BATTLEROAR – Codex Epicus

Band: Battleroar
Album: Codex Epicus
Spielzeit: 54:57 min.
Stilrichtung: True Epic Metal
Plattenfirma: Cruz Del Sur Music
Veröffentlichung: 15.06.2018
Homepage: www.battleroar.com

Herzlich willkommen im True-Metal-Kitchen! Heute kochen wir zusammen BATTLEROAR mit “Codex” und extra “Epicus”.

Benötigte Utensilien:
Ein starker Sänger und eine souveräne spielfreudige Band
Eine fette Produktion
Der MANOWAR-Spirit-Fleischwolf

 

Zutaten:
Viele epische Hintergrundchöre
Redundant-geile Riffs
Fixe Soli
Ruhige Intros
Tempowechsel
Einige 6er-Takte

Zubereitung: Man drehe die genannten Zutaten durch den MANOWAR-Spirit-Fleischwolf und lasse sie vom starken Sänger und der souveränen spielfreudigen Band auf fetter Produktion servieren. Mahlzeit!

Klar, True Heavy Metal ist Geschmackssache. Was die fünf Griechen von BATTLEROAR auf ihrem nunmehr fünften Release “Codex Epicus” raushauen, demnach auch. Zudem ist das lange “We Shall Conquer” mit seinem stumpfen “Viermal die gleiche Zeile wiederholen, dazwischen je zwei Takte Gesangspause”-Refrain und dem über 50% des Songs ausmachenden Solopart vielleicht nicht der optimale Einstieg. Doch spätestens nach dem vergleichsweise ruhigen, von MANILLA ROADs unlängst verstorbenem Mark Shelton gesungenen “Sword Of The Flame” wird klar, warum die Jungs sich das Label “Epic Classic Metal” auf die Fahne geschrieben haben. “Codex Epicus” mag nicht wahnsinnig komplex sein, das Rad nicht neu erfinden und auch nicht mit den innovativsten Melodieideen daherkommen, aber es ist fett, beinhaltet ein Maß an Abwechslungsreichtum, das man bei diversen True-Metal-Bands vermisst und macht gerade ab der zweiten Albumhälfte Spaß – je nach individueller Toleranzgrenze, was Swords, Kings und Victory betrifft. Gerade die (inklusive lohnendem Bonussong) drei letzten Tracks liefern BATTLEROAR in Bestform, mit Refrains, die nicht nur durch die Chöre im Hintergrund auf episch getrimmt wurden, sondern auch mit Herz (aus Stahl) komponiert hörbare Eigenständigkeit beweisen.
Tatsächlich sind auch die längeren Songs (abgesehen von “We Shall Conquer”) erfrischend kurzweilig, beinhalten so viel Vielseitigkeit, wie es die engen Grenzen des Genres erlauben und langweilen – abseits der häufig recht ähnlichen Songstrukturen – kaum. Mag am Anfang die Angst vor dem tausendsten MANOWAR-Klon doch groß sein, so kann doch spätestens ab “Chronicles Of Might” bedenkenlos der last Ale geöffnet und das Pferd gesattelt werden.

Anspieltipps:
Eigentlich alles ab Track 3, abgesehen vielleicht von “Palace Of The Martyrs”

Fazit:
“Codex Epicus” ist Pflichtprogramm für jeden Freund des Genres. Bis zum Ende hin wird die Platte immer stärker und weiß Euch oftmals zu überraschen und zumeist bestens zu unterhalten. 10/10 für Euch und 5/10 für diejenigen, die mit True Metal ihre Probleme haben, denn die dürften das Ding zumindest weniger peinlich und stellenweise doch auch interessanter finden, als diverse andere Veröffentlichungen des Genres. Macht im Schnitt:

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Awakening The Muse
02. We Shall Conquer
03. Sword Of The Flame
04. Chronicles Of Might
05. The Doom Of Medusa
06. Palace Of The Martyrs
07. Kings Of Old
08. Enchanting Threnody
09. Stronghold (Bonus Track)

Jannis

MOB RULES – Beast Reborn

Band: Mob Rules
Album: Beast Reborn
Spielzeit: 57:33 min.
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Steamhammer (SPV)
Veröffentlichung: 24.08.2018
Homepage: www.mobrules.de

Da möchte man die Rezension zu MOB RULES‘ neunter Platte “Beast Reborn” mit einem Satzanfang der Marke “Nach ihrem letzten, ziemlich erfolgreichen und hochgelobten Album…” beginnen, googelt mal aus Interesse die Chartplatzierungen der letzten Veröffentlichungen der Band und muss feststellen, dass die sechs Jungs aus dem Norden ohne Scheiß noch nie einen Platz in den Albumcharts hatten. Freunde, was ist da denn schiefgelaufen? Seit Album Nr. 1 haben die Oldenburger Power-Metal-Qualität vom feinsten rausgehauen, ohne auch nur ein schwächeres Album, promotet durch Liveshows, die energiegeladener und besser gespielt kaum sein könnten, und das kommt dabei rum? Gut, was nicht ist, kann ja noch werden.
“Beast Reborn” lässt, so viel kann man guten Gewissens sagen, keine Wünsche des treuen MOB-RULES-Fans offen. Die Produktion, gemastert von Jens Bogren, ist gewohnt jensbogrig. Klar, druckvoll und auf der Höhe seiner Zeit knallt das Ding aus den Boxen, mit einem Klaus Dirks in stimmlicher und dem Rest der Band in spielerischer Bestform. Der Sound der Band ähnelt durchaus dem Vorgängeralbum, ist insgesamt aber etwas straighter, dabei jedoch weiß Gott nicht weniger dicht und intensiv, ohne überladen zu wirken.
Nach dem obligatorischen Orchestralintro verdeutlicht dies “Ghost Of A Chance” unmittelbar. Klingt der Track zu Beginn noch vergleichsweise abgespeckt, so erledigt sich dies spätestens im Prechorus, dem der erste Ohrwurmrefrain des Albums folgt. Dass die MOBs Refrains immer noch beherrschen, zeigt sich im Anschluss mit “Shores Ahead”, dessen Strophe leicht an “Children Of the Flames” erinnert, bevor “Sinister Light” mit einem wunderbaren Mittelteil und leiser E-Orgel im Background überzeugt. “War Of Currents”, mit über acht Minuten der längste Song des Albums, trägt Züge längerer aktueller MAIDEN-Songs und baut sich über die ersten balladigen Minuten langsam auf, bis schließlich der Midtempobanger-Hauptpart über den Hörer im besten Sinne hereinbricht. Nach den Backing Vocals am Ende besteht dann auch kein Zweifel mehr daran, dass diese tatsächlich von ORDEN OGANs Seeb aufgenommen wurden.
Mit “The Explorer” wird’s dann noch dezent piratig und “Revenant Of The Sea” liefert ein herrliches Wechselspiel zwischen ruhigen Parts (inklusive ein wenig E-Drum-Einsatz) und dem Bösesten, was man von MOB RULES seit längerem gehört hat. Zum Schluss erweist sich dann “Way Back Home” als weiterer Hit, mit rockigem Riff während der Strophe und einem weiteren starken Refrain.
Um letztendlich auch mal etwas negative Kritik zu geben: Der letzte Track, die Ballade, ist doch schon sehr seicht kitschig und zudem ein Duett mit Gastsängerin. Hört man zwar nicht zum ersten Mal von MOB RULES, das ändert jedoch nichts daran, dass man während des Songs ab und zu mal zu leichtem Schaudern tendiert. Aber es soll ja Leute geben, die sowas mögen.
“Beast Reborn” ist eines dieser Alben, die man problemlos nebenher hören kann, doch die wahre Qualität der Scheibe verdeutlicht sich erst beim bewussten Zuhören. Das Ding ist fett, extrem eingängig, dabei allerdings keinesfalls das billige Power-Metal-Fastfood, das in den letzten Jahren doch recht häufig auf dem Plattenteller gelandet ist. Mit Klaus Dirks am Mic, einem der besten deutschen Metalsänger, einer nicht minder guten Instrumentalfraktion und außerordentlichen kompositorischen Skills sind MOB RULES auch nach 24 Jahren immer noch am Ball, wie kaum eine andere Band, reproduzieren nicht den alten bewährten Kram, sondern blasen nach wie vor mit jedem Album eine frische Brise Nordwind in den deutschen Power Metal.

Anspieltipps:
“Ghost Of A Chance”, “War Of Currents”, “Way Back Home” und “Revenant Of The Sea”

Fazit:
Klingt die Rezension ein wenig zu hypend? Nun, es bleibt jedem Hörer natürlich selbst überlassen, sich ein Bild von der Geschichte zu machen. Meine Prognose: Viel besser wird’s dieses Jahr nicht mehr. Und jetzt kauft das Ding in die Albumcharts!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Beast Reborn
02. Ghost Of A Chance
03. Shores Ahead
04. Sinister Light
05. Traveller In Time
06. Children’s Crusade
07. War Of Currents
08. The Explorer
09. Revenant Of The Sea
10. Way Back Home
11. My Sobriety Mind (For Those Who Left)

Jannis

CHRIS CAFFERY – The Jester’s Court

Band: Chris Caffery
Album: The Jester’s Court
Spielzeit: 58:06 min.
Stilrichtung: Heavy Rock
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 27.07.2018
Homepage: www.chriscaffery.com

CHRIS CAFFERY ist auch einer von denen, die viel herumgekommen sind. Bei SAVATAGE und TRANS SIBERIAN ORCHESTRA sah und hörte man ihn, zuletzt auf der Reunion-Show in Wacken, ebenso bei DORO, CIRCLE II CIRCLE und anderen. Nicht zuletzt veröffentlicht Chris seit 2004 auch Soloalben, wie sich das für einen guten Gitarristen gehört, unter seinem Namen. Sein neuster Streich hört auf den Namen “The Jester’s Court” und vereint über zwölf Songs namhafte Musiker von TSO und SAVATAGE sowie Brian Tichy von WHITESNAKE/FOREIGNER und Alessandro Del Vecchio von JORN/VOODOO CIRCLE.
Die Produktion wurde, ebenso wie das Einspielen der Lead und vieler Background Vocals, der Gitarren, einiger Keyboards und des Basses (abgesehen von den Gastmusiker-Parts), von Chris höchstpersönlich übernommen. Das Ganze kann sich recht gut hören lassen. Grund zur Kritik bieten primär die Drums, die oftmals etwas zu präsent und aggressiv im Vordergrund stehen, und einige Keyboards. Wenn man sich schon entschließt, von jedem Instrument, das man per Keyboard umsetzen möchte, nur den erstbesten Standardsound zu nehmen, dann sollte man diese Sounds nachträglich zumindest noch etwas anpassen. So gut die Keys auch gespielt sein mögen: Der ewig gleiche, hohe und eher billige Streichersound (als Beispiel) geht einem doch nach ein paar Songs echt auf den Sack, zumal er auf “The Jester’s Court” exzessiv verwendet wird. Jut, abgesehen davon ist die Produktion hart und aggressiv und passt durchaus zu Chris‘ Reibeisenstimme.
Musikalisch ist das Werk dann aber doch echt schmackhaft. Gleich “Upon The Knee”, der erste Track, gibt voll auf die Zwölf, mit verhältnismäßig unmelodischem Gesang, trompetenden Gitarren und Doppelbass. Souveräner Einstieg! “1989” beruhigt sich dann anschließend ein bisschen, eskaliert aber komplett am Ende des wahnsinnig geilen, geil wahnsinnigen Soloparts und macht Platz für “Lost Tonight”, die unkitschig-böse und gegen Ende immer intensiver werdende Neun-Minuten-Powerballade.
“Magic Man” ähnelt dem gleichnamigen Energydrink: bisschen billig, gibt aber ordentlich Power. Richtig stark wird es beim Instrumental “Luna Major”, mit von zappeligen Drums getragenem fixen Tempo und einem Wechsel aus E-Orgel- und Gitarrenparts. Und “The Feeling Of A White Lie” entpuppt sich als schwer stampfender, sehr fetter Unteres-Midtempo-Track mit coolem Einsatz der Background Vocals. Das Teil ist so laid back, wie er es bei der Schwere nur eben sein kann. Am Ende wieder Streichergequietsche. Herrje…
“Checkmate” leitet schließlich den Titeltrack ein, der mit klassischen SABATON-BummZapp-Drums (Ihr wisst, was ich meine, ne?) daherkommt, ordentlich treibend und mit starkem Mittelteil. Danach noch “Baby, You And I”, balladig, etwas kitschig, auf Gesangs-, Keyboard- und Bassbasis. Joah.
Zwischen alldem gibt es noch ein paar Songs, die zwar nicht schwach sind, die Qualität der genannten (außer des letztgenannten) jedoch nicht ganz erreichen. Insgesamt starke Sache mit ein paar Abstrichen.

Anspieltipps:
“Upon The Knee”, “Luna Major”, “The Feeling Of A White Lie” und “Watch”

Fazit:
Fans von TSO und SAVATAGE müssen “The Jester’s Court” natürlich eine Chance geben. Fans von aggressivem und vielseitigem Heavy Rock ebenso. Ein wenig mehr Eingängigkeit und ein wenig mehr Arbeit an der Produktion hätten die Scheibe etwas runder gestaltet, gerade hinsichtlich der Keyboards. Wen sowas stört, der orientiere sich an folgender Wertung:

 

 

Wer hingegen über sowas hinwegsehen kann und sich beim Hören eher auf Komposition und spielerisches Talent konzentriert, der findet in “The Jester’s Court” vielleicht kein Werk für die Ewigkeit, jedoch ein echt spaßiges Album, das locker

 

 

verdient hat.

Trackliste:

01. Upon The Knee
02. 1989
03. Lost Tonite
04. Magic Man
05. Protect My Soul
06. Inside My Heart
07. Luna Major
08. Watch
09. The Feeling Of A White Lie
10. Checkmate
11. The Jester’s Court
12. Baby, You And I

Jannis

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA – Sometimes the World ain’t enough

Band: The Night Flight Orchestra
Album: Sometimes the World ain’t enough
Spielzeit: /
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 29.06.2018
Homepage: www.facebook.com/thenightflightorchestra

In schöner Regelmäßigkeit legen die Schwedischen Paradiesvögel THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA ein hochkarätiges Album nach dem anderen vor. Seit dem formidablen „Amber Galactic“ sind gerade mal 14 Monate ins Land gezogen, da liegt mit „Sometimes the World ain’t enough“ auch schon der 4te Streich in den Läden. Und auch in einer anderen Disziplin sind die Jungs sich treu geblieben: klingt alles auf den ersten Hör wie gewohnt, so hat man doch wieder dezent an den Stellschrauben gedreht und die neuen Tracks ein wenig mehr Richtung Disco-Pop verschoben. Natürlich bilden auch weiterhin die Riffs von Gitarrist und Songschreiber David Andersson das Fundament der Kompositionen. Allerdings wurde auf „Sometimes the World ain’t enough“ das Sounddesign eindeutig noch mehr Richtung Keyboards geföhnt. Und das muss beileibe nichts Schlechtes sein, vor allem wenn es so gekonnt und geschmacksicher umgesetzt wird wie bei THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA.

Ich habe es schon angedeutet: die Keyboards dürfen auf „Sometimes the World ain’t enough“ stärker farbliche Akzente setzen als bisher und das hebt Songs wie den TV-Serien verdächtigen Smasher „Moments of Thunder“ oder Disco-lastige „Pretty Thing Closing In“ dann mal gleich auf eine neue, bzw. andere Stufe. Ob man mit dem Zusatz an Kitsch auskommt („Lovers in the Rain“ ist mir schon ne Schüppe zu süsslich, bleibt aber die Ausnahme) ist Geschmackssache. Es ist aber keine Frage, dass die Jungs es auch weiterhin verstehehen den Charme und Spirit der bunten 80er zu kanalisieren und ins Heute zu übertragen. Hier klingt weiterhin nichts künstlich oder aufgesetzt – die meinen das tatsächlich genau so und spielen Musik die aus dem Herzen kommt. Weitere Anspieltipps sind das flockige „Turn to Miami“, der leicht proggige Rausschmeisser „The last of the independent Romantics“ sowie der an Journey erinnernde Rocker „Speedwagon“. Auch auf „Sometimes the World ain’t enough“ gibts wieder Hitverdächtige Songs im Mega-pack. Insgesamt setzt aber schon ein wenig Routine ein, denn THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA haben schon 3 tolle Scheiben vorgelegt und können mit Album No. 4 „nur“ noch mithalten, lassen zwischendurch sogar ein klein wenig die Luft raus. Aber, das ist bei den Schweden meckern auf hohem Niveau, denn das Wasser kann der Truppe im Moment auf ihrem Gebiet keiner reichen.

Mein persönlicher Favorit bleibt weiterhin die 2017er Platte „Amber Galactic„, an deren Hitdichte „Sometimes the World ain’t enough“ nicht ganz herankommen. Besser als die Konkurrenz bleiben THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA aber auch mit Album No. 4 allemal. Fans des bisherigen Oeuvres der Jungs können auch hier also wieder bedenkenlos zugreifen und ich bin mir sicher, dass die Truppe auch weiterhin noch (verdienten) Zuwachs in der Fangemeinde verbuchen kann.

WERTUNG:

 

 

Trackliste

01. This Time
02. Turn to Miami
03. Paralyzed
04. Sometimes the World ain’t enough
05. Moments of Thunder
06. Speedwagon
07. Lovers in the Rain
08. Can’t be that bad
09. Pretty thing closing in
10. Barcelona
11. Winged and Serpentine
12. The last of the independent Romantics

Mario

GIOELI/CASTRONOVO – Set the World on Fire

Band: Gioeli/Castronovo
Album: Set The World On Fire
Spielzeit: 47:52 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records / Soulfood
Veröffentlichung: 13.07.2018
Homepage: www.frontiers.it

Im Hause Frontiers Records findet man immer wieder hochkarätige Projekte vor, dessen beteiligte Musiker zu den „Hockarätern“ des Melodic Rock Sektors zu zählen sind. Mit Johnny Gioeli (AXEL RUDI PELL/HARDLINE) und Deen Castronovo (THE DEAD DAISIES/Ex JOURNEY) fanden sich zwei ehemalige Weggefährten wieder zusammen, um an einem gemeinsamen Album zu arbeiten.
Gleichfalls beteiligten sich diverse Musiker wie Alessandro Del Vecchio, um diesen Rundling auf die Erfolgsspur zu lenken.
Man darf es vorweg nehmen, ohne Zweifel gilt dieses Unterfangen als durchweg erfolgreich absolviert.
Die erste Single Auskopplung „Through“, erhielt sehr viel positive Resonanzen. „Set The World On Fire“ der gleichnamige Titelsong, als Nachfolger präsentiert, lief nicht weniger erfolgreich in den Medien rauf und runter.
Stimmlich harmonieren bei Sänger ganz hervorragend, genug Beispiele sind auf diesem Rundling reichlich vorhanden. Ganz egal welches Tempo man vorgibt, so werden Fans von Hardline bis Journey bestens bedient.
Die Erwartungshaltung war groß, konnte aber zu 100 % erfüllt werden.
Fazit: Ein absolutes „Season-Highlight“ 2018, oder vielmehr ein „Must Have“ für alle Melodic Anhänger.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Set The World On Fire
02. Through
03. Who I Am
04. Fall Like An Angel
05. It’s All About You
06. Need You Now
07. Ride Of Your Life
08. Mother
09. Walk With Me
10. Run For Your Life
11. Remember Me
12. Let Me Out

Bonne

MASS – When 2 Worlds Collide

Band: Mass
Album: When 2 Worlds Collide
Spielzeit: 54:09 min
Stilrichtung: Melodic Hard Rock
Plattenfirma: Escape Music / H‘ART
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.facebook.com/masstheband

Die Bostoner Formation MASS, kann auf viele Jahre Erfahrung im Sektor zurückgreifen. Konstanz herrscht auch in Sachen Line-Up.
Letztlich Dinge, die sich auch auf ihrem neuesten Output auszahlen. Einmal mehr ist man im Melodic Hard Rock Sektor unterwegs. Hier und da tauchen auch etwas härtere Elemente auf. Trotz allem zeichnet diesen Rundling auch das Gespür für gute Melodien aus, welches sich die Band um Sänger „Lou“ St. August erhalten konnte.
Qualitativ, gibt es hier kaum etwas zu bemängeln. Scheinbar hat die Band es geschafft, diverse Trends im Rock Sektor zu überleben, um weiterhin ihrem Stil treuzubleiben.
Nicht jeder Band gelingt dies und verleiht diesem Silberling das Prädikat „wertvoll“.
Beide Daumen hoch und eine klare Empfehlung für dieses Album. Anspieltipp „Stand Alone“ mit STRYPER Frontmann Michael Sweet als Gastmusiker.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Just Can’t Deny
02. Only A Dream
03. Falling In Love
04. Alive
05. Second Hand Rose
06. Turn It Over
07. Revenge For The Maiden
08. Some Things Ago
09. Stand Alone
10. Time Marches On
11. When 2 Worlds Collide

Bonne

SUNSTORM – Road to Hell

Band: Sunstorm
Album: Road to Hell
Spielzeit: 45:28 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 08.06.2018
Homepage: www.joelynnturner.com

Eine der großen Stimmen des melodischen Hardrocks bittet erneut zum Tanz.
Joe Lynn Turners Sunstorm sind eigentlich eine Bank, was sie mit ihren regelmäßigen Veröffentlichungen immer wieder beweisen.
Der 66 jährige Turner ( Rainbow, Deep Purple, Malmsteen) setzt auf Beständigkeit und das beweist er hinlänglich auf der mittlerweile fünften Studioarbeit seiner Band Sunstorm.

Der Opener “Only the Good will survive” ist zwar textlich gesehen nicht zu belegen, aber gleichzeitig ein Beleg dafür, daß ein Album nicht mit 100 % beginnen muß, wenn es nur früh genug zündet.
“The Road to Hell” hingegen hat als titelgebender Track genau die Hookline, die es braucht, um die Scheibe auf Betriebstemperatur zu bringen, wo hingegegen “On the edge” sich eher am Rand eines Albumfüllers bewegt.
“My eyes on you” dürfte jeden Turner Fan mitnehmen, alleine sein Gesang verleiht dem gut arrangierten Song das nötige Trägermaterial um die Spannung bis zum Ende halten zu können

Mit “Everywhere” erwartet uns die obligatorische, keyboardgetragene Ballade, und man merkt sofort, hier fühlt sich der Joe Lynn am wohlsten, souverän und gefühlvoll fährt er das Heimspiel nach Hause, wo hingegen das folgende, stark orgellastige “Resurrection” zwar wunderbar an Turners alte Wirkungsstätten erinnert, insgesamt aber etwas deplatziert rüberkommt.
Das abschliessende “Still fighting” nimmt am Ende dann nochmal gehörig Fahrt auf und schraubt die letztendliche Bewertung noch einmal ein wenig hoch.

Soundmässig bewegt sich das Ganze auf gewohnt gutem Frontiers Records Niveau, die etwas schablonenhafte Arbeit von Haus -und Hofproduzent Allesandro del Vecchio bescherrt uns mehr Ausbrüche nach oben denn nach unten,und auch genügend Abwechsungsreichtum ist gegeben.
Im leichten Gegensatz zu früheren Sunstormscheiben steht die Gitarrenarbeit von DGM Gitarristen Simone Mularoni etwas mehr und härter im Vordergrund.

WERTUNG:

 

 

Trackliste

01. Only the Good will survive
02. The Road to Hell
03. On the edge
04. Blind the Sky
05. My eyes on you
06. Future to come
07. Everywhere
08. Resurrection
09. Calling
10. State of the Heart
11. Still fighting

Rüdiger König

TRAITORS GATE- Fallen

Band: Traitors Gate
Album: Fallen
Spielzeit: 52:25 min
Stilrichtung: NWOBHM
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.traitorsgateofficial.com

Manche Bands brauchen halt auch mal etwas länger für ihr Debütalbum! Bei den Briten TRAITORS GATE betrug diese Wartezeit knappe 30 Jahre! Denn die Truppe hatte sich in den 80iger gegründet, löste sich aber dann schon nach einigen Liveshows wieder auf.
Die Initialzündung für die neuerlichen Bandaktivitäten kam dann 2016 nachdem man sich für einen einzigen Auftritt reformieren wollte! Aber es kam wie es kommen musste, die Anfragen und die Nachfragen blieben und somit blieb auch die Truppe zusammen und nun können wir doch tatsächlich das allererste Album der Band genießen, welches mit „Fallen“ betitelt ist und mit Sicherheit etwas für die NWOBHM Fans sein sollte.
Als Opener begrüßt uns „Retribution“ welcher uns im Midtempo Stil schon mal einen ganz guten Einblick gibt wie TRAITORS GATE NWOBHM zelebrieren. Zum Einstieg ist das Ganze schon mal sehr ordentlich gelungen!
Richtig schön satt und kraftvoll kommt das anschließende „Homeland“ aus den Boxen geballert und setzt sich aufgrund seiner Melodic schnell in den Gehörgängen und auf unserer Hitliste fest.
Klassisch, episch und fast schon im Doombereich geht es dann beim anschließenden „Deceiver“ zur Sache bevor dann mit „Mean Streets“ oder „Solar Plains“ ganz oben ins Qualitätsregal gegriffen wird. Hier wird jeder Fan direkt glücklich werden und die Hände sofort in die Höhe schnelle lassen.
Man muss schon sagen, bislang bieten uns die Jungs von TRAITORS GATE wenig Fläche für Kritik, man zockt sich sehr routiniert durch die Songs und hat eine tolle Mischung aus US und NWOBHM an Bord der zu keiner Zeit angestaubt rüberkommt.
Und das bleibt auch größtenteils im letzten Drittel der Platte so, mit „Sign of the Cross“ und dem abschließenden Titeltrack „Fallen“ hat man sogar noch zwei absolute Glanzstücke im Gepäck die ebenfalls direkt im Ohr hängen bleiben sollten.

Anspieltipps:

Mit „Homeland“, „Mean Streets“, „Solar Plains“, „Sign of the Cross“ und „Fallen“ werdet ihr direkt warm werden.

Fazit :

TRAITORS GATE bieten uns auf ihrem Debütalbum eine ordentliche Vorstellung ihres NWOBHM der zu keiner Zeit altbackend und angestaubt daherkommt.
Fans dieser Spielrichtung werden Bestens unterhalten und die Spielzeit vergeht im Fluge!
Ich hoffe das die Band jetzt schnell ein zweites Album nachschiebt, da dürfte noch einiges gehen.
Eine ganz klare Kaufempfehlung gibt es von mir für die geneigte Hörerschaft!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Retribution
02. Homeland
03. Deceiver
04. Mean Streets
05. Edge of Destruction
06. Solar Plains
07. Fall from Grace
08. Sign of the Cross
09. Only the Strong
10. Fallen

Julian

A SOUND OF THUNDER – It was Metal

Band: A Sound of Thunder
Album: It was Metal
Spielzeit: 58:12 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Mad Neptune Records
Veröffentlichung: 15.06.2018
Homepage: www.asoundofthunder.com

Die Amerikaner von A SOUND OF THUNDER sind wirklich fleißig! Im 2 bis 3 Jahresrythmus kommt etwas Neues von der Band rund um die stimmgewaltige Frontfrau Nina Osegueda. Dieser Tage bringt man das mittlerweile siebte Studioalbum „Ita was Metal“ auf den Markt welches mit zwei Gästen aufwarten kann.
Zum einen hätten wir da ACCEPT Sänger Mark Tornillo und RICHTIE BLACKMORES RAINBOW Keyboarder Tony Carey.
Das neue Album wurde erneut durch eine Crowdfunding Kampagne unterstützt und damit sammelte man 66.246 Dollar, was eine stattliche Summe darstellt!
Ansonsten sollte man auf dem neuen Album erneut die bekannten Bandtrademarks wiederfinden, mal schauen ob es nicht mehr ganz so düster wie beim Vorgänger „Tales from the Deadside“ zugeht?
Als Opener haben wir dann auch direkt den Auftritt des Gastsängers Mark Tornillo der bei „Phantom Flight“ ordentlich unterstützt. Der Song setzt sich direkt in den Gehörgängen fest und bildet eine gute Mischung aus Heavyness und Melodic. Daher ist der Opener auf jeden Fall schon mal mehr als gelungen!
Es geht dann direkt erstklassig mit „Lifebringer“ und dem orientalisch angehauchten „Atlacatl“ weiter bevor dann nach der kurzen Einleitung „The Crossroads Deal“ der Titelsong „It was Metal“ seine Duftmarke setzt der ebenfalls direkt auf unsere Hitliste wandert.
Der Mittelteil wird dann dominiert vom etwas handzahmeren „Obsidian & Gold“ und dem Stampfer „Els Segadors“ welches auch schon vorab im Internet zu hören war.
Bis jetzt gibt es also wirklich absolut kein Grund zu meckern und man ist absolut erstklassig unterwegs und das bleibt auch größtenteils im letzten Drittel so. Mit dem abschließenden, eingängigen „Fortress of the Future Race“ hat man dann sogar noch eine weitere absolute Perle an Bord und beschließt das Album dann so wie es angefangen hat, bärenstark!

Anspieltipps:

Definitiv „Phantom Flight“, „Lifebringer“, „It was Metal“, „Els Segadors” und “Fortress of the Future Race”.

Fazit :

Bislang haben mich A SOUND OF THUNDER auf ihren letzten Alben nie wirklich enttäuscht und das bleibt auch so! Man ist metallisch und eingängig unterwegs und hat hier einige Metalperlen im Gepäck welche Fans der Truppe oder des Genre auf jeden Fall zufriedenstellen sollten.
Dementsprechend fällt dann auch die Note aus, well done Guys!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Phantom Flight (featurning Mark Tornillo)
02. Lifebringer
03. Atlacatl
04. The Crossroads Deal
05. It was Metal
06. Obsidian & Gold (featuring Tony Carey)
07. Second Lives
08. Els Segadors (The Reapers)
09. Tomyris
10. Charles II
11. Fortress of the Future Race

Julian

HAKEN – L-1VE

Band: Haken
Album: L-1VE
Spielzeit: /
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside/Out Music
Veröffentlichung: 22.06.2018
Homepage: www.hakenmusic.com

Wer das Glück hatte HAKEN auf Ihrer letzten Tour bestaunen zu können, wurde Zeuge einer Band, die zwar (leider) immer noch in kleinen Räumen auftritt, aber zumindest was Songmaterial und Darbietung angeht mittlerweile dem ein oder anderen gestandenen Platzhirsch den Rang abzulaufen droht. Da die Band zudem Ihr 10 jähriges Bestehen feierte, bot es sich an die bisherige Karriere Revue passieren zu lassen und den Status Quo zu dokumentieren. Hierzu wurde ein Auftritt im niederländischen Amsterdam in Bild und Ton aufgezeichnet und das Ergebnis wurde, neben einigem Bonusmaterial (u.a. 4 Bonus Tracks die beim 2016 ProgPower USA Festival gefilmt wurden, sowie die offiziellen Videos zum letzten Studioalbum), zu unser aller Freude auf 4 Silberlinge (2xCD und 2x DVD) gebannt und in ein schickes Digipack gepackt.

Neben Krachern von der letzten Überfliegerscheibe „Affinity“ („1985“, „The Architect“) zelebrieren die Briten auf „L-1VE“ die zahlreichen Highlights quer durch das bisherige Schaffen. Natürlich darf dabei der (umjubelte) Fan-Fave „Cockroach King“ nicht fehlen, ebenso wie ein fein durchdachtes Aquarius-Medley, dass die besten Parts des Debüts der Truppe gekonnt zusammen fasst. Beachtlich ist mit welcher traumwandlerischer Sicherheit die Truppe sich durch die oftmals waghalsigen Arrangements und Instrumentalpassagen kniffelt. Da der Klang der CDs (und DVD) eine gute Balance aus Detailreichtum, Klangwand und Live-Atmosphäre bietet, kann der Fan von Prog im Allgemeinen und HAKEN im Besonderen, sich das vorliegende Paket guten Gewissens in den Einkaufswagen klicken. Einige höchst unterhaltsame Stunden sind garantiert. Zumal das Bonusmaterial tatsächlich einen Mehrwert bietet und auch dem letzten Zweifler klar werden dürfte, dass nur wenige Bands solch ein Potential (und den Willen es umzusetzen) in die Waagschale werfen wie die sympatischen Briten.

Nicht nur als Überbrückung bis zum nächsten, heiss erwarteten Studioalbum, sondern auch als gelungene Momentaufnahme nach einer Reihe starker Studioreleases taugt „L-1VE“ hervorragend. Neben dem nun ebenfalls erschienenen Live-Doppeldecker der Label-Kollegen FATES WARNING also ein weiterer Pflichtkauf für den Prog Metal Fan.

WERTUNG: (keine Wertung)

Trackliste:

01. affinity.exe/Initiate
02. In Memoriam
03. 1985
04. Red Giant
05. Aquamedley
06. As Death Embraces
07. Atlas Stone
08. Cockroach King
09. The Architect
10. The Endless Knot
11. Visions

Mario