INFINITE & DIVINE – Silver Lining

Band: Infinite & Divine
Album: Silver Lining
Spielzeit: 39:37 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/infiniteanddivine/

 

I & D ist die Zusammenarbeit von der Sängerin Tezzi (aka Terese Persson) und dem Multitalent, Musiker/Songschreiber/Produzent Jan Akesson. Akesson ist auch für Gitarren, Bass, Keyboards, Backing Vocals und Programming verantwortlich, und Jens Westberg am Schlagzeug.

Tezzi und Jan trafen sich im Sommer 2019 und kurz darauf erblickte I & D das Licht der Welt, herausgekommen ist ein wahrer Schwedenhappen, mit dem Feeling wie er bei den großen skandinavischen Acts auch zu finden ist, eingängig mit Gitarren und Keyboards und einer geilen Sängerin. Der Sound bewegt sich irgenwo bei TREAT, ECLIPSE, NUBIAN ROSE, H.E.A.T., ONE DESIRE und ZERO NINE. Tezzis Stimme hört sich in etwa an wie eine Mischuing aus Sofia Lilja (NUBIAN ROSE) und Kiya Heartwood (STEALIN HORSES haben zwei sehr gute Alben veröffentlicht). Diese Stimme harmoniert sehr gut mit dem Sound und der kann sich sehen oder besser gesagt hören lassen.

“I Feel Alive” eröffnet und stimmt auf das kommende ein, ein sehr guter Song. “Infinite & Divine” lässt die Sau raus, ein Paradebeispiel wie ein Melodic Highlight sein soll, ein Brett von Gitarren, zu deren Unterstützung geniale Keyboardteppiche und coole Vocals. “Keep On Moving” geht bestens ins Ohr, mit “Not Too Late” folgt ein Highlight kommt sehr gut aus den Boxen. “Wasteland” geht voll ab, sehr flott, “Burn No More” erinnert mich an eine Mischung aus GARY MOOREs “Wild Frontier” und “Over The Hills” mit keltischem Einschlag. “We Are One” gehört auch zu den Highlights, “Off The End Of The World” kommt AORig rüber. Ein weiteres Highlight kommt mit “You And I” mit viel Gefühl, “While You’re Looking For Love” ist wieder AORig ausgelegt, “Perplexed Perfection” drückt wieder mächtig aufs Gas, sehr flott.

Fazit:

Einen schönen Schwedenhappen den I & D eingetüttet haben, die Female Vocals setzen Akzente und überzeugen. Das Songwriting zeigt keine schwächen, für ein Debüt nicht schlecht, ich vergebe hier eine Bewertung von 9 Sternen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I Feel Alive
02. Infinite & Divine
03. Keep On Moving
04. Not Too Late
05. Wasteland
06. Burn No More
07. We Are One
08. Off The End Of The World
09. You And I
10. While You’re Looking For Love
11. Perplexed Perfection

Balle

THE QUILL – Earthrise

Band: The Quill
Album: Earthrise
Spielzeit: 47:27 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Metalville Band & Label Pool
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.facebook.com/thequillsweden

Es ist einer der großen Vorteile des Motorradfahrens durch schöne Landschaften, dass es ein absolut vernachlässigbares Infektionsrisiko mit sich bringt. THE QUILL liefern dafür erfreulicherweise den perfekten Soundtrack, mit ihrem nunmehr neunten Album “Earthrise”. Die Schweden sind bereits seit den 90ern aktiv und machen klassischen Hard Rock der handgemachten Sorte, mit allem drum und dran. Das bedeutet konsequenterweise auch eine entsprechende Produktion, die bei “Earthrise” schön erdig und natürlich ausfällt, dabei klar und druckvoll. Dazu gehört außerdem ein astrein agierender Sänger namens Magnus Ekwall, dessen Stimme wunderbar zum Genre passt und die bluesig-doomigeren SABBATH-Parts ebenso bereichert wie die schnelleren und straighteren Songs.
“Earthrise” ist eines dieser Alben, die man auf der einen Seite perfekt nebenher hören kann, bestens geeignete Autofahr- oder Campingplatz-Mucke, in seiner Gesamtheit jedoch auch vielseitig genug, um einem konzentrierteren Hörprozess standzuhalten. Davon überzeugt direkt der Opener “Hallucinate”, der alle Trademarks eines gelungenen Hard-Rock-Openers beinhaltet, inklusive Schellenkranz, sympathischerweise. “Keep On Moving” keept on moving mit etwas angezogenerem Tempo und simpel-effizienter Riffarbeit und der Über-sieben-Minüter “Dwarf Planet” bietet einen schönen balladigen Anfangspart, den einige solcher Bands leider öfter mal vernachlässigen, und wird anschließend dunkler und recht dicht.
Apropos Balladen: Am ehesten ginge noch “Dead River” als eine solche durch, beendet das Album ziemlich entspannt und soweit drumfrei, ebenso der Anfang von “Evil Omen”, das anschließend auf edle kratzig-trockene Gitarren setzt, einen Prototyp-Strophenaufbau zum besten gibt und allgemein ziemlich harmonieorientiert ausfällt. Der Titeltrack kommt mit MAIDENiger Strophe (inklusive Glocke am Anfang, macht jeden Song besser) und SABBATH-Spirit und “21th Century Sky” ist auf der Drumebene ziemlich zappelig und macht ebenso Spaß wie das treibende “The Zone”.
Hard-Rock-Alben dieser Sorte können sehr schnell langweilig werden, einfach weil gerade in dieser klassischen Form die einzelnen Bestandteile und Melodien doch limitiert sind. Dass Langeweile bei “Earthrise” nicht eintritt, liegt zuerst einmal daran, dass die Truppe offensichtlich Hard Rock isst, trinkt und darin badet und schläft. THE QUILL wissen, wie man ihr Genre professionell umsetzt, gewähren jedoch auch die kleinen Besonderheiten, die das damit bereits sehr anständige Album einfach noch ein wenig aufpeppen. Die ruhigen Parts sind sinnvoll, stimmig und willkommene Abwechslungen, kleine Keyboard-Akzente in wenigen der Tracks gießen ein bisschen wohldosierten Zuckerguss über das (im positiven) trockene Grundgerüst, einige Blues- und Stoner-Elemente erweitern die Grenzen des Genres und kleine Cowbell- oder Schellenkranz-Elemente reichern den Sound hintergründig an.

Fazit:
Bei der Menge an Erfahrung, die THE QUILL mitbringen, kann man von einem professionellen Ergebnis ausgehen. Und “Earthrise” ist nicht nur das, es ist im Rahme der selbstgesteckten Grenzen auch subtil vielseitig, vermittelt die gewollte Atmosphäre und weckt hundertprozentig die Sehnsucht nach Festivals aufs Neue.

Anspieltipps:
„Dwarf Planet“, „Hallucinate“ und „Evil Omen“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hallucinate
02. Keep On Moving
03. Dwarf Planet
04. Left Brain Blues
05. Earthrise
06. Evil Omen
07. 21th Century Sky
08. The Zone
09. Dead River

Jannis

ARION – Vultures Die Alone

Band: Arion
Album: Vultures Die Alone
Spielzeit: 42:53 min
Stilrichtung: Melodic Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/OfficialArion

Hab ich vor zwei Tagen noch in der PALADINE-Rezension Bands wie ARION ob ihrer klinisch überfetten Produktion und ihres Songwritings mit Essen verglichen, das seinen Reiz hauptsächlich aus Geschmacksverstärkern bezieht? Zugegeben, ja. Obwohl, eigentlich nein, schließlich sind bei ARION auch die Grundzutaten sorgfältig ausgewählt, die Finnen verlassen sich keineswegs darauf, dass ihre produktionstechnische Umsetzung mangelnden musikalischen Inhalt kaschiert. Aber der Reihe nach: ARION sind eine der jungen Truppen, die absolut modernen Sound mit ähnlich modernen Melodic-Power-Metal-Melodien verbinden. Heißt: Die Produktion wäre überladen, wäre sie nicht so definiert (und zwar um einiges definierter als der Vorgänger “Life Is Not Beautiful”), doch so ist sie einfach nur ein Brett. Voll, dicht, knallend, mit vielleicht minimal zu leisem Gesang aber einer guten Menge an mehrstimmigen Vocals und elektronischen Elementen, die aber nicht so brutal überpräsent sind wie beispielsweise bei DYNAZTY. Damit kann man schonmal arbeiten, handwerklich ist die Platte komplett on point.
Gut auch zu wissen: Bei all dem kommt der Metal nicht zu kurz. Track 1 bis 4 gehen komplett aufs Ganze, mit präsenten und gut aggressiven Gitarren, souverän ballernden Drums und ohne Kompromisse. Die Chorusarbeit ist in melodietechnischer Hinsicht schon poppig, aber nicht kitschig oder belanglos. Im Gegenteil, gerade die Refrains gehen ins Ohr wie Butter (?) und sind in ihrer Art durchaus besonders, beispielsweise der von “Break My Chains” mit seinen großen Vocal-Intervallsprüngen. Dazu hat man mit “Bloodlines” einen Track mit Noora Louhimo von BATTLE BEAST und, kein Witz: Es ist KEINE BALLADE. Alleine, Noora als Gastsängerin nicht in eine Ballade zu packen, wie ungefähr alle anderen Bands es mit ihr bislang gemacht haben, verdient Respekt.
Bei “In The Name Of Love” wird man dann doch etwas schmalziger, mit extrem poplastiger Strophe und mächtigem Gänsehaut-Midtempo-6er-Takt-Chorus sowie Gastsängerin Susanna Aleksandra von Cyan Kicks. Der Titeltrack hackt anschließend in bester Geiermanier los und entwickelt sich dann abermals sehr treibend mit einem weiteren Beispiel für die Call-and-Response-Gesangskomposition, die ARION generell gerne und gewinnbringend auffahren. “I Love To Be Your Enemy” ist sich nicht zu schade für einen Prototyp-Trailersoundtrack-Drop im Intro und kommt danach als der bislang aggressivste Track daher, mit beinahe unmelodischen Vocals in der Strophe und ordentlich Geballer, mächtigem Chor und böser Gitarrenarbeit. Das instrumentale “Where The Ocean Meets The Sky” pendelt zwischen etwas zu sehr König der Löwen und hartem Bombast, “I Don’t fear You” geht nochmal fröhlich ab und “Until Eternity Ends” ist die metalfreie Ballade, die solche Bands halt anscheinend für unabdingbar halten. Mein Geschmack ist es nicht, den Rest des Albums macht es aber auch nicht schwächer.

Fazit:
Jap, auf diese Weise macht das, was ich normal als “zu gelutscht” bezeichnen würde, halt doch wirklich Spaß. Die Songs von “Vultures Die Alone” sind charakterstark, mit Liebe auf Metal-Hit geschrieben und über die Dauer des Albums enorm kurzweilig. Aufmachung nicht über, sondern mit Substanz, Spaßfaktor hoch – Party on, Wayne, Party on, Garth!

Anspieltipps:
“Bloodline”, “I Love To Be Your Enemy” und “Break My Chains”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Out Of My Life
02. Break My Chains
03. Bloodline
04. I’m Here To Save You
05. In The Name Of Love
06. A Vulture Dies Alone
07. I Love To Be Your Enemy
08. Where The Ocean Greets The Sky
09. I Don’t Fear You
10. Until Eternity Ends

Jannis

 

PALADINE – Entering The Abyss

Band: Paladine
Album: Entering The Abyss
Spielzeit: 54:21 min
Stilrichtung: Heavy/Power Metal
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.facebook.com/paladinebandofficial

Griechenland ist eigentlich kein Land, an das man automatisch denkt, wenn man über Metal nachdenkt. Das ist eigentlich schade, denn eigentlich finden sich dort so einige gute Metalbands jeglicher Untergenres und auch der Power Metal ist mit Qualitäts-Acts wie EMERALD SUN und FIREWIND auf jeden Fall vertreten. Und mit PALADINE natürlich, die 2013 gegründet wurden und nun mit “Entering The Abyss” ihr zweites Album draußen haben. Konzeptalbum, hart poweriges Cover, Titel wie “Mighty Heart” und “Darkness And Light” – das klingt nach Swords and Glory, ist dies tatsächlich jedoch weniger in MANOWAR-musikalischer Hinsicht, als auf textlicher Ebene, und auf dieser in einem gesunden und nicht unfreiwillig pathetisch-komischen Ausmaß.
Der Sound von “Entering The Abyss” ist gelungen, warm und voll, mit einer korrekten Portion Härte. Die orchestralen Elemente sind mal ausgeprägter, mal Streicher-Pad-artiger und etwas weniger authentisch klingend, an letzteren Stellen jedoch nichtsdestotrotz ebenso angenehm mit einem leichten Retro-Flair. Und wenn man sie mal nicht braucht, beispielsweise beim vergleichsweise thrashigen “Hourglass In The Sky”, dann lässt man sie eben weg, setzt sie somit gewinnbringend an sinnhaften Stellen ein, ohne die Platte auf Teufel komm raus damit zu überladen.
Sänger Nick Protonotarios hat eine raue Grundstimme, die je nach Anlass noch etwas rauer oder doch etwas klarer ausfällt, legt Emotion in seine Vocals und garniert diese durch ein gekonntes Vibrato. Passt zur Musik, kann er gut, Lob dafür. Die restlichen Bandmitglieder leisten ebenfalls sehr gute Arbeit, insbesondere die Gitarren gehen zum Teil ziemlich ab, immer jedoch im Sinne der Musik und nicht aus “Look at my huge Balls”-Gründen.
Und die Songs an sich? Ergeben in ihrer Gesamtheit ein Album, das auf eine sehr unaufdringliche Weise echt gut geworden ist. Keine großen Experimente, kein Part, der wirklich aus der Reihe fiele, stattdessen eine Besinnung auf die wesentlichen Bestandteile des Genres und eine starke Umsetzung dieser Bestandteile. PALADINE machen nicht den überkitschten Gänsehaut-Metal, der Kitschfaktor ist im Gegenteil praktisch nonexistent. Melodiefokussiert ist man dennoch und schafft so ein Album, das sich an seinen generischsten Stellen immer noch absolut richtig anfühlt, an seinen besten den Freunden klassisch melodischen Metals ohne Schnickschnack kleine Freudentränen beschert. Und diese besten Stellen sind unter anderem quasi alle Refrains, die absolut im Sinne des Genres gehalten sind, allerdings hörbar mit dem Wunsch geschrieben wurden, einen Mehrwert zu bieten, sich von all den 08/15-Refrains da draußen durch kreatives Songwriting abzusetzen. Und auch abseits dessen ist “Entering The Abyss” ein höchst gekonnt komponiertes Stück Metal, mit in sich schlüssigen und alles andere als langweiligen Songs, das, für unsere regelmäßigen Leser, in seiner unpenetrant dargebotenen Qualität ein wenig an FIRELAND erinnert.

Fazit:
Solche Bands und Alben haben es in Zeiten des überfett produzierten, synth-lastigen Power Metals nicht besonders leicht. Doch wenn solcher Power Metal ein geiles Gericht mit Unmengen an effizienten Geschmacksverstärkern ist, dann sind PALADINE das Essen, das Oma einem liebevoll selbstgekocht mit natürlichen Zutaten serviert. Beides hat seinen Reiz, aber seinen wir ehrlich: Bei Oma schmeckt es immer noch am besten!

Anspieltipps:
„Entering The Abyss“, „Hourglass In The Sky“ und „Brother Against Brother“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Raistlin’s Ambition
02. War Of The Lance
03. Between Gods And Men
04. Mighty Heart
05. Entering The Abyss
06. Darkness And Light
07. Hourglass In The Sky
08. Brother Against Brother
09. Sacrifice Of A Hero
10. The Return
11. River Of Souls

Jannis

 

JOHAN KIHLBER’S IMPERA – Spirit Of Alchemy

Band: Johan Kihlberg’s Impera
Album: Spirit Of Alchemy
Spielzeit: 39:04 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: http://www.impera.org/

 

Johan Kihlberg ist mit seiner 2011 gegründeten Band IMPERA zurück, der aus Schweden stammende Musiker war vor IMPERA bereits über 30 Jahre lang im Geschäft und arbeitete mit Mitgliedern von Acts wie KISS, THIN LIZZY, EUROPE, RAINBOW und MÖTLEY CRÜE zusammen. Nun erscheint das sechste IMPERA Album, unterstützt wurde er von Jonny Lindkvist am Mikro, Lars Chriss an Gitarre. John Leven, Mats Vassfjord und Pontus Egberg am Bass, Kay Backlund an Keyboards und Snowy Shaw am Schlagzeug.

Kihlberg fährt hier eine härtere Schiena als auf den Vorgängern, das Ding kommt im Metalgewand aus den Boxen. Alle Songs besitzen sehr gute Melodien und wenn die Gitarren ein wenig softer wären könnte man durchaus meinen einem Melodic Hard Rock Album zu lauschen. Irgendwo zwischen harten Melodic Hard Rock bis sehr gutem Metal mit einer Tendenz zum Metal liegt der Sound.

“Nothing Will Last” ein brachialer Song, hart, schnell sehr gut. “Read It An Weep” fährt das volle Brett aus aber im Midtempo stark gemacht, “All About You” flott, hart und stark gemacht. Bei “When Souls Collide” kommt geiles Metalriffing zum Einsatz, “In Heaven” wechselt zwischen Metal und Hard Rock Parts sehr gut umgesetzt, mit eingängigen Refrain. “What Will Be Will Be” kommt wieder mit wechselnden Parts von nachdenklich bis Metal beim Refrain und Solo, “Lost Your Life To Rock N‘ Roll” flott und hart. “No” sehr gut fast Melodic Hard Rock mit einem Brett aus Riffs mein Favorit, “Battle” ein Instrumental macht das Schlußlicht, hört sich an wie wie von einem Soundtrack aus einem SyFi Blockbuster in einer spannenden Schlüsselszene.

Lindkvist erinnert an Rob Rock und setzt durch seine Leistung ein Ausrufezeichen.

Fazit:

Sehr guter Metal wird auf dem Album geboten, mit der richtigen Portion Keyboards und Musikern die ihr Handwerk verstehen, abgerundet wird der Rundling von einem SiFi Cover ala Dune trifft Riddick. Ich vergebe eine Bewertung von 8 Sternen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Nothing Will Last
02. Read It And Weep
03. All About You
04. When Souls Collide
05. In Heaven
06. What Will Be Will Be
07. Lost Your Life to Rock ‚N‘ Roll
08. No
09. Battle

Balle

WARRIOR PATH – The Mad King

Band: Warrior Path
Album: The Mad King
Spielzeit: 52:12 min
Stilrichtung: Epic Power Metal
Plattenfirma: Symmetric Records
Veröffentlichung: 01.03.2021
Homepage: www.facebook.com/warriorpathgr

2 Jahre ist es her als mich die Jungs von WARRIOR PATH aber so dermaßen mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum von den Socken gehauen haben!
Es wurde daher dringend Zeit für neues Futter von Bandmastermind Andreas Sinanoglou, wieder im Gespann mit Ex FIREWIND Musiker Bob Katsionis und Schlagzeuger Dave Rundle.
Der auf dem Debüt noch zu hörende Yannis Papadopulos (BEAST IN BLACK) ist nicht mehr an Bord. War ja fast zu erwarten bei der anderen Hauptverpflichtungen, die er hat.
An seiner Stelle tritt aber niemand geringeres als der legendäre Daniel Heiman (LOST HORIZON) der Yannis absolut eben würdig ist!
Das neue Album soll noch eine Spur epischer und vor allem düsterer ausgefallen sein. Perfekt für Daniels Stimme wie ich finde.
Dann schauen wir mal ob auch das neue Werk von WARRIOR PATH so stark ist wie das Debüt?
Mit einem stimmungsvollen instrumentalen Intro wird die Scheibe eingeleitet bevor der epische Titeltrack „The Mad King“ das Ruder übernimmt und uns direkt den ersten Hit spendiert!
Die Nummer ist wunderbar aufgebaut und steigert sich von Minute zu Minute. Der neue Sänger Daniel passt, wen wundert es, perfekt zur Mucke und ist definitiv die perfekte Wahl gewesen, das kann man schon direkt festhalten!
Über den knackigen Powermetaldoppelpack „His Wrath will Fall“ und „Beast of Hate“ sowie der überlangen Epicbrecher „Don’t Fear the Unknown“ geht es ziemlich zügig in den Mittelteil der Scheibe.
Hier gibt man sich ebenfalls absolut keine Blöße und präsentiert uns weitere erstklassige Epic Powermetalware in Form von „Savage Tribe“ und „Avenger“.
Puuh also bis jetzt ist man echt absolut erstklassig unterwegs und lässt nicht so wirklich nach was die Songqualität angeht.
Mal schauen ob das Fest für Genrefans im letzten Drittel auch weitergeht?
Oh ja, absolut, diese Frage kann ich mit einem fetten JA beantworten!
Auch die letzten drei Tracks sind weit, weit entfernt von Standardmetal und wissen direkt zu gefallen und zu begeistern!
Epic Powermetalfans kommen hier insgesamt absolut auf ihre Kosten!

Anspieltipps:

Greift hin wo ihr wollt, alles ist hier absolut hörbar und erstklassig!

Fazit :

Tja was soll ich hier noch großschreiben? Ich glaube ich habe meiner Begeisterung für das neue WARRIOR PATH Album schon genug Aufmerksamkeit geschenkt!
Man übertrifft das Debütalbum auf jeden Fall nochmal etwas und auch der neue Sänger Daniel Heiman fügt sich bestens in den Sound ein.
Dieses neue Album ist, wie auch das Debüt, jeden Cent wert und ein ganz heißer Anwärter für die Genrehitliste 2021! Unterstützt diese tolle Band und kauft am besten direkt über die Bandcampseite der Jungs.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. It Has Begun (Instrumental)
02. The Mad King
03. His Wrath will Fall
04. Beast of Hate
05. Don`t Fear the Unknown
06. Savage Tribe
07. Avenger
08. Out from the Shadows
09. Neverending Fight
10. Last Tale

Video zu „His Wrath will Fall”:

Julian

METALITE – A Virtual World

Band: Metalite
Album: A Virtual World
Spielzeit: 47:32 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.metalite.se

Knapp 1,5 Jahre ist es her, da beglückten uns METALITE mit ihrem zweiten Album „Biomechanicals“! Dort war die neue Sängerin Erica Ohlsson zu hören und mit AFM Records hatte man zum damaligen Zeitpunkt ein neues Label.
Beides war ein absoluter Glücksgriff und die Scheibe schlug super in die Metalwelt ein.
Nun ist man schon wieder zurück mit neuem Futter für die Fans, „A Virtual World“ heißt das neue Werk wo es dieses Mal nicht so viele Neuerung zu vermelden gibt!
Das heißt auch das nach wie vor der Modern Melodic Metal hier gespielt wird, der mit allerlei technischen Spielereien wie Synthies und Co aufwarten kann.
Produziert wurde das neue Werk abermals von Jacob Hansen (VOLBEAT, AMARANTHE).
Na das klingt doch alles sehr gut, dann horchen wir doch direkt mal in den Opener und Titeltrack „A Virtual World“ rein. Bandtypisch bekommen wir direkt die volle Dröhnung Synthies auf die Ohren bevor Sängerin Erica erklingt und man schon mitten drin in einem flotten Midtemposong ist.
Die Nummer ist zu Recht der Titeltrack und kann direkt überzeugen und bleibt sofort im Ohr hängen! Ein mehr als überzeugender Beginn.
Und apropos überzeugend und im Ohr hängen bleiben, das trifft auch auf das folgende „Cloud Connected“, „Talisman“ und das pfeilschnelle „Beyond the Horizon zu. Hier ist man absolut hitverdächtig unterwegs, vor allem im etwas längeren letztgenannten Song, und die Genrefans finden hier erstklassige Ware für ihre Ohren.
Nun sind wir direkt schon im Mittelteil der Scheibe angelegt wo die Jungs und das Mädel ihr Pulver noch lange nicht verschossen haben und uns die volle Hitdröhnung in Form von „Peacekeepers“, „The Vampire Song“ und auch mit etwas Abstrichen „We`re Like the Fire“ auf die Ohren geben.
Im letzten Drittel schwächelt man dann ganz leicht und ist nicht mehr so zielsicher und hitorientiert in jedem Song unterwegs.
Aber trotzdem haben wir mit der Powerballade „Alone“ hier noch einen absoluten Hit zu vermelden.

Anspieltipps:

„A Virtual World“, „Cloud Connected”, “Beyond the Horizon”, “Peacekeepers” und “Alone”

Fazit :

Trotz der leichten Durchhänger im letzten Drittel, METALITE sind auf ihrem neuen Album davor so dermaßen erstklassig und hitsicher unterwegs das Fans von Modern Melodic Metal aus dem Dauergrinsen nicht mehr herauskommen!
Der Hang und die LIebe zu Synthies und ordentlich Keyboards sollte natürlich vorhanden sein, dann ist der Diskus eine wahre Offenbarung für den Fan!
Ganz klar das bisher stärkste Album der Band!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. A Virtual World
02. Cloud Connected
03. Talisman
04. Beyond the Horizon
05. Peacekeepers
06. The Vampire Song
07. We`re like the Fire
08. Artificial Intelligence
09. Alone
10. Running
11. Synchronized

Video zu “Cloud Connected”:

Julian

SLAVES TO FASHION – The History Of Heavy Metal

Band: Slaves To Fashion
Album: The History Of Heavy Metal
Spielzeit: 59:33 min
Stilrichtung: Omni Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 13.02.2021
Homepage: www.facebook.com/slavestofashion

Ganz selten habe ich Alben zum Rezensieren auf dem Tisch, bei denen ich auf seltsame und sehr positive Weise richtig emotional werde, weil sich beim Hören unweigerlich das Gefühl einstellt, hier hat eine kleinere, unbekannte Band nicht nur absolut unnormale Mengen an Arbeit und Herzblut investiert, sondern auch etwas verdammt Großes geschaffen. Ein Gefühl, das wohl am besten als das hundertprozentige der Band den Stolz und die positive Resonanz Gönnen beschrieben werden kann, den/die die entsprechende Band aufgrund ihres Werkes hoffentlich verspürt und erfährt. Die Eigenveröffentlichung “The History Of Heavy Metal” von SLAVES OF FASHION ist so ein Album.
Das Konzept der Platte der Norweger: Jeder Song ein anderes Untergenre, zum Teil mit mehreren Unter-Untergenres, eine metallene Wundertüte sozusagen. Das ist erstmal ambitioniert, insbesondere wenn man bedenkt, dass auch die Produktion der einzelnen Songs auf das jeweilige Genre abgestimmt wurde (was auch den einzigen kleinen Kritikpunkt mit sich bringt, dass einige wenige Song(part)s produktionstechnisch etwas schwächer als andere ausfallen und etwas anstrengender zu hören sind, beispielsweise der sehr höhenlastige True-Norwegian-Black-Metal-Part in “Expressions Of Extremity” – das beläuft sich aber auf nicht mehr als ca. sechs Minuten des Albums).
Natürlich läuft man bei einem solchen Projekt Gefahr, sich dann an Genres abzuarbeiten, das jedoch auf Kosten der Substanz der einzelnen Songs. Konzept vor Inhalt, sozusagen. Doch das passiert auf “The History Of Heavy Metal schlicht nicht. Um alle relevanten Punkte im Rahmen einer Rezension anzusprechen, hier in kurz und knapp:
– Johannes Støle ist ein großartiger und wandelbarer Sänger und wurde um diverse Gastsänger und eine Sängerin ergänzt, um ein authentisches Resultat zu gewährleisten. Die Vocals sind durchgängig auf sehr hohem Niveau, ebenso die Leistung der Instrumentalfraktion.
– Es gibt zu jedem Track ein eigenes Albumcover (!) – So viel Investition ins Booklet wird heutzutage immer seltener.
– Die Genreauswahl beschränkt sich nicht, wie man bei einer Heavy-Metal-Band erwarten könnte, auf die klassischeren Untergenres. Jesus, es gibt einen (großartigen) Nu/Emo-Metal Song (“The New Wine”), einen über 13 Minuten langen Progressive-Track (“The Evergrowing Tree”, eine wahnsinniges Tour de Force durch Prog-Metal-Subgenres), Alternative Metal (“Garden Of Chains”, auch großartig) und ganz viele andere Genres.
– Die Songs für sich sind tatsächlich einfach gute Songs, die den Spirit, den sie vermitteln wollen, absolut vermitteln und auch außerhalb des Albumkontextes wirklich Spaß machen.
– Die Kontraste zwischen den einzelnen Songs (und auch innerhalb der einzelnen Songs) sind hochgradig unterhaltsam. Der Metal ist die Grenze, aber innerhalb dieser Grenze gibt es keinerlei Einschränkungen.
– Das Songwriting ist absolut authentisch aber nichtsdestotrotz kreativ und intelligent. Sollte auch erwähnt werden.

Fazit:
Im Ernst, ich bin lange nicht mehr so gut unterhalten worden, von einem Album, das einerseits eine Liebeserklärung an das Genre ist, andererseits aber auch ein höchst ernstzunehmendes und auf skurrile Weise komplexes Gesamtkunstwerk, mit einem hörbaren Augenzwinkern und unendlicher Liebe zum Detail. Man kann “The History Of Heavy Metal“ nicht ausdrücklich genug empfehlen und die Platte wird mit absoluter Sicherheit weit oben auf der Liste meiner Lieblingsalben des Jahres landen. Trotz kleiner Kritik an Teilen des Sounds volle Punktzahl, mehr als verdient.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. MCMLXX
02. The Priest Of Maidenhead
03. Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll
04. Thrash Of The Titans
05. Expressions Of Extremity
06. Garden Of Chains
07. The Evergrowing Tree
08. The Power Of Metal
09. The Nu Wine
10. Too Close (To See Clearly)

Jannis

WITHERFALL – Curse Of Autumn

Band: Witherfall
Album: Curse Of Autumn
Spielzeit: 57:08 min
Stilrichtung: Progressive Power Metal
Plattenfirma: Century Media
Veröffentlichung: 05.03.2021
Homepage: www.witherfall.com

WITHERFALL legen 2 Jahre nach dem letzten, gefeierten Werk („A Prelude to Sorrow“) den Nachfolger vor. Und die US Truppe hat wahrlich geklotzt und nicht gekleckert: Als Produzent konnte man (den zum Zeitpunkt der Albumproduktion noch gerade so als leicht komisch aber noch irgendwie okay durchgehenden, mittlerweile Szeneweit als Vollhorst bekannten Capitol-Stürmer) Jon Schaffer (ehemals Demons & Wizards, Iced Earth) verpflichten, das Engineering und der Mix wurden Jim Morris (Savatage, Death) anvertraut, die Drums (eingespielt von Neuzugang und German Wunderkind Marco Minnemann) wurden separat von Bradley Cook (Slash, Foo Fighters, Chris Cornell) aufgenommen und zu guter Letzt besorgte Tom Morris (Trans-Siberian Orchestra) das Mastering in den berühmten Morrisound Recording. Wow, Namedropping galore. natürlich besteht die Truppe selber ebenfalls aus durchweg fantastischen Musikern: Sänger Joseph Michael ist nebenbei auch noch bei Sanctuary tätig und Gitarrist Jake Dreyer stand bis zuletzt in den Reihen von Iced Earth neben dem mittlerweile inhaftierten Schaffer.

Aber genug der Details und ab in Album Nummero 3 der Band, die wie nur wenige wissen, dass es einer gewissen Abwechslung und hier und da auch den Mut zum Bremspedal braucht um den Hörer über eine ganze Albumlänge bei der Stange zu halten. Auf „Curse Of Autumn“ ziehen WITHERFALL daher so ziemlich alle Register: Das Eröffnungsdoppel „The Last Scar“ und „As I Lie Awake“ schieben nach dem Intro/Opener ebenso ordentlich nach vorne, wie immer wieder packende Hooklines eingewoben werden, denen Sänger Joseph Michael gekonnt Leben einhaucht. Im weiteren Verlauf schafft „Another Face“ den spannenden Spagat zwischen Queensryche und Fates Warning, während „Tempest“ gekonnt Black Metal artige Riffs in ein deftiges Powermetal Gewand webt. Dass Marco Minnemann Portnoy-artige Frickelparts knüppeln kann, wissen wir ja spätestens seit dem Dream Theater Audition Video. Nun, Dreyer kann einen mindestens ebenso überzeugenden Petrucci abgeben. Und so sind in dem weitestgehend starken Longtrack „… And They All Blew Away“ mitunter krasse Parallelen zu den Progmetal Urvätern auszumachen. Am überzeugendsten kommen WITHERFALL aber in den straighteren Tracks rüber, die flotter zur Sache kommen. Das Gesamtkunstwerk wird zudem vom schon genannten Opener „Deliver Us Into The Arms Of Eternal Silence“ sowie der filigranen Abschlussnummer „Long Time“ abgerundet, die das Ganze perfekt abschmecken.

„Curse Of Autumn“ ist ein bärenstarkes Album geworden, dass dank seiner feinstens austarierten Arrangements, der clever gewählten Songreihenfolge, den stimmungsvollen Kompositionen (das Artwork passt da ebenfalls wie Arsch auf Eimer) und nicht zuletzt der aberwitzigen Spielkunst aller Beteiligten zu einer Pflichtveranstaltung für alle Fans von angeproggtem Heavy Metal geworden ist. Die etwas hemdsärmelige Produktion des Bärenbestäubers tut dem keinen Abbruch – da war aber definitiv noch Luft nach oben. Dennoch eine richtig geile Scheibe.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Deliver Us Into The Arms Of Eternal Silence
02. The Last Scar
03. As I Lie Awake
04. Another Face
05. Tempest
06. Curse Of Autumn
07. The Unyielding Grip Of Each Passing Day
08. The Other Side Of Fear
09. The River
10. … And They All Blew Away
11. Long Time (Acoustic Version)

Mario

SMITH/KOTZEN – Smith/Kotzen

Band: Smith/Kotzen
Album: Smith/Kotzen
Spielzeit: 47:18 min
Stilrichtung: Hard/Classic Rock
Plattenfirma: BMG
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.smithkotzen.com

Als die Neuigkeiten, dass ADRIAN SMITH (hauptberuflich Obersympath, Gitarrist und Songschreiber bei Iron Maiden) und RICHIE KOTZEN, der immer noch als einer der begnadetsten Gittarenhelden der Shrapnel Schmiede gilt und es als Solokünstler zu einer beeindruckenden Werkschau gebracht hat, gemeinsame Sache machen, war das allgemeine Hallo groß. Beide Künstler/Gitarristen haben eine enorme Fangemeinde und die Fotos, die im Internet kursierten, suggerierten, dass sich hier tatsächlich 2 gefunden hatten die auch persönlich gut miteinander auskommen und es sich um kein reines Retortenprodukt handelt (Fontiers und ihre künstlich mutierten Supergroups lassen grüssen). Die beiden Herren haben nun also ein gemeinsames Album eingespielt, dass irgendwo im klassischen Blues/Hard Rock ala Black Country Communion angesiedelt ist. Den Gesang sowie die Gitarrenarbeit teilen sich die beiden und haben es sich auch nicht nehmen lassen manche Bassspuren (SMITH) und einige Drumparts (KOTZEN) gleich mit einzuspielen (gekonnt ist halt gekonnt).

Gegen RICHIE KOTZEN solistisch bestehen zu wollen, bzw. technisch dagegen zu halten, hat grundsätzlich wenig Sinn. Das weiß der Gentleman und gelernte Sideman ADRIAN SMITH natürlich und bleibt hier vorbildlich in der zweiten Reihe. Dort scheint sich das britische Metal Urgestein auch am wohlsten zu fühlen. Immer wenn SMITH den mit einer wahrlich ausdrucksstarken Stimme gesegneten KOTZEN gesanglich unterstützt, wird es prickelnder (die beiden harmonieren ganz hervorragend) und SMITH‘s gediegenen, bluesigen Soloeinwürfe sind wohl ganz bewusst basisch gehalten um den frivolen Griffbrettkapriolen des Amerikaners nicht in die Quere zu kommen. Die herausragenden Tracks der Scheibe sind die entsprechend passend gewählten Vorab-Singles: „Taking My Chances“ besticht durch einen catchy Refrain, „Scars“ hingegen kann den Hörer durch fein ausbalancierte Gitarrenparts, einen tonnenschweren Groove und die gelungene Abwechslung der Gitarren- und Gesangsparts begeistern. Während die beiden Haudegen in „Solar Fire“ ordentlich das Gaspedal durchdrücken, werden in „Glory Road“ Erinnerungen an Jeff Healey‘s „Feel This“ Album geweckt. Insgesamt muss man feststellen, dass die von Kevin Shirley schön erdig in Szene gesetzte Scheibe wohl am ehesten ins Beuteschema von RICHIE KOTZEN Jüngern passend sollte, denn mit SMITH’s Hauptband hat die Musik wenig bis gar nichts zu tun. Aber SMITH hat sich über die Jahre hinweg durch sein elegantes und melodiöses Spiel eine enorme Fangemeinde erspielt, die bei „Smith/Kotzen“ ebenfalls voll auf ihre Kosten kommen dürfte.

Mit großer Spannung erwartet, enttäuscht das Debüt Album von SMITH/KOTZEN glücklicherweise zu keinem Moment. Fans der beteiligten Musiker und Freunde von handgemachtem, professionell produziertem Hardrock alter Schule können hier bedenkenlos zugreifen. Gerne mehr davon.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Taking My Chances
02. Running
03. Scars
04. Some People
05. Glory Road
06. Solar Fire
07. You Don’t Know Me
08. I Wanna Stay
09. ‚Til Tomorrow

Mario