RESIST THE OCEAN – Heart of the Oak

Band: Resist the Ocean
Album: Heart of the Oak
Spielzeit: 39:49 min
Stilrichtung: Metalcore
Plattenfirma: Bleeding Nose Records
Veröffentlichung: 28.04.2017
Homepage: www.facebook.com/ResistTheOcean

Und wieder eine neue Metalcore-Band, das ist so ziemlich der erste Gedanke, wenn man von RESIST THE OCEAN hört. Zum Glück bewahrheitet sich dieser Gedanke nicht, denn das Debüt der 2012 gegründeten Band lässt auf einiges hoffen. Die 5 Jungs aus Nürnberg sind dem geneigten Metalcore Fan letztes Jahr ins Blickfeld gesprungen, als sie 2016 Bandcontest Gewinner des Rockavaria Festivals in München wurden. Das Quintett hatte somit die einzigartige Chance, die Bühne mit Größen wie IGGY POP und IRON MAIDEN zu teilen. Das scheint die Band auch beflügelt zu haben, denn das Debütalbum „Heart of the Oak“ kann sich durchaus hören lassen. Um den Metalcore Einheitsbrei zu entkommen, gehen RESIST THE OCEAN gnadenlos back to the roots. Es wird auf Synthies, Streicher, ja sogar auf Klargesang verzichtet. Oldschool Metalcore ist angesagt und zwar durchgängig. Das Album geht mächtig nach vorn ohne an Tiefe zu verlieren. Es widmet sich kompromisslos den Wurzeln des Genres. Der Titeltrack „Heart oft he Oak“ wartet sogar mit Spoken Words auf, was sich erstaunlicherweise sehr harmonisch ins Gesamtbild einfügt. Für selbiges fungierte Metal-Urgestein Udo Dirkschneider beim Musikvideodreh mal eben als Co-Produzent und ist im Video sogar kurz zu sehen. Ein durchaus gelungenes Video, unbedingt mal reinschauen.
Obwohl seit den 90ern nicht mehr wegzudenken, verzichten RESIST THE OCEAN auf Klargesang und punkten mit einer passenden rauen und härteren Atmosphäre. Stimmlich absolut weit vorne, hapert es nur an manchen Stellen, was für ein Debüt allerdings absolut okay ist und dem Hörgenuss kein Abbruch tut.  
Schon der Opener „Oceanlung“ zeigt, wohin die Richtung geht. Er knallt mächtig rein und ist Wegbereiter für die nachfolgenden Brecher wie z.B. „Handcarved Coffins“, „Gilded Cage“ oder auch „Black Rust“ mit seiner exzellente Gitarrenarbeit. Es gibt keinen richtigen Durchhänger auf der Scheibe, die Jungs bieten, was sie versprechen (“marschierende Riffs, schmeichelnde Soli und deftige Breaks”).
Was noch fehlt, ist das ganz eigene Profil. Bei allem, was die Jungs nicht sein wollen, fehlt noch der klare Weg, wohin es gehen soll. Es gibt noch zuviele Wiederholungen in den Stücken, die eigene Persönlichkeit hat sich (noch) nicht komplett entwickelt. Aber das Debüt „Heart of the Oak“ lässt hoffen, dass die Band den eigenen Weg noch findet und nicht im Metalcore Nirgendwo verschwindet, wie so viele andere zuvor.   
RESIST THE OCEAN haben bereits mehr als 100 Gigs gespielt, Publikum und Presse sind gleichermaßen begeistert und feiern die Franken ab, wo es nur geht. Für eine noch jung Band bereits ein beachtlicher Erfolg. Und kleine Anekdote am Rande. Das Routing der aktuell laufenden Tour ist in Form eines Pentagramms geplant.


WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Oceanlung
02. Long Road Home
03. Cauterize
04. Heart Of The Oak
05. Ambers
06. Handcarved Coffins
07. Dreamwalker
08. Black Rust
09. The Last Of Our Kind
10. Gilded Cage
11. Gilded Cage (Acoustic)

Tanja

CRY EXCESS – Vision

Band: Cry Excess
Album: Vison
Spielzeit: ?? min
Stilrichtung: Metalcore
Plattenfirma: Bleeding Nose Records
Veröffentlichung: 24.03.2017
Homepage: www.facebook.com/cryexcess

Boooom, völligst weggeballert… Das ist der erste Eindruck beim Hören des neuen Albums von CRY EXCESS, man wird einfach nur umgehauen!!. Endlich mal wieder eine Metalcore Band, die man gerne hört, eine Band, die sich aus dem sehr stark umworbenen Genre hervorhebt. Die 5 Jungs aus Italien waren mir bisher kein Begriff, was definitiv ein Fehler ist. Schon bei den ersten Takten der neuen Scheibe wird man hellhörig, da die Band einfach anders klingt und sich dabei deutlich aus dem bekannten Metalcore Einheitsbrei hervorhebt. In ihrem neuesten Werk „Vision“ vermischt das Quintett aus Turin gekonnt Metalcore mit leichtem Elektro Sound und
brachiale Growls mit sanften Tönen, eine Mischung, die hier voll und ganz aufgeht. So startet der Opener und Titeltrack „Vision“ eher verhalten mit einer Linkin Park ähnlichen Einleitung um dann aber zügig die Bühne für die harten Riffs freizuräumen. Unbedingt reinziehen sollte man sich „Immortal“. Ein Song, der mit melodischen, aber schweren Gitarrenpassagen eine Tiefe aufweist, der – wie auch die Tracks "Survival" und "The Black Squad" – unter Beweis stellt, dass CRY EXCESS eine Kraft sind, mit der auch zu rechnen ist.

Und trotz oder gerader aufgrund ihrer Vergangenheit, die in den Stücken besungen, beschrien und bebrüllt wird, ist hier ein wunderbar geniales Album entstanden, das den Ansprüchen an das Genre mehr als gerecht wird. In den 10 knackigen Songs kotzen sich die Jungs regelrecht über all ihre Enttäuschungen, die raue Wirklichkeit, das Leben als solches aus. Und trotz vieler schlechter Erfahrungen, die die Band mehr als einmal heruntergezogen haben, kämpfen sie sich wieder nach oben. Allen Widrigkeiten zum Trotz werden die brachialen Growls und knallharten Riffs von versöhnlichen Tönen unterbrochen und drücken damit genau das aus, was die Band ausmacht, was sie zum Weitermachen bringt, wenn sie wieder durch einen Rückschlag aus der Bahn geworfen werden.

Und Rückschläge gab es schon einige. Innerhalb von zwei Jahren mussten drei Bassisten ersetzt werden, die Band verlor damit nicht nur Musiker, sondern auch Freunde, die wie Familienmitglieder waren. Sie wurden von falschen Versprechen von Promotern und Labels getäuscht und haben im Glauben an die Band einiges an Geld verloren. Und dennoch ist das Quintett seinen Weg gegangen und hat mit  Album Nummer 3 ein echtes Hammerteil hingelegt. Es macht einfach nur Spaß, zuzuhören. Man spürt förmlich die Energie, die Wut, die Enttäuschung, aber eben auch Hoffnung. Und ebendiese Mischung zusammen mit dem perfekten Zusammenspiel von Sänger Jason Vex mit seinen tiefen Growls und Drummer und Clean-Sänger Brian Nox mit seinen sanften Tönen macht das Album einfach nur ehrlich und ausdrucksstark.


WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Vision
02. Mess of me
03. Survival
04. Down 'n out
05. Detroit
06. The path
07. Immortal
08. Lost and alone
09. The black squad
10. Chase the sun

Tanja