SKULL KORAPTOR – Chaos Station

Band: Skull Koraptor
Album: Chaos Station
Spielzeit: 31:49 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Ragnarök Records
Veröffentlichung: 17.01.2020
Homepage: www.facebook.com/SkullKoraptor

SKULL KORAPTOR sind eine Band aus Athen, Griechenland. Gespielt wird hier Thrash Metal, aber Dieser mit etlichen Einflüssen von Heavy Metal und Speed Metal. Gegründet hat sich das Trio, bestehend aus John Savoglov (v,g.), John Vratsos (b.) und George Margetis (d.) bereits 2011. Im Jahr 2014 veröffentlichte die Band ihre EP „Dead Head“, welche ihre einzige Produktion bis zum jetzigen Zeitpunkt war. Live konnten sich SKULL KORAPTOR schon mit namhaften Kollegen wie Tankard, Skull Fist und Destroyer 666 die Bühne teilen. Nun liegt mir also der erste Longplayer „Chaos Station“ vor. Unterstützt wurden die Jungs von Mike Parpathiou, der im D Studio produzierte. Das Coverartwork finde ich richtig geil. Ein Monsterzug, der alles zermalmt, was ihn in den Weg kommt. Dann hören wir uns mal das „Chaos“ an.
Es beginnt mit dem Opener „Intro“, der auch nur ein rein instrumentales Intro ist. Das geht aber direkt in den nächsten Song über und zwar in „Hatred“. Richtig guter Up-Tempo Banger mit einem Sänger der relativ rau singt. „Blast It Out“ knallt einem nun um die Ohren. Zu recht wurde dieser Song als Single und Video rausgebracht. Hier keift der Mann am Mikro so garstig wie Wattie Buchan von The Exploited auf deren Killer Album „Beat The Bastards“. Mein Lieblingstrack der Scheibe ist ganz klar „Burnt Society“. Toller Refrain, super Melodien, herrliches Gitarrensolo und feinster Thrash. „Next Station: Chaos“ ist wieder ein schnelles Stück, kein Highlight, aber gut. In meiner Promo heißt „Breakthrough“ ganz anders. Ist aber auch egal wenn dabei ein so fetter Hassbatzen rauskommt, top. Clevere Tempowechsel machen „Fatal Wrecking“ zu einer abwechslungsreichen Metal Nummer. Also das Trio kann wirklich überzeugen an ihren Instrumenten. Es ist hart, schnell und es knallt bei „Voices Of Despair“. Ruhiger, langsamer Anfang bei „Obsessed“ ehe es in eine Speed Granate übergeht. Das bleibt aber nicht so. Es wird melodischer und filigraner. Toller Abschluss einer guten Platte.
Anspieltipps: „Blast It Out“, „Burnt Society“, „Breakthrough“
Fazit: Ich weiß nicht, wie es um die griechische Thrash Szene steht, aber SKULL KORAPTOR haben auf jeden Fall internationale Klasse. Technisch sehr gut, besonders der Drummer sticht immer wieder heraus. Der Gesang gefällt mir gut dazu, aber nicht alle werden diese Stimmlage lieben. Das nächste mal noch ein bisschen mehr Spielzeit als 32 Minuten bitte. Ich werde die Jungs sicherlich im Auge behalten.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Intro
02. Hatred
03. Blast It Out
04. Burnt Society
05. Next Station: Chaos
06. Breakthrough
07. Fatal Wrecking
08. Voices Of Despair
09. Obsessed

Sturmi

ASSASIN – Bestia Immundis

Band: Assassin
Album: Bestia Immundis
Spielzeit: 48:58 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 07.02.2020
Homepage: www.assassin-band.de

Genervt? Gestresst? Gelangweilt? Dann muss ich euch wohl ein Rezept dagegen ausstellen: mindestens 1x täglich ASSASSIN bei erhöhter Lautstärke hören und die Symptome werden ganz schnell verschwinden. Eine der dienstältesten Thrash Metal Bands Deutschlands meldet sich mit „Bestia Immundis“ in bestechender Form zurück.

Bereits 1982 wurden ASSASSIN aus Düsseldorf unter dem Namen Satanica gegründet, bevor man sich 1985 umbenannte. Nach drei Demos veröffentlichten die Jungs zwei klasse Alben und spielten als Vorband u.a. mit Celtic Frost, Kreator, Warlock, Testament und Death Angel. Leider kam es 1989 zum Bandsplit ehe man sich 2002 zu einer endgültigen Wiedervereinigung entschloss. Und das ist auch gut so, sonst wären wir nicht in den Genuss der neuen Scheibe gekommen. Aufgenommen wurde im Nemesis Studio in Essen. Die Produktion gestaltete sich aufgrund terminlicher Unstimmigkeiten etwas schwierig, dafür ist das Endprodukt umso besser geworden und klingt noch einen Ticken fetter als der Vorgänger „Combat Cathredal“. Der Albumtitel „Bestia Immundis“ (lat. für „unreines Tier“) bezieht sich auf das große Tier aus der Prophezeiung der Apokalypse in der Bibel. Das sehr gut umgesetzte Coverartwork spiegelt die Reflexion des Menschen im Kampf gegen und mit seinen inneren bösen Trieben wieder.
Das aktuelle Line-up mit Ingo Bajonczak (v.), Jürgen „Scholli“ Scholz (g.), Frank „Blackfire“ Gosdzik (g.), Joachim Kremer (b.) und Björn „Burn“ Sondermann (d.) startet mit dem ersten Song „The Swamp Song“ gleich richtig durch. Inhaltlich geht es hier um den Horror Klassiker, „Das Ding aus dem Sumpf“. Starke Thrash Nummer direkt zum Anfang. „How Much Can You Take“ fragt uns der Sänger im nächsten Track. Wann hat man das innere Limit erreicht? Ein wahrer Brecher, in dem geile Shouts, gelungene Soli und Tempowechsel vorkommen. „No More Lies“, das sagt schon alles über den textlichen Inhalt. Ganz starke Nummer. Mal gerne ein Außenseiter zu sein und sich bewusst gegen die Normen der Gesellschaft zu bewegen, davon handelt „Not Like You“. Ein Highspeed Monster mit ganz viel Groove, bei dem so manche große Band froh wäre, so einen Song im Repertoire zu haben. „The Wall“ kann als Statement gegen die Politik von Donald Trump gesehen werden. Dementsprechend garstig und voller Speed geht es hier ab. Keine Gnade wird auch auf „Hell’s Work Done“ gewährt, eine brachiale Uptemponummer, die aber nie ins Chaotische abdriftet. Eine Chance mal kurz durchzuatmen bekommt man beim rund 1minütigen Anfang von „The Killing Light“. Hier wird die Akustik Gitarre rausgeholt, ehe es mit schönen bissigen Vocals und harten Riffs weitergeht.
Mit „Shark Attack“ fühlt man sich in die gute alte Zeit des Thrash zurückversetzt. Eine gelungene Mischung aus Sodom, Anthrax und D.R.I. Der „War Song“ fällt qualitativ kein Stück ab. Wieder ein gelungener Song, bei dem es im Moshpit abgehen wird. „Chemtrails Part 1“ lässt einen knapp 3 Minuten instrumental mit ruhigen Klängen ausruhen, bevor der Hammer in „Chemtrails Part 2“ rausgeholt wird. Starke Nummer zum Ende.
Anspieltipps habe ich diesmal keine, da das ganze Album auf sehr hohem Niveau angesiedelt ist.

Fazit: Wer auf Thrash Metal, Hardcore und Punk steht, sollte hier unbedingt zugreifen. Aggressiv, eindringlich und nie langweilig, liefern die fünf Musiker von ASSASSIN, eine erstklassige Scheibe ab. Jetzt schon ein frühes Genre Highlight für mich in diesem noch jungem Jahr.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. The Swamp Thing
02. How Much Can I Take
03. No More Lies
04. Not Like You!
05. The Wall
06. Hell’s Work Done
07. The Killing Light
08. Shark Attack
09. War Song
10. Chemtrails (Part 1)
11. Chemtrails (Part 2)

Sturmi

SEPULTURA – Quadra

Band: Sepultura
Album: Quadra
Spielzeit: 51:20 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast Records
Veröffentlichung: 07.02.2020
Homepage: www.sepultura.com.br

Es ist wieder soweit. Eine neue SEPULTURA Scheibe steht in den Startlöchern. Und ich bin gespannt, ob sie meine Erwartungshaltung erfüllen kann. Seit 1984 gibt es die Brasilianer aus Belo Horizonte nun schon. Die ersten sechs Veröffentlichungen sind wahre Kultplatten und Klassiker. Besonders „Arise“ hat es mir immer noch voll angetan und steht bei meinen All-Time-Faves auf Platz vier. Ab ihrer „Roots“ 1996 habe ich SEPULTURA aber aus den Augen verloren, da mir ihre Musik immer weniger zusagte.

Mal schauen was der neue Longplayer „Quadra“ so drauf hat.
Es gibt diesmal ein Konzept zum Album. Und zwar wird es in vier Parts geteilt, so wie bei einem Doppel-Vinyl. Auf Seite eins, die rohe und pure Thrash Seite. Auf Seite zwei wird die „Roots“-Ära durch Rhythmen und Percussions beleuchtet. Die Dritte ist ein wenig experimenteller und die Vierte hat die Melodien. Aufgenommen wurde in den Fascination Street Studios, mit dem schwedischen Produzenten Jens Bogren, an den Reglern. Dieser unterstützt das Line up um Andreas Kisser (g.), Derrick Leon Green(v.), Paulo Xisto Pinto Jr. (b.) und Eloy Casagrande (d.) mit aller Kraft.
Ok. Um, dois, tres. Let’s go for it.
Die erste Single „Isolation „ beginnt mit einem kurzen Intro ehe das volle Brett gefahren wird. Derrick schreit wie Max Cavalera und die Gitarre feuert was das Zeug hält. Holy Shit, was der Drummer auf „Means To An End“ abliefert, ist der Hammer. Was für ein Tier. Songtechnisch geht es hier voll in die „Roots“ Phase. Growls, melodische Passagen und Spoken Words, Derrick zeigt alles was er kann. „Last Time“ startet mit einem Solo von Kisser bevor es richtig hart wird. Könnte auch auf einem Fear Factory Album stehen. „Capital Enslavement“ enthält den typischen Tribalsound der Band. Wieder sticht im ersten Teil des Stückes das Drumming hervor, um dann im Zweiten von Gitarre und Bass geführt zu werden. Riffs, Riffs und nochmal Riffs dominieren in „Ali“. Es folgt mit „Raging Void“ einer der stärksten Tracks. Midtemponummer mit klasse Refrain und tollen Gitarrensoli. „Guardians Of Earth“ wird durch eine Akustikgitarre eingeleitet, Chorgesang setzt ein und dann wird es brachial, hymnisch und sphärisch zugleich. Leider folgt nun mit „The Pentagram“ ein belangloses Instrumental, gibt mir gar nichts. „Autem“ ist da sofort anders. Vollgas mit fiesen Cradle of Filth artigen Vocals ist angesagt. „Quadra“ kann man als Intro für „Agony Of Defeat“ sehen. Cleaner Gesang und sehr viel Melodie bestimmen „Agony Of Defeat“. Guter Song. Zum Schluss kommt mit „Fear; Pain; Chaos; Suffering“ ein „love it or hate it“ Moment. Beim Duett wird Derrick von Emily Barreto (Far From Alska) unterstützt. Ich finde dies funktioniert leider überhaupt nicht, schade drum.

Anspieltipps: „Isolation“, „Means To An End“, „Raging Void“

Fazit: Was der Drummer hier abliefert, ist phänomenal. Auch der Sänger ist richtig stark. Mal wieder eines der besseren Alben von SEPULTURA, auf dem sich trotzdem ein paar schwächere Songs eingeschlichen haben, die einfach nicht hängen bleiben wollen.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Isolation
02. Means To An End
03. Last Time
04. Capital Enslavement
05. Ali
06. Raging Void
07. Guardians Of Earth
08. The Pentagram
09. Autem
10. Quadra
11. Agony Of Defeat
12. Fear; Pain; Chaos; Suffering

Sturmi

SURGICAL STRIKE – Part of a Sick World

Band: Surgical Strike
Album: Part Of A Sick World
Spielzeit: 44:39 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Metalville/Rough Trade
Veröffentlichung: 24.01.2020
Homepage: www.surgicalstrike.de

Hell yeah! Nach nur 2 Sekunden horche ich auf und 28 Sekunden später haben sie mich komplett. SURGICAL STRIKE aus Hannover haben nur eine Mission: 100% puren, bedingungslosen und technisch versierten Thrash Metal zu spielen, der direkt in die Nackenmuskulatur geht. Und das gelingt den Mannen um Jens „Korken“ Albert (v.), Marcelo Vasquez Rocha (g.), Frank Ruhnke (g.), Florian Seybecke (b.) und Moritz Menke (d.), tadellos. Gegründet wurden SURGICAL STRIKE 2015 und schon bald erschien das erste Lebenszeichen in Form einer EP, namens „V:II:XII. Auf den fünf Songs deuten die Musiker schon an, was sie alles draufhaben. Nur wenige Jahre später arbeitete die Band intensiv an neuem Material, das nun auf dem ersten vollständigen Studioalbum veröffentlicht wird.
Das Album „Part Of A Sick World“ dreht sich textlich um die Korruption, Manipulation und Verleugnung in dieser Welt. Und wie die Jungs das musikalisch umsetzen ist eine Wucht.
Beginnen wir mit „Dead End Gone“, dass gleich richtig schnell anfängt und einem die Luft raubt. In der Hälfte des Songs wird das Tempo rausgenommen und ein melodischer Zwischenpart eingebaut, bevor zum Schluss wieder Vollgas gegeben wird. „Failed State“ steht dem in nichts nach und wird durch das tolle Zusammenspiel von Bass und Drums durch den Track geführt. „Politicians“ hat so geile Riffs und klingt nach Anthrax in ihrer starken Phase. Kompromissloser Thrash in seiner reinsten Form wird auf „Conspiracy“ geboten. Starke Nummer die auch von Onslaught hätte sein können. Das Groove Monster „Below Zero“ knallt im Overkill Style durch die Boxen. Die nächsten zwei Hochkaräter „Lambs To The Slaughter“ und „Not in this Life“ lassen einem keine Zeit zum Durchatmen. Der mit sechs Minuten längste Song des Albums, „Part Of A Sick World“ bietet alles was dieses Genre ausmacht: Filigrane Gitarren, geniales Drumming, pumpenden Bass und wütende Vocals.
Schön langsam schmerzt der Nacken, aber SURGICAL STRIKE zeigen keine Gnade. „Confrontation“ und „Sorrow Of War“ treiben einen immer weiter voran. Das große Finale mit „The Breed“ verlangt einem noch einmal alles ab. Headbangen bis der Kopf ab ist.

Anspieltipps: „Dead End Gone“, „Conspiracy“, „Below Zero“, „Part Of A Sick World“ und „The Breed“.

Fazit: Ganz starkes Album mit einem genialen Sänger, der wie eine böse Mischung aus allen Exodus Sängern und Mille von Kreator klingt. Auch die Rhythmus- und Gitarrenabteilung ist bärenstark. Die Produktion ist glasklar und klingt sehr gut. Wer auf Exodus, Overkill, Testament und Anthrax steht, muss hier zuschlagen.
Ein Pflichtkauf in Sachen Thrash Metal 2020! Ich gehe jetzt erstmal zu meinem Physio und lasse meinen Nacken behandeln.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Dead End Gone
02. Failed State
03. Politicians
04. Conspiracy
05. Below Zero
06. Lambs ToThe Zero
07. Not In This Life
08. Part of A Sick World
09. Confrontation
10. Sorrow Of War
11. The Breed

Sturmi

NIGHTGLOW – Rage Of A Bleedin‘ Society

Band: Nightglow
Album: Rage Of A Bleedin‘ Society
Spielzeit: 56:12 min
Stilrichtung: Modern Metal vielleicht
Plattenfirma: Logic Il Logic Records
Veröffentlichung: 25.10.2019
Homepage: www.facebook.com/nightglow

Es gibt so Alben, die bekommt man zum Rezensieren, dann hört man kurz mal in die ersten Tracks rein, um ein ungefähres Bild davon zu bekommen, was einen so erwartet, und dann hat man eigentlich schon gar keinen Bock mehr auf die Rezension. So ging mir das mit NIGHTGLOW. Das dritte Album der Italiener ist das erste, das mir von ihnen in die Hände kam, klingt recht roh in die Fresse produziert, mit einer Mischung aus klaren, oftmals verfremdeten und unklaren Vocals, mal im Wechsel und mal übereinander.
Sind NIGHTGLOW offiziell Heavy Metal, so sind sie doch eigentlich die modernere Art, die auch DISTURBED, ROB ZOMBIE und 5FDP (hat nach Thüringen noch eine andere Bedeutung) spielen, nur eben in etwas unpolierter und mehr nach Underground klingend. Und dazu in streckenweise relativ seltsam unkonventionell, aber auf eine smarte gewollte Weise, was mir, der ich mit besagten Bands eigentlich wenig anfangen kann, das Album um einiges versüßt hat.
Das beginnt bereits bei “Circus Of The Damned”, dessen Mix aus höchst asozial röhrenden Gitarren, einem obskuren Einbau von Horror-Zirkus-Elementen in der Strophe und gemeinen, die Chorusmelodie begleitenden Gitarren doch ziemlich Spaß macht. Fuck@looza beginnt schwer ROB-ZOMBIE-beeinflusst, knallt im Refrain ungleich heftiger und offenbart plötzlich seine echt schöne melodische Seite. Unvorhersehbares Ding, ziemlicher Hit auch.
Trocken und knackig erfreut “On Your Own” anschließend mit Telefon-Dialogpartnerin im Prechorus (coole Idee und gut umgesetzt) und “Overlord” überzeugt nicht nur durch sein edeles Midtempo-Riff sondern auch durch seinen Charakter als einmal durch den Aggrowolf gedrehter harmonischer Power-Metal-Track.
“Alive” packt den Humpa-Thrash-Beat aus, “Gone” ist eine Ballade aus cleanen Gitarren, Gesang und ein paar Streichern (aber halt ganz ganz anders als man sich das anhand dieser Beschreibung vorstellt), “The Last One” mutet DISTURBEDig an, mit einem Synth im Hintergrund, das so tut, als solle es episch wirken, und einer plötzlich reinkommenden Gesangsline auf einer Frequenz (?!), die man nicht erwartet. Und auch der Bonustrack “Daenerys” lohnt im Kontext des Albums mit seinem vergleichsweise melodiösen Refrain und dem seltsamen gesprochenen Prechorus, das finale “Erzsébet”, dessen Ende fast sentimental ausfällt, ebenso.

Fazit:
Nee, eigentlich ist das nicht so meine Musik. Aber unabhängig dessen ist “Rage Of A Bleedin‘ Society” eine Platte, die aggressiv wie melodisch, böse wie humorvoll, angepisst wie klug ist. Und mit Sicherheit keine, die einmal gehört irgendwo in den Tiefen meines Musikordners verrotten wird.

Anspieltipps:
“Fuck@looza”, “Gone”, “Daenerys” und “Erzsébet”

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Thy Flesh Consumed
02. X
03. Circus Of The Damned
04. Fuck@looza
05. On Your Own
06. Overlord
07. Alive
08. Gone
09. Mofo Social Club
10. The Last One
11. Feed My Demon
12. Daenerys (Bonus Track)
13. Erzsébet

Jannis

ASSASSIN’S BLADE – Gather Darkness (Kurzrezension)

Band: Assassin’s Blade
Album: Gather Darkness
Spielzeit: 45:28 min
Stilrichtung: Heavy/Thrash Metal
Plattenfirma: Pure Steel Records
Veröffentlichung: 18.09.2019
Homepage: www.assassins-blade.com

Jaques Bélanger, den man von EXCITER kennen könnte, vergnügt sich zur Zeit mit seiner neuen Band “Assassin’s Blade” und hat neben Mitgliedern von PORTRAIT und CULT OF THE FOX auch das inzwischen zweite Album “Gather Darkness” im Gepäck. Auf dem Programm steht ein Mittelding aus melodischem Thrash Metal und Heavy Metal im Stil von JUDAS PRIEST. Positiv fällt die Produktion auf, insbesondere die Drums klingen herrlich fett, aggressiv und definiert, was sie zusammen mit dem starken Spiel von Marcus Rosenkvist zu einem amtlichen Ohrenschmaus gestaltet. Bélangers Stimme kann man mögen, mir persönlich hat sie auf “Gather Darkness” aber zu wenig Zusammenhang zum restlichen Sound der Band, fügt sich (wohl auch produktionsbedingt) nicht so richtig ein und überzeugt am ehesten noch in Halford-Passagen.
Die Tracks bewegen sich zwischen Mid- und Uptempo, sind eher simpel komponiert und im allgemeinen klassischer Heavy Metal mit Thrash-Schlagseite, oft in Form genretypischer Rhythmusarbeit. Lediglich “The Thaumaturge” lässt ein paar Power-Metal-Anleihen zu und “The City That Waits” mutet doomig an und bekommt gegen Ende ein paar klare KING-DIAMOND-Züge.
Das Songwriting an sich ist eher unspektakulär, mit einigen besseren und einigen schlechteren Ideen wie der nervigen Wiederholung des Refrains bei “Soil Of The Dead” oder dem leicht peinlichen Ende vom Titeltrack, punkten können dafür häufig die Mittelteile, insbesondere von “Dream Savant” und “The Ghost Of Orion”.
Zusammengefasst: “Gather Darkness” ist wenig innovativer thrashig-harter Heavy Metal, der sich dank seiner guten Produktion doch auf jeden Fall anhören lässt, dabei jedoch in seiner Gesamtheit durchschnittlich ausfällt.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Tempt Not (The Blade Of The Assassin)
02. Call Of The Watch
03. Gather, Darkness!
04. The City That Waits
05. Dream Savant
06. Gods
07. The Ghost Of Orion
08. The Thaumaturge
09. I, Of The Storm
10. Soil Of The Dead

Jannis

SUICIDAL ANGELS – Years Of Aggression

Band: Sucidal Angels
Album: Years Of Aggression
Spielzeit: 41:14 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Noise Art Records
Veröffentlichung: 09.08.2019
Homepage: www.suicidalangels.net

Tja, wer denkt, es käme nichts Neues aus Griechenland, hat sich definitiv geirrt. Nach 3-jähriger Pause legen SUICIDAL ANGELS endlich wieder los und hauen mit „Years Of Aggression“ ihr siebtes Studioalbum raus. Sehr schön, darauf haben wir jetzt auch lange genug gewartet.
Obwohl das Cover-Artwork auch dieses Mal von Ed Repka erstellt wurde, ist das wohl auch die einzige Konstante des aktuellen Drehers. Na klar, klanglich ist es immer noch SUCIDAL ANGELS, keine Frage. Aber dennoch wurden hier und da einige stilistische Neuheiten und Einflüsse eingebaut, die dafür sorgen, dass sich SUICIDAL ANGELS im Jahr 2019 doch etwas anders anhören wie die Combo, die sich 2001 auf den Weg gemacht hatte, die Welt zu erobern.
Während der Opener „Endless War“ noch zeigen will, dass man sich treu geblieben ist, ist er alles andere als langweilig. Stakkato-Riffs hämmern sich ins Hirn, während Sänger Nick Melissourgos sich durch die knapp vier Minuten brüllt. Ein klasse Einstieg. Allerdings ist es schon mit dem nachfolgenden „Born of Hate“ vorbei mit der Gewohnheit. Ungewöhnlich melodisch und mit ungestümer Energie heftet sich der Song ans Langzeitgedächtnis an. Und melodisch geht es auch direkt mit dem Titeltrack „Years of Aggression“ weiter. Ein Song, der mit seinem melodischen Riffing einfach nur Spaß macht. Und selbst damit hört die Experimentierfreude des Quartetts nicht auf. Das Intro und die genialen Heavy Metal-Riffs von „Bloody Ground“ erinnern leicht an ICED EARTH und wird mit der thrashigen Härte der griechischen Engel perfekt kombiniert. Mit über sechs Minuten Spielzeit ist „Bloody Ground“ einfach nur wow.
Auch „From all the One” mit seinen starken Slayer-Anleihen groovt sich mächtig und düster in die „Years Of Aggression“ ein. Ebenfalls eines der Highlights der Band und absolut hörenswert.
Völlig aus der Rolle zu fallen scheint das siebenminütige Düster-Epos „The Sacred Dance with Chaos“, welches den Abschluss des knapp 41-minütigen Drehers bildet. In Kombination mit dem Rest des Albums fügt sich „The Sacred Dance with Chaos“ jedoch perfekt ein und ist die logische Weiterentwicklung der Experimente auf „Years Of Aggression“. Die dreijährige Pause und das mittlerweile beständige Line-up scheinen sich ausgezahlt zu haben.
Für eingefleischte SUICIDAL ANGELS Fans, die auf das thrashige Geknüppel der Anfangstage hoffen, wird „Years Of Aggression“ beim ersten Durchgang vermutlich nicht gleich gefallen, aber nach 18 Jahren Bandgeschichte darf man sich auch mal was Neues einfallen lassen. Und im Falle der Griechen war es nur logisch und konsequent, will man nicht in der Belanglosigkeit der Thrash Metal Szene verschwinden. Facettenreich und doch krachend holen SUCIDALS ANGELS mehr als einmal die Abrissbirne raus. Dennoch ist alles klar, strukturiert und dabei doch so gnadenlos kompromissbefreit.
Auch inhaltlich sind die Lyrics einen zweiten Blick wert. Sänger Nick Melissourgos betrachtet darin viele Aspekte des aktuellen Weltgeschehens aus einer persönlichen Perspektive und verleiht dem Album dadurch eine ganz eigene Note.
Mit „Years Of Aggression“ haben SUICIDAL ANGELS vielleicht nicht das Rad neu erfunden, aber sie haben das vielleicht spannendste Album ihrer bisherigen Karriere geschaffen. Allein der Mut, sich auf neues Terrain zu wagen und dabei den Spagat zwischen Härte und Melodie, alt und neu nahezu perfekt hinzubekommen, hat auf alle Fälle Lob und Anerkennung verdient. Und wenn das alles dann soviel Spaß macht, wie es hier der Fall ist, haben SUCIDAL ANGELS alles richtig gemacht.
Ich hoffe, dass die Jungs ihren Weg weiter beschreiten, den sie mit „Years Of Aggression“ so gut begonnen haben.

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Endless War
02. Born of Hate
03. Years of Aggression
04. Bloody Ground
05. D.I.V.A.
06. From all the One
07. Order of Death
08. The Roof of Rats
09. The Sacred Dance with Chaos

Tänski

TALENTSCHMIEDE: Boiling Blood

Band:
Boiling Blood

Gegründet:
2003

Herkunft:
Ludwigshafen am Rhein

Mitglieder:
Peter (Gesang), Jochen (Gitarre, Gesang), Chris (Schlagzeug), Michael (Bass) und Ingo (Gitarre, Gesang)

Stil:
Thrash Metal

Veröffentlichungen:
2005 – Demo „The Evil Inside“
2011 – Rehearsal „Sessions In Blood“
2019 – Official Album „Lost Inside A Morbid World“

Einflüsse:
SLAYER, KREATOR, EXODUS, METALLICA und, wenn es um die Experimentierfreude geht, QUEEN.

Was wir die nächsten fünf Jahre erreichen möchten:
Größere Konzerte/Festivals spielen, dadurch unseren Bekanntheitsgrad steigern,  eine weitere CD und weitere Videos veröffentlichen und entsprechend die bestehende Light- und Bühnenshow fortentwickeln.

Was als nächstes kommt:
Die CD-Release- und Jubiläums-Show in unserer Stammlocation, dem Club Karree, am 19.10.2019 und dann hoffentlich viele Konzerte im nächsten Jahr – wir arbeiten daran!

Unsere beste Erfahrung bis jetzt:
Metal-Konzerte im Swinger Club Karree – entspannt, heiß und ein geiles Publikum! 😀

Unser peinlichster Moment:
Das wäre wohl der Auftritt beim Flak You! Festival 2008 mit Drumcomputer. Dank unfähigem Mischer ein totales Desaster.

Mit wem wir gerne ein Bierchen trinken würden und warum:
Da wir nicht die großen Biertrinker sind und auch sonst nicht sonderlich auf Alkohol abfahren, würden wir lieber mit Jemandem ein saftiges Steak auf den Grill werfen.
Mit wem? Hm, da hat wohl jeder seine eigenen Vorstellungen…
Lernt uns persönlich kennen, dann erfahrt Ihr es!

Wenn wir uns eine Band aussuchen könnten, mit der wir auf Tour gehen dürfen:
Nur eine? Ok, dann am liebsten NERVOSA. Die Mädels sind live absolut der Hammer und vielleicht ist das auch gar nicht so abwegig, dass es tatsächlich mal klappt.

Das Beste daran, in einer Band zu spielen:
Es ist einfach, geil gemeinsam neue Musik zu schaffen und mit dieser dann die Menschen/das Publikum zu begeistern.

Das Schlimmste daran, in einer Band zu spielen:
Eigentlich gibt es nichts Schlimmes daran, in einer Band zu spielen, es sei denn, man findet nie eine wohlwollende Einigung/wohlwollende Kompromisse. An diesem Punkt angekommen sollte man überlegen, die Band aufzulösen.

Online:
boilingblood.de
facebook.com/BoilingBloodOfficial
instagram.com/boilingblood_official
twitter.com/Blutkocher

Musik:
Bandcamp: boilingbloodofficial.bandcamp.com
Backstagepro: backstagepro.de/boilingblood
Spotify: open.spotify.com/artist/37iKKe9A6Ghl5bdQi3Fwlj
Youtube: youtube.com/channel/UCguFRd1GsnlYS60NMLR_2eQ
Soundcloud: soundcloud.com/boilingblood

Live-Dates:
11.10.2019 – Frankenthal, Zuckerfabrik
19.10.2019 – Philippsburg, Club Karree, CD-Release-Party

OUT OF ORDER – Facing The Ruin

Band: Out Of Order
Album: Facing The Ruin
Spielzeit: 50:34 min
Stilrichtung: Melodic Thrash Metal
Plattenfirma: BlackSunset/MDD Records
Veröffentlichung: 14.06.2019
Homepage: www.out-of-order.de

Bietet man jemandem einen Smoothie an und gibt ihm dann Ketchup, ist man technisch gesehen im Recht, da Tomaten Früchte sind. Bietet man jemandem Thrash Metal an und serviert anschließend OUT OF ORDERs neue Platte “Facing The Ruin”, verhält sich das sehr ähnlich. Ja, das Grundgerüst des dritten Albums der 1991 gegründeten Deutschen ist Thrash Metal, allerdings angereichert mit einer sehr dominanten Melodiösität, mit Melodielinien, die man so viel eher im Heavy oder gar Power Metal verorten würde. Tatsächlich sind hinsichtlich der Taktarbeit sogar ein paar Progressive-Nouancen dabei und mit alldem sind die Grundvoraussetzungen für ein interessantes Album abseits der Norm schonmal gegeben.
Produziert ist das Ganze absolut stabil, gespielt ebenso. Die Qualität der Vocals reicht von “Ist mir ein bisschen zu platt” bis hin zu “Grandiose Leistung”. Sänger und Gründungsmitglied Thorsten Braun hat eine ordentliche Palette an Gesangsstilen im Gepäck, einige subjektiv betrachtet gelungener als andere. Ist Geschmackssache und auch wenn ein paar Parts bei mir nicht so zünden, gibt es genug Qualitätsmomente, die zu begeistern vermögen.
Zurück zur Musik. Klar, jede Menge thrashiges Humpa ist mit dabei, ebenso fixes Gedresche und lobend hervorzuhebende Mittelteile, in die hörbar eine Menge Arbeit geflossen ist. Zu den klassischeren Thrash-Metal-Tracks gehört zum Beispiel “Guilty”, das sich allerdings nicht zu schade ist, ein paar smarte Songzitate zu integrieren und alleine schon bei der immer funktionierenden Sirene am Songanfang gewonnen hat. Im Kontrast dazu gestaltet sich “God Is Angry” quasi als reiner melodischer Midtempo-Heavy-Metal, inklusive Backing Vocals im Chorus und kleiner Drumsolo-Sequenz, und “On The Rise” hat neben seiner Brachialität doch ganz klare Power-Metal-Vibes und zudem beim ruhigen Anfangspart niemand Geringeren als Liv Kristine von LEAVES EYES am Start. Den hihatlastigen Beat von “Tears” muss man zwangsläufig als fresh bezeichnen und “The Sniper” überzeugt als etwas traditionellerer melodischer Thrash-Metal-Track mit starkem Chorus und obligatoischem “Interview mit Sniper”-Hörspielteil.
“Facing The Ruin” erweist sich tatsächlich als kleine Metal-Überraschungstüte. Auch innerhalb der einzelnen Songs herrscht ein hohes Maß an Abwechslungsreichtum, auf schnelles Geholze folgen ausgeprägte Melodien, die mit dem normalen Drei-Ton-Melodic-Trash nichts zu tun haben, unterhaltsame Soli oder ruhigere Passagen. Es ist schwer, diese Band in eine Schublade zu stecken, aber gerade diese Unvorhersehbarkeit und Vielseitigkeit innerhalb des Genres, die auf smarten Kompositionen und Arrangements fußt, macht das Album wirklich interessant. Punktabzug für ein paar unspektakulärere Tracks (Blood Vengeance” und “Apocalypse”), aber abgesehen davon eine beeindruckende Leistung! Wird wohl Zeit, in die Vorgängeralben auch mal reinzuhören!

Anspieltipps:
“The Sniper”, “Tears”, “On The Rise” und “God Is Angry”

Fazit:
“Facing The Ruin” ist so ein bisschen eine Thrash-Metal-Einstiegsdroge. Macht jedem Fan des Genres nach wie vor Spaß und ist melodisch und intelligent genug, um auch denjenigen zu gefallen, die mit diesem Stil normal nicht so viel am Hut haben. Und dabei über 50 Minuten durchweg unterhaltsam, mit einer Menge an Tracks, die doch akut hängenbleiben. Starke Leistung!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Watching You
02. Self Deception
03. What For
04. The Sniper
05. Guilty
06. Tears
07. God Is Angry
08. On The Rise
09. Blood Vengeance
10. Apocalypse

Jannis

WAR CURSE – Eradication

Band: War Curse
Album: Eradication
Spielzeit: 43:35 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Svart Records
Veröffentlichung: 10.05.2019
Homepage: www.facebook.com/warcursemetal

Bei manchen Bands frag man sich, ob sie mit ihrem Produzenten einen Vertrag ausgehandelt haben, bei dem im Grundpreis fünf Audiospuren (Gesang, Gitarre, Gitarre, Bass und Drums) enthalten sind und jede weitere Spur extra kostet. Sollte dies bei WAR CURSE der Fall sein, so kann man sie beglückwünschen, sie sind offensichtlich günstig davongekommen. Dazu klingt die Produktion des zweiten Longplayers der Truppe aus Ohio sehr US-(Thrash)-metallig produziert, sehr tight und definiert und ohne jeglichen unnötigen Klangballast, den man noch rausproduzieren könnte. Sprich: Das Allernötigste ist drin, aber auch kein Stück mehr. Das steht dem melodischen Thrash Metal von WAR CURSE aber eben auch recht gut, bringt die verschiedenen Instrumente wie die Sänger durchweg angemessen zur Geltung. Gerade das Gitarrenspiel sticht an dieser Stelle hervor. Die Riff-Arbeit von Justin Roth und Joshua Murphy ist beeindruckend und wird von den verlässlichen und ebenfalls on point gespielten Drums wunderbar getragen. Neben Sänger Blaine Gordon hat man zudem mit Glen Alvelais (FORBIDDEN/TESTAMENT), Kragen Lum (HEATHEN/EXODUS) und Kyle Thomas (EXHORDER) insgesamt drei namhafte Gastsänger parat, von denen insbesondere Glen einen sehr guten Job macht. “Hauptsänger” Blaine muss sich hinter diesen Herren aber kein bisschen verstecken. Bei melodischen wie bei unmelodischen Parts liefert er Qualität und schafft es bestens, auch die böseren, unklar gesungenen Parts mit einer kleinen Prise Melodiösität auszustatten.
Dass Melodien auf “Eradication” von Relevanz sind, zeigt sich bereits beim Opener “Asylum”, der unerwarteterweise mit einem recht unaggressiven 6/8el-Part im Mittelteil aufwartet. “Sands Of Fate” beginnt mit düster-apokalyptischem Bombast-Intro, verfällt dann zurück in die gewohnte Produktion (Sowas ist immer ein wenig unfreiwillig komisch) und erfreut mit mehr Geballer als Track 1 und einem simplen aber sehr effektiven Chorus. “Possession” beginnt vergleichsweise böse, mit ordentlichem Geholze und böser Vocal-Performance, lässt in seinem Verlauf jedoch auch melodischere Elemente zu, auch in den Instrumentalparts, die auf “Eradication” generell meist sehr gelungen und kurzweilig ausfallen. Der Titeltrack des Albums ist mit Abstand der melodischste des ganzen Albums. Im Refrain wird hier gar auf kaum geräuschhaften Klargesang (!) mit einem kleinen Voice-Effekt zurückgegriffen und man munkelt, ein Keyboard hören zu können, wenn man den Track bei Vollmond hört. Ist eine kleine Abwechslung und zudem ein in seiner Gesamtheit äußerst geiler Refrain innerhalb eines guten klassischen Melodic-Thrash-Metal-Songs. Mit “Deadly Silence” wird es nochmal etwas unspektakulärer, bevor für das finale “Polluted Minds” ein letztes Mal ein ziemlich gemeines Riff ausgepackt wird, das dem insgesamt vergleichsweise langsamen Track sehr gut steht, im Gegensatz zum nervigen Ausfaden des Tracks, das nun wirklich die traurigste und uninspirierteste Art ist, ein Album zu beenden. Beim nächsten Mal gibt’s dafür Punktabzug, Freunde.

Anspieltipps:
“Eradication”, “Sands Of Fate” und “Iron Veil”

Fazit:
“Eradication” ist bestens gespielt, gerade hinsichtlich der Gitarren äußerst gekonnt geschrieben, dazu korrekt produziert. Von den acht Tracks der Platte können je nach subjektiver Präferenz doch sechs bis sieben auf jeden Fall überzeugen. WAR CURSE wissen, was sie tun und sie haben Spaß daran, es zu tun. Das merkt man ihnen auf “Eradication” deutlich an, wenn man sich als Freund des Genres denn dazu bequemt, der Platte mal eine Chance zu geben. Meine Empfehlung habt Ihr!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

01. Asylum
02. Sands Of Fate
03. Possession
04. Serpent
05. Iron Veil
06. Eradication
07. Deadly Silence
08. Polluted Minds

Jannis