RHAPSODY OF FIRE – Challenge The Wind

Trackliste:

01. Challenge The Wind
02. Whispers Of Doom
03. The Bloody Pariah
04. Vanquished By Shadows
05. Kreel’s Magic Staff
06. Diamond Claws
07. Black Wizard
08. A Brave New Hope
09. Holy Downfall
10. Mastered By The Dark

 

Spielzeit: 63:31 min – Genre: Symphonic Power Metal – Label: AFM Records – VÖ: 31.05.2024 – Page: www.facebook.com/rhapsodyoffire

 

Wohl kaum eine Band hat so viel Gutes und Schlechtes für Power Metal getan wie RHAPSODY OF FIRE. Gutes, weil sie Klassiker geschaffen, einen relevanten Stil mit- und ausgeprägt hat und Genre-Vorbild für eine Menge guter Bands ist. Schlechtes, weil sie auch den Weg für viel Mittelmaß-Bands geebnet hat, die den gleichen Stil ohne den besonderen Faktor bieten. Aber jut, hat man nicht in der Hand, ne?
Nun sind die Italiener auf jeden Fall wieder da, mit „Challenge The Wind“, ohne einen italienischsprachigen Song und ohne Balladen. Gemischt wurde der Spaß von ORDEN OGANs Seeb Levermann, und wo der beteiligt ist, muss er gelobt werden. Die Platte klingt fett, das Orchester vielleicht nicht so pompös, wie es hätte sein können, aber schon amtlich. Und der Symphonic-Faktor ersetzt glücklicherweise auch nicht die Härte, die auf „Challenge The Wind“ allemal vorhanden sein darf.
Manche mögen die Band aufgrund ihres Stils belächeln, aber seien wir ehrlich: Was RHAPSODY OF FIRE seit Jahrzehnten machen, macht kaum eine andere Truppe so gut wie sie. Die Harmoniewendungen sind auch auf dem neusten Output typisch RHAPSODY OF FIRE, was aber auch 2024 immer noch bedeutet, dass sie nicht allzu vorhersehbar sind und sich vom Standard absetzen. Das kann zu Songs wie „Diamond Claws“ führen, die in jeglicher Hinsicht einfach sehr guter symphonischer Power Metal sind, von denen mir kein Genrefan sagen kann, dass sie nicht seinen Nerv treffen. Das kann aber auch zu „Challenge The Wind“, dem Opener des Albums, führen, die fast schon lächerlich unüblich Dur-lastig ausfallen, ohne dass man ihnen großartig platten Kitsch-Modus unterstellen kann.
Auf der anderen Seite gibt es dafür opulente Düsterkeit. So beim 16-Minüter „Vanquished By Shadows“, der mehrere Parts, unklare Vocals und vielseitige Arrangements liefert und in Teilen die Frage beantwortet, was passiert, wenn RHAPSODY OF BORGIR ein Ding wäre. „Kreel’s Magic Staff“ ist noch am ehesten der Folksong auf „Challenge The Wind“, aber auch nicht wirklich.
Alles in allem ist das Album ein weiterer Beweis für das kompositorische Können des Quintetts, mit Wendungen, die man so eher in Klassik erwartet, zu Teil so aber auch nicht alle Nase lang in anderem von Klassik inspiriertem Power Metal findet. Und klar, die ganzen ROF-Trademarks sind auch drin. Lateinische Chöre, coole Orchestral-Shots, minimal unklarer Gesang und Synthesizer, tolle Leistungen von allen Beteiligten und Songs mit dem nötigen Maß an Eigenständigkeit.

Fazit:
„Challenge The Wind“ ist deutlich über dem Mindestniveau, das man von RHAPSODY OF FIRE erwartet, erfüllt alle Fanwünsche und gibt keinen Anlass zu berechtigter Kritik. Fetter orchestraler Power Metal mit okay viel Härte von einer der Bands, die nicht nur am besten wissen, wie man sowas macht, sondern die auch noch ein echtes Songwriting-Händchen haben. Da geb ich Euch Brief und Seagleheart drauf.

Anspieltipps:
„Challenge The Wind“, „Diamond Claws“, „Black Wizard“ und „Vanquished By Shadows“

Jannis

NANOWAR OF STEEL – Dislike To False Metal

Trackliste:

01. Sober
02. Winterstorm In The Night
03. Disco Metal
04. Muscle Memories
05. Chupacabra Cadabra
06. Pasadena 1994
07. Metal Boomer Battalion
08. Dimmu Boogie
09. Protocols (Of The Elders Of Zion) Of Love
10. The Power Of Imodium

 

Spielzeit: 48:21 min – Genre: Truest Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 10.03.2023 – Page: www.facebook.com/nanowarofsteel

 

Manchmal passieren Dinge auf der Welt, die auch den Abgeklärtesten unter uns daran zweifeln lassen, dass es nicht etwas Höheres gibt, außer unserer Macht und jenseits unserer Vorstellungskraft. Etwas, das uneingeschränkt Gutes in die Wege zu leiten vermag. Ich meine, wie könnte es sonst sein, dass von allen Leuten, die sich überlegen könnten, ihre Zeit und Kraft dem liebevollen Parodieren von Metal zu widmen, diese Leute gerade NANOWAR OF STEEL sind, die a) hervorragende Musiker b) untergenre-unabhängig hochbegabte Songschreiber und c) talentierte überkreative Texter mit d) einem so treffsicheren, eigenen und witzigen Humor sind?
Gottesbeweis abgeschlossen, auf zur Rezension.
„Dislike To False Metal“ ist das fünfte Album der Italiener und führt konsequent weiter, was aus der Truppe in den letzten Jahren geworden ist. Von einer kleinen unbekannten Band zum viralen Hit mit „Norwegian Reggaeton“ haben NANOWAR einen steilen Karriereaufstieg hingelegt, und „Dislike To False Metal“ sollte dem weiteren nicht im Wege stehen. Das Erfolgsrezept ist exakt das alte, so gut funktionierende. Mach ernstzunehmend geschriebene und gespielte Musik, reichere sie an mit diversen witzigen Einfällen, füge kurze populäre Musikzitate ein und pack absolut bescheuerte, höchst kreative Texte über abstruse aber funktionierende Themen drauf, die eine beeindruckend hohe Witz-Trefferquote haben und perfekt zur Musik passen.
Das einzig Traurige im Vergleich zum grandiosen Vorgänger: Die kleinen Zwischentracks fehlen dieses Mal, und die boten nochmal ihren ganz eigenen Charme. Aber sonst sind NANOWAR weiterhin in Höchstform und mit Herz und Stahl bei der Sache. Gut, die beiden ersten Tracks (ein Pirate-Metal-Track über enthaltsame Piraten und ein Symphonic-Metal-Track über Schuppen) sind musikalisch verhältnismäßig witzlos wenngleich absolut authentisch und gut komponiert. Sie ziehen ihren Humor eher aus den Texten. „Disco Metal“ ist, nun, genau das, was man erwartet, und „Muscle Memories“ eine kraftvolle Gänsehautballade über Gym-Abhängigkeit.
„Chupacabra Cadabra“ kommt dann unerwartet als neunminütiges Epos reingebrochen, das klingt, als würden RHAPSODY OF FIRE einen ihrer monumentalen Endtracks bringen, wären dabei aber Mexikaner (wahnsinniges Ding), und „Pasadena 1994“ holt SABATONs Joakim Brodén ans Mic, für die kraftvolle SABATONsche Nacherzählung eines… Fußballspiels.
„Dimmu Boogie“ ist partytauglicher Heavy Boogie und „Protocols (Of The Elders Of Zion) Of Love“ ist ein absolut fantastischer Love-Popsong, geschrieben aus der Sicht eines Verschwörungstheoretikers. Mit „The Power Of Imodium“ findet die Platte ihr musikalisch höchst würdiges, episches Ende. Hab ich erwähnt, dass Imodium gegen Durchfall eingesetzt wird?

Fazit:
Die besorgte Frage, ob NANOWAR OF STEEL das Niveau des Vorgänger-Albums halten können, hat sich auf textlicher wie musikalischer Ebene bejaht. Diese Band scheint ein nie versiegender Quell aus geilen Ideen zu sein, der ohne Zweifel den Thron des Parody Metal sein Eigen nennen kann und bei all dem Qualitäts-Blödsinn nie respektlos gegenüber dem ist, was er parodiert. Gebt „Dislike To False Metal“ eine Chance, wenn Ihr ansatzweise was mit Metal anfangen könnt – und am besten bei parallelem Lesen der Texte. Und dann ab auf die Party-Playlist damit.

Anspieltipps:
„Chupacabra Cadabra“, „ Protocols (Of The Elders Of Zion) Of Love“, „Pasadena 1994“ und „The Power Of Imodium“

Jannis

RHAPSODY OF FIRE – Glory for Salvation

Band: Rhapsody of Fire
Album: Glory for Salvation
Spielzeit: 66:11 min
Stilrichtung: Symphonic Power Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 26.11.2021
Homepage: www.rhapsodyoffire.com

Und hier kommt wieder das Original! RHAPSODY OF FIRE rund um Gründer und Mastermind Alex Staropoli (Keyboards) steht in den Startlöchern um uns ihr neues, 13!, Album „Glory for Salvation“ zu präsentieren.
Auf diesem ist, Gott sei Dank, nach wie vor der auf dem letzten Album „The Eighth Mountain“ eingeführte Fronter Giacomo Voli, zu hören.
Insgesamt, und das hat sich leicht auch schon auf dem letzten Album gezeigt, geht das Songmaterial mehr ins epische und symphonische im Vergleich zu den frühen Alben der Band.
Kein Wunder vermutlich, wenn ein Keyboarder der Hauptsongschreiber ist!
Ihr neues Konzeptalbum beginnt mit dem Opener „Son of Venegeance“. Nach einigen instrumentalen Tönen setzt auch der Gesang von Fronter Giacomo ein und man ist mittendrin in einem Symphonic Bombastsong der ganz klar die RHAPSODY OF FIRE Handschrift der Neuzeit trägt aber mehr Schwerpunkte auf Bombast und Keyboards legt.
Etwas mehr Härtegrad kommt dann beim folgenden „The Kingdom of Ice“ auf und hier sind die Gitarren auch schön hörbar. Ein Track, der sich sofort in den Gehörgängen festsetzt und auch vom letzten Album stammen könnte.
Die Gitarrenaktionen sind zwar im anschließenden Titelstück „Glory for Salvation“ wieder kaum hörbar, aber ansonsten geht das Teil echt in Ordnung und weiß zu gefallen!
Über das Zwischenstück „Eternal Snow“ geht es zur Videosingle „Terial the Hawk“ wo wir auch wenig schwermetallisches, dafür viel Symphonic Folk Metal hören. Die Nummer ist aber schön eingängig gehalten von daher landet das Teil auch bei uns auf der Hitliste.
Tja und was kommt danach? Eigentlich nichts Neues im Vergleich zum Bisherigen. Die Songs wechseln sich in der Mischung zwischen Folk, Bombast und ja auch mal Power Metal ab, aber insgesamt bleibt das folgende Material doch ziemlich Keyboardlastig und lässt häufig die Stromgitarren leider vermissen.
Einzig das überlange und sehr abwechslungsreiche „Abyss of Pain II“ und das schon bekannte „I`ll Be Your Hero“ können hier richtig überzeugen.

Anspieltipps:

„The Kingdom of Ice“, „Glory for Salvation“, „Terial the Hawk“ und „I`ll Be Your Hero“

Fazit :

Das neue RHAPSODY OF FIRE Album startet sehr ordentlich und so ab ca. der Hälfte der Scheibe wechselt die Musikrichtung dann doch und man ist immer weniger im schwermetallischen unterwegs sondern eher im Symphonic und Bombastbereich.
Man merkt irgendwie einfach wer hier der Hauptsongschreiber ist, was jetzt nicht so negativ gemeint ist wie es klingt.
Das mag nicht jeden gefallen, starkes Songmaterial ist, ob nun zu weichgespült oder nicht, aber auf jeden Fall vorhanden!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Son of Venegeance
02. The Kingdom of Ice
03. Glory for Salvation
04. Eternal Snow
05. Terial the Hawk
06. Maid of the Secret Sand
07. Abyss of Pain II
08. Infinitae Gloriae
09. Magic Signs
10. I`ll Be Your Hero
11. Chains of Destiny
12. Un`Ode Per L`Eroe
13. La Esencia De un Rey

Video zu “Glory for Salvation”:

Julian

RHAPSODY OF FIRE – The Eighth Mountain

Band: Rhapsody of Fire
Album: The Eighth Mountain
Spielzeit: 64:36 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 22.02.2019
Homepage: www.rhapsodyoffire.com

Das italienische Symphonic Metal Flagschiff RHAPSODY OF FIRE ist endlich wieder etwas zu Ruhe gekommen! Nach X Besetzungswechseln scheint sich nun seit dem letzten Album „Legendary Years“ alles wieder etwas beruhigt zu haben.
Angeführt von Gründer und Mastermind Alex Starpoli (Keyboard) und Neusänger Giacomo Voli hat man ein neues Album mit dem Namen „The Eighth Mountain“ am Start welches stilistisch wieder an die sehr erfolgreichen Anfangstage der Band anknüpfen soll.
Alben wie „Legendary Tales“ oder „Symphony of Enchanted Lands“ aus den 90igern sind Klassiker des Metals und diese bildeten nun die Blaupause für den neuen Diskus.
Es wird auch hier der Startschuss für eine neue musikalische Saga gelegt und in alter Tradition gibt es wieder eine Zusammenarbeit mit einem Orchester und auch Alt Sprecher Christopher Lee (R.I.P) hat hier noch einen Auftritt.
Für den Endmix zeichnete sich erneut Seeb Levermann verantwortlich, der ja schon auf dem letzten Album hervorragende Arbeit abgeliefert hatte.
So, genug der schnöden Infos, lassen wir nun in Form des Albumopeners „Abyss of Pain“ das erst mal die Musik sprechen. Wie fast immer bei der Band haben wir es hier mit einem Cinematic Intro zu tun was ein bisschen in die Geschichte einleiten soll. Direkt im Anschluss haben wir das kraftvolle „Seven Heroic Deeds“ wo der Härtegrad ganz schön in die Höhe geschraubt wird! Die Nummer ist ganz okay, aber noch nicht der ganz große Wurf.
Das ändert sich dann beim anschließenden „Master of Peace“. Hier werden sich Fans der Band direkt wohl fühlen und auch sonst ist alles im absolut grünen Bereich inklusive dem tollen Ohrwurmchorus.
Auch mit den folgenden „Rain of Fury“, „White Wizzard“ und der gefühlvollen Ballade „Warrior Heart“ greift man absolut ins oberste Symphonic Metalregal und kann den Hörer direkt begeistern und in seinen Bann ziehen! Die Band hat sich spätestens hier ganz klar wieder ihren alten Stärken zu gewendet.
Der nächste absolute Überhit ist dann das überlange „March against the Tyrant“ der gekonnt die Brücke in den letzten Abschnitt der Scheibe schlägt.
Und da uns auch hier keine großen Ausfälle begegnen, kann man insgesamt definitiv von einem gelungen, neuen RHAPSODY OF FIRE Output sprechen.
Die absoluten Glanzpunkt im letzten Drittel sind mit Sicherheit das gefühvolle „The Wind The Raind and the Moon“ sowie das abschließende überlange und mit Sprecher Christopher Lee`s aufgepeppte „Tales of a Hero`s Fate“.

Anspieltipps:

„Master of Peace“, „White Wizzard“, „Warrior Heart”, “March against the Tyrant” und “Tales of a Hero`s Fate”.

Fazit :

Wie schon angesprochen besinnt sich die Band auf dem neuen Album auf ihre starken Anfangstage und auch das beruhigte Personal Karussell tut dem Sound der Band definitiv gut!
Als Fan bekommt man hier ein wahres und reines RHAPSODY OF FIRE Album ohne viele Spielereien und in dieser Verfassung sind die Jungs definitiv wieder auf den Weg in die Top 3 des Genres.
Absolute Kaufempfehlung für die angesprochene Fangemeinde.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Abyss of Pain
02. Seven Heroic Deeds
03. Master of Peace
04. Rain of Fury
05. White Wizard
06. Warrior Heart
07. The Courage to Forgive
08. March against the Tyrant
09. Clash of Times
10. The Legend Goes On
11. The Wind, The Rain and the Moon
12. Tales of a Hero`s Fate

Julian