REACTORY – Collapse To Come

Band: Reactory
Album: Collapse To Come
Spielzeit: 33:34 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 27.03.2020
Homepage: www.reactory-thrash.com

Holla, die Waldfee… REACTORY hauen mit ihrem dritten Album „Collapse To Come“ aber mal so richtig einen raus. Hier wird nicht lange gefackelt, sondern einfach mal locker flockig gezeigt, was den Charme einer in einem Berliner Hinterhof gegründeten Thrash Metal Band ausmacht. Neun absolute Kracher, die einem sofort das Hirn wegballern.
Und wer REACTORY nicht kennt, wird sie nach diesem Album nicht nur kennen, sondern auch zu schätzen wissen. Aber wer ist das eigentlich genau? REACTORY sind neben Sänger Hans Hornung noch Gitarrist Jerome ‚Jerry‘ Düren, Basser Ulli Hoffmann und Caue Dos Santos an den Drums. Im Jahr 2010 tatsächlich in einem finsteren Kellergewölbe eines Berliner Hinterhofs gegründet, hat das Quartett im Jahr 2013 bereits die EP „Killed by Thrash“ veröffentlicht. Im Februar 2014 kam dann das erste Album „High on Radiation“ auf den Markt, im Jahr 2016 folgte das kantige und experimentellere Album „Heavy“. Mit „Collapse To Come“ haben sich die Jungs jedoch wieder auf reinsten Thrash besonnen und das ist auch gut so. Obwohl die einzelnen Bandmitglieder vor REACTORY musikalisch bereits in vielen verschiedenen Genres unterwegs waren, liegen sie hier musikalisch definitiv auf einer Wellenlänge. Und das hört man.
Schon der Opener „Space Hex“ lässt jedes Thrash Metal Herz höherschlagen. Unvorbereitet trifft einen die Abrissbirne und lässt schon beim ersten Song keinen Stein auf dem anderen. Und dafür braucht „Space Hex“ bloß schlappe 2 ½ Minuten.
Ähnlich gewaltig kommt auch Track Nummer zwei daher. „Speedboat Piracy“ ballert genau wie Song Nummer drei „Graves Of Concrete“ mit mehrstimmigen Shouts rein und lässt die Wände wackeln, wobei „Graves Of Concrete“ ein paar geschickte Bremsen eingebaut bekommen hat. Kleine, aber passende Entschleunigungen, bevor sich der Schnellzug REACTORY wieder in Bewegung setzt. Mit „Misantropical Island“ kommt der vermutlich beste Song auf „Collapse To Come“, auch hier legen die Berliner sehr viel wert auf Spaß verbreitende Riffs und Finesse. „Drone Commander“ läuft in die ähnliche groovig-thrashig Schiene, bevor es mit „Evolving Hate“ und „Born From Sorrow“ etwas leicht abfällt. Aber auch nur leicht, denn handwerklich sind die beiden genannten Songs perfekt, aber bleiben nicht ganz so fluffig im Ohr, wie der Rest des Albums.
Zum Finale hin haben die Jungs aber wieder ihre Schiene gefunden und legen mit „Galactic Ghosts“ und „Enemy“ nochmal zwei amtliche Bretter nach. Und leider ist dann nach einer guten halben Stunde der ganze Spaß schon vorbei. Es hilft nix, da muss dann der zweite Durchgang starten. Oder auch ein dritter oder ein vierter….

Fazit: Alles in allem ist „Collapse To Come” von REACTORY ein durchdacht gutes Thrash Metal Album. Die zwei kleinen Hänger kann man der Band ruhig verzeihen, denn richtige Ausreißer nach unten sind auch das nicht. Was vor 10 Jahren in einem Berliner Hinterhof begann, ist es absolut wert, jetzt ans Tageslicht zu treten. REACTORY haben den Thrash zwar nicht neu erfunden, aber es dennoch geschafft, neuen Wind ein verstaubendes Genre zu bringen. Danke Jungs und immer weiter so!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Space Hex
02. Speedboat Piracy
03. Graves Of Concrete
04. Misantropical Island
05. Drone Commander
06. Evolving Hate
07. Born From Sorrow
08. Galactic Ghosts
09. Enemy

Tänski

GRINDPAD – Violence

Band: Grindpad
Album: Violence
Spielzeit: 41:38 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 20.03.2020
Homepage: www.facebook.com/Grindpad

Vorsicht, bissige Holländer. GRINDPAD aus Utrecht sind hier um „Good Friendly Violent Fun“ zu verbreiten. Alles klar, hier ist Thrash Metal angesagt. GRINDPAD wurden 2006 gegründet und haben bis dato vier EP’s rausgebracht. Nachdem die Jungs 2010 den niederländischen Metal Battle gewonnen hatten, trat immer mehr Professionalität ein. Es folgten daraufhin Shows mit Bolt Thrower, Benediction und Tankard. Wurde zuvor noch mehr Death Metal eingebaut, änderte sich der Fokus auf Thrash Metal mit Hardcore- und Speed Metal Einflüssen. Das geniale Hai Cover wurde vom legendären Ed Repka angefertigt. Jörg Uken am Mischpult hat den Burschen im Soundlodge Studio einen Killersound zusammengebastelt. Man spürt Olivier van der Kruijf (v.), Jan-Gerard Dekker (g.), Axel Bonacic (g.), Paul Beltman (d.) und Rik van Gageldonk (b.) den Enthusiasmus förmlich an. Also Anlage aufgedreht und ab geht’s mit dem Debütalbum „Violence“.
Full Speed ist beim Eröffnungstrack „My Name Is Violence“ ist angesagt. Meine Herren haut der rein. Der Sänger klingt richtig schön angepisst auf „Burn The Rapist“. Tempowechsel, Gangshouts und Riffs runden den Song ab. Siren läuten „Toxic Terror“ ein und es knallt uns ein astreiner Thrasher um die Ohren, der alle Facetten abdeckt. „The Knife Is Sharper Than Ever“ erinnert mich an die alten ungestümen Metallica zu „Kill’Em All“ Zeiten, stark. Die nächsten zwei Songs gehören zusammen. „Justice Crime“ ist die Einleitung zu „Justice Penalty“. Hier wird das Tempo fast durchgehend hoch gehalten aber die Melodieführung wird nicht aus den Augen verloren. Aggressiv wird es auf „Revuelta“, diesen Song hätten die alten Sepultura nicht besser machen können. „Blood, Sweat And Pride“ verlangt einem körperlich und nackentechnisch alles ab. Live wird das einen heftigen Mosh-Pit geben, der bei GRINDPAD ja „Shark-Pit“ heißt. Wow, kurz mal auf Pause drücken und Luft holen. Der nächste Track ist „Mature Love“ und clever im MidTempo Bereich gehalten, was der Abwechslung zu gute kommt. Mit voller Wucht trifft einen dann wieder „MK Ultra“. Hier springt die Energie sofort über. Slayer wären Stolz auf die Burschen. Knapp drei Minuten Endspurt ist bei „To Those About To Die“ angesagt. Die letzten Kräfte mobilisieren und sich mitreißen lassen. Geile Nummer zum Schluss, klasse.
Anspieltipps gibt es mal wieder keine, dafür ist das Album und die Kompositionen zu ausgeglichen und alle auf hohem Niveau.
Fazit: Wahnsinn was uns dieses Jahr, schon an Hammer Thrash Scheiben rausgehauen hat (Assassin, Surgical Strike). Hoffentlich geht das so weiter. Es stehen noch große Veröffentlichungen vor uns.
Wer auf Slayer, Metallica, Anthrax, Testament etc. steht, sollte hier unbedingt zuschlagen. Von mir starke neun Punkte und ich freue mich schon auf mehr von GRINDPAD.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. My Name Is Violence
02. Burn The Rapist
03. Toxic Terror
04. The Knife Is Sharper Than Ever
05. Justice Part 1: Crime
06. Justice Part 2: Penalty
07. Revuelta
08. Blood, Sweat and Pride
09. Mature Love
10. MK Ultra
11. To Those About To Die (20/20)

Video zu „Burn the Rapist“:

Sturmi

SOUL DRAGGER – Soul Dragger

Band: Soul Dragger
Album: Soul Dragger
Spielzeit: 47:18 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Time To Kill Records
Veröffentlichung: 07.02.2020
Homepage: www.facebook.com/soul.dragger

 

Mit “Soul Dragger” legen die Jungs von SOUL DRAGGER ihr selbstbetiteltes Debüt vor. Ihre Richtung bezeichnet das 2017 gegründete Quartett selbst als Kombination aus Old School Heavy und Thrash Metal Sounds mit modernen Einflüssen wie Metalcore, inspiriert von Bands wie Iron Maiden, Metallica, Trivium.
Ein bunter Mischmasch aus vielen Stilen also. Genau so klingt es auch, ein farbenfroher Cocktail verschiedener großartiger Musikstile. Doch das allein lässt ein Album nicht großartig werden.
Aber von Anfang an. Die Band selbst hat sich 2017 durch Fronter Alessio “Alex” Pompedda in Rom gegründet. Der Sänger und Gitarrist hat mit seinen Mitstreitern Davide “Spol” Spoletini, ebenfalls Gitarrist, sowie Basser Jacopo “Jake” Gennaro und
Flavio “Imperatore” Leone an den Drums bereits im Februar 2018 ihr erste selbstproduzierte EP „Before Chaos“ veröffentlicht. Zwei Jahre später hauen SOUL DRAGGER ihr Debüt „Soul Dragger“ raus.
Laut der Beschreibung des Labels handelt das Album von den typischen Emotionen wie Wut, Angst und Schmerz, hier allerdings aus der Sicht einer aus einem Menschen entstandenen übernatürlichen Kreatur, welche aber dann reduziert wurde, um sich in eine zeitgenössische Gesellschaft hineinzuziehen, die auf Zusammenbruch und Selbstzerstörung ausgerichtet ist. Ja, auch ich musste es mehrfach lesen, um es zu verstehen.
Der Opener „Rise“ fängt mit den rhythmischen Drums vielversprechend an, verliert aber im Mittelteil etwas von der Eingangsspannung. Dennoch ist er – sicherlich auch durch den durchdachten Refrain – sehr eingängig. Ein ganz anderes Kaliber dagegen ist die nachfolgende Thrashkanone „Damnatio Memoriae“. Laut und aggressiv folgt es einer deutlicheren Richtung und ist einer der besseren Songs des Albums. Auch die typische Ballade darf auf „Soul Dragger“ nicht fehlen. „Maid and the Beast“ wirkt als ruhiger Song an vordererster Front allerdings leicht deplatziert, eventuell wäre er im hinteren Drittel wirkungsvoller aufgehoben gewesen.
Sogar ein rein instrumentales Stück findet sich auf dem Debüt. Mit „Before Chaos“ haben SOUL DRAGGER eine sehr gute Mischung aus Thrash und Modern Metal gefunden, die definitiv ohne Gesang auskommt. Ein echtes Highlight auf dem sonst eher durchschnittlichen Album.
Auch „War Nightmare“ fällt in die Kategorie Highlight. Der Song klingt sowohl stimmlich als auch musikalisch auf einer Wellenlänge und wurde mit altbekannt klingenden Riffs klingen sehr passend arrangiert. Die Instrumente harmonieren hier sehr gut mit dem Gesang. Die nachfolgenden Songs, darunter auch der Titeltrack „Soul Dragger“ können nur als Füllsongs beschrieben werden, bis „Collapse“, der letzte und mit über 6 Minuten auch längste Track auf das Album abschließt. Leider kann auch „Collapse“ nicht über die Schwächen auf „Soul Dragger“ hinwegtäuschen.

Fazit: SOUL DRAGGER wollten viel, haben aber aufgrund der vielen Stile gefühlt den Überblick verloren. Es fehlt der rote Faden und ein paar mehr Songs, die sich festsetzen können. Dennoch darf man nicht vergessen, dass es sich um ein Debüt handelt und die Römer sich erst vor knapp drei Jahren gefunden haben. Es fehlt noch etwas an Reife und Erfahrung, handwerklich sind sie aber auf einem guten Weg. Im Moment kann die junge Band noch nicht vollends überzeugen, aber Potenzial ist vorhanden, es muss nur noch kanalisiert werden.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Rise
02. Damnatio Memoriae
03. Angel
04. Maid and the Beast
05. Everyday
06. Before Chaos
07. Alone
08. War Nightmare
09. Soul Dragger
10. Death ’n‘ Destruction
11. Collapse

Tänski

Zum Reinschnuppern findet ihr hier das Video zu „Rise“

SKULL KORAPTOR – Chaos Station

Band: Skull Koraptor
Album: Chaos Station
Spielzeit: 31:49 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Ragnarök Records
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.facebook.com/SkullKoraptor

SKULL KORAPTOR sind eine Band aus Athen, Griechenland. Gespielt wird hier Thrash Metal, aber Dieser mit etlichen Einflüssen von Heavy Metal und Speed Metal. Gegründet hat sich das Trio, bestehend aus John Savoglov (v,g.), John Vratsos (b.) und George Margetis (d.) bereits 2011. Im Jahr 2014 veröffentlichte die Band ihre EP „Dead Head“, welche ihre einzige Produktion bis zum jetzigen Zeitpunkt war. Live konnten sich SKULL KORAPTOR schon mit namhaften Kollegen wie Tankard, Skull Fist und Destroyer 666 die Bühne teilen. Nun liegt mir also der erste Longplayer „Chaos Station“ vor. Unterstützt wurden die Jungs von Mike Parpathiou, der im D Studio produzierte. Das Coverartwork finde ich richtig geil. Ein Monsterzug, der alles zermalmt, was ihn in den Weg kommt. Dann hören wir uns mal das „Chaos“ an.
Es beginnt mit dem Opener „Intro“, der auch nur ein rein instrumentales Intro ist. Das geht aber direkt in den nächsten Song über und zwar in „Hatred“. Richtig guter Up-Tempo Banger mit einem Sänger der relativ rau singt. „Blast It Out“ knallt einem nun um die Ohren. Zu recht wurde dieser Song als Single und Video rausgebracht. Hier keift der Mann am Mikro so garstig wie Wattie Buchan von The Exploited auf deren Killer Album „Beat The Bastards“. Mein Lieblingstrack der Scheibe ist ganz klar „Burnt Society“. Toller Refrain, super Melodien, herrliches Gitarrensolo und feinster Thrash. „Next Station: Chaos“ ist wieder ein schnelles Stück, kein Highlight, aber gut. In meiner Promo heißt „Breakthrough“ ganz anders. Ist aber auch egal wenn dabei ein so fetter Hassbatzen rauskommt, top. Clevere Tempowechsel machen „Fatal Wrecking“ zu einer abwechslungsreichen Metal Nummer. Also das Trio kann wirklich überzeugen an ihren Instrumenten. Es ist hart, schnell und es knallt bei „Voices Of Despair“. Ruhiger, langsamer Anfang bei „Obsessed“ ehe es in eine Speed Granate übergeht. Das bleibt aber nicht so. Es wird melodischer und filigraner. Toller Abschluss einer guten Platte.
Anspieltipps: „Blast It Out“, „Burnt Society“, „Breakthrough“
Fazit: Ich weiß nicht, wie es um die griechische Thrash Szene steht, aber SKULL KORAPTOR haben auf jeden Fall internationale Klasse. Technisch sehr gut, besonders der Drummer sticht immer wieder heraus. Der Gesang gefällt mir gut dazu, aber nicht alle werden diese Stimmlage lieben. Das nächste mal noch ein bisschen mehr Spielzeit als 32 Minuten bitte. Ich werde die Jungs sicherlich im Auge behalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Hatred
03. Blast It Out
04. Burnt Society
05. Next Station: Chaos
06. Breakthrough
07. Fatal Wrecking
08. Voices Of Despair
09. Obsessed

Sturmi

ASSASIN – Bestia Immundis

Band: Assassin
Album: Bestia Immundis
Spielzeit: 48:58 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 07.02.2020
Homepage: www.assassin-band.de

Genervt? Gestresst? Gelangweilt? Dann muss ich euch wohl ein Rezept dagegen ausstellen: mindestens 1x täglich ASSASSIN bei erhöhter Lautstärke hören und die Symptome werden ganz schnell verschwinden. Eine der dienstältesten Thrash Metal Bands Deutschlands meldet sich mit „Bestia Immundis“ in bestechender Form zurück.

Bereits 1982 wurden ASSASSIN aus Düsseldorf unter dem Namen Satanica gegründet, bevor man sich 1985 umbenannte. Nach drei Demos veröffentlichten die Jungs zwei klasse Alben und spielten als Vorband u.a. mit Celtic Frost, Kreator, Warlock, Testament und Death Angel. Leider kam es 1989 zum Bandsplit ehe man sich 2002 zu einer endgültigen Wiedervereinigung entschloss. Und das ist auch gut so, sonst wären wir nicht in den Genuss der neuen Scheibe gekommen. Aufgenommen wurde im Nemesis Studio in Essen. Die Produktion gestaltete sich aufgrund terminlicher Unstimmigkeiten etwas schwierig, dafür ist das Endprodukt umso besser geworden und klingt noch einen Ticken fetter als der Vorgänger „Combat Cathredal“. Der Albumtitel „Bestia Immundis“ (lat. für „unreines Tier“) bezieht sich auf das große Tier aus der Prophezeiung der Apokalypse in der Bibel. Das sehr gut umgesetzte Coverartwork spiegelt die Reflexion des Menschen im Kampf gegen und mit seinen inneren bösen Trieben wieder.
Das aktuelle Line-up mit Ingo Bajonczak (v.), Jürgen „Scholli“ Scholz (g.), Frank „Blackfire“ Gosdzik (g.), Joachim Kremer (b.) und Björn „Burn“ Sondermann (d.) startet mit dem ersten Song „The Swamp Song“ gleich richtig durch. Inhaltlich geht es hier um den Horror Klassiker, „Das Ding aus dem Sumpf“. Starke Thrash Nummer direkt zum Anfang. „How Much Can You Take“ fragt uns der Sänger im nächsten Track. Wann hat man das innere Limit erreicht? Ein wahrer Brecher, in dem geile Shouts, gelungene Soli und Tempowechsel vorkommen. „No More Lies“, das sagt schon alles über den textlichen Inhalt. Ganz starke Nummer. Mal gerne ein Außenseiter zu sein und sich bewusst gegen die Normen der Gesellschaft zu bewegen, davon handelt „Not Like You“. Ein Highspeed Monster mit ganz viel Groove, bei dem so manche große Band froh wäre, so einen Song im Repertoire zu haben. „The Wall“ kann als Statement gegen die Politik von Donald Trump gesehen werden. Dementsprechend garstig und voller Speed geht es hier ab. Keine Gnade wird auch auf „Hell’s Work Done“ gewährt, eine brachiale Uptemponummer, die aber nie ins Chaotische abdriftet. Eine Chance mal kurz durchzuatmen bekommt man beim rund 1minütigen Anfang von „The Killing Light“. Hier wird die Akustik Gitarre rausgeholt, ehe es mit schönen bissigen Vocals und harten Riffs weitergeht.
Mit „Shark Attack“ fühlt man sich in die gute alte Zeit des Thrash zurückversetzt. Eine gelungene Mischung aus Sodom, Anthrax und D.R.I. Der „War Song“ fällt qualitativ kein Stück ab. Wieder ein gelungener Song, bei dem es im Moshpit abgehen wird. „Chemtrails Part 1“ lässt einen knapp 3 Minuten instrumental mit ruhigen Klängen ausruhen, bevor der Hammer in „Chemtrails Part 2“ rausgeholt wird. Starke Nummer zum Ende.
Anspieltipps habe ich diesmal keine, da das ganze Album auf sehr hohem Niveau angesiedelt ist.

Fazit: Wer auf Thrash Metal, Hardcore und Punk steht, sollte hier unbedingt zugreifen. Aggressiv, eindringlich und nie langweilig, liefern die fünf Musiker von ASSASSIN, eine erstklassige Scheibe ab. Jetzt schon ein frühes Genre Highlight für mich in diesem noch jungem Jahr.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Swamp Thing
02. How Much Can I Take
03. No More Lies
04. Not Like You!
05. The Wall
06. Hell’s Work Done
07. The Killing Light
08. Shark Attack
09. War Song
10. Chemtrails (Part 1)
11. Chemtrails (Part 2)

Sturmi

SEPULTURA – Quadra

Band: Sepultura
Album: Quadra
Spielzeit: 51:20 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 07.02.2020
Homepage: www.sepultura.com.br

Es ist wieder soweit. Eine neue SEPULTURA Scheibe steht in den Startlöchern. Und ich bin gespannt, ob sie meine Erwartungshaltung erfüllen kann. Seit 1984 gibt es die Brasilianer aus Belo Horizonte nun schon. Die ersten sechs Veröffentlichungen sind wahre Kultplatten und Klassiker. Besonders „Arise“ hat es mir immer noch voll angetan und steht bei meinen All-Time-Faves auf Platz vier. Ab ihrer „Roots“ 1996 habe ich SEPULTURA aber aus den Augen verloren, da mir ihre Musik immer weniger zusagte.

Mal schauen was der neue Longplayer „Quadra“ so drauf hat.
Es gibt diesmal ein Konzept zum Album. Und zwar wird es in vier Parts geteilt, so wie bei einem Doppel-Vinyl. Auf Seite eins, die rohe und pure Thrash Seite. Auf Seite zwei wird die „Roots“-Ära durch Rhythmen und Percussions beleuchtet. Die Dritte ist ein wenig experimenteller und die Vierte hat die Melodien. Aufgenommen wurde in den Fascination Street Studios, mit dem schwedischen Produzenten Jens Bogren, an den Reglern. Dieser unterstützt das Line up um Andreas Kisser (g.), Derrick Leon Green(v.), Paulo Xisto Pinto Jr. (b.) und Eloy Casagrande (d.) mit aller Kraft.
Ok. Um, dois, tres. Let’s go for it.
Die erste Single „Isolation „ beginnt mit einem kurzen Intro ehe das volle Brett gefahren wird. Derrick schreit wie Max Cavalera und die Gitarre feuert was das Zeug hält. Holy Shit, was der Drummer auf „Means To An End“ abliefert, ist der Hammer. Was für ein Tier. Songtechnisch geht es hier voll in die „Roots“ Phase. Growls, melodische Passagen und Spoken Words, Derrick zeigt alles was er kann. „Last Time“ startet mit einem Solo von Kisser bevor es richtig hart wird. Könnte auch auf einem Fear Factory Album stehen. „Capital Enslavement“ enthält den typischen Tribalsound der Band. Wieder sticht im ersten Teil des Stückes das Drumming hervor, um dann im Zweiten von Gitarre und Bass geführt zu werden. Riffs, Riffs und nochmal Riffs dominieren in „Ali“. Es folgt mit „Raging Void“ einer der stärksten Tracks. Midtemponummer mit klasse Refrain und tollen Gitarrensoli. „Guardians Of Earth“ wird durch eine Akustikgitarre eingeleitet, Chorgesang setzt ein und dann wird es brachial, hymnisch und sphärisch zugleich. Leider folgt nun mit „The Pentagram“ ein belangloses Instrumental, gibt mir gar nichts. „Autem“ ist da sofort anders. Vollgas mit fiesen Cradle of Filth artigen Vocals ist angesagt. „Quadra“ kann man als Intro für „Agony Of Defeat“ sehen. Cleaner Gesang und sehr viel Melodie bestimmen „Agony Of Defeat“. Guter Song. Zum Schluss kommt mit „Fear; Pain; Chaos; Suffering“ ein „love it or hate it“ Moment. Beim Duett wird Derrick von Emily Barreto (Far From Alska) unterstützt. Ich finde dies funktioniert leider überhaupt nicht, schade drum.

Anspieltipps: „Isolation“, „Means To An End“, „Raging Void“

Fazit: Was der Drummer hier abliefert, ist phänomenal. Auch der Sänger ist richtig stark. Mal wieder eines der besseren Alben von SEPULTURA, auf dem sich trotzdem ein paar schwächere Songs eingeschlichen haben, die einfach nicht hängen bleiben wollen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Isolation
02. Means To An End
03. Last Time
04. Capital Enslavement
05. Ali
06. Raging Void
07. Guardians Of Earth
08. The Pentagram
09. Autem
10. Quadra
11. Agony Of Defeat
12. Fear; Pain; Chaos; Suffering

Sturmi

SURGICAL STRIKE – Part of a Sick World

Band: Surgical Strike
Album: Part Of A Sick World
Spielzeit: 44:39 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Metalville/Rough Trade
Veröffentlichung: 24.01.2020
Homepage: www.surgicalstrike.de

Hell yeah! Nach nur 2 Sekunden horche ich auf und 28 Sekunden später haben sie mich komplett. SURGICAL STRIKE aus Hannover haben nur eine Mission: 100% puren, bedingungslosen und technisch versierten Thrash Metal zu spielen, der direkt in die Nackenmuskulatur geht. Und das gelingt den Mannen um Jens „Korken“ Albert (v.), Marcelo Vasquez Rocha (g.), Frank Ruhnke (g.), Florian Seybecke (b.) und Moritz Menke (d.), tadellos. Gegründet wurden SURGICAL STRIKE 2015 und schon bald erschien das erste Lebenszeichen in Form einer EP, namens „V:II:XII. Auf den fünf Songs deuten die Musiker schon an, was sie alles draufhaben. Nur wenige Jahre später arbeitete die Band intensiv an neuem Material, das nun auf dem ersten vollständigen Studioalbum veröffentlicht wird.
Das Album „Part Of A Sick World“ dreht sich textlich um die Korruption, Manipulation und Verleugnung in dieser Welt. Und wie die Jungs das musikalisch umsetzen ist eine Wucht.
Beginnen wir mit „Dead End Gone“, dass gleich richtig schnell anfängt und einem die Luft raubt. In der Hälfte des Songs wird das Tempo rausgenommen und ein melodischer Zwischenpart eingebaut, bevor zum Schluss wieder Vollgas gegeben wird. „Failed State“ steht dem in nichts nach und wird durch das tolle Zusammenspiel von Bass und Drums durch den Track geführt. „Politicians“ hat so geile Riffs und klingt nach Anthrax in ihrer starken Phase. Kompromissloser Thrash in seiner reinsten Form wird auf „Conspiracy“ geboten. Starke Nummer die auch von Onslaught hätte sein können. Das Groove Monster „Below Zero“ knallt im Overkill Style durch die Boxen. Die nächsten zwei Hochkaräter „Lambs To The Slaughter“ und „Not in this Life“ lassen einem keine Zeit zum Durchatmen. Der mit sechs Minuten längste Song des Albums, „Part Of A Sick World“ bietet alles was dieses Genre ausmacht: Filigrane Gitarren, geniales Drumming, pumpenden Bass und wütende Vocals.
Schön langsam schmerzt der Nacken, aber SURGICAL STRIKE zeigen keine Gnade. „Confrontation“ und „Sorrow Of War“ treiben einen immer weiter voran. Das große Finale mit „The Breed“ verlangt einem noch einmal alles ab. Headbangen bis der Kopf ab ist.

Anspieltipps: „Dead End Gone“, „Conspiracy“, „Below Zero“, „Part Of A Sick World“ und „The Breed“.

Fazit: Ganz starkes Album mit einem genialen Sänger, der wie eine böse Mischung aus allen Exodus Sängern und Mille von Kreator klingt. Auch die Rhythmus- und Gitarrenabteilung ist bärenstark. Die Produktion ist glasklar und klingt sehr gut. Wer auf Exodus, Overkill, Testament und Anthrax steht, muss hier zuschlagen.
Ein Pflichtkauf in Sachen Thrash Metal 2020! Ich gehe jetzt erstmal zu meinem Physio und lasse meinen Nacken behandeln.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dead End Gone
02. Failed State
03. Politicians
04. Conspiracy
05. Below Zero
06. Lambs ToThe Zero
07. Not In This Life
08. Part of A Sick World
09. Confrontation
10. Sorrow Of War
11. The Breed

Sturmi

NIGHTGLOW – Rage Of A Bleedin‘ Society

Band: Nightglow
Album: Rage Of A Bleedin‘ Society
Spielzeit: 56:12 min
Stilrichtung: Modern Metal vielleicht
Plattenfirma: Logic Il Logic Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.facebook.com/nightglow

Es gibt so Alben, die bekommt man zum Rezensieren, dann hört man kurz mal in die ersten Tracks rein, um ein ungefähres Bild davon zu bekommen, was einen so erwartet, und dann hat man eigentlich schon gar keinen Bock mehr auf die Rezension. So ging mir das mit NIGHTGLOW. Das dritte Album der Italiener ist das erste, das mir von ihnen in die Hände kam, klingt recht roh in die Fresse produziert, mit einer Mischung aus klaren, oftmals verfremdeten und unklaren Vocals, mal im Wechsel und mal übereinander.
Sind NIGHTGLOW offiziell Heavy Metal, so sind sie doch eigentlich die modernere Art, die auch DISTURBED, ROB ZOMBIE und 5FDP (hat nach Thüringen noch eine andere Bedeutung) spielen, nur eben in etwas unpolierter und mehr nach Underground klingend. Und dazu in streckenweise relativ seltsam unkonventionell, aber auf eine smarte gewollte Weise, was mir, der ich mit besagten Bands eigentlich wenig anfangen kann, das Album um einiges versüßt hat.
Das beginnt bereits bei “Circus Of The Damned”, dessen Mix aus höchst asozial röhrenden Gitarren, einem obskuren Einbau von Horror-Zirkus-Elementen in der Strophe und gemeinen, die Chorusmelodie begleitenden Gitarren doch ziemlich Spaß macht. Fuck@looza beginnt schwer ROB-ZOMBIE-beeinflusst, knallt im Refrain ungleich heftiger und offenbart plötzlich seine echt schöne melodische Seite. Unvorhersehbares Ding, ziemlicher Hit auch.
Trocken und knackig erfreut “On Your Own” anschließend mit Telefon-Dialogpartnerin im Prechorus (coole Idee und gut umgesetzt) und “Overlord” überzeugt nicht nur durch sein edeles Midtempo-Riff sondern auch durch seinen Charakter als einmal durch den Aggrowolf gedrehter harmonischer Power-Metal-Track.
“Alive” packt den Humpa-Thrash-Beat aus, “Gone” ist eine Ballade aus cleanen Gitarren, Gesang und ein paar Streichern (aber halt ganz ganz anders als man sich das anhand dieser Beschreibung vorstellt), “The Last One” mutet DISTURBEDig an, mit einem Synth im Hintergrund, das so tut, als solle es episch wirken, und einer plötzlich reinkommenden Gesangsline auf einer Frequenz (?!), die man nicht erwartet. Und auch der Bonustrack “Daenerys” lohnt im Kontext des Albums mit seinem vergleichsweise melodiösen Refrain und dem seltsamen gesprochenen Prechorus, das finale “Erzsébet”, dessen Ende fast sentimental ausfällt, ebenso.

Fazit:
Nee, eigentlich ist das nicht so meine Musik. Aber unabhängig dessen ist “Rage Of A Bleedin‘ Society” eine Platte, die aggressiv wie melodisch, böse wie humorvoll, angepisst wie klug ist. Und mit Sicherheit keine, die einmal gehört irgendwo in den Tiefen meines Musikordners verrotten wird.

Anspieltipps:
“Fuck@looza”, “Gone”, “Daenerys” und “Erzsébet”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Thy Flesh Consumed
02. X
03. Circus Of The Damned
04. Fuck@looza
05. On Your Own
06. Overlord
07. Alive
08. Gone
09. Mofo Social Club
10. The Last One
11. Feed My Demon
12. Daenerys (Bonus Track)
13. Erzsébet

Jannis

ASSASSIN’S BLADE – Gather Darkness (Kurzrezension)

Band: Assassin’s Blade
Album: Gather Darkness
Spielzeit: 45:28 min
Stilrichtung: Heavy/Thrash Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 18.09.2019
Homepage: www.assassins-blade.com

Jaques Bélanger, den man von EXCITER kennen könnte, vergnügt sich zur Zeit mit seiner neuen Band “Assassin’s Blade” und hat neben Mitgliedern von PORTRAIT und CULT OF THE FOX auch das inzwischen zweite Album “Gather Darkness” im Gepäck. Auf dem Programm steht ein Mittelding aus melodischem Thrash Metal und Heavy Metal im Stil von JUDAS PRIEST. Positiv fällt die Produktion auf, insbesondere die Drums klingen herrlich fett, aggressiv und definiert, was sie zusammen mit dem starken Spiel von Marcus Rosenkvist zu einem amtlichen Ohrenschmaus gestaltet. Bélangers Stimme kann man mögen, mir persönlich hat sie auf “Gather Darkness” aber zu wenig Zusammenhang zum restlichen Sound der Band, fügt sich (wohl auch produktionsbedingt) nicht so richtig ein und überzeugt am ehesten noch in Halford-Passagen.
Die Tracks bewegen sich zwischen Mid- und Uptempo, sind eher simpel komponiert und im allgemeinen klassischer Heavy Metal mit Thrash-Schlagseite, oft in Form genretypischer Rhythmusarbeit. Lediglich “The Thaumaturge” lässt ein paar Power-Metal-Anleihen zu und “The City That Waits” mutet doomig an und bekommt gegen Ende ein paar klare KING-DIAMOND-Züge.
Das Songwriting an sich ist eher unspektakulär, mit einigen besseren und einigen schlechteren Ideen wie der nervigen Wiederholung des Refrains bei “Soil Of The Dead” oder dem leicht peinlichen Ende vom Titeltrack, punkten können dafür häufig die Mittelteile, insbesondere von “Dream Savant” und “The Ghost Of Orion”.
Zusammengefasst: “Gather Darkness” ist wenig innovativer thrashig-harter Heavy Metal, der sich dank seiner guten Produktion doch auf jeden Fall anhören lässt, dabei jedoch in seiner Gesamtheit durchschnittlich ausfällt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Tempt Not (The Blade Of The Assassin)
02. Call Of The Watch
03. Gather, Darkness!
04. The City That Waits
05. Dream Savant
06. Gods
07. The Ghost Of Orion
08. The Thaumaturge
09. I, Of The Storm
10. Soil Of The Dead

Jannis

SUICIDAL ANGELS – Years Of Aggression

Band: Sucidal Angels
Album: Years Of Aggression
Spielzeit: 41:14 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Noise Art Records
Veröffentlichung: 09.08.2019
Homepage: www.suicidalangels.net

Tja, wer denkt, es käme nichts Neues aus Griechenland, hat sich definitiv geirrt. Nach 3-jähriger Pause legen SUICIDAL ANGELS endlich wieder los und hauen mit „Years Of Aggression“ ihr siebtes Studioalbum raus. Sehr schön, darauf haben wir jetzt auch lange genug gewartet.
Obwohl das Cover-Artwork auch dieses Mal von Ed Repka erstellt wurde, ist das wohl auch die einzige Konstante des aktuellen Drehers. Na klar, klanglich ist es immer noch SUCIDAL ANGELS, keine Frage. Aber dennoch wurden hier und da einige stilistische Neuheiten und Einflüsse eingebaut, die dafür sorgen, dass sich SUICIDAL ANGELS im Jahr 2019 doch etwas anders anhören wie die Combo, die sich 2001 auf den Weg gemacht hatte, die Welt zu erobern.
Während der Opener „Endless War“ noch zeigen will, dass man sich treu geblieben ist, ist er alles andere als langweilig. Stakkato-Riffs hämmern sich ins Hirn, während Sänger Nick Melissourgos sich durch die knapp vier Minuten brüllt. Ein klasse Einstieg. Allerdings ist es schon mit dem nachfolgenden „Born of Hate“ vorbei mit der Gewohnheit. Ungewöhnlich melodisch und mit ungestümer Energie heftet sich der Song ans Langzeitgedächtnis an. Und melodisch geht es auch direkt mit dem Titeltrack „Years of Aggression“ weiter. Ein Song, der mit seinem melodischen Riffing einfach nur Spaß macht. Und selbst damit hört die Experimentierfreude des Quartetts nicht auf. Das Intro und die genialen Heavy Metal-Riffs von „Bloody Ground“ erinnern leicht an ICED EARTH und wird mit der thrashigen Härte der griechischen Engel perfekt kombiniert. Mit über sechs Minuten Spielzeit ist „Bloody Ground“ einfach nur wow.
Auch „From all the One” mit seinen starken Slayer-Anleihen groovt sich mächtig und düster in die „Years Of Aggression“ ein. Ebenfalls eines der Highlights der Band und absolut hörenswert.
Völlig aus der Rolle zu fallen scheint das siebenminütige Düster-Epos „The Sacred Dance with Chaos“, welches den Abschluss des knapp 41-minütigen Drehers bildet. In Kombination mit dem Rest des Albums fügt sich „The Sacred Dance with Chaos“ jedoch perfekt ein und ist die logische Weiterentwicklung der Experimente auf „Years Of Aggression“. Die dreijährige Pause und das mittlerweile beständige Line-up scheinen sich ausgezahlt zu haben.
Für eingefleischte SUICIDAL ANGELS Fans, die auf das thrashige Geknüppel der Anfangstage hoffen, wird „Years Of Aggression“ beim ersten Durchgang vermutlich nicht gleich gefallen, aber nach 18 Jahren Bandgeschichte darf man sich auch mal was Neues einfallen lassen. Und im Falle der Griechen war es nur logisch und konsequent, will man nicht in der Belanglosigkeit der Thrash Metal Szene verschwinden. Facettenreich und doch krachend holen SUCIDALS ANGELS mehr als einmal die Abrissbirne raus. Dennoch ist alles klar, strukturiert und dabei doch so gnadenlos kompromissbefreit.
Auch inhaltlich sind die Lyrics einen zweiten Blick wert. Sänger Nick Melissourgos betrachtet darin viele Aspekte des aktuellen Weltgeschehens aus einer persönlichen Perspektive und verleiht dem Album dadurch eine ganz eigene Note.
Mit „Years Of Aggression“ haben SUICIDAL ANGELS vielleicht nicht das Rad neu erfunden, aber sie haben das vielleicht spannendste Album ihrer bisherigen Karriere geschaffen. Allein der Mut, sich auf neues Terrain zu wagen und dabei den Spagat zwischen Härte und Melodie, alt und neu nahezu perfekt hinzubekommen, hat auf alle Fälle Lob und Anerkennung verdient. Und wenn das alles dann soviel Spaß macht, wie es hier der Fall ist, haben SUCIDAL ANGELS alles richtig gemacht.
Ich hoffe, dass die Jungs ihren Weg weiter beschreiten, den sie mit „Years Of Aggression“ so gut begonnen haben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Endless War
02. Born of Hate
03. Years of Aggression
04. Bloody Ground
05. D.I.V.A.
06. From all the One
07. Order of Death
08. The Roof of Rats
09. The Sacred Dance with Chaos

Tänski