HAMMER KING – Hammer King

Band: Hammer King
Album: Hammer King
Spielzeit: 45:43 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 11.06.2021
Homepage: www.facebook.com/thehammerking

Gut, ich gebe mir gar nicht die Mühe, zu versuchen, diese Rezension in einem seriösen Ton zu schreiben, es ist einfach zu geil. HAMMER KING aus Kaiserslautern haben seit 2015 drei Alben veröffentlicht, unter anderem “Kingdom Of The Hammer King” und “King Is Rising”. Die sind prall gefüllt mit truen Power-Metal-Songs wie “Kingdom Of The Hammer King”, “I Am The King”, “I Am The Hammer King”, “We Are The Hammer”, “Glory To The Hammer King”, “King Is Rising”, “For God And The King”, “Kingbrother”, “The Hammer Is The King”, “Viva La King”, “The King Is A Deadly Machine”, “7 Days And 7 Kings” und “Where The Hammer Hangs”. Und seit neustem ist Album Nr. 4, “Hammer King”, auf dem Markt, mit zehn neuen True-Power-Metal-Hymnen wie “Baptized By The Hammer”, “Hammerschlag”, “We Are The Kingdom”, “In The Name Of The Hammer” und “King Of Kings”, die Texte wie “The Glory, the Hammer, the King! To live in the name of the Hammer, to die in the name of the King” beinhalten.
Klingt lustig, ist aber eigentlich ziemlich seriös, angefangen schon bei der Produktion, die schlichtweg der Hammer ist. Von der knallend-klar-druckvollen Rhythmusfraktion über die sauberen Vocals und Backing Vocals und die voll-definierten Gitarren stimmt hier alles und wird von kompletten Profis wie ex-ROSS-THE-BOSS-Sänger Titan Fox V (großartige Stimme, starke Leistung) und ex-SALTATIO-MORTIS-Drummer Dolph A. Macallan bestens genutzt. Gino Wilde an der Lead-Gitarre und Gladius Thundersword (!) am Bass, sollte man auch lobend erwähnen. Zudem Gastauftritte von TANKARDs Gerre, EPICAs Isaac und WARKINGs The Crusader.
Stilistisch liegt die Vermutung nahe, dass beim ein oder anderen Mitglied von HAMMER KING auch das ein oder andere SAXON- oder HAMMERFALL-Poster in der Kammer Hing, die wohl am offensichtlichsten geeigneten Bands für die “Für Fans von”-Rubrik.
Okay, textlich ist HAMMER KINGs “Hammer King” praktisch mit der heftig reduzierten Gratis-Demo der MANOWAR-Schreibmaschine verfasst worden, musikalisch ist die Platte allerdings seriöser truer Power Metal ohne Keyboards, ohne Orchestergeschwulste, ohne kitschigen Pathos und ohne eine Balladenversion von “Stille Nacht”. Tatsächlich ist man hier nicht nur ernstzunehmend, sondern innerhalb des Genres auch sehr kurzweilig unterwegs, hält sich zwar jederzeit innerhalb der Stil-Grenzen auf, setzt die gegebenen Mittel aber über die Dreiviertelstunde durchgängig unterhaltsam um. Klar, alle klassischen Zutaten sind vorhanden, aber die Riffs machen Spaß, die Höy-Warriorgang-Shouts sind druckvoll und um so manche der Melodien würden HAMMERFALL HAMMER KING beneiden. Innovation bleibt aus, war aber auch hörbar nicht der Anspruch der Band an sich selbst und sollte auch nicht der der Hörerschaft sein.

Fazit:
Nein, “Hammer King” ist musikalisch einfach äußerst gut gemachter True Power Metal ohne Macken, fett produziert, bestens gespielt und gesungen und qualitativ ohne Frage ein Genrebeitrag mit absoluter Existenzberechtigung, der jedem Fan der anderen Größen in dem Business exakt das präsentiert, was er sich wünscht. Freuen wir uns auf HAMMER KINGs nächsten Release “The King’s Hammer” mit zukünftigen True-Metal-Hymnen wie “The Hammer King’s Hammer”, “2 King 2 Hammering”, „Hammer Smashed King“ “Big King With Extra Hammer”, “Kingsize Hammer”, “Half Hammer, Half King” und “King of the Party: Let’s Get Hammered”.

Anspieltipps:
„Atlantis (Epilogue)“, „King Of Kings“, „Awaken The Thunder“ und „In The Name Of The Hammer

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Awaken The Thunder
02. Baptized By The Hammer
03. Onward To Victory
04. Hammerschlag
05. Atlantis (Epilogue)
06. We Are The Kingdom
07. Into The Storm
08. Ashes To Ashes
09. In The Name Of The Hammer
10. King Of Kings
11. Holy (Outro)

Jannis

ROCK SUGAR – Re-Inventinator

Band: Rock Sugar
Album: Re-Inventinator
Spielzeit: 68:42 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 20.04.2021
Homepage: www.facebook.com/RockSugarBand/

 

Die Chaotentruppe um Jess Harnell und Chuck Duran ROCK SUGAR sind mit neuen verrückt überdrehten Songkreationen zurück. Nach dem viel beachtetem ersten Mashup Album aus dem Jahr 2010 folgt nun das zweite Album welches nur als digitaler Download erhältlich ist und von der Band in Eigenregie durch eine Crowdfounding Kampange finaziert wurde. Genau wie auf deren erstem Album werden auch hier wieder Pop und Rock Klassiker der Vergangenheit und Neuzeit zu einem Brei zusammen gemixt der es in sich hat. Der Unterschied zum Debüt besteht darin das nicht nur zwei Songs zu einem vereint wurden sondern zwei bis zu zehn vermischt wurden und das ausnahmslos jeder Song Radio und die meisten Disco tauglich sind. Das Album rockt ohne Ende vom ersten bis zum letzten Song, kann dabei voll überzeugen und gefallen.

ROCK SUGAR die aus der Melodic Rock Truppe LOUD & CLEAR hervor gingen die zwei sehr gute Alben aus den Jahren 1997 und 2002 am Start hatten. Zur Band gehören Jess Harnell am Mikro, Chuck Duran Gitarren, Lead und Backing Vocals, Michael Christopher an Bass und Backing Vocals und Kevin Kapler am Schlagzeug. Als Gastmusiker waren dabei Greg Chun und Sven Martin an Keyboards, Cara Harnell und Mark Slaughter am Mikro und Gregg Bissonette am Schlagzeug. Harnell und Duran die schon seit LOUD & CLEAR Zeiten zusammen Arbeiten sind die treibende Kraft hinter ROCK SUGAR und noch dazu hervoragende Musiker die ihr Handwerk verstehen.

Song 1, Intro und Outro mit SUSAN VEGAs “Tom’s Diner” zum richtigen abrocken gemischt mit “Walk This Way” von AEROSMITH, AC DC “Back In Black”, “Centuries” von FALL OUT BOY, “Paradise City” von den GUNNERS und TOTOs “Africa”.

Song 2, fängt mit Modern Rock von LINKIN PARK an “Crawling”, “Numb”, “In The End”, “One More Light”, gehen danach zum Classic Bombast Rock von QUEEN über mit “Bohemian Rhapsody”, “We Will Rock You”, “We Are The Champions”, “The Show Must Go On”, “Who Wants To Live Forever” und “Sombody To Love”.

Song 3, ein perfekter Mix aus JOURNEYs “Faithfully” und “Sweet Child O‘ Mine” von den GUNNERS, passt genauso perfekt wie der Song “Don’t Stop The Sandman” vom Debüt der damals JOURNEY und Metallica zu einem geilen Song vereinte.

Song 4, vereint wieder Pop mit TEARS FOR FEARS “Shout” und “Everybody Wants To Rule The World” mit dreckigem Hard Rock von MÖTLEY CRÜE “Shout At The Devil”, Melodic Rock von SLAUGHTER “Up All Night” und Classic Rock der Marke LED ZEPPELIN “Black Dog”.

Song 5, schickt Pop von BRUNO MARS “Locked Out Of Heaven” mit dem Groovemonster von BILLY IDOL “Rebel Yell” ins Rennen volle Tanzflächen Garantie.

Song 6, besticht mit MÖTLEY CRÜE “Home Sweet Home” und dem Ohrwurm von DON HENLEY “Boys Of Summer”.

Song 7, ein Mix aus Dirty Hard Rock MÖTLEY CRÜE “Home Sweet Home”, Pop ADELEs “Some One Like You” und dem Melodic Rock von NIGHT RANGER “Sister Christian”.

Song 8, Melodic Rock von WHITESNAKE “Still Of The Night”, über Deprimucke von NIRVANA “Smells Like Teen Spirit” bis hin zum LADY GAGA Pop “Bad Romance”

Song 9, von Pop Rock der Band THE OUTFILD “Your Love” zu den Smashhits von BON JOVI “You Give Love A Bad Name” und “Runaway”.

Song 10, bringt wieder Pop von KELLY CLARKSON “Since U Been Gone” über Hard Rock von HEART “Barracuda” zum Classic Rock LED ZEPPELIN “Immigrant Song”.

Song 11, fängt mit Classic Rock von STEVIE NICKS “Edge Of The Seventeen” an, mischt sich mit SURVIVOR “Eye Of The Tiger” geht mit PINK FLOYD “Another Brick In The Wall” eine Sympiose ein um mit PHIL COLLINS “In The Air Tonight” perfekt zu harmonieren, wird so zu einem Gesamtkunstwerk das in jeder Rocknight für gute Stimmung und volle Tanzflächen sorgen würde.

Song 12, bringt Pop mit ADELE “Rolling Into Deep” Hard Rock von den SCORPIONS “Rock You Like A Hurricane” und wieder Pop von CINDY LAUPER “Time After Time” zusammen.

Song 13, aus JOURNEY “Any Way You Want It” und dem Hard Rock von AC DC “Highway To Hell” wird ein Monster kreiert.

Song 14, macht Pop von KATY PERRY “Firework” und Melodic Rock von EUROPE “The Final Countdown” Salonfähig.

Fazit:

Für den einen ein chaotischer Mix, für den anderen sehr guter Hard Rock und für den nächsten der Heilige Gral, ich ordne mich mal in der Mitte der Abteilungen zwei hin zu drei ein. Die Kreationen sind sicher nicht jedermanns Sache, aber man muss neidlos anerkennen und den Hut vor ROCK SUGAR ziehen vor dem Können, dem Gespür welche Songs so gemischt harmonieren und vor allem die gewaltigen Eier zu besitzen sich an die Songs ran zu trauen um diese mit einer Selbstverständlichkeit zu mixen als wenn es nichts leichteres geben würde. Ich vergebe für dieses hockexplosive Chaos im Quadrat eine Bewertung von 9 Sternen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Walk In Black For Centuries
02. Crawling Numbly To Somebody Bohemian
03. Faithful Child O‘ Mine
04. Shout At The Devil Dog All Night
05. Rebels Out Of Heaven
06. Wires Of Summer
07. Someone Like Home
08. Smells Like Teen Romance Of The Night
09. You Give Your Love A Bad Name
10. Since Ur Barracudas Been An Immigrant
11. Another Edge Of The Tiger In The Sky
12. Roll You In The Hurricane
13. Any Highway You Want
14. Countdown To Fireworks

Balle

ON ATLAS SHOULDERS – Hyperion

Band: On Atlas Shoulders
Album: Hyperion
Spielzeit: 39:54 min
Stilrichtung: Epic Heavy Metal
Plattenfirma: Metalmessage
Veröffentlichung: Heavy Metal
Homepage: www.onatlasshoulders.com

Die deutschen Epic Heavy Metaller ON ATLAS SHOULDERS wurden 2018 in Frankfurt am Main von Sänger Marius Bönisch (Gesang) und Ben Chadwick (Gitarre) gegründet.
Im Juni 2020 erschien dann ihr Debütalbum „Invictus“ und nun hat man den Nachfolger „Hyperion“ fertig, um ihn auf die geneigte Hörerschaft loszulassen.
Viel mehr Infos gibt es nicht über die Band, daher starten wir direkt mit dem Albumopener „The Executioner“. Dieser ist eine abwechslungsreiche Nummer die schön im Midtempobereich bleibt und einen epischen Touch besitzt.
Zusätzlich haben wir hier einen ordentlichen Chorus der sich direkt in den Gehörgängen festsetzt.
Ein mehr als würdiger Opener also!
„5 Billion Years im Anschluss“ ist dann nicht ganz so düster gehalten wie der Opener kann aber nochmal ein Tacken zulegen was die Eingängigkeit angeht. Ebenfalls also direkt ein Anspieltipp.
Mit dem ebenfalls sehr ordentlichen „Ruins“ geht es in den Mittelteil der Scheibe hier dominiert klar „Age of Fire“ und weiß direkt zu begeistern. Die restlichen Songs bewegen sich im guten Standardmetalbereich, die nicht schlecht sind, aber auch nicht groß auffallen.
Mittlerweile merkt man auch das die Jungs einen modernen Touch des Epic/Heavy Metals haben und sich somit schön aus dem Einheitsbrei der Genrebands abheben.
Der Gesang von Fronter Marius ist zuerst irgendwie etwas gewöhnungsbedürftig, warum weiß ich gar nicht, aber im Laufe der Scheibe ist auch daran nichts auszusetzen und passt dann perfekt zum modernen Touch der Mucke!
Das im Chorus wunderbar eingängige „Flight of the Falcon“ eröffnet dann das letzte Drittel der Scheibe wo relativ schnell mit dem Funsong „Biohazard“ und dem abschließenden, epischen „Brothers in Arms“ die Gewinner feststehen!
Letztere Nummer dürfte ein klarer Favorit auf die zukünftige Livehitliste sein, eine wunderbar Mitgeh und Mitsingnummer!

Anspieltipps:

„The Executioner“, „5 Billion Years“, „Age of Fire”, “Biohazard” und “Brothers in Arms”

Fazit :

Wie schon geschrieben haben die Jungs von ON ATLAS SHOULDERS ihre ganz eigene Interpretation des Heavy/Epic Metals.
Ein gewaltiger Touch Modern Metal schwingt hier immer mit, für Oldschool Fans ist das Ganze also nicht wirklich etwas!
Die Scheibe sowie die Mucke der Jungs braucht auf jeden Fall den ein oder anderen Durchlauf mehr, um zu zünden und die Stärken zu offenbaren, aber es lohnt sich auf jeden Fall dranzubleiben!
Ein starkes, zweites Album der Jungs haben wir hier auf jeden Fall vor uns! Ich bin gespannt wie der Weg der Band weitergeht.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Executioner
02. 5 Billion Years
03. Ruins
04. When Heavens Collide
05. Age of Fire
06. To the Wolves
07. Flight of the Falcon
08. Interceptor, Truth Protector
09. Biohazard
10. Brothers in Arms

Video zu “The Executioner”:

Julian

HELLOWEEN – „Helloween“

Band: Helloween
Album: Helloween
Spielzeit: 65:10 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 18.06.2021
Homepage: www.facebook.com/helloweenofficial

HELLOWEEN sind eine deutsche Power-Metal… Ach, sparen wir uns das. HELLOWEEN sind wieder da!! “Ja gut”, wird der ein oder andere Bewohner eines Hohlraumes unter einem Stein sagen, “entspann dich, andere Bands bringen auch nur alle sechs Jahre ’n Album raus.” Diesen Menschen sei an dieser Stelle vorsichtig nahegelegt, dass “Helloween” aber nicht unbedingt ein normales HELLOWEEN-Album ist, sondern mit Michael Kiske, Andi Deris und Kai Hansen (letzterer auch an den Gitarren) gleich drei HELLOWEEN-Sänger und mit Kai, Michael Weikath und Sascha Gerstner auch drei Gitarristen vertreten sind. Dazu Markus Grosskopf am Bass und Daniel Loeble an den Drums und die Seven Keepers of the Keys sind als Besetzung der feuchte Traum jedes Power-Metallers. Die Erwartungen an diese Pumpkin Spiced Platte vonseiten der Fans waren hammerhart. Gibt “Helloween” genug Süßes, oder muss es Saures kassieren?
Entwarnung sei gegeben, das Warten hat sich gelohnt. Über eine Stunde Spieldauer (ohne Bonustracks), alles dabei vom knackigen 3,5-Minüter bis zum +12-Minuten-Opus und Hamburger Metal in seiner schönsten Form, zu dem jedes Mitglied der Truppe seine Einflüsse beigetragen hat. Und ganz ehrlich: Die HELLOWEEN/GAMMA-RAY-Fraktion mag Inspiration für unzählige Power-Metal-Bands gewesen sein, doch alleine an diesen Kompositionsstil kommt nahezu keine von ihnen ran. Die Spiel- und Lebensfreude, die dieser Musik entspringt, kann nicht kopiert werden, sie muss mitgebracht und in einem Gewand verpackt werden, das teils ziemlich harten Power Metal mit Melodien versieht, die immer wieder mal gewisse Nähe zu QUEEN und meinem Hörgefühl nach durchaus auch mal zu Musical-Kompositionen und vielleicht auch ein bisschen ABBA zeigen. Im Ernst, 90 Prozent heutiger Power-Metal-Bands haben überhaupt nicht mehr auf dem Schirm, dass man Songs auf diese Weise schreiben kann, dass es nicht nur darum geht, einen Text auf platt majestätische Melodien zu schreiben, die immer die selbe Stimmung vermitteln wollen und immer die selbe Kompositionsstruktur innerhalb der einzelnen Teile verwenden. “Helloween” bietet genau diese Liebe zur Musik, die auf der einen Seite ungeheuer nostalgisch ist, auf der anderen Seite aber auch genug Einfluss haben mag, um ein paar anderen Bands zu zeigen, wie Power Metal auch geht. Was nicht bedeutet, dass nicht auch ein paar straighte rockige Songs ihren Weg auf “Helloween” gefunden haben. Die Truppe kann nur eben halt beides, und das ist wiederum auf die Vielzahl unterschiedlicher Musiker mit unterschiedlichen wie funktionierenden Songwriting-Stilen zurückzuführen, deren Mix die Platte musikalisch so vielseitig macht, wie sie letztendlich ist.
Hoffen wir, dass HELLOWEEN in dieser Form kein einmaliges Projekt sind. Denn was könnte es Schöneres geben als einen Aufstieg der NWoHPM (New Wave of Hamburger Power Metal), vor allem in einer so spaßigen Überraschungstüte, wie “Helloween” sie geworden ist?

Fazit:
Geil! Kaufen!

Anspieltipps:
“Best Time”, “Skyfall”, “Fear Of The Fallen” und “Mass Pollution”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Out For The Glory
02. Fear Of The Fallen
03. Best Time
04. Mass Pollution
05. Angels
06. Rise Without Chains
07. Indestructible
08. Robot King
09. Cyanide
10. Down In The Dumps
11. Orbit
12. Skyfall

Jannis

SACRED GROOVE – MSTRPLN

Band: Sacred Groove
Album: MSTRPLN
Spielzeit: 51:28 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Hey!blau Records
Veröffentlichung: 04.06.2021
Homepage: www.sacred-groove.com

Die Band SACRED GROOVE lief mir das letzte Mal mit ihrem Debütalbum „Needful Things“ 2011 über den Weg. Zwischenzeitlich brachte man noch das zweite Album „The Other Side“ 2015 heraus und wechselte dort auch die Sängerin. Alona Levina übernehm das Mirko.
Nun kehrt der Vierer wieder nach langer Pause zurück und hat das dritte Album „MSTRPLN“ im Gepäck. Die lange Pause war leider zwangsweise da man den tragischen Unfalltod von Keyboarder Jüppi Püllen zu verkraften hatte.
Nun ist man aber wieder back on the track und möchte den Fans ein neues musikalisches Kapitel von SACRED GROOVE präsentieren.
Gestartet wird das neue Album durch „Ghost of Yesterday“ welcher nach einer kurzen Einleitung sehr melodisch startet und im Chorus seinen Eingängigkeitshöhenpunkt erreicht.
Als Opener ist der Track perfekt geeignet um somit dem geneigten Hörer direkt Lust auf mehr zu machen!
Ein Wort zur „neuen“ Sängerin Alona. Hier muss man klar auf opernhaften Gesang stehen, denn die Dame hat einen absoluten Hang danach gerade in den Höhen dahingehend „abzuhauen“. Eine Rockröhre ist sie definitiv nicht, auch wenn sie viel Variabilität mitbringt.
Der nächste Song, der so richtig begeistern kann, ist der Titeltrack „Masterplan“. Hier ist alles in Butter und zu Recht ist die Nummer aussagekräftig für die gesamte Platte.
Eine schöne, melodische Nummer die viel Freude verursacht.
Danach gibt es mit „Misery“ und „Never be alone“ zwei eher nach Standardmetal tönende Stücke auf die Ohren, bevor wir mit dem kraftvollen „Nevermore“ den nächsten Anspieltipp haben, der sich ziemlich schnell in den Gehörgängen festsetzt.
Danach gibt es dann leider wieder eher Standardmetal zu hören, der zwar gut gemacht ist, aber nicht wirklich aus der grauen Veröffentlichungsmasse hervorsticht.
Erst im letzten Drittel geht es qualitativ wieder nach oben und mit dem abwechslungsreichen „Can you see the Storm“ und dem abschließenden, melodischen „Times of Temptation“ haben wir noch zwei weitere Hits zu vermelden.

Anspieltipps:

„Ghost of Yesterday“, „Masterplan“, „Nevermore” und “Times of Temptation”

Fazit :

Zwei große Knackpunkte sehe ich beim neuen SACRED GROOVE Album. Der Gesang von Fronterin Alona ist definitiv nicht schlecht, aber doch sehr gewöhnungsbedürftig, weil er doch eher in die opernhafte Richtung geht oder ständig zwischen eher rockig und opera hin und her schwankt und sich nicht richtig festlegen will.
Des Weiteren geht man teilweise zu sehr auf Nummer sicher und bewegt sich viel im Standardmetalbereich was das Hervorstechen in der aktuellen Veröffentlichungsflut schwierig macht.
Insgesamt eine gute, solide Leistung, nicht mehr, aber auch nicht weniger! Fans der Band sollte aber auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ghost of Yesterday
02. The Journey to Hell and back
03. Masterplan
04. Misery
05. Never be alone
06. Nevermore
07. Second coming
08. Secret Places
09. See you again
10. Can you see the Storm
11. Times of Temptation

Video zu “Masterplan”:

Julian

RAVAGER – The Third Attack

Band: Ravager
Album: The Third Attack
Spielzeit: 42:00 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 18.06.2021
Homepage: www.ravager-thrash.de

Das beschauliche Walsrode in Niedersachsen hat bei seinen 30.000 Einwohnern zwei ganz besondere Dinge zu bieten. Das ist zum Ersten der weltweit größte Vogelpark und zum Zweiten RAVAGER, die mit ihrem dritten Longplayer um die Ecke kommen und ihrer Stadt und sich selber zu noch mehr Popularität verhelfen könnten. Die Jungs mit der aktuellen Besetzung Marcel Lehr (g.), Philip Herbst (v.), Dario Rosenberg (g.), Justus Mahler (b.) und André Sawade (d.) gibt es nun schon seit 2014 und veröffentlichen ihre Alben bei Iron Shield Records. Das Cover Artwork wurde wieder einmal von Timon Kokott entworfen und ist vorzüglich gelungen. Mit dabei ist auch wieder der coole Thrashzilla namens Keule darauf. Genug, jetzt heißt es Attacke, it’s time for some Thrash Metal.

„Intruders“ ist ein rein instrumental gehaltener Opener, der atmosphärisch beginnt und richtig heroisch abgeht. Ich glaube hier wird man direkt auf die Schlacht vorbereitet. Auf „Planet Hate“ fliegt uns Old School Teutonen Thrash um die Ohren. Das Stück ist aggro as fuck und hat zugleich einen satten Groove. Die Gangshouts passen auch wie Arsch auf Eimer und das Gitarrensolo fetzt. Hey Tankard, seid ihr es auf „Back To The Real World“? Nein, natürlich nicht. Aber eine gewisse Ähnlichkeit kann man diesem Kracher nicht absprechen. Stört keine Sekunde wenn es so authentisch und frisch rübergebracht wird. Und irgendwie bekomme ich Lust auf Bier, muss wohl am Text liegen. Frontsau Philip singt so herrlich derbe auf „Priest Of Torment“, ein Genuss. Diese Vollgasnummer wird einen heftigen Moshpit auslösen, so viel steht fest. Wer jetzt noch stehen kann, sieht sich „A Plague Is Born“ gegenüber stehen. Eine fette Midtemponummer die in der Mitte aber immer mehr an Fahrt aufnimmt und sehr eingängig erscheint. Bei „The Third Attack“ werden keine Gefangenen gemacht und es wird eine wilde Schlacht dargestellt. Knapp über zwei Minuten lang gibt es Thrash Metal auf höchstem Niveau. „Beyond Reality“ fängt düster und bedrohlich an, nur um dann wie ein wild gewordener Hornissenschwarm auf dich loszugehen. Meine Fresse, auch hier werden sich die Leute im Pit zerlegen. „My Own Worst Enemy“ ist ein wahrer Hochgenuss. Hier wird die volle Thrash Metal Keule ausgepackt und einem auf die Birne geschlagen. Nach einem cleveren Break in der Mitte grooved es wie Sau und man muss die Nackenwirbel strapazieren. Holla, da ist aber jemand angepisst auf „King Of Kings“. Hier knallt und scheppert es an allen Ecken und Enden und die ganze Mannschaft von RAVAGER ist in Höchstform. Ich werde es nicht müde zu sagen, der letzte Song muss ein Killer sein damit man sofort wieder die Repeat Taste drückt. RAVAGER haben mich erhört und liefern mit „Destroyer“ ihren längsten und besten Track ab. Hier gibt es da volle Programm. Metallica, Iron Maiden, geile Soli und Riffs, alles dabei. Respekt Leute, so ein Teil muss man erstmal raushauen. Mit einem herzlichen Fuck You endet es und ich muss mich kurz wieder sammeln.

Anspieltipps: 1-10

Fazit: Hier trifft Westcoast Thrash auf deutschen Thrash. Wer auf Death Angel, Exodus, Kreator, Tankard, Sodom und Destruction steht, kommt an diesem Brecher 2021 und in Zukunft nicht vorbei. Da haben die Niedersachsen ein absolutes Highlight vom Stapel gelassen. Da wird die Konkurrenz und die vorhin genannten Bands ganz schön große Augen machen. Jetzt dann noch die richtige Tour (hoffentlich bald) dazu und es wird einen enormen Karriereschub geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intruders
02. Planet Hate
03. Back To The Real World
04. Priest Of Torment
05. A Plague Is Born
06. The Third Attack
07. Beyond Reality
08. My Own Worst Enemy
09. King Of Kings
10. Destroyer

Sturmi

KING COMPANY – Trapped

Band: King Company
Album: Trapped
Spielzeit: 49:21 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 25.06.2021
Homepage: http://www.facebook.com/kingcompanyofficial/

 

Die Finnen von KING COMPANY kommen mit ihrem dritten Album aus den Studio, die Besetzung ist mit einer Ausnahme die Gleiche wie auf den Alben davor und man bleibt sich treu das der Posten am Mikro ersetzt wurde. Zu den Übeltätern zählen Ikka Keskitalo am Mikro, Antii Wirman an Gitarren, Time Schleifer am Bass, Jari Paliamo an Keys und Mirka Rantanen an Drums.

Die Stimme auf Album #1 ging in Richtung Joe Lynn Turner, Björn Lodin und David Coverdale, auf Album #2 gingen die Vocals in höhere Lagen, nicht mehr ganz so rau und dirty wie auf dem Debüt passten aber auch sehr gut zum Sound der Band. Nun auf der #3 werden die Vocals wieder tiefer, rauer und eine Spur vorlauter in etwa Erik Martensson mit fünf Pullen Jacky intus, aber harmoniert auch sehr gut mit dem Sound. Dieser Sound bewegt sich hier mal bei WHITESNAKE, AMMUNITION, ECLIPSE, oder bei NORDIC UNION und ONE DESIRE, gefällt dabei sehr gut. Die Gitarren kommen punktgenau unterstützt von den Keys mit feuernden Drums, mit einem Shouter der seinen Job mit bravour erledigt hat.

“I Will Be There” ein flotter kräftiger Highoctane Song, “Trapped In Heart” ein Melodicmonster, Ohrwurm und Highlight mit traumhaftem mehrstimmigen Refrain. “Stephanie” könnte als starke Kreuzung aus WHITESNAKE und ONE DESIRE durchgehen, “Dangerous Tonight” könnte eine Mischung aus AMMUNITION und ECLIPSE sein, geiler Song. “Death Of Soul” der Titel ist Programm, traurig und melancholisch, “Screen In Your Life” gibt mächtig Gas ein flotter Rocker. “Nothing For Free” das nächste Highlight würde sich auch gut bei AMMUNITION machen ein Melodic Rocker, “Fair Winds” weiter geht es mit einem erneuten Highlight würde sehr gut zu ECLIPSE oder ONE DESIRE passen. “Cold Killing Game” geht in Richtung WHITESNAKE, “Nobody’s Fools” macht wieder gewaltig auf Vollgas Durchschnitt, “Stars Will Lead The Way” ein verträumter Melodic Rocker.

Fazit:

Für Fans der Vorgänger und der Vergleiche ein muss, für Einsteiger der ideale Soundtrack um sich mit der Materie Melodic Hard Rock aus Skandinavien vertraut zu machen. Von mir gibt es für dieses Schmankerl eine fette 9. Nicht auf das Cover herein fallen, es handelt sich um ein reines Melodic Hard Rock Album und nicht wie das Bild vermuten lässt Metal Mucke.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I Will Be Here
02. Trapped In Heart
03. Stephanie
04. Dangerous Tonight
05. Death Of Soul
06. Screen Is You Life
07. Nothing For Free
08. Fair Winds
09. Cold Killing Game
10. Nobody’s Fool
11. Stars Will Lead The Way

Balle

CROWNE – Kings in the North

Band: Crowne
Album: Kings In The North
Spielzeit: 43:12 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 18.06.2021
Homepage: www.facebook.com/officialcrowne

Die schwedische Hardrockszene hat seit jeher eine Unmenge an brillanten Kapellen zu bieten. Das war schon in den Achtzigern so und ist auch heute keinen Deut weniger der Fall. Mit CROWNE erscheint eine ganz besondere Combo auf der Bildfläche. Als sogenannte Supergroup konzipiert – jeder darf selbst darüber sinnieren, was eine Supergroup für ihn persönlich bedeutet – macht ein Blick auf die Liste der mitwirkenden Akteure aber durchaus Lust auf die folgenden elf Songs. Ist Sänger Alexander Strandell mit seiner Stammband ART NATION noch relativ neu im Geschäft, kann im Falle von EUROPE´s Bassist John Levén felsenfest behauptet werden, dass CROWNE hier einen echten Veteranen an Bord haben. Außerdem gesellen sich Produzent/Gitarrist/Keyboarder/Tausendsassa Jona Tee (H.E.A.T.) sowie Schlagwerker Christian „Kicken“ Lundqvist (THE POODLES) dazu. Als Gastgitarrist konnte Love Magnusson (DYNAZTY) gewonnen werden.

Nun pirschte sich unlängst eine andere skandinavische Band auf dem gleichen Label mit einem Hammeralbum an, um die Hardrockwelt zu erobern – unter anderem mit Titeln wie „Thunder From The North“. Ihr ahnt es schon, die Rede ist von den Finnen TEMPLE BALLS und ihrem im April erschienen Drittwerk „Pyromide“. Auch dort war Jona Tee als Produzent involviert. Dass bei CROWNE aber die Könige des Nordens zu Werke gehen und nicht „nur“ ein bisschen Donnergrollen, wollen (und müssen) die Musiker auf ihrem Erstling erst einmal beweisen.

Die erste Single „Mad World“ konnte dies nur bedingt. Durchaus schön anzuhören, aber sehr konstruiert wirkend, blieb die Kinnlade erst einmal oben, ob der äußerst großen Erwartungen an dieses vielversprechende Projekt. Mit dem zweiten Appetizer „Sharoline“ verhält sich das ganz anders. Hier wird alles ausgepackt, was ein Song in der Schnittmenge der Mitwirkenden haben muss. Überlebensgroße Melodien, mit perfektem Sound ins Szene gesetzt, zeigen die Herrschaften hier, was in ihnen steckt.

Aber zäumen wir das Pferd nicht von hinten auf. Beginnen wir, wie jeder normale Mensch, mit dem Eröffnungstrack. Der wurde mit dem Titelsong gleich passend besetzt. Im Midtempo gehalten bricht ein perfekt arrangierter, vorgetragener und produzierter Brecher über den Hörer herein. Ebenso verhält es sich beim folgenden „Perceval“, übrigens der dritten Single-Auskopplung. Etwas flotter geht das Kollektiv hier zu Werke, nicht ohne im Refrain ein weiteres Mal eine Mitsingmelodie erster Güte aufs Parkett zu legen. Über „Sharoline“ muss ich nicht viele Worte verlieren: die Nummer ist einfach ein Hit! Auch reinhören solltet Ihr auch unbedingt in „Unbreakable“, „Sum Of All Fears“, „Make A Stand“ und „One In A Million“.

Mit „Kings In The North“ werfen CROWNE also doch wie erwartet ein bockstarkes Debütwerk in die Runde. Nahezu ohne schwächere Momente kommt diese knappe Dreiviertelstunde Hochglanz-Hardrock daher. Natürlich kann man sich wieder einmal über den Projektcharakter aufregen, und doch ist die Platte einfach zu stark, sind die Musiker zu gut und ist das Gesamtpaket einfach zu stimmig, um hier den Zeigefinger zu heben und diesem tollen Silberling keine Chance zu geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Kings Of The North
2. Perceval
3. Sharoline
4. Unbreakable
5. Mad World
6. One In A Million
7. Sum Of All Fears
8. Set Me Free
9. Make A Stand
10. Cross To Bear
11. Save Me From Myself

Stefan

LEE AARON – Radio On!

Band: Lee Aaron
Album: Radio On!
Spielzeit: 47:19 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 23.07.2021
Homepage: www.leeaaron.com

Als in unserer Redaktion die Info über ein neues Album von LEE AARON eintrudelte, das „Radio On!“ heißt und angelehnt an die gute alte Zeit der FM-Sender mit großartigem Rock, fiesen Gitarrenriffs und melodischen Hooks (O-Ton Promoinfo) sein soll, wurden die Augen (und Ohren) mächtig groß. Immerhin hat die äußerst gutaussehende Kanadierin seit dem erneuten Start ihrer Rock-Karriere mit dem 2016er Langspieler „Fire And Gasoline“ (das ich seinerzeit rezensieren durfte) nicht nur glückliche Gesichter unter ihren alten Fans hinterlassen. Und dieses Press-Release liest sich wie eine Rückbesinnung auf alte Tage, in denen Hits wie „Lady Of The Darkest Night“ oder „Watcha Do To My Body“ entstanden sind.

Doch diese Erwartungen werden ganz schnell über den Haufen geworfen. Schon der Opener „Vampin´“ zeigt, dass die einstige Metal Queen weder den polierten Sound der späten Achtziger von Alben wie „Bodyrock“ (1989) oder „Lee Aaron“ (1987) wiederaufleben lässt, noch zurück in die metallischeren Anfangstage von „Metal Queen“ (1984) geht. Vielmehr zockt die Kanadierin mit ihrer Band (Sean Kelly – guitars, Dave Reimer – bass, John Cody – drums) knochentrockenen, zeitgemäßen Rock ohne viel schnickschnack. Die Röhre von LEE AARON ist immer noch allererste Sahne, auch wenn sie ihr Organ schon seit langem sehr viel variabler einzusetzen vermag als in ihrem ersten Karriereabschnitt.

Hat man sich erst einmal damit arrangiert, dass „Radio On!“ keineswegs als Nostalgietrip in die eigene Vergangenheit zu verstehen ist (was im Vorfeld so suggeriert wurde), baut man recht schnell eine gute Bindung mit dem neuen Album auf. Laut eigenen Aussagen hatte LEE AARON die Idee, sich einfach ein paar Tage mit der kompletten Band in einen Raum einzuschließen und zu sehen, was dabei heraus kommt. Hieraus resultierte also dieses Dutzend neuer Songs, deren Spielfreude und Enthusiasmus förmlich ins Ohr springt. Das Quartett hatte sichtlich Spaß. Und trotzdem fehlt etwas…

Ein potentieller Hit ist nicht unter den neuen Stücken. Versteht mich nicht falsch, Nummern wie „Soul Breaker“, „Vampin´“, Mama Don´t Remember“ oder das energetische „Cmon“ sind toll, aber in gewisser Weise fehlt manchmal das Selbstverständnis früherer Alben. Vielleicht ist es aber wirklich die Erwartungshaltung meinerseits, die einfach nicht aus dem Kopf will. „Radio On!“ ist für mich also absolut keine Reise in die glorreiche Vergangenheit, wo die legendären FM Sender den Äther beherrschten (O-Ton Press Release), sondern ein durchaus gutes, zeitgemäßes Rockalbum mit erwachsenen Songs, die manchmal etwas mehr Schwerelosigkeit und weniger Verkopftheit gebrauchen könnten. Dass die Platte an nur einem Wochenende entstanden ist, ist dabei absolut kein Manko. Spontanität und die verhältnismäßig rohen Fassungen dieser Songs haben auch etwas Gutes, nur wäre hier und da etwas mehr Federschmuck oder eine Breitwand-Hookline hilfreich gewesen.

„Radio On!“ ist durchaus gut, wird sich aber – wie schon die Vorgänger „Fire And Gasoline“ und „Diamond Baby Blues“ – bei den alten Fans nicht durchsetzen können. Mit ihrer positiven Art wird das für LEE AARON und ihre Band aber sicher nicht das große Problem sein, denn immerhin ist das letzte halbwegs klassische Album der Kanadierin bereits 27 Jahre alt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Vampin´
2. Soul Breaker
3. Cmon
4. Mama Don´t Remember
5. Radio On
6. Soho Crawl
7. Devil´s Gold
8. Russian Doll
9. Great Big Love
10. Wasted
11. Had Me A Hello
12. Twenty One

Stefan

DEVILS IN HEAVEN – Rise

Band: Devils In Heaven
Album: Rise
Spielzeit: 58:45 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 25.06.2021
Homepage: www.facebook.com/tassiesdevilsinheaven/

 

Endlich kommt dieses Debütalbum in den Handel, meine erste Begegnung mit den DEVILS IN HEAVEN hatte ich vor etwa 15 Jahren als ich die EP aus dem Jahr 1993 probe hören konnte die zwei Hits “Liberation” und “Ships In The Night” enthielt. Damals fand ich irgendwo in den Weiten des WWW die EP als Download. Ich suchte eine lange Zeit vergeblich danach, weder die erste Single von 1992 oder die 3-Track EP waren zum Erwerb auf zu treiben. Dann vor einigen Jahren auf einem Streifzug durch das Endlose WWW nach Raritäten fand ich eine CD (vermutlich ein Bootleg) von Dave Whitney der Stimme von den DEVILS IN HEAVEN mit identischer Tracklist, vom Sound her ist kein Unterschied zu hören. Ich gehe mal davon aus das es sich hier um Originalaufnahmen der frühen 1990er handelt die ein wenig aufgehübscht wurden. Was Dave Whitney mit seinen Mannen auf diesem Album veröffentlichen wäre zu Schade für ein Regal in einem dunklen Kellerverlies.

Die aus Tasmanien stammenden DEVILS IN HEAVEN wurden etwa um 1986 als DINNER TIME gegründet, irgendwann in der Zeit von 1986 bis 1991 wurde der Bandname in DEVILS IN HEAVEN geändert. Zum Lineup gehörten Dave Whitney an Mikro und Gitarre, Matt Shield am Bass, Nelson Tabe an Keys und Phil Crothers an Drums. 1991 konnte die Band in ihrer Heimat für Wirbel sorgen, sie gewannen eine TV Talent Show. Leider wurde es nach der EP wieder sehr still.

Das geboten bewegt sich meist im AOR, zwei Songs sind ein wenig härter ausgefallen, der Sound geht in Richtung STARSHIP, COLD CHISEL, JOHN WAITE, JOURNEY und kann überzeugen. Die Stimme von Whitney ist angenehm und setzt Akzente, die Gitarren kommen richtig eingesetzt rüber, die Keys sind wohldosiert und die Drums komplettieren das positive Gesamtbild. Leider gibt es ein Haar in der Suppe, die Soundqualität trübt den Genuß ein wenig, die bewegt sich im besseren Demobereich.

Mit “Liberation” kommt ein Kracher gleich am Anfang einer der beiden härteren Songs, ein fettes Highlight. “The Night Is Over” ein flotter AOR Kracher, “Take Me” AOR der besten Sorte. “Ain’t It A Wonder” eine gefühlvolle Ballade. “Ships In The Night” das zweite fette Highlight auch im gegensatz zu den anderen Songs härter ausgefallen, “Say A Prayer” ein weiteres AOR Highlight. “Age (Simple Man)” eine gute Ballade, “All Night” bester AOR. “Listen To My Heart” angepoppter AOR erinnert an BYSTANDERs “Welcome To The Real World” oder RICK SPRINGFIELD, “Dreams” guter verträumter AOR. “Your Beating Heart” flotter Pop AOR, “Heart, Mind & Soul” fängt als Ballade an und entpuppt sich ab Minute 1:25 zum Softrocker. Song 13 und 14 sind in 1990er Versionen als Bonus Tracks vorhanden.

Fazit:

Starkes Material von den DEVILS IN HEAVEN, durch die doch nicht ganz so gelungene Soundqualität bleibt ein fader Nachgeschmack, da wäre mit amtlichem Sound mehr drin gewesen, so vergebe ich eine Bewertung von (sorry Boys) 7,5 Sternen. Die Highlights können den Sound nicht überspielen, mit mehr Dampf im Sound hättes es eine 9 geben können!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Liberation
02. The Night Is Over
03. Take Me
04. Ain’t It A Wonder
05. Ships In The Night
06. Say A Prayer
07. Age (Simple Man)
08. All Night
09. Listen To My Heart
10. Dreams
11. Your Beating Heart
12. Heart Mind Soul
13. Ships In The Night (1990 Version, Bonus Track)
14. Ain’t It A Wonder (1990 Version, Bonus Track)

Balle