HEADSTONE – Get On My Bones

Trackliste:

01. Appetite
02. Dealing With The Devil
03. Wherever You Roam
04. Get On My Bones
05. From Booze To Pain
06. Outlaw
07. Point Of No Return
08. Called You Back

 

 

Spielzeit: 32:50 min – Genre: Heavy Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 12.08.2022 – Page: www.facebook.com/headstone.rocks

 

Am 13.08.2022 fuhr ich nach Waldkraiburg in Oberbayern um mir das Trio SANDNESS anzusehen. An diesem Abend fand die Releaseparty der aus dem Landkreis Mühldorf stammenden Band HEADSTONE statt. Und eben diese Lokalmatadoren luden ihre Kumpels von SANDNESS als Vorband ein. Bei dieser Gelegenheit wechselte ich ein paar Worte mit den beiden Sängern von SANDNESS und auch mit dem Gitarristen Teddy von HEADSTONE. Ich entschloss mich kurzer Hand einen Review über das neue Album „Get On My Bones“ von HEADSTONE zu verfassen. Nachdem ich von Teddy die Promos bekam war als erstes eine Hörprobe angesagt. Die erste Überraschung für eine Eigenproduktion hat das Ding einen amtlichen Sound bekommen und die drei Rocker aus Oberbayern sorgen für gewaltig Alarm an der Gehörfront.

Aber erstmal von Anfang an, mir gefiel die Show von HEADSTONE recht gut, mit zwei kleinen Schönheitsfehlern. Zum ersten der Sänger war unvorteilhaft gemischt und nicht gut verständlich, zum zweiten haben die Buam genug drauf um ihre eigenen Songs zu spielen. An diesem Samstagabend haben die Jungs einige Coversongs gespielt, was auch nur nebenbei ein Schönheitsfehler war da die Band ein Set von zwei Stunden hingelegt hat und mit voller Power durchgerockt hat. Mich erinnerte das Trio vom Erscheinungsbild und auch von der gebotenen Mucke an eine Mischung aus SPIDER MURPHY GANG mit englischen Texten, AC DC, THE BRANDOS und AIRBOURNE. Liest sich chaotisch kommt Live aber richtig Geil rüber.

Zur Band gehören Russel McFish am Mikro und Bass, Teddy McRocket an Gitarren und Backing Vocals sowie Simon McMayhem an den Drums. Dieses Trio kann als Powertrio betittelt werden, dass aktuelle Album sowie Live versprüht die Band mit ihrer Art der Spielweise sehr viel Energie und kann überzeugen.

Die Stimme von McFish ist rau und vorlaut und passt sehr gut zum fast schon rotzigen Heavy Rock von HEADSTONE, McRocket lässt die Axt gewaltig fliegen und zaubert ein Riff nach dem Anderen aus dem Ärmel und McMayhem bearbeitet die Felle ohne Ende und treibt wie Sau.

Nun zum Album, als erstes ein kleiner Kritikpunkt, nur acht Songs und nur knapp unter 33 Minuten Spielzeit, zwei Songs hätten es mehr sein können. Genug abgekotzt auf dem Album wird kerniger Heavy Rock geboten in einer Schnittmenge aus AC DC, MOTORJESUS, ZZ TOP und THE BRANDOS mit einer feinen Blues und Southern Rock Note gewürzt. Diese Ingredienzen hören sich auf Konserve richtig cool und ausgewachsen an.

Jeder der auf die Vergleiche kann und mit Blues oder Southern Rock Note leben kann, sollte dem jungen Trio eine Chance und Probelauf geben denn der Heavy Rock ist nicht von schlechten Eltern. Das Cover Artwork passt irgendwie wie Arsch auf Topf zu der Rotzmucke die auf Dicke Eier macht.

Bei „Appetite“ könnte man meinen die Sümpfe Louisianas stehen vor der Haustür ein cooler Rocker, „Dealing With The Devil“ ein Vollgasstampfer der Dampf macht. „Wherever You Roam“ erinnert an mit Blues versetzten härteren Southern Rock, „Get On My Bones“ hört sich nach Blues, Sumpf, Moder und abgestandenem Wasser der Südstaaten an ein Hitalarm. „From Booze To Pain“ geht wieder ab wie Nachbars Lumpi mit frecher Punknote, „Outlaw“ noch so ein vorlauter Rocker der hängen bleibt. „Point Of No Return“ ein Blues N Roller geil gemacht, „Called You Back“ geht als Blues Rock Highlight durch.

Balle

DYNAZTY – Final Advent

Trackliste:

01. Power Of Will
02. Advent
03. Natural Born Killer
04. Yours
05. All The Devils Are Here
06. The White
07. Instinct
08. Heart Of Darkness
09. Achilles Heel
10. Power Of Now

 

Spielzeit: 41:42 min – Genre: Melodic Metal – Label: AFM Records – VÖ: 26.08.2022 – Page: www.facebook.com/dynaztyband

 

DYNAZTY sind Back, mit Album #8 im Gepäck, starteten die Jungs auf den ersten Alben noch als Melodic / Hard Rock Band mutierten sie im Laufe ihres Bestehens zu einem ernst zu nehmenden Melodic Metal Act. Das neue Album mit dem Titel „Final Advent“ macht da keine Ausnahme und knüpft nahtlos an den Vorgänger „The Dark Delight“ von 2020 an. Im Vorfeld wurden schon vier Songs als Videos auf Youtube veröffentlicht. Diese vier Songs hören auf die Titel „Yours“, „Advent“, „Power Of Will“ und „Natural Born Killer“.

Ich konnte mich im April beim Tourauftakt in München von der Livequalität der Band überzeugen, DYNAZTY fackelten die Bühne regelrecht ab und bewiesen das sie nicht nur auf Konserve eine Macht sind. Drei Songs vom neuen Album wurden auch in die Setlist aufgenommen, „Power Of Will“, „Advent“ und „Yours“.

Zum Lineup gehören Nils Molin am Mikrofon, Love Magnusson und Mikael Lavér an den Gitarren, Jonathan Olsson am Bass und Georg Hämsten Egg an der Schießbude.

Molin gibt zum neuen Album an „„Power Of Will“ war einer der ersten Songs, die wir für das Album komponiert haben, und einer, der sofort die weitere Zielrichtung geprägt hat. Meiner Meinung nach ist „Final Advent“ unser bis dato intensivstes Album, mit einigen der stärksten Nummern, die wir je geschrieben haben“. Weiter führt Molin aus „Jeder Song hat einen absolut individuellen Text. Bei manchen handelt es sich um Kurzgeschichten in straff strukturierten Stücken wie „All The Devils Are Here“, „Yours“, „Heart Of Darkness“ oder Achilles Heel“, während „Power Of Will“, „Advent“, „Natural Born Killer“ und „Power Of Now“ klare Botschaften vermitteln sollen“. Und weiter „Das Cover und der Albumtitel von „Final Advent“ sind bewusst mehrdeutig gewählt. Advent bedeutet die Ankunft einer bemerkenswerten Sache oder Person“.

Ob er mit der erwähnten Ankunft sich selbst und seine Mitstreiter samt neuem Album gemeint haben könnte wird sich in den folgenden Zeilen zeigen. Was bietet DYNAZTY auf „Final Advent“, Melodic Metal wie aus dem Lehrbuch. Der Hauptbestandteil sind ausgereifte Melodien, gepaart mit den Vokalharmonien von Nils beides wird durch die Unterstützung von Gitarren, Keys, Bass und Schlagzeug derart genial in Szene gesetzt das man meint einen Hollywoodblockbuster vor sich zu haben der mit 12 Oscars gekrönt wurde.

Nils ist wie gewohnt stark und sehr gut bei Stimme, einer der besten seinen Faches. Die Gitarren hauen einem die harte Riffs und Melodien um die Ohren das es eine Freude ist zuhören zu dürfen. Die Keys bilden mit den Gitarren eine riesige Soundkulisse und verursachen ein Feuerwerk nach dem Anderen in den Gehörgängen um sich dort für sehr lange Zeit festzukrallen. Der Bass und die Drums treten ohne Vorwarnung in den Hintern und treiben wie eine Horde Wikinger im Blutrausch. Die Produktion haut gnadenlos rein und kommt mit Power aus den Membranen geblasen.

Der Sound ist die konsequente und logische Weiterführung von „The Dark Delight“, Melodic Metal mit viel Power mal mit epischen Elementen oder auch sehr viel Drama und Pathos in Szene gesetzt. DYNAZTY sind so einfach dies jetzt klingt einfach nur DYNAZTY und eine wahre Größe im Melodic Metal. Ich meine mit „einfach“ damit nicht das die Band gewöhnlich ist, nein ganz im Gegenteil die Band zeigt einmal mehr was sie zu leisten im Stande ist und mit Recht zur Spitze der Hard N Heavy Szene gehören. Mit skandinavischer obercoolness hauen einem die Jungs Melodien und Harmonien vor den Latz als ob es nichts Einfacheres geben würde und liefern dabei einen Gassenhauer nach dem Anderen ab. Nils bildet mit der Band eine Einheit die aus purer Genialität besteht, hoffen wir mal das uns DYNAZTY auch weiterhin mit solchen Glanztaten beehren und nicht so schnell müde werden solche Songs zu schreiben und einzuspielen. Von meine Seite aus hat Nils in der erwähnten Ankündigung sich selbst und seine Bandmates gemeint, denn besser geht es nicht.

Leider lassen mir die Jungs keine andere Wahl als Fullhouse zu ziehen wenn ich könnte würde ich 12 von 10 ziehen aber unsere Bewertung geht nur bis 10.

Mit „Power Of Will“ gelingt ein perfekter Einstieg, so sollte ein Opener sein und Lust auf mehr machen, „Advent“ hart, genial, melodiös, einfach nur Geil, Vorsicht Hit Alarm. „Natural Born Killer“ der nächste geile Melodic Hit und bestes Tanzflächen Futter, mit „Yours“ kommt eine der stärksten Powerballaden die ich in den letzten 10 bis 15 Jahren gehört habe. „All The Devils Are Here“ und noch ein Schmankerl von den Skandiboys, typisch und einfach nur DYNAZTY, „The White“ zur Abwechslung mal mit schrägen Einlagen bis zum Refrain der ist für die Band typisch eingängig. „Instinct“ ein obercooler Stampfer mit traumhaften Refrain, „Heart Of Darkness“ knüpft an die Vorgänger an. „Achilles Heel“ kommt mit viel Pathos aus den Boxen, „Power Of Now“ kommt nochmal eingängig mit viel Power und flott zum Schluss.

Balle

BAD BARON – Ace Of Hearts

Trackliste:

01. Edge Of Your Dreams
02. Can You Love Someone
03. Breakdown In Communication
04. Hungry
05. Rebel Heartache
06. Lights Go Out
07. Interlude
08. Our Story Isn´t Over
09. Going Down In Flames
10. Rock In The City
11. One Minute To Midnight
12. Long Road Home
13. Anthem Of Rock´n Roll

Spielzeit: 48:46 min – Genre: AOR, Melodic Rock, Hardrock – Label: Pride & Joy Music – VÖ: 26.08.2022 – Page: www.facebook.com/badbaron

 

Während Finnland´s Ministerpräsidentin momentan dafür gescholten wird, für einen Abend ein verhältnismäßig normales Leben geführt und gefeiert zu haben, schickt sich eine weitere, relativ neue Kapelle aus dem Land der Tausend Seen an, ihr Longplay-Debüt in die Regale zu stellen. Die gefühlte pro-Kopf Anzahl an Bands steigt damit zwar auf über 17 (nur Spaß), aber nach zwei starken Singles im letzten Jahr („Sky High“ und „Sweet Talker“) konnte man schon gespannt sein auf das, was Lauri Huovinen (vocals, bass), Tommy Widdow (guitars), Alex Kron (keyboards) und Sammy South (drums) auf ihrer ersten Langspielplatte für ihre Fans bereithalten würden.

Im Promo-Info werden BAD BARON als Band für Fans von CRASHDIET, SANTA CRUZ oder RECKLESS LOVE beworben. Auch mit MÖTLEY CRÜE werden sie in Verbindung gebracht. Das finde ich persönlich absolut deplatziert, denn die Finnen nennen ihr Steckenpferd AOR bzw. Melodic Rock tiefster Achtziger-Prägung, die irgendwo zwischen GRAND DESIGN, MIDNITE CITY, sehr präsenten Achtziger-Keyboards und vielleicht einer kleinen Prise RECKLESS LOVE. Aber sei´s drum, Schubladendenken oder Vergleiche sind ja immer Ansichtssache.

Schon das Cover-Artwork von „Ace Of Hearts“ – so der Titel der Platte – zeigt die deutliche Achtziger-Schlagseite, welche auch schon die beiden oben genannten Songs hatten. Kurios ist allerdings, dass es beide nicht auf das Debüt geschafft haben, sondern zusammen mit einer weiteren Nummer („Lost In The Night“) sowie einer Piano-Version von „Sweet Talker“ zu einer separaten EP zusammengefasst wurden. Dennoch befinden sich auf „Ace Of Hearts“ ganze dreizehn neue Stücke, von denen „Edge Of Your Dreams“ den Anfang macht.

Der Opener ist cooler Melodic Rock mit schönen Melodien. Auch das einfach gestrickte „Can You Love Someone“ gefällt, wäre da nicht das schräge Gitarrensolo, das absolut nicht in mein Ohr will. Das stampfende „Hungry“ oder das rifflastige „Lights Go Out“ bringen Abwechslung. „Rock In The City“ kombiniert DEF LEPPARD mit JOURNEY-Keyboards und kommt auch so ziemlich cool aus den Boxen. Und mit „One Minute To Midnight“ haben die Finnen einen weiteren sehr guten Song weit hinten versteckt. Nach der (Fast-)Akustikballade „Long Road Home“ folgt mit „Anthem Of Rock´n Roll“ eine hochmelodische Hymne. Diese wirkt zwar etwas sehr konstruiert, das ist aber nach ein paar Bier ziemlich egal.

Mit „Ace Of Hearts“ ist BAD BARON ein hübsches Debütalbum gelungen, das Achtziger-Fans im Bereich AOR, Melodic- bzw. Hardrock einfach mal antesten sollten. Tiefgründige Musik muss man wo anders suchen, das wollen die Finnen aber sicher auch nicht erreichen. Der Unterhaltungwert von „Ace Of Hearts“ ist auf jeden Fall gegeben.

Stefan

NORDIC UNION – Animalistic

Trackliste:

01. On This Day I Fight
02. In Every Waking Hour
03. If I Could Fly
04. Riot
05. This Means War
06. Scream
07. Animalistic
08. Wildfire
09. Shot In The Dark
10. Last Man Alive
11. King For A Day

Spielzeit: 44:35 min – Genre: Heavy Metal – Label: Frontiers Music srl – VÖ: 12.08.2022 – Page: www.facebook.com/NordicUnionMusic

 

Die nordische oder besser gesagt skandinavische Allianz bestehen aus Sänger Ronnie Atkins und Erik Martensson an Gitarren, Bass, Keyboards und Backing Vocals gehen in die dritte Runde. Noch an der Allianz beteiligt waren Fredrik Folkare und Thomas Larsson an Gitarre und Henrik Eriksson an den Drums. Das Songwriting wurde von Martensson, Atkins und Miqael Persson erledig, Produktion, Mix und Mastering lag in Martenssons Händen.

So Kopfhörer aufgesetzt und auf Play gedrückt. Als erster positiver Lichtblick die Produktion haut rein wie Sau, Erik hat den Songs einen Bombensound verpasst, hier gibt es keinen Grund zum Unken. Als zweiten positiven Haben Punkt Ronnie zeigt keine schwächen, seine Stimme hat nichts an Intensität verloren und hat soviel Kraft wie bei den hübschen Mädels. Die Gitarren kommen mit mehr Schmackes und eine Spur härter als auf Album #1 und 2, die Keys unterstützen die Gitarren ohne zu dominant zu klingen. Der Bass haut voll auf die Glocke und die Drums sorgen für Metal Soundgewitter das einem hören und sehen vergeht.

Die Songs sind typisch NORDIC UNION, bestehen aus geilen Melodiebögen, Hooks ohne Ende, messerscharfen Girarrenläufen gepaart mit Keyboarduntermalung und metallische Drumgewitter die sich gewaschen haben. Die Haupttrademarks von NORDIC UNION sind auch auf dem dritten Silberling vorhanden Ronnie shoutet sich wie ein junger Halbgott in den Olymp und bildet mit den Melodischen Songs eine unwiderstehliche Einheit. Der einzige Unterschied zu den Vorgängern ist das der Sound mehr Biss hat und härter ausgefallen ist, die Allianz bewegt sich nicht mehr im Melodic Hard Rock sondern hat ein paar Schippen Kohle draufgelegt und wildert jetzt im Top inszenierten Melodic Metal der mehr als nur Spaß macht.

Was für ein Melodic Brett die Union hier auf den Hörer loslässt ist aller Ehren Wert und ist ein typischen skandinavisches Highlight voll mit Hits und Melodien. Der richtige Soundtrack für die einsame Insel.

„On This Day I Fight“ geht am Anfang gleich voll ab, „In Every Waking Hour“ ein wie von den beiden Vorgängern gewohnten Melodic Highlight. „If I Could Fly“ das zweite Melodic Highlight, „Riot“ fängt langsam, nachdenklich und melancholisch an um dann zur ausgewachsenen Powerballade mit viel Pathos zu mutieren. Mit „This Means War“ wird wieder in die Vollen gegangen ein Powersong mit starker Melodie, bei „Scream“ blitzt der Melodic Hard Rock wieder durch ein genialer Song, typischer Martensson Song. „Animalistic“ erinnert an die kräftigen PRETTY MAIDS, „Wildfire“ noch so ein Melodic Ohrwurm für die Ewigkeit. „Shot In The Dark“ gibt den #1 Top Ten Hitanwärter, „Last Man Alive“ eine Hymne für die Rockmucke mit Melodie und Endgeilem Refrain das Ding schreit förmlich nach Airplay im Radio und hohen Chart Platzierungen, „King For A Day“ gibt das starke Schlusslicht.

Balle

LOVE IN CHAINS – Everyday Heroes

Trackliste:

01. Locked And Loaded
02. Less Than Zero
03. Cherry Wine
04. Darkness Falls
05. Everyday Heroes
06. Rain
07. Overdose
08. Down To The Wire
09. Without You
10. Love Gun
11. Wildfire

Spielzeit: 47:31 min – Genre: Hard Rock – Label: Idora Entertainment – VÖ: 30.08.2022 – Page: www.facebook.com/LoveInChainsUSA

 

LOVE IN CHAINS besteht aus einem Trio, Rob Kane an Vocals, Mike Floros an den Gitarren und Erik Johnson an Bass und Drums. Was die drei hier auf die Hörer loslassen ist US Hard Rock der Marke KISS, BLACK N BLUE, ASPHALT BALLET, BADD BOYZ, ROUGH CUTT, ARRIVAL, HURRICANE, STATION und FIREHOUSE. Das Ding schreit einen förmlich an „Ich bin ein US Hard Rock Teil“ mit Power und Melodie.

Die Drei zünden ein Feuerwerk aus Riffgewitter, egal ob elektrisch oder akustisch, wummer Bass und A-Tritt Drums. Alles serviert mit viel Melodie und Harmonie und einer vorlauten und rotzigen Stimme die irgendwo zwischen Sebastian Bach und Kelly Hansen liegt.

Der Hard Rock hört sich sehr attraktiv und kompakt an, macht einen riesigen Spaß, den mich erinnert das Album an die End 80er einer Zeit als man so eine Mucke noch im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk hören konnte und MTV alles mit Stromgitarre gepuscht. Die Plattenbosse Lunte gerochen haben und alle Langmattiagos unter Vertrag genommen haben, egal ob sie was konnten oder nur lange Matten hatten. Wären LOVE IN CHAINS 1985 bis 1989 mit dem Album aufgetaucht wären hätten sie es weit bringen können ein Einstieg in die Albumcharts oder auch Top Ten wäre sicher gewesen.

Für mich eine gelungene Zeitreise zurück in ein Epoche die einfach nur Genial war und viele Gitarrenheroes und geile Bands hervorgebracht hat.

Mit „Locked And Loaded“ legen die Jungs gleich mal dreckig und flott los, „Less Than Zero“ man meint die Akkorde schon mal wo gehört zu haben aber egal Hauptsache es knallt. „Cherry Wine“ erinnert ohne Ende an die End 80er Zeit, „Darkness Falls“ mehr 80er geht nicht. „Everyday Heroes“ ein US-Rocker wie er sein sollte, „Rain“ geht in die Sleaze Ecke und versprüht Rotz und Dreck. „Overdose“ ein cooler Rocker, „Down To The Wire“ kommt wieder mit einer gehörigen Portion Rotz rüber. „Without You“ was für eine geile Schieße, „Love Gun“ jepp genau das Dingens von KISS, sorry Boys da ist mir das Original am liebsten, „Wildfire“ lässt nochmals die End 80er Revue passieren.

Balle

TAD MOROSE – March of the Obsequious

Trackliste:

01. March of the Obsequious
02. Witches Dance
03. Pandemonium
04. Phanstasm
05. Dying
06. Escape
07. A Trail of Sins
08. A Quilt of Shame
09. Legion
10. This Perfect Storm

 

Spielzeit: 39:43 min – Genre: Heavy Metal – Label: GMR – VÖ: 26.08.2022 – Page: www.tadmorose.se

 

Das letzte Album „Chapter X“ der Schweden von TAD MOROSE ist nun auch schon 4 Jahre her, Zeit also mal für neuen Stoff von der Kombo die ihre Anfänge schon im Jahr 1991 hatte.
„March of the Obsequious” heißt das gute, neue Stück und seit ein paar Jahren hat Mastermind Krunt Andersson sein Line Up relativ stabil, den auf der Gesangsposition ist nach wie vor Ronny Hemlin aktiv.
Sänger Ronny war dann auch gleich mal an der Produktion und dem Mix beteiligt.

Viel mehr gibt es auch nicht im Vorfeld zu erzählen, starten wir also direkt mal mit dem Opener und Titeltrack „March of the Obsequious“ ins neue Album. Und etwas überraschend geht es hier direkt mal nicht komplett auf die Zwölf, sondern man ist eher etwas progressiver und abwechslungsreicher unterwegs hält aber immer schön an der Melodic fest!
Ein sehr ordentlicher Einstieg der definitiv Lust auf mehr macht!
Und sehr ordentlich ist dann auch das klassische „Witches Dance“ welches sich gut in das bisherige Schaffen der Band einordnet.
Bei „Pandemonium“ tritt die Band das Gaspedal mal etwas mehr durch und Sänger Ronny packt mehr die Aggressivität aus, ein geiler Nackenbrecher der alles hat was sich die geneigte Hörerschaft so wünscht!
Über das erneut schön abwechslungsreiche „Phantasm“ geht es dann in den Mittel-teil der Scheibe wo das klassische, melodische „Dying“ auf uns wartet und bei „Es-cape“ wieder mehr Heavyness stattfindet. Dies sogar mit einer sanften Keyboardun-terstützung welche dem Song sehr gut zu Gesicht steht! Melodisch ist das Ding aber ebenfalls wieder wie die Hölle, eine sehr geile Nummer!
Über das epische „A Trail of Sins” geht es dann in das letzte Albumdrittel wo wir mit „A Quit of Shame“ und „Legion“ die Highlights relativ schnell ausgemacht haben.

Das neue Album von den Jungs von TAD MOROSE ist wieder ein typisches Band Album geworden, wenn man auch die ein oder andere zarte Änderung wahrnimmt.
Die Songs sind alle um die 4 Minutenmarke, laufen prima in die Gehörgänge und insgesamt ist der Diskus echt eine runde Sache, der keinen Band und Genrefan wirklich enttäuschen sollte!

Julian

 

VOODOO KISS – VOODOO KISS

Trackliste:

01. The Beauty and the Beast
02. The Killer
03. Nice Guys
04. The Prisoner
05. Bat an Eye
06. The Eagle in the Sky
07. No Time
08. Thousand Steps of Goodbye

 

 

Spielzeit: 29:16 min – Genre: Heavy Rock – Label: Reaper Entertainment – VÖ: 12.08.2022 – Page: www.voodoo-kiss.de/

 

Manchmal braucht eine Band und ein Debütalbum auch einfach etwas Zeit! Bei den deutschen Heavy Rockern VOODOO KISS hat es gute 28 Jahre gedauert! Denn die ersten Gehversuche hat die Band bereits 1995 unternommen und man erspielte sich in den nächsten Jahren ein ordentliches Livepublikum und Status. Das Ganze gipfelte dann sogar in einem eigenen Festival, dem Summer Breeze welches heute nach wie vor zum festen Metalfestivalkalender gehört!
Um die Band allerdings wurde es still und man löste sich dann im Jahr 2000 auch leider auf, ohne ein eigenes Album veröffentlich zu haben.
Das 25 jährige Jubiläum des Summer Breeze war dann auch der Grund warum sich VOODOO KISS dann doch nochmal zusammengetan haben und sich, Gott sei Dank, wiedervereinigt haben.
Rund um die drei Gründungsmitglieder Achim Ostertag (Schlagzeug), Martin Beuther (Gitarre) und Klaus Wieland (Bass) formte sich die Band erneut. Ergänzt durch den bekannten Sänger Gerrit Mutz (SACRED STEEL, DAWN OF WINTER).
Im Gepäck hat man dieses Mal dann auch das selbstbetitelte Debütalbum welches über Reaper Entertainment veröffentlich wird.

Mit der Videosingle „The Beauty and the Beast” wird der Diskus eröffnet. Zu Beginn schwingt etwas NWOBHM mit, aber nach kurzem entwickelt sich die Nummer zu einem trockenen Rocker der vor allem im Chorus richtig schön überzeugen kann und auch mit weiblichen Gastgesang aufwarten kann.
Das flotte „The Killer“ nimmt dann den rockigen Ball gekonnt auf und verwandelt ihn zielsicher. Mit unter 3 Minuten ist der Track aber dermaßen kurz das der Spaß schnell wieder vorbei ist.
Beim atmosphärischen „The Prisoner“ haben wir dann wieder den weiblichen Gastgesang, wo ich leider keine Informationen drüber habe, wer hier zu hören ist, schade, denn das Ganze tönt sehr gut und auch der Song ist absolut nicht von schlechten Eltern!
Ähnlich wie „The Killer“ haben wir bei „Bat an Eye“ wieder so eine fixe Nummer, die leider nicht wirklich hängen bleibt, sorry Jungs!
Wesentlich interessante, eingängiger und vor allem länger ist dann „The Eagle in the Sky“ hier greift man wieder schön weit oben ins Qualitätsregal.
Über den Standardrocker „No Time“ geht es zum letzten Song der Scheibe „Thousand Steps of Goodbye“ der mit seinem Chorus und dem treibenden Rhythmus schön melodisch ist und wunderbar ins Ohr geht.

Tja, dass VOODOO KISS Debütalbum hat, irgendwie seinen ganz eigenen Charme! Schön roh und rotzig kommt der Großteil der Nummern daher und das hier erfahrende Hasen am Werk sind merkt man zu jeder Zeit.
Leider finde ich bleibt man etwas hinter den Erwartungen zurück und nicht jeder Song kann komplett überzeugen.
Der letzte Ticken fehlt irgendwie und die Hits reißen es dann insgesamt leider auch nicht komplett heraus!
Der Grundstein ist auf jeden Fall gelegt und ich bin mir sehr sicher das man auf einem zweiten Album bestimmt nochmal ne ordentliche Schippe und vor allem Spielzeit, den die ist echt sehr mager hier, drauflegen kann!

Julian

 

THUNDERMOTHER – Black And Gold

Trackliste:

01. The Light In The Sky
02. Black And Gold
03. Raise Your Hands
04. Hot Mess
05. Wasted
06. Watch Out
07. I Don’t Know You
08. All Looks No Hooks
09. Loud And Free
10. Try With Love
11. Stratosphere
12. Borrowed Time

Spielzeit: 42:38 min – Genre: Hardrock – Label: AFM Records – : 19.08.2022 – Page: www.facebook.com/thundermother/

 

Da sind se wieder, das Schwedenquartett mit den 5 DOROs. THUNDERMOTHER sind zurück. Wobei zurück nicht so ganz der passende Ausdruck ist. Kaum eine andere Band war in den letzten beiden Jahren so umtriebig wie die niemals zur Ruhe kommenden Schwedinnen. Neben zahlreichen Live-Auftritten war dann sogar noch Zeit für ein Album und wir können uns über das neueste Glanzstück aus dem Hause THUNDERMOTHER freuen. Am 19.08.2022 wird „Black and Gold“ das Licht der Welt erblicken und – wie ich vermute – ebenjene auch erobern.
Wie schon bei „Heat Wave“ (www.rock-garage.com/thundermother-heat-wave/) und der „Heat Wave Deluxe Edition“ (www.rock-garage.com/thundermother-heat-wave-deluxe-edition/) überzeugen uns die Donnermütter mit ihrem Retro-angehauchten, stimmungsmachenden Hard Rock. Auch bei „Black And Gold“ werden musikalisch keine Gefangenen gemacht. Die vorab veröffentlichten Singles „Watch Out“, „I Don’t Know You“, „Hot Mess“ und „Black & Gold“ haben schon eindrucksvoll gezeigt, was für ein geiles Teil uns erwartet.
Die große THUNDERMOTHER-Rock-Party startet schon mit „The Light In The Sky“, welcher sich quasi nahtlos an das Vorgängeralbum „Heat Wave“ anschließt. Mit einem leichten BON JOVI-Touch als Intro, gelingt hier schonmal der absolut perfekte Rock-rhythmische Einstieg mit Abfeier-Garantie. Das groovige „Raise Your Hands“ wird vom der bluesig balladesken „Hot Mess“ abgelöst, bevor der Rock mit „Wasted“ wieder Fahrt aufnimmt. Stilsichere Abwechslung – im allerdings festgesetzten Rahmen – ist bei THUNDERMOTHER auf alle Fälle garantiert. Mit „Watch Out“ folgt dann die erste Vollspeed-Riff-Granate auf „Black And Gold“, gefolgt von dem mit dem mit einer Airbourne-Attitüde behafteten „I Don’t Know You“.
Richtige Lowlights sucht man vergebens, dafür ist das Album vollgepackt mit energiegeladenen Rocknummern, die so manches Herz höherschlagen lassen. Nummern wie „Loud And Free“ laden einfach nur zum Abfeiern ein und mit „Stratosphere“ gibt es sogar noch eine Portion früher AEROSMITH obendrauf. Wegen mir könnten sich auf „Black And Gold“ auch 30 Songs tummeln, es würde nicht langweilig werden. Aber alles endet irgendwann und so lässt uns die abschließende Ballade „Borrowed Time“, die den kurzen Glücksmoment nach einem Konzert beschreibt, glücklich, zufrieden und mit einem fetten Grinsen im Gesicht zurück.
THUNDERMOTHER bleiben auch auf „Black and Gold“ ihrem Stil treu, einer Mischung aus Rock, Blues und einfach nur ganz viel Energie. Was Gitarisstin Filippa Nässil zusammen mit der grandiosen Sängerin Guernica Mancini, Emlee Johansson (d.) und Mona Lindgren (b.) mit Album #5 auf die Beine gestellt hat, macht von vorne bis hinten Spaß, einfach nur megagenial Spaß es ist Superkalifragilistischexpialigetisch.
Nicht umsonst klingen die 4 High-Voltage-Girls wie 5 DOROs! Ich bin immer noch komplett schockverliebt und feiere die Mädels bei jeder Gelegenheit ab (auch wenn das für andere Autofahrer reichlich komisch aussieht). Bei „Black and Gold“ hat man immerhin 12 Songs in knapp 43 Minuten Zeit zum Abfeiern, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer hier nicht mindestens ein rhythmisches Schulterzucken bekommt, sollte sich am besten direkt im Keller einschließen. Selbst Fans übelsten Ochsengekloppes sollten hier fündig werden. In dem Sinne …Watch out, Motherfuckers…

Tänski

Watch Out 😉

RAIDER – Runaway

Trackliste:

01. Dusk Till Dawn
02. High Speed Woman
03. Runaway
04. Come And Get It
05. Feel The Night
06. We Had Tonight
07. Sidewinder
08. Changes
09. Memories
10. Give It All You Got

 

Spielzeit: 39:12 min – Genre: Melodic Rock – Label: Eigenproduktion – VÖ: 01.07.2022 – Page: www.facebook.com/raidermusicuk/

 

Wie so oft im Leben wurde ich durch Zufall auf das Debütalbum der Walisischen Band RAIDER aufmerksam und spitzte gleich beim ersten hören die Ohren. Nachdem 2020 die EP mit dem Titel „Tokyo“ veröffentlicht wurde folgt nun ein komplettes Album mit Titel „Runaway“. Zu RAIDER zählen am Mikrofon Mike Platt, an den Gitarren Marc Campbell (und Keyboards) und Alun Tomos und am Bass Jon Hood.

Was erwartet den Hörer, ein cooler Mix aus BON JOVI, DANGER DANGER, FM, AMBOAJE, ANGELS OR KINGS, BAI BANG und CROWN OF THORNS. Diese Mischung hat es faustdick hinter den Ohren und überrascht des Öfteren. Mal klingt das ganze nach den USA um im nächsten Moment wieder britisch zu klingen, so kommt zu keiner Zeit Langeweile auf.

Mike ist von der Stimme im höheren Bereich angesiedelt in etwa wie James LaBrie vom verträumten Theater, die Gitarren kommen messerscharf in der richtigen Härte auf die Lauscher und harmonieren perfekt mit den Keys. Der Bass und Drums scheuchen aus dem Hintergrund jedes Lebewesen vor sich her.

Leider gibt es auch einen oder zwei Kritikpunkte, die Soundqualität schwankt leicht, und die gesamte Produktion hört sich irgendwie komisch an. Die Spielzeit ist mir zu kurz, ich könnte noch eine halbe bis eine ganze Stunde auf diesem Niveau weiterhören. Doch leider ist knapp unter 40 Minuten Schluss mit lustig und die Party ist zu ende.

Fazit: Da steckt viel Potential drin, beim nächsten Album keine Highspeed Nummern und besseren Sound dann klappts mit einer höheren Bewertung. Für alle die neugierig geworden sind einfach mal Probehören. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Mit „Dusk Till Dawn“ kommt gleich am Anfang ein Zugpferd, cool und melodisch, „High Speed Woman“ bellt den Hörer gleich am Anfang gewaltig an und geht dann in einen flotten Rocker über. „Runaway“ ein vor Energie, Testosteron, Schweiß und Holzfällerhemden klingt, „Come And Get It“ hätten die Vergleiche auch nicht besser hinbekommen. Mit „Feel The Night“ kommt ein absolutes Melodic Highlight, die Melodie in den Strophen ist traumhaft genau wie der geile Refrain, „We Had Tonight“ ein cooler Rocker. „Sidewinder“ will mit Gewalt jedes Autorennen gewinnen flott und heftig, „Changes“ nimmt melodisch wieder Fahrt raus. „Memories“ ein gute Laune Rocker, „Give It All You Got“ ein geiler Rocker allerdings mit schlechtem Sound.

Balle

GRAVE DIGGER – Symbol Of Eternity

Trackliste:

01. The Siege Of Akkon
02. Battle Cry
03. Hell Is My Purgatory
04. King Of The Kings
05. Symbol Of Eternity
06. Saladin
07. Nights Of Jerusalem
08. Heart Of A Warrior
09. Grace Of God
10. Sky Of Swords
11. Holy Warfare
12. The Last Crusade
13. Hellas Hellas

Spielzeit: 49:43 min – Genre: Teutonic Heavy/Power Metal – Label: Rock Of Angels Records – VÖ: 26.08.2022 – Page: www.facebook.com/gravediggerofficial

 

Man kann die Platte jetzt nicht wirklich als Geheimtipp bezeichnen, aber dafür, dass „Knights Of The Cross“ ein so grandioses Album ist (und subjektiv eins der besten der Band), findet es bei Erwähnung von GRAVE DIGGER viel zu wenig Beachtung. Aber GRAVE DIGGER sind weder Disney noch Warner Brothers, also widmet man dem Werk einfach trotzdem ein Sequel, einen Nachfolger. Angst und Hoffnung lagen bei der Ankündigung zumindest bei mir eng zusammen, schließlich fiel das 1998er Album melodischer und atmosphärischer aus, als so einige neue Sachen der deutschen Legende, und melodisch auf eine andere Weise, als man es heutzutage von ihr gewohnt ist. Würde das neue Album „Symbol Of Eternity“ also Fortsetzung in rein textlicher Hinsicht bedeuten oder auch den musikalischen Spirit des „Originals“ einfangen?
Der erste Hördurchgang lässt alle Sorgen nichtig werden. Ja, kurz zuvor, so gaaaanz erreicht die Platte die Qualität von „Knights Of The Cross“ nicht, aber wann war jemals der zweite Teil von irgendwas besser als der erste? Mein Anspruch an „Symbol Of Eternity“ war ein nostalgischer Ausflug in diese Jahrtausendwende-Phase von GRAVE DIGGER und Junge Junge, er wurde erfüllt.
Statt mit der Zeit zu gehen und den Stil von „Knights“ klangtechnisch und kompositorisch ins Jahr 2022 zu transportieren (was eine ganz schlechte Idee gewesen wäre), ist man offenbar ins Jahr 1999 gereist und hat „Symbol“ dort geschrieben, aufgenommen und produziert. Die Rohheit des Sounds ist bezaubernd, die Handgemachtheit des Albums unbestreitbar und so einige sympathische Unzulänglichkeiten, die „Knights“ zweifelsohne hatte, sind wieder mit dabei (habe ich gerade Mankos positiv geframt? Schon, aber ich stehe dazu). Orchestrale Elemente sind manchmal recht authentisch (beispielsweise beim Intro), manchmal nicht („The Last Crusade“), aber absolut authentisch sollen sie nicht sein, waren sie bei „Knights“ auch nicht. Und: Der Spirit des ersten Teils ist zurück. Aber sowas von. Mehr Fokus auf größere, hymnische Chorus-Melodien, die mit erstaunlich wenig Wiederholungen auskommen, dabei aber kompositorisch tatsächlich nach unveröffentlichtem Material von 1998 klingen. Storytelling durch Musik, Wendungen, die GRAVE DIGGER seit einiger Zeit kaum noch verwenden, aber charakteristisch für „Knights“ waren. Schnelle, erbarmungslose Tracks im Stil des Songs „Knights Of The Cross“, langsamere, melodieorientierte Tracks à la „The Keeper Of The Holy Grail“. All das, was „Knights“ seine Identität verliehen und ihm seine ganz eigene Qualität gegeben hat, ist wieder da, präsentiert von einer Band, die anscheinend selbst ein paar Schlucke aus dem Gral nehmen und eine Verjüngung von 24 Jahren erleben durfte. Wie gesagt, nicht ganz auf dem Level des Originals,

Fazit:
aber ein Album, das sich mit Stolz und absoluter Berechtigung Nachfolger von „Knights Of The Cross“ nennen darf und dem man ohne das Lesen dieser Rezension nicht angemerkt hätte, dass es sich um eine 2022er Veröffentlichung handelt (vielleicht wäre es als ein 2022 halbwegs remastertes 1998er Album durchgegangen, okay) – was vielleicht nicht für alle GRAVE-DIGGER-Fans ein Kaufargument ist, aber ganz im Sinne vieler Fans des ersten Teils die beste Art sein dürfte, dieses Album zu konzipieren!

Anspieltipps:
„King Of The Kings“, „Symbol Of Eternity“, „Grace Of God“ und „Nights Of Jerusalem“

Jannis