EDENBRIDGE – Set the Dark on Fire

Trackliste:

01. The Ghostship Diaries
02. Cosmic Embrace
03. Where the Wild things are
04. Tears of the Prophets
05. Our Place among the Stars
06. Set the Dark on Fire
07. Bonded by the Light
08. Divine Dawn Reveal
09. Lighthouse
10. Spark of the Everflame – Let Time Begin
11. Spark of the Everflame – The Winding Road to Evermore
12. Spark of the Everflame – Per Aspera Ad Astra
13. Spark of the Everflame – Where it Ends, Is Where it Starts

Spielzeit: 53:37 min – Genre: Symphonic Metal – Label: Steamhammer – VÖ: 16.01.2026 – Page: www.edenbridge.org

 

Mit ihrem 12. Studioalbum „Set the Dark on Fire” kehren die österreichischen Symphonic Metaller von EDENBRIDGE zurück zu ihrem alten Label Steamhammer/SPV.
Die neue Platte soll die härteste der Bandgeschichte sein. Das waren aber auch schon die einzigen Neuerungen bei der Truppe. Die Band ist nach wie vor personell sehr stabil, wird nach wie vor von Mastermind Lanvall und Sängerin Sabine Edelsbacher angeführt und zockt nach wie vor Symphonic Metal der klassischen Sorte.
Wie zuletzt wurde das neue Album auch wieder von Karl Groom (THRESHOLD) gemastert.
Es gibt auch wieder einen mehrteiligen Abschlusssong und nach dem bärenstarken letzten Album „Shangri-La“ sind meine Erwartungen für das neue Album echt hoch!

Daher starten wir jetzt mal direkt mit dem Albumopener „The Ghostship Diaries“. Ein flotter Opener der direkt den typischen, wenn auch leicht härteren EDENBRIDGE Sound beinhaltet. Also sehr gitarrenlastig das Ganze, was dann auch die Härte erklärt.
Ein einprägsamer Chorus ist genauso an Bord, ein absolut gelungener Opener also.
„Cosmic Embrace“ im Anschluss hat dann etwas mehr Symphonic Metal Anteile und fällt nicht ganz so heavy wie der Opener aus. Dafür ist der Melodicanteil hier um einiges höher, was das Ganze schön eingängig macht. Sehr schön!
Und Symphonic, Eingängigkeit sowie die Melodic stehen auch beim folgenden „Where the Wild things are“ voll im Fokus. Zusätzlich mit einer ordentlichen Portion Folk ausgestattet bahnt sich die Nummer den Weg in die Gehörgänge und bleibt dort echt lange haften.
Über das atmosphärische Zwischenstück „Tears of the Prophets“ geht es dann in den Mittelteil der Scheibe wo wir dann mit dem überlangen 7 minütigen „Our Place among the Stars“, dem kraftvollen Titelstück „Set the Dark on Fire“ sowie der Cinematic Powerballade „Bonded by the Light“ weitere Highlights zu verzeichnen haben.
Den letzten Abschnitt der Scheibe leitet dann mit „Divine Dawn Reveal“ erneut ein atmosphärisches Zwischenstück ein.
Das folgende „Lighthouse“ ist dann eher klassischer Symphonic Metal und im Anschluss gibt es dann noch den angekündigten mehrteiligen Abschlusssong „Spark of the Everflame“. Diesen kann man einfach nur zusammen als absolutes Kunstwerk bezeichnen wie auch schon den Abschlusssong des letzten Albums.
Von der kurzen instrumentalen Einleitung „Let Time Begin“ über das krachende „The Winding Road to Evermore“ bis zum abschließenden abwechslungsreichen symphonischen Abschluss „Where it Ends, Is Where it Starts“.
Hier sitzt jede Note perfekt und man merkt welches Songwritingtalent und auch Arbeit dahintersteckt!

Wow, also nach wie vor gilt die Aussage eine der führenden Symphonic Metalbands im deutschsprachigen Raum sind die Österreicher von EDENBRDIGE!
Was die Truppe hier gerade bei den letzten Alben auffährt an Songqualität inklusive geilen Songwriting ist wirklich aller Ehren wert.
Die etwas härtere Ausrichtung, die angekündigt wurde, ist klar spürbar, mir gefällt die Truppe aber nach wie vor am besten wenn es eher symphonisch und melodisch zur Sache geht!
Ganz kommt man an das bockstarke Vorgängeralbum nicht heran, aber auch so gibt es hier fast die Höchstnote und die glasklare Kaufempfehlung für die Zielgruppe.
Ein ganz klares frühes Jahreshighlight des Symphonic Metals und das ohne Übertreibung!

Julian

 

VALIANT SENTINEL – Neverealm

Trackliste:

01. War in Heaven
02. Neverealm (feat. Laura Guldemond)
03. Mirkwood Forest
04. The Underdark
05. To Mend the Ring
06. Elden Lord
07. Come what May
08. Arch Nemesis (feat. Zak Stevens)
09. The Battle of Hornburg

 

 

Spielzeit: 47:00 min – Genre: Power Metal – Label: Thegonia Records – VÖ: 16.01.2026 – Page: www.facebook.com/valiantsentinel

 

Das erste selbstbetitelte Album der griechischen Power Metaller von VALIANT SENTINEL von 2021 ist noch etwas an uns vorbeigegangen.
Mit ihrem neuen Label Thegonia Records im Rücken bringt man aber nun mehr Aufmerksamkeit auf sich und das neue Album „Neverealm“.
Das Debütalbum war noch eine Ansammlung von einzelnen Songs mit unterschiedlichen Gastsängern. Dieses Mal hängen die Songs zusammen in einer Fantasy Geschichte und rund um Gitarrist und Mastermind Dimitris Skodras hat sich eine neue Band mit dem neuen Fronter Veandok, der auch bei SUBFIRE aktiv ist, gescharrt.
Auf dem Album hat aber noch ein sehr bekannter Gastschlagzeuger sein Können bei allen Songs beigesteuert, niemand geringeres als BLIND GUARDIAN Felldrescher Frederik Ehmke ist hier zu hören.
Desweiten sind mit BURNING WITCHES Sängerin Laura Guldemond sowie SAVATAGE Sänger Zak Stevens noch zwei bekannte Gastsänger zu hören,

Alles ein Setup, was mich auf jeden Fall sehr neugierig gemacht hat und deswegen gehen wir jetzt mal zusammen durch das neue Album beginnend mit dem Opener und der Videosingle „War in Heaven“. Klassischer und kraftvoller Power Metal erwartet uns hier. Den roughen Gesang von Fronter Veandok kennt man schon von SUBFIRE und er passt sehr gut zur Mucke.
Über einen guten Chorus baut sich die Nummer ordentlich auf. Weichgespült ist es hier auf jeden Fall nicht, hier regiert die Axt anstatt die Keys. Toller Opener, der auf jeden Fall Lust auf mehr macht!
Im Anschluss gibt es dann das Titelstück „Neverealm“ wo die Gute Laura Guldemond ihre Gastbeitrag abliefert. Und was soll man sagen, die Dame macht ihre Sache ausgezeichnet, bereichert den Song ungemein und keift, was das Zeug hält! Passt perfekt zum roughen männlichen Gegenpart. Ein toller Song!
Episch wird es dann bei „Mirkwood Forest“. Schön abwechslungsreich, mal ruhiger und dann wieder volle Power, bahnt sich die Nummer ihren Weg und ist das nächste Highlight der Platte.
Der Mittelteil wird mit „The Underdark“, dem atmosphärischen Zwischenstück „To Mend the Ring“ sowie dem ziemlichen klassischen „Elden Lord“ ordentlich ausgefüllt.
Die Ballade „Come what May”, wo Fronter Veandok mal eine andere tolle gesangliche Seite zeigen kann, ebnet dann den Weg für die letzten beiden Songs.
Und beides sind absolute Plattenhighlights, das sei schon mal vorweggenommen!
Zuerst haben wir bei „Arch Nemesis“ den Gastbeitrag von Zak Stevens, irgendwie kommen da sofort die CIRCLE 2 CIRCLE oder SAVATAGE Einflüsse hoch, aber auch ansonsten ist der Song echt stark und als zweites haben wir dann den epischen HERR DER RINGE Gedächtnissong „The Battle of Hornburg“ inklusive Film und Buchzitaten und Szene. Ein geiles Stück mit 9 Minuten Spielzeit, was vor allem den HDR-Fans ein absolutes Fest sein wird!

Ein starkes neues, zweites Album haben die Jungs von VALIANT SENTINEL hier an den Start gebracht! Mastermind Dimitris Skodras hat starke neue Mitmusiker um sich geschart, tolle Gäste am Start und starke Songs in der Hinterhand!
Von weichgespültem Keyboard geschwängerten Power Metal gibt es hier keine Spur, kraftvoller, teilweise recht klassischer Power Metal ist hier am Start was nicht nur mir als Fan gut schmecken sollte.
Da ist der Sprung in den vordersten Punktebereich bei uns absolut verdient und für mich gibt es hier direkt eines DER Power Metal Highlights des Jahres 2026!
Fans von klassischen Power Metal ala z.B. frühen BLIND GUARDIAN sollten hier auf jeden Fall fix zugreifen und sich das Album über die Label Bandcampseite (https://theogoniarecords.bandcamp.com/album/neverealm) zulegen!

Julian

 

FIREBORN – Dreamcatcher

Trackliste:

01. Dancing With The Villain
02. Set The World On Fire
03. Point Of No Return
04. Likes For A Life
05. Pull The Trigger
06. Little Wanderer
07. Crisis Of Youth
08. Dreamcatcher
09. Flashlight
10. Out Of The Edges
11. Human

Spielzeit: 43:19 min – Genre: Heavy Rock – Label: El Puerto Records – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Firebornofficial/

 

FIREBORN bitte wie, wer, wo, was soll das sein. FIREBORN eine deutsche Band die sich mit ihrem Debütalbum einen Status erspielen konnte und mit diesem Album „Dreamcatcher“ in den Olymp aufsteigen möchte. Ich kannte die Band im Vorfeld nicht und bin erst mit diesem Album auf die Truppe aufmerksam geworden. Mit den ersten klängen kam auch ein lautes Oha über meine Lippen, das klingt Fett und mit Bomben Stimme die sofort im Ohr hängen bleibt. Also lasst Mal hören was ihr so drauf habt, ob ihr den Aufstieg in den Olymp jetzt schaffen könnt. Im Promotext wird FIREBORN für Fans von HALESTORM und ALTER BRIDGE empfohlen mit dem Zusatz Classic Rock & Metal. Kopfkratz im Zusammenhang von HALESTORM und ALTER BRIDGE Classic Rock zu erwähnen ist schräger als total schief gewickelt. Beide Bands passen weder zu Classic Rock noch zu Metal, also herrscht von Anfang an ein wenig chaotische Erwartungshaltung was mich erwartet, wird es ein Bringer oder totaler Brechdurchfall?

Zu FIREBORN gehören die nicht nur wahnsinnig Fette Stimme von Jenny Gruber sondern auch die Saiten-Hexer Rick Götze und Dennis Weber, Bassist Christian Lehr und der Drumstick-Schwinger Raphael Singh. Jennys Stimme ist sehr variabel, die kann von zuckersüß bis bitter-böse gehen und einem dabei den Hintern versohlen. Am besten mundet diese Stimme, wenn sie voll loslegt und mit viel Dreck und Rauch raunzt, faucht und singt wie eine wildgewordene Löwin die ihre Jungen verteidig, allerdings überzeugt sich auch wenn es dezentere Zurückhaltung von ihr gibt. Dabei bewegt sich die Stimme irgendwo zwischen Jennifer Crush, Darby Mills, Janet Gardner oder Noora Louhimo wenn die Druck macht. Die Gitarren sorgen für Riffwände die sich vor dem Hörer aufbauen ohne dabei einen Deut nachzugeben. Die Ausführung der Gitarren wechselt zwischen 80er a‘ la ACCEPT bis ins jetzt zu ALTER BRIDGE, EVANECENCE ohne es dabei in keine Richtung zu übertreiben. Wenn es Modern wird bleibt es für Traditionalisten immer noch erträglich ohne dabei das Gefühl zu entwickeln die Skip Taste zu betätigen. Der Bass ist kein Leisetreter, hat aber seine liebe Mühe gegen die Stimme, Riffbretter und Drums anzukommen. Das Schlagzeug befindet sich meistens in der modernen Ausführung und klingt leider ein wenig blechern, nach Samples, leider vermatschen die runterkomprimierten MP3s die Becken zu einem kastrierten sonst etwas nur nicht Becken. Und da liegt der einzige Kritikpunkt schon auf der Hand, MP3s können mehr Schaden als Nutzen bringen. Der Grund warum ich Streamingdienste meide, MP3 ist kein Format, sondern kastriert Musik. Wave ist das Maß der Dinge.

Der Stil von FIREBORN liegt irgendwo zwischen Tradition und Moderne, aber bei Classic Rock muss sich derjenige der dies im Pressekit angegeben hat verhört haben. Die Gitarren erinnern mich in manchen Momenten an die alten ACCEPT von Mitte bis Ende der 80er aber auch an ALTER BRIDGE oder EVANECENCE, wenn es Modern wird. Dabei schaffen FIREBORN einen Spagat, auf der einen Seite sehr heftig und metallisch auf der anderen Seite den Spirit und Kraft des guten alten Hard Rock wie er in den 80ern angesagt war. Es befindet sich eine Gitarre im Old-School-Hard Rock die andere haut die moderneren Töne raus. Zu heftig wird es eigentlich zu keinem Zeitpunkt, metallisch ja aber das wars dann auch schon. Wie kann man den Stil jetzt am besten einordnen? Ich gebe jetzt mal Modern Heavy Rock an, 60% Moderne, 75% Heavy der Rest ergibt sich dann aus der Bezeichnung Rock. Melodien lässt keiner der elf Songs vermissen, damit geizen FIREBORN auf keinen Fall. Und es hört sich bei weitem besser an als die Beschreibung vermuten lässt. Einfach ein Ohr riskieren und sich von einer talentierten Band überraschen lassen.

Durch das doch komisch anmutende Klangbild in den höheren Tönen ziehe ich einen halben Punkt ab und bin gespannt ob dieser Effekt auch auf Tonträger zu hören ist.

„Dancing With The Villain“ ein brachialer Stampfer zum Einstieg ins Album der irgendwo zwischen Hard Rock und Metal wandelt, „Set The World On Fire“ ein melodisches Schmankerl das von den Gittis an die ollen ACCEPT erinnert. „Point Of No Return“ geht sowas von durch jegliche Wand, egal aus welchem Material die auch sein mag, „Likes For A Life“ die Stimme trifft auf moderne Riffs und einem traumhaften Refrain. „Pull The Trigger“ schwere und tiefe Riffs klingen bedrohlich, „Little Wanderer“ eine Powerballade mit Tiefgang und einer verdammt starken Stimme. „Crisis Of Youth“ ein Moderner Brecher der zwischen softer und heftiger hin und her wandelt, kommt stellenweise mit Growls, „Dreamcatcher“ ein Highlight das alles bietet für das FIREBORN stehen, Hard Rock Wurzeln, Heavy Riffs und eine moderne Auslegung. „Flashlight“ eine klassische Gitarre trifft auf eine Moderne und modernes Drumset, wird mit viel Melodie und Jennys Stimme kombiniert, „Out Of The Edges“ EVANECENCE trifft auf Melodic Hard Rock der alten Schule, das Ergebnis ist ein Traum von einem Song, „Human“ wandelt gewagt zwischen den beiden Welten Tradition und Moderne.

Balle

Y

J.B.O. – Haus Of The Rising Fun

Trackliste:

01. Ma Ma Ma Metal
02. Haus Of The Rising Fun
03. Vito, wir machen Krach
04. I Kissed A Girl
05. Stinkefinger
06. Ka-Fump
07. Power sucht Wolf
08. Nur für euch
09. Weißt schon, was ich meine
10. Bussi
11. Ein sehr gutes Lied
12. Woke On The Smater
13. Mein Arsch

Spielzeit: 44:01 min – Genre: Fun Metal – Label: Perception Music – VÖ: 09.01.2026 – Page: www.facebook.com/kickersofass

 

Frei nach Ilja Richter in seiner damaligen Musiksendung „disco“: „Licht an, Spot aus“ … nein, nein, heute muss das heißen: „Licht aus, pinken Plüsch-Chaos-Spot an“! Hilfe die vier fränkischen Gaudi Barden sind wieder unterwegs. Mir ist die Band J.B.O. schon seit einer Ewigkeit ein Begriff, allerdings habe ich mich bis jetzt nie an einen Song rangetraut, warum kann ich nicht sagen. Jetzt als Schreiberling nach über 30 Jahren im fortgeschrittenen Alter habe ich mich endlich mal an ein Album getraut und lass mich entweder Negativ oder Positiv überraschen.

Zur Pink Chaos Truppe gehören Hannes Holzmann an Mikrofon und Gitarre, Vito C. an Gitarre, Ralph Bach an Bass und Wolfram Kellner an den Drums. Die Stimme von Hannes hat was, besitzt Dreck und passt einfach nahezu perfekt zum Sound von J.B.O.. Besser hätte man es mit der Stimme nicht treffen können. Die Gitarren hauen mit einer wahren Freude die Riffs raus und machen dabei keine Gefangenen. Nie zu hart, sondern genau wie es der Song gerade benötigt gehen die 6-saitigen an den Start. Der Bass verschafft sich genügend Raum um neben den Gittis glänzen zu können. Der Stick-Schwinger macht das was er soll, er lässt die Sticks fliegen wie Sau. Die Produktion hat Dampf und sorgt für ein wohliges Gefühl beim Hören. Über Sinn oder Unsinn der Texte lässt sich streiten.

Man muss der Welt für alles Danken, selbst für vier Chaoten Franken! Im Falle von J.B.O. trifft das so ziemlich den Nagel auf den Kopf. Es kommen geile Coverversionen, Metal-Hymnen oder Heavy Rockkracher zum Einsatz. Die Songs werden mit viel fränkischem Charme und chaotischen Texten vorgetragen die beim Hören kein Auge vor lauter lachen trocken lassen. Aber sind wir mal ehrlich, so richtiger Blödel-Metal ist doch auch mal was anderes und zur Abwechslung genau richtig. Die Texte tragen ihren Teil zum Erfolg von J.B.O. bei, genau wie die Songs die Mal frech geklaut oder angelehnt sind und im Heavy Stil aus den Boxen kommen. So schaffen es die Franken selbst mit dem größten Blödsinn überzeugend rüberzukommen. Sicher erfinden J.B.O. weder den Metal neu noch sind die Texte ernst, aber es knallt, bumst und kracht im Karton. Außerdem muss man gewaltige Klöten im Sack haben sich an den Songs zu versuchen ohne dabei als Loser dazu stehen – dies gelingt J.B.O. ja schon seit über 30 Jahren. Metal goes Frankonia! Schluss, Aus, habe fertig. Prost Buam aof de naxt’n dreis’g Joar!

„Ma Ma Ma Metal“ Metal in Reinkultur mit mehr als nur zwei Augenzwinkerern, „Haus Of The Rising Fun“ eine geile heavy Version des 60er Jahre THE ANIMALS Songs. „Vito, wir machen Krach“ eine Hymne für die Tanzflächen der Rockdiscos, „I Kissed A Girl“ Hey Buam, hat’s ez net scho z’oid um a Girl ob zum bussln? Nee im Ernst der Song kommt mit Riffsalven sehr gut rüber. „Stinkefinger“ der Song zum Pogen und Leute durch die Discos zu pfeffern, „Ka-Fump“ vier kleine Franken im Wald auf der Suche nach der Feierabend-Hopfenbrause mit Schaumkrone. „Power sucht Wolf“ auf diese Idee muss man erst mal kommen, „Nur für euch“ ze’fix das Ding rockt wie Sau. „Weißt schon, was ich meine“ nach Genuss des Songs weiß jeder was gemeint ist – kommt mit göttlicher Melodie und chaotischem Intermezzo, „Bussi“ oas, zwoa g’suffa, hier wird alles durch den Kakao gezogen was die Gang hergibt. „Ein sehr gutes Lied“ ein kurzes Intro mit einem gut gemeinten Hinweis, „Woke On The Smater“ ich hätte es Wissen müssen, dass hier DEEP PURPLE auf die Schippe genommen werden, „Mein Arsch“ hier VERARSCHEN die Vier „Voyage, Voyage“ mit ihrem ureigenem Charme im Hard N Heavy Style, die erste Version des Songs die ich mir komplett anhören kann.

Balle

BELLHAVEN – Hunger

Trackliste:

01. Distortion makes me smile
02. Hunger
03. Black Dogs Night
04. Sapient
05. Dal Riata
06. The Wolf
07. Toxic
08. Up in the Attic
09. Welcome Home

 

 

Spielzeit: 45:42 min – Genre: Power Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 29.11.2025 – Page: www.bellhaven.de

 

Hier kommt noch ein Nachzügler aus dem letzten Jahr! Die Band BELLHAVEN aus Nordrhein-Westfalen hatte sich bei uns in der Talentschmiede beworben und ihr neues Album „Hunger“ fand ich interessant, da mussten wir einfach eine Rezension folgen lassen.
Die Truppe existiert seit 2021 besteht aus Sänger Jörg Schmid, Basser Rudi Lauer, Gitarrist Christoph Blenker sowie seinem Sohn und Schlagzeuger Aaron Blenker.
Die Jungs fühlen sich im modernen Power Metal mit Progeinflüssen zu Hause, welcher auch auf dem neuen Album zu finden ist welches man komplett in Eigenregie produziert und aufgenommen hat.
Ihr Debütalbum „Tavern Tales“ erschien 2022 und man sahnte damit gute Kritiken ein.

Nun schauen wir uns mal näher das neue Album an und beginnen logischerweise mit dem Opener „Distortion makes me smile“. Nach etwas instrumentalen Vorgeplänkel erwarten uns ziemlich heftige Gitarrenriffs sowie der giftige Gesang von Fronter Jörg. Im Refrain ist man dann schön melodisch und songdienlich unterwegs.
Ein ordentlicher Opener also der direkt Lust auf mehr macht!
Auch das Titelstück „Hunger“ ist recht heavy geraten und erinnert von seinen tiefgestimmten Gitarren etwas an METALLICA wie auch schon der Opener im Übrigen.
„Black Dogs Night“ geht dann eher in die Heavy Rock Richtung, was der Band auch echt gut zu Gesicht steht. Interessante Melodiewechsel erwarten uns hier auf jeden Fall.
Auch „Sarpient“ ist eher in der Heavy Rock Ecke zu suchen. Hier kann Sänger Jörg seine Stärken auf jeden Fall ausspielen und weiß mit seinem kraftvollen und variablen Gesang zu überzeugen.
Etwas mehr Geschwindigkeit hat dann das anschließende „Dal Riata“ wieder abbekommen. Hier geht es eher in die modern Power Metalrichtung und mit einem tollen Chorus ausgestattet macht die Nummer keine Gefangenen und setzt sich ordentlich in den Gehörgängen fest.
Den Mittelteil beschließt dann das kraftvolle „The Wolf“ was auch direkt zu überzeugen weiß.
Im letzten Drittel haben wir dann noch als weitere Hitkandidaten die Powerballade „Up in the Attic“ und den abschließenden Groover „Welcome Home“.
Hmm also ich weiß ja nicht Power Metal mit Progeinflüssen höre ich hier nicht dauerhaft auf dem neuen Album der Jungs von BELLHAVEN. Immer wieder geht das Ganze auch sehr in die rockige Richtung, was der Truppe aber auch absolut gut zu Gesicht steht!
Für ein komplett in Eigenregie produziertes Album tönt das Ganze auch echt gut.
An der Songqualität bzw. an der Eingängigkeit muss man denke ich noch etwas feilen, aber für eine aufstrebende Band geht das neue Album auf jeden Fall voll in Ordnung. Solide 6,5 Punkte stehen somit auf unserer Wertungsuhr.
Weiter so kann ich da nur in Richtung NRW rufen!

Julian

 

 

 

AUTUMN’S CHILD – Melody Lane

Trackliste:

01. Heartbreak Boulevard
02. Pray For The King
03. Fight To Love Again
04. Singalong
05. A World Without Love
06. Highway To The Sky
07. Headlines
08. Lovesong
09. Melody
10. Rock Of Empathy
11. Dead Cold

Spielzeit: 46:46 min – Genre: Melodic Rock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 23.01.2026 – Page: www.facebook.com/Mikaelerlandssontheone

 

Mikael Erlandsson ist einer von denen, die sich im Melodic Rock, Classic Rock und AOR an allen Ecken mal blicken lassen. Als Frontmann bei SECRET SERVICE, in LAST AUTUMNS DREAM mit Mitgliedern von EUROPE und FAIR WARNING, und, und, und.
Und dann singt er noch bei AUTUMN’S CHILD, die inzwischen auch schon sechs Alben am Start haben, rechnet man denn ihr neustes Werk „Melody Lane“ mit dazu, über das wir heute reden. Ach ja, und Gitarre und Keyboards spielt er hier auch.
Ein sehr schönes Cover hat die Platte schonmal, gute handgemachte Retro-Optik. Der Sound stimmt auch soweit. Da könnte man sich an einigen Stellen wünschen, die hohen Frequenzen wären ein wenig präsenter, und Mikaels Vocals hätten etwas mehr Reverb vertragen können, aber an sich klingt „Melody Lane“ klar, gibt den einzelnen Instrumenten genug Raum und traut sich auch Dynamik.
Was die Musik angeht, ist „Melody Lane“ ein nettes kleines Wohlfühlalbum für Fans des Obergenres „Melodic Rock“. Da finden sich die Prototyp-AOR-Songs wie „Heartbreak Boulevard“, die komplette „Died In Your Arms Tonight“-80es-Rock-Bedienung („Fight To Love Again“) und der gut gelaunte beschwingte Rock’n’Roll-Song („Singalong“).
Mit „A World Without Love“ darf es dann auch mal ganz emotional-intensiv und dick aufgetragen werden – aber genau das wollen wir ja auch bei so einem Album, ne? Da kommen dann die dicken Drums, das Klavier und die flötige Classic-Rock-Orgel (oder die orgelige Classic-Rock-Flöte? Egal, Ihr wisst, was ich meine) dazu, sehr edles Ding.
Aber natürlich darf auch ein gewisser Hard-Rock-Faktor nicht fehlen, auf „Melody Lane“ mit „Headlines“ und „Rock of Empathy“ gegeben.
Das ergibt alles in allem schonmal ein Album, dessen Songs durch die Bank eigenen Charakter haben, was bei den normaleren Bands dieses Genres leider weiß Gott nicht immer gegeben ist. Und kleine Features wie nette Synth-Sounds und -Soli, Klavier, Orgel, Streicher, mehrstimmige Vocals oder einfach mal eine Strophe, die klanglich aus der Reihe fällt, geben „Melody Lane“ zusätzlichen Entertainment-Wert.
Was das Album doch häufiger machen dürfte, ist knallen. „Rock Of Empathy“ beispielsweise hat schon eine angenehme Menge Wumms hinter der Binde. Den dürfte man bei Songs wie „Highway To The Sky“ mit seinen Ooooheehooooh-Stadion-Vocals oder im Chorus von „Singalong“ auch erwarten, oder beim finalen „Dead Cold“. Einige Songs sind an Momenten, an denen sie Druck benötigen würden, dann doch eher kraftlos, aber die Momente gehen auch vorbei.

Fazit:
Abwechslungsreiches Ding haben AUTUMN’S CHILD da geschaffen. „Melody Lane“ überschreitet keine Genregrenzen, ist aber auch eines der Alben, bei denen es gar keine Experimente braucht, wenn man doch gar nicht die Zukunft schaffen sondern die Memory Lane entlangwandern möchte. Und das machen AUTUMN’S CHILD professionell und mit Liebe zum Detail Gebrauch. Für Melodic-Rock-Fans ist die Platte einfach ein Wohlfühl-Album.

Anspieltipps:
„A World Without Love“, „Melody“, „Rock Of Empathy“ und „Singalong“

Jannis

GREYSTONE CANYON – Something Borrowed…Something New

Trackliste:

01. Doctor, Doctor (UFO Cover)
02. Just Got Paid (ZZ TOP Cover)
03. Drives Us
04. Imigrant Song (LED ZEPPELIN Cover)
05. Friend Of The Fox (Instrumental)
06. Suicide (THIN LIZZY Cover)
07. Hey Hey, My My (Into The Black) (NEIL YOUNG Cover)
08. AAF
09. Stealing Our Freedom

 

Spielzeit: 32:40 min – Genre: Hard Rock – Label: Rockshot Records – VÖ: 05.12.2025 – Page: www.facebook.com/greystonecanyon/

 

Rockshot Records, wo auch die drei sympatieträger aus Italien SANDNESS unter Vertrag stehen kommen mit einem neuen Album der australischen Band GREYSTONE CANYON in die Läden. Der Titel lautet „Something Borrowed…Something New“ und will heißen das auf dem Album fünf Coverversionen von bekannten Songs aus der Rockszene und zwei eigene – Plus zwei Instrumentals und Intro enthalten sind. Über Sinn oder Unsinn von Coverversionen lässt sich sicher mehr als nur ein Streitgespräch führen. Aber Hey warum nicht eine toll gemachte Coverversion von einem älteren Song, wie von UFO das in den 70ern aufgenommen wurde und auf dem original Album klanglich nicht wirklich überzeugend rüberkommt. Warum nicht ein Cover das reinhaut und gute Laune mitbringt, allerdings sind fünf bei 3,5 eigenen ein paar Zuviel, also mal sehen wie sich das Album anhört, vielleicht ist es nicht so düster wie das Papier spricht.

Ich kannte GREYSTONE CANYON vor diesem Album nicht, deshalb kann ich nicht viel über diese Band berichten außer das was mir das Album zeigt. Zur Band gehören Darren Cherry am Mikro und Gitarren, Richard Vella an Gitarren und Keyboards, David Poulter an Bass und Sham Hughes an Drums und Keyboards. Als ich die ersten Strophen von Darren hörte dachte ich die Stimme kommt mir seltsam bekannt und vertraut vor, ab dem zweiten Song viel mir ein von wo ich so eine Stimmfärbung kenne, an keinen geringeren als Jess Harnell von LOUD & CLEAR und ROCK SUGAR wurde ich erinnert. Nur das Darren seine Stimme nicht so oft in die hohen Regionen Jagd wie Jess, sondern mehr in den mittleren Lagen bleibt. Stimmlich ist also alles im Lot. Die Gitarren hauen die Riffs raus wie Sau und machen dies in der richtigen Härte ohne es dabei zu überreizen. Die Tasteninstrumente wurden sehr dezent und zurückhaltend eingesetzt und ziehen im Hintergrund ihre Bahnen. Der Bass haut einem die Noten mit voller Wucht um die Ohren und das Schlagzeug überzeugt ohne Wenn und Aber.

Geboten wird Classic und Hard Rock mit zeitgemäßem Klang und Produktion, die Coverversionen kommen knackig rüber und können auch überzeugen. Wenn man ehrlich ist die Stimmen eines Phil Mogg, Billy Gibbons, Robert Plant, Phil Lynott oder Neil Young sind schon einzigartig und prägend für die Rock Musik, und haben ihre riesige Spuren hinterlassen, aber Darren macht da einen echt guten Job. Ähnlich wie Jess mit ROCK SUGAR wirken die Songs im ersten Moment fremd, bis man sich an die Stimme gewohnt hat, dann kommen die Songs schon geil rüber. Die Eigenkompositionen besitzen viel Potential das die Band es nicht nötig hätte auf Coversongs zurück zu greifen. Nur wenn es der Band ein Bedürfnis war diese Songs in ihrem Gewand zu veröffentlichen, dann ist ihnen das sehr gut gelungen. Die eignen Songs sind im Hard Rock der späten 80er ausgeführt und schauen dabei sehr weit nach Osten über den Pazifik in Richtung USA und Kanada. Denn so hören sich die Songs an, die könnten durchaus auch von einer US- oder Kanada-Band stammen.

Einziger richtiger Wermutstropfen ist die doch sehr kurze Laufzeit von nicht mal 33 Minuten, da ziehe ich wie bei allen die unter 40 Minuten bleiben einen Punkt in der Wertung ab. Ansonsten eine sehr gute Vorstellung der Australier. Beim nächsten Album eigene Songs mit dem Potential der Zwei von diesem und über 40 Minuten dann lüppt es auch mit einer höheren Wertung.

„Doctor, Doctor“ mit Schmackes und geilem Basslauf geht es in die erste Runde, „Just Got Paid“ Heavy Blues Rock der was kann. „Drives Us“ ein geiler und cooler Rocker aus eigener Freder, erinnert an Ron Keels Material nach KEEL, „Imigrant Song“ der Song ist im Original der Burner, dass Cover geht voll in Ordnung. „Friend Of The Fox“ ein stimmiges Instrumental das mit Akustikgitarre glänzt, „Suicide“ anständig umgesetzt, allerdings besitzt die Version von LIZZY mehr Charme. „Hey Hey, My My (Into The Black)“ ich kenne da nur eine Liveversion von NEIL YOUNG und die hört sich nicht so prickelnd an, da hat die Version von GREYSTONE CANYON klanglich die Nase vorne obwohl es eine Ballade bleibt, „AAF“ müssen solche kurzen Intermezzos sein, nein, „Stealing Our Freedom“ hier zeigt sich die Band ein weiteres Mal von ihrer besten Seite, das Ding haut rein und signalisiert das Potential von GREYSTONE CANYON.

Balle

MÄRVEL – Brain Drain Diaries

Trackliste:

01. Look! It’s Rock N Roll
02. A Beautiful Corpse
03. Brain Drain
04. Take A Stand
05. How Much Can I Wait
06. Biding My Time
07. Lord Of The Gilded Cage
08. Time Has A Way
09. Butt To The Head
10. Steal The Night

 

Spielzeit: 33:47 min – Genre: Great Rock N Roll – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 05.12.2025 – Page: www.facebook.com/marveltheband

 

Das schwedische Trio MÄRVEL schließt das Jahr 2025 mit einem neuen Album ab, dass Album hört auf den Titel „Brain Drain Diaries“. Nachdem ich das 2022er Album und die Best Of von 2023 durch den Kakao gezogen habe (die mich überzeugen konnten), folgt nun das elfte, und mein drittes Date, Album von MÄRVEL verbal durchzukauen. Leider ist es mir nicht möglich den gesamten Backkatalog durchzuhören, da mir Accounts bei Stream Diensten fehlen, warum? Ich bezahle nicht für etwas das mir am Ende nicht Mal gehört und in einer schlechteren Soundqualität als auf Tonträger ankommt. Ja ich weiß es gibt bei einigen Anbietern einen HD Stream, den ich auch ausprobiert habe und mit dem Ergebnis was bei mir am Ohr ankam in keiner Weise zufrieden war. Also ist für mich nur eins der Gewinner und das sind Tonträger auf Vinyl oder CD, Old-School – aber das ist einfach der beste Weg vernünftig Musik genießen zu können.

Bei den maskierten Rockern immer noch in Lohn und Brot sind The King an Mikrofon und Gitarre, The Burgher an Bass und The Vicar an den Drums. Die Vocals erinnern mich immer noch an eine Light Version von Paul Stanley oder auch Redboy von STARMEN. Diese Stimme kann aufs Neue beweisen was in ihr steckt und wie perfekt sie mit dem Bandsound harmoniert. Gibt es bei The King einen Grund zum Meckern, Nein in keinster Weise, weder am Mikro noch an der 6-saitigen. Die Gitarrenarbeit ist für MÄRVEL typisch energisch, mit viel Drive ausgeführt und sprüht nur so vor Agilität. Der Bass haut auch den Hörer aus den ausgelatschten Turnschuhen aus den 80ern. Die Drums sind von der brutalen Art und sorgen wie immer für Glanzpunkte. Die Produktion besitzt genügend Druck um selbst eine skinny-elasto Jeans zum Flattern zum Bringen. Jungs da habt ihr wieder einen an den Start gebracht, mein Wunsch wäre ein Album mit einer Laufzeit von über 40 Minuten!?!

Das sympathisch-chaotische Trio zeigt eindrucksvoll wie geil Rock Mucke aus Schweden ist, skandinavische Musiker haben sowieso ihre eigenen Regeln, Art und Weise wie sie Musik angehen, dass kann man in jeder Note hören und spüren. MÄRVEL bilden da keine Ausnahme, die Jungs müssen mindestens in meinem Alter sein, denn die Einflüsse die ich raushören kann ist genau die Mucke die ich früher in den 70ern und bis etwa dreiviertel der 80er im Radio hören konnte, und dann noch mit Skandi Charme versehen. Wenn ich den Sender Radio M1, damals bei mir leider nur mit viel rauschen und in Mono empfangbar dazu nehme dann konnte man diese Mucke noch länger genießen. Wie setzt sich der Stil von MÄRVEL zusammen? Sagen wir mal eine riesige Portion Great Fu**ing Rock N Roll gemixt mit einem drittel Classic Wurzeln und Glam Faktor, und in manchen Momenten mit einer winzigen Punk Note versehen. Liest sich zwar wie eine Katastrophe, hört sich aber weder beschießen noch abgefahren, sondern einfach nur geil an. Ich beschrieb in meiner ersten Rezi zu einem MÄRVEL Album, „KISS, ein leichter Schuss Bombast von URIAH HEEP, viel STARMEN und leichten THE CLASH Vibes“, man kann auch noch SWEET, die schwedischen Landmänner FREEDOM und THE HELLACOPTERS dazunehmen – und fertisch ist der MÄRVEL Sound.

Genau so muss das klingen, so und nicht anders geht Rock N Roll, Da ich immer versuche Fair und objektiv zu bleiben, ziehe ich bei diesem Album auch einen Punkt ab – weil die Laufzeit deutlich unter 40 Minuten bleibt und das im digitalen Zeitalter einfach nicht mehr Up-To-Date ist. Ansonsten haben MÄRVEL wieder ein heißes Eisen aus der Schmiede geformt das auf Anhieb überzeugen kann.

„Look! It’s Rock N Roll“ zeigt gleich wo die Richtung hingeht, in die typische MÄRVEL Ecke für die sie geliebt werden, „A Beautiful Corpse“ hier geizt das Trio nicht mit geilen Melodieführung, ein Highlight vor dem Herrn. „Brain Drain“ SWEET Gesangslines treffen auf MÄRVEL und fabrizieren einen Hit, „Take A Stand“ der dritte im Bunde – die Melodien einfach nur zum niederknien und verneigen. „How Much Can I Wait“ sie können es nicht lassen noch einen Hit vor den Latz zu knallen, „Biding My Time“ hier geht das Level geringfügig um ein paar Prozentpunkte runter. „Lord Of The Gilded Cage“ das Niveau geht wieder Steil nach oben Richtung 110%, „Time Has A Way“ ein geiler Classic Rocker der guten Laune. „Butt To The Head“ ein dämlicher Songtitel – der sich allerdings sehr gut entwickelt, „Steal The Night“ zum Abschluss gibt es noch mal voll auf Zwölf.

Balle

TARCHON FIST – XX Years Of Rock And Heavy Metal

Trackliste:

01. Bad Situation
02. 3 Days In Hell
03. Carved With Fire
04. Hammersquad
05. It Doesn’t Matter
06. Flower In The Sand
07. Football Aces
08. Earth Song
09. Bad Man Mania
10. Falling Down
11. Crazy Times

Spielzeit: 44:05 min – Genre: Heavy Metal – Label: Underground Symphony – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.facebook.com/tarchon.fist01

 

Neues Jahr, Zeit für neue Wagnisse. An dieser Stelle: Sachen rezensieren, die eigentlich alt sind. Wann immer eine Band ein „Album“ rausbringt, das praktisch nur aus alten, bereits veröffentlichten Songs besteht, geht bei mir der Bock in den Keller; insbesondere, wenn ich die Songs in ihrer ursprünglichen Version nicht kenne. Sind die neuen Versionen jetzt besser oder schlechter, will man von mir wissen. Ich weiß nicht. Bitte lasst mich in Ruhe.
Aber hey, machen wir das halt trotzdem mal, und zwar diesmal mit TARCHON FISTs „XX Years Of Rock And Heavy Metal“. Das heißt so, weil es die italienische Band seit 20 Jahren gibt, und sie Rock und Metal macht. Sehr akkurat und im Sinne des behördlichen Albumsbetitelungsparagraphen 666, viertes Bundesmetalbuch, absolut korrekt. Darauf gibt es elf Songs, sowohl alte Schätze als auch neue Tracks, wie mir das Promomaterial vage und nebenbei sagen möchte. Da hat man wohl nicht mit Investigativ-Redakteuren wie in der Rock Garage gerechnet, die dann mal zählen, wie viel neues Material denn nun wirklich auf dem Ding enthalten sind.
Es sind zwei Songs, „It Doesn’t Matter“, und „Crazy Times“. Der Rest ist ausnahmslos von den ersten beiden Alben der Band (aber natürlich mit aktueller Besetzung aufgenommen), dem 2008er Debüt „Tarchon Fist“ (Das heißt so, weil die Band „Tarchon Fist“ heißt. Ebenfalls sehr akkurat und korrekt nach dem bAbP 666, 4. BmB) und „Fighters“ von 2009. Von den darauf folgenden drei Alben? Nüscht.
Aber jetzt kommt’s: Zuerst einmal ist die Produktion sehr nice, erdig und klar. Und auch die Vocals, mit denen ich auf dem Vorgänger Probleme hatte, sind on point, leicht kratzig und gut gelaunt heavy/power-metallisch. Und dann sind da noch die Songs, und da bleiben wir beim Thema „gut gelaunt“. Offenbar sind an TARCHON FIST hervorragende norddeutsche Metaller verloren gegangen, die mittelfrühen HELLOWEEN- und GAMMA-RAY-Einflüsse springen „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ aus jeder Körperöffnung.
Doch, die Platte ist von vorne bis hinten Spaß machender Heavy Metal der melodischen Sorte, mit einem gewissen unbeschwerten Spirit, guten mehrstimmigen Vocal-Arrangements, dem kleinen aber feinen Mix aus QUEEN-, ABBA- und Musical-Einflüssen in der Komposition und einem sehr guten Gespür für Mischungen aus Heavy- und Power-Elementen.
Und das reicht eigentlich an Infos. Wenn das nach was für Euch klingt, wird „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ – und damit wohl auch im mindesten dem früheren Oeuvre von TARCHON FIST gut was abgewinnen können.

Fazit:
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe TARCHON FIST! „XX Years Of Rock And Heavy Metal“ klingt gut, macht Spaß und ist für Fans von melodischem und tendenziell positivem Heavy Metal der mittelalten Schule vielleicht ein guter Einstieg in eine Band, die man so zu Unrecht noch gar nicht auf dem Schirm hatte!

Anspieltipps:
„Carved With Fire“, „Bad Man Mania“, „Earth Song“ und „Football Aces“

Jannis

MINOTAURUS – Memories in the Haze

Trackliste:

01. Master of the Universe
02. Memories in the Haze
03. Coming Home
04. Der Jüngling Am Bache
05. D.R.I.P
06. Heroes
07. Lonely Prisoner
08. Proud Kings of Avalon
09. Sehnsucht
10. Tears of a Hero (2024)
11. Goodbye

Spielzeit: 53:17 min – Genre: Folk Metal – Label: NRT Records – VÖ: 28.11.2025 – Page: www.minotaurs-metal.com

 

Von der deutschen Folk Metalband MINOTAURUS habe ich immer mal wieder am Rande gehört. Kein Wunder gibt es die Truppe doch bereits seit 1994. Also bereits schlappe 30 Jahre!
Dreh und Angelkopf der Band ist Sänger Oliver Klump der die Band damals auch mitbegründet hat.
Es gab bislang einige Besetzungswechsel, seit 2018 ist das Personalkarussell aber gestoppt und besteht eben aus Sänger Oliver, seinen weiblichen Gegenpart Clarissa Hobeck, den beiden Gitarristen Reiner Zumkeller und Jürgen Hermann, Bassist Marcus Finger sowie Schlagzeuger Rouven Zumkeller.
Nach wie vor dominieren im Sound der Band mittelalterliche Folkklänge, es gibt aber auch immer wieder Ausflüge ins Power und Heavy Metal Genre.
Lyrisch gibt es auf dem neusten Werk „Memories in the Haze“, welches über das neue Label NRT Records erscheint, Geschichten zwischen Fiktion und Wirklichkeit, die von Mythen und Legenden inspiriert sind.
Auf der Scheibe finden wir eine Neueinspielung des Bandklassikers „Tears of a Hero“ sowie zwei deutsche Songs, die auf Gedichten von Friedrich Schiller basieren.

Klingt auf jeden Fall schon mal sehr spannend, horchen wir nun mal genauer rein und ich fülle vor allem meine weiße Stelle auf der Metallandkarte.
Als erstes widmen wir uns dem Albumopener „Master of the Universe“. Dieser ist klar im Power Metal zu Hause, vergisst aber nie die sehr typische Folknote der Band und ist somit schon mal direkt der erste Anspieltipp der direkt richtigen Laune macht.
Ähnliches kann man dann auch zum Titeltrack „Memories in the Haze“ sagen, wobei das Ganze hier noch etwas zwingender aus den Boxen kommt. Ein toller Wechselgesang zwischen Oliver und Clarissa rundet das Ganze gut ab.
Zur folgenden Folkballade „Coming Home“ gibt es ein ganz tolles Video, welches schon ein kleiner Film geworden ist. Ganz großes Kino, kleines Wortspiel : )
Dann gibt es, wie angekündigt, die erste Vertonung eines Friedrich Schiller Gedichtes in Form von „Der Jüngling am Bach“. Auf jeden Fall eine gute metallische Umsetzung, auch wenn ich mit der deutschen Sprache im Metal wenig anfangen kann, aber da kann ja die Band nichts dafür!
Der Mittelteil hält dann mit dem klassischen „D.R.I.P“ sowie „Heroes“ noch zwei gute Vertreter der Power und Folkmetal Mischung bereit die den Fans direkt zusagen sollten.
Die Powerballade „Lonely Prisoner“ ist dann ganz an den Songtitel angelehnt schön düster und beklemmend gehalten. Eine tolle Atmosphäre die hier rüberkommt.
Und dann muss ich sagen geht der Band irgendwie etwas die Luft aus. Denn „Proud Kings of Avalon“ kann nicht an die vorherigen starken Tracks anknüpfen und der nächste komplette deutsche Titel „Sehnsucht“ dürfte auch wieder die Fangemeinde spalten.
Die Bandklassiker Neueinspielung „Tears of a Hero“ geht in Ordnung und hat einen schönen epischen Touch, das abschließende „Goodbye“ ist auch okay, aber verliert im Vergleich zu den Tracks aus der ersten Hälfte aber auch klar.

Mit „Memories in the Haze” liefert die Band MINOTAURUS nach ihrer langen Bandkarriere auf jeden Fall eine solide und ordentliche Leistung ab und wird 100% den Geschmack der Genre und Bandfans treffen.
Ein bisschen geht der Truppe in der zweiten Hälfte die Luft aus, man ist aber auch dort weit entfernt von absoluten Durchhängern.
Klarer Pluspunkt für die Band ist das Label, welches ein mehr als amtliches Promopaket in qualitativ hochwertiger gedruckter Bookletform abliefert welches keine Wünsche offenlässt! Das ist sehr selten geworden in der heutigen Zeit!
Ich denke das final knallharte Bandfans auf jeden Fall noch locker 1 Punkt zu meiner Wertung drauf rechnen können.
Ein solider Power/Folkmetal Diskus einer sehr unterschätzten Band!

Julian