HELL IN THE CLUB – Joker In The Pack

Trackliste:

01. The Devil Won’t Forget Me
02. New Desire
03. Dirty Love
04. Robert The Doll
05. Fairytale
06. The Ocean
07. Magnetars
08. Pretty Little Freak Show
09. Out In The Distance
10. When The Veil Of Night Falls

 

Spielzeit: 39:10 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/hellintheclub/

 

Die italienischen Hard Rocker von HELL IN THE CLUB melden sich mit einem neuen Album zurück. Nachdem ich das 2020er Album reviewte verfolgte ich die Band genauer und hörte mir auch noch öfter mal die Vorgängeralben an. Mit dem Schluss das bei jedem Album eine Steigerung zu hören war, die Band mauserte sich zu einem echten Hard Rock Act und Ex-Sänger Dave konnte sich auch von Album zu Album steigern. So entwickelte sich im Land des Stiefels im Mittelmeer eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die alteingesessenen Rocker. Mal hören was sich im Haus HELL IN THE CLUB so abspielt und ob eine erneute Steigerung erkennbar ist.

Einzige Änderung besteht in der Besetzung, Sänger Dave ist nicht mehr dabei und wurde durch die Schwedin Terese „Tezzi“ Persson ersetzt. Sonst hat sich nichts an der Instrumenten Front geändert, es sind nach wie vor Andrea „Picco“ Prccardi an Gitarren, Andrea „Andy“ Buratto an Bass und Drummer Marco „Mark“ Lazzzarini dabei. Tezzis Stimme bringt eine besondere und raue Färbung mit und machte mich beim ersten hören fast verrückt, da ich diese Stimme kannte und schon mal gehört habe. Nur fiel mir beim besten Willen auf Anhieb nicht ein von wo, als ich den Promotext durchlas war mir klar von INFINITE & DEVINE kannte ich diese Stimme. Und die konnte mich da schon überzeugen, selten das eine Frauenstimme bei mir nur einen Anlauf benötigt um zu sitzen, Tezzi schaffte das aus dem Stehgreif und es war Liebe auf den ersten Ton. Tezzis raues Organ passt perfekt zum Sound von HELL IN THE CLUB obwohl ich immer noch Dave im Hinterkopf habe. Picco haut die Riffs mit einer spielerischen Leichtigkeit raus als wie, wenn er nie etwas anderes gemacht hätte, die sechs Saiten hat er auf jeden Fall voll im Griff. Andy am Bass macht alles andere nur nicht den Statisten im Hintergrund spielen, der lässt den Tieftöner extrem auffällig ausatmen und bildet mit den Gitarren eine eingeschworene Einheit. Mark an den Drums besitzt eine Spielweise die extrem ausgeprägt ist und für manche Höhepunkte sorgen kann. Die Produktion klingt zwar steril mit Feintuning an allen Reglern, besitzt dabei allerdings einen Bumms den viele zu erreichen nicht im Traum in der Lage sind.

Vom Stil hat sich nicht sehr viel getan, es wird immer noch in bester 1980er Jahre Tradition drauf los gerockt das sich die Balken biegen. Der Sleaze Anteil den ich noch 2020 erwähnt habe ist fast ganz verschwunden und kommt nur noch dezent angedeutet durch. Dafür schielt die Band jetzt sehr weit nach Westen über den Atlantik in Richtung Arena Helden der 80er Jahre. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, da die Songs jetzt eingängiger und konservativer rüber kommen ohne dabei zu dreckig zu klingen. Als ganz groben Vergleich kann man immer noch CRAZZY LIXX, QUIET RIOT auf dem Album „QRIII“, TRIUMPH, ECLIPSE, ASPHALT BALLET, härtere H.E.A.T. und einige weitere US-Bands nehmen, die sich dem 1980er Arena Melodic Hard Rock verschrieben haben. Es gibt auf „Joker In The Pack“ eine geile weibliche Stimme, Melodien die es in sich haben mit einer perfekten Umsetzung an den Instrumenten und Reglern im Studio. Wer auf Euro Melodic Hard Rock mit schwerer Schlagseite Richtung Nordamerika steht wird bei HELL IN THE CLUB fündig und wahrscheinlich glücklich mit dem Album. Es ist bei den Songs wieder eine leichte Steigerung erkennbar, bei der Stimme gibt es nichts zu mosern, man darf gespannt sein was das nächste Album von HELL IN THE CLUB für den Hörer bereithält.

Einen Punkt ziehe ich ab da das Album unter 40 Minuten bleibt und die Party leider viel zu schnell zu Ende ist, ansonsten befindet sich auf dem Album alles im grünen Bereich.

„The Devil Won’t Forget Me“ fängt heftig an und entwickelt sich mit einsetzen des Gesangs zu einem Melodic Schmankerl, „New Desire“ flott mit cooler Melodie geht es in die zweite Runde. Runde drei eröffnet „Dirty Love“ mit einem traumhaft eingängigen Refrain mit vielen Ohhohhs, „Robert The Doll“ könnte durchaus von einer US-Band stammen, kommt mit geiler Leadgitarre und Basslauf. „Fairytale“ bildet die fünfte Runde und ein Highlight mit geilem Bass und verdammt geilem Refrain, „The Ocean“ runde sechs nimmt den Fuß vom Gas und kommt als Ballade. „Magnetars“ könnte auch von VIXEN aus den 80ern stammen, „Pretty Little Freak Show“ kommt mit einer Blues Rock Note. „Out In The Distance“ fängt balladesk an, nach dem ersten Refrain wird ein Rocker draus der im epischen Refrain mit Akustikgitarre glänzen kann, „When The Veil Of Night Falls“ geht zum Abschluss noch mal voll durch die Wand.

Balle

NIGHTBLAZE – Evaricade

EvaricadeTrackliste:

01. State Of Grace
02. Tonight
03. Novemberine Walls
04. Take Me Home
05. Hold On To Me (Atmospheric Version)
06. Take On Me (Dance Version)
07. Fading Away (Ethnic Version)
08. Tell Me (Revmastered Version)
09. Novemberine Walls (Orchestral Version)
10. Tonight (Romantic Version)

 

Spielzeit: 42:59 min – Genre: AOR – Label: Art Of Melody Music – VÖ: 07.11.2025 – Page: www.facebook.com/Nightblazeofficial

 

So der Hammer von BANGALORE CHOIR ist im Kasten, kommt jetzt mein erstes Date mit NIGHTBLAZE in einer Verbaleskapade zum Zug. Allerdings soll dies die letzte Veröffentlichung von NIGHTBLAZE sein. Mit dieser letzten Veröffentlichung geht eine Ära für NIGHTBLAZE zu Ende. Die Band hat sich aufgelöst und hinterlässt einen bleibenden Eindruck in der Underground-Szene des Melodic Rock/AOR.

Zum Line Up gehören Damiano Libianchi am Mikrofon, Dario Grillo an Gitarren, Keyboards und Backing Vocals, Federica Raschellà an Bass und Alsex Grollo an den Drums. Damianos Organ hat etwas Zerbrechliches und Heiseres dabei aber auch Kraftvolles, in manchen Momenten erinnert er mich an Joe Lynn Turner. Ansonsten passt die Stimme sehr gut zu AOR und Melodic Rock. Die Gitarren und Keyboards fungieren als gleichberechtigte Partner in Crime und werden weder zu stark noch zu wenig eingesetzt. Der Bass kann sich gut behaupten und ist zu jeder Zeit da und hörbar. Die Drums hören sich leider nach Elektro Schnickschnack an, ob Samples oder echte verwendet wurden kann ich nicht mit Sicherheit aussagen. Die Produktion geht in Ordnung und kann sich jedem Kritiker stellen ohne durchzufallen.

Den Stil den NIGHTBLAZE fahren würde man nicht im Geringsten vermuten das es sich um eine italienische Band handeln würde. Es wird guter bis sehr guter AOR geboten der sich gegen die Konkurrenz behaupten kann. Wo man diesen AOR genau ansiedeln sollte ist fast nicht zu erklären, da mehrere Einflüsse im Sound zum Tragen kommen. Man kann ein wenig britischen, amerikanischen sowie europäischen Einfluss ausmachen, wobei der aus Europa leicht überwiegt. Als Richtschnur könnte man z. B. mit softeren WHEELS OF FIRE, FM, DOMINOE, KARO, JOURNEY, FOREIGNER, TIMSON AOR, LOVERBOY, LIONVILLE und noch viele mehr aufführen ohne dabei einen genaueren Vergleich zu finden. Alle Songs sind sehr gut hörbar und nach den einleitenden Worten ist es doppelt schade, dass es keine weitere Musik von NIGHTBLAZE geben soll. Die Qualität von „Evaricade“ spricht eigentlich nur die Sprache, dass NIGHTBLAZE weiter machen sollten.

Für die Rocksongs gibt es eine Positive Bewertung, für die teils misslungenen Remixe gibt es Punktabzug.

„State Of Grace“ macht schon mal neugierig auf das was noch folgen wird, „Tonight“ wildert im gut gemachten AOR. „Novemberine Walls“ ein gefühlvoller Rocker mit Höhepunkten, „Take Me Home“ flott und melodiös. „Hold On To Me (Atmospheric Version)“ wie in der Klammer sehr atmosphärisch geworden, „Take On Me (Dance Version)“ ohh nein nicht wirklich, oder doch, eine Rockband die im Poppansen wildert und leider verliert. „Fading Away (Ethnic Version)“ kommt auf jeden Fall besser als der Vorgängersong, „Tell Me (Revmastered Version)“ hier wird endlich wieder nach Herzenslust gerockt bis die Schwarte kracht. „Novemberine Walls (Orchestral Version)“ wirkt wie auf einer riesigen Bühne gespielt, „Tonight (Romantic Version)“ mit mehr Drama angereichert schließen NIGHTBLAZE die Tore für immer zu.

Balle

MAD DOGS – The Future Is Now

Trackliste:

01. The Future Is Now
02. Go Ahead (Don’t Give Up)
03. It’s Not Late Tonight
04. Stoker
05. Black Sheep
06. No Way To Come Back
07. Don’t Bend Over
08. Nothing To Lose
09. Be Your Number
10. No More Lies
11. Switch Up My Time

Spielzeit: 42:27 min – Genre: Groove Rock – Label: Go Down Records – VÖ: 05.09.2025 – Page: www.facebook.com/maddogsrnr/

 

MAD DOGS ein italienisches Quartett beehrt die Hörerschaft mit ihrem dritten Album. Laut Promoinfo soll der Sound von MAD DOGS aus einer wilden und ungezügelten Mischung aus Garage Rock, Action Rock und Proto-Punk bestehen, was sich entweder als Totalschaden herausstellt oder sich durchaus interessant anhören könnte. Also kann man gespannt sein was die vier Italo-Rocker auf ihren elf neuen Songs zu bieten haben.

Nach einigen Besetzungswechseln seit Gründung von MAD DOGS, kam Stabilität ins Line Up und besteht aus Marco Cipolletti an Mikro und Gitarre, Luca Zenobi an Gitarre, Simone Mosciatti an Bass und Giacomo Zepponi an den Drums. Als zusätzliche Musiker werden Nicola Bagnoli und Steve Martini an den Tasten angegeben. Die Stimme von Marco klingt angenehm und passt sehr gut zum Groove Rock von MAD DOGS und erinnert mich an eine Mischung aus Nicke Andersson von THE HELLACOPTERS und The King von MÄRVEL, was sich zugegeben sehr gut anhört. Allerdings kommt es einem beim hören so vor als ob die Stimme zu weit nach hinten gemischt wurde und so nicht voll zur Geltung kommen kann. Die Gitarren fahren das volle klassische Groove Brett auf und überzeugen mit geilen Riffeinlagen in genau der richtigen Lautstärke und Dosis an Härte. Schöner kann man Classic Riffs fast nicht raus hauen, es sei den man heißt THE HELLACOPTERS oder MÄRVEL die noch ein gutes Stück mehr Schmackes rüber bringen können. Der Bass kommt als gleichberechtigter Partner der Gitarren durch und sorgt für die tiefen Töne am Gebälk. Die Drums sind auch wie die Stimme zu weit nach hinten gemischt, wären beide einen Deut weiter im Vordergrund würde das Gesamtbild runder wirken und deutlich mehr wumms haben. Die Produktion klingt verwaschen und die Höhen und vor allem die Becken sind so gut wie komplett, durch das komprimieren, kastriert. Da hätte mehr drin sein können als dieser verwaschene Sound der eher wie ein Brei wirkt.

Der Stil von den MAD DOGS klingt mehr als nur interessant, da hat die Band echt gutes Material am Start. Ob nun die Bezeichnung des Genres Groove Rock hinkommt oder doch Classic Rock kann ich nicht beantworten, es liegen beide sehr nahe beieinander. So rocken sich die vier durch die elf Songs und lassen oftmals die Gedanken in die wilden 70er abschweifen, was durchaus kein Nachteil sein soll. Als groben Vergleich kann man STARMEN ohne KISS Vibes, ROLLING STONES, DAVID BOWIE, SMOKIE und SLADE sowie SWEET ohne Glamfaktor heranziehen, doch die meisten Berührungspunkte weisen die Jungs mit THE HELLACOPTERS auf. Richtisch geilen Classic Rock gibt es nicht mehr so oft der so einen Groove besitzt, also nach Ende des Albums noch mal auf die Play Taste gedrückt und gedanklich in die 70er abgetaucht.

Mit einer Produktion die den Sound noch zwei Stufen höher stellt wäre mehr in der Bewertung drin gewesen, so bleibt eine gute bis sehr gute Bewertung für ein Stück Classic Rock N Hard Roll, der Charme besitzt. Auf jeden Fall haben die MAD DOGS den perfekten Soundtrack für eine sommerliche Grillfeier unter Freunden und auch Bikertreffen am Start.

„The Future Is Now“ ein geiler Classic Rocker mit Drive, „Go Ahead (Don’t Give Up)“ die MAD DOGS machen da weiter wo der erste Song aufgehört hat. „It’s Not Late Tonight“ drückt sich mit Hochdruck ins Gedächtnis, „Stoker“ der Song fürs Radio und vielleicht auch Tanzfläche – kommt mit geilem Bass Solo. „Black Sheep“ hier kommt der Punk Einfluss voll durch, „No Way To Come Back“ das Tempo wandert wieder in normale Gefilde. „Don’t Bend Over“ hier bewegen sich die Gitarren wieder mit Punk Vibes, „Nothing To Lose“ und hier ist gleich das zweite Highlight – ein Groove Rocker bester Sorte. „Be Your Number“ könnte bei Airplay für einen Bekanntheits Schub sorgen, „No More Lies“ es regiert Pedal to the Metal, „Switch Up My Time“ zum Schluss kommt noch ein Hit der überzeugen kann.

Balle

NASTYVILLE – Rebirth

Trackliste:

01. The Journey Of Rebirth
02. Power To The People
03. Run Wild, Rev High
04. Rockin‘ Through The Night
05. Unstoppable
06. We Give It All
07. Miss You
08.Yellow Schoolbus
09. Stay Out, Stay Out
10. Sex O’Clock
11. Rock N Roll Experience

Spielzeit: 40:36 min – Genre: Hard Rock – Label: Rockshots Records – VÖ: 06.06.2025 – Page: www.facebook.com/nastyvilleofficial

 

Nach der dänischen Dampframme ANIMALYZE kommt nun das zweite Hard Rock Brett dran, NASTYVILLE ist mir zwar vom Namen her ein Begriff, ich kann mich aber nicht erinnern bis jetzt einen Song von den Italienern gehört zu haben.

Zu den Italo Rockern gehören Mark Lee an Mikro, Dave Wild und Dega an den Gitarren, The Horv an Bass und Chris Tabeat an den Drums. Die Namen erinnern mich irgendwie an die Kumpels von SANDNESS. Mir liegt hier das vierte Album vor, und der Anfang macht neugierig was die Band schon in der Vergangenheit auf Tonträger gebrannt hat. Im Begleittext steht für Fans von CRASHĪET, HARDCORE SUPERSTAR und THE DEAD DAISIES?!? Das kann ich nicht bestätigen, die meisten Berührungspunkte haben NASTYVILLE mit HELL IN THE CLUB und WHEELS OF FIRE und zwar genau da, wenn man will kann man noch wenns heftiger wird BURNING RAIN hinzu nehmen und das war es dann auch schon.

Mark hat ein Stimme die mich an einen Mix aus Michele Luppi und Dave von HELL IN THE CLUB erinnert. Wobei beide von mir aufgezählten feinere Stimmen haben die nicht so im Dreck wühlen wie Mark. Die Gitarren sorgen für riffbetonten Hard Rock der in keiner Lage mit den 6-Saiten geizt. Der Bass geht in Ordnung und das Schlagzeug hält sich zurück, ist allerdings bei der Zurückhaltung auch sehr auffällig umgesetzt. Die Produktion kann man lassen, in den Höhen könnte mehr Dynamik drin sein ist aber nicht unbedingt nötig.

Der Stil bewegt sich im guten alten Hard Rock der sehr klassisch mit einer Glam Note rüber kommt. Die Vergleiche mit HELL IN THE CLUB und WHEELS OF FIRE sind unüberhörbar ob es jetzt einen Vor- oder Nachteil darstellt muss und soll jeder für sich entscheiden. Allerdings haben es NASTYVILLE nach dem Brett von ANIMALYZE sehr schwer ins Ohr zu gehen, nicht falsch auffassen, cool und gut ist NASTYVILLE auch, aber die Dänen haben mir gerade ein Brett vorgelegt das es in sich hatte.

Die Italiener können auf ihrem vierten Album eine überzeugende Leistung abliefern und beweisen das cooler Hard Rock durchaus auch aus Italien stammen kann.

„The Journey Of Rebirth“ ein Intro – braucht es nicht unbedingt, „Power To The People“ macht Lust auf mehr, klingt spannend und macht neugierig. „Run Wild, Rev High“ ein heftiger Hard Rocker mich leichter Glam Note, „Rockin‘ Through The Night“ flott in den Strophen chaotisch im Refrain kommt Ordnung rein. „Unstoppable“ hier wird es spannend und melodisch, „We Give It All“ ein Rocker mit geilem hypermelodischem Refrain. „Miss You“ ein Rocker mit sehr viel Drama und Tiefgang, „Yellow Schoolbus“ obwohl Chaos herrscht kommt das Ding sehr gut an. „Stay Out, Stay Out“ und noch ein Intro für den erotischen Nachfolger, „Sex O’Clock“ könnte durch aus auch von HELL IN …. stammen, „Rock N Roll Experience“ ein Glam Rocker mit eingängigen Refrain.

Balle

SANDNESS – Vertigo

Trackliste:

01. Per Aspera Ad Astra (vc. Robby Luckets)
02. The Match (vc. Mark Denkley)
03. Draw The Line (vc. Robby Luckets)
04. From Zero To Hero (vc. Mark Denkley)
05. Back For More (vc. Mark Denkley)
06. Midnight Dance (vc. Robby Luckets)
07. Rock N‘ Roll High (vc. Mark Denkley)
08. Not Your Dog
09. Neverending Road (vc. Robby Luckets)
10. Train Of Time (vc. Mark Denkley)

 

Spielzeit: 34:28 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Rockshots Records – VÖ: 16.05.2025 – Page: www.facebook.com/Sandnessband/

 

Das Warten hat ein Ende, am 16. Mai veröffentlichen die drei sympathischen Italo Melodic Rocker von SANDNESS ihr fünftes Album mit dem Titel „Vertigo“. Dies ist das dritte Album das ich von SANDNESS reviewen darf, im Laufe der Zeit traf ich die Musiker ein paar mal und muss gestehen das es sehr nette und sympathische Leute sind. Sie stammen aus der Gardasee Region und haben mit jedem Album einer Steigerung erkennen lassen. Mal sehen ob sich dieser positive Trend bei „Vertigo“ fortsetzt.

Zur Band gehören immer noch Robby Luckets Lead Vocals und Gitarre, Mark Denkley ebenfalls Lead Vocals und Bass sowie Meetyou ToMeetYou an den Drums. Produziert wurde das Album vom ehemaligen Haus und Hof Produzenten von Frontiers Music Alessandro Del Vecchio, der dem Album einen dynamischen Sound verpasst hat.

„Vertigo“ markiert ein neues Kapitel von SANDNESS, geschrieben wurde das Album während einer Phase des Wandels. In der sich die Band weit entfernt hat, es geht nicht um die Freundschaft der Drei sondern Sänger und Gitarrist Robby zog nach Deutschland um sich hier eine Existenz aufzubauen, aus diesem Grund musste die Band sich überlegen wie das Songschreiben und auch der Austausch von statten gehen soll, gemeinsame Abende im Übungsraum zum jammen waren damit nicht mehr so einfach zu bewerkstelligen. Trotz dieses Umstandes schaffte es das Trio ein Album mit 10 frischen und neuen Songs zu schreiben.

Eines der Markenzeichen von SANDNESS ist das sich mit Robby und Mark zwei starke Stimmen in der Band befinden. Beide wissen zu überzeugen und machen aus den Songs ein Erlebnis. Während Robby stimmlich eher der brave Schuljunge ist allerdings an der Gitarre die Sau rauslässt, so ist Mark für die dreckigen und rauen Töne verantwortlich. Im Grunde ist es egal wer von den Beiden die Leadvocals ausgeführt hat, beide agieren auf ihre Art und Weise perfekt und können mehr als nur ihre Instrumente spielen. Dieses Markenzeichen zieht sich wie ein roter Faden durch die Alben und steigerte sich im Laufe der Jahre zu einem Niveau das sich hinter niemanden verstecken muss. Vielmehr schafft es das Trio mühelos melodische und catchy Songs zu schreiben und auch auf eine charmante Weise auf Tonträger zu brignen. Ein weiteres Markenzeichen sind die hypermelodischen Songs seit Album #3 mit dem Titel „Unchained“, mit zuckersüßen Melodien gehen die Titel sofort ins Ohr um sich dort für sehr lange Zeit festzusetzen. Das Gitarrenspiel von Robby kann sich auch hören lassen und zeigen das Talent der Musiker, am Bass ist Mark eine Wand die man nicht so einfach überwinden kann. Meety an den Drumsticks gibt alles und spielt den Antreiber auf einer Galeere auf Kriegspfad. Wenn es die Situation im Song erfordert werden mehrstimmige Chöre angestimmt um die Leadvocals auf sehr gute Weise zu unterstützen. Alessandro hat bei Produktion, Mix und Mastering alles richtig gemacht und gibt keinen Grund auch nur ein kritisches Wort abzulassen.

SANDNESS haben es mit „Vertigo“ geschafft ein Album trotz räumlicher Trennung aufzunehmen das wie aus einem Guss klingt. Ohne Zwänge haben die Drei ihren Gefühlen freien Lauf gelassen und herausgekommen ist „Vertigo“. Das Album kann SANDNESS ihrer Vita als Highlight hinzufügen und bestätigt das verdammt hohe Level des Vorgängeralbums „Play Your Part“. Vergleichen lassen sich SANDNESS nicht so gut, aber man kann als groben Querschnitt BLACK DIAMONDS, ECLIPSE, CRAZY LIXX und von der Wildheit ein wenig D-A-D nehmen. Von den Vocals her kann man auch ein wenig BEATTLES, SWEET, SMOKIE und SLADE Harmonien hören.

Auf „Vertigo“ gibt es nicht viel zu motzen, einzig die magere Spielzeit von nicht mal 35 Minuten wirkt sich ein wenig auf die Bewertung aus und bringt einen halben Punkt Abzug. Ansonsten haben SANDNESS alles richtig gemacht und ein weiteres Highlight des melodischen Hard Rocks abgeliefert.

„Per Aspera Ad Astra“ fängt sehr kräftig mit Robbys Gesang an und zeigt die Marschrichtung für das Album – die steht voll auf Rock mit Bock, „The Match“ ein echtes Sahneteil mit uhuuus und einem catchy Refrain. „Draw The Line“ ein Melodic Rocker der es in den 1980ern sehr weit hätte bringen können, „From Zero To Hero“ ein flotter Gewalt Rocker mit Rock N Roll Feeling. „Back For More“ wird durch Marks Stimme in den Strophen mit einer leichten Sleaze Note versehen während im Refrain Robby voll loslegt – kommt auch mit Rock N Roll Vibes und Piano Parts, „Midnight Dance“ ein weiterer Ohrwurm, ich hoffe das der Song in die Live Setlist aufgenommen wird. „Rock N‘ Roll High“ hier holt Mark den richtigen Dreck aus seiner Stimme – das Ding Rockt alles um was vor die Flinte kommt, „Not Your Dog“ hier teilen sich Robby und Mark die Vocals, ich muss an D-A-D denken „Neverending Road“ ein verdammt geiler Rocker dessen Refrain einfach hängen bleibt, „Train Of Time“ der Song baut ein 1980er Feeling auf und kommt mit fast poppigen Klängen im Refrain.

Balle

WHEELS OF FIRE – All In

Trackliste:

01. Fool’s Paradise
02. Under Your Soul
03. End Of Time
04. Resonate
05. 99 Lies
06. Neverland
07. EmpTV
08. 9.29
09. Invisible
10. Walking On The Wire
11. Heaven Is Sold Out
12. Staring Out The Window

Spielzeit: 52:06 min – Genre: Melodic Hard Rock – Label: Art Of Melody Music – VÖ: 21.03.2025 – Page: www.facebook.com/wheelsoffireband 

 

Ich wurde vor vielen Jahren durch den Song „Scratch That Bitch“ von WHEELS OF FIRE auf die Band aufmerksam, der Titel stammt vom dritten Album „Begin Again“ aus dem Jahr 2019. Also besorgte ich mir die drei Alben der Band die mit guten bis sehr guten Songs aufwarten konnten. Nun im Jahr 2025 folgt das vierte Album mit dem Titel „All In“, also bin ich umso gespannter ob sich nach sechs Jahren Pause etwas an WHEELS OF FIRE geändert hat.

An der Besetzung hat sich nicht viel geändert mit dabei nach wie vor noch Bandgründer Davide Barbieri an Mikrofon und Keyboards, Stefano Zeni an den Gitarren und Fabrizio Uccellini an den Drums. Neu dazu gekommen ist der Bassist Simon Dredo.

Das heißt jetzt los geht es mit den italienischen Melodic Rockern auf eine Reise die knapp über 52 Minuten geht. Davides Stimme hat in der langen Pause nichts von ihrer Faszination verloren und überzeugt immer noch ohne einen Zweifel aufkeimen zu lassen. Die Gitarren kommen scharf und volle Power aus den Boxen, frei nach Asterix wie er schon 50 v. Ch. sagte die Spinnen die Italiener. Die Keyboards sind dezenter als die Gitarren ausgeführt und gestalten das ganze Bild interessanter ohne dabei in die Softrock Ecke ab zu driften. An manchen Stellen darf Davide an den Tasten mal kurz in den Vordergrund rücken um ein paar Noten Vorlaut abzulassen. Ansonsten bewegen sich die Gitarren vor den Tasten. Der Bass macht laut auf sich aufmerksam und wummert cool vor sich hin. Die Drums sorgen für mehr als nur einen Goose Bumps Moment. Das Gesamtbild mit der Stimme, Instrumente und Produktion bläst mit voller Inbrunst aus den Lautsprechern, egal ob mit Kopfhörer oder über mein vier Wegesystem der Marke Quadral wenn ich meine Endstufe richtig unter Last ausatmen lasse. WHEELS OF FIRE sorgen für Alarm an den Trommelfellen, und das auf sehr hohem Niveau.

Die Melodien sind sehr gut verpackt, bei der Ausrichtung der Gitarrenarbeit lässt sich ein Blick hin in die USA oder Kanada nicht übersehen. Das harmoniert allerdings sehr gut mit den europäisch ausgeführten Keyboardklängen. Mit dem lauten Bass und vorlauten Drums macht das Album sehr viel Spaß. Davides Stimme hebt dann das eh schon sehr gute Gesamtbild auf eine noch höhere Stufe. So ist den italienischen Rockern ein verdammt geiler Schuss gelungen der die drei Vorgängeralben mit spielerischer Leichtigkeit und mühelos Toppen kann. Mit einem Album in dieser Qualität kann WHEELS OF FIRE einen großen Schritt Richtung Spitze der Hard Rock Bands in Europa hinlegen und befindet sich von der Distanz in Schlagweite zu den Top Acts.

Vergleichen kann man WHEELS OF FIRE mit den drei Vorgängeralben mit mehr PS unter der Haube, oder US Riffing mit Eurokeyboards auf einem Paarungstripp und das entstandene Kind daraus nennt sich dann WHEELS OF FIRE. Ich vermisse auf „All In“ irgendwie nur eines, einen Aufreißer wie beim Vorgängeralbum in Form von „Scratch That Bitch“, der Song hat damals bei mir voll reingehauen, und so einen vermisse ich hier.

„Fool’s Paradise“ Italien voll auf Krawall gebürstet das Ding geht ab wie eine Katze auf nem Farbentrip, „Under Your Soul“ ein starker Rocker mit coolen Tasten und Drums. „End Of Time“ ein Melodic Rocker der Extraklasse, „Resonate“ die Ballade auf die jeder wartet. „99 Lies“ hier muss ich an die Italo Pop Giganten (nur mit vollem Gitarrenbrett) der 80er Jahre denken – aber auch irgendwie an STAGE mit ihren beiden All Time Hits „Ocean Of Crime“ und „Voodoo Dance“, „Neverland“ ein cooles Anfangsriff ist hier Trumpf, der Rest vom Song kann auch überzeugen „EmpTV“ hier wird das Thema Video kill the Radio Stars aufgegriffen und in einen Hard Rocker verpackt, „9.29“ ein flotter und stimmiger Melodic Rocker. „Invisible“ eine zweite Ballade die Potential fürs Radio hätte, „Walking On The Wire“ macht deutlich klar das Davide und seine Gang keine Softis sind. „Heaven Is Sold Out“ ein traumhafter Power Rocker der besten Art – ein Highlight, „Staring Out The Window“ ein Drama Rocker mit Pianoklängen.

Balle

THE DEVILS – Devil’s Got It

Trackliste:

01. God’s Got It
02. Come Love
03. Lonely For You Baby
04. Help Me Through The Day
05. That’s The Way To Get Along
06. You Got To Take Sick And Die Some Of These Days
07. Easy Baby
08. Shade Tree Mechanic
09. Everybody Loves A Winner

 

Spielzeit: 25:11 min – Genre: Psyschedelic Rock – Label: Go Down Records – VÖ: 14.03.2025 – Page: www.facebook.com/thedevilsduo/

 

Mir wurde beim durchlesen des Begleitzettels schon schlecht als ich den Stil gelesen habe der als Garage / Alternative Rock angegeben wird, dann steht auf der Facebookseite das die Band aus Italien (Alternative Rock aus Italien naja) stammt und eine echt unterdimensionierte Laufzeit von knapp über 25 Minuten. Bei solchen Fakten wird mir immer flau in der Magengegend, aber mal unvoreingenommen an THE DEVILS ran gegangen und die Mucke für sich sprechen lassen.

THE DEVILS ist ein Duo das aus Erika Switchblade am Mikro und Drums und Gianni Blacula ebenfalls Mikrofon und Gitarren besteht. Erikas Stimme übernimmt den Hauptpart, passt perfekt zum Sound der DEVILS der ab und an zu hoch gewählte Hall stört ein wenig, ansonsten eine gute Vorstellung von Erika. Die Gitarren kommen verdammt cool rüber und sind im Psychedelic Sound aufgenommen, passen aber durch die trockene Ausführen genau wie Erikas Stimme perfekt zum Gesamtbild. Der Bass hält sich vornehm zurück und das Schlagzeug kommt noch trockener raus gefurzt daher wie die Gitarren.

Die Produktion hört sich recht dumpf an, kann an der Ausführung der Gitarren liegen das ein dumpfes Gesamtbild entsteht. Die Gitarren kommen alles andere als in Happy Stimmung rüber, da schwingen sehr viel Depressivität mit und könnten Bewusstseins erweiternde Substanzen im Spiel sein, so eine Auslegung nannte man bei uns früher Kiffer Mucke. Vergleichen kann man THE DEVILS mit sehr schweren THE ANSWER, BLUES PILLS, RIVAL SONS und FIRE HORSE auf einem erweiterten Trip nach Nirgendwo. Man wird auch sehr oft an die Beat Phase in Großbritannien der späten 1960 bis in die Mitte der 70er Jahre erinnert. Genau so Heavy und Schwermütig sind die Melodien verpackt die sich hinter der todtraurigen Gitarre verstecken. Der Sound ist so speziell das er nicht für den Normalo Hörer geeignet ist, für das Album muss man sich Zeit nehmen damit einem nicht die Feinheiten entgehen die es zu entdecken gibt. Was aber richtig auf den Zeiger geht ist die vorzeitige Beendigung und Ausblendung der Songs, wenn das auf dem offiziellen Album auch so aussieht ist schon frech gemacht und eine Mogelpackung, laut Streamingdienst mit dem grünen Punkt sind die Songs genauso kurz wie meine Promos und das ist nicht mehr zeitgemäß, neun Songs bringen es nur auf knapp über 25 Minuten ist schon frech und gibt Punktabzug.

„God’s Got It“ kommt mit sehr vielen psychedelischen Vibes aus den Boxen, „Come Love“ fängt schwermütig an und bleibt es auch – mit viel Blues und schweren Riffing. „Lonely For You Baby“ hört sich nicht mal so uncool an das Dingens, „Help Me Through The Day“ der Song rauscht wie Sau wenn die Saiten angeschlagen werden, ob da nicht der Verstärker am Ende war und die Membranen ihre letzten Töne ausgespuckt haben. „That’s The Way To Get Along“ sehr heavy und heftig, „You Got To Take Sick And Die Some Of These Days“ der Song kommt mit Akustik Gitarre und ist am leichtesten verdaulich. „Easy Baby“ die Gitarren lassen keinen Anflug von guter Laune aufkommen, „Shade Tree Mechanic“ ein flotter Rocker mit sehr schweren Riffing „Everybody Loves A Winner“ nur Gesang und Cleaner Gitarre wobei die Stimme verzerrt wirkt.

Balle

TIMELESS FAIRYTALE – A Story To Tell

Trackliste:

01. Entering The Fairytale (Intro)
02. Forever And A Day
03. New Dawn
04. Master Of Illusion
05. Emptiness
06. A Story To Tell
07. The Best Part Of Your Life
08. Forsaken Dream
09. The Last Chance
10. Trust Your Heart
11. Farewell Fairytale (Outro)

Spielzeit: 47:03 min – Genre: Melodic Metal – Label: Vicisolum Productions – VÖ: 13.09.2024 – Page: www.facebook.com/timelessfairytale

 

TIMLESS FAIRYTALE ist eine neue Melodic / Power Metal Kombo die vom dänischen Sänger Henrik Brockmann gegründet wurde und aus Mitglieder aus Schweden und Italien besteht. Außer Henrik sind noch dabei Luca Sellitto an Gitarren und Keyboards, Carmine Vivo am Bass und Viktor Enebjörn an den Drums. Die Musiker haben Erfahrung in Bands wie ROYAL HUNT, EVIL MASQUERADE und FOREVER STILL. Dann wollen wir mal sehen ob die neue Multi-Kulti-Truppe überzeugen kann.

Die Stimme von Henrik geht in Ordnung und bewegt sich in einem sehr guten Rahmen, von der Aussprache und wenn es in die höheren Regionen geht muss ich an einen in den Tiefen befindlichen Bernhard Weiß von AXXIS denken. In den anderen Tonlagen werde ich an Bob Catley erinnert. Die Gitarren sind nicht so weit im Vordergrund wie bei manchen anderen Krawallbrüdern aus dem Metal Sektor, dafür sind die Keyboards ein wenig weiter im Vordergrund was aber nicht wirklich stört. Der Bass hat genügend Luft zum agieren und die Drums kommen mit Power aber irgendwie im Hintergrund. Ich weiß nicht ob es an dem Promomaterial oder an der Produktion liegt die klingt komisch ohne richtigen Bumms bei allen Instrumenten da fehlt für mich mehr tiefe im Frequenzgang und Dynamik. Schlecht ist sie jetzt nicht, da gibt es andere Totalausfälle soweit ist es bei TIMLESS FAIRYTALE nicht aber sie klingt zurückhaltend und verhalten. Es fehlt einfach das gewisse Etwas im gesamten Klangbild.

Die Songs haben alle sehr viel Potential um überzeugen zu können, obwohl man immer wieder das Gefühl hat dies oder das schon mal gehört zu haben. Wenn man den Fakt außer Acht lässt machen die Songs was her. Mit coolen Melodien und Schmackes werden die Songs auf den Hörer losgelassen. Mit mehr Dynamik wäre deutlich mehr drin gewesen. So bleibt es ein nettes Album mit guten Songs die mehr Potential hätten.

Vergleichen kann man den Sound von der Stimme mit AXXIS in den tiefen Tonlagen, AT VANCE oder FIREWIND, THE UNITY, SERIOUS BLACK und SONATA ARCTICA. Cooler Melodic Metal mit Schmackes der sich irgendwo zwischen Melodic und Power Metal einpendelt und mit Skandigenen bestückt wurde. Potential ist vorhanden, wenn dieses ganz ausgeschöpft wird ist beim nächsten Album eine Steigerung und somit bessere Wertung im Rahmen des möglichen, wer weiß „all can be happen in the next round!?!“.

„Entering The Fairytale“ ein normales Intro müsste jetzt nicht sein, „Forever And A Day“ geht verhalten los und bewegt sich bis zum Refrain im softeren Melodic Metal. „New Dawn“ geht schon besser mit mehr Druck ab, „Master Of Illusion“ macht auch einen auf sehr dicke Klöten und kommt mit Hard Rock Riffing, „Emptiness“ flott mit einem einprägsamen Refrain. „A Story To Tell“ fängt mit Pianopassage und in den Strophen balladesk an und entwickelt sich im Refrain zur Powerballade, „The Best Part Of Your Life“ macht wieder einen auf dicke Hose, „Forsaken Dream“ kommt mit spacigen Keyboards. „The Last Chance“ marschiert nach vorne um alles platt zu machen, „Trust Your Heart“ hier trifft Metal auf Klassik mit Charme, „Farewell Fairytale“ hier zählt dasselbe wie beim Intro nett aber muss nicht sein.

Balle

HEAVY STAR – Ride On

Trackliste:

01. My Lady Firefly
02. Razor Blade
03. Lexi Love
04. Rock N’ Roll Again
05. Horizon High
06. Ride On
07. Blame It On Love
08. Round And Round
09. Just Like Madness
10. Lifeline
11. Invisible Enemy
12. As The Wind Blows

Spielzeit: 52:45 min – Genre: Hard Rock – Label: Lions Pride Music – VÖ: 28.06.2024 – Page: www.facebook.com/HShardrock

 

HEAVY STAR aus Bella Italia stehen mit dem zweiten Album vor der Tür und klopfen gewaltig heftig an. Das erste Album „Electric Overdrive“ aus dem Jahr 2016 ist an mir vorbei gerauscht ohne das ich es beachtet hätte. Also kümmere ich mich um Album #2 mit dem Titel „Ride On“. HEAVY STAR im Jahr 2024 sind Corrado Quoiani am Mikrofon, Marco Kace an den Gitarren, Daniele Papale an Bass und Adriano Merico am Schlagzeug.

Die stimme von Corrado macht sich ganz gut im Hard Rock und kann Akzente setzen, die Gitarren sorgen auch für ordentlich Alarm im Gehör, der Bass spielt eher den Nebendarsteller, nur hören sich die Drums leider künstlich an, kann sein das es am MP3 Gedöns liegt das mir zur Verfügung steht.

Bei Song #1 kommt mir der Anfang so bekannt vor nur fällt mir auf die Schnelle nicht ein von wo und bei wem ich das schon gehört habe. Und leuchtet gleich von Anfang an ein das es HEAVY STAR hart mögen, und sich im Hard Rock der 80er Jahre bewegen. Man hört die Neigung zu KISS heraus aber auch BLUE MURDER, HURRICANE, WHITE LION, DOKKEN, WHITESNAKE, VAN HALEN und RATT kommen zum Zug ohne das die Band deren Qualität erreicht. Es wirkt alles eher nach einer Light Version oder einem kleinen Bruder der 80er Größen. Alles nicht schlecht was die Jungs bieten, egal ob von der Stimme oder der Umsetzung der Instrumente es passt eigentlich alles. Aber ich habe immer das Gefühl da müsste noch etwas kommen, irgendein Schub der das gewisse Etwas mitbringt, doch kommt dieser leider nicht. Dann kommt noch das Gefühl alles schon von wo anders und aus der Vergangenheit zu kennen. Die Melodien sind in der Art von den oben erwähnten Einflüssen verpackt und geben ein Gefühl der Bekanntheit, ob man dies jetzt als Vorteil oder Nachteil sehen soll kann ich nicht beurteilen, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir kommt alles vertraut und bekannt vor, was als Fremdkörper im Sound der Band wirkt ist der Funk Anteil in Song #1 der an die RED HOT CHILI PEPPERS erinnert. Ab dem zweiten Song wird in 80er Jahre Tradition drauf los gerockt bis es raucht.

„Ride On“ bewegt sich irgendwo zwischen Gut und Böse, weder zu viel des einem noch des anderem, und es wechselt zwischen Licht und Schatten hin und her. So bleibt als Fazit ganz nett und kann angehört werden, wird sich aber sehr schwer tun gegen die übermächtige Konkurrenz anstinken zu können.

„My Lady Firefly“ der Anfang kommt mir sehr bekannt vor, mir fällt nur nicht ein von wo, ein straighter Rocker der im Refrain an die Roten Pfeffer Rocker erinnert. „Razor Blade“ kommt mit rauchenden Gitarren aus den Boxen gequalmt, „Lexi Love“ WHITESNAKE mal anders. „Rock N’ Roll Again“ ein ganz netter Rocker, „Horizon High“ spielt das erste Highlight. „Ride On“ erinnert mit seinen wilden und schrägen Riffeinlagen an WHITE LION, „Blame It On Love“ wird durch seine schrägen Riffs zum coolen Rocker. „Round And Round“ klingt wie das ausgetragene Kind von WHITE LION und RATT, „Just Like Madness“ nach einem chaotischen Anfang geht es mit den Strophen Top weiter, erinnert an HURRICANE. „Lifeline“ KISS trifft auf schräge Riffs von BLUE MURDER und die beiden treffen auf leichten Funk, „Invisible Enemy“ geht auch als Highlight durch. „As The Wind Blows“ fängt episch an, geht dann fast in eine Powerballade über und ist mit einem hymnischen Refrain ausgestattet.

Balle

NIGHT PLEASURE HOTEL – Portraits

Trackliste:

01. Niko
02. Just This Once
03. We Say Goodbye
04. Walking Through The Horizon
05. You And I
06. Sweet Melodies Of Rain
07. Shivers
08. What I Feel
09. Julia
10. Suddenly
11. For You
12. Quella Sera

Spielzeit: 60:30 min – Genre: AOR – Label: Art Of Melody Music – VÖ: 31.05.2024 – Page: www.facebook.com/NPHotelBand

 

Upps, NIGHT PLEASURE HOTEL, noch nichts von gehört, die Band will mit ihrem Debütalbum „Portraits“ ein Stück vom Kuchen abhaben. In der Promoinfo als brandneue AOR Sensation aus Bella Italia angekündigt geht es in eine Stunde Rockmusik. Mit von der Partie sind Alex Mari am Mikrofon, Gitarre, Bass und Keyboards, Sebastiano Barbirato an Gitarre und Bass sowie Gianluca Pisana an Drums und Piano. Und eins vorweg das Trio hat es gewaltig hinter den Ohren.

Die Produktion klingt zwar ein wenig steril, geht aber trotzdem als gut bis sehr gut durch. Empfohlen werden NIGHT PLEASURE HOTEL für Fans von SURVIVOR, FOREIGNER, PRISM und TOTO, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Bei PRISM und TOTO gehe noch mit, die beiden Anderen weniger. Ich würde sogar noch EYE, HIT THE GROUND RUNNIN‘, BLANC FACES und FIND ME hinzunehmen, bei den beiden Letzt genannten liegt der Punkt mit der größten Überschneidung. Die Stimme von Alex hat eine starke Ähnlichkeit mit der von Robbie LaBlanc aber auch ein wenig John Harrison (EYE). Die Band klingt so gar nicht nach Italien, sondern es kommt US AOR aus den Boxen der sich an einigen der besseren orientiert und ihre Sache verdammt gut machen. Die Gitarren gehen in Ordnung, für mich ein bisschen zu zurückhaltend und brav, die Keyabteilung macht auch eine sehr gute Figur, der Drummer hat auch einiges auf dem Kasten, ich habe nur irgendwie das Gefühl das man es gelegentlich mit einer Blechkiste aus der Technikabteilung zu tun zu haben.

Das Trio macht hier normal alles richtig, es wird gerockt, die Tränen fließen auch des Öfteren, für manchen vielleicht zu oft, es könnten auch zwei Rocker mehr sein. Für mich ein zu Zahm, nicht schlecht sondern zu brav, nett und lieb. Ich vermisse hier ein wenig mehr Mut hin mit ein paar dezenten Genreübergreifenden Blicken hin zum Hard Rock der ein wenig Dreck mitbringt. Schlecht ist der AOR aus dem Land des Stiefels nicht, ich wüsste auch nicht wo ich den Rotstift ansetzen könnte. Das Gefühl des Drum Computers reicht nicht um einen Punktabzug zu rechtfertigen. Hier kommt anständiger AOR der ebenso produziert wurde aus den Boxen und damit ein sehr großes Basta. Italien kann nicht nur auf Strandurlaub, Antike Stätten, berühmte Städte wie Venedig, Rom, Florenz, Mailand, den Lago di Garda, Pasta, Pizza und Frutti di Mare stolz sein sondern auch auf eine nagelneue Band die den Namen NIGH PLEASURE HOTEL trägt. Beim nächsten Mal bitte mehr Mut und nicht soviel Drama.

„Niko“ ein perfekter Start in ein AOR Album, „Just This Once“ der perfekte AOR Song. „We Say Goodbye“ eine Ballade bis zur Mitte nur mit Gesang und Klavier, ab der Mitte geht das Ding mit allem ab, „Walking Through The Horizon“ nicht schlecht aber man denkt wann geht es so richtig los. „You And I“ hier wird wieder mit mehr Energie gearbeitet, „Sweet Melodies Of Rain“ ein traumhafter Song für den Sonnenuntergang am Meer. „Shivers“ fängt lahm an und steigert sich im Verlauf, „What I Feel“ kommt mit viel Drama, sehr viel Drama. „Julia“ hier meint man fast ein verschollener Song von PRISM läuft gerade im Radio, „Suddenly“ hier wird das Drama auf die Spitze getrieben. „For You“ hier wird mutig mit Reggae gearbeitet allerdings mit Drama, „Quella Sera“ eine Powerballade auf Italienisch, stark gemacht das Teil.

Balle