AVALANCHE – Armed To The Teeth

Trackliste:

01. On The Bags Again
02. Armed To The Teeth
03. Down For The Count
04. Going For Broke
05. Dad I Joined A Rock´n Roll Band
06. The Hand That Feeds
07. Ride Or Die
08. Open To Realiation
09. Blondie
10. Kick Your Heels Back
11. Hell´s Getting Hotter With You
12. Bottle Of Sin
13. High Altitude (CD Only Bonus Track)

Spielzeit: 43:24 min. – Genre: Hardrock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 13.02.2026 – Page: www.facebook.com/avalanchebandrock

 

Wenn das kein Zeichen ist: ausgerechnet am Australia Day (dem australischen Nationalfeiertag am 26.01. jeden Jahres) bekomme ich dieses Album auf den Schreibtisch. AVALANCHE aus Sydney klopfen mit ihrem Debüt „Armed To The Teeth“ an. Wenn dieser Titel mal kein Statement ist. Direkt aus den Pubs Sydney´s entstiegen lässt der Vierer satte dreizehn Songs auf die Welt los. Zusammen mit AIRBOURNE werden sie auf deren anstehende Tournee gehen – auch das ist ein Statement.

Die Band besteht aus dem Ehepaar (!!!) Steven (vocals, bass) und Veronica Campbell (lead guitars) sowie Blake Poulton (guitars) und Bon Lowe (drums). Das Album wurde laut Frontmann Steven Campbell zu 90% live eingespielt. Die rohe und ungefilterte Energie drückt dem Hörer von Anfang an entgegen. Mit „On The Bags Again“ legt das Quartett echt gut los. Bier auf, Haare (falls vorhanden) geschüttelt und ab dafür! Der Titeltrack kommt mit coolem Tapping daher und wurde nicht umsonst zum Namensgeber des Albums erkoren. Abermals ne coole Nummer. Feinsten bluesigen Riff Rock gibt es auch mit „Down For The Count“ auf die Ohren. „Dad, I Joined A Rock´n Roll Band“ ist ein augenzwindernder Seitenhieb an alle Eltern, die sich lieber wünschen würden dass ihre Kinder was „vernünftiges“ lernen sollten. Doch dann wird die Ausbeute dünner. Musikalisch kann eigentlich nur noch „Bottle Of Sin“ so richtig punkten – live sicher ein Winner.

„Armed To The Teeth“ – der Titel ist auf jeden Fall Programm. Die Australier feuern aus allen Rohren, und das über die komplette Spielzeit hinweg. Das macht am Anfang noch mächtig Spaß – die ersten drei Songs sind richtig gut. Aber spätestens in der Mitte des Albums macht sich allmählich etwas Langeweile breit. Da AVALANCHE gefühlt den gleichen Song immer und immer wieder bringen. Hochenergetisch ja, Herzblut ja, aber halt auch ziemlich eintönig. Gegen Ende hat das Quartett noch ein paar coole Nummern auf Lager. Insgesamt 13 Songs sind aber in Summe einfach zu viel. Hätte man daraus eine etwas längere EP gemacht, wäre „Armed To The Teeth“ wirklich toll. Die Rohe Energie spricht natürlich für AVALANCHE, wobei die auch schon viele Bands aus Down Under oder dem Rest der Welt gut an den Tag gelegt haben. So bleibt dieses Debüt in Teilen richtig gut, aber der Skip-Finger zuckt das ein oder andere Mal gewaltig. Zusammen mit AIRBOURNE werden sie aber sicherlich jede Bude auf ihrer Tour zerlegen.

Stefan

TEMPLE BALLS – Avalanche

Trackliste:

01. All Night Long
02. Trap
03. Lonely Stranger
04. Stand Up And Fight
05. Prisoner In Time
06. Strike Like A Cobra
07. No Reason
08. Northern Lion
09. Dead Weight
10. Stoner Cold Bone
11. Avalanche

Spielzeit: 39:48 min – Genre: Melodic / Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 10.11.2023 – Page: www.facebook.com/templeballsrocks

 

Die finnischen Sunnyboys von TEMPLE BALLS beehren uns mit ihrem vierten Output mit dem Titel „Avalanche“ mal sehen ob es so eine Lawine wie auf den drei Vorgängern oder doch schlechter geworden ist. Seit Album #2 im Jahr 2019 besteht die Band unverändert aus Arde Teronen am Mikrofon, Jiri Paavonaho und Niko Vuorela an den Gitarren, Jimi Välikangas an Bass und Antti Hissa an den Drums. Die Band konnte auf ihren ersten drei Alben bei mir ordentlich Punkten, ich muss dazu gestehen dass mir die ersten beiden Alben beinahe durch die Lappen gegangen wären, als ich die Existenz von TEMPLE BALLS mitbekommen habe waren die beiden Alben auf CD nicht mehr aufzutreiben. Nach langer Suche im WWW stieß ich auf einen Onlineshop in Finnland, die Versandkosten sind dort nach Deutschland kriminell günstig und die ersten beiden Alben waren damals als Doppelpack zu einem unschlagbaren Preis erhältlich. Also bestellt, die Versandkosten nicht nur günstig sondern auch die Lieferung erfolgte drei Tage nach Bestellung, und gleich reingehört. Was soll ich schreiben, ich habe Bauklötze gestaunt, und war froh dass ich diese zwei kleinen Sensationen sehr günstig auftreiben konnte. Album drei folgte dann auch gleich kurz darauf über Frontiers Records, dieses Ding bestätigte meine Meinung über die ersten beiden Alben und mir kam der Verdacht da reift ein ganz großes Kaliber im Stil von EUROPE, TREAT, CRAZY LIXX, H.E.A.T., ECLIPSE, NESTOR, STEEL RHINO, RETURN, DREAM POLICE ihren Landsmänner härtere BROTHER FIRETRIBE und die zu Unrecht fast ganz übersehenen FREE SPIRIT, ZERO NINE, BOYCOTT und FIRENOTE heran.

Und nun dreht sich die vierte Offerte der Finnen in meinem Player, und gleich der Opener macht eindrucksvoll klar, jepp es handelt sich um die rockenden skandinavischen Krawallbrüder von TEMPLE BALLS. Mit ihrem jugendlichen und skandinavischen Leichtsinn, Charme, Feeling und Coolness hauen die fünf erneut einen raus. Die Produktion drückt ohne Ende und kann als gelungen bezeichnet werden. Mich würde interessieren wie sich die Hockkaräter im Soundgewand der Röhrenverstärker Ära und ein wenig Hammond als leichte Hintergrundhypnose machen würden. Vom Gesang hat Arde eine Ähnlichkeit mit Danny Rexon von den in das selber Torpedorohr ballernden CRAZY LIXX, die Gitarren fahren volles Rohr und bilden mit den 80er Jahre angehauchten Keyboards ein starkes Fundament das mit Bass und Drums die sich auffällig im Vordergrund befinden eine gleichberechtigte Partnerschaft eingehen. Als Sahneteil steht über allen Songs die coole und kräftige Stimme von Arde.

Der Stil geht in die Richtung der oben erwähnten skandinavischen Bands, die alle in der Lage sind verdammt geile Mucke zu produzieren. Gleiches gilt auch für TEMPLE BALLS, eigentlich kann man blind jede Skandi Band einlegen und abspielen ohne dabei einen Rohrkrepierer zu erwischen, dass Limit bildet nur der persönliche Musikgeschmack, wie bei mir im Fall von HAMMERFALL mit denen ich nichts anfangen kann. TEMPLE BALLS rocken unbeschwert drauf los, überzeugen dabei ohne Zweifel und strotzen gerade nur vor Selbstbewusstsein und präsentieren Stolz ihr neues Werk der Welt. Auf diesen Output können die Boys auch stolz sein, hier regiert der eingängige und melodische Hard Rock wie ihn nur Skandi Bands auf Konserve bringen können.

Man kann ohne flaues Gefühl im Magen über „Avalanche“ die Behauptung aufstellen das es sich um eine brachial Lawine handelt die auf die Trommelfelle zu donnert. Ich bin gespannt ob TEMPLE BALLS in Zukunft das Niveau halten oder sogar die selber sehr hoch aufgelegte Messlatte noch toppen können. Einen kleinen Wermutstropfen finde ich leider der die Höchstnote verhindert, nach knapp unter 40 Minuten ist die Show schon vorbei, ich könnte bei der Qualität tagelang am Stück ohne Unterbrechung zuhören und bei Balladen wie hier mit „Stone Cold Bones“ werde selbst ich zum Fan dieser Spielwiese.

„All Night Long“ ein perfecter Rocker für den Einstieg, „Trap“ ein sehr flotter Song mit unwiderstehlichem Charme und Refrain, zielt voll auf die CRAZY LIXX Jungs. „Lonely Stranger“ ein gute Laune Rocker der voll auf die Glocke geht, „Stand Up And Fight“ ein brachial Rocker der einen Spagat zwischen Classic und Melodic Rock bildet. Bei „ Prisoner In Time“ ist H.E.A.T.sches Feeling angesagt, „Strike Like A Cobra“ ob dies nicht eine kleine Anspielung auf das kommende zweite Album der deutschen Band COBRAKILL in der Frontiers Familie ist, ansonsten ein sehr gelungener und eingängiger Rocker. „No Reason“ erinnert mich an SWEDISH EROTICA mit einem göttlichen Refrain, „Northern Lion“ gibt wieder Vollgas und haut einem die Hucke voll. „Dead Weight“ erinnert mich an Trond Holters damaliges Baby DREAM POLICE, „Stoner Cold Bone“ gibt den Schmachtfetzen, ist aber mehr als nur das, der mehr als überzeugen kann, Melodie und ein geiler Basslauf was in einem traumhaftem Refrain gipfelt, mit „Avalanche“ macht die Lawine einen gekonnt donnernd starken Abgang.

Balle