WONDERWORLD – Live Fire

Band: Wonderworld
Album: Live Fire
Spielzeit: 59:28 min
Stilrichtung: Bombast Classic / Hard Rock
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 15.12.2021
Homepage: www.wonderworld.no

 

Die Norweger WONDERWORLD veröffentlichen ihr viertes Album, die ersten drei habe ich verpasst. Wer oder was sind WONDERWORLD, Roberto Tiranti an Mikro und Bass, Ken Ingwersen Gitarren, Keyboards und Vocals und Tom Fossheim an der Schießbude. Unterstützt wurden die Drei von Ken Hensley, Einar Thorbjornsen, Lars Andre Kvistum und Christian Nystrom.

Bevor ich noch weiter ausführe, dieses Album ist eine Ehrung eines Engen Freundes und so wie die Songs eingespielt wurden zeigen die Musiker ihren Respekt für das Schaffen der von Hensley komponierten Musik

Was kommt auf den Hörer zu wen er sich auf das Album einlässt, es kommt ein Power Classic / Hard Rock Album auf den Hörer zu. eine Ehrung von KEN HENSLEY Coversongs. Ungefähr eine Schnittmenge aus URIAH HEEP, DEEP PURPLE, KAASIN und epischem RONNIE JAMES DIO mit dem Gefühl von Skandinavien. Die Stimme hat eine besondere Faszination und überzeugt auf Ganzer Linie, die Gitarren hauen auf den Putz und machen ein Highlight aus den Songs. Bass und Drums spielen die Arschtreter und machen dies sehr intensiv. Das Ding hat eine Power das es nur so rappelt, geil und abgefahren krallen sich die Songs in die Gehörgänge und lassen einen an die alten Helden denken.

Los geht es mit dem Intro “Live Fire” erinnert ein wenig an ein Computerspiel bei dem man den Hafen erkundet. Dann kommt der erste Happen “Ready To Die” ein Highlight, bei Sunrise kommt der Spirit von URIAH HEEP zum Tragen aber auch ein Highlight. Das HEEP Cover “Easy Livin´” macht eine sehr gute Figur Bombast vom feinsten. “The Curse” geht voll auf die Zwölf die Jungs drehen genau an der richtigen Schraube um zu überzeugen, “Curcle Of Hands” lässt einem ein wenig Luft zum Atmen, Bei “Look At Yoursef” wird wieder voll aufgedreht was für eine Energie. “July Morning” lässiger Rock, “The Last Dance” starker Song. “Gypsy” macht einen auf volle Hose, “The Longest Night” eine Tränendrüsen Ballade zum Abschluß.

Eine Huldigung einer Classic Rock Institution dem leider im November 2020 verstorbenen Ken Hensley. Stark mit viel Power und Blut eingespielt kann überzeugen und kommt auf eine Wertung von 8,5 Sternen.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Live Fire
02. Ready To Die
03. Sunrise
04. Easy Livin´
05. The Curse
06. Circle Of Hands
07. Look At Youself
08. July Morning
09. The Last Dance
10. Gypsy
11. The Longest Night

Balle

SMALL JACKETS – Just Like This

Band: Small Jackets
Album: Just Like This
Spielzeit: 32:17 min
Stilrichtung: Power Blues N Roll Rock
Plattenfirma: Go Down Records
Veröffentlichung: 17.12.2021
Homepage: www.smalljackets.org

 

Die aus Italien stammende Formation SMALL JACKETS kommt mit einem neuem Album #5 aus dem Studio. Zu der Truppe gehören Mark Oak Vocals und Bass, Phil Baychans Gitarren und Vocals, Eddy Current Gitarren, Synthesizer Vocals und Danny Savanas an Drums und Vocals.

Auf diesem Album lassen die Jungs die letzten Sieben Jahre Revue passieren und präsentieren ein Album das deren Schaffen in diesen Jahren spiegelt. Das letzte Album orientierte sich in die Hardrock Ecke, so fügt sie nun auf “Just Like This” dem Mix noch eine kräftige Blues Note hinzu.

Die Stimme von Mark ist rau und klingt vorlaut und ungehobelt aber passt wie Topf auf Deckel zu dem Sound. Die Gitarren kommen mit Schmackes und Drive aus der Anlage. Die Synthis kommen bluestypisch durch, Bass und Schlagzeug geben einen Takt vor der sich gewaschen hat. Die Produktion hört sich so dermaßen Retro an das es schon wieder Spaß macht.

“Midnight Train” Blues N Rollt sich einen Wolf, erinnert vom Riffing ein wenig an “Johnny Be Good” nur mit mehr Hummeln im Hintern, “Getting Higher” ein Highoctane Blueser mit Rotznote. Bei “Next Level” wird richtig zu Sache gegangen, “Breakin´ The Line” kommt geil ein Flotter Brecher. Mit “Funky Crunchy Woman” werde ich nicht wirklich warm hört sich an wie HOT CHOCLOATE auf XTC, “The Jail” macht mir wieder her Spaß Highspeed Blues. Bei “Movin´ On” muss ich an AC DC auf einem Mächtigen Blues Trip denken ein Highlight, “Get Out Of My Way” ein Südstaaten Blueser wie er im Lehrbuch steht, bei “Celebrate” könnte GARY MOORE Pate gestanden haben.

Ein Frisches angebluestes Rockalbum, allerdings mit zwei Ausfällen in Form von “Funky Crunchy Woman und Celebrate” die Songs sind in die Hose gegangen. Der Rest geht voll in Ordnung, ich vergebe eine 7 als Bewertung, wenn die zwei Ausfälle nicht wären hätt es mehr gegeben.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Midnight Town
02. Getting Higher
03. Next Level
04. Breakin´ The Line
05. Funky Crunchy Woman
06. The Jail
07. Movin´ On
08. Get Out Of My Way
09. Celebrate

Balle

WRECK DEFY – The World Enslaved

Band: Wreck-Defy
Album: The World Enslaved
Spielzeit: 60:01 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Doc Gator Records
Veröffentlichung: 17.12.2021
Homepage: www.wreck-defy.bandcamp.com

Die kanadischen Thrash Metaler von WRECK-DEFY sind nach einem Jahr schon wieder mit einem neuen Album am Start. Mastermind Matt Hanchuck (g.) ist ja auch als Energiebündel bekannt. Nachdem er noch einige Riffs von der letzten Platte übrig hatte und man eh nicht live spielen konnte, wurde die Zeit sinnvoll genutzt, um die vierte Scheibe einzuspielen. Im Line-Up gab es auch ein paar Veränderungen. Greg Greg Christian (b., ex-Testament) war schon dabei, neu dazu kamen David Allen (d.) und Greg Wagner (v.). Letzterer löst Aaron Randall (ex-Annihilator) ab und mit ihm wird es noch flexibler und es geht öfters Richtung Power Metal. So, bevor es losgeht, muss ich den Sound erwähnen. Ich hoffe, dass der nur auf der Promo so ist, denn der macht keinen Spaß. Viel zu stumpf und wenig Druck dahinter.

Nach kurzem kanadischen Kettensägen Intro wird gleich Vollgas gegeben. Die Riffs auf „Bring It All Down“ sitzen, Sänger Greg lässt gleich sein Potential erkennen und es gibt viele gute Tempi-Wechsel. „Fashionably Offended“ bietet puren Thrash Metal. Aggressives Riffing und fiese Vocals zwingen einen wahrlich zum Headbangen. „Obey“ wird mit einem tollen Gitarren Intro eingeleitet, ehe es höchst melodiös weitergeht. Die variable Stimme passt hervorragend dazu und der Härtegrad wird auch angehoben, obwohl der Song im Midtempo Bereich angesiedelt ist. Auf „Crushing The Crowd“ geht es wieder flotter zu. Unbedingt öfters hören, denn in den knapp sieben Minuten passiert echt viel, da kommt garantiert keine Langeweile auf. Bei „Towing The Line“ kommt ein leichtes Overkill meets Megadeth Feeling auf. Der Refrain ist super eingängig. Meines Erachtens ist das Stück lediglich ein wenig zu lang geraten, aber das ist ja Ansichtssache. Ich finde den Titel „I’d Share Your Grave“ schon mal richtig stark. Hier wird eine fette Powerballade präsentiert, die unter die Haut geht. Wie Matt hier im Mittelteil das volle Metal Brett fährt, ist schon clever gemacht. „Death By War“ startet mit einem Spoken Word Intro und geht direkt in einen vollen Banger über. Hier können Kopf und Körper gar nicht stillstehen. Würde Testament auch gut stehen. „Moments Of Clarity“ steht ganz im Zeichen des Power Thrash Metal. Die melodischen Vocal-Lines ergänzen sich hervorragend mit dem harten und schnellem Spiel der anderen Bandmitglieder. Auf „Form Of Release“ kann man so viele Bands heraushören. Metallica, Pantera, Overkill und Accept werden hier wunderbar im WRECK-DEFY Stil vermischt und es kommt ein klasse Song heraus. Auch „Kill The Pain“ weiss zu gefallen. Wieder viel Abwechslung im Stück, fette Riffs und gutem Gesang inklusive.

Fazit: Der Sound verdirbt mir leider beim Hören sehr viel. Da wäre noch viel mehr drin gewesen an Punkten. Ansonsten macht das Album durchaus Spaß. Dafür gibt es gute 7 Punkte von mir.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Bring It All Down
02. Fashionably Offended
03. Obey
04. Crushing The Coward
05. Towing The Line
06. I’d Share Yout Grave
07. Death By War
08. Moments Of Clarity
09. Form Of Release
10. Kill The Pain

Julian

CROM – Into the Glory Land (EP)

Band: Crom
Album: Into the Glory Land (EP)
Spielzeit: 21:09 min
Stilrichtung: Epic Metal
Plattenfirma: From the Vaults
Veröffentlichung: 03.12.2021
Homepage: www.facebook.com/cromofficial

Seit 2017 und dem letzten Album „When Northmen Die“ haben wir nichts mehr von Walter Grosse und seinem Bandprojekt CROM gehört. Nun kehrt man aber endlich wieder zurück und wirft der dürstenden Fangemeinde mit „Into the Glory Land“ eine neue EP zum Fraß vor.
Auf dieser sind sowohl neue Songs als auch Akustik Versionen von schon bekannten Songs zu hören. Alle im typischen CROM Epic Metalgewand.
Bereit für den nächsten Schritt hat Mastermind Grosse auch bei einem neuen Label unterschrieben, nämlich bei From the Vaults. Dies ist ein neues Label im Umfeld des schön etablierten Mighty Music Labels.
So, dann starten wir die EP mal mit dem Titeltrack und Opener „Into the Glory Land“. Nach einer kleinen instrumentalen Einleitung nimmt die Midtempo Nummer Fahrt auf und bietet CROM Stoff aller erster Güte!
Hier finden die Bandfans direkt das was sie so Lieben an der Band. Ein toller Einstieg und der Beweis das die lange Pause nichts am Sound der Truppe geändert hat.
Eine ganze Ecke zackiger ist dann das anschließende „Riding Into the Sun“ welches ebenfalls bestes CROM Futter darstellt und mal etwas anderes ist als die eher epischen und langsamen Tracks die wir sonst so von der Band gewohnt sind. Sehr schön!
„The Hanging Tree“ ist dann „nur“ viel mehrstimmiger Gesang mit ganz leichter Instrumentalisierung und erzeugt ein tolles Feeling. Mehr als einmal musste ich bei der Nummer an die Serie Vikings denken, keine Ahnung warum, passt irgendwie voll dahin.
Alle Fans von BLIND GUARDIANs „The Bards Song” kommen dann beim folgenden „Wings of Fire, übrigens eine Neuauflage vom Debüt der Band,“ absolut auf ihre Kosten! Eine tolle Lagerfeuerballade die ähnlich wie das bekannte Vorbild ebenfalls ein toller Livetrack sein sollte!
Danach folgt dann das Cover des BATHORY Songs „Song to Hall Up High” welches ebenfalls wieder wunderbar emotional umgesetzt wurde. Ich kenn das Original nicht, sorry ist nicht meine Musikrichtung, aber diese Neuinterpretation ist einfach nur geil und hinterlässt bestimmt nicht nur bei mir absolute Gänsehaut!

Anspieltipps:

Einfach die ganze EP!

Fazit :

Mit dieser neuen EP haben CROM alles richtig gemacht! Man bleibt absolut in seinem Fahrwasser, hat tolle neue Songs und interessante Neuinterpretationen parat und bietet einfach auf der kompletten Spielzeit wirklich viel Qualität für das Geld.
Ja, auch ich hätte mir vermutlich ein komplettes, neues Album gewünscht, aber bei so einer starken EP nehme ich die „fehlenden“ Songs gerne in Kauf!
Geiles Teil und absolut empfehlenswert!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Into the Glory Land
02. Riding Into the Sun
03. The Hanging Tree
04. Wings of Fire
05. Song to Hall Up High

Video zu “Into the Glory Land”

Julian

THUNDER AND LIGHTNING – F.E.A.R

Band: Thunder and Lightning
Album: F.E.A.R
Spielzeit: 45:12 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 26.11.2021
Homepage: www.tnlmetal.de

Das letzte Album “Demonicorn” ist leider komplett an mir vorbeigegangen, aber nun sind die Berliner Heavy Metaller THUNDER AND LIGHTNING wieder zurück mit ihrem neuen Album „F.E.A.R“ und dieses Mal wandert das gute Stück auch wieder über unseren Rezensionstisch.
Wie immer war das Album eine komplette Bandeigenproduktion und wird auch noch in Eigenregie selbst vertrieben.
Mit Klaus Dirks (MOB RULES) hat man einen Gastbeitrag mit an Bord und ansonsten bewegt man sich nach wie vor in der musikalischen Schnittmenge zwischen ICED EARTH, IRON MAIDEN oder BLIND GUARDIAN.
So, starten wir mal mit dem neuen Album und dem Opener „Mother Me“. Dieser beginnt mit einer kurzen cineastischen Einleitung bevor die Riffs und das kraftvolle Drumming einsetzen.
Die Nummer setzt sich schon nach kurzem aufgrund ihres eingängigen Chorus ohne Problem in den Gehörgängen fest und bleibt dort lange haften, so muss das sein!
Sänger Norman ist nach wie vor richtig geil rau unterwegs und erinnert vor allem in den tieferen Lagen ganz extrem an Peavy von RAGE was schon immer ein hervorstechendes Merkmal war.
Der nächste absolute Hit ist dann das eher episch angehauchte „The Curse of Elisa Lam“ wobei das jetzt nicht heißt das die vorherigen Tracks schlecht sind, nein sie stechen einfach nur nicht so hervor.
Die nächsten Übertracks lassen dann aber nicht lange auf sich warten und kommen in Form des ausdrucksstarken „The Silent Twins“, der Vorabsingle „A Nation of Fools“, mit dem Gastbeitrag von Klaus Dirks und dem Titeltrack „F.E.A.R“ daher.
Alles wirkt hier wie aus einem Guss und man merkt das die Jungs es nach wie vor absolut drauf haben erstklassige Songs mit interessantem Aufbau und Eingängigkeit zu schreiben.
Ganz kommt man dann im weiteren Verlauf nicht mehr an die bisherigen Hits heran, auch wenn die abschließenden Powerballade „Time to Rise“ knapp daran vorbei schrammt, aber auch hier ist man von Ausfällen ganz weit entfernt. Alles ist hier auf einem insgesamt sehr starken und empfehlenswerten Niveau.

Anspieltipps:

„Mother Me“, „The Curse of Elisa Lam”, “Silent Twins”, “A Nation of Fools” und “F.E.A.R”

Fazit :

Qualitativ liefern THUNDER AND LIGHTNING einfach immer ab! Ein wirklich schlechtes Album habe ich von den Jungs bislang nicht zu hören bekommen und das bleibt auch beim neuen Diskus so.
Fans von ausdrucksstarken Heavy Metal finden hier das was sie suchen und die Band sollte doch nun so langsam mal den Geheimtippstatus ablegen können und ins große Rampenlicht treten, verdient hätten sie es mittlerweile so was von und eigentlich ist das längt überfällig!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Mother Me
02. Beyond the Mountain of Death
03. The Devil´s Wife
04. The Curse of Elisa Lam
05. The Silent Twins
06. A Nation of Fools (feat. Klaus Dirks)
07. F.E.A.R
08.R.A.E.F
09. Death of Innocence
10. Time to Rise

Video zu “A Nations of Fools”:

Julian

VOLBEAT – Servant Of The Mind

Band: Volbeat
Album: Servant Of The Mind
Spielzeit: 78 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Vertigo/ Universal Music
Veröffentlichung: 03.12.2021
Homepage: www.volbeat.dk, www.facebook.com/volbeat

Nicht mehr als das härteste Album der Bandgeschichte hatten sich VOLBEAT vorgenommen. Nach dem eher durchwachsenen „Rewind, Replay, Rebound“ klingt das Versprechen immerhin als sehr leicht erreichbar. Schon mit „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ haben sich VOLBEAT in eine eher seichte Richtung entwickelt und das ist schon schlappe 8 Jahre her. Das letzte Konzert, dass ich 2016 mit den Dänen erlebt habe, hatte dieses Gefühl nochmal verstärkt. Mit einem Publikum, das auch locker auf ein Pop-Rock-Konzert hätte gehen können, haben sich VOLBEAT zwar in deren Herzen gespielt, meinen Mann und mich aber aufgrund der sehr seichten Songauswahl ratlos zurückgelassen haben. Tatsächlich haben wir dann auch den Bezug zur Band nicht mehr wiedergefunden. Das sollte sich dann aber mit dem härtesten Album der Bandgeschichte ändern. Oder? Soviel vorweg, es ist besser als „Rewind, Replay, Rebound“. Aber es ist nicht das härteste und definitiv nicht das beste Album in der 16-jährigen Bandgeschichte der Dänen.
Mit „Temple Of Ekur“ ist ein guter und stimmungsvoller Einstieg gelungen, solide Gitarrenarbeit, weckt die Hoffnung auf mehr. Der Song hätte auch direkt von „Beyond Hell/ Above Heaven“ stammen können. Erwartungsvoll bin ich auf Song #2 eingestimmt. Okay, „Wait A Minute My Girl“ ist jetzt wirklich nicht hart, kann aber durch seine positiven Vibes und Rock’n’Roll Attitüde halbwegs überzeugen. Mit einer Art SLAYER-Gedächtnisriff startet „The Sacred Stones“, verliert dann aber die Power der heiligen Steine irgendwann im Song. Trotz des starken Riffings.
Absolut Hittauglich zeigt sich dann „Shotgun Blues“, der auch mit einer gewissen Portion Härte überzeugen kann. Dennoch kommt Poulsens Stimme hier etwas zu glatt rüber, das kennen wir auch deftiger. „Shotgun Blues“ zielt ganz eindeutig auf die Hitlisten ab, das hört man. Trotzdem einer der härteren und besseren Songs auf „Servant Of The Mind“.
So und so ähnlich geht es dann auch mit dem Rest des Albums weiter. „Say No More“ und „Becoming“ lassen nochmal die Thrash-Wurzeln hochleben und sorgen für bangende Luftgitarren. Immerhin.
Und immerhin kommt „Servant Of The Mind“ auf ganze 13 Songs, in der Deluxe Version werden nochmal 4 Songs extra spendiert. Eine stolze Spielzeit von 78 Minuten rundet das ganze ab und gibt den Fans dann doch einiges für ihr Geld.

VOLBEAT haben sich ein Stück in die – für mich – richtige Richtung weiter- oder auch zurückentwickelt und stehen mit Album #8 dem Metal wieder näher als mit den vorherigen Werken. Soundtechnisch sind die Stücke glatt, ohne Ecken und Kanten, was leider das Gesamtkunstwerk VOLBEAT schmälert. Technisch einwandfrei, fehlen hier die Emotionen, das Mitreißende, das Neue. Viel ist vorhersehbar, die Jungs sind mit ihrem unverkennbaren Rock’n’Metal Stil aber auch schon seit 16 Jahren im Musikversum unterwegs. Ich hoffe, sie bleiben aber weiter ihrem Rock’n’Roll-lastigen Stil und der jetzt (wieder) eingeschlagenen Richtung treu um auch die Herzen der „Alt“-Fans abermals zu verzücken. „Servant Of The Mind“ ist jetzt nicht wirklich schlecht, aber für meinen Geschmack (der leider so ziemlich Oldschool an den alten VOLBEAT hängt) auch nicht wirklich gut. So jammere ich jetzt noch etwas auf hohem Niveau, trauere der Vergangenheit hinterher (oldschool…) und hoffe auf das nächste Album, denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Temple of Ekur
02. Wait A Minute My Girl
03. The Sacred Stones
04. Shotgun Blues
05. The Devil Rages On
06. Say No More
07. Heaven’s Descent
08. Dagen Før (feat. Stine Bramsen)
09. The Passenger
10. Step Into Light
11. Becoming
12. Mindlock
13. Lasse’s Birgitta

Bonus:
01. Return To None (Wolfbrigade cover)
02. Domino (The Cramps/Roy Orbison cover)
03. Shotgun Blues (feat. Dave Matrise from Jungle Rot)
04. Dagen Før (Michael Vox Version)

Tänski

Aber macht euch selbst ein Bild:

 

LORDI – Lordiversity

Band: Lordi
Album: Lordiversity
Spielzeit: 284:32 min (wirklich)
Stilrichtung: Gute Frage.
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 26.11.2021
Homepage: www.facebook.com/lordiofficial

Okay, gut.

Okay.

Packen wir’s an.

Warum ist die Rezension so lang?
Weil das Album auch so lang ist. Wenn LORDI das dürfen, darf ich das auch.

Was ist der Stand der Dinge?
LORDI haben sich am ersten April mit der Ansage gemeldet, dass sie übrigens vier Alben auf einmal rausbringen. Dann alle so “Das ist doch kein guter Aprilscherz, Leute, dann enttäuscht Ihr uns ja am zweiten April”, und dann verkünden LORDI einen Tag später, dass das tatsächlich Blödsinn war, weil sie eigentlich sieben Alben auf einmal rausbringen. Was geht.

Warum sieben Alben?
Weil LORDI als letztes “Killection” rausgebracht haben, das ein Best-Of-Album mit Hits der “frühen” LORDI darstellen sollte. Allerdings war es ein normales Album, das einzelne Songs in unterschiedlichen Stilen beinhaltete, die Lordi im „Killection“-Narrativ vor ihrer eigentlichen Zeit angeblich herausgebracht haben; also einen aus ihrer Industrial-Ära, einen aus ihrer Disco-Ära etc. Schönes Konzept, besonders, wenn man dann noch bei den Aufnahmen und dem erzeugten Sound recht authentisch arbeitet und die Klangfacetten der Songs jeweiligen Klanglichkeiten von Songs aus der entsprechenden Zeit angleicht. War cheesy, halb authentisch und halb witzig. Die sieben Alben von “Lordiversity” stellen nun jene Alben der Band vor ihrer realen Discografie dar, die in „Killection“ zusammengefasst werden. Laut Mr Lordi sollten es zehn werden, das Label handelte ihn auf sieben runter.

Worin unterscheiden sich die Alben?
Grob gesagt, im Grundstil. “Sceletric Dinosaur” ist mehr oder weniger 70s Hard Rock, “Superflytrap” ist Disco, “The Masterbeast From The Moon” ist Progressive Rock, “Abusement Park” ist 80s Heavy Metal, “Humanimals” irgendwo zwischen 80s Hard Rock und AOR, “Abracadaver” ist 80s/90s Heavy/Thrash Metal und “Spooky Sextravaganza Spectacular” ist Industrial Metal. Wie die Songs auf „Killection“ unterscheiden sich auch die Alben deutlich in ihrer Produktion, in der Instrumentierung und den Kompositionen.

Was sagt man erstmal dazu?
Ganz klar: großen Respekt für diesen Aufwand! Sieben Artworks, sieben liebevolle, ganz unterschiedliche Intros, 70 Songtexte, 70 Songwritings, so viel Produktionsaufwand und viel Hingabe, um sich in die unterschiedlichen Stile derartig reinfühlen zu können. Klar, Corona sorgt dafür, dass so manche Musiker plötzlich mehr Zeit für Alben haben, aber sieben (noch einmal: SIEBEN, in Zahlen: 7) derartig konzipierte Alben auf einmal nach einem zwei Jahre zuvor veröffentlichten Vorgängeralbum sind brutal. Und ganz davon abgesehen: Die Idee ist grandios und zeugt davon, dass LORDI, wie schon länger immer wieder sichtbar, neue Ebenen von kreativer Arbeit mit in ihre Alben integrieren – nicht unbedingt hinsichtlich der einzelnen Songs, sondern eben der Albumkonzepte.

Aber wie ist denn sowas möglich in so kurzer Zeit?
Aaaaaha, und hier kommen wir nun zur Kritik. “Lordiversity”s Konzept ist Fluch und Segen gleichermaßen. Segen, weil die Idee, eine zuvor etablierte fiktive Reihe von Alben tatsächlich real werden zu lassen, halt einfach saugeil ist. Fluch, weil sie eine derartige Masse an Arbeit mit sich zieht, dass man entweder einige Jahre mehr braucht, um sie wirklich so liebevoll wie normale Alben auszuarbeiten, oder dass bei einer Arbeitsdauer von unter zwei Jahren die fehlende Liebe in den einzelnen Songs hörbar wird.
Seien wir ehrlich: Alleine ein 45-Minuten-Prog-Rock-Album benötigt, wenn es Tiefgang haben und tatsächlich in gutem Maße durchdacht sein soll, mindestens seine zwei bis drei Jahre, auf “Lordiversity” ist es eins von sieben und bekam vermutlich maximal vier Monate. Und so bewegt man sich oftmals an der Oberfläche der Stile, legt den Fokus darauf, dass das jetzt eben klingt wie Disco oder thrashigherer Heavy Metal, ohne die Facetten der einzelnen Stile so zu nutzen, so umzusetzen und mit Details anzureichern, wie man es von einem Einzelalbum einer Band des entsprechenden Genres erwarten würde. Und dann legt man beim finalen Chorus eben nicht noch eine zusätzliche Stimme drauf oder ändert die Vocalline noch ein bisschen ab, einfach, weil man noch 77 andere Tracks aufnehmen muss und „das schon so passt“.

Bedeutet?
Viele der Songs klingen nach “Kann man so lassen”-Stadium, haben stiltypische Melodieführungen, sind damit aber eben eher basic und lange nicht das, was LORDI mit mehr Zeit aus ihnen hätte machen können. Negativ fällt das am allermeisten beim Disco-Album auf, bei dem man sich offensichtlich auf die Reproduktion von absoluten Genrekonventionen verließ, da eben eine wirkliche Einarbeitung in die Möglichkeiten eines Genres zur selbstständigen Reproduktion mehr Zeit benötigt, als vorhanden war.

Was hätte man also besser machen können?
Weniger am Prinzip “Wir müssen jetzt wirklich vollständige Alben machen” festhalten. Klar ist das verlockend, ein (mindestens nahezu) einzigartiges Konzept und eine Herausforderung. Aber hätte man zum Beispiel Promo damit gemacht, dass man zwei Jahre lang alle auffindbaren Songs der verschollenen frühen Alben der Band zusammengesucht hätte, und pro Stil nur fünf Songs releast hätte, die dafür aber mit doppelt so viel Liebe gemacht, wäre niemandem ein Zacken aus der Krone gebrochen und das Ding wäre kurzweiliger, kompakter und smarter geworden. Ernsthaft, der Discotrack auf “Killection” war ein Witz und funktionierte bestens. Aber ein Witz wird nicht besser, wenn man ihn über eine halbe Stunde durchgängig immer wieder erzählt. Und das musste in LORDIs Augen nun scheinbar passieren – aus Prinzip eben. Sollen ja sieben Alben werden.

Also ist “Lordiversity” nun nicht gut?
Nee, so will man das auch nicht sagen. Wie erwähnt: Das Ding ist ein Stunt, ein Experiment, das in seinem Konzept und seiner Umsetzung insgesamt echt einmalig, interessant und stark ist – und man kann davon ausgehen, dass LORDI in Zukunft nicht darauf bauen, alle zwei Jahre immer mehr Alben gleichzeitig zu veröffentlichen, sondern beim nächsten Release wieder auf Ein-bis-zwei-CD(s)-Länge gehen, weil sie um die Probleme der Sieben-Alben-Herangehensweise wissen. Aber alleine als das, was es ist, hat das Ding Respekt verdient und ist, muss man halt auch wirklich anerkennen, viel besser als das, was andere mit dem gleichen Konzept hinbekommen hätten.

Und außerdem…
…muss man sagen, dass doch so einiges auch musikalisch wirklich gelungen ist. “Abusement Park” und “Humanimals” arbeiten mit den Stilen, in denen LORDI am ehesten zuhause sind, und das merkt man ihnen an. “Humanimals” ist wirklich fett und ginge auch einzeln beinahe als vollwertiges Album durch, “Abusement Park” fühlt sich auch sehr wohl mit dem, was es tut. “The Superbeast From The Moon” zeigt an so einigen Stellen, wozu LORDI in Sachen Songwriting eigentlich im Stande sein könnten. Das Ding mit einer zweijährigen Ausarbeitungsphase und etwas mehr LORDIscher Härte wäre Der. Shit. Denn ehrlich, wenn Du nicht übertriebene Songwriting-Skills in Dir verbirgst, haust du so ein Teil nicht in so kurzer Zeit einfach mal raus, wissen doch auch LORDI, dass das das Album auf „Lordiversity“ ist, bei der durchdachteres Songwriting am unumgänglichsten ist.
Zurück zum Thema: Und vom Rest der Subalben kann man sich immerhin jeweils 50 beliebige Prozent der Songs geben, bevor sie sich abnutzen. Insgesamt hat man sich über die nämlich auch Gedanken gemacht, nur über die einzelnen Songs eben nicht wesentlich mehr, als nötig.

Fazit:
Welches Deiner Kinder feierst Du mehr? Das, das am Strand eine wunderbar detailreiche kleine Sandburg mit vielen Türmchen baut, oder das, das Dir eine zweistöckige, begehbare und ein bisschen schräge Sandburg mit weniger Türmchen baut? Genau, beide haben ein Eis verdient. Ich habe den schweren Verdacht, dass “Lordiversity” kein Album ist, das aus 70 Hits bestehen soll, die allesamt in die Live-Setlists der nächsten 20 Jahre einfließen. Nein, Hits auf dem Niveau finden sich auf diesen Platten praktisch gar nicht. “Lordiversity” ist ein “Komm, lass mal was richtig Unerwartetes machen”-Album, das aus Corona-Langeweile entstand und wahnsinnig viel Herzblut auf wahnsinnig viele Tracks verteilen musste. Keiner aus der Band wird sich gedacht haben “Wir können in zwei Jahren sieben Alben machen, die in ihrer Qualität mit Einzelalben anderer Bands der gewählten Genres mithalten können”. Das war nicht der Punkt und das sollte auch nicht der Anspruch der Hörer an “Lordiversity” sein.
Nehmt dieses Bollwerk, staunt über den monströsen Aufwand und das saucoole Konzept dahinter, schreibt Euch beim ersten Hören für jeden Song eine Eins-bis-Zehn-Bewertung auf und packt dann alles über sechs in eine Playlist. Und wenn Ihr es ganz hören wollt, traut Euch, auch mal zu skippen, bevor es nervig wird. Dann habt Ihr das, was “Lordiversity” mit etwas mehr Scheißen auf das Konzept hätte sein können – und als Fans von LORDI oder als Freunde von kreativen musikalischen Konzepten habt Ihr eine Menge Spaß mit einem Teil der Songs, ohne Euch von einer größeren Menge an Lückenfüllern langweilen zu lassen. Ich meine, Songmaterial ist ja genug da.

WERTUNG: Ich kann das nicht bewerten. Wie soll man das bewerten? Bitte scrollt weiter.

Trackliste:

-Skeletric Dinosaur-
01. SCG Minus 7: The Arrival
02. Day Off Of The Devil
03.Spitfire
04. Maximum-O-Lovin
05. The King On The Head Stakers Mountain
06. Carnivore
07. Phantom Lady
08. The Tragedy Of Annie Mae
09. Blow My Fuse
10. Beyond The Isle Was Mary
-Humanimals-
01. SCG Minus 3: Scarctic Circle Telethon
02. Borderline
03. Victims Of The Romance
04. Heart Of A Lion
05. The Bullet Bites Back
06. Be My Maniac
07. Rucking Up The Party
08. Girls In A Suitcase
09. Supernatural
10. Like A Bee To The Honey
11. Humanimal
-Superflytrap-
01. SCG Minus 6: Delightful Pop-Ins
02. Macho Freak
03. Believe Me
04. Spooky Jive
05. City Of The Broken Hearted
06. Bella From Hell
07. Cast Out From Heaven
08. Gonna Do It (Or Do It And Cry)
09. Zombimbo
10. Cinder Ghost Choir
-Abracadaver-
01. SCG Minus 2: Horricone
02. Devilium
03. Abracadaver
04. Rejected
05. Acid Bleeding Eyes
06. Raging At Tomorrow
07. Beast Of Both Worlds
08. I’m Sorry I’m Not Sorry
09. Bent Outta Shape
10. Evil
11. Vulture Of Fire
12. Beastwood
-The Masterbeast From The Moon-
01. SCG Minus 5
02. Moonbeast
03. Celestial Serpents
04. Hurricane Of The Slain
05. Spear Of The Romans
06. Bells Of The Netherworld
07. Transmission Reply
08. Church Of Succubus
09. Soliloquy
10. Robots Alive
11. Yoh-Haee-Von
12. Transmission On Repeat
-Spooky Sextravaganza Spectacular-
01. SCG Minus 1: The Ruiz Ranch Massacre
02. Demon Supreme
03. Re-animate
04. Lizzard Of Oz
05. Killusion
06. Skull And Bones (The Danger Zone)
07. Goliath
08. Drekavac
09. Terror Extra-Terrestical
10. Shake The Baby Silent
11. If It Ain’t Broken (Must Break It)
12. Anticlimax
-Abusement Park-
01. SCG Minus 4: The Carnival Barker
02. Abusement Park
03. Grrr!
04. Ghost Train
05. Carousel
06. House Of Mirrors
07. Pinball Machine
08. Nasty, Wild & Naughty
09. Rollercoaster
10. Up To No Good
11. Merry Blah Blah Blah

 

Jannis

ZELBO – In My Dreams

Band: Zelbo
Album: In My Dreams
Spielzeit: 48:22 min
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Frontiers Music s.r.l.
Veröffentlichung: 10.12.2021
Homepage: www.facebook.com/ZELBOtheBAND

 

Mit ZELBO betritt eine neue Band/Projekt die Spielwiese, Mastermind ist der norwegische Keyboarder Dag Selbokar. Dag hat mit der Band DA VINCI Ende der 80er Jahre zwei Alben und ein Album 2017 veröffentlicht. Dag sicherte sich die Unterstützung seines langjährigen Freundes dem Gitarristen Ken Ingwersen, der schon mit OLE EVENRUDE und bei STREET LEGAL die Saiten zupfte. Komplett wird die Truppe durch die zwei talentierten und erfahrenen Musiker Frode Vassel am Mikrofon und Sturla Nostvik an den Drumsticks.

Das Debütalbum bietet skandinavischen AOR höchster Güte, in bester DA VINCI, WORK OF ART, DALTON, ALIEN, ART OF ILLUSION, ARTIC RAIN und MIKAEL ERLANDSSON Tradition. Typischer Skandirock mit jeder Menge Gitarren und Keyboardteppichen die teils wie Fanfaren ausgeführt wurden und einen sehr großen Tupfer 80er Jahre. Der Bass und die Schießbude machen Druck wie Sau, die Vocals sind sehr gut eingesungen. Die Stimme ist in einer sehr angenehmen Tonlage überzeugt und kann stundenlang gehört werden ohne zu nerven.

Skandinavien bringt einmal mehr den Beweis das die nördliche Region Europas zum Rockolymp gehört. Mit Bands und Projekten aus Skandinavien darf wie seit dem kometenhaften Aufstieg von ABBA im Popbereich immer gerechnet werden. Skandinavische Bands verstehen es eindrucksvoll, gekonnt und ohne Mühe eingängige Songs zu schreiben und diese mit einer Leichtigkeit einzuspielen.

Mit “In My Dreams” gelingt ein Einstieg nach Maß, “Fortune And Fame” kommt mit einem genialen Refrain aus den Boxen. Bei “Phoenix Rising” kommen leichte ASIA Vibes auf den Tisch ein Highlight, “Head’s Down” glänzt mit einer feinen Prognote bei der Art der Keys muss ich an ältere URIAH HEEP denken. Mit “Wild Young And Free” kommt eine gute Ballade, bei “Get Up And Get Over It” wird der E-Axt Auslauf gewährt ein fettes Highlight. “Beautiful Flyaway” kommt wieder mit einer feinen Prognote und MAGNUM like Keys, “Next Flight To Venus” erinnert an eine Mischung aus CATS IN SPACE und QUEEN. “Small Town Girl” eine nette Ballade mit genialem Refrain, “Waiting For The End” AOR in Perfektion, “Every Little Thing” ein ruhiger AOR Song zum Schluss.

Fazit:

Ein weiterer Skandihappen der es in sich hat. Noch nicht perfekt aber doch nahe dran, ich vergebe für dieses Debüt eine Bewertung von 8 Sternen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. In My Dreams
02. Fortune & Fame
03. Phoenix Rising
04. Head’s Down
05. Wild Young And Free
06. Get Up Get Over It
07. Beautiful Flyaway
08. Next Flight To Venus
09. Small Town Girl
10. Waiting For The End
11. Every Little Thing

Balle

MEMORY GARDEN – 1349

Band: Memory Garden
Album: 1349
Spielzeit: 51:28 min
Stilrichtung: Doom Metal
Plattenfirma: No Remorse Records
Veröffentlichung: 17.12.2021
Homepage: www.facebook.com/memorygardenofficial

Power Doom Metal steht auf der Promoliste mit MEMORY GARDENs neustem Werk “1349”. Das klingt interessant, ein wenig wie ein gruseliges Geisterschloss, in dem aber Spongebob wohnt, oder wie ein alter schwerer Panzer mit einem kleinen Regenbogenaufkleber auf der Rückseite. Oder wie ein Friedhof mit regelmäßig auslösenden Konfettikanonen, Ihr wisst, was ich meine.
Die Erwartungen haben sich nicht erfüllt (was irgendwie schön ist), dennoch passt die Genrebezeichnung bestens zum sechsten Album der Schweden in ihrer dreißigjährigen Karriere. Dazu liegt die LP natürlich voll in der Zeit mit ihrer Story, die in der Zeit angelegt ist, als eine Art Grippe die Menschen im 14. Jahrhundert zu 2G im Ablasshandel zwang.
So, jetzt zur Platte an sich. Die Produktion ist heavy, druckvoll und organisch und absolut passend für das Genre. Produzent ist aber auch Dan Swanö (OPETH, DARK FUNERAL, KATATONIA etc.), also verwundert das nicht wirklich.
Für alle, die MEMORY GARDEN sträflicherweise wie ich bislang vernachlässigt haben: In Teilen ist die Scheibe prototypischer und mit viel Liebe zum Genre gemachter Doom Metal mit allem, was ihn auszeichnet. Entsprechende Harmoniefolgen und Melodieführungen, toller Gesang mit Vibrato und Hall, böse Riffs, man kennt das. In Teilen werden die Melodien aber auch eingängiger, aber eben nicht auf die fröhliche DRAGONFORCE-Art, sondern ebenfalls düster, uncheesy und in Sachen Stimmung tragisch bis verzweifelt. Gerne werden solche Parts auch mal um einen Chor ergänzt und entsprechend feierlicher oder zumindest melodisch “massenkompatibler”. Dann wiederum werden diese Stellen sehr gerne mal durch ein fieses Riff oder kontrastierende Harmonien der Gitarren ein Stück weit umgedeutet, erhalten durch ihren Kontext praktisch einen neuen Anstrich, was erfreulich gut funktioniert und sehr definierend für den Sound von “1349” ist.
Was gibt’s noch? Eine gut eingesetzte Gastsängerin, kleine folkige Elemente beim in Teilen wunderbar feierlichen “Pariah”, einen sehr unkonventionellen und atmosphärischen Track mit “The Messenger” und die ein oder andere Verwendung von Taktarten abseits des klassischen 4/4tel-Takts.
Und all das ergibt zusammen ein wirklich starkes Album mit Sogwirkung, das konstant intensiv und angenehm kitschfrei ist, intelligent komponiert und vielseitig trotz seiner durchgehend düsteren Grundstimmung. Die Gesangs- und Instrumentalleistung lässt keinen Grund zur Kritik und somit…

Fazit:
…sollten die Leser, die Doom Metal mit einem größeren Anteil an Eingängigkeit mögen, hier unbedingt mal ein Ohr draufwerfen. So wie MEMORY GARDEN macht man Power Doom Metal, der auch Doom-Puristen keinen Anlass zur Verwässerungskritik geben sollte.

Anspieltipps:
“Pariah”, “The Messenger”, “1349” und “Rivers Run Black”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Shallow Waters
02. Pariah
03. Distrust
04. Rivers Run Black
05. The Flagellants
06. The Messenger
07. The Empiric
08. 1349
09. Blood Moon

Jannis

MAX ROXTON – The Voice Within

Band: Max Roxton
Album: The Voice Within
Spielzeit: 49:30 min
Stilrichtung: Modern Hard Rock
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 19.11.2021
Homepage: www.maxroxton.com

“Ein deutscher Miles Kennedy” – so wird MAX ROXTON laut seinem Promosheet gerne mal beschrieben, und das durchaus zurecht. Grob verallgemeinert hat das Debutalbum “The Voice Within” des als bester deutscher Hard-Rock-Sänger 2019 ausgezeichneten Multiinstrumentalisten nämlich in vielerlei Hinsicht heftige SLASH-Album-Vibes, was eine gute Sache ist. Über zwölf Tracks und gut 50 Minuten Spieldauer gibt es auf der Platte souverän gespielten und produzierten Hard Rock mit oftmals bluesiger Riffarbeit zu bestaunen, der sich gerne auch mal im Metal, Stoner und Post Rock bedient und bei “Masquerade” auch ein bisschen Crossover/Nu Metal ins Spiel bringt.
Doch die Basis der Platte bleibt Hard Rock in seiner modern-klassischen Form. Max hat die Instrumente kurzerhand allesamt selbst bedient und zeichnet sich dazu auch für die Vocals verantwortlich (ein paar kleine Gastauftritte anderer Musiker mal außen vor gelassen). Das war im Nachhinein betrachtet kein Fehler. Die Vocals sind allesamt gelungen, ob sie nun klassisch Hard-rockig druckvoll, unklar oder ruhig-gefühlvoller daherkommen. Lediglich ein wenig mehr Seele hätten sie in Teilen vertragen können, sind nicht allzu sehr auf Emotion aus, transportieren Melodien und führen die Songs aber sehr gut voran. Auch die Arbeit mit mehrstimmigen Vocals ist bestens gelungen.
Nicht minder gelungen ist die Gitarrenarbeit (auch hier sei unter anderem auf SHLASHige Einflüsse verwiesen). Die Riffs haben Charakter und wer auf stumpf liegende Power Chords aus ist, wird erfreulicherweise enttäuscht. Die Gitarrenarbeit ist allermeistens kreativ, eigenständig und ganz im Sinne der Tracks und jeweiligen Parts. Dazu saubere Drum- und Bass-Arbeit und man hat alles, was man für ein absolut gelungenes Hard-Rock-Album benötigt. Klar, auch mit all diesen Zutaten kann man es noch verkacken, aber das tut Max nicht.
Ja, seine Songstrukturen sind durchschaubar und nicht allzu innovativ (ruhigere Strophen, Intensivierung im Prechorus und Chorus), doch ist hier lobend anzumerken, dass Max etwas tut, was viele andere sich in härteren Musikgenres nicht trauen: gefühlvolles Spiel. In den Augen vieler sind zurückhaltende Strophen zwar sinnvoll und möglich, doch wenn sie Drums oder Gitarren beinhalten, werden diese gewohnheitsmäßig mit voller Kraft bedient, und gerade an diesen Stellen zeigt sich auf “The Voice Within” die Handgemachtheit der ganzen Sache. Gut, nach einiger Zeit nutzt sich das Konzept auch ein bisschen ab, aber schön, dass es Verwendung findet.
Ansonsten pendeln die Kompositionen zwischen sehr gut und zweckmäßig professionell genug, um korrekte Gitarrenarbeit und Qualitäts-Vocals unterzubringen. Zu den sehr guten gehören unter anderem der sich soundtechnisch immer weiter entfaltende Titeltrack, das in Teilen extra smoothe “Satelite”, der melancholische Tanzbeinschwinger “Within Your Mind” und das überraschend eskalierende “Misty Places”. Aber auch “Riot” sollte man durchaus mal Aufmerksamkeit widmen bei der Überlegung, ob man sich die Platte mal in Gänze anhören will. Denn unspektakulärer als der Track wird es auf “The Voice Within” nicht, und das will schon was heißen!

Fazit:
Klar, “The Voice Within” ist kein Debutalbum, das mit dem einer motivierten jungen Band aus ein paar Freunden mit einem Garagenproberaum vergleichbar wäre. Max ist zu diesem Zeitpunkt bereits absoluter Profi und das merkt man dem Ding auch an. Daher aber auch: sehr starke erste Album-Meldung ohne jegliche “Was soll das”-Momente, wie man sie sonst ab und an mal auf ersten Alben findet.

Anspieltipps:
“Now I Understand”, “Misty Places”, “Within Your Mind” und “The Voice Within”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. I’m Back
02. Center Of The Universe
03. Decay
04. Misty Places
05. Within Your Mind
06. Masquerade
07. Satelite
08. Riot
09. The Voice Within
10. Head Under Water
11. Never Again
12. Now I Understand

Jannis