AMBERIAN DAWN – Temptation`s Gate

Trackliste:

01. Temptation’s Gate
02. The Vision Of Dreaming
03. Moon
04. Unchained
05. Eternal Flame
06. Life Is Art
07. This Night Is Waiting For Ne
08. Undying Colours
09. The Garden
10. Phantasmagoria

 

Spielzeit: 37:51 min – Genre: Symphonic Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 26.06.2026 – Page: www.amberiandawn.com

 

Mit dem neuen Album vollziehen Amberian Dawn einen erneuten Sängerinnen Wechsel und läuten damit, laut eigener Aussage, eine neue Ära ein, wobei sich am typischen Bandsound Gott sei Dank nichts ändert. Die neue Frontfrau hört auf den Namen Nicole Willteron und überzeugt mit dem klassischen Symphonic Metal Gesang und liefert, wenn gewünscht, auch markante Growls.

Mit dem Eröffnungs Duo “Temptation’s Gate” und “The Vision Of Dreaming” zeigen Amberian Dawn eine neue Entschlossenheit, die das aus meiner Sicht überflüssige Abba Cover Album aus dem Jahr 2022 vergessen macht.
Weiter geht es mit “Moon”, einem Klasse Track, der mit einem überraschenden Finish aufwartet, deren Schreie in das für mich beste Stück “Unchained” überleiten, welches durch die bereits erwähnten Growls von Nicole Willerton und den mitreißenden Beat voll in die Nackenmuskulatur geht. Unfassbar Geil und überzeugend von einer extrem spielfreudigen Band dargeboten.

Die beiden Double Bass angetriebenen Songs “Eternal Flame” und “Life Is Art” sind epische Symphonic Power Metal Hymnen vom Allerfeinsten. “The Night Is Waiting For Me” geht zwar etwas vom Gaspedal überzeugt aber mit seinem etwas düsterem Anstrich und den modernen Dark Metal Elementen. Ein weiteres Highlight folgt mit dem schleppenden, fast balladesken “Undying Colours“, welches mir auch nach mehrmaligen Hörens immer wieder eine Gänsehaut bereitet.

Den Abschluss des Albums bildet das, nicht erschrecken, fast tanzbare “Phantasmagoria”. Wenn die Band auf dem nächsten Album dieses Level halten kann und die Spieldauer noch etwas erhöht, gibt es dann von mir Definitiv auch die Höchstnote.

Heiko Füchsel

SINNER – Boom Bang Goodbye

Trackliste:

01. Dreams Can Come True
02. Wait
03. Leave It All Behind
04. All Night Long
05. Are You Ready
06. Born To Run
07. Hellbreaker
08. Turn The Page
09. Road To Remember
10. Under The Moonlight
11. Power

Spielzeit: 43:00 min – Genre: Hard Rock – Label: REINING PHOENIX MUSIC – VÖ: 31.07.2026 – Page: www.facebook.com/SinnerBand

 

Es gibt Leute, die erscheinen spät zur Party. Und dann gibt es noch Leute, die für ihre Rezension zum ersten Mal SINNER hören, und dann ist es aber die Rezension zum letzten Album vor Beendigung der Band. Cool. Dann wiederum sieht Mat Sinner auf dem Cover eigentlich noch ziemlich fresh aus und hat über 45 Jahre 21 Alben veröffentlicht und mit unzähligen krassen Rock- und Metal-Persönlichkeiten gearbeitet. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und prophezeie, dass da noch was geht.
Aber okay, für den Moment geht es jetzt um das letzte Album der Band, betitelt mit „Boom Bang Goodbye“. Und Boom und Bang macht zuallererst mal der Sound, für dessen Produktion Mat und sein Gitarrist Axel sowie Mixer und Masterer Jacob Hansen verantwortlich sind. Dicker, saftiger Hard-Rock-Sound – so und nicht anders muss das sein.
Meckern darf ich aber immerhin beim Cover, bei dem KI zumindest eine Rolle gespielt hat, wenn auch eher in der Nachbearbeitung. Und apropos KI, man kann es an der Stelle echt so sagen: „Boom Bang Goodbye“ ist die Art von Rock, die viele Leute mit KI so gerne zu simulieren versuchen, dabei aber in Sachen geil sein kläglich scheitern.
Nicht so SINNER. Zuerst einmal beherrscht jeder Beteiligte hier astrein sein Handwerk, was auch nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass hier Leute wie Magnus Karlsson, Michael Bormann und Ronnie Romero am Werk sind. Diese Truppe hat fetten melodischen Hard Rock durchgespielt und harmoniert hervorragend miteinander.
Dazu kann man es nicht anders sagen: Mat Sinner ist eine Chorus-Maschine, und auch sonstiges Melodie-Writing ist sehr stark. Grob kann man dabei „Boom Bang Goodbye“ in zwei Arten von Songs einteilen. Auf der einen Seite sind die Rocker, die man beim Motorrad fahren und anschließend in der holzverkleideten Bar hört. Auf der anderen Seite sind die Songs, bei denen es in Sachen Melodien etwas emotionaler wird, mit positivem Grundspirit aber ebenso nachdenklich-melancholisch.
Kann sein, dass der Mann das auf jedem Album so macht (müsst Ihr einen Experten für fragen), auf „Boom Bang Goodbye“ funktioniert das im Kontext des finalen SINNER-Albums aber auf jeden Fall großartig und macht die Platte zu einem Werk einer Musikers, der dankbar aber auch ein wenig wehmütig in die Vergangenheit und hoffnungsvoll aber auch mit Ungewissheit auf die Zukunft schaut.
Das kommt geil und authentisch und zumindest für mich zünden diese Tracks noch einmal anders als die klassischen „Yeah, Rock’n Roll, Party!“-Songs.
Verwunderlich auch, dass man mit einem musikalisch relativ unemotionalen Track dieses Album beendet, das einen so wichtigen Punkt in der Geschichte von SINNER markiert.

Fazit:
Ja cool, dann mag ich jetzt wohl auch SINNER. Besser spät als nie, hm? Daumen werden leise für ein Comeback gedrückt. Für SINNER-Fans endet mit „Boom Bang Goodbye“ eine Reise, und ich muss Euch als Neuling wohl nicht erzählen, ob und dass die Platte in Euren Schrank gehört. Wer dieses Projekt bislang auch irgendwie übersehen hat: „Boom Bang Goodbye“ ist Hard Rock auf extrem hohem Niveau und dürfte für viele Rock-Garage-Leser ein Kleinster-gemeinsamer-Nenner-Album sein!

Anspieltipps:
„Wait“, „Leave It All Behind“, „Turn The Page“ und „All Night Long“

Jannis

CRYING STEEL – Agent Steel

Trackliste:

01. The Arrival
02. You got the Look
03. Under Cover
04. Just Played On
05. To Remember
06. Coming Home
07. My Heart Steel Rocks
08. Queen of Grinder
09. You Steal my Soul
10. No One`s Crying (Bonus Track, feat. Ralf Scheepers)

 

Spielzeit: 41:21 min – Genre: Heavy Metal – Label: Pride & Joy – VÖ: 26.06.2026 – Page: www.facebook.com/CryingSteel

 

Die 1982 gegründete italienische Heavy Metalband CRYING STEEL waren mit ihrem letzten Album „Staying Steel“ 2019 das letzte Mal Gast bei uns in der Rock-Garage. Nun kehrt man zurück auf die Bildfläche mit ihrem neuen Album „Agent Steel“ und zurück auf unseren Rezensionstisch.
Personell war die Band leider noch nie die konstanteste, immer an Bord waren Schlagzeuger Luca Ferri und Gitarrrist Franco Nipoti, und so haben wir seit 2024 mit Tiziano Sbaragli auch mal wieder einen neuen Sänger hinter dem Bandmikro. Auf dem letzten Album sang ja der leider viel zu früh verstorbene Tony Mills.
Geboten wird uns auf dem neuen Album klassischer Heavy Metal mit eingängigen Melodien.
Als Gast haben wir bei einem Track den guten PRIMAL FEAR Fronter Ralf Scheepers.

So, viel mehr Vorabinfos gibt es nicht über den neuen Diskus, bleibt uns also mehr Zeit für die Musik.
Gestartet wird das Album mit „The Arrival“ und mit satten Riffs. Nach kurzem setzen die restlichen Instrumente ein und der sehr hohe Gesang von Neufronter Tiziano setzt ein. Er dürfte mit seiner Stimmfarbe sicherlich polarisieren, was aber absolut nichts mit der Leistung zu tun hat, denn die ist wirklich gut und sehr sicher!
Das merkt man dann auch wenn der Song ein wenig den Dampf rausnimmt im weiteren Verlauf und er auch mal die Kopfstimme weglässt. Ein starker Opener zum ordentlich Mähne schütteln.
Sehr melodisch kommt dann das anschließende „You got the Look“ aus den Boxen. Was ebenfalls direkt zu überzeugen weiß.
„Under Cover“ besitzt dann einen mega Groove was durch die wuchtigen Basslines nur noch mehr verstärkt wird.
Auf der nächsten Metalparty dürfte „Just Played On“ eine absolute gute Figur abgeben bevor der Albumteiler „To Remember“ wieder schön oldschoolig zum Mähne schütteln einlädt.
Die zweite Hälfte wird dann von pumpenden Groover „Coming Home“ toll eingeleitet und mit „My Heart Steel Rocks“ haben wir dann die nächste melodische Ohrbombe zu verzeichnen dessen Refrain und Groove man schon nach kurzem nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
„Queen of Grinder“ fällt dann im bisherigen Vergleich ein wenig ab, auch wenn hier der Refrain wieder schön ins Ohr geht, ähnlich ergeht es dann der vorletzten Nummer „You Steal my Soul“ die irgendwie einfach nicht so recht hängen bleiben will.
Zum Abschluss haben wir dann mit „No One`s Crying“ einen pfeilschnellen Song der toll in die Gehörgänge geht und den Gastauftritt von Ralf Scheepers beinhaltet.
Tolle Nummer zum Ende die sich in die bisherigen Hits gut einreiht.

Na, schau mal an da hat sich das lange Warten ja gelohnt! Die italienischen Heavy Metaller von CRYING STEEL liefern mit ihrem neuen Album ihre bisher beste Leistung ab!
Die Songs sind größtenteils schön griffig, bieten dem geneigten Genrefan, was er erwartet und auch das neue Personal ist eine absolute Bereicherung für die Band.
Man bewegt sich hier schön im klassischen Heavy Metal mit einem modernen Touch welcher auch gut eingängig ist.
Ein wenig geht einem zum Ende der Scheibe etwas die Luft aus, aber ansonsten gibt es hier wenig zu meckern und es gibt die klare Kaufempfehlung für die Genrefans die nicht immer die innovativste Platte brauchen, sondern einfach nur auf ehrliche und solide Mucke stehen!

Julian

 

GHOST AVENUE – Full Throttle

Trackliste:

01. Killer
02. Highwayman
03. Full Throttle
04. Wild and Free
05. Freedom Fighter
06. Coast to Coast
07. Seas of Thunder
08. Ride the Night

 

 

Spielzeit: 35:08 min – Genre: Heavy Rock/Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 19.06.2026 – Page: www.ghostavenue.com

 

Ganze 6 Jahre ist es her das uns die norwegischen Metaller von GHOST AVENUE mit einem neuen Album beglückt haben! Zeit das sich das ändert.
Komplett in Eigenregie haben sie dieser Tage ihr neues Album „Full Throttle“ veröffentlicht.
Man war aber nicht untätig in den 6 Jahren, sondern spielte einige Liveshows und Touren.
Bislang waren die Jungs mit ihren bisherigen Alben bei uns in der Rock-Garage immer wieder zu Gast, so war dann auch, nach einer netten Anfrage der Band, klar das wir uns natürlich auch dem neuen Album widmen werden.
Personell sehr stabil, nur auf einer Gitarrenposition musste man neues Personal im Vergleich zur letzten Scheibe „Even Angels Fall“ finden, präsentiert man uns auf dem neuen Diskus 8 Tracks irgendwo in der Schnittmenge zwischen Heavy Rock/Metal und Melodic Metal.
Gemischt von Markus Teske soll auf dem neuen Album auch ein ordentliches Live Feeling rüberkommen vom Sound her.

Na, schauen wir mal, ob das so ist und werfen direkt ein Ohr auf den Opener und die Videosingle „Killer“. Eine recht klassische Metalnummer mit einprägsamem Refrain die ohne viel drumherum schnell zum Punkt kommt. Als Opener also bestens geeignet!
Passend zum Titel sind „Highwayman“ und auch der Titeltrack „Full Throttle“ bestens für die Autofahrten geeignet, haben einen tolle Groove und bleiben recht schnell im Hirn hängen.
Das erdige und getragene „Wild and Free“ bildet den Albumteiler und kann mit dem satten Groove sowie den einprägsamen Refrain gut punkten.
„Freedom Fighter“ reiht sich da im Anschluss eigentlich gut ein und bei „Coast to Coast“ haben wir mal etwas Abwechslung vom bisherigen Songaufbau her, was die Nummer direkt interessant macht.
Mit „Seas of Thunder“ bahnt sich dann die nächste Vorabsingle ihren Weg durch die Boxen. Die Nummer hat einen schönen epischen Touch und Sänger Kim kann zeigen das er nicht nur der klassische Metalshouter ist, sondern auch ein paar andere gesangliche Moves drauf hat.
Zum Abschluss der Scheibe gibt es mit „Ride the Night“ nochmal recht klassischen Heavy Rock/Metal auf die Ohren, welcher schön atmosphärisch aus den Boxen kommt.

Manchmal braucht es nur eine recht klassische Heavy Rock/Metal Scheibe, um einen glücklich zu machen!
Klar die neue Ghost Avenue Scheibe gewinnt keinen Innovationspreis und Fronter Kim ist auch eher der klassische Metalshouter aber mehr braucht es manchmal halt einfach auch nicht.
Die Songs hier sind alle gut hörbar und wissen auf ihrer Art schon zu überzeugen.
Von daher sollte man der doch noch recht unbekannten Band und ihrem neuen Diskus auf jeden Fall mal eine Chance geben!
Solide Leistung, wie auch schon auf dem letzten Album!

Julian

 

THE WESTERN FRONT – Eureka

Trackliste:

01. The Law Of The Jungle
02. Set Me Free
03. 1000 Nights Away
04. Just Go
05. If I’m The One
06. Rain
07. Chain Of Light
08. Danger
09. Heartland
10. I Would Rather Be Lonely
11. Man To Man
12. This Is War

Spielzeit: 44:58 min – Genre: AOR – Label: Music Therories Recordings – VÖ: 10.07.2026 – Page: www.facebook.com/GorhamScott

 

Nach 40 Jahren in der Pipeline erscheint nun das Album „Eureka“ von THE WESTERN FRONT. 40 Jahre ist eine sehr lange Zeitspanne um in irgend einem Archiv Staub anzusetzen, mal sehen was das Album kann und ob es die beteiligten Musiker erahnen lassen überzeugen können.

Die mitwirkenden Musiker hören auf so klangvolle Namen wie Richard „Moon“ Calhoun am Mikrofon, Scott Gorham und Mary Walsh an den Gitarren, Derek Bergman an Keyboards und Darrel Verdusco an den Drums. Den Songs merkt man von der Machart an das sie aus der Mitte der 80er stammen, die Produktion hat auch so einen Klang wie von damals. Richard besitzt ein Stimme die oft an die von den TOTO Sängern erinnert und erledigt seinen Job am Mikrofon sehr gut. Die Gitarren sind alles andere als man von Scott gewohnt ist, dass Riffing ist prägnant allerdings nicht so auf Härte getrimmt wie z.B. bei THIN LIZZY, 21 GUNS und BLACK STAR RIDERS wo er seiner Gitti vollen Auslauf lassen könnte/kann. Beide Gitarren ergänzen sich wunderbar und lassen die Saiten nach belieben Schwingen. Die Tastenabteilung kommt im typischen 80er Stil und bildet mit den Gitarren ein wie aus Beton gegossenes Fundament. Der Bass geht leider ein wenig unter dafür gibt es von Drums die Hucke voll.

THE WESTERN FRONT bieten den AOR wie er in den 80er Jahren bis zum Exzess von vielen geboten wurde, ab und zu gibt es leichte Westcoast Vibes die aber nie die Überhand übernehmen. Die Mucke weist ein Merkmal für die Zeit auf, wenn es die Bands richtig angestellt haben waren die Gitarren und Tasteninstrumente auf Augenhöhe, genau wie auf „Eureka“. Die zuckersüßen Melodien um säuseln und umgarnen den Hörer regelrecht. Vergleiche lassen Bands wie TOTO, EDDIE MONEY, THE INNOCENT, BOULEVARD, MICHAEL STANLEY BAND, B.E. TAYLOR GROUP, BRICKLIN. DUKE JUPITER, CARSON COLE AND RU4. DESMOND CHILD, REFUGEE, TOM DELUCA, DIVING FOR PEARLS und zum Teil PETRA zu, und was weiß ich mit wem man noch vergleichen kann, es gab damals zu viele.

Wer auf die genannten Band abfährt sollte bei THE WESTERN FRONT unbedient rein hören.

„The Law Of The Jungle“ ein AOR Song der die 80er am besten repräsentiert, „Set Me Free“ ein verdammt starker Rocker der damals Potential gehabt hätte. „1000 Nights Away“ ein fast schon poppiger Rocker mit geilem Keyboardthema, „Just Go“ ein Rocker im TOTO Fahrwasser. „If I’m The One“ im Refrain wird viel Drama geboten, „Rain“ ein AOR Song wie er sein soll. „Chain Of Light“ geht flott nach vorne, „Danger“ TOTO lassen erneut Grüßen. „Heartland“ ein seher guter Rocker der sich auch auf einem Soundtrack von damals bestens zurecht gefunden hätte, „I Would Rather Be Lonely“ ein typischer AOR Hit aus den 80ern. „Man To Man“ erinnert an DON HENLEY, „This Is War“ macht würdig das Licht aus.

Balle

HARSH – FEELS

Trackliste:

01. Break Your Way
02. All I Ever Wanted
03. Fuel To The Fire
04. Offer You A Rome
05. Don’t Mess With Me
06. Forever Yesterday
07. Maniac
08. Back To Life
09. Losing My Mind
10. Dancing Dancing
11. Never Gonna See Me Fall
12. When We’re Together

Spielzeit: 48:38 min – Genre: Hard Rock – Label: Fireflash Records – VÖ: 03.07.2026 – Page: www.facebook.com/bandHARSH

 

Das nenne ich mal wagemutig, HARSH werden als die neuen aufstrebenden Shooting-Stars der Hard Rock Szene angekündigt. Das will was heißen, und befindet sich im Grenzland zwischen gesundem Selbstvertrauen, Wagemut, Arroganz oder riesigen Dummheit eine noch unbekannte Band so anzukündigen, also mal sehen was die Pariser drauf haben.

Zur Besetzung gehören Albert Arnold an Mikrofon und Gitarre, Séverin Piozzoli an Gitarre, Julien Martin an Bass und Léo Löwenthal an den Drums. Die Backing Vocals wurden von der Truppe übernommen und gemischt sowie gemastert wurde „Feels“ von Hannes Braun (Kissin’ Dynamite). Alberts Stimme erinnert an eine Mixtur aus Michael Hutchence, Hannes Braun und Jess Harnell, was sehr gut zur Mucke von HARSH passt. Die Gitarren sorgen für die richtige Härte in den Gehörgängen und geizen weder mit Riffeinlagen noch mit Akzenten. Der Bass lässt die tiefen Töne beeindruckend ab und die Drums treiben wie Sau.

Die Franzosen zelebrieren Hard Rock der alten Schule, wie er ab der zweiten Hälfte der 1980er auch von ganz großen Namen geboten wurde, durch Mitwirkung von Hannes schwingen auch KISSIN’ DYNAMITE Vibes im Sound mit. Die Band lässt nichts vermissen, es ist alles da was da sein sollte. Es gibt eine coole Stimme, Melodien, den richtigen Härtegrad, eine versierte Instrumentierung, eine Produktion die Druck besitzt und dies ergibt ein verdammt geiles Gesamtkonzept. Also übertrieben war das mit aufstrebenden Shooting-Stars in der Einleitung nicht wirklich. Vergleichen kann man mit Hard Rock Kombos ab Mitte der 80er bis in die frühen 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Als direkte Vergleiche kann man bedingt AEROSMITH, BABYLON A.D., BEAU NASTY, BLACK N BLUE, BLUE TEARS, BURN, HARDLINE und von der Gitarrenarbeit vielleicht ein kleiner Blick hin zu AC DC nehmen um nur ein paar zu nennen wo die Reise hingeht. Alles keine schlechten Bands die ihre Erfolge vorzuweisen haben, mal sehen ob HARSH auch mal im Zusammenhang mit den Bands in einem Atemzug genannt werden. Das Potential haben sie auf jeden Fall.

„Break Your Way“ wird von einem Intro eingeleitet, wenn das beendet ist geht die Post ab, „All I Ever Wanted“ ein melodisches Highlight zum mit grölen. „Fuel To The Fire“ kommt mit Rock N Roll Vibes, „Offer You A Rome“ das nächste Highlight kündigt sich mit viel Melodie an. „Don’t Mess With Me“ und es folgt mit diesem Rocker gleich der nächste Hit in Folge, „Forever Yesterday“ ein Rocker der mit viel Gefühl kommt. „Maniac“ ob dieser alte Schinken unbedingt sein muss der schon X-1000 Mal verwurstelt wurde, „Back To Life“ kommt mit angefunkter Gitarre was sich in der ersten Bridge und Refrain aber auflöst. „Losing My Mind“ wirkt chaotisch und schlecht zugänglich, „Dancing Dancing“ es wird wieder eine Spur eingängiger. „Never Gonna See Me Fall“ fängt ruhig und behutsam an ab dem ersten Refrain wird ein ausgewachsener Rocker draus, „When We’re Together“ zum Abschluss gibt es noch ein Schmankerl als Zugabe.

Balle

THE DEVIL WEARS NADA – In Lust We Thrust

Trackliste:

01. 96.2 FM-Postalgia Radio Broadcast
02. Brat With A Baseball Bat
03. Last Forever
04. Misery Is You
05. In Lust We Thrust
06. Elephant In The Room
07. Victoria
08. Dead Breakfast
09. Shotgun Wedding
10. Wednesday
11. Ms. Black Widow

Spielzeit: 37:54 min. – Genre: Hardrock, AOR – Label: Eonian Records – VÖ: 10.07.2026 – Page: www.facebook.com/profile.php?id=61551681044187

 

Dass Schweden ein äußerst fruchbarer Boden für Rock und Metal aller Spielarten ist, ist hinlänglich bekannt. Dass die kleine Stadt Falköping mit NESTOR eine sehr erfolgreiche Hardrockband der Neuzeit hervorbringen konnte, ebenso. Aber damit nicht genug, denn in dieser gerade 17000 Einwohner zählenden Gemeinde tummeln sich noch einige Bands mehr. In den Neunzigern wurden die Black- und Death Metal Heroes SACRAMENTUM dort gegründet und jetzt schickt sich mit THE DEVIL WEARS NADA eine weitere Formation aus Falköping an, die Welt des Rock´n Roll zu erobern. Musikalisch gar nicht so weit von NESTOR entfernt nehmen Linus Johansson (vocals), Henrik Westergren (guitars), Fredrik Svensson (bass) und Ludvig Alfven (drums) auch Elemente von Bands wie REMEDY auf und liefern die ein oder andere Reminiszenz an die Megaseller GHOST.

Mit „In Lust We Thrust“ liefern die Schweden binnen eines Jahres bereits ihr zweites Langspielalbum ab. Naja, so ganz richtig ist das zwar nicht, immerhin wurde „Postalgia“ bereits 2022 und 2023 aufgenommen und unter dem alten Bandnamen ADECENCE veröffentlicht. Eonian Records hat das Album 2025 lediglich mit zwei Bonustracks (darunter eine Coverversion von NESTOR´s „1989“) neu aufgelegt. Bleibt noch die kurze Diskussion über den Wechsel zu einem Bandnamen, der zwar eine Menge Wortwitz enthält aber dennoch die Frage aufwirft, ob man damit auf Dauer glücklich wird?! Naja, die Schweden sind nicht so stocksteif wie wir Deutschen – das habe ich kürzlich erst auf dem Sweden Rock Festival festgestellt, damit schließen wir dieses Thema auch gleich wieder und widmen uns endlich der Musik.

„In Lust We Thrust“ startet mit einem Intro, das treffender nicht bezeichnet hätte werden können. Mit „Brat With A Baseball Bat“ steigen die Schweden voller Energie und Wortwitz in ihr zweites Album ein. „Last Forever“ ist eine Mischung aus NESTOR und GHOST und geht echt gut ins Ohr. „Misery Is You“ knüpft nahtlos daran an. Bisher also eine richtig gelungene Sache. Dem steht der Titeltrack in nichts nach – ein äußerst gelungener Stampfer. Die Kollegen von REMEDY haben bei „Elephant In The Room“ definitiv Pate gestanden. Ein eiterer Anspieltipps wäre„Victoria“, danach geht den Schweden etwas die Luft aus.

THE DEVIL WEARS NADA liefern mit „In Lust We Thrust“ ein Album in bester Scandi-Rock Manier ab. Der Vierer darf dabei gerne noch etwas mehr Eigenständigkeit an den Tag legen aber die Songs beißen sich in den Gehörgängen fest. Für Genrefans also durchaus lohnenswert.

Stefan

STORMHAMMER – WRATH OF THE HAMMER

Trackliste:

01. Beware
02. Wrath Of The Hammer
03. Ashes Of The Throne
04. Light In The Dark
05. Wheels Of Eternity
06. Guardians Of The Night
07. Veil Of Fire
08. Scars Of The Abyss
09. Shattered Dominion
10. The Dune

 

Spielzeit: 42:24 min – Genre: Power Metal – Label: ROAR! – VÖ: 17.07.2026 – Page: www.facebook.com/stormhammerband

 

Sieben Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal im Zuge einer Rezension STORMHAMMER begegnete. Damals mit ihrem Album „Seven Seals“, das mir ein wenig gezwungen modern um des Modern-Seins Willen vorkam. Jetzt sind die Münchner, nach einem verdienten 30-Jahr-Feier-Best-of wieder da, und ich bin doch gespannt, ob ich wieder meckern darf!
Also dann: „Wrath Of The Hammer“, achtes Album des Quartetts, zehn Tracks, knappe Dreiviertelstunde Spieldauer. So weit, so alles okay. Der Sound ist stabil. Es gibt da so ein, zwei Frequenzbereiche, die man noch etwas hätte zügeln dürfen, aber das fällt einem nach fünf Minuten auch nicht mehr auf. Ansonsten ist das Ding klar und hat Bumms. Auch die durchaus präsenten Orchestersounds sind voll auf der Höhe der Advanced-Underground-Power-Metal-Gegenwart; klar, das wurde am Computer zusammengeschraubt, klingt aber hochwertig und hat auch das Extra-Quäntchen Detail-Bearbeitung bekommen. Wirkt Wunder!
Was mir neu war, ist Manuel Nox, „neu“ (also seit 2019) am Mic, dessen Stimme entscheidend heavy/power-metalliger und unpolierter als die seines Vorgängers rüberkommt. Wobei ich das Gefühl habe, dass die Vocals auf „Seven Seals“ auch durchaus nach-geautotunt wurden, was auf „Wrath Of The Hammer“ nicht hörbar der Fall ist.
Demodernisierung also? Jap, durchaus. „Wrath Of The Hammer“ ist angenehm klassischer Heavy/Power Metal, der nicht zu durchproduziert ist, poliert sein darf (in schönen mehrstimmigen Vocal-Harmonien zum Beispiel), es aber nicht sein muss. Zu vielen Momenten entscheiden sich STORMHAMMER für die ungeschliffene, rohere Spielweise (aber natürlich gut gespielt) und verzichten auf modernen Schnickschnack, den ihre Musik nicht nötig hat.
Und wie ist das jetzt so geworden? Nun, „Beware“ ist schonmal ein stabil gebautes Cinematic-Orchestral-Intro, wonach der Titeltrack in meinen Ohren melodietechnisch ein wenig zu sehr rumeiert und nicht ganz weiß, was er will. Dafür geht das Niveau mit „Ashes Of The Throne“ und „Light In The Dark“ gut nach oben, mit eingängigen Chorus-Melodien und einem sehr starken Finale von „Light In The Dark“. „Wheels Of Eternity“ startet heftig und ist an seinen schwächsten Parts immer noch Durchschnitt, und ungefähr in diesem Mix geht die Platte dann weiter.
Unter ein gewisses Level fällt die Qualität der Song nie, und das Level ist immer noch vollkommen stabiler Power Metal, der gut abgeht, gut gespielt und gesungen ist. Und verlässlich liegt das Niveau von „Wrath Of The Hammer“ auch darüber, mit technischen Parts vonseiten der Rhythmusfraktion, Ohrwurm-Refrains, nicen Orchesteraktionen oder halt einfach mal ’nem souveränen Solopart.

Fazit:
Zumindest in meinen Ohren ist „Wrath Of The Hammer“ nach „Seven Seals“ ein klarer Schritt nach vorne. Das Ding ist undergroundiger deutscher Power Metal (schon ein Qualitätsmerkmal für sich) der Sorte, die man hierzulande in seiner Szene nicht missen möchte.

Anspieltipps:
„Light In The Dark“, „Veil Of Fire“ und „The Dune“

(Ja, das Video ist enttäuschenderweise zum Teil KI, die Musik zumindest meines Wissens nach nicht.)

Jannis

LUCID DREAMING – Upon the Barricades

Trackliste:

01. Confederation
02. Black and Red and Gold
03. The Springtime of Peoples
04. Tyrant in Disguise
05. Upon the Barricades
06. Parliament of Spring
07. A Courageous Decision
08. Waves of the Danube
09. Farewell (Blum`s Last Letter)
10. Puppets on Strings

 

Spielzeit: 64:59 min – Genre: Power Metal – Label: El Puerto Records – VÖ: 10.07.2026 – Page: www.facebook.com/luciddreamingmetal

 

Seit 2020 hat man nichts mehr von dem Sideprojekt LUCID DREAMING vom ELVENPATH Gitarrist und Mastermind Till Oberbossel gehört! Mit einem neuen Label (El Puerto Records) im Rücken scheint nun die Zeit reif zu sein für das neue vierte Album namens „Upon the Barricades“ des ambitionierten Power Metal Opera Projekt.
Das neue Album ist ein Konzeptalbum über die Anfänge unserer Deutschen Demokratie und der Geschichte Deutschlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Versuche mit einer Revolution einen Nationalstaat zu errichten was gnadenlos scheiterte. Ein interessantes wie auch ambitioniertes Thema hat sich mein guter Freund Till dort ausgesucht der wie immer viel Herzblut in das Album gesteckt hat.
Und wie üblich hat er alle Instrumente auf dem Album selbst eingespielt mit Ausnahme des Schlagzeuges das Alex Holzwarth übernommen hat. Produziert wurde das gute Stück erneut von Uwe Lulis.
Ebenfalls üblich und gewohnt ist das Till eine wahre Heerschar von Gastsängern um sich versammelt hat. Dieses Mal sind unter anderem dabei Blaze Bayley (Ex IRON MAIDEN), Zak Stevens (SAVATAGE), Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR), Harry Conklin (JAG PANZER), Piet Sielck (IRON SAVIOR), Daniel Heiman (SACRED OUTCRY) oder Erdmann Görg (Ex ELMSFIRE).

Na, dann stürzen wir uns mal in die über 60 Minuten lange Scheibe mit dem ersten Track „Confederation“. Dieser wurde ja auch als Videosingle ausgewählt und hier sind mit Blaze Bayley und Ralf Scheepers direkt zwei der ganz großen Sänger des Metals zu hören. Ergänzt noch durch die Alessio Peradi und Deon van Heerden.
Und Junge, Junge fahren die Jungs hier auf! Egal ob nun die Instrumentenfraktion oder die Gesangliche. Ein geiles, überlanges Stück Power Metal was trotz seiner über 7 Minuten nie langweilig wird!
Und dazu noch die Lyrics bzw. die Geschichte, aber das wird sich ja jetzt durch die gesamte Platte durchziehen.
Als nächstes folgt dann „Black and Red and Gold“ gesanglich mit Zak Stevens, Ralf Scheepers, Hary Conklin sowie Giuseppe Ciapone am Mikro. Eine schnelle, mörderische Power Metalnummer die von den Sängern her natürlich bestens besetzt ist.
„The Springtime of People“ bietet dann erneut die schon bekannten Zak Stevens, Ralf Scheepers und Harry Conklin am Mikro, dazu kommen keine geringeren als Piet Sielck, Daniel Heiman, Erdmann Görg und Said Khochsima.
Auch diese Nummer überschreitet locker die 6 Minuten Marke und reiht sich in die erstklassige Qualität der Vorgängersongs spielend ein.
Das brachiale „Tyrant in Disguise“ hält für uns DEN Frankfurter Meltasänger schlecht hin parat! Mit Gere von TANKARD, der auch direkt wie von der Kette gelassen loslegt, haben wir hier auf jeden Fall den trashigsten Song der gesamten Scheibe, was ja nicht verwunderlich ist.
Der getragene Titeltrack „Upon the Barricades” ist der Albumteiler, wo wir außer den schon bekannten Sängern noch Siegfried Schüßler haben.
Bei „Parliament of Spring“ ist als Gesangsneuling HP Piller am Start, ansonsten wird die Nummer von Harry Conklin und vor allem Piet Sielck wahnsinnig getragen.
Das letzte Drittel einleiten tut dann „A Courageous Decision“ welches als neuen Sänger Daniel Heimann einführt und ansonsten eine recht klassische Power Metalnummer ist.
Und Mastermind Till Oberbossel hat sein Pulver noch lange nicht verschossen, sondern bietet uns auch im letzten Scheibendrittel erstklassige Power Metal Opera Tracks.
„Waves of the Danube“ hat über 7 Minuten Spielzeit, wird aber zu keiner Zeit langweilig, “Farewell“ ist eine tolle atmosphärische und emotionale Ballade, die vom charakteristischen Gesang von Harry Conklin mega getragen wird und das abschließende über 8 Minuten lange „Puppets on Strings“ bietet sowohl gesanglich als auch instrumental nochmal alles auf was man auf diesem Album schon gehört hat und eine tolle Klammer um die vorherigen Songs und die gesamte, sehr beeindruckende Hintergrundgeschichte zieht

Wow, Wow! Was Till hier auf dem neuen LUCID DREAMING Album erschaffen hat, kann man gar nicht hoch genug anrechnen! Eine erstklassige Auswahl von Gastsängern, die nicht immer unbedingt zu den bekanntesten der Metalszene gehören, aber das kennt man ja schon von ihm, die immer bestens besetzt sind bei den Songs, eine mega interessante Hintergrundgeschichte sowie tolle Songs die geil ausgearbeitet sind!
Hier steckt richtig viel Arbeit und Herzblut drin, das spürt man zu jeder Sekunde!
Bei der letzten LUCID DREAMING Scheibe musste ich lange überlegen welche Note ich hier ziehe, hier war die Sache für mich glasklar, Höchstpunktzahl!
Klar das beste Album bislang der Bandhistorie und wer nur einen Hauch Gefallen an Metal Opera mit erdigen Power Metal Ansatz hat, muss hier auf jeden Fall zugreifen und sich seine Platte des Jahres abgreifen!

Julian

 

 

 

UWE LULIS PROJECT – Analog

Trackliste:

01. You Don`t Know my Name
02. Faust (To Hell and Back)
03. Midnight in the Night of Ghosts
04. Shadowking
05. Lady Nosferatu
06. The Battle
07. Fireflies
08. Ballad of the Lost
09. Deceiver
10. Emerald in the Dark
11. The Drive

Spielzeit: 56:22 min – Genre: Heavy Metal – Label: Uwesen Records – VÖ: 29.05.2026 – Page: www.uwelulisproject.de

 

Das UWE LULIS PROJECT entstand 2020 während der Coronazeit, aus dem kreativen Stillstand des Lockdowns heraus.
Gitarrist Uwe Lulis (ACCEPT/ GRAVE DIGGER) nutzte diese Phase, um sich wieder vollständig seinen eigenen Songs zu widmen. Nach seinem Ausstieg bei ACCEPT im Jahr 2025 rückte das Projekt endgültig in den Fokus.
Gemeinsam mit Erdmann Görg (Gesang, ELMSFIRE), Cord Kunze (Bass) und Katharina „Knattadrum“ Kunnert (Drums/Piano) formierte sich die Truppe aus dem Raum Frankfurt (Germany), die für handgemachte Rock- und Metal-Musik mit klarer
Haltung steht: kraftvoll, direkt und ohne Kompromisse. Musikalisch bewegt sich das Projekt zwischen Rock und Metal.
Das Debütalbum „Analog“ ist analog produziert. Keine KI, echte Drums, echte Performance. „Analog“. Der Sound lässt bewusst Ecken und Kanten zu und wurde produziert von Uwe Lulis selbst.
Als Gast haben wir beim Song „Faust“ den Fronter Alexander Spreng der deutschen Rocker von ASP am Start.

So viel als Vorabinfo, steigen wir mit dem Opener „You Don`t Know my Name“ mal in die Scheibe ein. Moderne Klänge schlagen uns erstmal entgegen bevor die klaren Riffs von Uwe sowie das kraftvolle Drumming von Katharina und die Basslines von Cord dazustoßen. Erdmann ist schön rough und modern gesanglich unterwegs, was dem Song zusätzlich Charakter gibt. Ein ganz anderer Beginn als man es vermutlich von Uwe Lulis erwartet hätte.
Anschließend folgt das Gastspiel von ASP beim rockigen „Faust“. Auch wieder so ein Song den man von Uwe Lulis jetzt nicht unbedingt erwartet hätte. Eine schöne neue Interpretation von Mephisto mit tollem Wechselgesang von ASP und Erdmann!
Mit „Midnight in the Night of Ghosts” gibt es dann eine der Videosingles auf die Ohren. Ein toller atmosphärischer Song der mit schönen modernen Einflüssen sowie dem erdigen Groove überzeugt. Sehr charakteristischer Gesang von Erdmann hier.
Also bis jetzt klingt jeder Song hier anders, keine Spur vom klassischen Heavy Metal so wie man es gewohnt ist von Uwe Lulis. Sehr schön!
„Shadowking“ geht dann eher schon in die klassische Metalrichtung und ist ein erdiger Midtempo Groover mit einem tollen Chorus.
Nachdem ebenfalls wieder recht klassischen Metaltrack „Lady Nosferatu“ kommt dann die erste Videosingle „The Battle“ und die Nummer hat so richtig schön Druck, einen tollen Groove und eine geile Gitarren sowie Bass Arbeit. Ein mega Song der durch Gesang und Chorus abgerundet wird und mit zu den besten Songs hier auf der Platte gehört!
Recht erdig und rockig kommen dann die „Fireflies“ aus den Boxen bevor mit dem atmosphärischen „Ballad of the Lost“ das letzte Drittel der Scheibe eingeläutet wird.
Hier halten das harte und im Chorus schön melodische „Emerald in the Dark“ sowie das abschließende ebenfalls schön melodische „The Drive“ die Fahnen oben.

Klar, und da bin ich ehrlich, im ersten Moment hat natürlich der Name Uwe Lulis sehr gezogen bei der Auswahl dieser Rezension. Aber da würden man der gesamten Platte sowie den restlichen Musikern absolut Unrecht tun!
Tolle, abwechslungsreiche Songs, die mit schönen modernen Elementen aufgepeppt sind, aber immer den Geist des klassischen Metals ausstrahlen.
Dazu die tolle Produktion, die man den Aufwand und die Entstehung anmerkt und die tolle instrumentale Leistung plus der sehr charakteristische Gesang von Fronter Erdmann runden diese Debüt dieser sehr erfahrenden Musiker einfach ab.

Julian