ABSTRACTION – Nightmare

Band: Abstraction
Album: Nightmare (EP)
Spielzeit: 23:50 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: (Eigenveröffentlichung)
Veröffentlichung: 26.06.2017
Homepage: www.abstractionband.com

2014 hatte ich an das Debüt der bulgarischen Prog Formation ABSTRACTION besprochen (und zwar hier), nun liegt uns als Lebenszeichen der Jungs die neue 3 Track EP „ Nightmare“ vor. Näheres zur Band kann man meinem eben angesprochenen Review entnehmen, zum neuen Release gibt es jedenfalls keine personellen Änderungen von Seiten der Band zu vermelden. Gehen wir also mal davon aus, dass ABSTRACTION noch in derselben Formation wie vor 3 Jahren unterwegs sind.

Nennen wir das Kind gleich beim Namen, dann haben wir das aus den Füßen: ja, an dem was ich zum Vorgänger gesagt habe muss nicht viel geändert werden. Auch heute klingen bei ABSTRACTION vor allem DREAM THEATER durch – der Titeltrack spricht da Bände. Das macht die Sache in der Flut von ähnlichen Einflüssen getriebenen, handwerklich starken Bands aus der Szene natürlich nicht leichter. Der wirklich einzige Weg sich da Gehör zu verschaffen und eine eigene solide Fanbasis aufzubauen geht über das Songwriting. Es wird immer eine andere Band geben die noch frickeliger ist, die noch schneller spielt und bei der der Sänger noch durchgeknallter und/oder höher singt. Leider vernachlässigen die meisten Bands grade dieses Thema sträflich und beackern Felder, auf denen eh nix mehr wächst. ABSTRACTION treten zum Glück nicht in diesen Fettnapf, tun sich auf der anderen Seite aber auch ein wenig schwer Hooklines der Marke "Wow" im Gedächtnis zu platzieren. Dennoch kann das mit einer leicht an frühe Therapy? Hits erinnernden Strophe nach vorne rockende „Steam Machine” sowie das mit schönen Clean Gitarren im Stile von Fates Warning oder Queensryche aufgepeppte “Sand In The Hand” überzeugen. Es sind vor allem die immer wieder gut platzierten Satzgesänge, die die Band ein wenig herausheben und für Aha-Erlebnisse sorgen. Im Großen und Ganzen mangelt es wie bereits gesagt etwas an Ohrwurm-Melodien (die solch eine Musik unweigerlich braucht um im Gedächtnis zu bleiben). Appetit auf ein komplettes neues Album der Band macht die EP aber allemal.

Aus den bekannten klassischen Zutaten versuchen ABSTRACTION etwas Eigenes zu schaffen und ziehen sich dabei achtbar aus der Affäre. Charmant ist die Eigenproduktion, die auf der einen Seite nicht billig, auf der andern Seite aber immer noch modern genug und fast schon ein wenig retro klingt. Nimmt man dann noch den eigenständigen Gesang des Fronters hinzu (der sich seit dem Debüt eindeutig verbessert und mit seiner leicht gepressten Stimme Wiedererkennungswert hat), dann sollten für Prog Fans der alten Schule genug Argumente für ein Probehören vorhanden sein. An der Hooklines sollten die Jungs aber noch feilen.

WERTUNG: 

 


Trackliste:

01. Steam Machine
02. Nightmare
03. Sand In The Hand

Mario

SHARZALL – Black Sun

Band: Sharzall
Album: Black Sun
Spielzeit: 35:56 min
Stilrichtung: Gothic Metal / Dark Rock / Post Punk
Plattenfirma: NRT-Records
Veröffentlichung: 16.06.2017
Homepage:  www.sharzall.com

Der Weg von SHARZALL war alles andere als gradlinig. Obwohl Fronter Ronny Rage und Bassist NYGA bereits 2014 beschlossen hatten, den musikalischen Weg zukünftig gemeinsam zu beschreiten, hat es noch einige Zeit und diverse Namens- und Line-up Wechsel gedauert, bis aus dem Projekt endlich SHARZALL wurde und sich die Band mit Drummer D., Keyboarder SHINY und Gitarrist LIVITICUS vervollständigte. Knapp zwei Jahre später ist mit „Black Sun“ jetzt auch das Debüt erschienen und bestätigt die bereits durch einige Konzerte (u.a. als Support für Blaze Bayley) erworbene durchweg positive Resonanz.  
Der Stilmix von Gothic Metal und Dark Rock mit Post Punk, Metal und Essenzen von Horrorpunk gespickt, gefällt und zeigt auch, dass noch wesentlich mehr in der Band steckt und wahnsinnig viel Potenzial vorhanden ist. Das Album ist abwechslungsreich und kein Lied klingt wie das andere. Die von Ronny Rage verfassten Texte befassen sich passenderweise mit dem Tod und dem Leben und den bereits gemachten Lebenserfahrungen. Musikalisch irgendwo zwischen SISTERS OF MERCY,  DEATHSTAR und ein klein wenig RAMMSTEIN beeindruckt das Werk mit vielen Ideen und einer perfekt ausgewogenen Mischung von Goth mit metallischen Tönen und der passenden – auch optisch ansprechenden – Horrorshow. Aber SHARZALL nur darauf zu reduzieren ist zu klein gedacht! Das Album besticht durch Kreativität und perfekt inszenierten Songstrukturen.
Schon der Opener „Prologue“ kommt angenehm düster daher und man taucht in dunkle Welten ein. Die Singleauskopplungen „Way To Die“ und „Crisis“ sind eindrucksvoll theatralisch, Stimme, Komposition, alles passt. „Piker Man“ dagegen beststicht durch seinen heftigen Schwermetallanteil mit punkigen Einschlägen und „Hell Quit“ überzeugt mit einem „Sisters“-Gitarrenintro, knalligem Deathrock mit metallischen Untertönen und passend bösem Gesang. Allein die ersten 5 Songs des 11 Titel umfassenden Albums zeigen die Bandbreite der noch jungen Band. Und stil- und kompositionssicher geht es weiter. Mit „Love Is On The Ground“ gibt es sogar einen balladesken Song auf dem weitgehend perfekt arrangierten Album. Und der Titeltrack „Black Sun“ setzt dem Werk noch das Krönchen auf. Mit ihrem Debüt ist dem Quintett aus dem Nachbarland definitiv ein nahezu perfekter Erstling gelungen.  Düster, melancholisch, auf dunklen Pfaden wandelnd und doch mit harten Einschlägen und brachialem Kanonendonner. Grenzen werden überschritten und die Zombies aus Bratislava legen mit jedem Song noch ein Schippchen drauf. Hier kommt was Großes auf die Gothic Metal/Düster Rock Welt zu und wird die Zweifler und ewig gestrigen einfach verschlingen.
Und obwohl manche Songs nur an der Oberfläche des musikalischen Könnens kratzen, erkennt man bei jedem Stück des mit knapp 35 Minuten leider etwas kurz geratenen Albums das Potenzial von SHARZALL, welches sich mit Sicherheit in den hoffentlich noch zahlreich folgenden Alben weiter entfalten wird.

Fazit: Wer Bock auf ein wirklich sehr gut produziertes Album mit neuen Ideen aus Düsterwald hat und die ausgetretenen Pfade des Gothic Metal verlassen möchte, sollte sich das Debüt „Back Sun“ von SHARZALL unbedingt reinziehen. Die  noch junge Band aus der Slowakei zeigt den eingefahrenen Combos deutlich, wozu die Jugend heute fähig ist.


WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Prologue
02. Hell Quit
03. Piker Man
04. Crisis
05. Way to Die
06. Frontline
07. Love Is on the Ground
08. Death March
09. Black Sun
10. New Day
11. Frozen Touch

Tanja

THE BOYSCOUT – We Were Kings

Band: The Boyscout
Album: We Were Kings
Spielzeit: 37:26 Min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: 7hard
Veröffentlichung: 07.07.2017
Homepage: www.theboyscoutrocks.de

Mit "We Were Kings" legt uns dieser Tage Manuel Mijalkovski alias THE BOYSCOUT sein neues Album vor, dass ohne Zweifel sein intensivstes bzw emotionalstes geworden ist, denn die Texte handeln von persönlichen Erlebnissen und Schicksalsschlägen, die der sympathische Sänger in den letzten Jahren erfahren musste. Trotzdem oder vielleicht auch grade deswegen, geht von dem Longplayer eine extrem positive Stimmung aus, weil es eine Liebeserklärung an das Leben ist und man die Hoffnung niemals aufgeben darf.

Hymnen wie der Titelsong, der mit einer gehörigen Bon Jovi Schlagseite ausgestattet ist, das autobiographische "1983", oder der aus dem Archiv von Produzent Michael Voss (Casanova, Mad Max, Phantom 5) stammende alte Casanova Song "Our Night" sind extrem eingängige Tracks, die sich sofort in den Gehirnwindungen festsetzen und dort Ihre postiven Einflüsse verbreiten. Genau wegen solcher Titel zählt der AOR und Melodic Rock zu meiner favorisierten Musikrichtung.

Ebenfalls erwähnenswert sind die beiden Coverversionen, die auf "We Were Kings" vertreten sind. Einmal wäre da der alte Cher Klassiker "Bang Bang" und "Dying Words", der im Original von Nu Pagadi stammt, die als Sieger der Casting Show Popstars im Jahr 2004 bekannt geworden sind. Grade die hier sehr bombastisch aufgemachte Symphonic Ballade "Dying Words", kommt aufgrund des deutsch englischen Wechselgesanges, bei dem Linda Lulka (Linda And The Punch) den weiblichen Part übernimmt, sehr emotional daher. Erinnert mich ein wenig an glorreiche Meat Loaf Zeiten. Das ist ohne Wenn und Aber, ganz großes Kino, was THE BOYSCOUT hier an Gänsehaut abliefern.

Am Ende bleibt nur noch zu sagen, dass THE BOYSCOUT mit "We Were Kings" ein Bockstarkes Melodic Rock Album gelungen ist, was unbedingt in jede gut sortierte CD Sammlung gehört.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Hey Billy
02. You Are Not Alone
03. Bang Bang
04. Deal With It
05. We Were Kings
06. 1983
07. Long Is The Way
08. Our Night
09. Dying Words
10. Talking To An Angel

Heiko Füchsel

THAT ROCK GUY – Nothin´ To Lose

Band: That Rock Guy
Album: Nothin´ To Lose
Spielzeit: 43:30 min.
Stilrichtung: Hardrock, Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 30.06.2017
Homepage: www.thatrockguy.com

2017 ist ein tolles Jahr – zumindest einmal wieder, was die neuen Releases im Hardrocksektor angeht. Zahlreiche Hochkaräter waren bisher am Start, viele Unknowns haben tolle Platten eingespielt. Und wiederholt dieses Jahr das, was auch schon die vergangenen waren: ein Fest für alle Rock- und Metalfans. Lang erwartet auch das erste Album des Australiers THAT ROCK GUY. Mit dem Testballon „Through The Night“ hat Adam Barclay, wie er im richtigen Leben heißt, einen extrem starken Song vorab ins Rennen geschickt. So bärenstark und repräsentativ, dass angeblich alleine diese Nummer zum Plattenvertrag mit AOR Heaven gereicht hat. Dass THAT ROCK GUY zu den wohl am härtesten arbeitenden Musiker rund um den Globus gehört, davon zeugen über 1000 Live-Shows, die er überall auf der Welt gespielt hat – alleine in den letzten drei Jahren. Das gerade fertig gewordene Album „Nothin´ To Lose“ ist ein klarer Fall für alle Fans von Bands wie DEF LEPPARD, FIREHOUSE oder ROXUS. Kein Wunder, denn mit Andy Shanahan saß bei der Produktion des Erstlings von Barcley´s Band XL just der selbe Produzent im Stuhl wie seinerzeit beim glorreichen „Nightstreet“ von 1992, dem leider einzigen Album von ROXUS. Für THAT ROCK GUY ging man für den Mix zusammen mit Erik Wiss in die bekannten holländischen Wisseloord Studios. Aber sowohl die Musik von ROXUS als auch die Enflüsse ihres Produzenten haben Spuren bei „Nothin´To Lose“ hinterlassen. 

Soundtechnisch ziemlich an diverse Frontiers-Releases der jüngeren Zeit wie ONE DESIRE oder TOKYO MOTOR FIST angelehnt, startet der Dreier, der von Felix Engel (drums) und Marcin Palider (bass) komplettiert wird gleich mit dem markanten „Superstar“. Irgendwo zwischen DANGER DANGER, FIREHOUSE, DEF LEPPARD, BON JOVI und eben ROXUS macht THAT ROCK GUY ein ordentliches Fass auf. Zwar rockt „Your Dreams Are Keeping Us Together“ weitaus flotter, den markanteren Chorus aber hat der Opener. Darauf folgt der eben schon angesprochene Hit „Through The Night“. Früher wäre alleine dieser Track Grund genug, sich die Platte sofort zuzulegen. Die Nummer wäre mit 100%iger Sicherheit ein Diskothekenhit geworden. 

Aber das luftige „One Shot In A Million“ oder das ziemlich an BRYAN ADAMS (zu „Waking Up The Neighbours“-Zeiten) erinnernde „Bring On The Night“ sind weitere Trümpfe in der Hand des Australiers. Und nicht nur das – eigentlich findet sich kein schwacher Song auf dem Album. Egal, ob das knackige „Can´t Get Enough Of You“, der AOR-lastige Titeltrack, das abschließende „Land Of The Rising Sun“ sowie die beiden Balladen „Never Gonna Say Good-Bye“ und „Without You“ – hier ist höchste Qualität angesagt. 

Ja, „Nothin´ To Lose“ gehört ohne Abstriche und Umschweife zu den Highlights des Jahres 2017 in Sachen Hard- bzw. Melodic Rock, wenn nicht sogar der letzten fünf Jahre. Und das sollte wohl Lob genug sein, haben uns die letzten Jahrgänge doch arg verwöhnt. Das Debüt von THAT ROCK GUY gehört in Eure Sammlung – ohne Wenn und Aber!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.    Superstar
2.    Your Dreams Are Keeping Us Together
3.    Through The Night
4.    One Shot In A Million
5.    Never Gonna Say Good-Bye
6.    Bring On The Night
7.    Can´t Get Enough Of You
8.    Nothin´ To Lose
9.    Without You
10.    Land Of The Rising Sun

Stefan

CONJURING FATE – Valley of Shadows

Band: Conjuring Fate
Album: Valley of Shadows
Spielzeit: 58:27 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records  
Veröffentlichung: 09.06.2017
Homepage: www.conjuringfate.com

Nach ihrer viel erwarteten 2014er EP “House on Haunted Hill” legen CONJURING FATE mit dem Album “Valley of Shadows” nun schlagkräftig nach. Elf Power und Heavy Metal-Songs lassen das Bangerherz hier höher schlagen. Die Heavy Metal-Band aus Nord Irland bietet auf ihrem ersten Longplayer erneut
eine kraftvolle Mischung aus IRON MAIDEN und HELLOWEEN und führt die Richtung fort, die auf ihrer EP bereits angedeutet wurde – mit einem kleinen
Unterschied: Die Songs sind etwas ausgefeilter und gehen noch besser ins Ohr.
Das dies keine leere Promoversprechungen sind, merken wir gleich beim Genuss des ersten Tracks „Our Darkest Days, welches zu Beginn ein stimmungsvolles Intro besitzt. Was hier gleich auffällt ist die Old School Produktion die schön rau aus den Boxen dröhnt und mal was anderes ist in der heutigen Zeit der zu glatt polierten Mixe.
Zurück zum Song, hier greifen die Jungs direkt ins obere Regal und die Nummer brennt sich direkt in die Gehörgänge ein.
Und es geht gleich gnadenlos gut weiter, der Midtemposong „Marching Dead“ geht ebenso runter wie Öl wie auch das danach folgende etwas schnellere „Dr. Frankenstein“ und das abwechslungsreiche „Chasing Shadows“.
Danach gibt es definitiv auch keine schlechten Tracks zu verzeichnen, aber das absolute Goodie für die Fans kommt dann in Form der Bonustracks. Denn hier haben wir es mit den drei Songs der schon angesprochenen EP zu tun wo ganz klar „Mirror Mirror“ und vor allem „House on haunted Hill“, zudem es übrigens ein tolles Video auf der Bandhomepage gibt, die überzeugendsten Nummern sind! Vor allem letzteren gräbt sich dermaßen tief in die Gehörgänge das es echt eine wahre Freude ist!
So kann man hier festhalten das die Fans hier ordentlich was geboten bekommen und oben drein noch die EP mit dazu bekommen. Sehr feiner Zug der Jungs!

Anspieltipps:

Man sollte sich hier auf jeden Fall “Our Darkest Days”, “Marching Dead”, “Dr. Frankenstein”, “Chasing Shadows” sowie “House on haunted Hill” direkt reinziehen.

Fazit :

Na, da haben wir doch mal wieder ein richtiges starkes Debütalbum hier zu verzeichnen! CONJURING FATE kamen für mich aus dem Nichts und ballern uns hier ein tolles klassisches Heavy Metal Album um die Ohren mit Songs die einfach nur toll gemacht sind und hervorragend tönen.
Ein wahres Fest für den Fan, der sich dieses erstklassige Debütalbum schnellstens zulegen sollte!
Ich bin sehr gespannt was wir von der Band noch hören werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Our Darkest Days
02. Marching Dead
03. Dr. Frankenstein
04. Land of the Damned
05. Chasing Shadows
06. A Primal Desire
07. Trust no One
08. Apocalypse
09. House on Haunted Hill (Bonustrack)
10. Mirror Mirror (Bonustrack)
11. Backwoods Witch (Bonustrack)

Julian

BURNING WITCHES – Burning Witches

Band: Burning Witches
Album: Burning Witches
Spielzeit: 45:25 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Non Stop Music  
Veröffentlichung: 29.05.2017
Homepage:  www.facebook.com/burningwitches666

Eine neue Girl Metalband erhebt sich um die Bretter die die Welt bedeuten zu erobern! BURNING WITCHES aus der schönen Schweiz veröffentlichen dieser Tage ihr selbstbetiteltes Debütalbum!
Die Mädels rund um Gründerin und Gitarristin Ramona Kalkuhl (ATLAS&AXIS) zocken lupenreinen Heavy Metal mit einigen Old School Anteilen und sind erst seit knapp zwei Jahren aktiv.
Das Debütalbum wurde im übrigen von den alten Hasen V.O Pulver und Schmier produziert, wodurch ein amtlicher Sound garantiert sein sollte!
Die Band kommt mit vielen Vorschusslorbeeren daher, schauen wir also mal mit einen ersten Blick auf den Opener „Black Widow“ ob diese gerechtfertigt sind?
Ja das Teil geht gut nach vorne und ballert extrem kraftvoll aus den Boxen! Der Gesang ist eine Mischung aus aggressiv und melodisch und Gott sei Dank weit entfernt von dem Operngeträller mancher Front Damen. Hier regiert der Metal und das auch in der Stimme!
Der erste absolute Ohrwurm folgt dann mit dem Band und Titeltrack „Burning Witches“ der direkt ins Hirn donnert und da so schnell nicht mehr rauskommt!
Das anschließende „Bloody Rose“ läuft dann aber doch ziemlich an einen vorbei, ähnlich wie das daran anschließende „The Dark Companion“. Hier haben wir es eher mit Standardmetalkost zu tun.
Richtig Stimmung kommt dann aber wieder im Mittelteil auf, denn hier ballern uns „Metal Demons“, die gefühlvolle Ballade „Save Me“ und „Creatures of the Night“ direkt entgegen und ins Hirn, geile Nummern!
Im letzten Abschnitt ist zwar nicht alles Gold was glänzt, aber mit „Creator of Hell“ hat man noch eine weitere Perle im Gepäck und die JUDAS PRIEST Coverversion „Jawbreaker“ beendet dann ein Debütalbum welches definitiv zu den Besten dieses Jahres gehört.

Anspieltipps:

Hier sind auf jeden Fall der Opener “Black Widow”, der Titeltrack “Burning Witches”, “Metal Demons” sowie “Creator of Hell”  zu nennen.

Fazit :

Das selbstbetitelte Debütalbum der Mädels von BURNING WITCHES macht auf jeden Fall mächtig Laune und man kann wunderbar dazu abfeiern.
Heavy Metal der alten Schule wird hier geboten und genau diese Zielgruppe sollte sich definitiv angesprochen fühlen dieses starke Debüt zu ordern!
Ein bisschen muss man noch an der durchgängig guten Songqualität arbeiten, aber ansonsten macht man hier nicht viel verkehrt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Black Widow
02. Burning Witches
03. Bloody Rose
04. The Dark Companion
05. Metal Demons
06. Save Me
07. Creatures of the Night
08. We eat your Children
09. Creator of Hell
10. The Deathlist
11. Jawbreaker

Julian

ANGELWINGS – The Edge of Innocence

Band: Angelwings
Album: The Edge Of Innocence
Spielzeit: 54:18 Min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 23.06.2017
Homepage: www.facebook.com/angelwingsgib

Die Symphonic Metal Combo ANGELWINGS kommt aus Gibraltar und wurde 2013 als Coverband gegründet, um Songs von Nightwish zu interpretieren. Ein Jahr später arbeitete man allerdings bereits an den ersten eigenen Stücken und dieser Tage erscheint mit "The Edge Of Innocence" nun also der erste reguläre Langdreher von ANGELWINGS.

Aufgenommen hat die Band Ihr Album in dem eigenen Studio auf Gibraltar ohne weitere Unterstützung, denn auch die Produktion haben ANGELWINGS selbst übernommen. Das ansprechende Cover Artwork stammt im übrigen von Thomas Ewerhard, der unter anderem schon Cover für Avantasia, Edguy, Rage, Shakra oder auch Jorn gestaltet hat.

Stimmlich erinnert mich ANGELWINGS Frontelfe Divi Cano mehr als einmal an Julianne Regan, die in den 80er und 90er Jahren Sängerin der britischen Band
All About Eve war und damals zu meinen Favoriten gehörte. Das Songmaterial bewegt sich natürlich in der Schnittmenge von Bands wie Nightwish, Delain oder Within Temptation, allerdings ist da trotz einiger starker Songs, wie dem Opener "Wonderland", der melancholisch bombastischen Ballade Memories, dem wirklich starken "Embracing Fantasy" und dem megaeingängigen Titeltrack noch Luft nach oben.

Wenn ANGELWINGS Ihren Focus noch mehr auf das Songwriting richten, dürfen wir in den nächsten Jahren mit Sicherheit noch einige Großtaten erwarten, denn das Potenzial dazu, ist ohne jeden Zweifel vorhanden. Fans der oben genannten Bands sollten hier, aber unbedingt mal ein Ohr riskieren und dem Nachwuchs eine Chance geben.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Wonderland
02. The Fallen
03. Nile Goddess
04. Game Of Life
05. Memories
06. Forbidden Love
07. Embracing Fantasy
08. Lilith
09. The Edge Of Innocence
10. The Legend And The Myth


Heiko Füchsel

TANKARD – One Foot in the Grave

Band:  Tankard
Album: One Foot In The Grave
Spielzeit: 48:44 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 02.06.2017
Homepage:   www.tankard.info

 35 Jahre und kein bisschen leise. TANKARD begehen ihr 35. Jubeljahr mit einem ordentlichen Knall und einem der besten Thrash Alben der letzten Zeit. Bei Bandgründung 1982 haben die Frankfurter Jungs wahrscheinlich nicht geglaubt, 35 Jahre später immer noch astreinen und schnörkellosen Thrash ohne Schnickschnack abzuliefern und dafür von den Fans und Thrashfreunden ordentlich abgefeiert zu werden. TANKARD sind noch lange nicht mit „One Foot In The Grave“, ganz im Gegenteil. Dem mittlerweile 17. Album merkt man das Alter der Band keineswegs an. Die Tracks frisch, die Riffs hart, die Texte durchdacht. Zwischen Politik und Spaß, genauso wie man TANKARD kennt. Auch die Hopfenkaltschale kommt natürlich nicht zu kurz, ihr wird in „Secret Order 1516“ ausreichend gehuldigt. Aber selbst hier gibt es ernsthafte Zwischentöne, prangert der Song das Thema Fracking und die daraus entstehende Verschmutzung des Grundwassers an – immerhin ist sauberes Grundwasser ein extrem wichtiges Element zum Bierbrauen. 
Das Album selbst bietet wieder enorm viele Kracher, gleich der erste Track „Pay to Pray“ ballert mächtig rein. Auch der Titeltrack „One Foot In The Grave“, der zwar anfangs etwas bedächtig daherkommt, entwickelt sich zum amtlichen Brett mit Hymnencharakter und ist einer der besten Tracks des Albums.
„Arena Of The True Lies“ ist zwar musikalisch das schwächste Werk, was für dieses Album immer noch wahnsinnig gut ist, aber die Lyrics sind ernst und angesichts der aktuellen Nachrichten bzw. alternativen Fakten und Fake News sehr passend und gut gewählt. Auch „Syrian Nightmare“ spielt auf ein aktuelles politisches Thema an und prangert die Lage in Syrien, das Leid des Krieges und die Untätigkeit der westlichen Welt an. Der Song selbst startet eindrucksvoll mit einem Gitarrensolo und die weiteren Gitarrensoli und –riffs sind enorm stark und man hört deutlich Gerres Wut heraus.
Dagegen wartet der nachfolgende Song „Northern Crown“ mit  Anleihen von AMON AMARTH auf, ungewöhnlich aber klasse und knallig umgesetzt und natürlich mit einer ordentlichen Axt Ironie auf die schwertschwingenden Viking Bands. Mit der gleichen Ironie werden auch die Radiosender in „Don’t Bullshit Us!“ abgewatscht. Selbst Donald Trump bekommt mit „Lock ‘Em Up!“ sein Fett weg. „Lock ‘Em Up“ sowie die genial thrashigen Songs „The Evil That Men Display“ und „Sole Grinder“ (eine Hommage an Manager „Buffo“) sind wahre Abrissbirnen, die einen glatt vom Rollator hauen. 
Überhaupt sind die Songs alle erstklassig und von Produzent Martin Buchwalter mit einem frischen und druckvollen Sound in Szene gesetzt. Andis Riffs und Solis überraschen einen positiv, dazu Gerres energiegeladene Stimmen, man merkt der Band die 35 Jahre des Thrashens und Biertrinkens wahrhaftig nicht an. Die Texte sind genial durchdacht und haben genau die richtige Mischung aus Spaß, Politik und Alkohol. „One Foot In The Grave“ ist ein absolut bierstarkes Werk von Vollblutmusikern, denen man die Spielfreude und Kreativität auch nach dieser langen Bandgeschichte noch deutlich in jedem Song anhört. Nicht umsonst gehören die Frankfurter Metalurgesteine neben KREATOR, SODOM und DESTRUCTION zu den Big Teutonic 4. 
Also, Hoch die Humpen und auf die nächsten 35 Jahre TANKARD, Bier und Thrash.  

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01.  Pay To Pray
02. Arena Of The True Lies
03. Don`t Bullshit Us!
04. One Foot In The Grave
05. Syrian Nightmare
06. Northern Crown (Lament Of The Undead King)
07. Lock`Em Up!
08. The Evil That Men Display
09. Secret Order
10. Sole Grinder

Tanja
 

HYDRA – Solar Empire

Band: Hydra
Album: Solar Empire
Spielzeit: 56:31 Min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: STF Records
Veröffentlichung: 30.12.2016
Homepage: www.hydraofficial.com

Die 2013 in Bayern gegründete Symphonic Metal Band HYDRA veröffentlicht mit dem Konzeptalbum "Solar Empire" Ihren zweiten Langdreher. Das Konzept würde ich als Romeo und Julia in ferner Zukunft in einer weit entfernten Galaxie beschreiben. Es geht um Liebe, Leidenschaft, eine verbotene Beziehung, Leid, Schmerz und Trennung.

Die Songs auf "Solar Empire" drücken dies sehr gut aus, denn das Material hat streckenweise fast Soundtrack Charakter, wie der Opener "Scarlet Occident" mit seinem orientalisch angehauchten Intro beeindruckend unter Beweis stellt. Frontdame Lisa Rieger kann hier auch gleich erste Akzente mit Ihrer angenehmen und flexiblen Stimme setzen. Das folgende bombastische "Between Two Worlds" ist trotz seiner Wucht und der harten Riffs sehr melancholisch ausgefallen und kann ebenfalls auf ganzer Länge überzeugen. Mit dem teils ruhigen "Memorial" nimmt die Band erstmals etwas den Fuss vom Gaspedal. Die Stimme von Lisa Rieger kommt hier sehr gut zur Geltung.

Bei "Witness Of Arbitrament" bekommen HYDRA gesangliche Unterstützung von Jule Daws, was die perfekte Symbiose aus Mittelalter Sounds und Metal noch mehr hervorhebt. "Towards The End" prescht wieder deutlich mehr nach vorne. "Crystalline Cage" ist eine sehr ruhige, fast getragene Ballade, die natürlich Gänsehaut Potenzial hat.

Als weitere Anspieltipps möchte ich euch den eingängigen Melodic Metal Kracher "Days Of Thunder", "Horns Of Era`Kor" welches sich aufgrund seiner Dichte und des leicht bedrohlichen Gesangs von Henning Basse (Ex – Metallium, Firewind) sehr gut als Filmmusik für "Conan der Barbar" mit Arnold Schwarzenegger geeignet hätte sowie das CD abschließende "The Last Swan" empfehlen. Dieser Track ist der krönende Abschluss, denn Lisa Rieger und Ihre Duettpartnerin Zuberoa Aznarez (Diabolus In Musica) liefern hier noch mal das volle Brett inclusive Operngesang ab. Das ist ganz großes Kino für Fans von Female Fronted Symphonic Metal.

HYDRA haben mit "Solar Empire" ein knackiges Statement abgeliefert und müssen sich auf gar keinen Fall hinter Genre Riesen wie Nightwish, Within Temptation oder Delain verstecken.


WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Scarlet Occident
02. Between Two Worlds
03. Memorial
04. Witness Of Arbitrament
05. Towards The End
06. Crystalline Cage
07. Days Of Thunder
08. Assassin´s Scent
09. Horns Of Era`Kor
10. Doomed
11. The Last Swan

Heiko Füchsel

THE FERRYMEN – The Ferrymen

Band: The Ferrymen
Album: The Ferrymen
Spielzeit: 59:39 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Frontiers Music Records
Veröffentlichung: 02.06.2017
Homepage: www.facebook.com/TheFerrymenofficial/

Erneut ein neues Bandprojekt aus dem Haus Frontiers. Dieses Mal gibt es Melodic Metal auf die Ohren in Form des selbstbetitelten Debütalbum von THE FERRYMEN. Hinter dem Projekt stehen die drei klangvollen Namen von Gitarrist Magnus Karlsson (PRIMAL FEAR), Sänger Ronnie Romero (LORDS OF BLACK, RAINBOW) und Schlagzeuger Mike Terrana (RAGE, AXEL RUDI PELL und viele andere).
Auslöser war Magnus der Songs schrieb die irgendwie nicht so recht zu seinen anderen Band und Projekten passten und diese schickte er 2016 an den befreundeten Sänger Ronnie Romero. Schnell wurde dann mit Frontiers Music Records das passende Label gefunden und mit Mike Terrana der passende Schlagzeuger. THE FERRYMEN waren geboren.
Das Ergebnis dieser Zusammenstellung von Ausnahmekünstlern können wir uns jetzt mit dem Debütalbum zu Gemüte führen.
Als Anheizer erwartet uns „End of the Road“ welches direkt mal ordentlich und mit kraftvollen Riffs los feuert. Das Drumming von Drumviech Mike ist natürlich wie immer voll auf den Punkt, das Ronnie Romero ein begnadeter Sänger ist hat er schon bewiesen und das Magnus ein toller Gitarrist und Songwriter ist steht ebenfalls absolut nicht zur Diskussion! Daher ist dieser Opener ein wahrer Ohrenschmaus und vermutlich nur der Anfang einer knappen Stunde erstklassigen Melodic Metals!
Und so kommt es dann eigentlich auch, über den quasi Titeltrack „Ferryman“ mit seinem Ohrwurmchorus geht es über das krachende „Fool you All“ in den Mittelteil der mit dem Melodic Kracher „Cry Wolf“, der gefühlvollen Ballade „One Heart“, ,mit einem unfassbar gut singenden Ronnie“ erstklassig besetzt ist. Der gute Ronnie klingt hier ein bisschen nach DIO oder Jorn Lande wie ich finde.
Apropos Sänger Ronnie Romero, nicht nur aufgrund seiner Stimmfarbe, sondern auch aufgrund der Melodic Rock/Metal Mischung hat man hier das ein oder andere Mal den Vergleich zu AXEL RUDI PELL auf der Zunge. Diese Scheibe sollte also auch auf jeden Fall was für die Fans des blonden deutschen Gitarristen sein!
Zurück zur Mucke, der vielleicht heftigste Track „Darkest Hour“ beschließt dann den erstklassigen Mittelteil. Nur um weiteren musikalischen Perlen im letzten Plattenabschnitt Platz zu machen. Beispiele hierfür sind mit Sicherheit „Eyes on the Sky“ oder „Eternal Night“. Die anderen Songs, sind dann nicht ganz so großartig, immer noch gut, aber halt nur gute Standardware.
Dies tut aber dem tollen, runden Gesamteindruck keinen Abbruch mehr!

Anspieltipps:

Hier einzelne Songs rauszupicken ist sehr schwierig, greift hin wo ihr wollt, alles ist absolut hitverdächtig!

Fazit :

Auch wenn es wieder nur eines dieser unsäglichen Bandprojekte aus dem Hause Frontiers ist, man muss dem Label und dessen Boss echt ein gutes Händchen bei der Zusammenstellung solcher “Bands” zugestehen!
Hier sind mit den drei Musikern echte Hitgarantien am Werk und das merkt man dem Album auch zu jeder Zeit an.
Ein tolles Melodic Metal Werk, welches den Fans der angesprochenen Zielgruppen und Bands definitiv bestens munden wird!
Dafür gibt es dann natürlich auch die dementsprechende Bewertung und ich bin mir sicher das dieses Album am Ende des Jahres auf einigen Hitlisten erscheinen wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. End of the Road
02. Ferryman
03. Fool you All
04. Still standing up
05. Cry Wolf
06. One Heart
07. Darkest Hour
08. How the Story ends
09. Enter your Dream
10. Eyes on the Sky
11. Eternal Night
12. Welcome to my Show

Julian