DEAF RAT – Ban the Light

Band: Deaf Reat
Album: Ban the Light
Spielzeit: 45:23 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 08.11.2019
Homepage: www.DeafRat.com

Bei DEAF RAT handelt es sich um eine neue schwedische Hardrock Formation, die laut Presse Bildern als Trio unterwegs ist – im Promotext werden allerdings 5 Bandmitglieder benannt. Wie dem auch sei, die Truppe legt mit „Ban the Light“ Ihr von Erik Berglund ziemlich fett und modern produziertes Debüt vor. Das athmospärische, gelungene Cover gibt die Marschrichtung schon ganz gut vor – die Songs sind schön düster gehalten, rocken hart nach vorne und werden vom charismatischen Gesang von Frankie Rich getragen. Alleine die kitschigen Promo-Fotos wollen nicht so recht ins Konzept passen – denn die Jungs sind geschminkt wie Poison anno dazumal – gruselig.

DEAF RAT spielen Hardrock der alten Schule. Durch die Tatsache, dass die beteiligten Musiker alle bereits viele Jahre in den Musikstudios dieser Welt auf dem Buckel haben, klingt das Ganze dann auch entsprechend routiniert und abgeklärt. Hier sind Profis am Werk die wissen wie der Hase hüpft. Die Gitarren riffen relativ modern nach vorne, die Produktion ist in die Fresse aber erfreulich echt und Songs wie der flotte Opener „Fallen Angels“, der nicht minder krachende Titeltrack oder die toll arrangierte Akustik-Ballade „Bad Blood“ sind empfehlenswerte Anspieltipps. Einzig, es mangelt den 10 Songs eigentlich durchweg an der wirklich zwingenden Hookline. Dieser Refrain den Du nicht mehr aus dem Ohr bekommst – der fehlt auf „Ban the Light“ leider völlig. Aber auch so macht die Dreiviertelstunde oredentlich Spass. Dass die Jungs es durchaus in sich haben einen entsprechenden Volltreffer zu landen steht für mich ausser Frage. So ist der Erstling der Truppe zwar ein hörenswertes erstes Lebens-, nicht aber das erhoffte Ausrufezeichen am aktuell doch stark stagnierenden Hardrock Firmament. Antesten dennoch empfohlen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fallen Angels
02. Hail the End of Days
03. Tying you down
04. Save me from myself
05. Ban the Light
06. Bad Blood
07. Make you suffer
08. Say you love me
09. Wanted forever
10. Welcome to Hell

Mario

SPITEFUEL – Flame To The Night

Band: SpiteFuel
Album: Flame To The Night
Spielzeit: 48:25 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Black Sunset/MDD
Veröffentlichung: 08.11.2019
Homepage: www.facebook.com/Spitefuel

“Flame To The Night” – so weit, so DRAGONFORCE. Tatsächlich lässt jedoch schon das Cover von SPITEFUELs drittem (bzw. viertem, wenn man die STRANGELET-Zeit mitrechnet) Album erahnen, dass die Reise in eine etwas andere Richtung gehen wird. Und tatsächlich ist dem so, mit einem Mix aus Heavy und etwas Modern Metal sowie Heavy Rock kommen die Süddeutschen um die Ecke, unter neuer Führung von Philipp Stahl ( \m/ ), auf dem nach dem Ausstieg des allseits beliebten Stefan Zörner nun natürlich ein gewisser Druck lastet. Zur Beruhigung: Stahl macht einen guten Job, mit einer ausgewogenen Mischung aus cleanen, leicht belegt und ein wenig klinisch wirkenden Vocals und saftigen Growls/Shouts. Fügt sich gut in den Gesamtsound ein, passt für mich, obgleich das natürlich im Auge des betrachtenden Stefan-Fans liegt.
Auch der Sound ist absolut gelungen und trägt mit Bravour den kompromisslosen Metal von SPITEFUEL. Keyboards, Kitsch und Wohlfühlmelodien sucht man hier vergeblich, wird dafür aber bestens mit gemeinen Riffs, ordentlichem Uptempo und lässigem Midtempo versorgt, ohne dass dies auf Kosten der Melodiösität ginge. Balladen sind dementsprechend auch nicht vorhanden, am ehesten ginge noch “Till I Die” mit seinem zeitweisen ruhiger-Rocksong-Modus als solche durch, aber selbst der Track kommt noch auf Touren, etwas melancholischer und mit mitsingbarem Ooooh-ooooh-ooooh-Chorus. Überhaupt sind die elf Tracks auf “Flame To The Night” extrem live-kompatibel. In jedem von ihnen lädt ein Refrain zum Mitgrölen ein, stachelt ein Intro oder eine Bridge zum rhythmischen Öy-Intonieren an.
Verschnaufpausen sind Mangelware. Ob Midtempo-Track (der im Refrain häufig auf Uptempo gepumpt wird) der Sorte “Firewater”, “Two-Faced” oder “Bad Boy” oder Uptempo-Track á la “Machines”: Die Songs knallen, verzichten bis auf wenige Ausnahmen auf eingängiges Geweicheiere und sind kompositorisch wie spielerisch purer Metal. Klar, eine etwas softere Strophe im durch seine ungewöhnliche Melodieführung herausstechenden “Silent Guard” darf mal sein, eine getragene Gitarrenmelodie hinterm Chorus des eine leicht feierlich-verabschiedende Grundstimmung transportierenden Endtracks “Try To Hate Me” auch. Und sogar ein Acht-Minuten-Track ist mit “Through The Shades” dabei, mit gelungenem Refrain, ruhigem Intro und zeitweisem MOTÖRHEAD-Feeling.
Bis auf die Tatsache, dass man in die Mittelteile ein wenig mehr Liebe hätte investieren können, gibt es eigentlich nicht groß was zu bemängeln und das Verlangen, die Truppe mal live bestaunen zu dürfen, sollte “Flame To The Night” auf jeden Fall wecken.

Fazit:
Nein, hier geht es nicht um ausgeklügelte Melodien, hier geht es um aggressiven Heavy Metal, der top geschrieben ist als das, was er ist, dazu von Philipps Vocals eine Bonusportion Kurzweiligkeit erfährt und zu guter letzt fein produziert ist. Ganz viel Metal, kein Bullshit. Reife Leistung!

Anspieltipps:
“Through The Shades”, “Try To Hate Me”, “Firewater” und “Stand Your Ground”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Flame To The Night
02. Stand Your Ground
03. Machines
04. Trick Or Treat
05. Till I Die
06. Bad Boy
07. Two-Faced
08. Through The Shades
09. Firewater
10. Silent Guard
11. Try To Hate Me

Jannis

DANGER ZONE – Don’t Count On Heroes

Band: Danger Zone
Album: Don’t Count On Heroes
Spielzeit: 50:32 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.dangerzoneweb.com

Es gibt so einige Bands, die releasen gefühlt fünf Alben an einem langen Wochenende. Andere wiederum lassen sich etwas mehr Zeit, so zum Beispiel die Italiener von DANGER ZONE, die für diese Albenzahl eher 35 Jahre aufwärts benötigen, was in diesem Fall auf gewisse Startschwierigkeiten wie nicht erscheinende Alben zurückzuführen ist. War der Anfang eher holprig, so haben die sechs Kollegen in den letzten sieben Jahren immerhin drei veröffentlicht, das aktuelle “Don’t Count On Heroes” eingerechnet. AOR und Hard Rock, Tendenz zu ersterem, gehen auf der Platte Hand in Hand, auf ziemlich prototypische Weise. Die Produktion von Gitarrist Roberto Priori und Jody Gray, den man schon aus den 90ern kannte, ist makellos, auch an den Vocals von Giacomo Gigantelli ist nichts auszusetzen. Die Songs sind klassischer AOR, mal in Hard-Rock-Gefilden stöbernd (“Rolling Thunder”, “Down To Passion”), mal balladig-mächtig (“Rise Again”, “Forever Now”, “Eternity”), mal purer Klischee-AOR (“Hang On To Your Heart”). Dicke Synth-Chords sind keine Mangelware, ebenso nicht die typischen Melodiewendungen inklusive der klassischen positiven Dur-Grundstimmung, natürlich mit die Regel bestätigenden Ausnahmen wie dem besagten “Breakaway”.
Der Kitschfaktor ist unkonstant, bei der 6/8el-Ballade “Rise Again” tatsächlich weniger ausgeprägt als beim leicht schmalzigen “Destiny” mit seinem schön komponierten Refrain.
Kompositorisch arbeiten DANGER ZONE nach allen Regeln der Kunst, wissen diese dank langjähriger Erfahrung aber so einzusetzen, dass “Don’t Count On Heroes” nicht zu einer lieblos aneinandergereihten Ansammlung aus Phrasen verkommt. Neu ist dieser Sound auf keinen Fall, das war jedoch auch offensichtlich nicht das Ziel und es bleibt dem Einzelnen überlassen, ob er in der stilistischen Vertrautheit die darübergestreuten Stilabweichungen und netten Wendungen als genug (oder vielleicht auch als zu viel) wahrnimmt. “Don’t Count On Heroes” ist kein ganz gewöhnliches AOR-Album, aber unter den nicht ganz gewöhnlichen ist es ein gewöhnliches. Und das ist in einer Zeit, in der klassisch klingende Musik jeglicher Genres von unzähligen Bands gespielt wird, eigentlich schon eine ziemlich gute Sache!

Fazit:
Harmonisch, nicht allzu heavy aber auch nicht lasch, ein bisschen vielseitig, gut synth-angereichert, oft gut gelaunt mit Tendenz zum Kitsch, all das stark gespielt, gesungen und geschrieben und mit Power produziert – wer sich davon angesprochen fühlt, den wird “Don’t Count On Heroes” mit Sicherheit abholen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Demon Or Saint
02. Faster Than Love
03. Somewhere Out There
04. Destiny
05. Down To Passion
06. Rise Again
07. Hang On To Your Heart
08. Forever Now
09. Rolling Thunder
10. Breakaway
11. Eternity

Jannis

THE FERRYMEN – A New Evil

Band: The Ferrymen
Album: A New Evil
Spielzeit: 51:40 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Frontiers Music Records
Veröffentlichung: 11.10.2019
Homepage: www.facebook.com/TheFerrymenofficial

Das Metalprojekt THE FERRYMEN veröffentlichte vor zwei Jahren ihr erstklassiges selbstbetiteltes Debütalbum. Nun kehrt man wieder zurück mit Longplayer Nummer 2 mit dem Namen „A New Evil“.
Und erneut können wir davon ausgehen das die hier beteiligten Musiker Magnus Karlsson (PRIMAL FEAR), Ronnie Romero (RAINBOW, CORELEONI) und Mike Terrana (RAGE, AXEL RUDI PELL) erstklassige Melodic Metal Stücke eingespielt haben!
Dafür ist ja vor allem Mastermind Magnus bei seinen anderen Bands und Projekten berühmt.
Normalerweise stehe ich ja solchen zusammengewürfelten Bandprojekten skeptisch gegenüber, hier mache ich aber gerne mal eine Ausnahme, wie auch schon beim Debütalbum ; )
Als Opener wird uns „Don`t stand in my Way“ präsentiert. Dieser startet nach einer kleinen Einleitung direkt mit ordentlichen Bombastmetal los. Hier wird direkt mal gezeigt das das erste Album keine Eintagsfliege war, sondern man schließt hier direkt an die erstklassige Leistung an!
Und so geht es auch erstmal ohne Pause weiter. Denn mit dem anschließenden „Bring Me Home“ hat man eine Powerballade erschaffen die seines gleichen sucht und der Titeltrack „A New Evil“ steht dem Ganze auch in nichts nach und ist ein würdiger Titeltrack.
Nach dem kleinen Ausrutscher „The Night People Rise“ geht es anschließend mit dem klassischen „Save your Prayers“ sowie den beiden Powerballaden „Heartbeat“ und „No Matter How Hard we fall“ direkt erstklassig weiter!
Und was soll ich noch groß schreiben, auch das letzte Drittel der Scheibe ist absolut empfehlenswert und man merkt hier zu jeder Sekunde welch großartiger Songwriter Magnus doch ist.

Anspieltipps:

„Don`t stand in my Way“, „Bring Me Home“, „A New Evil“, „No Matter How Hard we fall“ und „All we Got“.

Fazit :

Auf die Songwriting Künste von Magnus Karlsson kann man sich halt immer verlassen! Das war bei seinen bisherigen Bands und Projekten so und das ist auch beim zweiten Silberling von THE FERRYMEN wieder so.
Dazu kommen natürlich die beiden erstklassigen Mitmusiker mit denen er ein fast durchweg überzeugendes Highlight des diesjährigen Melodic Metal Genre eingespielt hat!
Hier sollte jeder Fan des Genre definitiv fündig werden und kann hier blind zugreifen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Don`t stand in my Way
02. Bring Me Home
03. A New Evil
04. The Night People Rise
05. Save your Prayers
06. Heartbeat
07. Our own Heroes
08. No Matter How Hard we fall
09. My Dearest Fear
10. You against the World
11. All we Got

Julian

INDUCTION – Induction

Band: Induction
Album: Induction
Spielzeit: 56:34 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.facebook.com/inductionofficial

2014 war die Geburtsstunde der tschechischen Power Metalband INDUCTION. Martin Beck und Nick Holleman (SINBREED) waren die Jungs der ersten Stunde und nachdem die erste Single „The Outwitted Consecration“ 2016 ordentlich Aufmerksamkeit erregte machte man sich daran feste Mitmusiker zu finden und ein ganzes Album zu schreiben!
Man fand unter anderem mit Tim Hansen (Gitarre) den Sprössling des Metalaltmeisters Kai Hansen (HELLOWEEN, GAMMA RAY) und dieser Tage bringt man nun also das selbstbetitelte Debütalbum in Eigenregie auf den Markt.
Mit ordentlich Vorschusslorbeeren ausgestattet war es mir eine Freude den ersten Klängen des Albums in Form vom Cinematic Opener „A Message in Sand“ zu lauschen. Hier wird schon mal ordentlich Atmosphäre erzeugt und gut eingestimmt bevor es mit dem ersten richtigen Track „By the Time“ weitergeht. Sehr abwechslungsreich geht es hier zur Sache und man merkt direkt das die Jungs eher im Modern Power Metal unterwegs sind bei den Blastbeats die uns hier um die Ohren fliegen! Garniert wird das Ganze dann mit einem tollen Ohrwurmchorus der direkt Lust auf mehr macht!
Und diese Lust wird dann umgehend mit dem flotten, mit sehr prägnanten Keys unterlegten, „Pay the Price“ gestillt. Auch hier ist dann wieder der Ohrwurmchorus an Bord der einem so schnell nicht mehr aus den Gehörgängen geht.
Das anschließende „The Outwitted Consecration“ ist dann eher progressiv und epische gehalten, kann aber dadurch und durch die entstehende Atmosphäre wieder absolut überzeugen.
Und apropos Atmosphäre diese hat auch die langsame Powerballade „Hiraeth“ im Anschluss, welche sich auch ohne Probleme auf unserer Hitliste festsetzt.
Nachdem wieder sehr progressiven „Mirror Make Believe“ (mit Gastauftritt von Kai Hansen) ist dann das folgende „At the Bottom“ der nächste Hit der sich ohne Schwierigkeiten in die Gehirnwindungen schleicht und da felsenfest setzt!
„The Riddle“ kann dann ebenfalls wieder durch seine Vielseitigkeit punkten und auch das abschließende „Sorrows Lullaby“ ist wieder allererste Sahne.
Aber auch die anderen Songs sind wahrlich nicht von schlechten Eltern und somit gibt es hier insgesamt keinen wirklichen Ausfall zu verzeichnen.

Anspieltipps:

„Pay the Price“, „Hiraeth“, „At the Bottom“, „The Riddle“ und „Sorrows Lullaby“.

Fazit :

Für Fans von Modern Power Metal der abwechslungsreichen Sorte ist das selbstbetitelte Debütalbum von INDUCTION auf jeden Fall ein gefundenes Fressen, ja quasi eine Offenbarung!
Was die Jungs hier auf ihrem Erstling auffahren ist wirklich aller Ehren wert und dürfte kaum für weinende Augen sorgen.
Von daher kann die Scheibe definitiv als Kaufempfehlung mit an die Hand gegeben werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Message in Sand
02. By the Time
03. Pay the Price
04. The Outwitted Consecration
05. Hiraeth
06. Mirror Make Believe
07. At the Bottom
08. The Riddle
09. A Nightmares Dream
10. My Verdict
11. Sorrows Lullaby

Julian

IF ONLY – No Bed of Roses (Re-Release)

Band: If Only
Album: No Bed of Roses (Re-Release)
Spielzeit: 78:13 min
Stilrichtung: Melodic Metal, Hard Rock
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: (bereits erschienen)
Homepage: www.rockcandyrecords.com

Die britischen Hardrocker IF ONLY, um den Gitarristen und Songschreiber Greg Hart (aktuell z.B. Cats in Space), haben es in ihrer Karriere auf lediglich ein einziges Album gebracht. Die Entstehung dieses vergessenen Meilensteins aus dem Jahr 2011, die einer regelrechten Odysee glich, möchte ich hier nicht nochmals erzählen. Erstens wird dies bereits in so gut wie jeder Besprechung der Platte aufgewärmt und zweitens sollte der geneigte Fan sich die ganze Geschichte dann doch besser anhand der, wie bei Rock Candy gewohnt vorzüglichen Linernotes dieses Re-Releases, durchlesen. Resultat der diversen Rückschläge die die Truppe erleiden musste (vor allem der Verlust der Sängerin Lorraine Bennigton, die durch Jackie Bodimead ersetzt wurde, wog schwer), war aber eine bärenstarke Scheibe die auch heute noch mächtig schiebt.

Verorten kann man das Ganze irgendwo beim typischen 80er Stadionrock im Stile von Bon Jovi & Co. Da IF ONLY aber eine Sängerin in Ihren Reihen hatte, sind Paralelen zu Heart (zu „Brigade“ Zeiten) nicht von der Hand zu weisen. Was vor allem auffällt ist, dass die Londoner Truppe so dermassen nach USA klingt, dass man wohl nie auf die Idee käme es mit Engländern zu tun zu haben. Jackie Bodimead, die zuvor bei Girlschool tätig war, liefert auf Songs wie „Loaded Gun“ oder „Rock and a hard Place“ eine derart krachend überzeugende Vorstellung ab, dass einem die Spucke wegbleibt. Da blieb/bleibt mancher männliche Kollege ganz schön blass im Vergleich. Und Mastermind Hart lieferte mit Songs wie der Ballade wie „If Love could last forever“ den Beweis, dass er locker das Kompositionsniveau der grossen amerikanischen Vorbider halten konnte. Auf „No Bed of Roses“ gibt es keinen Aussetzer, jeder Songs ist perfekt geschrieben, gespielt und soundtechnisch zeitlos in Szene gesetzt.

Der Re-Release dieses absoluten Sahnealbums hat es wirklich in sich und sei jedem Hardrock Fan ans Herz gelegt. Ich feier Rock Candy Releases ja gerne mal ab, weil die vom Label neu aufgelegten Platten meine musikalische Sozialisation nochmals aufleben lassen und ich da vielleicht auch gerne mal die Rosarote Fanbrille auf habe. Bei „No Bed of Roses“ kann, ja darf es aber eigentlch keine 2 Meinungen geben. Die Scheibe ist ein essentielles Stück Hardrock Geschichte, das in keiner entsprechenden Plattensammlung fehlen darf. Da auch die Aufmachung (das originale, ziemlich üble Cover wurde durch ein geschmackvolles Neues ersetzt, das Remastering tut dem Abum hörbar gut und nicht zuletzt sind die Linernotes informativ und durchweg unterhaltsam) gewohnt hochwertig ist, ist diese Neuauflage ein rundum-Sorglospaket geworden. Zugreifen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Loaded Gun
02. Tumblin‘ Dice
03. If Love could last forever
04. I’m no Angel
05. No Bed of Roses
06. Easy Lay
07. Rock and a hard Place
08. Red Hot Heaven
09. Ghost of you
10. Forever my Love
11. Long way from Home
12. Man against the world
13. All over
14. Stand like a Stone
15. Don’t let go
16. Shotdown
17. Tight Jeans (Live)

Mario

JOHN HARV`S TWISTED MIND – Into the Asylum

Band: John Harv`s Twisted Mind
Album: Into the Asylum
Spielzeit: 71:35 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Metalapolis Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.facebook.com/metalapolis

STORMZONE Mastermind John “Harv” Harbinson hat in all den Jahren einige Songs angehäuft, die nicht unbedingt zum NWOBHM Stil seiner Hauptband passten. Speziell nach der Veröffentlichung des letzten Albums „Lucifer`s Factory“ schrieb er einige dieser Songs.
Kurzerhand entschloss er sich diese Nummern nun unter eigenen Namen unters Volk zu bringen und so bekommen wir auf seinem Solo Debütalbum „Into the Asylum“ eine breite Bandbreite von Melodic Metal/Rock, Hard Rock und AOR geboten!
Als Backingband hat John einige der besten Studiomusiker Nord Irlands versammelt.
Mit dem Titeltrack und Opener „Into the Asylum“ steigen wir direkt in das Solo Debüt ein. Dieser legt nach einer kurzen Cinematic Einleitung ordentlich los und überzeugt direkt mit seinem Midtemposound und dem eingängigen Chorus. Ein ordentlicher Beginn würde ich sagen!
„She`ll Get You“ im Anschluss ist dann eher guter Standardmetal, „Wolf at your Door“ geht dann eher in die Rock Richtung und entwickelt für meinen Geschmack etwas zu wenig Druck und Zug. Läuft irgendwie etwas an einen vorbei…
Das folgende, etwas episch angelegte „Coming Home“ macht dann seine Sache wesentlich besser und überzeugt wieder direkt und auch das anschließende „Hammerfall“ mit seiner kräftigen Keyboardunterstützung sowie „Tyrannosaur“ setzen sich schon nach kurzem in den Gehörgängen fest!
Der Mittelteil ist dann leider eher recht durchwachsen geworden, es geht dann leider erst wieder beim extrem nach vorne drückenden „Apocalypto“ qualitativ nach oben.
Hier dominieren tiefgestimmte Gitarren und auch sonst ist man hier eher metallisch unterwegs.
Danach gibt es mit dem schön rockigen Doppelpack „Beating of a Heart“ und „Titanic“ sowie dem abschließenden akustischen „Beware in Time“ weitere Hits die den schwächeren Mittelteil dann etwas in Vergessenheit geraten lassen!

Anspieltipps:

„Into Asylum“, „Coming Home“, „Hammerfall“, „Apocalypto“ und „Beating of a Heart“

Fazit :

Eins kann man direkt festhalten, der gute Harv Harbinson hat auf seinem Solodebütalbum einen ordentlich Straus von Rock,. Metal und AOR Songs zusammengeschnürt bei dem auf jeden Fall für fast jeden Fan etwas dabei sein sollte!
Leider ist das Album etwas zu lang geworden, was vor allem im etwas schwächeren Mittelteil auffällt. Hier passt nicht immer alles zusammen.
Trotzdem kann man insgesamt hier doch einige sehr ordentliche Tracks finden und abschließend kommt eine überzeugende, starke Leistung zusammen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Into the Asylum
02. She`ll Get You
03. Wolf at your Door
04. Coming Home
05. Hammerfall
06. Tyrannosaur
07. Touch the Flame
08. Heart of Fire
09. Blood and Tears
10. Apocalypto
11. Beating of a Heart
12. Titanic (Steel Meets Ice)
13. King of Hearts and Minds
14. Beware in Time (Acoustic)

Julian

MICHAEL BORMANN’S JADED HARD – Feels Like Yesterday

Band: Michael Bormann’s Jaded Hard
Album: Feels Like Yesterday
Spielzeit: 56:37 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: RMB Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.facebook.com/MBJadedHard

Es ist halb acht abends, ich habe meine mentalen Kapazitäten für den Tag eigentlich schon ausgereizt und muss nun herausfinden, wie ich JADED HEART am Anfang meiner Metallerkarriere 2009 live sehen konnte, obgleich sie laut Promotext 2004 aufgelöst wurden. Viertelstunde später kann ich informieren: Lediglich Gründungssänger Michael Bormann hat sich getrennt, der Rest der Truppe war ab dann mit geändertem LineUp nach wie vor unterwegs. Und Bormann zog ab 2017 noch einmal mit einem Best Of-Programm von 1990 bis 2004 umher und bekam im Zuge dessen Bock auf neue Songs. Ja nu, here we go. “Feels Like Yesterday” ist draußen mit zwölf neuen Tracks und einer knappen Stunde Spieldauer. Die Platte bewegt sich zwischen Classic und Melodic Rock sowie AOR und ein bisschen Metal, gut gespielt und erwartungsgemäß gut von Bormanns starker Rockstimme und stimmigen Backing Vocals geführt. Heavy ist das Ganze selten, tatsächlich ist man in den Strophen doch oft eher balladig unterwegs, was sich gerade dann sehr rentiert, wenn auf die ruhige Strophe wie bei “Won’t Surrender” ein druckvoller Chorus einsetzt. Keyboards sind trotz der AOR-Einflüsse explizit sparsam eingesetzt, was durchaus gut tut. Immer die gleichen 80er-Synth-Chords sind eben auch nicht unbedingt nötig. Wenn denn auf Keys zurückgegriffen wird, geschieht dies absolut im Sinne der Musik, beispielsweise bei den Streichern und der Orgel im intensiven “Shout It All Out”. Stimmungstechnisch gibt es eine angenehme Auswahl. Während Tracks wie “It Feels Like Yesterday” oder “Just One More Step Away” eher melancholisch anmuten, wird auf der anderen Seite das Gute-Laune-Pedal bei “Mr Mysterious” oder “Everyone Is A Rockstar” in feinster Kickdown-Manier bedient. Und obgleich man doch oft nach den Regeln der verwendeten Genres spielt, ist immer Platz für Charakter und Individualität. Eine komplette Ballade gibt es nicht, auch wenn unter anderem “Don’t You Ever Leave” durchaus in die Richtung geht, dank des Refrains aber knapp über der Grenze zum ruhigen Rocksong liegt.
Kritik am Album ist an dieser Stelle sehr subjektiv. Die paar mehr Ecken und Kanten, die ich mir von einem Album wünsche, müssen halt in diesem Genre nicht unbedingt sein, ebenso das gewisse Maß an Bonushärte, die mir persönlich fehlt. Die leicht holzige Produktion wäre noch so ein Punkt, die passt aber in ihrer Handgemachtheit auch zum Stil. Und vielleicht ist die Genre-Klischee-Arbeit doch ein wenig zu hart (hier der eher objektive Kritikpunkt), da sie doch einige Male zu Vorhersehbarkeit führt. Aber an sich ist “Feels Like Yesterday” ein absolut positives Nostalgiealbum mit Liebe zum Detail geworden, das sich im Vergleich zu Genrekollegen doch einige Freiheiten nimmt und damit das gewisse Etwas erhält.

Fazit:
Dementsprechend kann Bormanns Rückkehr Freunden melodischen Rocks mit Classic-Hard-Rock-AOR-Spirit wärmstens an’s Hard gelegt werden. Und Freunden alter JADED HEART sowieso. Es ist immer schön, wenn Bands dieses Genres Individualität beweisen und nicht nur versuchen, möglichst wie die Großen zu klingen. Und Mb’s JADED HARD beweisen Individualität. Genau genommen gehören sie halt auch zu den Großen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Feel Like I’m Living
02. It Feels Like Yesterday
03. Won’t Surrender
04. Bring Me Higher Love
05. We’d Still Make It
06. Mr Mysterious
07. Good Times
08. Just One More Step Away
09. Don’t You Ever Leave
10. I’m A Son Of A Gun
11. Shout It All Out
12. Everybody Is A Rockstar

Jannis

SECRET CHAPTER – Chapter One

Band: Secret Chapter
Album: Chapter One
Spielzeit: 47:06 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Crime Records
Veröffentlichung: 18.10.2019
Homepage: www.facebook.com/secretchapterband

Norwegen. Das Land der Kälte, der Dunkelheit, des einzig wahren Black Metals und der gut brennenden Kirchen beschert uns – ziemlich catchy geratenen Heavy/Power Metal. SECRET CHAPTER nennt sich die fünfköpfige Newcomertruppe, die seit kurzem mit “Chapter One” ein wenig Licht ins Dunkel bringt, und das durchaus vielversprechend. Dabei ist die Produktion noch eins der größeren Mankos: Nicht schlecht und soweit gut hörbar, aber ein bisschen kraftlos kommen die zehn Tracks (beziehungsweise zwölf, wenn man die Bonustracks mitzählt) aus den Boxen, aber gewöhnen kann man sich doch gut daran und nach ein zwei Songs fällt das auch nicht mehr wirklich negativ auf. Denn die Bandleistung stimmt, alles sitzt, wo es sollte und Sänger Ole Aleksander Wagenius hat eine Prototyp-Power-Metal-Stimme, die lediglich beim TNT-Cover-Bonustrack “Everyone’s A Star” etwas zu quietschig klingt.
Positiv anzumerken ist des weiteren die Vielseitigkeit des Albums. Mal ist man sehr rockig unterwegs, beispielsweise bei “Sin City” mit seiner feinen Rock’n’Roll-Pianoline, mal humorvoll kitschig beim Schlager-AOR-Metaltrack “Heavy Metal Love Affair” (Ich hoffe, es ist humorvoll, wenn nicht, ist es grausam) und mal heavy/power-metalisch, unter anderem bei “Human Centipede” oder “Blaze”.
Synths sind präsent aber nicht zu aufdringlich, gerne auch mal in Form einer E-Orgel, ansonsten als Klavier-, Streicher- oder Solosynths. Ihr Einsatz ist gelungen, insbesondere die Orgel findet sich doch oftmals da, wo man sie nicht unbedingt erwarten würde.
Gut, ein bisschen Kritik gibt es natürlich auch, wie könnte es bei einem Debutalbum auch anders sein? Die großen Hits fehlen noch ein wenig auf “Chapter One”. Man ist hinsichtlich der Untergenreauswahl sehr vielseitig unterwegs, doch die Songs an sich sind solide komponiert, aber eben auch nicht die Überknaller, vom wirklich großartig gute Laune erzeugenden “Show Me The Road” mal abgesehen. Das ist nicht großartig schlimm, denn in ihrer Unbekümmertheit und mit dem Spaß an der Sache, der offensichtlich in ihnen steckt, sind die allermeisten Tracks auf “Chapter One” schon festlich, gerade im Kontext der Vielseitigkeit des Albums, die dem Hörer immer neue kleine Überraschungen beschert. Und auf jeden Fall lässt sich ohne Zweifel sagen, dass wesentlich etabliertere Bands es in ihrer Karriere nie auf das Unterhaltsamkeitslevel dieser kleinen Platte gebracht haben.

Fazit:
Handwerklich ist “Chapter One” kaum zu bemängeln, kleine Abstriche müssen wegen der Produktion und der zum Teil nicht so ganz herausragenden Kompositionen getätigt werden. Doch insgesamt ist die erste Scheibe von SECRET CHAPTER doch prädestiniert dafür, Freunden von Heavy und Power Metal ebenso wie Hard Rock das ein oder andere breite Grinsen ins Gesicht zu zaubern und in ihrer Gesamtheit souverän zu unterhalten!

Anspieltipps:
“Show Me The Road”, “Sin City”, “Blaze” und “Heavy Metal Love Affair”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Baptized In Ecstasy
02. Show Me The Road
03. Human Centipede
04. One Night Ain’t Enough
05. Heavy Metal Love Affair
06. The Great Escape
07. Sin City
08. Introspection
09. Enemy Inside
10. Blaze
11. Heavy Metal Love Affair (Radio Edit, Bonus Track)
12. Everyone’s A Star (TNT Cover, Bonus Track)

Jannis

LEPROUS – Pitfalls

Band: Leprous
Album: Pitfalls
Spielzeit: 55:09 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: InsideOut Music
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.leprous.net

Leicht haben es die Norweger LEPROUS ihren Fans noch nie gemacht. Jedes Album war eine neue Herausforderung und entsprechend, im wahren Sinne des Wortes, progressiv gestaltete sich bisher die stete Neuorientierung. Es bleibt spannend zu beobachten wie sich die Band auf jedem Albem neu erfindet und doch von der ersten Note an sofort erkennbar bleibt. Dazu trägt natürlich in erster Linie Sänger/Keyboarder Einar Solberg bei, der mit seinem eigenwilligen Stil und den charakteristischen Phrasierungen wie ein Leuchtturm heraussticht. Auf „Pitfalls“, dem nunmehr 6. Album seit dem 2009er Debüt „Tall Poppy Syndrome“, gehen LEPROUS ihren Weg konsequent weiter, entledigen sich zunehmend dem „Metal“-Korsett und tauchen immer tiefer in Genrefremde Klänge ein. Dabei wird aber nicht wie z.B. bei Opeth quasi das bisherig Erschaffene über Bord geworfen, sondern vielmehr Instrumentierung und Arrangements angepasst. Leichte Kost ist „Pitfalls“ auch weiterhin nicht, einen Hit wird man von den Jungs in naher Zukunft nicht bekommen. Auch wenn, das ist das Neue im LEPROUS Sound, zunehmend Pop Einflüsse den Bandsound formen – selbstverständlich ohne dabei die eigenen Identität auf der Strecke zu lassen.

Mehr noch als auf den bisherigen Alben der Truppe zieht sich ein zutiefst melancholischer, ja depressiver Ton durch Songs wie den Opener „Below“ oder die Single „Alleviate“. Es ist und bleibt unverkennbar LEPROUS und dank einer homogenen, erdigen Produktion haben die Gitarren natürlich auch weiterhin ihren wichtigen Platz. Aber alles wirkt auf links gedreht, neu überdacht und wie ein Puzzle auseinandner und wieder neu zusammengesetzt. Wenn in „At the Bottom“ oder dem grandiosen abschliessenden Longtrack „The Sky is red“ Parallelen zu den vergangenen Grosstaten von Bands wie Tears for Fears, Depeche Mode und auch mal The Cult durchscheinen, dann kann ich nur begeistert feststellen, dass LEPROUS zwar nicht mehr ganz so eingängig zu Werke gehen wie noch auf „Coal“, dafür aber Ihre neuen Kompositionen in dermassen ausgefeilte Arrangements und geschmacksichere Sounds gesteckt haben, dass die Band eigentlich ausser Konkurrenz läuft.

Wer mit der bisherigen Entwicklung von LEPROUS mithalten wollte, der nimmt auch die neueste Volte mit Kusshand an. Die Jungs fordern auch weiterhin vom Hörer Einsatz und Mut sich auf Neues einzulassen, etwas was im weiten Spielfel des Prog zunehmend schwer zu finden ist. Episch, bombastisch, streckenweise poppig verspielt und immer fordernd – ich bin schwer beeindruckt von dem Mut, den die Jungs auf „Pitfalls“ zur Schau stellen und den beeindruckenden Songs, die eine gewisse Einarbeitung brauchen, dann aber eine enorme Langzeitwirkung entfalten. Bärenstarkes Album.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Below
02. I lose hope
03. Observe the Train
04. By my Throne
05. Alleviate
06. At the Bottom
07. Distant Bells
08. Foreigner
09. The Sky is red

Mario