VOGELFREY – Make Mittelalter Great Again

Trackliste:

01. Make Mittelalter Great Again
02. Nein, Mann!
03. Alle sagen das
04. Trollwut
05. Nacht über Leben
06. How Much Is The Fish
07. Gott Mensch
08. Mittelalter Dance Metal
09. Dr. Met
10. Kloppt euch doch
11. Dunkelheit

Spielzeit: 43:12 min – Genre: Folk Metal – Label: Metalville Records – VÖ: 14.11.2025 – Page: www.facebook.com/Vogelfrey/

 

VOGELFREY bringen ihr 7. Album raus, na da habe ich wieder mal einige verschlafen, um genauer zu sein sechs. Irgendwie ist VOGELFREY bis jetzt nicht auf meinem Radar aufgetaucht, ob sich dies ändern wird, zeigt sich in den kommenden spannenden Minuten. In der Redaktionsliste wird dieses Album als Folk Metal geführt, im Infoflyer wird Mittelalter Rock angegeben, und da gehe ich bei keinem der beiden angegebenen Genres mit, dazu führe ich später weiter aus. Zu VOGELFREY gehören die Stimme Jannik Schmidt, Dennis Walkusch an Gitarre, Cristopher Plünnecke an Bass, Johanna Heesch an Cello, Alexander Suck an Violine und Dominik Christiansen an den Drums.

Die Stimme von Jannik kann überzeugen, egal ob sie sich in normalen Gefilden befindet oder wenn er Gas gibt, gibt’s nichts zu meckern. Die Gitarren geben alles, aber gehen fast neben den sich im Electronic befindlichen Tasten unter, die mehr Power erzeugen als die E-Axt. Der Bass kann nur bei genauem hinhören geortet werden, das Cello kommt hier und da, wenn die anderen zurückfahren seine Momente, genau wie die Violine die auch nur da ist, wenn Gitarre und Tasten pausieren. Das Schlagzeug ist voll da obwohl es sich nicht im Vordergrund befindet. Die Produktion ist kraftvoll und mit Power.

Puh nun kommt der Stil dran, weder Mittelalter Rock (dafür ist die Gitarre zu heftig), weder Folk Metal (dafür fehlen die folkigen Ansätze), was also nun? Ich sag es mal so, VOGELFREY befinden sich im Rahmen der Neuen Deutschen Härte mit Industrial und Hardcore Attitüde, dass trifft es wohl am besten. Wenn es um die Tasten geht kommt sogar noch Electronic oder Trance ähnliche Klangfärbung hinzu. Die Songs besitzen Melodie und ihren Reiz, der aber fast von den Keyboards überfahren wird und das gesamte Klangbild irritiert. Am besten kann man mit RAMMSTEIN, EISBRECHER und Co vergleichen. Wen das nicht abschreckt wird mit „Make Mittelalter Great Again“ sehr viel Freude haben, wer nicht auf die Beiden erwähnten kann sollte einen weiten Bogen um VOGELFREY machen.

Leider kommt mir zu viel bei den Songs bekannt vor, dass Bekannte war vor Jahrzehnten schon mal da und wurde damals weitaus besser hörbar geboten. Mit Great Again wird es so nichts!

„Make Mittelalter Great Again“ erinnert mich an eine Kreuzung aus DAFs „Der Mussolini“ und RAMMSTEIN, „Nein, Mann!“ das Gesülze der Frauenstimmen kommt nicht gut rüber. „Alle sagen das“ wirkt wie ein Techno Song mit gelegentlichem Gitarren Auslauf, „Trollwut“ fährt volles Härte Brett auf, „Nacht über Leben“ kommt mit vielen mir bekannten Passagen und Abschnitten. „How Much Is The Fish“ kenne ich von den Niederländern BOTS als „Sieben Tage Lang“ – und da gibt es nur eine Version und das ist die von BOTS, „Gott Mensch“ bewegt sich im Mittelalter Stil in sehr Modern. „Mittelalter Dance Metal“ kommt geil mit dem Cello und der Violine, vergeigt mit dem Electronic Gedöns total, „Dr. Met“ erinnert mich an einen Shanti Rocker. „Kloppt euch doch“ wow hier kommt das volle moderne Metalgedöns auf den Hörer zu, „Dunkelheit“ eine Ballade macht das Licht aus.

Balle

DEFECTO – Echoes Of Isolation

Trackliste:

01. The Unraveling
02. Eternal Descent
03. Sacred Alignment
04. Eclipsed By The Void
05. Heart On Fire
06. Quantum Abyss
07. Through Cloak And Bones
08. Shattered Reality
09. Echoes Of Isolation

 

 

Spielzeit: 42:05 min – Genre: Heavy Metal – Label: Frontiers Music s.r.l. – VÖ: 31.10.2025 – Page: www.facebook.com/defectoband

 

DEFECTO haben mir „Nemesis“ vor ein paar Jahren eines der wenigen Alben abgeliefert, denen ich hier bislang eine glatte 10/10 gegeben habe. Keine Frage, dass ich mir auch „Echoes Of Isolation“, das inzwischen vierte Album der Dänen um Sänger Nicklas Sonne, der jüngst auch sein erstes Soloalbum veröffentlicht hat, gesichert habe.
Was macht DEFECTO aus? Nun, erstens eine wuchtige Produktion, sehr fett, ordentlich heavy, knallend. Das kann sich auch „Echoes“ ohne Zweifel auf die Fahne schreiben, und hakt in dem Atemzug auch noch die Punkte „gut klingende Orchester-Elemente“ und „sinnvoll-sparsam eingesetzte moderne Synthesizer“ ab.
Nicklas‘ Stimme – ob klar oder unklar – ebenso wie die Instrumentalleistungen: gewohnheitsgemäß on Point.
Und dann gibt es aus all diesen Zutaten modernen Heavy Metal mit sauber bratenden Gitarren, mal so richtig schön stumpf heavy schrubbend, mal böse heruntergebrochen, fix progressiv-frickelig oder gefühlvoll-intensiv-melodisch. In seiner Machart absolut unangreifbar, ohne einzelne Parts oder Entscheidungen, die in irgendeiner Weise fragwürdig wären.
In „Echoes Of Isolation“, dem finalen Titeltrack auf der Platte, manifestiert sich das musikalische Wesen DEFECTOs wie in keinem anderen auf ihr. Das liegt auch daran, dass das Ding beinahe zehn Minuten lang ist und so einige Modi durchmacht, die man von DEFECTO kennt und liebt.
Die anderen Songs fokussieren sich eher auf ein bis zwei davon, zum Beispiel „Eclipsed By The Void“ mit seinem Mix aus schnellem Gezappel, der coolen Midtempostrophe und dem zum Mitgrölen prädestinierten Oooooooh-Chorus.
Der ein oder andere poppig-eingänigere Track ist dabei, insbesondere „Heart On Fire“ und „Shattered Reality“, bei „Quantum Abyss“ kommen ein paar Neoclassic-Elemente mit rein, und „Through Cloak And Bones“ ist der stumpf-böse Track des Albums.
Geiles Ding, keine Frage. Aber im Vergleich zum bisher unerreichten „Nemesis“ hat man sich doch ein wenig angepasst. Praktisch jeder Song auf „Nemesis“ investiert 120% in die Ausarbeitung des Charakters, den DEFECTO sich ihm zu geben entschieden. Das tut „Echoes Of Isolation“ nicht, gibt stattdessen etwas hier- und etwas davon dazu und wird somit eine Sammlung von Songs, die für sich stark aber etwas „normaler“ sind. An den exzentrischen Charakter von „Nemesis“, das bei seinen Tracks durchgängig auf „ganz oder gar nicht“ schaltet, kommt es damit leider nicht ganz ran.

Fazit:
DEFECTO ist bislang immer bedenkenlos empfehlenswert gewesen, und das ändert sich auch bei „Echoes Of Isolation“ nicht. Technisch stark und mit Härte und Modernität in gesunden Dosierungen funktioniert die Truppe als gemeinsamer Nenner im Musikgeschmack von Menschen mit Tunnels in den Ohren und Menschen mit Patches auf den Klamotten. Könnte man langsam echt mal für ein paar internationale Festivals bekannt geben!

Anspieltipps:
„Eclipsed By The Void“, „Heart On Fire“ und „Echoes Of Isolation“

Jannis

MACHINE HEAD – UNATØNED

Trackliste:

01. Landscape øf Thørns
02. Atømic Revelatiøns
03. Unbøund
04. Øutsider
05. Nøt løng før this Wørld
06. These Scars wøn’t define us
07. Dustmaker
08. Bønescaper
09. Addicted tø Pain
10. Bleeding me dry
11. Shards øf Shattered Dreams
12. Scøorn

Spielzeit: 41:49 min – Genre: Groove Metal, Nu Metal, Thrash Metal – Label: Nuclear Blast Records – : 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/MachineHead

 

MACHINE HEAD sind wieder da und hauen mit „Unatøned“ ihr mittlerweiles 11. Studioalbum in 33 Jahren raus. Eine lange und für Fans auch manchmal sehr harte Zeit. Doch auch trotz ihrer Auf und Abs (oder gerade deswegen) schaffen es MACHINE HEAD ihre Fans immer wieder zu verstören. Im positiven wie negativen Sinne. So wird auch „Unatøned“ seine Spuren hinterlassen und nicht jeder wird das Album so positiv wie ich aufnehmen.
Bereits die Anfänge der Band haben irgendwie polarisiert. Bereits 1991 im mehr oder weniger beschaulichen Oakland, Kalifornien gegründet, ist die Band aufgefallen. Irgendwie kein richtiger Thrash, irgendwie doch (also Neo-Thrash), irgendwie geil und irgendwie auch nicht. Dennoch konnte bereits das Debüt „Burn my Eyes“ die Kritiker überzeugen und seitdem ist die MACHINE HEAD Fangemeinde stetig angewachsen. Nach dem kontrovers aufgenommenen Album „Catharsis“ und personellen Umbrüchen bewiesen MACHINE HEAD mit „Øf Kingdøm And Crøwn“ omeback-Qualitäten. „Unatøned“ führt diese Entwicklung auf geniale (und typische) MACHINE HEAD-Manier weiter. Kein Konzeptalbum, aber fokussiert, kompromisslos und äußerst, wirklich äußerst kompakt. 42 Minuten sind schon echt kurz für die Band, was ein klein wenig schade ist.
Obwohl der Ursprung der Band eher im klassischen Thrash Metal angesiedelt ist, schaffen es MACHINE HEAD auch hier wieder mit Modern Metal Einschlägen, viel Abwechslung und atmosphärisch dichter Umsetzung zu überzeugen. Hier dürften sich sowohl Fans als auch Neulinge (denen ich „Unatøned“ wärmstens empfehle) abholen und glücklich machen.
Mit ihrem 11. Album zeigen die Jungs eine wirklich sehr breite Palette ihres Könnens. Neben dem bekannt aggressiven Thrash kommen auch hier wieder Industrial- und Nu-Metal-Passagen zum Zuge, die ihren Spagat zwischen Härte und Atmosphäre wunderbar meistern. Herrlich, dem zuzuhören.
Auch auf „Unatøned“ wird wieder mit einigen Retro-Elementen gespielt, aber diese klingen zeitgemäß und werden von der echt gelungenen Produktion perfekt unterstützt. Hier gibt es kein Schischi, sondern echtes MACHINE HEAD Feeling auf hohem Niveau.
Besonders an Herz legen möchte ich den Fans (und Neulingen natürlich) die Tracks „Atømic Revelatiøns“, „These Scars wøn’t define us“, „Bønescaper“ oder auch „Unbøund“, die irgendwie herausstechen und die Vielseitigkeit der Band zeigen. Zwischen brachial, groovig oder mitreißend melodisch ist alles vorhanden, was das Metalherz höher schlagen lässt. Auch die Gastbeiträge von u.a. Cristina Scabbia und Anders Fridén setzen kleine schöne Akzente. Kleiner Hinweis für Anders Fridèn: So geht Metal und nicht das, was du da gerade mit IN FLAMES produzierst.
Als Fazit bleibt mir jetzt nur noch zu sagen, „Unatøned“ ist ein wirklich geil starkes und modernes Metal-Album geworden. Es fehlt nicht an Tiefe und Power und ist kein 08/15 dahingehuddeltes Thrash Geschrammel. Es strotzt nur so von Energie und kann mit seinen vielen Facetten (wieder mal) überzeugen. Ein Muss für Fans und solche, die es noch werden wollen. Einzig die nervige Schreibweise der durchgestrichenen „O“s könnte nochmal überdacht werden… Aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt und so schicke ich mal starke 9 Sterne über den großen Teich nach Kalifornien. Vielen Dank Robb Flynn, vielen Dank MACHINE HEAD.

Tänski

 

KILLSWITCH ENGAGE – This Consequence

Trackliste:

01. Abandon Us
02. Discordant Nation
03. Aftermath
04. Forever Aligned
05. I Believe
06. Where It Dies
07. Collusion
08. The Fall of Us
09. Broken Glass
10. Requiem

 

Spielzeit: 35:06 min – Genre: Metalcore – Label: Metal Blade Records – : 21.02.2025 – Page: www.facebook.com/killswitchengage

 

Ich hatte tatsächlich schon das Vergnügen, KILLSWITCH ENGAGE das eine oder andere Mal live zu erleben und ich war immer begeistert. So richtig weggeblasen hat mich ihr Set beim Summer Breeze 2024. Und dennoch… ich habe mich nie wirklich mit den Jungs aus Massachusetts beschäftigt. Eigentlich ein fataler und unverzeihlicher Fehler, aber genau dieser Fehler ermöglicht mir jetzt auch einen völlig unbefangenen Blick auf das neue Album „This Consequence“ ohne das übliche Gejammere, dass früher ja alles besser war 😉
Tatsächlich gibt es KILLSWITCH ENGAGE schon seit 25 Jahren. Bereits im Jahr 1999 haben sich die Jungs in Massachusetts zusammengetan und schießen mit „This Consequence“ Album Nummer 9 (wenn ich korrekt gezählt habe) locker flockig aus der Hüfte. In den vergangenen Jahren hat sich das Quintett mit ihrer knackigen Mischung aus Metalcore und Modern Metal in die Herzen ihrer Fans gespielt. Auch mit ihrer neuesten Scheibe sollte die Fanbase mehr als zufrieden sein. Ich als quasi Neuhörer bin es auf jeden Fall.
Aktuell besteht das relativ beständige Line-up aus Adam Dutkiewicz (g.), Joel Stroetzel (g.), Mike D’Antonio (b.), Justin Foley (d.) und Jesse Leach (v.). Es gab bisher nur kleine Wechseleien und das merkt man dem Album auch irgendwie an. Hier spielt nicht nur eine Band zusammen, hier spielen Freunde, die sich blind aufeinander verlassen können. Die langen gemeinsamen Jahre machen sich auch auf „This Consequence“ bemerkbar und auch wenn ich die Vergangenheit der Jungs nicht wirklich kenne, spürt man die Vertrautheit in jedem Song und jedem Riff.
Das Album selbst kann mit einer gewissen Düsternis in den Songs und offen aggressiven Melodien überzeugen und damit zaubern KILLSWITCH ENGAGE ein grimmiges Lächeln in die Gesichter geneigter Zuhörer. Schon der Opener „Abandon Us“ startet laut und wütend und zeigt, wohin die Reisen noch gehen wird. Songs wie „Discordant Nation“, „Forever Aligned“ oder „The Fall Of Us“ knallen regelrecht aus den Boxen und man will sich ordentlich im Schubsetanz üben. Auch die melodischeren Teile in „I Believe“ oder „Aftermath“ tun dem Spaß keinen Abbruch, im Gegenteil. KILLSWITCH ENGAGE zeigen auf „This Consequence“ deutlich, was Metalcore ausmacht und warum das Genre noch lange nicht tot ist. Auch wenn die Jungs das Rad nicht neu erfinden, machen Sie einfach Spaß und „This Consequence“ lädt durchaus zum mehrfach nacheinander hören ein. Auch der erhobende Zeigefinger darf nicht fehlen und so werden die uns alle bewegenden Themen wie Faschismus, Propaganda oder auch fehlende Gerechtigkeit in allen Facetten besungen, beschrieen und begrowlt. Auch die persönlichen Themen wie Depression oder Liebe und Freundschaft fehlen nicht und geben einen tiefen Einblick in das eine oder andere Seelenleben der Bandmitglieder. „This Consequence“ ist ein in sich stimmiges Gesamtpaket und ich ärgere mich schon ein wenig, dass ich mich bisher einfach zu wenig mit Massachusetts-Fünfer beschäftigt habe. Verdient hätten sie es auf alle Fälle und zukünftig werde ich das mit Sicherheit auch tun.

Tänski

Kleiner Vorgeschmack gefällig? Dann hört hier mal rein:c

ARION – The Light That Burns The Sky

Trackliste:

01. The Darkest Day
02. The Light That Burns The Sky
03. Like The Phoenix I Will Rise
04. Wings Of Twilight
05. Burning In The Skies
06. From An Ampire To A Fall
07. Wildfire
08. Blasphemous Paradise
09. Black Swan
10. In The Heart Of The Sea
11. Into The Hands Of Fate

Spielzeit: 46:06 min – Genre: Power Metal – Label: Reigning Phoenix Music – VÖ: 28.02.2025 – Page: www.facebook.com/OfficialArion

 

Irgendwie finden ARION in meiner Wahrnehmung immer noch als die Band statt die hinter ihrer stumpfen Produktion ihre Zweitwerks „Life Is Not Beautiful“ ein echt gutes Modern-Power-Metal-Album versteckt haben. Nun, Zeit, diese Wahrnehmung ein für alle Mal zu ändern, denn produktionstechnisch ging schon das folgende „Vultures Die Alone“ in eine wesentlich bessere Richtung, und mit „The Light That Burns The Sky“ ist das nun kein Thema mehr. Die Finnen klingen so gut wie nie (vielleicht mit ein bisschen wenig Dynamik im Sound, aber dafür knallt’s eben) und sind mit ihrem neusten Werk auf einem guten Weg, die Leute mit den BLIND-GUARDIAN-Shirts und die mit den Tunnels in den Ohren harmonisch in der selben Konzert-Crowd zusammenzuführen.
„The Light That Burns The Sky“ ist nicht unbedingt Modern Power Metal, es kombiniert eher Modern Metal mit Power Metal. Fette Orchestersamples und Chöre in großen, mal feierlich düsteren, mal fröhlichen Refrains auf der einen Seite, technisches Instrumenten-Handling, eine für Power-Metal-Verhältnisse etwas überpolierte Stimme und moderner Synthesizereinsatz auf der anderen. Das Melodiewriting pendelt zwischen beiden Untergenres hin und her und an Sounddesign-Elementen hat man nicht gespart.
Also wirklich nicht. Praktisch jeder fettere Part wird von einer Explosion aus, nunja, BAAMMMM!!! eingeleitet. Generell haben ARION ein Faible für kurze Klangakzent-Shots, mit Hörnern, Chor etc., die an geeigneter Stelle einfach mal kurz eine druckvolle Sechzehntelnote raushauen. Das mag den ein oder anderen irgendwann ermüden, aber abgesehen davon und so insgesamt ist „The Light That Burns The Sky“ halt einfach übertrieben fett, hat einiges an guten Ohrwurmmelodien aber auch straighten, trocken-harten Parts zu bieten, ein Mü an Progressivität in den Arrangements, das dann positiv auffällt, wenn man sich dafür interessiert, und insgesamt einfach eine Dreiviertelstunde unterhaltsames, überwältigendes Abgehen.
Die Modi, die man von der Truppe kennt, werden allesamt bedient, ob poppig, dramatisch oder „böse“. Hier findet man keine großen Experimente, aber gefühlt haben ARION ihr Genre einfach noch einmal ein Stück ausgereift, geschliffen und perfektioniert. Waren da so Sachen wie die „unklaren Vocals“ in „Wildfire“ unbedingt nötig? Nein. Aber zum allergrößten Teil ist das Ding wirklich geil geworden, wenn man denn an dieser Kombination aus Modern und Power Metal interessiert ist. Also praktisch dann, wenn man als Power-Metaller weiß, wer Melissa Bonny ist, die bei „Wings Of Twilight“ einen Top-Job als Gastsängerin macht.

Fazit:
ARION 2025 in hervorragender Form! Für Fans der Vorgängeralben eh ein Blindkauf und für jeden mal ein Ohr wert, der mag, wenn es knallt, die Melodien eingängig und Sound und Songwriting modern sind!

Anspieltipps:
„Burning In The Skies“, „Wings Of Twilight“, „Into The Hands Of Fate“ und „The Light That Burns The Sky“

Jannis

AEVERIUM – The Secret Door

Trackliste:

01. Return to Sender
02. Living in Elysium
03. Lost and Found
04. Whatever
05. The Secret Door
06. Breaking the Silence
07. A Look Back
08. Don´t Make me Sad
09. Herzlinie (feat. Rene Anlauf)
10.The Last Song
11. Safe Harbour

Spielzeit: 45:09 min – Genre: Modern Metal – Label: Eigenveröffentlichung – VÖ: 30.11.2024 – Page: www.aeverium.de

 

Wow, die deutschen Modern Metaller AEVERIUM hatte ich seit 2017 überhaupt nicht mehr auf der Rechnung! Da erschien ihr letztes Album „Time“ via Out of Line Music. Damals noch mit etwas anderer Mannschaft als aktuell, aber dazu später mehr.
Die Band war, auch aufgrund der Corona Pandemie, gezwungen etwas auf Sicht zu fahren und da man momentan kein Label Deal mehr hatte entstand das neue Album „The Secret Door“ im Verlauf über mehrere Jahre und mit Unterstützung der Fans und Community.
Seit 2021 ging das neue Baby aber in die Endphase des Songwriting und man war wieder Back im Business.
Mittlerweile hatte man zwei neue Bandmitglieder an Bord, Gitarrist Maarten Jung sowie Sängerin Vanessa Katakalos die die bisherige Sängerin Aeva ersetzt und sich somit den Gesang mit Urfronter Marcel Römer teilt.
Musikalisch ist man nach wie vor im Modern Metal mit leichten Gothic Anteilen daheim.
Mal schauen, wie die neue Platte in Eigenregie so tönt?

Starten wir deswegen mal mit dem Albumopener „Return to Sender“. Recht kraftvolle Riffs preschen uns hier nach einer kurzen Einleitung entgegen und dann setzt der Gesang von (Neu) Fronterin Vanessa ein, welcher sehr gut zur Mucke passt. Aufgeteilt mit Marcel entwickelt sich dann ein ordentlicher Modern Metalsong der nach und nach Fahrt aufnimmt und direkt gut ins Ohr geht. Ein starker Beginn!
Mit der Videosingle „Living in Elysium” geht es dann weiter. Hier sind wir etwas mehr in der Gothic Ecke unterwegs und ist vor allem in geilen Refrain schön melodisch unterwegs. Absolut zu Recht also die erste Singleauskoppelung des neuen Albums!
Danach geht es über das teilweise etwas ruhigere „Lost and Found“, inklusive deutschen Gesangsparts, dem kraftvollen „Whatever“ in den Mittelteil der Scheibe.
Dieser ist mit der Powerballade „The Secret Door“, dem symphonische „Breaking the Silence“ sowie der Ballade “A Look Back” stark besetzt.
Bislang geht ziemlich viel, ziemlich gut ins Ohr, tolles, abwechslungsreiches Songwriting bisher!
Das sehr moderne „Don`t Make me Sad“, welches das letzte Drittel der Scheibe einleitet, hat einen tollen Chorus, der sich direkt in den Gehörgängen festsetzt und eine echte Ohrbombe haben wir dann im Anschluss mit „Herzlinie“ die mit ihrem deutsch/englischen Wechselgesang super ins Ohr geht, sowie dem Gastbeitrag von Rene Anlauf natürlich voll nach RAMMSTEIN klingt.
Das Ding lässt einen so schnell nicht mehr los, das verspreche ich euch. Ist eigentlich normalerweise so gar nicht meine Mucke, gefällt mir aber wirklich sehr gut das Teil : )
Zum Abschluss haben wir dann mit „The Last Song“ nochmal eine eher Symphonic/Gothic angehauchte Nummer und mit „Safe Harbour“ ein Paradebeispiel für einen catchy Modern Metalsong.

Ganz klar, wenn man die Hintergründe und Begleitumstände kennt, unter denen die neue Platte von AEVERIUM entstanden ist, kann man vor der Band nur den Hut ziehen! Noch dazu ist das Ganze eine Eigenproduktion, das wertet das Ganze nochmal ganz extrem auf!
Das Songwriting ist top, schön abwechslungsreich und mit Vanessa und Marcel hat man ein wunderbares Gesangsduo.
Klare Kaufempfehlung für den geneigten Modern und Gothic Fan also und ich gebe nochmal einen halben Punkt extra für diese klasse Eigenveröffentlichung!

Julian

 

NIGHTMARE – Encrypted

Trackliste:

01. Nexus Inferis
02. The Blossom Of My Hate
03. Voices From The Other Side
04. Saviours Of The Damned
05. Wake The Night
06. Encrypted
07. Incandescent
08. White Lines
09. Borderlines
10. Eternal Winter (2023 Version)
.

Spielzeit: 48:00 min – Genre: Heavy Metal – Label: AFM Records – VÖ: 07.07.2024 – Page: www.facebook.com/nightmare.france

 

Okay krass. Mir war schon irgendwie bewusst, dass es eine etabliertere Band namens NIGHTMARE gibt, bin aber bei dieser Rezension erstmal spontan davon ausgegangen, dass ich hier das Album einer anderen gleichnamigen Band bespreche. Das zwölfte Album der 1979 gegründeten Truppe klingt schlicht und ergreifend, als habe man es mit einer jungen, ca. 2017 gegründeten Melodic-Metal-Band zu tun, die auf der Höhe der Zeit agiert.
„Encrypted“ hat dazu alle Bestandteile. Teils technisches Drumming, dezente Chöre, Streicher und die immer willkommenen taktisch platzierten Glocken. Vocals von einer Sängerin, die den Spagat zwischen Rock und leichten Pop-Vibes perfekt bewältigt, eine Kombination aus mehrheitlich melodischen und einigen gegrowlten Parts, die wirklich gut hart ausfallen, mit biestiger Gitarrenarbeit und zwischendurch sogar mal ein paar Blastbeats.
All das dann einmal durch den gute-Produktions-Wolf gedreht (jap, das Ding knallt ordentlich), und fertig sind die neuen alten Shooting Stars von AFM Records. Ich bin beeindruckt.
Modern ist auch das Songwriting. Jetzt nicht ultramodern, die Breakdowns, Bassdrops und Core-Elemente bleiben uns erspart, aber in den Melodien und Arrangements doch sehr zeitgemäß. Die Grundstimmung ist düster, Dur ist hier nicht gerne gesehen, wenn es melodisch wird (also meistens), aber auch ziemlich eingängig.
Wobei: Eingängig ist die Platte im Ohrwurmsinne nicht wirklich, obwohl ihre Melodien erstmal danach klingen. Der Wiedererkennungswert der Melodien ist vergleichsweise gering, was ein bisschen schade ist, weil ein solches Album eigentlich prädestiniert dazu wäre, sich im Mindesten mit den Refrains unnachgiebig im Gehirn festzufressen. Das passiert jedoch selten, und zusammen mit dem Konzept, schnelle und langsame Parts, Growls und Klargesang in ähnlichen Verhältnissen in jedem Song anzuwenden, verschwimmen die Songs etwas zu sehr im Gedächtnis. Wird besonders deutlich daran, dass die 2023er Version von „Eternal Winter“ als eine neue Version eines früheren Songs mit anderen Songwriting-Prioritäten einer von denen ist, die am meisten im Gedächtnis bleiben.

Fazit:
Handwerklich und technisch ist „Encrypted“ makellos. In Sachen Songwriting ist es gut, meist auf ähnlichem Niveau, was es schwer macht, die Hits des Albums zu bestimmen, was andererseits aber auch keine Tiefpunkte zulässt. Wer mit Metal der oben beschriebenen Art aber was anfangen kann, wird trotzdem gut bedient. Und mal auschecken lohnt sich alleine schon, um davon begeistert zu werden, wie frisch NIGHTMARE 45 Jahre nach ihrer Gründung immer noch klingen!

Anspieltipps:
„The Blossom Of My Hate“, „Wake The Night“ und „Saviours Of The Damned“

Jannis

TALENTSCHMIEDE: Light The Blind

Band:
Light The Blind

Gegründet:
2018

Herkunft:
Köln

Mitglieder:
Tim Haarhoff – Vocals
Fabian Raats – Leadgitarre & Backing Vocals
Nic Querbach – Rhythmusgitarre & Backing Vocals
Marco Frensch – Bass & Backing Vocals
Alex Kern – Drums

Stil:
Modern Metal

Veröffentlichungen:
Black Tree Forest (Single) – 2020
Icarus (EP) – 2020
Abyss (Single) – 2023
Medicine (Single) – 2024

Einflüsse:
Bring Me The Horizon, I Prevail, Breaking Benjamin, Linkin Park

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Wir haben noch einiges vor! Zum einen haben wir eine ganze Reihe an unveröffentlichten Songs, welche in den nächsten Monaten nach und nach erscheinen werden. Im besten Fall schieben wir dieses Jahr noch drei Songs nach. Ob dann innerhalb der nächsten fünf Jahre nochmal ein Album kommt, wissen wir Stand jetzt noch nicht. Darüber hinaus: Gigs, Gigs, Gigs! Sei es eine eigene Tour spielen, oder eine Band auf einer Tour begleiten, sowie einfach richtig geile Festivals bespielen zu können, wären für uns absolute Träume. Und wenn wir das dann sogar noch international hinbekommen würden, wäre das der Wahnsinn.

Was als nächstes kommt:
Wir haben ganz frisch unsere neue Single „Medicine“ veröffentlicht! Da sind wir unfassbar stolz drauf und kommt auch mit einem in kompletter Eigenregie entstandenen Musikvideo daher! Solltet ihr unbedingt mal auschecken. Für dieses Jahr planen wir außerdem noch den Release von mind. zwei weiteren Songs und fokussieren uns da auch voll drauf. Wir haben jetzt sehr lange nichts mehr rausgehauen, deshalb ist das unser oberstes Ziel. Natürlich kann man uns dieses Jahr auch nochmal live sehen. Wir könne noch nicht über alles sprechen, haben aber noch vier Gigs, Stand jetzt, geplant.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Zwei Erfahrungen! Der Gig mit VINTA im MTC am 06.05.2023 → hat super viel für uns losgetreten und uns krass inspiriert, wie wir uns als Band präsentieren sowie weiterentwickeln wollen.
Und die zweite Erfahrung war der Reload Bandcontest, weil wir hier das erste Mal richtig professionelle Luft schnuppern konnten! Darüber hinaus gab es aber noch unzählige andere schöne Momente in unserer Bandgeschichte. Die erzählen wir sehr gerne mal bei einem Bier, wenn ihr uns fragt.

Unser peinlichster Moment:
Ich glaube, das war für uns persönlich der Gig, den wir als Vorband für Substation im MTC gespielt haben. Bei dem Gig lief für uns alles schief: Einsätze verkackt, falschen Text gesungen und diverse Töne auf den Instrumenten nicht getroffen. Nach außen hin hat’s vermutlich anders gewirkt, aber für uns war das ganz schlimm! 😀

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Electric Callboy! Die Jungs scheinen so unfassbar nett zu sein. Vielleicht haben wir ja mal irgendwann bei einem Festival die Chance dazu.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Das muss ja auch vom Genre passen! Wir fänden Architects oder I Prevail schon ziemlich geil.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Die Freundschaft und unvergessliche Erlebnisse miteinander! Seien es besondere Gigs, oder auch Dinge komplett abseits des Proberaums oder der Bühne.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Alles was nicht mit Musik zu tun hat! Heutzutage muss man sich neben dem Songwriting und Gigs ja auch noch um so viel anderen Scheiß kümmern und eigentlich braucht jede Band einen eigenen Techniker, Grafiker, Foto- und Videografen, sowie Marketingspezialisten. Das ist heutzutage schon sehr aufwendig! Allerdings hat dies auch was positives: Wir wachsen an diesen Aufgaben und haben eine wahnsinnige Lernkurve in den letzten Monaten festgestellt.

Online:
Website: www.lighttheblind.de
Facebook: www.facebook.com/lighttheblind
Instagram: www.instagram.com/lighttheblind

Musik:
Spotify: www.open.spotify.com/intl-de/artist/3EpsIcXaLmhBR0jDqAIq8B?si=66HdKH0nQo6oU0-Bh6zU-w
Youtube: www.youtube.com/channel/UCRAUVNli7e5BxGAj6VaKEjQ

Live-Dates:
Offiziell verkündet: 21.06. – Backyard Skull Festival (NL) / 3 weitere Termine noch nicht offiziell

IMMORTAL GUARDIAN – Unite And Conquer

Trackliste:

01. Ozona
02. Echoes
03. Roots Run Deep
04. Perfect Person
05. Divided We Fall
06. Lost In The Darkness
07. Southern Rain
08. Unite And Conquer
09. Un Dia A La Vez
10. Rise Of The Phoenix

 

Spielzeit: 48:26 min – Genre: Modern Progressive Metal – Label: Massacre Records – VÖ: 01.12.2023 – Page: www.facebook.cin/igmetal (mit einem l)

 

Erzählungen mit „Ich weiß noch, wie“ zu beginnen ist unoriginell daher an dieser Stelle einfach mal so: Ich weiß nicht mehr, wie ich die letzte IMMORTAL GUARDIAN rezensiert habe. Ich hab mich vor ein paar Tagen vom Chef dazu verleiten lassen, das dritte Album der Band zu reviewen und beim Abspeichern des Dokuments erst bemerkt, dass ich ihre Musik schonmal auf den Ohren hatte. Muss ein handwerklich starkes Album mit etwas fehlender individueller Handschrift gewesen sein. Okay. Gibt’s halt auch einige von.
„Unite And Conquer“ ist keines davon. „Unite And Conquer“ ist das dritte Album der Amis, und fehlende individuelle Handschrift kann man ihm nun wirklich nicht unterstellen. Die Platte ist insgesamt Progressive Metal, der Elemente aus Power, Heavy und Modern Metal nimmt, ordentlich Geshredde integriert, alles in einen großen Sack füllt, zehnmal draufhaut und dann noch kräftig schüttelt. Die englische Wendung „all over the place“ (schlecht übersetzt „eskalativ durcheinander chaotisch“) beschreibt das Ding wohl am besten – im positiven Sinne wohlgemerkt. „Unite And Conquer“ ist nicht progressiv, weil IMMORTAL GUARDIAN wissen, wie man einen 13/47-Takt spielt und das ständig raushängen lassen müssen, sondern weil sie in der Struktur ihrer Songs und in der Komposition der einzelnen Parts auf Konventionen müde lächelnd herunterblicken, wenn gerade was Unkonventionelles eigentlich viel geiler wäre. Nicht auf eine Weise, die im Stil von beispielsweise IGORRR einfach Avantgarde-bescheuert wäre, sondern auf eine Weise, in der man jede Minute der Platte als seriösen Metal ernstnehmen, vielen von ihnen aber schon einen kreativen Umgang mit den einzelnen Elementen von Metal unterstellen kann. Wenn es Power-Metal-Zeit ist, beispielsweise bei „Rise Of The Phoenix“ oder „Unite And Conquer“, dann ist der Song das auch aus vollem Herzen, mit starken Melodien, viel Druck – aber eben auch der ein oder anderen überraschenden wie spaßigen Entscheidung. Entweder, da hat sich seit dem letzten Album echt was getan, oder ich hab den Vorgänger einfach falsch gehört.
Wichtig natürlich auch, dass all das von guten Musikern umgesetzt wird. Was es auch wird, sogar noch mit Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR) und VICKY PSARAKIS (The Agonist) in Featureparts. Klangtechnisch ist „Unite And Conquer“ auch stabil, das Cover sieht nice aus. Ich hab so das Gefühl, ich werde zum Release von IMMORTAL-GUARDIAN-Album #4 nicht vergessen haben, dass ich die Band schonmal besprochen habe,

Fazit:
Was soll man sagen: Normal ist das alles nicht, aber wer will schon normal? Gerade im Progressive Metal will ich von einer Albumkomposition in irgendeiner Hinsicht unterhalten und zum Staunen gebracht werden. Und das hat „Unite And Conquer souverän geschafft, mit weit mehr als nur einem guten „Geil, das machen sie doch jetzt nicht echt“-Lacher. Erschreckend frei an kritisierenswerten Macken. Böse, Gänsehaut, Spaß. Keyboardsolo!

Anspieltipps:
„Ozona“, „Roots Run Deep“, „Lost In The Darkness“, „Unite And Conquer“ und „Rise Of The Phoenix“

Jannis

STATE OF DECEIT – Stalked By Daemons

Trackliste:

01. Endure My Fate
02. Demi-God
03. Stalked By Daemons, Guarded By Angels
04. Hate Within
05. Withered
06. Mark Of The Whale
07. Scorched
08. Suffer ME
09. At What Cost
10. Digital tattoo

 

Spielzeit: 41:06 min – Genre: Metalcore – Label: Eclipse Records – : 13.10.2023 – Page: www.facebook.com/StateofDeceit

 

STATE OF DECEIT sagen euch nichts? Na, damit seid ihr nicht allein, ich hatte die Combo aus Südwales auch nicht auf dem Schirm. Aber die Jungs zu übersehen bzw. zu überhören dürfte nach dem Debüt „Stalked By Daemons“ nicht mehr möglich sein. Die Band wurde erst im Jahr 2019 von Gitarrist Jonathan Russel gegründet, im Gründungsjahr kam dann schon direkt die EP „Retribution“ auf den Markt, die allerdings komplett an mir vorbei gegangen ist.
Die Zeit der Pandemie haben die Waliser dann sehr zielgerichtet genutzt und hart am Debüt „Stalked By Daemons“ gearbeitet. Und die harte Arbeit hat sich gelohnt. Zusammen mit seinen Bandkollegen Peter Scammel (v.), Gareth Jones (g.), Davide Santini (b.) und Matthew Toner (d.) hat Jon Russel mit „Stalked By Daemons“ ein beachtliches Werk rausgehauen, das kaum Wünsche offen lässt.
Schon der Einstieg mit „Endure My Fate“ fordert einen regelrecht zum bangen auf. Thrashige Riffs mit gutturalem Groove legen mit dem Opener die Messlaste schon recht hoch. Doch auch der zweite Track (und die dritte Single) „Demi-God“ lassen einen ganz und gar nicht im Regen stehen. Kompromisslos mit einer Mischung aus groovigen Gitarren und kehligem Gebrüll machen STATE OF DECEIT deutlich, dass es kein Zurück mehr gibt. Die erste Singleauskopplung „Stalked By Daemons, Guarded By Angels“ schlägt einen etwas metalcorerigen Weg ein. Dabei ist auch die Liebe zu TRIVIUM deutlich zu hören, was dem Song aber mal so richtig gut steht.
In eine ganz andere Richtung geht „Hate Within“. Mit leicht melancholischen Einschlag startet der Track um dann brachial in den heavy-Teil des Songs zu wechseln. Der Übergang hätte durchaus etwas kraftvoller sein können, dennoch ein starker Song, der mit seinem leicht epischen Einschlag zu überzeugen weiß.
Und auf wirklich gutem Niveau geht es weiter. Insgesamt gibt es nicht viel zu meckern. Die 10 Songs zeigen in den knapp 41 Minuten Spielzeit alles, was in STATE OF DECEIT stecken. Ein starkes Debüt, das viel Lust auf mehr macht. Die Waliser wissen, wohin ihre Reise gehen soll und machen auf dem Weg dahin keine Gefangenen. Brachial, groovig, thrashig, alles in einem. Die Einflüsse von TRIVIUM, PANTERA, KILLSWITCH ENGAGE oder auch MACHIN HEAD sind deutlich zu hören, ohne dass STATE OF DECEIT sich darin verlieren und nur eine billige Kopie der „großen“ Bands sind. Ich bin mir sicher, die Jungs werden ihren Weg gehen und sich ihren Platz in der harten Welt erobern. „Stalked By Daemons“ von STATE OF DECEIT sind eine absolute Kaufempfehlung für alle Fans harten groovigen Metals. Auch wenn noch paar kleine Stellschrauben gesetzt werden könnten, zeigt das Debüt der Band schon jetzt deutlich ihr Potenzial. Starke Band, starke Musik, starkes Teil.

Tänski