KAMELOT – Dark Asylum

 

 

 

 

 

 

 

 

Trackliste:

01. Sanctorium
02. Ashen World
03. Dark Asylum
04. Sanctuary
05. Nocte Veritas
06. One Last Masquerade
07. Ivy, My Dear
08. Godlike Alchemy
09. The Sleeping Mind (Orphic Paradigm)
10. Kaleidoscope
11. Enigma (Think Of Me)
12. Cassandra`s Disease
13. Beneath The Moon
14. The Puppet King
15. Sanctum Requiem

Spielzeit: 51:22 min – Genre: Symphonic Power Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 28.08.2026 – Page: www.kamelot.com

 

Mit Ihrem 14 Longplayer legen uns Kamelot ein düsteres, atmosphärisches Konzeptalbum vor, welches uns in die Welt der Ravenhill Heilanstalt entführt. Die Band um Sänger Tommy Karevik und Gitarrist Thomas Youngblood versteht es wie keine zweite solche Geschichten zu erzählen, in der die Dunkelheit, der Wahnsinn, die Melancholie der Patienten miteinander verschmelzen und mit dem bekannten orchestralen Kamelot Sound eine perfekte Symbiose bildet. Die Produktion von Sascha Paeth, unterstützt den cineastischen Aspekt natürlich perfekt.

Die Storyline, dass eine ehemalige Kathedrale zu einer Nervenklinik umgebaut wird und dort die bizarrsten Krankheitsbilder gesammelt werden, erinnert mich persönlich an die düstern Batman Comics „Arkham Asylum“ oder Batman:The Cult, wo psychologische Horror Szenarien an der Tagesordnung sind. Jeder Song steht für eine Zelle und erzählt von den Wahnvorstellungen der traumatisierten Insassen.

Mit dem Intro „Sanctorium“ werden die Tore von Ravenhill geöffnet und nach dem folgenden „Ashen World“ wird sofort klar, dass Kamelot ihr erfolgreiches Soundkonzept nicht verändert haben. Hier wird symphonischer Power Metal auf allerhöchstem Niveau zelebriert und es wird nur so mit großartigen Songs und grandiosen Melodien um sich gefeuert. Als Beispiele möchte ich den Titelsong und das fantastische „Sanctuary“ nennen, was nicht nur durch seinen Ohrwurm Charakter besticht, sondern auch durch den Klargesang von Visions Of Atlantis Frontfrau Clementine Delauney und die finsteren Growls Ignacia Fernandez (Decessus) veredelt wird. Das Sänger Tommy Karevik mal wieder einen exzellenten Job gemacht hat, dürfte selbstverständlich sein. Er thront souverän über allem und schafft es immer wieder den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Er ist Definitiv einer der besten Metal Sänger in diesem Genre.

Als kuzes Zwischenspiel bietet das Instrumental „Nocte Veritas“ einen Moment zum Verschnaufen, bevor es mit „One Last Masquerade“ und einem grandiosen Battle mit Tobias Sammet (Avantasia, Edguy) wieder in die vollen geht. Unfassbar, was die beiden für ein Feuerwerk entfachen. Das folgende „Ivy, My Dear“ ist dann die erste Ballade, bevor mit dem vorab veröffentlichten „Godlike Alchemy“, „The Sleeping Mind“ und „Kaleidoscope“ die Schlagzahl wieder deutlich erhöht wird.

Lea-Sophie Fischer, die bei ELUVEITIE spielt, bereichert mit Ihrer Violine „Beneath the Moon (Tunglið)“, der komplett ohne Tommy Karevik daher kommt und durch die beiden Sängerinnen Rannveig Sif Siguroardottir und Solveig Sara Leopold getragen wird, sich aber trotzdem wunderbar in das Konzept einfügt. Das flotte „The Puppet King“ und das finstere Outro „Sanctum Requiem“, welches an einen Film Score erinnert, beenden eine grandiose musikalische Achterbahnfahrt, durch die dunklen Gänge des Dark Asylum.

Kamelot haben nicht nur einfach eine weitere tolle Scheibe abgeliefert, sondern Ihrer ohnehin schon starken Diskografie ein echtes Juwel hinzugefügt. „Dark Asylum“ ist eine Demonstration von Macht und Stärke. Ein echtes Statement mit extrem hohen Suchtpotenzial. Alles andere als die Höchstwertung Plus Sternchen ist hier nicht möglich, Ein perfektes Album. Punkt und Aus.

Heiko Füchsel

KAMELOT – The Awakening

Trackliste:

01. Overture (Intro)
02. The Great Divide
03. Eventide
04. One More Flag In The Ground
05. Opus Of The Night (Ghost Requiem)
06. Midsummer’s Eve
07. Bloodmoon
08. NightSky
09. The Looking Glass
10. New Babylon
11. Willow
12. My Pantheon (Forevermore)
13. Ephemera (Outro)

Spielzeit: 52:52 min – Genre: Symphonic Power Metal – Label: Napalm Records – VÖ: 17.03.2023 – Page: www.facebook.com/kamelotofficial

 

Lang ist’s her, dass man das letzte Mal was von KAMELOT gehört hat. Mindestens zehn Jahre, dachte ich, um dann herauszufinden, dass ich einfach irgendwie nicht mitbekommen habe, dass die inzwischen seit fast 35 Jahren bestehende Truppe nach „Poetry For The Poisoned“ noch locker drei Alben rausgebracht hat, die nur einfach komplett an mir vorbeigegangen sind. Umso besser, mehr neue Musik zum Nachholen. Aber gut, dennoch gab es in der Geschichte der Florida-Männer noch nie eine so lange Pause, wie die zwischen dem 2018er „The Shadow Theory“ und dem aktuellen „The Awakening“. Wie ist das nun also geworden?
Nun, KAMELOT haben einen sehr eigenen Stil innerhalb des Symphonic-Power-Metal-Genres und eine Grundatmosphäre, die sich durch alle Alben zieht, die ich von ihnen kenne. Gute Nachricht: Diese Atmosphäre ist präsent wie eh und je. Gute Nachricht #2: Niemand in der Band hat seit 2018 verlernt, sein Instrument zu spielen/zu singen. Gute Nachricht #3: Sound von Sascha Paeth und Jacob Hansen – also heftiger Sound. Ich ziehe das hier ein bisschen in die Länge, denn ganz nüchtern betrachtet ist „The Awakening“ einfach das nächste, prall mit Eingängigkeit, geilen Orchesterarrangements, anständig fetten Gitarren, Tommy Kareviks tollen emotionalen Vocals, stimmungsvollen Parts, elektronischen Elementen, Majestätik, Düsterkeit, schnellen und ruhigen Stellen und KAMELOT-eigenem Songwriting gefüllte Album aus diesem Hause. Erreicht es die Qualität der individuellen Lieblingsalben der KAMELOT-Fans? Weiß nicht, vielleicht nicht. Aber Junge, der Ohrwurmfaktor ist massiv, das Orchester mal feierlich-episch-düster, mal eskalativ, ergänzt um sehr gut klingende einzelne Original-Streichinstrumente (der Rest ist aus dem Computer, klingt aber top). Einiges an Geschwindigkeit ist drin, dazu kaum Anbiederung an aktuelle Trends (außer vielleicht die ein oder andere SABATON/POWERWOLF-Ähnlichkeit in „New Babylon“ und dem leicht Chart-metallischen „One More Flag In The Ground“, das dafür aber auch ein kompletter Banger ist), stattdessen gibt es bei „Opus Of The Night (Ghost Requiem) nostalgische „Ghost Opera“-Melodiereferenzen und eben viel von dem, was KAMELOT seit eh und je perfekt können – ohne Ermüdungs- oder 08/15isierungs-Erscheinungen. Klar, die ein oder andere Wendung mag einem bekannt sein, aber im Vergleich zu anderen Bands dieses Alters ist das gar nichts.
Kritik reduziert sich auf das im Vergleich etwas kraftlose Outro, das als einziges ein wenig unter der Computergemachtheit des Orchesters leidet, und auf „Willow“, bei dem dann doch nicht ganz klar wird, wohin man melodietechnisch will. Und irgendwie hängt die Hihat ganz rechts hinten im Mix. Ist das nur bei diesem Album so oder macht man das heutzutage so? Ich weiß nicht, aber jetzt kann ich es nicht mehr nicht hören.

Fazit:
Der eine Power-Metal-Fan, der bislang unter einem Stein gelebt hat und KAMELOT nicht kennt, hat hiermit Hausaufgaben. Für alle anderen: KAMELOT halten die hohe Qualität, die ich von ihnen kenne, souverän, modernisieren sich nicht unangenehm und liefern mit „The Awakening“ das nächste Brett. Klingt exaaaakt wie KAMELOT (und das alleine ist schon ein Grund zur Freude), ohne dass ihm das allein genug wäre!

Anspieltipps:
„The Great Divide“, „One More Flag In The Ground“, „Opus Of The Night (Ghost Requiem)“ und „My Pantheon“

Jannis