der Jahre haben sie in nur leicht modernisiert aber abgerückt sind sie nie von ihrem bandeigenen Sound der sie so einzigartig macht. Dieser Sound bewegt sich im Melodic Rock auf einem auffallend hohem Level. Vergleichen kann man bedingt mit LOVERBOY, und härteren BRYAN ADAMS, PRISM, BOULEVARD und WHITE VISION aber auch melodischere HEADPINS mit Männerstimme. Softere VON GROOVE und auch HAREM SCAREM auf der HONEYMOON SUITE Schiene könnte auch hinkommen. So hat es die Band wieder geschafft ein Highlight des kanadischen Rocks ein zu zimmern und dabei ohne auch nur einen Anflug von Zweifeln zu überzeugen. Mit Melodie, wenn es der Song verlangt auch viel Dramatik bohrt ich Song nach Song in die Gehirnwindungen um dort sehr lange zu verweilen. Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf, dafür sind HONEYMOON SUITE zu versiert und erfahren um dieses Gefühl auch nur einmal aufkeimen zu lassen.

Und wieder mal ein kanadisches Melodic Schmankerl der Extraklasse, ganz in der Tradition der Vergangenheit und den Landsmännern die auch dieses Geschick bewiesen haben. Nun kommt der zweite Kritikpunkt, warum kommt die Party nur auf eine Laufzeit von ganz knapp über 33 Minuten, das ist nicht mehr Zeitgemäß und lässt diese viel zu schnell enden. Ansonsten beim nächsten Album noch natürlich klingende Drums und über 40 Minuten, dann könnte die volle Bewertung in möglicher Reichweite sein.

„I Fly“ ein erstes kleines Highlight stimmt auf das Album ein, „Way Of The World“ geht so weiter wie der Vorgängersong endete. „Every Minute“ ein schräger Rocker mit ebensolchen Riffs in den Strophen – im Refrain wird es ein Hit, „Way Too Fast“ eine Powerballade für die Taschentuchgruppen. „Stay This Time“ ein Rocker für den die Band seit den 1980ern bekannt ist – eingängig und melodisch, „Crazy Life“ erinnert mich an eine härter Version von BOULEVARD. „Live On“ kommt balladesk und viel Drama, „Keep Our Love Alive“ das nächste Highlight aus der Bandfeder „Unpredictable“ und noch ein Highlight zum Ende hin – kommt mit Southern und Blues Riffing, „Ever Leave You Lonely“ zum Abschluss zeigt die Band noch mal beeindruckend wozu sie im Stande ist.

Balle

DEGREED – The Leftovers Volume 1

Trackliste:

01. If It Wasn’t For Me
02. Good Enough
03. Love Your Enemy
04. Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)
05. Get Up
06. Hard To Be Human
07. This Is Love (Synthwave Version)
08. Falling Down (Accoustic Version)
09. Hear Me Out (Previously Unreleased)

 

 

Spielzeit: 33:38 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 18.07.2025 – Page: www.facebook.com/degreedmusic

 

Die Schweden DEGREED haben es BROTHER FIRETRIBE gleichgetan und eine EP mit dem Titel „The Leftovers Volume 1“ veröffentlich, die Vermutung liegt nahe das es eine Fortsetzung geben soll. Seit 2022 und zwei Alben im Stall von Frontiers Music beheimatet legen die smarten Jungs nun diese EP vor.

Zu DEGREED gehören nach wie vor noch Robin Eriksson an Mikrofon und Bass, Daniel Johansson an Gitarren, Mikael Blanc an Keyboards und Mats Eriksson an den Drums. Ich konnte Anfangs nicht viel mit DEGREED anfangen, bis zu dem Zeitpunkt als die Boys aus Skandinavien auf dem letzten H.E.A.T. Festival in Ludwigsburg auftraten, ab da dachte ich mir „Hola die sind ja gar nicht schlecht.“, und besorgte mir alle Alben bis auf „Dead But Not Forgotten“ das leider vergriffen ist. Die Band äußerte mal auf Facebook das sie eine Wiederveröffentlichung planen, wie es da jetzt aussieht weiß ich nicht. Wenn ihr diese Zeilen lest bitte ein signiertes Exemplar falls als Re-Release kommt für mich reservieren.

Robins Stimme ist immer noch auf eine Niveau das andere vor Neid erblassen lässt, ohne Nervfaktor, Gekreische oder schräge Töne shoutet sich der Frontmann wie gewohnt durch die 9 Songs. Die Gitarren machen auch im ureigenen Bandstil auf sich aufmerksam und werden ideal in Szene gesetzt. Die Keyboards werden effektvoll eingesetzt und geben keinen Anlass auch nur einmal mit erhobenen Zeigefinger auf die Band zu zeigen. Der Bass wummert dezent aber vorhanden vor sich hin und die Drums treiben ohne auch nur einen Deut nach zu lassen oder vom Gas zu gehen. Die Produktion bewegt sich auf einem Level das keine Wünsche offen lässt.

Angefangen hat DEGREED als Modern Hard Rock Band, im laufe der Zeit und mit jedem Album näherte sich die Band dem reinrassigen Melodic Hard Rock der besten Sorte. Diese EP macht da keine Ausnahme oder spielt den Ausreißer nach unten. Wie auch schon auf den drei oder sogar vier Vorgängeralben rockt DEGREED alles aus den Latschen was nicht standfest auf beiden Beinen steht. Mit viel Energie und Melodie zeigt die Band was bis jetzt nicht veröffentlicht wurde aber schon aufgenommen wurde. Wenn man die sieben bis jetzt unveröffentlichten Songs hört die sich in der Karriere angesammelt haben hört man das kleine Genie heraus das in jedem skandinavischen Musiker zu stecken scheint. Nahtlos fügen sich die Songs ins DEGREED Geflecht der sehr guten Songs ein und zeigen eine Band auf mehr als nur einem Höhepunkt ihres Schaffens.

Mir ist allerdings schleierhaft das es die Songs vorher nie auf ein Album geschafft haben, die wären zu gut um auf irgendeinem Band oder einer Festplatte bis zum St. Nimmerleinstag auf eine VÖ zu warten die dann doch niemals statt findet. Gut so, dass die Songs doch noch ans Tageslicht kommen und es nicht fürchten müssen. Viel mehr muss die Konkurrenz DEGREED fürchten da sie im Begriff sind den etablierten und renommierten Vortänzern des Rockzirkuses den Rang abzulaufen.

Einmal mehr beweisen skandinavische Musiker was sie zu Leisten vermögen, besser geht es wirklich fast nicht mehr. Außer über 40 Minuten zu kommen damit es keinen Punktabzug gibt, allerdings sind 9 Songs für eine EP recht amtlich. So will der Hörer und nur SO DEGREED sehen und hören.

„If It Wasn’t For Me“ fängt mit einem stimmigen Keyboardthema und balladesk an bis der Song zu einem Melodic Schmankerl mutiert, „Good Enough“ ein Flotter Feger mit viel Melodie. „Love Your Enemy“ wildert im WHITESNAKE Wasser mit sehr viel Skandi-Charme und Flair, „Wildchild (Tribute to Alexi Laiho)“ flott, energisch, hart, melodisch was braucht man mehr? Nichts – außer DEGREED! „Get Up“ hört sich nach den Anfangstagen an, „Hard To Be Human“ eine wunderschöne Ballade mit allen Merkmalen der Band. „This Is Love (Synthwave Version)“ was wurde da nur für eine komischer Substanz konsumiert – das Ding wildert in den poppigsten Gefilden, too much for me, „Falling Down (Accoustic Version)“ eine Akustikballade mit Pianothema, „Hear Me Out (Previously Unreleased)“ fängt sehr ruhig und unhektisch an um ab ca. 1:05 an Intensität und Drama zuzulegen, eine Ballade die in den Strophen dramatische Spannung aufbaut und im Refrain teilweise abbaut – so stellt die Ballade ein abschließendes Highlight dar.

Balle

HAREM SCAREM – Chasing Euphoria

Trackliste:

01. Chasing Euphoria
02. Better The Devil You Know
03. Slow Burn
04. Gotta Keep Your Head Up
05. World On Fire
06. In A Bad Way
07. Reliving History
08. A Falling Knife
09. Understand It All
10. Wasted Years

 

Spielzeit: 37:11 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/harem.scarem.band

 

HAREM SCAREM sind mit neuem Album zurück, leider fällt gleich zu Anfang etwas negativ auf, die Laufzeit beträgt gerade Mal knapp über 37 Minuten für zehn Songs, das konnte MARTY gerade besser der kommt mit seinen zehn Songs auf über 50 Minuten. Nachdem es fünf Jahre seit dem letzten Album recht Stil um HAREM SCAREM war kommen die Jungs nicht nur mit einen neuen Album über den großen Teich sondern waren auch für ein paar Shows in Deutschland.

Also lassen wir mal Hören ob sich etwas im Hause HAREM SCAREM geändert hat, waren die Kanadier in der Vergangenheit für ihren starken Melodic Rock bekannt und viele Bands und Künstler wurden mit HAREM SCAREM verglichen obwohl sie unvergleichlich sind. Das Bandfoto verrät das die Jungs mittlerweile gereift sind und nicht mehr so knackig aussehen wie noch vor fünf Jahren, aber an keinem geht die Zeit spurlos vorüber. Zu HAREM SCAREM gehören immer noch Harry Hess an Mikrofon und Keyboards, Pete Lesperance an Gitarre und Bass, Creighton Doane an den Drums und Darren Smith an Lead und Backing Vocals.

So nun aber schleunigst von MARTY AND THE BAD PUNCH auf HAREM SCAREM umgeswitcht, und dem neuen HAREM SCAREM Album gelauscht. Die Kanadier konnten mich damals mit ihrem letzten Album noch überzeugen und brachten es immerhin auf einen Laufzeit von 44 Minuten allerdings mit einem Song mehr. Mensch Leute wir sind im Digialalter angekommen, da gibt es kaum Grenzen wie bei Vinyl LPs die aus diesem Grund alle um die 35 Minuten kurz waren. Aber egal hier geht es nicht um Vinyl oder Laufzeit zumindest nicht direkt sondern ob die Band auf ihrem 16. Album mit dem Titel „Chasing Euphoria“ noch für Euphorie sorgen und überzeugen kann.

Der Opener spricht dafür das bei HAREM SCAREM alles beim alten ist, alle Trademarks sind noch vorhanden und zeigen das sich immer noch viele Bands an HAREM SCAREM messen müssen. In ihrem ureigenen Stil zelebrieren die Kanadier ihre Art des Melodic Hard Rock der ihre Fans seit dem ersten Album begleitet. Harrys Stimme hat nichts von ihrer Faszination verloren, ganz im Gegenteil die kann immer noch Höhepunkte setzen genau wie die mehrstimmigen Chöre für die HAREM SCAREM bekannt sind sind auch da. Die Gitarren von Pete setzen ihre eignen Maßstäbe. Der Riffakrobat zeigt eindrucksvoll das er es auch noch voll drauf hat die Elektro-Axt zu schwingen. Der Bass kommt nicht ganz so deutlich durch, die Drums machen einen auf Steroide. Einzig die Produktion hinkt ein wenig hinterher, allerdings weiß ich nicht ob es an den MP3 Promos liegt oder bei der Ausführung ein Schnitzer passiert ist.

Wie ich 2020 schon schrieb sind HAREM SCAREM unvergleichlich und machen ihre eigne Art von Melodic Rock der es einfach kann und überzeugt. Egal welchen Song man aus der langen Karriere nimmt, es ist zu 90% ein Treffer der gefallen findet „Chasing Euphoria“ bildet da keine Ausnahme, es ist alles auf dem Album für das HAREM SCAREM stehen, starke Stimme, messerscharfe Gitarren und eine kraftvolle Instrumentierung. Und so rocken sich die Vier auf gewohnt hohem Niveau durch die zehn Songs. Allerdings ziehe ich einen halben Punkt ab, da mir die Laufzeit mit 37 Minuten einfach zu wenig ist.

„Chasing Euphoria“ ein typischer Einstieg in ein HAREM SCAREM Album, „Better The Devil You Know“ die nächste Perle aus der Feder der Band. „Slow Burn“ der nächste Harem Scarem Songs der nur so von dieser Band stammen kann, „Gotta Keep Your Head Up“ bei diesem coolen Rocker gibt es Darrens Vocals, ein Highlight „World On Fire“ Harry hat das Mikrofon wieder in fester Hand und gibt diesem gefühlvollen Song die richtige Stimme, „In A Bad Way“ sie können es noch Highlights abliefern und das nicht nur einmal. „Reliving History“ ein Sachmachtfetzen ohne dabei eine Ballade zu sein, „A Falling Knife“ kommt mit versteckten Rock N Roll Vibes. „Understand It All“ hier wird in den Strophen Drama groß geschrieben und im Refrain geliefert, „Wasted Years“ zum Abschluss noch ein eindrucksvoller HAREM SCAREM ab geh Rocker.

Balle

RUSS BALLARD – Songs From The Warehouse + The Hits Rewired

Trackliste:

CD 1

01. Resurrection
02. Courageous
03. Journey Man
04. The One Who Breathes Me
05. The Wild
06. Charlatan
07. Soul Music
08. Sleepwalking
09. Last Man Standing
10. Make Believe World
11. The Family Way
12. Fearless
13. The Last Amen

CD 2

01. Since You’ve Been Gone (RUSS BALLARD / RAINBOW uwm.)
02. Winning (RUSS BALLARD / SANTANA)
03. God Gave Rock And Roll To You (ARGENT / KISS)
04. Voices (RUSS BALLARD)
05. New York Groove (HELLO / ACE FREHLEY)
06. You Can Do Magic (AMERICA)
07. Liar (THREE DOG NIGHT / GRAHAM BONNET)
08. I Know There’s Something Going On (FRIDA (ex ABBA))
09. I Surrender (RAINBOW / HEAD EAST)
10. No More The Fool (ELKIE BROOKS)
11. So You Win Again (HOT CHOCOLATE)
12. Free Me (ROGER DALTREY)
13. On The Rebound (RUSS BALLARD / URIAH HEEP)

Spielzeit: 98:58 min – Genre: Rock – Label: Frontiers Music – VÖ: 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/RussBallardMusicOfficial

 

Fünf Jahre war es still um RUSS BALLARD, nachdem ich RUSS vor etwa zwei bis zweieinhalb Jahren Live in München gesehen habe und er der Held meiner Jugend ist kehrt er mit neuem Album zurück. Warum er mein Held war und irgendwie noch ist, Songs wie „Since You’re Been Gone“, „Voices“, „The Fire Still Burns“, „Dream On“, „A Woman Like You“, „I Can’t Hear You No More“, „In The Night“, „On The Rebound“ und den Oberburner mit seinem geilen Anfang „Searching“ begleiteten mich ab den frühen 1980ern bis jetzt. Ich höre diese Songs immer noch gerne und wenn ich alleine bin lasse ich meine Endstufe bei diesen Songs gehörig unter Last ausatmen. Aber nicht nur die Songs die er selber veröffentlicht hat können überzeugen, auch die zahlreichen Songs die er für anderen Künstler geschrieben hat und oder er selbst mit seiner Band ARGENT, Solo oder von anderen auf Kunststoff gepresst wurden beweisen das sehr große Talent von RUSS BALLARD. Egal wie man zu ihm steht muss man neidlos anerkennen das er es drauf hat Hits zu liefern. Nur hatte er selber nicht den riesigen Erfolg wie Songs die von anderen veröffentlicht wurden. Trotzdem gehört RUSS zu den besten Rock Musikern die es gibt und in Zukunft geben wird. Wenn RUSS mal die Notenblätter an den Nagel hängen wird hinterlässt er eine gewaltige Lücke die nicht zu füllen ist. Dies nur zum Schaffen von RUSS BALLARD falls ihn bis jetzt jemand noch nicht kennen sollte. Sein Disco Renner „Voices“ kam sogar in den 80ern in der Yuppie Serie Miami Vice zum Einsatz. Und ja ich habe mir RUSS am 01.05.2025 in München nochmals angesehen, denn der Musiker wird dieses Jahr 80 Jahre alt und wer weiß ob es ihm in Zukunft nochmal möglich ist auf Tour zu gehen – ein Konzertbericht folgt nächste Woche.

Wer die Trackliste aufmerksam gelesen hat, hat bestimmt einige bekannte Namen in Klammern auf CD 2 lesen können, für diese Künstler hat er diese Songs geschrieben, oder an diese ausgeliehen, denn manche hat er mit ARGENT oder Solo auch veröffentlicht. Darunter befinden sich große Namen die mit diesen Songs Hits landen konnten, ich weiß ehrlich gesagt nicht ob er selber mal einen Hit hatte, die Qualität hätte die Mehrzahl der Songs auf jeden Fall. In den 80er war RUSS in Bayern ein gerne gesehener Gast im Radio oder besetzte sehr oft den Plattenspieler der Discos.

Wenn man das Gesamtbild des BALLARD Sounds ansieht hat sich ab seinem Comeback im Jahr 2006 mit dem Album „Book Of Love“ der Sound ein wenig modernisiert. Ich sage jetzt nicht verschlechtert, aber da RUSS ein Multitalent an den Instrumenten ist und er sehr viel selber einspielt, und die Drums sich verdächtig nach Computer anhören liegt der Verdacht nahe das er die selbst mit einer Soundmaschine ein gezimmert hat. Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt den ich anführen kann, dass die Drums sich künstlich und nach Blechkasten anhören, sonst hat Balle nichts zu motzen.

Am Mikrofon liefert RUSS immer noch eine tadellose Leistung, an der Gitarre war er schon immer ein unüberwindbare Wand die zu überzeugen wusste. Wer ihn auf dem Album unterstützt hat ist in der Info nicht ersichtlich aber der Bass kommt sehr gut durch, die Keys sind wie bei RUSS gewohnt immer Songdienlich eingesetzt. Das einzige das wie ein Fremdkörper wirkt ist das künstlich klingende Schlagzeug. Die Produktion ist auf einem sehr hohen Niveau und lässt keine Wünsche offen.

Die Bewertung bezieht sich nur auf CD 1, CD 2 bleibt außen vor da es sich um eine Art Best Of handelt, die allerdings auch verdammt gut geraten ist, mit einer Ausnahme wenn die Stimme durch den Verzerrer gejagt wurde.

Die neuen Songs haben immer noch ein hohes Maß an Attraktivität, und die beiden Haupteigenschaften ziehen sich wie ein Roter Faden durch die Diskographie von RUSS und das sind die Stimme mit einem sehr hohen Wiedererkennungsfaktor und das starke Gitarrenspiel von RUSS. Ich habe sieben Alben ab der 1979er Veröffentlichung „Barnet Dogs“ in meiner Tonträgerkollektion und wurde bis jetzt auf keinem von RUSS enttäuscht. Sicher befinden sich mal mehr oder weniger Hits auf den Alben von RUSS aber ist das nicht bei anderen Künstlern genauso das sich mal mehr oder weniger gute Songs auf den Tonträgern befinden. Nur ist ein nicht so guter BALLARD Song immer noch für eine vordere Platzierung in den Top Ten geeignet was man von vielen anderen nicht behaupten kann. Und dieser Umstand zieht sich genauso wie alle anderen Eigenschaften durch die von BALLARD veröffentlichten Tonträger. Egal welchen Song man jetzt nimmt, dass Ding rockt wie Sau und kann überzeugen, ob nun besser oder von der Qualität leicht abfallend, der Song besitzt BALLARDs Trademarks die unüberhörbar sind.

Vergleichen kann man BALLARD mit niemanden sonst, da er einzigartig ist und dies auch ewig bleiben wird. Der Stil ist einfach mehr oder wenig tanzbarer Rock der ins Herz geht und für gute Laune sorgt. Ob es nochmal so einen talentierten Musiker wie RUSS geben wird kann niemand beantworten, zumindest in den letzten 40 Jahren ist mir nichts vergleichbares untergekommen.

Auf der zweiten CD befinden sich Songs aus der Feder von BALLARD, und auf dieser CD hat er seine Songs auch zu seinen gemacht, teils leicht umarrangiert, anders instrumentiert oder die Betonung auf ein andere Tonart oder Instrument gelegt. Dieses Album bietet einen RUSS BALLARD der die Vergangenheit mit seinen Songs geprägt hat wie kaum ein anderer und auf der anderen Seite den neuen und modernen RUSS. Ich kann mit beiden Leben, wie es beim Hörer aussieht muss jeder für sich alleine entscheiden. Keine vernünftigen Tonträgerkollektion kommt ohne BALLARD aus, egal ob alt oder neu. Der Mann weiß einfach was er tut, und kann nebenbei auf ein erfülltes Musikerleben seit den späten 1960ern ohne reue zurückblicken.

„Resurrection“ kommt in der ersten Strophe mit viel Drama um im Refrain regelrecht zu explodieren, „Courageous“ besitzt in den Strophen auch wieder dieses dramatische Feeling das RUSS auszeichnet. „Journey Man“ kommt mit einer verzerrten Gitarre am Anfang die Orient Flair besitzt – hoffentlich ist die Reise von RUSS noch lange nicht zu Ende – der Refrain ist ein typischer BALLARD, besser geht es nicht. „The One Who Breathes Me“ ein düsterer Rocker der mich an sein gleichnamiges Album und den Song „Voices“ erinnert, „The Wild“ ein modernisierter BALLARD mit typischer Old School Gitarre und seinen Trademarks. „Charlatan“ mit Piano und Akustikgitarren sehr dramatisch inszeniert. „Soul Music“ ein Song der sofort hängen bleibt und geht mit seinern Hammond Sound in die Classic Ecke „Sleepwalking“ reiht sich nahtlos in die Klassiker ein. „Last Man Standing“ dieser Song hätte sich mit normalem Schlagzeug auch gut auf „Barnet Dogs“ gemacht „Make Believe World“ ein sehr guter Rocker der vom Riffing her auffällt. „The Family Way“ hier treibt RUSS das Drama auf die Spitze, „Fearless“ es geht wieder in die Vergangenheit von RUSS zurück, „The Last Amen“ hier bekommt das Wort Drama eine neue Bezeichnung die mit RUSS beginnt und auf BALLARD endet.

Balle

RUSS BALLARD Live am 01.05.2025 in der Muffathalle / München

RUSS BALLARD kommt während seiner „Songs From The Warehouse – Tour 2025“ am 01.05.2025 nach München in die Muffathalle, als Support sind Michael Voss & Van de Forst dabei.

Die Musikwelt hat Russ Ballard etliche Rock-und Pop-Hits zu verdanken, die er nicht für sich selbst sondern für zahlreiche Kolleg:innen geschrieben hat. Für 2025 kündigt der Brite nun an, diese Klassiker unter dem Titel „Russ Ballard – The Hits Rewired“ selbst einzusingen.

Damit nicht genug, denn es wird auch ein neues Album mit dem Titel „Songs From The Warehouse“ geben. Zu den Hits des 79-jährigen Songwriters, Sängers und Multiinstrumentalisten gehören dabei solch umwerfende Nummer wie Hot Chocolates „So You Win Again“, „Winning“ von SANTANA, „Since You‘ve Been Gone“ von RAINBOW oder FRIDAs „I Know There’s Something Going On.

Tickets gibt es hier www.muffatwerk.de/russ-ballard

www.facebook.com/RussBallardMusicOfficial

FANS OF THE DARK – Video

Trackliste:

01. Meet Me On The Corner
02. Let’s Go Rent A Video
03. The Neon Phantom
04. Christine
05. The Wall
06. Find Your Love
07. In The Bay Of Blood
08. Tomorrow Is Another Day
09. The Dagger Of Tunis
10. Savage Streets

 

Spielzeit: 46:57 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 11.10.2024 – Page: www.facebook.com/FansOfTheDark

 

FANS OF THE DARK eine Truppe aus Schweden die seit 2021 ihr Unwesen in der Rocklandschaft treibt und nun mit ihrem dritten Album bei Frontiers einen weiteren Meilenstein abgeben wollen. Diesmal gab es keinen Besetzungswechsel im Gegensatz zum Vorgänger, mit an Board sind Alex Falk am Mikrofon, Oscar Bromvall an Gitarre, Rickard Gramfors bedient den Bass und Freddie Allen sitz auf dem Hocker an den Drumsticks.

Machten FANS OF THE DARK seit ihrem gleichnamigen Debüt 2021 mit hypermelodischen Hard Rock Songs und catchy Refrains auf sich Aufmerksam, haben die Vier diese Eigenschaften entfernt, können die Vier an die beiden hervorragenden Vorgängeralben anknüpfen, dies stellt sich in der nächsten dreiviertel Stunde heraus.

Kamen auf den ersten beiden Alben Songs wie „The Ghosts Of Canterville“, „Escape From Hell“, dass poppige „The Running Man“, das endgeile „Dial Mom For Murder“, dem Hit „Life Kills“, dem gefühlvollen „Rear Window“, dem Tanzflächenfüller „Zombies In My Class“ vom Debüt zum Einsatz. So folgten auf Album #2 die Songs bestehend aus dem Übersong „Night Of The Living Dead“ hätte in den 80ern jede Tanzfläche zum platzen gebracht, dem Superhit „The Pirates Of Maine“, dem flotten „Fantasia“, dem Geilomat „Sick! Sick! Sick!“, das verführerische „Fright Night“, dem Stampfer „Fans Of The Dark“, dem schrägen „Goblin King“. Mal kucken ob Album #3 da anschließen und genauso überzeugen kann wie bei den zwei Runden vorher.

Seit Album #1 ist ein verdammt starkes Merkmal der Band Sänger Alex der mit seiner souligen Stimme jedem Song seinen Stempel aufdrückt und Dinge mit seinen Stimmbänder anstellt die von einem weit entfernten Planeten zu stammen scheint. In jeder Tonlage zaubert Alex ein Highlight mit seiner Stimme und erinnert mich an J.D. Kelly von FROM THE FIRE oder eine von der Range höhere Version von Bruce Broockshire von DOC HOLLIDAY und lässt sich durch den Soul im Timbre schlecht mit anderen vergleichen. Die Gitarren kommen nach wie vor mit Schmackes aus der Anlage gebraten um den Hörer mit Hochdruck zu bügeln. In der perfekten Dosis und genau richtig abgemischt mischen die alles auf was vor den Boxen sitzt. Der Bass ist voll da und bewegt sich auch keinen Deut in den Hintergrund, sondern macht im vollen Spotlight keine Gefangenen. Die Drums hauen einem alles zu Brei was nicht sofort die Ohren aus dem Schallwellen nimmt. So generiert das Quartett einen bombastischen Sound mit genauso bombastischem Melodic Hard Rock der alles andere als alltäglich ist sondern zum Besten gehört was im Frontiers Stall momentan neben ECLIPSE, PERFECT PLAN, CRAZY LIXX und noch ein paar wenige andere die Musikwelt unsicher machen.

Man merkt vom ersten Takt an das hier Musiker aus dem sehr hohen Norden von Europa, sprich Skandinavien am Werk sind. Denn dieses Vermögen so eingängige Songs mit dem Sound und catchyness zu produzieren nur Bands aus Skandinavien gelingt. Beim Vergleiche erwähnen ist die Sache jetzt sehr schwierig, da es keine weitere Band mit solchen oder ähnlichem Sound gibt, oder besser geschrieben mir fällt beim besten Willen keine ein. Wie ich in meinem Review zum Debütalbum schon schrieb passt am besten eine Ähnlichkeit zu NESTOR, PERFECT PLAN, PALACE, HOUSTON, DALTON, härtere ALIEN und eine kleine Prise FROM THE FIRE. Das trifft es wohl am besten obwohl der Sound von FANS OF THE DARK schon sehr speziell und einzigartig ist, vielleicht ist die Mucke aus diesem Grund einfach nur hervorragend, geil, verführerisch oder einfach als SUPER zu bezeichnen.

Krebsten die ersten beiden Alben bei mir schon bei einer 9er Bewertung rum, so gibt es auf Album #3 einen Punkt für Kontinuität oben drauf. Jungs es wird Zeit das ihr für Liveschandtaten nach Deutschland kommt und dann bitte auch in meine Nähe um nach dem Gig ein paar Drinks an der Bar zu schlürfen und die glatte 10er Bewertung zu feiern. Bleibt nur abzuwarten ob oder wie lange die Schweden dieses verdammt hohe Niveau halten können ohne sich dabei in einem Labyrinth zu verirren.

„Meet Me On The Corner“ geht sowas von sofort mit einem Grinsen ins Ohr, „Let’s Go Rent A Video“ hier leben die Vier ihren ausgeprägten Hang für die 1980er mit voller Inbrunst aus, bester MeloRock mit geilen Keys. „The Neon Phantom“ der nächste Superhit im Lebenslauf der Vier, „Christine“ catchy ohne cheesy zu klingen das schaffen nur Skandirocker. „The Wall“ sehr flott mit cooler Tastenabteilung, „Find Your Love“ auch hier gibt es einen fast schon poppigen Song der aber sehr laut schreit ich bin keine Popper sondern ein ausgewachsener Rocker. „In The Bay Of Blood“ erinnert mich an Corey Harts “Sunglasses At Night” nur eben noch um einige Planeten außerhalb unserer Milchstraße besser, „Tomorrow Is Another Day“ fängt simpel mit ein paar Tastenanschlägen an die sich wiederholen und zu einer Powerballade im Filmmusikstil zu mutieren. „The Dagger Of Tunis“ das Riffing lässt mich an BRYAN ADAMS denken nur mit Skandigenen und viel intensiver und härter, „Savage Streets“ das Gefühlsmonster das selbst bei FANS OF THE DARK nicht fehlen darf und zählt zu den absoluten Highlights der drei Alben.

Balle

ECLIPSE – Megalomanium II

Trackliste:

01. Apocalypse Blues
02. The Spark
03. Falling To My Knees
04. All I Want
05. Still My Hero
06. Dive Into You
07. Until The War Is Over
08. Divide & Conquer
09. Pieces
10. To Say Goodbye
11. One In A Million

Spielzeit: 39:54 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 20.09.2024 – Page: www.facebook.com/EclipseSweden

 

ECLIPSE melden sich mit neuem Album zurück, der Titel lautet schlicht und einfach „Megalomanium II“ und hat dasselbe Cover wie das Vorgängeralbum nur nicht in schwarz/rot sondern in schwarz/weiß gehalten. Das Cover wirkt durch seine Farbgebung düsterer und deprimierter, mal abwarten ob der Sound auch so düster rüber kommt als die Farben des Covers.

Kurz in den Promoflyer geschaut und was solls weg damit, die Veröffentlichungen von ECLIPSE sprechen ihre eigene Sprache, die ganz laut raushaut „Hey Du hier bin ich und brate dir eins über“. Die Alben eins und zwei waren noch Hard Rock auf der Suche nach einer Identität die einen Ansatz der jetzigen Genialität erkennen ließen. Mit Album #3 gab es einen großen Sprung in der Bandentwicklung hin zu den ECLIPSE wie man sie jetzt kennt. Auf dem Album #4 „Bleed & Scream“ von 2012 hat die Band ihre Identitätsfindung abgeschlossen und ist da angekommen wo sich die Schweden im hier und jetzt befinden. Und ECLIPSE lieferten mit jedem weiteren Album einfach und simpel ab! ECLIPSE entwickelte sich zu einer echten und großen Macht im Melodic Rock Sektor. Ich konnte ECLIPSE zwei Mal Live sehen und was soll ich berichten, es kam eine perfekte Show raus, egal ob Indoor oder Open Air die Jungs rocken das Ding bis der Hosenboden lichterloh in Flammen steht. Dasselbe trifft auf deren Konserven zu, Schlecht, Mittelmaß oder nur Gut ist seit Album #4 Fehlanzeige, die Band konnte sich mit jedem Album steigern und mixte in ihren coolen Skandi Rock einen feinen und wohldosierte keltischen Einfluss wie er bei THIN LIZZY, zum Teil GARY MOORE in der pre Blues Phase, DARE oder auch den BLACK STAR RIDERS zum Einsatz kam/kommt. Diese Mixtur mit dem verdammt starken Gespür von Bandboss Erik Martensson beim Song schreiben und produzieren sind eine Erfolgsgarantie und ich bin gespannt ob es wieder ein Schwedenhappen wird, eine erneute Steigerung aus zu machen ist oder was ich doch wirklich nicht annehme das ein Einbruch in der Leistungskurve auf mich zukommt.

Nun genug verbal ausgetobt nun lassen wir die Noten, Melodien, Riffs, Instrumente und den Gesang von Erik sprechen und halten uns bedeckt. ECLIPSE bestehen seit einigen Jahren aus einer konstanten Besetzung die sich aus Mastermind und Hitlieferant Eric Martensson an Mikrofon und der Gitarre, Magnus Henriksson ebenfalls Gitarre, Victor Crsuner am Bass und Philip Crusner an den Drums zusammensetzt. Da ich den Flyer mit den Infos nach dem Lesen der Besetzung ad acta abgelegt habe weiß ich nicht wer die Keys bedient, interessiert mich jetzt nicht wirklich, in ein paar Monaten vielleicht. Und jetzt kommt es zum unausweichlichen Showdown oder auch High Noon zwischen ECLIPSE und mir. Wer geht als Sieger aus diesem Date hervor ich hoffe doch schwer die Schweden Rocker von ECLIPSE die mich Nass machen.

Wie nicht anders zu vermuten war ist alles beim alten, ECLIPSE ziehen eine Schneise der Verwüstung von meiner ausatmenden Endstufe – Lautstärkeregler am Pre-Amp sehr nahe am rechten Anschlag – und meinen Quadral Boxen bis in die Trommelfelle. Gewohnt auf einem Top Level agieren die schwedischen Superhelden des Melodic Hard Rock das es einem schwer fällt nicht über irgendein Körperteil die totale Kontrolle zu verlieren indem der Takt mit gewippt, getippt, geschnippt, geschunkelt oder die Matte durchgeschüttelt wird.

Egal ob Live oder auf Tonträger die Stimme von Erik ist absolut und das wirklich absolut auf einem Niveau von dem manche anderen nur Träumen können oder Töten würden um auch nur die Hälfte seiner ausdrucksstärke zu besitzen. Die Gitarren überwinden sehr schnell die Hürden bis in das letzte Eck des Gehirns um dort für ein gewaltiges Chaos und einen Flächenbrand der Freude zu sorgen. Die Keyboards sind wie seit vielen Jahren von ECLIPSE gewohnt songdienlich eingesetzt und bieten den absolut krass treffenden Gegenpart zu den Gitarren. Der Bass haut sowas von durch das er fast schon den Oberguru im Karpfenteich machen könnte. Zu den Drums kann man nur eine Aussage tätigen, die treten dem Hörer dermaßen in die Fresse das dieser nach der ersten Runde schon mit einem KO zu Boden geht und erst nach einem Monat aus seiner Schockstarre auftaut.

Wie beschreibt man jetzt ECLIPSE am besten, ich sage/schreibe jetzt frei von der Leber weg und ohne irgendeiner Vorliebe oder sonst einem Schmäh. ECLIPSE stehen für Qualität und echt verdammt geile Songs und das setzt sich auch auf „Megalomanium II“ fort und zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherigen Veröffentlichung der Schweden. Ich kann jetzt ehrlich nicht beantworten ob dieses Album eine erneute Steigerung darstellt oder ob das eh schon sehr hoch gesetzte Level gehalten wurde. ECLIPSE sind einfach und das eben einfach oder gerade eben nur ECLIPSE eine Band aus Schweden die das Potential hat ein Hit Album nach dem Anderen zu liefern. Wer weiß wieviel andere Künstler dieses Potential erreichen wollen um auch nur annähernd an die Schweden ran schnuppern zu können aber die Beine nicht weit genug in die Höhe bringen und sich selbst ans Hosenbein pinkeln. Im laufe ihres nun schon über 20-jährigen Bestehens wird die Band nicht Müde oder zeigt einen Einbruch in der Leistungskurve, den die zeigt seit gefühlt ewigen Zeiten Steil und kerzengerade nach oben.

Da ich nicht davon ausgehe das mir dieses Jahr noch etwas Besseres in den Player hüpft ist dieses Album mein absolutes #1 Highlight für 2024. Sorry Jungs wenn ich könnte würde ich 20 out of 10 Points vergeben. Beim ESC hätte ECLIPSE abgeräumt …., seinen Gedanken darf man doch noch Freilauf gönnen, dass diese Stilrichtung wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt und kein Schattendasein im Rundfunk, bei VH1 und MTV sowie Grammy, Echo etc. fristet. ECLIPSE schaffen zumindest eine kleine Grundlage mit einer Leistung die ihres Gleichen sucht und lange nicht findet.

„Apocalypse Blues“ was soll ich dazu schreiben gleich Titel #1 ein Volltreffer und es meldet sich ein Gefühl der Verbundenheit, Freundschaft an und der Körper fängt an sich unkontrolliert im Takt zu bewegen.

„The Spark“ macht gleich da weiter wo der Vorgänger aufgehört hat, der nächste Hit nach dem Hit des Hits.

„Falling To My Knees“ man Jungs geht bitte mal vom Gas, das hält selbst der stärkste Hüne oder auch gestandene Mann/Bayer nicht aus was ihr einem da vor den Latz knallt.

„All I Want“ ab dem ersten Ton stehen die winzigen Haare in den Gehörgängen auf Empfang und recken die Pommesgabel senkrechte im Takt schaukelnd nach oben.

„Still My Hero“ mir gehen die Superdupper Lativigen Verbalakrobatien aus, was schreibt man zu einem fünften Highlight in Folge, na eben diesen kurzen Verbalerguss der Ekstase oder einfach ein Waschelpropankompott.

„Dive Into You“ endlich gehen die Jungs mal vom Gas um Luft holen zu können, aber das keinen Muck schlechter, eine typische ECLIPSADE.

„Until The War Is Over“ wer bei diesem Symbiont aus Skandiwurzeln und Keltencharme keine weichen Knie bekommt und den Song zu seinem Lieblingssong ernennt hat sowas was von an der Klatsche und dem kann man überhaupt nichts recht machen. Der Song toppt alles was ich dieses Jahr gehört habe und da waren bis jetzt sehr viel geile Highlights und Tophits dabei. Der Kloppt alles in die Tonne was vorher war und es wird verdammt schwer für die Schweden sowas ähnliches erneut zu produzieren. Der hätte in den goldenen 80ern die #1 in sämtlichen Top Tens des Planeten ein ganzes Jahr ach was schreib ich für einen Bockmist länger blockiert, in der Disco sorgt der bestimmt auch für Mädels Überschuss auf der Tanzfläche. So einen Song und auch noch mit dem Text da bekommt man Gänsepelle von der hintersten Haarwurzel auf dem Haupt bis in die Zehenspitzen.

„Divide & Conquer“ hier geben die Jungs Vollgas ohne das Level zu senken.

„Pieces“ dieser Rocker lässt einem wieder mehr Luft und fordert nicht soviel Energie wie der Song davor.

„To Say Goodbye“ Gefühl trifft auf Drama, harte Gitarren und fast schon flehenden Gesang von Erik.

„One In A Million“ macht den Hörer zum Abschluss, wenn er nicht schon seit mindestens sieben Songs nass ist, sowas von Nass das man Duschen und sich umziehen muss.

Balle