PARADOX – Heresy II. End of a Legend

Band: Paradox
Album: Heresy II. End Of A Legend
Spielzeit: 75:44 min
Stilrichtung: Power/Thrash Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 24.09.2021
Homepage: www.Facebook.com/paradoxthrash

Es war einmal im Jahre 1990. Eine junge Band namens PARADOX veröffentlicht ihren Thrash Metal Klassiker „Heresy“. Und 2021 sind PARADOX immer noch am Start und veröffentlichen „Heresy II. End Of A Legend“. Ob diese Scheibe auch ein Klassiker wird, wird sich noch herausstellen. Die Fähigkeiten dazu haben Charly Steinhauer (v.g.), Christian Münzner (g.), Olly Keller (b.) und Axel Blaha (d.) auf alle Fälle. Produziert hat Charly selbst, ehe es zum Mastern ins Mordor Sound Studio von Hannes Grossmann ging. Der Sound ist düster und bedrohlich gehalten, um sich den Texten anzupassen. In dieselbe Kerbe schlägt auch das tolle Coverartwork von Travis Smith. Auf geht’s zu 75 Minuten feinster Unterhaltung.

Das achte Album fängt mit dem epischen Opener „Escape From The Burning“ schon mal spannend an. Die ersten zwei Minuten lang wird langsam der Song aufgebaut, ehe es schnelle Riffs vom Feinsten gibt die genauso wie die melodiöse Stimme von Charly im Ohr hängen bleiben. Man kann deutlich die Metallica Einflüsse der ersten drei Alben heraushören. „Mountains And Caves“ ist sehr gut geworden. Treibende Riffs und das exzellente Drumming passen so geil zusammen. Der Refrain dringt direkt in Blind Guardian Dimensionen vor und ein Flitzefinger Solo darf natürlich auch nicht fehlen. Auch „The Visitors“ ist fett. Die Uptempo Nummer kombiniert Härte und Melodie auf sehr hohem Niveau. „Children Of A Virgin“ kann ebenso voll punkten. Sehr eingängiger und grooviger Sound, der bei Minute drei durch einen düsteren Part unterbrochen wird, um dann wieder ordentlich Gas zu geben.

„Journey Into Fear“ zeichnet seine Vielschichtigkeit aus. Was die Musiker hier abziehen, ist ganz großes Kino. Das Solo ist auch wieder richtig groß. In „Buying A Treasure“ steckt so viel Energie drin, hier wird man förmlich zum Headbangen gezwungen. Vom Style her klingt es wie Megadeth vs. Annihilator. Bei „A Meeting Of Minds“ wird es nun ein bisschen ruhiger. Diese mächtige Halbballade wird durch die intensive und berührende Stimme getragen. Dass hier die neuen Minuten Marke überschritten wird, fällt einem gar nicht auf. Glockengeräusche und Regen leiten „Priestly Vows“ ein. Ein echt fetter Stampfer mit ganz viel Wiedererkennungswert und einem Riffing, dass an Testament erinnert. Und der ruhige Mittelpart hätte auch von Queen sein können. „Unholy Conspiracy“ ist ein tolles Groove Thrash Monster geworden. Mein Kopf mit zu kurzem Haar will nicht mehr aufhören zu kreisen. „A Man Of Sorrow“ ist in zwei Hälften unterteilt. Die sakral anmutende Einleitung führt zu einem Stück, dass man gerne immer wieder hören will. Der Song wird von Mal zu Mal besser und sollte auch Blind Guardian Fans wieder gefallen. Es folgt die längste Nummer „The Great Denial“ der Platte. In den 9 Minuten und 27 Sekunden ist Melodic-Thrash angesagt. Wilde Soli, Power Drumming, Tempiwechsel und geile Melodien. Den Basser muss ich jetzt auch noch loben, der Mann gibt bei jedem Song alles. „End Of A Legend“ ist ein knapp 2minütiges Outro und beendet stilvoll dieses Werk. Als Bonustrack liegt mir hier das Instrumental „Merciless Onslaught“ (Metal Church Cover) vor. Alter Falter, hier hauen die Würzburger aber nochmal alles rein. Eine unglaubliche Power und Energie, die hier übertragen wird.

Fazit: PARADOX klingen 2021 so echt und menschlich. Die Songs sind einfach erfrischend und unverbraucht. Und dass die Truppe schon so viele Jahre auf dem Buckel hat, merkt man keine Sekunde. Starkes Teil, dass von mir mit 9 starken Punkten belohnt wird.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Escape From The Burning
02. Mountains And Caves
03. The Visitors
04. Children Of A Virgin
05. Journey Into Fear
06. Burying A Treasure
07. Meeting Of Minds
08. Priestly Vows
09. Unholy Conspiracy
10. A Man Of Sorrow (Prologue)
11. A Man Of Sorrow
12. The Great Denial
13. End Of A Legend
14. Merciless Onslaught (Metal Church Cover)

Sturmi

MAZE OF TERROR – Offer to the Fucking Beasts

Band: Maze Of Terror
Album: Offer To The Fucking Beasts
Spielzeit: 47:23 min
Stilrichtung: Thrash/Death Metal
Plattenfirma: Xtreem Music
Veröffentlichung: 26.08.2021
Homepage: www.mazeofterror.bandcamp.com

Ich liebe Massacra, Demolition Hammer und die alten Sepultura. Wenn auch ihr diese Bands mögt, müsst ihr euch unbedingt MAZE OF TERROR anhören. Die Band aus Peru wurde 2011 mit dem Ziel gegründet, rohen und verheerenden Thrash/Death Metal zu kreieren. Alleine die Namen der Mitglieder sind Metal as fuck: Leviathan (v.b.), Criminal (g.) und Hammer (d.). Neben einigen Split-CDs und EPs gab es mit „Ready To Kill“ das erste full length Album von MAZE OF TERROR. Live war die Combo auch nicht faul und tourte schon mit Destruction, Whiplash und Exumer.

Los geht es mit „Priest Of The Ancient Ones“. Eingeleitet wird der Song mit „Iä,iä Cathulu fhtagn“ Sprechformeln von H.P. Lovecraft. Dasselbe Intro gab es schon mal bei Cradle Of Filth („Mother Of Abominations“), aber die Peruaner bauen den satanischsten Schrei ein, den ich seit langem gehört habe. Der Gesang von Lvt ist voller Energie und abgrundtief böse. Die Riffs sind schnell und hart, das wird ein wilder Ritt. Bei „Blessed By Sickness And Death“ geht die zerstörerische Raserei weiter. Das Stück fegt wie Awqakug (Kriegsgott der Peruaner) über seine Feinde hinweg. „Angels Of Acid“ beginnt ganz langsam, nur um dann noch mehr zu explodieren. Starke Rhythmuswechsel lassen keine Langeweile aufkommen und das Solo von Criminal fügt sich hervorragend ein.

Bei „Blood Horror Cult“ muss ich ganz klar an Sepultura zu „Beneath The Remains“ Zeiten denken. Diese ungestüme Kraft, dieser Wille einen solch heftigen Song zu schreiben ist bemerkenswert. Bei „Death By Fire“ regiert der oldschool Thrash Metal. MAZE OF TERROR entfachen hier Chaos pur. Wenn man meint es geht nicht schneller, setzt das Trio noch einen oben drauf. Ein richtig melodischer Beginn auf „A Million Kills“. Die ganze Nummer bewegt sich im Midtempo Bereich und bietet einen schönen Gegenpol zu den anderen Stücken. Das Hauptriff hat eine hypnotische Wirkung, gut gemacht. Dass „Destroy And Control“ keine Ballade wird, ist klar. Hier regieren wilde Blast Attacken die schon ins Black Metal Genre übergehen. Der Mittelpart ist aber überraschend melodisch gehalten. Mit „Starbeast“ könnte Supag (Gott des Todes) mit all seinen Dämonen über die Menschen herfallen. Dieses Thrash/Death Metal Monster von einem Song ist perfekt dafür gemacht. Fäuste in die Luft und Moshpit an für „No Requiem For The Unborn“. Das Teil wird live ganz viel Freude bereiten und die Temperatur nach oben steigen lassen. Holy fuck, auf „Shub-Niggurath Awakes“ wird es abermals unendlich böse. Thematisch geht es um H.P. Lovecrafts Shub-Niggurath. Sie ist die schwarze Ziege der Wälder und Mutter vieler Abscheulichkeiten. Dementsprechend heftig geht es im Death/Thrash Stile zur Sache. Sehr gelungener Abschluss dieser Scheibe.

Fazit: Trotz des vielen Chaos und Gegeneinander der Musiker, wirkt alles sehr homogen und stimmig. Zwei Sachen muss ich gleichzeitig noch loswerden: 1. Einige Teile der Songs sind ein wenig zu lang gehalten und 2. Ich würde dem Ganzen einen klaren, druckvollen Sound verpassen, dann knallt das jeden total weg. Das war Jammern auf hohem Niveau, denn das Album ist richtig stark geworden und verdient sich locker 9 von 10 Punkten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Priest Of The Ancient Ones
02. Blessed By Sickness And Death
03. Angels Of Acid
04. Blood Horror Cult
05. Death By Fire
06. A Million Kills
07. Destroy And Control
08. Starbeast
09. No Requiem For The Unborn
10. Shub Niggurath Awakes

Sturmi

KILLING – Face the Madness

Band: Killing
Album: Face The Madness
Spielzeit: 40:41 min
Stilrichtung: Speed/Thrash Metal
Plattenfirma: Mighty Music
Veröffentlichung: 13.08.2021
Homepage: www.facebook.com/killingthrash

Heute liegt mir mit „Face The Madness“ das Debüt der dänischen Thrash Metal Maniacs von KILLING vor, das über Mighty Music verbreitet wird. Die Jungs aus Jutland geben seit 2013 Gas und haben eine EP und etliche Konzerte hinter sich. Mit dem Lockdown hatten Rasmus Soelberg (v.b.), Snade (g.), Rasmus Holm Sørensen (g.) und Jesper Skousen (d.) genug Zeit sich dem Album zu widmen und ihre Stärken zu bündeln. Aufgenommen wurde mit Jacob Bredahl im Dead Rat Studio und was dabei herausgekommen ist, könnt ihr hier jetzt lesen.

Dann lasst uns dem Wahnsinn ins Auge sehen und mit „Kill Everyone“ starten. Und der Opener verspricht, was der Titel hält. Hier werden keine Gefangenen gemacht. Zwei volle Minuten lang gibt es rohe und ungezügelte Power, die einen sofort moshen lässt. Auf „Before Violence Strikes“ geht es genauso aggressiv wie zuvor weiter. Hier werden Gang Shouts, harte Riffs und eine lässige Eingängigkeit miteinander verbunden. „Don’t Get Mad, Get Evil“ überzeugt mich durch seine groovige Art. Geile Mischung aus Kreator und Marduk. Hier kann man gar nicht anders, man muss wild headbangen. Bei „See You In Hell“ gibt es das volle Thrash Metal Paket. High Speed Riffing, super getimte Breaks und der Gesang klingt wie Mille (Kreator) zu alten Zeiten. Wirklich extrem fette Nummer. „Legion Of Hate“ ist zugleich die erste Video Veröffentlichung. Das Tempo wird durchgehend hoch gehalten, es gibt wilde Soli und die Drums killen. Erinnert mich sehr an Bewitcher. „Straight Out Of Kattegat“ gefällt mir sehr gut. Der eher im Midtempo Bereich gespielte Song hat eine ganz spezielle Ausstrahlung für mich. Die Vocal-Lines und die Rhythmik klingen sehr eingängig und pushen einen förmlich. Bei „One Last Victim“ scheinen Slayer aber mal so richtig durch. Es wird aber NICHT blind kopiert, sondern im KILLING Stil abgeliefert. Oh fuck, was hier auf „1942“ abgeht, ist die pure Zerstörung. Hier treffen Drums from hell auf intensives Stakkato Riffing. Kommen wir nun zum längsten und letzten Song namens „Killed In Action“. Und der ist mit seiner Mixtur von Slayer („Seasons In The Abyss“) und Metallica („Master Of Puppets“) richtig cool geworden. Etwas langsamer gespielt und düsterer gehalten, entfaltet der Track seine ganz eigene Magie. Die knapp sieben Minuten vergehen wie im Flug.

Fazit: Ein absolut ehrliches und energiegeladenes Debüt. Die alten Helden wie Kreator, Slayer und Metallica werden zwar immer wieder mal zitiert, aber in ihrem ganz eigenen kompromisslosen KILLING Thrash Style dargeboten. Diese Scheibe macht von vorne bis hinten Spaß. Gebt den Jungs eine Chance und hört mal rein. Klare Kaufempfehlung und fette neun Punkte von mir.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Kill Everyone
02. Before Violence Strikes
03. Don’t Get Mad, Get Evil
04. See You In Hell
05. Legion Of Hate
06. Straight Out Of Kattegat
07. One Last Victim
08. 1942
09. Killed In Action

Sturmi

PRESTIGE – Reveal the Ravage

Band: Prestige
Album: Reveal The Ravage
Spielzeit: 43:16 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 13.08.2021
Homepage: www.prestige.fi

Tervetuloa takaisin (willkommen zurück) PRESTIGE. Eine der dienstältesten Thrash Metal Bands Finnlands meldet sich mit ihrem neuen Album zurück. Die Jungs um Aku Kytölä (v.b.), Ari Tapani Karppinen (g.), Jan „Örkki“ Yrlund (g.) und Matti Johansson (d.) treiben bereits seit 1987 ihr Unwesen in der Szene. Das coole Artwork wurde vom Gitarristen Örkki entworfen. Gemischt hat das Ganze Samu Oittinen im Fantom Studio. Und der Sound ist rau, aber dennoch zeitgemäß ausgefallen. Anlage auf und los.

Und wie es losgeht, „Innocent“ ballert gleich mächtig aus den Boxen. Brutaler Thrash Metal Song mit Backing-Vocals, ein sehr gelungener Start. „Burn My Eyes“ ist ein fetter Stampfer, der im Midtempo-Bereich abläuft. Der Refrain bleibt gut hängen und die Back-Shouts passen perfekt. Auf „Blessed Be“ wird richtig Gas gegeben. Der Drummer gibt alles, die Riffs sitzen, der Bass wummert und die Vocals werden schön dreckig rausgegrölt. Die Tempiwechsel sind raffiniert gemacht. Auf „Pick Your Poison“ werden etwas melodischere Riffs rausgezaubert. Gefällt mir gut, absolut Headbanger-tauglich. „Exit“ fängt ähnlich wie Metallica („Sanitarium“) an, ballert dann aber heftig los. Die Gangshouts kommen geil rüber und dieser Song wird live einschlagen wie Bombe. Oh ja, „Weep“ ist ein Hit. Hey, hey, hey Shouts zu Beginn, dann wird der Circle Pit eröffnet. Fiese Vocals und das volle Thrash Metal Brett. Mir fällt gleich der Schädel ab beim Mitbangen. Ihr wollt es noch schneller? Bitteschön, „In Remains“ lässt in Sachen Tempo keine Wünsche offen. Hier wird jedes Stop Schild absichtlich überfahren. „Ready?“ erinnert mich leicht an Silius. Und das ist ja bei mir bekanntlich doch was Gutes. Schönes Solo im Mittelpart und die wiederholten Shouts der Gitarristen runden das Stück ab. Auch „Self Destruct“ macht einfach nur Laune. Man glaubt, die Nummer zwar schon von irgendwo her zu kennen, aber so klasse vorgetragen, stört das keine Sekunde. „Prime Time“ fängt herrlich verträumt mit der akustischen Einleitung an und wird dann Stück um Stück zu einem würdigen Abschluss.

Fazit: PRESTIGE können auf ganzer Linie überzeugen und liefern hier ein starkes Comeback Album nach 19 Jahren ab. Hier sollte jeder Thrasher seinen Spaß daran haben und live werden die Songs zu 100% zünden. Vahva 9 pistettä

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Innocent
02. Burn My Eyes
03. Blessed Be
04. Pick Your Poison
05. Exit
06. You Weep
07. In Remains
08. Ready?
09. Self Destruct
10. Prime Time

Sturmi

GODSLAVE – Positive Aggressive

Band: Godslave
Album: Positive Aggressive
Spielzeit: 43:39 min
Stilrichtung: Heavy/Thrash Metal
Plattenfirma: Metalville Records
Veröffentlichung: 23.07.2021
Homepage: www.godslave.de

GODSLAVE kommen aus dem Saarland und haben mit der neuen Scheibe nun schon sieben Alben veröffentlicht. Thomas Pickard (v.), Bernhard Lorig (g.), Manuel Zewe (g.), Michael Koch (b.) und Tobias Huwig (d.) hätten fast nicht weitergemacht. Und das wäre ein herber Verlust für die Szene gewesen. Denn musikalisch und auch live haben GODSLAVE einiges zu sagen. Heute will ich aber gar nicht lange rumreden (schreiben), lasst uns sofort reinhören.

Der Opener „How About NO?“ knallt von Sekunde eins an. Harte Riffs geben dem Thrash Metal Song die Richtung vor. Ein klasse Solo und die Background Vocals von Britta Görtz runden den gelungenen Einstieg ab. Mit „Positive Aggressive“ hat man den wohl schnellsten Track am Start. Geiles Riffing, tightes Drumming und auch aufgrund der Vocals fühlt man sich an gute alte Overkill Tage erinnert. Erzeugt schon mal die ersten Nacken-Verspannungen. „Straight Fire Zone“ bietet ein Hammer Intro, ganz viel Groove und ein wenig Accept Feeling. Geht direkt ins Ohr und wurde zurecht auch als Video Output gewählt. Wächst mit mehreren Durchläufen immer mehr. So lange es Songs wie „From Driven“ gibt, wird der Heavy Metal nicht aussterben. Richtig Fettes Teil mit Drum- und Bass Solo am Start. Ein Mix aus Pantera und Rage irgendwie. „Flap Of A Wing“ klingt anders. Und das meine ich durchaus positiv. Strukturen die man sonst von Bands wie Symphony X kennt, paaren Melodie und Härte geschickt miteinander. „King Kortex“ geht mehr in die Power Metal Richtung, aber es klingt ganz natürlich und komplett nach GODSLAVE. „Show Me Your Scars“ beschreibt all die Narben, die jeder in seinem Leben abbekommt und stellt den persönlichsten Song von Bernie dar. Etwas düsterer gehalten und mit einem Gänsehaut-Cello-Moment versehen ist es ein echtes Highlight. Auf „I Am What Is“ spielt Damir Eskic (Destruction) ein Gastsolo. Eine Midtempo Nummer, die aber ein wenig zum Rest abfällt. „See Me In A Crown“ gefällt mir sehr gut. Hier wird gerifft, gegrowlt und soliert. Abwechslung pur einfach. Und schon sind wir am Schluss mit „Final Chapters First“ angekommen. Dieses Stück klingt trotz des harten Riffings extrem motivierend und positiv. Man wird hier mit einem guten Gefühl verabschiedet.

Fazit: sehr gelungene und abwechslungsreiche Scheibe, die Freunden von Overkill, Rage bis hin zu Blind Guardian Spaß machen sollte. Da haben Metalville mit GODSLAVE und Eradicator zwei heiße Eisen im Feuer.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. How About NO?
02. Positive Aggressive
03. Straight Fire Zone
04. From Driven
05. Flap Of A Wing
06. King Kortex
07. Show Me Your Scars
08. I Am What Is
09. See Me In A Crown
10. Final Chapters First

Sturmi

ERADICATOR – Influence Denied

Band: Eradicator
Album: Influence Denied
Spielzeit: 48:00 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Metalville Records
Veröffentlichung: 23.07.2021
Homepage: www.eradicator.de

Aus dem Hause Metalville stehen ERADICATOR vor der Türe und bitten vehement um Einlass. Na dann rein mit euch, damit ich euch auch vorstellen kann. Die Band, bestehend aus Sebastian „Seba“ Stöber (v.g.), Sebastian Zoppe (b.), Jans-Peter „Pitti“ Stöber (d.) und Robert „Robb“ Wied (g.) veröffentlichen seit ihrer Gründung 2004 nun ihr viertes Werk „Influence Denied“. Geboten wird abwechslungsreicher Thrash Metal mit viel Dynamik und ohne Scheuklappen. Produziert, gemixt und gemastert wurden die neuen Kompositionen von Orden Organ Mastermind Sebastian „Seeb“ Levermann. Und Seeb, der auch für Asphyx und Brainstorm tätig ist, hat ERADICATOR einen fetten und klaren Sound zusammengebastelt. Und auf mehr als 200 Gigs weltweit konnten die Jungs auch live auf voller Linie überzeugen. Das gelungene Coverartwork stammt von Mario López. Na dann, CD eingeworfen, Anlage aufgedreht und ab geht’s.

Bevor es losgeht, muss ich gleich mal die Stimme von Seba erwähnen. Ich mag die Klangfarbe und die Art wie er die Texte betont sehr, das ist schon mal eine super Grundlage. Der Opener „Drive By Illusion“ startet direkt flott und kraftvoll. Fette treibende Riffs und ein geiles Drumming eingeschlossen. In der Mitte gibt es einen ruhigen Zwischenpart der mich an eine bekannte Band erinnert, aber ich komm‘ wirklich nicht drauf. Das Solo ist top und hinten raus wird wieder Gas gegeben. „Hate Preach“ steht dem in nicht nach und knallt mal richtig. Sehr eingängig mit hohem Wiedererkennungswert. Auf „Echo Chamber“ kann man den Faible für die Bay Area á la Testament heraushören. Klasse Songaufbau, der die Matte fliegen lässt. Die Mischung zwischen Härte und Melodie sitzt. Der Titeltrack „Influence Denied“ ist ein Brecher. Die hörbare Spielfreude und die Nähe zu Kreator stecken umgehend an voll abzugehen. Cleverer Break bei Minute drei, um am Ende nochmal zu beschleunigen. „5-0-1“ ist richtig stark. Seba singt hier wirklich sehr stark. Immer wieder tauchen Metallica Riffs („One“) auf und der Refrain ist top. Bei „Jackals To Chains“ prügelt sich Pitti die Seele aus dem Leib. Harte, schnelle Thrash Metal Nummer. „Mondays For Murder“ wurde als erster Video Output gewählt. Zurecht, denn hier hauen ERADICATOR einen echten Nackenbrecher raus. Intelligenter Text gepaart mit groovenden Thrash, da kann nichts schiefgehen. Das wird ’ne live Hymne. Luft holen ist nicht, „Hypocrite“ gibt ordentlich Gas und tritt Arsch. Jetzt muss ich den Zoppe am Bass auch mal lobend erwähnen. Bei jedem einzelnen Song gibt der alles. „Descent Into Darkness“ ist von der Grundstimmung her dunkler als die anderen Stücke. Mehr im Midtempo gehalten, aber trotzdem voller Power haut die Nummer richtig rein. Und schon kommt der Rauswerfer „Anthropocence“. Etliche Tempowechsel, Härte, Soli, alles dabei. Sehr gelungener Abschluss, der den Nacken nochmal extrem beansprucht.

Fazit: ERADICATOR werden von Album zu Album besser. Das spielerische Können der ganzen Truppe in Kombination mit dem Gespür für große Songs, müsste die Herzen der Thrash Metal Fans höher schlagen lassen. Wer was mit Testament, Death Angel und Kreator anfangen kann, sollte der Band auf jeden Fall eine Chance geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Driven By Illusion
02. Hate Preach
03. Echo Chamber
04. Influence Denied
05. 5-0-1
06. Jackals To Chains
07. Mondays For Murder
08. Hypocrite
09. Descent Into Darkness
10. Anthropocence

Sturmi

RAVAGER – The Third Attack

Band: Ravager
Album: The Third Attack
Spielzeit: 42:00 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Iron Shield Records
Veröffentlichung: 18.06.2021
Homepage: www.ravager-thrash.de

Das beschauliche Walsrode in Niedersachsen hat bei seinen 30.000 Einwohnern zwei ganz besondere Dinge zu bieten. Das ist zum Ersten der weltweit größte Vogelpark und zum Zweiten RAVAGER, die mit ihrem dritten Longplayer um die Ecke kommen und ihrer Stadt und sich selber zu noch mehr Popularität verhelfen könnten. Die Jungs mit der aktuellen Besetzung Marcel Lehr (g.), Philip Herbst (v.), Dario Rosenberg (g.), Justus Mahler (b.) und André Sawade (d.) gibt es nun schon seit 2014 und veröffentlichen ihre Alben bei Iron Shield Records. Das Cover Artwork wurde wieder einmal von Timon Kokott entworfen und ist vorzüglich gelungen. Mit dabei ist auch wieder der coole Thrashzilla namens Keule darauf. Genug, jetzt heißt es Attacke, it’s time for some Thrash Metal.

„Intruders“ ist ein rein instrumental gehaltener Opener, der atmosphärisch beginnt und richtig heroisch abgeht. Ich glaube hier wird man direkt auf die Schlacht vorbereitet. Auf „Planet Hate“ fliegt uns Old School Teutonen Thrash um die Ohren. Das Stück ist aggro as fuck und hat zugleich einen satten Groove. Die Gangshouts passen auch wie Arsch auf Eimer und das Gitarrensolo fetzt. Hey Tankard, seid ihr es auf „Back To The Real World“? Nein, natürlich nicht. Aber eine gewisse Ähnlichkeit kann man diesem Kracher nicht absprechen. Stört keine Sekunde wenn es so authentisch und frisch rübergebracht wird. Und irgendwie bekomme ich Lust auf Bier, muss wohl am Text liegen. Frontsau Philip singt so herrlich derbe auf „Priest Of Torment“, ein Genuss. Diese Vollgasnummer wird einen heftigen Moshpit auslösen, so viel steht fest. Wer jetzt noch stehen kann, sieht sich „A Plague Is Born“ gegenüber stehen. Eine fette Midtemponummer die in der Mitte aber immer mehr an Fahrt aufnimmt und sehr eingängig erscheint. Bei „The Third Attack“ werden keine Gefangenen gemacht und es wird eine wilde Schlacht dargestellt. Knapp über zwei Minuten lang gibt es Thrash Metal auf höchstem Niveau. „Beyond Reality“ fängt düster und bedrohlich an, nur um dann wie ein wild gewordener Hornissenschwarm auf dich loszugehen. Meine Fresse, auch hier werden sich die Leute im Pit zerlegen. „My Own Worst Enemy“ ist ein wahrer Hochgenuss. Hier wird die volle Thrash Metal Keule ausgepackt und einem auf die Birne geschlagen. Nach einem cleveren Break in der Mitte grooved es wie Sau und man muss die Nackenwirbel strapazieren. Holla, da ist aber jemand angepisst auf „King Of Kings“. Hier knallt und scheppert es an allen Ecken und Enden und die ganze Mannschaft von RAVAGER ist in Höchstform. Ich werde es nicht müde zu sagen, der letzte Song muss ein Killer sein damit man sofort wieder die Repeat Taste drückt. RAVAGER haben mich erhört und liefern mit „Destroyer“ ihren längsten und besten Track ab. Hier gibt es da volle Programm. Metallica, Iron Maiden, geile Soli und Riffs, alles dabei. Respekt Leute, so ein Teil muss man erstmal raushauen. Mit einem herzlichen Fuck You endet es und ich muss mich kurz wieder sammeln.

Anspieltipps: 1-10

Fazit: Hier trifft Westcoast Thrash auf deutschen Thrash. Wer auf Death Angel, Exodus, Kreator, Tankard, Sodom und Destruction steht, kommt an diesem Brecher 2021 und in Zukunft nicht vorbei. Da haben die Niedersachsen ein absolutes Highlight vom Stapel gelassen. Da wird die Konkurrenz und die vorhin genannten Bands ganz schön große Augen machen. Jetzt dann noch die richtige Tour (hoffentlich bald) dazu und es wird einen enormen Karriereschub geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intruders
02. Planet Hate
03. Back To The Real World
04. Priest Of Torment
05. A Plague Is Born
06. The Third Attack
07. Beyond Reality
08. My Own Worst Enemy
09. King Of Kings
10. Destroyer

Sturmi

LEACH – Lovely Light of Life

Band: Leach
Album: Lovely Light Of Life
Spielzeit: 47:00 min
Stilrichtung: Thrash’n‘Roll
Plattenfirma: Brutal Records
Veröffentlichung: 21.05.2021
Homepage: www.leachswe.com

Wenn der Chefredakteur dir schreibt und meint: „Hör‘ da mal rein, dass gefällt dir bestimmt“! Jawoll Chef, wird gemacht. LEACH aus Schweden stehen auf dem Programm. Das Trio rund um Anders Nordlander (b.), Joachim Dahlström (d.) und Markus Wikander (v.g.) bieten einen Mix aus Hardcore, Thrash, Punk und Rock’n’Roll. LEACH gibt es schon seit 2003 und veröffentlichen ihr aktuelles Album nun bei Brutal Records. Dann lasst uns mal loslegen.

Track eins ist ein kurzes Intro, dass fließend in „Serenade“ übergeht. Und hier werden gleich keine Gefangenen gemacht. Es knallt an allen Ecken und Enden. Die Riffs grooven wie Sau und lassen die Matte kreisen. Hat definitiv einen Silius und Pantera Einschlag. „Carry The Stigma“ steht dem in nichts nach. Hardcore Gesang trifft auf Thrash Metal. Cooler Break mitten im Song um dann gleich wieder alles zu überrollen. Live wird die Meute ausflippen. Moshpit Alarm pur. Maschinengewehr Salven gibt es zu Beginn auf „Trench Walk“. Doch dann wird es melodischer und eingängig. Trotz allem gibt es hier voll auf die Fresse. Bam, bam, bam, „Scorched Earth Tactics“ schlägt dir voll in die Magengrube. Brachiale Bass und Drums zwingen einen förmlich zum Abgehen. Auf „Aniara“ geht es mehr in die Hardcore Ecke. Zwar immer noch eine gute Nummer, aber im Gegensatz zu den restlichen Tracks ein bisschen hinterher. „True North“ ist ein Uptempo Hass Batzen. Der Sänger klingt mächtig angepisst. Starke Aggro Attacke. Pure, rohe Energie gibt es auf „Down For Counting“. Hier bleibt kein Fuß ruhig stehen und zum Ende hin muss man ganz heftig stampfen. Vollgas? Alles klar, „Vultures“ ist dann genau richtig. Ein War-Machine Stück, dass kompromisslos über seine Feinde drüberfährt und verbrannte Asche hinterlässt. Auf „Gaslighting“ wird der Rock’n’Roll Faktor hochgefahren. Der Schweiß tropft von der Decke und es riecht nach Bier und Zigaretten. Yes, yes und nochmal yes. „Sweet Blasphemy“ fängt verhalten an und steigert sich dann immer mehr. Die treibenden Riffs sind perfekt um sich Auszutoben. Kommen wir nun zum Bonustrack „D.O.D.“ Und der hat es in sich. Kein geringerer als Björn „Speed“ Strid ist hier vertreten. Der Song bietet eine gesunde Mischung aus Härte und Melodie. Ein echter Banger das Teil. Und die erste Hälfte des Stückes klingt voll nach Sodom.

Fazit: Alles richtig gemacht. Die Produktion von Christian Silver (Arch Enemy, Kreator, Soilwork) knallt ordentlich und verleiht dem Ganzen den richtigen Punch. Ein bis zwei kleine Durchhänger schmälern das Hörvergnügen aber überhaupt nicht. Ein Album das definitiv Spaß macht und die Anhänger jubeln lassen sollte. Starke 8 Punkte.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Prelude
02. Serenade
03. Carry The Stigma
04. Trench Walk
05. Scorched Earth Tactics
06. Aniara
07. True North
08. Down For Counting
09. Vultures
10. Gaslighting
11. Sweet Blasphemy
12. D.O.D (Bonustrack)

Sturmi

SLAVES TO FASHION – The History Of Heavy Metal

Band: Slaves To Fashion
Album: The History Of Heavy Metal
Spielzeit: 59:33 min
Stilrichtung: Omni Metal
Plattenfirma: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 13.02.2021
Homepage: www.facebook.com/slavestofashion

Ganz selten habe ich Alben zum Rezensieren auf dem Tisch, bei denen ich auf seltsame und sehr positive Weise richtig emotional werde, weil sich beim Hören unweigerlich das Gefühl einstellt, hier hat eine kleinere, unbekannte Band nicht nur absolut unnormale Mengen an Arbeit und Herzblut investiert, sondern auch etwas verdammt Großes geschaffen. Ein Gefühl, das wohl am besten als das hundertprozentige der Band den Stolz und die positive Resonanz Gönnen beschrieben werden kann, den/die die entsprechende Band aufgrund ihres Werkes hoffentlich verspürt und erfährt. Die Eigenveröffentlichung “The History Of Heavy Metal” von SLAVES OF FASHION ist so ein Album.
Das Konzept der Platte der Norweger: Jeder Song ein anderes Untergenre, zum Teil mit mehreren Unter-Untergenres, eine metallene Wundertüte sozusagen. Das ist erstmal ambitioniert, insbesondere wenn man bedenkt, dass auch die Produktion der einzelnen Songs auf das jeweilige Genre abgestimmt wurde (was auch den einzigen kleinen Kritikpunkt mit sich bringt, dass einige wenige Song(part)s produktionstechnisch etwas schwächer als andere ausfallen und etwas anstrengender zu hören sind, beispielsweise der sehr höhenlastige True-Norwegian-Black-Metal-Part in “Expressions Of Extremity” – das beläuft sich aber auf nicht mehr als ca. sechs Minuten des Albums).
Natürlich läuft man bei einem solchen Projekt Gefahr, sich dann an Genres abzuarbeiten, das jedoch auf Kosten der Substanz der einzelnen Songs. Konzept vor Inhalt, sozusagen. Doch das passiert auf “The History Of Heavy Metal schlicht nicht. Um alle relevanten Punkte im Rahmen einer Rezension anzusprechen, hier in kurz und knapp:
– Johannes Støle ist ein großartiger und wandelbarer Sänger und wurde um diverse Gastsänger und eine Sängerin ergänzt, um ein authentisches Resultat zu gewährleisten. Die Vocals sind durchgängig auf sehr hohem Niveau, ebenso die Leistung der Instrumentalfraktion.
– Es gibt zu jedem Track ein eigenes Albumcover (!) – So viel Investition ins Booklet wird heutzutage immer seltener.
– Die Genreauswahl beschränkt sich nicht, wie man bei einer Heavy-Metal-Band erwarten könnte, auf die klassischeren Untergenres. Jesus, es gibt einen (großartigen) Nu/Emo-Metal Song (“The New Wine”), einen über 13 Minuten langen Progressive-Track (“The Evergrowing Tree”, eine wahnsinniges Tour de Force durch Prog-Metal-Subgenres), Alternative Metal (“Garden Of Chains”, auch großartig) und ganz viele andere Genres.
– Die Songs für sich sind tatsächlich einfach gute Songs, die den Spirit, den sie vermitteln wollen, absolut vermitteln und auch außerhalb des Albumkontextes wirklich Spaß machen.
– Die Kontraste zwischen den einzelnen Songs (und auch innerhalb der einzelnen Songs) sind hochgradig unterhaltsam. Der Metal ist die Grenze, aber innerhalb dieser Grenze gibt es keinerlei Einschränkungen.
– Das Songwriting ist absolut authentisch aber nichtsdestotrotz kreativ und intelligent. Sollte auch erwähnt werden.

Fazit:
Im Ernst, ich bin lange nicht mehr so gut unterhalten worden, von einem Album, das einerseits eine Liebeserklärung an das Genre ist, andererseits aber auch ein höchst ernstzunehmendes und auf skurrile Weise komplexes Gesamtkunstwerk, mit einem hörbaren Augenzwinkern und unendlicher Liebe zum Detail. Man kann “The History Of Heavy Metal“ nicht ausdrücklich genug empfehlen und die Platte wird mit absoluter Sicherheit weit oben auf der Liste meiner Lieblingsalben des Jahres landen. Trotz kleiner Kritik an Teilen des Sounds volle Punktzahl, mehr als verdient.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. MCMLXX
02. The Priest Of Maidenhead
03. Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll
04. Thrash Of The Titans
05. Expressions Of Extremity
06. Garden Of Chains
07. The Evergrowing Tree
08. The Power Of Metal
09. The Nu Wine
10. Too Close (To See Clearly)

Jannis

CRYPTOSIS – Bionic Swarm

Band: Cryptosis
Album: Bionic Swarm
Spielzeit: 37:13 min
Stilrichtung: Technical Thrash Metal
Plattenfirma: Century Media
Veröffentlichung: 26.03.2021
Homepage: www.cryptosis.net

Evolution ist essenziell zum Überleben. Das dachten wohl auch Distillator und änderten ihren Bandnamen in CRYPTOSIS. Gleichzeitig gingen die Niederländer Laurens Houvast (v.g), Frank Te Riet (b.) und Marco Prij (d.) einher und wechselten von Old School Thrash hin zu einem moderneren Heavy Sound. Hier wird progressiver Thrash Metal mit Symphonic Metal und auch etwas Death/Black gemischt. Wie sich dass anhört, erfahrt ihr gleich.

„Overture 2149“ hat passend zum Titel und Konzept eine futuristische Note und bereitet uns direkt auf „Decypher“ vor. Wie würde Vin Diesel in Riddick sagen: „Es gibt nur ein Tempo und das ist meins“. Und es ist ein sehr hohes Tempo, auf technisch hohem Niveau und auch progressiv. Demolition Hammer meets Nocturnus und mit sehr starkem Gitarren Solo. Auf „Death Technology“ geht es gut weiter. Der Sänger klingt richtig böse und schlecht gelaunt. Die Hintermannschaft ackert sich durch den Thrash Metal Song, der eine Mischung aus Coroner und Voivod in hart darstellt. „Prospect Of Immortality“ wird die Fangemeinde ein wenig spalten. Ein hypnotisch wirkendes Midtempo Stück, dass mit abwechslungsreichem Drumming und ordentlichen Riffs überzeugen kann. Durch die Länge von 6:21 kann das Spannungslevel aber nicht voll gehalten werden. Da ist „Transcendence“ eine ganz andere Hausnummer. Ein absolut fettes Thrash Metal Brett im Stile von Slayer und Vektor. Das Aggro-Level hier ist sogar in den groovigen Parts mächtig hoch. „Perpetual Motion“ ist ein kurzes Zwischenspiel mit spacigen All-Klängen und leitet „Conjuring The Egoist“ ein. Hier passiert wirklich viel, es werden eine Menge Ideen verarbeitet. Ein vertracktes, progressives Stück, dass aber das Wesentliche nicht aus den Augen verliert. „Game Of Souls“ ist ein sehr abwechslungsreicher Banger geworden. Der Song schiebt richtig an und macht Laune. Auf „Mindscape“ gibt es ein wenig andere Kunst zu hören. Ein gewisser Death Metal Touch ist dem Ganzen nicht abzusprechen. Die eingestreuten Black Metal Riffs passen hervorragend. Erinnert mich an alte Samael. Bei der letzen Nummer „Flux Divergence“ ballern die Jungs noch mal heftig einen raus. Das Riffing und auch der Gesang ist sehr stark an Slayer orientiert, dass aber auf eine beeindruckende Weise. Prima Abschluss.

Anspieltipps: „Decypher“, „Death Technology“, „Transcendence“, „Mind Scape“ und „Flux Divergence“

Fazit: CRYPTOSIS haben es trotz ihrer technischen Spielereien geschafft, den Hörer nicht zu überfordern und die Stücke fließen zu lassen. Wer auf Slayer, Vektor, Demolition Hammer und Into Eternity steht, sollte dem Trio mal eine Chance geben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Overture 2149
02. Decypher
03. Death Technology
04. Prospect Of Immortality
05. Transcendence
06. Perpetual Motion
07. Conjuring The Egoist
08. Game Of Souls
09. Mindscape
10. Flux Divergence

Sturmi