EVILDEAD – United States of Anarchy

Band: EvilDead
Album: United States Of Anarchy
Spielzeit: 39:00 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Steamhammer
Veröffentlichung: 30.10.20
Homepage: www.evildeadofficial.bandcamp.com

EVILDEAD are back. Die Kult Thrash Metal Band aus L.A. schickt sich an, nach 29 Jahren wieder mal ein neues Album zu veröffentlichen. EVILDEAD formierten sich 1987 mit dem Ziel, harte Musik in der Tradition des klassischen Thrash Metal zu kreieren. Und dass gelang ihnen 1988 dann auch mit ihrem Debütalbum „Annihilation Of Civilization“. Ein Klassiker der damals für Aufsehen sorgte. Nach einem weiteren Studio- und Livealbum lösten sich die Amerikaner 1992 leider auf und widmeten sich anderen Projekten. Nach dauerhaften Forderungen sich für eine Live Reunion zu treffen kamen EVILDEAD zurück auf die Bretter der Welt. Auftritte auf den „Way Of Darkness“ und „Jalometalli“ Festivals inklusive. Und nun ist das Line-Up um Alberto Gonzales (g), Juan Garcia (g), Rob Alaniz (d), Phil Flores (v) und Karlos Medina (b) zurück. Für den Sound war Bill Metoyer verantwortlich und natürlich darf hier das Ed Repka Cover auch nicht fehlen.

„The Descending“ beginnt wuchtig und klingt herrlich oldschoolig. Gute Lyrics und Shouts, Soli sind natürlich auch vorhanden. „Word Of God“ thrasht Slayer like durch die Boxen und bietet feinen Stoff zum Headbangen. Jetzt muss ich leider mal einwerfen, dass mich der Sound irgendwie stört. Da fehlt die Durchschlagskraft und die Drums sind auch zu leise. Da haben die Kollegen von Onslaught, Testament und Co. einfach mehr zu bieten. Das ist wirklich schade, denn ein Song wie „Napoleon Complex“ hätte es verdient und würde dadurch noch mehr knallen und abgehen. Eine schnelle Granate die wirklich gut gemacht ist. Auf „Green House“ bleiben die Amis ihrem Stil treu und spielen speedigen Thrash Metal mit Crossover Einflüssen. Ein bisschen Slayer hier, ein wenig Suicidal da und schon kommt ein Stück wie „Without A Cause“ zustande. Macht Spaß und hat Klasse. Hoppla, was ist jetzt los? „No Difference“ fängt jazzig und mit Swing an bevor die Keule ausgepackt wird. „Blasphemy Divine“ kennt nur Vollgas. Bei der Nummer werden euch die Halswirbel reihenweise abknicken. „A.O.P./War Dance“ klingt (bis auf den Sound) gut. Schön brutal aber dennoch melodisch. Annihilator lassen grüßen. Den Abschluss macht „Seed Of Doubt“. Reißt mich jetzt aber nicht vom Hocker.

Anspieltipps: „The Descending“, „Word Of God“, „Without A Cause“ und „Blasphemy Divine“

Fazit: Auf ihrem Comeback Album sind einige gute Stücke dabei, aber nicht alles kann auch wirklich überzeugen. Wie schon öfters erwähnt, trägt die Produktion auch nicht zur Verbesserung bei. Schade, da wäre mehr drin gewesen. Trotzdem reicht es für gute 8 Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Descending
02. Word Of God
03. Napoleon Complex
04. Green House
05. Without A Cause
06. No Difference
07. Blasphemy Divine
08. A.O.P / War Dance
09. Seed Of Doubt

Sturmi

NIVIANE – The Ruthless Divine

Band: Niviane
Album: The Ruthless Divine
Spielzeit: 62:12 min
Stilrichtung: US Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 30.10.2020
Homepage: www.niviane.com

Eine DER Überraschungen aus dem Jahre 2017 sind zurück! Die Amis von NIVIANE haben nach ihrem Debütalbum „The Druid King“ nun mit „The Ruthless Divine“ ihr nächstes Album am Start.
Mittlerweile hat man bei Pure Steel Records einen Vertrag unterschrieben, was nicht die schlechteste Entscheidung gewesen sein wird, ist das Label doch für seine hervorragende Promo Arbeit bekannt!
Mit Norman Skinner hat man einen mehr als fähigen Fronter im Gepäck der den Songs die in der Schnittmenge zwischen US und Power Metal pendeln den notwendigen Touch verleiht.
Viel mehr gibt es nicht vorab zu berichten, werfen wir uns daher direkt mal in den Albumopener „League of Shadows“. Dieser ist ein episch angehauchter Midtempotrack der seine Stärken definitiv in seiner Melodic und dem tollen Chorus hat.
Und apropos Stärken, die sind auch relativ schnell bei den folgenden Songs „Crown of Thorns“, „Dreams Crash Down“, dem Titeltrack „The Ruhtless Divine“ oder der Vorabsingle „Fires in the Sky“ auszumachen.
Schön abwechslungsreich geht es hier mal mehr mal weniger episch zur Sache, kraftvoll und richtig knallen tun sie aber alle!
Besonders Fronter Norman ist hier besonders hervorzuheben, der Gute keift, singt und growlt sich hier durch die Songs das es eine wahre Freude ist ihm zuzuhören. Sehr variabel der Gute.
Im Mittelteil der 11 Tracks umfassenden Platte kann auf jeden Fall noch das epische „Forgotten Centurion“ und der Bandtrack „Niviane“ direkt überzeugen.
Danach kommt dann leider mit „Psychonmanteum“ ein Track der sich nicht so recht entscheidet was er denn sein will! Thrash, Power oder Epic Metal. Hier fehlt finde ich etwas die Linie.
Viel bessern klingen dann wieder die beiden letzten Nummern „Sinking Ships“ und das knackige „Like Lions“. Aufgrund seiner Epic und der Abwechslung gewinnt der erstgenannte Track hier aber ganz klar.

Anspieltipps:

„League of Shadows“, „Dream Crash Down”, “The Ruthless Divine”, “Fires in the Sky” und “Sinking Ships”

Fazit :

Das zweite Album der Jungs von NIVIANE ist eine runde und kompakte Scheibe geworden die jedem Genre und Bandfan definitiv zu sagen sollte!
Insgesamt fehlen irgendwie so ein bisschen DIE absoluten Überflieger was das Debütalbum so besonders gemacht hat.
Starke und empfehlenswerter Tracks sind hier natürlich trotzdem an Bord, von daher Daumen hoch für die Amerikaner und ihr zweites Werk!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. League of Shadows
02. Crown of Thorns
03. Dreams Crash Down
04. The Ruthless Divine
05. Fires in the Sky
06. Fallen from Elysium
07. Forgotten Centurion
08. Niviane
09. Psychomanteum
10. Sinking Ships
11. Like Lions

Video zu “Fires in the Sky”:

Julian

GLACIER – The Passing Of Time

GLACIER

Band: Glacier
Album: The Passing Of Time
Spielzeit: 40:11 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 30.10.2020
Homepage: www.facebook.com/GlacierMetal

Während überall auf der Welt die Gletscher verschwinden, gibt es einen, der tatsächlich gerade zurückkehrt: der, der schonmal Ende der 70er in Portland, Oregon erschien und sich, wie so viele Bands in der Zeit, nach ein paar Demos auflöste. Ja nun, zu jeder undergroundigen Heavy-Metal-Band gibt es eine noch undergroundigere Coverband, im Fall von GLACIER namens DEVIL IN DISGUISE, die mit Michael Podrybau immerhin den originalen Gründungssänger ihren Leader nennen durften. Seit 2015 ein paar Auftritte, dann das offizielle okay der verbliebenen Originalmitglieder, die Tribute-Band als offizielle GLACIER fortzuführen, jetzt das Debutalbum “The Passing Of Time”. So kann es gehen. Stellt sich nur die Frage, ob das Ding auch tau(g)t.
Produktionstechnisch und spielerisch auf jeden Fall. Der Sound von “The Passing Of Time” ist klar, organisch und trotz angemessener Härte irgendwie gemütlich warm. Michaels Stimme sollte der Metalwelt zuliebe eigentlich auf mehr Alben auftauchen, er ist ein großartiger Sänger mit starker, unklischeehafter Heavy-Metal-Stimme und Ausdrucksstärke. Die Instrumentalfraktion ist erwartungsgemäß on Point und agiert im Sinne der Musik. Man braucht nicht immer zwei dicke Gitarren, wenn der Bass eine übernehmen kann und der Sound damit etwas hard-rockig oldschooliger wird. Man kann sie aber natürlich auch auf Lautstärke 11 so richtig schön asozial trocken schrubben lassen (“Valor”). Man braucht keine Keyboards, um eine vollen, harmonischen und dichten Sound hinzukriegen und auch kein Solosynth, wenn man stattdessen mit einigen schönen Gitarreneffekten arbeitet, die den Soloparts mehr klangliche Vielseitigkeit verleihen. Und man braucht kein halsbrecherisches Gefrickel, wenn man seinen Heavy Metal mit Power-Metal-Anleihen (beispielsweise beim herrlich betitelten und ziemlich fröhlichen “Eldest And Truest”) nicht nur professionell sondern auch mit Liebe zum Detail und durchdachter Komposition erschafft. Klischees darf man dabei natürlich verwenden (“Live for the whip, die by the sword!” mit NwoBHMig ausschlagenden Vocals), sind aber selten. Stattdessen verlässt man sich auf die Wirkung der Komposition und der Bandleistung, was zu kleinen Highlights wie “Ride Out” mit seinem Sechser-Takt in der Strophe und dem trockenen Kontrastriff im Vierer-Takt-Rest führt, zum unkonventionellen Chorus in “Infidel”, dessen Geschwindigkeit am Ende nochmal runtergebrochen wird (was immer geil kommt), und zum simplen Uptempo-Ausreißer “Into The Night”.
Die Songs an sich sind lange nicht so einfach, wie man es von Songs alter aufgelöster und nun erneut aktiver Metal-Bands erwarten könnte, wenn auch die Komplexität sich kein bisschen aufdrängt und lediglich im Unterhaltungsfaktor bemerkbar macht. Und das ist eigentlich das, was ein schön geschriebenes Heavy-Metal-Album zu einem nicht geringen Teil ausmacht!

Fazit:
Ich hätte die Truppe dem Sound nach in England verortet und mit ihrem melodieorientierten kreativen Heavy Metal erinnern sie ein Stück weit an jüngst rezensierte und ebenso großartige DARK FOREST in weniger folkig und mehr true. Und ganz klar, authentischer Heavy Metal mit Fantasie, Kreativität, edler Produktion und feiner Bandleistung: Ich weiß nicht, ob es insgesamt einen Fan der großen Genre-Klassiker gibt, der an “The Passing Of Time” keinen Spaß hätte.

Anspieltipps:
“Infidel”, “Valor”, “Ride Out” und “Eldest And Truest”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Eldest And Truest
02. Live For The Whip
03. Ride Out
04. Sands Of Time
05. Valor
06. Into The Night
07. Infidel
08. The Temple And The Tomb

Jannis

OHRENFEINDT – Das Geld liegt auf der Straße

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Band: Ohrenfeindt
Album: Das Geld liegt auf der Straße
Spielzeit: 46:45 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 30.10.2020
Homepage: www.ohrenfeindt.de

St. Pauli´s lauteste Rock´n Roll Kapelle ist zurück. Seit nunmehr 17 Jahren verwöhnen uns die Kiezrocker regelmäßig mit ihrer Musik und spätestens seit dem 2005er Hit „Rock´n Roll Sexgott“ steigt die Beliebtheit und der Bekanntheitsgrad des Trios um Gründungsmitglied und Sänger/Bassist Chris Laut stetig an. Vor 2 Jahren erschien die letzte Studioplatte „Tanz nackt“, sicher eine der stärksten Veröffentlichungen von OHRENFEINDT. Nun legen sie mit „Das Geld liegt auf der Straße“ notgedrungen ein neues Lebenszeichen vor, ohne danach auf Tournee gehen zu können. Natürlich geht es in der momentanen Lage nahezu jeder Band genau so, aber wer die Hamburger Originale schon mal live erlebt hat, weiß, wie schade das alles ist. Allerdings sind kleinere (Acoustic-) Gigs in Planung, schaut einfach mal auf die Homepage.

Nun aber zur neuen Liedersammlung: Textlich gibt es wie gewohnt eine bunte Mischung an Alltagsthemen, mit denen sich nahezu jeder identifizieren kann. Rückenschmerzen, Schreibblockade, verpasste Hochzeitstage oder das ewige Elend mit der Berufswahl – hier wird weit mehr behandelt als Sex, Drugs und Rock´n Roll und das ist wie immer ziemlich erfrischend.

Mit dem Titeltrack steigen Chris Laut (Bass, Vocals), Keule Rockt (Gitarre) und Andi Rohde (Drums) mit ordentlich Rück(en)grat ein. Und das mit Recht, denn nicht erst seit gestern haben es OHRENFEINDT geschafft, einen ganz eigenen Sound zu schaffen. Und dem bleiben sie auch auf Album Nummer 9 treu. So muss Rock´n Roll klingen: laut, schnörkellos und knochentrocken produziert. Irgendwo zwischen schleppendem Heavyblues („Motorcross im Treppenhaus“) und schnelleren Stücken („Ich kümmer mich drum“, „Hektik“) stehen die typischen OHRENFEINDT-Stampfer „Sänger in ´ner Rock´n Roll Band“, „Mona Lisa“ (mit herrlichem Vintage-Riff) oder der Titelsong. Das äußerst melodiöse „Willst Du mit mir gehen“ gehört ebenfalls zu den Höhepunkten der Platte. An den Schluss haben OHRENFEINDT eine Live-Version ihres Songs „So nicht“ (ursprünglich auf dem 2017er Werk „Zwei Fäuste für Rock´n Roll“ zu finden) aus dem Hamburger Gruenspan vom Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bandbestehen gestellt und mit „Schlaflied“ eine nachdenklich-traurige Ballade zum Gedenken an einen kurz vor den Aufnahmen verstorbenen Freund.

Aber ein paar Neuerungen gibt es dennoch auf dem neuen Dreher: im Studio wurde vieles live zusammen aufgenommen und auch die Songs waren nicht fix und fertig geschrieben sondern es war eher eine Ideensammlung, die im Studio fertiggestellt wurde. Außerdem braucht „Das Geld liegt auf der Straße“ ein paar Durchläufe mehr als sonst. Bisher strahlten 2 bis 3 Hits von Anfang an schrill leuchtend und der Rest der Platte kam so nach und nach. 2020 ist das anders, aber wir haben erneut eine richtig starke Platte von einer der besten deutschsprachigen Rockbands.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Das Geld liegt auf der Straße
02. Du brauchst Rock
03. Die Muse ist im Urlaub
04. Sänger in ´ner Rock´n Roll Band
05. Ich kümmer mich drum
06. Mona Lisa
07. Hektik
08. Motorcross im Treppenhaus
09. Willst Du mit mir gehen
10. So nicht (Live im Gruenspan)
11. Schlaflied

Stefan

SOLITARY – The Truth Behind the Lies

Band: Solitary
Album: The Truth Behind The Lies
Spielzeit: 37:00 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 23.10.20
Homepage: www.solitary.org.uk

Also egal wie beschissen das Jahr 2020 bisher auch ist, an geilen Thrash Metal Veröffentlichungen mangelt es ganz sicher nicht. Das beweisen nun die Engländer SOLITARY mit ihrem vierten Studio Album. Die Band aus Preston gibt es tatsächlich schon seit 1994. Erfahrung kann man den Mannen um Richard Sherrington (v,g), Andy Mellor (g), Gaz Harrop (b) und Roy Miller (d) wahrlich nicht absprechen. Mit Hilfe von Simon Efemey (Napalm Death, Amorphis, Paradise Lost) konnte ein hervorragender Sound gebastelt werden um die acht Songs voll zur Geltung kommen zu lassen. Fertig? Dann los!

„I Will Not Tolerate“ braucht keine Intro, kein Aufwärmen, dieser Opener zündet sofort. Der knallt so gut, dass man sich direkt an Onslaught erinnert fühlt. Auf „The Dark…The Resilient“ wird erstmal ein bis zwei Gänge heruntergeschalten. Nichtsdestotrotz bleibt die Härte erhalten, das Solo kann voll überzeugen und Richard hat einige Vocal Hooks auf Lager. Anschnallen und Helm auf bei „Abominate“ (kein Silius Cover). SOLITARY prügeln sich hier unglaublich wütend, brutal und schnell durch den Song. Absolut geiles Geschoss. „Homage To The Broken“ ist ein echter Grower. Mit seinen Slayer (Seasons In The Abyss) meets Testament Vibes macht er nach jedem Hören mehr Spaß. Das Titelstück „The Truth Behind The Lies“ will dich einfach umhauen, in den Dreck stossen und Staub fressen lassen. Riffs ohne Ende lassen einen auch nicht mehr so leicht aufstehen. „Cartharsis“ ist ein Old School Banger, bei dem man nicht stillhalten kann und die Matte fliegen lässt. „DTR (Dishonour True Reality)“ ist eine fiese Mischung aus Exodus und Testament. Highspeed Riffing gepaart mit melodiösen, eingängigen Parts stellen eine Macht dar. Verdammt, es folgt schon die letzte Nummer „Spawn Of Hate“. Und auch Diese hat es in sich. Wie ein Presslufthammer, der immer wieder auf deine Rippen knallt und dir die Luft raubt. Klasse Abschluss einer rundum gelungenen Scheibe.

Anspieltipps: „I Will Not Tolerate“, „Abominate“, „The Truth Behind The Lies“ und „Spawn Of Hate“

Fazit: Da man auf dieser Veröffentlichung keinen schlechten Song finden kann, die Musiker alle auf hohem Niveau spielen und auch die Produktion knallt, gebe ich hier volle 9 Punkte. Leute die auf Onslaught, Testament, Exodus und Silius abfahren, können hier bedenkenlos zugreifen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I Will Not Tolerate
02. The Dark…The Resilient
03. Abominate
04. Homage To The Broken
05. The Truth Behind The Lies
06. Catharsis
07. DTR (Dishonour True Reality)
08. Spawn Of Hate

Sturmi

TORCH – Reignited

Band: Torch
Album: Reignited
Spielzeit: 42:10 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 25.09.2020
Homepage: www.facebook.com/torchrocknroll

Corona, nasses Wetter, keine Konzerte – Kann diese Zeit noch mieser werden? Ja, mit einem Flache-Wortwitze-Review zum sonst auf jeden Fall stabilen “Reignited” von TORCH, das sie mit dem Namen ihres Comeback-Albums aber auch provoziert haben. Bei der ursprünglich 1981 gegründeten und 1986 wieder aufgelösten schwedischen Truppe entflammte 2013 der Wunsch nach gemeinsamem Musizieren erneut und ohne lange zu fackeln entschied man sich für ein Comeback. Ende September 2020 dann die Feuertaufe der neuen TORCH, mit insgesamt neun Songs und einer knappen Dreiviertelstunde Spielzeit.
Wen brennend interessiert, wie sich die Herren knapp vierzig Jahre nach ihrer Gründung so machen, dem sei an dieser Stelle ein wenig Licht ins Dunkel gebracht: “Reignited” ist, grob gesagt, eines der Alben, die eine früh aufgelöste 80er-Heavy-Metal-Band veröffentlicht, in der über all die Jahre die Leidenschaft für ihr Ding noch nicht erloschen ist und die an sich selbst nicht den Anspruch hat, eine musikalische Erleuchtung zu sein, sondern einfach nochmal Bock auf Metal machen hat. In keineswegs schlecht, muss man dazu sagen, aber eben auch nicht revolutionär.
Die Produktion verleiht “Reignited” schonmal ordentlich Feuer unterm Hintern: organisch, heavy, produziert von Jacob Hansen (VOLBEAT, U.D.O. Etc); kein Grund zur Kritik an dieser Stelle.
Der Opener zündet bereits amtlich und macht klar, wohin die Reise geht: Dan Darc hat eine schön dreckige Rock/Metal-Stimme, der Chorus ist simpel, der Track geht gut nach vorne und ist in sich absolut schlüssig. Dieses Konzept zieht sich über das Album weitgehend hinweg. Mal ist man eher im Hard-Rock-Bereich unterwegs (beim raschen “Feed The Flame” oder dem stampfenden “Cradle To Grave”), häufig metallisch (“Collateral Damage”). Seltener finden sich ruhige Parts, vor allem in Strophen (“In The Dead Of Night”, starker Chorus aßerdem und gutes Riff), und mit “To The Devil His Due” gibt es sogar einen kurzweiligen +7-Minüter.
Das lässt sich insgesamt gut firen, auch wenn für meinen persönlichen Geschmack “Reignited” in einigen Punkten doch etwas zu simpel ist. Die Menge an Refrains, die hauptsächlich aus der wiederholten Intonierung des Titels bestehen, ist verhältnismäßig hoch, die Harmoniearbeit verlässt sich auf den Effekt der Nutzung weniger Grundtöne und höhepunkttechnisch läuft das Album ein wenig auf Sparflamme.
Unter der Prämisse, dass der Anspruch der Leser an die Platte wohl eher der ist, TORCH nochmal mit neuem Material zu erleben oder einfach klassischen, gut gespielten Heavy Metal ohne Schwachpunkte zu hören, kann man “Reignited” aber doch auf jeden Fall empfehlen.

Fazit:
Nein, ihr Licht unter den Scheffel stellen müssen TORCH mit “Reignited” nun wirklich nicht. Ihre Fans werden angesichts des authentischen Heavy Metals eh Feuer und Flamme sein und bei Freunden klassischen Metals nach allen Regeln der Kunst sollte der Funke auch überspringen. Willkommen zurück, Freunde! Und Entschuldigung an die Leser, die bis hierhin durchgehalten haben.

Anspieltipps:
“In The Dead Of Night”, “Collateral Damage” und “Feed The Flame”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Knuckle Duster
02. Collateral Damage
03. All Metal, No Rust
04. Feed The Flame
05. In The Dead Of Night
06. Cradle To Grave
07. Snake Charmer
08. Intruder
09. To The Devil His Due

Jannis

THEM – Return To Hemmersmoor

Band: Them
Album: Return To Hemmersmoor
Spielzeit: 48:43 min
Stilrichtung: Heavy Metal/Thrash Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 30.10.2020
Homepage: www.facebook.com/thembandofficial

KK Fossor und seine deutsch-amerikanischen Freunde kehren also auf Teil drei ihrer Metal-Horrorstory nach Hemmersmoor zurück. Die letzten beiden Alben müssen ganz gute Einnahmen gebracht haben, denn die Rückkehr erfolgt offensichtlich in einem gepanzerten Rennwagen. THEM waren spätestens seit dem Vorgänger “Manor Of The Se7en Gables” eine valide thrashig-härtere Version von KING DIAMOND, woraus man mit dem Auftreten des Frontmanns, dem häufigen Einsatz von Falsett-Gesang, den typischen Hörspielpassagen, dem Storytelling und der düsteren, mit Horrorklängen angereicherten Atmosphäre der Musik auch kein Geheimnis machte – warum auch, immerhin gründete sich die Truppe explizit als Tribute-Band.
Auf dem aktuellen Longplayer “Return To Hemmersmoor” wird die seit “Sweet Hollow” begonnene Steigerung des Härtegrads weiter fortgeführt. Gleichzeitig distanziert man sich zumindest in Sachen Falsett-Gebrauch ein Stück weit von seinem großen Idol, setzt ihn weit weniger exzessiv ein.
Resultat ist ein Album, das im Vergleich zum Se7en-Gables-Album noch ein Stück weit eigenständiger klingt, während die Grundstimmung weitgehend beibehalten wird. Dass der KING-Vergleich immer weniger zieht, zeigt sich nicht unbedingt am Hörspielintro, eher schon an dessen zweiter Hälfte, die bereits ziemlich abgeht, und endgültig zu Anfang von “Age Of Ascension”. THEM geben jetzt offiziell Vollgas, und zwar auf einem nicht geringen Teil des Albums. Thrash- und Härtefaktor wurden noch einmal erhöht, die Vocals pendeln abseits der Hörspielsequenzen zwischen melodisch und ziemlich böse aber ein bisschen melodisch. Langsamere Parts sind selten, reduziert auf In- und Outro sowie auf einige Songteile, beispielsweise den Mittelteil von “Battle Blood”.
Mit dem steigenden Härtefaktor geht eine leichte Verringerung der Eingängigkeit einher. Einen Song der Marke “Witchfinder” findet man auf “Return To Hemmersmoor” nicht (am ehesten käme da noch “Waken” ran) und die Instrumentalfraktion tut ihr Bestes, eingängigere Melodielines angemessen zu vereviln. Das macht die Platte allerdings nicht schlechter. Die Mischung aus Storyparts mit verschiedenen motivierten Sprechern und normalen musikalischen Parts, die mal melodieorientierter und mal knüppeliger ausfallen, oft mit ziemlicher Instrumentaleskalation, funktioniert wunderbar und lässt THEM von einer interessanten und außergewöhnlichen Stilkopie zu einer Band mit Einflüssen, aber mehr Eigenständigkeit werden. Dazu sind die Kompositionen absolut nicht simpel. Der einzige Part, der den Hörer unterfordern mag, ist der leicht tumbe “Battle Blood, Battle Blood”-Refrain von – nun – “Battle Blood”, der jeder Leser dieser Rezension ab sofort als “Bällebad, Bällebad” hören wird, weil er ziemlich genau so klingt.

Fazit:
Aber sonst ist “Return To Hemmersmoor” ein wunderbar hartes, derweil melodisches Album geworden, das den ein oder anderen KING-DIAMOND-Fan vielleicht melancholisch an den Vorgänger zurückdenken lassen wird, dem ein oder anderen Bay-Area-Fan dafür ein paar Freudentränchen in die Augen steigen lässt und insgesamt, auch wenn ich persönlich den Vorgänger noch etwas mehr mochte, eine konsequente und für THEM sicherlich positive Festigung eines eigeneren Stils darstellt. Ein heftiger Ritt, Freunde!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Diluvium
02. Age Of Ascension
03. The Tumultuous Voyage To Hemmersmoor
04. Free
05. Fields Of Immortaility
06. The Thin Veil
07. Waken
08. Memento Mori
09. Hellhounds: The Harbingers Of Death
10. Battle Blood
11. Maestro’s Last Stand
12. Finis

Jannis

MORS PRINCIPIUM EST – Seven

Band: Mors Principium Est
Album: Seven
Spielzeit: 48:16 min
Stilrichtung: Melodic Death Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 23.10.20
Homepage: www.morsprincipiumest.com

Die finnischen Melodeather MORS PRINCIPIUM EST (Tod ist der Anfang) melden sich mit ihrem siebten Album, sinnigerweise „Seven“ genannt, zurück. Die Band wurde 1999 in Pori gegründet und besteht nach all der langen Zeit nur noch aus Sänger Ville Viljanen und Gitarrist und Songschreiber Andy Gillion. Diese zwei waren auch für die Produktion verantwortlich, die in verschiedenen Studios vollzogen wurde. Live (falls es das mal wieder gibt) werden sie von Iiro Aittokoski (d), Lauri Unkila (g), Joni Suodenjärvi (b) und Jarkko Kokko (g) unterstützt. 2021 wird die Band dann hoffentlich mit Wolfheart touren können. Für das hervorragend gelungene Coverartwork ist Jan Örkki Yrlund zuständig gewesen. Dann tauchen wir mal in die Welt von MORS PRINCIPIUM EST ein.

Den Anfang macht „A Day For Redemption“. Der Song fängt mit einer 40sekündigen Orchestration an und geht dann fließend in den harten Teil über. Und der ist sehr überzeugend. Die Riffs sitzen und Ville growlt großartig. „Lost In A Starless Aeon“ ist etwas progressiver geworden. Der Track hat auch einen melancholischen Touch der mich in einigen Teilen an Sentenced erinnert, starke Nummer. „In Frozen Fields“ wird gekonnt Härte mit Tempo und Melodie verknüpft und mit einem guten Solo garniert. „March To War“ kann mit seinen starken Vocals punkten. Auch die Instrumentierung ist gelungen und wirkt mit seinen Klassik Einsprengseln abwechslungsreich. „Rebirth“ könnte auch aus der Feder von Samael stammen. Messerscharfe Riffs, geschickte Tempowechsel, Soli und wieder eine tolle Melodie machen dieses Stück zu einem Highlight. Kurze Verschnaufpause mit dem 2minütigen „Reverence“. Ein Instrumental, dass eher ruhiger gehalten ist und zum Nachdenken anregt. „Master Of The Dead“ fängt atmosphärisch an, dann feuern die Drums Maschinengewehr Salven raus und es wird schnell. Eine fette Nummer, die den Raum mit all seiner Größe ausfüllt. Auf „The Everlong Night“ geht es noch schneller zu als sonst. Highspeed wechselt sich mit bombastischen Melodien ab und zieht einen in seinen Bann. „At The Shores Of Silver Sand“ bietet einen schwermütigen Sound der melancholisch angehaucht ist, aber trotzdem genug Härte bietet. Kommen wir nun schon zum letzten Track „My Home My Grave“. Orgelklänge leiten den Song ein, ehe er so richtig losballert. Hohes Tempo mit fiesen Growls und orchestralen Passagen, auf die auch Dimmu Borgir stolz wären, beenden das Album.

Anspieltipps: „Lost In A Starless Aeon“, „Rebirth“, „Reverence“, „The Everlong Night“ und „My Home My Grave“

Fazit: Die Produktion ist glasklar, die Musiker spielen auf höchstem Niveau und die Arrangements sind auch sehr hochwertig. Trotz der hohen Geschwindigkeit kommt niemals Langeweile auf. Wer auf In Flames, Children Of Bodom und Sentenced steht, ist hier genau richtig. MORS PRINCIPIUM EST liefern hier ihren bislang besten Longplayer ab und gehören ganz klar zur Speerspitze des Melodic Death Metal.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Day For Redemption
02. Lost In A Starless Aeon
03. In Frozen Fields
04. March To War
05. Rebirth
06. Reverence
07. Master Of The Dead
08. The Everlong Night
09. At The Shores Of Silver Sand
10. My Home, My Grave

Sturmi

LEAVES EYES` – The Last Viking

Band: Leaves` Eyes
Album: The Last Viking
Spielzeit: 63:56 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 23.10.2020
Homepage: www.leaveseyes.de

Zwei Jahre nach ihrem letzten Album „Sign of the Dragonhead“, welches auch der Einstand der neuen Sängerin Elina Siirala war, kehren die deutschen Symphonic Metaller von LEAVES EYES mit ihrem charismatischen Mastermind Alexander Krull wieder zurück um uns das Finale ihrer Wikingersaga zu präsentieren.
Thematisch, natürlich wie immer bestens recherchiert von der Band, geht es um die entscheidende Schlacht bei Stamford Bridge wo Norwegens König Harald III seinen Tod fand und so die Ära der Wikinger zu Ende ging.
Man kann sich wohl, wie fast immer, auf ein episches Monumetalwerk des Symphonic Metals einstellen, daher verlieren wir jetzt nicht mehr viel Zeit und starten direkt mit dem Opener „Death of a King“ welches wie immer bei der Band nur ein stimmungsvolles Intro ist welches aber die Geschichte toll einleitet.
Der erste richtige Track „Chain of the Golden Horn“ dürfte schon bekannt sein da er die Videosingle war. Flott, melodisch und auch symphonisch bahnt sich die Nummer ihren Weg in die Gehörgänge und bleibt dort direkt haften. So und nicht anders muss ein Opener sein!
Das folgende „War of Kings“ verströmt dann einen schönen erdigen Sound und überzeugt auch gerade wieder im Chorus vollkommen. Ebenfalls eine Nummer die somit direkt auf unsere Hitliste wandert.
„Black Butterfly“ mit dem Duett mit Clementine Delauney ist mir dann eine Spur zu schnulzig und symphonisch geworden und auch „Serpents and Dragons“ kann nicht komplett überzeugen.
Bei „Dark Love Empress“, welches ebenfalls vorab als Videosingle zu bestaunen war, fehlt auch irgendwie der Druck und auch die Growls von Alexander Krull werden stark vermisst muss ich sagen.
Beim darauffolgenden „Two Kings One Realm“ kommen dann sehr ungewohnte Ethno Klänge, die man so auch nicht unbedingt von der Band erwartet hätte! Ein interessanter Song der auf jeden Fall seine ganz eigene Magie hat.
Danach geht es dann aber wieder richtig schön erstklassig zur Sache denn „For Victory“, dass geil folkige „Varangians“ und auch „Serkland“ sind bärenstark geworden und begeistern auf Anhieb.
Der letzte Abschnitt ist ebenfalls sehr ordentlich geworden und hat mit „Flames in the Sky“ und dem überlangen Abschlussepos und Titeltrack „The Last Viking“ nochmal zwei Hits im Gepäck!

Anspieltipps:

„Chain of the Golden Horn“, „War of Kings“, „Varangians“, „Flames in the Sky“ und „The Last Viking“

Fazit :

Fakt ist die Musik von LEAVES EYES hat sich in den letzten Jahren verändert! Man findet viel mehr Folk und Symphonic Elemente darin und auch die andere Gesangsstimme von „Neu“ Fronterin Elina dürfte nicht allen Altfans gefallen. Wer sich aber auf die neuen Sounds und Einflüsse einlässt und vor allem noch mit dem Thema (Vikings Fans kommen hier definitiv auf ihre Kosten!) etwas anfangen kann, dem erwartet hier über 1 Stunde ein wahres Festmahl für die Ohren.
Man ist auf einem ähnlichen Niveau wie auch schon auf dem Vorgängeralbum unterwegs und daher gibt es hier auch die identische Punktzahl!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Death of a King
02. Chain of the Golden Horn
03. War of Kings
04. Black Butterfly (feat. Clementine Delauney)
05. Serpents and Dragons
06. Dark Love Empress
07. Two Kings One Realm
08. For Victory
09. Varangians
10. Serkland
11. Night of the Ravens
12. Flames in the Sky
13. Break into the Sky of Aeon
14. The Last Viking

Video zu “Chain of the Golden Horn”:

Julian

SAPIENCY – For Those Who Never Rest

Band: Sapiency
Album: For Those Who Never Rest
Spielzeit: 55:27 min
Stilrichtung: Modern Melodic Death Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 25.09.2020
Homepage: www.sapiency.org; www.facebook.com/Sapiency

Ganze sieben Jahre hat es gedauert, bis SAPIENCY endlich ihr neues Album auf den Markt werfen. „For Those Who Never Rest“ heißt das gute Stück und was könnte passender sein für ein schnelles und abwechslungsreiches Album. Und es könnte tatsächlich sogar das beste in der bisherigen Karriere der Frankfurter Buben sein. „For Those Who Never Rest“ schließt sich nahtlos an das 2013er Werk „Tomorrow“ an. SAPIENCY bleiben sich und ihrem Sound treu, heben ihn aber auf eine neue Ebene.
Obwohl schon 2009 gegründet ist „For Those Who Never Rest“ erst das dritte Album der Band und dennoch klingt es dafür recht professionell. Kein Wunder, war ein Großteil der Band vor SAPIENCY schon in diversen anderen Bands und Projekten unterwegs, um reichlich Erfahrung zu sammeln.
Schon der Opener „Everest“ zeigt, dass die Band in den letzten Jahren deutlich gereift ist. Harte Strophen perfekt kombiniert mit eingängigen Refrains. Lars Bittner und sein Kompanion, Growler Phil Heckel zeigen hier schon direkt ihre perfekte Symbiose. Schon im zweiten Song „Like Yourself“ durfte sich Neuling Tyler Zechlinski verewigen, holla die Waldfee. „Like Yourself“ hat am Ende des Albums nochmal einen Auftritt, Tyler erhält hier noch Unterstützung von keinem geringeren als unserem Bierbaron Gerre von TANKARD. Die Videoauskopplung zeigt die Wuchbrumme aus Frankfurt dann auch gleich von seiner Schokoladenseite *zwinkersmiley*.
Und unterhaltsam geht es weiter. Während „Dangerous Game“ mit einem Bombast-Intro aufwartet, kann „Thin Ice“ mit Piano und sphärischen Keyboard-klängen punkten. Und zwischendurch immer griffig riffig. Eine nahezu perfekte und abwechslungsreiche Mischung.
Klar, der nicht nur SAPIENCY-typische Wechselgesang wird von vielen Bands als Stilmittel verwendet, funktioniert bei den Frankfurtern aber wirklich gut. Massiv, kraftvoll und dabei brutal und abwechslungsreich. SAPIENCY haben musikalisch und auch textlich enorm zugelegt, die lange Pause hat der Band gut getan. Auch wenn ich diverse Line-up Wechsel nicht mehr wirklich zusammen kriege, hat dies weder der Band noch dem Album geschadet. Was die Jungens hier in einer knappen Stunde auf den 13 (bzw. 12 Songs) zustande gebracht haben, ist nicht von schlechten Eltern. Tatsächlich gibt es auch nur Kleinigkeiten zu bemängeln. Nicht jeder Song zündet, ein paar Sachen lassen einen leicht gelangweilt zurück. Aber das ist wirklich jammern auf hohem Niveau, sind es doch wirklich nur kleine Stellschrauben, an denen die Band noch etwas drehen könnte – hier und da ein wenig mehr instrumentale Vielfalt, ein paar mehr spielerische Riffs und fertig ist ein perfektes Album. Und Luft nach oben ist ja auch nicht schlecht.

Fazit: Mit „For Those Who Never Rest“ haben sich SAPIENCY einen großen Schritt nach vorne bewegt und für alle Fans von Melodic Death Metal ist das Album eine absolute Kaufempfehlung und locker 8,5 Sterne wert. Gerne mehr davon.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Everest
02. Like Yourself (Feat. Tyler)
03. Dangerous Game
04. Revenge
05. Bleeding In The Sun
06. Thin Ice
07. Sick
08. C’est La Vie
09. Borderline
10. I Am Alive
11. Lucid Dreamer
12. Dropped Again
13. Like Yourself (Feat. Gerre & Tyler) [Bonus Track]

Tänski

Um euch Lächeln ins Gesicht zu zaubern, SAPIENCY mit Gerre: