VOLTAGE ARC – Fire

Trackliste:

01. Hard Way
02. Hangman
03. That Night
04. Fire
05. Let´s Rock
06. Higher
07. Blood
08. Dirty Dirty
09. Way Back Home
10. Finally Free
11. Shot
12. Dompanine
13. Life Lover

Spielzeit: 53:46 min. – Genre: Hardrock – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 29.08.2026 – Page: https://voltagearc.com

 

Wenn man an Hardrock aus der Schweiz denkt, kommen einem zuerst die „typischen“ Vertreter des Riff Rocks in den Sinn. Ikonen wie KROKUS, GOTTHARD und CHINA oder „neuere“ Bands wie SHAKRA – ok, die sind auch schon 30 Jahre im Geschäft, die Zeit verfliegt – sind wohl Namen, die als erstes fallen werden. Meine Lieblinge von MUD SLICK natürlich nicht zu vergessen. Aber die Nachwuchsszene in unserem Nachbarland schläft nicht und bringt immer wieder coole neue Kapellen hervor. Das Debüt von FIGHTER V ist so ein Beispiel oder die BLACK DIAMONDS. Und es gibt VOLTAGE ARC

Anfang der neuen Zwanziger Jahre kam ihre erste EP „Rebels“ auf den Markt. Nur ein Jahr später das erste Langspielalbum „In Your Face“. Seitdem gibt es im 2-Jahresabstand eine neue Platte. 2024 kamen sie mit „Sextasy“ um die Ecke und jetzt steht bereits die dritte Platte „Fire“ an. Von einem Newcomer kann man hier eigentlich nicht mehr sprechen. Und doch arbeiten Toni Hörner (vocals), Merlin Eichenberger (guitars), Moritz Hörner (bass) und Timon Forrer (drums) immer noch fleißig an ihrer Reichweite. Ob das mit dem neuen Album klappen kann, werden wir jetzt herausfinden:

Der Start ist mit „Hard Way“ schon einmal gelungen. Gutes Riffing, coole Melodien, jede Menge Energie. Gleiches gilt für „Hangman“. „That Night“ ist ungleich softer, hat einen ganz anderen Ansatz und klingt mit seinen zuckersüße Melodien schon fast wie ein Popsong. Mutig, aber gewöhnungsbedürftig. Der folgende Titeltrack bringt die Jungs wieder zurück auf den richtigen Weg. Das langsamere „Higher“ ist eine grandiose Power Ballade mit jeder Menge Emotion – geil! Außerdem solltet Ihr in „Way Back Home“ und „Finally Free“ und „Life Lover“ reinhören.

Eines muss leider gesagt werden: „Fire“ ist zu lang – bei dreizehn Songs gibt es doch zu viel Ähnlichkeit und es wird hier und da geskippt. Ansonsten bringen VOLTAGE ARC mit ihrem neuen Werk jede Menge energiegeladenen, klassischen Hardrock und es ist durchaus eine Entwicklung zu „Sextasy“ spürbar. Der Underground in der Schweiz ist also auch in 2026 putzmunter.

Stefan

DREAMS IN FRAGMENTS – Shadows Of Afar

Trackliste:

01. The Fairytale`s A Lie
02. My Chaos
03. Tides Of Time
04. Spirit & Legacy
05. The Arrival Of The Queen
06. Dreambound
07. Prophecy
08. The Greatest Boon Of All
09. Rage And Fire (Live)
10. Own The Night (Live)

 

Spielzeit: 46:23 min – Genre: Symphonic Metal – Label: 7US / 7Hard – VÖ: 05.06.2026 – Page: www.dreamsinfragments.ch

 

Die mir bisher unbekannte Symphonic Metal Band Dreams In Fragments stammt aus der Schweiz und waren bereits im Vorprogramm von Bands wie Xandria oder Freedom Call in Europa unterwegs.

Nun liegt mir mit „Shadows From Afar“ Album Nr 3 vor und die Truppe um Frontfrau Seraina Schöpfer zeigt sich als erfahrene Band, die Ihre Stärken, die im cineastischen Bombast Symphonic Bereich liegen, ausgespielt und haben einen Langdreher abgeliefert, die der genannten Zielgruppe gut reinlaufen dürfte.

In dem Opener „This Fairytale’s A Lie“ setzt das Wechselspiel zwischen dem Operettenhaften Gesang und den Growls von Gitarrist Christian Geissmann erste Akzente und weisst den Weg durch den gesamten Langdreher. Die nachfolgenden Songs „My Chaos“ und die erste Single „Tides Of Time“ setzen das Konsequent fort. Bassist Jan Thomas und Drummer Roger Häfliger unterlegen das ganze mit einem wuchtigen Grundgerüst.

„Spirit & Legacy“ hält dann für den Hörer auch Mittelalterliche Sounds parat, die auch nochmal in „The Greatest Boon Of All“ auftauchen. Als weiteren Anspieltipp möchte ich euch das düstere „Prophecy (Hymn Of The World)“ ans Herz legen. Die klare und druckvolle Produktion von Gitarrist Christian Geissmann in der Schall Klang Tonwerkstatt Schöftland rundet das ganze ab.

Heiko Füchsel

MOB RULES – Stories From The Verdant Vale

Trackliste:

01. Savage Land Reprise
02. Master Of The Black Crow
03. Masquerade Ball
04. Above The Maelstrom
05. Balance Of Power
06. Celebration Day (2014 Version)
07. Insurgeria (2014 Version)
08. Coast To Coast (2014 Version)
09. End Of All Days (2014 Version)
10. Broken

 

Spielzeit: 43:34 min – Genre: Power/Heavy Metal – Label: ROAR – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.facebook.com/mobrulesband

 

Da war ich ja wohl kurz überrascht, als kein Jahr nach „Rise Of The Ruler“ wieder ein MOB-RULES-Album auf der Promoliste stand. „Stories From The Verdant Vale“ kam am 21. August in unsere Zivilisation und ist, genau genommen, kein Album. Behaupten MOB RULES aber auch nicht.
Was ist das Ding nun genau? Also, „Rise Of The Ruler“ gab es mit Bonus-CD, auf der fünf exklusive richtige weitere Songs drauf waren. Die bilden die ersten fünf Tracks auf „SFTVV“ ab. Dazu gibt es noch fünf weitere Songs aus dem Jahr 2014. Zum einen den Song „Broken“ und dazu vier weitere frühe Songs der Norddeutschen mit Gaststars wie Amanda Somerville und Udo Dirkschneider.
Warum das ganze? Nun, vor allem, um die Sachen auch mal auf Vinyl zu veröffentlichen, die bislang nur auf CD veröffentlicht wurden, und um die Bonustracks von „ROTR“ auch mal würdig online zu präsentieren.
Haken wir zuerst einmal die letzten fünf Songs ab. „Broken“ ist intensiv und knallt gut, die anderen älteren Tracks mit Gast-Performances sind in Sachen Instrumentalarbeit durchweg leicht anders als die Originale und alle stabil. Ich meine, stellt Euch halt diese Songs in ein bisschen angepasst und mit entsprechenden Gästen vor, dann wisst Ihr, was Euch erwartet. Da sie von 2014er Aufnahmen stammen, klingen sie deutlich anders als die ersten fünf Tracks, aber man gewöhnt sich schnell um. MOB RULES hatten schließlich noch nie eine Zeit, in der ihre Produktion schlecht klang.
Die ersten fünf Songs sind ebenfalls stabil. „Savage Land Reprise“ ist ein nettes Intro mit etwas lieblosen Drums und schönen „Savage Land“-Zitaten. Danach gibt es mit „Master Of The Black Crow“ den klassischen Nach-vorne-Geher, das schwerere und sich zum Ende intensivierende „Masquerade Ball“, mit „Above The Maelstrom“ den fetten balladigen Kollegen und dann noch „Balance Of Power“, das wieder mehr abgeht.
Orchestersounds sind, wenn vorhanden, ziemlich im Hintergrund, der Stil der fünf Songs eher an die frühen Werke angelehnt, die Produktion aber zeitgemäß MOB-RULESig.
Und qualitativ? Nun, besteht das Ding halt aus Songs, die es eher auf die Bonus-Disk schaffen. Unter den ersten fünf Tracks findet man durchgängig gute Songs, aber nun auch nicht einen oder zwei der besten neueren MOB-RULES-Songs. Die Songs danach sind was für die Fans, die ein paar der Hits von damals um ein paar andere gute Stimmen des Genres erweitert hören wollen.

Fazit:
„Stories From The Verdant Vale“ ist was für die Vinyl-Ultras der Band. Also verspätete Bonus-Beigabe für Fans, die „Rise Of The Ruler“ nur ohne Bonus-CD kennen, kann man dem Ding selbstverständlich auch mal eine Chance geben, ebenso als Verehrer früher MOB-RULES-Tage. Ohne Frage nice to have, aber eben eher Nischeninteresse als das letzte – oder nächste – vollwertige MOB-RULES-Album.

Anspieltipps:
„Masquerade Ball“, „End Of All Days“ und „Broken“

Jannis

NOVERIA – Becoming After

Trackliste:

01. The Only Way
02. Convicted To Rise
03. Echoes From The Abyss
04. Cold Flames
05. The Viper’s Nest
06. Infinite Horizon
07. Through Your Light
08. Heavenfall
09. Radiance
10. Becoming After

 

Spielzeit: 53:39 min – Genre: Prog Metal – Label: Scarlet Records – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.noveriaofficial.com

 

Die 2014 in Italien gegründete Prog Metal Combo Noveria, bringt mit „Becoming After“ jetzt Ihren fünften Longplayer auf den Markt und melden sich damit nach 3 Jahren zurück.

Fans der Band dürfen sich auf ein starkes und abwechslungsreiches Album freuen, was alles bietet, wofür Noveria bekannt sind, Prog Metal typische Breaks und Wendungen, gepaart mit der nötigen Heavyness, Melodien, Leidenschaft und Epische Klangwelten. Uber allem thront der Klargesang von Sänger Francesco Marino der immer wieder den Songs seine Emotionen aufdrückt und für Gänsehaut Momente sorgt.

Der Rest der Band, bestehend aus Gitarrist Francesco Mattei, Keyboarder Paolo Campitelli, Bassist Andrea Arcangeli und Schlagzeuger Paolo Conte steht Ihm in Nichts nach und überzeugt mit technisch anspruchsvollen Arrangements. Dazu hat die Truppe noch einige hochkarätige Gaste an Bord, die dem ganzen noch zusätzlich einen cineastischen Anstrich verleihen. Als da wären der Keyboarder und Pianist Mike Moran, der für Freddie Mercury und Ozzy Osbourne aktiv war. Desweiteren sind Violinistin Abigail Stahlschmidt (Jim Peterik, Chris Caffery), Cellist Luca Basile und Keyboarder Mistheria (Bruce Dickinson, Vivaldi Metal Project) am Start die in Songs wie dem grandios bombastischen „Through Your Light“, dem eindringlichen „The Viper`s Nest“ und dem epischen „Heavenfall“ für die symphonischen Orchester Momente sorgen.

Dazu gesellen sich mit dem Opener „The Only Way“ und den beiden vorab als Videos ausgekoppelten Tracks „Convicted To Rise“ und „Echoes From The Abyss“ auch einige Prog Power Metal Perlen und auch die anderen Tracks können das hohe Level halten.

Als Fazit bleibt mir nur zusagen, dass Noveria ein wirklich tolles Prog Metal Album veröffentlicht haben, welches die Musiker noch weiter nach vorne bringen und bekannter machen sollte.

Heiko Füchsel

SANCTUM PYRE – He Who Remains

Trackliste:

01. Break thy Chains
02. Ride through Fire
03. Behold the Thrones
04. Pay the Price
05. The Hammer and the Cross
06. The Oath
07. She was Flame
08. He Who Remains
09. Daughter of the Wind (feat. Thomas Karam & Shlomit Levi)
10. The Veil is Torn (CD Bonus Track feat. Thomas Karam)

 

Spielzeit: 55:18 min – Genre: Power Metal – Label: Steel Gallery Records – VÖ: 20.03.2026 – Page: www.facebook.com/sanctumpyre

 

Obwohl schon etwas länger veröffentlicht schauen wir uns heute noch einen vielversprechenden Newcomer der Szene an auf die ich im Nachgang zur VÖ aufmerksam wurde.
Die griechische Band SANCTUM PYRE, veröffentlichte im März ihr Debütalbum „He Who Remains“ und bekam meiner Ansicht nach viel zu wenig Aufmerksamkeit.
Die Band wurde 2025 von Keyboarder Nikos Tzouannis (BATTLE SYMPHONY) gegründet der auch alle Songs im Alleingang schrieb.
Unterstützt wird er hier gesanglich von niemand geringeren als MENTALIST Sänger Rob Lundgren sowie Mike G der sich für die Bass und Gitarrenparts sowie für den Drumcomputer verantwortlich zeigt.
Ja ihr habt richtig gehört, wir haben es hier nicht mit einem Menschen an den Fellen zu tun, was für mich eigentlich ein No Go ist, aber wenn man das schon so offensiv in den Promoinfos sagt und darauf hinweist, dann ist das für mich tatsächlich akzeptabel.
Als gesangliche Gäste finden sich auf dem Album noch Thomas Karam (NOOR, EXXUL) sowie Shlomit Levi (ORPHANED LAND).
Ach ja, musikalisch ist man klar im Power Metal beheimatet, auch wenn man immer mal wieder in die Epic oder Symphonic Schiene abweicht, die einen schönen orientalischen Touch aufweist. Ähnlich wie es die Jungs von ARRAYAN PATH praktizieren.

Gestartet wird das Album mit der Videosingle „Break thy Chains“. Ziemlich brachial mit ordentlich Keyboards geht man zu Beginn zu Werke. Und direkt wird aufgrund der Orchestrierung aber auch vor allem aufgrund des tollen passenden Gesangs von Fronter Rob der orientalische Touch hörbar, der so ja auch angekündigt war. Ein Opener der direkt zeigt, wo es lang geht, was man erwarten kann und welche tolle Qualität uns hier erwartet.
Im Anschluss gibt es dann mit „Ride Through Fire“ eine weitere Vorabsingle, die klar episch dominiert ist und im Vergleich zum Opener nochmal eine Schippe drauflegt.
Ein toller Song, der zurecht eine der Videosingles geworden ist!
Einen tollen Aufbau, auch vom Chorus her hat dann „Behold the Thrones“. Auch sind wir wieder knietief in der Epic Ecke unterwegs, gewürzt mit etwas Symphonic und vor allem Melodic kommt auch dieser Power Metalhammer sehr ordentlich aus den Boxen geballert!
Und wo wir gerade bei knietief sind, „Pay the Price“ badet im Anschluss im selbigen im Orient was sowohl instrumental als auch gesanglich sehr schnell klar wird.
Die Powerballade „The Hammer and the Cross” hat ebenfalls eine orientalische Einleitung bewegt sich ansonsten aber im langsamen Bereich wo ordentlich Atmosphäre und Emotionen rüberkommen auf über 5 Minuten.
Nach dem knapp 6-minütigen Epicbrecher „The Oath“ gibt es bei „She was Flame“ etwas Standard Power Metal, bevor es den Titelrack „He Who Remains“ auf die Ohren gibt. Auf über 9 Minuten zieht man hier als Band so ziemlich alle Register, die man vorher schon angewendet hat und präsentiert uns einen Power Metal Track, der auch wieder in die Epic und Symhonic Schiene abdriftet.
Als Abschluss gibt es mit „Daughter oft he Wind“ und „The Veil is Torn“ zwei Tracks die gesanglich nicht von Rob getragen werden, sondern als weiblichen Part von der israelischen Sängerin Shlomit Levi und als männlichen Part von Thomas Karam. Gerade bei der ersten Nummer ergibt sich so ein tolles gesangliches Wechselspiel welches auch wunderbar im bisher gehörten orientalisch angehauchten Epic Power Metal reinpasst.
Zwei Tracks, die die Platte wunderbar abrunden und auf den letzten Metern nochmal richtig zünden, geil!
Beide Musiker kannte ich bislang nicht, machen aber echt mächtig Eindruck und stehen dem Hauptsänger Rob Lundgren hier eigentlich in Nichts nach. Ich finde sie sogar teilweise noch etwas besser zur Mucke passend aufgrund ihrer Stimmfarbe und Stil! Davon hätte ich mir noch gerne den ein oder anderen Song mehr angehört.

Leider ging dieses Debüt in der Veröffentlichungsflut Anfang des Jahres etwas unter! Das vollkommen zu Unrecht, denn das, was mir hier als geneigter Fan geboten bekommt ist absolut hörenswert, wenn man auf diese Art Mucke steht!
Vom Songwriting her macht man hier vieles richtig und auch die Sängerauswahl erweist sich insgesamt als wahrer Glücksgriff.
Beim hoffentlich folgenden zweiten Album könnte die Eingängigkeit noch etwas höher werden, aber ansonsten kann man die Scheibe dem geneigten Fan, der mit dem Genre etwas anfangen kann, auf jeden Fall nur empfehlen.

Julian

 

REBELS OPERA – Call Of The Night

Trackliste:

01. Love Like A Live Wire
02. Smile Now Cry Later
03. Didn´t Wanna Write This Song
04. Gotta Let Me Know
05. The Drifter
06. Call Of The Night
07. Surfing With The Angels
08. She´s So Rock´n Roll (feat. Brian Forsythe)
09. Down With The City
10. Dream, Dreamer

 

Spielzeit: 33:02 min. – Genre: Hardrock – Label: RFL Entertainment – VÖ: 19.08.2026 – Page: www.rebelsopera.com

 

Um die eigene Karriere als junge Band anzukurbeln ist etwas Schützenhilfe von etablierten Musikern immer von Vorteil. So funktioniert das Business im Optimalfall auch. Für REBELS OPERA aus Nashville ist dieser Rückenwind ein gewisser TUK SMITH, der mit seiner Band THE RESTLESS HEARTS und vormals mit THE BITERS zu Werke ging. Geht TUK SMITH in seinen Bands ziemlich in die Siebziger-Richtung, fahren REBELS OPERA das volle Achtziger-Brett. Irgendwo zwischen KIX, DEF LEPPARD und CINDERELLA fühlen sich Bandgründer Paul Klein (bass), die Brüder Tate (vocals) und Clint Richardson (guitars) sowie Grady Steel (drums) am wohlsten.

TUK SMITH war es auch, der den Jungs die erste Single spendiert hat. Denn „Smile Now Cry Later“ stammt aus seiner Feder und stellte für REBELS OPERA den Startschuss dar. Das ist knapp ein Jahr her. Für das jetzt vorliegende Debütalbum „Call Of The Night“ hat das Quartett zusammen mit Mentor und gleichzeitig Produzent neun weitere Nummern verfasst. Den Anfang macht das treibende „Love Like A Live Wire“, danach das bereits erwähnte Riffmonster „Smile Now Cry Later“. KIX at it´s best könnte man so sagen. „Didn´t Wanna Write This Song“ ist eine Art Power-Ballade während „Gotta Let Me Know“ voll vor den Latz knallt. Eine Midtempo-Nummer mit dreckigem Riffing – der wuchtige Sound von Anthony Focx (Ex-BEAUTIFUL CREATURES) tut sein übriges. „The Drifter“ ist mit seinen viereinhalb Minuten der weitaus längste Song auf dem Album, die Amis bevorzugen es kurz und knackig.

Der Titeltrack wurde ebenfalls als Single vorab veröffentlicht, ein weiterer griffiger Riff-Rock-Song. Das lockere „Surfing With The Angels“ ebnet den Weg für „She´s So Rock´n Roll“. Eine Nummer, die so klingt wie sie heißt – und mit einer Gast-Performance von Gitarrist Brian Forsythe (KIX) glänzen kann. Forsythe hat dem Stück ein grandioses Solo gegeben. „Down With The City“ gibt noch ein letztes Mal Gummi bevor „Dream, Dreamer“ dieses Album in bester RATT-Manier beschließt.

Mit REBELS OPERA steht eine weitere junge Hardrock Band in den Startlöchern, die es definitiv wissen will. Ihr erstes Album „Call Of The Night“ hat alles was guter Achtziger-Arena-Rock haben muss. Gute Songs, guter Sound, gute Attitüde und ist einer der Geheimtipps, die man antesten sollte wenn man auf klassischen Achtziger Hardrock steht.

Stefan

 

ODDLAND – Unilluminate To Illuminate

Trackliste:

01. Amokinus
02. Eternal Erode
03. Soar
04. Ascent
05. Freefall
06. Unilluminate
07. Illuminate
08. Act Of Solace
09. Red Canvas
10. Unbound In Time
11. Waterdrops

Spielzeit: 41:03 min – Genre: Progressive Metal – Label: Frontiers Records – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.facebook.com/oddland

 

Zwischen Power Metal und Death Metal hat sich in Finnland in den letzten Jahren eine Metalband an die Oberfläche gekämpft, die nun wirklich in keines der beiden klassischen Finnland-Metalgenres passen möchte. Um ODDLAND geht’s, die nun mit ihrem vierten Album „Unilluminate To Illuminate“ am Start sind, das der Silbe „Odd“ (seltsam) im Bandnamen vollkommen gerecht wird.
Los geht es schon damit, dass 41 Minuten Spieldauer bei anderen Progressive-Bands gerade mal für Intro und ersten Song reichen, ODDLAND darin aber gleich 11 Songs unterbringen, von denen der längste keine sechs Minuten lang ist. Aber warum nicht, wenn es funktioniert?
Und dann ist da die Musik an sich. Das Intro „Amokinus“ beginnt mit Atmo-Sounds und elektronischen Klängen, holt dann noch eine Percussion-Fraktion an Bord und erreicht dann sein volles Maß an Fettheit mit… Moment, sind das Saxophone?
Ja, meine Freunde, es sind Saxophone, und zwar nicht zu knapp und auch nicht zum letzten Mal auf „Unilluminate To Illuminate“. Diese Saxophone fügen sich gut in einen Gesamtsound ein, der im mindesten speziell ist, aber irgendwie doch Sinn ergibt. Der Bass ist asozial, die Gitarrensounds unkonventionell, die Snare eine Tonne. Dazu kommen Synths, oft mit definierten kürzeren Sounds, abgedämpftes Klavier, akustische Gitarren, Streicher, Growls und Klargesang, viel Percussion neben den Drums, Chor und, und, und.
All das packt man dann in eine druckvolle Produktion ohne relevante Mängel, stolpert damit durch komische Taktarten, auf-die-Fresse- und In-Dein-Herz-Parts, getragene Refrains, kleine Zwischenspiele unter drei Minuten und seltsame Melodieführungen. Und irgendwie schafft man damit einen recht eigenen Progressive-Stil, der insbesondere durch besagte Saxophone und die rhythmischen Percussionselemente entsteht, zu denen man je nach Part auch die Synths und im Endeffekt den Rest der Band zählen kann.
Einzelne Ausschläge nach ganz oben finden sich dabei vor allem mit „Soar“, das man schlicht gehört haben muss, und den beiden „Titeltracks“ „Unilluminate“ und „Illuminate“. Auch die kurzen Tracks zwischen einer und drei Minuten sind eigen und passen vollkommen in den Zusammenhang des Abums. Bei ein paar der anderen „langen“ Songs erreicht man nicht das Maß an angenehmer Unkonventionalität sondern klingt eben etwas – normaler. Da lässt die Platte dann ein bisschen nach, beispielsweise beim finalen „Waterdrops“, das sich nicht traut, die volle Schönheit der geschriebenen Melodie zu entfalten, und sie stattdessen mit dissonanten Gitarren unterlegt.

Fazit:
Faszinierendes Werk, das ODDLAND da geschaffen haben, und zweifelsohne – auf gute Weise – nicht so, wie die Standard-Prog-Metal-Bands. Und das sollte in diesem Genre alleine schon ein Grund zum Reinhören sein.

Anspieltipps:
„Soar“, „Unilluminate“ und „Illuminate“ – man kann die Platte aber auch gut von vorne nach hinten hören.

Jannis

KINDRED NORTH – Kindred North

Trackliste:

01. A Guiding Heart
02. Natural High
03. If this is Love
04. Learn to Love Again
05. A Billion Miles Away
06. Walk Through the Fire
07. Dance the Night Away
08. Runaway
09. Divine
10. Lose Control
11. It`s Hard To Say Goodbye

Spielzeit: 47:50 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.facebook.com/Kindrednorthofficial

 

Die neue Melodic Rock Band KINDRED NORTH ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zweier lebenslanger Freunde.
Der eine ist der schwedische Sänger und Gitarrist Andi Kravljaca (HYDRA, THAUROROD, SEVENTH WONDER), der andere ist der norwegische Multi Instrumentalist Andreas Nergard (NERGARD).
Das Ziel der Beiden? Ganz klar 80iger Melodic Rock in die Moderne transportieren mit dem klaren Fokus auf eingängige Melodien, dichten Harmonien und großen Refrains. Vergleiche könnte man ziehen zu Bands wie WINGER, DOKKEN oder EUROPE.
Benannt haben die beiden die Band übrigens nach ihrer Verbundenheit zueinander sowie den nordischen Wurzeln.
Produziert von den beiden höchstselbst möchte man mit dem selbst betitelten Debütalbum auf jeden Fall ordentlich Eindruck bei der Hörerschaft machen!

Schauen wir nun mal ob den beiden das gelingt und horchen daher direkt mal in den Albumopener „A Guiding Heart“ rein. Und was für ein Beginn ist das denn hier direkt? Majestätische Melodien erklingen, es ertönt der tolle melodische Gesang von Andi und die Nummer steigert sich immer weiter bis zum einem wahren Monsterchorus, der ziemlich viel wegbläst, was ich zuletzt in dem Genre gehört habe. Ein geiler Opener der sich direkt metertief in den Gehörgängen festsetzt und einer der absolute Überhits der Scheibe ist!
Und mit der Vorabsingle „Natural High“ geht die Hitserie direkt weiter. Schneller, nicht ganz so majestätisch aber 100% melodisch bahnt sich die Nummer ihren Weg durch die Boxen direkt in die Gehörgänge.
Mit ziemlich brachialen und rockigen Gitarrenriffs startet dann „If this is Love“ welches ziemlich modern daherkommt und einen satten Groove besitzt.
Im Mittelteil gibt es mit dem gefühlvollen „Learn to Love Again“, dem Melodickracher „A Bilion Miles Away“ sowie dem majestätischen und ebenfalls sehr melodischen „Walk Through the Fire“ weitere Hits zu entdecken.
Wahnsinn was die beiden hier an Songwriting Skills und Melodic an den Tag legen. Respekt!
Etwas moderner kommt dann „Dance the Night Away“ aus den Boxen bevor bei „Runaway“ nochmal ordentlich Punkte auf der Balladenseite gemacht werden.
Und auch im letzten Drittel bleibt die Hitdichte hoch, „Divine“ legt die Messlatte schön hoch welche das Groovemonster „Lose Control“ und das abschließende, gefühlvolle „It`s Hard to Say Goodbye“ aber gekonnt halten und teilweise sogar überspringen können.

Wenn man vorab alleine schon die Namen der Protagonisten hier liest, konnte man sich schon denken das bei der Kooperation hier nur Gutes herauskommen kann, und genauso ist es!
Schöner 80iger Melodic Rock, der immer wieder an die Jungs von EUROPE erinnert, aber auch viele moderne und zeitgemäße Elemente beinhaltet.
Dazu eine Hitdichte, die ihresgleichen sucht und Songs die toll geschrieben und produziert sind.
Ein geiles Debüt, wo vor allem die ersten Songs eine absolute Duftmarke in der Melodic Rock Landschaft hinterlassen sollten!
Absolut Kaufempfehlung und für mich jetzt schon eines der Hitalben des Melodic Rock Genres in diesem Jahr!

Julian

 

 

 

BURNING SUN – Power to Survive

Trackliste:

01. Quest Divine
02. Emalys`Hymn
03. Tale of Brothers
04. Light of the World
05. Over and Beyond
06. Come Home
07. Spirit Alive
08. Prayer
09. Holy Light
10. We Rise Again

 

Spielzeit: 38:47 min – Genre: Power Metal – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.facebook.com/burningsunpower

 

Aus Ungarn kommen die Power Metaller von BURNING SUN. 2022 von dem Bassisten Zoltan Papi gegründet und durch Sänger und Gitarrist Pancho Ireland (MERCLESS LAW) ergänzt machte man sich in der Underground Power Metal Szene schnell einen Namen.
Das Debütalbum „Wake of Ashes” erschien 2023 bei Stormspell Records und der Nachfolger „Retribution“ 2025 bei Metalizer Records.
2026 stießen Sänger und Gitarrist Nicolas Peter (TYRAN, INVICTUS) sowie Schlagzeuger Edmond Kulcsar (GIFT OF GRAVE) zur Band und Nicolas übernahm den Gesang von Pancho der sich nun ausschließlich der Gitarre widmete.
So verstärkt wirft man nun das dritte Album „Power to Survive“ auf den Markt welches mit Herbie Langhans (FIREWIND) sowie Alexandra Lioness (FROZEN CROWN) zwei gesangliche Gäste enthält.
Musikalisch geht es nach wie vor voll in Richtung 90iger Power Metal der Marke EDGUY, GAMMA RAY oder HAMMERFALL eingebettet in ein Konzept und Geschichte, die schon auf den Vorgängeralben begonnen wurde.

Als Opener fungiert die Vorabvideosingle „Quest Divine“ die mit ordentlich Dampf, Doublebass Drumming und schnellen Gitarrenriffs direkt loslegt.
Der neue Sänger Nicolas ist etwas tiefer als der vormalige Sänger Pancho unterwegs und bringt somit etwas mehr Charakteristika rein, ansonsten haben wir es mit einem relativ klassischen 90iger Power Metalsong zu tun der sehr ordentlich aus den Boxen kommt.
Beim nachfolgenden „Emalys`Hymn” gibt es mit dem guten Herbie Langhans einen gesanglichen Gast zu verzeichnen, ansonsten ist die Nummer eine gute Fortsetzung des Openers und schlägt somit in eine ähnliche Kerbe mit einem aber wesentlich epischeren Chorus.
„Tale of Brothers“ bietet auch wenig Neues zu den beiden vorherigen Songs, „Light of the World“ bricht dann mal etwas aus dem bisher gehörten aus, ist nicht mehr ganz so schnell wie zuvor unterwegs, spielt etwas mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und ist ansonsten einfach ein guter Power Metaltrack.
Bei „Over and Beyond“ gibt es mit FROZEN CROWN Sängerin Alexndra Lioness den zweiten gesanglichen Gast zu verzeichnen und gerade das gesangliche Duett und der Wechselgesang machen den Power Metal Track hier so interessant. Eine tolle Nummer mit zwei bestens harmonisierenden Stimmen.
Nach dem erneuten Standard Power Metalsong „Come Home“ gibt es bei „Spirit Alive“ einen tollen epischen Touch, der sich auch gleich zu einem absoluten Album Hit und Tipp mausert!
Im letzten Drittel haben wir mit „Prayer“ einen kurzen Zwischensong, mit „Holy Light“ eine gefühlvolle Ballade und mit dem abschließenden „We Rise Again“ wieder den klassischen 90iger Power Metal den wir hier schon häufig auf der Scheibe zu Gesicht bekommen haben.

Wie schon oft erwähnt, 90iger Power Metalfans kommen beim neuen Album der Jungs von BURNIN SUN auf jeden Fall voll auf ihre Kosten! Es klingt hier leider aber auch deswegen ziemlich vieles recht ähnlich und wirkliche Innovation kann man dann natürlich auch nicht erwarten.
Ein paar Farbtupfer gibt es allerdings, die sich auch direkt als waschechte Hits zeigen, ansonsten ist das Ganze hier einfach ein gut gemachtes Power Metalalbum mit denen knallharte Genrefans auf jeden Fall glücklich werden sollten!

Julian

SPEED STROKE – Damage Control

Trackliste:

01. Glorious Breakdown
02. Heart Of The City
03. Damage Control
04. State Of Shock
05. Italian Coglione
06. In Flames
07. Blessed By Misery
08. All For The Weak End
09. Walls
10. Chain Reaction

 

Spielzeit: 39:37 min. – Genre: Hardrock – Label: Scarlet Records – VÖ: 21.08.2026 – Page: www.speed-stroke.com

 

Die italienischen Chaoten von SPEED STROKE sind wieder da! Mit ihrem mittlerweile vierten Longplayer „Damage Control“, der satte sechs Jahre auf sich warten ließ. Die Abstände zwischen den Alben werden also immer länger, die Platten aber auch immer ambitionierter und mit dem neuen Dreher haben die Jungs um Sänger Giacomo Corzani ihr wohl bestes Werk am Start. Irgendwo zwischen Street Metal und Sleaze´n Glam gibt es zehn neue Songs auf die Lauscher. Inzwischen konnte man bei Scarlet Records unterkommen, was auch bedeutet dass jedes Album bei einem anderen Label erschien.

Wenn man im Beipackzettel davon spricht, dass diese Platte für Fans von H.E.A.T., BACKYARD BABIES, HARDCORE SUPERSTAR, CRASHDIET, W.A.S.P., D.A.D. oder SKID ROW sein soll, hat man damit den Nagel voll auf den Kopf getroffen. Manchmal sind die Vergleiche der Promotionagenturen ja etwas weit hergeholt, hier ist wirklich das Gegenteil der Fall – die Marschrichtung ist also glasklar, auch für Menschen die die Band vielleicht bisher nicht kannten.

Mit „Glorious Breakdown“ starten die Italiener äußerst schwungvoll und haben mit dem Opener gleich das erste hochenergetische Highlight parat. Etwas gediegener geht es bei „Heart Of The City“ zu. „Damage Control“ schlägt in die Kerbe des Eröffnungstracks und hat tatsächlich einige CRASHDIET-Gedächtnis-Chöre an Bord. Nach einem weiteren Volle-Pulle-Song („State Of Shock“) packen die Jungs ihren bekannten Humor aus: „Italian Coglione“ ist nicht nur ein Stück das musikalisch Laune macht sondern sorgt mit seinem Augenzwinkern im Text (Coglione heißt übersetzt Idiot) für Spaß. Bei „In Flames“ zeigen SPEED STROKE ihre melodische Seite und bei „Blessed By Misery“ nehmen sie sogar noch mehr Tempo raus. Eines der variabelsten Stücke der Band. „All For The Weak End“ glänzt mit großen Chören, passend zum Songtitel.

„Damage Control“ strotzt nur so vor Spielfreude, vor Energie und guten Songs. Das hat man alles schon mal gehört, den Spaß an diesem Album schmälert dieser Umstand aber absolut nicht. Wie eingangs erwähnt stehen SPEED STROKE hier mit ihrem bisher besten Album im Gepäck (auch was den Sound angeht), das sich Fans der oben erwähnten Kapellen gut und gerne reinziehen sollten.

Stefan