LAMB OF GOD – Lamb Of God

Band: Lamb of God
Album: Lamb Of God
Spielzeit: 44:50 min
Stilrichtung: Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 19.06.2020
Homepage: www.lamb-of-god.com

Wie kann es sich eine Band in der heutigen Zeit erlauben, sich einfach mal 5 Jahre Zeit für ein Album zu lassen? Geht das? Darf man das?
Ja,das geht und LAMB OF GOD dürfen und können das. Die PANTERA-Nachlassverwalter haben in ihrer 5-jährige Albumpause die Thrash-Götter SLAYER auf der Abschiedstour begleitet und mit dem selbstbetitelten „Lamb Of God“ wieder ein richtig geiles Teil rausgehauen. „Lamb Of God“ beinhaltet alles, was LAMB OF GOD ausmachen. Der Name ist absolut Programm und haut einem alles um die Ohren, was je das Label LAMB OF GOD getragen hat. Keine Experimente, keine Schnörkel, keine Mainstreamattitüden um Radiotauglich zu sein und ganz einfach, keine Kompromisse!
Schon der hymnische Opener „Memento Mori“, welcher verhalten beginnt und mit den ersten Takten schon für wohlige Gänsehaut sorgt um dann unvermittelt das Blutbad einzuleiten, zeigen, wofür das Album steht. Und LAMB OF GOD wären nicht LAMB OF GOD, wenn es das schon gewesen wäre. Die Singleauskopplung „Checkmate“ donnert nicht nur musikalisch rein, auch die Lyrics nehmen an Schärfe zu und weisen mit einem mehr als deutlichen Seitenhieb auf die politischen Missstände in den USA hin („Make america hate again and bleed the sheep to sleep“).
Und auch im weiteren Verlauf des Albums wird nicht gekleckert, sondern derbe geklotzt. „Gears“, „Reality Bath“ (welcher die Amokläufe thematisiert) oder auch „New Colossal Hate“, dessen brachial gebrüllte Aussage einem im Ohr bleibt, sind die besten Zeugen dafür.
Auch die Gäste sind wohlfeil ausgesucht. In „Poison Dream“ hat sich Sänger Randy Blythe Unterstützung von HATEBREEDs Jamey Jasta geholt, während sich bei „Routes“ Chuck Billy von TESTAMENT tummelt. Die beiden hauen dabei mal locker flockig den schnellsten und absolut thrashigsten Song auf „Lamb Of God“ raus.
Mit „Bloodshot Eyes“ zeigen LAMB OF GOD mal wieder ihre Wandelbarkeit, der Song variiert zwischen Hardrock, Metal und cleanen Einlagen. Eher eine seltene Seite der Band, aber auch hier wieder sehr, sehr gut umgesetzt. Der neue Drummer Art Cruz kann sich hier zudem von seiner besten Seite zeigen.
Mit „On the hook“ wird die amtliche Abrissbirne nochmal hervorgeholt um das mittlerweile achte Studioalbum mehr als würdig enden zu lassen.
Man kann von der fehlenden Experimentierfreue halten, was man will, aber LAMB OF GOD sind einfach eine Größe, so wie sie sind. Was die Jungs seit ihrer Gründung 1990 – damals noch als BURN THE PRIEST – musikalisch für den Metal geleistet haben, ist eine Klasse für sich. Nicht umsonst nennt das Magazin Loudwire die erst seit 2000 als LAMB OF GOD auftretende Band eine der 50 wichtigsten Metalbands des 21. Jahrhunderts. Die in Richmond, Virginia als Studentencombo aus der Taufe gehobene Band, hat sich in den letzten Jahren, ja sogar schon Jahrzehnte nicht beirren lassen und dem Metal, insbesondere dem Metalcore, Thrash und Death durch ihre einzigartige Mischung einen Stempel der besonderen Art aufgedrückt.
Das wird auch auf dem aktuellen Dreher „Lamb Of God“ mehr als deutlich Wie anders sollte ein selbstbetiteltes Album auch klingen, wenn nicht nach den echten LAMB OF GOD.

Fazit: Schwächen… kaum bis keine. Natürlich kann man immer irgendwo noch an der Performance schrauben oder ein Riff noch ekstatischer spielen, aber bis auf kleine Aussetzer oder besser gesagt, etwas im Vergleich zu den zahlreichen Highlights auf dem Album abfallenden Songs gibt es kaum etwas zu bemängeln. Wo LAMB OF GOD draufsteht, ist auch LAMB OF GOD drin. Und das neueste Werk des Richmond 5ers ist so viel LAMB OF GOD, dass es auch keinen anderen Titel verdient hätte. Die Fans werden es lieben und das tue ich auch.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Memento Mori
02. Checkmate
03. Gears
04. Reality Bath
05. New Colossal Hate
06. Resurrection Man
07. Poison Dream
08. Routes
09. Bloodshot Eyes
10. On The Hook

Tänski

Um die brachiale Schönheit des Albums verstehen zu können, klickt hier mal rein:

POLTERGEIST – Feather of Truth

Band: Poltergeist
Album: Feather Of Truth
Spielzeit: 47:56 min
Stilrichtung: Speed/Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 03.07.2020
Homepage: www.poltergeistmetal.com

POLTERGEIST are back again. Die Schweizer Speed/Thrash Metal Legenden melden sich mit ihrem 5. Album auf Massacre Records zurück. Gegründet wurde die Band schon 1987 unter dem Namen Carrion, ehe man sich zu POLTERGEIST umbenannte. Zwischen 1989 und 1993 brachten es die Eidgenossen auf drei Alben und Touren mit Kreator, Destruction, Sodom, Tankard usw. Nach ihrer letzten Tournee ’93 mit Coroner trennten sie sich und man musste bis zum Comeback Album „Back To Haunt“ 2016 auf neue Musik warten. Die Mannschaft um V.O. Pulver (g.), André Grieder (v.), Chasper Wanner (g.), Ralf Winzer Garcia (b.) und Reto Crola (d.) ist nun endlich fertig mit ihrem neuesten Output. V.O. hat fast alle Lyrics alleine geschrieben und natürlich auch im Little Creek Studio produziert, gemischt und gemastert. Das er Ahnung von gutem Sound hat, stellt er immer wieder in Zusammenarbeit mit bekannten Bands (The Order, Gomorra) zur Schau. Auf dem Coverartwork werden wir von Robert Toderico nach Ägypten entführt.
Genug, los geht es jetzt mit „Time At Hand“. Es knallt gleich immens. Der Hochgeschwindigkeitstrack raubt einem die die Luft genau so, als wenn man in den Rheinfall (Wasserfall in der Schweiz) stürzen würde. Sehr guter Start.
„Saturday Night’s Are Alright For Rockin“ erinnert mich erst mal an Accept. Klasse Solo, geiler Tempowechsel ab Minute 2 ½ und dann folgt ein Riff, dass den Schädel zum Bangen zwingt. Der Titeltrack „Feather Of Truth“ bewegt sich mehr im Midtempo, der Gesang ist klar und sauber gehalten, einfach eine tolle Heavy Metal Nummer. Jetzt aber wieder anschnallen und Gaspedal auf Anschlag bei „The Attention Trap“. Bitte diesen Song nicht beim Autofahren in der Stadt hören, sondern am Besten auf einer abgesperrten Rennstrecke.
„Phantom Army“ startet als fetter Stampfer. Aber nach 90 Sekunden wird das Tempo hochgeschraubt und man findet sich in einer klasse Nummer a lá Overkill wieder. Auf dem sechsten Stück „The Godz Of The Seven Rays“ wird das Beste aus Power-, Heavy- und Thrash Metal vermischt. Episch, melodisch und trotzdem schön fett. Iced Earth lassen grüssen. Oha, „The Calling“ ist böse und der Sänger klingt mächtig angepisst. Nichtsdestotrotz sehr eingängiger Thrash hier.
Aufgepasst, jetzt kommt „Megalomaniac“. Hyperschnell, aber auf höchstem Niveau gespielt, wird der Track live dem sich sicher entstehenden Moshpit alles abverlangen. Die „Rumsteher“ können derweil wunderbar mitgrölen, geiler Scheiss. „Ambush“ orientiert sich gitarrentechnisch an der NWoBHM während es nur so aus den Boxen knallt. Leider sind wir schon am Ende angelangt. „Thin Blue Line“ geht nochmal in die Vollen und macht keine Gefangenen.

Anspieltipps: Sorry, keine Ahnung. Irgendwie alles stark.

Fazit: War der Vorgänger schon klasse, gefällt mir das neue Werk noch besser. Der neue Schlagzeuger verleiht dem Sound frische Nuancen und auch der Rest der Mannschaft ist super. Abwechslung pur durch geschickte Tempowechsel, Melodien und Harmonien. Thrash Metal der Extraklasse.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Time At Hand
02. Saturday Night’s Alright For Rockin‘
03. Feather Of Truth
04. The Attention Trap
05. Phantom Army
06. The Godz Of The Seven Rays
07. The Culling
08. Megalomaniac
09. Ambush
10. Thin Blue Line

Sturmi

WICKED DISCIPLE – Rules In Debris

Band: Wicked Disciple
Album: Rules In Debris
Spielzeit: 57:02 min (inkl. Bonustracks)
Stilrichtung: Modern Progressive Thrash Heavy Metal (oder so)
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 07.07.2020
Homepage: www.facebook.com/wicked.disciple.de

Prolog: Was man WICKED DISCIPLE direkt zu Anfang erstmal lassen muss, ist, dass sie echt sympathische Leidenschaft an den Tag legen, ihren Promotext als überwältigtes Dankeschön für den bisherigen Support formuliert haben und engagiert undergroundig persönlich ihr Material promoten. Falls das Album scheiße sein sollte, gibt’s dafür auf jeden Fall schonmal ’nen Bonuspunkt.
Hauptteil: Aber gibt’s nicht, denn WICKED DISCIPLE haben mit “Rules In Debris” so eine dieser Untergrundperlen geschaffen, die man halt nur dann findet, wenn sie sich einem über die Talentschmiede vorstellen. Das zweite Album der Truppe aus Bottrop ist eine stark produzierte Mischung aus Heavy, Thrash, Modern, Progressive und Power Metal, dazu noch eine Prise Groove Metal, Hard Rock und Power Metal, die in ihrer Unfähigkeit, sich für ein Genre zu entscheiden, fast schon lächerlich professionell harmonisch ausfällt. Es gibt keinen, wirklich keinen Track, bei dem der Stilmix nicht funktionieren würde (wobei natürlich nicht jedes Subgenre in jedem Song vertreten ist). Arbeit mit unterschiedlichen Taktarten fällt praktisch nicht auf, ist aber vorhanden (was meiner Meinung nach von guter Umsetzung zeugt), die Vocals pendeln zwischen cleanen, sehr reinen Vocals und Shouts und sonstigem unklaren Gesang. Die Gitarren sind bei heftig asozialen Lines genau so überzeugend wie bei ruhigen Akustik-Parts, der Rest der Instrumente fügt sich diesem Wahnsinn und adaptiert ihn.
Und als wäre das nicht genug, kann (ebenfalls ausnahmslos) jeder Track mit besonderem Charakter, kleinen intelligenten und stimmig eingesetzten Akzenten punkten (exemplarisch hier einfach mal der Frauenchor in “When I Die”, das ansonsten verhältnismäßig aggressiv straight und im Chorus ordentlich fett ausfällt; geile Chorus-Melodien ham die Jungs eh drauf). Wenn man sich zwischendurch eine kleine Atempause wünscht, kommt verlässlich ein eher balladiger Track daher, angereichert mit Streicher-Keyboards, der mit Sicherheit nicht kitschig ausfallen wird, oder ein Instrumental oder ein Power-Metal-Track zum Ende.
Titelgebende in Trümmern liegende Regeln sind auf diesem Album in Trümmern liegend, weil sich schlicht nicht an sie gehalten wird. Wenn es geil ist, lass es umsetzten – das scheint das Motto dieses Albums zu sein, das moderne Metal-Töne ebenso wie Thrash mit grandioser Intensität und durchaus auch Emotionen umzusetzen weiß.
Nein, ich wurde nicht von WICKED DISCIPLE bestochen, auch wenn das unglaubwürdig anmuten mag, weil ich außer dem etwas peinlichen deutschen Part auf “Through Cellphone Plane” keine nennenswerte Kritik habe. Bitte vertraut mir.

Fazit:
Und so ist “Rules In Debris” nicht nur ein saustarkes Album dafür, dass es erste das zweite Album einer kleinen Undergroundband ist – es ist ganz einfach ein saustarkes Album. Von vorne bis hinten (auch die Bonustracks) ist das Ding einfach nur hörenswert: roh, durchdacht, unverbraucht, aggressiv, emotional, knüppelnd, balladig, progressiv, fett, dissonant asozial, konsonant schön, gut produziert, top intoniert. Das Geld, das man momentan nicht in Konzerte investieren kann, sollte man zumindest teilweise durch einen Albumkauf in das Fortbestehen von WICKED DISCIPLE investieren.

Anspieltipps:
“Salvation Or Decline”, “Tumbleweed Lullabies”, “When I Die”, “Rollercoaster To Hell” und “…And Jaundiced The King Was Slained”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. …And Jaundiced The King Was Slained
02. Salvation Or Decline
03. Through Cellphone Pane (Pessimist)
04. Bite On My Tongue
05. Tumbleweed Lullabies
06. Rollercoaster Into Hell
07. All Love Steel
08. Never Surrender
09. When I Die (2020)
10. Neither Astronaut Nor Viking
11. Blind Parrot’s Opinion (2020, Bonus Track)
12. Tumbleweed Acoustic Lullabies (Bonus Track)
13. Theia Collides With Planet Earth (Bonus Track)
14. Waiting For Redemption (Bonus Track)

Jannis

MIKE LEPOND’S SILENT ASSASSINS – Whore Of Babylon

Band: Mike Lepond’s Silent Assassins
Album: Whore Of Babylon
Spielzeit: 54:00 min
Stilrichtung: Heavy/Thrash Metal
Plattenfirma: Silver Lining Music
Veröffentlichung: 26.06.2020
Homepage: www.facebook.com/mikelepondssilentassassins

Von MIKE LEPOND’S SILENT ASSASSINS habe ich bereits “Pawn And Prophecy” rezensiert und im Nachhinein irgendwie unter “Guter Thrash Metal” verortet. Mit dementsprechender Erwartung ging ich demnach auch an “Whore Of Babylon” heran, das dritte Album der Truppe um SYMPHONY-X-Basser Mike LePond, der auf der Platte außerdem Rhythmus- und Akustikgitarren eingespielt hat. Nun, der Opener kam nicht allzu überraschend. Fix, angereichert mit ein paar epischeren Tönen im Chorus und absolut hallfreien Hörnern im Mittelteil, zwischen aggressiverem Heavy Metal und melodischem Thrash Metal, angemessen intoniert von WATCHTOWER’s Ex-Frontkeifer Alan Tecchio. Ist auf jeden Fall ein stabiler Einstieg, am Sound lässt sich auch nur wenig bemängeln.
Dann kommen allerdings “Ides Of March” und “Tell Tale Heart” mit astreinen Power-Metal-Refrains, stärkerer Midtemposchlagseite und (im Fall der Ides) spannendem Bass-Part in der Mitte und (im Fall des Hearts) entspannt-jazzigem Klavier am Ende daher und sind gar nicht mehr das, was man erwartet hat (also ich), aber ziemlich geil.
Das kann man mit leichten Abstrichen auch von den folgenden beiden Songs behaupten: “Night Of The Long Knifes” ist ohne Zweifel kompletter Folk-Metal und zwar nicht besonders heavy, und “Champion” ist eine geflötet eingeleitete Ballade mit Sarah Teets von MINDMAZE als Gastsängerin, die den Track allerdings nicht davor bewahren kann, eher standard-Gänsehaut-Power-Metal zu sein – inklusive “Nanananananana – ooh”-Part. Das ist außerdem der einzige Track, der auf meinen Kopfhörern massiv gekrisselt hat.
“Ironborn” drückt dafür im Anschluss wieder auf die Tube, mit souveränem Midtempo-Switch im Mittelteil, und “Lady Bathory” ist pissig, simpel, straight, mit netten Aussetzern der Band. Was noch folgt, ist mit “Power Of Steel” der MANOWAR-Trueness-Floskeltrack, der mit seinem rock’n’rolligen Prechorus aber auch noch einen kleinen witzigen Twist im Ärmel hat; außerdem der Titeltrack, der mit östlichen Vibes und nicht wirklich metallisch doch sehr atmosphärisch und beruhigend ausfällt. Und einen Über-Acht-Minüter gibt es auch noch: “Avalon”, nochmal mit leichtem Folk-Faktor, der sich aber sehr in Grenzen hält, Bass-Eskalation, mehr Power Metal im Chorus, Orgel, Chor und all solchen schönen Dingen.
Kritik habe ich ab und an mal an Soundentscheidungen, an der eher belanglosen Ballade und dem etwas uninspiriert platten “Power Of Steel”. Bleiben aber noch acht von zehn Tracks, die sich doch absolut lohnen.

Fazit:
Nicht der reine Thrash, den ich aus falschen Erinnerungen erwartet habe, dafür doch an vielen Stellen überraschend, mit unterhaltsamen Twists, aufgehenden Songkonzepten und natürlich komplett fähigen Musikern. Viel mehr kann man nicht verlangen!

Anspieltipps:
„Tell Tale Heart“, „Lady Bathory“, „Whore Of Babylon“ und „Ides Of March“.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dracul Son
02. Ides Of March
03. Tell Tale Heart
04. Night Of The Long Knives
05. Champion
06. Ironborn
07. Lady Bathory
08. Power Of Steel
09. Whore Of Babylon
10. Avalon

Jannis

HAVOK – V

Band: Havok
Album: V
Spielzeit: 45:52 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Century Media Records
Veröffentlichung: 01.05.2020
Homepage: www.havokband.com

HAVOK werden erwachsen. Seit langem gehört die Band zu den Besten im Thrash Genre und daran wird sich auch mit diesem Album nichts ändern. Der Sound der Band, die sich 2004 in Denver gegründet hat, ist vielfältiger und vielschichtiger geworden. Die Gitarren spielen nicht mehr so oft zusammen um mehrschichtigen Klangstoff zu erzeugen. Klangen HAVOK früher mehr wie Exodus als Coroner, ist nun durch steigendes Selbstbewusstsein und Können, automatisch auch die Raffinesse im Spiel größer geworden. Für die Aufnahmen zog man Mark Lewis (Cannibal Corpse, The Black Dahlia Murder) hinzu. Dieser durfte dann auch gleich in seinem Studio das Werk produzieren, mischen und mastern. Und dies ist ihm wirklich sehr gut gelungen. Alle Instrumente und Gesang sind klar und heavy zu hören und auch zu differenzieren. Besonders schön ist es, dass der Bass richtig wummst. Als Artwork Künstler konnte man Eliran Kantor (Testament, Iced Earth) gewinnen, der die groben Vorlagen perfekt zur Musik umgesetzt und ein tolles Cover entworfen hat. Auf ihrem bereits fünften Longplayer merkt man David Sanchez (v.g.), Reece Scruggs (g.), Pete Webber (d.) und dem neuen Bassisten Brandon Bruce an, dass sie noch lange nicht satt sind. Let’s Go for it.
Der erste Song namens „Post-Truth Era“ galoppiert gleich richtig nach vorne. Die giftigen Vocals und die Riffs sorgen sofort für Stimmung. „Fear Campaign“ klingt mehr nach klassischem Heavy Metal. Dieser wird hier aber durch Bass und Drums vorangetrieben. Gangshouts und reichlich Groove dürfen hier auch nicht fehlen, geile Nummer. Der dritte Track „Betrayed By Technology“ klingt herrlich nach Megadeth mit besserem Gesang. Die Gitarren befeuern sich hier gegenseitig und es wird soliert was geht. „Ritual Of The Mind“ ist ein Midtempo Banger geworden, bei dem anscheinend Metallica Pate waren. Bei „Interface With The Infinite“ stehen Bass und Drums wieder mehr im Vordergrund, aber das Stück zündet nicht wirklich. „Dab Tsog“ ist ein kleines 1minütiges Zwischenspielchen bevor es bei „Phantom Force“ richtig knallt. Hier wird das Gaspedal voll durchgetreten, es gibt heftige Riffs und fiesen Gesang, Thrash Metal pur. „Cosmetic Surgery“ ist ein weiterer Nackenbrecher geworden, der einen live (irgendwann wieder) abgehen lässt. Eingeleitet durch eine Akustik Gitarre steigert sich „Panpsychism“ zu einem progressiven Stück das auch im Midtempo Bereich gehalten wird. „Merchants Of Death“ prügelt sich leicht Anthrax mäßig durch die knapp drei Minuten. Den Abschluss des Albums macht dann auch der längste Track mit 8 Minuten. „Don’t Do It“ beginnt mit einem langen intensiven Intro und überrascht mit klaren Vocals.

Anspieltipps: „Post-Truth Era“, „Fear Campaign“ und „Phantom Force“

Fazit: Am liebsten sind mir HAVOK wenn sie Gas geben, leider sind hier viele Songs die im Midtempo gehalten werden. Das ist zwar Jammern auf hohem Niveau, ist aber so. Die Jungs haben hier wieder gute Arbeit abgeliefert, also riskiert mal ein oder zwei Ohren.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Post-Truth Era
02. Fear Campaign
03. Betrayed By Technologie
04. Ritual Of The Mind
05. Interface With The Infinite
06. Dab Tsog
07. Phantom Force
08. Cosmetic Surgery
09. Panpsychism
10. Merchants Of Death
11. Don’t Do It

Sturmi

TESTAMENT – Titans of Creation

Band: Testament
Album: Titans Of Creation
Spielzeit: 58:39 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 03.04.2020
Homepage: www.testamentlegions.us

Es ist mal wieder an der Zeit: TESTAMENT sind bereit uns ihr 13. Studioalbum um die Ohren zu hauen. Gab es eigentlich schon mal einen schlechten Longplayer der Kalifornier? Nein! Und eines vorweg, auch die aktuelle Scheibe „Titans Of Creation“ wird euch nicht enttäuschen. Produktionstechnisch wurden TESTAMENT wie auch bei den drei Alben zuvor von Juan Urtega und Andy Sneap unterstützt. Auffällig hierbei ist, dass der Bass schön in den Vordergrund gemischt wurde. Das wummst richtig stark. Das Cover Artwork wurde von Eliran Kantor kreiert. Sein klassischer, fast Renaissance-artiger Stil zeigt drei riesige Titanen bei der Erschaffung der Welt. Die Mannen um Chuck Billy (v.), Eric Peterson (g.), Alex Skolnick (g.), Steve DiGiorgio (b.), und Gene Hoglan (d.) klingen trotz ihres langen Bestehens keinesfalls altbacken, sondern frisch und jung. Dann lasst uns die 12 Songs mal durchleuchten.
Richtig fett startet man mit „Children Of The Night“ in die nächsten 60 Minuten rein. Ein stampfender und wuchtiger Beginn, der sofort zum Bangen einlädt. Bei „WWIII“ wird speedig gethrasht was nur geht. Der Track klingt wir ein Hybrid aus Machine Head und Metallica. „Dream Deceiver“ ist klassischer Heavy Metal Stoff. Soli vom Feinsten und Scorpions im Refrain. Holla, jetzt wird es auf „Night Of The Witch“ ganz schön hart. Eric Peterson keift hier ziemlich böse und es entwickelt sich ein leichter Black Metal Vibe. Chuck beweist auf „City Of Angels“ was er alles drauf hat. Von ganz weichen Vocals bis hin zu Kreator mäßigen Gesang. Sehr abwechslungsreiche Nummer. „Ishtars Gate“ kombiniert arabische Töne mit passenden Texten und Mid Tempo Banger. Nun darf Alex sich hervortun. „Symptoms“ stammt aus seiner Feder und ist voll von gelungener Gitarrenarbeit. Riff und Solo sind sehr stark, der Song wird live der Knaller. „False Prophet“ ist eine solide Nummer geworden, mit etlichen Breaks und Tempowechseln. Auf „The Healers“ wird raffiniert zwischen Thrash und Death hin und her geswitcht. Schwer und melodisch zugleich. „Code Of Hammurabi greift nochmal das arabische Thema auf. Schnelle und wuchtige Walze, die mich an Annihilator erinnert. Vollgas geht es ab auf „Curse of Osiris“. Hier unterstützt Eric wieder mit fiesen Black Metal Vocals im Cradle Of Filth Style. „Catacombs“ ist ein Outro das vielmehr ein Intro hätte werden sollen, dann würde es viel besser wirken.

Anspieltipps: „WWIII“, „Night Of The Witch“, „City Of Angels“, „Symptoms“ und „The Healers“.

Fazit: Chuck merkt man sein Alter beim Gesang auf Platte nicht an. Drum Maschine Gene ist einfach so präzise und klasse, wie auch der Rest der Truppe. Das Album macht hörbar Spaß, bietet viel Abwechslung und wird somit auch nicht langweilig. Thrash Fans können hier bedenkenlos zugreifen. Horns up for TESTAMENT.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Children Of The Next Level
02. WWIII
03. Dream Deceiver
04. Night Of The Witch
05. City Of Angels
06. Ishtar’s Gate
07. Symptoms
08. False Prophet
09. The Healers
10. Code Of Hammurabi
11. Curse Of Osiris
12. Catacombs

Sturmi

REACTORY – Collapse To Come

Band: Reactory
Album: Collapse To Come
Spielzeit: 33:34 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.reactory-thrash.com

Holla, die Waldfee… REACTORY hauen mit ihrem dritten Album „Collapse To Come“ aber mal so richtig einen raus. Hier wird nicht lange gefackelt, sondern einfach mal locker flockig gezeigt, was den Charme einer in einem Berliner Hinterhof gegründeten Thrash Metal Band ausmacht. Neun absolute Kracher, die einem sofort das Hirn wegballern.
Und wer REACTORY nicht kennt, wird sie nach diesem Album nicht nur kennen, sondern auch zu schätzen wissen. Aber wer ist das eigentlich genau? REACTORY sind neben Sänger Hans Hornung noch Gitarrist Jerome ‚Jerry‘ Düren, Basser Ulli Hoffmann und Caue Dos Santos an den Drums. Im Jahr 2010 tatsächlich in einem finsteren Kellergewölbe eines Berliner Hinterhofs gegründet, hat das Quartett im Jahr 2013 bereits die EP „Killed by Thrash“ veröffentlicht. Im Februar 2014 kam dann das erste Album „High on Radiation“ auf den Markt, im Jahr 2016 folgte das kantige und experimentellere Album „Heavy“. Mit „Collapse To Come“ haben sich die Jungs jedoch wieder auf reinsten Thrash besonnen und das ist auch gut so. Obwohl die einzelnen Bandmitglieder vor REACTORY musikalisch bereits in vielen verschiedenen Genres unterwegs waren, liegen sie hier musikalisch definitiv auf einer Wellenlänge. Und das hört man.
Schon der Opener „Space Hex“ lässt jedes Thrash Metal Herz höherschlagen. Unvorbereitet trifft einen die Abrissbirne und lässt schon beim ersten Song keinen Stein auf dem anderen. Und dafür braucht „Space Hex“ bloß schlappe 2 ½ Minuten.
Ähnlich gewaltig kommt auch Track Nummer zwei daher. „Speedboat Piracy“ ballert genau wie Song Nummer drei „Graves Of Concrete“ mit mehrstimmigen Shouts rein und lässt die Wände wackeln, wobei „Graves Of Concrete“ ein paar geschickte Bremsen eingebaut bekommen hat. Kleine, aber passende Entschleunigungen, bevor sich der Schnellzug REACTORY wieder in Bewegung setzt. Mit „Misantropical Island“ kommt der vermutlich beste Song auf „Collapse To Come“, auch hier legen die Berliner sehr viel wert auf Spaß verbreitende Riffs und Finesse. „Drone Commander“ läuft in die ähnliche groovig-thrashig Schiene, bevor es mit „Evolving Hate“ und „Born From Sorrow“ etwas leicht abfällt. Aber auch nur leicht, denn handwerklich sind die beiden genannten Songs perfekt, aber bleiben nicht ganz so fluffig im Ohr, wie der Rest des Albums.
Zum Finale hin haben die Jungs aber wieder ihre Schiene gefunden und legen mit „Galactic Ghosts“ und „Enemy“ nochmal zwei amtliche Bretter nach. Und leider ist dann nach einer guten halben Stunde der ganze Spaß schon vorbei. Es hilft nix, da muss dann der zweite Durchgang starten. Oder auch ein dritter oder ein vierter….

Fazit: Alles in allem ist „Collapse To Come” von REACTORY ein durchdacht gutes Thrash Metal Album. Die zwei kleinen Hänger kann man der Band ruhig verzeihen, denn richtige Ausreißer nach unten sind auch das nicht. Was vor 10 Jahren in einem Berliner Hinterhof begann, ist es absolut wert, jetzt ans Tageslicht zu treten. REACTORY haben den Thrash zwar nicht neu erfunden, aber es dennoch geschafft, neuen Wind ein verstaubendes Genre zu bringen. Danke Jungs und immer weiter so!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Space Hex
02. Speedboat Piracy
03. Graves Of Concrete
04. Misantropical Island
05. Drone Commander
06. Evolving Hate
07. Born From Sorrow
08. Galactic Ghosts
09. Enemy

Tänski

GRINDPAD – Violence

Band: Grindpad
Album: Violence
Spielzeit: 41:38 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 20.03.2020
Homepage: www.facebook.com/Grindpad

Vorsicht, bissige Holländer. GRINDPAD aus Utrecht sind hier um „Good Friendly Violent Fun“ zu verbreiten. Alles klar, hier ist Thrash Metal angesagt. GRINDPAD wurden 2006 gegründet und haben bis dato vier EP’s rausgebracht. Nachdem die Jungs 2010 den niederländischen Metal Battle gewonnen hatten, trat immer mehr Professionalität ein. Es folgten daraufhin Shows mit Bolt Thrower, Benediction und Tankard. Wurde zuvor noch mehr Death Metal eingebaut, änderte sich der Fokus auf Thrash Metal mit Hardcore- und Speed Metal Einflüssen. Das geniale Hai Cover wurde vom legendären Ed Repka angefertigt. Jörg Uken am Mischpult hat den Burschen im Soundlodge Studio einen Killersound zusammengebastelt. Man spürt Olivier van der Kruijf (v.), Jan-Gerard Dekker (g.), Axel Bonacic (g.), Paul Beltman (d.) und Rik van Gageldonk (b.) den Enthusiasmus förmlich an. Also Anlage aufgedreht und ab geht’s mit dem Debütalbum „Violence“.
Full Speed ist beim Eröffnungstrack „My Name Is Violence“ ist angesagt. Meine Herren haut der rein. Der Sänger klingt richtig schön angepisst auf „Burn The Rapist“. Tempowechsel, Gangshouts und Riffs runden den Song ab. Siren läuten „Toxic Terror“ ein und es knallt uns ein astreiner Thrasher um die Ohren, der alle Facetten abdeckt. „The Knife Is Sharper Than Ever“ erinnert mich an die alten ungestümen Metallica zu „Kill’Em All“ Zeiten, stark. Die nächsten zwei Songs gehören zusammen. „Justice Crime“ ist die Einleitung zu „Justice Penalty“. Hier wird das Tempo fast durchgehend hoch gehalten aber die Melodieführung wird nicht aus den Augen verloren. Aggressiv wird es auf „Revuelta“, diesen Song hätten die alten Sepultura nicht besser machen können. „Blood, Sweat And Pride“ verlangt einem körperlich und nackentechnisch alles ab. Live wird das einen heftigen Mosh-Pit geben, der bei GRINDPAD ja „Shark-Pit“ heißt. Wow, kurz mal auf Pause drücken und Luft holen. Der nächste Track ist „Mature Love“ und clever im MidTempo Bereich gehalten, was der Abwechslung zu gute kommt. Mit voller Wucht trifft einen dann wieder „MK Ultra“. Hier springt die Energie sofort über. Slayer wären Stolz auf die Burschen. Knapp drei Minuten Endspurt ist bei „To Those About To Die“ angesagt. Die letzten Kräfte mobilisieren und sich mitreißen lassen. Geile Nummer zum Schluss, klasse.
Anspieltipps gibt es mal wieder keine, dafür ist das Album und die Kompositionen zu ausgeglichen und alle auf hohem Niveau.
Fazit: Wahnsinn was uns dieses Jahr, schon an Hammer Thrash Scheiben rausgehauen hat (Assassin, Surgical Strike). Hoffentlich geht das so weiter. Es stehen noch große Veröffentlichungen vor uns.
Wer auf Slayer, Metallica, Anthrax, Testament etc. steht, sollte hier unbedingt zuschlagen. Von mir starke neun Punkte und ich freue mich schon auf mehr von GRINDPAD.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. My Name Is Violence
02. Burn The Rapist
03. Toxic Terror
04. The Knife Is Sharper Than Ever
05. Justice Part 1: Crime
06. Justice Part 2: Penalty
07. Revuelta
08. Blood, Sweat and Pride
09. Mature Love
10. MK Ultra
11. To Those About To Die (20/20)

Video zu „Burn the Rapist“:

Sturmi

SOUL DRAGGER – Soul Dragger

Band: Soul Dragger
Album: Soul Dragger
Spielzeit: 47:18 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Time To Kill Records
Veröffentlichung: 07.02.2020
Homepage: www.facebook.com/soul.dragger

 

Mit “Soul Dragger” legen die Jungs von SOUL DRAGGER ihr selbstbetiteltes Debüt vor. Ihre Richtung bezeichnet das 2017 gegründete Quartett selbst als Kombination aus Old School Heavy und Thrash Metal Sounds mit modernen Einflüssen wie Metalcore, inspiriert von Bands wie Iron Maiden, Metallica, Trivium.
Ein bunter Mischmasch aus vielen Stilen also. Genau so klingt es auch, ein farbenfroher Cocktail verschiedener großartiger Musikstile. Doch das allein lässt ein Album nicht großartig werden.
Aber von Anfang an. Die Band selbst hat sich 2017 durch Fronter Alessio “Alex” Pompedda in Rom gegründet. Der Sänger und Gitarrist hat mit seinen Mitstreitern Davide “Spol” Spoletini, ebenfalls Gitarrist, sowie Basser Jacopo “Jake” Gennaro und
Flavio “Imperatore” Leone an den Drums bereits im Februar 2018 ihr erste selbstproduzierte EP „Before Chaos“ veröffentlicht. Zwei Jahre später hauen SOUL DRAGGER ihr Debüt „Soul Dragger“ raus.
Laut der Beschreibung des Labels handelt das Album von den typischen Emotionen wie Wut, Angst und Schmerz, hier allerdings aus der Sicht einer aus einem Menschen entstandenen übernatürlichen Kreatur, welche aber dann reduziert wurde, um sich in eine zeitgenössische Gesellschaft hineinzuziehen, die auf Zusammenbruch und Selbstzerstörung ausgerichtet ist. Ja, auch ich musste es mehrfach lesen, um es zu verstehen.
Der Opener „Rise“ fängt mit den rhythmischen Drums vielversprechend an, verliert aber im Mittelteil etwas von der Eingangsspannung. Dennoch ist er – sicherlich auch durch den durchdachten Refrain – sehr eingängig. Ein ganz anderes Kaliber dagegen ist die nachfolgende Thrashkanone „Damnatio Memoriae“. Laut und aggressiv folgt es einer deutlicheren Richtung und ist einer der besseren Songs des Albums. Auch die typische Ballade darf auf „Soul Dragger“ nicht fehlen. „Maid and the Beast“ wirkt als ruhiger Song an vordererster Front allerdings leicht deplatziert, eventuell wäre er im hinteren Drittel wirkungsvoller aufgehoben gewesen.
Sogar ein rein instrumentales Stück findet sich auf dem Debüt. Mit „Before Chaos“ haben SOUL DRAGGER eine sehr gute Mischung aus Thrash und Modern Metal gefunden, die definitiv ohne Gesang auskommt. Ein echtes Highlight auf dem sonst eher durchschnittlichen Album.
Auch „War Nightmare“ fällt in die Kategorie Highlight. Der Song klingt sowohl stimmlich als auch musikalisch auf einer Wellenlänge und wurde mit altbekannt klingenden Riffs klingen sehr passend arrangiert. Die Instrumente harmonieren hier sehr gut mit dem Gesang. Die nachfolgenden Songs, darunter auch der Titeltrack „Soul Dragger“ können nur als Füllsongs beschrieben werden, bis „Collapse“, der letzte und mit über 6 Minuten auch längste Track auf das Album abschließt. Leider kann auch „Collapse“ nicht über die Schwächen auf „Soul Dragger“ hinwegtäuschen.

Fazit: SOUL DRAGGER wollten viel, haben aber aufgrund der vielen Stile gefühlt den Überblick verloren. Es fehlt der rote Faden und ein paar mehr Songs, die sich festsetzen können. Dennoch darf man nicht vergessen, dass es sich um ein Debüt handelt und die Römer sich erst vor knapp drei Jahren gefunden haben. Es fehlt noch etwas an Reife und Erfahrung, handwerklich sind sie aber auf einem guten Weg. Im Moment kann die junge Band noch nicht vollends überzeugen, aber Potenzial ist vorhanden, es muss nur noch kanalisiert werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rise
02. Damnatio Memoriae
03. Angel
04. Maid and the Beast
05. Everyday
06. Before Chaos
07. Alone
08. War Nightmare
09. Soul Dragger
10. Death ’n‘ Destruction
11. Collapse

Tänski

Zum Reinschnuppern findet ihr hier das Video zu „Rise“

SKULL KORAPTOR – Chaos Station

Band: Skull Koraptor
Album: Chaos Station
Spielzeit: 31:49 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Ragnarök Records
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.facebook.com/SkullKoraptor

SKULL KORAPTOR sind eine Band aus Athen, Griechenland. Gespielt wird hier Thrash Metal, aber Dieser mit etlichen Einflüssen von Heavy Metal und Speed Metal. Gegründet hat sich das Trio, bestehend aus John Savoglov (v,g.), John Vratsos (b.) und George Margetis (d.) bereits 2011. Im Jahr 2014 veröffentlichte die Band ihre EP „Dead Head“, welche ihre einzige Produktion bis zum jetzigen Zeitpunkt war. Live konnten sich SKULL KORAPTOR schon mit namhaften Kollegen wie Tankard, Skull Fist und Destroyer 666 die Bühne teilen. Nun liegt mir also der erste Longplayer „Chaos Station“ vor. Unterstützt wurden die Jungs von Mike Parpathiou, der im D Studio produzierte. Das Coverartwork finde ich richtig geil. Ein Monsterzug, der alles zermalmt, was ihn in den Weg kommt. Dann hören wir uns mal das „Chaos“ an.
Es beginnt mit dem Opener „Intro“, der auch nur ein rein instrumentales Intro ist. Das geht aber direkt in den nächsten Song über und zwar in „Hatred“. Richtig guter Up-Tempo Banger mit einem Sänger der relativ rau singt. „Blast It Out“ knallt einem nun um die Ohren. Zu recht wurde dieser Song als Single und Video rausgebracht. Hier keift der Mann am Mikro so garstig wie Wattie Buchan von The Exploited auf deren Killer Album „Beat The Bastards“. Mein Lieblingstrack der Scheibe ist ganz klar „Burnt Society“. Toller Refrain, super Melodien, herrliches Gitarrensolo und feinster Thrash. „Next Station: Chaos“ ist wieder ein schnelles Stück, kein Highlight, aber gut. In meiner Promo heißt „Breakthrough“ ganz anders. Ist aber auch egal wenn dabei ein so fetter Hassbatzen rauskommt, top. Clevere Tempowechsel machen „Fatal Wrecking“ zu einer abwechslungsreichen Metal Nummer. Also das Trio kann wirklich überzeugen an ihren Instrumenten. Es ist hart, schnell und es knallt bei „Voices Of Despair“. Ruhiger, langsamer Anfang bei „Obsessed“ ehe es in eine Speed Granate übergeht. Das bleibt aber nicht so. Es wird melodischer und filigraner. Toller Abschluss einer guten Platte.
Anspieltipps: „Blast It Out“, „Burnt Society“, „Breakthrough“
Fazit: Ich weiß nicht, wie es um die griechische Thrash Szene steht, aber SKULL KORAPTOR haben auf jeden Fall internationale Klasse. Technisch sehr gut, besonders der Drummer sticht immer wieder heraus. Der Gesang gefällt mir gut dazu, aber nicht alle werden diese Stimmlage lieben. Das nächste mal noch ein bisschen mehr Spielzeit als 32 Minuten bitte. Ich werde die Jungs sicherlich im Auge behalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Hatred
03. Blast It Out
04. Burnt Society
05. Next Station: Chaos
06. Breakthrough
07. Fatal Wrecking
08. Voices Of Despair
09. Obsessed

Sturmi