FORBIDDEN SEED – The Grand Masquerade

Band: Forbidden Seed
Album: The Grand Masquerade
Spielzeit: 68:55 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Stormspell Records
Veröffentlichung: 09.03.2018
Homepage: www.forbiddenseed.gr

FORBIDDEN SEED aus Griechenland hatten bei mir mit ihrem 2015er Debütalbum „From Sand to Eternity“ mächtig Eindruck geschunden. Leider verpasste ich im letzten Jahr das Zweitwerk „The Grand Masquerade“ aber durch Zufall kam ich jetzt doch noch in den Genuss der Promo so dass ich euch lieber Leser auch das zweite Werk, auf dem es noch düsterer zugehen soll, natürlich nicht vorenthalten will!
Mit Yannis Papadopoulos (BEAST IN BLACK) und Sverd T Soth (BATTLEROAR) hat man zwei bekannte Gäste mit an Bord, beim Opener „Intro“ treten beide aber noch nicht in Erscheinung, das Ganze ist aber wunderbar atmosphärisch und stimmungsvoll geraten. Ein guter Einstieg also um reinzukommen.
Mit dem anschließenden Titeltrack „The Grand Masquerade“ geht man dann auch direkt steil und auf Nummer sicher! Man tönt immer noch extrem nach ICED EARTH, was vor allem am Gesang liegt, und hat einen Ohrwurmchorus parat der das Ganze schön eingängig macht.
Über dasr wunderbar epische „Into Nevermore“ und „Labyrinth of Scars“, welcher ebenfalls wieder sofort überzeugen und punkten kann geht es in den Mittelteil der Scheibe der mit dem ordentlichen Instrumental „The Gathering“ und der Powerballade „Dreamspace“ aufwarten kann. Die restlichen zwei, drei Songs sind leider eher Standardmetaltracks die nicht besonders ins Gewicht fallen.
Dieser kleine Ausrutscher wird aber im letzten Teil der Scheibe wieder korrigiert denn hier hat man noch die ein oder andere Perle auf Lager.
Da hätten wir z.B. das epische, abwechslungsreiche „Siege of the Fallen“, „Heretic“ oder das abschließende stimmungsvolle Instrumental„The Wanderer“.
Somit haben wir insgesamt ein doch überzeugendes zweites Werk der Jungs von FORBIDDEN SEED dem man nur die etwas hölzerne Produktion, die auf der anderen Seite aber doch wieder seinen Charme hat, und die manchmal etwas ausufernden Tracks als Kritikpunkte vorhalten kann.

Anspieltipps:

„The Grand Masquerade“, „Into Nevermore”, “Labyrinth of Scars”, und “Siege of the Fallen”

Fazit :

Im Vergleich zum letzten Album haben sich die Jungs auf jeden Fall nochmal gesteigert! Zwar ist die Scheibe insgesamt doch vielleicht einen Tick zu lang geworden und der ein oder andere Song hätte etwas kompakter sein können, aber insgesamt stellt das neue Werk von FORBIDDEN SEED auf jeden Fall eine absolute Kaufempfehlung für Fans von ICED EARTH und etwas komplexeren Power Metal da.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. The Grand Masquerade
03. Into Nevermore
04. Labyrinth of Scars
05. Stealer of Dreams
06. The Gathering
07. Dreamspace
08. Crusade
09. Of Wrath and Blood
10. Night of Changes
11. Jester of Light
12. Siege of the Fallen
13. Heretic
14. The Wanderer

Julian

NITROGODS – Rebel Dayz

Band: Nitrogods
Album: Rebel Dayz
Spielzeit: 49:59 min
Stilrichtung: Rock N Roll
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 21.06.2019
Homepage: www.nitrogods.de

Zwei Jahre nach ihrem letzten Album „Roadkill BBQ“ kehren die NITROGODS mit dem neuen Label Massacre Records wieder zurück und präsentieren uns ihr neues Album „Rebel Dayz“ welches so nahe an deren Livesound sein soll wie noch nie! Da die Jungs bisher schon mächtig Gas gegeben haben und uns den puren Rock N Roll oder Heavy Rock um die Ohren geblasen haben können wir gespannt sein was nun auf uns zu kommt!
Eröffnet wird das gute neue Stück mit dem Opener „Breaking Loose“ wo schnell klar wird das das Trio auch auf dem neuen Album nur eine Richtung kennen, nach vorne und das nur mit Hard Rock.
Die nachfolgenden Songs sind dann eigentlich auch schnell erzählt, flotte Hard Rock Nummern die erdiger und krachender nicht sein könnten! Darunter befinden sich dann so Glanzperlen wie der Videotrack „We`ll Bring the House Down“ der Titeltrack „Rebel Dayz“ oder das von Gitarrist Henry Wolter gesungene „Blind as a Stone“.
Beim letzteren wird es auch mal wieder etwas bluesiger was der Band schon auf dem letzten Album sehr gut zu Gesicht gestanden hat und einfach etwas Abwechslung in den üblichen bandeigenen schnellen Hard Rock Sound bringt!
Was jetzt nicht heißen soll das dieser schlecht ist, man lausche nur dem erdigen „Roadwork Ahead“ und genieße einfach die Spielfreude der Band, aber ein bisschen Abwechslung schadet ja nie.
Im letzten Abschnitt der 14! Songs starken Platten können auf jeden Fall noch das erneut von Henry gesungene „Go Fast“ und das abschließende bluesgeschwängerte „Don`t Call my Name“ überzeugen.

Anspieltipps:

„Breaking Loose“, „We`ll Bring the House Down“, „Rebel Dayz“, „Blind as a Stone“ und „Don`t Call my Name“.

Fazit :

Auch auf ihrem neuen Album präsentieren die NITROGODS ihren Fans das was man von ihnen erwartet, Vollgas Hard Rock mit einer Spur MOTORHEAD drin!
Immer wieder unterbrochen von einigen Blueseinschüben was das Ganze doch merklich auflockert.
Die Idee mit Henry als zweiten Sänger halte ich ebenfalls für genial, sie bietet einen guten Kontrast zum rauchigen Organ von Bassist Oimel!
Fans von Lemmy und Co werden hier ebenfalls nicht enttäuscht und so kann man die neue Scheibe auf jeden Fall jedem Hard Rock und Rock N Roll Fan als Kaufempfehlung ans Herz legen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Breaking Loose
02. Zoom the Broom
03. We`ll Bring the House Down
04. 415 DV
05. Get Lost
06. It`s not your Rock N Roll
07. Rebel Dayz
08. Blind as a Stone
09. Roadwork Ahead
10. Murder`s a Ritual
11. Walk the Track
12. The Haze
13. Go Fast
14. Don`t Call my Name

Julian

TIMO TOLKKI’S AVALON – Return To Eden

Band: Timo Tolkki’s Avalon
Album: Return To Eden
Spielzeit: 54:14 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 14.06.2019
Homepage: www.facebook.com/Timo-Tolkkis-Avalon-2469383586618000

Timo Tolkki muss man an dieser Stelle wohl niemandem vorstellen. Der Gitarrist von STRATOVARIUS und talentierte Produzent ist einer von denen, an denen man als Power-Metaller kaum vorbeikommt, in letzter Zeit auch aufgrund seines neuen Projekts TIMO TOLKKI’S AVALON. Dessen dritte Platte “Return To Eden” hat inzwischen das Licht der Öffentlichkeit erblickt und bietet neben amtlichen 55 Minuten Laufzeit und Professionalität in Sachen Produktion und Spiel auch ein ziemlich amtliches LineUp. Nicht nur die großartige Ex-THE-GATHERING-Frontfrau Anneke Van Giersbergen ist mit dabei, auch Todd Michael Hall von RIOT V, Mariangela Demurtas von TRISTANIA, Zak Stevens (Ex-SAVATAGE) und Ex-ELEGY-Sänger Eduard Hovinga. Und die Instrumentalfraktion besteht bis auf Keyboarder Antonio Agate aus SECRET-SPHERE-Mitgliedern. Die Grundvoraussetzungen für ein starkes Album sind also gegeben.
Musikalisch ist man in recht traditionell aber liebevoll komponiertem symphonischen Power Metal unterwegs, den man gekonnt mit moderneren Keyboardelementen angespicet hat. Weder die orchestralen noch die moderneren Synths wirken dabei aufdringlich oder unpassend, sind im Gegenteil geschmackvoll, wenngleich ziemlich üppig, eingesetzt. Natürlich auch mal in Form von Cembalo-Sounds, schließlich bezeichnet man das Ding als Metal Opera und das klingt nach klassischer Musik und erfordert den Einsatz des für klassische Musik verwendeten Instruments, das, genau wie das pseudo-BACHige Neoklassik-Highspeed-Gedudel am Anfang des ersten richtigen Tracks “Promises” mit Oper genau genommen wenig zu tun hat. Aber sei’s drum, der Track macht akut Bock auf den Rest des Albums, mit äußerst gelungenem Chorus. Bei “Return To Eden” wird es etwas folkiger, mit Doodlesack, einer coolen Klavierspur hinter der Strophe und Todd, Zak und Mariangela in sehr guter Form.
Anneke darf auf “Hear My Call” und “We Are The Ones” ran, die beide verhältnismäßig poppig und Disco-synthesiziger ausfallen (vergleichbar ein wenig mit THE DARK ELEMENT), dabei aber auch gut Spaß machen und erfreulich unbelanglos sind. “Miles Away” leidet eigentlich nur an seinem lahmen Refrain (und der ist auch nicht dramatisch schwach), ist aber ansonsten ein starker hard-rockiger Midtempo-Track mit vielen guten Ideen, und “Godsent” ist der Balladenpathos, den so ein Album halt anscheinend immer haben muss.
Dann gibt es mit “Limits” noch einen Track, der sich stilistisch ein wenig mehr im Heavy Metal zu bedienen versucht, daraus resultierend aber nicht ganz harmonisch wirkt, ein paar weitere gute aber weniger herausragende Power-Metal-Tracks und zu guter Letzt mit “Guiding Star” einen durchgängig unterhaltsamen und ordentlich verteilenden Endsong, nice gesungen von Mariangela.
Schöne Platte insgesamt. An schwächeren Stellen immer noch mindestens guter Durchschnitt, an stärkeren auch mal ordentlich darüber.

Anspieltipps:
“Promises”, “Guiding Star”, “We Are The Ones” und “Miles Away”

Fazit:
Ich bin eigentlich nicht unbedingt der Freund von dem, was man allgemein als Symphonic Power Metal kennt, aber “Return To Eden” funktioniert sehr gut für mich. Hochprofessionell mit für das Genre erstaunlich wenig Kitsch, mit einer Top Vocal-Auswahl, smartem Synth-Einsatz und einem sehr anständigen Anteil an geilen Kompositionen. Gebt dem ruhig mal ’ne Chance!

WERTUNG:

 

 

Tracklist

01. Enlighten
02. Promises
03. Return To Eden
04. Hear My Call
05. Now And Forever
06. Miles Away
07. Limits
08. We Are The Ones
09. Godsend
10. Give Me Hope
11. Wasted Dreams
12. Guiding Star

Jannis

KINGS WINTER – Forging the Cataclysm

Band: Kings Winter
Album: Forging the Cataclysm
Spielzeit: 25:20 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 22.06.2019
Homepage: www.kingswinter-music.com

Das Ehepaar Jule und Tobias Dahs sind zusammen seit 2017 bei der Band LEVIATHAN aktiv. Sängerin Jule war aber zuvor schon ab 2005 bei den Melodic Metallern von SKADIKA aktiv.
2018 entschloss man sich, erneut gemeinsam, das Sideprojekt KINGS WINTER, benannt nach der Heimatstadt Königswinter, zu gründen um dort eine Mischung aus Classic Rock und Melodic Metal zu spielen.
Herausgekommen ist die Debüt EP „Forging the Cataclysm“ die dieser Tage in Eigenregie veröffentlicht wird und welche wir uns nun gemeinsam mal vornehmen werden!
Als Opener ertönt „Time`s Running Out“ der schon mal schön melodisch nach vorne geht und sich direkt in die Gehörgänge einbrennt. Sängerin Jule hat eine angenehme Stimmfarbe und ein ordentlich rockendes Organ! Weit ab vom dauernden Operngeträller was man häufig vorgesetzt bekommt.
Über das anschließende epische und ebenfalls wieder sehr ordentliche „The Grand Delusion“ geht es zum Titeltrack „Forging the Cataclysm“ der sich wieder relativ schnell als Hit outet und sich so schnell nicht wieder aus den Hirnwindungen entfernen lässt!
Das instrumentale Zwischenstück „At Road`s End“ ebnet dann Weg hin zu den letzten zwei Songs „Age of Reason“ und dem Abschlussbonustrack „A Sailor`s Tale“.
Ersterer ist ein flotter Melodic Metaltrack, letzterer ist eine gefühlvolle Ballade die wunderbar zum dahin träumen einlädt und die Platte wie ich finde wunderbar abrundet!

Anspieltipps:

„Time`s Running Out“, „The Grand Delusion“ „Forging the Cataclysm“ und „A Sailor`s Tale“.

Fazit :

Von KINGS WINTER hatte ich schon gehört und ich war sehr erfreut als man uns die Promo angeboten hat, denn die Qualität der beteiligten Musiker sprach schon mal für sich!
Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht, denn wer auf female fronted Melodic Metal steht der ist hier absolut richtig und sollte sich diese feine EP nicht entgehen lass und über die Bandhomepage erwerben!
Ich hätte gerne auf jeden Fall schnell mehr von dem Ehepaar Dahs und KINGS WINTER, ganz schnell bitte!! : )

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Time`s Running Out
02. The Grand Delusion
03. Forging the Cataclysm
04. At Road`s End
05. Age of Reason
06. A Sailor`s Tale (Bonustrack)

Julian

MOONLIGHT HAZE – De Rerum Natura

Band: Moonlight Haze
Album: De Rerum Natura
Spielzeit: 50:31 min
Stilrichtung: Power Symphonic Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 21.06.2019
Homepage: www.facebook.com/Moonlighthazeband

Die italienische Power Symphonic Metalband MOONLIGHT HAZE gründete sich aus ehemaligen Mitgliedern von TEMPERANCE, ELVENKING und SOUND STORM erst 2018 und warten ein Jahr später nun mit ihrem Debütalbum „De Rerum Natura“ auf.
Auf diesem möchte man dem geneigten Fan mit einer Mischung aus Power, Melodic und Symphonic Metal begeistern der von der stimmgewaltigen Frontfrau Chiara Tricarico und deren männlichen Mitmusikern uns nun näher gebracht wird!
Der Opener „To the Moon and Back“ legt auf jeden Fall schon mal ordentlich bombastisch und symphonisch los.
Ausgestattet mit einem prächtigen Ohrwurmchorus bahnt sich die Nummer relativ schnell ihren Weg in die Gehörgänge und bleibt dort lange haften, so gefällt uns das doch direkt mal! : )
Das flotte „Ad Astra“ landet dann ebenfalls direkt auf unserer Hitliste wie auch das folgende „Odi Et Arno“ welches zwar etwas Anlauf benötigt aber dann im Chorus um so mehr zündet!
Und um das Quartett zur vervollständigen landet dann auch melodische „The Butterfly Effect“ auf der schon angesprochenen Liste.
Was die Jungs und das Mädel hier an Songwritinggespür bei den ersten paar Songs an den Tag legen ist wirklich aller erste Sahne! Bin sehr gespannt wie es weitergeht und ob man das starke Niveau halten kann!
Nun ja nicht ganz würde ich sagen…“Dark Corners of Myself“ geht zwar auch, nach etwas Anlaufschwierigkeiten, in eine ähnlich starke Richtung und „A Restless Mind“ ist noch ein waschechter Hit, aber ansonsten schafft man es leider nicht an die absolute Sahnevorstellung der ersten Hälfte anzuknüpfen.
Ein bisschen geht einem also die Puste aus, aufgrund der ersten Knallerhälfte ist das Debüt der Band insgesamt aber noch absolut im grünen Bereich!

Anspieltipps:

„To the Moon and Back“, „Ad Astra“, „Odi Et Arno“, „The Butterfly Effect“ und „A Restless Mind“.

Fazit :

Für Symphonic Metal Freaks stellt die Band MOONLIGHT HAZE auf jeden Fall mal etwas frischen Wind im Genres dar und mit dem Erwerb des Debüts macht man auf jeden Fall nicht so viel falsch!
Zwar schafft es die Band, wie schon gesagt, nicht ganz das erstklassige Niveau des Beginns bis zum Schluss zu halten, aber ansonsten muss man festhalten ist dieses Debüts eine der besseren Symphonic Metalscheiben der letzten Zeit!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. To the Moon and Back
02. Ad Astra
03. Odi Et Amo
04. The Butterfly Effect
05. Time
06. Dark Corners of Myself
07. A Restless Mind
08. Deceiver
09. A Shelter from the Storm
10. Goddess

Julian

STRAY CATS – 40

Band: Stray Cats
Album: 40
Spielzeit: 35:43 min
Genre: Rockabilly
Plattenfirma: Surfdog
Veröffentlichung: 24.05.2019
Homepage: www.straycats.com/home

Als die STRAY CATS vor nunmehr 40 Jahren auf der Bildfläche erschienen und (zuerst in Europa) wie eine Bombe einschlugen, war der Stil, den das verrückte Trio spielte, bereits ein Ding aus einer anderen Zeit. Mit jugendlichem Elan, einer latent punkigen Attitude und hoher spielerischer Fertigkeit huldigten Brian Setzer (Gitarre und Gesang), Lee Rocker (Bass) und Slim Jim Phantom (Drums) ihren Rockabilly Idolen wie Elvis Presley, Gene Vincent oder Bill Haley. Die Musik der STRAY CATS orientierte sich damals recht nahe an den Originalen und an dieser (Erfolgs-)Rezeptur hat sich im Laufe der Jahre nie wirklich etwas geändert. Das mag wohl auch der Grund sein, warum die Jungs in regelmässigen Abständen die gemeinsame Band ruhen liessen und sich anderen Projekten widmeten – man kann das bewährte, recht rigide Genre-Konzept ja schliesslich nicht bis über die Grenzen hinaus überstrapazieren ohne sich der Kritik der ewigen Eigenkopie auszusetzen. Nach sporadischen Live-Auftritten legen die STRAY CATS nun aber pünktlich zum 40 jährigen Bandjubiläum und 25 Jahre (!) nach der letzten Veröffentlichung ein Album mit 12 neuen Tracks vor.

Auf dem passend betitelten „40“ fahren Setzer & Co. alle bewährten Ingredienzen auf, die ein zünftiges Rockabilly Album ausmachen: Elvis Huldigung? Check („That’s messed up“), Geradliniger, dreckiger Rock & Roll? Check („Cat Fight (over a dog like me)“, „Rock it off“), swingender Film Noir Flair? Check („Cry Danger“), Country-schwangere Cowboy Licks? Check („Desperado“). Damals wie heute verleihen Brian Setzer’s Signature Licks den Songs das besondere Extra und sorgen immer wieder für grossartige Aha-Momente. Der Mann hat die alten Meister einfach bis ins kleinste Detail aufgesogen und vermengt das Ganze, unter Zuhilfenahme von jazzigen Linien und einer Starssenköter-Attitüde, auf eine ureigene Art und Weise. Setzer ist ein absolutes Unikat und einer der begnadetsten (und einflussreichsten) Gitarristen der letzten Dekaden. Aber was seine beiden Mitstreiter für den Gesamtsound der STRAY CATS ausmachen sollte ebenfalls nicht unter den Tisch gekehrt werden, denn nur im Trio sind die Jungs unschlagbar. „40“ bietet in etwas über einer halben Stunde Spielzeit alles was das Rockabilly Herz begehrt, ungekünstelt, wie immer aufs Nötigste Reduziert, ohne irgendwelche Sperenzchen, knochentrocken eingefangen und produziert. Ein solch starkes neues Lebenszeichen hätte ich den Jungs eigentlich gar nicht mehr zugetraut und bin daher doppelt überrascht und begeistert.

Nichts Neues bei den STRAY CATS. Und das ist auch verdammt gut so. Ja, das ist alles verdammt vorhersehbar, aber das ist in diesem Genre nicht wirklich etwas Schlechtes. Selbst nach 4 Jahrzehnten klingt die Rockabilly Truppe noch hungrig und verschworen wie am ersten Tag. Fans des Genres und/oder der Band können hier bedenkenlos zugreifen, denn dem bisherigen (überschaubaren) Output der Band steht „40“ in Nichts nach und kann dank der kraftvollen, authetischen Produktion noch zusätzlich punkten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Cat Fight (over a dog like me)
02. Rock it off
03. I’ve got Love if you want it
04. Cry Danger
05. I attract trouble
06. Three time’s a charm
07. That’s messed up
08. When nothing’s going right
09. Desperado
10. Mean pickin‘ mama
11. I’ll be looking out for you
12. Devil Train

Mario

FRETERNIA – The Gathering

Band: Freternia
Album: The Gathering
Spielzeit: 64:23 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Rock Of Angels Records
Veröffentlichung: 14.06.2019
Homepage: www.freterniaofficial.com

Freunde, Ihr habt vor Euch die komplette unendliche Entertainmentfülle des Internets. Wenn Ihr regelmäßig die Rock Garage verfolgt, rate ich Euch: Spart Euch diese Rezension zur Power-Metal-Band FRETERNIA, zumindest alles bis zum Fazit. Es gibt wesentlich unterhaltsame Dinge da draußen, Ihr habt diese ganzen Infos in letzter Zeit schon in 70 Rezensionen hier gelesen.

Alle, die hier spontan mal draufgeklickt haben, ohne uns zu kennen: Willkommen. Des Weiteren: FRETERNIA. Eine der berüchtigten -ia/ica-Bands, an deren Namen bereits der unangenehme Geruch von Generik (Generischkeit?) haftet. Moderneren Power Metal mit ordentlich Synths macht man jetzt, wo man sich 2018 plötzlich erinnert hat, dass man eigentlich von 1998-2003 schonmal zusammen in einer Band gespielt hat. Gut, nimmt man halt noch ein Album auf. Das Resultat nennt sich “The Gathering” (Ich möchte eine Verbindung zur erneuten Gatherung der Band nicht ausschließen), ist 13 Tracks und über eine Stunde lang. Die Produktion ist fett, poliert, aber nicht zu sehr, die Synths sind ordentlich disco, aber nicht störend und gut ins Gesamtgeschehen eingefügt. Sänger Pasi Humppi ist nicht der Typ, der große Nuancen in seine Stimme mixt. Dafür zieht er konsequent kraftvoll, klar und treffsicher durch jeden Song und jede Tonlage, hat in höheren Sphären dabei die leicht schreiende Intonation, die man so unter anderem von GLORYHAMMER kennt, aber gefühlt angenehmer.
Die Songs sind allesamt mehr oder weniger klassischer Hamburger Power Metal mit SABATON-Instrumenten. Ab und an wagt man sich in leicht thrashige Gefilde (“Fading The World” und “In Solitude“ – geiler Refrain außerdem. Oder Prechorus oder was auch immer, kann man bei den Jungs nicht so genau sagen), hält sich im Großen und Ganzen aber an die Genrekonventionen. Die Songs sind überdurchschnittlich stark komponiert, aber eben nicht immer besonders überdurchschnittlich. Zwar verstehen FRETERNIA was von interessanten Wendungen und guten Melodien, setzen aber doch ein wenig mehr auf gelungene Standard-Melodien. Herausragende Parts gibt es massig. Der Überrefrain des eigentlich endsongwürdigen “Final Dawn”, der ein bisschen am folgenden piratig/folkigen Gtarrenmotiv leidet, aber da muss man eben durch jo ho; der Chorus von “The Escape”, besagtes “In Solitude”) und Spaß macht die Platte hundertpro. Aber kompositorisch wäre neben der grandiosen Leistung der Musiker und der Mixer noch etwas Luft nach oben. In seiner Gesamtheit ist das Ding 8,24/10-er Power Metal und das ist auf jeden Fall was Gutes.

Anspieltipps:
“Final Dawn”, “The Escape” und “In Solitude”

Fazit:
Willkommen zurück, liebe Rock-Garage-Gemeinde! Kurz und knapp: Saftig produzierter, synth-lastiger Qualitäts-Power-Metal, gespielt von kompetenter Band. Im Endeffekt nicht jeder Song ein Übersong, aber viele gute Ideen, die Ihr zu schätzen wissen werdet. Reinhören auf jeden Fall, kaufen auch gegebenenfalls!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Reborn
03. Last Crusade
04. The Escape
05. In Solitude
06. Eye The Shadow Of Your Sins
07. End Of The Line
08. Fading World
09. Change Of Life
10. Last Fragments Of Sanity
11. Dark Vision
12. Final Dawn
13. Age Of War

Jannis

SEELENWALZER – totgeglaubt

Band: SeelenWalzer
Album: totgeglaubt
Spielzeit: 58:41 min
Stilrichtung: NDH / Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.05.2019
Homepage: www.seelenwalzer.com

 

Mit „totgeglaubt“ werfen die Jungs von SEELENWALZER quasi ein Debüt in die Menge. Quasi, da SEELENWALZER Einigen vermutlich noch als RICHTHOFEN bekannt sein dürfte. RICHTHOFEN wurden 1997 gegründet und haben sich 1999 nach nur 2 Alben wieder aufgelöst. 20 Jahre später haben sich die Jungs wieder zusammengetan und haben mit dem Album „SeelenWalzer“ (Re-Release Ex-Richthofen) den Startschuss für das Projekt SEELENWALZER gegeben. Lediglich Sänger Dirk Weiss ist aufgrund der WARPATH Reunion nicht mehr dabei, mit Alexander Schmied wurde aber der perfekte Ersatz gefunden. Mit Gitarrist Andy Classen, Gernort Leinert am Bass und Sanjai Shah Hausschild an den Drums ist das Quartett komplettiert und bittet zum Tanz.
Dieses Mal gibt es aufgrund des Bandnamens auch keine Erklärungsnöte mehr, sorgte der Name RICHTHOFEN damals trotz eindeutiger Lyrics mehrfach für die Zuordnung ins rechte Lager. Nun also endlich der Neustart als SEELENWALZER. Und was für ein Neustart. Mit „totgeglaubt“ knüpft das Quartett direkt an das RICHTHOFEN Debüt „SeelenWalzer“ an. Brachial hart und mit bitterbösen Texten werden die Hörer in die dunklen Abgründe der Seele geführt. „Die Zeit ist gekommen es wieder zu tun, den SeelenWalzer mit uns zu tanzen!“
Das Intro „Hereinspaziert“ eröffnet mit Jahrmarktklängen hinterlegt den dunklen Reigen. Wer den Weg weiter beschreitet, wird dafür schon direkt mit „Gott ist tot“ belohnt. Leichte Reggaeklänge untermalen den Song, der mit einem enorm brachialen Refrain aufwarten kann. „SeelenWalzer“ dagegen ist durch und durch ein typischer NDH-Song, Marschrhythmus und extrem viel Bass. „Grabesstille“ hat nicht die Härte des Vorgängersongs, kommt aber beschwingt leicht und tanzbar daher.
Die musikalische Abwechslung der ersten drei Lieder zieht sich durch das ganze Album. Auf 18 Songs die mit einer knackigen Gesamtspielzeit von knapp 59 Minuten eher ein Hardcore-Album vermuten lassen, tanzen sich SEELENWALZER durch Leben und Tod, Schuld und Sühne, Leid und Mitleid, Freude und Religion, Missbrauch und Grabesglück. So gegensätzlich die Inhalte der Songs, so gegensätzlich erscheint der Stilmix der einzelnen Stücke. So klingt „Seelenscherben“ ein wenig nach Countrymusik, während „Das Dorf“ den Touch eines Italo-Westerns in sich trägt. Bei „Kinderkrieger“ sind orientalische Klänge zu hören und „Der Feind sind wir“ scheint mit seinem doomigen Rhythmus so irgendwie gar nicht reinzupassen. Aber eben nur scheint. SEELENWALZER zeigen sich abwechslungsreich und trotz der dunklen Künste in Spiellaune und mischen gekonnt verschiedene Stile. Und gerade die Abwechslung macht „totgeglaubt“ so einzigartig und lässt das Album sich von anderen NDH-Scheiben deutlich absetzen. Wo bei vielen anderen NDH-Bands der stumpfe links-rechts-Marsch dominiert, setzen SEELENWALZER eigene Akzente und schaffen es durch ihr Vielseitigkeit, sich gekonnt in Szene zu setzen. Das macht den Unterschied zu NDH-Genregrößen aus und SEELENWALZER brauchen sich nicht hinter namhaften Bands der Szene zu verstecken. Viele Songs haben absoluten Ohrwurmcharakter und sind tanzbar, also alles, wie es sein soll.
Wer schon Fan von RICHTHOFEN war, wird auch SEELENWALZER und „totgeglaubt“ lieben. Ein Hammerteil, das absolut hörenswert ist.

Ihr werdet die Stimme des Blutes hören und dabei die Freuden der Mutter verspüren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hereinspaziert
02. Gott ist tot
03. SeelenWalzer
04. GrabesStille
05. Das Weib ist tot
06. MeeresBlut
07. Ihr Kinderlein kommet
08. Freund Tod
09. Seele in Scherben
10. Harlekin
11. Veganerlied
12. Tanzdiktator (Nachtmahr Cover)
13. KinderKrieger
14. Falscher Freund
15. Das Dorf
16. Totgeglaubt
17. Der Feind sind Wir
18. Ich würd’ so gern’ nach Hause gehen

Tänski

IDLE HANDS – Mana

Band: Idle Hands
Album: Mana
Spielzeit: 36:47 min
Genre: Gothic Metal, Heavy Metal
Plattenfirma: Eisenwald Tonschmiede
Veröffentlichung: 10.05.2019
Homepage: www.facebook.com/idlehandsband

Aus Portland in den USA melden sich IDLE HANDS nach einer vielversprechenden und vielbeachteten EP aus dem letzten Jahr nun mit dem full-length Debüt auf der Bildfläche. Die Truppe wird zur Zeit allerorts mächtig gehyped, und ich muss sagen, zurecht. Die packende Michung aus sinistrem Gothic Rock im Stile der Sisters of Mercy, niemals langweilig werdenden Jingle-Jangle Gitarren und treibenden Riffs (hier und da sind z.B. auch Vertreter der Depri-Schule à la Katatonia im Sound der Truppe auszumachen) ist relativ ungewöhnlich und damit scheint das Quartett einen Nerv getroffen zu haben.

Von den 11 vertretenen Songs ist tatsächlich so gut wie jeder ein Volltreffer. Besonders die ersten 5 Songs lassen den Hörer ungläugbig zurück, denn man wird von einem Hit nach dem nächsten überfahren. Ob in dem mit wunderbar ineinander verzahnten Gitarren versehenden Überhit „Jackie“, dem an Paradise Lost erinnernden „Don`t Waste Your Time“ oder dem an flotte High Spirits („Full Power“) angelehnten hymnischen Rocker „Give Me To The Night“ – die Nummern und Hooklines sitzen wie eine Eins und gehen nicht mehr aus den Gehörgängen. Ja, die Songs gleichen sich auf den ersten Blick relativ stark (das Patentrezept wird bis an die Grenzen ausgelotet) und die immer wieder eingestreuten „Huargh“ Shouts können mitunter für die ein oder andere hochgezogene Augenbraue sorgen. Das ändert aber nichts daran, dass es IDLE HANDS hier gelungen ist eine Wundertüte an eingängen Hochkarätern einzurocken, die eine verdammte Menge an Fans verdient hat. Neben den bereits genannten Tracks sei hier noch der Titeltrack (und Rausschmeisser) „Mana“ genannt, der zum Ende raus nochmal das ganz grosse Kino auffährt.

Zur vollen Punktzahl reicht es aufgrund marginaler kleiner Punkte zwar noch nicht. Aber wenn Opeth im September nicht noch ein absolutes Schwergewicht vorliegen (was ich doch mal ganz schwer hoffe), dann ist „Mana“ ohne wenn und aber bereits jetzt mein Album des Jahres 2019. Huargh!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Nightfall
02. Jackie
03. Cosmic Overdrive
04. Don`t Waste Your Time
05. Give Me To The Night
06. Blade And The Will
07. Dragon, Why Do You Cry
08. Double Negative
09. It`ll Be Over Before You Know It
10. A Single Solemn Rose
11. Mana

Mario

FICTION SYXX – The Alternate Me

Band: Fiction Syxx
Album: The Alternate Me
Spielzeit: 52.23 min
Stilrichtung: Melodic Hardrock
Plattenfirma: Melodic Rock Records
Veröffentlichung: 28.6.2019
Homepage: www.fictionsyxxrocks.com

Fiction Syxx – The Alternate Me

2017 haben sich FICTION SYXX mit ihrem Debüt „Tall Dark Secrets“ im Bereich des progressiven Melodic Rocks einige Freunde gemacht. Ein abwechslungsreiches Album mit eingängigen Melodien ohne größere Füller gelang der Band um Mark Allan Lanoue und JK Norhrup (King Kobra, XYZ).
Zwei Jahre später hat sich das Team erneut zusammengefunden und beschert uns mit „The Alternate Me“ den Nachfolger. Die musikalische Aufgabenstellung scheint die gleiche, gute Songs mit viel Gitarre und klug eingesetzten Keyboards getragen vom schnörkellosem Gesang, das Ganze hoch melodisch.
Im direkten Vergleich erscheint der Sound des Nachfolgers noch etwas druckvoller und differenzierter, wobei man eindeutige Parallelen des Openers ‚My Darkest Hour‘ zum Prunkstück des Vorgängers “Welcome to my Nightmare“ ausmachen kann.
Eric Ragno, ein Keyboarder der alten Schule, bereichert Songs wie „Monster in The Mist“ und „Tragic Magic“ mit zahlreichen, gekonnt arrangierten klassischen Sounds und hat somit großen Anteil am Gesamtklang von FICTION SYXX.
Eine große Stärke der Amerikaner liegt in ihrer Art, Songs interessant und vor allem abwechslungsreich zu präsentieren, der Titeltrack mit seinen etwas zu dominanten Keys, klingt nicht austauschbar und auch wenn „Wind Reminds Me“ nicht an die Klasse des großteils der Platte herankommt, liegt es nicht an der Eigenständigkeit des Songs.
Mark Allan Lanoue besitzt eine sehr angenehme Klangfarbe in seiner Stimme, die sehr gut ins Gesamtbild passt. Gesangliche Extravaganzen liegen ihm nicht, er setzt mehr auf solides Stimmwerk. Die zwölf Songs spielen sich meist im Medtempobereich ab und weisen eine solide Härte auf. Das FICTION SYXX „The Alternate Me“ als konsequenten nächsten Schritt zum Vorgänger sieht, zeigt sich in der Tatsache, dass sich mit „Tall Dark Secrets“ der Titelsong des Debüts, als Highlight auf diesem Album befindet.
Der Progressiv Anteil im mit siebeneinhalb Minuten längsten Song des Album “Suite Madame Blue“ liegt sicher etwas über dem Durchschnitt ohne aber den ausgewählten Pfad zu verlassen.
Am Ende beschließt ein im klassischen Hardrock verwurzeltes „The Wizard“ ein allzeit interessantes, gelungenes Melodic Rock Album.

WERTUNG:

Trackliste:

01. My Darkest Hour
02. Monster In The Mist
03. Angel Of Mine
04. The Alternate Me
05. Wind Reminds Me
06. Carry the Light
07. Foolish Pride
08. Better part Of Me
09. Tall Dark Secrets
10. Suite Madame Blue
11. Tragic Magic
12. The Wizard

Link zu „Monster In The Mist“ :

Rüdiger König