HOPELEZZ – Stories Of A War Long Forgotten

Band: Hopelezz
Album: Stories Of A War Long Forgotten
Spielzeit: 51:45 min
Stilrichtung: Modern Metal, Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.08.2018
Homepage: www.hopelezz.de

Es ist schon sehr mutig, mit dem gerade mal dritten Studioalbum gleich ein Konzeptalbum rauszuhauen. Konzeptalben sind häufig eine sehr schwierige Sache und ebenso häufig geht die Musik einfach im Konzept unter. Und sehr häufig will man einfach nur noch weinen. Aber nicht bei diesem Werk. HOPELEZZ haben hier einiges komplett richtig gemacht. Mit ihrem neuen Werk „Stories Of A War Long Forgotten” geht das Quartett aus Wuppertal (Achtung: Schlechtes Wortspiel) definitiv nicht über die Wupper. Einiges ist vielleicht noch nicht ganz so ausgefeilt, aber für die erst dritte Scheibe – und das dann gleich als Konzeptalbum – ist den Jungs ein wirklich gutes Werk gelungen. Und mittlerweile scheint es auch, als ob HOPELEZZ nach ihrer Gründung 2008 so langsam ihren eigenen Stil finden, trotz der deutlichen Anleihen an MACHINE HEAD oder TRIVIUM. Der zweifache Emergenza-Bandcontest-Sieger ist auf einem guten Weg nach oben. Das zeigt sich auch als Support für Bands wie EKTOMORF, SOULFLY, WALLS OF JERICHO oder auch SIX FEET UNDER.

Inhaltlich beschäftigt sich „Stories Of A War Long Forgotten“ – wie der Name schon sagt – mit dem Krieg und zwar mit dem Krieg, der in die Welt entlassen wird um uns für die Sünden büßen zu lassen. Es ist der persönliche Krieg, die Kämpfe des Einzelnen, der Kampf zwischen Himmel und Hölle, der Kampf gegen die Verrohung der Gesellschaft. Das Konzept funktioniert größtenteils auch sehr gut, wobei aber noch ausreichend Luft gelassen wurde.

HOPELEZZ steuern auch gleich zwei deutschsprachige Songs bei, die stellenweise sehr platitüdenhaft sind und etwas mehr sprachliche Finesse vertragen könnten. Dennoch kann der Opener „Ich Bin Krieg“ überzeugen. Mit einschmeichelnder Stimme und leisen Tönen wird eine leicht unheilvoll melancholische Stimmung erzeugt, die sich dann urplötzlich dramatisch und mit kraftvollen Shouts unterlegt in die gefühlte Winternacht ergießt. Der Krieg ist in die Welt gekommen. Musikalisch ein guter Einstieg in das 12 Stücke umfassende Gesamtwerk.

Die nachfolgenden Songs können dann wieder mit Tempo, Härte, brachialen Riffs überzeugen. „War Against War“ oder „The Beast“ zeigen, wo HOPELEZZ hinwollen. Der Mix aus brachialem Metal und eindringlichen Melodien geht sofort ins Ohr und lässt einen nicht stillstehen. So richtig Thrashig wird es allerdings erst mit „Let Their Cities Burn“, allein der Refrain mit Klargesang und eingängiger Melodie unterbricht die thrashigen Strophen. Eine gekonnt gute Mischung. Das anschließende „Through Hell“ lässt einen mit seinem balladesken Einstieg kurz innehalten. Trotz des kraftvollen Gesangs ist der gesamte Song ruhiger, was bei HOPELEZZ aber definitiv nicht langweilig heißt.
Auch eine Coverversion, nämlich BONNIE TYLERs „Holding Out For A Hero“ hat es auf „Stories Of A War Long Forgotten” geschafft. Gut gemacht, aber stilistisch nicht ganz passend. Hier wäre mir ein eigener Song dann doch deutlich lieber gewesen. Den Abschluss nach knapp 50 Minuten bildet wieder ein deutschsprachiges Werk. „Vom Letzten Tag“ schließt die Erzählung der vergessenen Kriege perfekt ab und ist ein würdiger Abschluss für „Stories Of A War Long Forgotten“.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass HOPELEZZ trotz einiger kleiner (aber wirklich sehr kleiner) Schwächen ein doch sehr gutes drittes Album auf den Weg gebracht haben. Vielleicht sogar das Beste in ihrer noch kurzen Karriere. Wer die Jungs bisher noch nicht auf dem Schirm hatte, sollte das schnellstens nachholen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Ich Bin Krieg (Intro)
02. War Against War
03. The Beast
04. The Only Way
05. War Long Forgotten
06. Let Their Cities Burn
07. Through Hell
08. What You Deserve
09. A Prayer For Better Days
10. This Must Not Be The End
11. Holding Out For A Hero (Bonnie Tyler Cover)
12. Vom Letzten Tag

Tänski

ARCHITECTS OF CHAOZ – (R)evolution

Band: Architects Of Chaoz
Album: (R)evolution
Spielzeit: 62:48 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metal Ville
Veröffentlichung: 25.05.2018
Homepage: www.architectsofchaoz.de

Ähnlich wie einst schon der Lyriker TONY D mit seinem Epos „Hundert Metaz“ haben auch seine Landsleute von den ARCHITECTS OF CHAOZ erkannt, wie fresh doch ein Wort wird, wenn man das S an seinem Ende durch ein Z ersetzt. Trotzdem hier nun eine kleine Einschätzung. Wichtigster Fakt zuerst: Paul Di’Anno ist raus, Titta Tani ist drin. Wen von beiden man nun präferiert, bleibt wohl Geschmackzsache. Es lässt sich allerdings schwer bestreiten, dass “(R)evolution” vielseitiger ausfällt als der Vorgänger – und das mag unter anderem auch der stimmlichen Bandbreite von Tani zuzuschreiben sein, der munter zwischen böser Reibeisenstimme, tiefem Geshoute, klar gesungenen Passagen und, bestens hörbar im Prechorus von “A Moment Of Clarity”, auch mal gefühlvolleren Parts hin- und herwechselt und klanglich irgendwo zwischen Aders Fridén (IN FLAMES), Dave Mustaine und noch so einigen anderen einzuordnen ist.
Musikalisch bewegt man sich auf der mehr als eine Stunde langen Platte in klassischen Heavy-Metal-Sphären mit deutlicher Modern-Metal-Prägung. Während einige der 13 Songs, beispielsweise “Dead Again” mit seiner schönen Riffarbeit und dem tendenziell poppigen Chorus, schon sehr modern anmuten, besinnt man sich auf anderen Tracks wie “Pressure” doch auf die ältere Schule, was beides gleichermaßen gut funktioniert. Die Geschwindigkeitsverteilung ist recht ausgewogen. Zwischen schwer-schleppendem Gestampfe (“Farewell”) und knatternden Uptempo-Doppelbassparts findet sich jedoch zugegebenermaßen ein bisschen zu viel Midtempo. Das ist aber verkraftbar, praktisch keiner der Songs zieht ein Tempo von Anfang bis Ende durch. Stattdessen gibt es einen Haufen sehr vergnüglich flotter und teils echt grandioser Soli, die ein oder andere spannende Wendung im Mittelteil oder zwischendurch, wie bei “A Moment Of Clarity”, ein wenig thrashiges Geholze.
Besonders vielseitig gestaltet sich “The Pulse Of The Sun”, der letzte und mit sechs Minuten Spieldauer längste Track des Albums. Beginnend als Ballade schaukelt er sich immer weiter hoch, bietet in sich aber auch ein paar ruhigeren Parts Platz und ist diverser als manch doppelt so langer Track in Genres in seinem Umkreis.
Gut, ihren Safe Space verlassen die ARCHITECZ selten. Ein bisschen mehr Experimentierfreude hätte mit Sicherheit nicht geschadet, einige Refrains klingen etwas zu sehr nach einigen anderen Refrains und chronisches oberes Midtempo ist heilbar.
Doch was soll das Gemecker? Der Sound der ARCHITECTS OF CHAOZ funktioniert, einige Parts setzen sich ungemütlich schnell im Hirn fest und gerade in den Soloparts und der Gitarrenarbeit finden sich viele coole Extras, die das eh gelungene Album noch einmal aufzuwerten wissen. Dazu ne sehr ordentliche Produktion und ein starker Sänger. Kann man machen? Kann man machen!

Anspieltipps:
“A Moment Of Clarity”, “The Pulse Of The Sun”, “Hollow Years” und “Pressure”

Fazit:
Wer ARCHITECTS OF CHAOZ vor “(R)evolution” schon mochte, der sollte dem neuen Release der Jungs auf jeden Fall eine Chance geben. Wer sie bislang nicht mochte, sollte auf jeden Fall mal reinhören. Keine Keyboards, kein Kitsch, “(R)evolution” ist ordentlich gut gemachter moderner Heavy Metal ohne Schnick Schnack.

 

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rise
02. Dead Again
03. Hitman
04. A Moment Of Clarity
05. All Play Dead
06. Century Of Cancer
07. Into The Fire
08. Hollow Years
09. Pressure
10. Farewell
11. No Way Out
12. Bloodrain Falls
13. The Pulse Of The Sun

Jannis

TRIVIUM – The Sin And The Sentence

Band: Trivium
Album: The Sin And The Sentence
Spielzeit: 57:54 min
Stilrichtung: Metalcore, Modern Metal
Plattenfirma: Roadrunner Records/Warner Music
Veröffentlichung: 20.10.2017
Homepage: www.trivium.org

Mit neuem Drummer melden sich TRIVIUM endlich wieder in gewohnter Stärke zurück. Nach Matt Heafys Stimmproblemen und dem eher schwachen Album „Silence In The Snow“ ist die Band mit ihrem aktuellen Dreher „The Sin And The Sentence“ endlich wieder da, wo sie hingehört, im musikalischen Metal-Olymp.
Mit dem jüngsten Bandzuwachs Alex Bent am Schlagzeug ist wieder viel frischer Wind und vor allem viel Geschwindigkeit in die seit 1999 bestehende Band gekommen. Bent scheint die in letzter Zeit fehlende Leidenschaft wieder neu entfacht zu haben, denn TRIVIUM sind besser denn je zuvor. Endlich sind die Shouts wieder da, Riffs als reine Spielfreude, Uptempo… „The Sin And The Sentence“ ist eine Verneigung vor den Fans, die an TRIVIUM den Sound und vor allem die komplette Bandbreite von Thrash über Death Metal bis Metalcore lieben. Metallische Attitüde gemixt mit genialem Songwriting lässt das Fan-Herz höher schlagen.
Auf ihrem 8. Studioalbum kombinieren TRIVIUM alles, was die Band ausmacht. Auf „The Sin And The Sentence“ werden alle Elemente der vergangen Jahre seit Bandgründung mit enorm viel Feuer eingebracht und man spürt, dass TRIVIUM hier noch lange nicht am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angekommen sind.
Schon der Opener und Titeltrack „The Sin And The Sentence“ zeigt, in welche Richtung es geht. Brachial und mit ein paar ordentlichen Screams zeigen Matt Heafy und Co. eindrucksvoll, dass sie wieder da sind und mit neuem Drummer in neuer Frische loslegen wollen und es auch können.
„The Heart from your Hate“ oder auch “Beyond Oblivion” zeigen, in welcher Liga sich TRIVIUM bewegen. Metallische Attitüde meets intelligente Songstrukturen. Perfekt abgestimmt und mit gefälligem Songwriting zeigen sich die beiden Titel des aktuellen Longplayers. Und falls das Gefühl einer Verschnaufpause aufkommen sollte, wird dieses sofort durch den brachialen Kracher „Betrayer“ zerstört. Mit Screams und Growls und doch auch melodischen Parts, die hier perfekt gemischt sind, lädt die Uptemponummer zum Circle Pit ein. Und wem das noch zu langweilig ist, der kann sich mit der folgenden Nummer „The Wretchedness Inside“ komplett wegballern lassen. Der härteste Song der Scheibe kommt mit fast durchgängigen Screams daher und erinnert ein wenig an die früheren Slipknot und mit „The Revanchist“ gibt es sogar progressive Anleihen. Kurz gesagt, TRIVIUM zeigen auf „The Sin And The Sentence“ ihr ganzes Spektrum und das macht das Quartett aus Florida auf genial-laute Weise. Man merkt dem aktuellen Dreher ganz deutlich die Detailverliebtheit in den Lyrics und Songstrukturen an. Wurden bei „Silence In The Snow“ die Lyrics erst kurz vor den Aufnahmen geschrieben, war die Band beim neuesten Werk intensiver und wesentlich besser vorbereitet. Zudem hat Basser Paolo Gregoletto die Songwriter-Zügel in die Hand genommen und Matt Heafy konnte sich ganz auf das Singen und shouten konzentrieren. Die sehr gute und frühe Vorbereitung – wie sie auch schon bei den Kracher-Alben „Shogun“ oder „In Waves“ erfolgreich war – hat auch hier funktioniert. Die euphorischen Fan-Reaktionen zum Video der ersten Single-Auskopplung des Titeltracks war gigantisch und hat die Band bestätigt. Innerhalb von nur 4 Wochen wurde das Video 2 Mio mal bei YouTube geklickt, Spotify vermeldete 1 Mio Streams dazu.
Einigen mag das neue Album „The Sin And The Sentence“ vielleicht zu abwechslungsreich sein, aber von einer Band, deren einzig verbliebenes Gründungsmitglied Sänger Matt Heafy ist, sollte man vielleicht nichts anderes erwarten. Vor allem das Drumkit scheint ein echter Schleudersitz zu sein, wenn man die häufigen Wechsel dort betrachtet. Bleibt zu hoffen, dass der gerade 25 Jahre alt gewordene Neuzugang Alex Bent der Band noch einige Zeit erhalten bleibt. Das Feuerwerk, welches er mit seinen Drums losstritt, verpufft nicht bei den übrigen Bandmitgliedern, sondern scheint ganz Trivium wieder zum Explodieren zu bringen. TRIVIUM haben sich nach dem eher schwachen Vorgänger mit „The Sin And The Sentence“ wieder ganz nach oben katapultiert und loten alle Spielarten des Thrash und Modern Metal aus. Man kann sich nur verneigen und das Werk genießen. Vielen Dank dafür, Jungs.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Sin And The Sentence
02. Beyond Oblivion
03. Other Worlds
04. The Heart From Your Hate
05. Betrayer
06. The Wretchedness Inside
07. Endless Night
08. Severe The Hand
09. Beauty In The Sorrow
10. The Revanchist
11. Thrown Into The Fire

Tänski

RANDOM EYES – Grieve No More

Band: Random Eyes
Album: Grieve No More
Spielzeit: 38:39 min.
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Rock’N’Growl Records
Veröffentlichung: 19.01.2018
Homepage: www.facebook.com/RandomEyesBand

Ein Hoch auf Promo-Sheets. Da hat man als Rezensent gerade zum ersten Mal die neue Scheibe von RANDOM EYES gehört und verbringt nun schlaflose Nächte mit der Frage, welchem Untergenre des Metal man dieses Ding wohl zuordnen könnte. Schließlich die rettende Idee, ein Blick in die Infos für die Presse. Das Label wird es schon wissen. “Genre: Metal”. Na danke.
Generell gehört das mittlerweile vierte Album der Zwei-Mann-plus-Studiomusiker-Truppe in die Power-Metal-Schublade, auch wenn es wohl mit Gewalt versuchen würde, aus ihr auszubrechen. Zu häufig finden sich Häppchen von US Power Metal, Melodic Death Metal, Thrash oder Progressive Metal auf “Grieve No More” wieder, Growls sind gerade auf der ersten Albumhälfte ein fester Bestandteil der Vocals und was im einen Moment ein fröhliches Power-Metal-Riff ist, wird im nächsten Moment durch den Taktwechsel-und-Dissonanzen-Wolf gedreht. Klingt etwas willkürlich? Keine Sorge! Nicht nur kann die Produktion der Scheibe vollends überzeugen, auch die Arrangements, das Songwriting sowie die Leistungen der Musiker zeugen von hochgradiger Professionalität. Und dementsprechend ist “Grieve No More” trotz der Vielzahl seiner Einflüsse ein in sich sehr rundes, Sinn ergebendes Werk, bei dem kein Ton fehl am Platze wirkt.
Mal ist man poppig unterwegs, wie im Refrain von “Two Worlds Collide”, dann böse heavy in den Strophen von “Fate Loves The Fearless”, bevor im Refrain mit dem unfassbar toll heruntergebrochenen Beat die Gänsehautmelodien inklusive schön umgesetzter Backing Vocals ausgepackt werden (ehrlich, Leute, was ein Song!). Noch was Core dazu? Dafür erklärt man sich auf “Damnation” bereit, obgleich dessen Chorus schon wieder so gar nichts mit Core zu tun hat.
Zwischendurch wird es dann auch mal balladesker im 6/8er-Takt gehaltenen “Do What Thou Wilt” oder vergleichsweise straight rockig bei “Scar”.
Und selbst die schwächeren Songs werden durch die grandios kreative Instrumentalarbeit so enorm aufgewertet, dass man dem Album beim besten Willen keine Lückenfüller unterstellen kann.
Einziger Kritikpunkt: Im Verlauf des Albums werden die am Anfang so präsenten Growls immer seltener. Schade, passen sie doch hervorragend zum Sound der Band. Aber “Grieve No More” ist halt kein Wunschkonzert.
Letztendlich ist der Stil der Finnen wohl als Modern Metal zu bezeichnen, doch weiß dieser Begriff die Qualität der Musik von RANDOM EYES nicht komplett zu vermitteln. “Grieve No More” ist stilistisch höchst interessant, gekonnt komponiert, gespielt und gesungen (Sänger Christian Palin agiert auf absolutem Oberklasse-Niveau) und praktisch nie langweilig. Finnland, Du enttäuschst uns nie.

Anspieltipps:
“Grieve No More”, “Fate Loves The Fearless”, “Two Worlds Collide”, “The Final Quest” und „Myopathy“

Fazit:
Kurz und knapp: “Grieve No More” ist eines der ersten Metal-Highlights des neuen Jahres. Intensives Reinhören wird ausdrücklich empfohlen. Ein Blindkauf ebenso. Falsch machen kann man damit wohl nichts.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Trail of Tears
02. Myopathy
03. Grieve No More
04. Fate Loves The Fearless
05. Two Worlds Collide
06. Damnation
07. Do What Thou Wilt
08. Never Too Late
09. Scar
10. The Final Quest

Jannis

JACOBS MOOR – Self

Band: Jacobs Moor
Album: Self
Spielzeit: 60:03 min.
Stilrichtung: Power Thrash Metal
Plattenfirma: Bleeding Star Records
Veröffentlichung: 20.10.2017
Homepage: www.jacobsmoor.com

Oh je, ganz vergessen, JACOBS MOOR zu rezensieren. Nun, besser spät als nie widmen wir uns nun mal den fünf Österreichern, die uns bereits am 20.10. mit ihrem zweiten Album beehrt haben. Darauf bewegt man sich stilistisch irgendwo zwischen Thrash, Power, Progressive und Modern Metal und vereint das Ganze tatsächlich zu einem ziemlich harmonischen Gesamtsound. Hinsichtlich der Produktion lässt sich nicht viel meckern. Ein paar mehr Höhen wären schön gewesen, ansonsten klingt das Ganze jedoch durchaus druckvoll und man kann sich gerade hinsichtlich der Tatsache, dass die Band die Produktion selbst in die Hand nahm, überhaupt nicht beschweren.
Bei den einzelnen Songs lässt sich ein gewisses Schema erkennen, das über weite Teile des Albums kompromisslos verfolgt wird: eine Mischung aus unklarem und klarem Gesang, der etwas gewöhnungsbedürftig, dem Sound der Band jedoch durchaus dienlich ist. Dazu tendenziell melodische Refrains, ein Mix aus Midtempogedrumme und knatterndem Doppelbass, gerne garniert mit ein paar Blastbeats. Die Soli lassen selten zu wünschen übrig und die Ausflüge in progressivere Gefilde tun den Jungs aus Wien ebenfalls gut, gerade die kurze Prog-Eskalation im Mittelteil von “Delusion” sei hier lobend hervorgehoben.
Aus dem Schema brechen gerade die letzten zwei Songs aus, von denen ersterer überdurchschnittlich aggressiv, stellenweise beinahe black-metallisch anmutet, und letzterer als überlanger, streckenweise balladesker Track eh aus der Reihe fällt.
Macht das musikalische Konzept von JACOBS MOOR durchaus Spaß, so zeigt sich doch im Verlauf des Albums, dass etwas mehr Eigenständigkeit und Originalität die einzelnen Songs durchaus bereichert hätten. Denn innerhalb ihres speziellen Sounds agieren sie doch ein wenig zu brav, trauen sich oftmals zu wenig und hinterlassen nur als Gesamtkunstwerk einen bleibenden Eindruck. Natürlich, diverse Parts des Albums lassen sich während des Hörens absolut genießen. Der schön schrubbende Gitarrensound von “Watching Atrocities” zum Beispiel, die Gesangsharmonien im Chorus von “Distance”, der Breakdown der Geschwindigkeit im Prechorus von “Neglecting The Path Of The Sun”, um nur einige zu nennen.
Es ist ein gewisses Problem, dass sich JACOBS MOOR hinsichtlich der Findung ihres Stils so experimentierfreudig gezeigt, die Songs an sich aber mit recht wenigen Alleinstellungsmerkmalen versehen haben (von “Hopeless Endeavour” mal abgesehen). Dass sie das nötige Talent dafür hätten, zeigt sich gerade am finalen Track. Der Rest macht Spaß, hinterlässt aber kaum bleibende Eindrücke. Das ist aber nicht schlimm, wenn man beim Kauf von “Self” nicht unbedingt ein Album erwartet, das man sich konzentriert ohne jegliche Ablenkung abends am Kamin geben möchte.

Anspieltipps: “Hopeless Endeavour” und der Rest der etwas stärkeren zweiten Hälfte des Albums

Fazit: Doch, “Self” kann man schon echt machen. Unterhaltsam und stilistisch interessant ist JACOBS MOORs zweiter Longplayer geworden, professionell gespielt und ordentlich produziert. Der ganz große Wurf ist es leider nicht geworden, aber wer Modern-Metal-Melodien und progressive Einflüsse in seinem Geballer mag und sich nach dem neusten Streich von Anette Olzon doch mal wieder die Gehörgänge durchblasten möchte, der sollte hier durchaus mal ein, zwei Ohren riskieren!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. March Of The Flies
02. Watching Atrocities
03. The Absence Of Me
04. Self
05. Falling To Pieces
06. Distance
07. Neglecting The Path Of The Sun
08. Delusion
09. Hate Of A New Kind
10. Hopeless Endeavour

Jannis

DAYS OF JUPITER – New Awakening

Band: Days Of Jupiter
Album: New Awakening
Spielzeit: 47:58 min
Stilrichtung: Hard Rock / Metal
Plattenfirma: Metalville Records
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.reverbnation.com/daysofjupiter


Die 2010 gegründete Band DAYS OF JUPITER sind fünf Schweden – Janne Hilli (Gesang), Jörgen Hellström (Gitarre), Marcus Lindman (Gitarre), Janne Karlsson (Bass) und Magnus Larsson (Schlagzeug) – die mit “New Awakening” nun ihr drittes Album veröffentlichen. Die Aufnahmen begannen im Sommer 2016 in den Leon Music Studios (Mustasch, Sister Sin, Steelwing), veröffentlicht wird es bei Metalville. 
Ihr Stil verbindet amerikanischen Metal mit klassischem Hard Rock aus Europa. Diese Mischung scheint anzukommen, denn schon seit ihrem Debutalbum 2012 gibt es begeisterte Kritiken, die der Band Auftritte auf diversen Festivals ermöglichten, wie z.B. Sweden Rock Festival, Live At Heart, Nordic Rock und Rock Out Wild. 

Mit „New Awakening“ wollen sie nun also die Musikwelt (weiter) erobern. Den Anfang macht hier „We Will Never Die“ mit Kinderchor. Heavy und mit eingängigem sowie gefühlvollem Refrain geht es später weiter mit „Wasted Years“, „Erase“ lässt es etwas ruhiger angehen. Bei „Insane“ wird das Tempo nochmal ordentlich angezogen, genauso wie im Refrain zu „Awakening“. „If I Were God“ und „Inglorious“würde ich als druckvolle Balladen bezeichnen, während „Favorite Waste“ sich als emotionale Mid-Tempo-Nummer zeigt.

Ingesamt finde ich „New Awakening“ ein sehr gelungenes Album, bei dem die meisten Songs mit irgendwelchen Details auftrumpfen, die sie interessant machen. Auch den schnellen und härteren Songs mangelt es nicht an Gefühl und Melodie. Selbst wenn DAYS OF JUPITER als Hard Rock Band beworben werden würde ich sie eher als Alternative/Modern Metal/Rock Band sehen. Obwohl man keine größeren Innovationen auf dem Album finden wird, macht es auf jeden Fall Spaß es anzuhören, auch aufgrund der starken Produktion. Meine persönlichen Favoriten aufgrund der Eingängigkeit bzw. Originalität sind  „Wasted Years“ und „We Will Never Die“. Fans von Bands wie AVENGED SEVENFOLD, DISTURBED und CORRODED sollten sich dieses Album nicht entgehen lassen. 

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. We Will Never Die
02. I Am Stone
03. My Tradgedy, My Curse
04. Wasted Years
05. Erase
06. Awakening
07. If I Were God
08. Insane
09. Give In To Me
10. Favorite Waste
11. Inglorious

Lotta

AEVERIUM – Time

Band: Aeverium
Album: Time
Spielzeit: 47:05 min
Stilrichtung: Modern Metal
Plattenfirma: Out of Line Music
Veröffentlichung: 24.03.2017
Homepage: www.aeverium.de

Schon auf ihrem gefeierten Debüt, „Break Out“ stachen AEVERIUM aus der Masse hervor. Das hämmernde Power-Riffing und die Aggression von Modern- und Nu-Metal wurden im stetigen Wechselspiel mit eingängigen Melodien und dem elegischen Bombast des Symphonic-Metal-Genres zu einem der erfrischendsten Sounds der letzten Zeit geschmiedet, getragen von einem Ausnahme-Duo am Gesang.
Nun ist die deutsche Modern-Metal-Hoffnung AEVERIUM zurück im Geschäft und findet auf ihrem zweiten Album „Time“ die perfekte Balance zwischen zeitgemäß harter Wucht und hymnischen Symphonic-Sounds. Der Härtegrad wurde teilweise deutlich nach oben geschraubt, der Wechsel in die sinfonischen Parts gelingt noch natürlicher und das explosive Wechselbad zwischen Emotion, Aggression und Pomp gerät umso intensiver.
Das Debütalbum sahnte nicht nur bei uns mächtig ab, schauen wir doch mal wie sich denn das zweite Album so schlägt? Als Opener fungiert „Hunted“ welches schon mal flott, modern und auch symphonisch zur Sache geht! Sänger Marcel und Aeva liefern sich wieder ein tolles Gesangsduell und jeder kann auf seine Weise glänzen.
Die Keys die hier eingesetzt werden klingen ein bisschen nach RAMMSTEIN und Co aber ansonsten ist musikalisch und melodisch hier alles im absolut grünen Bereich! Ein starker Auftakt also!
Der Titeltrack „Time“ kann, um es kurz und schmerzlos zu machen ähnlich stark auffahren und gefällt daher auch direkt auf Anhieb und begeistert restlos!
Bei „What About Me“ hat Aeva den größeren Anteil am Gesang was dem Song auch merklich gut tut und das Ganze auch schön abwechslungsreich macht und etwas von der bisherigen Tracks abhebt.
Gefühlvoll, kraftvoll und sehr melodisch leitet dann im Anschluss „Home“ den Mitteilteil der Platte ein, hier kann die Band wieder auf ganzer Linie überzeugen und die Nummer frisst sich schon nach kurzem in eure Gehörgänge, das kann ich euch versprechen!
Apropos Mittelteil dieser ist auch nicht schlecht geraten, kann aber zu keiner Zeit mit den bisherigen Ohrbomben mithalten, dafür fehlt dann irgendwie doch das gewisse Etwas. Besonders „Can‘t break me down“ fällt komplett aus der Reihe, zu modern und unspannend ist die Nummer.
Besser wird es dann erst wieder bei den beiden letzten Songs „World inside my Head“ und „My Farewell“ die auch gleichzeitig die besten Tracks dieser zweiten Hälfte darstellen. Hier wurde eindeutig Potential verschenkt!

Anspieltipps:

Hier solltet ihr euch auf jeden Fall “Hunted”, “Time”, “What About Me”, “Home”, sowie “World Inside my Head” näher zu Gemüte führen.

Fazit :

Schade, nach der bockstarken ersten Hälfte war man ganz klar auf Kurs und hätte eine ähnlich hohe Bewertung wie beim Vorgänger eingefahren! Dann lässt aber irgendwie die Songqualität nach und man bewegt sich eher im Standard bzw. Mittelfeldbereich. Zwar auch nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich komplett überzeugend, das letzte Bisschen fehlt halt einfach.
Das ist zwar auch ein bisschen meckern auf hohem Niveau, aber nach dem starken Vorgänger ist das denke ich mal auch erlaubt.
Trotz allem bekommen Fans der Band natürlich eine glasklare Kaufempfehlung mit an die Hand gegeben! Ein tolles zweites Album der Band.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Hunted
02. Time
03. What About Me
04. Home
05. Brave New World
06. Can‘t break me down
07. Resurrected
08. Vale of Shadows
09. World Inside my Head
10. My Farewell

Julian