TALENTSCHMIEDE: KING ERN

Band:
King Ern

Gegründet:
Mai 2019

Herkunft:
Berlin

Mitglieder:
Daniel (Guitar/Composer)
Figo (Vocals/Lyrics)
George (Live-Bass)
Viviana (Live-Drums)
Sven (Live-Gitarre)

Figo: Was Studio-Aufnahmen und Live-Konzerte angeht besteht ein Unterschied, hat mit der Gründung zu tun. Also, bei Studio-Aufnahmen spielt Daniel alle Gitarren und den Bass ein, und ich Gesang.
An den Drums auf unserer Debüt-EP „No Rush“ und der Single „Drop“ saß Paul Knox, bei den Singles „Painkiller“ und „What A Firm Grip Of Dreams“ Viviana.
Bei Live Shows an der Rhythmusgitarre ist Sven, Bass spielt George von der britischen Metalband THE BLACK HOUNDS, Drums macht Viviana.
Daniel spielt Lead Guitar und ich bin am Mic logischerweise.

Stil:
Figo: Thrash-Metalcore kam mir in den Sinn, selbst habe ich mir nie Gedanken gemacht, welche Sparte wir bedienen. Zumindest ist es für uns kein Thema, doch wenn gefragt wird, dann sage ich immer es ist Thrash-Metalcore anstatt „harte Musik“.

Daniel: Es fällt mir schwer, unsere Musik eindeutig einem bestimmten Stil zuzuordnen, da wir viele unterschiedliche Einflüsse und Stilrichtungen miteinander verbinden. Grundsätzlich bewegen wir uns im Metal-Genre. Im Gesang lassen sich jedoch klare Hardcore-Elemente erkennen, während die Kompositionen Einflüsse aus Thrash Metal und Groove Metal aufgreifen. Darüber hinaus integrieren wir auch einzelne moderne Elemente, etwa aus dem Metalcore.

Veröffentlichungen:
Juli 2023: „No Rush“ (Debüt-EP)
Juni 2024: „Drop“ (Single)
Juli 2025: „Painkiller“ (Single)
Dezember: 2025 „What A Firm Grip Of Dreams“ feat. Black Marine (Single)

Juli 2022: Collaboration Song „Out Of The Norm“: SIMMI THE PROFIT (US Hip-Pop) meets KING ERN (Thrash-Metalcore) meets KURNEL MC (New Zealand Rap)

Einflüsse:
Figo: Da ich keine Songs komponiere sondern die Texte schreibe und singe, habe ich keine Einflüsse, das heißt, ich habe keine Sänger als Vorbild, was unsere Musik angeht. Ich mache mein Ding, möchte auch niemanden kopieren, denn meine Fähigkeiten als Sänger sind zu begrenzt, um bei irgendwem was abzugucken. Sicherlich liegen meine Wurzeln im Hardcore-Punk; Bands wie JUDGE, SPERMBIRDS, THE ACCÜSED usw., aber auch Bands wie OI POLLOI, CONFLICT, NO MEANS NO, MINOR THREAT und DEPECHE MODE. Das hat aber keinen Einfluss auf mich, was KING ERN angeht.

Daniel: Meine Beziehung zum Metal begann mit METALLICA. Ihre Musik empfand ich als unglaublich energetisch und faszinierend – sie hat mich letztlich dazu inspiriert, selbst zur Gitarre zu greifen und spielen zu lernen.
Danach entdeckte ich natürlich weitere Klassiker wie MEGADETH und SLAYER. Mit der Zeit fand ich jedoch auch Zugang zu härteren Klängen, etwa zu GOJIRA, sowie zu modernem Metalcore – zum Beispiel zu meiner Lieblingsband dieses Genres, ARCHITECTS.
Ich denke, jede dieser Bands ist auf ihre eigene Weise in der Lage, außergewöhnliche Musik zu komponieren, und ihre Songs inspirieren mich bis heute jeden Tag.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Figo: Sicherlich gute Songs zu schreiben, die nicht nur uns begeistern sollen, sondern auch die Zuhörer. Hört sich flach an, doch für mich ist es wichtig, dass die Songs die Leute begeistern. Dass uns die Songs Freude bereiten, liegt auf der Hand.

Daniel: In den nächsten fünf Jahren möchten wir kontinuierlich neue Musik veröffentlichen, möglichst viele Live-Shows spielen und unsere KING-ERN-Familie weiter vergrößern.
Mit jeder neuen Veröffentlichung setzen wir uns das Ziel, die Qualität weiter zu steigern und uns sowohl musikalisch als auch als Band weiterzuentwickeln. Ich hoffe, dass wir in fünf Jahren deutlich reifer, professioneller und kreativer sein werden – in der Lage, noch bessere Musik zu komponieren und unseren eigenen Stil konsequent weiter auszubauen.

Was als nächstes kommt:
Figo: Neue Songs selbstverständlich. Bin selbst immer gespannt was noch kommt.

Daniel: Als Nächstes kommt neue, härtere Musik – jedoch mit klarem KING-ERN-Charakter. Uns ist wichtig, dass man unsere Handschrift trotz Weiterentwicklung immer wiedererkennt.
Wir arbeiten kontinuierlich an neuem Material. Aktuell bereiten wir einen Song vor, der klanglich neue Wege geht – mit einem Sound, den man so von uns bisher noch nicht gehört hat.

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Figo: Dafür sind wir noch zu frisch dabei. Bisher spielten wir nur zwei Shows, den Debüt-Gig in England und dann als Opening Act für SKINLAB in Berlin.

Unser peinlichster Moment:
Figo: Gibt’s nicht.

Daniel: Unser peinlichster Moment ist vielleicht weniger eine konkrete Situation auf der Bühne, sondern eher etwas Persönliches: Ich zweifle oft an meiner eigenen musikalischen Entwicklung. Ich strebe ständig nach besseren Riffs, stärkeren Melodien und einem noch überzeugenderen Sound.
Durch diese starke Selbstkritik fällt es mir manchmal schwer, wirklich stolz auf das zu sein, was wir bereits erreicht haben. Dieser innere, spontane Kampf mit mir selbst ist etwas, das immer wieder auftaucht – und wahrscheinlich auch immer ein Teil meines künstlerischen Weges bleiben wird.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Figo: Ich habe schon mit vielen Bands (groß und klein) getrunken, hat mich nicht weitergebracht haha.

Daniel: Am liebsten würde ich mit all unseren Freunden und der gesamten KING-ERN-Familie ein oder gleich zehn Bierchen trinken – mit allen, die uns unterstützen und begleiten.
Mein Traum wäre natürlich, einmal ein Bier mit meinen Idolen zu trinken, etwa METALLICA, GOJIRA oder ARCHITECTS. Einfach Zeit mit Menschen zu verbringen, die so viel erreicht haben, empfinde ich als unglaublich inspirierend und aufregend.

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Figo: Da gibt es eine Menge, doch mich würde eher interessieren, mit welcher Band ich danach nicht nochmal auf Tour gehen möchte.

Daniel: Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürften, könnte ich natürlich wieder meine Idole nennen. Praktisch gesehen ist das aber nicht so einfach. Eine Tour mit KING ERN ist für viele Bands wahrscheinlich schwer vorstellbar, da unser Stil sehr unkonventionell ist und es mir schwerfällt, genau zu sagen, zu welcher Band unser Sound passen würde.
Aufgrund meiner Selbstkritik fällt es mir zudem schwer, so narzisstisch zu sein, um ernsthaft einen konkreten Namen zu nennen.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Figo: Oh man, keine Ahnung wie ich das beantworten soll.

Daniel: Das Beste daran, in einer Band zu spielen, ist für mich die Zusammenarbeit mit den Bandmitgliedern – also mit Freunden. Das macht einfach unglaublich viel Spaß. Dieser Spaß ist etwas, das viele oft vergessen. Für mich ist fast jeder Aspekt von KING ERN zwar eine Herausforderung, aber zugleich bereitet es mir riesige Freude, ein Teil dieser Band zu sein.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Figo: Sobald ich das Gefühl habe, es ist schlimm, dann ist es Zeit zu gehen – oder die Person, die das Gefühl verursacht, muss gehen.

Daniel: Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen, ist für mich die Verletzlichkeit, die damit einhergeht, sich künstlerisch auszudrücken. Dazu kommt das ständige Streben nach Perfektion und die Angst, diejenigen zu enttäuschen, die uns unterstützen.
Außerdem fürchte ich, dabei nie authentisch zu sein, während ich versuche, Trends oder modische Strömungen zu verfolgen. Das sind die größten Herausforderungen, mit denen ich immer wieder kämpfe.

Online:
Facebook: www.facebook.com/KingErnBand

Musik:
Hyperfollow: www.hyperfollow.com/KingErn
Spotify: www.open.spotify.com/artist/7n6sS0SoZyrSz9Wx1cvL4U
Youtube: www.youtube.com/@KingErnBand

 

MACHINE HEAD – UNATØNED

Trackliste:

01. Landscape øf Thørns
02. Atømic Revelatiøns
03. Unbøund
04. Øutsider
05. Nøt løng før this Wørld
06. These Scars wøn’t define us
07. Dustmaker
08. Bønescaper
09. Addicted tø Pain
10. Bleeding me dry
11. Shards øf Shattered Dreams
12. Scøorn

Spielzeit: 41:49 min – Genre: Groove Metal, Nu Metal, Thrash Metal – Label: Nuclear Blast Records – : 25.04.2025 – Page: www.facebook.com/MachineHead

 

MACHINE HEAD sind wieder da und hauen mit „Unatøned“ ihr mittlerweiles 11. Studioalbum in 33 Jahren raus. Eine lange und für Fans auch manchmal sehr harte Zeit. Doch auch trotz ihrer Auf und Abs (oder gerade deswegen) schaffen es MACHINE HEAD ihre Fans immer wieder zu verstören. Im positiven wie negativen Sinne. So wird auch „Unatøned“ seine Spuren hinterlassen und nicht jeder wird das Album so positiv wie ich aufnehmen.
Bereits die Anfänge der Band haben irgendwie polarisiert. Bereits 1991 im mehr oder weniger beschaulichen Oakland, Kalifornien gegründet, ist die Band aufgefallen. Irgendwie kein richtiger Thrash, irgendwie doch (also Neo-Thrash), irgendwie geil und irgendwie auch nicht. Dennoch konnte bereits das Debüt „Burn my Eyes“ die Kritiker überzeugen und seitdem ist die MACHINE HEAD Fangemeinde stetig angewachsen. Nach dem kontrovers aufgenommenen Album „Catharsis“ und personellen Umbrüchen bewiesen MACHINE HEAD mit „Øf Kingdøm And Crøwn“ omeback-Qualitäten. „Unatøned“ führt diese Entwicklung auf geniale (und typische) MACHINE HEAD-Manier weiter. Kein Konzeptalbum, aber fokussiert, kompromisslos und äußerst, wirklich äußerst kompakt. 42 Minuten sind schon echt kurz für die Band, was ein klein wenig schade ist.
Obwohl der Ursprung der Band eher im klassischen Thrash Metal angesiedelt ist, schaffen es MACHINE HEAD auch hier wieder mit Modern Metal Einschlägen, viel Abwechslung und atmosphärisch dichter Umsetzung zu überzeugen. Hier dürften sich sowohl Fans als auch Neulinge (denen ich „Unatøned“ wärmstens empfehle) abholen und glücklich machen.
Mit ihrem 11. Album zeigen die Jungs eine wirklich sehr breite Palette ihres Könnens. Neben dem bekannt aggressiven Thrash kommen auch hier wieder Industrial- und Nu-Metal-Passagen zum Zuge, die ihren Spagat zwischen Härte und Atmosphäre wunderbar meistern. Herrlich, dem zuzuhören.
Auch auf „Unatøned“ wird wieder mit einigen Retro-Elementen gespielt, aber diese klingen zeitgemäß und werden von der echt gelungenen Produktion perfekt unterstützt. Hier gibt es kein Schischi, sondern echtes MACHINE HEAD Feeling auf hohem Niveau.
Besonders an Herz legen möchte ich den Fans (und Neulingen natürlich) die Tracks „Atømic Revelatiøns“, „These Scars wøn’t define us“, „Bønescaper“ oder auch „Unbøund“, die irgendwie herausstechen und die Vielseitigkeit der Band zeigen. Zwischen brachial, groovig oder mitreißend melodisch ist alles vorhanden, was das Metalherz höher schlagen lässt. Auch die Gastbeiträge von u.a. Cristina Scabbia und Anders Fridén setzen kleine schöne Akzente. Kleiner Hinweis für Anders Fridèn: So geht Metal und nicht das, was du da gerade mit IN FLAMES produzierst.
Als Fazit bleibt mir jetzt nur noch zu sagen, „Unatøned“ ist ein wirklich geil starkes und modernes Metal-Album geworden. Es fehlt nicht an Tiefe und Power und ist kein 08/15 dahingehuddeltes Thrash Geschrammel. Es strotzt nur so von Energie und kann mit seinen vielen Facetten (wieder mal) überzeugen. Ein Muss für Fans und solche, die es noch werden wollen. Einzig die nervige Schreibweise der durchgestrichenen „O“s könnte nochmal überdacht werden… Aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt und so schicke ich mal starke 9 Sterne über den großen Teich nach Kalifornien. Vielen Dank Robb Flynn, vielen Dank MACHINE HEAD.

Tänski

 

UNCIRCLE – Via Dolorosa

Trackliste:

01. Via Dolorosa
02. Social Death Works
03. #JeSuis
04. Behind The Smile (feat. Christoph Wieczorek of Annisokay)
05. Checkpoint
06. Feeling Something
07. Shining Sky
08. The Realm
09. Sand Dude
10. The Ranks

Spielzeit: 35:09 min – Genre: Metalcore – Label: Bleeding Noise Records – : 08.12.2023 – Page: www.facebook.com/uncircle.metal

 

 

UNCIRCLE? Ist euch vielleicht als CIRCLE OF EXECUTION eher ein Begriff. Und wenn nicht, dann bleiben euch die Schweizer spätestens nach dem UNCIRCLE-Debüt „Via Dolorosa“ im Gedächtnis. Wobei Debüt sich nur auf den neuen Bandnamen bezieht, als CIRCLE OF EXECUTION haben die Jungs bereits „Versatile“ (2017) und „The Trial“ (2020) rausgehauen und die Metalcore-Szene damit bereits mehr als entzückt. Nun kommt mit „Via Dolorosa“ Album #3 als UNCIRCLE. Die Namensänderung hat den einfach Hintergrund, dass laut Gitarrist Kevin Berra der alte Name einfach nicht mehr passte. Neuer Name, neue Musik aber im alten Stil. Und der ist genau nach meinem Geschmack. Laut, brachial, metalcorig aber mit einem kleinen Hang zum Deathcore (Yeeeeeah). Es wird gegrowlt, gescreamt, geshoutet, zwischendurch gibt es immer mal wieder wohldosierte Clean Vocals und sicke Breakdowns (noch ein Yeeeeeeah dafür). Das ballert alles ganz ordentlich rein, „Via Dolorosa“ macht keine Gefangenen. Wer schonmal in die Singleauskopplungen reingehört hat, versteht, was ich meine. Schon mit der ersten Single „Social Death Works“ wird die Messlatte ordentlich hoch gehängt. Der Song verpackt die Social Media-Sucht nach Anerkennung und noch mehr Klicks in knallharte Riffs und reißende Breakdowns. Wow! Auch die zweite Single „Feeling Something“ eine emotionale Reise zwischen Schmerz und Melancholie ist ein richtiges Brett und drückt aus, was viele fühlen. Mega. Und da bekanntlich aller guten Dinge drei sind, gibt es mit „Checkpoint“ auch Single #3. Wie der Titel schon verrät, öffnet „Checkpoint“ die Tür in eine düstere Welt, in der es immer noch Hoffnung gibt. Purer Metal in purem Stahl verpackt. Davon weicht auch die letzte Single „Shining Sky“ kein bisschen von ab. Und irgendwie ist jeder der 10 Songs ein Highlight. In den 35 Minuten legen UNCIRCLE alles, was an Wut, Zorn, Verzweiflung, Leidenschaft und Hoffnung da ist, in ihr Album „Via Dolorosa“, der Kreuzweg. Ein durchaus passender Name für das dritte Album einer Band, die auch den Weg einer Umbenennung gegangen ist. Was Florent (v.), Cédrick (g.), Jonas (d.), Kevin (g.) und Alex (b.) mit „Via Dolorosa“ auf die Beine gestellt haben, ist ein richtig geiles Teil geworden. Freunde früher PARKWAY DRIVE, BURY TOMORROW, BREAKDOWN OF SANITY sind bei UNCIRCLE mehr als richtig gelandet. Weichgespülten Kram gibt es woanders, aber nicht bei den Schweizern. Hier ist alles so, wie man es sich in dem Genre wünscht und sogar noch ein bisschen mehr. Für mich ist „Via Dolorosa“ von UNCIRCLE ein perfektes Weihnachtsgeschenk für alle Freunde guten und harten Metalcores, die sich auch über ein paar Stilbrüche freuen. Wir alle brauchen etwas mehr „blegh“ in unserem Leben, daher Chapeu meine Herren und danke für das tolle Album.

Tänski

Unbedingt reinhören!!

 

RAGE BEHIND – Eminence Or Disgrace

Trackliste:

01. Eminence Or Disgrace
02. Eye For An Eye
03. Genesis
04. Season Of Blood
05. Through Wrath
06. Dictated Freedom
07. The Blind
08. Hourglass And Revenge
09. Don’t Break
10. Worldwide Hostility
11. The Reign
12. The Hands Of Revenge.

Spielzeit: 49:03 min – Genre: Groove Metal/Metalcore – Label: Atomic Fire – : 08.12.2023 – Page: www.facebook.com/ragebehindofficial

 

Wenn man auf der Suche nach neuer Musik ist, ist es natürlich äußerst praktisch, für ein kleines feines Online-Musik-Magazin zu schreiben. Hier stolpert man dann und wann über ein paar Schätze, die sonst vielleicht übersehen werden. RAGE BEHIND ist so ein Schatz…
Da ich ja sowieso der Meinung bin, dass alles europäische in Richtung Metalcore oder Groove Metal noch nen Ticken geiler als die häufig weichgespülte US-Variante ist, passt es natürlich, dass RAGE BEHIND aus Frankreich kommen. Europäischer geht es ja schon gar nicht mehr. Und das hört man irgendwie auch.
RAGE BEHIND ist ein Zusammenschluss bereits versierter Musiker ist, hört man dem Album an. Neben Fronter Vitali Lukas verfeinern die Gitarreros Jerry Ho und Max Liva mit Basser Stan Morgan und Edward Vale an den Drums den Sound der Band. „Eminence Or Disgrace“ ist sehr professionell gehalten und die ungestüme Art so mancher Erstlingswerke fehlt hier etwas. Das ist einerseits schade, weil jugendliche Frische immer was schönes ist, andererseits ist „Eminence Or Disgrace“ aber auch einfach ein geiles Teil, was es zu einem echten Hörgenuss macht.
Die Jungs singen englisch, was meinen mangelnden Französisch-Kenntnissen absolut entgegenkommt. Aber ein oder zwei Songs in wütend-brachialem französisch wären sicher auch eine interessante Abwechslung. Im Netz ist von den Franzosen auch noch nicht viel zu finden, aber das sollte sich mit dem Album „Eminence Or Disgrace“ ganz schnell ändern.
Die Musik ist agressiv, leidenschaftlich und zeigt die Missstände der Welt in einer brachialen aber klaren und direkten Art. Die Stücke sind abwechslungsreich gestaltet und überzeugen mit geilem Riffing und brüllendem Gesang. Man hört die Wut und Verzweiflung in jedem Track und fühlt die totale Energie der Band. Die Jungs mögen sich zwar hinter Masken verstecken, die Botschaft wird auf alle Fälle deutlich!
Erste Tour- und Live-Erfahrung konnte die Band auch schon sammeln, und zwar mit so namhaften Bands wie HEAVEN SHALL BURN, PROTEST THE HERO oder auch BETWEEN THE BURIED AND ME. Live müssen RAGE BEHIND ein echtes Erlebnis sein und ich hoffe, ich habe die Gelegenheit dazu.
Ich bin schwer begeistert von „Eminence Or Disgrace“ und kann hier nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. Das Album wird jedem Fan des Genres (und allen anderen) eine wahre Freude sein

 

Tänski

Check this out:

 

 

 

 

 

 

STATE OF DECEIT – Stalked By Daemons

Trackliste:

01. Endure My Fate
02. Demi-God
03. Stalked By Daemons, Guarded By Angels
04. Hate Within
05. Withered
06. Mark Of The Whale
07. Scorched
08. Suffer ME
09. At What Cost
10. Digital tattoo

 

Spielzeit: 41:06 min – Genre: Metalcore – Label: Eclipse Records – : 13.10.2023 – Page: www.facebook.com/StateofDeceit

 

STATE OF DECEIT sagen euch nichts? Na, damit seid ihr nicht allein, ich hatte die Combo aus Südwales auch nicht auf dem Schirm. Aber die Jungs zu übersehen bzw. zu überhören dürfte nach dem Debüt „Stalked By Daemons“ nicht mehr möglich sein. Die Band wurde erst im Jahr 2019 von Gitarrist Jonathan Russel gegründet, im Gründungsjahr kam dann schon direkt die EP „Retribution“ auf den Markt, die allerdings komplett an mir vorbei gegangen ist.
Die Zeit der Pandemie haben die Waliser dann sehr zielgerichtet genutzt und hart am Debüt „Stalked By Daemons“ gearbeitet. Und die harte Arbeit hat sich gelohnt. Zusammen mit seinen Bandkollegen Peter Scammel (v.), Gareth Jones (g.), Davide Santini (b.) und Matthew Toner (d.) hat Jon Russel mit „Stalked By Daemons“ ein beachtliches Werk rausgehauen, das kaum Wünsche offen lässt.
Schon der Einstieg mit „Endure My Fate“ fordert einen regelrecht zum bangen auf. Thrashige Riffs mit gutturalem Groove legen mit dem Opener die Messlaste schon recht hoch. Doch auch der zweite Track (und die dritte Single) „Demi-God“ lassen einen ganz und gar nicht im Regen stehen. Kompromisslos mit einer Mischung aus groovigen Gitarren und kehligem Gebrüll machen STATE OF DECEIT deutlich, dass es kein Zurück mehr gibt. Die erste Singleauskopplung „Stalked By Daemons, Guarded By Angels“ schlägt einen etwas metalcorerigen Weg ein. Dabei ist auch die Liebe zu TRIVIUM deutlich zu hören, was dem Song aber mal so richtig gut steht.
In eine ganz andere Richtung geht „Hate Within“. Mit leicht melancholischen Einschlag startet der Track um dann brachial in den heavy-Teil des Songs zu wechseln. Der Übergang hätte durchaus etwas kraftvoller sein können, dennoch ein starker Song, der mit seinem leicht epischen Einschlag zu überzeugen weiß.
Und auf wirklich gutem Niveau geht es weiter. Insgesamt gibt es nicht viel zu meckern. Die 10 Songs zeigen in den knapp 41 Minuten Spielzeit alles, was in STATE OF DECEIT stecken. Ein starkes Debüt, das viel Lust auf mehr macht. Die Waliser wissen, wohin ihre Reise gehen soll und machen auf dem Weg dahin keine Gefangenen. Brachial, groovig, thrashig, alles in einem. Die Einflüsse von TRIVIUM, PANTERA, KILLSWITCH ENGAGE oder auch MACHIN HEAD sind deutlich zu hören, ohne dass STATE OF DECEIT sich darin verlieren und nur eine billige Kopie der „großen“ Bands sind. Ich bin mir sicher, die Jungs werden ihren Weg gehen und sich ihren Platz in der harten Welt erobern. „Stalked By Daemons“ von STATE OF DECEIT sind eine absolute Kaufempfehlung für alle Fans harten groovigen Metals. Auch wenn noch paar kleine Stellschrauben gesetzt werden könnten, zeigt das Debüt der Band schon jetzt deutlich ihr Potenzial. Starke Band, starke Musik, starkes Teil.

Tänski

 

 

 

 

MACHINE HEAD – ØF KINGDØM AND CRØWN

Trackliste:

01. Slaughter The Martyr
02. ChØKe ØN The Ashes ØF YØUr Hate
03. BecØMe The FirestØRm
04. ØVerdØSe
05. My Hands Are Empty
06. UnhallØWed
07. Assimilate
08. Kill Thy Enemies
09. NØ GØDs, NØ Masters
10. BlØØDshØT
11. RØTten
12. Terminus
13. ArrØWs In WØRds FrØM The Sky.

Spielzeit: 59:22 min – Genre: Metal – Label: Nuclear Blast – : 26.08.2022 – Page: www.facebook.com/MachineHead

 

Vor vier Jahren haben MACHINE HEAD mit „Catharsis“ das wohl umstrittenste Album ihrer Musikgeschichte rausgehauen. „Catharsis“ hat damals nicht nur einen Großteil der Fangemeinde verstört, sondern auch die Band selbst auseinandergetrieben. Schlagzeuger Dace McClain und Gitarrist Phil Demmel verließen kurz nach der Veröffentlichung die Band und nicht nur ich, sondern die ganze Metalwelt hatte Angst, dass sich Robb Flynn und MACHINE HEAD davon nicht mehr erholen. Dass es so ausufern würde, hätte ich damals nicht gedacht. Mir persönlich gefällt „Catharsis“ supergut und als überzeugter NuMetal Fan konnte ich nicht anders, als Robb Flynn dafür ein äußerst gutes Zeugnis auszustellen (www.rock-garage.com/machine-head-catharsis/).
Mit „Øf Kingdøm And Crøwn“ haben sich MACHINE HEAD wieder auf ihre ganz alten Zeiten zurückbesonnen und zeigen sich in der neuen Besetzung mit Robb Flynn (v./g.), Waclaw “Vogg” Kieltyka (g./ ehem. DECAPITATED), Jared MacEachern (b.) und Matt Alston (d.) spielfreudig wie eh und je.
Auch die große Stärke der Band, die ultralangen Stücke, fehlen auf „Of Kingdom And Cown“ nicht. Direkt zu Anfang erfreut uns das über 10-minütige „Slaughter The Martyr“, welches atmosphärisch dicht beginnt um sich dann langsam aufbauend in ein wahres Riffgewitter zu verwandeln. Ein klasse Start in die neue Ära. Und als würde das nicht schon jedes Herz höher schlagen lassen, ballert einem der nächste Track „Choke On The Ashes Of Your Hate“ in bester „Burn My Eyes“-Manier um die Ohren. Verschnaufpause Fehlanzeige.
Die Jungs lassen auch bei „Become The Firestorm“ kein bisschen nach. Vogg und Alston treiben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an, dass es ein wahrer Genuss ist. Ob sich das in der alten Besetzung auch so angehört hätte, wage ich zu bezweifeln. Neben den knallharten Bangern am Anfang gibt es mit „Unhallowed“ und „Kill Thy Enemies“ auch groovige Elemente, die ihre ganz eigene Faszination ausüben bis es mit „No Gods, No Masters“ wieder ans Eingemachte geht. Ein Kracher folgt dem anderen.
„Arrows In Words From The Sky“ zeigen zum Abschluss nochmal Robb Flynns ganzes Können bis „Of Kingdom And Cown“ nach 13 Songs (inkl. 3 Interludes), einer knappen Stunde Spielzeit und glücklich-debilem Grinsen auf meinem Gesicht zu Ende geht.
Ich bin schwer begeistert, was Robb Flynn und MACHINE HEAD auch nach 31 Jahren noch draufhaben. Allen Unkenrufen zum Trotz begeistert die Band auch nach Jahrzehnten noch die Musikwelt und schaffen es dabei immer wieder, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen. Für viele mag es dabei mit „Catharsis“ übers Ziel hinausgeschossen zu sein, aber vielleicht gehörte das alles zur Vorbereitung um mit „Of Kingdom And Crown“ einen bombastischen Neuanfang zu starten. Kritik? Gibt es nicht. Obwohl ich ein großer Fan des Vorgängers bin, muss ich zugeben, dass ich MACHINE HEAD in der Version „Of Kingdom And Crown“ doch deutlich geiler und ausgereifter finde, wer hätte das vor vier Jahren gedacht? Und nachdem ich „Catharsis“ mit damals gerechtfertigten 9,5 Sternen bewertet habe, kann es für Album #10 folgerichtig nur die Bestnote geben. Alles andere würde dem wunderbarsten MACHINE HEAD Album seit langem einfach nicht gerecht werden. Chapeau, meine Herren, ich verneige demütig mein Haupt vor euch und „Of Kingdom And Crown“.

Tänski

Ein Teil des Meisterwerkes, unbedingt reinhören: 

 

News: Neues Video „Männer in Booten“ von MEIN KOPF IST EIN BRUTALER ORT

MEIN KOPF IST EIN BRUTALER ORT, die sympathischen Jungs aus Mainhattan (für die Nicht-Hessen: Das ist Frankfurt) haben bereits am 25.03. ihre neue Single „Männer in Booten“ zum kommenden Album „Ton, Steine, Sterben“ veröffentlicht. Das Album „Ton, Steine, Scherben“ erscheint am 22.04.2022 via Metalville Records.

Die Songs versuchen einen Leuchtturm im Nebel der Halbwahrheiten zu finden, in einer Welt, die sich immer schneller verändert und gleichzeitig
stehen bleibt. „Männer in Booten“ untermauert diese Aussage der Band.

Sea-Watch e.V. (https://sea-watch.org/) haben die Band hierbei unterstützt, schaut es euch an.

MOTORJESUS – Hellbreaker

Band: Motorjesus
Album: Hellbreaker
Spielzeit: 44:26 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 09.04.2021
Homepage: www.facebook.com/motorjesus/

 

Die Rheinländer MOTORJESUS kommen mit einem neuen ernergiegeladenen Album zurück. Zum aktuellem TNT verteilendem Line-Up gehören Chris Birx am Mikro, Andy Peters und Patrick Wassenberg am Griffbrett, Dominik Kwasny am Bass und Adam Borosch am Schlagzeug.

Geboten wird eine explosive Mischung aus Hard Rock mit Highoktan-Groove Metal, AC DC auf XTC mit Metal Vibes kurz vor der explosion. Der Sound strotzt nur so vor Testosteron, so wie ein V8 Big Block vom Geiger Karl der einen Kleinwagen durch den Kühler schlotzt um diesen danach in Form eines Zauberwürfels aus dem Auspuff zu spuken. Wie pupertäre testosterongesteuerte Halbstarke, aber dennoch erwachsen genug, hauen einem M Riff um Riff um die Ohren, und machen bei all dem gewaltig Spaß.

“Drive Through Fire” macht den Anfang flott, ernergisch, geil, “Battlezone” keinen Deut schlechter. “Hellbreaker” genauso intensive wie die beiden Vorgänger, “Beyond The Grave” drosselt das Tempo ein fettes Highlight. Bei “Dead Rising” wird wieder mächtig Gas gegeben, bei “Car Wars” was für ein Nackenbrecher ein weiteres Highlight. “Firebreather” nimmt ein wenig Fahrt raus aber hart wie Kruppstahl auch wieder ein Highlight. “Lawgiver” von 0 auf 100 in einer Sekunde, “Black Hole Overload” das nächste Highlight im richtigen Tempo. “Back To The Bullet” fällt gegen die Vorgänger ein wenig ab, “The Outrun” ein entspanntes Instumental Outro – Jungs das hätte länger sein können.

Fazit:

So eine knappe dreiviertel Stunde ist vorbei, und ich muss an frisierte, laut röhrende Motoren denken die mit voller explosiver Gewalt aus ihren Auspuffrohren ballern und alles verputzen was ihnen vor den Kühler kommt. Jungs das ist ein Fettes Brett was ihr da auf die unschuldige Menschheit los lasst, aber nun zum Hauptteil des Fazits, ich vergegebe eine Bewertung von 9 Sternen für diesen Motoröl vernichtenden Sprengstoff.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Drive Trough Fire
02. Battlezone
03. Hellbreaker
04. Beyond The Grave
05. Dead Rising
06. Car Wars
07. Firebreather
08. Lawgiver
09. Black Hole Overload
10. Back To The Bullet
11. The Outrun

Balle

SCORGED – Scorged

Band: Scorged
Album: Scorged
Spielzeit: 44:53 min
Stilrichtung: Groove Metal
Plattenfirma: El Puerto Records
Veröffentlichung: 25.09.20
Homepage: www.facebook.com/scorged

Das beschauliche Saarland mit dessen Hauptstadt Saarbrücken ist nicht gerade für Wut und Aggression bekannt. Aber plötzlich stehen da SCORGED auf der Matte und bieten genau das. Anton Harth (b), Christian Mittermüller (d), Denis Horbach (v), Gabriel Rothley (g) und Jonas Schäfer (g) sind jung, wild und zornig. Extreme Metal ohne feste Regeln ist hier angesagt. Erst 2016 gegründet, hauen SCORGED über El Puerto Records nun ihr Debütalbum raus. Ob das was geworden ist, wird sich in den nächsten 45 Minuten herausstellen.

Oh wow, das für ein Brett gleich zu Beginn. Der Opener „Vengeance“ hat es in sich. Sofort fällt die Stimme mit ihrem gutturalen Gesang auf. „Black Crowned Enemy“ ist ein fieses Death Metal Stück, dass immer wieder mit Groove Passagen aufgefrischt wird. Erinnert mich an die Band Unleashed, fett. „Wasted“ überzeugt mit cleveren Tempowechseln, harten Bass- und Drumparts. In den „langsamen“ Abschnitten klingt es wie brutale Five Finger Death Punch, aber nur viel besser. Sirenengeheul und Schreie am Anfang bei „Hell Glows Hot“. Und die Hölle wird hier auch heraufbeschworen durch die tiefen Vocals, die wirklich sehr dominant sind. „Surveillance“ grooved richtig gut und baut sich langsam zu einem Death Metal Monster auf. Auch hier beweisen SCORGED wieder ein gutes Gespür beim Songwriting. Weiter geht’s mit „Oppressor“. Der Track fängt fast fröhlich an, entpuppt sich aber ganz schnell zu einer fiesen Blast Beat Nummer mit gelegentlichem Melodie Anteil. Ganz klar, live eine Granate. Oha, nun wird die Thrash Metal Keule auf „Malignant Psychosis“ ausgepackt. Der Drummer ist eine wahre Maschine und auch der Rest der Mannschaft spielt famos auf. „Deep Contempt“ ist der perfekte Song um mal am Sandsack seine ganze Wut rauszulassen. Extreme Energie, die hier auf einen niederprasselt, sehr gelungen. „Integrity“ ist trotz seiner hohen Geschwindigkeit seht rockig und groovig. Einige Parallelen zu Debauchery sind hier zu erkennen. Zum Ende hauen die Saarländer auf „Materialism“ nochmal alles raus. Harte fiese Vocals, tiefer Bass, treibende Gitarren und wuchtige Drums lassen das Herz höher schlagen. Ich wiederhole mich gerne: der letzte Song muss knallen und zwar genauso wie hier.

Fazit: Extreme Metal von einer extrem talentierten Band. Hier wird die junge Fraktion genauso ihre Freude haben, wie die Old School Death Metal Fans. Besonders der Gesang hat es mir angetan. Aber auch die Instrumental Abteilung ist bärenstark. Und dafür gibt es verdiente 9 Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Vengeance
02. Black Crowned Enemy
03. Wasted
04. Hell Glows Hot
05. Surveillance
06. Oppressor
07. Maligant Psychosis
08. Deep Contempt
09. Integrity
10. Materialism

Sturmi

DIESEL MACHINE – Evolve

Band: Diesel Machine
Album: Evolve
Spielzeit: 38:40 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 21.08.2020
Homepage: www.facebook.com/dieselmachineband/

 

Da gibt es einfach nur ein „Wow!“. Dass man manchmal ein paar Jahre auf ein zweites Album warten muss, ist ja nicht unbedingt ungewöhnlich. Aber dass es wie bei DIESEL MACHINE dann doch 20 Jahre werden, ist zum Glück eher selten. Oder steigert jedes Jahr, jedes Jahrzehnt die Qualität? Dann wäre das hier jetzt ein Meisterwerk, oder nicht?
Doch erstmal zurück zum Anfang. Mitte der 90er Jahre gründete sich DIESEL MACHINE aus den ehemaligen Mitgliedern der L.A. Bands WORLD IN PAIN und ELEVENTH HOUR. Im Jahr 2000 folgte dann endlich das Debütalbum „Torture Test“, welches Fans und Kritiker gleichermaßen begeisterte. Vergleiche mit den Szenegrößen PANTERA, MACHINE HEAD oder CROWBAR sind damals wie heute nicht ungewöhnlich. Der harte Groove Metal der Band, bestehend aus Fronter AJ Cavalier, Patrick Lachmann (Gitarre), Rich Gonzales (Bass) und Shane Gaalaas (Drums), hat nach wie vor nichts an Energie und Spritzigkeit verloren. Kein Wunder, dass „Torture Test“ nach wie vor Kultstatus hat.
Der Rest ist dann mehr oder weniger traurige Geschichte. Noch während der Arbeiten am zweiten Album erlitt Tieftöner Rich Gonzales einen beinahe tödlichen Unfall, der ihn für vier Monate ins Krankenhaus brachte. DIESEL MACHNE wurde für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt und die Bandmitglieder gingen ihrer Wege. Lachmann, damals auch der Gitarrist von (Rob) Halford, wurde Sänger des vielversprechenden aber kurzlebigen Pantera-Spinoffs „Damageplan“ und gründete später mit Mitgliedern von „Fear Factory“ die Bands „The Mercy Clinic“ und „Burn It All.“ Cavalier gründete „One Percent Soul“ und wurde zudem als Frontmann bei „Soil“ engagiert. Gaalaas arbeite mit den japanischen Superstars „B’z“ sowie mit der Prog-Metal-Formation „Cosmosquad“. Schließlich fand auch Gonzales zurück zur Musik.
Zum Glück haben die Jungs über die Jahre hinweg aber immer wieder Kontakt gehalten und DIESEL MACHINE wurde vom Eis ans lodernde Feuer zurückgeholt. Schließlich nahm auch der „Torture Test“-Nachfolger langsam aber zielstrebig Gestalt an. Für Mix und Mastering wurde dann noch kein geringerer als Chris Collier (KORN, PRONG, FLOTSAM & JETSAM) hinzugezogen, um „Evolve“ den letzten Schliff zu geben.
Und das lange Warten hat sich gelohnt! „Evolve“ erfüllt alle Wünsche an harten Groove Metal. Kompromisslos, extrem mit messerscharfen Riffs und Hammer-Rhythmen. Dazu der schwere, aber saubere und leicht an MACHINE HEAD erinnernde Gesang von AJ Cavalier zeigen eine Band in bester Spiellaune, denen man die lange Pause nur an der Weiterentwicklung („Evolve“ 😉) anhört. Obwohl immer noch dem Groove Metal zuzuordnen, hat die Band ihr musikalisches Repertoire deutlich erweitert. Auf „Evolve“ finden sich die prägenden Einflüsse aus Hardcore, Alternative Metal, Nu-Metal und ganz viel Groove.
Schon der kraftvolle Opener „Death March“ bietet einen aufregenden Einstieg ins Album, welcher durch die nachfolgenden Songs nur noch verstärkt wird. DIESEL MACHINE hauen hier einen Hammersong nach dem anderen raus und für mich als Metalkind der 90er ist es eine wahre Freude, den qualitativ extrem geilen Riffs von Lachmann oder den perfekt eingesetzten Tönen von Cavalier zu lauschen. Klar, stellenweise klingt es doch sehr nostalgisch, aber fette Sound, das Können der einzelnen Bandmitglieder und die musikalische Bandbreite der Jungs ist einfach eine Klasse für sich und machen „Evolve“ zu einem echten Hörerlebnis. Wer hier nicht (in positivem Sinne) ausrastet, hat im Metal nichts verloren. DIESEL MACHINE zeigen auch nach langen 20 Jahren, was sie draufhaben und machen mit der Abrissbirne mal eben Kleinholz und das ist auch gut so. Für mich fette 9,5 Sterne wert, ein klein bisschen Luft nach oben muss ja noch sein.

Anspieltipps: Death March, Shut It, Evolve

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Death March
02. React
03. Exit Wound
04. Ounce Of Strength
05. Shut It
06. Cynical
07. Judgement
08. Evolve
09. Nothing Left
10. I’m Insane
11. Anger Within

Tänski

Feel the music: Shut It von Diesel Machine