MOTORJESUS – Hellbreaker

Band: Motorjesus
Album: Hellbreaker
Spielzeit: 44:26 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/motorjesus/

 

Die Rheinländer MOTORJESUS kommen mit einem neuen ernergiegeladenen Album zurück. Zum aktuellem TNT verteilendem Line-Up gehören Chris Birx am Mikro, Andy Peters und Patrick Wassenberg am Griffbrett, Dominik Kwasny am Bass und Adam Borosch am Schlagzeug.

Geboten wird eine explosive Mischung aus Hard Rock mit Highoktan-Groove Metal, AC DC auf XTC mit Metal Vibes kurz vor der explosion. Der Sound strotzt nur so vor Testosteron, so wie ein V8 Big Block vom Geiger Karl der einen Kleinwagen durch den Kühler schlotzt um diesen danach in Form eines Zauberwürfels aus dem Auspuff zu spuken. Wie pupertäre testosterongesteuerte Halbstarke, aber dennoch erwachsen genug, hauen einem M Riff um Riff um die Ohren, und machen bei all dem gewaltig Spaß.

“Drive Through Fire” macht den Anfang flott, ernergisch, geil, “Battlezone” keinen Deut schlechter. “Hellbreaker” genauso intensive wie die beiden Vorgänger, “Beyond The Grave” drosselt das Tempo ein fettes Highlight. Bei “Dead Rising” wird wieder mächtig Gas gegeben, bei “Car Wars” was für ein Nackenbrecher ein weiteres Highlight. “Firebreather” nimmt ein wenig Fahrt raus aber hart wie Kruppstahl auch wieder ein Highlight. “Lawgiver” von 0 auf 100 in einer Sekunde, “Black Hole Overload” das nächste Highlight im richtigen Tempo. “Back To The Bullet” fällt gegen die Vorgänger ein wenig ab, “The Outrun” ein entspanntes Instumental Outro – Jungs das hätte länger sein können.

Fazit:

So eine knappe dreiviertel Stunde ist vorbei, und ich muss an frisierte, laut röhrende Motoren denken die mit voller explosiver Gewalt aus ihren Auspuffrohren ballern und alles verputzen was ihnen vor den Kühler kommt. Jungs das ist ein Fettes Brett was ihr da auf die unschuldige Menschheit los lasst, aber nun zum Hauptteil des Fazits, ich vergegebe eine Bewertung von 9 Sternen für diesen Motoröl vernichtenden Sprengstoff.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Drive Trough Fire
02. Battlezone
03. Hellbreaker
04. Beyond The Grave
05. Dead Rising
06. Car Wars
07. Firebreather
08. Lawgiver
09. Black Hole Overload
10. Back To The Bullet
11. The Outrun

Balle

SCORGED – Scorged

Band: Scorged
Album: Scorged
Spielzeit: 44:53 min
Stilrichtung: Groove Metal
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 25.09.20
Homepage: www.facebook.com/scorged

Das beschauliche Saarland mit dessen Hauptstadt Saarbrücken ist nicht gerade für Wut und Aggression bekannt. Aber plötzlich stehen da SCORGED auf der Matte und bieten genau das. Anton Harth (b), Christian Mittermüller (d), Denis Horbach (v), Gabriel Rothley (g) und Jonas Schäfer (g) sind jung, wild und zornig. Extreme Metal ohne feste Regeln ist hier angesagt. Erst 2016 gegründet, hauen SCORGED über El Puerto Records nun ihr Debütalbum raus. Ob das was geworden ist, wird sich in den nächsten 45 Minuten herausstellen.

Oh wow, das für ein Brett gleich zu Beginn. Der Opener „Vengeance“ hat es in sich. Sofort fällt die Stimme mit ihrem gutturalen Gesang auf. „Black Crowned Enemy“ ist ein fieses Death Metal Stück, dass immer wieder mit Groove Passagen aufgefrischt wird. Erinnert mich an die Band Unleashed, fett. „Wasted“ überzeugt mit cleveren Tempowechseln, harten Bass- und Drumparts. In den „langsamen“ Abschnitten klingt es wie brutale Five Finger Death Punch, aber nur viel besser. Sirenengeheul und Schreie am Anfang bei „Hell Glows Hot“. Und die Hölle wird hier auch heraufbeschworen durch die tiefen Vocals, die wirklich sehr dominant sind. „Surveillance“ grooved richtig gut und baut sich langsam zu einem Death Metal Monster auf. Auch hier beweisen SCORGED wieder ein gutes Gespür beim Songwriting. Weiter geht’s mit „Oppressor“. Der Track fängt fast fröhlich an, entpuppt sich aber ganz schnell zu einer fiesen Blast Beat Nummer mit gelegentlichem Melodie Anteil. Ganz klar, live eine Granate. Oha, nun wird die Thrash Metal Keule auf „Malignant Psychosis“ ausgepackt. Der Drummer ist eine wahre Maschine und auch der Rest der Mannschaft spielt famos auf. „Deep Contempt“ ist der perfekte Song um mal am Sandsack seine ganze Wut rauszulassen. Extreme Energie, die hier auf einen niederprasselt, sehr gelungen. „Integrity“ ist trotz seiner hohen Geschwindigkeit seht rockig und groovig. Einige Parallelen zu Debauchery sind hier zu erkennen. Zum Ende hauen die Saarländer auf „Materialism“ nochmal alles raus. Harte fiese Vocals, tiefer Bass, treibende Gitarren und wuchtige Drums lassen das Herz höher schlagen. Ich wiederhole mich gerne: der letzte Song muss knallen und zwar genauso wie hier.

Fazit: Extreme Metal von einer extrem talentierten Band. Hier wird die junge Fraktion genauso ihre Freude haben, wie die Old School Death Metal Fans. Besonders der Gesang hat es mir angetan. Aber auch die Instrumental Abteilung ist bärenstark. Und dafür gibt es verdiente 9 Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Vengeance
02. Black Crowned Enemy
03. Wasted
04. Hell Glows Hot
05. Surveillance
06. Oppressor
07. Maligant Psychosis
08. Deep Contempt
09. Integrity
10. Materialism

Sturmi

DIESEL MACHINE – Evolve

Band: Diesel Machine
Album: Evolve
Spielzeit: 38:40 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 21.08.2020
Homepage: www.facebook.com/dieselmachineband/

 

Da gibt es einfach nur ein „Wow!“. Dass man manchmal ein paar Jahre auf ein zweites Album warten muss, ist ja nicht unbedingt ungewöhnlich. Aber dass es wie bei DIESEL MACHINE dann doch 20 Jahre werden, ist zum Glück eher selten. Oder steigert jedes Jahr, jedes Jahrzehnt die Qualität? Dann wäre das hier jetzt ein Meisterwerk, oder nicht?
Doch erstmal zurück zum Anfang. Mitte der 90er Jahre gründete sich DIESEL MACHINE aus den ehemaligen Mitgliedern der L.A. Bands WORLD IN PAIN und ELEVENTH HOUR. Im Jahr 2000 folgte dann endlich das Debütalbum „Torture Test“, welches Fans und Kritiker gleichermaßen begeisterte. Vergleiche mit den Szenegrößen PANTERA, MACHINE HEAD oder CROWBAR sind damals wie heute nicht ungewöhnlich. Der harte Groove Metal der Band, bestehend aus Fronter AJ Cavalier, Patrick Lachmann (Gitarre), Rich Gonzales (Bass) und Shane Gaalaas (Drums), hat nach wie vor nichts an Energie und Spritzigkeit verloren. Kein Wunder, dass „Torture Test“ nach wie vor Kultstatus hat.
Der Rest ist dann mehr oder weniger traurige Geschichte. Noch während der Arbeiten am zweiten Album erlitt Tieftöner Rich Gonzales einen beinahe tödlichen Unfall, der ihn für vier Monate ins Krankenhaus brachte. DIESEL MACHNE wurde für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt und die Bandmitglieder gingen ihrer Wege. Lachmann, damals auch der Gitarrist von (Rob) Halford, wurde Sänger des vielversprechenden aber kurzlebigen Pantera-Spinoffs „Damageplan“ und gründete später mit Mitgliedern von „Fear Factory“ die Bands „The Mercy Clinic“ und „Burn It All.“ Cavalier gründete „One Percent Soul“ und wurde zudem als Frontmann bei „Soil“ engagiert. Gaalaas arbeite mit den japanischen Superstars „B’z“ sowie mit der Prog-Metal-Formation „Cosmosquad“. Schließlich fand auch Gonzales zurück zur Musik.
Zum Glück haben die Jungs über die Jahre hinweg aber immer wieder Kontakt gehalten und DIESEL MACHINE wurde vom Eis ans lodernde Feuer zurückgeholt. Schließlich nahm auch der „Torture Test“-Nachfolger langsam aber zielstrebig Gestalt an. Für Mix und Mastering wurde dann noch kein geringerer als Chris Collier (KORN, PRONG, FLOTSAM & JETSAM) hinzugezogen, um „Evolve“ den letzten Schliff zu geben.
Und das lange Warten hat sich gelohnt! „Evolve“ erfüllt alle Wünsche an harten Groove Metal. Kompromisslos, extrem mit messerscharfen Riffs und Hammer-Rhythmen. Dazu der schwere, aber saubere und leicht an MACHINE HEAD erinnernde Gesang von AJ Cavalier zeigen eine Band in bester Spiellaune, denen man die lange Pause nur an der Weiterentwicklung („Evolve“ 😉) anhört. Obwohl immer noch dem Groove Metal zuzuordnen, hat die Band ihr musikalisches Repertoire deutlich erweitert. Auf „Evolve“ finden sich die prägenden Einflüsse aus Hardcore, Alternative Metal, Nu-Metal und ganz viel Groove.
Schon der kraftvolle Opener „Death March“ bietet einen aufregenden Einstieg ins Album, welcher durch die nachfolgenden Songs nur noch verstärkt wird. DIESEL MACHINE hauen hier einen Hammersong nach dem anderen raus und für mich als Metalkind der 90er ist es eine wahre Freude, den qualitativ extrem geilen Riffs von Lachmann oder den perfekt eingesetzten Tönen von Cavalier zu lauschen. Klar, stellenweise klingt es doch sehr nostalgisch, aber fette Sound, das Können der einzelnen Bandmitglieder und die musikalische Bandbreite der Jungs ist einfach eine Klasse für sich und machen „Evolve“ zu einem echten Hörerlebnis. Wer hier nicht (in positivem Sinne) ausrastet, hat im Metal nichts verloren. DIESEL MACHINE zeigen auch nach langen 20 Jahren, was sie draufhaben und machen mit der Abrissbirne mal eben Kleinholz und das ist auch gut so. Für mich fette 9,5 Sterne wert, ein klein bisschen Luft nach oben muss ja noch sein.

Anspieltipps: Death March, Shut It, Evolve

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Death March
02. React
03. Exit Wound
04. Ounce Of Strength
05. Shut It
06. Cynical
07. Judgement
08. Evolve
09. Nothing Left
10. I’m Insane
11. Anger Within

Tänski

Feel the music: Shut It von Diesel Machine

 

LEFUTRAY – Human Delusions

Band: Lefutray
Album: Human Delusions
Spielzeit: 41:01 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 24.05.2019
Homepage: www.lefutray.cl

Wer denkt, das Leben in Südamerika wäre beschaulich, ruhig, eben südländisch chillig, wird von LEFUTRAY deutlich eines Besseren belehrt. Die Jungs aus Chile zeigen mit ihrem 4. Studioalbum deutlich, was es heißt in Südamerika zu leben und aufzuwachsen. „Human Delusions“ beschreibt auf eindringliche Weise, wie schizophren und erdrückend die südamerikanische Realität ist. Zum 4. Mal erheben LEFUTRAY die Fäuste gegen Gewalt, Ungleichheit und politische Korruption. Und das mit ordentlich Wumms, hart und schnell. Kein Wunder, kommt der Name „LEFUTRAY“ doch auch aus dem Mapudungun, der Sprache der Mapuche (ein indigenes Volk aus Chile/Argentinien) und bedeutet so viel wie „Fast Sound“. Und den „Fast Sound“ hat das Quartett aus Santiago de Chile allemal drauf. 9 harte Tracks bei knappen 40 Minuten Spielzeit, das kann den Kopf ordentlich durchschütteln. Ochsengekloppe, wie meine Redaktionskollegen diese Art der Musik manchmal mehr, manchmal weniger liebevoll nennen.
Schon der Opener „The Wrath“ knüppelt ordentlich los und zeigt, wohin die Reise geht. Yonattan Munoz an den Drums haut gehörig rein, dazu die harte Gitarre von Christian Olivares – der ganz nebenbei auch für die Produktion zuständig ist – ergänzt um Bassist Miguel Hernandes und Shouter Juan Vejar, der mit seiner rauen Stimme die Runde komplettiert. Ein geniales gutes Thrash-Quartett, das auch in den nächsten Songs nichts an Geschwindigkeit verliert.
Bei „The Wolves“ höre ich ein paar Anleihen an die frühen Sepultura heraus, aber nur leicht, dann geht es direkt mit der LEFUTRAY-Art weiter. „The Wolves“ ist ein Thrash-Groove-Metal Song vom Feinsten, für mich einer der stärksten Songs auf „Human Delusion“.
„The Wires“ startet mit leisen Drums, die sich kontinuierlich in ein Thrash Feuerwerk steigern. Diese Intensität verlässt „Human Delusions“ auch bei den nachfolgenden Stücken nicht. „Wild“ startet direkt mit einen thrashigen Intro, während „Labyrinth“ einen eher verschnörkelten Pfad geht. Abwechslung ist auf alle Fälle geboten, hier versinkt kein Song im Thrash-Metal Einheitsbrei. Im Gegenteil, die Chilenen verstehen ihr Handwerk.
Mit „The Mirage“ haben LEFUTRAY ihrem 4. Studioalbum einen würdigen (Instrumental-)Abschluss bereitet. Mit düsteren Drums und schweren Gitarren nehmen wir nach 9 Songs Abschied von den „Human Delusions“ in Südamerika und ich hoffe, ich höre noch mehr von der Band. Die Reise, auf die uns die 2005 gegründete Band geschickt hat, ist Metal vom Feinsten. Mit ihren wuchtigen Gitarren, hämmernde Drums und den dominanten Bässen sollte das Quartett nun auch endlich Europa erobern. Dennoch ist Luft nach oben, LEFUTRAY haben ihr Potenzial noch nicht völlig abgeschöpft, ich bin gespannt, was noch alles kommt. Dennoch gilt, ein Geheimtipp ist LEFUTRAY mit „Human Delusions“ definitiv nicht mehr.

WERTUNG: 

 

 

Trackliste:

01. The Wrath
02. The Wolves
03. Wires
04. The Mist
05. Wild
06. Labyrinth
07. The Waiting
08. New Blood
09. The Mirage

Tänski