MAGICAL HEART – Another Wonderland

Band: Magical Heart
Album: Another Wonderland
Spielzeit: 45:07 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 01.06.2018
Homepage: www.magicalheart.de

Bis ins Jahr 2014 geht die Geschichte der Songs zum nun erscheinenden Debütalbum der Rock-Formation MAGICAL HEART zurück. Mit Drummer Charly Barth (Wayward), Sänger Christian Urner (Herezy, Old Age Revolution), Bassist Robert Frenz und Hammerschmitt Gitarrist Gernot Kroiss bildete sich schnell eine rockigschlagkräftige Truppe, die sich im Laufe der kommenden Jahre über Live-Konzerte unter dem noch vorläufigen Namen „Quo Vadis“ eine Fangemeinde in bayrischen Gefilde aufbauen konnte.
Nachdem einige Songs geschrieben und gereift waren und die Produktion eines Longplayers ins Auge gefasst wurde, entschied man sich, dem Projekt auch einen passenderen Namen zu geben; so wurde MAGICAL HEART geboren. Nach Fertigstellung des Albums stieg Kilian Kellner in die Band ein, nachdem Charly aus privaten Gründen die Formation verlassen musste.
Soweit die Basicfacts zum ersten Album „Another Wonderland“ der Jungs von MAGICAL HEART. Und wie tönt das gute Stück denn nun?
Nun, werfen wir mal flugs beide Ohren in Richtung des Openers „Dream no More“. Dieser rockt fleißig los und der tolle Beat geht einem durch Mark und Bein. Zusätzlich haben wir noch einen einprägsamen Chorus der das Ganze schön eingängig macht. Als Opener also beste Wahl wie ich finde.
Noch ein Wort zu Sänger Christian, der Junge hat eine Gesangsstimme die perfekt zu dieser Art Mucke passt, nicht zu tief, nicht zu hoch, einfach sehr angenehm.
Und ähnlich stark wie der Opener sind dann auch die anschließenden Tracks, das treibende „Silence and Dreams“ sowie der Titeltrack „Another Wonderland“. Hier passt alles und man wird als Genrefan bestens unterhalten!
Der Mittelteil der Scheibe wird dann ganz klar vom erstklassigen „Magic“ und „See the Light“ dominiert.
Die hier ebenfalls zu findenden „Ocean“ und „Shadows“ sind eher gute Standardsongs die aber nicht an die bisherigen Volltreffer rankommen.
Im letzten Abschnitt haben wir dann noch als Volltreffer das abwechslungsreiche „We are not lost“ zu verzeichnen, die restlichen Songs gehören auch eher zu der Sparte gute Standardsongs.
Warum man als letzten Track eine weitere Version von „Ocean“ genommen hat und nicht einen weiteren, neueren Song, entzieht sich meiner Kenntnis. Braucht man nicht unbedingt.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sind hier „Dream no More“, „Silence and Dreams“, „Another Wonderland“, “Magic” und “We are not lost” zu nennen.

Fazit :

Das Debütalbum der Jungs von MAGICAL HEART ist auf jeden Fall sehr ordentlich gelungen! Man merkt das die Jungs schon länger so zusammen musizieren und viel Liveerfahrung besitzen.
Viele Songs zünden direkt, klar es gibt auch den ein oder anderen Stinker dabei, aber im Großen und Ganzen haben wir hier eine starke Leistung die sich interessierte Rockfans gerne näher zu Gemüte führen können!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dream no More
02. Silence and Dreams
03. Another Wonderland
04. Magic
05. Ocean
06. See the Light
07. Shadows
08. We are not lost
09. Time will come
10. Fire on Earth
11.Ocean (Piano Version)

Julian

CRYING STEEL – Stay Steel

Band: Crying Steel
Album: Stay Steel
Spielzeit: 54:26 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 15.06.2018
Homepage: www.facebook.com/CryingSteel

CRYING STEEL? Noch nie von den Jungs gehört! Dabei gibt es die aus Italien stammende Truppe schon seit 1982 und man hat schon eine EP, drei Alben plus ein Box Set veröffentlicht. Naja man kann ja nicht alles kennen.
Dieser Tage kehren die Jungs mit ihrem neuen Album „Stay Steel“ zurück und haben ein ganz interessantes neues Bandmitglied zu verkünden!
Ex TNT und SHY Sänger Tony Mills ist auf dem neuen Album zu hören, was das Ganze natürlich nochmal wesentlich interessanter und einen noch neugieriger macht, schließlich gehört Mr. Mills zu den besten Rock und Metalsängern auf diesem Planeten!
Ob es sich bei dieser Kooperation um eine einmalige Sache handelt oder man sogar länger zusammenarbeiten möchte entzieht sich unserer Kenntnis, aber sei es drum, erfreuen wir uns nun einfach der Mucke und horchen direkt mal in den Opener „Hammerfall“ rein der knackig und kraftvoll loslegt. Tony ist bestens bei Stimme und da hier auch der Chorus perfekt passt haben wir es mit einem klasse Opener zu tun der direkt und ohne Umschweife in die Gehörgänge wandert.
„The Killer Inside“ im Anschluss ist dann eher im Midtempobereich angesiedelt, ist aber ähnlich eingängig wie die Nummer zuvor und kann ebenfalls direkt begeistern!
Ähnliches gilt dann für „Speed of Light“ wobei es auf den Spuren des Openers wandelt und daher auch direkt auf die Hitliste wandert.
Im Anschluss gibt es dann eine kraftvolle Halbballade mit Namen „Born in the Fire“ die auch ohne Umschweife gefällt.
Bislang also nur Hits hier zu verzeichnen, ob das so weitergeht?
Naja nicht ganz, denn der Mittelteil ist erstmal geprägt von, zwar guter, Standardmetalkost, welche dann erst langsam mit „Sail the Brave“ ihr Ende findet und mit „Name oft he Father“ findet man dann wieder zu alter Stärke zurück.
Da auch die beiden letzten Tracks „Warriors“ und „Road to Glory“ eher zu der Kategorie besserer Meltamucke gehören, ist der Abschluss des neuen CRYING STEEL Albums recht ordentlich, wenn da nicht der schwache Mittelteil gewesen wäre….

Anspieltipps:

„Hammerfall“, „Speed of Light“, „Born in the Fire“, „Name of the Father” so wie “Road to Glory”.

Fazit :

Keine Frage mit Tony Mills am Mikro haben die übrigen Jungs von CRYING STEEL einen spitzen Fang gemacht! Aber auch er schafft es nicht komplett das Ruder rumzureißen und die schwächeren Songs, die vor allem im Mittelteil zu suchen sind, komplett auszugleichen.
Insgesamt haben wir hier ein ordentliches, starkes Heavy/Melodic Metalalbum welches sich Anhänger des Genres auf jeden Fall mal genauer anhören sollten!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hammerfall
02. The Killer Inside
03. Speed of Light
04. Born in the Fire
05. Blackout
06. Barricades
07. Raise your Hell
08. Crank it Up
09. Sail the Brave
10. Name of the Father
11. Warriors
12. Road To Glory

Julian

SINSID – Mission from Hell

Band: Sinsid
Album: Mission from Hell
Spielzeit: 51:34 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pitch Black Records
Veröffentlichung: 08.06.2018
Homepage: www.facebook.com/sinsidband

Mal wieder Newcomeralarm hier in der Rock-Garage! 2012 gründeten sich die norwegischen Metaller von SINSID. An vorderster Front steht der ehemalige Wrestler Terje S. Sidhu der hier seiner Leidenschaft dem Metalgesang frönt.
Viel Liveerfahrung hat die Band noch nicht vorzuweisen, man war darauf konzentriert das mir nun vorliegende Debütalbum „Mission from Hell“ einzuspielen auf dem es vom Stil her mit einem Mix aus Heavy, Viking, Epic und Thrash Metal zugeht.
Als Opener fungiert das passend betitelte „The Sinsid Prelude“. Ein sehr langsames, getragenes Instrumentalstück was aber irgendwie gut passt wie ich finde! Aber es gibt natürlich bessere Opener das ist klar.
Mal gucken wie denn der erste richtige Track „Steel Riders“ so tönt? Recht kraftvoll kommt das Ganze daher, ein Midtempotrack der vor allem aufgrund seines Chorus ordentlich punkten kann.
Danach gibt es dann leider erstmal etwas Standardmetalkost zu verdauen, was leider auch länger anhält und erst mit dem knackigen „Revenge by Death“ wieder besser wird!
Ein kleiner Hit hat sich dann mit dem anschließenden Titeltrack „Mission from Hell“ im ganzen Standardmetalgemenge versteckt. Hier passt alles recht gut und der geneigte Metaller wird bestens unterhalten.
Und guck mal da, auch das wesentlich schnellere „Union Sign“ direkt im Anschluss kommt gut aus den Boxen und geht direkt ins Ohr. Es geht doch liebe Leute!
Danach flacht das Niveau aber leider wieder ab und mit dem überlangen, doomigen „Land of Doom“ wird ein Debütalbum beschlossen welches ganz klar zeigt das noch kein Meister vom Himmel gefallen ist!

Anspieltipps:

„Steel Riders“, „Mission from Hell“ sowie „Union Sign“ tönen hier am Besten.

Fazit :

Definitiv schwere Kost das Debütalbum der Jungs von SINSID! Mit ihrer Mischung aus Heavy, Viking, Epic und ein Schuss Doom Metal macht man es sich aber auch nicht leicht…im Endeffekt fehlt bei vielen Songs einfach der Zugang zu den Stücken bzw. man, braucht wenn überhaupt, viele Durchläufe bis mal ordentlich etwas hängen bleibt!
Das ist nur was für Genrefanatiker und daher sollte hier vorheriges Antesten vor dem Kauf Pflicht sein!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Sinsid Prelude
02. Steel Riders
03. Hellhammer
04. Sons of the North
05. Infernal Pit
06. Revenge by Death
07. Mission from Hell
08. Union Sign
09. Lost & Lonely
10. Land of Doom

Julian

STORMWITCH – Bound To The Witch

Band: Stormwitch
Album: Bound To The Witch
Spielzeit: 65:45 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 29.05.2018
Homepage: www.stormwitch.de

Mit 39 Jahren könnte man eigentlich so langsam mal die Midlife-Crisis kommen. Vielleicht einen tiefergelegten Besen kaufen oder den Hexenhut durch eine dieser lustigen blinkenden Weihnachtsmannmützen eintauschen. Man könnte auch so richtig auf die Kacke hauen und sein neues Album mit einer dicken Masse arschgeiler Synthesizer und einem saftigen Drop vor jedem Chorus pimpen. Aber scheinbar steht die STORMWITCH da drüber. Stattdessen: Auch nach 39 Jahren Bandgeschichte (inklusive Pausen) gibt’s von den Deutschen klassischen Heavy Metal ohne Schnörkel, den man instinktiv ein wenig näher an Hamburg verortet hätte, als es tatsächlich der Fall ist.
Zum Gesang: Am Mic steht, neben Jürgen Wannenwetsch das einzige verbleibende Gründungsmitglied, nach all der Zeit immer noch Andreas Mück, der sich als charakteristisches Organ der Band einen Namen gemacht hat. Zurecht. Und tatsächlich: Selten klang der Mann besser als auf dem zwölften Release der Jungs. Seine Falsettstimme kommt auf “Bound To The Witch” zwar verhältnismäßig selten zum Einsatz, läuft aber immer noch wie geschmiert. Und in gemäßigten Höhen kommt der sehr warme, fast beruhigende (Jap, ist ein Kompliment.) Klang im Zusammenspiel mit dem feinstens produzierten Prototyp-Heavy-Metal-Sound der Band einfach großartig.
Die 14 Songs auf “Bound To The Witch“ (inklusive drei Neuaufnahmen alter Klassiker als Bonustracks) sind strukturell recht einfach gehalten. Vielleicht etwas zu routiniert immer nach Schema F, aber damit kann man leben, denn obgleich STORMWITCH zuerst einmal Heavy Metal in Reinform machen, lassen sie nie ein richtiges Maß an charakteristischen Melodien und interessanten Riffs missen. Man höre nur einmal in “Arya” rein, dessen Strophenmelodie mit dem Eingangsriff hervorragend kooperiert, bevor der Refrain für Gänsehaut sorgt, ganz ohne auf billige Tricks wie fette Chöre oder Orchestersamples zurückgreifen zu müssen.
Gänsehaut gibt es auch bei der Ballade “Nightingale”, die melancholisch folkig aber weitestgehend unkitschig ausfällt und von cleanen Gitarren und Mück in Bestform getragen wird. Pur oldschool heavy geistert “The Ghost Of Mansfield Park” aus den Boxen, dessen Chorus zwar melodisch einfach gehalten ist, dabei jedoch wie vorherbestimmt für den Rest des Songs anmutet.
Neben zahlreichen leicht folkloristischen Wendungen in ihren Melodien (Nein, STORMWITCH sind mitnichten Folk Metal) verleiht ihnen auch die Art ihres Storytellings etwas, was an dieser Stelle in Ermangelung eines besseren Begriffs als “bardenhaft” bezeichnet werden muss. Ist eine tolle Eigenschaft, aber vielleicht könnte man für solche Texte mal einen Muttersprachler zurate ziehen, der sie absegnet. So lassen einige Textstellen den Hörer ob ihrer Plattheit doch manchmal leicht zusammenzucken. Klar, ist normal bei deutschen Bands, ließe sich aber vermeiden. Naja, sei’s drum, ganz ohne Kritikpunkte wär‘ ich halt auch arbeitslos.

Anspieltipps:
“The Choir Of The Dead”, “Arya”, “King George”, “Nightingale” und “The Ghost Of Mansfield Park”

Fazit:
Viele Textideen sind top, über ihre Umsetzung lässt sich streiten. Darüber, dass “Bound To The Witch” in musikalischer Hinsicht einfach hervorragend gelungen ist, hingegen nicht. Verhältnismäßig einfach und traditionell lebt es von seinen auf unauffällige Weise sehr starken Kompositionen und den außergewöhnlichen Vocals – erdacht und gespielt von einer Band mit massig Erfahrung, aber, wie das Promosheet treffend beschreibt, mit der Frische eines geilen Newcomers. “Bound To The Witch” ist kein Album, das man nur einmal hört, da sich beim ersten Durchlauf doch zumindest der Eindruck ergibt, dass die Scheibe echt Potenzial hat. Und spätestens ab dem zweiten Durchlauf wird das Ding immer fetter. Es ist wie verhext.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Songs Of Steel
02. Odin’s Ravens
03. The Choir Of The Dead
04. Bound To The Witch
05. Arya
06. Stormwitch
07. Life Is Not A Dream
08. King George
09. Ancient Times
10. The Ghost Of Mansfield Park
11. Nightingale
12. Stronger Than Heaven (Bonus Track)
13. Rats In The Attic (Bonus Track)
14. Priest Of Evil (Bonus Track)

Jannis

MONUMENT – Hellhound

Band: Monument
Album: Hellhound
Spielzeit: 58:50 min.
Stilrichtung: Heavy Metal (duh)
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.monumentband.com

<—- Das da, meine Freunde, ist ein übertrieben geiles Cover. Wer das auch so sieht, dem sei zu einem Besuch auf der Facebookseite von MONUMENT geraten, genauer gesagt, zur Betrachtung der vergangenen Profilbilder. Lohnt.
Widmen wir uns dem Cover genauer: Es ist auf der einen Seite recht stark im Sinne gefühlt jedes traditionellen Metal-Artworks gestaltet, mit Feuer, Apokalypse und einem bösen Maskottchen, das sogar nocht einen mythologischen Hintergrund hat. Dann wiederum sieht das Vieh aufgrund des leicht cartoonartigen Stils doch irgendwie dämlich aus, wenn auch noch etwas weniger als auf anderen Covern der Briten. Und damit wäre auch der Stil von MONUMENT beschrieben. Klassischer Heavy Metal mit extremer Nähe zu MAIDEN und PRIEST, teils ein wenig durch den Kakao gezogen. Gut, man sollte von einer Band, die aus drei Ex-WHITE-WIZZARD-Mitgliedern besteht, auch nicht unbedingt totale Ernsthaftigkeit erwarten.
Dabei sind MONUMENT keine Fun-Metal-Band der Marke JBO oder NANOWAR OF STEEL, sie persiflieren weniger, als dass sie ihren Helden auf eine humorvolle Art huldigen. Das tun sie so offensichtlich, dass man bei einem größeren Teil aller Songs doch eine gewisse Ahnung hat, welcher Song bzw. welche Songs für ihn als Vorlage dienten. Sowas ist eigentlich ein Grund für eine eher mittelmäßige Bewertung, was sich einige andere Rezensionen zu “Hellhound” klar zu Herzen genommen haben. Aber seien wir ehrlich: Dieses Konzept macht unfassbar Spaß. Klar, die meisten Songs auf “Hellhound” haben die Qualität durchschnittlicher MAIDEN-Songs (was auch schon echt eine Leistung ist), aber in Kombination mit der fröhlich-unbekümmerten Grundstimmung des Albums, dem Rätselraten, an welches Lied von MAIDEN oder PRIEST wohl der nächste Song angelehnt ist und den in nicht wenigen Fällen herrlich klischeehaften Texten (“Hellhound”: “He’s around, make no sound, try to hide, but in the end you’re found – He’s Hellhound!!”) bringt’s einfach. Und natürlich darf man nicht vergessen, dass gut kopiert keineswegs schlecht sein muss, und im Fall von “Hellhound” auch nicht ist.
Über die einzelnen Lieder soll hier gar nicht viel verraten werden. Naja, einer der Tracks klingt nach RUNNING WILD (Könnte es “William Kidd” sein? Man weiß es nicht.). Und einer wie jeder vernünftige “Ruhiger Anfang, fixes Lied, endloses Solo, Refrain, ruhiger Anfang nochmal”-Endsong eines MAIDEN-Albums (Jap, es ist “The End” mit seinem beachtlich mächtigen Mittelteil).
Der Rest bleibt Überraschung. Ach ja, die Produktion geht absolut klar, der Sänger passt hervorragend und der übrige Teil der Gruppe scheint von einer eisernen Jungfrau persönlich gezeugt worden zu sein. Rein muss gehört werden.

Fazit:
Man sagt sowas ja gerne über neu erscheinende Metalalben, aber MONUMENTs “Hellhound” ist ein klarer Kandidat für jede Metalparty-Playlist. Das Ding ist wie eine Compilation der fröhlichsten MAIDEN-Songs in noch etwas fröhlicher und mit Texten, die sich ihrer Klischeehaftigkeit absolut bewusst sind. Keine blöde Parodie – einfach klassischer Heavy Metal mit offenliegenden Einflüssen und einer guten Dosis Humor.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. William Kidd
02. The Chalice
03. Death Avenue
04. Nightrider
05. Hellhound
06. Wheels Of Steel
07. The End
08. Attila
09. Straight Through The Heart
10. Creatures Of The Night
11. Long Live Rock ’n‘ Roll
12. Deja Vu Master 1

Jannis

ELVELLON – Until Dawn

Band: Elvellon
Album: Until Dawn
Spielzeit: 61:01 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Reaper Entertainment
Veröffentlichung: 01.06.2018
Homepage: www.elvellon.net

Seit seiner Gründung anno 2010 trägt das Newcomer-Quintett ELVELLON frischen Wind in die Szene und weiß sowohl Fans als auch Fachpresse mit seiner Melange aus knackigen Gitarren, treibenden Drums und orchestralem Bombast zu begeistern: So wurde der blutjunge Fünfer schon früh ausnehmend wohlwollend von renommierten Magazinen wie dem Orkus und dem Sonic Seducer erwähnt und vom Metal Hammer gar als „Helden von morgen“ betitelt.
Ihren ersten Meilenstein setzte die Combo 2015 mit der Veröffentlichung der in Eigenregie unter der professionellen Leitung ihres Tontempel-erfahrenen Gitarristen Gilbert Gelsdorf aufgenommenen 5-Track -EP „Spellbound“, die abermals frenetische Beifallsbekundungen der Musikkritiker nach sich zog, auch über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus. Live treffen Elvellon mit ihrer Verbindung
aus magisch-mitreißender Klangmalerei und dem kraftvollen, glockenhellen Organ ihrer begnadeten Frontfrau Nele ebenfalls punktgenau ins Schwarze.
Nun ist der erste Plattenvertrag beim aufstrebenden Jung-Label Reaper Entertainment unterschrieben und das Debütalbum „Until Dawn“ steht in den Startlöchern.
Das Openerintro „Spellbound“ bietet dafür den perfekten Einstieg. Es entführt euch zuerst in eine mystische Welt mit dem Cinematic artigen Intro, welches sich dann in einem wahren Soundtrack steigert, um euch dann mit „Oraculum“ das erste Mal so richtig voll symphonisch zu unterhalten. Sängerin Nele ist schön variabel und kann sowohl clean als auch Operngesang.
Genial weiter geht es dann mit dem atmosphärischen „Silence from the Deep“, bevor es dann mit „The Puppeteer“ wesentlich härter und düsterer zugeht. Eine schöne Abwechslung, was auch beweist das die Band mehr drauf hat als „nur“ Symphonic Metal“!
Super spannend ist dann im Mittelteil der orientalisch angehauchte Doppelpack „Of Winds and Sand“ und „King of Thieves“ welches eindeutig von so Filmstoff wie Prince of Persia und Aladdin beeinflusst wurde. Auch hier zeigt die Truppe wieder ihre tolle Vielseitigkeit.
Direkt im Anschluss hat dann „Until Dawn“ keine Probleme das eingeschlagene Qualitätsniveau spielend zu halten. Danach gibt es dann zwar etwas zu viel Standardmetalklänge, welche aber nicht lange anhalten und mit dem, schon von der EP bekannten, „Born from Hope“ geht es dann wieder in die richtige Richtung die dann bis zum Ende nicht mehr verlassen wird!

Anspieltipps:

Auf jeden Fall sind hier “Oraculum”, “Silence from the Deep”, “Until Dawn”, “Born from Hope” und “Dreamcatcher” direkt zu empfehlen.

Fazit :

Ein sehr ordentliches Debütalbum haben die deutschen Metaller von ELVELLON hier zusammengezimmert!
Symphonic Metal der besonderen Art mit viel Abwechslung wird hier geboten und wenn die junge Truppe so weiter macht müssen sich die Genregrößen wie DELAIN, EPICA oder WITHIN TEMPTATION bald warm anziehen!
Eindeutige Kaufempfehlung von mir für die Zielgruppe!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Spellbound
02. Oraculum
03. Silence from the Deep
04. The Pupppeteer
05. Fallen into a Dream
06. Of Winds and Sand
07. King of Thieves
08. Until Dawn
09. Dead-End Alley
10. Shore to Aeon
11. Born from Hope
12. Dreamcatcher

Julian

FANTASY OPUS – The Last Dream

Band: Fantasy Opus
Album: The Last Dream
Spielzeit: 70:44 min
Stilrichtung: Power/Prog Metal
Plattenfirma: Pure Steel Publishing
Veröffentlichung: 08.06.2018
Homepage: www.facebook.com/FantasyOpusOfficial

Hmm das mir vorliegende Promosheet gibt jetzt nicht wirklich viel her über die Band FANTASY OPUS…die Jungs kommen aus Portugal und werfen mit „The Last Dream“ dieser Tage ihr zweites Album auf den Markt. Das Debütalbum „Beyond Eternity“ erschient 2008 und im Vergleich dazu sollt das neue Werk ein Quantensprung sein in Sachen Songwriting und Produktion.
Na das schauen wir uns gleich doch mal an, zuvor sei aber noch darauf hingewiesen das die Mucke der Band am Ehesten etwas für die Fans von SYMPHONY X oder ANGRA ist.
Als Opener fungiert „Ritual of Blood“ der recht zackig aber mit einer kleinen instrumentalen Einleitung loslegt. Kurz danach ertönt dann der Gesang der schön rau und kraftvoll ertönt. Garniert mit einem feinen Chorus schafft man es direkt mit diesem Midtempotrack die Fangemeinde in seinen Bann zu ziehen, sehr schön!
Beim anschließenden „Heaven Denied“ und „Chosen Ones“ geht es dann ein klein wenig kompakter zu Werke, auch wenn auch hier die 5 Minuten Marke locker übersprungen werden. Die erstgenannte Nummer landet auch ohne Umschweife auf unserer Hitliste.
Nach dem Balladenausfall „Lust“ skippen wir schnell weiter zu „Conquer the Seas“ welches schon wieder wesentlich besser aus den Boxen tönt und ordentlich in die Ohren geht. An die bisherigen Hits kommt man hier aber auch zu keiner Zeit ran.
Das ändert sich dann leider auch bei den nächsten Tracks nicht wirklich, gut das überlange, zwölfminütige „Perfect Storm“ ist ganz okay, kann aber auch nicht so glänzen wie die bisherigen Hittracks. Dafür ist es auch einfach zu verkopft und man kommt immer wieder von der ohrenfreundlichen Linie ab und verliert sich im Gefrickel!
Über das Instrumental „Oceans“ geht es dann an die letzten zwei Tracks „Realm of the Mighty Gods“ und „King of the Dead“, auch hier ist nicht alles Gold was glänzt, aber es ist auf jeden Fall besser als der gesamte Mittelteil der doch ziemlich an einen vorbeigerauscht ist.

Anspieltipps:

Mit “Ritual of Blood”, “Heaven Denied” sowie “Realm of the Mighty Gods” solltet ihr hier direkt warm werden.

Fazit :

Hui, hui die Jungs von FANTASY OPUS machen es einen mit ihrem neuen Silberling echt nicht leicht! Die Songs an sich sind gut geschrieben, aber es krankt irgendwie komplett an der Umsetzung. Sonst ist es nicht zu erklären das die guten Ansätzen in den Songs schnell immer mit ewigen Gefrickel und instrumentalen Parts zunichte gemacht werden. So bleiben leider nicht viele Hits hängen und insgesamt ist das Ganze leider nur guter Durchschnitt!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ritual of Blood
02. Heaven Denied
03. Chosen Ones
04. Lust
05. Conquer the Seas
06. Black Angels
07. Every Scar tells a Story
08. Perfect Storm
09. Oceans
10. Realm of the Mighty Gods
11. King of the Dead

Julian

ALIGHT – Spiral Of Silence

Band: Alight
Album: Spiral Of Silence
Spielzeit: 40:34 min.
Stilrichtung: Gothic Metal
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 27.05.2018
Homepage: www.alight.it

Euer Metal muss böse sein? Er braucht Testosteron, mindestens drei Schwerter und mehr Eier als ein Bodenhaltungsbetrieb? Synthesizer sind maximal etwas, das es im Battle mit erbarmungslosem Geshredde zu bekämpfen gilt? Alle Emotionen unterhalb der kalten Entschlossenheit auf dem Schlachtfeld sind für 1live-Hörer? Bitte, das Mausrad oder das Kreuzchen ganz oben rechts ist Euer Freund. Für alle anderen gibt es jetzt was über ”Spiral Of Silence”, das zweite Album der Italiener ALIGHT um Drummer und Gründungsmitglied Mirko Montresor. Überschaubare 40 Minuten und zehn Songs lang unterhält dieses Ding mit Female Fronted Gothic Metal, der absolut ordentlich, wenn auch nicht komplett herausragend von den Marco Barusso und D’Agostino gemixt und gemastert wurde, die man beide von LACUNA-COIL-Scheiben kennen könnte.
“Spiral Of Silence”, soviel kann guten Gewissens gesagt werden, hat mit gängigem Symphonic Gothic Metal der Marke NIGHTWISH nicht viel am schwarzen Hut. Orchestrale Elemente fehlen fast vollständig, die sehr präsenten Synthesizer treten generell in Pop-, Elektro- oder Dark-Wave-inspirierter Form auf und geben der Scheibe einen modernen Grundsound. Auch Sängerin Catia Borgogno (Lediglich das geile “The Shame“ bringt männliche Vocals ins Spiel) fährt nicht die Opernsängerinnenschiene, überzeugt stattdessen mit einer sehr klaren, ruhigen Gesangsweise, deren leichte Rauchigkeit ihr einen speziellen, wunderbar mit dem Rest der Band funktionierenden Akzent verleiht. Kritik? Nu, ab und an wären ein paar zusätzliche Backing Vocals oder ein klein wenig mehr Nachdruck von Vorteil gewesen; stark, wenn vielleicht auch nicht jedermanns Sache, sind die Vocals jedoch allemal.
Musikalisch ist man primär in seichteren Gewässern unterwegs. Wirklich hart wird “Spiral Of Silence” nie. Zwar gibt’s ein paar böse Synths, wie bei “Roses In The Dusk” oder fixere Parts, beispielsweise im leicht powermetallischen “Absence Of Essence”, normal ist “Spiral Of Silence” aber eher gothisch düster feierlich und für ein Metalalbum doch eher ruhig.
Ist ja auch nicht schlimm, denn musikalisch entfaltet das Ding durchaus seine Wirkung. ALIGHT schaffen den respektablen Spagat zwischen zeitgemäßem Sound mit modern anmutenden, teils recht poppigen Synths und Melodien, die sich einwandfrei ins Oeuvre des klassischen Gothic Metal der 90er einfügen ließen. Dazu kommt, dass ALIGHT ein Händchen für einfache Melodien haben, denen es jedoch nicht an Eigenständigkeit fehlt. In Verbindung mit der vergleichsweisen Zurückhaltung hinsichtlich überladener Arrangements ergibt das ein hintergründig bemerkenswert oldschooliges Erlebnis, verpackt in zeitgemäßen Sound, das auch und gerade Freunden älteren Gothic Metals das ein oder andere mit Lidschatten angereicherte Freudentränchen über die bleiche Wange jagen dürfte. 20 Euro ins Gothicrezensionsphrasenschwein.
Bedauerlicherweise gibt es auf “Spiral Of Silence” auch ein paar Parts, die einfach nicht zünden wollen und doch leicht fehlkonstruiert wirken, wie insbesondere “Lost In The Past”, das mit seinem Vorschulkeyboardsolo und seiner seltsamen Arpeggio-Synthesizer-Line im Refrain doch eher als Lückenfüller fungiert. Aber beim zweiten Album kann man sowas schon verkraften. Den positiven Gesamteindruck beeinflusst das wenig.

Anspieltipps:
Track eins bis drei, zudem “The Shame” und “Absence Of Essence”

Fazit:
“Spiral Of Silence” ist eine willkommene Abwechslung zum ganzen Symphonic Opera Gothic Metal, der sich mit weniger als 70 Audiospuren gar nicht erst aus dem Sarg traut. Die Platte ist auf die wesentlichen Bestandteile, die zur Erzeugung eines stimmungsvollen Gesamtsounds nötig sind, reduziert, wartet mit einer talentierten Sängerin und feinen Synthesizern auf und bietet dabei noch Melodien abseits des Einheitsbreis. Nicht sonderlich hart, nicht übertrieben düster, aber: ALIGHT bringen eine frische Patchoulibrise ins Gothic-Metal-Game. Wer es auch mal eine Spur poppig-dunkler verträgt, der werfe das Ding mal in seinen Plattenspieler!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Spiral Of Silence
02. The Portal
03. Psiche
04. Lost In The Past
05. Walk To The Line
06. Roses In The Dusk
07. The Shame
08. Look Closer
09. Absence Of Essence
10. Let Me Touch The Horizon

Jannis

JETBONE – Come out and Play

Band: Jetbone
Album: Come out and Play
Spielzeit: 37:14 min
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: BMG
Veröffentlichung: 20.04.2018
Homepage: www.jetbone.se

Stellt Euch eine Mischung aus den jungen Black Crowes, frühen Quireboys, den balladesken Momenten der britischen Thunder, etwas Led Zeppelin und das Ganze abgeschmeckt mit einem Schuss Primal Scream vor und ihr habt in etwa den Cocktail, den uns die jungen schwedischen Wilden von JETBONE mit Ihrem dritten Album „Come out and Play“ präsentieren. Das Ganze erscheint beim Branchenriesen BMG und daher wurde auch beim Drumherum geklotzt und nicht gekleckert: an den Reglern saß Stefan Glaumann (u.a. Rammstein, Backyard Babies) die Promo-Maschine läuft auf Hochtouren. Diese Infos sollten schon mal reichen um ein Ahnung davon zu bekommen, wohin die Reise stilistisch geht … an solchen Sounds haben sich schon unzählige Bands seit den Rolling Stones probiert und manchen ist es gelungen etwas Eigenes daraus zu machen.

Nun, die genannten Orientierungshilfen sind natürlich alles etablierte Acts, an die JETBONE, soviel vorweg, (noch) nicht heranreichen können. Aber auf ihrer nunmehr 3. Scheibe zeigt das Quintett, dass man vor allem im Bereich Songwriting ein Wörtchen mitreden kann. Der Titeltrack rockt gleich mit guter Hookline nach vorne und platziert JETBONE auch imaginär dorthin, wo sie wohl auch am allerbesten funktionieren: auf die Bühne. Noch besser schiebt „Are You Ready?“ mit seiner ansteckenden Hookline nach vorne. Und mit hüpfbaren Tracks ähnlicher Couleur geht es auch weiter. Die gelungenen Balladen („Road In The Sky“, „Not A Fool To Cry“) sorgen für die nötige Abwechslung. Es sind aber die straighten, rockigen Songs mit denen die Schweden Akzente setzen. Der ganz große „Hit“, mit dem die Charts zu knacken sind, fehlt zwar noch, aber die großen Bühnen können die Jungs (zumindest als Vorband) mit dem Material schon mal ins Visier nehmen.

Nach all dem Lob muss ich allerdings zugeben, dass mir „Come out and Play“ persönlich etwas zu glattpoliert aus den Speakern rockt. Für die nächste Scheibe würde ich mir mehr Ecken und Kanten im Sound der Jungs wünschen – die sind garantiert da, wurden hier aber zwecks Massenkompatibilität gnadenlos weggeflext. Auch fehlt mir noch ein wenig der Charakter im Gesang von Fronter/Basser Gurten Sjödin, der leider viel zu selten aus sich raus geht. Wenn der Junge mal losgelassen wird (wie in „Lady“), dann bekommt die Chose auch gleich viel mehr persönlichen Anstrich. Dennoch sollte der Fan von gepflegtem Gute-Laune Rock hier zugreifen. Denn astrein produziert ist die Scheibe definitiv und brauchbare Songs gibt’s ebenfalls genug.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Come Out and Play
02. Are You Ready?
03. It’s So Hard
04. Chickadee
05. Road in the Sky
06. Lady
07. Twisted Company
08. Not a Fool to Cry
09. Don’t Hold Me Back
10. Make This Song Together

Mario

ARCHITECTS OF CHAOZ – (R)evolution

Band: Architects Of Chaoz
Album: (R)evolution
Spielzeit: 62:48 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metal Ville
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.architectsofchaoz.de

Ähnlich wie einst schon der Lyriker TONY D mit seinem Epos „Hundert Metaz“ haben auch seine Landsleute von den ARCHITECTS OF CHAOZ erkannt, wie fresh doch ein Wort wird, wenn man das S an seinem Ende durch ein Z ersetzt. Trotzdem hier nun eine kleine Einschätzung. Wichtigster Fakt zuerst: Paul Di’Anno ist raus, Titta Tani ist drin. Wen von beiden man nun präferiert, bleibt wohl Geschmackzsache. Es lässt sich allerdings schwer bestreiten, dass “(R)evolution” vielseitiger ausfällt als der Vorgänger – und das mag unter anderem auch der stimmlichen Bandbreite von Tani zuzuschreiben sein, der munter zwischen böser Reibeisenstimme, tiefem Geshoute, klar gesungenen Passagen und, bestens hörbar im Prechorus von “A Moment Of Clarity”, auch mal gefühlvolleren Parts hin- und herwechselt und klanglich irgendwo zwischen Aders Fridén (IN FLAMES), Dave Mustaine und noch so einigen anderen einzuordnen ist.
Musikalisch bewegt man sich auf der mehr als eine Stunde langen Platte in klassischen Heavy-Metal-Sphären mit deutlicher Modern-Metal-Prägung. Während einige der 13 Songs, beispielsweise “Dead Again” mit seiner schönen Riffarbeit und dem tendenziell poppigen Chorus, schon sehr modern anmuten, besinnt man sich auf anderen Tracks wie “Pressure” doch auf die ältere Schule, was beides gleichermaßen gut funktioniert. Die Geschwindigkeitsverteilung ist recht ausgewogen. Zwischen schwer-schleppendem Gestampfe (“Farewell”) und knatternden Uptempo-Doppelbassparts findet sich jedoch zugegebenermaßen ein bisschen zu viel Midtempo. Das ist aber verkraftbar, praktisch keiner der Songs zieht ein Tempo von Anfang bis Ende durch. Stattdessen gibt es einen Haufen sehr vergnüglich flotter und teils echt grandioser Soli, die ein oder andere spannende Wendung im Mittelteil oder zwischendurch, wie bei “A Moment Of Clarity”, ein wenig thrashiges Geholze.
Besonders vielseitig gestaltet sich “The Pulse Of The Sun”, der letzte und mit sechs Minuten Spieldauer längste Track des Albums. Beginnend als Ballade schaukelt er sich immer weiter hoch, bietet in sich aber auch ein paar ruhigeren Parts Platz und ist diverser als manch doppelt so langer Track in Genres in seinem Umkreis.
Gut, ihren Safe Space verlassen die ARCHITECZ selten. Ein bisschen mehr Experimentierfreude hätte mit Sicherheit nicht geschadet, einige Refrains klingen etwas zu sehr nach einigen anderen Refrains und chronisches oberes Midtempo ist heilbar.
Doch was soll das Gemecker? Der Sound der ARCHITECTS OF CHAOZ funktioniert, einige Parts setzen sich ungemütlich schnell im Hirn fest und gerade in den Soloparts und der Gitarrenarbeit finden sich viele coole Extras, die das eh gelungene Album noch einmal aufzuwerten wissen. Dazu ne sehr ordentliche Produktion und ein starker Sänger. Kann man machen? Kann man machen!

Anspieltipps:
“A Moment Of Clarity”, “The Pulse Of The Sun”, “Hollow Years” und “Pressure”

Fazit:
Wer ARCHITECTS OF CHAOZ vor “(R)evolution” schon mochte, der sollte dem neuen Release der Jungs auf jeden Fall eine Chance geben. Wer sie bislang nicht mochte, sollte auf jeden Fall mal reinhören. Keine Keyboards, kein Kitsch, “(R)evolution” ist ordentlich gut gemachter moderner Heavy Metal ohne Schnick Schnack.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rise
02. Dead Again
03. Hitman
04. A Moment Of Clarity
05. All Play Dead
06. Century Of Cancer
07. Into The Fire
08. Hollow Years
09. Pressure
10. Farewell
11. No Way Out
12. Bloodrain Falls
13. The Pulse Of The Sun

Jannis