HELL BOULEVARD – Requiem

Trackliste:

01. Not Another Lovesong
02. She Just Wanna Dance
03. The Monster
04. Guillotine
05. Rollercoaster
06. I Got What I Want But I Lost What I Had
07. Messed Up
08. Weirdos
09. Branded
10. Don’t Fix A Broken Heart

 

Spielzeit: 41:03 min – Genre: Modern / Alternative Dark Rock – Label: NoCut – VÖ: 01.03.2024 – Page: www.facebook.com/hellboulevard

 

Vier Jahre nach Veröffentlichung des letzten Albums kommen HELL BOULEVARD mit Album #4 aus den Puschen. Mir war die Band bevor sie vor einiger Zeit in unserer Redaktionsliste auftauchte kein Begriff, allein der Umstand das als Genre Gothic Rock angegeben war ist daran schuld das ich mir die Band mal ansehe. Zur Besetzung der Schweizer gehören Matteo Fabbiani am Mikrofon, Von Marengo an den Gitarren, Raul Sanchez am Bass und Hangman an den Drums. In der Promoinfo werden HELL BOULEVARD in das Gothic Rock Lager gesteckt, dem stimme ich nicht so ganz zu, ich würde sie in die Dark Rock Ecke stecken, die mit Modern / Alternative und fast schon Industrial Ambitionen angereichert sind. Bei der Einteilung in eine Schublade wird es X-verschiedene Ansichten geben, auf alle Fälle ist der Sound im Dark oder Gothic vor dem Rock anzusiedeln.

Das Cover verbreitet eine düstere Stimmung und passt sehr gut zu dem Düster-Rock von HELL BOULEVARD, der auf der einen Seite mit traditionellen Dark Elementen für Aufsehen sorgen kann, dann vermischen die Jungs geschickt Einflüsse aus dem – Modern (10%), Alternative (20%), Industrial (20%), Symphonic (10%) Rock und bei der Keyboardarbeit kommt noch ein leichter Unterton in Richtung Wave – mit dem Grundsound. Der Dark Effekt bei der Umschreibung ist klar im Vorteil und der Übermacht. Der Sound liegt dabei irgendwo zwischen DEPECHE MODE, HUMAN LEAGUE, THE SISTERS OF MERCY, HIM, VLAD IN TEARS, härtere JEREMIAH KANE und sehr modernen Bands aus dem Modern / Industrial Lager. Es kommt einem so vor als wenn die Band nicht weiß welche Klientel sie jetzt bedienen möchte und versucht deshalb eine Spagat der zwar gelingt aber nicht voll zünden möchte.

Die Stimme von Matteo passt wie Arsch auf Deckel zur Mucke und erinnert mich von der Ausführung an VLAD IN TEARS, die Tonlage ist dabei ein wenig tiefer. Die Gitarren fahren volles Brett und donnern einem ein Riffgewitter nach dem anderen vor den Latz. Die Keyboards kommen mir meistens wie eine bedrohliche Szenenuntermalung eines Jason Voorhees, Michael Myers, Freddy Kruegers Horrorfilm in der Originalfassung. Der Bass ist nicht sofort erkennbar, da muss man genau hinhören um diesen bewusst zu vernehmen und lokalisieren. Die Drums sind zurückhaltend aber dabei auffällig in Szene gesetzt. Das Gesamtbild ist durchweg Positiv nur bin ich durch die Vielfalt des Genreübergreifenden Stilmixes ein wenig im Zwiespalt, auf der einen Seite ist es sehr gut umgesetzt, überzeugt und gefällt auch, auf der anderen Seite ist mir die Auslegung zu Modern und kann bei mir nicht wirklich Punkten. Trotz dieses Umstandes haben die Jungs ein sauberes und interessantes Album ein gezimmert das wahrscheinlich für die breite Masse uninteressant erscheinen könnte, obwohl sie musikalisch alles richtig gemacht habe. Ein Probelauf schadet niemandem. Das Album ist eine Achterbahn der Gefühle und Stimmungsschwankungen die mich an einen Splatter oder Zombie Streifen der 80er erinnert.

„Not Another Lovesong“ legt gleich mal sowas von dunkel und Unheil verheißungsvoll los das es einem kalt den Rücken runterläuft, „She Just Wanna Dance“ kommt mit einem Unterton von poppigen DEPECHE MODE und energischem Modern Rock. „The Monster“ hier treffen sich volles Modern / Industial gekloppe mit LORDI Vibes zur dunklen Messe, „Guillotine“ ein dramatisches High Speed Dingens das in keiner Schublade Platz findet. „Rollercoaster“ genau so intensive wie eine Achterbahnfahrt, „I Got What I Want But I Lost What I Had“ Klassik kollidiert mit dunkler Moderne und erzeugt einen gewaltigen Knall. „Messed Up“ hier trifft Gefühl auf alle beschriebenen Einflüsse und gibt den Superhit, „Weirdos“ mehr Dramatik geht nicht. „Branded“ geht sehr gut ins Ohr, „Don’t Fix A Broken Heart“ spielt den Tränenerzeuger.

Balle

JUNKYARD DRIVE – Look At Me Now

Trackliste:

01. Somewhere To Hide
02. Shoot From The Hip
03. Tearaway
04. Black Wolf
05. Beauty Fool
06. Blood Red Sky
07. Saw You Hanging There
08. The Tide Is High
09. Pipe Down
10. Afterglow

 

Spielzeit: 42:14 min – Genre: Asskickin’ Rock N Hard Roll – Label: Mighty Music – VÖ: 01.03.2024 – Page: www.facebook.com/junkyarddriveofficial

 

JUNKYARD DRIVE sind Back, dass mit einem lauten Überschallknall der mehrmals den Erdball umrundet und sich dabei selbst im luftleeren Raum des Alls bis zur Sonne ausbreitet. Wer diesen Knall nicht vernimmt ist selber Schuld und verpasst ein Highlight, denn was die Dänen auf den Hörer loslassen ist einfach nur Fucking Bad Asskickin‘ Rock N Hard Roll der besseren Sorte mit sehr viel Groove, Hooks und Dreck, sehr viel Dreck, Rotz und Versautheit kommt das High Energie Gebräu aus den Boxen gedonnert und bläst einem sämtliche Haupt- und Gesichtsbehaarung aus den Wurzeln. Mit diesem Album zaubern Mighty Music mit JUNKYARD DRIVE einen echten aus dem Ärmel, dieser echte sorgt für Alarm an der Front.

Zu den Rotzrockern gehören am Mikrofon Kris(tian Johansen), Oliver Hartmann und Kristoffer Kristensen an den Gitarren, Sjus am Bass und Claus (Munch) an der Schießbude. Vom Label empfohlen für Fans von THE HELLACOPTERS, RIVAL SONS und DANKO JONES, dies trifft nicht wirklich zu. Bei THE HELLACOPTERS und DANKO JONES gehe ich mit nur bei RIVAL SONS nicht. Ich würde sogar noch einige mehr dazu nehmen wie etwa die Aussie Rocker von AC DC, AIRBOURNE, AB CD, RHINO BUCKET, dass Debüt von ASPHALT BALLET, ASPHALT VALENTINE, BEAR BONE COMPANY, KICKIN VALENTINA und all die ganzen vorlauten halbstarken Rotzlöffel aus der letzten Bankreihe in der Schulklasse. Genau so lässt sich der Sound am besten um- und beschreiben. Mal mit mehr Blues oder weniger kommt eine Retrowelle nach der Anderen aus dem Äther und verbreitet bei Hörern wie mir gute Laune. Es handelt sich nicht um eine Kopie sondern eine Krawalltruppe die in derselben Liga wie die erwähnten spielen. Für eine Kopie, Coverband oder Klon sind die Dänen zu gut als das man sie so nennen könnte.

Kris bewegt sich von der Stimme bei einem jungen Jimmy Barnes, Ron Keel in den Mitten und Tiefen aber auch JOE BONAMASSA, wenn er hochgeht ein klein wenig bei Alexander Strandell oder JAMES BLUNT und bei allem mit sehr viel Dreck von Gary Jeffries, einfach die Idealbesetzung für den Job am Mikrofon. Die Gitarren sind, ja wie schreibt man das am besten wenn die voll in die Fresse gehen und ohne Umwege und Ansage alles bügeln was im Weg steht, ich denke mal genauso. Der Bass haut rein und die Drums zerschmettern alles, angefangen bei Klöten und hören beim Wasserstand der Ozeane nicht auf. So intensiv ist der Sound, die Produktion ist so trocken wie der Wüstensand in der Sahara und klingt fast nach Retro Röhrenamps. So haben JUNKYARD DRIVE ein Album am Start das für Rocker aller Art geeignet sein sollte, auf einem Biker Treffen als Stimmungskanone geradezu prädestiniert zu sein scheint. In den 80ern wäre die Mehrzahl der Songs auf diesem Album neben AC DC, BON JOVI, DEF LEPPARD, DIO etc. in den Discos und Partys auf und ab gespielt worden. Ich glaube ich sollte mir die Vorgänger auch nochmal bei voller Lautstärke reinpfeifen, macht die Birne frei. Einen Wermutstropfen finde ich die Party ist leider nach ausreichenden aber dennoch zu kurzen 42 Minuten zu ende.

„Somewhere To Hide“ verpasst einem gleich am Anfang eine dermaßene Stereowatschn das man nicht weiß soll der Kopf nach links oder rechts kippen, „Shoot From The Hip“ verwüstet alles was vor die Lautsprecher hüpft und ist bestes Disco sowie Radiofutter. „Tearaway“ flott, hart, flottärter JUNKYARD DRIVE, „Black Wolf“ hier wird Dampf aus der Nummer genommen um durchatmen zu können. „Beauty Fool“ fängt schräg an und geht dann voll ab wie eine Chili im Hintern, „Blood Red Sky“ ein attraktiver brachial Rocker mit viel Blues in der Unternote. „Saw You Hanging There“ hätte nicht nur stimmlich von JOE BONAMASSA sein können, „The Tide Is High“ gibt wieder den Bulldozer Song, unter Volldampf geht es über alles was nicht aus dem Weg geht. „Pipe Down“ geht wieder als Highlight durch, besser geht es nicht, „Afterglow“ geht an die Kuschelfraktionen dieser Welt.

Balle

TALENTSCHMIEDE: Norgaahl

Band:
Norgaahl

Gegründet:
2016

Herkunft:
München

Mitglieder:
Michael Langner – Vocals
Fabian Schneider – Gitarre
Max Gottinger – Gitarre
Bas Beer – Bass
Anton Fingerhut – Drums

Stil:
Harter, teils melodischer Metal mit gutturalem Gesang, in Richtung The Black Dahlia Murder, Revocation oder Decapitated – inklusive technischem Gitarrenspiel und rasantem Double-Bass-Drumming! Vor diesem Hintergrund erzählen wir bayerische Raunachtsgeschichten, basierend auf alten Sagen und Erzählungen.

Veröffentlichungen:
A Clear View (EP, 2018)
Consumed (Single, 2019)
Bloodstone (Single, 2020)
Mighty Men Flu (Single, 2020)
Worm at Heart (Single, 2020)
5th Dimension (Single, 2023)
Kraxelmann (EP, 2024)

Einflüsse:
Am Anfang waren die größten Einflüsse technisch ausgerichtete Death-Metal-Bands mit einem melodischen Einschlag – Groove und Melodie sind uns sehr wichtig bei den Kompositionen. Da fallen uns spontan The Black Dahlia Murder und Revocation ein. Aber auch das ganze Metal-Spektrum von Pantera bis Death spielen sicher eine Rolle. Wir wollen aber kein Schubladendenken und lassen gerne auch Black Metal (Emperor, Immortal) oder Thrash Metal (Kreator, Slayer) mit in das Gebräu. Mit unserer aktuellen EP „Kraxelmann“ haben wir einen neuen Weg eingeschlagen: Die Faszination der alten bayrische Sagenwelt, mit ihren Großteils blutrünstigen und knochenerschütternd schaurigen Geschichten, hat uns in ihren Bann gezogen. Seitdem handeln unsere Songs von düsteren und gruseligen Interpretationen alter bayerischer Sagen, Märchen und Raunachterzählungen.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Die dunklen Geschichten passen ja super zu Metal – wir wollen sie mit unserer Musik wieder bekannt machen. Diese einzigartige Atmosphäre in moderne Musik zu verpacken sehen wir als eine Art Wiederbelebung totgeglaubten Brauchtums. Dabei wollen wir regelmäßig neues Material herausbringen, viel live spielen und möglichst viele Leute erreichen.

Was als nächstes kommt:
Unsere EP „Kraxelmann“ ist gerade herausgekommen und wir wollen die Songs möglichst viel live darbieten. Gleichzeitig schreiben wir bereits an neuem Material, mit dem Ziel, in ca. zwei Jahren ein komplettes Album zu veröffentlichen.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Das war sicher unser Auftritt beim Bavarian Battle Open Air 2022, als Vorband von Midnight, Naglfar und Unleashed!

Unser peinlichster Moment:
Allzu schlimm war es bis her noch nicht – kommt vielleicht noch…

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Im Metal-Himmel gemeinsam mit Trevor Strnad (The Black Dahlia Murder), Dimebag Darrell (Pantera) und Cliff Burton (Metallica), weil sie alle viel zu früh von uns gegangen sind und wir diese Gelegenheit wohl im realen Leben nie haben werden.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen: ‚
Gerne mit derben, wilden Gesellen wie Rotting Christ, Frozen Soul, gar Deicide; aber auch melodischere Kollegen wie In Flames oder Trivium wären natürlich fantastisch!

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Wir können uns kreativ ausleben, erschaffen etwas zusammen, teilen unsere Leidenschaft und lassen dabei ordentlich die Sau raus.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Man möchte natürlich sein mit Herzblut geschaffenes Werk mit der Welt teilen. Bei so vielen guten Bands ist es allerdings oft schwer, aus dem Grundrauschen heraus Aufmerksamkeit zu bekommen.

Online:
web:  www.norgaahl.de
Facebook: www.facebook.com/norgaahl
Instagram: www.instagram.com/norgaahl.official

Musik:
Spotify: www.open.spotify.com/intl-de/artist/0Z46gbiQ5LoKXBGmGi1xim?si=izWxBcKgSXuNARAPtMA_1Q
Youtube: www.youtube.com/channel/UCDtbtE_oNb6GRGmmgAOX1ag

Live-Dates:
Feierwerk München, Bloodshed & Beer 2, 2.5.2024 zusammen mit Asmoday, Entera und Knaat

 

THORNBRIDGE – Daydream Illusion

Trackliste:

01. Come On In!
02. Daydream Illusion
03. Kingdom Of Starlight
04. I Am The Storm
05. Sacrifice
06. Island Of My Memories
07. Send Me A Light
08. Bird Of Salvation
09. Final War
10. My Last Desire
11. Lost On The Dark Side

Spielzeit: 47:43 min – Genre: Power Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 22.03.2024 – Page: www.facebook.com/thornbridgeband

 

Neues aus Deutschland, diesmal mit THORNBRIDGE! Und es gibt Power Metal der fetten Sorte. „Daydream Illusion“ heißt das dritte Werk der 2008 gegründeten Band, und während man das Album noch als Duo erschuf, ist man inzwischen mit Thomas „Tomi“ Göttlich (Ex-GRAVE DIGGER) und Vincent Bechtold wieder eine vollständige Band.
Also. Elf Songs, davon einer ein Intro und einer eine Ballade, eine Dreiviertelstunde Spieldauer, schickes Artwork, soweit alles bestens.
Der Sound ist fett, knallend, hervorragend. Das sollte beim Blick auf den Credit für Mixing und Mastering niemanden wundern, das hat schließlich der gute Seeb von ORDEN OGAN übernommen, und der hat das Power-Metal-Produktions-Game komplett durchgespielt. Gebt uns noch fünf Jahre, und jede Power-Metal-Band wird ihrer Mixing/Mastering-KI „Lass das Ding einfach klingen, als hätte Seeb das produziert“ sagen.
Apropos ORDEN OGAN. Es ist immer ein bisschen schwach, eine Rezension eines Albums zu großen Teilen darauf aufzubauen, dass es schwer nach einer anderen Band klingt. Aber machen wir uns nichts vor. Wer ORDEN mag, wird „Daydream Illusion“ mögen, und wer sie nicht mag, wird auch der Platte nicht viel abgewinnen können. Von den charakteristischen breiten Chören über die leicht piratigen Untertöne, die ab und an mal durchkommen, bis hin zu den Trademark-Melodieführungen kann kein Zweifel daran bestehen, dass THORNBRIDGE ORDEN OGAN kennen und lieben, und wenn dann noch der Soundmann von ORDEN den Sound übernimmt, dann ist das Paket perfekt.
Werfe ich „Daydream Illusion“ damit nun mangelnde Eigenständigkeit vor? Nun, nicht wirklich. ORDEN OGAN haben sich im Power Metal wiederum dank verschiedener Einflüsse wie RUNNING WILD einen eigenen Substil erschaffen, den aber nicht wirklich viele andere Bands spielen, während auf der anderen Seite, überspitzt gesagt, jede zweite Band wie HELLOWEEN, STRATOVARIUS oder RHAPSODY klingt. Warum sollte also nicht auch dieser Substil mal was häufiger bedient werden, vor allem, wenn es so gut gemacht wird, wie von THORNBRIDGE? Da sind diverse Melodien auf Hitniveau, ein Top-Zusammenspiel, unterhaltsame Mittelteile, Feierlichkeit aber auch einige aggressivere Töne, schön umgesetztes Sounddesign, eine starke Gesangsleistung, Liebe zum Detail – kurz: Da steckt ein Haufen Substanz dahinter, kein schlichtes Kopieren.
Und wer dann noch „Klingt wie“ zu einem Kritikpunkt machen will, bitteschön. Ich hätte nichts dagegen, mehr Bands zu finden, die kompetent Musik machen, die mich stark an andere Bands erinnert, die ich gerne mag. Nur kompetent muss es eben sein. Und das ist es im Fall von „Daydream Illusion“ absolut.

Fazit:
Ihr wisst inzwischen, ob Euch „Daydream Illusion“ gefallen wird. Und wenn Ihr unter die Zielgruppe fallt, dann werdet Ihr mit der neuen THORNBRIDGE womöglich absurd viel Spaß haben!

Anspieltipps:
„Daydream Illusion“, „Sacrifice“, „Island Of My Memories“ und „My Last Desire“

Jannis

GRENZENLOS – 10 Jahre Antixtrem

Trackliste CD 1:

01. AntiXtrem
02. Grüße gehen raus
03. Libertas
04. ich gebe nicht auf
05. 1000 Gründe für ein Ja
06. Allgäuer Jungs
07. Geteilt, vereint
08. 20zehn
09. Totaler Amoklauf
10. Contenance
11. Alles wird gut
12. Deutschrock stirbt nie

Trackliste CD 2:

01. 10 Jahre
02. Letzte Generation
03. Stärker als mein Weg
04. Wenn das Licht einmal ausgeht
05. Intro (Live in Hannover)
06. Wir stehen hier (Live in Hannover)
07. Keine Einigkeit um Recht & Freiheit (Live in Hannover)
08. AntiXtrem (Live in Hannover)
09. Ihr habt uns unterschätzt (Live in Hannover)
10. Melancholie (Live in Hannover)
11. Handwerk (Live in Hannover)
12. Wir (Live in Hannover)
13. Deutschrock stirbt nie (Live in Hannover)
14. Oh, wie ist das schön (Live in Hannover)

Spielzeit: 121:02 min – Genre: Deutsch Rock – Label: RebelHeart Records – VÖ: 01.03.2024 – Page: www.facebook.com/GrenzenLos.Rock

 

Im Sommer letztes Jahr hatte ich die Ehre das Album „AntiXtrem“ von GRENZENLOS zu reviewen. Ich leitete damals mit fogenden Worten ein: „Wer nicht auf BÖHSE ONKELZ, DIMPLE MINDS, KNEIBENTERRORISTEN und Co kann sollte diese Rezi überspringen und zur nächsten wechseln. Zur Band gehören laut Wikipedia Martin Kaun Gesang und Gitarre, Marco Oppeld an Gitarre, Martin Thannheimer an Bass und Johannes Oswald am Schlagzeug“. Die Rezi gibt es unter diesem Link zum Nachlesen.

Genau das trifft natürlich auf diesen Re-Release zu, der zum 10-jährigen Bandjubiläum als Doppelpack unter dem Titel „10 Jahre AntiXtrem“ nochmals veröffentlicht wurde. Über Sinn oder Unsinn ein Jahr nach offiziellem Release ein Album nochmal als Doppel-CD zu veröffentlichen ist Ansichtssache, denn enthalten sind das Album „AntiXtrem“ plus eine Bonus CD bestehend aus vier neuen und 10 Songs die Live in Hannover aufgezeichnet wurden. Es wird bestimmt viele kritische Stimmen geben die unter dem Banner „10 Jahre AntiXtrem“ Geldmacherei und Abzocke vermuten, ob dem so ist kann und will ich weder zustimmen noch verneinen, dass soll jeder für sich selber entscheiden, ich für meinen Teil werde kein Statement zu diesem Thema abgeben.

„AntiXtrem“ konnte bei mir letztes Jahr gewaltige 9,5 Punkte einfahren, dies wird sich auch für diesen Doppelpack nicht ändern. An der Qualität des Albums hat sich nicht wirklich etwas geändert, vielmehr gibt es einen Liveeindruck und als Zuckerl noch vier sehr gute neue Songs zu hören. Die vier neuen Dinger machen da weiter wo „AntiXtrem“ endete und hätten auch auf dem Album eine sehr gute Figur abgegeben.

GRENZENLOS stehen für Deutsch Rock der mit Schmackes und voll in die Fresse aus den Boxen kommt, teils deftigen und ungeschönten Texten und geht somit voll in die ONKELZ, DIMPLE MINDS, DIE ÄRZTE, DIE TOTEN HOSEN, den Tresenbesetzern von KNEIBENTERRORISTEN und wie sie sich alle nennen Ecke. So einfach es sich liest, so einfach ist es auch, Deutsch Rock mit Wumms und Texten die eine Aussage besitzen, für das stehen GRENZENLOS und werden hoffentlich auch so lange es GRENZENLOS gibt immer dafür stehen. Die Live Songs klingen sehr gut, sind ebenso gemischt worden und zeigen ein Bild der Band die ihre Energie von Konserve Live auf die Bühnen bringen kann. Die Bonus Songs sind ideal gewählt, passen perfekt in das Bandsortiment und zum Studiorelease.

Balle

FATAL FIRE – Arson

Trackliste:

01. Destruction
02. Ashes Remain
03. Dawn of Fate
04. Crossroads
05. Sea of Damnation
06. Meteorites
07. Kingslayer
08. Ardent Wave

 

 

Spielzeit: 38:48 min – Genre: Power Metal – Label: MDD Records – VÖ: 28.03.2024 – Page: www.facebook.com/fatalfiremetal

 

Auf die junge Newcomerband FATAL FIRE bin ich vor allem aufmerksam geworden, weil die Frontfrau Svenja vorher bei BÖLLVERK aktiv war und mir dort schon echt gut gefallen hat.
Die Gründung der Band geht allerdings schon auf das Jahr 2020 zurück und während der Corona Pandemie nutzte man die Zeit und beschäftigte sich fleißig mit dem Songwriting, bevor man 2022/23 gute 20 Konzerte geben konnte.
Geboten wird uns auf dem Debütalbum „Arson“ female fronted Power Metal der mit einigen Speed Metalanleihen daher kommt und von Markus Teske ordentlich produziert wurde!
So mischungsmäßig würde ich mal DRAGONFORCE oder GAMMA RAY als Referenzen angeben.

Als Opener erklingt zuerst „Destruction“ ein Midtempo Power Metaller der das Ganze sehr ordentlich zu Beginn macht. Sängerin Svenja ist wie bei BÖLLVERK auch eine absolute Bank der die Mucke wie auf dem Leib geschnitten ist.
„Ashes Remain“ bietet dann eine tolle Schnittmenge aus Power, etwas Speed und Epic Metal. Letzteres ist beim Chorus sehr präsent. Auch ein tolles Stück welches die Vorlieben der jungen Band bestens widerspiegelt.
Das anschließende „Dawn of Fate“ schlägt dann in eine ganz ähnliche Kerbe und weiß somit auch direkt zu gefallen.
Im Mittelteil haben wir dann „Crossroads“ welches nicht sofort so extrem aufs Gaspedal drückt und eher im Midetempobereich unterwegs ist. „Sea of Damnation” hat dann wieder etwas mehr Speed, im Chorus geht es wieder schön melodisch zu und auch ansonsten macht man hier viel richtig.
Bei “nur” 8 Songs sind wir jetzt schon fast am Ende angelangt, zuvor können wir aber mit “Kingslayer” einen der bestens Songs des Albums bestaunen. Kein Wunder, das dieser die Vorabsingle geworden ist, stimmt hier doch die Mischung aus Heavyness, Melodic und Eingängigkeit zu 100 %. Ein starkes Teil zum Ende der Scheibe!

Female fronted Metal mag ich, junge Power Metal Newcomer aus Deutschland sowieso. Daher war es für mich klar, das Debüt von FATAL FIRE muss ich mir näher anschauen!
Und ich wurde nicht enttäuscht, klar man merkt das ist noch das Debüt, aber für eine erste Duftmarke ist das Ganze schon recht ordentlich, auch wenn nicht alle Songs komplett durch zünden.
Mit solchem Nachwuchs muss es uns um Metaldeutschland in der Zukunft nicht bange werden!

Julian

 

IVORY TOWER – Heavy Rain

Trackliste:

01. Black Rain
02. Holy War
03. Never
04. The Destination
05. 60 Seconds
06. Heavy Ride
07. Recover
08. Monster
09. Voices
10. The Tear

 

Spielzeit: 58:16 min – Genre: Power Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 29.03.2024 – Page: www.ivorytower.de

 

Nach ihrem Comebackalbum „Stronger“ von 2019 ist es wieder etwas ruhiger um die Jungs von IVORY TOWER geworden. Fast 5 Jahre später gibt es aber wieder neuen Stoff von den Jungs in Form des neuen Albums „Heavy Rain“.
Nach wie vor ist man bei Massacre Records unter Vertrag, das passt auf jeden Fall gut zusammen würde ich sagen.
Was ebenfalls gleichgeblieben ist, ist die Mucke, die sich im Progressive angehauchten Power Metal bewegt.
Eine Änderung gibt es im Vergleich zum Vorgängeralbum, der damals neue Sänger Dirk Meyer ist leider nicht mehr mit an Bord, aber man hat für stimmgewaltigen und bekannten Ersatz gesorgt, Lord Francis Soto (WICKED SENSATION, INFINITYS CALL und DIVISION OF MADNESS) schwingt nun das Mikro.

Gespannt starten wir dann mal den Opener „Black Rain“ der ruhig beginnt und eröffnet wird. Mit der Ruhe ist es aber schnell vorbei, übernehmen doch satte Riffs und Drums ziemlich schnell das Ruder!
Sänger Francis ist bestens bei Stimme und wird aufgrund seines rauen Organs sofort erkannt. Ein sehr ordentlicher Beginn.
Brachial geht es dann direkt mit „Holy War“ weiter. Man merkt auf jeden Fall, dass die Jungs den eingeschlagenen Weg vom letzten Diskus hin zu mehr Power Metal, etwas weg vom Prog, knallhart weiterverfolgen.
Ordentlich Keyboardunterstützung gibt es bei „The Destination“. Hier ist man auch schön melodisch unterwegs und kann direkt begeistern.
Mit „60 Seconds“ und „Heavy Ride” ist der weitere Mittelteil ebenfalls sehr ordentlich bestückt.
Die Jungs nehmen sich auf jeden Fall keine Verschnaufpause, sondern powern durch als gebe es keinen Morgen mehr!
Richtig schlechte Songs sucht man anschließend auch weiterhin vergeblich, allerdings muss man sagen ist es auch schwierig in der geschlossenen, starken Einheit echte Überhits auszumachen. Zusätzlich tönt doch einiges ziemlich ähnlich, einfach eben Volldampf nach vorne.
Aber das ist jetzt etwas meckern auf hohen Niveau! Bei „Monster“ und „Voices“ kann man auf jeden Fall wunderbar die Rübe kreisen lassen und die Songs wissen zu gefallen.

Knapp 1 Stunden gibt es auf dem neuen IVORY TOWER Album mächtig eins auf die Rübe!
Die Jungs sind nach wie vor recht brachial unterwegs und beschreiten den eingeschlagenen Weg vom letzten Album somit weiter.
Francis als neuer Sänger fügt sich wunderbar ein und auch ansonsten gibt es für den geneigten Band und Genrefan nicht viel zu meckern.
Einzig es fehlt irgendwie an dem ein oder anderen mächtigen Überhit, aber es gibt glaube ich echt schlimmeres, woran eine neue Scheibe kranken kann!

Julian

 

 

THE NEPTUNE POWER FEDERATION – Goodnigt My Children

Trackliste:

01. Let Us Begin
02. Lock & Key
03. Twas A Lie
04. Woe Be Father’s Troubled Mind
05. Betrothed To The Serpent
06. Evermore
07. Hariette Mae
08. Goodnight My Children

 

 

Spielzeit: 34:52 min – Genre: Rock der auf mehreren Hochzeiten tanzt – Label: Cruz Del Sur Musik – VÖ: 08.03.2024 – Page: www.facebook.com/theneptunepowerfederation

 

Ich kannte THE NEPTUNE POWER FEDERATION, was für ein Name für eine Rockband, vor diesem Album nicht, es stand als Genre Rock in der Redaktionsliste, normal kann man bei Rock im Regelfall nicht viel verkehrt machen. Aber ab und an trägt man sich aus reiner Neugier für ein Album ein, im besten Fall ist man so wie ich in 90% der Fälle positiv überrascht, oder es geht schief und in die voll gekackte Windel weil man sich einen Satansbraten eingefangen hat. Bei der fünften Veröffentlichung von THE NEPTUNE POWER FEDERATION dem Album „Goodnight My Children“ war ich bei Hördurchgang eins bei der Möglichkeit der voll gekackten Windel und hatte schon keinen Bock darauf eine Rezi zu verfassen. Aber ich habe das anfängliche Urteil über Board geworfen und gab den Australiern noch mal ein paar Spins und Chancen, dieses Unterfangen hat doch den ersten Eindruck auf einmal ins Gegenteil umgewandelt.

Als erstes Fällt die kräftige und markante Stimme von Frontfrau Screaming Loz Sutch auf die einen verdammt geilen Job macht und für beeindruckende Akzente sorgen kann. Noch zu dem liebevollen Haufen Oberchaoten gehören Search and DesTroy und Inverted CruciFox an den Gitarren, Jaytanic Ritual am Bass und River Sticks an den Drums. Boah eh was für Künstlernamen, entweder äußerst kreativ oder total bescheuert aber was solls der Inhalt zählt. Neben Loz fällt auch die ordentlich nach Retro klingende Produktion auf die mich irgendwie in die Zeit der Röhrenverstärker versetzt, in manchen Momenten meine ich das Rauschen der Röhrenverstärker hören zu können. So hat die Band schon mal zwei fette Pluspunkte, ein weiterer kommt mit dem Genre dazu. Die Band bewegt sich in einer sehr attraktiven Mischwelt aus Classic Rock, Light Psyschedelic Rock, Rock N Roll und eingängigem Mainstream Rock. Es geht in etwa die Richtung ein bisschen QUEEN hier, The DOORS und T-REX dort, auf der anderen Seite ein wenig alte HEART mit THE DARKNESS Genen, mit einem dezenten Einfluss (wenn die Gitarren mal sehr tief und brachial daherkommen) des Psychedelic Rocks der End 60er Jahre aus England. Ich ziehe hier mal den Vergleich der schwedischen Band GHOST die sich nicht in eine Schublade stecken lassen, so sieht es ebenfalls mit THE NEPTUNE POWER FEDERATION aus. Die Band bewegt sich irgendwo im Genregrenzen überschreitenden Niemandsland das sich trotz eines gewissen Chaoses verdammt gut anhört.

Einen Negativpunkt findet man auf dem Album auf den ersten Blick, nur acht Songs mit einer Spielzeit von knapp unter 35 Minuten ist nicht mehr zeitgemäß. Ansonsten eine vernünftige Vorstellung, mit diesen Songs im Gepäck und den sagen wir mal äußerst komischen Künstlernamen könnten THE NEPTUNE POWER FEDERATION Live eine Bank sein und nicht nur für einige Oha Effekte sorgen sondern auch für ein Chaos im Quadrat.

„Let Us Begin“ ein flotter Rock N Roller, „Lock & Key“ spielt mit AC DC Vibes in einer anderen Liga. „Twas A Lie“ markiert den Superhit mit THE DARKNESS Feeling, „Woe Be Father’s Troubled Mind“ der Anfang ist langweilig und zu Lang um nach ca. 1:30 Minuten zu einem Highlight heranzureifen. „Betrothed To The Serpent“ hier treffen AC DC auf THE DARKNESS mit Rock N Roll Riffing, „Evermore“ ein schräger Rocker der gerade daruch diese Schrägheit an Attraktivität gewinnt. „Hariette Mae“ ein cooler Rocker mit geilen Bassläufen, „Goodnight My Children“ hier kommt der Psychedelic Einfluss voll zum Tragen, liegt irgendwo bei einer Ballade.

Balle

CRUZH – The Jungle Revolution

Trackliste:

01. The Jungle Revolution
02. Angel Dust
03. FL89
04. Killing In The Name Of Love
05. SkullCruzher
06. At The Radio Station
07. Split Personality
08. Sold Your Soul
09. From Above
10. Winner
11. Gimme Anarchy

Spielzeit: 41:18 min – Genre: Melodic Rock – Label: Frontiers Records – VÖ: 22.03.2024 – Page: www.facebook.com/cruzhofficial

 

Der Schweden-Fünfer CRUZH scheint es mit dem Urwald zu haben. Nach ihrem zweiten Album „Tropical Thunder“ (2021) nennen sie ihr neues Werk „The Jungle Revolution“. Leichte Reminiszenzen an die kürzlich zu Grabe getragenen RECKLESS LOVE sind nicht nur thematisch vorhanden. Auch musikalisch eifern CRUZH den finnischen Kollegen nach, allerdings ohne die vielen Synth-Elemente der Spätwerke von RECKLESS LOVE. CRUZH orientieren sich eher an den frühen Jahren, ohne aber eine Kopie zu sein. Dabei begann die Karriere offiziell 2016 mit ihrem Debüt – bereits bei Frontiers Records – recht zaghaft und eher dem klassischen Melodic-Rock zugewandt. Für „Tropical Thunder“ wurde zumindest der Sound kerniger.

Auf „The Jungle Revolution“ gehen die Schweden einen Schritt weiter und klingen nicht nur frischer sondern auch erwachsener – und variabler als bisher. Das beweist das Einstiegs-Trio am besten: mit dem Titeltrack starten CRUZH auf sicheren Schienen und wie eben erwähnt sehr nahe zu RECKLESS LOVE. Das energetische „Angel Dust“ indes ist komplettes Neuland für diese Band. Ein amtlicher Hardrocker, der voll nach vorne geht. Der Videoclip dazu ist – wie es aktuell wieder groß in Mode ist – voll von Erinnerungen an die Achtziger. Das folgende „FL89“ (Feels Like 1989) ist dann auch die passende Musik dazu, der Song trieft nur so vor Achtziger-Flair. Bisher legen die Schweden ihr mit Abstand ambitioniertestes Werk vor.

Auch im weiteren Verlauf können CRUZH coolen Melodic Rock liefern. Allerdings läuft der Rest der Platte nicht mehr so schnell und locker in die Gehörgänge wie die ersten drei Stücke. Dennoch können die Jungs fast über die gesamte Spielzeit überzeugen. Allen voran die oben erwähnten Songs und „Killing In The Name Of Love“ oder das modern angehauchte „Split Personality“ punkten. Natürlich hat man auch eine Ballade an Bord („From Above“) und „At The Radio Station“ lässt ein weiteres Mal die guten alten Zeiten aufleben.

CRUZH können mit ihrem dritten Album „The Jungle Revolution“ überzeugen. Dabei hatte ich persönlich ein paar Anfangsschwierigkeiten – das muss ich zugeben. Aber die Schweden haben hier elf Songs geschaffen, die teilweise einfach länger brauchen um zu zünden. Aber dann läuft das gesamte Album gut rein. Vielleicht war die Erwartungshaltung auch eine andere – CRUZH haben alles richtig gemacht, besonders am Anfang mit den drei wirklich außergewöhnlich guten Stücken. Well done!

Stefan

HOLLER – Reborn

Trackliste:

01. Do You Believe
02. I Don´t Want
03. Music Is The One
04. Into Me Forever
05. Those Eyes
06. Falling Apart
07. Wrong Words
08. Don´t Walk Away
09. Invisible Man
10. How Long
11. Without You
12. Within Me
13. Yulia

Spielzeit: 58:05 min – Genre: Melodic Rock, AOR – Label: Scarlet Records – VÖ: 22.03.2024 – Page: www.facebook.com/profile.php?id=61553825592623

 

Italienischer Metal ist ja nicht selten Geschmackssache, weil total überladen und für unsere Ohren nicht so bekömmlich. Ganz anders sicher bei den Proggern ELDRITCH, die seit den frühen Neunzigern schon einige gutklassige Alben hervorbrachten ohne jemals in die erste Garde durchzustoßen. Im Jahr 2021 kam der Split der Band mit Mitbegründer und Sänger Terence Holler, der jetzt unter seinem Nachnahmen ein AOR Projekt auf die Beine gestellt hat. Der gebürtige US-Amerikaner geht also solo einen komplett anderen Weg – nicht ganz ungewöhnlich und doch bemerkenswert. Für den Plattendeal haben sich die alten Weggefährten von Scarlet Records nicht lumpen lassen.

Das Albumcover suggeriert die puren achtziger Jahre, täuscht aber etwas über die technische, oft nicht einfach zugängliche Musik von HOLLER hinweg. Klar, in erster Linie ist „Reborn“ in weiten Teilen purer (High-Tech) AOR mit all seinen Facetten. Zu oft fehlt den Songs aber ein gewisser Zugang für den Hörer.

Das ist am Anfang von „Reborn“ noch nicht so offensichtlich, denn „Do You Believe“ ist ein durchaus gelungener AOR Song. Das folgende „I Don´t Want“ ist sicher der beste Track dieser Scheibe – wirklich Klasse! Da wird jeder Fan von TOTO, JOURNEY und Kollegen mit der Zunge schnalzen. Aber was ist dann passiert? Das elektronische Anfangsgeplänkel von „Music Is The One“ klingt wie ein verkappter Blümchen-“Hit“ (das ist zum Glück nach einigen Sekunden überstanden), der Song klingt gehetzt und hat nichts von allem bisher gehörten. „Into Me Forever“ ist eine nette Nummer, die aber völlig belanglos dahinplätschert. Im weiteren Verlauf gibt es leider nahezu nichts mehr, was erwähnenswert wäre, außer vielleicht der Ausflug in den Funk der späten Siebziger bei „Falling Apart“.

Wäre „Reborn“ eine EP, könnte man sicherlich noch mindestens einen Punkt oben drauf packen. Aber so überwiegt dann doch die Langeweile – und das hat nichts mit der soften Ausrichtung des Materials zu tun. Zu viele elektronische Elemente, die meist absolut unpassend sind, kommen oben drauf, aber das ist nur eine Randnotiz. Die Stimme von Terence Holler ist selbstredend über alle Zweifel erhaben und auch die musikalische Umsetzung ist gut. Es krankt einfach an zu wenigen zwingenden Stücken auf „Reborn“ – sehr schade.

Stefan