WARRIOR PATH – Warrior Path

Band: Warrior Path
Album: Warrior Path
Spielzeit: 62:39 min
Stilrichtung: Epic Power Metal
Plattenfirma: Symmetric Records
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.facebook.com/warriorpathgr

Mal wieder ein absoluter Newcomer hier bei uns in der Rock-Garage! WARRIOR PATH ist das Baby des griechischen Gitarristen/Songwriters Andreas Sinanoglou. Ergänzt wird die Truppe durch den Producer und Mulitinstrumentalist Bob Katsionis (FIREWIND, OUTLOUD, SERIOUS BLACK) und dem momentan in aller Munde befindlichen Sänger Yannis Papadopulos (BEAST IN BLACK).
Zusammen wollten sie einen neuen Meilenstein des Epic Power Metals kreieren in Form des selbstbetitelten Debütalbums.
Das gute Stück war schon lange vollständig im Kopf von Mastermind Andreas und so brauchte Produzent Bob Katsionis nur zugreifen und alles mixen und mastern. Dazu dann noch der beeindruckende Gesang von Yannis Papadopulos und fertig war der Diskus.
Werfen wir nun mal einen genaueren Blick auf das Album mit dem überlangen Opener „Riders of the Dragons“ und finden heraus ob die vielen Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sind. Mit tiefen Bassläufen beginnt die Nummer schon mal recht episch und geht in die angekündigte Richtung. Es dauert etwas bis die Nummer Fahrt aufnimmt, aber dann greift das erhabene Gefühl des Epic Metals richtig um sich. Speziell Sänger Yannis ist besonders hervorzuheben, passt seine Stimme doch perfekt zur Mucke. Da hat Mastermind Andreas einen feinen Griff gemacht und man bekommt auch mal einen anderen Eindruck vom BEAST IN BLACK Fronter!
Das anschließende „The Hunter“ ist, nach dem wieder recht epischen Beginn, eine ganze Spur zackiger als der Vorgänger und bedient dann mehr die Power Metal Schiene.
Gleiches gilt dann auch für die nachfolgenden „A Sinnersworld“ und „Stormbringers“ hier regiert auch eher die Power Metal Keule mit epischen Einschlägen!
Und dann gibt es mit der Halbballade „Black Night“ und dem fast zehnminütigen Titeltrack „The Path of the Warrior“ wieder Epic Metal aller erster Klasse auf die Ohren, gerade das Titelstück ist etwas was man lange nicht zu hören bekommen hat in der letzten Zeit in dem Genres!
Sehr abwechslungsreich und trotzdem aus einem Guss präsentiert sich das Debütalbum von WARRIOR PATH bislang und das bleibt auch eigentlich in der Folge so.
Mit „Fight for your Life“ und „Mighty Pirates“ haben wir wieder zwei Vertreter der Power Metal Richtung, die beiden Abschlusssongs „Dying Bird of Prey“ und Valhalla I`m Coming“ sind dann eher wieder eher epischer Natur und begeistern ebenfalls wieder von Beginn an!

Anspieltipps:

Alles ist absolut erstklassig hier, greift hin wo ihr wollt.

Fazit :

Selten hat mich in der letzten Zeit eine unbekannte Band so überzeugt wie die Jungs von WARRIOR PATH. Zusätzlich kommt man mit einem kleinen Label, schmalen Budget und zurückhaltender Promotion daher. Umso schöner das das Endergebnis dann so erstklassig ausgefallen ist!
Man merkt das die Songs mehrere Jahre auf dem Buckel haben und schon lange im Kopf von Mastermind Andreas waren. Das Album ist schön abwechslungsreich und ist super am Stück hörbar, es geht auf und ab mit der Geschwindigkeit und der Intensität der Songs, über allem steht aber die Eingängigkeit die bei jedem Song vorhanden ist.
Ein erstklassiges Debütalbum welches definitiv Lust auf mehr macht und schon jetzt für mich eines DER Alben des Genres in diesem Jahr ist!
Unterstützt die Band, indem ihr das Album auf der Bandpage erwerbt, es lohnt sich definitiv!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Riders of the Dragons
02. The Hunter
03. A Sinnersworld
04. Stormbringers
05. Black Night
06. The Path of the Warrior
07. Fight For Your Life
08. Mighty Pirates
09. Dying Bird of Prey
10. Valhalla i`m Coming

Julian

SYRENCE – Freedom in Fire

Band: Syrence
Album: Freedom in Fire
Spielzeit: 54:00 min
Stilrichtung: Heavy Metal/Rock
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 08.02.2019
Homepage: www.syrence.de

Erneut ertönt der Newcomer Alarm hier bei uns in der Rock-Garage denn die Stuttgarter Heavy Rocker SYRENCE veröffentlichen mit „Freedom In Fire“ ihr Debütalbum, welches gleich mit den ersten Tönen des Titelsongs in klassischer OldSchool Metal Tradition nach vorne marschiert.
So spielt die Band auf den zwölf Songs des Albums schnörkellosen und melodischen Metal / Rock, der sich mit jedem Song mehr und mehr in die Gehörgänge frisst. Getragen von einer amtlichen Produktion mit tatkräftiger Unterstützung von Achim Köhler (Mix & Mastering / Dragonforce, Hammerfall) und Ralf Scheepers (Vocal-Aufnahmen / Primal Fear).
Mit dem Opener und Titeltrack „Freedom in Fire“ beginnt das Debüt schon mal recht ordentlich. Ein klassischer Midtemposong mit einem einprägsamen Chorus. Da gibt es nicht viel zu meckern zu Beginn!
Es fällt aber direkt auf das der Sound irgendwie direkt aus den 80igern stammen könnte…die Jungs scheinen das Thema Oldschool sehr ernst zu nehmen : )
Das bleibt auch bei den nächsten Songs allgegenwertig, man drückt das Gaspedal nie ganz durch, ist songdienlich unterwegs und hat mit „Fozzy`s Song“ den nächsten kleinen Hit im Gepäck.
„Addicted“ im Anschluss ist auch ganz ordentlich und ebnet den Weg in den Mittelteil wo der Stampfer „Evil Force“ der gelungenste Track geworden ist.
Insgesamt ist das Album bislang zwar eine solide Angelegenheit geworden, aber der ganz große Wurf wie vollmundig angekündigt wurde leider nicht, mal schauen ob das mit den letzten Songs anders wird?
Nein, nicht wirklich, man bleibt im soliden Fahrwasser und hat mit „Wild Time“ noch eine äußerst gelungene Nummer im Gepäck, ansonsten fällt auch der letzte Abschnitt nicht besonders auf und man bewegt sich eher im Standardmetalbereich.

Anspieltipps:

Definitiv „Freedom in Fire“, „Fozzy`s Song“, „Evil Force” und “Wild Time”.

Fazit :

SYRENCE scheinen direkt aus einer Zeitkapsel aus den 80igern zu kommen, so präsent ist ihr Oldschool Metal auf ihrem Debütalbum! Das mag für eine Puristen absolut ausreichen, für viele dürften die, vorwiegend im Midtempobereich agierenden, Songs aber irgendwann ziemlich ausgelutscht klingen.
So ist es dann schlussendlich zwar insgesamt eine solide Vorstellung, mehr aber dann leider auch nicht!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Freedom in Fire
02. Living on the Run
03. Your War
04. Fozzy`s Song
05. Addicted
06. Symphony
07. From Ashes to the Sky
08. Evil Force
09. Red Gold
10. Wild Time
11. Kings of Speed
12. Seven Oaks

Julian

HORIZONS EDGE – Let the Show Go On

Band: Horizons Edge
Album: Let the Show Go On
Spielzeit: 41:54 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.facebook.com/horizonsedgeofficial

Die female fronted Metaller von HORIZONS EDGE angeführt von der Fronterin Kat Sproules stammen aus Australien und waren mir bislang vollkommen unbekannt! Und das obwohl man 2015 das Debütalbum „Heavenly Realms“ veröffentlichte.
In den letzten vier Jahren hat sich die Band in der Liveszene Australiens ordentlich etabliert und zwischen durch haben sie immer wieder am neuen Album geschrieben, welches dieser Tage mit dem Titel „Let the Show Go On“ veröffentlich wird.
Das neue Album wurde von Bob Katsionis (FIREWIND) produziert, wobei der Gesang von Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR) aufgenommen und produziert wurde, der auf dem Titelsong des Albums auch Guest Vocals beisteuert.
Soweit die schnöden Infos, gehen wir nun etwas mehr auf den neuen Diskus ein. Als Opener erwartet uns „A New Day will Dawn“. Dieser startet mit kraftvollen Drums und recht intensiven Keyboards bevor die Nummer dann Fahrt aufnimmt.
Sängerin Kat hat ordentlich Power in der Stimme und klingt manchmal so gar nicht nach einer Dame! Der Song ist insgesamt ganz ordentlich gelungen und kann mit einem Mitsingchorus überzeugen.
„Farewell“, schlägt dann, auch qualitativ in eine ähnlich gute Kerbe bevor wir zwei Standardtracks zu verkraften haben.
Erst mit dem abwechslungsreichen Titeltrack „Let the Show Go On“ geht das Niveau wieder spürbar nach oben. Hier haben wir dann auch den schon angesprochenen Gastauftritt von Ralf Scheepers zu verzeichnen.
In der Mitte des Albums haben wir dann mit „Holding out for a Hero“ eine Coverversion des gleichnamigen BONNIE TYLER Hits der recht originalgetreu, natürlich etwas heavier, umgesetzt ist und einfach nur gut unterhält.
Das anschließende Zwischenstück „Masks“ schlägt dann die Brücke in den letzten Abschnitt der Platte wo es dann mit „In your Eyes“ und dem abschließenden, überlangen „Bring Me Home“ zwei weitere Lichtblicke gibt.

Anspieltipps:

„A New Day will Dawn“, „Farewell”, “Let the Show Go On” und “Bring Me Home”.

Fazit :

Das neue Album von HORIZONS EDGE ist recht abwechslungsreich gehalten und kann auch seine Duftmarken setzen. Allerdings sind die Hits hier dann insgesamt zu wenig um richtig zu glänzen.
Mehr als eine abschließende solide Bewertung ist daher leider nicht drin, aber der Weg ist der definitiv der Richtige und sollte dann auch konsequent weiterverfolgt werden!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A New Day will Dawn
02. Farewell
03. Black Hole
04. Surrender
05. Let the Show Go On
06. Use Me
07. Holding Out for a Hero
08. Masks
09. In your Eyes
10. Demons
11. In a Moment
12. Bring Me Home

Julian

MIKE TRAMP – Stray from the Flock

Band: Mike Tramp
Album: Stray from the Flock
Spielzeit: 41:54 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Target Group (Soulfood)
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.miketramp.dk

Mike Tramp – Stray from the Flock Easywriter überzeugt

Aufgerissene Wolkendecke, goldgelbes Getreidefeld bis zum Horizont, ein abgestelltes Bike dessen Fahrer zurückblickt auf die bisher gefahrene Strecke.
Der erste Eindruck des Covers von Mike Tramp´s neuer CD „Stray from the Flock“, könnte vermuten lassen, der Ex Sänger der nicht ganz unerfolgreichen Truppe WHITE LION schaue ein wenig wehmütig in die Vergangenheit.
Das ist nicht so und das belegen die Stücke seines neuen Albums mehr als eindeutig. Tramp ist mit sich im Reinen, ist dankbar für das, was er erleben durfte, und glücklich mit dem, was er macht.
Der charismatische Songwriter mit der unverwechselbaren Stimme mag es einfach und ohne Bombast und genau in diesem Stil sind die zehn Stücke seines Albums gehalten.
Er möchte ganz simpel seine Geschichten in einen guten Song packen und das gelingt ihm auf „Stray from the Flock“ hervorragend. Instrumentiert ist das Ganze gitarrenlastig und die Band weiß sich an den richtigen Stellen einzubringen oder zurückzunehmen.
Eröffnet wird das Album mit dem optimistischen „Best Days of my Life“, und man kann schon erahnen, dass Melancholie nicht das Fundament des Werkes sein wird.
Das folgende „Dead End Ride“ bestätigt diesen Eindruck, wir hören, was Tramp am besten kann, eine Geschichte in schöne, eingängige Melodien verpacken. Der Mann kann perfekt reduzieren.
Auch die ersten Strophen von „Die with a Smile on your Face“, werden nur vom E-Piano untermalt und setzen voll auf die tragende Stimme Tramps, der hier mehr erzählt, denn singt.
Den getragenen Songs „Homesick“ und „No Closure“ wohnt einfach eine Magie inne, der man sich einfach nicht entziehen kann. Süßlich fließt die Melodie, ohne auch nur im Ansatz kitschig zu wirken.
Die eigentliche Perle des Albums ist aber „Messiah“, viel einfacher kann ein guter Song kaum sein.
Im folgenden „No End to War“ gelingt es Mike Tramp mit unbeschreiblicher Leichtigkeit die Spannung über acht Minuten hochzuhalten.
Das selbst die beiden etwas schwächeren Nummern „One Last Mission“ und das extrem groovende „You ain´t free anymore“ den grandiosen Gesamteindruck nicht schmälern können beschreibt den hohen Qualitätslevel hinreichend.
Mike Tramp und seiner Band of Brothers gelingt es, den etwas schwächeren Vorgänger „Maybe Tomorrow“ vergessen zu machen und nahtlos an die Qualität von „Museum“ anzuschließen.
Fazit: Ein guter Song ist ein guter Song, auch wenn die Trackliste der Bemusterung leider eine andere ist als auf der Original CD. Dieses Album macht einfach zum Tramper!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. No End To War
02. Dead End Ride
03. Homesick
04. You Ain´t Free No More
05. No Closure
06. One Last Mission
07. Live It Out
08. Messiah
09. Best Days oOf My Live
10. Die With A Smile On Your Face

Link zu “Dead End Ride “ :

Rüdiger König

TESLA – Shock

Band: Tesla
Album: Shock
Spielzeit: 44:19 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Universal
Veröffentlichung: 08.03.2019
Homepage: www.teslabandshop.com

Nicht wenige Fans dürften sich irritiert am Kopf gekratzt haben als die Neuigkeit die Runde machte, dass das neue TESLA Album vom Def Leppard Gitarristen Phil Collen produziert würde. Dass beide Bands seit Ewigkeiten freundschaftlich verbunden sind und schon mehrere gemeinsame Tourneen absolviert haben ist bekannt. Ob eine solche Allianz aber auch auf kreativer Ebene funktioneren würde war fraglich. Nun, jetzt wissen wir es immerhin. Meine ganz persönliche Meinung zumindest lautet „nur bedingt“. Aber ganz so krass wie es sich liesst ist das Endergebnis dann doch nicht ausgefallen.

Wenn man mal von den inflationär vorhandenen balladesken Tönen absieht, dann haben TESLA auf „Shock“ tatsächlich ein paar gute Songs versteckt. Die beiden Rocker „You won’t take my alive“ und „Taste like“ machen schonmal aufgrund des breitwandig angelegten Sounds schnell klar, dass „Shock“ als die komplette Anti-These zu dem 2014er Album „Simplicity“ zu verstehen ist. Im Gegensetz zu dem auf dem mauen Vorgänger zelebrierten backtotheroots-Ansatz schlägt das Produktionspendel also diesmal bedrohlich in den Kitsch-Bereich. Will sagen: es gibt das ein oder andere Elektro-Drums Sperenzchen („Shock“) und mega-fette Chöre zu bestaunen. Besagte Chöre klingen dabei so verdammt nach „Hysteria“, dass es einem schon manchmal die Sprache verschlägt. Allerdings wurde die Platte nicht damit zugekleistert sondern das Ganze eher dezent als Stilmittel eingesetzt. Aber alles klingt halt schon relativ „produziert“. Immerhin ist es Collen nicht gelungen auch die Gitarren komplett glattzubügeln. Die rocken bei Tracks wie „The Mission“ oder „Tied to the Tracks“ immer noch schön dreckig aus den Boxen. Ob man auf einer TESLA Scheibe aber typische Def Leppard/Mutt Lange Chöre wie bei „Comfort Zone“ braucht sei mal dahingestellt. Nicht jeder Song ist ein zwingender Volltreffer. Besonders im Mittelteil der Platte gibt es mit „California Summer Song“ und „Forever loving you“ absolut verzichtbare Belangslosigkeiten zu hören. Unterm Strich macht mir „Shock“ tatsächlich aber mehr Laune als der hüftsteife Vorgänger. Das bereits erwähnte „You won’t take my alive“ z.B. ist ein feiner, straighter Gute-Laune Kracher, der knackig aus dem Autoradio kracht. Bei einer Spielzeit von knapp unter einer Dreiviertelstunde und insgesamt 12 Songs haben wir es einfach mit einer ordentlich produzierten, am Reisbrett entworfenen und (TESLA-typisch) kompetent eingespielten Rockplatte zu tun, die niemandem weh tut und wahrscheinlich auch recht schnell wieder vergessen ist.

Ganz so übel wie es zu befürchten stand ist „Shock“ zum Glück nicht geworden. Im Gegenteil, über weite Strecken können TESLA (wieder) überzeugen, auch wenn ich mir etwas mehr eigenes Profil und weniger Def Leppard Puderzucker gewünscht hätte. Da liegt wohl dann auch die Krux für die meisten Fans, denn es gibt auf „Shock“ durchaus Pasagen bei denen man schwören könnte Phil Collen’s Stammband zu hören … Ob man gewillt ist sich darauf einzulassen sollte jeder selbst entscheiden. An die ersten drei Klassiker der Band reicht das hier zwar nicht heran. Nach einigen Durchläufen findet man aber genügend gute Tracks die sich lohnen in die Playlist zu schaufeln.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. You won’t take my alive
02. Taste like
03. We can rule the World
04. Shock
05. Love is a Fire
06. California Summer Song
07. Forever loving you
08. The Mission
09. Tied to the Tracks
10. Afterlife
11. I want everything
12. Comfort Zone

Mario

DARKWATER – Human

Band: Darkwater
Album: Human
Spielzeit: 78:09 min
Stilrichtung: Progressiv Metal
Plattenfirma: Ulterium Records
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.facebook.com/darkwaterofficial

DARKWATER – Human Powerprogger mit viel Sendungsbewusstsein

Schwedische Bands gehen ja häufig mit einem 1 : 0 Vorsprung ins Match, warum das so ist, ist schwer zu erklären, muss an der musikalischen Ausbildung liegen.
Eine dieser skandinavischen Progressiv Powermetalmarken hört auf den Namen Darkwater und liefert mit „Human“ mal so richtig ab. Mit ihrem dritten Album wollen sie den Status des Geheimtipps verlassen und zu den Marktführern ihres Genres (Dream Theater, Evergrey) aufschließen.
Zehn Energiebündel mit teils ordentlicher Überlänge, tummeln sich auf dem aktuellen Longplayer, jedes ein exzellentes Beispiel dafür, wie es klingen muss, wenn’s gut sein soll.
Das Quintett instrumentiert nicht nur perfekt, trotz der hoch liegenden Latte des Genres, sondern besitzt auch das nötige musikalische Gespür für außergewöhnliche Melodieführungen.
Sanfter Piano Einstieg auf dem Opener“ A New Beginning“, bevor die Band dann umgehend zeigt, wohin die Reise geht. Kraftvolle Gitarren als Basis, gespickt mit intelligent eingesetzten Keyboards, das Ganze recht verspielt, ohne zu überdrehen.
Düster wird’s auf „In Front of you“, längerer Instrumentalteil bevor dann nach krassem Tempowechsel, die klare Stimme von Henrik Bath das Zepter übernimmt. Hier erinnern wir uns ein wenig an Nightwish.
Nach kurzem Intro (Alive Part I) kommt auch bei Part II keine Langeweile auf, aber die sieben Minuten Stücke sind auch die kürzeren auf „Human“. Auf „Reflection of Mind“ brauchen die Skandinavier knappe zwölf Minuten, bevor sie ihre durchaus spannende Geschichte zu Ende vertont haben.
„The Journey“ führt durch eine musikalisch sehr abwechslungsreiche Gegend, über allem steht die Gefahr der Reizüberflutung, aber DARWATER wissen gekonnt zu dosieren.
Auch „Turning Pages“ weist einen hohen Anteil an orchestralem Arrangement auf und fängt einen mit seinen interessanten Gitarren / Keyboard Duellen regelrecht ein. Markus Sigfridsson und Magnus Holmberg sind wahre Könner auf ihrem Gebiet.
Die jeweiligen Songs bestechen durch großen Facettenreichtum und die im Prog Rock gerne genutzten Tempowechsel werden äußerst gekonnt eingesetzte und jedes Instrument bekommt Gelegenheit sich im Song-dienlichen Rahmen zu profilieren.
Das Vielmischer Jacob Hansen (Volbeat, Evergrey) dem Ganzen erneut einen wuchtigen Sound verleiht ist selbstredend.
Fazit: Die Schweden versuchen die höchstmögliche Datenmenge an guter Musik auf CD zu packen und präsentieren uns früh im Jahr ein echtes Highlight. Hier ist Schluss,muss mich dringend durch den Backkatalog arbeiten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A New Beginning
02. In Front of You
03. Alive (Part I)
04. Alive (Part II)
05. Reflection Of A Mind
06. Insomnia
07. The Journey
08. Burdens
09. Turning Pages
10. Light Of Dawn

Link zu Alive (Part II) :

Rüdiger König

PANDORIUM – The Eye Of The Beholder

Band: Pandorium
Album: The Eye Of The Beholder
Spielzeit: 53:27 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Roll The Bones Records
Veröffentlichung: 23.02.2019
Homepage: www.pandoriumband.com

Aus der Reihe “Vorteile des Rezensentendaseins” heute: Man kann als Single am Valentinstag die neue PANDORIUM hören und kommt auf diese Weise trotz seines Beziehungsstatus‘ noch in den Genuss, ordentlich zu bangen. Nicht unbedingt in einem regelmäßigen Rhythmus, dafür aber ziemlich hart und über 50 Minuten, mit atemberaubendem Fingereinsatz.
Die Produktion des zweiten Albums der Truppe aus dem deutschen Minden ist erdig, etwas holzig aber mit dem Stil der Jungs absolut vereinbar. Besagter Stil ist eine einigermaßen spektakuläre Mischung aus aggressivem Thrash Metal mit progressiven Einflüssen und, eigenen Angaben zufolge, klassisch-orientalisch angehauchten Melodien. Die sind in den meisten Fällen innerhalb der Gitarren zu finden, besonders offensichtlich auf “Hyperbolical”, aber doch meistens eher im Hintergrund. Virtuosität, Komplexität und Brutalität stehen im Vordergrund, gewürzt mit einer angemessenen Prise Melodiösität, wobei auch harmonischere Parts gerne durch disharmonische Klänge durchbrochen werden.
“The Eye Of The Beholder” ist kein Wohlfühl-Album. Wer in seinen Songs Harmonie und klare 4/4tel-Takt-Strukturen benötigt, kann die Platte getrost vergessen. Bis auf das ruhige Drei-Minuten-Instrumental “The Essence Of Inner Freedom” und das mäßig inspirierte Standard-Intro gönnen PANDORIUM ihren Hörern keine Verschnaufpause, frickeln stattdessen innerhalb der einzelnen Songs außerordentlich fixe Gitarren- und Drumpassagen runter, arbeiten mit Tempo- und Taktwechseln und smart komponierten Gitarrenlines, von all denen an dieser Stelle die von “From Individual To Entirety” exemplarisch empfohlen seien (Der Song beinhaltet gegen Ende auch tatsächlich ’nen ruhigeren Part). Darauf kommt die Vocals von Sänger Fadil, der zwischen thrashigem Geshoute, ein wenig Gegrowle, seltenem Klargesang und bösem Erzählerknurren variiert und seine Sache dabei ziemlich gut macht.
Das ganze klug geschriebene Highspeed-Gedresche gipfelt im Drei-Track-Opus “The Tower”. Wer Freund von progressivem Metal, dabei jedoch melodieorientierter unterwegs ist, der mag wohl am ehesten mit “The Tower” einen Einstieg in “The Eye Of The Beholder” finden (Mehrdeutigkeit in Bezug auf den Eingangsgag der Rezension durchaus nicht unbeabsichtigt), aber generell ist die Scheibe wohl eher denen zu empfehlen, für die Keyboards im Metal mit Vorsicht einzusetzen sind und Brutalität obligatorisch ist. Jene Hörer werden über die 53 Minuten Spieldauer sowohl von der kompositorischen Komplexität, als auch vom Können der Band beeindruckt sein. Erfreulicherweise kann man “The Eye Of The Beholder” wahlweise nebenbei beim erbarmungslosen Bügeln oder konzentriert mit Booklet in der Hand genießen. Der progressive Charakter der Platte ist zwar offensichtlich, fügt sich in die Songs jedoch sehr harmonisch ein und wirkt somit nicht als Fremdkörper, der unablässig die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Anspieltipps:
Die “The Tower”-Songs, “Cacophony Of Thoughts” und “From Individual To Entirety”

Fazit:
Obgleich ich eigentlich eher in melodiöseren Gefilden unterwegs und bei Thrash Metal sehr wählerisch bin, kann ich “The Eye Of The Beholder” mehr als nur einen Achtungsapplaus abgewinnen. PANDORIUM haben mit dem Ding ein unbarmherziges wie ausgeklügeltes Album vorgelegt, das wohl noch einige Male meinen CD-Player von innen sehen wird – wenn die Bahn Verspätung hatte, Bitburger ausverkauft war oder der Besuch bei Freunden mal wieder darauf hinauslief, den Hardstyle-Remix der Schokoladenverkäuferfolge von Spongebob in Dauerschleife anzumachen. „The Eye Of The Beholder” ist ein äußerst gelungener Schlag ins Gesicht, nach dem man ganz im Sinne der Bergpredigt gerne gewillt ist, die andere Wange für Album Nr. 3 hinzuhalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Single Cause Fallacy
02. Via Negativa
03. Maze Of Traits
04. From Individual To Entirety
05. Cacophony Of Thoughts
06. Contradictions
07. The Tower, Act 1: Hyperbolical
08. The Tower, Act 1: The Essence Of Inner Freedom
09. The Tower, Act 1: Infinite Mind

Jannis

WALLS OF BLOOD – Imperium

Band: Walls Of Blood
Album: Imperium
Spielzeit: 46:59 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.facebook.com/Walls-Of-Blood-579538659141096

Glen Dover ist auch einer von denen, die ihr Portfolio nicht zu verstecken brauchen. Als ehemaliger KING-DIAMOND- und MEGADETH-Gitarrist hat sich der gute Mann einen anständigen Namen erarbeitet; verdient, muss man in Anbetracht seiner Gitarrenskills und seines Kompositionstalents neidlos zugeben. Warum also nicht noch einen draufsetzen und mit eigener Band und einem dicken Haufen beachtlicher Gäste ein Album außerhalb des Schattens der großen Arbeitgeber-Bands rausbringen?
Spricht nichts dagegen, also stehen wir nun mit WALLS OF BLOODs Debut “Imperium” vor vollendeten Tatsachen. Der Mix sitzt, die Instrumente werden geschickt bedient und die Regler stehen auf Heavy Metal. Betonung auf Heavy – “Imperium” knallt ordentlich, kümmert sich dabei eher weniger um Ohrwurmmelodien, macht aber doch soweit alles richtig. Das wird bereits beim Opener ersichtlich. Auf ein kurzes Intro folgt kräftiges Geballer im oberen Midtempo, Sänger Nils K. Rue von PAGAN’S MIND bietet keinen Anlass zur Kritik, etwas unaufdringliches Keyboardgedudel ist zeitweise auch mit dabei. Schande über den für den lieblosen FadeOut Verantwortlichen.
Mit dem in punktiertem Rhythmus gehaltenen, mies groovenden “Discordia” geht’s unter stimmlicher Führung von Todd La Torre aus dem Hause QUEENSRYCHE nicht minder gelungen weiter und “Blood Sacrifice Ritual” knallt ebenfalls sehr schön durchgängig und hält für jene, die sich an dieser Stelle doch langsam mal etwas mehr Eingängigkeit wünschen, sogar einen kleinen Power-Metal-Chorus parat.
“Tarnished Dream” ist ein Midtempo-Traditionstrack mit erwartungsgemäß starkem Tim Owens am Mic und instrumentalen Arrangements im Refrain, bei denen die KING-Vergangenheit Dovers ebenso offensichtlich ist wie beim finalen “Seven Spirits”, das klingt, als sei es eigentlich für Petersen geschrieben worden.
Ansonsten gibt es mit “Walls Of Blood” noch den wohl härtesten Track des Albums, der durch die unklaren Vocals von Matt Cuthbertson würdig getragen wird und mit “The Fault Of Man” einen weiteren Midtempo-Track, der an sich schon extrem cool ist, durch das zusätzliche Runterbrechen des Tempos zwischendurch aber direkt noch zehnmal lässiger wird und jeden Zuhörer intuitiv zu entspanntem Kopfnicken und folgendem Gesichtsausdruck verleiten dürfte:

IIIIIIIIII
IIIIIUU
IIII  >
IIII   ᴟ
III

Dann noch ein okayes ALICE-IN-CHAINS-Cover und ein vergleichsweise leichtgängiger Uptempotrack mit 6/8el-Intermezzo und die 47 Minuten sind auch schon um. Kein zukünftiger Klassiker, aber ein gut abgehendes, hartes Heavy-Metal-Album, das interessante Gäste und einen absolut starkes Gitarrenspiel bietet.

Anspieltipps:
“Leave This World Behind”, “Walls Of Blood”, “Tarnished Dream” und “The Fault Of Man”

Fazit:
Eher für den Freund melodischer Aggressivität als für den von übertriebener Eingängigkeit. Dass “Imperium” kein Ohrwurmmassaker ist, bedeutet jedoch keineswegs, dass es nicht gekonnt komponiert ist. Es ist durchweg kompetent geschriebene und umgesetzte Härte auf hohem Niveau.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Leave This World Behind
02. Discordia
03. Waiting To Die
04. Blood Sacrifice Ritual
05. Tarnished Dream
06. Walls Of Blood
07. The Fault Of Man
08. Dark Lords Of Sleep
09. Junkhead (Alice In Chains Cover)
10. Seven Spirits

Jannis

DREAM THEATER – Distance over Time

Band: Dream Theater
Album: Distance over Time
Spielzeit: 60:57 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Inside Out Music
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: dreamtheater.net

Metal Fans, und jene des Progressive Metal Genres im Besonderen, sind eine undankbare Meute. Da schließe ich mich jetzt mal ganz explizit nicht aus. Nimmt eine Band die Bedeutung der Stilistik beim Wort und gibt sich Mühe im Laufe Ihrer Karriere eine spürbare Evolution an den Tag zu legen, kann sie sicher sein, dass die Hälfte der Anhängerschaft aufschreit und Stein und Bein schwört, dass nur der alte Kram die einzige Ware Version der „Lieblingsband“ ist und alles was nach den diversen Stilwechseln kam nur Mist ist. Opeth sind hier wohl das perfekte Beispiel. Auf der anderen Seite der Medaille hat man eine Band wie Dream Theater, die ihrem (selbst ins Leben gerufenen Stil!) seit Jahrzehnten treu geblieben ist und nur innerhalb bestimmter Grenzen Experimente zulässt. Und da schreit sie dann auch wieder auf, die Szene-Polizei, und moniert, dass das alles doch gar nichts mehr mit „progressive“ Metal zu tun hat weil keine konstante Entwicklung stattfindet. Recht machen können es beide Bands ihrer Fan Basis eigentlich nie, und es muss ein zermürbendes Gefühl sein immer und ewig gegen diese Erwartungshaltungen anrennen zu müssen. Bei DREAM THEATER, die in Ihrer langen Karriere einen verdammt sturen Kopf haben bewahren müssen um gegen diverse Widrigkeiten zu bestehen, hatte dies mit der Zeit dazu geführt, dass die Band spätestens seit „Systematic Chaos“ dazu übergegangen ist mantra-mässig bei jeder neuen Platte zu wiederholen, dass man eine typische DREAM THEATER Platte hat einspielen wollen. Und mit jeder Platte der jüngeren Geschichte hatte man das Gefühl, dass die Jungs auf Hau-Ruck versuchten etwas zu bedienen, von dem sie selber nicht genau wussten was das eigentlich sein soll. Nicht erst seit dem Einstieg von Mike Mangini klang jede Platte verkopft und erzwungen, was durch die komprimierten, künstlichen Produktionen nicht wirklich verbessert wurde.

Die Erwartung an das nunmehr 14. Album der Titanen war zumindest bei mir daher etwas gedämpft. Umso überraschter bin ich über das Ergebnis, das die Jungs nach ihrem Wechsel zu Inside/Out nun vorlegen. Petrucci & Co. liefern mit „Distance over Time“ ein Album ab, das (Obacht!) keinerlei zugrundeliegendes Konzept, kein Instrumental, keinen Longtrack enthält und doch wie die perfekte Visitenkarte der Band klingt. Und endlich, ENDLICH, ist es gelungen Mike Mangini auch klangtechnisch in das Licht zu rücken, in das er zweifellos gehört. Die Drums klingen einfach grandios (wie auch der Rest der Musiker). Dass die Band sich in ein abgelegenes Haus zurückgezogen und dort nicht nur das Material gemeinsam geschrieben, sondern auch gleich in einem großen Raum aufgenommen hat, mag auf dem Papier wie einer dieser typischen Promo-Twists klingen. Das Endergebnis spricht allerdings Bände. Wenn eine Band es sich zum Ziel setzt eine Platte zu machen, die die eigenen Stärken bündelt, dann funktioniert das halt auch nur wenn die Band es gemeinsam angeht und nicht 2 Musiker alleine … Startet die Scheibe mit „Untethered Angel“ und „Paralyzed“ noch relativ gewohnt (mal davon abgesehen, dass es aufgrund der geilen Produktion gleich zu Beginn einfach eine reine Freude ist dem Ganzen zu lauschen), so bieten DREAM THEATER im weiteren Verlauf eine abwechslungsreiche Schau Ihrer Stärken: „Fall into the Light“ rifft in schöner Metallica-Tradition nach vorne, das luftige „Barstool Warrior“ lässt die klassischen Einflüsse wie Kansas oder Genesis durchscheinen und die beiden frickeligeren Songs „S2N“ und „Pale Blue Dot“ sprühen vor relaxter Spielfreude, die hörbar keinerlei kompositorischen Zwängen folgen. „At Wit’s End“ ist ebenfalls ganz grosses Kino und mein perönliches Hilight, inkl. epischem Gitarrensolo. Bei einer Spieldauer von knapp einer Stunde gibt es eigentlich keinen Ausfall zu vermelden.

Noch ein Wort zum Klang der Scheibe: da die Gitarren und die Drums mit einem klar vernehmbaren Raumsound versehen sind, hat man als Hörer immer das Gefühl mitten drin im grossen Aufnahmeraum zu stehen. Obschon es zeitweise ganz schön heftig rifft, transportiert der Mix eine extrem luftige Klangkulisse. Eine wirklich geile Produktion, wenn nicht gar die beste seit „Falling into Infinity“.

„Distance over Time“ ist vielleicht kein Klassiker in der Band-Diskographie geworden. Aber meiner persönlichen Meinung nach das stärkste Album der Truppe seit „Scenes from a Memory“. Die Songs kommen auf den Punkt (sind also nicht künstlich auf Länge gestreckt), von dem üblichen Kitsch und Pathos ist weit und breit nichts zu hören und aus jeder Passage ist der Spass herauszuhören, den die Jungs anscheinend hatten. Erfreulich auch, dass so gut wie kein Füller zu finden ist und dass jene Tracks, die nicht die absoluten Überflieger sind (der ziemlich straighte Rocker „Room 137“ und die nur okaye Ballade „Out of Reach“), aufgrund der realistisch bemessenen Spielzeit dennoch nicht zum Skippen verleiten. Dass ich die Platte nun binnen einer Woche bereits öfters gehört habe als die letzten 3 zusammen seit deren Veröffentlichung, zeigt wohl am besten wie begeistert ich bin. Ich bin happy, denn das ist alles weitaus mehr als ich zu hoffen gewagt hatte. Starke Scheibe.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Untethered Angel
2. Paralyzed
3. Fall into the Light
4. Barstool Warrior
5. Room 137
6. S2N
7. At Wit’s End
8. Out of Reach
9. Pale Blue Dot
10. Viper King (Bonus Track)

Mario

QUEENSRYCHE – The Verdict

Band: Queensryche
Album: The Verdict
Spielzeit: 44:16 min
Stilrichtung: Progressiv Metal
Plattenfirma: Century Media (Sony)
Veröffentlichung: 01.03.2019
Homepage: www.queensrycheofficial.com

QUEENSRYCHE – „The Verdict“ erwartet sein Urteil

Das brandneue, langersehnte Album der seattlebasierten US Amis QUEENSRYCHE steht auf dem Prüfstand. „The Verdict“ ist somit der Nachfolger der 2015er Veröffentlichung Condition Hüman und das dritte Studioalbum mit Sänger Todd La Torre.
Mit Drummer Rockenfield hat ein weiteres Gründungsmitglied auf unbestimmte Zeit den Dienst quittiert und der für den Gesamtsound sicherlich wichtige Mannschaftsteil ist schwerlich ohne Verlust zu ersetzen. Die Interimslösung für den vakanten Schlagzeugpart liegt in den Händen und Füßen von La Torre, der seine Aufgabe mehr als beachtlich meistert.
Die Bürde der Amerikaner liegt darin, dass sie sich immer aufs Neue an ihren eigenen Meisterwerken messen lassen müssen. Das gerne in den Raum gestellte „früher war alles besser“ gilt in besonderem Maße für die Progressivmetaller und diese These zu widerlegen ist Hauptaugenmerk des neuen Longplayers.
QUEENSRYCHEs 2019er Arbeitsnachweis beginnt mit „Blood of the Levant„ und man merkt sofort, dass man sich soundtechnisch keine Gedanken machen muss, was vorliegenden Datenmenge angeht. Druckvoll und differenziert, wie man es gewohnt ist, geht’s zur Sache. Der Song selbst geht zügig los, wie man es von einem Opener erwarten darf.
Das folgende „Man the Maschine“ dürfte dem Hardcorefan schon bekannt sein, handelt es sich doch um die vorweg in den Ring geworfenen Single. Typischer QUEENSRYCHE Song, etwas düster, aber gut. Bei „Light -years“ kommt dagegen etwas Langeweile auf, schleppt er sich doch ein wenig durch die knapp vier Minuten, ohne groß Akzente zu setzen.
Auch„Inside Out“ startet gemächlicher, hat aber eine klasse Strophe und einige interessante Tempi Wechsel zu bieten. Energischer gehen ‚Propaganda Fashion‘ und “Bent“ zu Werke, fette Gitarren, treibende Drums, so wie es der QR Fan braucht.
Albumhighlight ist sicherlich „Dark Reverie“, hier beweist Todd La Torre erneut, dass die Fußstapfen seines Vorgängers gesanglich keineswegs zu groß sind und die Band immer noch Großes zu leisten imstande ist, sei es beim Songschreiben, sowie in der Instrumentenbehandlung. Rockige Kurzgeschichte mit schön ausgearbeitetem Spannungsbogen.
Nostalgiker werden bei „Inner Unrest“ und „Launder the Conscience“ ins Schwelgen kommen, beide Songs haben Klasse und funktionieren als Zeitreise perfekt.
Mit diesem Potenzial kann das abschließende „Portrait“ leider nicht aufwarten, wirkt es doch etwas uninspiriert.
Fazit: Die 80er Jahre sind Geschichte, das beweisen Queensryche mit ihrer neuen Scheibe erneut. Kein „Rage for Order“, und schon gar kein „Operation Mindcrime“ liegt hier im musikalischen Endgerät und dennoch ist „The Verdict“ ein rundum ordentliches Album geworden, mit entsprechenden Ups and Downs., guten und weniger guten Songs. Queensryche lebt noch, nur „Mary is dead“!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Blood of the Levant
02. Man The Maschine
03. Light-years
04. Inside Out
05. Propaganda Fashion
06. Dark Reverie
07. Bent
08. Inner Unrest
09. Launder the Conscience
10. Portrait

Link zu “Man the Machine” :

Rüdiger König