OLD MOON MADNESS – Old Moon Madness

Band: Old Moon Madness
Album: Old Moon Madness
Spielzeit: 42:27 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Eigenprokudtion
Veröffentlichung: 16.04.2021
Homepage: www.facebook.de/oldmoonmadness

 

OMM enstand im Sommer 2019 aus einem Haufen Musikern, deren Vorliebe der rohe Hard Rock Sound der 70er und frühen 80er ist, die Einflüsse dieser Zeit sind mehr als deutlich hörbar. Zu OMM gehören Mario Jaklitsch am Mikro, Matthias Lehnen an Gitarren, Martin Geisen am Bass, Michael Willems an den Keys und Tim Kütsch am Schlagzeug. Die Aufnahmen stammen aus dem Sommer 2020 in den selbst errichteten Detze Mountain Studios in der Eifel.

Der Stil ist energiegeladener Hard Rock mitten auf die Zwölf gehend mit Retrosound versehen, beim hören muss ich an Bands wie die Anfänge der SCORPIONS, EPITAPH, die ersten drei DOMAIN, TRANCE und TRANS AM denken, das trifft es am besten. Das Cover lässt eher Deprimucke vermuten, lasst euch davon nicht täuschen, OMM machen verdammt viel Spass und gefallen, es ist eine Zeitreise in die 70er und 80er, also einer Zeit in der die Welt noch in Ordnung war.

Die Stimme von Mario ist rau, derb und kommt so richtig dreckig versaut aus den Lautsprechern, irgendwo zwischen THE NEW ROSES, TRANS AM und Bernie Kolbe. Die Riffs werden einem mit einer Frechheit um die Ohren gehauen, dass einem Schwindlig wird. Die Drums hauen voll auf den Putz das dieser von der Nachbarwand abbröckelt.

“Road To Hell” rotzt gleich mit einer Riffsalve aus den Boxen das man Angst bekommt, flott und mit einer Gewalt. “Empire Of Pain” ein Stampfer, “Into Fire” ein Monster. “Skygazer” ein Groovemonster der besten Sorte, “Drifting” eine Schleichnummer guter Durchschnitt. Bei “Valkyrie” fallen mir TRANCE ein, “Night Demon” ein Vollgasrocker. “Queen Of The Woods” ein flotter Rocker, “Rich Man’s Daughter” ein Highlight.

Fazit:

Für diese Rotzfreche Zeitreise, in eine Zeit als ich noch jung war und zur Schule ging, vergebe ich eine Bewertung von 8,5 Sternen. Noch Abschliessend, Jungs bitte macht mehr von dem Stoff, der hat es in sich und überzeugt, und bitte das Ding auf CD rausbringen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Road To Hell
02. Empire Of Pain
03. Into Fire
04. Skygazer
05. Drifting
06. Valkyrie
07. Night Demon
08. Queen Of The Woods
09. Rich Man’s Daughter

Balle

BACKWOOD SPIRIT – Fresch From The Can

Band: Backwood Spirit
Album: Fresh From The Can
Spielzeit: 56:36 min
Stilrichtung: Blues Rock
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 23.04.2021
Homepage: www.facebook.com/backwoodspirit

 

Bei den ersten Tönen wird klar hier regiert Classic Blues Rock, und als die Vocals einsetzten war mir ohne Promoflyer klar das kann nur Göran Edman am Mikro sein, und genau so ist es auch. BS wurde 2014 von Gitarrist und Songschreiber Kent Engström gegründet, als genügend Songs verfasst waren, war die Zeit reif diese Songs auf Band ein zu spielen. Also tat sich Engström mit Drummer Joje Lindskoog zusammen, und schnappten sich Edman, Niclas Boson am Bass, Tobias Aslund an den Keys der später durch Peter Emilson ersetzt wurde.

2017 wurde das Debüt eingespielt, vier Jahre später folgt nun das zweite Album, zu hören gibt es klassischen Blues Rock der leicht in den Hard Rock tendiert. Der Sound kann mit BLACK PAISLEY, BIGFOOT, DEAD DAISIES und ZEPPELIN Vibes verglichen werden, alles stimmig und gut bis sehr gut hörbar. Über die Stimme von Edman braucht man normal nichts schreiben, der Mann steht für Qualität, die restlichen Mitgleider können auch mit ihren Instrumenten umgehen, das Songwriting geht in Ordnung, der Sound kommt sehr Retro aus den Boxen, passt aber sehr gut zu der Art des Rocks.

Den Anfang macht “Catch Your Fire” ein flotter Bluser würde sich bestens auf einem Mississippi Dampfer oder in einem Saloon machen, “Rainbow (Fool Circle) kommt in bester Bluestradition aus den Boxen. “Celebration” ein sehr schwermütiger Song Durchschnitt, “Sweet In The Evening (Lullaby)” eine tottraurige Ballade. “Witchwood” hört sich an als wenn die Bewohner aus den Sümpfen der Südstaaten ein BBQ abhalten würden, “Leavin’” lässt mich an HENDRIX denken. “On Through The Night” ein langsames Highlight, “Something About You” geht wieder besser ab, “Mayflower” kommt wieder schwermütig aus den Lautsprechern.

Fazit:

Leute nicht falsch verstehen das Ding ist nicht schlecht aber auch kein Überflieger und ich befürchte das der Stoff in der Flut Sauguter Veröffentlichung untergeht und übersehen wird. Ich vergebe eine Bewertung von 7,5 Sternen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Catch Your Fire
02. Rainbow (Fool Circle)
03. Celebration
04. Sweet In The Evening (Lullaby)
05. Witchwood
06. Leavin‘
07. On Through The Night
08. Something About You
09. Mayflower

Balle

IRONBOURNE – „Ironbourne“

Band: Ironbourne
Album: Ironbourne
Spielzeit: 51:08 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.facebook.com/ironbourneofficial

Es ist doch immer schön, wenn eine Band Klischees umgeht und nicht mit jeder Facette ihres Daseins Trueness verkörpert. Gestatten, IRONBOURNE (Name: check), Promotextstart “Geboren aus IRON, geboren aus langer Tradition. Seit Jahrhunderten bauen die Menschen Eisenerz ab, seit über vier Dekaden spielen die Menschen echten Stahl. Die Einen gaben ihr Leben, um IRON zu bergen, die Anderen schenken ihr Leben dem HEAVY METAL.” (Beschreibung: check), Songs wie “Twilight OF Gods” und “Covenant” (check, check). Jut, wird so ’ne Swords-and-Glory-and-Steel-Sache, hm?
Nee, tatsächlich nicht. Heavy Metal ist das auf jeden Fall, aber weniger die pathetische Art als die, die zwischen NwoBHM und Hard Rock unterwegs ist – nicht besonders böse, nicht kitschig, sondern im Gegenteil schön nostalgisch und intensiv. Dem kommt zuerst mal die Produktion zugute, die dem klassischen, etwas höhenlastigeren Sound von 80er-Heavy-Metal-Releases nahekommt, dabei aber auch gut Schmackes hat und in keinster Weise negativ auffällt. Außerdem kommt dem die Leistung der Band zugute, die on point und professionell ausfällt und von Torbjörn Anderssons ausdrucksstarker und gesund kantiger, kurz, absolut Heavy-Metal-kompatibler Stimme geführt wird.
Und zu guter Letzt kommt dem zugute, dass “Ironbourne” eine sehr gut funktionierende Mischung aus Heavy Metal und Hard Rock ist, wobei sich letzterer vornehmlich in einigen knackigeren Strophen und den dichten und um gelungene Backing Vocals erweiterten Refrains äußert, die zum größten Teil absolut sitzen und öfter mal gewisse PRAYING-MANTIS-Vibes transportieren.
Die Metal-Komponente stimmt ebenso. Die Riffs fühlen sich in ihrer Umgebung absolut wohl, fallen klassisch, charakterstark und nicht zu frickelig aus. Der Ausflug in True-Metal-Gefilde beschränkt sich auf “Twilight Of Gods” und ist voll im Rahmen, die Halbballade “Too Late” bringt ein paar schön eingesetzte cleane Gitarren mit und wird in ihrem Verlauf kraft- wie gefühlvoll, aber nicht im übertriebenen “SPÜR DIE EMOTIONEN!”-Modus. “Runaway” ist zwar einer der schwächeren Songs, macht mit seinem vergleichsweise deutlichen NWoBHM-Einschlag aber nichtsdestotrotz Spaß, und der Endtrack “Year Of Judgement” lässt vermuten, dass die Schweden GRAVE DIGGERs “Keeper Of The Holy Grail” kennen (was gut ist) und fällt über seine 8,5 Minuten Spieldauer echt kurzweilig, atmosphärisch und smart geschrieben aus.

Fazit:
Die Mischung bei IRONBOURNE macht’s. Die beiden Grundgenres kommen auf “Ironbourne” sehr harmonisch zusammen, sorgen für einen offeneren Stil und sind dazu noch bestens dargeboten und klanglich echt ansprechend. Wenn dann ein, zwei Tracks ein bisschen durchschnittlicher ausfallen, ist das komplett in Ordnung, denn letztendlich ist die Platte einfach ein hochwertiges und musikalisch interessantes Stück Wohlfühlmusik für alle, deren Leidenschaft dem Metal/Hard Rock der frühen 80er gilt.

Anspieltipps:
“Varsel”, “Year Of Judgement”, “Hit The Wall” und “Too Long”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Dreamer
02. Elusive Reality
03. Varsel
04. Twilight Of Gods
05. Too Late
06. Covenant
07. Hit The Wall
08. Runaway
09. Year Of Judgement

Jannis

SIRIUS CURSE – Time Knows No Lies

Band: Sirius Curse
Album: Time Knows No Lies (EP)
Spielzeit: 36:51 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 15.03.2021
Homepage: www.sirius-curse.de

SIRIUS CURSE – endlich mal wieder Newcomer! Okay, Familienväter-Berufsleben-Newcomer, die zum Teil bereits 1986 zusammen spielten (also Metal) und 1992 auch schon eine EP veröffentlichten, aber muss zählen, schließlich ist “Time Knows No Lies” das erste Lebenszeichen der Truppe aus Rottweil in Baden-Württemberg unter diesem Bandnamen und mit diesem Line-Up.
Und was erwartet uns von den Jungs, die seit 2014 als SIRIUS CURSE unterwegs sind, mit Gigs und kleiner Fanbase aber ohne physische Tonträger im Portfolio? Nun, es ist ziemlich klar Heavy Metal mit ein bisschen Power, ganz wenig Prog und etwas Hard Rock. Während man von der Band nach so langer Zeit eine gute Leistung erwarten kann und diese auch bekommt, hapert es leider an der Produktion. Die lädt auch meine guten Kopfhörer ab und an zum Krisseln ein und könnte etwas mehr Druck vertragen. Denn der Druck kommt auch nicht wirklich zumindest durch dicke Gitarrenwände, die produktionstechnische Schwächen überdecken könnten: “Time Knows No Lies” ist verdammt abgespeckt, reduziert auf das absolut Wesentliche – aber nicht auf das Wesentliche, um irgendwie klarzugehen, sondern um ein an sich extrem unterhaltsames kleines Album zu erschaffen. Ganz nach dem Motto “Weniger ist mehr” verlässt man sich auf die Basics und garniert diese mal mit einer großartig sympathischen Gitarrenmelodie (“Crucified”), einem im Heavy-Metal-Kontext unerwartet harmonielastigen und kreativ geschriebenen Chorus (“Loud”, schöner Kontrast zwischen trockenem Geriffe und powerigem Chorus mit kleinen asozial-dissonanten Gitarrenelementen an ausgewählten Stellen) oder vergleichsweise seltenen aber klug eingesetzten und gut klingenden mehrstimmigen Vocals. An solchen Stellen zündet “Time Knows No Lies” so richtig, macht aber kaum weniger Spaß, wenn die Gitarre ihren Spaß an miesem Gedrive mal wieder nicht verbergen kann, eine Strophe wie die von “The Sense” auftaucht (kein Spoiler an dieser Stelle), ein entspannter Mittelteil plötzlich von aggressivem Base-Getrete abgelöst wird oder bei “Relax (It’s War)” frühe GAMMA RAY auf thrashigeren Heavy Metal treffen.
Das alles muss gar nicht des Todes heavy sein, hätte mehr klangtechnische Power aber gut vertragen können. Zudem gehören die drei letzten Tracks zu den längsten, was hinsichtlich der Struktur der Platte psychologisch nicht ganz schlau sein mag, da sie dementsprechend etwas langatmiger ausfallen. Das sind die beiden Hauptkritikpunkte, von denen insbesondere der Sound das Gesamterlebnis etwas schmälert.

Fazit:
Doch während ein schwächerer Sound bei anderen Bands der Untergang wäre, ist es bei SIRIUS CURSE ein gewisses Manko, das aber am Entertainment-Faktor der Platte gar nichts ändert. Das sind die Heavy-Metal-Grundbausteine kreativ und kurzweilig umgesetzt, mit dem Wunsch, musikalisch nicht nur das Genre qualitativ zu repräsentieren sondern sein Album auch von anderen Vertretern dieses Genres durch Originalität im Songwriting abzuheben. Stolze acht Punkte immer noch, die Remastered Version kriegt irgendwann neun!

Anspieltipps:
“Loud”, “The Sense”, “Relax” und “Crucified”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rain Time
02. Loud
03. Relax (It’s War)
04. No Tomorrow
05. Crucified
06. Time Knows No Lies
07. The Sense
08. Bondage

 

Jannis

MOTORJESUS – Hellbreaker

Band: Motorjesus
Album: Hellbreaker
Spielzeit: 44:26 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/motorjesus/

 

Die Rheinländer MOTORJESUS kommen mit einem neuen ernergiegeladenen Album zurück. Zum aktuellem TNT verteilendem Line-Up gehören Chris Birx am Mikro, Andy Peters und Patrick Wassenberg am Griffbrett, Dominik Kwasny am Bass und Adam Borosch am Schlagzeug.

Geboten wird eine explosive Mischung aus Hard Rock mit Highoktan-Groove Metal, AC DC auf XTC mit Metal Vibes kurz vor der explosion. Der Sound strotzt nur so vor Testosteron, so wie ein V8 Big Block vom Geiger Karl der einen Kleinwagen durch den Kühler schlotzt um diesen danach in Form eines Zauberwürfels aus dem Auspuff zu spuken. Wie pupertäre testosterongesteuerte Halbstarke, aber dennoch erwachsen genug, hauen einem M Riff um Riff um die Ohren, und machen bei all dem gewaltig Spaß.

“Drive Through Fire” macht den Anfang flott, ernergisch, geil, “Battlezone” keinen Deut schlechter. “Hellbreaker” genauso intensive wie die beiden Vorgänger, “Beyond The Grave” drosselt das Tempo ein fettes Highlight. Bei “Dead Rising” wird wieder mächtig Gas gegeben, bei “Car Wars” was für ein Nackenbrecher ein weiteres Highlight. “Firebreather” nimmt ein wenig Fahrt raus aber hart wie Kruppstahl auch wieder ein Highlight. “Lawgiver” von 0 auf 100 in einer Sekunde, “Black Hole Overload” das nächste Highlight im richtigen Tempo. “Back To The Bullet” fällt gegen die Vorgänger ein wenig ab, “The Outrun” ein entspanntes Instumental Outro – Jungs das hätte länger sein können.

Fazit:

So eine knappe dreiviertel Stunde ist vorbei, und ich muss an frisierte, laut röhrende Motoren denken die mit voller explosiver Gewalt aus ihren Auspuffrohren ballern und alles verputzen was ihnen vor den Kühler kommt. Jungs das ist ein Fettes Brett was ihr da auf die unschuldige Menschheit los lasst, aber nun zum Hauptteil des Fazits, ich vergegebe eine Bewertung von 9 Sternen für diesen Motoröl vernichtenden Sprengstoff.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Drive Trough Fire
02. Battlezone
03. Hellbreaker
04. Beyond The Grave
05. Dead Rising
06. Car Wars
07. Firebreather
08. Lawgiver
09. Black Hole Overload
10. Back To The Bullet
11. The Outrun

Balle

THE TREATMENT – Waiting for good Luck

Band: The Treatment
Album: Waiting For Good Luck
Spielzeit: 44:16 min
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/TheTreatmentOfficial/

Die Anfangstage der britischen Hardrocker THE TREATMENT lesen sich wie aus dem Bilderbuch der frühen Achtziger Jahre. Als Teenager gründen Schlagzeuger Dhani Mansworth, der Sohn von Laurie Mansworth (AIRRACE) und Ben Brookland (Gitarre) die Band im zarten Alter von 15 bzw. 18 Jahren. Sämtliche Bandmitglieder – ebenfalls in der Mitte ihrer Teenagerjahre – ziehen kurzerhand allesamt in das Elternhaus des Drummers, um sich fortan ganz und gar um ihre Band zu kümmern. Doch dieses Szenario im englischen Cambridge spielt im Jahr 2008 und das Rockbusiness ist schon lange nicht mehr so glamourös wie 25 Jahre zuvor. Ein Zuckerschlecken war es sicher auch damals nicht, eine Band aufzubauen ist harte Arbeit, dennoch ist gegen Ende der ersten Dekade des neuen Jahrtausends aufgrund der Technik vielleicht einiges leichter – sich mit seiner Band durchzusetzen aber durchaus schwerer als in den glorreichen Achtzigern.

Dennoch schreiben THE TREATMENT eine gute Geschichte, denn ihre Mischung aus Riff Rock aus Down Under und klassischem Hardrock steht speziell im Vereinigten Königreich nicht auf der Tagesordnung. Wird ihr Debüt „This Might Hurt“ 2011 noch über ein kleines Label veröffentlicht, angelt sich Spinefarm Records den Fünfer kurz darauf, mit denen eine EP und ein Longplayer entsteht. Seit ihrem dritten Album „Generation Me“ aus dem Jahr 2016 ist die Band bei Frontiers Records unter Vertrag. Nach „Power Crazy“ (2019) erscheint nun Album Nummer 5, das „Waiting For Good Luck“ genannt wurde. Es stellt auch das zweite Werk des mittlerweile dritten Sängers Tom Rampton dar, der Ende 2017 zur Band stieß. Ganz neu in der Band ist Bassist Andy Milburn, der Originalbasser und quasi Gründungsmitglied Rick Newman ersetzt.

Auch bei „Waiting For Good Luck“ sitzt Dhani´s Dad Laurie Mansworth auf dem Produzentenstuhl, für den Mix zeichnet sich Tausendsassa Kevin Shirley verantwortlich. Ein ganzes Dutzend neuer Songs haben es auf die neue Platte geschafft, von denen bereits zwei vorab veröffentlicht wurden. Dabei machte „Rat Race“ den Anfang, ein kräftiger Riff-Rocker mit großen Hooks, der voll ins Schwarze trifft und auch das Album äußerst stark eröffnet. Die zweite Auskopplung „Wrong Way“ beendet es, aber bis der Hörer so weit fortgeschritten ist, gibt es weitere zehn Tracks zu entdecken. Hier haben wir zum Beispiel Songs wie „Devil In The Detail“ oder „Lightning In A Bottle“, eine gute Expertise, woraus der Sound der Briten besteht. Gute Melodien, straighter Beat und gnadenlose Rock´n Roll Riffs. Mehr Gas geben THE TREATMENT bei „Vampress“ oder „Hold Fire“. Zünftig und mit viel Partyattitüde wird es beim lässigen Rock´n Roller „Barman“, der einige Reminiszenzen an die Kollegen THE QUIREBOYS zu Tage fördert. Macht definitiv Laune!

Speziell „Rat Race“ hat als Appetizer enorm hohe Erwartungen geweckt. So ganz erfüllt wurden diese nicht. Versteht mich nicht falsch, die Platte ist super, das vermutete Hitfeuerwerk ist es allerdings nicht geworden, dazu sind Songs wie „Eyes On You“ oder „No Way Home“ einfach zu durchschnittlich und bilden in der Mitte der Scheibe ein großes Loch. Aber die Briten liefern auch auf Album Nummer fünf durchaus ihre Qualität ab – aus allen Rohren feuern sie aber längst nicht über die komplette Spielzeit. Doch alleine schon die Idee, die hinter THE TREATMENT steckt, ist aller Ehren wert – nämlich auch im Jahr 2021 klassischen Hardrock mit starken Riffs zu zelebrieren und das Ganze mit einem zeitgemäßen Sound in die Gegenwart zu transportieren.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1. Rat Race
2. Take It Or Leave It
3. Lightning In A Bottle
4. Vampress
5. Eyes On You
6. No Way Home
7. Devil In The Detail
8. Tough Kid
9. Hold Fire
10. Barman
11. Let´s Make Money
12. Wrong Way

Stefan

ICON OF SIN – Icon Of Sin

Band: Icon Of Sin
Album: Icon Of Sin
Spielzeit: 64:55 min
Stilrichtung: True Metal
Plattenfirma: Frontiers Mjusic s.r.l.
Veröffentlichung: 16.04.201
Homepage: www.facebook.com/IconOfSinMusic/

 

Und wieder ein von Serafino Perugino kreiert, beaufsichtigt und geleitetes Project aus dem Stall von Frontiers Music aus Bella Italia. Der Blick oder besser gesagt das Ohr über den großen Teich nach Brasilien kann durchaus gefallen. Zum Projekt gehören am Mikro Raphael Mendes der mit seinen Videos bei Youtube für aufsehen sogen konnte, Sol Perez und Mateus Cantalano an Gitarren, Caio Vidal am Bass und CJ Bubiella am Schlagzeug.

Jetzt folgt erst mal das Negative an dem Projekt, es orientiert sich sehr stark an der Eiseren von der Kanalinsel, sei es an der Auslegung des Sounds oder die Stimme von Raphael man hat jeden Augenblick das Gefühl Eddie würde aus den Boxen springen und eine Party mit einem feiern. Das Ding knallt von vorne bis hinten und macht laune und spaß. Nichts wirklich neues aber wenn die Eiserne sich zur Ruhe gesetzt hat könnten IOS die riesige Lücke die Dickinson und Co hinterlassen schliessen. Dann hoffen wir für die Zukunft das der Standart gehalten werden kann und IOS ein festes Projekt oder Band wird und noch der eine oder andere kommende Klassiker dabei rauskommt.

Der Opener “Icon Of Sin” geht voll nach vorne und glänzt mit Melodie und härte, “Road Rage” ein typischer MAIDEN Stampfer. “Shadow Dancer” macht weiter wie die beiden Vorgänger, “Unholy Battleground” ein Durchschnittssong. “Night Breed” faucht mit einer Melodie aus den Boxen das einem die Tränen vor Freude kommen, “Virtual Empire” macht gewaltig wieder auf Tempo, bei “Pandemic Euphoria” fällt einem sofort “Bring Your Daughter To The Slaughter”, “Run To The Hills” und ein kleiner Schuß “Fear Of The Dark” ein. “Clouds Over Gotham”, “Arcade Generation”, “The Howling” und “Survival Instinct” kann man noch zu den Highlights zählen, “The Last Samurai” ist guter Durchschnitt.

Fazit:

Die Erben der Eisernen stehen in den Startblöcken, können überzeugen und machen spaß, ich als Fan der Originalen Eddie Truppe kann nur neidlos anerkennen was IOS für ein brachiales Metalbrett eingezimmert haben, ich vergebe eine Bewertung von 8,5 Sternen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Icon Of Sin
02. Road Rage
03. Shadow Dancer
04. Unholy Battleground
05. Night Breed
06. Virtual Empire
07. Pandemic Euphoria
08. Clouds Over Gotham
09. Arcade Generation
10. Hagakure
11. The Last Samurai
12. The Howling
13. Survival Instinct

Balle

DISTANT PAST – The Final Stage

Band: Distant Past
Album: The Final Stage
Spielzeit: 41:00 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Steel Publishing
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.distant-past.ch

Die Schweizer von DISTANT PAST blicken auf eine bewegte Vergangenheit zurück! Eigentlich als Studioprojekt gegründet konnte man 2014 und 2016 zwei Alben veröffentlichen, brach dann aber nach dem letzten Album „Rise of the Fallen“ etwas auseinander!
2019 fanden die beiden ehemaligen EMERALD Mitglieder Jvo (Gesang) und Adriano (Bass) endlich neue Mitglieder, um weiterzumachen und neue Songs zu schreiben.
Das Ergebnis ist das neue, dritte Album „The Final Stage“ welches erneut über Pure Steel vertrieben wird.
Das Album klingt etwas roher wie zuvor und bietet nach wie vor eine musikalische Mischung aus JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN auf den sich die Fans freuen können!
Dies spürt man auch direkt beim Opener „Kill the Dragon. Dieser beginnt recht klassisch und direkt sind die NWOBHM Einflüsse spürbar. Recht frisch und roh klingt das Ganze, so wie es auch im Promosheet angekündigt wurde.
Als Opener ist die Nummer sehr ordentlich ausgefallen und zeigt den geneigten Fan wo die Reise hingehen wird.
Sehr routiniert und klassisch zockt man sich dann auch durch die beiden folgenden Tracks „Staring at the Stars“ und „Queen of Sin“ wobei letzterer hier ganz klar als Sieger vom Platz geht.
Danach wird es bei „Fall from Glory“ etwas epischer bevor der Mittelteil irgendwie recht durchwachsen daherkommt.
Hier wird uns eher Standardmetal geboten und mit dem instrumentalen Zwischenstück „The Final Stage“ wird dann schon das letzte Drittel der Scheibe eingeleitet.
Beim überlangen „Dawn City“ hält Gott sei Dank wieder etwas mehr Qualität Einzug und auch die beiden letzten Tracks „World of Wires“ und „Path Fate“ sind auf jeden Fall besser geraten als der etwas dröge Mittelteil. Auch wenn man hier keine absoluten Glanzlichter findet, ist das insgesamt auf jeden Fall eine solide Leistung.

Anspieltipps:

„Kill the Dragon“, „Queen of Sin“, „Dawn City“ und „Path of Fate“

Fazit :

Der Neustart der Jungs von DISTANT PAST ist insgesamt noch etwas holperig geraten! Man kommt nicht immer an die bisherigen Alben heran und gerade der Mittelteil rauscht irgendwie ziemlich an einem vorbei.
Der NWOBHM Einfluss ist aber immer spürbar und insgesamt kann man hier aber schon von einer soliden Leistung sprechen. Nicht mehr aber auch nicht weniger!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Kill the Dragon
02. Staring at the Stars
03. Queen of Sin
04. Fall from Glory
05. I Am Omega
06. The Power of Evil
07. The Final Stage
08. Dawn City
09. World of Wires
10. Path of Fate

Video zu “World of Wires”:

Julian

THE END MACHINE – Phase 2

Band: The End Machine
Album: Phase 2
Spielzeit: 55:09 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/TheEndMachine

 

Das Projekt TEM von Serafino Perugino kreiert, beaufsichtigt und geleitet sind mit zweitem Album zurück. Zum Lineup gehören wie schon auf dem Debüt Robert Mason am Mikro, George Lynch an Gitarren, Jeff Pilson an Bass, Keyboards und Backing Vocals, Steve Brown (ersetzt seinen in Rente gegangenen Bruder Mick) am Schlagzeug.

Zu hören gibt es nichts neues, aber altes attraktiv und hörbar dargeboten. TEM machen Klassischen Hard Rock wie auch schon auf dem Debütalbum. Der Sound bewegt sich beim Debüt über WHITESNAKE, alte DOKKEN ein kleiner Schluck DIO da und ein weiterer Schluck PURPLE hier und fertig ist TEM. Der retro Sound der Produktion passt zu dem Classic Hard Rock wie die Faust aufs Auge.

Ein Intro mit Namen “The Rising” eröffnet das Album, gefolgt von “Blood And Money” ein schneller Nackenbrecher. “We Walk Alone” geht es langsamer an, “Dark Devide” kommt lässig rüber mit sehr gutem Refrain. “Crack The Sky” ein Rocker, “Prison Or Paradise” ein Hard Rock Song wie er sein sollte. “Plastic Heroes” kann überzeugen, “Scars” mein Favorit ein lässiger Rocker stark gemacht. “Shine Your Light” macht wieder Druck, “Devil’s Playground” ein Blues Rocker. “Born Of Fire” ein Hard Rocker, “Destiny” rockt wie Nachbars Lumpi.

Fazit:

Erwachsener Classic Hard Rock von Musikern die zum Teil schon vor langer Zeit bewiesen haben was sie können, mit leichten Duchhängern aber sonst gut bis sehr gut hörbar. Ich vergebe eine Bewertung von 8,5 für diesen Retro Dreher.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Rising
02. Blood And Money
03. We Walk Alone
04. Dark Divide
05. Crack The Sky
06. Prison Or Paradise
07. Plastic Heroes
08. Scars
09. Shine Your Light
10. Devil’s Playground
11. Born Of Fire
12. Destiny

Balle

JANINA JADE – Heart Of Rock N‘ Roll

Band: Janina Jade
Album: Heart Of Rock N Roll
Spielzeit: 32:16 min
Stilrichtung: Classic Rock
Plattenfirma: GMR Music
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.facebook.com/janinajadeofficial

 

JJ aus Schweden kommt mit ihrem meines wissens zweitem Album aus dem Studio, neben JJ am Mikro und Rhythmus Gitarre waren noch dabei Jennifer Batten an Lead Gitarre und Tobhias Ljung an Bass, Schlagzeug, Mastering, Mix und Produktion.

JJ’s Stimme ist schon ganz speziell, ein wenig Ähnlichkeit mit der von PATTI SMITH aber um einige Schippen dreckiger aber dennoch sehr gut mit dem Sound harmonierend. Durch den Dreck in der Stimme besitzt diese einen sehr hohen Wiedererkennungsfaktor. Der Musikstil bewegt sich im Classic Rock in etwa zwischen PATTI SMITH, THE ROLLING STONES bis zu den GUNS N ROSES, eingängig wie Sau mit sehr gutem riffing an der Lead Gitarre und dieser speziellen Stimme. Die Songs kommen mit Drive aus den Boxen und bleiben lange im Ohr hängen, die Produktin kann sich auch hören lassen hat genug Dampf.

“Heart Of Rock N‘ Roll” ein flotter gute Laune Rocker aus dem Lehrbuch, “The Darkness Of My Soul” macht da weiter wo der Vorgänger aufgehört hat, starke Songs. “Before My Time Runs Out” kommt auch sehr gut aus den Boxen, “Holding On” nimmt ein wenig Tempo raus aber keinen Deut schlechter. “How Long, How Long” gibt wieder Gas, “Trouble” lässt nochmal die Sau raus. “Exiled Within My Mind” geht es deutlich langsamer an, “Breathless Breathing” gibt wieder Gas wie eine Lok unter Volldampf. “Ghost With No Name” ein langsamer gefühlvoller Song, “Last Chance Saloon” ein Kracher.

Fazit:

Puhh, was für ein Album, was für eine Stimme, was für Songs, auf dem Album passt alles angefangen bei JJ’s Stimme, den Gitarrenläufen von Jennifer und dem Songwriting. Das Ding macht einfach nur Spaß und sorgt für ein Dauergrinsen von einem bis zum anderen Ohr. In jeder Rockkneipe würde die CD für eine Verdopplung des Umsatzes sorgen, also vergebe ich eine 9 als Bewertung, da mal was ganz anderes aus den Boxen kommt, und dieses Andere macht gewaltig Druck und überzeugt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Heart Of Rock N‘ Roll
02. The Darkness Of My Soul
03. Before My Time Runs Out
04. Holding On
05. How Long, How Long
06. Trouble
07. Exiled Within My Mind
08. Breathless Breathing
09. The Ghost With No Name
10. Last Chance Saloon

Balle