VANDOR – On A Moonlit Night

Band: Vandor
Album: On A Moonlit Night
Spielzeit: 54:56 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 16.07.2021
Homepage: www.facebook.com/vandorband

Ein erster Blick auf das Cover des neuen VANDOR-Albums und es steht unmittelbar zur Debatte, direkt zwei Punkte abzuziehen, weil man sich des hervorragenden Maskottchens entledigt hat, das das Cover des Vorgängers “In The Land Of Vandor” zierte: Brad – der einzige Drache, der wortwörtlich high in the sky fliegt:

Aber sind wir mal nicht so und werfen erstmal ein Ohr auf den aktuellen Release “On A Moonlit Night” (der ja genau genommen schon ein ziemlich schönes Artwork hat). Und der erste Eindruck der zweiten Platte der schwedischen (Nicht-Hardrock)-Band zeigt, dass VANDOR nach wie vor etwas Nachholbedarf in Sachen Produktion haben. Nee, schlecht klingt die Sache nicht, aber mehr Finetuning hätte auf jeden Fall nicht geschadet, gerade bei den etwas platt gemixten Drums. Ist vertretbar beim zweiten Album, aber hätte mit leicht besserem Sound halt zu einem fetteren Gesamterlebnis geführt, was “On A Moonlit Night” in noch einmal krassere Qualitätssphären erhoben hätte. Denn was das Songwriting der Jungs angeht, hat man sich im Vergleich zum ersten, bereits starken Album noch einmal verbessert.
VANDOR sind an sich eine typische keyboardlastige Power-Metal-Band mit deutlichen günstig-orchenstralen und elektronischen Elementen, so wie ungefähr hunderttausend andere Bands. VANDOR sind aber auch eine Band, die bereits bei Ihrem Debut gezeigt hat, dass sie songwritingtechnisch mehr ist als nur eine unter hunderttausend. Klar, die gängigen Melodiewendungen und Power-Metal-Bestandteile wird man hier allesamt finden, doch heben sich VANDOR in ihren Kompositionen doch immer wieder vom Standard ab (und zwar in jedem Song), mit charakteristischen Melodien, Akkordfolgen, die man so bei einem Standard-Power-Metal-Album nicht erwartet hätte, und damit insgesamt einfach einem eigenen Stil, der sich nicht im Sound und der Umsetzung, aber eben im Songwriting offenbart. Und das. Ist. Fucking. Wertvoll.
Damit wäre zu den Songs auch eigentlich schon alles gesagt und jeder Fan klassisch keyboardigen Gänsehaut-Fantasy-Power-Metals sollte dem Album mal einen Durchgang gönnen, wird er doch das, was er so gerne hört, in äußerst frisch, verspielt und liebevoll gemacht erhalten. Nur noch ein paar Worte zum Prog-Faktor daher. Der ist laut Promotext jetzt auch dabei, insbesondere bei zwei Songs: Bei “Endless Sea” mag man sich noch fragen, ob die Arbeit mit unterschiedlichen Taktarten nicht etwas erzwungen wirkt, aber dann kommt “The Sword To End All Wars” und seien wir ehrlich: Dieses +17-Minuten-Werk ist so schön gemacht, trotz seiner Länge so kurzweilig, so vielseitig, ohne seinen roten Faden zu verlieren, dass ich mich hier mal erdreiste, den Track als VANDORs “Bohemian Rhapsody” zu bezeichnen. Ist lange her, dass ich einen Song über 15 Minuten gehört habe, der so durchgängig seine Existenzberechtigung aufrecht erhält, ohne sich in Bonusminutengedöns zu verlieren.

Fazit:
Und daher ist mein Fazit ähnlich wie bei der letzten Platte von VANDOR: Lasst Euch nicht vom lieblos kurzen Intro und dem gewöhnungsbedürftigen Sound ablenken. Das ist echt guter, individueller Power Metal im klassischen Underground-Symphonic-Gewand, der neben etwas mehr Produktionsqualität auch eine Menge mehr Fans verdient hat!

Anspieltipps:
“The Sword To End All Wars”, “River Of Life”, “On A Moonlit Night” und “Endless Sea”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. …Darkness Looms
02. Mountains Of Avagale
03. River Of Life
04. Endless Sea
05. Future To Behold
06. Fate Of Eltoria
07. The Sword To End All Wars
08. On A Moonlit Night
09. Enter Twilight (Bonus Track)

Jannis

NERGARD – Eternal White

Band: Nergard
Album: Eternal White
Spielzeit: 52:04 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy
Veröffentlichung: 21.05.2021
Homepage: www.facebook.com/nergardmusic

Die Band NERGARD wurde schon 2010 vom norwegischen Musiker Andreas Nergard als Studioprojekt gegründet.
In den folgenden Jahren brachte er zwei Alben heraus auf denen mit Elize Ryd, Ralf Scheepers, Göran Edman, Mike Vescera, Michelle Luppi, Tony Mills, David Reece, Michael Eriksen oder Nils K Rue einige bekannte Metalsänger zu hören waren.
Ab 2015 wurde es etwas still um die Band und erst 2020, nachdem man eine Tribute Single für Tony Mills veröffentlichte, kam wieder Leben in die Band!
Bandgründer Andreas entschied das es Zeit war eine neue Ära einzuläuten für die Band und änderte die Ausrichtung hin zu etwas mehr Düsternis und Symponic Metal.
Als neue permanente Sänger wurden Stefani Keogh, Andi Kravljaca und Mathias Molund Indergard in die Band geholt.
Das neue Album „Eternal White“ ist ein Konzeptalbum über den Carolean Todesmarsch wo 3000 schwedische und finnische Soldaten erfroren.
Mit Tim „Ripper“ Owens gibt es einen bekannten Gastsänger auf dem Album und mit Pride & Joy gibt es ein neues Label zu verkünden.
So, nach den vielen Neuigkeiten und Infos kommen wir nun zur neuen Mucke in Form des Albumopeners „God forgive my haunted Mind“. Ein 7 Minuten „Happen“ der direkt klar macht wo die musikalische Reise hingeht! Power Symphonic Metal direkt mit den drei neuen Gesangsstimmen die sich super ergänzen.
Ein Ohrwurmchorus ist hier inklusive, von daher können wir hier ziemlich schnell den grünen Haken dahinter machen!
Etwas kompakter, aber weniger eingängiger geht es dann beim folgenden „Pride of the North“ zur Sache. Hier wird die Ohrwurmqualtität nochmal gesteigert und die Nummer fräst sich gerade zu in die Gehörgänge, sehr geil!
Und apropos Ohrwurmqualtität, die ist auch bei de beiden folgenden Songs absolut gegeben. „From the Cradle to the Grave“ ist ähnlich geil wie sein direkter Vorgänger und „Carry Me“ im Anschluss geht etwas mehr in Richtung Ballade, aber ebenfalls mit einem geilen Chorus.
Danach fällt die Qualität aber etwas ab und wir bewegen uns bei den nächsten Songs eher im Standardmetalbereich. Gut, aber nicht so erstklassig wie die ersten Nummern!
Erst bei „Eternal White“ und dem epischen, abschließenden „Erasing the Memories“ geht die Qualität wieder spürbar nach oben und bewegt sich ganz klar wieder auf dem Topniveau der ersten Songs.

Anspieltipps:

„God forgive my haunted Mind“, „Pride of the North“, „From the Cradle to the Grave“, „Eternal White“ und „Erasing the Memories“

Fazit :

Ein geiler Beginn, ein geiles Ende, viel Licht aber im Mittelteil auch etwas Schatten. So könnte man grob die Comebackscheibe von NERGARD zusammenfassen!
Einen wirklichen Stinkersong findet man hier definitiv nicht und vor allem die Hits auf der Scheibe sind wirklich genial und ein Fest für die Genrefans!
Auch das Zusammenspiel der 3 Stimmen ist richtig gut.
Insgesamt also eine empfehlenswerte Scheibe für die angesprochene Käuferschaft, sollte man sich auf jeden Fall als Liebhaber des Genres nicht entgehen lassen!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. God forgive my haunted Mind
02. Pride of the North
03. From the Cradle to the Grave
04. Carry Me
05. Beneath Northern Skies
06. Where no one would shed a Tear
07. Downfall
08. Now barley three
09. Eternal White
10. Erasing the Memories

Video zu „From the Cradle to the Grave”:

Julian

GRIMGOTTS – Tales, Sagas & Legends

Band: Grimgotts
Album: Tales, Sagas & Legends
Spielzeit: 67:10 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Stormspell Records
Veröffentlichung: 07.05.2021
Homepage: www.facebook.com/grimgottsband

Ach GRIMGOTTS… diese kleine britische gut gelaunte Power-Metal-Truppe, die ein eigentlich schon übermäßig bedientes Genre, den keyboard-symphonischen epischen Power Metal, mit ein bisschen Piratigkeit, einer ordentlichen Menge Spaß und immer noch ein bisschen mehr Gänsehautmelodien anreichern. Irgendwo zwischen dem Seeräuberbereich-Soundtrack in einem Vergnügungspark und der majestätischen Kamerafahrt-Musikuntermalung über ein Seefahrerschiff in Richtung der untergehenden Sonne angesiedelt und um massig Doublebase, Synth-Solos und Power-Metal-Abgehen angereichert. All das mit Orchestersounds, die nicht allzu authentisch klingen, was in dem Genre aber seinen eigenen Charme hat und mit ein bisschen naiven und feierlichen Melodien perfekt zusammengeht.
Bei GRIMGOTTS hatte ich in der Vergangenheit eigentlich nur zwei relevantere Kritikpunkte. Der erste war einen wiederkehrender Hang zu “Etwas zu viel des Guten”, der zweite eine immer noch verbesserbare Produktion. An der Produktion wurde bei “Tales, Sagas & Legends” unüberhörbar gearbeitet, schließlich handelt es sich letztendlich bei der Platte um eine Zusammenführung der drei in den letzten Monaten veröffentlichten EPs, plus eine allein veröffentlichte Single (“Grimgotts Calling”), eine neu eingespielte Version von “Fight Against The World” und ein orchestrales Outro – und der komplette Content der EPs wurde remastert, erfreulicherweise. Gaaaaaanz perfekt ist der Sound noch nicht, aber ein absoluter Fortschritt im Vergleich zum bisherigen GRIMGOTTS-Sound. Und die Parts, die eben nicht ganz perfekt sind, sind wiederum auf Kritikpunkt #1 zurückzuführen, denn beispielsweise das geile aber im Chorus zu überfüllte “The Dawnbringer” ist eben aufgrund seiner Überladenheit nicht wirklich definierter masterbar, wenn auf jedem Frequenzbereich gefühlt drei unterschiedliche Stimmen liegen. Ist nun eben definierter überladen.
Immerhin, an vielen anderen Stellen sind GRIMGOTTS aber eben noch den Ticken (oder auch mehrere) unter der Schmerzgrenze und damit einfach verdammt fett. Die Melodien sind mit charakteristischen Wendungen angereichert, die GRIMGOTTS eine Individualität verleihen, die viele andere Bands des spezifischen Untergenres nicht haben, getragene majestätische Chorusmelodien und folkig angehauchte Lines arbeiten im fröhlichen Wechsel, zwischendurch wird es mal ungleich piratiger (“Plunder, Loot And Chantey”) oder ein bisschen weniger cheesy, inklusive ein paar Growls (“Northern Passage”). Man könnte natürlich anmerken, dass drei EPs, zwei ebenfalls bereits bekannte Songs und ein NEUES (!!!) Outro nicht unbedingt ein Album ergeben. Aber für die GRIMGOTTS-Fans, die die Musik der Jungs gerne mal in besser produziert hören möchten, ist “Tales, Sagas & Legends” genauso hörenswert wie für diejenigen, an denen GRIMGOTTS bislang vorbeigegangen ist, die aber mal gerne wieder spaßig-epischen Symphonic Power Metal der vergangenen Jahrzehnte in frisch und motiviert dargeboten hören würden.

Fazit:
Power, Piraten, Spaß, günstige Orchester, Gänsehaut, Schiffe, Rum, Bombast, Schlachten, Synth-Soli, Uptempo, yo ho!

Anspieltipps:
“For The Power”, “Rise Again” “Fight Against The World” und “The Boys Of Boone”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Fight Till The End
02. For The Power
03. The Dawnbringer
04. Reign Of Might
05. Northern Passage
06. Rise Again
07. Plunder, Loot And Chantey
08. Sagas
09. The Boys Of Boone
10. Land Of Tomorrow
11. The Edge Of The World
12. Kinsman
13. Fight Against The World
14. Grimgotts Calling
15. The Lost Chapters

 

Jannis

WINTERAGE – The Inherence Of Beauty

Band: Winterage
Album: The Inherence Of Beauty
Spielzeit: 63:21 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 15.01.2021
Homepage: www.facebook.com/winterage

Es gibt, grob vereinfacht ausgedrückt, zwei Arten von Symphonic-Power-Metal-Bands: die, die auf mehr oder weniger realistische Orchester-Samples zurückgreifen und am Mischpult einen Gänsehaut-Button haben, und die, die in ihre Alben massiv mehr Arbeit hineinstecken, um ein besseres Resultat zu erzielen, obgleich das zusätzliche Maß an Arbeit sich in den Augen des ein oder anderen vielleicht nicht lohnen würde. Damit mag der ein oder andere jedoch falsch liegen, wie an Alben wie WINTERAGEs “The Inherence Of Beauty” deutlich wird.
Daher erstmal zu dem, was am zweiten Longplayer der Italiener objektiv geil ist. Das ist zuallererst der nicht bemängelbare Sound. Das ist des weiteren die Bedienung der Instrumente und der Einsatz der Solo-Vocals: Sänger Daniele Barbossa hat eine klare und powermetallige Stimme, die wie angegossen zur Musik passt. Vittoria Leoni kommt als Solo-Sopranistin dazu und klingt schwer nach professioneller Ausbildung, lediglich die unklaren Vocals im letzten Track wirken deplatziert.
Dann ist da die Truppe an Beteiligten: Neben der Band wäre da ein 21köpfiges Orchester, drei Folk-Musiker und um die 15 Chorleute. Gut, man hat in der Vergangenheit auch schon wesentlich dickere Orchester und Chöre auf Metalalben gehört, aber gerade die Übersichtlichkeit macht einen absoluten Reiz auf “TIOB” aus. Denn die Platte klingt trotz absoluter Symphonic-Power-Metalligkeit kaum überladen, rückt stattdessen immer wieder einzelne klassische Instrumente in den Vordergrund und verwendet Orchester und Chor letztendlich so, wie man es tun sollte: nicht nur als Klangteppich und unter Ausreizung aller Facetten (alleine schon ein paralleler Einsatz eines kleinen Männer- und eines kleinen Frauenchors mit Lyrics abseits von pseudo-lateinischen Lautäußerungen ist auch im Symphonic Power Metal eher die Ausnahme, obwohl es echt scheißgut kommt). Auch die Melodien, so genrekompatibel sie doch sein mögen, entsprechen nicht dem Klischee-Standard, versuchen sich oft erfolgreich an Eigenständigkeit. Und damit ist “TIOB” schonmal ein Album, das bei mir harte Sympathiepunkte einfährt, denn mit starken und außergewöhnlichen Kompositionen und liebevollen Arrangements steht und fällt ein solcher Release.
Wichtig zu erwähnen: die deutliche Folk-Schlagseite des Albums. Das kann man mögen oder nicht mögen, insbesondere den Einsatz einer Geige als festen Bandbestandteil. Ich mag’s weniger, würde es aber mögen, wenn ich weniger Folk-Abneigungen hätte, denn auch die folkigeren Parts fallen an sich sehr überzeugend und nicht allzu Thekenmädchen-lastig aus. Kein Abzug dafür, ebenfalls kein Abzug für die kitschige Thematik des Albums, die man im Power Metal halt erwarten muss (The inheritance of real beauty is hidden in the essence of human beings und so – Kübel bereitstellen, wer auf sowas allergisch reagiert). Punkteabzug allerdings guten Gewissens für “The Toymaker”. Als 16minüter wirkt das Ding erstmal verlockend, besteht aber aus minutenlangem Disney-Narrator-Gerede der übelsten Sorte, aus leichtgängig-nervigem Musical-Gedönse und einigen anderen Fehlgriffen. Lobenswert daran ist hauptsächlich, dass man es geschafft hat, 95% aller schlechten Ideen in einem Lied zu konzentrieren, das hält das hohe Niveau der restlichen immerhin mehr als 45 Minuten Spieldauer hoch.

Fazit:
Abgesehen von dem Track ist “TIOB” ein Album, das man Freunden orchestralen Power Metals mit Folk-Faible bedenkenlos empfehlen kann, denn in dieser Genre-Kombination machen WINTERAGE echt alles richtig; angefangen schon beim liebevoll komponierten Intro, das tatsächlich mal seine Existenzberechtigung im Kontext des restlichen Albums hat. WNTERAGE demonstrieren jedenfalls eindrucksvoll, was für ein Ergebnis man auch (und vielleicht gerade) mit einem kleineren, aber dafür echten Orchester erzielen kann, wenn man ambitioniert ist, auch in Sachen Songwriting nicht immer nur die selben ausgelatschten Pfade zu betreten. Kleine Band, großes Ding!

Anspieltipps:
“Chain Of Heaven”, “Oblivion Day” und “Orpheus And Eurydice”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ouverture
02. The Inheritance Of Beauty
03. The Wisdom Of Us
04. Of Heroes And Wonders
05. The Mutineers
06. Orpheus And Eurydice
07. Chain Of Heaven
08. La Morte Di Venere
09. Oblivion Day
10. The Amazing Toymaker

Jannis

CRISTIANO FILIPPNI’S FLAMES OF HEAVEN – The Force Within

Band: Cristiano Filippini’s Flames of Heaven
Album: The Force Within
Spielzeit: 62:51 min
Stilrichtung: Epic Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Limb Music
Veröffentlichung: 20. November 2020
Homepage: www.facebook.com/cristianofilippinisflamesofheaven

Der Promotext bezeichnet CRISTIANO FILIPPINI’S FLAME OF HEAVENSs “The Force Within“ als “alles alles andere als kitschig. Das Album also eines Mannes, der vor seiner neu angebrochenen Zeit im Power Metal “Epic Symphonic Opera” Music komponiert hat und dessen Metal-Debüt Songs mit Titeln wie – nun, werft einfach einen Blick auf die Trackliste, dann wisst Ihr, was ich meine – beinhaltet. Alles andere als kitschig. Gut, man muss sowas in einen Promotext eines höchst Orchester-, Synthesizer- und harmonielastigen italienischen Power-Metal-Albums schreiben, aber alleine die drei klavier- und streicherreichen Balladen “Always With You”, “Finding Yourself” und “Missing You”, die in ihren Intros Schlagerballaden verdächtig nah sind und im Verlauf so richtig mächtig, emotional und harmonietriefend werden, bestätigen das Ganze als Fake News (und die Akustikversion der letzten Ballade ist noch gar nicht eingerechnet).
Dann wiederum: Wer das Albumcover gesehen und sich dann gedacht hat “Och, das interessiert mich aber”, der weiß auch mehr oder weniger, was ihn erwartet. Emotionen, Pathos, Feierlichkeit, große Melodien, Bombast. In gut produziert, kann an dieser Stelle hinzugefügt werden, von STRATOVARIUS‘ Matias Kupiainen und ika Jussila (u.a. NIGHTWISH). Das Orchester klingt nicht zu 100% echt, aber wertig, Sänger Marco Pastorino geht nicht ganz so hoch, wie man vielleicht erwarten würde, klingt in seinen Sphären aber sehr stark und wird unterstützt durch nicht minder starke und klug konzipierte Backing Vocals.
Damit ist eigentlich fast alles gesagt. Über eine Stunde Spieldauer feierlicht das Projekt durch “The Force Within”, lässt dabei kaum eine klassische Symphonic-Power-Metal-Wendung aus, macht dabei aber auch abseits der nicht besonders großen Experimentierfreudigkeit aber auch nicht besonders viel falsch.
Heraus ragen das verhältnismäßig undurige “Against The Hellfire” mit seinen freshen Synthesizern, dem abgehackten Prechorus und dem gelungenen Chorus, und “Lightning in The Night”, das kräftig abgeht, durchgängig unterhält und im Chorus nicht ganz den erwarteten Weg geht. Ansonsten gibt’s mal langsamere Feierlichkeit (“The Angel And The Faith”), mal 2000er Power Metal (“Far Away”), besagte Balladen und einiges dazwischen.
Insgesamt ist “The Force Within” der fette Gänsehauterzeuger, den man angesichts seiner Aufmachung erwartet, technisch gut, kompositorisch zweckmäßig, ohne groß hängenbleibende Melodien, wovon aber der Bombastfaktor gut abzulenken vermag.

Fazit:
Nee, die Platte ist nichts für Leute mit Keyboardallergie. Auch nichts für Leute, die gerne ein gewisses Maß an Aggression in ihren Metal integriert haben wollen. Wem aber der Sinn nach einem Album mit allen Zutaten symphonischen Power Metals in unkritisierbar umgesetzt steht, der gebe Cristiano gerne mal eine Chance.

Anspieltipps:
“Against The Hellfire”, “Lightning In The Night” und Moonlight Phantom”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Force Within
02. We Fight For Eternity
03. Far Away
04. Against The Hellfire
05. Always With You
06. Dying For Love
07. Finding Yourself
08. Lightning In The Night
09. Missing You
10. Moonlight Phantom
11. The Angel And The Faith
12. Ab Angelis Defensa
13. Missing You (Acoustic Version, Bonus Track)

Jannis

MEMORIES OF OLD – The Zeramin Game

Band: Memories of Old
Album: The Zeramin Game
Spielzeit: 69:01 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Limb Music
Veröffentlichung: 18.09.2020
Homepage: www.facebook.com/MemoriesOfOld

Epic Symphonic Power Metal ist nicht gerade ein Stil der in UK übermäßig viele
Freunde – geschweige denn britische Bands – hat, die sich diesem doch eher
skandinavischen oder italienischen Genre hingeben. Dennoch hatte ein gewisser Billy Jeffs seine Leidenschaft für dieses Genre entdeckt und begann 2017 an einem Album dieser Stilrichtung zu arbeiten. Drei Jahre später kann er mit seiner neuen Band MEMORIES OF OLD ein Album präsentieren, das das gesamte Spektrum dieses Genres beeindruckend vereint. „The Zeramin Game“ ist nicht nur ein schlichtes Debüt, nein, es ist ein Statement für dieses Genre. Was als Ein-Mann-Projekt begann, hat sogar das Interesse von Sabaton, / Majestica Gitarrist Tommy Johansson geweckt, der sich flugs zum Mitglied von MEMORIES OF OLD erklärte. „The Zeramin Game“ liefert ein Feuerwerk an Songs, welche Fans von Epic Symphonic Power Metal begeisternd aufnehmen werden. Knackig produziert, auf der Höhe der Zeit und schlicht Monumental.
Soweit die markigen Worte der Promobeschreibung, die man aber durchaus so stehen lassen kann. Denn mit dem Debütalbum der Jungs dürfte Fans des genannten Genre ein lang erwarteter Leckerbissen ins Haus stehen!
Stilecht beginnen wir sogar mit zwei Intros in Form von „In Exordium“ und „Overture“ bevor es dann bei „Land of Xia“ das erste Mal so richtig zur Sachen geht.
Viele Keyboards, viel Bombast, einiges an Melodic und ein glänzend aufgelegter Tommy Johansson das sind die schnelle Keyfacts dieser Nummer. Als quasi Eröffnung macht der Song direkt Laune und weiß zu gefallen.
Gleich also der erste Hit für die Bombast Jünger.
Das anschließende „Zera`s Shadow“ braucht dann etwas um in die Gänge zu kommen und so ganz mag der Funken dann auch im gesamten Song nicht recht überzuspringen, zu gewöhnlich und nach Standardmetal klingt das Ganze.
Im anschließenden „Some Day Soon“ sind die Jungs aber wieder schön abwechslungsreich unterwegs und zeigen wieder wer an die Speerspitze des Epic Symphonic Power Metals in UK möchte!
„Destiny“ im Anschluss ist dann quasi die Powerballade des Albums, weiß auch seine Akzente zu setzen, kann aber nicht komplett überzeugen da irgendwie zu wenig passiert.
Ganz anders tönt danach dann „Across the Seas“. Gewürzt mit etwas Piratenfeeling haben wir hier einen überlangen Power Metaltrack der die Epic mal nicht so sehr im Fokus hat, was der Band und der Nummer definitiv gut tut und auch mal eine andere Seite präsentiert.
Der anschließende Siebenminüter „Arrival“ kommt dann leider wieder nicht sehr auf den Punkt und plätschert etwas an einem vorbei.
Aber mit dem einleitenden Füllstück „A Hooded Traveller“ haben wir ja noch den letzten Abschnitt der Scheibe der mit „Fowlen`s Revenge“ und denn vierzehn! minütigen Titelstück „The Zeramin Game“ nochmal zwei echte Hits enthält die ein wenig die vorangegangenen etwas schwächeren Songs vergessen lassen!

Anspieltipps:

„The Land of Xia“, „Some Day Soon”, “Across the Seas” und “The Zeramin Game”

Fazit :

Ich habe lange überlegt welche Note ich dem Debütalbum von MEMORIES OF OLD geben soll! Es ist definitiv eine absolute Sahneperle für alle Epic Symphonic Power Metal Fans, vor allem die die massig Keyboards lieben. Aber es ist auch definitiv nicht etwas zum nebenbei hören!
Man muss sich komplett auf die Scheibe und auf die Geschichte einlassen, dann erschließen sich auch die etwas schwächeren Songs vollständig.
Insgesamt auf jeden Fall eine sehr starke Leistung einer Band die genau das macht was sie bestens beherrscht!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. In Exordium
02. Overture
03. The Land of Xia
04. Zera`s Shadow
05. Some Day Soon
06. Destiny
07. Across the Seas
08. Arrival
09. A Hooded Traveller
10. Fowlen`s Revenge
11. The Zeramin Game
12. Finale
13. The Architect`s Eyes (Bonus Track)

Video zu “Some Day Soon”:

Julian

GRIMGOTTS – Sagas (EP)

Band: Grimgotts
Album: Sagas
Spielzeit: 17:59 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 14.08.2020
Homepage: www.facebook.com/grimgottsband

GRIMGOTTS, EP-Trilogie, die zweite: Die Veröffentlichung von “Sagas”, dem Nachfolger von “Tales” rückt näher und den Fan piratig angehauchten Uptempo-Syphonic-Power-Metals erwarten mal wieder vier Schmankerl.
Zur Erinnerung: 2015 in Großbritannien gegründet, ohne Label unterwegs, mit 90er/frühe 2000er Power Metal-Spirit, ganz viel sympathisch billigen Keyboards und epischem Shit von Anfang bis Ende.
Am Sound hat sich seit “Tales” nicht wirklich was getan, aber der war eh für eine solche Band schon hart brauchbar. Allerdings gibt es auf “Sagas” keinen Track mehr, der ins Chaotische abdriftet. Man kratzt an der Grenze von “Zuviel des Guten”, liegt aber subjektiv immer darunter, sodass die Tracks nachvollziehbar bleiben. Grenzwertig wird es durchaus manchmal – auch wenn der teilweise preiswerte Sound der Keyboards dem ganzen eine schöne Authentizität verleiht, ist er in seiner Masse doch manchmal etwas verwaschen, aber das bleibt im Rahmen.
Und sonst so? Nun, das gewohnte GRIMGOTTS-Programm: Viel Uptempo, viel Epik, viele große Melodien, sinnig eingesetzte Parts mit runtergebrochener Geschwindigkeit und ein Gespür für Kompositionen, die sich vertraut anfühlen, aber nicht verbraucht. Dazu kommt die exzellente Idee, im Chorus von “Northern Passage” auf die Growlkünste von Prash Sarma zurückzugreifen, der einen exzellenten Job macht und eine krasse Bereicherung ist, auf die man vielleicht auch etwas häufiger zurückgreifen könnte. “Rise Again” kommt mit POWER-QUEST-Chorus (aber dass GRIMGOTTS POWER QUEST mögen ist auch in ihrem Umkreis kein Geheimnis) und “Plunder, Loot & Chantey” ist mit Akkordeoneinsatz und entsprechenden Melodien sehr piratig und Geschmackssache. Und beim abschließenden Titeltrack wird natürlich noch einmal alles gegeben. Schöne Melodieführung, ein warmer, voller, feierlicher Chorus, Mitklatschpart, Modulation… etwas anderes erwartet man als Fan der Band nicht, aber etwas anderes will man eben auch nicht.

Fazit:
GRIMGOTTS – der kleine Untergrundfels in der Überproduziertheits-Power-Metal-Brandung. Wer braucht Trends, wenn man einfach die Musik machen kann, die man vermutlich schon als Teenager liebte und mit der man aufwuchs? Bei der Band trifft songschreiberisches Talent auf höchste Motivation und auf viel Orchester und das Ergebnis ist auf regelmäßiger Basis überzeugend. Nächster Halt: “Legends”.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Northern Passage
02. Rise Again
03. Plunder, Loot & Chantey
04. Sagas

Jannis

MOONLIGHT HAZE – Lunaris

Band: Moonlight Haze
Album: Lunaris
Spielzeit: 53:12 min
Stilrichtung: Power Symphonic Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 12.06.2020
Homepage: www.facebook.com/Moonlighthazeband

Fast genau 1 Jahr nach dem Debütalbum „De Rerum Natura“ präsentieren uns die italienischen Symphonic Metaller rund um die Ex TEMPERANCE Frontfrau Chiara Tricarico ihr zweites Album mit dem Titel „Lunaris“.
Erneut ist man in dem musikalischen Fahrwasser des starken Debüts unterwegs. Dieses Mal reichert man den Sound noch mit ordentlich Folk an, was ich glaube eine gute Kombi sein könnte.
Halten wir uns daher nicht mit langen Vorreden auf, sondern widmen uns direkt dem Albumopener „Till the End“. Dieser beginnt recht poppig und mit ordentlich Keyboardunterstützung. Daran muss man sich auf jeden Fall erstmal etwas gewöhnen! Aber der Song an sich reißt einen direkt mit und bleibt natürlich wunderbar gleich im Ohr haften. So muss das direkt zu Beginn sein!
Nicht ganz so cheesig geht es dann beim anschließenden „The Rabbit of the Moon“ zur Sache, hier klingt das Ganze wesentlich mehr nach Symphonic Metal als beim Opener. Ein toller Song!
Es folgt der Titelsong „Lunaris“ wo man zum ersten Mal so richtig mit den Folkelementen spielt. Hier spielt man seine Stärken auf jeden Fall voll aus und würzt diese noch mit einer neuen, sehr angenehmen Folknote.
Das eingeschlagene Qulitätsniveau bleibt dann auch in der Folge sehr hoch!
Egal ob „Under your Spell“, „Enigma“ (auf italienisch gesungen) oder „Wish upon a Scar“ (mit einem etwas andern Gesangsstil und nicht so viel Pop). Hier ist alles absolut gelungen und kann bedenkenlos konsumiert werden.
„The Dangerous Art of Overthinking“ leitet dann den letzten Teil der Scheibe ein und will nicht so recht zum bisherigen Songgefüge passen! Hier haben wir Growls und sehr progressives Songwriting was irgendwie nicht so ganz passt, sorry!
Danach passt es aber wieder wesentlich besser, auch wenn man insgesamt nicht mehr ganz an die Qualität des ersten Teils herankommt.
Am Ehesten überzeugen kann man noch beim folkigen „Of Birth and Death“ sowie dem epischen und überlangen „Nameless City“ welches einen starken Cinematic Touch hat.
Zum Abschluss gibt es dann noch die englische Version des schon bekannten „Enigma“ welches einen schönen Vergleich ermöglicht.

Anspieltipps:

„The Rabbit of the Moon“, „Lunaris“, „Under your Spell“, „Wish upon a Scar“ und „Nameless City“

Fazit :

Im Vergleich zum Debütalbum drehen MOONLIGHT HAZE hier ganz kräftig an der Härtespirale. Leider aber etwas zu viel in die Richtung nach unten, was dem Ganzen einen starken Pop Touch gibt. Die Folkelemente sind dazu im Gegensatz sehr gut gesetzt und machen die Scheibe echt interessant.
Insgesamt haben wir hier nach wie vor ein überzeugendes, starkes Album, aber an das Debüt kommt man hier nicht ganz ran!
Beim nächsten Mal bitte wieder etwas mehr Heavyness!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Till the End
02. The Rabbit of the Moon
03. Lunaris
04. Under your Spell
05. Enigma
06. Wish upon a Scar
07. The Dangerous Art of Overthinking
08. Without You
09. Of Birth and Death
10. Nameless City
11. Enigma (English Version)

Video zu „The Rabbit of the Moon“:

Julian

OPERUS – Scores Of Nightmares

Band: Operus
Album: Scores Of Nightmares
Spielzeit: 50:27 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pride & Joy Music
Veröffentlichung: 19.06.2020
Homepage: www.facebook.com/Epic.Operus

OPERUS – Das klingt nach einer kleinen Power-Metal-Band, die gerne einen klassischen Musikstil plus eine Endung der Marke “ity” oder “ica” zu einem coolen Bandnamen kombinieren wollte und dies auf seltsam-originelle Weise tat. Tatsächlich ist die Truppe aber gar nicht mal so klein, beheimatet sie doch unter anderem Mitglieder aus den Häusern TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA, ANNIHILATOR und SKULL FIST sowie aus Theater- und Musicalproduktionen. Das ist ein amtliches LineUp und dementsprechend hochprofessionell klingt auch OPERUS’ nunmehr drittes Album “Scores Of Nightmares”.
Zweifelsohne: Insbesondere die orchestralen Elemente klingen wunderbar und entweder nach echten Instrumenten oder zumindest arschguter und sehr, sehr teurer Software, wovon man sich beispielsweise beim Intro von “Lost” mit seinen tiefen Streichern überzeugen kann. Die Stimmung ist praktisch durchgängig und ziemlich penetrant Musical und die Vocals sind top auf den Stil der Band abgestimmt, mal straighter, aber beispielsweise bei “The Mirror” auch sehr theatralisch und vielseitig – dabei immer sitzend.
Zurück zum Stil: Jeder kennt diese klassisch-TIM-BURTONig-gruselig-wahnsinnig-spaßige Atmosphäre und eine solche vermittelt OPERUS’ “Score Of Nightmares”, ergänzt um eine teils ordentlich dreschende Metalband-Instrumentalfraktion. Das funktioniert auch soweit sehr gut. “Phantasia” legt nach orchestralem Cinematic Intro mit recht humorvollem Riff und gutem Ausblick auf das, was das Album so zu bieten hat, würdig los, “Dance With Fire” fällt insgesamt etwas melancholischer aus, “Echoes” ist ein ruhiges Klavierintermezzo, dessen Motiv von “Where Falcons Fly” übernommen wird, und “Book Of The Dead” ist verdammt düster. Praktisch immer gibt es dabei jene oben beschriebene Art von Musical-Komposition in Kombination mit klassischem symphonischem Power Metal. Die meisten Songs sind reich an kleinen unterschiedlichen Parts und, und hier beginnt die Kritik, die sind mal sehr gelungen, mal durchschnittlich. Das mag man mit bestem Recht als Komposition abseits der Norm bezeichnen, aber es sorgt auch dafür, dass die wenigsten Songs wirkliche Alleinstellungsmerkmale haben, die im Nachhinein hängen bleiben. Stattdessen gibt es einen Overkill an Dingen, die zum Großteil geil gemacht sind, dabei aber zu viel, ein bisschen wirr und im einzelnen in der Menge untergehend. Dazu kommt die Angewohnheit, jeden kurzen, geil stampfenden Midtempo-Part, von denen es durchaus einige gibt, vonseiten der Drums aus erst auf doppelte Geschwindigkeit und anschließend auf Doublebase-Niveau zu heben, gefühlt jedes Mal. Und auch Tempo definiert das Gefühl des Hörers zu einem Song, womit die meisten Tracks auf “Scores Of Nightmares” auch dahingehend leider fehlende Individualität aufweisen.

Fazit:
Darum auch ein langes Fazit: Ich erkenne die Leistung hinter diesem starken und echt schön wahnsinnig anmutendem Album absolut an und hab es gerne rezensiert. „Scores Of Nightmares“ klingt bis auf wenige Stellen Bombe, verbindet die gewählten Genres sehr gut und überzeugt auch mit starkem Orchestersound. Und klar, wenn man Wahnsinn und Albträume mit Power Metal, Orchester und Musical-Feeling kombinieren will, dann ist ein gewisses kontrolliertes Chaos vonnöten. Ein bisschen mehr Struktur innerhalb der einzelnen Songs, also nicht ein bisschen von allem in jedem Track, hätte den Wiedererkennungswert und innerhalb des Albums auch die Originalität der Songs allerdings wesentlich erhöhen können. Nichtsdestotrotz: Während des Hörens macht die Platte ordentlich Spaß und alleine der doch sehr spezielle Stil der Truppe ist ein Grund für jeden Symphonic-Power-Metal-Fan, hier mal ein Ohr reinhängen zu lassen!

Anspieltipps:
„Phantasia“, „Dance With Fire“ und „Book Of The Dead“

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Overture Of Madness
02. Phantasia
03. Lost
04. Dance With Fire
05. Echoes
06. Where Falcons Fly
07. Nightmares
08. Book Of Shadows
09. The Mirror
10. Ruin
11. La Llorona

Jannis

 

FAIRYLAND – Osyrhianta

Band: Fairyland
Album: Osyrhianta
Spielzeit: 57:10 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 22.05.2020
Homepage: www.facebook.com/Groupe.Fairyland.Official

Von der Band FAIRYLAND hatte ich bislang leider noch nie etwas gehört! Naja man kann ja auch nicht alles kennen.
Die französische Symphonic Power Metaband existiert wohl schon seit 2003 und hat bislang eine Konzeptriologie bestehend aus 3 Alben rund um das Fanatsyland Osyrhia veröffentlicht.
Das neue Album „Osyrhianta“ ist quasi die Vorgeschichte zu der Triologie und könnte wohl den Abschluss des Ganzen bedeuten.
Die Band blickt auf eine bewegte Bandhistorie zurück, so gab es bislang auf jeden Fall auch einen neuen Sänger zu hören, so auch dieses Mal! Francesco Cavalieri von den Metallern von WIND ROSE ist nun an Bord und veredelt den neuen Diskus mit seinem tiefen, rauen Organ.
So genug Vorabinfos, steigen wir mit dem Openersong „The Age of Birth“ mal in die neue Scheibe ein. Naja Song ist hier der falsche Ausdruck, Cinematic Intro trifft es schon eher! Aber wen wundert das noch, Konzeptalbum = Cinematic Intro oder?
Der erste richtige Track „Across the Snow“ legt dann recht bombastisch los und dudelt erstmal eine gewisse Zeit so hin bevor dann endlich der neue Sänger Francesco sein tolles, tiefes Organ erklingen lässt.
Insgesamt ist die Nummer nicht schlecht, vor allem in der zweiten Hälfe, aber man braucht hier definitiv zu lange um in Fahrt zukommen.
Auch das anschließende „The Hidden Kingdom of Eloran“ braucht recht lange um in Fahrt zu kommen, überzeugt dann aber doch mit seiner Melodic im tollen Refrain.
Bei „Eleandra“ gibt es ein großes Problem. Die Gaststimme von Elisa C Martin! Leider passt diese von der ehemaligen Sängerin irgendwie teilweise nicht wirklich ins Konzept. Zusätzlich überdreht sie manchmal ziemlich und bricht dann in den Höhen. Ne sorry Leute aber das ist echt nix, tut mir ja leid!
Aber guck mal an, bei den nächsten Tracks „Herald of the Green Lands“, „Alone We Stand“ und „Hubris Et Orbis“ ist die Qualität doch endlich mal im absolut empfehlenswerten Bereich! Das mag auch daran liegen, das die Songs wesentlich kürzer sind als zuvor und somit auch besser auf den Punkt kommen. Mit dem sehr präsenten Bombast muss man aber auch hier erstmal zurecht kommen!
Danach gibt es aber leider wieder ein paar Dämpfer!
„Mount Mirenor“ ist ein viel zu langes Instrumental (über 7 Minuten) geworden, was vielleicht im Gesamtkonzept wunderbar funktioniert, als Einzelsong aber nicht wirklich.
Ähnlich ergeht es dann dem über 12 Minuten Epos „Of Hope and Despair in Osyrhia“. Als Einzelsong einfach zu komplex und schwer zugänglich, sorry!
Das abschließende „The Age of Light“ ist im Vergleich dazu aber wieder recht ordentlich gelungen und weiß zu überzeugen.

Anspieltipps:

„The Hidden Kingdom of Eloran“, „Herald of the Green Lands“, „Alone We Stand“, und „The Age of Light“.

Fazit :

Ich bin vielleicht ganz schön hart ins Gericht gegangen mit der neuen Scheibe von FAIRYLAND! Aber insgesamt muss ich doch sagen das dieses Bombastwerk echt schwer zugänglich ist und mit Sicherheit nur etwas für die beinharten Fans dieses Genre und der Band ist.
Es gibt ja ein paar Lichtblicke auf dem Album für die breite Masse und auch die Gesangsleistung des neuen Fronters Francesco ist natürlich tadellos!
Somit reicht es dann ganz knapp noch für eine insgesamt doch solide Bewertung.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Age of Birth
02. Across the Snow
03. The Hidden Kingdom of Eloran
04. Eleandra
05. Heralds of the Green Lands
06. Alone we Stand
07. Hubris Et Orbis
08. Mount Mirenor
09. Of Hope and Despair in Osyrhia
10. The Age of Light

Video zu „The Hidden Kingdom of Eloran“:

Julian